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CHF 12.–

10.2011

www.technica-online.ch www.marktspiegel.ch

fachzeitschrift für die maschinen-, elektro- und metallindustrie

TITELBILD

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32

Werkzeuge Quantensprung im Tieflochbohren: Der Kleinstbohrer CrazyDrill Flex ist ein Hartmetallbohrer, flexibel und gleichzeitig für tiefe Bohrungen geeignet.

34

Schweissen Eine Schweissanlage von Cloos punktet mit höchster Performance: Sie erreicht im Vergleich zum manuellen Schweissen einen bis zu 15-fach höheren Output.

52

Lagertechnik Ein Lager auszubauen ist eine Herausforderung. An einem Ort fehlts an Fläche; am andern an Höhe. Die Lagerspezialisten finden aber stets eine Lösung.


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technica 10.2011

EDITORIAL

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Gestresstes Handwerk Die Erwerbstätigen in diesem Land leiden unter chronischem Stress. Dafür bräuchte es eigentlich keine Studie vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), ein Blick bei der Zugfahrt auf die Pendler genügt. Da werden noch hastig Powerpoint-Präsentationen vorbereitet, E-Mails beantwortet, Verträge am Telefon durchgesprochen und Meetings wegen wichtigerer Businesslunchs «gecancelt». Um nicht auf den abenteuerlichen Gedanken zu kommen, dass die arbeitende Gesellschaft sich ihre Arbeit zum Hobby gemacht hat, sind die neusten «Stresszahlen» der Seco aber doch hilfreich. Rund ein Drittel der befragten Erwerbstätigen gaben dort an, dass sie sich gestresst fühlten. Das ist eine Steigerung von dreissig Prozent über die letzten zehn Jahre. Zeitdruck, unklare Anweisungen oder das Erledigen von Arbeitsaufgaben in der Freizeit sind einige der Belastungsfaktoren. Stress als einen schöpferischen Impuls hat es trotz aller Verklärung noch nie gegeben. Denn bei einem sogenannten «positiven Stress» ist die Rede von einem Momentum, also eine kleine Druckperiode und nicht von einer «subjektiv lang andauernden Situation, die wahrscheinlich nicht vermieden werden kann», wie Stress teildefiniert werden kann.

Wer sein Handwerk versteht, der braucht wenig Geld und kocht trotzdem gut. Molière, französischer Dramatiker, 1622–1673

In der Werkstoffkunde spricht man von Stress, wenn ein Druck (oder Zug) auf ein Material einwirkt, was zu Materialermüdung führt. Auch der menschliche Körper und Geist ermüdet; unter anderem wird sein Hirn weniger durchblutet, die Gehirnmasse baut sich erwiesenermassen ab. Dieser Abbau des einzigen «Rohstoffes» der Schweiz ist natürlich ein herber Verlust. Aber abgesehen von diesem zu beklagenden Substanzund Denkverlust dürfte ein anderer Faktor ebenfalls hervorzuheben sein: der Verlust von Qualität im Handwerk. Über das Handwerk hat der Kulturphilosophen Richard Sennett ein lesenswertes Buch geschrieben. Darin legte er den Begriff des «Handwerkers» ziemlich weit aus: Dazu gehören alle, die das Bestreben haben, eine Tätigkeit um ihrer selbst willen gut zu machen, «ihr Handwerk zu verstehen», seien dies Dirigenten, Ingenieure oder Programmierer. Ein gestresster Handwerker mag zwar seine Arbeit routinemässig verrichten, aber aus dem Homo Faber wird ein Arbeiter ohne Hingabe, ohne Entwicklung von Fertigkeiten, fremd jeglichen Qualitätsdenkens. Einem Land, dessen Wert an der Qualität der hergestellten Produkte und angebotenen Dienstleistungen gemessen wird, wäre deshalb eine deutlich tiefer ausfallende Stressquote bei den Erwerbstätigen sehr dienlich. Im Endeffekt sicher mindestens so dienlich wie ein exportfreundlicher Eurowechselkurs von sagen wir einem Franken fünfzig.

Eugen Albisser


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INHALTSVERZEICHNIS

UNKT BRENN P

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Frauenquote in Firmen

Mehr Frauen in die Management-Etagen der Unternehmen fordern die beiden Top-Berater Dr. Anke Houben und Dr. Kai Dierke im Interview. Der Grund: Deren Führungsqualitäten sind zeitgemässer und damit meistern Unternehmen leichter die Herausforderungen der Zukunft.

3 Editorial 4 Nachrichten 7 Märkte und Unternehmen – World Robotics 2011 – Open-Automation-Konferenzen – Swisscleantech zur Energiewende – Vibraplast feiert 50-Jahr-Jubiläum – Social Media für die Industrie 13 Brennpunkt Frauen im Topmanagement mit zeitgemässeren Führungsqualitäten

FACHMESSEN Motek/Bondexpo 17 Nahe am Innovationszyklus Parts2clean 20 Sauber und wirtschaftlich rentabel Materialica 21 Leichtbau für den Technologievorsprung

FACHARTIKEL Werkzeugmaschinen und Werkzeuge 23 Gussteile automatisch entgratet Die Werkzeuge von SEH Technik entgraten das Werkstück direkt in der Maschine. 25 Effizienz beginnt beim Filtern Kompaktfiltersystem in der WälzkörperFertigung

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Werkzeuge

41

Industrial Handling

Das Entgraten von Gussteilen wird nach wie vor oft von Mitarbeitern manuell erledigt. Mit den Werkzeugen von SEH Technik GmbH kann dieser Entgratprozess automatisiert werden, sodass jedes Werkstück fertig entgratet aus der Maschine kommt.

Die Exportwirtschaft steht vor einer schwierigen Situation. Doch einige Firmen beweisen schon lange, dass sie wettbewerbsfähig für den globalen Markt produzieren können. Eine intelligente Automation hilft – wobei das Wort «intelligent» eine wesentliche Rolle spielt.

28 Qualitätsarbeit in Fertigungslinien Von der klassischen Werkstattfertigung zu flexiblen Fertigungslinien

47 Sicherheit für alle Antriebsfälle Drehzahl-, Stillstands- und Geschwindigkeitsüberwachung von Pilz

31 Robotergestütztes Polierfinish im Test Roboter-Schleif- und Polieranlage für Tech Academy

49 Sauber und sicher in Reinräumen Rohrflanschdichtungen für den Einsatz in hygienisch kritischen Anlagen

32 Das Tieflochbohren neu erfunden Neuer Bohrer und neuer Bohrprozess für tiefe Kleinbohrungen

Fügen-Trennen-Formen 34 Qualitätsschweissungen in Rekordzeit Sonderschweissanlagen mit hohem Output für Kraftwerkskomponenten 36 Schweissen, was nicht zu schweissen ist Metallurgisches Lichtbogenfügen von Stahl mit Aluminium zu Hybridplatten 38 Effizienter dank besserer Intralogistik FFS rationalisiert schweisstechnische und mechanische Fertigung

Automations- und Antriebstechnik 41 Roboterbasierte Automation Wettbewerbsfähigkeit durch intelligent Automatisierung steigern 43 «Bei der Produktidee bereits an die Automatisierung denken» Interview mit Frank-Peter Kirgis, Leiter Geschäftsbereich Robotics, ABB Schweiz 44 Der Kombinations-Sechser Feldbussystem G3 von Asco Numatics

50 Wieder fit durch Retrofit Runderneuerte Spaltanlage produziert erweitertes Angebot in kürzester Zeit Intralogistik 52 Hoch hinaus Automatisches Kleinteilelager im Kingsize-Format 54 Routenzug statt Frontstaplereinsatz Neues System zur Teileversorgung senkt bei Fendt die Kosten enorm 55 Perfektes Zusammenspiel Automatisches Blechlager mit direkter Anbindung an die Bearbeitungsmaschine 57 Der blaue Punkt Optische Fahrweg-Warneinrichtung

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN SVBF – Planung und Produktion 59 Editorial 60 Wintergarten war einmal Sensorgesteuert und fernbedient zum gewünschten Zustand im Wintergarten


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INHALTSVERZEICHNIS

Die Firma

für Innovationen kt den Weltmar

50

Antriebstechnik

Intensive Nutzung und jahrelanger Einsatz gehen auch an besten Maschinen nicht spurlos vorbei. Muss vor allem die Steuerungsoder Antriebstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden, sind Retrofit-Massnahmen meist wesentlich wirtschaftlicher als ein Neukauf.

77

3

Innovative Zerspanungswerkzeuge für alle Bereiche: • Bohren • Drehen • Fräsen • Stechen

Erowa AG

Dass man erfolgreiche Schweizerprodukte irgendwann auch im Ausland zu verkaufen versucht, ist der übliche Weg in den Export. Mit Lösungen international erfolgreich zu sein, die in der Schweiz kaum Kunden finden, setzt noch mehr Innovationskraft und Kundennähe voraus. Erowa hat offensichtlich beides.

In der Schweiz vertreten durch:

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61 Mit Weiterbildung in Poleposition

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Dipl. Techniker HF Automation sind gesuchte Leute 62 Der Vigier-Oscar geht an … Die Preisverleihung der de Vigier-Stiftung 64 Bewegungsschule für Roboter Bewegungen von Robotern im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprogramms

OSEC – Export Forum 66 Wer sucht, der findet – schnell! OSEC mit neuer Webseite

ZUM TITELBILD:

67 Produkte 71 Lieferantenverzeichnis 76 Technica Rapport 20. Version der Solidworks-CAD-Software mit 200 Neuerungen 77 Die Firma Die Erowa behauptet sich auf dem Weltmarkt als flexibler Automatisierer 78 In dieser Augabe / Impressum 79 Online / Agenda 80 TechniKnacknuss / Vorschau

Thermoplast-PUR-Thermoplast Die Firma Kundert hat eine preiswerte Sandwich-Verfahrenstechnik entwickelt, bei der sich die Eigenschaften der beiden Werkstofffamilien Polyurethan (PUR) und Thermoplast auf ideale Weise ergänzen. Das PUR-Element zwischen den Thermoplasten dient als Dämpfung (oder Toleranzausgleich) und substituiert technisch aufwändige und teure Lösungen. Durch ein kostengünstiges Herstellungsverfahren wird die innovative Lösung besonders interessant. Auf den modernen Kundert-Produktionsanlagen sind viele Kombinationen von verschiedensten Thermoplasten mit den unterschiedlichsten PUR-Werkstoffen möglich. Seite 68

Ingersoll Werkzeuge GmbH Hauptsitz: Kalteiche-Ring 21-25 • 35708 Haiger Telefon: +49 (0)2773-742-0 Telefax: +49 (0)2773-742-812/814 E-Mail: info@ingersoll-imc.de www.ingersoll-imc.de


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NACHRICHTEN

Flugzeugbau im Robotertakt Flugzeugbauteile sind gewaltig gross. Bereits einzelne Rumpfsegmente erreichen eine Länge von zehn Metern und mehr. Dennoch müssen sie hochpräzise im Jet verbaut werden: Bei der Montage tolerieren die Flugzeugbauer Abweichungen von maximal 0,2 Millimetern – und das bei Komponenten, die mehrere Tonnen wiegen. Um die gewichtigen Bauteile genau in Position zu bringen, setzen die Produzenten deshalb auf massige Fabrikationsanlagen, Montagezellen ge-

nen Industrierobotern mechanisch bearbeitet und zunehmend auch geklebt werden. Statt wuchtiger Montagezellen haben die Entwickler um den Projektgruppenleiter Dr. Dirk Niermann eine entsprechende Anlage konzipiert: Die Rumpfsegmente und Seitenleitwerke oder Tragflächen gleiten dabei ähnlich wie in der Automobilproduktion auf einer Art Fliessbandschlitten an den einarmigen Robotern vorbei, die nacheinander an verschiedenen Stationen kleben, bohren und fräsen. www.fraunhofer.de

Neuer Kundendienstleiter bei Linde Seit 1. September 2011 ist Walter Waser neuer Kundendienstleiter der Linde Lansing Fördertechnik AG. Walter Waser hat mehrjährige Erfahrung in der länderübergreifenden Serviceverantwortung eines Unternehmens der

SAP engagiert sich für eine grünere Schweiz SAP unterstützt als Mitglied der Klimastiftung Schweiz auch in diesem Jahr wieder kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die aktiv zum Klimaschutz beitragen. Dies ist ein UmweltschutzEngagement, mit dem die SAP (Schweiz) AG ihre gesellschaftliche Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeit wahrnimmt. Der modulare carbonfaserverstärkte «KMU sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Leichtbaugreifer kann Flugzeugbauteile Daher wollen wir diese Unternehmen nicht nur flexibel aufnehmen und handhaben. mit unseren Softwarelösungen unterstützen, (Bild: Fraunhofer IFAM) sondern sie auch dazu ermuntern, das Klima zu nannt. Das Errichten solcher Anlagen ist aufwen- schützen», erklärt Stefan Höchbauer, Managing Director der SAP (Schweiz) AG. «Als nicht-prodig und teuer. Zudem müssen sie für den nächsten Flugzeugtyp neu angefertigt werden, was die duzierendes Dienstleistungsunternehmen erhält SAP eine Rückvergütung aus der CO2-LenkungsBau- und Produktionskosten erhöht. abgabe. Dieses Jahr ist es uns möglich, über Gefragt sind daher neue Automatisierungskon70 000 Franken für kleinere und mittlere Unterzepte und -anlagen. Genau daran arbeiten Entnehmen zur Verfügung zu stellen, die etwas für wickler des Bremer Fraunhofer-Instituts. Ihnen die Umwelt tun wollen, aber die Mittel dafür schwebt eine völlig neue Montagephilosophie vor: Flugzeuge sollen künftig wie in der Automo- selbst nicht haben», so Höchbauer. www.sap.ch bilindustrie von einem Ensemble aus vielen klei-

Walter Waser. Logistikbranche und war über viele Jahre hinweg in verschiedenen Management-Funktionen im Servicebereich der Informatik- und Telekommunikationsbranche tätig. Der gelernte Elektromechaniker verfügt über ein eidg. Diplom in Wirtschaftsinformatik und ein Nachdiplomstudium in Entrepreneurship. Schwerpunkt seiner neuen Aufgabe wird der weitere Ausbau des Kundendienstbereiches im Linde-Service sein. www.linde-lansing.ch

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technica 10.2011

Walter Meier kauft weiter ein Der Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier übernimmt per sofort den dänischen Spezialisten für Direktraumbefeuchtung ML System und baut damit die Präsenz in Skandinavien substanziell aus. Mit der bereits dritten diesjährigen Akquisition in der gewerblichen und industriellen Luftbefeuchtung kann Walter Meier die weltweite Marktführerschaft weiter ausbauen und einen wichtigen Erfolg in der Expansionsstrategie erzielen. Dazu CEO Silvan G.-R. Meier: «ML System ergänzt unsere bisherigen Aktivitäten in der Direktraumbefeuchtung mit Draabe nahezu perfekt – während Draabe vor allem in Kontinentaleuropa stark ist, ist ML System hauptsächlich auf Skandinavien und die USA fokussiert.» Die Akquisition von ML System gibt auch dem Marktaufbau in der Verdunstungskühlung weitere Impulse: die Luftbefeuchtungsanlagen von ML System können im Sommer zur energieeffizienten Kühlung eingesetzt werden. www.waltermeier.com

Verpackungen herstellen mit Rettich Enzyme, die Katalysatoren der Natur, werden immer häufiger als umweltfreundliche Alternativen zu konventionellen Katalysatoren in chemischen Synthesen eingesetzt. Forschenden der Universität Basel ist es gelungen, die katalytische Aktivität eines aus Meerrettich isolierten Enzyms in einer Polymerisationsreaktion unter Atomtransfer nachzuweisen. Diese neuartige Enzymaktivität könnte zur Herstellung sicherer und günstiger Polymere führen, die keine giftigen oder anderweitig schädlichen Katalysatorrückstände enthalten und als Verpackungsmaterialien für Lebensmittel oder als Materialien in der Medizintechnik eingesetzt werden. Ihre Forschungsergebnisse sind in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift «Macromolecular Rapid Communications» veröffentlicht. www.unibas.ch

NACHRICHTEN

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Schweiz beteiligt sich an Neutronenquelle Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung, unterzeichnete am 19. September die Absichtserklärung der Schweiz, sich an der neuen europäischen Neutronenquelle ESS (European Spallation Source) zu beteiligen. Darin bekennt sich die Schweiz zu dem Ziel, die ESS in Lund (Südschweden) zu bauen, und verpflichtet sich, am Konzept mitzuarbeiten, in dem der endgültige Plan für die Anlage festgelegt wird. Kurz nach Fertigstellung des Konzepts im

Frühjahr 2013 soll die Entscheidung für den Bau der ESS fallen. Die Schweizer Beiträge zur Entwicklung der Anlage werden durch das Paul Scherrer Institut, das langjährige Erfahrung in der Forschung mit Neutronen hat, sowie durch Schweizer Universitäten und die Schweizer Industrie erbracht. Mithilfe von Neutronen können Forschende Einblicke in verschiedene Materialien oder biologische Strukturen gewinnen und so Grundlagen für neue technische

Geräte oder Medikamente schaffen. Für Schweizer Forschende wird die ESS vor allem die Möglichkeit eröffnen, Experimente durchzuführen, die am PSI nicht möglich sind und so die Schweizer Neutronenquelle ergänzen. Sie soll 2019 die ersten Neutronen produzieren und 2025 voll betriebsbereit sein. Insgesamt sind 17 europäische Länder an dem Projekt beteiligt. Die Gesamtkosten betragen 1,5 Milliarden Euro (in Preisen von 2008). www.psi.ch

Luft raus und sauber positioniert Wenn in Maschinen und Anlagen pneumatische Antriebe durch elektromechanische ersetzt werden, reduzieren sich Lärmemissionen, Ausfallzeiten und Wartungsaufwand bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebensdauer. Dank leckagefreiem Betrieb steigt auch die Energieeffizienz, was wiederum Kosten spart. Elektrisch geregelte Komponenten führen dynamische Mehrfachpositionierungen ruckfrei aus und ermöglichen genaue Kraftregelung. Dank ISO-Normgrössen sind die meisten elektromechanischen Antriebe kompatibel zur Pneumatik und können mit geringstem Aufwand ausgetauscht werden. Richtlinien der Maschinensicherheit mit Funktionen wie «sicherer Halt» oder «sicher reduzierte Geschwindigkeit» werden mit Elektromechanik erfüllt.

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NACHRICHTEN

10 Jahre Murrplastik Was unternimmt ein Unternehmen zur Feier des Tages, das sein Stammhaus in Deutschland hat, aber ein Jubiläum der erfolgreichen Schweizer Niederlassung feiern möchte? Genau: Eine Reise zu einem Flecken Erde, der sich als blühendes Paradies

den USA, China und – das wurde gefeiert – seit 10 Jahren in der Schweiz. Weltweit beschäftigt die Murrplastik über 500 Mitarbeitende. Bei der Jubiläumsreise liess das Mutterhaus die Schweizer Mitarbeiter wissen, dass man

Urs Bölsterli, Verkaufsleiter Schweiz, Cornelia Hölzl, Inhaberin der Firma, Bernd Haller, Geschäftsführer Schweiz, Rainer Funk Geschäftsführer Deutschland (v.l.n.r). (Bild: Guido Elser) fast schon auf der Grenze beider Länder (aber auf deutschem Boden) befindet. Die Insel Mainau war das Ziel für die Gäste von Murrplastik, die aus Deutschland, Frankreich, Italien angereist kamen. Die Firma selbst hat Stützpunkte in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien,

ihren Standort hoch schätze. Zurzeit bietet Murrplastik im Ratihard in Willisdorf TG 10 Arbeitsplätze und, wie die Firmenleitung mitteilte, man könne sich auch mit dem hohen Schweizer Franken bis jetzt einigermassen arrangieren. www.murrplastik.ch

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Das IndustriekomponentenNetzwerk

Gurit steigert Halbjahresumsatz Der Toggenburger Compositesspezialist Gurit steigert in einem anspruchsvollen Marktumfeld den Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2011 währungsbereinigt um 16,8% auf CHF 163,1 Mio. In Schweizer Franken betrug der Zuwachs 4,3%, ohne Akquisition 1,3%. Der Gruppen-EBIT erreichte eine Marge von 8,0%. Der Gruppen-EBIT von CHF 13,1 Mio. enthält in der Berichtsperiode einen einmaligen Gewinn von CHF 2,9 Mio. aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendigen Baulands in der Schweiz, während vor Jahresfrist ein Sonderertrag von CHF 7,4 Mio. vorab aus einer beigelegten Patentstreitsache enthal-

Smartphone-App fürs Laden von E-Autos IBM Research in Rüschlikon und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) testen in einem Pilotprojekt, wie der Ladevorgang von Elektroautos in Zukunft per Mobilfunk gesteuert werden könnte. Um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, werden nebst den Bedürfnissen des Autofahrers auch die von Energielieferanten berücksichtigt. Für das Pi-

Autobatterie laden mit einem Klick.

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ten war. In der Sparte «Wind Energy» konnten die Wattwiler im ersten Halbjahr 2011 den Umsatz mit Kernwerkstoffverkäufen weiter steigern, obwohl nach Jahren starken Wachstums der chinesische Markt stagnierte. In Indien entwickelt sich der Absatz aber dynamisch. In der Sparte «Tooling» zeigte sich der chinesische Markt für Rotorblatt-Bauformen im zweiten Quartal 2011 nach zwei schwachen Vorquartalen stark erholt und es sieht für das zweite Halbjahr 2011 deutlich positiver aus als vor Jahresfrist. www.gurit.com

lotprojekt wurde ein von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickeltes Datenerfassungsgerät in mehrere Elektroautos der EKZ eingebaut. Über das Gerät werden einerseits Autodaten wie Batterieladezustand und Stromzufuhr via Mobilfunk an einen Server übermittelt, andererseits kann – über Mobilfunk gesteuert – der Lade-

vorgang im Auto ausgelöst werden. Als Schnittstelle zum Server wird ein Smartphone oder ein Webbrowser, zum Beispiel auf einem PC oder Tablet, eingesetzt. IBM hat die Applikation entwickelt und die technische Integration umgesetzt. Für Energieunternehmen wird das gesteuerte Laden von Elektroautos wichtig, sobald mehr Elektroautos auf den Strassen un-

(Bild: IBM)

terwegs sind. Peter Franken, Leiter des Geschäftsbereichs Energieverteilung und Geschäftsleitungsmitglied der EKZ: «In Zukunft könnten Elektroautos eingesetzt werden, um die unregelmässige Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien abzufedern und die Netzstabilität zu gewährleisten.» www.zurich.ibm.ch www.ekz.ch


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NACHRICHTEN

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Nachhaltiges Unternehmen Zum vierten Mal in Folge ist die Siemens AG als nachhaltigstes Unternehmen seiner Branche ausgezeichnet worden. Im «Dow Jones Sustainability Index» (DJSI), dem Nachhaltigkeits-Ranking von Dow Jones und SAM, belegte Siemens erneut den ersten Platz innerhalb der Branche «Diversified Industrials», in der auch Unternehmen wie 3M, General Electric, Toshiba und Thyssen Krupp gelistet sind. Siemens konnte seine Bewertung gegenüber dem Vorjahr noch weiter verbessern

und erzielte mit 90 von maximal 100 Punkten seine bislang höchste Gesamtwertung (im Vorjahr 87 Punkte). «Der erneute Spitzenplatz belegt, wie konsequent das Unternehmen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist und wie unsere Mitarbeiter Nachhaltigkeit im Alltag leben. Dies ist für uns ein Wettbewerbsvorteil», sagte Barbara Kux, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und zuständig für Nachhaltigkeit. www.siemens.ch

Gemeinschaftsstand Swiss Pavillon.

Frühbucherrabatt für Hannover Messe Jetzt erst recht! – Unter diesem Leitmotiv organisiert die Osec vom 23.–27. April 2012 auf der Hannover Messe Industrial Supply wieder einen Gemeinschaftsstand unter dem Label Swiss Pavillon. Die Industrial Supply ist die einzige bedeutende Mehrbranchenmesse für Zulieferer. Sie bietet den direkten Vergleich über alle Wertschöpfungsstufen. Alle relevanten Zielbranchen sind vor Ort. Mit branchenübergreifenden Trendthemen wie Leichtbau und Materialeffizienz setzt sie Schwerpunkte zur zielgerichteten Vermarktung von Innovationen und zur Erschliessung neuer Anwendersegmente. Die Osec bietet – erneut an Toplage in Halle 4 – drei Beteiligungsvarianten an: FIRST (Standfläche nach Wahl ab 16 m2), BUSINESS (12 m2) und POINT OF BUSINESS (4 m2). Damit wird die Osec den Anforderungen von Neuausstellern, für welche die Industrial Supply auch ein erstklassiges Instrument praxisorientierter Marktbeobachtung sein kann, ebenso gerecht wie den Bedürfnissen langjähriger Aussteller, für welche die Hannover Messe die wichtigste jährliche Marketingund Verkaufsplattform darstellt. Allen Beteiligungsvarianten gemeinsam ist ein umfangreiches Leistungspaket. Bei verbindlicher schriftlicher Anmeldung bis 26. Oktober 2011 gewährt die Osec einen Frühbucherrabatt von rund 10 Prozent auf die gewählte Beteiligungsvariante. Anmeldung und Information: Pascal Blanc, 044 365 55 14, pblanc@osec.ch, oder Reto Schoch, 044 400 33 50, rschoch@schochmarketing.ch (operative externe Projektleitung). www.osec.ch.

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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

«World Robotics 2011» – Allzeithoch für die Roboterindustrie

Kräftiges Wachstum, aber noch viel Potenzial Der Slogan «Meistern wir die Zukunft mit dem Roboter!» sei perfekt für die heutige, weltweite Roboterindustrie, sagte Dr. Shinsuke Sakakibara, IFR-Präsident, anlässlich der Veröffentlichung der Studie «World Robotics 2011 - Industrieroboter» in Frankfurt. Nach einem weiteren kräftigen Anstieg der Roboterverkäufe wird ein weiteres Wachstum zwischen 2012 und 2014 erwartet.

I

m Jahr 2011 ist der Verkauf von Robotern um 18 Prozent auf fast 140000 Einheiten gestiegen. Das ist ein neuer Spitzenwert. Diese Verkaufszahlen sollen voraussichtlich noch weiter steigen. Die Prognosen des IFR (International Federation of Robotics) sagen einen Wachstum in den nächsten zwei Jahren um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr voraus, so dass die Roboterlieferungen 2014 auf rund 167.000 Stück hochschnellen wird. Dann werden 1,3 Millionen Roboter weltweit in den Fabriken eingesetzt sein. «Eine Verknappung der Komponenten und Kapazitätsengpässe könnten dazu führen, dass ein Teil der erwarteten Verkäufe von 2011 nach 2012 verschoben werden», bemerkte Sakakibara und fügte hinzu: «Bestimmte Risiken müssen für diese optimistische Prognose in

Betracht gezogen werden, wie zum Beispiel eine starke Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft oder sogar eine neue Rezession, die durch die finanziellen Probleme grosser Märkte ausgelöst werden kann.» 2014 ist China an der Spitze. Die Volumenbestellungen werden weiter von der Automobilindustrie kommen. Die Realisierung von Elektro-Mobilität, neue Materialen (Faserverbundstoffe) und die Modernisierung der Produktionsprozesse werden die wichtigsten Treiber für Investitionen sein. Auch die Elektro-/Elektronikindustrie wird weiter in Kapazitäten und in Modernisierung investieren, denn dort ist ein steigender Trend zu Flachbildfernsehern, einschliesslich LED-Beleuchtung sowie zu Touch-Screens, OLED-Technologien und 3-D-Dis-

plays beispielsweise für Smart-Phones ist zu beobachten. Die Nuklearkatastrophe in Fukushima hat auch die Nachfrage nach alternativen Energien verstärkt. Die Auswirkungen zeigen sich unter anderem beim Bedarf an Solarzellen, der erheblich angestiegen ist. Das Wachstum der Roboterinstallationen wird sich vor allem in den Wachstumsmärkten und in Nordamerika fortsetzen. Das heisst: Die Roboterlieferungen nach China werden weiter nach oben schiessen, womit China spätestens 2014 an der Spitze der Robotermärkte sein wird, was die jährlichen Lieferungen angeht. Auch die japanischen Firmen dürften die Investitionen in den nächsten Monaten durch den Wiederaufbau und neuen Projekte an Fahrt gewinnen. Aufgrund der Katastrophe in Japan versuchen die japanischen Unterneh-

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technica 10.2011

MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

men ihre Produktionsstätten geografisch zu diversifizieren. Dies wird zu beträchtlichen Roboterinstallationen in den asiatischen Märkten, in Europa und in Nordamerika führen. Ein langsameres Wachstum wird dafür in der Republik Korea erwartet. Der Grund dafür liegt in den bereits getätigten immensen Investitionen im 2010. Unterschiedliche Erwartungen hat man für die USA und Europa. Die amerikanischen Unternehmen werden wahrscheinlich vor einer «Zwangs»-Investitionswelle stehen, um die Erhöhung der Automatisierung der industriellen Produktion zu intensivieren. Sie sind dazu gezwungen, wenn sie auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben wollen. Hingegen wird der Robotermarkt in Europa voraussichtlich unterdurchschnittlich wachsen, da in den westeuropäischen Ländern die Roboterlieferungen nur moderat erhöht werden. Ausnahmen werden die Länder in Ost- und Mitteleuropa sein, wo Roboterinstallationen stark zunehmen dürften. Steigende Löhne und ein sich verbessernder Lebensstandard werden die Automatisierung dort sowie in Asien und Südamerika fördern.

sondern auch beachtlich hoch in der Automobilbranche in den Wachstumsmärkten und aber auch in einigen traditionellen Märkten. Dort geben notwendige Modernisierungen und Umrüstungen die Impulse. (ea) ●

Hinweis zu den Studien Die Publikationen «World Robotics 2011 Industrial Robots» und «World Robotics 2011 Service Robots» können unter www.worldrobotics.org bestellt werden.

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Potenzial überall vorhanden. Nur etwa 50 Industrieroboter sind Ende 2010 weltweit pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie eingesetzt. Japan, die Republik Korea und Deutschland stehen an der Spitze der automatisierten Länder in der Welt mit einer Roboterdichte zwischen 250 und 300. Im Gegensatz dazu sind weniger als 20 Roboter pro 10.000 Beschäftigte in der Verarbeitenden Industrie in den grossen Wachstumsmärkten - China, Indien, Russland und Brasilien - im Einsatz. Die Roboterdichte ist in der Automobilindustrie im Vergleich zu allen anderen Branchen (General Industry) ziemlich hoch. Japan hat mit Abstand die höchste Roboterdichte in der Automobilindustrie, mehr als 1.400 Industrieroboter sind dort pro 10.000 Beschäftigte installiert. Danach folgen Italien, Deutschland und die USA mit Roboterdichten zwischen 1.100 und 1.200. Mit einer Rate von rund 200 Robotern haben Korea und Japan die höchste Anzahl von Robotern im Einsatz in der «General Industry». Das kommt überwiegend durch entsprechende Roboterinstallationen in der Elektronikindustrie. Die beachtliche Rate von 134 Robotern in der «General Industry» in Deutschland verteilt sich dagegen mehr. Besonders in der Metallindustrie, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und der

Elektro-/Elektronikindustrie ist die Roboterdichte entsprechend hoch. Hohe Roboterinvestitionen haben in China in den letzten Jahren die Roboterdichte in der Automobilindustrie stark erhöht. Zwischen 2006 und 2010 erhöhte sie sich von 37 Robotern auf 105 Roboter pro 10.000 Beschäftigte. Auch in den anderen Branchen haben sich die Installationen kräftig erhöht. Die Roboterdichte liegt allerdings noch unter 10. Das Potential für Roboterinstallationen ist immer noch gewaltig in diesem Markt. Das Ergebnis dieser Auswertung ist, dass in fast allen untersuchten Ländern das Potential für Roboterinstallationen nicht nur in der «General Industry» gewaltig ist,

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Stuttgart 10.-13.10. 2011


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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

Open-Automation-Konferenzen 2011 in Indien

Hoher Stellenwert der offenen Technologien Wie sich mit der Verwendung offener Standards wie Powerlink und openSAFETY bei Automatisierungsanwendungen gleichzeitig Kosten reduzieren und die Produktivität optimieren lassen, war Thema der Open Automation Technology Conferences 2011 in Coimbatore und Chennai, Indien.

I

nsgesamt waren über 200 Besucher den Einladungen der Confederation of Indian Industry, des PSG College of Technology Coimbatore sowie des PSG Science & Technology Entrepreneurial Park gefolgt, die die Konferenzen organisiert hatten. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Ethernet Powerlink Standardization Group (EPSG), B&R und Kalycito. Stefan Schönegger, Leiter der Bubnsiness Unit Open Automation bei B&R und Geschäftsführer der EPSG, eröffnete die Veranstaltungen mit einer Einführung in das Thema «Open Automation», in der er sich der zentralen Rolle von Automatisierungsprotokollen und -netzwerken widmete. Da-

bei zeigte Schönegger die besonderen Kostenvorteile auf, die Powerlink und openSAFETY durch ihre Flexibilität und Skalierbarkeit gegenüber patentbehafteten Systemen bieten. Wie einfach sich diese Protokolle implementieren lassen und welche Komponenten dafür benötigt werden, erläuterte Bhagath Singh Karunakaran, Geschäftsführer von Kalycito in Indien. Bei der Konferenz in Chennai zählten auch Vertreter der Hyundai Motor Company und SEW zu den Vortragenden. «Die Open-Automation-Konferenzen in Indien waren ein grosser Erfolg», erklärt Schönegger. «Die hohe Teilnehmeranzahl zeigt uns den grossen Stellenwert, den offene, patentfreie Tech-

nologien in den aufstrebenden Industrienationen haben.» ●

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Swisscleantech zur Energiewende: Jetzt umsetzen statt verzögern

Klare Signale gefordert Mit der Cleantech-Energiestrategie zeigt der Wirtschaftsverband Swisscleantech kürzlich auf, dass eine Energiewende, ohne atomare Risiken und mit griffigen CO2-Zielen, technisch machbar und wirtschaftlich attraktiv ist. Auch eine sichere Stromversorgung im Winter kann gewährleistet werden.

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ie Schweizer Stärken der Wasserkraft sind für die Wende insgesamt und speziell als saisonale Speicher wichtig. Zur Lösung des blockierten Wasserkraft-Potenzials schlägt Swisscleantech zusammen mit der Industrie einen runden Tisch vor und fordert die Umweltverbände zum Mitmachen auf. Bei Energie und Wasserkraft gilt: Ein konsequentes Umsetzen bringt Vorteile für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. So meinte Nick Beglinger, Präsident der Swisscleantech, kürzlich an einer Medienkonferenz in Bern: «Eine Verzögerungspolitik mag im Interesse einzelner Branchen sein, aber sicherlich nicht im Interesse der Gesamtwirtschaft.» Der Wirtschaftsverband ist auch überzeugt, dass die Politik nun unmissverständliche Signale aussenden müsse für eine Wende: Je klarer sie sein werden, desto weniger Subventionen brauche es später, sagte Beglinger.

Die Cleantech-Energiestrategie. Der Wirtschaftsverband hat die Cleantech-Energiestrategie erstmals im Juni 2011 präsentiert. In den vergangenen Monaten wurde die Energiezukunft der Schweiz mit Mitgliederfirmen und Fachexperten weiter analy-

siert. Im Zentrum der Diskussionen standen die Umsetzung und die Rolle der Wirtschaft, die Entwicklungen des Energiebedarfs (saisonal und im Jahresdurchschnitt) und der Energieeffizienz, preisliche Entwicklungen, die Energie-Auslandsabhängigkeit der Schweiz sowie CO2-Emissionen. Mit Freude habe die Swisscleantech festgestellt, dass die Resultate klar aufzeigen würden: Die Energiewende sei technisch möglich und wirtschaftlich attraktiv. Diese Resultate deckten sich weitgehend mit denjenigen, die kürzlich von der ETH Zürich präsentiert wurden. Beispiel: Stromversorgung im Winter. Im Winter ist der Strombedarf am höchsten und die Produktion am niedrigsten. Swisscleantech hat deshalb den Jahresgang im kritischen Jahr nach Abschaltung des letzten Kernkraftwerks (2035) analysiert. Die geringere Produktion bei der Flusswasserkraft und der Sonnenenergie im Winter kann durch einen Ausbau der wärmegeführten Wärmekraftkopplung und einen strategischen Einsatz von Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken aufgefangen werden. In den windreichen Monaten im Frühling und Herbst

bietet sich ein massvoller Import an Überschussenergie aus europäischen Windanlagen zu günstigen Konditionen an. Runder Tisch für die Wasserkraft. Die Wasserkraft ist ein Trumpf der Schweizer Energieversorgung – gerade auch im Vergleich zu Deutschland. Dieser Trumpf ist für die Wende besonders wegen der saisonal nutzbaren Speicherseen ausschlaggebend. Gleichzeitig sind zum Beispiel aber intakte Ökosysteme an Flussläufen und Bächen ausgesprochen wichtig für die Biodiversität und den Landschaftsschutz. Schutz und Nutzen müssen deshalb in ein gutes Gleichgewicht gebracht werden. Zusammen mit den führenden Energieversorgern, wie z. B. Swisscleantech-Mitglied KWO, schafft der Wirtschaftsverband deshalb einen runden Tisch mit dem Ziel einer schweizweiten ökonomischen und ökologischen Gesamtoptimierung der Wasserkraft. (ea) ● SWISSCLEANTECH ASSOCIATION 3000 Bern, 058 580 08 08 www.swisscleantech.ch


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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

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Vibraplast AG feiert 50-Jahr-Jubiläum

Unabhängiges und solides Unternehmen Die Vibraplast AG kann dieses Jahr ihr Jubiläum des 50-jährigen Bestehens feiern. Im letzten halben Jahrhundert hat sich das Unternehmen eine führende Marktposition als Anbieter von hochwertigen Industriekomponenten erarbeitet.

S

eit der Grundsteinlegung 1961 durch Hans Dutly hat sich vieles getan und verändert bei der Firma aus dem Thurgau. Der Vibraplast-Erfolgsgeschichte liegt jedoch eine Ausrichtung seit Beginn zugrunde: unabhängiges, solides und langfristig planendes Unternehmertum. Dies wird auch von der zweiten Generation der Familienaktiengesellschaft gelebt. Die letzten fünf Jahre standen im Zeichen des Wachstums. So konnte die Firma mit verschiedenen Erweiterungsbauten die Produktions- und Lagerflächen von 6000 m2 auf über 13 000 m2 steigern und den Mitarbeiterbestand auf 60 verdoppeln. Der Maschinenpark wurde kontinuierlich mit modernsten und effizienten Produktionsmaschinen auf den neusten Stand gebracht wie zum Beispiel kürzlich mit dem Flexcut. Auf dem modernen CNC-Messerschneidtisch können Weichmaterialien bis zu einer Dicke von 130 mm und einer Grundfläche von 3000⫻1550mm zugeschnitten werden. Durch das oszillierende Messer sind die Schnittkanten und die Massgenauigkeit der Teile äusserst präzise. So ist die Produktion für verschiedenste Fertigungsschritte eingerichtet: Vom Wasserstrahlschneiden, Stanzen, Konturschneiden, Schweissen, Kleben bis hin zum Montieren wird bei Vibraplast alles geleistet. Sehr breites Produkteportfolio. Die Wandlungskraft und die stetige Verbesserung und Optimierung aller Prozesse und Ressourcen sowie das konsequente Eingehen auf Kundenanforderungen schaffen uns einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Das Produkteportfolio, welches die Hauptgruppen

Die Firma Vibraplast ist vieles. Auch ein Spezialist für Lärm- und Schallschutz. Im breiten Silphon-Standardprogramm finden sich Lösungen für fast alle Anforderungen. (Bild: Vibraplast)

Lärmschutz, Schwingungsisolation, Schaumstofftechnik, Elastomer- und Kunststofftechnik sowie Antriebs- und Fluidtechnik umfasst, wird ebenfalls stetig erweitert, «um den Kunden eine breite Auswahlmöglichkeit oder Systemlösungen anbieten zu können», wie die Firma mitteilt. Die Dienstleistungen wie Beratung, Engineering und Konstruktion werden durch Fachspezialisten mit langjähriger Branchenerfahrung optimal ausgefüllt, damit der Erfolg durch neue Ideen und Innovation weiterhin gewährleistet ist. Mit dem

geplanten neuen Produktions- und Lagergebäude, welches im Jahr 2012 fertiggestellt wird, unterstreicht die Vibraplast AG den beschrittenen Weg in eine prosperierende Zukunft konstant fortzusetzen. (ea) ●

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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

Facebook, Twitter, Xing, Businesslink und Co.

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Social Media für die Industrie Social Media bewegt seit einiger Zeit die Onlinewelt. Ein Thema, mit dem sich die Entscheidungsträger mit Verantwortung für die Unternehmenskommunikation schon beschäftigt haben oder sicher noch werden. Wie weit aber macht Social Media im Business-to-Business-Alltag und vor allem im industriellen Umfeld Sinn?

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urch das Verbinden mit einer «Fanseite» zum Beispiel bei Facebook oder das «Folgen» auf eine jeweilige Seite bei Twitter erlaubt einem Unternehmen, den Teilnehmern Informationen zukommen zu lassen und einen Dialog aufzubauen. Wenn man die Inhalte anschaut, werden diese teilweise sehr informell betrieben. Viele Social Media-Aktivitäten sind auch wenig sinnvoll und oft nichts anderes als das Verbreiten sinnloser Werbebotschaften unter irgendwelchen Pseudoprofilen auf Twitter, die wirklich keiner lesen will.

Machtverlust schürt Ängste. Mit Social Media erfolgt die Onlinekommunikation nicht mehr ausschliesslich über die offiziellen Kanäle von Unternehmen und den Medien, sondern vor allem zwischen den Kunden. Die Demokratisierung im Internet bedeutet nun aber auch Machtverlust der Unternehmen, und das schürt Ängste bei den Verantwortlichen. Wie soll man damit umgehen? Authentische Unternehmungen, welche einen offenen und glaubwürdigen Dialog führen, sind sicher gut beraten. Für frustrierte Kunden sollte eine Anlaufstelle für einen konstruktiven Dialog geschaffen werden. In grösseren Unternehmen entstehen dafür neue Stellen wie die des «Chief Listening Officer», welcher die Aufgabe hat, online bei Facebook, Twitter & Co «zuzuhören», um zeitnah und angemessen darauf reagieren zu können. Es sind vor allem Dienstleister und E-Commerce-Anbieter (B2C) die Social Media als geeignetes Umfeld entdeckt haben und in diese Richtung aktiv sind.

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Klare Regelung für die Nutzung. Auch stehen die Pflege und die Kommunikation bei diesen Netzwerken mit privaten Kontakten und Freunden im Vordergrund. Nutzer informieren sich bis anhin tatsächlich kaum über Unternehmen, Produkte und Marken. Weshalb sollte also ein Anbieter von Investitionsgütern in Social Media aktiv werden? Natürlich sind alle Kunden und Lieferanten auch soziale Personen. Doch, ob die Vermischung von Privatem und Geschäftlichem von den Nutzern wirklich gewünscht wird, darf ruhig bezweifelt werden. Ein anderer Fall ist es, wenn wir als Privatperson Produkte und Leistungen beziehen. Dann sind Kunden privat angesprochen und es kann daraus durchaus ein Interesse entstehen, sich mit diesem Unternehmen auch privat zu verbinden. Ein Unternehmen darf auch die Ablenkung durch die Öffnung von Social Media am Arbeitsplatz nicht un-

terschätzen. Wenn man weiss, wie die Konzentration und damit die Effizienz bereits durch E-Mails und Telefonate gestört werden, kann der Umgang mit Social Media ein weiterer ernst zu nehmender Störfaktor werden. In jedem Fall benötigt der Umgang mit Social Media klare Regeln für die Nutzung. Alternativen für das «Business Networking». Alternativen für das Business Networking bieten spezialisierte Netzwerke, welche sich über Themen definieren. Diese richten sich an Interessensgruppen, die im jeweiligen Bereich mehr Aufmerksamkeit erreichen. Zum Beispiel ist Xing das soziale Netzwerk für berufliche Beziehungen und für das Organisieren von gruppenbezogenen offline Events. Oder Businesslink.ch, das industrielle Netzwerk für Einkauf, Beschaffung und Entwicklung der Schweiz. Solche Netzwerke bieten die Möglichkeit, als Geschäftsperson auf fachlicher sowie inhaltlicher Ebene aufzutreten und zu überzeugen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Wenn auch die Privat- und Geschäftspersonen beides soziale Wesen sind, kann, wenn gewünscht, eine sinnvolle Trennung zwischen der privaten und der geschäftlichen Ebene vollzogen werden. Das kann dem Unternehmen und den Personen nutzen und garantiert zusätzlich, dass die Mitarbeiter/-innen nicht durch private Angelegenheiten abgelenkt werden, sondern sich wirklich um ihr Business kümmern können. (ea) ●

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Ein Unternehmen darf auch die Ablenkung durch die Öffnung von Social Media am Arbeitsplatz nicht unterschätzen. (Bild: Businesslink.ch)


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Frauenquote in Unternehmen

Zeitgemässere Führungsqualitäten In die Top-Etagen der Unternehmen müssen mehr Frauen Einzug halten. Das fordern die beiden Top-Management-Berater Dr. Anke Houben und Dr. Kai Dierke, Zürich – nicht aus emanzipatorischen Gründen, sondern damit die Führungsgremien wirksamer werden und die Unternehmen leichter die Herausforderungen der Zukunft meistern. Von Bernhard Kuntz

— Frau Dr. Houben und Herr Dr. Dierke, Sie beraten und coachen Vorstände internationaler Grossunternehmen. Wie stehen Sie zu einer Frauenquote – als freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen oder gesetzliche Regelung? Dr. Anke Houben: Viele Unternehmen brauchen eine Frauenquote – jedoch nicht um der Frauen, sondern ihrer selbst willen. — Können Sie das genauer erklären? Dr. Kai Dierke: Eine Frauenquote hilft, die Wirksamkeit von Führung und Zusammenarbeit auf Vorstandsebene und damit die Erfolgsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen. Unser Blick richtet sich also nicht in erster Linie auf die Frage der Gleichberechtigung, sondern auf die Frage der Wirksamkeit von Vorständen. Selbstverständlich ist es auch wichtig, dass Unternehmen den TalentPool vollständig nutzen. Eine Diskussion, die sich darauf fokussiert, greift aber aus unserer Warte zu kurz – zumindest aus Unternehmersicht. — Warum? Dierke: Aus Unternehmersicht lautet die zentrale Frage: Wie können Unternehmen besser und wirksamer als bisher geführt werden? Frauen können hierzu aufgrund ihrer spezifischen Fähigkeiten einen substanziellen Beitrag leisten. Deshalb tun sich Unternehmen selbst einen Gefallen damit, wenn sie Frauen stärker in Entscheidungsgremien wie Vorständen und Aufsichtsräten positionieren. Denn dort wird der «Shadow of the leader» vorgegeben. — Was verstehen Sie darunter? Houben: Der Ton, der die Führung und Zusammenarbeit in der Organisation insgesamt prägt. Nehmen wir zum Beispiel Deutschland: Dort sind heute laut dem Women-on-Board-Index der Initiative «Frauen in die Aufsichtsräte» nur 6,5 Prozent der Aufsichtsräte und Vorstände der 160 Unternehmen in den verschiedenen Dax-Indizes weiblich. Dierke: Und betrachtet man die echten Management-Jobs in den Vorstandsetagen und blendet die Aufsichtsräte aus, dann beträgt der Frauenanteil sogar nur 2,15 Prozent.

und innovativ zusammenarbeiten. Damit rücken neue Kernkompetenzen in den Vordergrund. — Welche zum Beispiel? Houben: Es wird beispielsweise zunehmend wichtig, stärker in den Dialog zu treten und zu einem Perspektivenwechsel fähig zu sein, des Weiteren in produktiven Streitgesprächen zu optimalen Ergebnissen zu gelangen und ein wechselseitiges, auch interkulturelles Verständnis zu entwickeln. Die Basis dafür ist ein ausgeprägtes Mass an emotionaler Intelligenz – also die Fähigkeit, die Ursachen und Konsequenzen des eigenen Verhaltens und des Verhaltens anderer zu reflektieren, zu antizipieren und nachzuvollziehen. — Und diese Kompetenzen sind bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern? Dierke: Statistisch gesehen ja. — Was veranlasst Sie zu dieser Aussage? Dierke: Anfang 2009 hat zum Beispiel Herminia Ibarra von der Insead Business School bei Paris in einem internationalen Vergleich aufgezeigt, dass Frauen bei 360-Grad-Feedbacks bezüglich ihres Führungsverhaltens in neun von zehn Kategorien stärker als Männer bewertet werden – von klassischen Management-Kompetenzen wie Standhaftigkeit und strukturiertem Vorgehen bei der Umsetzung bis hin zu emotionaler Intelligenz, Team-Entwicklung und systematischem Belohnungs- und Feedback-Verhalten. Aus unserer Coaching-Tätigkeit für Executive-Education-Programme in Insead, aber auch aus unserer praktischen Beratungsarbeit mit Vorständen und Geschäftsführungen können wir diese Tendenz bestätigen. Frauen gelingt es häufiger, ein echtes Commitment zu erzeugen und Mitarbeiter an sich zu binden – jenseits eines antiquierten Sanktions- und Belobigungsmechanismus. In einer weltweiten Studie von McKinsey 2008 wurde Frauen neben einer inspirierenden Führung und partizipativen Entscheidungsfindung zu-

— Warum sollte er höher sein? Dierke: Weil Frauen durch ihre Denkweise und ihr Handeln Top-Teams wirksamer machen. McKinsey hat schon 2007 in einer Studie eine positive Korrelation aufgezeigt zwischen der Zahl von Frauen in den Entscheidungsgremien einerseits und der Performance von Unternehmen andererseits. — Sie sprechen die «besonderen» Fähigkeiten von Frauen an; warum werden diese wichtiger? Houben: Aus den globalen Trends, die die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen heute prägen, ragen zwei heraus: die Beschleunigung durch technologische Innovation und die globale Verfügbarkeit von Know-how und Talenten. Als Folge davon beobachtet man bei den Unternehmen einen Trend zu Matrixstrukturen – also zu Strukturen, die nicht mehr auf Kontroll- und Kommandostrukturen top-down basieren, sondern in denen es viel mehr darauf ankommt, unterschiedliche gleichberechtigte Interessen zu einer optimalen Entscheidung zu führen. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Das heisst, künftig haben wir es immer mehr mit Netzwerkorganisationen zu tun, in denen kleine Unternehmenseinheiten produktiv

Dr. Anke Houben: «Die Führungseigenschaften von Frauen sind nicht per se besser oder schlechter. Sie sind jedoch häufig zeitgemässer, angemessener und wirksamer in Bezug auf die Herausforderungen, vor denen Unternehmen heute stehen.» (Bild: Tres Camenzind)


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— dem eine besondere Kompetenz im People Development «on the job» bescheinigt. Plakativ gesagt: Frauen stehen nicht nur für ein Durchmanagen, sondern auch für eine entwicklungsorientierte, partizipative Führung. Und die passt in unsere Zeit. — Heisst das, Frauen sind die besseren Führungskräfte? Houben: Jein. Führung ist immer die konkrete Antwort auf die spezifischen Herausforderungen von Unternehmen im globalen Umfeld. Die Führungseigenschaften von Frauen sind also nicht per se besser oder schlechter. Sie sind jedoch häufig zeitgemässer, angemessener und wirksamer in Bezug auf die Herausforderungen, vor denen Unternehmen heute stehen. — Aber warum braucht es dann eine Frauenquote? Genügt es nicht, wenn ein, zwei Frauen zum Beispiel an der Spitze des HR-Bereichs und der Kommunikationsabteilung stehen? Das gehört in vielen Unternehmen doch schon zum guten Ton. Dierke: Nein, denn es geht primär darum, in den Führungsgremien insgesamt Verhaltensweisen zu entwickeln, die heute eher Frauen zugeschrieben werden. Das heisst, die Führungsgremien müssen lernen – und das tun sie erst, wenn ein gewisser Tipping Point überschritten wird.

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kussiert sich heute doch noch auf die Frage: Wie kann ich den männlichen Kanon so gut mitspielen, dass ich erfolgreich bin? Das heisst, es wird das männliche Modell perpetuiert – und genau deshalb wird «Frau» von den männlichen Team-Mitgliedern anerkannt. — Was ist die zweite Rolle? Dierke: Die nennen wir «Mutter der Kompanie». Das heisst, die Stelleninhaberin hat zwar eine zentrale Funktion für die produktive Dynamik im Team. Sie trägt aber im engeren Sinne keine geschäftliche Kernverantwortung, sondern verantwortet zum Beispiel Kommunikation, Personal oder Ähnliches. Sie hält die emotionale Hygiene des Teams aufrecht. Sie wird für das Schlichten von Konflikten angesprochen und ist Ansprechpartnerin bei sozialen Verwerfungen im Team. Ihr vertraut man sich an und ihr gegenüber öffnet man sich. Dies ist eine spezifisch weibliche Rolle, verbunden mit entsprechenden Verhaltensweisen. Sie ist zwar von höchster Relevanz für die Erfolgsfähigkeit eines funktionierenden Teams. Frauen, die diese Rolle innehaben, schöpfen aber meist die Möglichkeiten, die sie aufgrund ihrer Führungsfähigkeiten in einem Team hätten, nicht aus.

— Also wenn sozusagen eine «kritische Masse» von Frauen in den Gremien vertreten ist? Dierke: Ja, erst dann erfolgt eine Verhaltensänderung insgesamt. Es kann doch nicht darum gehen, dass Führungsgremien sich Frauen «leisten», die dann quasi einen Exoten-Status haben oder eine Alibi-Funktion erfüllen. Es geht darum, dass sich das Verhaltensrepertoire der Vorstände verändert. Und dieses Ziel erreicht man nur mit einer kritischen Masse von Frauen in den Top-Positionen – zum Beispiel 30 oder 40 Prozent. Denn nur dann können nach unserer Erfahrung Frauen ihre Kompetenzen in der Führung und Zusammenarbeit auch wirklich einbringen und ausleben. Heute ist das in den Unternehmen vielfach noch nicht der Fall. — Wie erleben Sie Frauen in Top-Führungspositionen heute? Houben: Häufig sind die Top-Teams in den Unternehmen noch reine Männer-Clubs mit ihren ganz eigenen Dynamiken. Daneben gibt es Teams, in denen Frauen als Ausnahmefall vertreten sind. In diesen Top-Teams treten die Frauen in ganz spezifischen Rollen auf. Sie werden darauf begrenzt und lassen sich darauf begrenzen.

Dr. Kai Dierke: «Es geht darum, dass sich das Verhaltensrepertoire der Vorstände verändert. Und dieses Ziel erreicht man nur mit einer kritischen Masse von Frauen.»

— Welche Rollen sind das? Dierke: Wir registrieren bei unserer Arbeit, überspitzt gesagt, folgende drei «Rollen». Da ist zunächst «die ganze Kerlin» – eine Frau in einflussreicher Führungsposition mit Kerngeschäftsverantwortung, die das althergebrachte Verhaltensrepertoire mitspielt und sich darauf beschränkt. Diese Frauen sind aufgestiegen, weil sie das klassische männliche Verhaltensmodell sehr gut beherrschen und entsprechend selbstbewusst auftreten. Houben: Ein Grossteil der Coaching-Arbeit mit Frauen in Unternehmen fo-

Zu den Interviewten Dr. Kai Dierke und Dr. Anke Houben sind Managing Partner der TopManagement-Beratung Dierke Houben Associates, Consultation in Leadership Dynamics, Zürich. Sie beraten und coachen Vorstände und Geschäftsführungen seit vielen Jahren in wirksamer Führung und Zusammenarbeit. Kai Dierke war nach seiner Zeit als Berater bei McKinsey bis 2003 Mitglied der Konzernleitung der Winterthur Versicherung. Anke Houben ist nach Erfahrungen bei Bertelsmann und der Arthur-D.Little-Strategieberatung heute zudem Coach am INSEAD Global Leadership Center, Fointainebleau, und beim WEF World Economic Forum in Genf. office@dierkehouben.com www.dierkehouben.com

— Und die dritte Rolle? Dierke: Ist die «Charmante Challengerin», die man sich «gönnt». In einem Männer-dominierten Gremium darf eine Frau dann auch mal «auf den Putz hauen». Anders als die «Mutter der Kompanie» sind dies Frauen mit einer Kerngeschäftsverantwortung, die den Männern auch mal «den Kopf waschen» dürfen. In dieser Rolle werden sie von den Männern als «nice to have» genutzt und gelobt – nach dem Motto: «Wir brauchen so jemanden wie Dich, Du tust uns gut!» Einem Mann gegenüber würde man sich nie so äussern. Deshalb ist auch dies eine Form von Diskriminierung. Denn dies ist keine Rolle auf Augenhöhe: Es ist eine Rolle, die zum Beispiel vom Vorstandsvorsitzenden gewährt und im Bedarfsfall auch bewusst wieder beschnitten wird, nach dem Motto: So, jetzt ist es genug. — Was folgern Sie aus dieser Ist-Situation? Houben: Dass eine Frauenquote wichtig ist. Denn ein, zwei Frauen allein – zudem in den beschriebenen, begrenzten Rollen – gewährleisten nicht, dass Führungsteams sich die Verhaltensweisen aneignen, die Frauen stärker verkörpern und die Teams wirksamer machen. Nur mit einer kritischen Masse von 30 bis 40 Prozent können Frauen den Lern- beziehungsweise Veränderungsprozess anstossen, der nötig ist, damit die Führungsgremien insgesamt funktionaler führen als heute.


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Das heisst, Sie empfehlen die Einführung einer Frauenquote in den Unternehmen? Dierke: Ja. In vielen Unternehmen ist sicherlich «technisch» die Vorgabe einer Frauenquote – beispielsweise bis 2015 – erforderlich und damit verbunden eine Selbstverpflichtung für die Rekrutierung und Einbindung von Frauen auf der Führungsetage.

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FEDERFÜHREND !

— Sie plädieren aber nicht für eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote? Dierke: Hierfür wäre der Talentpool von Frauen in vielen Unternehmen aufgrund der bisher mangelnden gezielten Förderung für die Top-Ebene noch viel zu klein. Houben: Und damit träfe genau das ein, was Frauen berechtigterweise selbst kritisieren – dass Frauen, «nur» weil sie Frauen sind, nach oben befördert werden. — Die Unternehmen brauchen also zunächst eine Phase der Talententwicklung im eigenen Haus, um eine Frauenquote angemessen umsetzen zu können? Dierke: Ja. Hinzu kommt – und das ist für uns entscheidend: Die Vorstände und Geschäftsführungen müssen sich zeitgleich auf Verhaltensänderungen vorbereiten. — In welchen Bereichen? Dierke: Auf zwei Feldern. Erstens müssen sie ihre eigenen Verhaltensweisen im Top-Team kritisch hinterfragen und neue Verhaltensweisen zulassen. Die Männer auf der Top-Ebene müssen sich ebenso wie die Frauen einem Lernprozess stellen, damit sie als Team das Potenzial an Fähigkeiten voll nutzen können, das Frauen zugeschrieben wird. Wenn dieser Lernprozess nicht erfolgt, ist auch mit 50 oder 60 Prozent Frauen in den Gremien nichts gewonnen. Denn es geht primär um ein gemeinsames Verhaltenslernen in den Top-Teams. — Und welches ist das zweite Feld? Houben: Die Top-Teams müssen eine systematische Diversity-Politik auch auf den nächsten Ebenen im Performance-Management, Talent-Management und bei der Rekrutierung vorantreiben und damit die nötige Vielfalt von Verhaltensweisen in Führung und Zusammenarbeit aktiv entwickeln. Werden die bisherigen klassischen Verhaltensmuster als Kriterium in Entwicklung und Neueinstellung perpetuiert, findet keine Veränderung statt. Auch hier ist ein Umdenken und Lernen erforderlich – angestossen durch das Top-Management und konsequent umgesetzt auf den weiteren Ebenen.

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— Heisst das, die angestrebten Verhaltensweisen müssen sich zum Beispiel auch in den Beurteilungssystemen, Beförderungskriterien und Rekrutierungsschemata widerspiegeln? Dierke: Ja, denn nur dies ermöglicht eine Nachhaltigkeit jenseits der Frauenquote. Eine wirklich zukunftsorientierte Lösung muss vereinfacht gesprochen, die «Hardware» und die «Software» bedienen. Das heisst, zum einen muss die Frauenquote als Anspruch «technisch» mit Zielgrössen und Zeitvorgaben konkretisiert werden, und zum anderen müssen die Entscheidungsträger daran arbeiten, sich selbst kritisch zu hinterfragen und für neue Verhaltensweisen zu öffnen. Houben: Denn Frauen haben kein Monopol auf die eher ihnen zugeschriebenen Verhaltensweisen – dasselbe gilt für die Männer. Es geht hier um ein Verhaltenspotenzial, das in den bisher Männer-dominierten Gremien systematisch ausgebaut werden sollte. Denn nur dann können Unternehmen – neben der Erweiterung des Talentpools – den eigentlichen Nutzen der Frauenquote heben. ●

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Answers for industry.


Motek ●

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FACHMESSEN

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FACHMESSEN

Motek/Bondexpo vom 10.–13.10.2011 in Stuttgart

Nahe am Innovationszyklus Der internationale Branchentreff zu den komplementären Themen der Produktionsund Montage-Automation sowie der Klebe- und Fügetechnik darf sich in diesem Jahr selbst ein wenig feiern: Es ist die 30. Motek und die 5. Bondexpo. Zu diesem Jubiläum werden über 1000 Aussteller nach Stuttgart reisen.

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um Doppeljubiläum 30. Motek und 5. Bondexpo legten die beiden komplementären Fachmessen Motek und Bondexpo einen Endspurt hin, den der private Messeveranstalter P. E. Schall GmbH mit grosser Zufriedenheit zur Kenntnis nahm. Ausgehend davon, dass die Geschäfte in allen Bereichen des Industrial Handling sowie der Materialfluss-Automation und der industriellen Klebe- und Fügetechnik buchstäblich brummen, war ein solch grossartiges Ergebnis nicht unbedingt zu erwarten. Aufgeteilt auf die beiden Messen haben sich 925 Aussteller aus 25 Ländern zur Motek, der Fachmesse für Montage, Handhabung und Automation, angemeldet und 108 Aussteller aus 10 Ländern zur Bondexpo, der Fachmesse für industrielle Klebetechnologien. Zusammen ergibt das die stolze Anzahl von 1033 Ausstellern aus über 25 Ländern der Erde und damit setzt das Prozessketten-Duo Motek mit Bondexpo ein deutliches Zeichen in Bezug auf die erneute Anerkennung des Prädikats «Welt-Leitmesse». 30 Motek-Veranstaltungen in direkter Folge sind aber auch 30 Jahre Geschichte und Entwicklung der Produktions-, Montage- sowie Prüftechnik-Automatisierung. An dieser

für die Betroffenen, also Aussteller wie Fachbesucher, anhaltenden Erfolgsstory hat die Motek, als praxisnaher Begleiter und Wegbereiter, einen nicht unwesentlichen Anteil. Zumal auch der Jahresrhythmus bis heute, oder sogar mehr denn je, den Innovationszyklen entspricht. Zumal sich die Wettbewerbsbedingungen aufgrund der globalisierten Produktion permanent und rasend schnell verändern. Konsequent angewandte Nomenklatur. Nicht zuletzt hat sich auch das klar fokussierte und in der Nomenklatur eng gefasste Konzept der Motek immer wieder als zukunftsfähig erwiesen. Denn bis heute heisst der «rote Faden» Produktions-, Montage- und Prüftechnik-Automatisierung oder Industrial Handling in allen Bereichen von der Produktion >>

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FACHMESSEN

● Motek

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Die abriebfeste und leise Profilrollen-Energiekette P4 von Igus ermöglicht bei Bearbeitungs- und Lagerungsprozessen 57 Prozent weniger Antriebsleistung bei 3 m/s und schneller. (Bild: Igus)

bis zur Distribution. Mit der Bondexpo kam vor gut fünf Jahren ein komplementärer Themenkomplex hinzu, wobei sich dies gerade in den letzten zwei und vor allem in den nächsten Jahren als vorausschauend erwies bzw. erweisen wird. Moderne Produktionsund Montagetechnik ist in Zeiten der Miniaturisierung und des ressourcenschonenden Leichtbaus ohne industriell anwendbare Klebe- und Fügetechnik und automatisierte Kleber-Applikation gar nicht denkbar. «Rund» wird das Informations-Portfolio über Technologien, Verfahren, Produkte, Baugruppen, Subsysteme und Komplettlösungen durch ein weit gefasstes jedoch zielführendes Package an begleitenden InfoAngeboten in Gestalt von drei Themenparks, zwei Sonderschauen und dem (an allen vier Messetagen komplett belegten) Aussteller-Forum sowie der zum zweiten Mal veranstalteten «Arena of Innovation». Im Folgenden ein paar Messe-Highlights verschiedener Firmen: Igus – «grüne» Automation, Halle 3, Stand 3310 Einen Durchbruch in der «grünen» Automation vermeldet der Energiekettenexperte Igus GmbH, Köln. Er hat eine schnelle, leise Energie-, Daten- und Medienzuführungslösung entwickelt für energieeffiziente Bearbeitungs- und Lagerprozesse. Auf Verfahrwegen von zum Beispiel 40 bis 50 Metern senkt das signifikant die Strom- bzw. Betriebskosten, wenn Automatisierungsprozesse verkettet werden. Beispiel Bearbeitungslinien, etwa in der Holzindustrie: Werden schwere Fertigungsteile auf langen Strecken be- und entladen, dann muss das rasant schnell, leise und dabei stromsparend erfolgen. Ähnliches gilt auch für die Lagertechnik, zum Beispiel bei Regalbediengeräten, die in der X-Achse verfahren, und für Portalroboter. Insider sprechen in diesem Zusammenhang von «green automation». Was hat das mit Energiekettensystemen, Leitungen und Schläuchen zu tun? Gibt es nicht Maschinenmodule, deren energieeffiziente Auslegung signifikantere Stromeinsparungen versprechen? Erstens sicherlich ja, so Igus. Und zweitens gehören Energieketten als hoch dynamisch bewegte Maschinenteile zu jenen Engineering-Posten, die «dabei unbedingt zu berücksichtigen sind, weil sie einen ganz erheblichen Beitrag zur Senkung des Leis-

tungsverbrauchs der Antriebe beitragen können», so die Kölner. Denn die Antriebe müssen die Zugund Schubkräfte aufbringen, um die zur Betriebssicherheit unabdingbaren Energieketten zu bewegen mit all ihren schweren Kabelgewichten über 40, 50 Meter. Dieser Transportenergieaufwand könne deutlich reduziert werden, da schlummere noch «viel Einsparpotenzial», so Igus-Geschäftsführer Frank Blase. Genau das geht Igus seit Kurzem an mit seinem Profilrollenenergieketten-System P4 für die «grüne» Automation. Erste Innovationen zeigten die Kölner auf der EMO und werden es nun wohl auch auf der «Motek» ausstellen. Das System P4, ursprünglich für schnelle Containerkrane entwickelt (und dort seit drei Jahren weltweit im Einsatz), ermöglicht prinzipiell 800 m Verfahrweg bei einer Verfahrgeschwindigkeit von 10 m/s und mehr mit hohen Füllgewichten bis 10 kg/m. Im P4-Energiekettenbaukasten gibt es jetzt aber auch kleinere Grössen – insbesondere die P4.32 und P4.42 – für «grüne» Bearbeitungsprozesse und Lagersysteme. Igus Schweiz 4623 Neuendorf, 062 388 97 97 info.ch@igus.ch, www.igus.ch www.igus.ch/green-automation Schmalz – im Handumdrehen konfiguriert, Halle 1, Stand 1020 Der Vakuumtechnik-Spezialist J. Schmalz präsentiert an der Motek den ersten Baukasten zum einfachen, schnellen Aufbau von Endeffektoren für die Verpackungsindustrie. Ob Case-Packer, TopLoader, Karton- oder Trayaufrichter: Geschwindigkeit und Flexibilität sind die wesentlichen Anforderungen an industrielle Verpackungsprozesse. Während bislang für jedes Format auf der Verpackungsmaschine ein einzelgefertigter Greifer eingesetzt wurde, lassen sich Vakuum-Endeffektoren jetzt per Schmalz-Systembaukasten flexibel konfigurieren: Aus unterschiedlichen Flanschen, Verbindungselementen und Sauggreifern kann der Anwender Endeffektoren zusammenbauen, die sich bei Bedarf schnell modifizieren lassen. Noch einfacher wird der Greiferbau dadurch, dass alle Baukasten-Elemente als CAD-Modell auf der Webseite

des Herstellers heruntergeladen und dann am PC zur gewünschten Konfiguration zusammengesetzt werden können. Schokoriegel oder Tiefkühlpizza – der VEE-Baukasten ermöglicht Konfigurationen mit einem Sauggreifer (Grösse: 38⫻38 mm, Gewicht: 60 g) bis hin zu maximal zwölf Sauggreifern (Grösse: 300⫻200 mm, Gewicht: 800 g). Die Sauger wählt der Anwender je nach Anforderung aus dem hoch spezialisierten Angebot des Herstellers: zur Handhabung empfindlicher Folien- oder Blisterverpackungen (Baureihe SGPN), zur Handhabung stabiler Kartonagen (SPF), geringfügig labiler Produktverpackungen (SPB1) oder gefüllter Beutel und FlowWrap-Verpackungen (SPB4). Unabhängig von der Art des Produkts greift der VEE Traglasten bis 2000 g und erfüllt mit Prozessbeschleunigungen von 10 g (100 m/s²) die Geschwindigkeitsanforderungen typischer Pick-and-Place-Prozesse. Schmalz GmbH 8309 Nürensdorf, 044 888 75 25 schmalz@schmalz.ch, www.schmalz.ch Bosch Rexroth – Zugang von unten, Halle 3, Stand 3305 Das Rexroth-Transfersystem TS 5 bringt schwere Lasten bis zu 300 Kilogramm schnell und wirtschaftlich auf die Strecke. Jetzt stellt Rexroth als neues Standardmodul eine offene Strecke zur Verfügung, durch die das Werkstück von unten zugänglich ist. Anwender können sowohl HubDreh-Stationen als auch kundenspezifische Positioniereinheiten einsetzen. Auch automatisierte Bearbeitungsprozesse wie Schraub- und Prüfstationen an der Unterseite des Werkstücks sind direkt in den Transportfluss integrierbar. Somit steigert das durchgängige System die Effizienz des Lastentransfers. Das Transfersystem TS 5 mit Königswelle bietet wartungsfreien Betrieb, geräuscharmen Lauf und hohe Energieeffizienz dank eines guten Wirkungsgrades. Je nach Werkstückgrösse können Kunden den Rollenförderer in den Systembreiten 455, 650 und 845 Millimeter wählen. Das System ist so auf-

Rexroth: Die neue offene Strecke des RexrothTransfersystems TS 5 ermöglicht den Zugang zum Werkstück von unten. (Bild: Rexroth)


technica 10.2011

Motek ●

FACHMESSEN

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gebaut, dass ein Abzweigen auch über die Antriebsseite hinweg nach links oder rechts möglich ist, was die Projektierung stark vereinfacht. Die Produkte werden entweder auf Werkstückträgern oder unmittelbar auf einer Rollenbahn transportiert. Die neue offene Strecke bietet einen hohen Freiraum zur direkten Einbindung automatisierter Prozesse. Statt der bisher notwendigen Speziallösungen steht Anwendern mit der offenen Strecke jetzt ein Standardmodul zur Verfügung. Für den Werkstückträger-Transport werden dabei beidseitig gelagerte kurze Rollen eingesetzt, sodass die Stabilität des Systems gewährleistet ist. Das Antriebskonzept lässt dem Anwender viel Spielraum für massgeschneiderte Lösungen: Die offene Strecke kann mit einseitiger oder beidseitiger Königswelle ausgestattet werden. Der einseitige Antrieb bietet bis zu einem Werkstückträgergewicht von 200 Kilogramm eine besonders wirtschaftliche Lösung.

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Föhrenbach – erweitert Rundtischserie RT2A, Halle 1, Stand 1127 Die Firma Föhrenbach hat ihr Angebot an hochpräzisen Rundtischen der Serie RT2A erweitert und bietet nun zu den bestehenden Grössen 100, 150 und 200 mm auch die Grösse 075 mm als Standardlösung an. Die schneckengetriebenen Aluminiumrundtische der Serie RT2A zeichnen sich durch eine hohe Plan- und Rundlaufgenauigkeit, eine sehr hohe Kipp-Steifigkeit sowie einer grossen Durchlassbohrung aus. Die Rundtische wurden für die anspruchsvollen Anforderungen der Laser- und Handhabungsindustrie konzipiert. Weitere Einsatzgebiete sind die Montagetechnik, Mess- und Prüfautomaten sowie der Sondermaschinenbau. Die Rundtische sind komplett abgedichtet und können in allen Einbaulagen betrieben werden. Zur Montage stehen Standardbohrbilder zur Verfügung. Ein 2-kanaliger Endschalter (PNP-Öffner) kann für eine Referenzpunkterkennung oder wahlweise für eine frei wählbare Drehbereichsbegrenzung genutzt werden. Die Rundtische werden je nach Kundenwunsch mit oder ohne Motor geliefert. Für alle gängigen Schritt- und Servomotoren aus dem FöhrenbachLieferprogramm stehen Flansche und Kupplungen zur Verfügung. Es können auch Motoren nach Kundenvorgaben adaptiert werden. Die Rundtischserie RT2A ist aufgrund der vereinfachten Möglichkeit der Spielnachstellung sehr anwenderfreundlich. Ein weiterer Zusatznutzen ist die Lebensdauerschmierung. Wartungskosten aufgrund regelmässiger Nachschmierungen entfallen. Über den Partserver von Cadenas können kostenlos und unverbindlich Produktzeichnungen im 2- oder 3 D-Format für über 80 verschiedene CAD-Systeme heruntergeladen werden. Föhrenbach AG 8570 Weinfelden, 071 626 26 76 info.ch@foehrenbach.com, www.foehrenbach.ch

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FACHMESSEN

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10.2011 technica

Parts2clean vom 25.-27.10.2011 in Stuttgart

Sauber und wirtschaftlich rentabel Wenn sich am 25. Oktober 2011 die Tore zur neunten Parts2clean auf dem Messe-

Schmierfrei ...

gelände Stuttgart öffnen, werden rund 240 Aussteller vertreten sein. Sie präsentieren das weltweit umfassendste Produkt- und Dienstleistungsspektrum für die bedarfsgerechte und wirtschaftliche, industrielle Teile- und Oberflächenreinigung.

Neu: detektierbare Gelenkköpfe

O

b Entfettung, Entgratung, Reinigung, Restschmutzkontrolle oder temporärer Korrosionsschutz – in den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an die Sauberkeit von Bauteilen, Produkten, Maschinen und Anlagen enorm erhöht. Gleichzeitig ist der Kostendruck weiter gestiegen. Dies stellt Fertigungsunternehmen ebenso wie Instandhalter und Wiederaufbereiter (Remanufacturer) vor die Frage, wie sich die erforderliche Sauberkeit effizient und ökologisch herstellen und erhalten lässt. Antworten darauf bieten die rund 240 Aussteller der Parts2clean, die aus 16 Ländern in Europa, Amerika und Asien kommen. Der Anteil ausländischer Unternehmen an der diesjährigen internationalen Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung liegt bei knapp 15 Prozent.

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Neue Reinigungsmedien. «Um den Reinigungsprozess bei verschiedenen Anwendungen und in den unterschiedlichen Branchen zu optimieren, präsentieren zahlreiche Unternehmen neue und weiterentwickelte Produkte. Dabei stehen die Erhöhung der Energieeffizienz, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt», berichtet Hartmut Herdin, Geschäftsführer der veranstaltenden fairXperts GmbH. So warten die teilnehmenden Anlagenhersteller mit neuen Systemen für die nasschemische Reinigung sowohl mit wässrigen Medien als auch mit Lösemitteln und Sonderverfahren wie für die Reinigung mit Kohlendioxid und Plasma auf. Das Spektrum der Innovationen reicht bis zum Leasing des gesamten Reinigungsprozesses. Geht es um Reinigungsmedien, gibt es ebenfalls viel Neues zu entdecken. Dazu zählen beispielsweise ein pH-neutraler Entroster auf wässriger Basis, der bei Raumtemperatur arbeitet, ein speziell für die Reinigung vor Härteprozessen entwickelter Reiniger, wässrige Medien für den Einsatz in der Photovoltaik und Hochleistungs-Compounds für das Gleitschleifen. Neue Entwicklungen bei Reinigungsbehältnissen und Werkstückträgern tragen dazu bei, Prozesszeiten zu verkürzen und manuelles Teile-Handling zu minimieren. Im Bereich Systeme für die filmische und partikuläre Sauberkeitskontrolle, Badmonitoring und Badpflege haben die Aussteller ebenfalls Innovationen im Gepäck, unter anderem Umkehrosmoseanlagen für die effiziente Prozess- und Abwasseraufbereitung, Geräte für die Konzentrationsmessung in Flüssigkeit oder das Partikelmonitoring in Fertigungsumgebungen. Um Korrosionsschutz, Konservierung und Verpackung gereinigter Bauteile und Oberflächen effektiv und wirtschaftlich zu lösen, bieten die Aussteller der Parts2clean innovative Lösungen.

Parts2clean-Fachforum. Als gefragte Wissensquelle bietet das deutschsprachige Parts2clean-Fachforum auch in diesem Jahr an allen drei Messetagen viele Informationen rund um die industrielle Teile- und Oberflächenreinigung. Am ersten Tag widmet sich ein kompletter Themenblock der Reinigung in der Medizintechnik. Dabei werden in fünf Vorträgen unterschiedliche Aspekte wie beispielsweise «Kühlschmierstoffe – optimiert für medizintechnische Anwendungen» und «Reinigungsverfahren in der Medizintechnik» beleuchtet. Am Nachmittag des ersten Messetages stehen dann beispielhafte Prozesslösungen unter anderem «Reinigungsprozesse beherrschen: anforderungsgerecht reinigen und das Reinigungsergebnis erhalten». Um «Reinigungsanalytik – Methoden und Systeme» sowie «Medien, Badpflege und Badüberwachung» geht es am zweiten Tag. Die Referate widmen sich zum Beispiel den Themen «Oberflächenanalytik zur Qualitätskontrolle», «Die Bedeutung der räumlichen Ausdehnung von Partikeln bei der Abschätzung des Gefahrenpotenzials in der Sauberkeit» und «Online-Überwachung der Benetzungseigenschaften von Bauteiloberflächen in Klebe- und Lackierprozessen». Die Referate des dritten Tages beschäftigen sich am Vormittag mit Korrosionsschutz und Sonderverfahren zur Reinigung, beispielsweise «Was versteht man unter temporärem Korrosionsschutz» und «Innovative und wirtschaftliche Vakuumlösung für die Reinigungs- und Trocknungstechnik». Am Nachmittag dreht sich im Parts2clean-Fachforum mit Vorträgen wie «Fähigkeit von Prüf- und Herstellungsprozessen in der technischen Sauberkeit» und «Überwachung der Umgebungssauberkeit in der Produktion technisch sauberer Produkte» alles um die technische Sauberkeit. (ea) ● www.parts2clean.de

Ein Reinigungskonzept soll Kosten senken und das Ergebnis optimieren. In Stuttgart werden die besten Möglichkeiten dafür aufgezeigt. (Bild: Parts2clean)


Materialica ●

technica 10.2011

FACHMESSEN

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Materialica vom 18. bis 20. Oktober 2011 in München

Leichtbau für den Technologievorsprung Die Materialica ist die internationale Fachmesse für Werkstoffanwendungen, Oberflächen und Product Engineering statt. In diesem Jahr steht in München die zukunftsweisende Sparte des Leichtbaus im Fokus.

D

ie Branchen Elektromobilität, Aerospace, New Energy, Automotive sowie Sport- und Konsumgüter sind immer auf der Suche nach Produktinnovationen. In den letzten Jahren tat sich dabei viel, verantwortlich war unter anderem die Sparte des Leichtbaus. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt der Fachmesse Materialica auf dem «Lightweight Design» liegen. Im Fokus stehen in-

novative Leichtbaukonzepte für die oben genannten Anwenderbranchen. Zielvorgaben wie Gewichtsreduzierung, neue Antriebskonzepte sowie Ressourcenschonung machen Leichtbaukompetenzen technologieübergreifend zu einer Schlüsseldisziplin für signifikant gesteigerte Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Anwender aus Automobilund Maschinenbau, Chemie- und Elektroindustrie, Aerospace und New Energy werden durch diesen Ansatz marktentscheidende Alleinstellungsmerkmale und einen hohen Technologievorsprung realisieren. Deswegen findet parallel zur Materialica die eCarTec statt, die 3. Internationale Leitmesse für Elektromobilität. Durch den hohen prozentualen Anteil von Vertretern aus der Automobilbranche entsteht so ein gewollter Synergieeffekt zwischen den beiden Messen. Namenhafte Hersteller wie BMW, Daimler, Peugeot, Huntsman, Teijin Aramid und Secar sind auch dieses Jahr wieder auf der Materialica vertreten und präsentieren ihre Neuentwicklungen.

Gewinner des Materialica Design + Technology Award in der Kategorie Material: das Produkt- und Plagiatschutzsystem (Quelle: MunichExpo Veranstaltungs GmbH / Tailorlux GmbH) Tailor-Safe.

Materialica Design + Technology Award. Die Welt der Materialien entwickelt sich rasant und wird immer komplexer. Designer wissen längst, dass der Erfolg eines Produkts und

seiner Gestaltung auch abhängig ist von der richtigen Materialwahl. Dabei können innovative Werkstoffe auch funktionale, ästhetische und fertigungstechnische Impulse geben. Gleichzeitig werden Ingenieure und Entwickler durch Anforderungen von Designern zur Entwicklung neuer Materialien und Technologien angeregt. Um diesen Zusammenhang und damit die Relevanz von Werkstoffen für die Industriedesign orientierte Anwendung aufzuzeigen und Designer, Materialhersteller, Entwickler, Ingenieure und Produzenten miteinander ins Gespräch zu bringen, lobt die MunichExpo Veranstaltungs GmbH seit acht Jahren den Materialica Design + Technology Award aus. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Bereichen Aerospace, Automotive, Maschinenbau Sport- und technischen Konsumgüter. Die Preisvergabe findet an der Messe selbst statt, die Gewinner aber stehen bereits fest. In der Kategorie Material ist es zum Beispiel die Firma Tailorlux, welche mit «Tailor-Safe» ein auf anorganischen Fluoreszenzpigmenten basierendes Produkt- und Plagiatschutzsystem entwickelte, das für die Kennzeichnung und Authentifizierung von Produkten aller Art geeignet ist. Das System bietet bis zu 300 Milliarden verschiedene Kennzeichnungsmöglichkeiten, die sich mittels spektroskopischer Verfahren ebenso einfach wie schnell unterscheiden lassen. (ea) ● www.materialica.de


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technica 10.2011

Werkzeuge ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Fertig entgratet aus der Maschine

Gussteile automatisch entgratet

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FACHBERICHTE

Die wirtschaftliche Bearbeitung von Werkstücken erfolgt heute in praktisch allen Betrieben mittels modernster CNC-Maschinen – dies schliesst auch Gussteile mit ein. Das nachfolgende Entgraten der Gussteile wird oftmals nach wie vor von den Mitarbeitern manuell mittels Handschleifern usw. erledigt. Mit den innovativen Werkzeugen von SEH Technik GmbH kann dieser Entgratprozess automatisiert werden, sodass jedes Werkstück fertig entgratet aus der Maschine entnommen werden kann.

D

ie Herausforderung beim automatisierten Entgraten von Gussteilen besteht darin, dass die Kanten im Übergang zum Rohguss Abweichungen von teilweise mehreren Millimetern aufweisen. Dieses Problem hat SEH Technik gelöst, indem sie das Werkzeugsystem Engraflexx mit auslenkbarer Spindel entwickelt hat. Das Prinzip funktioniert folgendermassen: Sobald mit dem im Engraflexx eingespannten Fräser gegen eine Werkstückkante gefahren wird, gibt dessen flexibel gelagerte Spindel nach. D. h. der Fräser wird seitlich automatisch in dem Mass weggedrückt, wie aufgrund der Programmierung «zu viel» gegen die Werkstückkante gefahren wird – an der einen Stelle sind dies vielleicht vier, an einer anderen ist es lediglich ein halber

Millimeter. Somit folgt der Fräser immer der effektiven Werkstückkante, womit Abweichungen gegenüber der programmierten Kontur automatisch ausgeglichen werden. Unabhängig vom Mass der Auslenkung versucht die federvorgespannte Spindel immer, in die neutrale Grundeinstellung zurückzuschwenken. So wird der Fräser immer mit gleichmässigen Druck gegen die Werkstückkante gedrückt. Einfache Einstellung. Programmiert wird die theoretisch zu entgratende Kontur, ohne dass die Abweichungen zum effektiven Werkstück berücksichtigt werden müssen. Über die Radiuskorrektur erfolgt die seitliche Zustellung zur Entgratkontur. Der gewünschte seitliche Fräser-Vorspanndruck kann durch einfaches Drehen der Einstellhülse stufenlos eingestellt werden. Daraus resultiert in Kombination mit der Vorschubgeschwindigkeit das Mass der Entgratung. Je nach Werkstückform werden Vorschubgeschwindigkeiten >>

Werkzeugsystem Engraflexx mit auslenkbarer Spindel. (Bild: zvg)


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeuge

10.2011 technica

einer Seite auszuführen, ohne dass die Teile geschwenkt bzw. umgespannt werden müssen. Drei unterschiedliche Werkzeugtypen erhältlich. Für den Einsatz auf CNC-Maschinen wird meistens der Typ Engraflexx EC eingesetzt. Dieser wird wie ein konventionelles Werkzeug über die Beschriftungswerkzeug für die automatische In-Prozess-Beschriftung. Maschinenspindel angetrieben. Das Werkvon ca. 2000–8000 mm/min gefahren. Das bedeu- zeug ist mit einem Aufnahmeschaft von 20 mm tet, dass die Entgratzeiten meistens sehr kurz ge- ausgestattet und kann somit in jeder handelsüblichen Werkzeugaufnahme eingespannt werden. halten werden können. Der Typ Engraflexx AP ist mit einer integrierten Vorwärts- oder Rückwärtsentgraten möglich. Insbe- Druckluftspindel ausgestattet und wird meistens sondere bei Gehäusen oder anderen Hohlkörpern für Sonderanwendungen oder auf Roboteranlagen muss an Durchbrüchen teilweise nicht nur die Aus- eingesetzt. sen-, sondern auch die Innenseite entgratet wer- Die neuste Entwicklung, der engraflexx SX, wurde den. Mittels doppelseitig schneidenden Sonderfrä- an der EMO erstmalig präsentiert. Als Besonderheit sern besteht die Möglichkeit, diese Arbeiten von kann dieser Werkzeugtyp an beliebige Antriebs-

motoren angeflanscht, wie auch im BAZ über die Maschinenspindel angetrieben werden. Aufgrund der sehr stabil gelagerten, laufruhigen Spindel ist das Werkzeug für verschiedenste Sonderanwendungen auch unter gröberen Einsatzbedingungen geeignet. Anfräsen von präzisen Fasen oder Radien möglich. Bei der Standardanwendung der Werkzeugsysteme steht in der Regel die Teile-Entgratung im Toleranzbereich von ca. 0,2 mm im Vordergrund. In Kombination mit einem seitlichen Anschlagsystem bzw. entsprechenden Sonderfräsern können mit den Werkzeugen auch an schwierig zu definierenden Werkstückkanten genaue Fasen oder Radien angebracht werden. Diesbezüglich laufen zurzeit Abklärungen eines Projekts für das Entgraten bzw. Polieren von grossen Zahnrädern für Windkraftwerke. SEH zeigte an der EMO zudem neue Werkzeuge für die drei zeitsparenden In-Prozess-Beschriftungsverfahren Ritzmarkieren, Rollprägen und Punktierresp. Nadelprägen. ● SEH TECHNIK GMBH 9242 Oberuzwil, 071 940 06 76 info@gravostar.com, www.gravostar.com

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Fertigungsautomatisierung ●

technica 10.2011

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Die Kugeln, Nadeln- und Zylinderrollen der KRS-Marabu Ball and Roller Technology GmbH, führender Hersteller von Wälzkörpern, sind in zahlreichen Branchen unverzichtbar. (Bilder: zvg)

Kompaktfiltersystem in der Wälzkörper-Fertigung

Effizienz beginnt beim Filtern Die KRS-Marabu Ball and Roller Technology GmbH ist Hersteller von Wälzkörpern für die Automobil-, Anlagen- und Maschinenbauindustrie sowie für deren namhafte Zulieferer. Das Unternehmen setzt dabei auf eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse. Eine der jüngsten Massnahmen ist der Einsatz des Maxflow Kompaktfiltersystems beim Doppelplanseitenschleifen. Hier bewirkte das auf spanende Bearbeitungsprozesse ausgelegte System zur Kühlschmiermittelfiltration signifikante Effizienzsteigerungen durch Filtration und Brikettierung in einer Anlage.

D

ie Fertigung von Messern und Schneidwerkzeugen begründete vor fast 150 Jahren (1863) den industriellen Kern der KRS Wälzkörper-Technologie. Heute erwirtschaften rund 260 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 35 Mio. Euro mit drei Fertigungsschwerpunkten. Die hier produzierten Kugeln aus hochwertigen Wälzlager- und Spezialstählen, Glas oder Keramik sind in zahlreichen Branchen unverzichtbar. Ausführungen mit einem Durchmesser von 0,4 mm sind beispielsweise in der Miniaturlagerfertigung oder Schreibwarenindustrie im Einsatz. 250,0 mm dicke Kugeln sorgen in Grosslagern für den richtigen Dreh. Auf Nadel- und Zylinderrollen aus Chromstahl 100Cr6 oder nicht rostenden Stählen von KRS-Marabu setzt die Automobilindustrie in Motoren und Gelenkwellen. Im Maschinenbau finden sie vor allem in Lagern und Linearführungen bewährte Anwendung. Die Nadelrollen werden im Durchmesser von 2,0 bis 6,0 mm und einer Länge von 3,6 bis 40,0 mm gefertigt. Zylinder mit Durchmessern von 2,5 bis 20,0 mm bei

einer Länge zwischen 5,0 und 40,0 mm kommen für höhere Anforderungen zum Einsatz. Sie werden mit Abstufungen im µm-Bereich und gerader Stirnfläche geschliffen oder als Sonderteile zum Beispiel mit Nut für einen Sicherungsring gedreht. Die geforderten geringen Toleranzen setzen höchste Präzision und Oberflächengüte der Wälzkörper voraus. Um die notwendige Belastbarkeit und Langlebigkeit der Produkte zu gewährleisten, müssen alle Prozessschritte hohe Qualitätsansprüche erfüllen. Überdies kennzeichnen immer kürzere Lieferzeiten, wechselnde Losgrössen und zunehmend komplexe Teile in grosser Variantenvielfalt die Herausforderungen an die Fertigungsplanung bei KRS-Marabu. Präzise Werkzeugauslegung und absolut sichere, aber dennoch flexible Prozesse gewinnen hier deshalb immer mehr an Bedeutung. Rundum präzise. Der Produktionsprozess vom Rohmaterial bis zur versandfertigen Nadel- oder Zylinderrolle ist bei KRS-Marabu hochkomplex: Abhängig vom gewünschten Produktdurchmesser wird

zunächst das Rohmaterial auf Länge geschnitten. Während Stangenmaterial hierfür auf Mass gesägt wird, kommen beim Draht Hochgeschwindigkeitsabschermaschinen zum Einsatz. Nach dem Entgraten und Reinigen werden die Rohlinge in einer vollautomatischen Durchlaufanlage gehärtet. Der Glühofen erhitzt sie auf 850 °C, bevor sie im 70 °C heissen Ölbad abgeschreckt und im Anlassofen auf ihre Zielhärte gebracht werden. Bei der anschliessenden Durchmesserbearbeitung werden die Teile durch Centerless-Schleifen mit Toleranzen von 2 µm auf den geforderten Durchmesser gebracht. Das entspricht einem Toleranzspektrum, das 20bis 40-mal dünner als das menschliche Haar ist. Auch hier setzt KRS-Marabu auf ein Durchlaufverfahren. Je nach Qualitätsanforderung durchläuft ein Rohling mehrfach das Centerless-Schleifen. Im folgenden Doppelplanseitenschleifen werden die Zylinder auf beiden Seiten durch rotierende Schleifscheiben auf die vorgegebene Länge geschliffen. Hierfür werden die Rohlinge in eine Transportscheibe eingeführt und im Durchlaufver-


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

fahren parallel bearbeitet. Nach Gleitschleifen und erneuter Durchmesserbearbeitung durch Centerless-Schleifen erhalten sie beim Kurzhubhonen ihr massgenaues Superfinish. Die abschliessende Reinigung erfolgt für Teile mit weniger als 4 mm Durchmesser oder besonders hohen Reinheitsanforderungen in einer Spritzreinigungsmaschine. Standardteile werden im sogenannten Rundtrogvibrator mit Maisschrot gereinigt und getrocknet. Nach sorgfältiger Oberflächenkontrolle – je nach Kundenvorgabe per Hand oder automatisch bis hin zur Risskontrolle – werden die Teile in hochmodernen Sortierautomaten in Durchmessergruppen von 2 µm und Längengruppen von 6 µm oder auch nach kundenspezifischen Wünschen klassifiziert und in der eigenen Versandabteilung verpackt. Runderneuert. In der Längenbearbeitung bei KRSMarabu werden die hochwertigen Teile beim Doppelplanseitenschleifen auf eine Oberflächenrauheit (Rz) von weniger als 2 µm geschliffen. Um diese geringen Toleranzen zu gewährleisten, spielt neben der präzisen Prozessauslegung die Beschaffenheit des Kühlschmiermittels eine entscheidende Rolle. Der Barchfelder Schleifspezialist verwendet im Prozess eine Kühlschmiermittelemulsion, um unter anderem Schleifspäne und Schleifkörner (ca. 90–180 µm gross) aus der Schleifanlage in die Filteranlage zu befördern. Zur Filtration der Kühlschmiermittelemulsion setzte KRS-Marabu bis vor einem Jahr auf einen Magnetabscheider mit Bandfilter im Bypass. Da dieser hauptsächlich magnetische Teile abtrennte und das eigentliche Schleifkorn nicht gezielt herausfilterte, war eine Sedimentation nachgeschaltet. Im Frühsommer 2010 entdeckten die verantwortlichen Betriebsingenieure bei KRS-Marabu auf einer Messe das Kompaktfiltersystem Maxflow. Ihr primäres Interesse galt der in das System integrierten Pressstation und der damit verbundenen Möglichkeit, die Filtration des Prozesswassers mit der Brikettierung des Schlamms zu kombinieren. Insbesondere die dadurch minimierte Verschleppung des Kühlschmiermittels sprach aus ihrer Sicht für dieses System, um die hohen Kosten für Kühlschmiermittel und Entsorgung zu senken. Nach dem ersten Kontakt zu GKD ging es ganz schnell, bis in dem Barchfelder Unternehmen die Entscheidung für das Filtersystem Maxflow CS 1000-503 mit einem Filterkopf und Rundtanksystem mit 1.200 Liter Volumen fiel. Neben der integrierten Brikettierung war dafür eine Reihe weiterer Besonderheiten des Kompaktfilters ausschlaggebend. Die komplette Anlage – Gehäuse, Filterscheiben und Gewebe – ist aus Edelstahl gefertigt. Das im Filterkopf vertikal eingebaute Filterscheibenpaket wird im Querstrom von dem mit Partikeln vom Vorschleifen kontaminierten Prozesswasser umströmt. Die Filterscheiben sind mit prozessspezifisch ausgelegtem Mischgewebe vom Typ YMAX bespannt und ermöglichen die Filtration von 200 Litern pro Minute bei einer Filterfeinheit von bis zu 5 µm. Der in den Sauber-

● Fertigungsautomatisierung

10.2011 technica

tank integrierte Schmutztank verhindert durch einen spitz zulaufenden Abfluss Ablagerungen am Tankboden. Ein automatisierter Rückspülungsprozess löst den Filterkuchen von den Scheiben. Die anfallenden Reststoffe werden ebenfalls automatisch in der systemeigenen Presseinheit zum trockenen Brikett verpresst und ausgetragen. Gefragter Problemlöser. Nach Absprache der Details erfolgten Anlagenaufbau und Probeläufe. «Der Anfang lief super», lobt Marc Niebergall, der verantwortliche Betriebsingenieur bei KRS-Marabu. «Alles funktionierte reibungslos und die zuverlässigen Filtrationsergebnisse übertrafen unsere Erwartungen.» Ein angenehmer Nebeneffekt war dabei die hohe Rückhalterate von Feinstpartikeln. Völlig unerwartet traten jedoch nach zwei Monaten Probleme auf: Der Schleifschlamm baute keinen Kuchen auf. Schnell hatte der für KRS-Marabu zuständige technische Ansprechpartner von GKD, Günther Pikos, das Problem lokalisiert. Der für den Filterkuchen benötigte grobe Schleifschlamm gelangte nicht bis zu den Filterscheiben, da er sich bereits vor den Sieben der Maschinenabläufe absetzte. So gelangten nur feinste Partikel bis zur Filterscheibe und blockierten diese. Nach gründlicher Reinigung von Maschinen, Tanks und Kompaktanlage und einer Optimierung der Rückführung lief Maxflow erneut störungsfrei. Auch bei einem zweiten, ebenfalls nicht durch Maxflow verursachtem Problem wenige Wochen später, war GKD wiederum gefragter Problemlöser. Der Reinigungszyklus wurde immer kürzer und schliesslich blockierten die Scheiben. Eine ungünstige Typenkombination auf den vier von Maxflow versorgten Doppelplanschleifmaschinen liess hauptsächlich Partikel in Grösse der Filtermaschenweite anfallen. Für Abhilfe sorgte ein Austausch der Filterscheiben, denn Marc Niebergall entschied sich, der GKD-Empfeh-

Zur Filtration der Kühlschmiermittelemulsion setzte KRS-Marabu auf einen Bandfilter ...

... mit Magnetabscheider.

Im Doppelplanseitenschleifen werden die Zylinder auf beiden Seiten durch rotierende Schleifscheiben auf die vorgegebene Länge gekürzt.


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lung für ein kundenspezifisches Gewebe zur Bespannung der Scheiben zu folgen. Hierdurch wird verhindert, dass Feinstspäne die Anlage verstopfen. Seitdem läuft Maxflow zur vollsten Zufriedenheit von Marc Niebergall, der die gute Zusammenarbeit mit dem Dürener Filterspezialisten lobt: «GKD hat uns in jeder Phase mit Lösungen unterstützt und an Herausforderungen wächst man.»

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Das Kraftpaket für grosse Aufgaben. Der Industrie-PC C6650 mit RAID-System.

Rundum zufrieden. Entsprechend positiv ist auch sein Gesamtfazit zur Entscheidung für Maxflow. Die Umstellung der Kühlschmiermittelreinigung im Längsschleifprozess vom Bandfilter mit Magnetabscheider und nachgelagerter Sedimentation auf das Kompaktfiltersystem war ein voller Erfolg. «Die zuverlässige Abscheidung der Partikel gewährleistet einen wesentlich sichereren Prozess bei den hochwertigen Teilen.» Auch die deutlich geringere Verschleppung des Kühlschmiermittels und die trockenen Reststoffbriketts bestätigen die Richtigkeit der Entscheidung. Hinzu kommt ein weiteres Argument: der geringe Platzbedarf der Anlage. Im kommenden Jahr steht eine Produktionserweiterung in der Nadelrollenfertigung in Barchfeld an. «Dann werden wir die kompakte Anlagenkonstruktion sicher schätzen», lacht Marc Niebergall. Reif für die Insel. Die positiven Erfahrungen mit dem Maxflow Kompaktfiltersystem veranlassen den Barchfelder Schleifspezialisten bereits, über die Anschaffung einer zweiten Anlage nachzudenken. Sie soll als Insellösung beim Centerless-Schleifen grössere Flexibilität bei Werkstoffwechseln ermöglichen. Zurzeit wird der beim spitzenlosen Durchmesserschleifen anfallende Abrieb in der unternehmenseigenen Zentralanlage auf einem Bandfilter kontinuierlich aus dem Kühlschmiermittel entfernt. Angesichts der hohen Auslastung beeinträchtigen kundenindividuelle Werkstoffwechsel die Effizienz dieses Prozesses. Ein unabhängig arbeitender Maxflow-Filter kann hier unmittelbar Entlastung und mehr Flexibilität in der Bearbeitung von Kundenwünschen schaffen. «Ausserdem würde er notwendige Kühlschmiermittelversuche erleichtern», erläutert Marc Niebergall die Überlegungen im Unternehmen. Bei dem Systemanbieter für Filtrationstechnologie und Anlagenbau, GKD-CompactFiltration, und seinem technischen Berater, Günther Pikos, weiss er sich mit diesen Planungen in besten Händen. ●

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IPC I/O Motion Automation

C6650

C6640


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Von der klassischen Werkstattfertigung zu flexiblen Fertigungslinien

Qualitätsarbeit in modernen Fertigungslinien Nach modernsten Bearbeitungstechnologien fertigen die Mitarbeiter von Agrostroj in Pelhrimov, südöstlich von Prag, Qualitätsprodukte von hoher Präzision, neben Landmaschinen hochwertige einbaufertige Komponenten für den Weltmarkt, insbesondere für den Fahrzeug- und Automobilbau. In fünf von insgesamt sieben Fertigungslinien arbeiten moderne Bearbeitungszentren von StarragHeckert. weitern. Die Fertigungsvorbereitung erarbeitet die Bearbeitungsprogramme, die dann in die entsprechenden Maschinensteuerungen eingespielt werden.» Zur Flexibilität der einzelnen Fertigungslinien trägt die generelle Ausstattung der Bearbeitungszentren mit Siemens 840 D-Steuerungen mit bei. Sie ermöglicht, die Fertigungstechnologie direkt an der Maschine zu optimieren.

P E TE R S P R I N G F E L D, F R E I E R F A C H J O U R N A L I S T, B E R L I N

A

grostroj verfügt über eine flexible Produktion mit hoher Fertigungstiefe. «Vor etwa sechs bis sieben Jahren», schildert Geschäftsführer Lubomír Stoklásek, «haben wir die Produktion von der klassischen Werkstattfertigung auf die Linienfertigung umgestellt. Auf diesen Linien fertigen wir im Dreischichtsystem Teile für bestimmte Produktgruppen. Die Linien arbeiten so flexibel, dass die Produkte wechseln können. Gerade auf den Linien der Landtechnik ist diese Flexibilität wegen saisonaler Schwankungen besonders ausgeprägt.» In vier Linien der mechanischen Bearbeitung sind insgesamt sieben Bearbeitungszentren der Athletic-Baureihe von StarragHeckert integriert. Bei den zuerst gelieferten Bearbeitungszentren aus dem Chemnitzer Unternehmen handelt es sich um zwei HEC 630-Maschinen aus der Athletic-Baureihe, die für die Schwerzerspanung entwickelt wurde. Die ersten beiden Maschinen arbeiten seit 2004 in der Linie, in der Komponenten für Heuwender gefertigt werden. «Wir», erläutert Lubomír Stoklásek, «kauften die StarragHeckert-Maschinen nach umfangreichen Marktstudien. Wir prüften die Qualität der gefertigten Teile. Ausserdem recherchierten wir, welchen Nutzen der Einsatz dieser Maschinen bringen wird und welche der angestrebten Rationalisierungseffekte mit diesen Maschinen zu erzielen sind. Weiterhin zogen wir in unseren Auswahlprozess die Erfahrungen unserer Kunden mit StarragHeckert-Bearbeitungszentren ein. So haben wir erfahren, dass es die technologi-

Eines der beiden «alten» StarragHeckert-Bearbeitungszentren HEC 630 Athletic zur Fertigung von Komponenten für Heuwender beim Werkstückaufspannen. (Bilder: zvg)

sche Zusammenarbeit erleichtert und besonderes Vertrauen entsteht, wenn Finalproduzent und Zulieferer nach gleichen Technologien auf gleichen Maschinen arbeiten. Wir fertigen nach den Konstruktionsunterlagen unserer Kunden. Zunehmend werden wir in die Phase der Teilekonstruktion mit einbezogen, sodass wir frühzeitig auch über Fertigungstechnologien sprechen können und einen guten Einstieg in die Fertigungsvorbereitung bekommen. Jetzt kooperieren wir schon mit unseren Geschäftspartnern bei der Entwicklung der Produkte und künftig haben wir vor, die Entwicklungs- und Konstruktionsbereiche deutlich zu er-

Flexibilität beginnt beim Werkzeugbau. «Die hohe Flexibilität unserer Fertigung», fügt Peter Schwanzer, Vice-Chairman Agrostroj, hinzu, «beruht nicht zuletzt auf unserem innovativen Werkzeugbau. Der fertigt nicht nur Werkzeuge für unsere Pressen, sondern auch alle Spannvorrichtungen für die Bearbeitungszentren. Auf diese Weise erreichen wir ein Optimum zwischen Vorrichtungskonstruktion und Fertigungsvorbereitung in entsprechend kurzen Zeiten.» «Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Maschinentechnik, aber auch mit dem gut funktionierenden StarragHeckert-Service vor Ort», bekennt Lubomír Stoklásek, «wird dieser Maschinenlieferant immer wieder ins weitere Investitionsgeschehen einbezogen. So folgten im Jahre 2005 zwei Bearbeitungszentren HEC 1000 aus der Athletic-Baureihe. In dieser Linie fertigen wir vorrangig Teile für Traktoren, Frontlader, Schneidwerke für Mähdrescher und Heuwender. Auch hier geht es wiederum um schwere Zerspanarbeiten.» Das automatische Einwechseln der Werkzeuge erfolgt über ein Werkzeug-Kettenmagazin. Das Kettenmagazin bietet eine Kapazität von 60 Werkzeugen. Die StarragHeckert-Bearbeitungszentren be-

Wir sind Ihr Partner für 2- und 3-D-Laserschneiden/Laserschweissen sowie für die komplette Blechbearbeitung. Ebenso unterstützen wir Sie in Konstruktion, Wertanalyse und Design. Lastech AG Birrfeldstrasse 35 5507 Mellingen Tel. 056 481 80 80 www.lastech.ch Fax 056 481 80 85 technik@lastech.ch


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Werkzeugmaschinen ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Spannvorrichtungen für Traktorenteile an einem StarragHeckert-Bearbeitungszentrum HEC 1000 Athletic. (Bilder: zvg)

StarragHeckert-Bearbeitungszentren HEC 1000 Athletic für die Fertigung von Teilen für Traktoren, Frontlader, Schneidwerke für Mähdrescher und Heuwender.

Zwei StarragHeckert-Bearbeitungszentren HEC 1600 Athletic zur Fertigung von Schwingen für Frontlader.

StarragHeckert-Bearbeitungszentrum HEC 1600 Athletic für die Fertigung von Kernkomponenten für moderne Ladekrane.

sitzen Wechselpaletten. Sie ermöglichen ein hauptzeitparalleles Auf- beziehungsweise Abspannen von Teilen, die in der Regel mit Säulendrehkränen umgeschlagen werden. Zwei Jahre später folgte die Investition von zwei StarragHeckert-Bearbeitungszentren HEC 1600 Athletic. Auf diesen Maschinen werden Schwingen für Frontlader für die eigene Produktion aber auch für Kunden gefertigt. «Die Fertigungsergebnisse», erörtert Lubomír Stoklásek weiter, «erreichten erneut alle vereinbarten Qualitäts- und Leistungskennzahlen. Deshalb kauften wir im vorigen Jahr erneut ein StarragHeckertBearbeitungszentrum HEC 1600 Athletic. Es arbeitet in einer Linie, die Kernkomponenten für moderne Ladekräne fertigt.» Hauptzeitparalleler Werkstückwechsel. «Agrostroj», erläutert Gerd Baumann, Prokurist und Leiter Verkauf StarragHeckert GmbH Chemnitz, «kaufte das Bearbeitungszentrum HEC 1600 Athletic zur flexiblen Bearbeitung von Kranarmen für etwa 80 unterschiedliche Nutzfahrzeug-Ladekrane. Die längsten Werkstücke sind 1800 mm lang. Je nach Grösse der zu bearbeitenden Werkstücke lassen

sich auf entsprechenden Vorrichtungen mehrere Teile aufspannen. Der Störkreisdurchmesser von 3000 mm und die Verfahrwege in X-Richtung = 2800 mm, in Y-Richtung = 2000 mm und in Z-Richtung = 2100 mm bieten einen grossen Arbeitsraum für eine rationelle Bearbeitung mehrerer Werkstücke in einer Vorrichtung. Die in Pelhrimov installierte Standardausführung besitzt einen 2-fach-Palettenwechsler, der das hauptzeitparallele Auf- und Abspannen von Teilen ermöglicht. Optional bieten wir 3- und 4-fach-Paletten-Wechsler. Für sehr hohe Produktivität sorgt die waagrechte Arbeitsspindel, die mit einem 50-kW-Motor ein Drehmoment von 1210 Nm erzeugt. Die Maschine bietet alle Voraussetzungen, um hydraulisch arbeitende und manuell betätigte Spannvorrichtungen auf die Maschinenpaletten aufzuspannen. Die automatische Nullpunktbestimmung erfolgt mit einem Renishaw-Messtaster, der automatisch vom Werkzeugmagazin eingewechselt wird. 60 m/min Eilgang sorgen für schnelle Geschwindigkeiten in allen Linearachsen. Diese hohen Eilgänge senken die Nebenzeiten und tragen damit zu einer hohen Produktivität bei. In der Standardausführung der HEC 1600 Athletic wird

das Kühlschmiermittel mit einem Druck bis 60 bar durch die Werkzeugmitte bereitgestellt. Optional sind 80 bar möglich. Damit werden hohe Zerspanleistungen realisiert beim Einsatz von Werkzeugen mit innerer Kühlmittelzuführung. Qualitätsfertigung steigert Energieeffizienz und Verfügbarkeit. «Die Qualität unserer Produkte», führt Lubomír Stoklásek aus, «zeigt sich in der Praxis anhand konkreter Produkteigenschaften. Unsere moderne Korrosionsschutzanlage sorgt auch bei den robust betriebenen Landmaschinen für eine lange Lebensdauer. Die hohe Präzision bei Bohrungen und Passungen bewirkt nicht nur einen energieoptimierten Betrieb, sondern auch eine hohe Verfügbarkeit sowie eine hohe Zuverlässigkeit im praktischen Einsatz. Dazu fertigen wir die Werkstücke in der IT6- beziehungsweise IT7-Qualität. Das sind Bearbeitungen im Hundertstel-Millimeter-Bereich.» Mit Positionierunsicherheiten ? 7 µm bietet das StarragHeckert-Bearbeitungszentrum HEC 1600 Athletic sehr hohe Maschinengenauigkeiten, sodass die geforderten Bearbeitungsgenauigkeiten zuverlässig erreicht werden.» «Die Arbeit mit modernen Bearbeitungszentren»,


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

hebt Lubomír Stoklásek hervor, ist die Basis einer guten Qualitätsarbeit. Dazu gehört aber auch, wie man arbeitet. Agrostroj kooperiert mit 16 Geschäftspartnern, die in ihrem Produktionsbereich zu den weltweit führenden 10 Herstellern gehören und beliefert mit den bei uns hergestellten Produkten weltweit 34 verschiedene Werke. So besagt die bestandene Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008, dass die Fertigung nach definierten, also wiederholbaren Prozessen erfolgt. Dazu ge-

● Werkzeugmaschinen

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hört weiterhin, dass die zertifizierten Prozesse nach festgelegten Regeln und definierten Zeitabständen kontrolliert werden. «Insgesamt», resümiert Lubomír Stoklásek, «beruht unsere Qualitätsproduktion auf der Einheit von Qualität, Sauberkeit in den Fertigungs- und Montagehallen sowie der strikten Einhaltung von Terminabsprachen. Auch in diesen Aspekten hat sich die echte Partnerschaft zu StarragHeckert erneut bestätigt: Die Installation auch des zuletzt gelieferten StarragHeckert-Bearbei-

Vom Landmaschinenproduzenten zum Präzisionszulieferer Das inhabergeführte Unternehmen Agrostroj in Pelhrimov ist nicht nur der grösste Produzent von Landmaschinen in der Tschechischen Republik, sondern auch ein weltweit agierender Produzent von hochwertigen einbaufertigen Komponenten. Auf dem parkähnlich angelegten 600 000 m² grossen Firmengelände befinden sich modern gestaltete Fertigungs- und Montagehallen mit einer Fläche von insgesamt 100 000 m². Als Ursprung des heutigen Unternehmens gilt die Schlossereiwerkstatt, die Jan Matejka im Jahre 1896 gründete. Nach anfänglichen Reparaturarbeiten begann alsbald die Produktion von einfachen Landmaschinen. Das Unternehmen wuchs kontinuierlich, doch erst unter der kreativen Leitung des geschäftsführenden Gesellschafters Lubomír Stoklásek, der das Unternehmen 1998 kaufte, begann mit einer zielstrebigen Investitionstätigkeit eine nachhaltige, erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Obwohl Agrostroj der führende Produzent von Landmaschinen in der Tschechischen Republik ist, beträgt der Anteil von selbst vermarkteten Landmaschinen, wie beispielsweise Trommel- und Scheibenmähwerke sowie Heuwender, Frontlader, Stalldungstreuer und Mulchgeräte, derzeit etwa vier bis fünf Prozent des Jahresumsatzes von etwa 125 Mio. EURO. 90 Prozent der gesamten Produktion werden exportiert. Dabei wird der überwiegende Teil der Produktion im Rahmen von fest vereinbarten Zulieferungen gefertigt. Es handelt es sich dabei um sehr unterschiedliche, einbaufertige Module für bekannte europäische Unternehmen.

Der Partner für den

Fahrzeug- und Maschinenbau

Dank nachhaltiger Investitionen und anerkannter Qualitätsarbeit entwickelte sich Agrostroj zum führenden universalen Zulieferer in Europa mit der grössten Bandbreite an unterschiedlichen Bauteilen und einbaufertigen Modulen für einen breiten Anwenderkreis. Dazu zählen unter anderem die Fertigung von Sicherheitsbauteilen für die Automobilindustrie sowie die Produktion von Grundrahmen für Gabelstapler. Um den hohen Qualitätsanspruch bei der enormen Fertigungsbreite täglich zu realisieren, bedarf es nicht nur modernster Fertigungstechnik, sondern auch eines intensiven Engagements in Richtung Ausbildung und einer kontinuierlichen Qualifikation der Mitarbeiter. So gehört zu den jüngsten Investitionen eine neue, mit modernster Technik ausgestattete Ausbildungsstätte für den praktischen Teil der Berufsausbildung und für Schulungen der Mitarbeiter. Das Unternehmen befindet sich in einer kräftigen Wachstumsphase. Damit die Chancen nachhaltig bleiben, sucht das Unternehmen bereits an den Schulen Kontakt zu künftigen Mitarbeitern. Eltern, Lehrer und Schüler werden eingeladen, sich die Montage- und Produktionslinien anzuschauen. «Die meisten Besucher», erzählt Lubomír Stoklásek, «sind dann schon überrascht, wie interessant die Arbeit ist, wie sauber die Fertigungs- und Montagehallen sind und wie attraktiv das Werksgelände angelegt ist. Wir haben Rasenflächen angelegt, Sträucher, Blumen und insgesamt 570 Bäume gepflanzt. Allein im letzten Jahr konnten wir innerhalb von acht Monaten 600 Mitarbeiter neu einstellen.»

› Zahnradherstellung › Spanabhebende Bearbeitung › Oberflächenbehandlung › Schweissen › Montage

tungszentrums HEC 1600 Athletic erfolgte zum vereinbarten Termin. Nach der Inbetriebnahme lief die Produktion mit voller Leistung an und erreichte die vereinbarten Leistungsmerkmale.» Grösste Beschichtungsanlage Europas. «Für die mechanische Bearbeitung», schildert Lubomír Stoklásek, «kaufen wir Bleche unterschiedlicher Sorten, Grössen und Dicken sowie alle Gussrohteile ein. Wir verarbeiten insgesamt über 40 000 Tonnen Stahl. Die weitere Bearbeitung über Zuschnitt, Umformen, Abkanten und Schweissen bis zur mechanischen Bearbeitung der Schweiss- und Gussteile erfolgt in unseren Werkhallen mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen. Schweissroboter erledigen etwa 85 Prozent der Schweissarbeiten. Nach der mechanischen Bearbeitung reinigen wir die Teile, geben ihnen einen zuverlässigen Korrosionsschutz und eine Farbgebung nach Kundenwunsch. Dazu wurde 2006 eine EisenmannLackier- und Pulverbeschichtungsanlage in Betrieb genommen, die derzeit als die grösste Beschichtungsanlage in Europa gilt. Die Anlage besteht aus der KTL-Beschichtung mit riesigen Lackierwannen sowie aus der Pulver- und Nasslackierung. In der Anlage lassen sich Teile bis zu einer Grösse von 6000 x 1800 x 2500 mm und einem Gewicht von maximal 2200 kg beschichten. Den Kunden stehen 26 Farben zur Auswahl. Innerhalb von 20 Minuten lässt sich ein Farbwechsel durchführen. Nach der Farbgebung gelangen die Teile auf kürzestem Weg in die insgesamt acht Montagelinien, jede mit einer Länge von 100 Metern. «Wir», betont Lubomír Stoklásek, «sehen uns als klassischer Zulieferer in der Pflicht, die Kundenkomponenten pünktlich an die Montagebänder unserer Kunden zu bringen. Deshalb gehört zu unserem Unternehmen auch ein eigener Fuhrpark mit 63 Lkws.» ●

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Fertigungsautomatisierung ●

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Roboter-Schleif- und Polieranlage für Tech Academy

Robotergestütztes Polierfinish im Test Die SHL Automatisierungstechnik AG rüstet die neue Tech Academy des Poliermittel-Spezialisten Menzerna in Ötigheim mit einer robotergestützten Schleif- und Polieranlage aus. Dank der reproduzierbaren Prozessgenauigkeit des Roboters erlaubt die systematische Optimierung von Schleif- und Poliermitteln und Prozessen. EDGAR GRUNDLER

M

it über 1000 in der ganzen Welt installierten Roboter-Schleif- und Polieranlagen zählt das mittelständische Technologieunternehmen SHL Automatisierungstechnik global zu den Marktführern auf dem Gebiet des mechanischen Oberflächen-Finishs. Durch eine an den ebenfalls marktführenden Spezialisten aus dem Bereich Entwicklung und Produktion von In-

täglichen Praxis zu erhalten, hat Menzerna in ein breit angelegtes Equipment an Geräten und Einrichtungen für die industrielle Schleif- und Polierbearbeitung investiert. Diese Geräte und Einrichtungen entsprechen weitgehend den bei Kunden vorzufindenden Anlagen, womit technisch die gleiche Ausgangsbasis vorherrscht. Die Ingenieure und Verfahrenstechniker von Menzerna formulierten ihre Anforderungen bezüglich der zu beschaffenden Roboter-Schleif- und Polieranlage in einem

Die Roboter-Schleif- und Polieranlage mit dem Roboter als zentralem Werkstück-Handlingsystem, der Doppel-Kontaktrollenschleifmaschine, der Doppel-Poliermaschine und dem WerkstückpalettenZuführsystem. (Bild: zvg)

dustriepoliermitteln (die Firma Menzerna aus Ötigheim) gelieferte Roboter-Schleif- und Polieranlage unterstreicht SHL seinen Anspruch, für alle Belange des robotergestützten Schleifens und Polierens der kompetente Partner zu sein. Die Roboter-Schleifund Polieranlage für Menzerna ergänzt die Ausstattung von deren neuer Tech Academy. Dieser fällt die Aufgabe zu, sowohl die Entwicklung von Rezepturen zu begleiten als auch Praxistests und die Optimierung von Rezepturen zu ermöglichen. Darüber hinaus wird die Verfahrensentwicklung unterstützt und es finden dort Kundenschulungen sowie Experten-Workshops statt. Damit dies alles nicht nur unter Labor-, sondern auch unter realen Bedingungen vonstattengeht, und um nachvollziehbare, belastbare Aussagen über Poliermittel und deren Anwendungen in der

umfangreichen Pflichtenheft. Kern der Vorgaben war, mit der Anlage sehr flexibel Polierversuche an typischen Serienteilen aus Messing, Aluminium und Edelstahl sowie lackierten Werkstücken unterschiedlichster Komplexität durchführen zu können. Roboter garantiert reproduzierbare Prozesse plus Nutzungs-/Anwendungsflexibilität. Auf dieser Grundlage wiederum projektierten die Anwendungsspezialisten von SHL die Anlage nach Wunsch. Zur wirtschaftlichen Realisierung wurde, wann immer möglich, auf industriell bewährte Standard-Bausteine wie Industrie-Roboter, Schleifund Poliermaschinen, Dreheinheiten, Grundspanneinrichtungen und Materialflusseinrichtungen zurückgegriffen. Die bei Menzerna in der Tech Academy installierte Roboter-Schleif- und Polieranlage

besteht demnach im Wesentlichen aus einem Industrieroboter mit Tragkraft 140 kg, inklusive der Steuerung mit Programmierhandgerät sowie des Schutzhüllen-Sets, einer schwenkbaren Doppelkontaktrollen-Schleifmaschine DPE-G (Schwenkeinheit)-DKS250/450, einer schwenkbaren Doppel-Poliermaschine DPE-G (Schwenkeinheit)-DP 1000, einer Grundspanneinrichtung zur Aufnahme von Pneumatik- und Vakuumgreifwerkzeugen, einer pneumatischen Spannvorrichtung für ein standardisiertes Testwerkstück, einem Doppelschiebetisch zur automatischen Anlagenbeschickung mit Werkstücken ab Palette, zwei Werkstückpaletten zur Aufnahme derselben Testwerkstücke, einem weiteren Werkstücktisch zur Aufnahme und manuellen Beschickung von Polierteilen der Grösse 700ⴛ500 mm (LⴛB), einer Lärmschutzkabine und schliesslich einem Ferndiagnose-Wartungspaket. Zum weiteren Lieferumfang gehörten noch Inbetriebnahme und Bedienerschulungen sowie die AnlagenDokumentation. Lediglich die Werkstückgreifer, die teilespezifische Ausführung der Werkstückaufnahmen und natürlich die Lärmschutzkabine mussten individuell angefertigt werden, sodass sich auch Anlagenrealisierung nach den Terminvorstellungen des Kunden durchführen liess. Mehr Effizienz durch perfektionierte Polierprozesse. Für die gewünscht hoch flexible Nutzung ist die Anlage mit zwei Schleifeinheiten sowie mit zwei Poliereinheiten (Doppel-Kontaktrollen-Schleifmaschine und Doppel-Poliermaschine) ausgerüstet. Ausserdem können auch andere Schleif- oder Polierwerkzeuge wie Bürsten oder Scotch-Brite verwendet werden. Der Roboter ist für das prozessgerechte Handling des jeweiligen Test- oder Originalteils zuständig und führt seine Operationen wahlweise mit veränderten Parametern oder mit reproduzierbarer Prozessgenauigkeit durch. Die einzelnen oder mehrere Bearbeitungs- und Geschwindigkeits-/Dynamik-Parameter sind bei den Versuchen genauso veränderbar wie die Polierwerkzeuge, die Poliermittel, oder auch der Anpressdruck des Werkstücks an die Schleif-/Polierscheibe. Damit ist es in der Test- und Langzeitversuchspraxis möglich, die Polierergebnisse und auch die Prozessabläufe für einen optimalen und effizienten Poliervorgang zu perfektionieren. ● SHL AUTOMATISIERUNGSTECHNIK AG D-78583 Böttingen, +49 7429 93040 www.shl-automatisierung.de info@shl-automatisierung.de


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeuge

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Neuer Bohrer und neuer Bohrprozess für tiefe Kleinbohrungen

Das Tieflochbohren neu erfunden Löcher im Durchmesserbereich von 0,1 bis 1,2 mm in Tiefen bis 30xd prozesssicher zu bohren, ist nicht mehr so zeit- und kostenintensiv wie bis anhin. Der neue Kleinstbohrer CrazyDrill Flex ist ein Hartmetallbohrer, flexibel und gleichzeitig für tiefe Bohrungen geeignet. Was steckt hinter diesen sich widersprechenden Eigenschaften? Was ist daran so aussergewöhnlich?

M

it dem CrazyDrill Flex hat Mikron Tool anlässlich der EMO eine spektakuläre Neuentwicklung präsentiert. Die technica berichtete bereits am 21. September auf dem Online-Portal www.technica-online.ch kurz darüber. Was steckt hinter diesem Quantensprung des Tieflochbohrens? Als Lieferant von Zerspanungswerkzeugen für die Erstausrüstung von Transfermaschinen und Mehrspindelautomaten wird das Know-how der Mikron Tool-Zerspanungsspezialisten laufend auf den Prüfstand ge-

serbereich von unter einem Millimeter sind gerade in dieser Hinsicht sehr anfällig. Sie sind im Vergleich zu HSS-Werkzeugen zwar schneller, präziser und haben höhere Standzeiten, sind jedoch, bedingt durch die Eigenschaften des Hartmetalls, spröde und dadurch bruchgefährdet. Bereits geringe Fluchtungsungenauig-

Die Bohrschritte: 1. Pilotbohren / 2. Bohrstoss von 7 x d / 3. einzelne Bohrstösse bis maximal 30 x d.

Der neue Bohrer verdient seinen Namen: CrazyDrill Flex ist äusserst flexibel.

stellt. Die Maschinen und damit auch die Werkzeuge müssen nicht nur den höchsten Qualitätsanforderungen genügen, sondern eine zunehmend höhere Produktivität erreichen. Diese wird durch schnelle einzelne Bohrstösse auf mehreren synchron arbeitenden Bohrstationen ermöglicht. Der längste Bohrprozess bestimmt dabei die Taktzeit. Um möglichst viele Werkstücke in kurzer Zeit zu fertigen, ist allerdings ein weiterer Parameter von grosser Bedeutung: die Maschinenverfügbarkeit. Fällt ein Werkzeug frühzeitig durch Verschleiss oder Bruch aus, wird kostbare Zeit durch den Werkzeugwechsel bzw. das Einrichten verschenkt und die komplette Maschine steht still. Marktübliche Bohrer genügen den Ansprüchen nicht. Am Markt erhältliche Hartmetallbohrer im Durchmes-

keiten der Rundtische bzw. Spindeltrommel führen zu einem Mittenversatz. So wirken beim Eintritt des Folgewerkzeuges in die Bohrung Querkräfte, die zum Bruch des Bohrers führen. Für einen prozesssicheren Einsatz erweist sich zudem bei marktüblichen Kleinst-Hartmetallbohrern die Bohrergeometrie bzw. Wahl des Rohmaterials oft als ungeeignet. Das Resultat sind Wickelspäne, frühzeitige Schneidenausbrüche durch zu scharfe Schneiden, schneller Verschleiss durch grosse Bohrkräfte sowie Bohrerbruch durch zu starre Baulängen. Neuentwicklung stellt die Bohrwelt auf den Kopf. An diesem Punkt setzte die Entwicklung von Mikron Tool ein: Mit dem neuartigen Kleinbohrer CrazyDrill Flex versuchte man gezielt, die kritischen Eigenschaften zu

Sensorik

verbessern. Anstelle einer bisher üblichen kurzen und starren Bauweise wurde der CrazyDrill Flex mit einem langen Halsstück versehen. Der verlängerte Hals hat zudem einen reduzierten Querschnitt, der gemeinsam mit den optimierten mechanischen Eigenschaften des Hartmetalls dem Bohrer den Vorteil eines HSS-Bohrers verleiht: die Flexibilität. Im Falle eines Fluchtungsfehlers der Maschine kompensiert der Bohrer mühelos einen Mittenversatz von bis zu 40 Prozent seines Durchmessers. Der Bearbeitungsprozess wird wesentlich stabiler, da ein Bohrerbruch vermieden werden kann und dadurch das zeitaufwendige Einrichten entfällt. Ein weiterer wichtiger Qualitätsfaktor ist die Schneidengeometrie. Der CrazyDrill Flex hat einen speziellen und raffinierten Schneidenanschliff. Dieser erlaubt eine Bohrung mit Mittenversatz ohne Verletzen der Schneidecken. Der Bohrer bleibt unbeschädigt und einsatzbereit. Somit verbindet CrazyDrill Flex die Vorteile des Hartmetallbohrers mit einer sehr hohen Flexibilität, welche bisher nur durch HSS erzielt wurde. Tiefe Bohrungen. Ein weiteres Ziel der Entwickler war es, einen Kleinstbohrer auf den Markt zu bringen, welcher tiefe Bohrungen bis 30xd schneller und effizienter als heutige Verfahren schafft. Zu den marktüblichen Verfahren für Tiefbohrungen im kleinen Durchmesserbereich zählen das Bohren mit dem Einlippenbohrer, die Elektroerosion sowie das Einbringen von Löchern mittels Laser. Alle drei Verfahren haben eines gemeinsam: Die Bearbeitung ist sehr zeitaufwendig. Der Einlippenbohrer kann darüber hinaus erst ab einem Durchmesser von 0.5 bis 0,8 mm prozesssicher eingesetzt werden. Bei Laser- bzw. Erodierverfahren sind Sondermaschinen anzuschaffen mit einem begrenzten Nutzungsbereich. Ausserdem zerstören sie bei der Bearbeitung die Oberflächen. Voraussetzungen für präzises Tieflochbohren sind ein perfekter Rundlauf, geringe Querkräfte, ausreichende Bohrerlänge und ein guter Spanfluss. CrazyDrill Flex (konzipiert für flexibles Verhalten) weist

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technica 10.2011

durch seine geometrischen Abmasse die notwendige Länge eines Tiefbohrers auf. Die speziell ausgelegte Bohrerspitze reduziert die Vorschubskräfte um 50 Prozent (im Vergleich zu handelsüblichen Bohrern) und ermöglicht so schnelle Bohrstösse, ohne dass der Bohrer verläuft. Die Wahl eines sehr robusten Rohlings ermöglicht zudem die Herstellung des CrazyDrill Flex mit hochpräzisem Rundlauf. Ein weiteres wichtiges Element für erfolgreiche Tiefbohrungen ist ein optimaler Bohrprozess. Mit einem speziell angepassten Pilotbohrerprogramm schaffen die Mikron Tool-Spezialisten die Grundlage. Die präzise Pilotbohrung von 3xd wird mit dem eigens entwickelten CrazyDrill Flexpilot durchgeführt. Die Passung des Pilotbohrers sowie ein abgestimmter Spitzenwinkel garantieren, dass es bei der Folgebohrung weder zum Rattern kommt, noch einen merklichen Übergang gibt. Die Spannutengeometrie des CrazyDrill Flex sorgt für die nötige Spanstauchung sowie den Spanfluss. Dank eines klar definierten Vorgehens mit schnellen Bohrstössen wird die Bohrung effizient und prozesssicher durchgeführt. Begonnen wird mit der oben erwähnten Pilotbohrung. Eine weitere Bohrung von 7xd erfolgt nun in einem Bohrschritt mit dem CrazyDrill Flex. Danach ist eine Entlüftung notwendig, ein Vorgang, der nach jedem Bohrschritt zu wiederholen ist. Dabei werden durch den Schmiermittelstrahl die Späne weggespült und der Bohrer wird gekühlt. In der Folge wird je nach Durchmesser und zu bearbeitendem Material mit Bohrstössen von ca. 1xd gebohrt, bis die gewünschte Bohrtiefe erreicht ist. Eine Vergleichsbohrung zeigt, dass der CrazyDrill Flex mit diesem dynamischen Bohrverfahren ca. zehnmal schneller ist als Alternativlösungen wie Einlippenbohren bzw. Mikroerosion. Das Programm. Das CrazyDrill Flex-Programm besteht aus dem Zentrierbohrer «CrazyDrill Flexpilot» sowie dem Kleinstbohrer «CrazyDrill Flex». Beide Produkte ergänzen sich und werden idealerweise gemeinsam eingesetzt. Die Bohrer sind in Durchmessern von 0,1 mm bis 1,2 mm in einer Abstufung von 0,05 mm ab Lager erhältlich. Auf Anfrage werden auch Abstufungen von 0,01 mm gefertigt. Für ein optimales Verhältnis von Nutzungsmöglichkeit und Kosten wurden zwei verschiedene Bohrertypen mit Nutzlängen von 20 x d und 30 x d in das Programm aufgenommen. Schneller, tiefer, prozesssicherer. CrazyDrill Flex eröffnet gleich in doppelter Hinsicht neue Möglichkeiten für das Bohren: 1. Im Bereich Transfermaschinen- und Mehrspindeltechnik bietet der CrazyDrill Flex nicht nur die notwendige Elastizität, welche bis dato nur mit HSS erzielt werden konnte, sondern vor allem eine schnelle Bearbeitung, hohe Standzeit und Prozesssicherheit. 2. Der Bohrer ist in der Lage, tiefe Bohrungen bis 30 x d sehr schnell und präzise in verschiedene Materialien wie z. B. Stahl, Alu, Kupfer oder Messing zu realisieren. Diese Bohrungen waren bisher nur durch aufwendige Prozesse auf Sondermaschinen bzw. ab einer Durchmesseruntergrenze von 0,5 mm mit herkömmlichen, weitaus langsameren, Bohrtechniken durchführbar. Dank CrazyDrill Flex ist es ab jetzt möglich, kleine, tiefe Bohrungen schnell und kostengünstig auch auf Standardmaschinen zu fertigen und in den normalen Bearbeitungsprozess zu integrieren. Dies verschafft speziell der Forschung und Entwicklung neue Konstruktionsmöglichkeiten. Die Entwicklung geht weiter. Mit einer gezielten Optimierung des CrazyDrill Flex möchten die Ingenieure von Mikron Tool das unschlagbare Bohrkonzept nochmals verbessern. Eine integrierte Kühlung sowie eine adaptierte Beschichtung werden das Spanverhalten und die Standzeit des Bohrers auf ein noch höheres Leistungsniveau bringen. Darüber hinaus ist ein Programm für rostund säurebeständige Stähle sowie für Titan und Superalloys bereits in der Realisierungsphase.

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Werkzeuge ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Verwenden Sie Ihre Energie zweimal

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FÜGEN-TRENNEN-FORMEN

● Schweissen

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Sonderschweissanlage mit hohem Output für Kraftwerkskomponenten

Qualitätsschweissungen in Rekordzeit Steinmüller Afrika produziert in Pretoria Komponenten für Kraftwerke. Eine bis dato einmalige Schweissanlage von Cloos punktet dabei mit höchster Performance: Sie erreicht im Vergleich zum manuellen Schweissen einen bis zu 15-fach höheren Output. Und: Die Anlage muss weit über eine Million Bauteile im Schichtbetrieb über Jahre hinweg mit konstant hoher Qualität schweissen. DIPL.–ING. RALF HÖGEL

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enn die letzte Einheit des südafrikanischen Kraftwerks Medupi im Januar 2015 in Betrieb geht, wird diese gigantische Anlage das grösste Kohlekraftwerk Afrikas sein. Geplante Kapazität: 4800 MW. Bis dahin hat Steinmüller Afrika, ein Unternehmen der deutschen Bilfinger Berger Power Services, in seinem Werk in Pretoria West allerdings noch viel zu tun. Denn dort werden zwölf gigantische, rund 100 Meter hohe Kessel mit Durchmessern von 20 bis 30 Metern sowie eine Vielzahl weiterer Bauteile gefertigt, darunter Tragrohre mit rund 100 000 sogenannter Flossen pro Kessel.

Intelligente Anordnung der beiden Brenner im Gegenlauf. (Bilder: zvg)

Für den Kraftwerksspezialisten mit seinen knapp 500 Beschäftigten am Standort Pretoria heisst das, mehr als eine Million Flossen – so heissen die Tragbleche für die Heizflächen im Inneren der Kessel – mit ihren Tragrohren zu verschweissen. Diesen Bauteilen kommt im späteren Kraftwerksbetrieb eine Schlüsselrolle zu, sind sie doch für den sicheren Halt aller Heizelemente verantwortlich, die sich im Inneren eines Dampferzeugers befinden. Um den in diesem Bereich vorherrschenden Temperaturen standhalten zu können, sind die Halterungen als Rohre mit angeschweissten Flossen ausgeführt. Damit wird zum einen eine Kühlung sichergestellt und zum anderen eine zu starke Verzunderung vermieden. Für rund 80 Prozent aller Schweissun-

Übersichtliche Anlagensteuerung mit TouchFunktion.

Die Anlage liefert Schweissnähte in höchster Qualität – prozesssicher und reproduzierbar.

gen ist eine Sonderanlage der Carl Cloos Schweisstechnik GmbH aus Haiger verantwortlich. Das derzeitige Auftragsvolumen wird voraussichtlich im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Kurze Schweisszeiten. Im Vergleich zum manuellen Schweissen hat das automatisierte Schweissen entscheidende Vorteile. Thomas Barthel, Welding Manager bei Steinmüller Afrika: «Ohne Ausrichten der Bauteile erreicht die mit zwei gleichzeitig arbeitenden Schweissbrennern und zwei Schweissstromquellen ausgestattete Cloos-Anlage eine gleichbleibend hohe Schweissqualität, eine sehr gute Wiederholgenauigkeit und – für uns der entscheidende Grund zur Anschaffung und Optimierung der Anlage – sensationell kurze Schweisszeiten.» Gegenüber der manuellen Fertigung ist die Sonderschweissanlage je nach Anzahl der angeschweissten Flossen bis zu 15-mal schneller als die routiniertesten Schweisser. So funktioniert das automatische Schweissen. Die Bedienung der Anlage ist denkbar einfach. Der Werker legt ein Tragrohr ein und startet die Anlage. Die zu verschweissenden Flossen werden aus einem Magazin zugeführt und über eine Pick & Place-Einheit exakt positioniert. Die beiden Schweissbrenner fahren vor und der Schweissprozess beginnt. Heftvorgänge sind dabei nicht erforderlich. Um die später im Kessel des Kraftwerkes herrschenden Temperaturen bewältigen zu können, bestehen die Tragrohre aus dem relativ neuen Stahl 7CrMoVTiB 10.10, die Flossen je nach Variante aus 13CrMo4.5, X10CrAlSi7 oder X10CrAlSi18. Bei diesen hitzebeständigen Stählen muss allerdings der Wärmeeinbringung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie Thomas Barthel erklärt, werden deshalb zwar jeweils beide Schweissnähte einer Flosse gleichzeitig an das Tragrohr angeschweisst, jedoch startet ein Schweissarm vorne an der rechten Seite, während der andere Schweissarm hinten an der linken Seite der Flosse mit den Schweissarbeiten beginnt. Geschweisst werden die etwa 50 Millimeter langen Nähte der Flossen im MAG-Eindrahtschweissverfahren. Um die Wärmeeinbringung zu kontrollieren, arbeitet Steinmüller Afrika allerdings in verschiedenen Sektoren mit unterschiedlichen Parametern. Thomas Barthel: «Wir starten mit geringerem Schweissstrom, gehen dann sukzessive hoch und am Ende wieder runter. Die komplette


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Schweissstromsteuerung erfolgt computergesteuert über die innovative GLC 553 MC3/R Schweissstromquelle von Cloos, die sich hervorragend bewährt hat.» Ausgeklügelte Schweissprogramme gemeinschaftlich erarbeitet. Um die hitzebeständigen Stähle mit der nötigen Qualität verbinden zu können, haben Steinmüller und Cloos akribisch an den Schweissparametern gearbeitet. Zuerst wurden auf Basis der Erfahrung von Steinmüller Afrika erste Grundschweissparameter gesetzt, die dann in anschliessenden Versuchen fein abgeglichen wurden. Dabei wurde das Schweissverfahren so gesteuert, dass die Wärmeeinbringung ins Bauteil optimiert und der sich aus den Schweissungen ergebende Wärmefluss berücksichtigt werden konnte, erklärt Thomas Barthel. Nach dem Schweissen einer Flosse fahren die Brenner etwas zurück, das Rohr dreht automatisch um 180 Grad, und die nächste Flosse wird positioniert und verschweisst. Nach rund 25 Minuten verlässt das fertig geschweisste Tragrohr die Anlage. Da Greifereinheit und Lynette frei programmierbar verfahren können, sind der Typenvielfalt fast keine Grenzen gesetzt. Die Maschine ist seit Oktober 2009 erfolgreich im Einsatz und setzt durch die hohe Schweissgeschwindigkeit und den enormen Output Bestmarken in punkto Wirtschaftlichkeit. Daran hat nach Überzeugung von Thomas Barthel auch der technische Support durch Cloos seinen Anteil: «Durch die hohe Kompetenz der Mitarbeiter in Haiger konnte uns Cloos über die Telefonhotline bei Fragen immer zuverlässig und schnell unterstützen.» Zusätzliche Erweiterungen als Option. Optional könnte die Anlage noch mit einer induktiven Vorwärmeinheit ergänzt werden, die die Rohre vor

3D-Simulation der 20 m langen Sonderschweissanlage mit Darstellung eines eingespannten und teilweise geschweissten Tragrohres.

dem eigentlichen Schweissprozess auf eine definierte Temperatur vorwärmt. Auch die Ergänzung mit einer automatischen Rohrbeschickung steht als Option auf dem Programm. Den Vorteil der maschinengeschweissten Nähte sieht Schweissexperte Barthel neben der eklatanten Zeiteinsparung auch in der reproduzierbaren Prozesssicherheit, mit der hier Naht für Naht in exakt gleichbleibender Qualität entsteht. Qualitätsschwankungen durch den Faktor Mensch sind damit sicher ausgeschlossen. Die Nacharbeit an den Schweissnähten ist eher auf kosmetische Feinheiten begrenzt. Am Bedienpult der Anlage sind die jeweiligen Programme für die Schweissprozesse der unterschiedlichen Tragrohr-Flossen-Kombinationen hinterlegt. Hier sind auch alle relevanten Parameter gespeichert. Der Bediener wählt nur noch das passende Programm aus. Um Fehler auszuschliessen, hat

Steinmüller Afrika die Bedienung mit differenzierten Zugriffsrechten versehen. So ist beispielsweise der Eingriff in die Programmierung der Schweissparameter mit einem Passwort geschützt, Änderungen können nur von autorisierten Schweissexperten vorgenommen werden. Die Flexibilität der Schweissanlage liesse sich bei Bedarf durch soft- und hardwareseitige Veränderungen noch weiter steigern, momentan besteht dafür aber keine Notwendigkeit. Thomas Barthel: «Derzeit ist die Schweissanlage allein durch den laufenden Grossauftrag ausgelastet. Die Flexibilität der Maschine erlaubt es uns aber, ein ähnlich gelagertes Teilespektrum jederzeit abarbeiten zu können.» ● CARL CLOOS SCHWEISSTECHNIK GMBH D-35708 Haiger, +49 2773 85 0 info@cloos.de, www.cloos.de

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Metallurgisches Lichtbogenfügen von Stahl mit Aluminium zu Hybridplatinen

Schweissen, was nicht zu schweissen ist Eine Innovation hat die Grenzen des Schweissens weiter verschoben: Galten bisher Stahl und Aluminium als thermisch nicht miteinander fügbar, ist dies jetzt praxistauglich machbar. Die revolutionäre Lösung erfüllt die Visionen von Werkstoffexperten, Konstruktions- und Fertigungsingenieuren, vor allem aber Manager der Automobilindustrie wünschen sich: Festen Stahl mit leichtem Aluminium – je nach dem Beanspruchungsverlauf im Bauteil – belastungssicher thermisch zu verbinden.

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peziell der Automobilindustrie erleichtert dies, das Fahrzeuggewicht und damit den Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen zu reduzieren sowie den EUGrenzwert von 130 g/km CO2-Ausstoss im Jahr 2012 zu erfüllen. Auch in anderen Branchen – vom Designobjekt über das Hallendach bis zur Windenergieanlage – bringen zuverlässige Leichtbaukonstruktionen ebenfalls erheblichen Nutzen. Entgegen der Lehrbuchmeinung. Laut SchweissLehrbuchmeinung lassen sich die in ihren physikalischen Eigenschaften wie der Schmelztemperatur (1500 versus 590 °C) dem Ausdehnungskoeffizienten (1,2 versus 2,3 mm/100 °C) oder dem elektrochemischen Potenzial sehr unterschiedlichen Metalle nicht per Lichtbogenschweissen verbinden. Dieser schweisstechnische Engpass forderte Fronius schon seit über 20 Jahren heraus. Bereits vor der CMT-(Cold Metal Transfer)-Lösung entstanden erste reproduzierbare Verbindungen. Seit 2003 konkretisierte sich eine nachvollziehbare Technologie in der Zusammenarbeit mit Voestalpine. Zahlreiche Versuche belegen inzwischen die industrielle Tauglichkeit des Verfahrens und seiner Anwendungen. Aluminiumseitig liegt eine Schweissung vor, während das Stahlblech eine Lötverbindung zeigt. Fronius und Voestalpine erhielten für die Lösung verschiedene Patente. Gemeinsam entwickeln sie umformfähige Hybridplatinen. Als Halbzeuge lassen sie sich in Verfahren wie Abkanten, Walzen oder Tiefziehen zu Profilen oder Crashabsorbern umformen. Qualitätstests erfolgreich überstanden: Einige technische Randbedingungen: Die Stahlbleche müssen verzinkt sein (wie im Automobilbau üblich), die Aluminiumbleche aus den Werkstoffreihen AW5xxx oder 6xxx stammen und als Schweissbzw. Lotzusatzwerkstoff ist AlSi3Mn1 vorgegeben. Die Zinkschicht auf dem Stahlblech wirkt wie ein Flussmittel und benetzt den Stahl. Entscheidend ist

Eindrucksvoll demonstriert ein Crashtest das Zusammenspiel und den Effekt des Aluminium-Stahl-Bauteils; das Aluminium nimmt die Verformungsenergie auf, während der Stahl den gewünschten Abstand sicherstellt.

die intermetallische Phase (IMP). Sie soll so dünn wie möglich sein und höchstens 10 µm betragen. Dann ist die Festigkeit der Verbindung so hoch, dass bei Zerreissproben die Naht hält und das Abreissen im Aluminiumblech eintritt. Inzwischen belegen mehrjährige Tests an umgeformten Platinen, dass weder interkristalline noch Spannungs- oder Spaltrisskorrosionen auftreten, lediglich geringe Flächenkorrosionen sind nachweisbar. Für die Platinen haben sich Schweisssysteme bewährt, die mit dem CMT-Prozess beidseitig synchron senkrecht von oben nach unten schweisslöten. Das Knowhow von voest-alpine betrifft die Anarbeitung der

Nahtgeometrie; die Forschung und Entwicklung von Fronius steht für den Zusatzwerkstoff und die Modifikation des ebenfalls für Fronius patentierten CMT-Systems. ●

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Stahl (links) und Aluminium (rechts) verbindet eine gemeinsame thermisch gefügte Naht: Der Stahl ist gelötet und das Aluminium geschweisst. (Fotos: Fronius International GmbH)


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Wunsch: Verschwendung Vermeiden

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Wirklichkeit: Mehr Effizienz im Handumdrehen

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FFS rationalisiert schweisstechnische und mechanische Fertigung

Produktivitätssprung durch bessere Intralogistik Die ganzheitliche Betrachtung von Produktionsprozessen unter besonderer Berücksichtigung intralogistischer Abläufe gehört seit geraumer Zeit zu den erfolgreichsten Strategien, die Fertigung zu optimieren, um auf diese Weise wettbewerbsfähig zu bleiben beziehungsweise das Leistungsangebot zu erweitern.

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ei der Optimierung von Produktionsprozessen spielt die Automatisierung eine zentrale Rolle. Flexible Fertigungssysteme der Fastems GmbH gehören zu den effizientesten Automatisierungsanlagen. Bei der kompletten Neugestaltung der Produktionsabläufe in der Stemplinger Maschinenbau GmbH war das Flexible Fertigungssystem MLS-MD des finnischen Unternehmens Fastems von zentraler Bedeutung. Landwirtschaft heisst immer auch saisonaler Hochbetrieb. In der Zeit darf kein Gerät ausfallen. Da muss auch einmal ein Gerät ganz schnell repariert oder neu gebaut werden. Um diesen Anspruch zu verwirklichen, ist die Produktion beim TraktorFronthydraulik-Hersteller Stemplinger bis heute von einer hohen Fertigungstiefe geprägt. «Ausser Lager und Dichtungen bauen wir heute alles selbst», betont der Firmenchef. «Diese hohe Fertigungstiefe», erläutert Johann Stemplinger, «ermöglicht es, für jeden Traktor individuell die passende Fronthydraulik zu bauen. Die alte Produktionsweise war geprägt durch eine beträchtliche Vorratsfertigung, die trotzdem nur in ausgewählten Fällen eine schnelle Lieferung von Fronthydrauliken ermöglichte, denn wir bauen 70 bis 80 unterschiedliche Fronthydraulik-Einheiten. Diese Lagerfertigung erforderte viel Lagerfläche, einen erheblichen Aufwand an Umrüstungen an den Bearbeitungsmaschinen, einen hohen innerbetrieblichen Transportaufwand sowie diverse Zwischenlagerungen. Insgesamt war ein Zustand erreicht, der eine fertigungstechnische Neuordnung erforderte. So habe ich überlegt, wie kann ich die Produktion organisieren, dass wir genau in der Reihenfolge produzieren, in der die Produkte bestellt werden? Der Lösungsansatz war die Automation der mechanischen Fertigung bis zur Losgrösse 1. Im Prozess der Lösungsfindung, gemeinsam mit der Firma Fastems, erarbeiteten wir einen Lösungsweg, auf dem wir die ganzheitliche Optimierung des Fertigungsprozesses nach intralogistischen Regeln realisierten.»

Der automatisierte Fertigungsablauf. Jeder eingehende Auftrag bekommt eine eigene Auftragsnummer, die den gesamten Produktionsprozess bis zur Aus-

lieferung des Auftrages begleitet. Das heisst, alle Teile, die zu einer bestimmten Fronthydraulikgruppe gehören, werden unter dieser Auftragsnummer gefertigt. «Eine Fronthydraulik-Einheit», erläutert Johann Stemplinger, «besteht aus zwei Komponenten: Die Hydraulikgruppe, die auch als Frontkraftheber bezeichnet wird, trägt das Anbaugerät, hebt es hoch oder senkt es in die Arbeitsstellung ab. Der Antrieb des Anbaugeräts erfolgt über die zweite Komponente, die Frontzapfwelle. Sie wird über ein Getriebe, eine Kupplung (mit eigener Anfahrsteuerung) sowie eine Antriebswelle mit der Kurbelwelle des Traktormotors verbunden. Auf diese Weise kann an der Frontzapfwelle die volle Traktorleistung, das heisst die gesamte Motorleistung abgenommen werden. Wir bauen Fronthydraulik-Einheiten, die eine Motorleistung (Dauerleistung) von maximal 360 PS übertragen können. Über die ölhydraulische Kupplung kann der Schlepperfahrer in der Kabine das Anbaugerät per Knopfdruck zuschal-

Getriebeblock für einen 140-PS-Case-Schlepper.

ten. Neben den prismatischen Werkstücken und den Hydraulikzylindern fertigen wir inzwischen alle Wellen und Zahnräder selbst. Damit sind wir in der Lage, auch aussergewöhnliche Übersetzungen zu realisieren und damit Anbaugerät und Schleppermotor optimal zu verbinden.» «Alle Rohteile für die Fertigung unserer prismatischen Teile», führt Johann Stemplinger weiter aus, «schneiden wir aus Blechtafeln unterschiedlicher Dicke aus. Die entgrateten und zum Teil gebogenen Brennteile stapeln wir in eine Gitterbox, bis ein Gewicht von maximal 1,4 t erreicht ist. Diese Gitterboxen transportieren wir zu unserem Flexiblen Fertigungssystem, das wir im Jahre 2009 in Betrieb nahmen. Mit der Einlagerung der Rohteile in das Fastems-Regal beginnt die automatisierte Abarbeitung der Aufträge, bis zum fertigen Versand, der kompletten Einheit.» FFS steuert automatisierte Produktion. «Das Fastems Flexible Fertigungssystem, vom Typ MLS-MD (Multi Level System – Medium Duty)», erläutert Fastems-Verkaufsleiter Klaus Maurmaier, «übernimmt die Steuerung der Fertigung der prismatischen Teile. Die Fastems-Anlage verbindet, ver- und entsorgt zwei Bearbeitungszentren des Typs Deckel Maho DMC125UdB sowie eine Roboterzelle, in der ein MotomanSchweissroboter mit einem Arbeitsbereich von 6,5 Metern arbeitet. Dazu sind im Fastems-Regal die Gitterboxen mit den Brennschneidteilen sowie die Maschinenpaletten und die Schweisspaletten eingelagert.» Das 46 Meter lange Regalsystem bietet Platz für 64 Maschinenpaletten, auf denen die Werkstücke in den Deckel MahoBearbeitungszentren bearbeitet werden. Auf den 1000  800 Millimeter grossen Maschinenpaletten sind die unterschiedlichen Spannvorrichtungen aufgespannt, in die die zu bearbeitenden Werkstücke eingespannt werden. Die Paletten sind ausgelegt für Gesamthöhen von maximal 1400 Millimetern und Gesamtgewichte bis zu 1500 kg. Automatisiertes Schweissen. Da auch die Schweissteile automatisiert geschweisst werden, müssen sie in entsprechenden Schweissvorrichtungen auf speziell angefertigten Schweisspaletten eingespannt


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werden. Das Fastems-Regal bietet Platz für 95 800 ⫻ 800 Millimeter grosse Schweisspaletten, die Gesamthöhen von 1400 Millimetern sowie ein Gesamtgewicht bis zu 1500 kg erreichen dürfen. «Sämtliche Vorrichtungen sowie die Maschinenund Schweisspaletten haben wir selbst gebaut», berichtet Johann Stemplinger und bietet auch gleich die Begründung: «Die Vorrichtungen gehören zum Kern-Know-how unserer Fertigungstechnologie. Wir haben gelernt, wo welche Bearbeitungskräfte auftreten und wie man sie am bestem aufnehmen kann.» Als dritte Komponente bietet das zweireihige Regal Platz für 115 835 ⫻ 1240 Millimeter grosse Gitterboxen, die bepackt maximal 1000 mm hoch und 1400 kg schwer sein dürfen. Fürs Ein- und Ausschleusen der Gitterboxen bietet das Fastems-System zwei Materialstationen. Eine ist in der Schweisskabine, die andere zwischen dem zweiten Bearbeitungszentrum und der Schweisszelle installiert. Neben den Stationen sind PCs montiert, mit denen das Flexible Fertigungssystem (FFS) bedient und gesteuert wird. Über diese Rechner geben die Maschinenbediener Stückzahl und Teilenummern ein. Die FFS-Steuerung MMS (Manufacturing Management System) ordnet jeder Gitterbox einen Lagerplatz zu. Den Umschlag

FÜGEN-TRENNEN-FORMEN

Blick auf die Umrüststation mit den beiden Be- und Entladestationen. Auf der linken Station sieht man einen für die mechanische Bearbeitung aufgespannten Front-Hydraulikblock für einen 150-PS-John-DeereSchlepper.

übernimmt das Regalbediengerät, das zwischen den beiden Regalreihen in der Fastems-Anlage arbeitet. Damit weiss die FFS-Steuerung genau, wo welche Teile lagern. Die FFS-Steuerung kontrolliert und verwaltet jedoch nicht nur die eingelagerten

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Teile, sondern auch alle Maschinen- und Schweisspaletten, sämtliche Werkzeuge in den Werkzeugmagazinen der beiden Bearbeitungszentren sowie sämtliche Bearbeitungsprogramme für die Bearbeitungszentren und für den Schweissroboter. Die Be-

Weiterbildung, die antreibt. Unsere praxisnahen Weiterbildungsangebote führen zum Master, Diploma oder Certificate of Advanced Studies. Aktuelle Kurse – Mikro- und Nanotechnologie (MAS) – Integriertes Risikomanagement (MAS) – Instandhaltungsmanagement (CAS) – Integriertes Risikomanagement (CAS) – Risikomanagement und Recht (CAS) – Risiko- und Krisenkommunikation (CAS)

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● Schweissen

arbeitungsprogramme werden der FFS-Steuerung sowohl von Konstrukteuren als auch von den Maschinenbedienern bei der Werkstattprogrammierung zugespielt. Zur Vorbereitung des nächsten Auftrags sendet die FFS-Steuerung die Bearbeitungsprogramme an die ausgewählte Maschine und an die Roboterzelle. Gleichzeitig überprüft sie, ob alle benötigten Werkzeuge mit einer ausreichenden Standzeit zur Verfügung stehen. Das Regalbediengerät holt die gelb lackierte Gitterbox mit den benötigten Brennschneidteilen aus dem Regalfach und bringt sie zur Materialstation in der Schweisskabine. Neben dieser Materialstation steht eine dreh- und kippbare Be- und Entladestation. Dort hat das Regalbediengerät bereits eine Schweisspalette mit der passenden Schweissvorrichtung abgestellt. Jetzt kann der Schweisser die Schweissteile direkt aus der Gitterbox nehmen. Er braucht sich nur umzudrehen und kann die Teile auf kürzestem Weg in die Schweissvorrichtung einspannen. Bestückungsplatz für das Heften. Mitunter muss er Teile auch heften. Deshalb befindet sich dieser Bestückungsplatz in einer mit Schutzvorhängen ausgestatteten Schweisskabine. Sind die Teile aufgespannt, signalisiert der Schweisser, dass die bestückte Schweisspalette abgeholt werden kann. Das Regalbediengerät fährt die so vorbereitete Schweisspalette zum Palettenwechsler der Roboterzelle. Ausserdem teilt er der FFS-Steuerung die Anzahl und den Typ der entnommen Brennschnittteile mit. Die Gitterbox mit den Restteilen lagert das Regalbediengerät wieder ins Regal ein. Nach dem Roboterschweissen lagert das Regalbediengerät das Schweissteil wieder ins Regal ein oder bringt es sofort zur Umrüststation. Zur Umrüststation gehören zwei Be- und Entladestationen. Das Regalbediengerät bringt das Schweissteil zur rechts angeordneten Station. Dort wird es an einen Kran angeschlagen und ausgespannt. Auf der benachbarten Be- und Entladestation wartet bereits die Maschinenpalette auf das Schweissteil. Nach dem Kranumschlag wird es dort mit der Spannvorrichtung verbunden. Um dem Maschinenbediener das Spannen zu erleichtern, ist die zweite Be- und Entladestation mit einer Schwenkund Kippeinheit ausgerüstet. Das Regalbediengerät bringt die bestückte Maschinenpalette zum Palettenwechsler des ausgewählten Bearbeitungszentrums. Die beiden Deckel Maho-Maschinen des Typs DMC125UdB bieten eine 5-Seiten-Bearbeitung, sodass in der Regel die Bearbeitung in einer oder zwei Aufspannungen erfolgt. Eine Maschine ist als Halbtoleranzmaschine ausgelegt, sodass sich auch Teile mit einer höheren Genauigkeit fertigen lassen. «Je nach Teilegruppen», berichtet Johann Stemplinger, «fertigen wir in den Qualitätsstufen 6 bis 9.» Nach der mechanischen Bearbeitung steht das Regalbediengerät erneut vor dem Bearbeitungszentrum, um die Palette ins Regal zu legen oder sie aus-

Teilansicht des Flexiblen Fertigungssystems MLS-MD zwischen den beiden Deckel Maho-Bearbeitungszentren.

Mit dem Master-PC verbundener Rechner zur Registrierung der ein- und ausgegebenen Teile und Spannvorrichtungen.

zuschleusen. Zum Ausschleusen müssen allerdings alle Teile, die zu einer Fronthydraulik-Einheit gehören, gefertigt sein. In diesem Fall erfolgt das Ausschleusen über die beiden rückseitig installierten Beund Entladestationen. An diesen Stationen fährt die Hängebahn vorbei, an die die fertig bearbeiteten Teile per Kran übergeben werden. Auf diese Weise werden alle Teile, die zu einer Fronthydraulik-Einheit gehören, zusammenhängend gestrahlt, phosphatiert und pulverbeschichtet. Nach dem Einbrennen der Lackschicht gelangen alle Teile zusammen zur Montage und von dort zum Versand. Rationalisierungsergebnisse. «Durch den automatisierten Fertigungsfluss», resümiert Johann Stemplinger, «haben wir die Produktivität bei gleichem Personaleinsatz um mindestens 30 Prozent gesteigert. Die Durchlaufzeit für eine Fronthydraulik-Einheit beträgt von der Bestellung bis zur Ausliefe-

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rung drei Tage. Zuvor haben Kunden Fronthydrauliken in zwei Tagen bekommen, sofern es sich um Lagerware handelte. Die Fertigung von Fronthydrauliken, die nicht am Lager waren, dauerte in der Regel drei bis vier Wochen, selten auch bis zu sechs Monaten. Die Fronthydrauliken werden jedoch gebraucht, sobald der bestellte Traktor beim Händler ist. Das hatte zur Folge, dass sich die Telefonate im Büro ständig um das Thema Lieferzeit drehten und dort viel Zeit verloren ging. Jetzt fertigen wir in der Reihenfolge der Bestellung und können jedem Kunden sagen, wann seine Bestellung ausgeliefert wird. Das hat die Lage im Büro deutlich entspannt.» Die Fertigung nach Bestelleingang brachte vor allem aber Ruhe und Ordnung in den Fertigungsablauf, die auch dann erhalten bleiben, wenn doch einmal schnell ein Ersatzteil oder eine Eilbestellung zwischengeschoben wird. Es entstehen keine Rüstzeitverluste, weil keine Serienproduktion unterbrochen wird. Die Maschinenpaletten mit den entsprechenden Spannvorrichtungen stehen in der Fastems-Anlage bereit und werden hauptzeitparallel bestückt. Weiterhin bietet die Einzelteilfertigung die Möglichkeit, sehr schnell auf Änderungen zu reagieren. Es kann sich sowohl in unseren Konstruktionen etwas verbessern, aber auch bei den Traktoren. Änderungen bei vorgefertigten Teilen waren immer ein Problem, das mitunter sogar mit der Verschrottung einiger Teile sowie mit dem Verlust von bereits aufgebrachter Arbeitszeit einherging. Durch das Flexible Fertigungssystem haben wir die Produktionskapazität, mit gleichbleibender Mitarbeiterzahl, erheblich gesteigert. Damit stehen dem Unternehmen freie Fertigungskapazitäten zur Verfügung, die sich zur Herstellung weiterer Qualitätsprodukte nutzen lassen und für zusätzliche Beschäftigung sorgen. ●

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Wettbewerbsfähigkeit durch intelligente Automatisierung steigern

Roboterbasierte Automation sichert den Produktionsstandort Schweiz Die Exportwirtschaft steht vor einer schwierigen Situation. Doch einige Firmen haben bereits über längere Zeit bewiesen, dass sie auch in der Schweiz wettbewerbsfähig für den globalen Markt produzieren können. Eine intelligente Automation hilft ihnen – wobei das Wort «intelligent» eine wesentliche Rolle spielt. FRANK-PETER KIRGIS

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ie europäische Währungsunion versinkt im Chaos. Der Franken ist so stark wie noch nie. Dies bringt die Exportwirtschaft in eine schwierige Situation. Wie dramatisch ist die Lage? Wandern Industriebetriebe ins Ausland ab, drohen Massenentlassungen und Lohnkürzungen? Was muss getan werden, um die Industriebetriebe in

der Schweiz zu erhalten? Das sind die Fragen, die momentan die Schweizer Industrie beschäftigen. Es gibt aber auch Antworten auf die Herausforderungen, denen sich die Schweizer Industrie stellen muss. Dazu gehört, sich über intelligente Automation Gedanken zu machen. Das Stichwort «Roboter» weckt bei vielen die Angst vor Jobverlusten. Der Fakt, dass Roboter entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und zum Erhalt

Die Firma Schweizer ist konkurrenzfähig dank gesunder Mischung aus manueller und automatisierter Fertigung. Sie schuf damit auch neue Arbeitsplätze. (Bild: zvg)

des Standortes Schweiz beitragen, ist leider immer noch zu wenig bekannt. Dabei gibt es – gerade in der Schweiz – genügend Beispiele, die belegen, dass der Einsatz von Robotertechnik vielen Firmen hilft, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und ihre Produktion auf die Herausforderung des wirtschaftlichen Umfelds anzupassen. Dadurch werden Arbeitsplätze gesichert und der Einsatz des qualifizierten Personals an die richtigen und wichtigen Stellen verlagert. >>


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Zehn Gründe und mehr. Die IFR (International Federation of Robotics) hat im Jahr 2005 eine Studie veröffentlicht, aus der die 10 guten Gründe für die Investition in Roboter hervorgegangen sind. 1. Reduzierung der Betriebskosten 2. Verbesserung der Produktqualität und -beschaffenheit 3. Verbesserung der Arbeitsbedingungen 4. Steigerung der Produktivität 5. Steigerung der Fertigungsflexibilität 6. Reduzierung von Materialabfällen und Steigerung des Ertrags 7. Verbesserung der Sicherheit in der Produktion 8. Reduzierung der Personalfluktuation 9. Reduzierung der Kapitalkosten (Lager- und Umlaufbestand) 10. Beanspruchung kleinerer Produktionsflächen Wer intelligent automatisiert, der wird sich auch an diesen Eckpunkten orientieren und seine Ziele entsprechend so ausrichten, dass er möglichst viele dieser Vorteile für sich nutzen kann. Es geht nicht darum, dass Produktionsbetriebe auf Biegen und Brechen automatisierte Prozesse bei sich installieren, die teilweise «over-engineered» und somit nur kompliziert und teuer sind. Auch bei der Automatisierung gilt: «Einfacher ist besser». Ebenso spielt die Langzeitbetrachtung eine entscheidende Rolle. Die reine Investition und die damit verbundene Amortisation müssen so gerechnet werden, dass auch der Betrieb der Anlage und die Unterhaltskosten mit einfliessen. Das heisst, dass nicht die reinen Anschaffungskosten einer Anlage ausschlaggebend sind, sondern die Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus der Anlage. So kann etwa eine Anlage, deren Anschaffungskosten zwar 15% über der einer Alternative liegen, diese Differenz bereits innerhalb eines Jahres amortisieren, da sie im Betrieb effizienter und günstiger ist. Stellen geschaffen dank Automatisierung. Ein bekanntes Unternehmen, das bereits seit Jahren auf den Einsatz von Robotern setzt, ist die Firma Trisa. Über eine Million Zahnbürsten verlassen täglich das Unternehmen im luzernischen Triengen. Damit ein solches in einem Hochpreisland hergestelltes Massengut auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein kann, investiert das Unternehmen intensiv in neue Produkte. Trisa versteht sich denn auch in der Branche als Innovations- und Technologieleaderin.

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Ausser auf Innovation wird sehr stark auf Automation gesetzt. Trisa ist neben der Migros jenes Unternehmen in der Schweiz, das seine Produktion am konsequentesten mit ABB-Robotern automatisiert hat. «Und trotzdem haben wir in den letzten zwölf Jahren, seit wir die ersten Roboter installiert haben, mehrere hundert Stellen geschaffen», betont Felix Fischbacher, Export Marketing Manager bei Trisa. Rund 40 ABB-Roboter sind bei Trisa im Einsatz – vor allem bei der Endverpackung. Kapazität mehr als verdoppelt. Das Metallbauunternehmen Ernst Schweizer AG setzt in seiner neuen Produktionsstrasse für Sonnenkollektoren auf ABB-Roboter, die den Schweiss- und Klebeprozess automatisieren. Auch hier stehen Qualität und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Durch den Einsatz der Roboter kann die Kapazität mehr als verdoppelt werden – was neue Arbeitsplätze schafft. Bei Schweizer hat man nicht auf eine «Vollautomatisierung» gesetzt, sondern nur jene Prozesse automatisiert, die am meisten Sinn machen. Daraus resultiert eine Produktion, die eine gesunde Mischung aus manueller und automatisierter Fertigung darstellt. Die Mitarbeitenden führen eine interessantere Tätigkeit aus und stellen qualitativ hochstehende Produkte her, die auch international wettbewerbsfähig sind. Auch Kleinunternehmen setzen auf Robotik. Das KMU Hans Gerber stellt in Lindau Särge her. Der Kostendruck in der Produktion hat auch vor dieser Branche nicht haltgemacht. Schon in den 90erJahren hat Gerber erkannt, dass eine effiziente Produktion und der Ausbau der Kapazität die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Billiganbietern, z. B. aus Osteuropa, erhöhen. Eine selbst entwickelte Lösung, bei der zwei Industrieroboter für die Montage und das Finish der Särge verantwortlich sind, ermöglicht die Produktion auch dann, wenn die Mitarbeitenden abends nach Hause gehen. Das steigert die Kapazität. Eine sinnvolle Ergänzung der manuellen Schreinerarbeiten durch Automatisierung und eine gute Wettbewerbsposition ist die Folge. Den Grundstein in der Ausbildung legen. Damit die Schweizer Unternehmen für die Zukunft gerüstet sind, muss bereits in der Ausbildung der Fachkräfte dafür gesorgt werden, dass diese mit modernsten Technologien wie der Robotik vertraut sind. ABB bietet zu diesem Zweck für Schulen, Universitäten

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und Ausbildungsinstitute ein Paket an, das es den Auszubildenden und Studenten ermöglicht, an richtigen Industrierobotern zu üben und die Möglichkeiten der roboterbasierten Automation kennenzulernen. So werden die Mitarbeitenden der Zukunft darauf vorbereitet, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen so zu gestalten, dass auch der Produktionsstandort Schweiz auf lange Sicht Bestand hat. Die richtige Beratung macht den Unterschied. Aber was tun, wenn die notwendige Kapazität für die Planung einer Anlage nicht zur Verfügung steht? Nicht resignieren, sondern sich Hilfe holen. Viele Sondermaschinenbauer und Systemintegratoren sind in der Lage, passende Konzepte für die roboterbasierte Automation zu erstellen. Sie verlassen sich dabei auf die Beratung von ABB. Auch Produzenten wie die Migros Industriebetriebe, Trisa oder Lista Office vertrauen der jahrzehntelangen Erfahrung von ABB Robotics und arbeiten mit dem Netzwerk der Partner zusammen. Dazu kommen die Werkzeuge für die Planung von Anlagen und Anwendungen, die in kurzer Zeit komplexe Fragestellungen lösen können. Die Voraussetzungen für die Automatisierung in der Schweiz könnten kaum besser sein. Es gibt gut ausgebildetes Fachpersonal, eine intakte Logistikinfrastruktur, und die Verfügbarkeit von Halbfabrikaten sowie Rohmaterialien in gleichbleibend hoher Qualität ist sichergestellt. Zudem lassen sich gut geplante Investitionsprojekte einfach finanzieren und belasten die Unternehmen nur wenig. Wer heute die Möglichkeiten nutzt, wird auch morgen noch im immer rauer werdenden Wirtschaftsklima bestehen können. ● ABB SCHWEIZ AG, ROBOTICS 8048 Zürich, 058 586 05 15 get.info@ch.abb.com, www.abb.ch/robotics, Autor Frank-Peter Kirgis ist Leiter des Geschäftsbereichs Robotics bei der ABB Schweiz AG

Mehr Informationen über die intelligente Automation im Interview auf der folgenden Seite.

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Interview mit Frank-Peter Kirgis, Leiter Geschäftsbereich Robotics, ABB Schweiz AG

«Bei der Produktidee bereits an die Automatisierung denken» — technica: Herr Kirgis, eine übertriebene Automatisierung kann negative Auswirkungen haben für ein Unternehmen. Welches sind die grössten Stolpersteine, die man bei einer Planung beachten und umgehen muss, um nicht dem Over-Engineering zu verfallen? Frank-Peter Kirigis: Die bekanntesten Fälle für übertriebene Automatisierung sind die, die sich trotz «flexibler» Automation in die Unflexibilität manövrieren. Zu starre Prozesse, keine Puffer mehr, keine Möglichkeit für Anpassungen, keine Qualitätskontrollen an den notwendigen Stellen und so weiter. Speziell in der Robotik finden wir leider ab und zu Fälle, bei denen zu viel Komplexität in einzelne Systemteile gepackt wird. So zum Beispiel in den Robotergreifer, der dann so viele Sensoren und Aktoren beinhaltet, dass die Anzahl der Fehlerquellen einfach nicht mehr beherrschbar ist und die Anfälligkeit in der Produktion extrem zunimmt. Auch hier gilt: je einfacher, desto besser. — Ein Planungsspezialist kann solche Missgriffe, die ja auch finanzielle Verluste mit sich führen, verhindern. Wie aber umgehen Berater wie zum Beispiel von der ABB, dass sie zum Wohl der eigenen Firma noch einen Roboter mehr verkaufen oder eine etwas überdimensionierte und daher teurere Steuerung? Grundsätzlich geht es unseren Beratern darum, nachhaltig zu arbeiten. Eine schlechte Beratung oder Überdimensionierung führt früher oder später dazu, dass der Kunde das Vertrauen verliert und bei einem nächsten Projekt nicht mehr auf uns zukommt. Wir wollen langfristige Kundenbeziehungen und unsere Produkte während des gesamten Produktlebenszyklus betreuen. Die professionelle Beratung ist der Start dazu. Es ist schön, wenn man mehr Roboter verkaufen kann – das machen wir, wenn wir mehrfach mit

Frank-Peter Kirgis: «Es gibt kein perfektes Automatisierungskonzept, aber clevere und intelligente Lösungen.» (Bild: ABB Schweiz)

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den Kunden ins Geschäft kommen und die installierte Basis kontinuierlich ausbauen. Dabei spielt es auch keine Rolle, wo auf der Welt der Roboter am Ende installiert wird. — Merken Sie in raueren wirtschaftlichen Zeiten eher, dass die Frage nach einer Automatisierung zunimmt? Ja. Es ist zu beobachten, dass sich einige Firmen mehr und konkreter Gedanken zur Automatisierung machen. Allerdings wird die Rechnung sehr oft nicht ganzheitlich gemacht und viele Möglichkeiten werden begraben, bevor sie überhaupt richtig analysiert werden. Vielfach werden nur punktuell Einsparungsfaktoren betrachtet, die dann eine Amortisation in vernünftiger Zeit nicht ermöglichen. Wenn man alle Faktoren gründlich prüft und auch den gesamten Lebenszyklus der Anlage betrachtet, würde man mehr und sinnvoller investieren und am Ende noch mehr damit verdienen. Dabei spielen insbesondere Qualität, Produktivität und Lieferbereitschaft eine wichtige Rolle. — Es gibt zurzeit einige Produktionsfirmen, die vom Wegzug ins Ausland reden oder diesen Schritt bereits umgesetzt haben. Könnte ein perfektes Automatisierungskonzept den Wegzug solcher Firmen verhindern? Es stellt sich die Frage, ob es das perfekte Automatisierungskonzept gibt? Und das glaube ich nicht. Es gibt aber sehr clevere und intelligente Lösungen, die in vielen Fällen definitiv eine Abwanderung ins Ausland verhindern. Dazu gehört aber auch im einen oder anderen Fall, dass bereits beim Produkt, das hergestellt werden soll, über Automatisierung nachgedacht wird: das sogenannte «Designed for Manufacturing». Dabei wird darauf geachtet, dass das Produkt so hergestellt werden kann, dass es auch in einem Hochlohnland gewinnbringend in höchster Qualität produziert werden kann. Das bedingt aber, dass quasi schon bei der Produktidee die Automatisierung eine Rolle spielt. Firmen, die Produkte herstellen, die auch mit grössten Anstrengungen nur in Handarbeit gemacht werden können, werden immer eine extreme Herausforderung haben. Dort ist eher die Frage, ob man das «Price Premium» im Markt durchsetzen kann. Gelingt das nicht, dann ist die Abwanderung ein Ausweg. Ich bin überzeugt, dass Firmen wie z. B. Trisa sich über Abwanderung Gedanken machen oder gemacht haben. Trisa verfolgt aber eine sehr konsequente Automatisierungsstrategie und dies ist sicher einer der Gründe, warum man aus der Schweiz heraus in diesem Segment erfolgreich ist. (ea) ●


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Fluidik

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Die Feldbus-Ventilinsel mit G3-Elektronik, Profibus-DP-Anschluss, 2 I/O-Modulen, Datensicherungsmodul und Pneumatikventilen mit Stahlschieber-Gleitmantel-Technologie der Serie 2012. (Bild: Asco Numatics)

Feldbussystem G3 von Asco Numatics

Der Kombinations-Sechser Mit der Entwicklung des feldbusintegrierten Ventilinsel G3 wollte Asco Numatics ein hohes Ziel erreichen: den Aufwand bei Aufbau und Betrieb einer Anlage zu minimieren und damit die Effizienz zu erhöhen. Heraus kam ein Produkt, das über sechs Leistungsmerkmale verfügt, die es bisher in dieser Kombination noch nicht gab.

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eim Feldbussystem G3 der Asco Numatics GmbH, einer der führenden Hersteller von Magnetventilen und elektronischen Steuerungselementen für die Fluidtechnik, handelt sich um den einzigen in eine Ventilinsel integrierten Feldbusknoten, der über KlartextDisplays zum Ablesen und Eingeben verschiedener Parameter, ein integriertes Datensicherungsmodul sowie leicht austauschbare und universell einsetzbare I/O-Module verfügt. Hinzu kommen der neue Numatics-Sub-Bus für die Ansteuerung von bis zu 16 Unterinseln, Speedcon-M12Schnellverriegelungen zum Anschluss von elektronischen Verbindungsleitungen und die bisher unerreichte Kapazität von bis zu 256 Ein- und 512 Ausgängen je Feldbusknoten. Die Innovationen haben alle ein Ziel: den Aufwand beim Aufbau und Betrieb einer Anlage zu minimieren und damit die Effizienz zu erhöhen. «Im Preisniveau sind wir mit der neuen G3-Feldbuselektronik absolut wettbewerbsfähig», betont man bei Asco Numatics. «Zusätzlich bieten wir deutlich mehr Leistung. Eine Alleinstellung, die auf hohes Kundeninteresse stossen dürfte.» Die

Innovationen der G3-Feldbuselektronik sehen im Detail wie folgt aus: 1. Das Display. Ein in jedes Modul integriertes Display gibt im Klartext Auskunft über Kurzschlüsse, fehlende oder zu niedrige Spannungsversorgung, den Ausfall von Sub-Modulen, die Aktivierung eines Selbsttests und das Netzwerkfehlerlog. Bei Wartungs-, Installations- und Reparaturarbeiten wird Zeit gespart, da Störquellen nicht mehr aufwendig gesucht werden müssen. Ohne separat anzuschliessendes Diagnosegerät erkennt der Monteur direkt vor Ort, welche Massnahmen einzuleiten sind. Darüber hinaus können mithilfe von zwei Eingabetasten – ohne teures, separates Programmiergerät – zentrale Einstelloptionen wie Netzwerkadresse, Baud-Rate, die Anzahl der Einund Ausgänge direkt am Modul bearbeitet sowie die Wiederherstellung seiner Werkseinstellungen vorgenommen werden. 2. Das Datensicherungsmodul. Das optionale Datensicherungsmodul, das direkt neben dem Feldbusknoten sitzt, fragt bei jedem Einschalten der

Anlage die Parameter der einzelnen G3-Module ab und speichert sie. Kommt es zum «Absturz» oder Ausfall eines Systems, ist beim erneuten Hochfahren keine neue Einstellung der aktuellen Werte erforderlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der «Absturzursache» um einen Blitzeinschlag, einen Stromausfall oder eine mechanische Beschädigung handelt. Auch für ein im Austausch eingebautes Modul brauchen bei eingebautem Datensicherungsmodul keine Einstellungen mehr vorgenommen zu werden. Die Parameter des vorherigen Moduls werden beim Einschalten automatisch überspielt. 3. Der modulare Aufbau. Dank des modularen Aufbaus der Feldbus- und Modulinseln können die einzelnen Module problemlos und schnell «von vorne» ausgetauscht werden, ohne dass andere Module auf der DIN-Schiene gelockert oder entfernt werden müssen. Die Modulverzahnung im Schwalbenschwanzdesign und der neuartige Verbindungsclip machen dies möglich. Gleichzeitig reduziert sich die Lagerhaltung, da dieselben Module sowohl an der zentralen Feld-


Fluidik ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

Feldbussysteme Feldbussysteme sind industrielle Kommunikationssysteme, die eine Vielzahl von Sensoren, Stellgliedern und Antrieben (Aktoren) innerhalb einer Anlage mit einem zentralen Steuerungsgerät verbinden. Die Feldbustechnik wurde entwickelt, um die bis dahin übliche Parallelverdrahtung der einzelnen Bauteile sowie die analoge Signalübertragung durch digitale Übertragungstechnik zu ersetzen. Wegen des dadurch drastisch sinkenden Verdrahtungsaufwandes ergeben sich für den Anwender deutliche Vorteile bei Installations-, Wartungs- und Reparaturarbeiten. Zusätzlich zu den gängigen Feldbusprotokollen wie Profibus, Profinet, EtherNet/IP, DeviceNet, CANopen und Modbus unterstützt die G3Feldbuselektronik auch den Open-Source-Standard Ethernet Powerlink. Die Asco Numatics GmbH liefert eine Produktpalette von mehr als 60 000 Artikeln aus dem Bereich «Fluidtechnik» und ist Mitglied der international tätigen Emerson-Gruppe.

businsel wie auch an Unterinseln verwendet werden können. 4. Der Numatics-Sub-Bus. Die zentrale Feldbusinsel kommuniziert über einen Numatics-eigenen SubBus mit den Unterinseln, die ihrerseits auch Ventile enthalten können. Diese Modularität führt dazu, dass Ventile nahe am Aktuator angebracht werden können, wodurch die Pneumatikverbindungen zwischen Ventil und Aktuator minimiert werden und der Verschlauchungsaufwand sowie die Druckluftkosten deutlich reduziert.

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5. Die Speedcon-Anschlüsse. Die Speedcon-Steckdosen und -Gerätestecker für die Anschlüsse der Feldelemente (Aktoren, Schalter, Sensoren etc.) an den Modulen. Die M12-Stecker brauchen nicht verschraubt werden, sondern sie müssen einfach nur in die Anschlussbuchse eingeführt und dort um 180° verdreht werden. Gerade an schwer zugänglichen Stellen ist das eine besondere Montageerleichterung. Normale M12-Stecker lassen sich aber auch verwenden. 6. Die Ein- und Ausgänge. Die bisher im Pneumatikbereich unerreichte Anzahl von 256 Ein- und 512 Ausgängen je Feldbusknoten ermöglicht, dass kleine und mittlere Maschinen komplett über nur einen Feldbusknoten steuer- und regelbar sind. Mit seinen digitalen und analogen Ein- und Ausgängen kann jede Kommunikationsaufgabe gelöst werden. Die G3-Elektronik lässt sich leicht mit allen Plug-in-Stahlschieber-Ventilen von Asco Numatics kombinieren. Alle gängigen Feldbussysteme sind lieferbar. «Mit der neuen G3-Feldbuselektronik haben wir ein innovatives Produkt im Angebot, das auch neue Anwendungsfelder jenseits der Pneumatik eröffnet», freut sich Marco Carrano, Vertriebsleiter der Asco Numatics GmbH in Studen. «Die Resonanz bei Gesprächen mit Konstrukteuren und Servicepersonal ist ausgesprochen positiv.» (ea) ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Antriebstechnik

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Drehzahl-, Stillstands- und Geschwindigkeitsüberwachung

Sicherheit für alle Antriebsfälle Die Funktion «Sichere Drehzahlüberwachung» schliesst in der Automatisierungstechnik Funktionen wie «Sichere Stillstandsüberwachung» und «Sichere Drehrichtungserkennung» ein. Im Fokus dieser Funktion steht einerseits der Schutz des Bedien- und Wartungspersonals, andererseits soll sie auch dem Schutz der Maschine dienen. Das Ziel sollte sein, einen konstanten Produktionsablauf durch Drehzahl- oder Geschwindigkeitsüberwachung zu gewährleisten. M I C H A E L S C H L E C H T, M A R KU S S C H L Ö G L , KATRIN LAACK, ANDREAS HAHN

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er Schutz des Bedieners vor Gefahr bringenden Bewegungen im Einrichtbetrieb – Stichwort: offene Schutztüre – oder während des Werkzeugwechsels sind die häufigsten Anwendungsszenarien für eine Drehzahl-, Stillstands- oder Geschwindigkeitsüberwachung. In allen diesen Fällen dient der sichere Stillstand dazu, die Achsbewegung auf Stillstand zu überwachen und bei einem Überschreiten des eingestellten Grenzwerts die Anlage sicher abzuschalten. Bei Anlagen, die einen drehzahlvariablen Antrieb besitzen, der im Stillstand nicht energielos geschaltet werden soll, muss generell der sichere Stillstand überwacht werden. Damit bei diesen Anlagen ein schneller Wiederanlauf und kurze Taktzeiten in der Produktion gefahren werden können, werden die Antriebe unter Energie auch im Stillstand in Lageregelung gehalten. Das Zusammenspiel zwischen der sicheren Überwachung der Bewegung und den daraus resultierenden kurzen Stillstandszeiten erlaubt es, die Produktion effektiv zu gestalten. Lineare und rotatorische Bewegungen sicher machen. In der Automatisierungstechnik sind Anwendungen im Bereich der sicheren Geschwindigkeitsüberwachung vielfältig. Zum einen lassen sich die über lineare Bewegungen charakterisierbaren Anwendungen nennen, beispielsweise im Bereich der Lagerlogistik oder im Transportwesen. Bei Anwendungen im Bereich der Lagerlogistik werden Laufrichtung und Geschwindigkeit überwacht, um grundsätzlich die Anlagenverfügbarkeit zu garantieren. Würde eine Person die Anlage begehen, wird der Antrieb zwar ebenfalls unter Energie gehalten, aber dennoch auf Stillstand sicher überwacht. In Abhängigkeit von der Laufrichtung der Anlage werden unterschiedliche Fahrsätze angelegt. Bei Fahrt in das Lager beispielsweise kann die Geschwindigkeit einer definierten mechanischen Nocke auf ein höheres Mass umgeschaltet werden. Zum anderen sind es rotatorische Bewegungen, die überwacht werden. Hier werden die Fahr- und Hubbewegungen des Greifers überwacht. Ein Bei-

spiel: Im manuellen Eingriff oder im Einlegebereich kann nur mit limitierter Geschwindigkeit gefahren werden. In diesem Fall dient die sichere Richtungserkennung der Bewegung dazu, die Geschwindigkeit umzuschalten. Typischerweise finden sich rotatorische Bewegungen bei Anlagen in der Holz- oder Metallbearbeitung: Im Bereich der spanenden Metallbearbeitung werden sichere Drehzahl- und Stillstandüberwachungen etwa dazu eingesetzt, die Bediener im Stillstand bei Werkzeugwechsel gegen ungewollte Achsbewegungen zu schützen. Hintergrund: Unterschiedliche Werkzeuge erfordern aufgrund der maximalen Prozessgeschwindigkeit eine Überwachung der Geschwindigkeit während der Bearbeitung. Die Drehzahlüberwachung sorgt hier dafür, dass das Werkzeug vor Beschädigung durch Übergeschwindigkeit geschützt ist. Individuell skalierbar und flexibel anpassbar. Heute stehen bereits sichere, kompakte und kostengünstige Drehzahl- bzw. Stillstandsüberwachungen zur Verfügung, die eine grosse Produktpalette umfassen und deshalb auf die jeweilige Anwendung individuell skalierbar und flexibel anpassbar sind. Die Vielzahl der am Markt verfügbaren Gebersysteme erfordert es, möglichst eine Drehzahl- bzw. Stillstandsüberwachung anzubieten, die unterschiedliche Gebersysteme mit nur einer Variante abdeckt. Weiter sollte ein solches System in der Lage sein, die unterschiedlichsten Anforderungen an den Performance Level zu beantworten. Eine Lösung, die unabhängig von externen Faktoren wie eben unterschiedlichen Gebersystemen ist, schafft Vorteile für die Auswahl der Komponenten. Ausgehend von Einzelgeräten, den sogenannten Stand-alone-Produkten, über kleinere modulare, skalierbare Systeme bis hin zu komplexen Steuerungssystemen kann der Anwender für seine Anwendung die passende Lösung implementieren. Solche massgeschneiderten Lösungen erlauben es zudem, Kosten zu optimieren.

Gefahrensituationen im Bereich von Vertikalachsen bzw. hängenden Lasten: Laufrichtung und Geschwindigkeit können hier zum Beispiel überwacht werden, um grundsätzlich die Anlagenverfügbarkeit zu garantieren.

Individuelle Anpassung optimiert Prozesse. Für die Überwachung von Drehzahl und Stillstand lediglich einer Achse eignen sich parametrierbare Stand-alone-Geräte wie der Drehzahlwächter PNOZ s30. Dieser bietet zudem die Möglichkeit, Drehrichtung und Fenstergeschwindigkeit sicher

zu überwachen. Darüber hinaus ist bei Bedarf die Funktion «Sichere Positionsüberwachung im Stillstand» integrierbar. Das PNOZ s30 ist offen für alle am Markt gängigen Motorfeedback-Systeme oder Näherungsschalter und ist in Anwendungen bis PL e einsetzbar.


AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

Sollen dagegen mehrere Achsen sicher überwacht werden, bieten sich skalierbare, modulare Systeme zur Drehzahl-, Stillstandsüberwachung mit integrierter Drehzahl- und Stillstandsüberwachung wie etwa das konfigurierbare Steuerungssystem PNOZmulti an. Sämtliche Sicherheitsfunktionen werden bei diesem über das zugehörige Softwaretool, den PNOZmulti Configurator, direkt am PC erstellt und können auf einer Chipkarte gespeichert werden: Der dafür vorhandene Sicherheitsbaustein reiht sich nahtlos in die Bibliothek der Sicherheitsfunktionen wie etwa «Not-Halt», «Schutztür», «Zweihand» sowie eines Betriebsartenwahlschalters ein. Alle Sicherheitsfunktionen werden über den bewährten PNOZmulti Configurator direkt am PC erstellt und können auf einer Chipkarte gespeichert werden. Das modulare Hardwarekonzept erlaubt es, die Anzahl der gewünschten Drehzahlüberwachungen zu skalieren und an das Basisgerät anzureihen. Dabei können über ein einziges konfigurierbares Steuerungssystem PNOZmulti bis zu vier Drehzahlund Stillstandswächter betrieben werden. Die Grenzwerte zur Überwachung von bis zu acht unabhängigen Achsen lassen sich dabei über das Softwaretool PNOZmulti Configurator frei einstellen. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit ist es sinnvoll, mehrere Sicherheitsfunktionen zu kombinieren, wie z. B. Drehzahlüberwachung und Not-Halt zur Abschaltung des Antriebs mit der Überwachung von Stillstand und einer Schutztür. Eine solche Applikation stellt eine typische Anforderung für die Überwachung von Werkzeugmaschinen dar, die sich mit einem konfigurierbaren Steuerungssystem wie PNOZmulti flexibel umsetzen lässt. Denn solche Systeme überwachen nicht nur die Drehzahl, sondern darüber hinaus auch weitere Sicherheitsfunk-

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tionen sowie auch Standardsteuerungsfunktionen. Auch für komplexe Drehzahlüberwachung. Bei weitverzweigten Anlagen sind modular aufgebaute Automatisierungssysteme wie etwa PSS 4000 von Vorteil. In diesem ist die sichere Überwachungsfunktion vollständig in die Anwendersoftware verlagert. Die Auswertung der Signale von zwei Standard-Drehgebern ermöglicht hierbei die sichere Überwachung von Geschwindigkeit, Position und Stillstand einer Achse. Die Kombination von sicheren Zählermodulen, speziellen Funktionsbausteinen zur Plausibilisierung der Signale und Standard-Drehgebern im Automatisierungssystem PSS 4000 ist durch unabhängige Prüfstellen für eine sichere Positionsüberwachung bis PL e bzw. SIL CL 3 zertifiziert. Im modularen Systemaufbau können an einem Steuerungsmodul bis zu acht Achsen entsprechend überwacht werden. Durch die sichere Vernetzung mehrerer Steuerungsmodule über das EchtzeitEthernet SafetyNET p entsteht ein skalierbares Überwachungssystem, in welchem die Daten zu Position, Geschwindigkeit und Stillstand für alle Achsen systemweit zur Verfügung stehen. Dabei eröffnet die sichere Verarbeitung von Sollund Grenzwerten im Anwendungsprogramm zusätzliche Möglichkeiten zur dynamischen Überwachung. Die Parametrierung muss nicht mehr im Voraus und mit einer begrenzten Anzahl von Grenzwerten erfolgen, sondern kann zur Laufzeit dynamisch und stufenlos an den Produktionsprozess angepasst werden. Damit lassen sich auch die Fehlerreaktionen frei programmieren. Dies schliesst eine dedizierte Reaktion auf eine Kombination der Zustände mehrerer Achsen ein. Für schnellste Reaktionen. Arbeiten Werker im Wirkungsbereich von elektrischen Achsen, sind Antriebslösungen von Vorteil, die die Sicherheit direkt in das Antriebssystem integrieren. Die sehr kurzen Reaktionszeiten ermöglichen es im Fehlerfall oder als Reaktion auf Bedienerhandlungen, damit die Anlage sehr schnell in einen sicheren Zustand gebracht wird. Diese antriebsintegrierten Sicherheitsfunktionen bieten dem Maschinenhersteller neue Möglichkeiten, um die Produktivität seiner Anlagen zu erhöhen, die Wartungsaufwendungen zu reduzieren und dies bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit für den Bediener. Die Funktion «Sicherer Betriebshalt» (SOS) ermöglicht es dem Bediener, einen Gefahrenbereich zu betreten, ohne dass die Antriebe vom Netz getrennt werden müssen. Die Achsen halten aktiv ihre Position und dadurch bleibt die Synchronisation derselben erhalten. So kann nach Quittierung, des Schutzbereichs die Anlage einfach und schnell wieder angefahren werden. Beim Einrichten einer Maschine verfährt der Werker mit einem Totmannschalter die Achsen im Tippbetrieb. Durch Loslassen des Totmannschalters wird

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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häufig mit dem «Sicheren Stopp 1» (SS1) ein Halt eingeleitet. Der «Sichere Stopp 1» beinhaltet auch eine sichere Bremsrampe für das Anhalten. Dabei wird der Antrieb aktiv elektrisch abgebremst und unterstützt damit das Moment der Haltebremse. Bei Vertikalachsen bietet die antriebsintegrierte Sicherheitsfunktion «Sicherer Bremsentest» (SBT) die Gewähr, dass im Bedarfsfall die der Haltebremse zugedachte Sicherheitsfunktion zur Verfügung steht. Doch Haltebremsen unterliegen Verschleiss. Die erfor-

derliche regelmässige Prüfung der Wirksamkeit bzw. die erforderlichen Wartungsarbeiten führen zu einem hohen organisatorischen Aufwand und Kosten. Der sichere Bremsentest kann automatisch die Wirkung der Haltebremse überprüfen. Ist die Wirkung nicht mehr gesichert, wird eine Fehlerreaktion eingeleitet. Neben antriebsintegrierten sicheren Antriebslösungen besteht die Möglichkeit, externe Lösung, d. h., nicht integrierte Lösung – zu wählen. Welche Lösung die optimale ist, ist von Anwendung zu An-

wendung individuell festzulegen. Während integrierte Lösungen Vorteile mit Blick auf die Reaktionszeit haben, haben externe Lösungen den Vorteil, dass sich diese flexibel an die jeweilige Anforderung anpassen lassen. Für beide Möglichkeiten gilt jedoch, dass die Auswertung von sicheren Gebersignalen oder Gebersystemen angestrebt wird. Die Berechnung des Gesamtsystems nach der aktuellen Normenlage bestimmt dabei den Einsatz eines möglichen Systems zur sicheren Überwachung der Geschwindigkeit. Ob Einzelgerät, kleinere modulare, skalierbare Systeme oder komplexe Steuerungssysteme, Anwender sollte für ihre Anwendung die jeweils passende Lösung implementieren. Denn nur über massgeschneiderte Lösungen lassen sich Gefahr bringende Bewegungen sicher überwachen, was letztendlich Kosten optimieren hilft. ● PILZ INDUSTRIEELEKTRONIK GMBH 5506 Mägenwil, 062 889 79 30 pilz@pilz.ch, www.pilz.ch Autoren Die Autoren arbeiten im Produktmanagement der Pilz GmbH & Co KG.

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Fluidik ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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Rohrflanschdichtungen für den Einsatz in hygienisch kritischen Prozessanlagen und Rohrleitungssystemen

Sauberkeit und Sicherheit in Reinräumen In einem umfangreichen Testprogramm hat sich gezeigt, dass die neuen Rohrflanschdichtungen von Parker eine anhaltende Dichtwirkung und eine ausgezeichnete Verschleissbeständigkeit besitzen. Dazu kommen eine komplette Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Werkstoffe und eine leichte Montage. Entwickelt wurde die Dichtung speziell für den Einsatz in Bereichen, in denen Hygiene und Sauberkeit oberstes Gebot sind.

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it dem zum Patent angemeldeten Design erfüllen die 2K-Flanschdichtungen HD laut Parker die hohen qualitativen und technischen Anforderungen beim Einsatz in hygienisch kritischen Prozessanlagen und Rohrleitungssystemen. Die nahezu 100-prozentige (±0,2 mm) Bündigkeit der Dichtung verhindert an der Anschlussstelle Toträume mit der Gefahr eines Medieneinschlusses, der das Wachstum von Mikroorganismen und die daraus resultierende Kontaminierung des Systems begünstigen würde. Zudem trägt die bündige Konstruktion dazu bei, eine Erosion des Elastomerwerkstoffs zu vermeiden, dessen Eintrag in den Prozessstrom ebenfalls zu Verunreinigungen führen könnte.

Kunststoffdichtung mit Elastomerformteil. Hergestellt werden die 2K-Flanschdichtungen HD aus dem Hochleistungskunststoff Ultrason P (PPSU) mit ausgezeichneter Chemikalienbeständigkeit in scharfen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und einem Elastomer-Formteil, das in verschiedenen EPDM-, NBR-, VQM- und FKM-Werkstoffen ausgeführt werden kann. Die Neuentwicklung zeichnet sich durch eine Querschnittsreduzierung im äusseren Dichtungsbereich aus, der damit eine Nutüberfüllung und Extrusion ins Rohr bei thermischer Ausdehnung verhindert. Hierzu trägt auch eine stabilisierende Kunststoffeinlage bei. Die primäre Dichtwirkung ergibt sich aus einem beidseitig am inneren Durchmesser liegenden Dichtungswulst. Dadurch bietet das neue Design eine höhere druckunterstützte

Parker an der Motek Parker hat sein Angebot an Blitzanschlüssen erweitert. Das Blitzanschlusssystem LF 3000 von Parker Legris ist jetzt auch mit einem Durchmesser von nur 16 mm verfügbar. Die neuen Anschlüsse und Rohre sind mit ihrem neuen Design für Konfigurationen bei Druckluftmaschinen besonders geeignet. Die LF- 3000-Serie schliesst die wichtigsten Bauformen wie T-Anschlüsse, gerade Anschlüsse sowie Winkelanschlüsse ein. Die speziellen Rohrsysteme mit einem Durchmesser von 16 mm sind in fünf Farben aus Polyurethan und Polyamid erhältlich. Sie zeichnen sich durch ihre gute Chemikalienbeständigkeit aus und sind geeignet für kompakte Installationen. Motek: Halle 5, Stand 5538

Die nahezu 100-prozentige Bündigkeit der Dichtung verhindert an der Anschlussstelle Toträume mit der Gefahr eines Medieneinschlusses. (Bild: Parker Hannifin)

Dichtwirkung als frühere Konstruktionen. Fixiert wird das Dichtungselement am Flansch aussen mit einem Clip. Umfangreiches Testprogramm hinter sich. Die 2K-Flanschdichtung HD besitzt die internationale ASME BioProcessing Equipment (BPE) Zertifizierung und Werkstoff-Zulassungen nach USP Class VI, FDA und NSF. In umfangreichen Testprogrammen mit über 500 CIP-Reinigungs- und SIP-Dampfzyklen (CIP = cleaning in place, SIP = steam in place) habe die 2K-Flanschdichtung HD eine hervorragende chemische Beständigkeit gezeigt und qualifiziere sich auch dadurch speziell für Lebensmittel- und Pharmaanwendungen, teilt die Firma Parker mit. Die Dichtungen sind auch für den Einsatz in verwandten Industrien mit besonderen Hygieneanforderungen wie der Biotechnologie und Kosmetikherstellung sowie der Chemie- und Prozesstechnik und der Halbleiterindustrie geeignet. Sicherheit und leichte Montage. Die 2K-Flanschdichtungen HD bieten neben hoher Sicherheit, Verschleissarmut und Langlebigkeit im Einsatz auch Kostenvorteile durch einen sehr geringen Montageaufwand. So entfällt beispielsweise dank des optimierten Setzverhaltens die Notwendigkeit des Nachziehens der Klemmverbindung. Die Demontage der Verbindungsteile und die Entfernung

der Dichtung erfolgen von Hand und erfordern keine besonderen Werkzeuge. Jede 2K-Flanschdichtung HD verfügt über eine lasergravierte Produktkennung, die sich aus den entsprechenden Werkstoffcodes und relevanten Fertigungsdaten zusammensetzt. Dank hauseigener Herstellung der Gummimischungen ist auch eine vollständige Rückverfolgbarkeit bis hin zu den eingesetzten Rohmaterialien gewährleistet. (ea) ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Antriebstechnik

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Die modernisierte Maschine bietet die Möglichkeit, in einem erweiterten Dickenbereich für Spaltbänder aus Aluminium von 0,2 bis 3 mm zu arbeiten. Die Schere ritzt das Material an und staucht es leicht. Wie Glas bricht es dann von selbst.

Runderneuerte Spaltanlage produziert erweitertes Angebot in kürzerer Zeit

Wieder fit durch Retrofit Intensive Nutzung und jahrelanger Einsatz – selbst an besten Maschinen zeigen sich da die Zeichen der Zeit. Ist dann die Mechanik noch in gutem Zustand und muss vor allem die Steuerungs- oder Antriebstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden, sind Retrofit-Massnahmen meist wesentlich wirtschaftlicher als ein Neukauf. Bei Metall Service Menziken gelang es dank Modernisierung, die Rüstzeit einer Band-Spaltanlage um 50 Prozent zu senken.

S

eit mehr als 25 Jahren leistet die Aluminium-Spaltanlage bei der Metall Service Menziken AG gute Dienste. Die 1986 von Burghardt & Schmidt gebaute Sondermaschine – die Einzige ihrer Art in der Schweiz – ist spezialisiert auf das Schneiden von dünnen (bisher 0,2 bis 2,5 mm) und empfindlichen Alu-Metallbändern. Heute bestellt, morgen geliefert: Im Stundentakt werden bei Metall Service Menziken auf dieser Anlage just in time Aufträge für Industriekunden erledigt. Zunehmend machte sich mit der Zeit allerdings die intensive Nutzung der Spaltanlage bemerkbar: Diverse Komponenten entsprachen nicht mehr den Anforderungen an die hohen Qualitätsmassstäbe des Unternehmens. Auch liess die Produktivität der Anlage Wünsche offen. In der Theorie ist die Rechnung einfach: Je schneller die Werkzeuge für jeden Auftrag umgerüstet werden können, desto kürzer ist die Durchlaufzeit, umso mehr Aufträge kann das Unternehmen erledigen. Für die praktische Umsetzung beschloss das Unternehmen, dass eine Modernisierung der Aluminium-Spaltanlage mit einer Rundumerneuerung die beste Lösung ist. Umgesetzt wurde diese in einer vierwöchigen Umbauphase, während der die Maschine stillstand.

Kürzere Durchlaufzeit. «Als zentrales Ziel sollte mit dem Projekt die Herstellzeit inklusive Rüsten und Spalten um 50 Prozent reduziert werden», berichtet Adrian Geiregger, Leiter Fertigung und Logistik bei Metall Service Menziken. Bisher dauerte das Umrüsten der Werkzeuge für jeden neuen Auftrag immerhin durchschnittlich 50 Minuten, während der eigentliche Auftrag – das Spalten von Aluminiumbändern – in zehn Minuten Laufzeit erledigt war. Zudem sollten zentrale Komponenten wie die Schere erneuert werden – «weil die alte Schere bei 150 mm Wellendurchmesser eine entsprechende Durchbiegung bei sehr dicken Materialien verursachte», so Geiregger. Darüber hinaus galt es, einige Mängel im Bereich der Bandzuführung zur Schere sowie auf der Aufwickelseite mit verbesserten Spannungen und Halterungen zu beheben. Geplant war ebenso eine neue TreibrollenstandZuführeinheit. «Sportlicher Ehrgeiz» und gut aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit waren nach den Worten von Projektleiter Geiregger nötig, um den geplanten Umbau in einer Rekordzeit von einem Monat zu bewältigen – erforderlich waren unter anderem umfangreiche Baumassnahmen für eine verbesserte Verankerung der Maschine und das Ausheben

einer Grube, in der jetzt der Bandstreifenabfall gesammelt wird. Kompetenter Support. Die Installation aller elektrischen Komponenten inklusive Engineering übernahm die Firma Hediger Elektro AG. Umgesetzt wurde die Modernisierung von Antrieben und Steuerungen ausschliesslich mit Siemens-Komponenten. «Ich habe die gute Erfahrung gemacht, dass die bewährten Komponenten von Siemens reibungslos miteinander kommunizieren», sagt Firmenleiter Samuel Hediger. «Und wenn es technische Probleme gibt, werden sie schnell behoben. Da kann ich mich auf einen kompetenten und zuverlässigen Support schon beim Verkauf und auch während der Inbetriebnahme verlassen.» Im Ergebnis hat Metall Service Menziken mit dem Retrofit-Projekt alle Ziele erreicht: «Schon im ersten Testlauf stellten wir fest, dass alles funktioniert – mit sehr guter Qualität von Anfang an», fasst Adrian Geiregger zusammen. «Der Endkunde hat vom Umbau gar nichts gemerkt.» Die modernisierte Maschine bietet die Möglichkeit, in einem erweiterten Dickenbereich für Spaltbänder aus Aluminium von 0,2 bis 3 Millimeter zu arbeiten. Die neue Schere ermöglicht engere Toleranzen und einen besseren Schnittgrat. An der


Antriebstechnik ●

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UNTERNEHMENSINFO

Hediger Elektro AG Elektroinstallationen, Telecom-Systeme. Software-Entwicklung sowie Entwurf, Projektierung und Konzeption elektrischer Anlagen sind zentrale Geschäftsfelder der 1994 gegründeten Hediger Elektro AG, Menziken. Geliefert wird die gesamte Steuerungsausrüstung für Anlagen in der Verfahrenstechnik, Montageautomation, Förder- und Lagertechnik sowie im Maschinenbau. Hediger Elektro bietet Vollservice inklusive 24-Stunden-Pikettdienst. www.hedag.ch

UNTERNEHMENSINFO

Metall Service Menziken AG Die Firma Metall Service Menziken ist mit rund 90 Mitarbeitenden ein Unternehmen der Debrunner Koenig-Holding mit Sitz in St. Gallen. Diese gehört zur international tätigen Klöckner & Co, dem grössten produzentenunabhängigen Stahl- und Metalldistributor im Gesamtmarkt Europa und Nordamerika. Die Debrunner Koenig Holding ist mit den Tochtergesellschaften Debrunner Acifer, Koenig Feinstahl und Metall Service Menziken in der Schweiz mit rund 1500 Beschäftigten ein führendes Distributionsunternehmen in den Bereichen Multi-Metall-Distribution, Bewehrungen und Bautechnik, Technische Produkte und Verbindungstechnik. www.metallservice.ch

Für die Modernisierung von Antrieben und Steuerungen wurden ausschliesslich SiemensKomponenten verwendet.

Technik in Kürze Die vorhandenen Gleichstromantriebe der BandSpaltanlage – für den Abwickler (20 kW), die Schere (90 kW) und den Aufwickler (205 kW) – wurden beibehalten. Sie werden neu über Stromrichter der Reihe Sinamics DC Master angesteuert. Für weitere Komponenten wie den Zerhacker, der Randstreifen verkleinert, ist das modulare Umrichtersystem Sinamics G 120 eingesetzt; der Portalantrieb funktioniert mit dem modularen Servoantrieb Sinamics S 120, die Hilfsantriebe sind mit dem Niederspannungsumrichter Micromaster 4 ausgerüstet. Die Gesamtanlage wird von einer leistungsstarken SimaticS7-400-Steuerung (CPU 412-1) koordiniert. Das Interfacemodul IM 151-7 F-CPU ist mit einem autarken Sicherheitsprogramm (Distributed Safety) für die Sicherheit in der gesamten Anlage zuständig. Für eine fehlersichere Kommunikation sorgt die Vernetzung mit Profibus/Profisafe.

ebenfalls erneuerten Werkzeug-Ladestation mit Wechselvorrichtung werden jetzt die Messer automatisch bestückt – nach manueller Vorbestückung an einer externen Station. «Das ist für uns eine grosse Zeitersparnis», erläutert Geiregger. Heute bestückt ein Mitarbeiter permanent die Messer. Die für den Werkzeugwechsel erforderliche Zeit hat sich von bisher 50 auf jetzt 30 Minuten reduziert. Drei Mitarbeiter können daher heute in einer Schicht gleich viele Aufträge erledigen wie vorher vier Mitarbeiter in zwei Schichten. Fazit von Projektleiter Adrian Geiregger: «Die Umrüstzeiten haben sich dadurch mehr als halbiert. Und die Kunden profitieren von kürzeren Lieferfristen, engeren Toleranzen und einem erweiterten Fabrikationsangebot.» Eingreifen im laufenden Betrieb. Spezielle Herausforderung neben dem eigentlichen Umbau war bei diesem Retrofit-Projekt das Thema Sicherheit. Geiregger schildert. «Damit Aluminiumhalbzeug hergestellt werden kann, müssen Facharbeiter nah an der Fertigung sein, den Prozess beobachten und gegebenenfalls auch eingreifen können.» Denn Aluminiumhalbzeug ist nicht so robust wie ein

Stahlband: Streifen und Kratzer sind schnell entstanden. Ausserdem werden Alubänder über ein besonderes Verfahren gespalten – ohne Schnittkante. Die Schere ritzt das Material an und staucht es leicht. Wie Glas bricht es dann von selbst. Das erfordert Fingerspitzengefühl vom Anlagenführer. Anders als moderne Maschinen, die komplett abgekapselt und automatisiert arbeiten, erlaubt die modernisierte Bandspaltanlage ein Eingreifen und eine Qualitätsbeurteilung im laufenden Betrieb. Geiregger beschreibt: «Flexibilität ist die Spezialität dieser Maschine. Man kann sie nach Bedarf stoppen und wieder weiterlaufen lassen.» (ea) ● SIEMENS SCHWEIZ AG 8047 Zürich, 0848 822 844 automation.ch@siemens.com, www.siemens.ch METALL SERVICE MENZIKEN AG 5737 Menziken, 062 765 26 26 info@metallservice.ch, www.metallservice.ch HEDIGER ELEKTRO AG 5737 Menziken, 062 765 60 90 info@hedag.ch, www.hedag.ch

Die vorhandenen Gleichstromantriebe der BandSpaltanlage für Abwickler, Schere und Aufwickler werden neu über Sinamics DCM angesteuert.


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INTRALOGISTIK

● Lagertechnik

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Maximale Platznutzung durch zusätzlich aufgeständerte Lagerfelder. Im Bild, die beidseitige doppelttiefe Lagerung von KLTs mit den Abmessungen 600⫻400⫻320 mm.

Automatisches Kleinteilelager (AKL) im Kingsize-Format

Hoch hinaus Ein Kingsize-AKL gleicht Flächenprobleme auf schwierigem Terrain mehr als nur aus. Bito realisiert als Systempartner des Generalunternehmers Gebhardt Fördertechnik das bis dato grösste «innen eingestellte» AKL der Firma mit über 60 000 Stellplätzen. EDGAR GRUNDLER

G

egründet im Jahr 1936 und bis heute konsequent auf Wachstumskurs – so ungefähr lässt sich die Geschichte des mittelständischen Handelsunternehmens HaWeWerkzeuge Hans Werner GmbH & Co. KG aus Laupheim (D) in aller Kürze zusammenfassen. Der sukzessive Geschäftsausbau brachte das Unternehmen bereits verschiedentlich in die sicherlich nicht ganz unerfreuliche Zwangslage, dass die Kapazitätsgrenze beim Lager erreicht wurde und daher über neue Lösungen nachgedacht werden musste. In bisher vier Bauabschnitten weiteten die BadenWürttemberger die Lagerfläche auf 8000 m2 aus – doch auch dies wurde bald zu knapp. Im Jahr 2009 holten der Gründersohn und Geschäftsführer Gerd Werner und sein Sohn Rainer Werner ein Investitionsvorhaben hervor, das sich schon länger in Planung befand: Ein Hochregallager und eine neue Kommissionierung sollten realisiert werden, welche auch die betrieblichen Abläufe optimieren. Da

diese Investition schon reichlich überdacht war, mussten sich die angefragten Lager- und Fördertechniklieferanten mit ziemlich klaren Zielvorstellungen und Anforderungen auseinandersetzen. Die Lagerfläche ausbauen, kam erschwerend hinzu, wollte das Unternehmen nicht: Ein Hochregallager und der Bereich Wareneingang, Kommissionierung und Versandvorbereitung sollten in den bestehenden Standort integriert werden. 21 Meter hohes AKL bringt 60 000 Stellplätze. Dazu erläuterte Rainer Werner: «Als Vollsortimenter beliefern wir ausschliesslich Baustoff-, Eisenwarenund Branchenfachhändler mit über 9000 verschiedenen Artikeln – ein Sortiment also, das in der Breite und Tiefe fast keine Wünsche offen lässt. Die mehr als 3000 Kunden schätzen unsere bekannt hohe Lieferbereitschaft von nahezu 99 Prozent. Die Händler stehen heute unter argem Zeitund Leistungsdruck und können demnach nicht lange auf dringend benötigtes Qualitätswerkzeug warten. Da wir aus Platzgründen und deshalb

nicht optimalen Kommissionierabläufen besonders bei hohem Auftragseingang zu lange Abwicklungszeiten bekamen, entschlossen wir uns zum Neubau einer Lagerhalle mit Behälter-Hochregallager und Fördertechnik zur Versorgung und auch Entsorgung von mehreren Kommissionierplätzen.» Die Anfragen bei potenziellen Lagersystemanbietern brachten verschiedene Lösungsvorschläge, die sich jedoch bei genauerer Betrachtung teilweise als «suboptimal» herausstellten. Ein Komplettangebot aber überzeugte. Es stammte von der Firma Gebhardt Fördertechnik GmbH, welche als Generalunternehmerin offerierte. Gebhardt wiederum nahm für die Gewerke AKL und Behälter die Firma Bito Lagertechnik Bittmann GmbH ins Boot, mit der man schon bei verschiedenen Projekten stets sehr gut zusammenarbeitete. Baldur von Entress Fürsteneck, Leiter Bauobjekte bei Gebhardt Fördertechnik, führte dazu aus: «Sowohl die Flächen- als auch die Topografieverhältnisse und der Anlagenbau und die Fördertechnik sowie schliesslich die Terminvorstellungen waren für alle Beteilig-


technica 10.2011

Lagertechnik ●

INTRALOGISTIK

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starke Marken ten schon eine Herausforderung. Planungstechnisch mussten wir alle Reserven herausholen, was am Ende dazu führte, dass wir hier ein recht hohes Lager in Massivbauweise haben, das gleichzeitig in Brandschutzklasse F90 ausgeführt wurde. «Das Gesamtprojekt an den GU Gebhardt zu vergeben, hatte für den Kunden HaWe den grossen Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben und somit die leidige Schnittstellenproblematik zu vermeiden. Bito als ein wesentlicher Systempartner übernahm die Realisierung des AKLs mit acht Reihen und vier Gassen, was im Klartext heisst, dass in der X-Achse 80 Felder zu 500 mm Achsenmass und in der Y-Achse 48 Ebenen vorzufinden sind, was am Ende exakt 60 768 Stellplätze ergibt. Behälter aus kostengünstigem Recyclingmaterial. Das AKL stellt mit einer Systemhöhe von 21 Metern (L = 40 m, B = 16 m und Regaltiefe = 1219 mm) auch

Im Bild vorne rechts Geschäftsführer Gerd Werner, links dahinter Rainer Werner, beide von Hans Werner GmbH & Co. KG, hinten links Baldur von Entress Fürsteneck, Leiter Bauobjekte, und hinten rechts Dirk Hofmann, Vertrieb, beide von Gebhardt Fördertechnik GmbH. (Bilder: zvg)

für die erfahrenen Anwendungstechniker von Bito eine ziemliche Herausforderung dar. Beim AKL für HaWe handelt es sich um das grösste bzw. höchste bis dato gebaute «innen eingestellte» AKL. Ausserdem wurden von Bito auch die Zugangsund Fördertechnikbühne geliefert und schliesslich 51000 Stück KLT-Behälter 64320R, wobei es sich hier um Behälter mit den Abmessungen 600⫻400 ⫻320 mm (L⫻B⫻H) handelt, die einen verstärkten Boden aufweisen. Dieser ist erforderlich, weil die Behälter für Lasten bis zu 50 kg ausgelegt werden mussten, und ausserdem sorgen verstärkte Böden für mehr Laufruhe. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die 51000 KLTs aus recyceltem Material hergestellt sind, was hinsichtlich der Leistungsfähigkeit keine Beeinträchtigungen mit sich bringt, aber die Kosten reduzieren hilft und das ist bei 51 000 Stück durchaus ein beachtenswerter Aspekt. HaWe wählte die KLTs deshalb auch in stapelbarer Ausführung, weil das AKL nicht nur zur Lagerung von Kleinmengen, sondern grundsätzlich zur Aufnahme jeglicher Lagerware bis zu einer bestimmten Grösse dient. Demnach kann es sein, dass Produkte, die es in grösseren Mengen zu bevorraten gilt, bis zu 30 Behälter beanspruchen, während es sich ansonsten um einzelne mit Ware gefüllte Behälter handelt. Interessant ist auch die doppelt tiefe Lagerung der Behälter in den einzelnen AKL-Fächern, die deshalb für Fachlasten bis 100 kg (zwei KLTs zu 50 kg) ausgelegt sind. Dadurch, und natürlich durch die Systemhöhe mit 21 Metern, konnte auf der sehr knapp bemessenen Hallenfläche eine enorme Lagerdichte erreicht werden. Stellten sich Gerd und Rainer Werner zum Anfang ihrer Überlegungen vor, im neuen Lagerbereich einmal über etwa 20 000 Behälter-Lagerplätze verfügen zu können, so sind heute im AKL über 60 000 Stellplätze vorhanden. Sortimentserweiterung dank mehr Stellplätzen. Rainer Werner meinte dazu: «Im Durchschnitt bearbeiten wir im erweiterten Einschichtbetrieb pro Tag etwa 250 Sammelaufträge mit 7000 Einzelpositionen. Für eine wirtschaftliche und dabei termingerechte Auslieferung auch in Spitzenzeiten fordern wir von den im AKL installierten Regalbediengeräten bis zu 220 Doppelspiele pro RBG, was bei doppeltiefer Lagerung der KLTs einen Umschlag von 440 Behältern pro Stunde bedeutet. Auch in Bezug auf die Traglast der Behälter und der Fachlasten haben wir Reserven, weil wir die Behälter nur mit max. 30 kg beladen, um sie beim Einlagern, Kommissionieren und Umlagern im Fall der Fälle auch manuell handhaben zu können. Ausserdem setzen wir zum Kommissionieren weitere 300 Stück Bito-Behälter vom Typ MB der Grösse 600⫻400⫻223 mm ein. Diese sind so ausgerüstet, dass wir sie wahlweise ineinander oder im gefüllten Zustand nach Umlegen eines Bügels aufeinanderstapeln können. Dadurch sind wir sehr flexibel und, wenn sie nicht gebraucht werden, kommen sie aufgestapelt auf einen Bereitstellungsplatz. Im

growing in motion

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starke Maschinen ZENTRIX

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INTRALOGISTIK

● Lagertechnik

Die Kommissionierzone mit vier Doppelplätzen und der Zuführ-Rückführ-Fördertechnik für die KLTs aus dem AKL.

Übrigen haben wir die Ausführungen der Behälter des AKL und für die Kommissionierung bewusst verschieden gewählt, um auch optisch eine klare

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Trennung zu haben. Dank der über doppelt so hohen Anzahl an Lagerbehältern wie anfänglich geplant, ist es jetzt auch wieder möglich, unser Sortiment bedarfsgerecht auszuweiten, um die Kundenwünsche in jeder Hinsicht befriedigen und aus einer Hand beliefern zu können. Mit dem AKL und den standardisierten Behältern von Bito sowie mit den RBGs und der Fördertechnik von Gebhardt zu den aktuell vier Kommissionierplätzen haben wir einen sehr grossen Schritt nach vorne gemacht.» Dass der Realisierungszeitraum dann ebenfalls eine sportliche Herangehensweise aller Beteiligten verlangte, nachdem die Entscheidung zum Investment einmal gefallen war, sei hier nur am Rande erwähnt: Spatenstich in 9/2009, AKL- und RBGMontage in 5/2010, Anlauf ab Herbst 2010; seither werden jeden Tag ab 16.30 Uhr, wenn das Tagesgeschäft weitgehend erledigt ist, ca. 120 Artikel umgelagert. ●

BITO-LAGERTECHNIK BITTMANN AG 6343 Rotkreuz, 041 790 20 64 info@bito.ch, www.bito.ch

HaWe-Werkzeuge Hans Werner GmbH & Co. KG D-88471 Laupheim +49 (0) 7392 96 70 info@hawe-werkzeuge.de www.hawe-werkzeuge.de

Gebhardt Fördertechnik GmbH In der Schweiz: Stüssi Industrieanlagen AG 8956 Killwangen, 056 401 49 56 info@stuessiindustrieanlagen.ch www.stuessiindustrieanlagen.ch

Routenzüge in der Intralogistik

Routenzug statt Frontstaplereinsatz Früher versorgten bei Fendt die Frontstapler die Montageplätze mit dem Teilebedarf eines ganzen Tages. Nun aber erfolgt der Nachschub beim Traktorenhersteller durch einen speziellen Routenzug von Still. Das neue System senkte die Kosten derart, dass es in nicht einmal zwei Jahren amortisiert sein wird.

I

n der Vario-Getriebemontage bei Fendt kommt seit 2011 ein besonders zeit-, kosten- und energiesparendes Milkrun-System (Umlaufsystem) zum Einsatz. «Die Teileversorgung der 35 Montageplätze wird nicht mehr durch Frontstapler, sondern durch einen speziellen Routenzug von Still sichergestellt», erklärt Logistikleiterin Sabine Gutbrod. Nach einem festen Fahrplan versorgt der Zug die 19 für diesen Zweck neu errichteten Durchlaufregale der Montagehalle im Stundentakt mit den bis zu 445 Artikeln, die für die unterschiedlichen Versionen der Vario-Getriebe von Fendt benötigt werden.

92 Prozent Energieeinsparung. Die Nachschubanforderung funktioniert dabei nach dem KanbanPrinzip: «Sobald das letzte Teil aus einem Kleinteilebehälter entnommen wurde, wird durch den betreffenden Mitarbeiter die nächste Bestellung ausgelöst», so Gutbrod. Auf der Basis genau definierter Mindestbestände darf immer nur ein einziger neuer Behälter geordert werden, um die Materialvorräte in der Montage möglichst gering zu halten – die vorhandenen Mengen reichen immer für zwei bis maximal vier Stunden. «Früher wurden die Montageplätze per Frontstapler und auf Zuruf mit dem Teilebedarf eines ganzen Tages versorgt», erinnert sich Logistikplaner Thomas Barnsteiner. Die Folge waren riesige Bestände, die nicht nur die Kapitalbindung, sondern auch die Suchzeiten der Mitarbeiter erhöhten.

Tieferes Verkehrsaufkommen. Ein weiterer Effekt Routenzug die Kosten der Materialversorgung in des früheren Systems waren die täglich rund 70 der Triebsatzmontage um 58,5 Prozent gesunken einzelnen Staplertransporte, die zu einem hohen sind. «Das bedeutet, dass sich das Milkrun-System Verkehrsaufkommen in der Schlepperfabrik führ- in 1,77 Jahren amortisiert haben wird.» (ea) ● ten. «Jeder Transport dauerte 5 Minuten, sodass die Stapler insgesamt 5,8 Stunden bewegt wurden», rechnet Barnsteiner vor und ergänzt: «Bei STILL AG einem Verbrauch von 4,3 Kilowattstunden ergibt 8112 Otelfingen, 044 846 51 11 das einen Tagesenergieverbrauch von 24,9 Kilo- info@still.ch, www.still.ch wattstunden. Der neue Routenzug absolviert seine 15-minütige Versorgungstour hingegen nur 8 Mal pro Tag, sodass sich ein Gesamteinsatz von nur 2 Stunden ergibt. Zugleich begnügt sich das StillSchleppfahrzeug vom Typ CX-T mit einem Verbrauch von 1,0 Kilowattstunden – macht einen Tageskonsum von 2,0 Kilowattstunden. «Das bedeutet, dass der Routenzug den Energieverbrauch um 92 Prozent gesenkt hat», betont Barnsteiner. Seine Kalkulation hat erge- Routenzug bei Fendt: effizienterer Teilenachschub für die Montagelinie als ben, dass durch den mit dem Frontstapler. (Bild: Still)


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Lagertechnik ●

INTRALOGISTIK

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Automatisches Blechlager und direkter Anbindung an die Bearbeitungsmaschinen

Perfektes Zusammenspiel Nur 3,80 Meter – so niedrig ist eine der Lager- und Produktionshallen des Zentrifug zu niedrig für ein Standard-Regalbediengerät. Die Friedrich Remmert GmbH lieferte besonders kompaktem Förderzeug und direkter Anbindung der beiden Blechbearbe über 40 Prozent Zeit bei der Materialzuführung.

D

ieter Sorg, Leiter CAM bei Hettich, war sich bewusst, dass auf die Blechregalanbieter eine Herausforderung kommen würde. «Wir haben dann auch eine ganze Reihe von Anbietern angefragt; viele hatten jedoch keine Lösung für unsere geringe Hallenhöhe von 3,80 Meter. Die Firma Remmert hingegen bot uns ein schlüssiges Gesamtkonzept.» Vor der Integration des automatischen Blechlagers arbeitete Hettich mit einem selbst gebauten, manuellen Lager, aus dem mittels Stapler die benötigten Bleche entnommen wurden. Diese Arbeitsweise war extrem zeitaufwendig, da das benötigte Blech oftmals im unteren Teil des Stapels lag und zur Auslagerung längere Rangierfahrten notwendig waren. Als die Anschaffung einer neuen Laserschneidanlage anstand, überlegten die Verantwortlichen bei Hettich deshalb, wie einhergehend mit dieser Investition die Prozesse im Bereich der

Ergebnisse im Überblick Durch die Integration des automatischen RemmertBlechlagers erzielt die Andreas Hettich GmbH folgende Ergebnisse: Implementierung eines kompakten und leistungsstarken automatischen Blechlagers trotz der geringen Hallenhöhe von nur 3,80 Meter. – Raumoptimierte Lagerung von rund 60 verschiedenen Blechsorten in unterschiedlichen Formaten. – 70 Prozent Zeitersparnis im Bereich Materialzufuhr zu den angeschlossenen, direkt oder auch manuell angebundenen Produktionsmaschinen. – Schnelle Bereitstellung der Bleche an den beiden Bearbeitungsmaschinen und der zusätzlichen Auslagerstation durch das Flurförderzeug mit bis zu 30 Doppelspielen pro Stunde. – Direkte Anbindung von CNC-Blechbearbeitungsmaschinen unterschiedlicher Hersteller an das Lager. – Vollständige Umstrukturierung der Abteilung bei nur einer Woche Produktionsstillstand. Technische Information – Lagergrösse: 30 m x 5 m x 3,8 m (L x B x H) – Lagervolumen: 180 Kassetten à 3 t Nutzlast – 1 Regalbediengerät (Spezialkonstruktion für eine Hallenhöhe von nur 3,80 m), 30 Doppelspiele pro Stunde – 2 Auslagerstationen – Direkte Anbindung von CNC-Maschinen unterschiedlicher Hersteller – Remmert-Lagersoftware PRO WMS Enterprise

Blechbearbeitung effizienter gestaltet werden könnten. Das Fazit: Eine spürbare Rationalisierung der Abteilung war nur durch die Automatisierung des Blechlagers möglich. «Früher dauerte es oft 20 bis 30 Minuten, bis das gewünschte Blech an der Maschine war, jetzt benötigen wir dafür nur noch ein bis zwei Minuten», erläutert Sorg. Automatisches Lagersystem. Das Material wird heute in 180 Kassetten mit je drei Tonnen Nutzlast bevorratet. An das Lager sind ein BystronicByspeed-3015-Laserschneider und eine CNCStanzmaschine Amada-Vipros 380 King angebunden. Eine Tafelschere wird über eine zusätzliche Auslagerstation manuell mit Blechen aus dem Automatiklager versorgt. Bei diesem Projekt kommt die Remmert-Software PRO WMS Enterprise zum Einsatz. Die Lösung ist eine prozessorientierte Logistik-Software, die alle Lager- und Bearbeitungsprozesse koordiniert. Die optimale Auslastung der CNC-Maschinen und ein perfektes Zusammenspiel aller Arbeits- und Prozessschritte sind so gewährleistet. «Letztendlich waren bei uns drei Anbieter in der engeren Auswahl. Das Gesamtkonzept, das Remmert uns vorgestellt hat, war im Hinblick auf das Raumkonzept und die problemlose Anbindung der vorhandenen Bearbeitungsmaschinen die optimale Lösung für uns», berichtet Klaus Günter Eberle, technischer Geschäftsleiter bei Hettich. Ein ebenfalls ausschlaggebender Grund für die Auswahl von Remmert: Der Blechbearbeitungsexperte aus Löhne hatte bereits umfangreiche Erfahrung mit dem eingesetzten Schachtelprogramm ActCUT von Alma und konnte das System ganz einfach über eine bestehende Standardschnittstelle an PRO WMS Enterprise anschliessen. Blechteile für Zentrifugen. Die Andreas Hettich GmbH produziert mit 240 Mitarbeitern und zwölf Auszubildenden am Standort Tuttlingen im Zweischichtbetrieb Zentrifugen, Kühlinkubatoren und Vakuumkonzentratoren. An den beiden Bearbeitungsmaschinen, die das Remmert-Lager beschickt, werden hauptsächlich hochpräzise Blechteile für Zentrifugen gefertigt. Die Hettich-Produkte kommen in verschiedenen sensiblen Bereichen zum Einsatz – unter anderem in Chemie, Physik, Pharmazie, Biologie, Biotechnologie und in der Medizin. Auch auf der Raumstation ISS ist eine Hettich-Zentrifuge im Einsatz und unterstützt die Wissenschaftler bei ihren Forschungen.

art Stuttg .10.2011 3 1 .0 1 5/ Halle 5302 d n a t S


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INTRALOGISTIK

● Lagertechnik

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Blechauslagerung zur Bearbeitung auf der CNC-Stanzmaschine Amada-Vipros 380 King.

In dem 150 Quadratmeter grossen und nur 3,80 Meter hohen Lager werden 60 verschiedene Blechsorten in unterschiedlichen Qualitäten und Abmessungen bevorratet. Im Vergleich zur vorhergehenden Lagerung in manuell bedienten Regalen spart Hettich rund 60 Prozent der benötigten Lagergrundfläche. Neben den klein- bis grossformatigen Blechen werden in dem Blechlager auch Zuschnitte in Stärken bis 20 Millimeter zwischengelagert. Das Regalbediengerät ist auf eine Leistung

(Bild: Remmert)

von bis zu 30 Doppelspielen/Stunde ausgelegt. Es kann so problemlos den direkt angebundenen Bystronic-Byspeed-3015-Laserschneider und die Amada-Vipros 380 King sowie die zusätzliche Auslagerstation mit Blechen versorgen, ohne dass es zu Wartezeiten kommt. Dreimal pro Woche wird in Tuttlingen ausserdem neues Material angeliefert und parallel zur laufenden Produktion in das Remmert-System eingelagert. Laser und Stanzmaschine fordern nach Bedarf Rohmaterial für die anstehen-

den Produktionsprozesse an. Der Laser wird direkt aus dem Lager beschickt, die Bestückung der Stanzmaschine wird mittels einer Handling-Vorrichtung von Amada umgesetzt. Bemerkenswert ist, dass die Anlage eine Redundanz von 90 Prozent aufweist: Die Lasermaschine kann im Störungsfall dieselben Teile herstellen wie die Stanzmaschine. «Durch die Integration des Remmert-Lagers und die direkte Anbindung der Bearbeitungsmaschinen ist die Materialzufuhr heute rund 70 Prozent schneller geworden», sagt Dieter Sorg. Umgesetzt wurden die Integration des Lagers und die Anbindung der Blechbearbeitungsmaschinen innerhalb weniger Wochen. «Auch in der Bauphase hat uns Remmert sehr gut unterstützt. So konnten wir mit nur einer Woche Stillstand der Maschinen die komplette Abteilung umstrukturieren», beschreibt Dieter Sorg die Realisierungsphase. (ea) ● FRIEDRICH REMMERT GMBH D-32584 Löhne, +49 (0) 57 32 / 8 96-0 info@remmert.de, www.remmert.de Andreas Hettich GmbH & Co.KG D-78532 Tuttlingen, +49 (0) 7461 705-0 info@hettichlab.com, www.hettichlab.com

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Lagertechnik ●

INTRALOGISTIK

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Optische Fahrweg-Warneinrichtung «BlueSpot» und ein Drehsitz von Linde MH

Dicht und fest…

Der blaue Punkt Ein blaues Licht am Stapler statt ein nervendes Warnsignal und ein drehbarer Fahrersitz, damit auch das Rückwärtsfahren nicht im Rücken zwickt: Linde Material Handling setzt mit zwei Neuerungen auf die Karten Sicherheit und Gesundheit.

I

mmer, wenn es in Lager-, Wareneingangs-, Versand- oder Fertigungsbereichen zu einem Zusammentreffen von Staplern und Fussgängern kommen kann, sind besondere Sicherheitsvorkehrungen gefragt, um Unfälle zu verhindern. Aufgrund ihres schrillen Tons werden akustische Warneinrichtungen von den Staplerfahrern oftmals als so störend empfunden, dass sie ausgeschaltet werden und damit ihren Zweck letztlich doch nicht erfüllen können. Mit dem zum Patent angemeldeten «BlueSpot» bietet

auf den Fussboden projizieren. Auf diese Weise werden Fussgänger vor herannahenden Fahrzeugen gewarnt. Dabei kann der Punkt konstant leuchten oder auch blinken, um die Aufmerksamkeit der Personen auf sich zu ziehen.

Drehsitz für die Gesundheit. Und auch eine zweite Neuerung liefert Linde, die den Staplerfahrern eine «neue Dimension des Rückwärtsfahrens verspricht», wie die Firma mitteilt. Und damit kommen die Aschaffenburger einer Empfehlung der Berufsgenossenschaft an Staplerfahrer und Betreiber in Deutschland nach. «Fahren Sie rückwärts, wenn die Last Ihre Sicht nach vorne einschränkt. Doch nutzen Sie einen eventuell vorhandenen Drehsitz, weil Ihre Wirbelsäule bei häufiger Verdrehung sonst übermässig belastet wird» – so lautet die verkürzte Botschaft. Eine praktikable und wirtschaftliche Lösung für verbrennungsmotorische Gabelstapler im Traglastbereich von 2 bis 8 Tonnen bietet Linde Material Handling (Linde MH) nun seinen Kunden an. Bei dem drehbaren Fahrersitz, den Linde MH mit seinem Systempartner, der Firma Neumaier Industry, anbietet, dreht der Bediener den gesamten Fahrerstand mechanisch um 90 Grad. Wie beim Schubmaststapler sitzt der Fahrer quer zur Fahrbahn und hat die Fahrstrecke ohne Einschränkungen im Blick. Der Drehsitz empfiehlt sich für alle Einsätze mit sperrigen, unübersichtlichen Lasten, bei denen sehr oft rückwärts gefahren werden muss. Denn Kein schriller Warnton soll Zusammenstösse verhindern, sondern ein angenehmes, aber doch auffällig warnendes Licht. (Foto: Linde durch den drehbaren Fahrerarbeitsplatz erhöht sich die Sicherheit im BeMaterial Handling GmbH) trieb. Gleichzeitig wird der Rücken des Fahrers geschont. Ein Drehen des Linde Material Handling (Linde MH) ab sofort eine Kopfes genügt, um in Fahrtrichtung zu sehen. optische Fahrweg-Warneinrichtung an, die für Si- Schaut der Fahrer zur anderen Seite, hat er die Last cherheit sowohl im Fahrgassenbereich als auch an im Blick. Keine Fahrsituation erfordert ein überunübersichtlichen Kreuzungen sorgt. Mit dieser Lö- mässiges Verdrehen der Wirbelsäule, was Ermüsung wird eine grosse Akzeptanz sowohl bei den dungserscheinungen vorbeugt und die Gesundheit Fahrern als auch bei den übrigen Hallen-Mitarbei- des Fahrers schützt. (ea) ● tern erreicht. Der «Bluepot» besteht aus zwei energieeffizienten, lichtstarken und langlebigen LED-Leuchten, die oben am Fahrerschutzdachrahmen befestigt sind LINDE LANSING FÖRDERTECHNIK AG und die jeweils einige Meter in Fahrtrichtung (vor- 8305 Dietlikon, 044 835 23 00 wärts oder rückwärts) einen grossen blauen Punkt info@linde-lansing.ch, www.linde-lansing.ch

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TECHNIK

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Tod im Zirkus K

ommissar Wacker stand im Sägemehl der Zirkusmanege. Ein Hochseilartist war abgestürzt. Ausgerechnet bei seiner Paradenummer – dem Überqueren der Manege mit verbundenen Augen – stürzte der Seiltänzer kurz vor dem Ziel in die Tiefe und verunglückte tödlich. Wacker befragte die Zeugen: Der Zirkusdirektor, der Löwenbändiger, die Schlangenfrau und die Eisverkäuferin hatten nichts Besonderes beobachtet und bezeugten übereinstimmend: «Als der Trommelwirbel aufhörte, fiel er.» Kommissar Wacker war skeptisch und kombinierte die Fakten. Dann rief er den Zirkusdirektor zu sich und sagte: «Der Artist wurde ermordet! Und der Mörder ist »

Das kann nur ein Inserat. Interaktivität ist nur einer der vielen Vorzüge von Inseraten, beworben von Manuel Rohrer und Patrick Ryffel von der Werbeagentur Contexta. Eine Aktion der Schweizer Presse in Zusammenarbeit mit dem Kreativnachwuchs der Schweizer Werbeagenturen. www.schweizermedien.ch


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EDITORIAL

«Ein Franken bleibt …» (ja was?)

VERBÄNDE & ORGANISATIONEN

D

as sagte 1936 ein Bundesrat. Kurze Zeit später wertete man den Schweizer Franken um 30 Prozent ab – und danach folgten gute Jahre für die Schweizer Wirtschaft. Heute befinden wir uns in einer Situation, in der die aussenwirtschaftlichen Daten sich bestens entwickeln. Eine beneidenswerte Sache – wenn nur nicht der Franken zum Objekt internationaler Begierde geworden wäre. Nun hat die Schweizerische Notenbank (SNB) bekanntermassen ein Kursziel anvisiert und versucht es zu verteidigen. Wie steht es nun damit? Entgegen laienhaften Annahmen muss die SNB nicht Tag und Nacht Franken drucken. Allein schon die klar und deutlich verkündete Bereitschaft unserer Notenbank hat mindestens die spekulative Nachfrage zurückgedämmt und beispielsweise auf den Yen oder auf die skandinavischen Währungen verlagert. Natürlich unken die berufsmässigen Skeptiker und Düsterlinge von den zweifelhaften Erfolgschancen des Schweizer Alleingangs in Sachen Währungsschutz und sehen grandioses Scheitern voraus. Das Monster «Globaler Finanzmarkt» werde sich den helvetischen Sonderweg nicht bieten lassen, sondern mit den Vehikeln «Hedge Funds» und anderen Finanzmarktblüten der SNB ihre Währungspolitik noch gründlich vermiesen.

Was kann aber auf längere Sicht gemeinsam mit anderen Staaten gegen die Finanzmarktmisere getan werden? Das Flattern der Wechselkurse müsste mit Stabilisatoren wie einem am Gold fixierten Wechselkurs und einem Netzwerk von Wechselkursbandbreiten (Leitplanken auf der Finanzautobahn!) eingedämmt werden. Ferner sollte man die Finanzströme durch eine Finanztransaktionssteuer (Tobin-Tax) disziplinieren und zur Finanzierung des von ihnen angerichteten globalen Schadens heranziehen. Wie man vernehmen konnte, haben sich jüngst die Finanzminister Deutschlands und Frankreichs für eine solche Steuer ausgesprochen. Schliesslich wäre es klug, wieder über die Einführung der bewährten Instrumente der administrativen Bewirtschaftung des Kapitalverkehrs nachzudenken. Und warum das alles? Weil sich kein Land der Welt vom Monster «Finanzmarkt» ruinieren lassen sollte. ● Alois Altenweger

Planung + Produktion, das offizielle Organ des Schweizerischen Verbandes für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik, SVBF www.svbf.ch

Das Finanzmonster.

(Bild: Alois Altenweger)


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WEITERBILDUNG – Sensorgesteuert und fernbedient organisiert der automatisierte Wintergarten den gewünschten Zustand

Wintergarten war einmal Der intelligente Wintergarten denkt und handelt selbstständig. Ist er im automatischen Betrieb, sorgt er für ein optimales Klima mit möglichst geringem Energieverbrauch. MARCEL DIEZ

S

tellen Sie sich vor, es gäbe einen Wintergarten, der bei Hitze die Storen selbstständig herunterfährt, damit es angenehm kühl bleibt, oder der bei Regen die Fenster automatisch schliesst. Die beiden Diplomanden Patrick Schindelholz und Martin Frutiger vom Lehrgang Techniker HF Automation des Bildungszentrums für Technologie und Management in Langenthal (sfb) machen es möglich. Sie verwandelten einen alten Wintergarten in Thun in einen selbstklimatisierenden, intelligenten Wohnraum.

Vorausschauende Klimaregulierung. Durch den gleichzeitigen Zugriff auf Sensordaten der Wetterstation vor Ort sowie auf aktuelle Wetterprognosen lässt es sich nicht nur bequemer wohnen, sondern auch zusätzlich Energie sparen. Sind für den nächsten Tag hohe Temperaturen vorausgesagt, öffnet der Wintergarten bereits über Nacht die Fenster und sorgt so für ein kühles Klima. Eine stromfressende Klimaanlage wird so überflüssig. Der Wintergarten führt Protokoll. Der intelligente Wintergarten macht den Bediener auch auf Gefahren aufmerksam. So lässt sich die Store im Winter bei Frostgefahr nur nach bewusster Freigabe durch den Bediener aus- und einfahren. Ausserdem zeichnet er im Hintergrund sämtliche Aktionen des

Steuerungkasten.

Automatikbetriebs und die aktuellen Wetterdaten auf und ermöglicht dadurch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Steuerung. Manuelle Steuerung ist möglich. Im Automatikbetrieb sorgen Extrafunktionen wie Trocknungsmodus, täglicher Durchzug oder zum Beispiel das Storenschutzverhalten bei Wind und Regen für ein sorgloses Wohlfühlklima dank Vollautomation. Der Wintergarten lässt sich natürlich auch manuell steuern. Die gesamte Anlage kann über einen einfach zu bedienenden Touchscreen gesteuert und aus der Ferne gewartet werden. Fernwartungen sparen Zeit und Geld und lassen dem Kunden noch Jahre nach der Auslieferung Anpassungswünsche aus der Ferne offen.

Mit Sensordaten steuern. Die Steuerung wurde mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) der Firma Saia Burgess realisiert. Eine Wetterstation von Sensortec liefert die nötigen Sensorwerte. Die SPS verarbeitet die Sensordaten und steuert Fenster, Store und Bodenheizung an. Sie besitzt einen integrierten Webserver. Er ermöglicht dem Touchpanel (Bild: Patrik Schindelholz) sowie den PCs im Heimnetzwerk den Zugriff auf die Funktionen des Wintergartens. Zusätzlich wird dem Bediener via Teamviewer auch ausserhalb des Hauses der Zugriff auf den Wintergarten ermöglicht und damit eine vollumfängliche Fernwartung zur Verfügung gestellt. So kann beispielsweise von den USA aus das Fenster im Wintergarten geschlossen werden. Die Projektidee für den vollautomatischen Wintergarten entstand im Oktober 2010 im Rahmen der Abschlussarbeit an der sfb. Ein bestehender Wintergarten mit defekter Steuerung, Sensorik und problematischer Store in Thun sollte neu automatisiert werden. Der Auftraggeber, Franz Frutiger, gab mit seinem Projektauftrag den Diplomanden Patrik Schindelholz und Martin Frutiger grünes Licht zur Weiterentwicklung der Projektidee über die Projektphasen Vorstudie, Konzept und Realisierung. ●

INFOS sfb Bildungszentrum, 8953 Dietikon 0848 80 00 84, www.sfb.ch info@sfb.ch & paedu.schin@bluewin.ch

Schaltschema.


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WEITERBILDUNG – Automatisierung ist eine Schnittstelle der angewandten Technik

Mit Weiterbildung in Poleposition Dipl. Techniker HF Automation sind gesuchte Leute. Tätig sind sie an den Brennpunkten der Produktion. A L O I S A LT E N W E G E R

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in Ort mit Ambiance, das Design Center «Alte Mühle» in Langenthal, in dem neueste technische Lösungen im Bereich der Automation von Absolventen des Ausbildungsganges «Techniker HF Automation» der Höheren Fachschule sfb, dem Bildungszentrum für Technologie und Management, präsentiert werden. In Langenthal liessen sich Arbeiten besichtigen, die – wie es Automation heutzutage mit sich bringt – vorab Informatiklösungen für Steuerungen aller Art zeigten. So konnte man sich beispielsweise über eine «Retrofit Kistenbahnanlage», ein «buskompatibles Steuerungskonzept» oder über die hier vorgestellte automatische «Komfort-Steuerung für Wintergärten» informieren. Die präsentierten Arbeiten illustrieren deutlich, auf welch hohem Anspruchsniveau bei der sfb ausgebildet wird. Eine tiefgreifende Ausbildung ermöglicht es den Absolventen, Diplomarbeiten zu realisieren, bei denen Automation, Mechanik und Informatik zum Zuge kommen, deren Elemente zu überzeugenden Lösungen genutzt werden.

Unternehmen motivieren Mitarbeiter. Dies setzt aber voraus, dass man zuerst lernt, die genannten Bereiche auch zu handhaben. Studieren, kapieren, realisieren dürfte der Dreiklang der sfb-Ausbildung sein. Dies ist auch der Fachhochschule bewusst, denn der offenkundig zufriedene sfb-Geschäftsfüher Klaus Küfner beschreibt seine Eindrücke von der Arbeit seiner Absolventen so: «Immer wieder überraschend ist die grosse Vielfalt von Anwendungen, in welcher die Automation eine Rolle spielt: Von Verkehrssystemen hin zur Schokoladenproduktion, von der Gebäudeautomation bis zur Qualitätssicherung in Klebeprozessen, von der

Wie wird man Techniker HF Automation? Berufsbild. Techniker HF Automation ist eine umfassende, praxisbezogene Ausbildung in der Automation. Von Beginn der Ausbildung an liegen die Schwerpunkte in der SPS-Automatisierungstechnik mit breitem Praxisbezug. Das erlaubt, im täglichen Berufsleben schon frühzeitig in Automatisierungsprojekten mitzuwirken. Nebst der SPS-Automatisierungstechnik werden Kenntnisse weiterer Grundlagen der Automation und solche in den erforderlichen Fächern der Allgemeinbildung erworben. Ausser fachtechnischem Wissen werden auch betriebswirtschaftliche Grundlagen vermittelt und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit sowie Sozialkompetenz geschult. Einsatzgebiet. Techniker HF Automation leiten und bearbeiten Projekte in der Automation, vom Pflichtenheft bis zur Realisation, Inbetriebnahmen beim Kunden und sind im Produkt- oder Projektmanagement tätig. Automation ist in allen Branchen der Industrie und Wirtschaft vom einfachsten bis zum Hightechprodukt präsent. Die sfb-Ausbildung bereitet auf neue Aufgabengebiete vor wie Service, Inbetriebsetzung, Prüfstand, Prüf- und Betriebsmittelkonstruktion. Voraussetzungen zum Studium. Der Einstieg in den Lehrgang setzt eine abgeschlossene Berufslehre voraus. Ausreichende Kenntnisse in Elektrotechnik, Steuerungstechnik und Mathematik werden vorausgesetzt. Mit den Kursen «Elektrotechnik, Elektrische Steuerungstechnik und Mathematik Grundlagen» lassen sich diese Grundlagen erwerben. Dauer und Preise: 6 Semester, inkl. 4 Seminare; Kosten pro Semester (exkl. Englisch extern) Fr. 3720.– Kosten der Diplomarbeit: 6. Semester Fr. 1500.– Infos: www.sfb.ch

Fernüberwachung bis zum Bau eines Roboters. Trotz der grossen Vielfalt bleibt eines gemeinsam: Es geht fast immer um grössere Sicherheit, bessere Reproduzierbarkeit, weniger Ausfallstunden und höhere Qualität. Die Automation bringt also die produzierende Industrie in wichtigen Wettbewerbsfaktoren weiter. Aus diesem Grund sind die gut ausgebildeten sfb-Absolventen gesucht auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, und zahlreiche Unternehmen motivieren ihre Mitarbeitenden zu einer qualifizierten Weiterbildung durch finanzielle oder zeitliche Anreize.» An der Diplomverleihung in Dietikon stellte Küfner fest: «Die Teilnehmer zeigen eine grosse Zufriedenheit mit der sfb-Ausbildung. Abwechslungsreich und interessant, aber auch sehr fordernd und an-

spruchsvoll sei es gewesen. Jetzt ist die Zeit gekommen, die Gangart etwas zurückzunehmen und den Erfolg zu geniessen: Wir gratulieren den 36 Teilnehmern zum erfolgreichen Abschluss ganz herzlich und wünschen ihnen alles Gute für die Zukunft!» Planung + Produktion und der Schweiz. Verband für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik SVBF schliessen sich gerne der Gratulation von Klaus Küfner an. ●

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WIRTSCHAFT – Die Preisverleihung 2011 der W. A. de Vigier Stiftung

Der Vigier-Oscar geht an … «Die Schweiz braucht Jungunternehmer; darin liegt die Zukunft», lautete das Credo von William A. de Vigier (1912–2003), dem Gründer der nach ihm benannten Stiftung. Seit 1989 verleiht sie jedes Jahr den renommiertesten und am höchsten dotierten Förderpreis der Schweiz. A L O I S A LT E N W E G E R

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ie Schweiz ist gemäss Global Innovation Index das innovativste Land der Welt. Auch bei der W. A. de Vigier Stiftung spielt Innovation eine grosse Rolle, denn die Förderpreise, in deren Genuss jährlich fünf Jungunternehmer kommen, werden nach strengen Beurteilungskriterien verteilt, als da sind: • Innovationscharakter einer Produkt- oder Dienstleistungsidee, • ihre gesamtgesellschaftliche Relevanz und der Grad der Bedürfnisbefriedigung, • die Realisierbarkeit des Projekts (technisch, finanziell), • seine Marktchancen (Grösse des potenziellen Marktes, Arbeitsbeschaffungseffekt) sowie das Persönlichkeitsprofil der Bewerberinnen und Bewerber.

Qualitätsarbeit der Jury. Diese doch recht anspruchsvollen Beurteilungskriterien haben zur Folge, dass sich von den Firmen der bis heute 76 Preisträger oder Preisträgergruppen rund zwei Drittel auf dem Markt behaupten konnten. Darauf lässt sich mit Fug und Recht stolz sein, hebt sich doch dieser Erfolg wohltuend von der sonst erschreckend hohen Konkurszahl von Jungunternehmen ab. Er lässt auch einen Rückschluss auf die Qualitätsarbeit der Jury zu: Diese Juroren können und leisten was. Nicht minder ambitioniert als die Beurteilungskriterien der eingereichten Projekte sind die Teilnahmebedingungen zur Vorausscheidung der Bewerber. Eine innovative, zukunftsweisende Produkt- oder Dienstleistungsidee muss vorhanden sein, die Preisträger oder Preisträgergruppen sollten eine AG oder GmbH mit Sitz in der Schweiz gegründet haben, vollberuflich in ihrer Firma tätig, nicht älter als 45 Jahre alt sein und in der Schweiz wohnen. Einer Statutenänderung der Stiftung ist es zu verdanken, dass neu auch Kandidatinnen und Kandidaten mit ausländischem Pass zum Wettbewerb zugelassen sind, sofern sie denn in der Schweiz wohnen und hier eine Firma gegründet haben. – Die de Vigier Stiftung ist übrigens die einzige Stiftung der Startup-Szene, die den Jungunternehmern Seed Money (Geld à fonds perdu) zur Verfügung stellt. Die stolze Höhe des Preises von je Fr. 100 000.– und sein Renommee machen ihn zu fast so etwas wie einem Schweizer Innovations-Oscar. Den Finanzspezialisten Charles Froidevaux, zurückgetretener Stiftungsrat und ehemaliges Mitglied

der Jury, beeindruckte in seinem 20 Jahre dauernden Engagement für die Vigier Stiftung besonders die Qualitätssteigerung bei den eingereichten Projekten. «Die Verbesserung ist gewaltig», sagt er. «Würde man sie in Zahlen erfassen, wäre der Anstieg mehr als exponentiell.» Diese Qualitätssteigerung ist es wohl, die den Fortschritt vor sich hertreibt. Interessant ist, wie Charles Froidevaux die Vigier Stiftung würdigt: «Der Preis ist eine wirklich sinnvolle Sache. Als Stiftung kann man Projekte in einem sehr frühen Stadium auszeichnen. Die Firmengründer, die bei Banken keine Chance haben, erhalten Startkapital, und ausserdem öffnet sich durch den Preis so manche Tür zu Investoren.» Seien wir also froh um die de Vigier Stiftung und ihren jährlichen Förderpreis von insgesamt einer halben Million Franken, die auch im Jahr 2011 wie immer gut angelegt sind. Gäbe es die Stiftung nicht, man müsste sie glatt erfinden.

Nicolas Durand von Abionic.

Die fünf Preisträger 2011. Um Preisträger vorzustellen, lassen sich verschiedene Kriterien herbeiziehen. Man könnte sie nach der gesellschaftlichen Relevanz ihres Produkts oder ihrer Idee ordnen. Also zum Beispiel nach der Menge Leben, die ihr Produkt rettet. Demnach kämen die Entwickler eines Krebsbekämpfungsmedikamentes an erster Stelle. – Um es vorwegzunehmen: eine solche Sensation ist nicht dabei. Aber es haben super Produkte das Rennen gemacht. Und auch die Produkte und Ideen der fünf Nominees begeistern.

Abionic. Eine andere Möglichkeit ist, die Preisträger alphabetisch zu ordnen und mit A wie Abionic zu beginnen, was wir hiermit (www.abionic.com) tun. Die Firma hat vier Mitarbeiter, wurde 2010 gegründet, ihr Sitz ist in Lausanne, tätig ist sie auf dem Gebiet der Medizinaltechnik. Drei Männer und eine Frau, die ein Westentaschenlabor entwickeln. «Diese ‹Labs on a Chip› sind heute in aller Munde», steht in der Pressemitteilung, wobei zu hoffen ist, dass diese Information nicht wörtlich zutrifft. Die Westentaschenlabors sind kleiner, schneller und günstiger als heutige Analysegeräte. Blutuntersuchungen, die bisher in spezialisierten Labors stattfanden, können Ärzte nun selbst bei sich in der Praxis ausführen. Patienten erhalten das Ergebnis sofort. Noch sind allerdings wenige solcher Wunderlabs im Einsatz, denn ihre Entwicklung setzt ein breites Know-how voraus, ein Wissensspektrum, das die drei Mitarbeiter und die Mitarbeiterin von Abionic bestens abdecken, und zwar von der Biologie über die Mikrofluidik bis hin zur nötigen Erfahrung, die Veränderungen in einer Probe schon rein optisch einzuschätzen. Erstes Anwendungsgebiet für das Abionic-System ist die Allergologie. Der Markt dafür wächst jedes Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich, denn mit dem wachsenden Wohlstand in Indien, China oder Brasilien nimmt dort auch die Zahl der Allergien zu, dies deswegen, weil mit zunehmender Hygiene auch die Allergieerkrankungen zunehmen. Prinzipiell eignet sich das Abionic-System für den Nachweis vieler anderer Krankheiten. Das Potenzial des Jungunternehmens ist damit enorm. G wie GetYourGuide AG, Zürich. Das Internetportal GetYourGuide.com (www.getyourguide.com) wurde im Februar 2008 gegründet, und schon kann sich das Startup zu grossen Teilen selbst finanzieren und beschäftigt die stolze Zahl von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dies in Zürich, Berlin und Las Vegas. Das Jungunternehmen ist also beinahe international tätig; «beinahe» lässt sich bestimmt bald streichen. Das Angebot von GetYourGuide ähnelt einem Hotelportal, nur kann man bei der Zürcher Firma Führungen, Ausflüge und Events aller Art buchen. Mehrere Tausend Angebote sind aufgeschaltet. Es gibt ähnliche Portale im Web, doch das Besondere an GetYourGuide – und das macht den Erfolg des Jungunternehmens aus und erklärt sein schnelles Wachstum – ist, dass die Veranstalter ihr Angebot selbst bewirtschaften können. Die Idee kommt gut an: Mehrere Zehntausend Besucher durchstöbern monatlich die Web-


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site von GetYourGuide, und im April dieses Jahres wurden 2000 Buchungen über die Plattform abgewickelt. Malcisbo AG, Zürich. Es geht wieder mal um Campylobacter. Was, Sie wissen nicht, was das ist? «Campylobacter ist eine Gattung korkenzieherförmiger (Spirillen) Bakterien, die gramnegativ, mikroaerophil und polar begeisselt sind.» Et voilà, jetzt sind Sie informiert, aufgeklärt von Wikipedia. Campylobacter pylori, stand dieser Tage in den Tageszeitungen zu lesen, sei verantwortlich für Magenkrebs. Vor ein paar Jahren hiess es, Campylobacter verursache Magengeschwüre. Sei dem, wie es wolle, Campylobacter macht immer wieder von sich reden. Im Pouletfleisch verursacht er allein in der Schweiz jedes Jahr mehrere Tausend Durchfallerkrankungen. Wenn Sie also am Morgen danach mit Magenschmerzen, Durchfall und Fieber erwachen, wobei das Danach für einen schönen Sommerabend mit gegrilltem Pouletfleisch steht und nicht für das, woran Sie sofort gedacht haben, dann ist der Campylobacter daran schuld. Ihm will die Firma Malcisbo AG (www.malcisbo.com) zu Leibe rücken, falls man in diesem Fall von Leib reden kann, und zwar mit einem Impfstoff für Hühner. Das Besondere an diesem Impfstoff ist, dass er nicht wie üblich aus Eiweissen besteht, sondern aus Zucker. Was auf dem Bauernhof erfreulich dienliche Auswirkungen hat, denn man kann den Impfstoff einfach ins Trinkwasser der Mastpoulets geben. Und auch für den Nachfolge-Impfstoff werden den Malcisbo-Produktentwickeln die Landwirte um den Hals fallen, mindestens die Schafzüchter unter ihnen: Es soll dem Magenwurm bei Schafen an den Kragen gehen, sofern er denn einen hat. Dieser Impfstoff ist dringend nötig, weil die herkömmlichen Medikamente zunehmend an Wirksamkeit verlieren, da die Parasiten dagegen resistent werden. Was dies beispielsweise für die klassischen Schafzuchtländer wie Neuseeland für fatale Auswirkungen hat, kann man sich leicht vorstellen. Skybotix AG, Zürich. Es ist noch nicht so lange her, sondern geschah am 11. März 2011, dass es nach einem Erdbeben zu katastrophen Unfällen und schweren Störfällen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima kam. Was hätte man damals darum gegeben, ein Micro Aerial Vehicle (MAV) in die Reaktorgebäude schicken zu können, die dort im Innern Panoramabilder gemacht und Daten über die radioaktive Belastung und die Hitzeentwicklung nach draussen geliefert hätten. Einen solchen intelligenten Kleinsthelikopter entwickelt das ETHSpin-off Skybotix (www.skybotix.com). Geplant ist, dass diese «FlyboX» genannten MAVs den Dienst von Gebäudeinspektoren, Polizisten und Feuerwehrleuten erleichtern. Speziell innovativ war die Firma Skybotix, was das Navigationssystem ihres MAVs anbelangt: FlyboX verfügt über einen Laserscanner, der die räumliche Umgebung abtastet sowie über eine Reihe von Be-

schleunigungssensoren verfügt. Das MAV kann sich also einem Untersuchungsobjekt bis auf wenige Zentimeter nähern, während sich die GPS-Positionierung mit einer Unschärfe von rund fünf Metern abfinden muss. Äusserst erfreulich ist, dass die Firma gedenkt, die Serienproduktion von FlyboX an vorwiegend schweizerische Lieferanten zu vergeben. Das gefällt natürlich und tut gut, wo wegen des starken Frankens doch etliche Unternehmen den Umzug ins Ausland erwägen. Bereits Ende 2012 soll der erste voll funktionsfähige Flugroboter marktreif sein.

Sammy Omari von Skybotix.

(Bilder: zvg)

Vissee GmbH, Lugano. Eigentlich wollte der Tessiner Neuroinformatiker Nicola Rohrseitz nur herausfinden, ob eine Fliege mit ihren gerade einmal 100 000 Nervenzellen die Fluggeschwindigkeit steuern kann. Das Ergebnis seiner Forschungen: Yes, it can. Und zwar kann das Insekt die räumlichen und zeitlichen Veränderungen im Blickfeld zueinander ins Verhältnis setzen. Nach dieser Erkenntnis hatte Rohrseitz sein Heureka, die Grundidee für einen Mikrotacho mit Weitwinkeloptik. Ausser diesem Mikrotacho brauchte es «nur noch» eine Auswertungssoftware, welche die Daten herausfiltert, die für die Tempomessung relevant sind. – Das Interesse an dieser Innovation ist weltweit erheblich, wie man sich gut vorstellen kann. Kamerabasierte Tachometer existieren bereits in der Formel 1, doch sie kosten Hunderttausende von Franken, sind also nicht geeignet für einen Massenmarkt. An einem funktionsfähigen Prototyp des Mikrotachos wird derzeit mit Feuereifer gearbeitet. Gleich acht Forscher widmen sich diesem F &E-Projekt. Falls Sie sich zu den Nachfragenden gesellen wollen: www.vissee.ch. Die Nominees. Zum ersten Mal durften dieses Jahr auch die Nominees ihre Geschäftsidee dem Publikum vorstellen. Es waren dies die Startups: • Attolight AG, Lausanne, www.attolight.com, mit

einer Filmkamera für die Nanowelt, dank der sich nun dokumentieren lassen wird, was in den Nanostrukturen abläuft. • CAScination AG, www.cascination.ch, mit einem Navigationssystem für die Leberchirurgie, das die Heilungschancen derer beträchtlich erhöht, die sich an der Leber operieren lassen müssen. •compliant concept AG, www.compliant-concept.ch, mit einem «intelligenten» Bett für Chronischkranke, das die Bewegungen eines gesunden Menschen während des Schlafs imitiert und so Dekubitus (Wundliegen) verhindert. • daCarbo AG, www.dacarbo.ch, mit einem kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff für die Herstellung von Blasinstrumenten. • Pain Hawk, daniella@icu.uzh.ch, mit einer Internet-Plattform, auf dem Schmerzpatienten ihr persönliches Online-Tagebuch führen können. Jungunternehmerförderer des Jahres. Thomas von Waldkirch. Bereits zum zweiten Mal vergab die W. A. de Vigier Stiftung den Titel «Jungunternehmerförderer des Jahres». Preisträger 2011 ist der Zürcher Thomas von Waldkirch, Pionier des Technologietransfers der Schweiz. Der Präsident der Stiftung Technopark Zürich hat die Idee der Brutstätten für Jungfirmen in der Schweiz portiert und die Gründung des ersten hiesigen Technoparks in Zürich initiiert. Thomas von Waldkirch engagiert sich nun bereits seit mehr als 20 Jahren für die Schweizer Startup-Szene. Er hat es geschafft, dass sich eine helvetische Startup-Kultur entwickeln konnte mit Hochschulen und Forschungsstätten, Technologieparks und Gründerzentren, Risikokapitalgebern, Business Angels und Coaches. Doch ein Thema ist für Innovator von Waldkirch noch nicht vom Tisch: «In der Frühphasenfinanzierung ist die Schweiz nach wie vor nicht konkurrenzfähig. Ein Wettbewerbsnachteil, der unbedingt eliminiert werden muss.» ●

Nicola Rohrseitz von Vissee.


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FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG – Die Bewegungen von Robotern stehen im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprojekts

Bewegungsschule für Roboter In einem Forschungsprojekt soll die kontrollierte Steuerung von Roboterbewegungen durch neue mathematische Zugänge verbessert werden. Dabei werden insbesondere das Erkennen von Kollisionssituationen und die Planung optimaler Bewegungspfade untersucht. JOSEF SCHADELBAUER, MANFRED HUSTY

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in Roboter bekommt seine Motorik in die Wiege gelegt. Als digitale Programmcodes wird sie in seinen mikroprozessorbasierten Speichern deponiert. Doch die so definierten Bewegungsmuster sind für die Umgebung – oder den Roboter selbst – nicht in allen Situationen sicher. Auch entsprechen sie nicht immer den Anforderungen der Betreiber an die Effizienz der Roboterleistung. Diese Einschränkungen ergeben sich zum Teil aus den mathematischen Ansätzen, die für die Berechnung der Bewegungsmuster gewählt werden. Neue Ansätze zu entwickeln, mit denen mehr Sicherheit und Effizienz möglich werden, ist nun das Ziel einer Forschungsgruppe um Prof. Manfred Husty und Prof. HansPeter Schröcker am Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften der Universität Innsbruck. Geschmeidig wie ein Roboter. «Roboter» werden im Rahmen des vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts ganz allgemein gefasst. Egal, ob Industrieroboter oder R2D2 – sie alle müssen ihre Bewegungen in erster Linie sicher ausführen. «Sicher heisst, dass ein Roboter bei der Durchführung seiner Aufgaben nicht mit der Umgebung oder mit sich selbst kollidiert. Auch sogenannte gefährliche Bereiche muss er meiden. Es handelt sich dabei aber nicht um physikalisch vorhandene Hindernisse, sondern um Positionen, in deren Nähe der Roboter aus geometrischen Gründen unsteuerbar und damit potenziell gefährlich wird. In der Robotik bezeichnen

wir diese Bereiche auch als Singularitäten», erklärt Projektleiter Prof. Schröcker. Natürlich gibt es bereits zahlreiche Methoden, solche Bereiche zu berechnen und bei den Bewegungsmustern der Roboter auszusparen. Doch diesen Methoden ist eines gemeinsam, meint Prof. Schröcker: «Sie basieren auf nummerischen Kalkulationen. Diese sind nicht exakt. Sie erlauben es auch nicht, eine Garantie darüber abzugeben, dass alle gefährlichen Bereiche in den Berechnungen berücksichtigt wurden. Algebraische Methoden hingegen sind nicht nur exakter, sondern könnten auch diese Garantie ermöglichen.» Denn, grob gesagt, befasst sich die Numerik mit der Lösung kontinuierlicher mathematischer Probleme durch diskretisierte Computerberechnung. Algebra hingegen nutzt auch Variablen, was exaktere und umfassendere Berechnungen ermöglicht. Tatsächlich haben algebraische Methoden in den mechanischen Wissenschaften in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen. Auch gibt es bereits erste theoretische Ergebnisse für ihre Anwendung im Bereich der Roboterbewegungen. Doch bisher wurden diese nicht an die praktischen Anforderungen des Maschinenbaus angepasst. Genau das wird in dem aktuellen Projekt erreicht. Der Weg ist nicht das Ziel. Die Entwicklung neuer mathematischer Methoden soll jedoch nicht nur dazu beitragen, dass Roboter «gefährliche» Bereiche optimal vermeiden, sondern auch ihre Bewegungsabläufe möglichst effizient ausführen. Dabei kann effizient «auf dem kürzesten Weg» bedeuten, aber auch «schnell», «elegant» und «energie-

Keine Halloween-Dekoration, sondern die Visualisierung einer algebraischen Gleichung, die Bereiche beschreibt, in denen ein Roboter aus geometrischen Gründen unsteuerbar wird. (Bild: Josef Schadelbauer, Manfred Husty, Universität Innsbruck)

sparend». Bei den Berechnungen der notwendigen Wegstrecken müssen Kollisionsmöglichkeiten und die «gefährlichen» Bereiche berücksichtigt werden, wie Prof. Schröcker erläutert: «Die Berechnungen kann man sich so vorstellen, dass man Punkte im Raum durch glatte Kurven verbindet, welche hinreichend weit von den zu vermeidenden Bereichen entfernt bleiben. Die Entwicklung geeigneter Methoden dazu ist ein wesentliches Ziel dieses Projekts des FWF, das grundlegende Mathematik mit praktischen Nutzeranwendungen verbindet.» ● INFOS Prof. Hans-Peter Schröcker Universität Innsbruck, A-6020 Innsbruck hans-peter.schroecker@uibk.ac.at

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Weiterbildungsangebot des SVBF

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MITO Methoden-Tool – ein betriebswirtschaftliches Seminar über eine umfassende, wirtschaftliche und effiziente Methode zur aktiven Identifizierung von Verbesserungspotenzialen in Industrie, Dienstleistung und Verwaltung. Referent: Prof. Dr.-Ing. H. F. Binner Freitag, 28. Oktober 2011, von 9 bis 17 Uhr im Schützenhaus Albisgüetli, Üetlibergstrasse 341, 8045 Zürich Anmeldeschluss: 14. Oktober 2011 an: SVBF Schweiz, Postfach 1810, CH-8021 Zürich Fax +41 (0)43 243 13 51, Tel. +41 (0)43 243 13 50 oder E-Mail an zentral@svbf.ch Weitere Informationen zu Inhalt und Kosten der Veranstaltung auf www.p-p-plus.ch/highlights, Kategorie «Verbände»

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Die Webseite bietet über 500 Fachartikel (Stand Anfang September 2011) in den Kategorien: Bücher / Infothek / System Unternehmen / Forschung + Entwicklung / Kommunikation / Weiterbildung / Zukunft / Mensch und Arbeit / Wirtschaft / Energie. Die besten Artikel finden die Besucher der Webseite zusammengefasst unter «Highlights». oooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Fachtagung MTM Die Schweizerische MTM-Vereinigung führt in Zusammenarbeit mit der Österreichischen MTM-Vereinigung und dem SVBF Schweiz eine internationale Fachtagung für Industrial Engineering mit Besichtigung der Fensterfabrik EgoKiefer AG in Altstätten SG durch. Datum: Freitag, 4. November 2011 Zeit: 9.00–16.15 Uhr Seminarort: EgoKiefer AG Schöntalstrasse 2, 9450 Altst��tten SG Tagungskosten (einschliesslich Unterlagen und Verpflegung): MTM-, EIE- und SVBF-Mitglieder Fr. 320.–, Nichtmitglieder Fr. 380.– Zielpublikum: Produktionsleiter, Industrial Engineers Arbeitsvorbereiter, Produktionsplaner und Logistiker (Teilnahme durch EIEs: Lizenz wird um 2 Jahre verlängert) Anmeldeschluss: 21. Oktober 2011 Auskunft und Anmeldung: Schweizerische MTM Vereinigung / SwissMTM Karin Stocker Schrägweg 34, 5727 Oberkulm info@swissmtm.com, www.swissmtm.com

Das Weiterbildungsprogramm 2011/12 von B+I Das Weiterbildungsprogramm der Schweizerischen Vereinigung für Betriebsorganisation + Informatik ist eingetroffen. Als E-Paper ist es aufgeschaltet auf www.p-p-plus.ch/Weiterbildungsangebote. ooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Kurse finden mit Alisearch Über die Weiterbildungsszene in der Schweiz lässt sich viel Positives sagen, zum Beispiel, dass sie vielfältig und reichhaltig ist, kaum ein Thema, eine Berufsrichtung vernachlässigt, kein Bedürfnis unerfüllt lässt und auf neue Entwicklungen rasch re-

agiert. Schattenseite dieser Vielfalt ist jedoch die Unübersichtlichkeit und fehlende Transparenz des Angebots. Die Konkurrenz unter den Weiterbildungsanbietern ist gnadenlos. Bietet einer Weiterbildung in Projektmanagement an, muss der andere nachziehen. Es ist wie mit den Grossverteilern und den Markenprodukten. Hat einer eine bestimmte Marke nicht im Sortiment, riskiert er, deswegen Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Zudem herrschen gewachsene Strukturen auf dem Gebiet der Weiterbildung. Was sich so äussert, dass Bildungsinstitutionen zum Teil die gleichen Themenbereiche beackern und private neben öffentlich-rechtlichen bestehen. Dazu kommt der Trend zu Modulen: Die Auffächerung von kompakten Lernblöcken in kleine Lerneinheiten ist zwar einerseits praktisch, andererseits mutiert die Weiterbildungsszene dadurch noch mehr zum Irrgarten. Weiterbildungswillige haben also die Qual der Wahl, sehen jedoch vor lauter Bäumen den Wald nicht oder vor lauter Wald die Bäume nicht. Zwei Millionen Menschen nehmen jährlich in der Schweiz an Weiterbildungsveranstaltungen teil und stehen zumeist vor denselben Problemen: Woher die Informationen über diese und jene Institution nehmen? Heisst «teurer» bessere Qualität? Was kann man sich von einer längeren Kursdauer oder Ausbildungszeit versprechen? Oder heisst längere Ausbildungsdauer mangelnde Effizienz? Wähle ich eine Fachhochschule oder eine Höhere Fachschule? Bin ich geeignet für ein Fernstudium? Damit man sich diese und weitere Fragen beantworten kann, ist es unabdingbar, so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen. Sich einen Überblick zu verschaffen, wie das Angebot zu einem bestimmten Themenbereich überhaupt aussieht. Die Anbieter miteinander zu vergleichen. Ohne Internet wäre es ein hoffnungsloses Unterfangen, Anbieter und Kursmöglichkeiten zu einem bestimmten Thema umfassend zu finden. Um unsere Leserinnen und Leser bei der Kurs- und Institutionensuche zu unterstützen, bieten wir auf unserer Internet-Plattform präsenz-produktion-plus (www.p-p-plus.ch) neu die Weiterbildungs-Datenbank Alisearch an. Sie enthält detaillierte Beschreibungen von ca. 40 000 Kursen, geordnet nach Anbietern, Fachbereichen, Regionen und Abschlüssen. Alois Altenweger


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Export-Forum osec

Osec mit neuer Website

Wer sucht, der findet – schnell! Die neue Osec-Website überzeugt mit konsequenter Usability und Inhalten, die leicht auffindbar sind und mit anderen via Social Media blitzschnell im World Wide Web geteilt werden können. Zudem steht den Osec-Mitgliedern im MembersOnly-Bereich eine Fülle von Premium-Content zur Verfügung. Die angepasste Site ist eine gelungene Weiterentwicklung der Info-Plattform Nr. 1 für Aussenwirtschaftsinformationen. PETRA RICKENBACH

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tartschuss für die neue Osec-Website war der 1. September. Was hat sich geändert? Auf einen Nenner gebracht: Die Site ist einfacher, schneller und noch benutzerfreundlicher geworden.

Nutzerbedürfnisse geben den Takt vor. Auf die Vereinfachung und den praktischen Nutzen angesprochen, meint Karin Montalta-Berger, Head E-Business, Osec: «Aus Kundensicht haben wir eine State-of-the-Art-Website. Oberstes Gebot für die Weiterentwicklung war die Usability beziehungsweise Einfachheit. Relevante Inhalte sind über die Standardnavigation oder über die Suchfunktion rasch auffindbar. Die angepasste Site, die einfachen Zugang zu hochwertigen Informationen über Länder, Branchen und Themen bietet, widerspiegelt praxisnah das Export-Kerngeschäft der Osec.» Inhalte mit einem Klick teilen. Gerade KMU sind eifrige Internet-Konsumenten und schätzen es, wenn Websites so aufgebaut sind, dass sie schnell auf die benötigen Informationen zugreifen können. Immer wichtiger wird auch die Möglichkeit, interessanten Content über persönliche Netzwerke wie Facebook, XING, LinkedIn, Twitter oder Google+ mit anderen zu teilen. Dies ist auf der Osec-

HDP. Kraft, Dynamik und Präzision, vereint für Ihre anspruchsvolle Antriebsaufgabe.

(Bild: osec/fotalia)

Website mit einem einzigen Klick möglich. Entsprechend lassen sich auch Newsfeeds abonnieren. Premium Content für Osec-Mitglieder. Der Members-Only-Bereich ist für Osec-Mitglieder besonders attraktiv. Wer sich eingeloggt hat, kann nicht nur uneingeschränkt auf Premium-Artikel zugreifen, sondern auch Inhalte kommentieren, Favoriten kennzeichnen und im eigenen Bereich ablegen, um sie später in Ruhe zu lesen. Verkürzte Informationsprozesse. Premium-Content ist jetzt viel schneller online, denn Informationen werden dort erfasst, wo sie entstehen: zum Beispiel direkt bei den Swiss Business Hubs. Das beschleunigt die Bereitstellung merklich und verschafft so den Usern einen spürbaren Informationsvorsprung.

Offen für Rich Media Content. Die neue Site ist Rich-Media-Content-freundlich, d. h. sie bietet offene Schnittstellen für Bilder, Infografiken, Videound Audiobeiträge. Der solide, in der Programmiersprache HTML5 erstellte Auftritt garantiert problemlose Tablet-PC-Fähigkeit. Die Inhalte müssen also nicht als App heruntergeladen, sondern können direkt im Browser eines iPads usw. gestartet werden. Näher und schneller: Fazit: Auf www.osec.ch sind die User einfach näher – und schneller! – dran. Alle Export-Interessierten sind eingeladen, die neue Site zu testen. Wir freuen uns über jedes Feedback, das in die nächste Anpassung einfliessen wird, denn eine praxisnahe Website ist immer «work in progress». ●

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Kleiner Kraftprotz mit 130 mNm Drehmoment

Flexibleres Engineering mit TwinCAT 3

Zur Familie der bürstenlosen EC-45-Flachmotoren von maxon motor gesellt sich eine komplett neu entwickelte 70-Watt-Ausführung, welche das bereits heute schon beachtliche Leistungsvermögen nochmals nach oben erweitert. Der neue EC 45 flat 70 W zeichnet sich durch eine sehr flache Kennliniensteigung aus und vereint Neues mit Bewährtem: Flanschbild, Befestigung und Stecker sind identisch zur bestehenden 50-W-Ausführung. Und trotzdem liefert die neue 70-Watt-Ausführung 38% mehr Drehmoment. Der EC 45 flat 70 W verfügt über ausserordentliche Eckdaten. Unter anderem bietet er ein maximales Dauerdrehmoment von 130 mNm bei einem Wirkungsgrad bis zu 85%, was ihn zur ausgezeichneten Wahl für netzunabhängige Antriebssysteme oder für Anwendungen in der Industrieautomation macht. Der neue EC 45 flat 70 W ist mit Hall-Sensoren in vier Wicklungstypen (24, 30, 36, 48 V) verfügbar und lässt sich mit über 50 verschiedenen Planetenund Stirnradgetrieben der Baureihen GP 42 C und GS 45 A kombinieren. Zur Steuerung stehen eine Vielzahl von Servoverstärkern (DEC, DECS, DECV und DES) und Positioniersteuerungen (EPOS2 und EPOS2 P) zur Auswahl. Die bürstenlosen DC-Flachmotoren sind dank der flachen Bauform in vielen Anwendungen genau der richtige Antrieb. Konzipiert als Innen- oder Aussenläufer sind diese für beengte Platzverhältnisse oft die ideale Lösung. Dank der durchdachten, einfachen Konstruktion ist eine weitgehend automatisierte Fertigung möglich, welche in einem günstigen Preis resultiert.

Mit der PC- und EtherCAT-basierten Steuerungstechnik sowie Automatisierungslösungen für Holzbearbeitungsmaschinen lassen sich alle Prozessschritte der Holzbearbeitung über die offene Automatisierungsplattform von Beckhoff regeln. Neue Möglichkeiten der Automatisierung bietet die XA-Architektur (eXtendend Automation) mit der Software-Generation TwinCAT 3: Alle Editoren für die SPS- und Safetyprogrammierung nutzen als Framework Microsoft Visual Studio. TwinCAT 3 ist die neue PC-basierte Steuerungssoftware, mit der die Standard-Automatisierungswelt deutlich erweitert wird. Neben den objektorientierten Erweiterungen der IEC 61131-3 stehen mit C und C++ auch die Sprachen der IT-Welt zur Verfügung. Die Integration von Matlab/Simulink ermöglicht zudem den Einsatz in wissenschaftlichen Bereichen. Lauffähig sind die Module in den unterschiedlichen Sprachen in einer gemeinsamen Runtime unter harten Echtzeitbedingungen, unter der Nutzung von Multi-Core-Technologie und mit 32- oder 64-Bit-Betriebssystemen. TwinCAT 3 bietet durch den modularen Aufbau der erweiterten Runtime und vordefinierte Schnittstellen die Möglichkeit, die unterschiedlichen Steuerungen der Aggregate einer Holzbearbeitungslinie gemeinsam auf der zentralen Steuerungshardware der Maschine zu instanziieren. Diese können unabhängig voneinander und in verschiedenen Programmiersprachen erstellt werden. Mit TwinSAFE bietet Beckhoff auch eine in Soft- und Hardware skalierbare Sicherheitslösung an.

maxon motor ag, 6072 Sachseln, 041 666 15 00 info@maxonmotor.com, www.maxonmotor.com

Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

/ Batterieladesysteme / Schweisstechnik / Solarelektronik

Handreichung für neue Motoreffizienzregelungen Viele Antriebskunden befinden sich mitten im Umstellungsprozess auf die neuen Effizienzregelungen für Elektromotoren, einige fangen gerade erst an, sich damit vertraut zu machen. Es ist auch höchste Zeit: Bereits seit dem 16. Juni 2011 dürfen für bestimmte Bereiche nur noch Motoren, die mindestens das Effizienzniveau IE2 erreichen, auf den EU-Markt gebracht werden. Neben persönlichen Beratungsgesprächen mit Kunden auf der ganzen Welt stellt NORD Drivesystems zur schnellen Orientierung auf www.nord.com aufschlussreiches Informationsmaterial zur Verfügung: Wer sich unsicher ist, ob der gewählte Motor den Energieeffizienzanforderungen gerecht wird und welche Alternative optimal ist, nutzt NORDs Entscheidungsdiagramm, das von der Website heruntergeladen werden kann (nord.com › IE2 Motoren › Entscheidungsbaum). Ein ebenfalls online verfügbarer interaktiver Energiesparrechner ermittelt anhand der Anlagenparameter, welche Betriebskosteneinsparungen IE2-Motoren im Dauerbetrieb erbringen. Ausserdem kann der neue Motorenkatalog M7000 als Druckversion auf der NORD-Website bestellt oder direkt heruntergeladen werden. Der übersichtliche Katalog listet die weltweit unterschiedlichen Anforderungen auf und führt über den jeweiligen Zielmarkt zur richtigen Motorauswahl.

/ Weitere Informationen zu allen Fronius Produkten und unseren weltweiten Vertriebspartnern und Repräsentanten erhalten Sie unter www.fronius.ch

Getriebebau NORD AG, 9212 Arnegg-St. Gallen 071 388 99 11, info@nord-ch.com, www.nord.ch

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PRODUKTE

BOSCHERT

KUNDERT

Stanz- und Umformprofis arbeiten mit Profiloption Das Erfolgsmodell des Blechbearbeitungsmaschinenherstellers Boschert, die hydraulische Stanzmaschine Ecco Line (lieferbar in den Versionen EL 300 x 500, EL 500 x 1000, EL 750 x 1500), ist jetzt auch mit der Option «Profilbearbeitung» erhältlich. Basierend auf der speziell für die universelle Stanz- und Umformbearbeitung von Blechen bis zwölf Millimeter Dicke konzipierten Maschine erlaubt die Profiloption nun auch die Bearbeitung von Winkel-, U- sowie T-Profilen mit Schenkellängen bis 90 Millimeter. Dafür sind lediglich entsprechend längere Werkzeuge erforderlich, die sich auch für Stanz-/Umformarbeiten zum Beispiel an ein- bis allseitig gekanteten Biegeteilen einsetzen lassen. Für die Verwendung dieser längeren Werkzeuge wurde zum einen der Hub der Stanz- und Umformmaschine auf 90 Millimeter verlängert, zum anderen eine zweite unabhängig arbeitende Hublängeneinstellung installiert. Darüber hinaus gibt es für die Fixierung der Winkel-, U-, T-Form- oder Biegeteile einen speziellen Niederhalter. Das Anschlagblech für die Bearbeitung von Kleinteilen lässt sich in der X-Achse verschieben. Damit bieten sich in Bezug auf die Anwendungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten ganz neue Freiräume, die jeder in der Werkstatt und in der Fertigung tätige Praktiker schnell zu schätzen weiss. Zumal sich seitens der Bedienung keinerlei Mehraufwand ergibt, und auch die Sicherheitseinrichtungen dem zusätzlichen Einsatzzweck angepasst sind. Boschert GmbH & Ko. KG, D-79541 Lörrach +49 7621 95 93 0, info@boschert.de, www.boschert.de

BECKHOFF

ARP

Neue Motorserie komplettiert kompaktes Servosystem Beckhoff hat das Programm der Synchron-Servomotoren mit der Baureihe AM3100 erweitert. Die polgewickelten Servomotoren mit maximaler Drehmomentausbeute sind für den Betrieb mit der Beckhoff-Servoklemme EL7201 ausgelegt. Die Baureihe umfasst drei Typen mit einer Nennleistung von 50 W (Nennspannung 24 VDC) sowie 90 W und 130 W (Nennspannung 48 VDC). In der Standardausführung sind die Servomotoren AM3100 mit Resolver und einer glatten Welle ausgestattet. Auch in der kleinsten Bauform können sie optional mit einer Haltebremse bestückt werden. Als Zubehör sind Planetengetriebe und konfektionierte Anschlussleitungen verfügbar. Die EL7201 für das EtherCAT-I/O-System ist ein vollwertiger Servoverstärker für den direkten Anschluss von Servomotoren bis 200 W. Die integrierte, schnelle Regelungstechnik mit einer feldorientierten Strom- und PI-Drehzahlregelung unterstützt hochdynamische Positionieraufgaben. Der Motor-, Resolver- und Haltebremsenanschluss erfolgt direkt an der Servoklemme. Die hohe Dynamik der Servomotoren eröffnet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten: beispielsweise in Industrierobotern für Pick-and-place-Anwendungen oder allgemein im Maschinenbau, wo eine kompakte Bauform und eine hohe Positioniergenauigkeit erforderlich sind. Die Integration in die Beckhoff-Automatisierungssoftware TwinCAT ermöglicht eine komfortable Parametrierung der Servomotoren und der Servoklemme. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

Sandwich-Verfahrenstechnik: ThermoplastPUR-Thermoplast Kundert hat eine preiswerte Sandwich-Verfahrenstechnik entwickelt, bei der sich die Eigenschaften der beiden Werkstofffamilien Polyurethan (PUR) und Thermoplast auf ideale Weise ergänzen. Das PUR-Element zwischen den Thermoplasten dient als Dämpfung (oder Toleranzausgleich) und substituiert technisch aufwändige und teure Lösungen. Durch ein kostengünstiges Herstellungsverfahren wird die innovative Lösung besonders interessant. Auf den modernen Kundert-Produktionsanlagen sind viele Kombinationen von verschiedensten Thermoplasten mit den unterschiedlichsten PUR-Werkstoffen möglich. Dank den hochwertigen Kundert PUR-Systemen halten die Rollen auch hohen Kräften stand und eignen sich von sehr kleinen bis zu sehr grossen Rollen. Die Herstellung ist sowohl für Kleinserien bis zu Serien von gegen 25 000 Stück preislich interessant. Folgende Anwendungen der Kundert Thermoplast-PUR-Thermoplast-Sandwiches sind denkbar: – Rollen/Walzen in der Fördertechnik (harte Oberfläche, trotzdem Dämpfungseigenschaften vorhanden) – Förderrollen in der Papier- und Textilindustrie (z. B. Dickenausgleich der Textilien) – Rollen in Personen- und Warenliftanlagen (Laufruhe) – Umlenkrollen (Toleranzausgleich und Lärmdämpfung)

In der Industrie, im Handel, im Gesundheitswesen oder in der Logistik läuft nichts mehr ohne Barcode. Bei jeder Gelegenheit werden die schwarzen BalkenCodes via Scamittels nner eingelesen. Geräte der neusten Generation sind handlich, leicht und äusserst zuverlässig. Der Laser-Barcode-Scanner von ARP ermöglicht dank modernster Technologie ein bequemes und sicheres Scannen. Mittels optischen oder akustischen Signals erfährt der Benutzer sofort, ob der Barcode erfolgreich übermittelt wurde. Für schnelles Arbeiten ist der Laser-Scanner in der ergonomischen Pistolenform äusserst praktisch. Das handliche Gerät schiesst alle üblichen 1D-Barcodes bis auf einen Leseabstand von 20 cm zuverlässig und fehlerfrei ab. Der ultraleichte Laser-Barcode-Scanner von ARP erfüllt sämtliche Anforderungen im Alltagsbereich: Er ist nur gerade 110 Gramm leicht, sehr robust, zuverlässig und langlebig. Dank der einzigartigen Technologie kommt die Laser-Optik ohne bewegliche Teile aus und bietet somit eine längere Lebensdauer. Bei diesem Modell kann die energiesparende Autosensing-Funktion fix ein- oder ausgeschaltet werden. Der Laser wird mit Autosensing automatisch aktiviert, wenn gescannt werden soll, und schaltet sich nach dem Vorgang automatisch wieder aus. Der hochpräzise Barcode-Scanner eignet sich für alle Anwendungen in Industrie, Handel und Logistik wie auch für Kassensysteme am POS.

KUNDERT AG, Kunststofftechnik, 8645 Jona, 055 225 16 15 info@kundert.ch, www.kundert.ch

ARP, 6343 Rotkreuz, 041 799 09 09 verkauf@arp.com, www.arp.com

Ultraleichter Barcode-Scanner von ARP


technica 10.2011

PRODUKTE

BACHOFEN

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BAUMER

Neues MATLAB- und Simulink-Release

Umbau der Logistik im laufenden Betrieb

MathWorks hat die neueste Version seiner Matlab- und Simulink-Produktfamilien vorgestellt. Neu in diesem Release ist der Simulink Code Inspector. Dieses neue Tool automatisiert den Review von Quellcode, der aus Simulink-Modellen generiert wurde. R2011b beinhaltet darüber hinaus Updates für 82 weitere Produkte, darunter die PolyspaceProduktfamilie für die Verifikation von Embedded Software. Matlab startet zukünftig schneller unter Windows, verfügt über ein neues Tool für den Import von Tabellen und kann nun auch Teile von Arrays aus MAT-Dateien lesen und schreiben. Ein paar der Highlights der R2011b für Matlab sind: – Parallel Computing Toolbox: Erhöhung der maximalen Anzahl lokaler Worker von 8 auf 12 – Image Processing Toolbox: parallele Blockverarbeitung grosser Bilder mit der Parallel Computing Toolbox – Global Optimization Toolbox: gemischt ganzzahlige, nichtlineare Programmierung in genetischen Algorithmen. Und wichtige Neuerungen der R2011b für Simulink sind: – Simulink: Projektmanager für die Konfigurationsverwaltung von Bibliotheken, Modellkomponenten, Skripten und MAT-Dateien – Simulink Coder: nebenläufige Ausführung auf Mehrkernprozessoren für Host-basierte Targets und xPC Target – Embedded Coder: Codeabdeckung mit LDRA Testbed und Function Execution Profiling für SIL- und PIL-Tests – Simulink Fixed Point: automatische Skalierung mit abgeleiteten Signalbereichen. Das Release 2011b ist ab sofort verfügbar und wird allen Kunden mit aktivem Software Maintenance-Service von MathWorks automatisch zur Verfügung gestellt.

Bachofen modernisierte im Rahmen der Gesamterneuerung des Logistikzentrums die Behälterförderanlage, um den Standort für zukünftige Anforderungen fit zu machen. Der Ersatz der bestehenden Anlage erfolgte im laufenden Betrieb. Weitere wichtige Anforderungen waren die Modularität des Transportsystems und die staudrucklose Förderung der Behälter. RFID-Lösung von Turck Die Systemintegratoren entschieden sich, ein berührungsloses Identifikationssystem zu implementieren, um die Warentransport-Prozesse effizienter zu gestalten. Zunächst wurden RFID-Lösungen verschiedener Hersteller verglichen. Den Zuschlag erhielt dann das modulare RFID-Paket BL ident von Turck. Überzeugende Argumente waren neben dem intelligenten Ansatz der Dezentralisierung die einfache und flexible Integration in die bestehende Steuerungswelt sowie die Flexibilität des Systems. In komplexen Anwendungen hat diese dezentrale Intelligenz den Vorteil, dass die übergeordnete Steuerung deutlich entlastet wird. Bachofen AG, 8610 Uster 044 944 11 11, info@bachofen, www.bachofen.ch

MathWorks, 3006 Bern, 031 950 60 20 info@mathworks.ch, www.mathworks.ch

Weltweit schnellster Ultraschallsensor für hochtransparente Objekte Der neue Ultraschallsensor UNAM 12 ist mit einer Ansprechzeit von nur 1,3 ms der weltweit schnellste Sensor seiner Art und nahezu so schnell wie optische Sensoren. Im Vergleich zu herkömmlichen Ultraschallsensoren ist er damit bis zu 20-mal schneller und perfekt für Prozesse mit hoher Geschwindigkeit geeignet. Dies, und die zusätzliche Möglichkeit sehr eng beieinander positionierte Objekte zu detektieren, führt zu einer bedeutenden Effizienzsteigerung. Der UNAM 12 detektiert die Anwesenheit von hochtransparenten Verpackungsmaterialien wie Folien oder Flaschen sowie von Wafern oder Glas und kontrolliert so den kontinuierlichen Fluss der Produktion. Um dabei eine maximale Betriebssicherheit zu erreichen, garantiert die Ultraschalltechnologie die einwandfreie Funktion des Sensors unabhängig vom Verschmutzungsgrad. Darüber hinaus verfügen die Sensorvarianten mit Schalldüse über eine sehr schmale Schallkeule, die eine zuverlässige Erkennung einzelner Objekte auch bei kleinsten Abständen erlaubt. Dank der schmalen Schallkeule können die Sensoren ausserdem hinter einer schützenden Wand montiert werden und durch schmale Schlitze hindurch detektieren. Mit einer seitlichen Anfahrgenauigkeit von 0,5 mm sind die Sensoren zudem überaus präzise. Baumer Electric AG, 8501 Frauenfeld 052 728 13 13, sales.ch@baumer.com, www.baumer.com

Spezialisiert Spezialisiert auf schwierige Aufgaben und spezielle Formen. Handlich und durchzugsstark. Die Elektrowerkzeuge von SUHNER. www.suhner.com

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PRODUKTE

B&R

BAUMER

IMHOF

Schneller zum Ziel mit Automation Studio

Minimaler Aufwand – maximaler Nutzen

Bei Software-Projekten kommt es häufig zu Verzögerungen im Entwicklungsablauf. Grund dafür ist meist eine komplexe und zu starre Software. Eine objektorientierte Vorgehensweise kann diesen Ablauf deutlich beschleunigen. Automation Studio auf Basis der Programmiersprache C++ schafft die notwendige Voraussetzung und erforderliche Flexibilität. Eine ganzheitliche Sicht auf die Entwicklungsaufgabe ist bei modernen Maschinenentwicklungen von zentraler Bedeutung. Damit das in der Praxis gelingt, müssen die eingesetzten Werkzeuge die Entwickler durchgängig unterstützen. Automation Studio bietet durch seine integrierte Simulationsumgebung, seine offenen Schnittstellen und die nahtlose Integration von C++ die perfekte Plattform für eine optimale mechatronische Gestaltung der Produktentwicklung. So kann das Entwicklungsteam zu jeder Aufgabe das passende Werkzeug einsetzen. Beginnend bei der Anforderungsdefinition über die objektorientierte Analyse, das Design und die Simulation bis hin zur effizienten Inbetriebnahme der Maschine. Dadurch wird die Entwicklung insgesamt dynamischer, die Entwicklungszeiten kürzer bei gleichzeitiger Steigerung der Software-Qualität.

Der Bruchsaler Antriebsspezialist SEW-Eurodrive erweiterte sein Spektrum dezentraler Antriebslösungen um ein speziell für Intralogistik-Applikationen konzipiertes neues Basic-Gerät. Beim neuen Produkt Movifitbasic wurden die benötigen Funktionalitäten auf die Bedürfnisse der Intralogistik optimiert. Die Geräte gibt es in acht Varianten mit einheitlichem Gehäuse und Abmessungen. Die Energieverteilung für 3 ⫻380 bis 480 VAC erfolgt über das im Gerät integrierte FieldPower-Kontaktmodul mittels moderner und zuverlässiger Schnellanschlusstechnik der Firma Weidmüller. Die Leistungsteile lassen sich als Frequenzumrichter bis 1,5 kW sowie Motorstarter bis 4 kW bzw. 2 ⫻ 2,2 kW einsetzen. Die Kommunikation erfolgt über AS-Interface oder standardisierte Binärsignale. In Verbindung mit AS-Interface lassen sich zusätzlich zwei Sensoren am Gerät anschliessen. Sie werden ohne Zusatzkosten über den AS-Interface-Master zur Anlagensteuerung gemeldet und können dort verarbeitetet werden. Alle Geräte haben eine lokale Service-Schnittstelle mit RJ45-Steckverbinder zur Parametrierung der dezentralen Antriebseinheit.

B&R Industrie-Automation AG, 8500 Frauenfeld 052 728 00 55, office.ch@br-automation.com, www.br-automation.com

VeriSens – intuitiv bedienbare Vision-Sensoren Mit der neuen Generation von VeriSens-Vision-Sensoren setzt Baumer Massstäbe bei der Einfachheit und Zuverlässigkeit von Vision-Sensoren. Drei intuitiv bedienbare VeriSens-Serien stehen für eine optimale Lösung verschiedener Applikationen in der Automatisierungstechnik zur Verfügung. Die Vision-Sensoren der ID-Serie lösen zuverlässig Aufgaben der industriellen Identifikation und Aufdruckkontrolle. Der VeriSens ID-100 liest alle gängigen 1D-/2Dsowie GS1-Codes und ist damit ideal geeignet für die Steuerung von Produktionsabläufen. Der VeriSens ID-110 ermöglicht zusätzlich die Prüfung von Text oder Datumsangaben auf Richtigkeit und Lesbarkeit (OCR/OCV). Mit dem VeriSens CS-100 der CS-Serie sind Check-and-Sort-Aufgaben bei der Qualitätssicherung besonders einfach zu lösen. Beispielsweise können mit nun 5 digitalen Ausgängen Teile auf verschiedene Merkmale geprüft und ohne SPS direkt sortiert werden. Die neue FEXLoc-Technologie garantiert dabei eine sichere 360°-Lagenachführung bei variablen Teilepositionen. Die XF-Serie ist leistungsstark wie ein Vision-System und dabei einfach zu bedienen wie ein Vision-Sensor. Mit den umfangreichen Funktionen des VeriSens XF-100 und XF-200 ist es zum Beispiel möglich, Teilegeometrien zu prüfen, Positionen zu erfassen oder Verpackungen auf Form, Inhalt und korrekte Etikettierung zu kontrollieren. Baumer Electric AG, 8501 Frauenfeld 052 728 13 13, sales.ch@baumer.com, www.baumer.com/verisens

Alfred Imhof AG, 4142 Münchenstein 061 417 17 17, info@imhof-sew.ch, www.imhof-sew.ch


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LIEFERANTENVERZEICHNIS LIEFERANTENVERZEICHNIS

Abdeckungen/ ร–l(nebel)abscheider

Antriebe und Steuerungen

7171

Arbeitsschutz

Automatisches Beladen und Entladen

Automaten-Drehteile

  

    Antriebstechnik Automatisierung 18

LIEFERANTEN UND INTERNETADRESSEN

technica 03.11

Bodenmatten

Blechbearbeitung/ Laserschneiden

CAD/CAM Systeme

ZF Services Schweiz AG

     

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CNC-Drehen


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LIEFERANTENVERZEICHNIS LIEFERANTENVERZEICHNIS

CNC-Werkzeugmaschinen

Druck- und Vakuumschalter

Dampfkesselvermietung

Industrie-PCs

Infrarot-/UV-Strahler

EnergiezufĂźhrungen mobil

Decolletagearbeiten

Galvanik

Kabel

    

Gebläse/Radialventilatoren Diamant- und Borazonwerkzeuge

       

Gravieren

Keilriemen Diamantwerkzeuge Gummi-PUR-Silikon-Schaum-cfkWalzen-Rollen

Ritterquai 27 Tel. 032 625 58 58 www.typ-gummi-tgw.com CH-4502 Solothurn Fax 032 622 72 40 E-Mail: info@typ-gummi-tgw.ch

Honmaschinen

Klimageräte und Ventilatoren

Hydraulik

Kompressoren und ZubehĂśr

Dienstleistungen

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LIEFERANTENVERZEICHNIS LIEFERANTENVERZEICHNIS

Mechanische Fertigung

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Normteile

               

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Lohnfertigung

     

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Sandstrahl-ZubehĂśr

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Schichtdicken-Messgeräte ex‡ ‰nw pxop lÂŒnw ‍؏‏Fццц

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Stahl       

Schleifen

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Tieflochbohren/-Arbeiten Schleif- und Poliermaschinen

Ultraschall-Reinigungsanlagen

WerkstoffprĂźfmaschinen Schweissen

Wälzlager

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Werkzeuge

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Innovation

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Bildung und Karriere

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10.2011 technica

TECHNICA RAPPORT

INDUSTRIAL IT – 20. Version der Solidworks-CAD-Software

200 Neuerungen für ein optimiertes Arbeiten Dassault Systèmes Solidworks Corp. hat mit Solidworks 2012 die neueste Version ihrer 3D-Konstruktionslösung vorgestellt. Die neuste Version bietet zahlreiche Verbesserungen in den Bereichen Baugruppen- und Zeichenfunktionen, integrierte Simulation, Kalkulation, Leitungsführung, Erstellung von Bildern und Animationen sowie Produktdatenverwaltung.

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it den insgesamt 200 Neuerungen in Solidworks 2012 will das Softwareunternehmen den Konstruktionsteams das Arbeiten nochmals erleichtern; im Mittelpunkt stehen deshalb eine grössere Innovationsfähigkeit sowie Produktivität. So bietet die neuste Version Verbesserungen in den Bereichen Baugruppen- und Zeichenfunktionen, integrierte Simulation, Kalkulation, Leitungsführung, Erstellung von Bildern und Animationen sowie Produktdatenverwaltung. Der Wegfall von ein bis zwei Schritten, erklärt das Unternehmen, wirke sich grundlegend auf Benutzerfreundlichkeit und Produktivität aus. Solidworks 2012 bietet Erneuerungen in folgenden Bereichen: Zeichnungen: Neue Werkzeuge unterstützen die Erstellung besserer und genauerer Zeichnungen, wodurch die Revisionsphase verkürzt wird und An-

wender Konstruktionen schneller erzeugen können. So werden veränderte Bemassungen automatisch hervorgehoben und vorherige Werte angezeigt, um Revisionen zu erleichtern. Sequenzielle Stücklistenanordnung und magnetische Linien helfen dabei, Stücklisten automatisch zu ordnen und zu positionieren, sodass Anwender weniger Zeit für die Detaillierung und Ausrichtung von Zeichnungen aufwenden müssen. Sustainability: Dank der neuen, erweiterten Benutzeroberfläche von Solidworks Sustainability können Anwender Produkte mit Was-wäre-wenn-Szenarien akkurater modellieren und einzigartige sowie benutzerdefinierte Materialien besser unterstützen. Ausserdem lassen sich Prozesse mit Parametern wie recycelte Inhalte und Nutzungsdauer genau erstellen. Darüber hinaus erfolgt der Zugriff auf die neuesten Zusatzmaterialien von Solidworks

Wir bewegen die Schweiz.

Bewegung bedeutet Leben. Aber ohne den richtigen Antrieb bewegt sich nichts. Überall, wo sich Räder drehen und Motoren laufen, haben wir unsere Finger im Spiel. Wann lassen Sie sich von uns bewegen?

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Sustainability direkt und immer dann, wenn sie verfügbar sind. Revision grosser Konstruktionen: Erlaubt das direkte Öffnen und Prüfen sehr grosser Baugruppen oder einzelner Komponenten mit konkreten Anweisungen, Erstellung von Schnitten und Messungen; ein leistungsfähiger Computer oder besondere Vorbereitungen von Dateien braucht es nicht. Einfrieren von Features: Verhindert die unerwünschte Neuberechnung von Features, indem alle Features über der entsprechenden Leiste gesperrt werden. Dadurch wird die Konstruktion komplexer Modelle beschleunigt. Die Features können jederzeit wieder «aufgetaut» werden. Kostenkalkulation: Ein flexibles Werkzeug, das die Kalkulation von Fertigungskosten für Blech und Maschinenteile automatisiert. Konstrukteure können während des Konstruktionsvorgangs fundierte, kostenbasierende Entscheidungen treffen und kontinuierlich neue Szenarien für sofortige minutengenaue Fertigungskostenschätzungen erstellen. Blechfunktionen: Hiermit lassen sich Konstruktionen neu erstellen oder 3D-Teile des Kunden mit neuen Werkzeugen in Blech umwandeln. Die neuen Tools zielen speziell auf die Herausforderungen beim Arbeiten mit Blech ab, beispielsweise die präzise Steuerung der Kanten-Laschen einschliesslich der Endbedingungen bis zum Scheitelpunkt. Konstruktionen lassen sich automatisch abwickeln und für die Fertigung dokumentieren, bis hin zum Export für CNC und Bearbeitungsmaschinen. Simulation: Solidworks Simulation umfasst eine erweiterte Bewegungsoptimierung, die automatisch Ergebnisse von Bewegungsstudien verwendet, um Sensoren zu erstellen und komplexe und zeitintensive Maschinenaspekte wie Motorgrösse, Auflagerlasten und Wege anzupassen. Anwender können Konstruktionen in einem Bruchteil der Zeit optimieren, wenn sie Eingaben anpassen und Änderungen an Einschränkungen oder Zielen sofort anzeigen. Solidworks Enterprise PDM: Durch die Integration in den Windows Explorer haben Konstrukteure einfachen Zugriff auf bevorzugte Suchvorgänge und ein umfassendes Suchwerkzeug. Ausserdem können Anwender die Benutzeroberfläche von Windows Explorer anpassen, um schnelleren Zugriff auf die benötigten Informationen zu erhalten. Zusätzlich unterstützt Solidworks Enterprise PDM MS Office 2010 und den x64-Webclient. (ea) ● www.solidworks.ch


technica 10.2011

DIE FIRMA

Die in das Automationssystem integrierbare 3D-Messmaschine Erowa PreSet Qi.

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Erowa EMC 3.0 – Mit EMC hat der Maschinenbediener seine Fertigungszelle jederzeit im Griff.

Die Erowa AG behauptet sich auf dem Weltmarkt als flexibler Automatisierer

Innovationen für die globalen Märkte Dass man seine auf dem Schweizer Markt erfolgreichen Produkte irgendwann auch im Ausland zu verkaufen versucht, ist der übliche Weg in den Export. Mit Produkten und Systemen auf den internationalen Märkten erfolgreich zu sein, die in der Schweiz kaum Kunden finden, setzt noch ein rechtes Stück mehr Innovationskraft und Kundennähe voraus. Erowa hat offensichtlich beides.

A

n der EMO in Hannover stellte Erowa vor Kurzem ein integriertes Automatisierungssystem vor, mit dem sich praktisch beliebig viele Produktionsanlagen automatisiert verknüpfen und betreiben, d. h. flexibel mit Werkstücken und Werkzeugen laden und entladen lassen. Schweizer Kunden gibt es für Anlagen dieser Art kaum, meinte Verkaufsleiter Alois Bättig mit leisem Bedauern. Aber auf dem Weltmarkt ist die Firma aus dem luzernischen Surenthal seit Jahren erfolgreich. Begonnen hat Erowa – der Firmenname ist zusammengesetzt aus den Worten EROsion, Werkzeugbau und Automation – 1983 mit dem ersten universellen Spannsystem für den Werkzeug- und Formenbau. Diese präzisen Spannsysteme verkaufen sich seit damals verständlicherweise auch auf dem Schweizer Markt erfolgreich. 1987 stellte man den ersten Roboter für den automatischen Wechsel von Werkstücken und Elektroden vor. Konsequent wurden diese Produkte weiterentwickelt. Heute verfügt Erowa über ein durchgängiges, vollständiges Sortiment von Spannsystemen über Automationsgeräte bis hin zu Prozess-SteuerungsSoftware für die gesamte spanabhebende Metallindustrie. 1989 rief man das nach wie vor gültige und viel zitierte Vier-Stufen-Fertigungskonzept, kurz FMC, ins Leben. Indem die einzelnen Schritte der Fertigungsoptimierung definiert wurden, gelang es, sowohl das Verständnis der Anwender wie auch die Akzeptanz der Maschinenhersteller für diese Systeme zu gewinnen.

Durchgängig, flexibel, vollständig. Palettenbeladesysteme für Werkzeugmaschinen gibt es einige auf

dem Markt. Was die Erowa-Systeme von den Mitbewerbern unterscheidet, ist zum Teil die Präzision – aber das ist wohl keine weitere Diskussion wert, das erwartet man von Schweizer Produzenten stillschweigend –, sondern dass man die Problematik der flexiblen Automatisierung getreu dem Firmenmotto «Innovation aus Tradition» weiter entwickelt und fertig denkt. So verfügt die gezeigte Anlage nicht nur über einen zusätzlichen «Rüstroboter», der die Werkstückpaletten selbstständig beladen kann, sondern auch über eine integrierbare 3D-Messmaschine – ebenfalls aus dem Haus Erowa –, welche praktisch «Inprozess» die bearbeiteten Werkstücke vermessen kann. Integriert in der normalen Rüst- und Beladestation steht ein kleiner 6-Achs-Roboter. Er ist zuständig für das Be- und Entladen von Werkstückpaletten mit den Roh- resp. Fertigteilen. Die schwere Arbeit – den Transfer der Mehrfachpaletten zur Werkzeugmaschine – übernimmt dann der Robot Dynamic. (Siehe Bericht in technica 9-2011, Seite 16) Das Resultat: Nach der mannlosen Nachtschicht findet die Bedienungscrew Teile vor, die nicht nur fertig bearbeitet, sondern auch schon «qualitätskontrolliert» sind. Erst damit schliesst sich der Kreis vom Rohling zum fertig bearbeiteten und gegebenenfalls «qualitätsdokumentierten» Fertigteil, und dies bei Losgrössen, die praktisch beliebig klein sein können.

stück ein Qualitätszertifikat beigestellt werden muss, sind die Kontrollen ein Arbeitsgang wie jeder andere auch. Um die Produktivität zu steigern, soll auch die Messmaschine automatisch beladen werden. Eigentlich eine naheliegende Idee. Die Tatsache, dass heutige Messmaschinen sehr wohl automatisch Messen, aber selten automatisch beladen werden, gibt zu denken – und hat offensichtlich auch in Büron zu denken gegeben! Die Erowa PreSet Qi ist in allen Belangen die geeignete Anlage, um den Prozessschritt «Qualitäts-Messen» vollautomatisch zu integrieren. In Übereinstimmung mit der Aussage, dass Qualität produziert und nicht gemessen wird, ist die Erowa PreSet Qi die einzige Messmaschine ihrer Preisklasse, die mechanisch präzis gefertigt wird. Dies ist eine Grundvoraussetzung für dauerhaft hochstehende Messungen. Zudem ist die volle Integration der Erowa-Spannsysteme von allem Anfang an vorgesehen. So ist die Schnittstelle zur automatischen Beladung bereits inbegriffen. Mit der überschaubaren Messsoftware und den notwendigen Importmodulen für CAD- und CAM-Daten sind die Messprogramme schnell erstellt. Die Integration in den Fertigungsprozess über das Leitsystem Erowa JMSpro ist ebenfalls vorgesehen. ●

Qualität wird produziert – nicht gemessen! Die Liegezeiten von Produkten, vor allem wenn mit kleinen Serien oder Einzelstücken gefertigt wird, sind oft unverhältnismässig zu den effektiven Fertigungszeiten. Da jedoch praktisch zu jedem Werk-

EROWA AG 6233 Büron, 041 935 11 11 Info@erowa.com, www.erowa.com


78

IN DIESER AUSGABE

IMPRESSUM

Linde Lansing Fördertechnik

4, 57

ABB Schweiz

41, 66

Alfred Imhof

76

Malcisbo

Antrimon AG Antriebstechnik

45

Max Mitschjeta AG

60

ASCO Numatics

44

maxon motor

67

33

Mesago Messemanagement

56

Atlas Copco (Schweiz) B&R Industrie-Automation

7, 10, 79

Messe Luzern

63

32

Metall Service Menziken

50

Bauberger AG

22

Mikron Tool SA Agno

32

Beckhoff Automation

69, 70 27, 67, 68

Bito-Lagertechnik Bittmann

12

Bosch Rexroth

17, 37

Murrplastik OSEC P.E. Schall Parkem AG

6 7, 66 17 5

68

Parker Hannifin Europe

49

Bossard

57

Pilz Industrieelektronik

43

Brändle Werkzeugmaschinen

53

PSI Paul Scherrer Institut

5

BusinessLink

12

Remmert

Carl Cloos Schweisstechnik

34

Sandvik

4

COMSOL Multiphysics

22

SAP (Schweiz)

4

COSCOM

11

Schmalz

17

Deuta-Werke

48

SCHMIDT Technology

55

Durolaminat

30

Schoop + Co

49

EHB Elektro Hediger

50

SECO

Eichenberger Gewinde

19

SEH Technik

Boschert GmbH + Co.

56, 79

1, 79 24

EKZ

6

sfb

EPMT

3

SF-Filter

Erowa

77

SHL Automatisierungstechnik

Estech Industries Holding

30

Siemens Schweiz AG

Ethernet Powerlink

10

Skybotix

63

Euresearch

79

Solidworks

76

Fastems

38

StarragHeckert

28

Föhrenbach

4, 17

Stein Automation

60, 61 79 21, 31 7, 16, 50

9

Fronius Schweiz

67

Still

54

Gebhardt Fördertechnik

52

Suhner Abrasive Expert

69

Getriebebau Nord

67

Swisscleantech

10

Getyoutguide

62

Swissmem Kaderschule

24

Gurit

6

The MathWorks

69

Hans Eberle

8

Thür & Co Federnfabrik

15

HaWe-Werkzeuge

52

TOX® PRESSOTECHNIK

47

Hediger Elektro

50

Universität Basel

IBM

6

igus

17, 20, 79

Verband SCHWEIZER MEDIEN Vibraplast

5 58 6, 11

Ingersoll Werkzeuge

2

Vissee

IWS Fraunhofer- Institut

4

Walter Meier

5

22

Wild AG Zug

35

ZHAW School of Engineering

39

Jakob Keller Verschlusstechnik Keller AG

2

Keller Laser

64

Kufferath

25

Kundert

3

Laesser

70

Lastech

28

die fachzeitschrift für die maschinen-, elektround metallindustrie ISSN 0040-0866, 60. Jahrgang 2011 www.technica-online.ch, www.marktspiegel.ch Total verkaufte Auflage: 1057 Exemplare Total Gratisauflage: 7368 Exemplare

8

Bachofen

Baumer Electric

10.2011 technica

63

Ausgezeichnet mit dem Zertifikat «Schweizer Qualitätszeitschriften QFZ» des Verbandes Schweizer Presse Kontakt Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. +41 (0)58 200 56 50, Fax +41 (0)58 200 56 51 Geschäftsführer Dietrich Berg Leiterin Zeitschriften Ratna Irzan Redaktion «technica», Neumattstr. 1, Postfach, CH-5001 Aarau, Tel. +41 (0)58 200 56 42, Fax +41 (0)58 200 56 61 Eugen Albisser, Chefredaktor, Tel. +41 (0)58 200 56 41 Martin Gysi, Masch.-Ing. FH, Tel. +41 (0)58 200 56 29 Externe redaktionelle Mitarbeiter Edgar Grundler, Alois Altenweger SVBF-Teil «Planung und Produktion» Offizielles Organ des Schweizerischen Verbands für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik SVBF Schweiz, 8021 Zürich, www.svbf.ch Redaktor: Alois Altenweger, lic. rer. pol., Tel. +41 (0)34 402 56 69, a.altenweger@zapp.ch Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Produkte und Highlights sind kostenpflichtig. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Leiter Werbemarkt Jürg Rykart, Tel. +41 (0)58 200 56 04 Anzeigen Peter Spycher, Tel. +41 (0)58 200 56 33 Verena Müller, Tel. +41 (0)58 200 56 42 Susanna Franzoni, Tel. +41 (0)62 721 00 00 Anzeigentarif unter www.technica-online.ch Verkauf Marktspiegel Christine Gehrig, Tel. +41 (0)56 631 22 20, Fax +41 (0)56 633 56 23 Leiter Marketing/Online Valentin Kälin Aboverwaltung abo@technica-online.ch Tel. +41 (0)58 200 55 70 Preise Abonnementspreis: Fr. 95.– Ausland: Fr. 95.– plus Postgebühren Layout/Produktion Pia Zimmermann Druck Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen

Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner CEO: Christoph Bauer www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB: Aargauer Zeitung AG, AZ Anzeiger AG, AZ Fachverlage AG, AZ Management Services AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Vertriebs AG, Basellandschaftliche Zeitung AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG Solothurner Zeitung AG , Tele M1 AG, TMT Productions AG, Radio 32 AG, Vogt-Schild Druck AG, Vogt-Schild Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG


technica 10.2011

ONLINE/AGENDA

technica-online.ch

Agenda

In dieser Ausgabe der Technica finden Sie das Symbol «tplus» an verschiedenen Stellen im Heft. Es deutet darauf hin, dass für die gekennzeichneten Artikel weitere Informationen hinterlegt sind, auf der technica-Webseite www.technica-online.ch. Sie finden dort die zusätzlichen Dokumente – Langversionen der Artikel, Datenblätter, Broschüren, Audiofiles und Filme – beim Anklicken des Buttons oben rechts. Eine Liste mit den Zusatzmaterialien erscheint. Klicken Sie auf die entsprechenden Verknüpfungen. Die folgende Auflistung gibt eine Übersicht, auf welchen Seiten in dieser Ausgabe und zu welchen Themen wir tplus-Material hinterlegt haben.

Workshop «Introduction to EU Research Funding (FP7) for Newcomers»

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SF – für alle FilterFälle die Nr. 1!

Als Filter-Spezialist

Seite 12 Social Media in der Industrie Das Auffinden von strategisch relevanten Web-Informationen, die das eigene Unternehmen, die eigenen Kunden oder Marktentwicklungen betreffen, ist Chance und Herausforderung zugleich. Die Studie vom Fraunhofer Institut – zum freien Download – gibt Auskunft über die wichtigsten IT-Lösungen zur Identifikation, Beobachtung und Analyse von relevanten Quellen im Social Web.

Seite 13 Frauenquote in Unternehmen Vom Seco gibt es eine Publikation mit dem Titel «Frauen in Führungspositionen: so gelingts». Darin kommen auch zehn grosse und mittlere Unternehmen zu Wort, die ihre Erfahrung mitteilen. Seite 18 Motek/Bondexpo Mit dem wartungsarmen System P4 von Igus kann eine sichere Energiezuführung auf langen Wegen bis 800 m für Krananlagen oder Fördersysteme realisiert werden. Die Webseite zeigt Kurzfilme zur Funktionsweise und wie die Energiekette angewendet werden kann. Seite 55 Modernes Blechlager Die Firma Remmert betreibt einen eigenen Youtube-Kanal. Gezeigt wird dort unter anderem auch in einem Animationsfilm, wie ein modernes Blechlager funktioniert.

Wie funktioniert die Projektförderung im Rahmen des europäischen Forschungsrahmenprogramms FP7? Welche Möglichkeiten gibt es für KMU, an Forschungsprojekten mit Partnern aus ganz Europa teilzunehmen? Diese Fragen beantwortet der Workshop von Euresearch und zeigt, wie Unternehmen dabei vorgehen müssen.

Nr. 1 verfügen wir über das grösste FilterAngebot für den Mobilund Industriesektor.

Ein permanentes Lager mit 20'000 Filtertypen. Alle Marken und

Veranstalter: Datum: Zeit: Ort:

Euresearch 18. Oktober 2011 14.15 –17.30 Uhr Euresearch Headoffice Effingerstrasse 19 3008 Bern Anmeldung: www.euresearch.ch

Systeme. Für Erstausrüstung und Austausch.

Kein mühsames Suchen

B&R INNOVATION DAY Bei einem kurzweiligen Programm mit Workshops erfahren Sie mehr über die neusten B&R-Produkte und -Services. Folgende Workshops werden angeboten:

mehr nach passenden Lieferanten. Top-Lieferservice – keine teuren Stillstandzeiten.

Workshop 1 «Automation Software» Workshop 2 «Technology Solutions» Workshop 3 «Component Integration» Am Nachmittag folgt ein freundschaftliches Turnier und am Abend verspricht B&R, die Gäste «in Oktoberfeststimmung zu versetzen». Man kann nur am Morgen, am Nachmittag oder den ganzen Tag aktiv teilnehmen, die Teams als Zuschauer unterstützen oder einfach beim Nachtessen auf die Siegerteams anstossen. Wer den ganzen Tag mit von der Partie ist, nimmt automatisch an der Verlosung eines iPads teil. Veranstalter: B&R Datum: 18. November 2011 Agenda: 9.00 Uhr Begrüssung 9.30 Uhr Innovationen und Workshops 13.00 Uhr Mittagessen 14.00 Uhr Eröffnung Swiss Orange Cup 15.00 Uhr Turnier (nach den Regeln von B&R) 19.00 Uhr Abendessen in Frauenfeld Anmeldung: bis am 28. Oktober 2011 www.br-innovationday.ch

SF-Filter AG CH-8184 Bachenbülach Tel. +41 44 864 10 68 Fax +41 44 864 14 56 info@sf-filter.ch


80

10.2011 technica

VORSCHAU/TECHNIKNACKNUSS

TECHNIKNACKNUSS Das Rätsel für technisch versierte Kreuzworträtselfreunde. Umlaute: 1 Buchstabe Das Lösungswort können Sie auf unserer Homepage www.technica-online.ch in der Rubrik «TechniKnacknuss» eingeben. Einsendeschluss: 11. Nov. 2011. Unter den Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei Expl. von «Singletrails in den Schweizer Alpen» von Jürg Buschor. Die 100 schönsten Mountainbike-Touren in allen Regionen der Schweizer Alpen und im Jura, im Wert von Fr. 59.90.

kubiMilchscher produkt Kohlenstoff

Ort des Vorkleiner Chemisches Verbresitzende Ballen Element chens

scharfer UnsachWerk- verstänstückdiger grat

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Blechschneidgerät Bahre Haarpflegefett

Kopfbedeckung

7

Liegesofa

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Hauptstadt Simbabwes

3

Geldhorter

Luftfahrtgesellschaft

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erstmalige Ernennung

1

8 gleichartige Produkte

6

Traubenansatz am Rebstock

Gegent. des Diffusors

Ski in Österreich

Kochstelle

Hinterlassenschaft

4

Fürbitte

Energie- Vieherhaltungs- züchter (engl.) satz

Planet

Zahlwort

5

bitter Gerät zum Lastenziehen Gegent. von weniger

Indischer Gläubiger

Tätigkeit des Windes

Vergeltung üben

Stoffchem. Gliedmischer Element masse

Masseinh. f. PferdeWider- rasse stand rorierende Werkstückaufnahmen

2

See in Zentralasien

1

2

3

4

5

6

7

8

Die richtige Lösung des Kreuzworträtsels in technica 8-11 lautete SCROLLEN. Die Gewinner des Buches «Wilde Küche» sind: Ivan Gandola, Reto Leuenberger und Josef Erni.

P E D O H M R B E A B S R O N I E N T

E A N D K S T S

U R W A A P P L N E I D P

T R E U E

S T T A T R E I E K U P S Z E N E E I H U T O B H A F L U

C H A N S O N

U F O R I E S I N T H E N E I C F S P O S T J U N T A T A N D E M K U L I N G T E E N A U S S S S E B N E N

VORSCHAU Ausgabe 11 3. November 2011

Antriebstechnik

Erfolgreiche EMO 2011

Swissrobotics.net

Auch Theater- und Opernhäuser sind auf modernste Technologien angewiesen. Effiziente Spindelhubgetriebetechniken sorgen zum Beispiel in Zürich für überraschende Effekte. Dass sie ihre Arbeit «flüsterleise» verrichten, war nur eine der Herausforderungen.

Zufriedene Aussteller und entscheidungsfreudige Besucher aus aller Welt - vermehrt auch aus Asien und Südamerika - prägten die EMO 2011 in Hannover. Die technica berichtet über die Messehighlights. Nächste EMO: 16. - 21.9.2013, wieder in Hannover.

Rund um die Werkzeugmaschine sorgt der Roboter mit seine Flexibilität und Präzision dafür, dass nicht nur der Zerspanungsprozess an sich, sondern der gesamte Fertigungsprozess eines Werkstücks noch sicherer, präziser und produktiver wird.


5-8 JUNI 2012

11. Ausgabe

6. Ausgabe

2. Ausgabe

Internationale messe Die einzige jährlich stattfindende Fachmesse, die den Präzisionstechnologien gewidmet ist Horlogerie-Joaillerie - Mikrotechnologie - Medtech

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10 Jahre Erfahrung….. seit ihrer Gründung bekannt und anerkannt

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Eine von Fachleuten für Fachleute organisierte Messe

571 Aussteller und über 11'000 Fachbesucher in 2011 Eine Plattform für Informationsaustausch und Geschäftsabschlüsse - eine Veranstaltung, die sich allgemein grosser Beliebtheit erfreut und als unumgänglich gilt

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technica 10 - 2011