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CHF 12.–

4.2012

www.technica-online.ch www.marktspiegel.ch

fachzeitschrift für die maschinen-, elektro- und metallindustrie

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Highspeed-Automatendrehen 6-Seiten-Komplettbearbeitung mit bis zu drei Revolvern

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15

Mikrotechnik Die Siams ist ist ein sonderbarer Mix aus Hightech, Kontaktbörse, Apérostimmung und hartem Messegeschäft. Die Neuheiten im Überblick.

36

Generative Verfahren Mit dem LaserCusing-Verfahren werden mechanisch und thermisch belastbare metallische Bauteile mit hoher Präzision erstellt. Ein Werkstattbesuch.

52

Prozessüberwachung Im Ex-Bereich werden mangels Alternative schutzverkleidete Standardkameras verwendet. Mit der SNF-Technik haben sich neue Möglichkeiten eröffnet.


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EDITORIAL

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Die Haue geputzt Gestern lief auf DRS3 der musikalisch auch heute noch aktuell anmutende Popsong «Nothing Ever Happens» von Del Amitri. Gleich in der ersten Strophe straft der Song aus dem Jahr 1989 seinen Titel und Refrain allerdings Lügen und zeigt, wie alt er ist. Die Rede ist da von Sekretärinnen, die am Abend ihre Schreibmaschinen ausschalten. Schreibmaschinen? Ja, das gabs doch mal! Als ich 1988 meinen Job bei der technica begann, teilten wir uns im Redaktionsbüro zu dritt eine Schreibmaschine. Redigiert wurde noch weitgehend mit Schere, Leim- und Rotstift, und die manchmal vor lauter Korrekturen kaum noch lesbaren Manuskripte wurden anschliessend von «Tasterinnen» erfasst. Tempi passati. Das Manuskript zu diesem Editorial schreibe ich im Zug auf dem Laptop und speise es anschliessend direkt ins Redaktionssystem ein. Dies zeigt, wie dramatisch sich die Werkzeuge in den letzten Jahren verändert haben. Aber was hat sich an den Inhalten, an der eigentlichen Arbeit geändert? Eigentlich erstaunlich wenig! Damals wie heute bestand der Kern des Schaffens darin, die technischen Trends aufzuspüren und den Fachleuten der Industrie weiterzugeben, die «Technical Experts upzudaten», wie es heutzutage neudeutsch heisst.

Der ist ein Unglücklicher, dem die öffentliche Meinung sein Gott ist. Jeremias Gotthelf

Habe ich mit meiner jahrzehntelangen Tätigkeit irgendetwas verändern oder bewegen können? Wohl kaum. Was die technica an spannenden Entwicklungen verpasst hat, war sicher in einer der Konkurrenzzeitschriften zu lesen – und umgekehrt. Oder vielleicht doch? Zumindest im Kleinen – indem ich Menschen mit Verantwortung und Einfluss zumindest für den Augenblick zum Nachdenken

und Hinterfragen anregen konnte. Ich denke dabei an meine Editorials mit hin und wieder auch provokanten Statements zu Bildungs-, Management- und Wirtschaftsthemen und vielem mehr. So darf ich für mich in Anspruch nehmen, dass ich die Raffgier gewisser Manager an dieser Stelle schon Jahre vor der Einreichung der Abzockerinitiative gegeisselt habe. Gleichzeitig habe ich aber darauf hingewiesen, dass das Problem mindestens so stark bei den Bonusspendern wie bei den Empfängern liegt. Eine Erkenntnis, die sich bis heute kaum durchzusetzen vermocht hat. Ich habe es genossen, an dieser Stelle einen Freiraum für meine eigene Meinung zu haben, ungeachtet davon, ob diese auch mehrheitsfähig sei. Ich habe spannende Zeiten erlebt. Ich habe viele technische Entwicklungen an vorderster Front kommen und verschwinden sehen. Meist standen diese Innovationen im Dienst von mehr Effizienz: schneller, besser, rentabler. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern, nur müssen die Systeme künftig auch noch «grüner» sein. Hat sich mit all diesen Entwicklungen auch unsere Lebensqualität verbessert? In vieler Hinsicht ja, auch wenn wir es gerne übersehen. Aber nicht nur. Das Leben ist hektischer geworden. Früher war irgendwann mal Feierabend. «Er het d’ Haue butzt» oder «I ha de Rieme abegheit» waren die Ausdrücke dafür. Heute checkt man die Mails rund um die Uhr, ist stets erreichbar und arbeitet auch im Zug weiter. Wie ich jetzt. So gesehen freue ich mich darauf, kürzer treten zu dürfen. Wenn diese technica vor Ihnen liegt, werde ich wohl bereits als Frührentner zusammen mit meiner Frau mit dem Velo Richtung Apulien unterwegs sein. Auf www.aargauerzeitung.ch werden Sie uns «verfolgen» können. Man kann ja heute stets und von überall her berichten, wie viel Luft noch im Pneu ist. Danke, dass Sie mich als Leser und Kunde so lange gewähren liessen. Nun putze ich die Haue. Martin Gysi unterwegs


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INHALTSVERZEICHNIS

UNKT BRENN P

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Die Giga-Show

Die Hannover Messe bietet ein einzigartiges und kaum mehr überschaubares Informations-, Kommunikations- und Kaufangebot. Tatsache aber ist, dass man nicht alles gesehen haben muss. Ein kritischer Gelände- und Gedankenrundgang im Vorfeld der Messe.

●●●

15

Siams

Die in ihrer Art einzigartige Fachmesse im Jura konzentriert sich wie stets auf ihre Grundwerte: die Produktionsmittel der Mikrotechnik und die Nähe zu den Kunden und Herstellern, den menschlichen Kontakt unter ihnen und den industriellen Pragmatismus.

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Werkzeugmaschinen

Die Marke Sprint im Portfolio von DMG steht als Synonym für Highspeed-Automatendrehen. Die «Sprint 50», die an der Metav ihre Weltpremiere feierte, ist von Grund auf neu konstruiert worden, was sich in einem enormen Leistungs- und Flexibilitätsplus widerspiegelt.

Fokusthema: Hannover Messe, Seite 10, 42, 44, 45, 46, 47, 49, 54, 60, 64, 93

3 Editorial 4 Nachrichten 8 Märkte und Unternehmen – Gütesiegel «Made in Reiden» – Von Mikrometern und F1-Champions – Nie mehr «nix verstehen» 10 Brennpunkt Hannover Messe: die Giga-Show Partnerland China setzt auf grün Gebündelte IT-Themen in Halle 7

FACHMESSEN Siams 15 Das Treffen der Mikrotechnik Das Traditionelle am jurassischen Messeverständnis und die neusten Produkte 22 Testen Sie das Unternehmen Advertorial: Der Run-um-Service bei Gehäusen von Phoenix Mecano

Sensor+Test 23 Ein Muss für Entwickler und Konstrukteure Ohne neuste Sensorik und Messtechnik lässt sich nicht mehr zukunftsfähig optimieren

Automatica 24 Hand in Hand mit dem Roboter

FACHARTIKEL Werkzeugmaschinen und Werkzeuge 29 3 + 2 ist mehr als 5 Mit dem aufgesetzen Getriebe-Drehtisch von der 3-Achs-Maschine zum 5-Achs-BAZ 32 Palettiersystem als Fertigungsschlagader Materialfluss als Effizienzfaktor 34 Highspeed-Automatendrehen Metav-Weltpremiere der DMG-Sprint 50 36 Vom Fräs- zum «Druckzentrum» Der Zahntechniker als Servicepartner dank LaserCusing 40 Einzelteile wirtschaftlich fertigen Flexibles Fertigung für innovative Spritzgiessmaschinen

Automations- und Antriebstechnik 42 Clever automatisieren Kostensenkungsprogramm für Maschinenbauer

45 Verleiht grossen Leitungen Flügel» Kompakte Energieführung für grosse Leitungsdurchmesser 46 Belastbarer als ein Kampfflugzeug Standardantrieb für harsche Umgebungen

Control 26 Qualität ist nicht Sache einer Abteilung...

47 Hohe Leistungsdichte ABB zeigt in Hannover auch ihre innovativen Synchronreluktanzmotoren

Metav 27 Aussteller im Nachfragehoch Die Metav eröffnete den Reigen der Metaller-Fachmessen in diesem Jahr

54 Leitsystem für die Prozessindustrie Prozessleitsystem und SPS kombiniert 56 Temperatur als wichtigste Prozessgrösse Invasive Temperaturmessungen 58 Herausforderung gemeistert Rückschlagventile für dauerhaufte Prozesssicherheit in der Chemikalienaufbereitung

Messtechnik 60 Kritische Maschinen überwachen Überwachungsandwendung auf der CompactRIO-Plattform von NI 63 Messlabor für Start-ups Die Helmut Fischer AG öffnete die Türen zum Messlabor in Hünenberg/ZG 64 Lückenlos zusammengefügte Scans Faro mit neuer Scansoftware «Scene 5.0» 65 Produkte Messtechnik

44 Mehr «Closed-Loop-Integrationen» Der Siemensauftritt in Hannover im Zeichen der wachsenden Vernetzung

Immer mehr Schutzzäune fallen, da die Mensch-Roboter-Kooperation voranschreitet

Die Control setzt ihren Weg als Welt-Leitmesse auch im 2012 munter fort

Prozesstechnik 52 Ex-Kameras müssen handlich sein Explosionsgeschützte CCTV-Lösungen

49 Simulationsbasiertes Entwickeln Durchgängige Simulation mit Automation Studio von B&R 50 Der dänische Roboterarm UR10: der neue Leichtbauroboter aus Odense. Ein Besuch vor Ort

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN Swissrobotics.net 67 Roboter im Dienst des Werkplatzes Mit Kreativität Arbeitsplätze sichern 70 Werkplatz Schweiz unter Druck Zwei Branchen, zwei Meinungen 71 Teamarbeit auf hohem Niveau Beschickung mittels Kuka-Roboter 72 Multitalent für ultraschnelles Pick & Place Der «TP80 fast Picker»: über 200 Picks/min 73 Kräftigere Highspeed-Module Kleinere Module, gleiche Leistung


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Industrial Handling

Das dänische Jungunternehmen Universal Robots entwickelte den handlichen und kostengünstigen Roboterarm UR5. Nun kommt eine weitere Variante auf den Markt, die mehr kann als Pick-and-Place. Ein Grund, die Firma im dänischen Odense zu besuchen.

INHALTSVERZEICHNIS

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Fokusthema 12 Ausgabe 4/20

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Hannover Messe

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Vom Brennpunkt-Artikel («die polytechnische Giga-Show») als einleitenden Text bis zum Technica-Rapport über die eichenbergerischen Kugelgewindetriebe (fast) am Ende dieser Ausgabe ist das Fokusthema «Hannover Messe» gut verteilt, um den unterschiedlichsten Perspektiven auch gerecht zu werden.

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Stillstandzeiten.

SVBF – Planung und Produktion 76 Editorial 77 Vom «viel haben» zum «wenig benötigen» Stetes Wachstum ist nicht möglich 78 Von der Mode zur Notwendigkeit Vier Compliancebereiche und ihre Anforderungen 80 Schlanke Wärmedämmung Dünn, leistungsfähig und endlich günstig 81 Tagung zum Thema Stromnetz Energietag mit Bundesrätin Doris Leuthard ZUM TITELBILD:

OSEC – Export Forum 82 Fukushima und Arabischer Frühling als Wachstumstreiber Spannende Erkenntnisse aus dem 10. Aussenwirtschaftsforum der Osec

84 Produkte 89 Lieferantenverzeichnis 93 Produkte 94 Agenda 95 In dieser Ausgabe/Impressum 96 TechniKnacknuss/Vorschau

Clever automatisieren Anwender erwarten von ihren Automatisierungslieferanten immer häufiger ein durchgängiges Automatisierungssystem, fortschrittliche EngineeringWerkzeuge und bei Bedarf Unterstützung durch einen versierten Support, um die steigende Komplexität der Automatisierungsaufgaben effizient und kostengünstig bewältigen zu können. Diesen Herausforderungen stellt sich Lenze seit Jahren erfolgreich. Nun unterstreicht das Unternehmen seine Position als Anbieter von Automatisierungssystemen mit der Einführung der neuen Produktfamilie L-force Controller 3200 C. Ab Seite 42

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NACHRICHTEN

Komax mit gutem Ergebnis Das Jahr 2011 war für die Komax Gruppe in Dierikon LU ausserordentlich erfolgreich. Sie konnte die bereits sehr guten Resultate des Vorjahres wiederum übertreffen und beim Umsatz sowie beim Betriebs- und dem Nettoergebnis neue Rekordwerte erzielen. Der Umsatz erhöhte sich um 9,2 % auf CHF 371,4 Mio. In Lokalwährungen betrug das Wachstum sogar 16,1 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte CHF 47,5 Mio. Die Komax Gruppe stand auch im Jahr 2011 auf einer sehr soliden finanziellen Basis. Das Eigenkapital lag bei CHF 247,0 Mio. Die Eigenkapitalquote erreichte damit 68,3 %. Die einzelnen Business Units waren zudem allesamt erfolgreich. So verzeichnete zum Beispiel Komax Wire eine nochmals stärkere Nachfrage nach Automatisierungslösungen. Dafür waren insbesondere Kunden aus der Fahrzeugindustrie verantwortlich. Der Markt für Haushaltgeräte war stabil. Im Schaltschrankbau führte die anhaltende Tendenz zur verstärkten Automatisierung zu einem fortgesetzten Wachstum. Bei Solarkabeln dagegen kühlte sich die Nachfrage während des Berichtsjahres merklich ab. Hauptgrund war der zyklusbedingte Rückgang der Photovoltaikindustrie. www.komax.ch

Wo die Start-ups sind Die Newsplattform startupticker.ch ist der Informationskanal der Startup- und Innovations-Szene der Schweiz. Ob übers Web, täglich per RSS-Feed oder wöchentlich mit dem Newsletter: startupticker.ch gibt bereits seit Herbst 2010 einen Überblick über die Schweizer Start-up Community. Jetzt wurde der Online-Drehscheibe ein neues Design verpasst und ihre Attraktivität erhöht. Dank startupticker.ch können die Jungunternehmen ihre Pressemitteilungen kostenlos publizieren und ihr Image in einer breiteren Öffentlichkeit steigern. Dadurch sollen sie schneller zu Kunden, Aufträgen, guten Mitarbeitern und zu den nötigen Finanzmitteln kommen. Für Förderorganisationen, Technologieund Wissenstransferstellen, Berater und Investoren agiert das Portal als zentraler Informationskanal zur Start-up-Szene. www.startupticker.ch

Geschäftsprogramme vermehrt in der Cloud Abacus darf auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zurückblicken, in dem der Umsatz gegenüber 2010 um zehn Prozent gestiegen ist. Im traditionellen Lizenzgeschäft mit den Geschäftsprogrammen haben die Softwareverkäufe mit bisherigen Abacus-Anwendern sogar um 14 Prozent zugenommen. 2011 haben zudem 2181 neue Kunden Abacus-Software erworben, wovon 1436 KMU die webbasierte Cloud-Software gewählt und 745 Kunden sich für eine lokal im Unternehmen installierte Software entschieden haben. Das Schweizer Software-Unternehmen Abacus Research AG entwickelt seit über 27 Jahren erfolgreich betriebswirtschaftliche Standardlösungen. Es beschäftigt über 220 Mitarbeitende, wobei der Vertrieb ausschliesslich über ausgewiesene Partner erfolgt. www.abacus.ch

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Das international tätige Research-Unternehmen CRF Institute hat unter anderem die Siemens Schweiz AG, den Sensorhersteller Baumer Electric und den Liftbauer Schindler mit dem Titel «Top Arbeitgeber 2012» ausgezeichnet. «Top Employers zeigen, dass sie Talent-Management als eine der obersten Prioritäten erkannt und umgesetzt haben. Dadurch zeigen sie deutlich, dass sie ihre Mitarbeitenden schätzen und dementsprechend fördern», so fasst das CRF Institut, ein Spezialist auf dem Gebiet des internationalen Personalmanagements, die Kriterien seiner unabhängigen Untersuchung zusammen. «Wir sind stolz darauf, auch in diesem Jahr wieder zu den Top Arbeitgebern in der Schweiz zu gehören. Die Auszeichnung ist Anerkennung und Ansporn zugleich. Wir wollen auch künftig dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter bei Baumer wohlfühlen», so Alfred Dumelin, Leiter Personal und Ausbildung bei Baumer. Auch Garry Wagner, Personalleiter der Siemens Schweiz AG, freut sich über den Erfolg: «Besonders auch, weil wir das gute Ergebnis des letzten Jahres in der neusten Untersuchung sogar noch übertroffen haben.» Insbesondere jungen Talenten und junge Arbeitnehmern gibt das Gütesiegel «Top Arbeitgeber Schweiz», das nur von zertifizierten Unternehmen getragen werden darf, einen wichtigen unabhängigen Benchmark für die Wahl ihres weiteren Karriereweges in die Hand. Insgesamt wurden in diesem Jahr 19 Unternehmen in der Schweiz zertifiziert. www.topemployers.ch

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NACHRICHTEN

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Die Mega(watt)-Batterie Die EKZ als einer der grössten Energieverteiler in der Schweiz und ABB haben nach neun Monaten Bauzeit den grössten Batteriespeicher der Schweiz in Betrieb genommen. Er steht am EKZ-Standort in Dietikon, hat eine maximale Leistung von einem Megawatt und wurde nun in das Mittelspannungsnetz der EKZ eingebunden. Die Batterie kann Energie bis 500 Kilowattstunden speichern, womit man einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt für 40 Tage mit Strom versorgen kann. Damit ist sie die grösste Anlage dieser Art in der Schweiz und hat Pioniercharakter im Hinblick auf eine sichere Stromversorgung in der Zukunft. Mit diesem Projekt wollen ABB und EKZ Erfahrungen über die Einbindung und das Verhalten von Batteriespeichern im Netz sammeln und daraus gesicherte Erkenntnisse über deren wirtschaftlichen Einsatz gewinnen. Es geht darum, herauszufinden, welche Konfiguration für welche Betriebsart die richtige ist. In der Batterie werden Lithium-Ionen-Akkumulatoren verwendet, wie sie auch in Handys oder Elektroautos im Einsatz sind. Die rund 10 000 LithiumIonen-Zellen wandeln die elektrische Energie bei der Aufnahme in chemische Energie mit einem Wirkungsgrad von rund 95 % um. www.abb.ch www.ekz.ch

Inspirierend…

Studie zum wachsenden Robotereinsatz Quest Technomarketing interviewte Ende 2011 deutsche Maschinenbauer mit 100 und mehr Beschäftigten in 11 Maschinenbaubranchen. Die umfangreichen und detaillierten Ergebnisse sind in einer Studie von knapp 100 Seiten veröffentlicht. Die Zusammenfassung lautet folgendermassen: Mit 45 % setzt aktuell bereits fast jeder zweite der untersuchten Maschinenbauer Roboter an den Maschinen ein. Mit Blick auf 2014 hat auch keiner der untersuchten Maschinenbauer mit Robotern abgewinkt: «Roboter? Nein, nicht mehr, haben sich nicht bewährt.» Stattdessen kommen in den nächsten drei Jahren neue Erstanwender hinzu, sodass 2014 zu erwarten ist, dass 50 % der Maschinenbauer Roboter an den Maschinen einsetzen werden. Was die Maschinen betrifft, so rüsten die Maschinenbauer im Allgemeinen nur einen Teil ihres Maschinenprogramms mit Robotern aus. Die Anzahl dieser mit Robotern ausgerüsteten Maschinen steigt bis 2014 um 31 %. Geht dieses dynamische Wachstum auf die künftigen Erstanwender zurück, die Roboter erstmals an den Maschinen gleich in grossem Stil einsetzen werden? Nein, im Gegenteil. Das dynamische Wachstum des Robotereinsatzes an den Maschinen geht zu 99 % auf Maschinenbauer zurück, die bereits jetzt Roboter einsetzen. Die neuen Erstanwender tragen nur 1 % zu diesem Wachstum bei. Auch für die Maschinenbauer selbst wird das Engineering der Roboteranwendung immer anspruchsvoller werden. Knapp zwei Drittel (63 %) von ihnen machen das Engineering der Roboteranwendung komplett selbst. www.quest-technomarketing.de

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NACHRICHTEN

Gemeinsame Strömung Die Schenker Hydraulik AG in Erlinsbach AG und die Birrer Hydraulik AG in Buttisholz LU gehen gemeinsame Wege. Im Zuge der Nachfolgeregelung wurde die Birrer Hydraulik AG rückwirkend per 1. Januar 2012 von der Schenker Hydraulik AG in Erlinsbach übernommen. Die Birrer Hydraulik AG ist seit rund 30 Jahren auf dem Markt. Die Geschäftsführung wurde im August 2011 Stefan Hodel anvertraut. Schenker, ein Familienunternehmen unter der Leitung von Christoph Schenker, wurde 1932 gegründet. Mit dem Slogan «Gemeinsam mit Power in die Zukunft» informierten die beiden Firmen ihre Kunden und Geschäftspartner über den Zusammenschluss und seinen Synergieeffekt. Für die Kunden der beiden Unternehmen ändert sich nichts. Weder Ansprechpartner noch die Standorte ändern sich. www.schenker-hydraulik.ch www.birrer-hydraulik.ch

Vertriebspartnerschaft mit Kubo Tech Die Firma Kubo Tech AG ist eine Spezialistin im Gebiet der Dichtungstechnik. Nun hat Parker Hannifin Europe Sàrl mit der Firma aus Effretikon einen offiziellen Vertriebspartnervertrag unterzeichnet. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Parker Hannifin und Kubo Tech sei laut Parker Hannifin Schweiz «eine glückliche Kombination von Know-how und Technologie». Die Kubo Tech AG wird dementsprechend fortan als zertifizierter Händler die Parker Produktegruppe «Seals» (Dichtungs- und Abschirmungstechnik) im Schweizer Markt vertreiben. www.parker.chom www.kubo.ch

Erneuerung der Generaldirektion Nach einer insgesamt 43-jährigen Karriere bei Tornos und 13 Jahren als Leiter Produktion in der Geschäftsleitung der Gruppe tritt Bernard Seuret per 31. Dezember 2012 in den Ruhestand. Aus diesem Anlass wurde zu Jahresbeginn innerhalb der Generaldirektion ein Erneuerungsprozess eingeleitet. So wird Pierre-Yves Müller ab Anfang April als COO für die Gruppe tätig sein. Der Maschinenbauingenieur war im Verlauf der letzten 13 Jahre in verschiedenen Funktionen für die Bobst Group tätig, seit 2005 als Mitglied der Generaldirektion. Er hat Einsitz im Verwaltungsrat von FAM SA und Durox SA und ist Geschäftsleitungsmitglied des «Conseil économique du canton de Vaud». www.tornos.com

Feller verstärkt Management

Hedy Birrer, Remy Birrer, Inhaber Christoph Schenker (Mitte), Monika Schenker-Eisenring, Geschäftsführer Stefan Hodel (v. l. n. r.).

Erfolgreich im Ausland

140 Aussteller an der Lausannetec erwartet

Am 10. Aussenwirtschaftsforum der Osec, der Plattform der Schweizer Exportwirtschaft, wurde der Export-Award bereits zum fünften Mal verliehen. In der Kategorie «Step-in» lautet der Sieger Trunz Water Systems AG. Das Unternehmen mit Sitz in Steinach SG ist spezialisiert auf die Entwicklung von autarken Wasseraufbereitungsund Wasserentsalzungsanlagen und hat im Nordosten Brasiliens ein Projekt umgesetzt. Der Gewinner in der Kategorie «Success» heisst V-Zug aus Zug. Die Firma ist Schweizer Marktführerin für Haushaltgeräte und expandiert nach Russland. Mittlerweile ist die Firma mit Showrooms in Moskau und St. Petersburg vertreten. In der Kategorie «Success» geht es um nachweisliche Erfolge im Exportgeschäft, in der Kategorie «Step-in» um Expansionsprojekte.

Zur Erstausgabe der Lausannetec, der interdisziplinären Fachmesse für die Zulieferindustrie, werden etwa 140 Aussteller und mehrere Tausend Besucher erwartet. Bereits haben wichtige Akteure der Uhren- und Schmuckindustrie und die branchenführenden Medtechund Elektrotechnik-Unternehmen ihren Stand reserviert. Erst sind sechs Monate vergangen, seit diese Fachmesse aus der Taufe gehoben worden ist, und schon herrscht bei den Veranstaltern angesichts der Anmeldungen grosser Optimismus. Ab 2013, so ihre Hoffnung, dürfte die Teilnahmequote stark ansteigen. Die in enger Zusammenarbeit mit der Baselworld veranstaltete Lausannetec wird vom 22. bis 25. Mai 2012 in den neuen Hallen Süd des Messezentrums Beaulieu Lausanne stattfinden und in Anwesenheit des Waadtländer Regierungsrates Philipp Leuba eröffnet werden. www.lausannetec.com

www.osec.ch/awf

Seit 1. März 2012 steht mit Matthias Bölke ein neuer Mann als CEO und sogenannter Country President an der Spitze von Schneider Electric Schweiz. Er folgt in allen Verantwortungsbereichen auf Roger Karner, der Schneider Electric Schweiz während zweieinhalb Jahren als Country President und die dazugehörige Feller AG während vier Jahren als CEO erfolgreich geführt hat. Karner verlässt die Schneider-Gruppe und widmet sich neuen Aufgaben in Deutschland. Die operative Geschäftsleitung der Feller AG übernimmt Thomas Lecher in neu geschaffener Funktion als COO Feller AG. Diese neu geschaffene Funktion umfasst die ope- Thomas Lecher, neuer rative Leitung von Vertrieb, Marketing, Entwick- COO Feller AG. lung und Produktion. Thomas Lecher, gebürtiger Erlenbacher ZH, war in seiner vorherigen Funktion Leiter Verkauf und Marketing bei der Feller AG. Feller ist in der Schweiz klarer Marktführer im Bereich Elektroschalter und Steckdosen sowie in Lösungen für Kommunikationstechnik und Gebäudeautomation und ist seit 1993 eine Tochtergesellschaft von Schneider Electric mit Hauptsitz in Paris. www.feller.ch

Linde-Stapler für die Armasuisse Das Kompetenzzentrum des Bundes für die Beschaffung von technologisch komplexen Systemen und Materialien, armasuisse, hat einen Liefervertrag mit dem Flurförderzeuglieferanten Linde Lansing Fördertechnik AG abgeschlossen. Der Auftrag umfasst insgesamt 150 thermische Gegengewichtstapler der Lastklasse 2,5 t. «Wir freuen uns sehr, dass sich armasuisse im Zuge der WTO-Ausschreibung für Linde entschieden hat. Dieser Grossauftrag ist einer der Höhepunkte unserer mehr als 50-jährigen Geschichte in der Schweiz. Alle 150 Geräte werden noch in diesem Jahr ausgeliefert», berichtet Urs Ritter, Geschäftsführer der Linde Lansing Fördertechnik AG. www.linde-lansing.ch


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NACHRICHTEN

Korrigenda

Salärumfrage 2012

Jüngster Spross in der Schweizer Messeszene: Cleantec City.

Saubere Bilanz Mit einer positiven Schlussbilanz ist nach Ansicht von Roland Brand, CEO der Bernexpo AG, die dreitägige Veranstaltung Cleantec City zu Ende gegangen. «Sie hat sich bei ihrer ersten Durchführung als Cleantech-Plattform mit nationaler Ausstrahlung etabliert», meinte Brand. Rund 3000 Entscheider und Fachleute aus Gemeinden und Unternehmen haben sich an der Ausstellung und den zahlreichen Begleitveranstaltungen über die neusten Trends im Bereich der sauberen Energie- und Umwelttechnologien informiert. Auf dieser Grundlage will die Veranstaltung nun weiter wachsen. Die zweite Cleantec City findet vom 19. bis 21. März 2013 auf dem Messeplatz Bern statt. www.cleanteccity.ch

In der letzten Ausgabe der «technica» sind der Redaktion zwei Fehler unterlaufen. Sozusagen «zerspant» wurde ein «s» auf der Titelseite. Wer sich fragte, welche aufregend neue Technologie sich hinter der Zerpanungstechnik verbirgt, der wird auf der entspechenden Seite herausgefunden haben, dass bei dieser Bearbeitung zwar Hightech im Spiel ist, aber doch von der klassischen Zerspanungstechnik die Rede war. Was Zerpanungstechnik allerdings sein könnte, würde uns Wunder nehmen. Vorschläge per E-Mail an die Redaktion sind ausdrücklich erwünscht. Auch ein anderer Fehler ist ein Korrigendum wert, da wir von der Firma Tox Pressotechnik zwar einen sehr interessanten Artikel über pneumohydraulische Antriebszylinder veröffentlichten, aber deren Webadresse umständlich falsch schrieben. Die richtige Webadresse dieses Unternehmen lautet www.tox-ch.com und die E-Mail-Adresse dementsprechend (ea) info@tox-ch.com

Mit der jährlichen Salärumfrage erhebt der Berufsverband Swiss Engineering aktuelle Informationen zu den Gehältern und der beruflichen Situation der Ingenieurinnen/Ingenieure und Architektinnen/Architekten der Schweiz. Der diesjährige Fokus liegt auf Fragen rund um Leistung und Leistungslohn. Die Fragen können bis Ende April 2012 online beantwortet werden (Adresse siehe unten). Mitte September wird die Auswertung in Form einer ausführlichen Salärbroschüre veröffentlicht. Die Salärumfrage von Swiss Engineering, durchgeführt von Demoscope, soll Transparenz schaffen bei Gehältern und Arbeitsbedingungen. Die diesjährige Umfrage ist bis Ende April aufgeschaltet. Jedes Jahr beteiligen sich rund 4000 Personen an der Erhebung. Auch Ingenieure und Architekten, die nicht dem Berufsverband angehören, können sich beteiligen. Sie erhalten als Dank die aktuelle oder nächste Salärbroschüre zum halben Preis und können das Online-Salärtool einmalig nutzen. www.demoscope.ch/swissengineering

Unterschiedliche Ansichten beim Energiesparpotenzial Fachleute aus dem Energiebereich schätzen das Energiesparpotenzial von Schweizer Unternehmen auf 30 Prozent ein. Die Firmen selbst sagen hingegen etwas anderes: sie erachten Einsparungen von 15 Prozent als realistisch. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Hochschule Luzern zusammen mit dem Fraunhofer-Institut System- und Innovationsforschung durchgeführt hat. Die Autoren Bruno R. Waser und Christoph Hanisch erstaunen diese unterschiedlichen Aussagen nicht. «In den meisten Unternehmen wurde die Selbsteinschätzung nicht von Energie-Experten vorgenommen. Um das ganze Potenzial zu erkennen, braucht es aber fachliches Know-how», lautet ihre Begründung. Und genau dort steckt auch das hauptsächliche Hemmnis für die Implementierung von Energieeffizienztechniken: Für einmal ist es nicht der Preis, sondern das fehlende Know-how über die effektiven Einsparpotenziale. Mit rund rund 45 Prozent kommt dabei die Drehzahlregelung an Elektromotoren am meisten zum Einsatz. Praktisch alle Branchen greifen auf diese Technologie zurück, mit der der Stromverbrauch etwa um einen Viertel reduziert werden kann. 38 Prozent setzen auf die Rückgewinnung von Bewegungs- und Prozessenergie, hauptsächlich energieintensive Unternehmen wie beispielsweise die Kunststoffindustrie. Bei etwas mehr als einem Viertel kommen Steuerungskonzepte zur Abschaltung von Maschinen in Schwachlastzeiten zum Zug, vor allem in der Papierindustrie. Für die Studie befragt wurden rund 700 Schweizer Industrieunternehmen ab 20 Mitarbeitenden aufwärts. Die gesamte Studie «Energieeffizienz bei Schweizer Produktions-Unternehmen – Potenziale und Verbreitung entsprechender Techniken» kann unter www.produktionsinnovation.ch eingesehen werden. www.hslu.ch

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NACHRICHTEN

WERKZEUGMASCHINEN – Hausausstellung bei Reiden Technik AG

Gütesiegel «Made in Reiden» Flexibel und kundenorientiert: So stehts gerne in den Firmenbroschüren. Auch bei der Maschinenbaufirma Reiden Technik AG. Wer deren mehrachsigen Werkzeugmaschinen kennt, der weiss, hier betreibt ein kleiner Nischenplayer grossen Maschinenbau. Und flexibel und kundenorientiert? Die Steigerungsform wäre angesagt. EUGEN ALBISSER

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ausausstellungen sind dazu da, damit der Besucher nicht nur die Produkte einer Firma kennenlernt, sondern die Firma selbst. Das ist bei der Reiden Technik AG nicht anders. Und doch erfährt man hier die ganze Leistungsbereitschaft und Leidenschaft des Schweizerischen Maschinenbaus in ungeschminkter Manier: In den Hallen riecht es nach Präzision, Spänen und Hightech. Auf den hauseigenen Bearbeitungszentren entstehen vor den Augen der Besucher die neusten Reiden-Maschinen, Kugelrollspindeln werden montiert und an anderer Stelle wird der Prototyp eines Produkts für einen Kunden direkt auf jener Maschine gefräst, die für ihn vorgesehen ist. Nichts soll dem Zufall überlassen sein, aber alles dem Bedürfnis des Kunden entsprechen. «Was hier individuell für den Kunden noch ausgetüftelt wird, verlässt das Werk erst dann, wenn die Sonderwünsche nicht nur einfach umgesetzt, sondern

am optimalsten umgesetzt ist», sagt Gebietsverkaufsleiter Patrick Glanzmann. Schlüsselfertige Lösungen. Das Schlagwort bei der Reiden Technik AG heisst «schlüsselfertige Lösungen.» Patrick Glanzmann: «Als Nischenplayer haben wir genau damit den Erfolg gefunden.» Dazu verhelfe dem über 100-jährigen Unternehmen, so Glanzmann, in erster Linie die Erfahrung der Mitarbeiter. Eines der Erfolgskonzepte ist dabei die Förderung der Mitarbeiter. Nicht nur die Quote an Lernenden ist für Schweizer Verhältnisse sehr hoch, sondern auch wie diese zukünftigen Fachkräfte den Weg über die Lehre, Produktion, Montage, Service und schliesslich in die Entwicklung und Verkauf schaffen. Das unersetzliche theoretische und praktische Know-how versucht man hier gezielt zu behalten. Die Reiden RX18. Mit der ganzen Erfahrung um Sinn, Zweck und Eigenschaft möglicher Spannvor-

richtung, Fräskopfeigenschaften und übertrieben: jeder Schraube und Schweissnaht an einer Maschine, lässt es sich erst richtig auf die Kundenwünsche eingehen – und auch Maschinen produzieren, wie die an der vergangenen EMO erstmals gezeigte «Reiden RX18», ein 5-Achsen-BAZ mit den Verfahrwegen (X-Y-Z) 2200 mm x 2200 mm x 1610 mm und einem Rundtisch mit dem Durchmesser 1800 mm. Ein BAZ, mit dem neben Fräs- auch Drehbearbeitungen ausgeführt werden und dessen Trigonalfräskopf 15° nach oben schwenken kann, womit ein Werkstück nicht unbedingt waagrecht auf dem Rundtisch liegen muss. Dieses und andere Maschinen (u. a. BFR2) waren an der Hausausstellung in verschiedenen Bauphasen zu erleben. Und bei der hohen Fertigungstiefe, die man in Reiden bewahrt hat, gab es da einiges zu sehen. ● REIDEN TECHNIK AG 6260 Reiden, 062 749 20 20 info@reiden.com, www.reiden.com

Besuch bei Leica Geosystems in Unterentfelden

Von Mikrometern und Formel-1-Champions Mit Leica Geosystems ist im Aargau ein Unternehmen vertreten, das weltweit in der Wachstumsbranche Messtechnik eine marktführende Stellung einnimmt. Urs Hofmann, Landammann des Kantons Aargau, besuchte den Standort Unterentfelden und informierte sich über neuartige Technologien.

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er Landammann des Kantons Aargau, Urs Hofmann, besuchte kürzlich zusammen mit einer Delegation den Messtechnik-Hersteller Leica Geosystems, Teil des Technologiekonzerns Hexagon Metrology, im aargauischen Unterentfelden. Grund des Besuches war, dass die Aargauer Regierung gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft schaffen möchte. Hexagon Metrology mit seiner Premiummarke Leica Geosystems (vormals Kern Aarau) ist ein wichtiger und innovativer Arbeitgeber im Kanton Aargau. «Leica Geosystems bekennt sich zum Standort Schweiz und begegnet dem starken Schweizer Franken erfolgreich mit qualitativ hochstehenden Produkten. Das Wachstum des Unternehmens verfolgen wir schon lange mit grossem Interesse», sagte Dr. Urs Hofmann.

well, Executive Vice President Hexagon Metrology, besichtigte die Delegation um Urs Hofmann den Betrieb und erhielt eine Demonstration modernster Lasermesstechnik. Diese wird unter anderem bei der bis auf den Mikrometer optimierten Produktion von Flugzeugen, Automobilen, Windenergieanlagen oder der Positionierung von Industrierobotern eingesetzt. Einer der bekanntesten Kunden von Leica Geosystems ist der Formel-1-Weltmeister Red Bull. Mehrere Messsysteme verschiedener Hexagon Metrology-Marken sind dort im Einsatz und tragen zum Erfolg auf der Rennstrecke bei. In einer abschliessenden Diskussion wies Urs Hofmann auf die Wichtigkeit eines international tätigen Hightechunternehmens wie Hexagon Metrology für den Standort Aargau hin und betonte, dass er alles daran setze, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen.

Erfolg auch auf der Rennstrecke. Nach einer kurzen Unternehmenspräsentation durch Duncan Redge-

Zusammenarbeit mit den Lernzentren. Leica Geosystems beschäftigt in Unterentfelden 75 Mitarbei-

tende, die meisten mit akademischem Hintergrund und Experten für ihr Arbeitsgebiet. Ein Diskussionsthema war die Schwierigkeit, Spitzeningenieure in der Schweiz zu rekrutieren. Aus diesem Grund fördert das Unternehmen Jugendliche, indem es in Zusammenarbeit mit den Lernzentren Baden gezielt Automatiker, Elektroniker und Informatiker ausbildet. Eine gute Vernetzung mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und der ETH Zürich ist ebenso wichtig. Regelmässig werden deshalb Praktikanten und Masterstudenten betreut. Seit Kurzem arbeitet Leica Geosystems auch mit der NAWIMAT-Abteilung (Naturwissenschaften und Mathematik) der Kantonsschule Aarau zusammen. (ea) ●

LEICA GEOSYSTEMS AG 5035 Unterentfelden, 062 737 67 67 info@leica-geosystems.com www.leica-geosystems.com


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Die optimale Welt

Einarbeitung ohne Text und Sprache

Nie mehr «nix verstehen» Firmen stehen oft vor dem Problem, wie man trotz Sprachbarrieren Mitarbeiter einarbeiten kann. Utility Filme, in denen jeder Handlungsschritt in einem separaten wenige Sekunden langen Videoclip dargestellt wird, zeigen hier die besten Resultate.

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n Unternehmen ergibt sich oft ein heterogenes Qualifikationsprofil von Werkern. Augenfällig sind hierbei die Defizite im sprachlich, kommunikativen Bereich. Mehrere Schwierigkeiten bestehen: Viele Werker mit oder ohne Migrationshintergrund haben Probleme im Textverstehen und in der praktischen Umsetzung von Textinformationen. In der Summe ergibt sich daraus ein gravierende Kosten- und Qualitätsproblem im Unternehmen. Global agierende Firmen mit hoch qualifizierten Servicemitarbeitern haben ein ähnliches Problem. Allerdings liegt dies weniger an der sprachlichen Qualifikation der Mitarbeiter. International verteilte Servicestandorte sollen schnell mit Informationen versorgt werden. Wenn möglich Was ist ein Utility Film? zeitgleich, müssen SerUnter einem Utility Film versteht man einen vicetechniker aller Produksprachfreien oder spracharmen interaktiven tionsstandorte neue BauAnleitungsfilm, der aus einzelnen, miteinanteile, Maschinen oder Proder verlinkten Videoclips besteht. duktionsmethoden umJeder Handlungsschritt wird in einem separasetzen. Lange Einarbeiten wenige Sekunden langen Videoclip dargetungszeiten oder zentrale stellt. Der Anwender kann sich einen VideoTrainingsveranstaltungen clip ansehen und anschliessend die Handlung am Hauptstandort sind zu ausführen, der Utility Film stoppt dabei automatisch und wird erst auf Befehl des Anwen- kostenaufwändig. Gefordert ist demnach ders fortgesetzt. (Wikipedia) eine Kommunikation, die Memex bietet als Erfinder und Wegbereiter des Utility Films auf dessen Basis Lösungen für international verständlich die Industrie. Sie bietet Qualifizierung von be- und wenn möglich ohne trieblichen Mitarbeitern, Beratung bei der Ein- Text und Sprache ausführung des Utility Films und Beispielproduk- kommt. Das Bewegtbild tionen vor Ort. in Form von Videos, 3DAnimationen oder Screenvideos ist die ideale Form dieser Art der Wissensvermittlung. Allerdings gelingt dies nur, wenn die Bewegtbildanleitung auch inhaltlich entsprechend aufgebaut ist. Die visuelle Didaktik des Utility Films ist speziell auf die Vermittlung von Handlungswissen abgestimmt. Was bedeutet das konkret?

Informationen in kleinen Partikeln. Alle Handlungsschritte, die vermittelt werden sollen, sind in kleine Schritte aufgeteilt. Eine goldene Regel hat sich in diesem Zusammenhang herausgestellt: Nach drei Sekunden fangen Anwender an, Anleitungsschritte nachzuahmen. Dabei folgt er nicht mehr dem Filmverlauf mit dem Risiko, dass erfolgs- bzw. sicherheitsrelevante Details übersehen werden. Dies ist in herkömmlichen, linearen Anleitungsfilmen häufig der Fall, da sie durchgängig mehrere Minuten Anleitungsschritte zeigen. Der Utility Film hingegen zeigt tatsächlich jeweils in 3-Sekunden-Clips Handlungsabläufe und bleibt dann im Standbild stehen. Das Standbild gibt dem Anwender so viele Informationen, dass er sich den Videoclip nicht noch einmal anschauen muss, sondern die gezeigte Handlung sofort umsetzt. (ea) ● MEMEX GMBH DE-73235 Weilheim a. d. Teck +49 7023 74494 0, info@memex.eu, www.memex.eu

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Die Hannover Messe 2012 – ein kritischer Gelände- und Gedankenrundgang

Die polytechnische GIGA-Show Wenn vom 23. bis 27. April 2012 die Hannover Messe ihre Tore öffnet, finden die Besucher aus nah und fern ein global gesehen einzigartiges Informations-, Kommunikations- und Kaufangebot, das in seiner Gesamtheit kaum mehr zu überschauen ist. Tatsächlich muss man aber auch nicht alles gesehen haben, sondern sich entsprechend der (beruflichen!) Interessenlage die relevanten technischen Hard- und Software-Leckerbissen herauspicken. EDGAR GRUNDLER

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weifellos stellt die altehrwürdige Institution Hannover Messe seit vielen Jahren das Messe-Highlight schlechthin dar; wenn sich auch in der jüngsten Vergangenheit für so manchen Aussteller wie (Fach)Besucher durchaus Irritationen ergaben. Fast will man angesichts des neu erwachten Selbstbewusstseins der Marketing-Manager in den Unternehmen fragen, ob sich der Messe-Moloch Hannover Messe nicht längst erledigt hat, wo doch so gut wie jedes Unternehmen eine Inhouse-Show veranstaltet, oder so gut wie jede Branche, die etwas auf sich hält, ihre eigene

Ungereimtheiten. Oder anders herum: Zentrale Themen der Hannover Messe 2012 sind Industrieautomation, Energietechnologien, industrielle Zulieferung und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Soso und ah ja oder gut, dass wir das jetzt wissen. Zu erwähnen wäre dann noch, dass in diesem Jahr China als Partnerland endlich die gebührende Referenz erwiesen wird, und dass, nur so am Rande bemerkt, mit der Fastener Fair, die von einem externen Veranstalter durchgeführt wird, parallel zur Hannover Messe und auf demselben Gelände, nämlich in Halle 21, eine «Internationale Fachmesse für Verbindungsund Befestigungs-Technologie» stattfindet. Aha! Wiederum unabhängig davon gibt es in der schon

Wichtiger Ratschlag: niemals unvorbereitet gehen. Das Messegelände in Hannover ist mit einer Gesamtfläche von 1 Mio. m2 der grösste Messeplatz weltweit. 496 000 m² Hallenfläche, 58 000 m² Freifläche, 27 Hallen und Pavillons – viel Platz für Innovationen, aber auch um sich zu verlieren. (Bild: zvg)

«echte» Fachmesse initiiert bis durchführt. Was einem im letzteren Fall sogleich die Frage entlockt, ob es Aufgabe eines Branchenverbandes sein kann, selbst eine Fachmesse zu organisieren und durchzuführen, oder ob man das nicht besser den Profis überlassen sollte. Bleiben wir aber bei der Sache, die da lautet: Die Hannover Messe 2012 vereint acht Fachmessen an einem Ort! Industrial Automation, Energy, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, CoilTechnica, IndustrialGreenTec und Research & Technology.

erwähnten Leitmesse Industrial Supply 2012 erstmals einen Themenpark «Klebtechnik». Der will ganz offensichtlich, und wohl niemand ahnt warum, keineswegs und schon gar nicht räumlich mit der Fastener Fair, die sich ja explizit mit der Thematik des Fügens und Verbindens befasst, in Verbindung gebracht werden. Und wenn wir schon am schonungslosen Analysieren und Meckern sind, dann müssen weitere unbequeme Fragen erlaubt sein: Wie kommt man denn bei der Deutschen Messe AG darauf, eine neue (Teil-)

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Messe der Hannover Messe wie die CoilTechnica sogleich als «Leit-Messe» zu deklarieren, oder wie denn die IndustrialGreenTec ins Hannover MessePortfolio passt, wo sie doch nach eigenem Bekunden «die gesamte Wertschöpfungskette der Abfallwirtschaft im Fokus hat»? Noch ein paar Fragen … Mag ja sein, dass mir als maschinenbautechnisch orientiertem Redaktor die Fantasie für die möglicherweise vorhandene Kompatibilität abgeht, diese und andere die Kernaussage der Hannover Messe («das weltweit bedeutendste Technologie-Ereignis») betreffenden Themen beliebig aneinanderreihen zu können. Oder springen die Messemanager der Deutschen Messe AG ganz einfach auf jeden nahenden Trendzug auf, in der Hoffnung, es könnte was daraus werden? Dazu habe ich noch eine Anmerkung zu machen. Vor Jahren traf sich die Branche «Industrial Automation» alljährlich im Frühjahr in Hannover und läutete damit das «Automationsjahr bezüglich Produktions-, Montage-, Prüftechnik-, Verpackungs-, Materialfluss- und Distributions-Automation durch Roboter, Handlingsysteme, Greifer usw. und Materialflusseinrichtungen» ein. Das war damals vielleicht zunächst ein trendiges, ist heute aber ein bereichsübergreifendes Querschnittsthema und damit ein Milliardenbusiness. Warum das Thema ehedem sang- und klanglos beerdigt wurde, wissen wohl nur die damals Verantwortlichen im Messeunternehmen wie in der Fachgemeinschaft R + A des VDMA. Und warum man nun versucht, das heute und noch für lange Zeit hoch aktuelle Thema mit viel Aufwand wieder auf die Beine zu bekommen, bleibt bis auf Weiteres auch unbeantwortet. Automations-Treffpunkt: Halle 17! Wir jedenfalls lassen die Frage, warum sich ein Besuch an der Hannover Messe allemal lohnt, keineswegs unbeantwortet und empfehlen unseren Lesern/-innen, sich die Teil-Messen Industrial Automation sowie Industrial Supply komplett oder auch nur in Teilen anzuschauen. Nämlich zum einen die Lösungen im Bereich Industrial Automation (Industrial Handling), die ihren Schwerpunkt in der «guten alten Automationstechnik-Halle 17» hat. Mit Nostalgie hat das überhaupt nichts zu tun. Zumal das neue Konzept zu greifen scheint und marktführende Unternehmen wie Bosch Rexroth, Camozzi, Kawasaki, Stäubli, Güdel oder IBG und andere vereint. Präsentiert und offeriert werden hier Lösungen für produzierende Industrien, wobei der Fokus auf Roboter- und Handhabungs- sowie Materialflusslösungen und nicht auf der «elektrischen (Prozess-) Automatisierung» liegt! Hallen 3 bis 6: Industrial Supply! Allein schon aus der langen Tradition als Welt-Treffpunkt der Zulieferer heraus ist die Teil-Messe Industrial Supply geradezu prädestiniert dafür, sich im Bereich der >>


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Ressourcen- und Umweltschonung durch höchstmögliche Material- und auch Energieeffizienz stärker denn je zu präsentieren. Werkstoffe und Verarbeitungs-Know-how, Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Verfahren, Komponenten, Baugruppen und Systeme – das Portfolio, in Bezug auf die Beschaffung und Belieferung an Zulieferprodukten, ist schier unerschöpflich und bildet zurecht den Kern dieser wirklichen Leit-Messe in der Hannover Messe! Ergänzt um den Themenpark Klebtechnik, und nicht zu vergessen um die Fastener Fair in Halle 21!, ist hier für Technische Einkäufer, Entwickler und Konstrukteure eine Business-Plattform vorzufinden, die weltweit ihresgleichen sucht.

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Resümee. So, liebe Leser/-innen der «technica», das war oder ist eine andere Betrachtungsweise zum weitgreifenden Themenkomplex Technik-Messen bzw. Technische Fachmessen und im Speziellen der Mutter aller Fachmessen, eben der Hannover Messe. Damit soll zum einen ein bisschen mehr Transparenz geschaffen und zum anderen zum gezielteren Besuch der diesjährigen Hannover Messe animiert werden. Wobei es natürlich immer den geneigten Lesern/-innen vorbehalten bleibt, die zu besuchenden Themen-Messen nach der eigenen Interessenlage zu bestimmen und festzulegen. ●

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Hannover Messe 2012: Nachhaltige Effizienz ist wiederum das grosse Thema

Auch China setzt auf grüne Technologie Firmen werden nicht mehr nur an betriebswirtschaftlichen Zielen gemessen, sondern auch am Umgang mit Energie und Rohstoffen. Deshalb ist nachhaltige Effizienz zum Dauerthema geworden. An den acht Leitmessen in Hannover sieht man dazu die unterschiedlichen Ansätze. Und auch Partnerland China gibt sich grün.

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ie Hannover Messe 2012 steht unter dem Leitthema «greentelligence». «In den acht Leitmessen wird über das Leitthema dargestellt, dass nur die intelligente Verbindung von effizienten Verfahren, umweltverträglichen Materialien und nachhaltigen Erzeugnissen in der industriellen Produktion die Wettbewerbsfähigkeit in sich dynamisch entwickelnden internationalen Märkten sichern wird», sagt Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. Der Trend in der Industrie zu nachhaltiger Effizienz spiegelt sich auch in der Präsentation des Partnerlan-

des China der Hannover Messe 2012 wider. «Im Fokus des Partnerlandes stehen intelligente Fertigungsverfahren, nachhaltige Energieerzeugung, intelligente Energienetze sowie Elektromobilität. Mit der Hannover Messe nutzt das Partnerland China eine ideale Plattform, um den Wandel der Wirtschaft in die weltweite Öffentlichkeit zu tragen und neue Märkte zu erschliessen», erklärt von Fritsch. «greentelligence» in allen Hallen. Den Trend zur nachhaltigen Effizienz greift die Hannover Messe 2012 besonders deutlich mit der neuen Leitmesse IndustrialGreenTec auf. Dort präsentieren Aussteller >>

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Nachhaltige Effizienz findet Anklang.

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Lösungen, Verfahren, Maschinen und Konzepte, die anderen Unternehmen bei der Umstellung auf eine sogenannte grüne Produktion helfen. «Die Leitmesse IndustrialGreenTec steht für Lösungen, die von der Industrie für die Industrie entwickelt werden. Im Fokus stehen umweltgerechte Produktionsverfahren, Kreislaufwirtschaft und Entsorgung, Techniken für eine effektive Nutzung erneuerbarer Energien und Materialien sowie die messtechnische Erfassung und Überwachung von Schadstoffen», stellt von Fritsch fest. «Damit spiegelt die IndustrialGreenTec das Leitthema ‹greentelligence› auf ideale Weise wider und ergänzt die etablierten Themen der Hannover Messe.» Das Motto «greentelligence» gilt für die Industrial Automation, die internationale Leitmesse für Prozessautomation, Fertigungsautomation und Systemlösungen für Produktion und Gebäude, ebenso wie für die Leitmesse Energy, auf der Aussteller zukunftsweisende Lösungen für eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung zeigen. Dabei spielen intelligente Netze – sogenannte Smart Grids – eine wesentliche Rolle, durch welche die Nutzung erneuerbarer Energien oft erst möglich wird. Auf der MobiliTec präsentieren Aussteller effiziente Antriebe und innovative Energiespeicher mit ho-

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hem Wirkungsgrad. Nach den Worten von Prof. Henning Kagermann wird sich die Elektromobilität nur durchsetzen, wenn Hersteller es dauerhaft schaffen, günstigere Energiespeicher zu entwickeln. Kagermann ist der Vorsitzende des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Elektromobilität und Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Zugleich ist er Schirmherr der MobiliTec. Unternehmensprozesse verschlanken. Auf der Digital Factory zeigen Unternehmen industrielle Softwarelösungen für die Produktion und Produktentwicklung, mit deren Einbindung Unternehmensprozesse verschlankt werden können. Dazu zählen Themen wie die virtuelle Produktentwicklung, Produktions- und Prozessplanung oder Rapid Prototyping. Die Industrial Supply baut ihren thematischen Schwerpunkt rund um den schonenden und effizienten Einsatz von Materialien und Ressourcen kontinuierlich aus. Die Leitmesse für industrielle Zulieferlösungen und Leichtbau wird aufzeigen, welche hohe Innovationskraft von der Zulieferindustrie ausgeht und wie die global agierende Branche die Industrie mit Produktinnovationen versorgt. Die CoilTechnica zeigt, wie Technologien und

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Wissen zusammenkommen und damit für mehr Effizienz sorgen. Nach Angaben des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) können Unternehmen aus den Bereichen regenerative Energieerzeugung und Elektromobilität dem Innovations- und Investitionsdruck des Marktes nur standhalten, wenn sie die neuesten Spulen, Elektromotoren, Generatoren oder Transformatoren einsetzen. Das Leitthema findet sich auch in hohem Masse in der Leitmesse Research & Technology wieder. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Institute und Unternehmen tragen mit ihrer Arbeit massgeblich dazu bei, dass Technologien, Produkte und Verfahren, die heute noch in der Forschungsphase sind, in naher Zukunft in die industrielle Produktion übertragen werden – also Technologietransfer par excellence. (ea) ● HANNOVER MESSE Die Hannover Messe findet vom 23.–27. April 2012 auf dem Messegelände Hannover statt. Öffnungszeiten, Ausstellerlisten, Programme Hotelreservationen u. v. m. finden Sie unter: www.hannovermesse.de

Hannover Messe 2012 – die Digital Factory in der Halle 7

Gebündelte IT-Themen An der Hannover Messe finden die Besucher in diesem Jahr zum ersten Mal die Digital Factory in der Halle 7. Damit ist sie als Zentrum der digitalen Werkzeuge für die industrielle Produktentwicklung und Produktion zwischen wegweisenden Themen der Hannover Messe angesiedelt: der industriellen Zulieferung mit Produktionstechnologien und Dienstleistungen inklusive des Themenparks Leichtbau und den vielfältigen Angeboten der Industrieautomation mit Themen zu Industrial IT, Industriekommunikation, Software, Steuerungen, Sensorik-, Mess- und Regeltechnik.

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liver Frese, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe bei der Deutschen Messe AG, ist sich sicher, dass das neue Konzept gut im Markt ankommt: «Erstmals werden alle industriebezogenen IT-Themen für die Besucher der Hannover Messe in den Hallen 7 und 8 räumlich gebündelt. Mit einem weiteren Wachstum auf Aussteller- und Flächenseite baut die Digital Factory ihre Alleinstellung als internationale Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen somit weiter aus.» Inhaltlich belegen die ausstellenden Unternehmen der Digital Factory die bewährten Schwerpunkte CAx, PLM, MES, ERP, Rapid Prototyping. Das Programm der IT-Leitmesse wird auch in diesem Jahr durch Sonderschauen ergänzt, die die Deutsche Messe in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern realisiert.

MES-Fachtagung. Bereits in die vierte Runde geht die MES-Tagung im Convention Center auf dem Messegelände. Verantwortliche für Fertigungsplanung und -steuerung sowie für das Produktions-

management sind an zwei Messe-Nachmittagen und Diskussionen – auch zu Themen der Digital zur Fachtagung eingeladen. Der Besuch der Veran- Factory. staltung ist für Messebesucher kostenlos. Die Spitzenverbände der deutschen Industrie, NAMUR, Eplans EEC One. Für Überraschung sorgte im VorVDI, VDMA und ZVEI, sind inhaltliche Träger der feld der Hannover Messe nicht nur der Umzug der Veranstaltung. Während am Mittwoch, 25. April, die diskrete Fertigung im Mittelpunkt der Tagung steht, drehen sich die Inhalte am Donnerstag, 26. April, um die kontinuierliche Produktion. Darüber hinaus erwartet die Besucher der Digital Factory erneut die Vorstellung neuester Technologien zur IT-Unterstützung der Produktentwicklung, Produktionsplanung und Fertigung – einschliesslich zahlreicher neuer Produkte zu den Megatrends Mobiles und Cloud Computing. Das von VDMA und ZVEI organisierte Forum Industrial IT in der benachbarten Halle 8 bietet zudem «Eplan Engineering Center One», kurz EEC One: Das System für (Bild: Eplan) ein breites Spektrum an Vorträgen eine Automatisierungsstrategie.


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Digital Factory in Halle 7. Auch Lösungsanbieter Eplan überrascht die Branche mit der Ankündigung des neuen «Eplan Engineering Center One», kurz EEC One. Das System ist entscheidender Baustein einer durchgängigen Automatisierungsstrategie, die Unternehmen lückenlos von der Einführung einer CAESoftware über Standardisierung und Automatisierung bis hin zum mechatronischen Engineering begleitet. Excel-basiert lassen sich Elektro- oder Fluidpläne damit automatisiert erzeugen. Bereits mit Einsatz der Eplan-Plattform erhält der Projekteur erste Chancen zur Automatisierung. Im CAE-System werden Projekttemplates, Teilschaltungen (Makros) oder Auswertungen aufgebaut. Sind die Standards wie Wertesätze einer Motorleistung oder verwendete Klemmen erst einmal definiert, kommt EEC One ins Spiel. In Tabellenform lassen sich individuell entwickelte Projekt-Standards über ein Excel-Frontend kombinieren. Bei der Auswahl hilft die integrierte Makrovorschau, die Varianten anzeigt und per Drag & Drop die ausgewählten Makros in die Tabelle aufnimmt. Entscheidender Praxisvorteil: Die Makros bringen ihre frei einstellbaren Parameter automatisiert in das ExcelFrontend ein. www.eplan.ch Halle 7, Stand D18

SolidWorks 2012. Auch in diesem Jahr ist die SolidWorks Deutschland GmbH auf der Hannover Messe vertreten. Dort zeigt das Unternehmen die neueste Version ihrer 3D-Konstruktionslösung. Im Mittelpunkt stehen dabei die insgesamt 200 Neuerungen in SolidWorks 2012, die zu mehr als 90 Prozent auf die Rückmeldungen aus der Anwendergemeinde zurückgehen. So bietet SolidWorks 2012 zahlreiche Verbesserungen in den Bereichen Baugruppen- und Zeichnungsfunktionen, integrierte Simulation, Kostenkalkulation, Leitungsführung, Erstellung von Bildern und Animationen sowie Produktdatenverwaltung. Der Schwerpunkt liegt dabei stets auf dem effizienten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Arbeiten in Konstruktionsteams. Damit schafft SolidWorks die optimale Grundlage für fundierte Konstruktionsentscheidungen während des gesamten Produktentwicklungszyklus. www.solidworks.com Halle 7, Stand C28

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MES-System basierend auf SAP MII Technologie. Zur diesjährigen Hannover Messe stellt Trebing + Himstedt seine neue MES-Lösung TH LOOX vor. Damit bringt der SAP Partner das erste MES-Produkt basierend auf SAP MII und SAP NetWeaver Technologie auf den Markt. Durch die nahtlose Integration der Maschinen- und ERP-Ebene ermöglicht TH LOOX eine flexible, effiziente und papierlose Produktion im SAP-Umfeld. Die Module BDE, MDE und KPI sind branchenübergreifend einsetzbar und zeichnen sich durch ihre hohe Anwenderfreundlichkeit aus. Bedarfsgerechte Informationen, elektronische Herstellanweisungen und touchbedienbare Weboberflächen unterstützen das Produktionspersonal in ihren Fertigungsprozessen. Insbesondere die Themen Performance Management, Tracking & Tracing, Inprozess-Kontolle und SAP-integriertes LIMS werden adressiert. Anhand von Echtzeit-Kennzahlen wird die Effizienz der Produktion überwacht, sodass Schwachstellen sofort und gezielt aufgedeckt werden können. www.t-h.de Halle 7, Stand C16 ●

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SIAMS ●

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FACHMESSEN

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FACHMESSEN

Siams in Moutier, Forum de l’Arc, vom 08.05. - 11.05.2012

Das Treffen der Mikrotechnik Die Siams, die Fachmesse für Automation, Mechanik und Zulieferung in Moutier, scheint auch diesen Frühling ein Erfolg zu werden. Die Standplätze dieses Mikrotechnik-Treffens im Jura waren schon Ende letzten Jahres praktisch vollständig vergeben. Dieser immer wieder faszinierende Branchenanlass der besonderen Art findet dieses Jahr vom 08. bis 11. Mai im Forum de l’Arc in Moutier statt.

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ie in ihrer Art einzigartige Fachmesse im Jura konzentriert sich wie stets auf ihre Grundwerte: die Produktionsmittel der Mikrotechnik und die Nähe zu den Kunden und Herstellern, den menschlichen Kontakt unter ihnen und den industriellen Pragmatismus. Dieser einmalige und zum Teil schon fast sonderbare Mix aus Hightech, Kontaktbörse, Apérostimmung und knallhartem Messegeschäft hat die Siams seit ihrer Gründung von anderen unterschieden. Dieses Traditionelle am jurassischen Messeverständnis darf jedoch nicht mit Skepsis gegenüber dem Fortschritt verwechselt werden. Dies trifft nicht nur auf die rund 450 Aussteller zu, die hier stets den aktuellsten Stand der Technik präsentieren, sondern auch für die Messe selbst, die sich stets Neues einfallen lässt: dieses Jahr zum Beispiel die erstmals etablierte «Décolletage-Halle», in der die hier einmalige Dichte an Präzisionsdrehteiletechnologie ins Rampenlicht gestellt wird.

Riwag Präzisionswerkzeuge AG: Ebener Bohrungsgrund in einem Arbeitsschritt mit dem Mega-Drill-180°.

Selbstverständlich: Messeneuheiten gibt es auch an allen anderen Fachmessen zu sehen. Was die Siams aber wohl einzigartig macht, ist die «Nähe» von Anbietern und Messebesuchern – von letzteren werden dieses Jahr rund 15 000 erwartet. Öfters als bei anderen Messen läuft hier das Gespräch weniger im traditionellen Rollenverständnis zwischen dem Anbieter und seinem Kunden, als vielmehr zwischen zwei Fachleuten, die gemeinsam eine optimale Lösung suchen. Unterstrichen wird diese Eigenheit natürlich schon durch die Überschaubarkeit des Angebots und ganz besonders auch durch die untypische Dominanz der Kleinunternehmen mit ihren hochtechnischen Nischenprodukten. Gewiss: Die Siams ist mit ihrem welschen Charme und ihren infrastrukturellen Unzulänglichkeiten eher eine «knorrige Wettertanne» als eine gefällige Parkplatane im Schweizer Fachmessewald, aber trotzdem oder gerade deswegen lohnt sich ein Besuch in Moutier allemal. >>

(Bild: zvg)


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FACHMESSEN

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Die Siams in Kürze Dauer: Dienstag, 8. bis Freitag, 11. Mai 2012 Ort: Forum de l’Arc Rue Industrielle 98 2740 Moutier Öffnungszeiten: täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr Messekatalog: gratis Tageskarte: CHF 15.–/EUR 10.– Veranstalter: SIAMS SA Rte de Sorvilier 21, Postfach 452 2735 Bévilard, 032 492 70 10 info@siams.ch, www.siams.ch

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nen speziellen Anschliff, um einen ebenen Bohrungsgrund zu fertigen. Durch seine Vierfasengeometrie und damit einer idealen Führung in der Bohrung, erzielt der Mega-Drill-180° optimale Rundheiten und Oberflächen in den Bohrungen und zwar in fast allen Materialien wie z. B. Guss und Gusslegierungen, Stahl und Stahllegierungen, Inox-Materialien und Aluminium bzw. Aluminiumlegierungen usw. Der Mega-Drill-180° von Riwag ist auch zum Bohren und Pilotieren an geneigten Flächen von bis zu 45° geeignet. Durch die flache Spitze werden hierbei die Radialkräfte im Vergleich zu herkömmlichen 140°-Bohrspitzen reduziert. Mit Mega-Drill-180° einen Arbeitsschritt sparen: Bei der Bearbeitung eines Hydraulikbauteils wurde der Mega-Drill-180° eingesetzt. Er bearbeitet die 15 mm grosse Bohrung aus AlSi2 mit einer Schnittgeschwindigkeit von vc = 250 m/min und einem Vorschub f von 0,2 mm. Durch den Einsatz des Mega-Drill-180° konnte beim Kunden ein Werkzeug und somit ein kompletter Arbeitsschritt inklusive Werkzeugwechsel eingespart werden. Zusätzlich konnten die Qualitätsanforderungen ohne Probleme erreicht werden. www.riwag-schweiz.ch

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Sandvik AG, Halle 1.2, Stand E30/F25 Mit einem neuen iLock-Spannsystem optimiert Sandvik Coromant, der weltweit führende Anbieter von Zerspanungswerkzeugen und -systemen für die Metallindustrie, die Fräsbearbeitung von ISO-S-Materialien. Diese Werkstoffe, beispielsweise Titan, werden häufig für Rahmenbauteile in der Luft- und Raumfahrt verwendet. Bei der Bearbeitung von ISO-S-Materialien mit einem Vollhartmetall-Schaftfräser wirken Axialkräfte, die extrem hohe Anforderungen an die Spannvorrichtung stellen. Trotz enormer Spannkräfte kann es dabei vorkommen, dass das Werkzeug aus dem Spannfutter herausgezogen wird. Da Bauteile aus ISO-S-Materialien teuer und bearbeitungsintensiv sind, kann ein solcher Vorfall sehr kostspielige Folgen haben. Mit dem neuen iLock-Spannsystem hat Sandvik Coromant eine Lösung für dieses Problem entwickelt, die zugleich die Anforderungen nach Prozesssicherheit, Effizienz und Präzision erfüllt. Der Vorteil: Die neuartige Sicherung des Schaftfräsers behindert die Rundlaufpräzision des Schrumpfhalters nicht. Dafür sorgen spiralförmige Nuten, die in den Schaft des Werkzeugs eingeschliffen sind. Zusammen mit den Sicherungsstiften im Spannfutter verhindern sie selbst bei extremen Bearbeitungsbe-

FACHMESSEN

hartmetall-Schaftfräser und einem SchrumpfWerkzeughalter mit iLock-Spannsystem bietet extreme Sicherheit bei der Bearbeitung von ISO-S-Materialien und sorgt für höchste Präzision und Effizienz. Damit eignet sich diese Lösung hervorragend für die Bearbeitung von Titan-Rahmenbauteilen in der Luft- und Raumfahrt. www.sandvik.coromant.com/ch

Schmidt PressControl 600.

dingungen, dass das Werkzeug aus dem Halter herausgezogen wird. Diese innovative Lösung reduziert sowohl die Bearbeitungszeit als auch den Werkzeugverschleiss um einen Faktor von zwei bis drei und ermöglicht Zerspanungsraten, die bisher als unerreichbar galten. Die Kombination aus einem CoroMill Plura Voll-

Schmidt Technology GmbH, Halle 1.1, Stand C22 Die Schmidt-PressControl 600 mit integrierter SPS und Prozessdaten-Management dient der intelligenten Prozesssteuerung von Kraft-Weg-überwachten Schmidt ManualPress sowie Schmidt (Hydro)PneumaticPress. Auch zusätzliche Automatisierungsaufgaben rund um den Pressprozess können mit der Schmidt PressControl 600 realisiert werden. Alle am Prozess beteiligten Systemelemente und Daten werden zentral von der Schmidt PressControl 600 gesteuert und verwaltet. Die StandardSystemkonfiguration beinhaltet bereits eine Basisprogrammierung, Sonderapplikationen können ergänzend programmiert werden. Das integrierte Bedienfeld der Schmidt PressControl 600 mit kompletter Bedienoberfläche und Touchscreen dient zur Parametrierung und >>

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FACHMESSEN

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Bedienung der Steuerung sowie der Visualisierung, Verwaltung und Dokumentation der Prozessdaten (Datensatz-Management). Die Programmierung und Projektierung der Schmidt PressControl 600 sowie die Datenarchivierung erfolgt mittels Software-Komponenten. Die Software-Komponenten können auf einem herkömmlichen Windows-PC installiert werden. Die Kommunikation mit der Steuerung erfolgt über Ethernet TCP/IP. www.schmidttechnology.ch Fehlmann AG Maschinenfabrik, Halle 1.1, Stand D7 Manuell und CNC – die Neuheit von Fehlmann! Die TOP-Maschine für den manuellen und CNCEinsatz mit innovativem FEHLMANN Bedienungskonzept: handlich, schnell und wirtschaftlich. Die komplett neu entwickelte Präzisions-Fräs- und Bohrmaschine Picomax 56 TOP (Touch Or Program, Patent angemeldet) ist mit einem völlig neuartigen Bedienungskonzept erhältlich, welches den 3-

Achs-CNC als auch den manuellen Betrieb über Bohrhebel und Handräder vereint. Speziell konzipiert, um Fräs-, Bohr- und Gewindeschneidarbeiten an Einzelteilen ohne zeitaufwändiges Programmieren schnell, sicher und effizient auszuführen. Schon nach kürzester Einarbeitungszeit kann somit die Picomax 56 TOP auch ohne Programmierkenntnisse von Fachmitarbeitenden äusserst wirtschaftlich genutzt werden. Bereits in der Grundausführung bietet die neue Fehlmann Maschine «Made in Switzerland» die verschiedenen Ausstattungsmerkmalen einer modernen, leistungsfähigen Fräsmaschine, wie: voll digitale Heidenhain Steuerung TNC620, einer Fehlmann-eigenen, flüssigkeitsgekühlten und drehmomentstarken Motorspindel für das universelle Fräsen bis 12000 U/min sowie Z/S-interpoliertes Gewindeschneiden, 3D-Fräsen, Ausdrehen usw. Zudem ist die Picomax 56 TOP mit diversen praktischen Maschinenoptionen ausbaubar: etwa mit einem Fehlmann Teilapparat für 4-achsiges Arbeiten, einem automatischen Werkzeugwechsler mit 20 oder 30 Plätzen und noch mehr. www.fehlmann.com Wenk AG, Halle 1.1, Stand E-24/F-21 Die Wenk AG aus Biel präsentiert die neue Generation Drehmaschine von Mazak. Es sind mehrere Modelle erhältlich (Bearbeitung von ø 10 mm bis ø 420 mm). Vereinfachte Dialogprogrammierung Mazatrol: Dank Dialogprogrammierung kann die «Mazatrol Smart» vom Bediener einfach und schnell in der Werkstatt programmiert werden. Dabei können sämtliche Schritte – von der Programmierung bis zur 2D-Überprüfung der Werkzeugbahn – bei laufendem Automatikbetrieb im Hintergrund ausgeführt werden. Die Werkstattprogrammierung spart

gegenüber herkömmlichen Systemen, bei denen die Programmierung im Büro ausgeführt werden muss, Kosten und Zeit. Zudem wird durch die Anzeige auf dem Bildschirm von Spannbacken-, Reitstock-, Z-Korrektur- und Spannfutteranschlagdaten für die Einrichtverwaltung die Maschinenumrüstung vereinfacht. EIA/ISO-Programm-kompatibel Rundheitsgenauigkeit: 0,25 µm Eingabeinkremente: 0,0001 mm www.wenk-ag.ch Erowa, Halle 1.1, Stand C-23 Der Erowa Zentrumspanner bringt Flexibilität bei der Bearbeitung von komplexen Werkstücken und reduziert gleichzeitig die Rüstzeiten. Durch Längsnuten sowie Passbohrungen kann der Zentrumspanner einfach und schnell auf einer Erowa Adapter-Palette oder direkt auf dem Maschinentisch aufgespannt und positioniert werden. Er eignet sich sowohl für den Einsatz auf Vertikalals auch Horizontal-Bearbeitungszentren in der Produktion sowie im Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau. Die Schieber sowie Grundkörper sind aus einem Stück gefertigt. Dies ist optimal bei hohen Wechselbelastungen auf 5-Achsen-Maschinen. Der gesamte Körper des Zentrumspanners ist aus rostbeständigem und gehärtetem Stahl gefertigt. Der Schieber und die Spindel sind zudem hightechbeschichtet und verschleissfrei. Das Zentrum ist von aussen mit Schrauben verstellbar. Die Wiederholgenauigkeit beim Spannen von Werkstücken beträgt 0,01 mm. Der gesamte Schraubstock ist abgedichtet gegen das Eindringen von Spänen. Auch bei hoher Verschmutzung bleibt dadurch die Grundfunktion gewährleistet. Die Spannbacken können einfach und

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Tornos: Multiswiss, die neue Linie von Ein- und Mehrspindelautomaten, wird erstmals in der Schweiz gezeigt.

Die kompakte Allrounderin ist als dreiachsiges oder fünfachsiges Bearbeitungszentrum erhältlich; bei letzterem sind sowohl eine Fünf-Seiten-Bearbeitung als auch eine hundertprozentige Simultanbearbeitung möglich. So viel geballte Kompetenz auf engstem Raum und das zu einem unschlagbaren Preis – das gab es bei Kern noch nie. www.reimmann.ch Tornos SA, Halle 2.2,Stand A4 Tornos wird ihren Auftritt auf der Siams auf ihr umfassendes Know-how in ihren vier wichtigsten Marktsegmente fokussieren. Mit der EvoDeco 10/8 wird fortschrittlichstes Wälzfräsen demonstriert. Tornos empfiehlt sich damit als idealen Partner für die Uhrenindustrie. Das vertikale 5-Achs-Bearbeitungszentrum Almac CU1007 ist mit einem Roboter ausgestattet und wird bei der Bearbeitung eines Uhrengehäuses gezeigt. Die EvoDeco 16/10 verfügt über 10 numerische Achsen und zwei CAchsen, 27 Werkzeuge, davon 21 angetrieben. Die vier vollständig unabhängigen Werkzeugsysteme erlauben die gleichzeitige Bearbeitung mit vier

Werkzeugen. Dieser Einspindel-Drehautomat wird bei der Bearbeitung von Medizinaltechnik-Teilen gezeigt. Die DELTA 38/5 mit ihrer Robustheit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit zeigt die TornosKompetenz für den Automotive-Markt. Zum ersten Mal in der Schweiz wird Tornos die MultiSwiss-Reihe präsentieren. Diese neu konzipierte Reihe von Ein- und Mehrspindeldrehmaschinen zeichnet sich durch extrem kurze Zykluszeiten und ergonomisches Design aus. www.tornos.com Newemag, Halle 1.1, Stand D6 / E7 Die Siams steht dieses Jahr bei Newemag | Schneider mc ganz im Zeichen der mannarmen Fertigung und Produktivitätssteigerung. Die Firma Schneider mc in den letzten Jahren vermehrt in Eigenentwicklungen von Automatisierungslösungen investiert. Der Schneidermat wurde letztes Jahr entwickelt und ist seit Beginn dieses Jahres bei Kunden erfolgreich im Einsatz. Der Schneidermat wird neben der Maschine installiert und erreicht eine flexible Autonomie von drei Paletten. Das Be- und Entladen der Maschine erfolgt über ein Linearsys-

tem, welches direkt das Spannsystem in der Maschine bestückt. Sehr einfach ist auch die Bedienung des Gerätes. Der Schneidermat besitzt drei Funktionstasten, mit denen er gestartet und gestoppt sowie in die Startposition zurückgesetzt werden kann. Die Palette hat eine Grösse von 400 x 320 mm mit variabler Rastereinteilung. Rohlinge bis 1 kg/Teil können Be- oder Entladen werden. «Aller gute Dinge sind drei», heisst ein Sprichwort. Das hat sich der japanische Hersteller Miyano auch gedacht. Vor zwei Jahren konnte das erste BNAModell, die BNA-42 S mit Gegenspindel, auf dem Schweizer Markt eingeführt werden. Letztes Jahr konnten wir die BNA-42 DHY mit Gegenspindel, Y-Achse und Zusatzrevolver präsentieren. Auch für dieses Jahr hat sich Miyano etwas Neues einfallen

Newemag: Flexible Autonomie mit dem Schneidermat.

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lassen. Die Japaner haben nun auf Basis einer Mitsubishi M70V Steuerung die BNA-42 MSY entwickelt. Eine Maschine, die mit Gegenspindel und YAchse die bekannten Merkmale der beiden anderen BNA-Modelle, wie stark reduzierte Nebenzeiten und somit geringere Stück- und Zykluszeiten, vereint. Die BNA-Serie könnte man auch als Synonym für Produktivitätssteigerung von Miyano bezeichnen. Lassen Sie es uns mit einer individuellen Kosten-Nutzenrechnung beweisen! www.newemag.ch Dihawag, Halle 1.2, Stand D22 In enger Zusammenarbeit mit Dihawag hat Graf die bestehenden Lneareinheiten weiter entwickelt. Mit der neuen Lineareinheit erreichen Fertigungsunternehmen einen sicheren Fertigungsprozess und reduzieren die Rüstkosten in der Produktion auf ein absolutes Minimum. Das neue System bietet folgende Vorteile: • Zentraler Kühlmittelanschluss • Kühlmittelmenge kann einzeln am Halter eingestellt werden • Wechselgenauigkeit von ±0.02 mm • Halter erhältlich für sämtliche Wendeplattentypen Graf bietet kundenspezifische Lösungen an. Die Li-

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neareinheit wird spezifisch auf die entsprechende Maschine angepasst. Im Gegensatz zu den Systemen der Marktbegleiter entfallen durch den zentralen Kühlmittelanschluss weitere Anschlüsse was das Handling vereinfacht. Die Anzahl der innengekühlten Werkzeugträger mit den jeweiligen Schneidplat- Graf-Lineareinheit für sichere Fertigungsprozesse. ten definiert der Kunde nach seinen Anforderungen. Der Kühlmittelkanal ist von jedem Werkzeugträger beitung an der Führungsbuchse sowie an der Abso konzipiert, dass das Medium zielgenau auf die greifspindel für die verschiedensten FertigungsopeSchneidspitze auftritt. Somit entfällt das Einstellen rationen. von Spritzdüsen, die immer zum Spänefänger wur- Beim Austausch bzw. beim Wechseln der Wendeden. Als positiver Effekt zeigt sich auch, dass mit platten vom Werkzeugträger entspricht die Durchdiesem System die Spankontrolle so verbessert messer- bzw. die Spitzenhöhetoleranz exakt der werden kann, dass ein 24h-Betrieb möglich ist wo Toleranz von der jeweiligen Schneidplatte. www.dihawag.ch früher aufgrund der Späneproblematik die Maschinen abgestellt werden mussten. Die Werkzeugträger sind ideal geeignet zur Bear●

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Der Rund-um-Service bei Gehäusen von Phoenix Mecano

Testen Sie das Unternehmen! Schätzen Sie Geschwindigkeit, Service und Flexibilität zu einem günstigen Preis, dann ist Phoenix Mecano die richtige Adresse, wenn es um Gehäuse aller Art geht. Das Unternehmen Phoenix Mecano Komponenten AG aus Stein am Rhein bietet einen Rund-um-Service: Neben dem umfangreichen Angebot an Gehäusen, Folientastaturen und Systemlösungen bietet das ISO-zertifizierte Unternehmen ein komplettes Dienstleistungspaket an, das den Kunden erhebliche Vorteile verschafft!

Z

u dem Dienstleistungsangebot zählen unter anderem die mechanische Bearbeitung (Bohren, Fräsen, Sägen, Ultraschallschweissen), Lackierung und Bedruckung (Sieb-, Tampon- und Wassertransferdruck), das Montieren von Folientastaturen sowie EMV-Beschichtungen. Aus Standardprodukten entstehen so innert weniger Tage kundenspezifische Gehäuse. Der Kundennutzen besteht vor allem darin, dass Phoenix Mecano bei einem Dienstleistungsauftrag das Ausschussrisiko trägt –, bestellt der Kunde 100 bearbeitete Gehäuse, bekommt er 100 bearbeitete Gehäuse! Ist eine umfangreiche Bearbeitung bei kleinen Bearbeitern um die Ecke oft mit vielen Wegen und Absprachen verbunden, liefert Phoenix Mecano alles aus einer Hand. Ein erfahrener Mitarbeiterstamm sowie ein moderner Maschinenpark garantieren 100%ige Ergebnisse. Aufträge sind aufgrund der hohen Lagerverfügbarkeit bei Standardprodukten kurzfristig umsetzbar; das innovative Unternehmen agiert mit einer optimalen Liefertreue.

Opimale Lösung für alle Anforderungen. Der Übergang zwischen einem bearbeiteten Standardgehäuse und einem kundenspezifischen Sondergehäuse ist nahezu fliessend. Je nach der vom Kunden benötigten Stückzahl wird das geeignete Verfahren gewählt. Dank dem grossen Maschinenpark kann für jedes Bearbeitungsproblem die optimale Maschine gewählt werden. Die Vorbehandlung durch Chromatierung im Durchlaufverfahren bietet einen hohen Korrosionsschutz und eine ausgezeichnete Grundlage für die anschliessende Beschichtung der Aluminiumteile. Neben einer leistungsfähigen Durchlauf-Pulverbeschichtungsanlage (10 000 Teile pro

Bearbeitetes und bestücktes Kunststoffgehäuse mit EMV-Beschichtung aus Kupferleitlack und montierter Folientastatur. (Bilder: zvg)

Tag) stehen für Einzelstücke und Kleinserien auch eine Nasskabine und zwei Kabinen für die manuelle Pulverbeschichtung zur Verfügung. EMV-Beschichtungen und optisch anspruchsvolle Lackierungen von Kunststoff- und Aluminiumteilen sind eine Spezialität der Produktion in Stein am Rhein. Die nachträgliche Chromatierung von blanken Bearbeitungsflächen an den bereits lackierten Aluminium-Gehäusen ermöglichen durch die höhere Korrosionsbeständigkeit deutliche Verbesserungen im Langzeiteinsatz von EMV-Kontaktstellen. Flexibilität gross geschrieben. Die hohe Fertigungstiefe ermöglicht dem Werk in Stein am Rhein eine grosse Flexibilität. Speziell in der jetzigen Aufschwungphase können für die Kunden trotzdem extrem kurze Durchlaufzeiten realisiert werden. Sie möchten sich von der Qualität der Rose- und Bopla-Produkte überzeugen? Das Unternehmen liefert Ihnen gerne ein Muster des gewünschten Gehäuses in Ihrer gewünschten Ausführung. Innerhalb weniger Arbeitstage erfüllt Phoenix Mecano Ihre Wünsche: Ob mechanisch bearbeitet oder montiert – sehen, spüren und testen Sie die Artikel selbst! Fordern Sie Phoenix Mecano heraus – testen Sie das Unternehmen! Beispiel für ein fertig bestücktes und mit Brücken verdrahtetes Standardgehäuse (Bild oben).

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Einbringen der 2-Komponenten-Deckel – Dichtung aus PURSchaum.

Das Bedrucken von Gehäusen und Frontplatten erfolgt ebenfalls in der eigenen Produktion.


Sensor+Test ●

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Sensor+Test 2012, 22. bis 24. Mai 2012 auf dem Gelände der Messe Nürnberg

Ein Muss für Entwickler und Konstrukteure Die Sensor+Test sei ein Muss für Entwickler und Konstrukteure quer durch alle Branchen. Davon ist Christoph Kleye, Vorsitzender des Ausstellerbeirats, überzeugt: «Ohne die neueste Sensorik und Messtechnik lassen sich Geräte, Maschinen, Systeme und Prozesse nicht mehr zukunftsfähig optimieren, und ohne neueste Prüftechnik kann der ständig steigende Qualitätsstandard nicht gehalten werden.»

D

ie einzigartige Breite, mit der in der Industrie Sensoren, Mess- und Prüftechnik eingesetzt wird, macht es einem Messeveranstalter leicht, sich einen Schwerpunkt herauszusuchen. Dennoch wird es immer ein paar Themen geben, die etwas aktueller sind als andere. Elektromobilität zum Beispiel in diesen Tagen. Denn die Fortschritte beim Thema «Elektromobilität» sind gewaltig. Dabei ist offensichtlich, dass Sensoren, Mess- und Prüfsysteme für die schnelle Entwicklung einsatzfähiger, zuverlässiger und erfolgreicher Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung sind. Vor diesem Hintergrund hat der Ausstellerbeirat gemeinsam mit dem Vorstand des AMA Fachverbandes für Sensorik e.V. das Thema «Elektromobilität» zum diesjährigen Schwerpunkt für die Sensor+Test 2012 erklärt. Ob Sensoren für Antriebsüberwachung oder Batteriemanagement, spezielle Messsysteme zur Fahrzeugerprobung oder neue Testverfahren für Elektromotoren – der aktuelle Stand der Technik und viele Prototypen in Entwicklung werden auf der Sensor+Test vom 22. bis 24. Mai zu finden sein: Ein Sonderforum in Halle 12 bietet während der Messe gezielt und konzentriert einen Überblick über neue Produkte und Lösungen zum Thema «Elektromobilität». Und am 22. Mai 2012 steht das Programm des Vortrags-Forums in Halle 12 ausschliesslich unter diesem Motto – inklusive einer kompetent besetzten Podiumsdiskussion. Doch neben dem Schwerpunktthema beherrschen ganz einfach die Sensoren, Mess- und Prüftechniken für alle Branchen die Fachmesse, welche weltweit als führendes Forum dafür gilt. Zu ihrem Erfolg tragen auch die parallel zur Ausstellung stattfindenden Gastkongresse wie «Sensoren und Messsysteme 2012» und «IMCS 2012» bei, die mit wissenschaftlichen Grundlagen und Ausblicken in die Zukunft der Branche die Tage in Nürnberg weiter bereichern.

Pewatrons intelligenter Drucksensor. In diesem kompletten Spektrum messtechnischer Systemkompetenz wird der Besucher auch die Firma Pewatron und ihre Produkte finden. Zum Beispiel den Differenzdrucksensor MIS-3600. Dieser ist ein intelligenter piezoresistiver Drucksensor mit einem integrierten ASIC. Der signalkonditionierte ASIC besteht aus einem 16 bit AD-Konverter mit einem integrierten 512 bit OTP-Speicher. Der Sensor wird ab Werk kalibriert und temperaturkompensiert. Dabei werden alle Werte/Faktoren im OTP-Spei-

An der Nürnberger Messe wird an drei Tagen das gesamte Spektrum der messtechnischen Systemkompetenz vom Sensor bis zur Auswertung gezeigt. (Bild: Bischof & Broel)

cher abgelegt, sodass man mit einem externen Mikroprozessor einfach auf die Rohdaten zugreifen und den Sensor optimal in den Prozess einbinden kann. Der MIS-3600 kann entweder mit einem SPI oder einer I2C-Schnittstelle geordert werden. Der Differenzdrucksensor MIS-3600 wird mit 2…3.6 V dem Anspruch nach einer geringen Spannungsversorgung gerecht und findet mit einer Grundfläche von 15 × 17 mm auch im engsten Raum Platz. Vorerst sind die Messbereiche 0…70, 400 und 1000 mbar bipolar oder unipolar lieferbar. Als Messmedium kommen alle nicht aggressiven Gase in Betracht. Anwendungsgebiete finden sich in der Klimatechnik, bei pneumatischen Steuerungen als auch in der Medizintechnik für die Atmungsüberwachung. Halle 12, Stand 626 Jumo – Hohe Beständigkeit garantiert. Auch der Druckmessumformer der Firma Jumo kann sich sehen lassen: Ein kompakter und robuster Aufbau, eine herausragende Signalstabilität sowie eine sehr hohe Materialbeständigkeit ermöglichen den Einsatz des neuen Druckmessumformers JUMO MIDAS C18 SW zur Erfassung von Relativdrücken in organischen und chloridhaltigen Messstoffen. Damit ist er besonders für Applikationen in der Labortechnik oder für Unternehmen der Wasser- und Abwasserindustrie geeignet. Bei dem Sensor des JUMO MIDAS C18 SW handelt es sich um einen piezoresistiven Drucksensor auf

Keramikbasis in Dickschichttechnologie. Dieser weist neben einer sehr guten Langzeitstabilität eine 3-fach hohe Überlastfestigkeit, bezogen auf den Messendwert, auf. Die Keramik als Werkstoff und das Design der ölfreien Messzelle reduzieren zudem Hysterese-Effekte auf ein Minimum. Jumo baut bei diesem Druckmessumformer die Keramikmesseinheit in einen Titan-Prozessanschluss und ein Gehäuse ein. Dadurch wird eine hohe Korrosionsbeständigkeit erzielt, die neue Lösungen für den Einsatz in beispielsweise Meerwasserentsalzungs- oder aber auch in Umkehrosmoseanlagen ermöglicht. Das Messinstrument kann Drücke in den Messbereichen von 0...1,6 bar bis 0...100 bar erfassen und diese als Standardsignale, 4...20 mA (Zweileiter) und DC 0...10 V (Dreileiter), ausgeben. Das Gesamtsystem erlaubt den Einsatz bei Messstofftemperaturen bis maximal 125 °C. ● Halle 12, Stand 405

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● Automatica

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Automatica 2012, die Fachmesse für Automation und Mechatronik, vom 22. bis 25. Mai 2012 in München

Hand in Hand mit dem Roboter Seit vielen Jahren sind Roboter aus der Industrie nicht mehr wegzudenken. Ihre Stärken: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer. Die Einschränkung: Muskeln dürfen sie aus Sicherheitsgründen meist nur in separaten Zellen ausspielen. Die Zukunft: Immer mehr Schutzzäune werden fallen. Besucher der Automatica 2012 können sich einen Überblick über die weitreichenden Perspektiven verschaffen, die von einer «sicheren Mensch-Roboter-Kooperation» ausgehen.

D

ie Weiterentwicklung der «sicheren Roboter» ermöglicht zum einen platzsparende Zellen-Konzepte ohne starre Zäune. Zum anderen öffnet sich die Tür zu neuen Mensch-Roboter-Applikationen, beispielsweise in der Montage, in der Medizintechnik oder im Servicesektor. Verschiedene Hochschulen und Institute haben hierfür seit Jahren Grundlagen erarbeitet, die Sensorik mit Steuerungs- und Regelungstechnik sowie Mechanik verheiraten und damit neue Automatisierungsmöglichkeiten schaffen. Den Weg in die industrielle Praxis ebnete schliesslich die Normengrundlage der ISO 10218-1 bezüglich der sicherheitsgerichteten Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) – auch Mensch-Roboter-Kooperation genannt. Sie enthält Sicherheitsanforderungen für Industrieroboter, damit Mensch und Roboter in einem festgelegten Arbeitsraum ohne räumliche Trennung

durch Schutzzäune oder Lichtgitter zusammenarbeiten können. Forschungserkenntnisse verbessern Prozesse. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart zählt zu den aktivsten Forschungseinrichtungen, die sich mit sicherheitsgerichteten MRK-Systemen beschäftigen. Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme, sieht ein enormes Potenzial, das jetzt durch die Normierung zugänglich geworden ist: «MRK erlaubt es, die Stärken von Mensch und Roboter zu kombinieren und damit bisher nicht wirtschaftlich automatisierbare Prozesse zu automatisieren. Der Mensch besitzt höchste kognitive Fähigkeiten, ist kreativ und kann sich schnell komplexen Situationen anpassen. Roboter hingegen besitzen eine ermüdungslose Wiederholgenauigkeit auch bei hohen Traglasten. Durch eine Zusammenarbeit lassen

Im Markt zeichnet sich ab, dass Roboter und die gesamte Automatisierungstechnik nicht mehr als Konkurrenten des Menschen angesehen werden, sondern als Werkzeuge, die ihn direkt unterstützen. (Bild: DLR)

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sich Arbeitsplätze ergonomischer gestalten und Kosten durch einen im Gesamtergebnis höheren Automatisierungsgrad senken.» Mensch und Roboter arbeiten zusammen. Ganz nah an der Praxis arbeitet auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., DLR, in Wessling. Das Institut ist weltweit führend auf dem Gebiet der sicheren MRK. Zum Beispiel sind dort erstmalig

Über die Automatica Die Automatica ist die internationale Fachmesse, die alle Segmente des Bereiches Robotik + Automation unter einem Dach vereint. Sie findet seit 2004 im zweijährigen Rhythmus auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Fokus der Messe ist, die komplette Wertschöpfungskette darzustellen. Parallel zur Automatica findet die Ceramitec statt, die Leitmesse für die Entscheider der Keramikindustrie. Mit dem AUTOMATICA-Ticket hat der Besucher auch freien Eintritt auf der Ceramitec. Datum: 22. bis 25. Mai 2012

biomechanisch/medizinische Verletzungsuntersuchungen durchgeführt worden, deren Ziel es ist, ähnlich zum Automobilbereich, ein «standardisiertes Crashtestverfahren» für Roboter zu entwickeln. Ein Highlight des Instituts ist der Leichtbauroboter (LBR), der für einen erfolgreichen Technologietransfer steht. Denn er wurde von Kuka weiterentwickelt und zum Produkt für die Forschungswelt. Auch in der industriellen Umwelt konnte er den Nutzen seiner besonderen Fähigkeiten in einer Pilotanwendung bei Mercedes-Benz in der Achsgetriebemontage eindrucksvoll demonstrieren. Die Besonderheit des LBR erklärt Dr.-Ing. Sami Haddadin, Leiter der Gruppe «Human-Robot Interaction» beim DLR: «Bei der Entwicklung des LBR haben Kuka und das DLR nicht auf die Robotertechnik aufgesetzt, sondern sind von dem Szenario


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umtiefziehen, Kleben) sowie das Handling zwischen den Verarbeitungszentren und der Montage der Bauteile. Ausserdem werden industrielle Online-Qualitätssicherungsverfahren benötigt. Zahlreiche Maschinen- und Anlagenbauer rüsten sich, diesen zentralen Zukunftsmarkt zu besetzen und Anlagen für die automatisierte Fertigung von Composite-Bauteilen zu entwickeln. Die technologischen Ansätze kommen aus unterschiedlichen Branchen wie der Textilmaschinenindustrie oder der Metall- und Kunststoffverarbeitung. Doch komplette, industrietaugliche Konzepte sind noch Mangelware.

Von DLR und Kuka gemeinsam entwickelt und erfolgreich in der Industrie überführt: Der Leichtbauroboter ist mit Kraftmomentensensoren ausgestattet, die ihn nachgiebig reagieren lassen. (Bild: Kuka)

‹Mensch und Roboter arbeiten zusammen› ausgegangen. Dadurch haben wir die Anforderungen an den Roboter neu definiert, die sich am besten umsetzen lassen durch integrierte Kraft-MomentenSensoren und Leichtbauweise.» Leichtbau weiteres Topthema. Leichtbau ist aber überhaupt ein Trend, der sich durch viele produzierende Branchen zieht und gewaltiges Wachstum zu verzeichnen hat. Nach Expertenschätzungen soll sich das Umsatzvolumen von Faserverbundwerkstoffen – darunter hauptsächlich Carbonfaser verstärkte Kunststoffe (CFK) – bis zum Jahr 2015 auf 14 Mrd. Euro verdoppeln. Grösstes Manko: Sie müssen noch immer weitgehend manuell gefertigt werden. In der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie im Rennsport, wo CFK-Bauteile nur in Kleinserien benötigt werden, spielt die teure Produktionsweise nur eine untergeordnete Rolle. Anders, wenn Composite-Teile in Grossserie benötigt werden, wie zum Beispiel im Automobilbau.

Gerade für kommende Elektrofahrzeuge sind Leichtbauteile von grosser Bedeutung – aber nur bezahlbar, wenn sie automatisiert hergestellt und montiert werden können. Kein Wunder, dass in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen wurden, um die automatisierte Produktion und Montage von Leichtbaukomponenten voranzutreiben. Aufbruchstimmung unter Maschinenbauern. Doch zum Einsatz in der Serienproduktion sind prozesssichere Verfahren mit kurzen Zykluszeiten und hoher wiederholbarer Präzision notwendig, um grosse Stückzahlen kostengünstig zu produzieren. Die Herausforderungen einer solchen automatisierten Composite-Bauteil-Fertigung sind vielschichtig, denn die Automatisierung betrifft das flexible Flechten oder Stricken von Formteilen, das Zuschneiden der Gewebe oder Verbundplatten, das Einlegen, Pressen und Entnehmen der Teile, die Verbundtechnologien (Laminieren, Injektion, Vaku-

«Automatisierte Composite-Produktion». Die Verantwortlichen der Automatica haben sich entschlossen, die Stärken der ganzheitlichen Automatisierungsmesse in die Dienste der automatisierten Composite-Produktion zu stellen. Das Thema «Automatisierte Fertigung von Leichtbaukomponenten» soll mit dem Know-how aus den Bereichen Montage- und Handhabungstechnik, Robotik sowie Industrielle Bildverarbeitung dargestellt werden. Armin Wittmann, Projektleiter der Automatica, erklärt: «Die Automatica 2012 stellt mit der neuen Sonderschau ‹Automated Composite Production› Automatisierungskonzepte entlang der Prozesskette vor. Sie bietet Plattformen für den Austausch der Experten untereinander sowie mit Entscheidern und Produktionsverantwortlichen aus den Anwenderindustrien. Denn der Wissenstransfer zwischen Ausrüster, Automatisierer und Anwender ist ein zentraler Aspekt für die schnelle Marktverbreitung von Composite-Bauteilen.» (ea) ●

AUTOMATICA 2012 Vertretung für die Schweiz und FL: INTERMESS DÖRGELOH AG 8001 Zürich, 043 244 89 10 intermess@doergeloh.ch, www.doergeloh.ch

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FACHMESSEN

● Control

4.2012 technica

Control, Fachmesse für Qualitätssicherung, vom 8. bis 11. Mai in Stuttgart

Qualität ist nicht die Sache einer Abteilung … Die Control als Konjunkturbarometer, oder: Unabhängig von möglichen wirtschaftlichen Einflüssen setzt die Control ihren Weg als Welt-Leitmesse auch im Jahr 2012 munter fort.

Q

ualität ist nicht die Sache einer Abteilung …, Qualität ist die Verpflichtung des gesamten Unternehmens!» Dieser von einem Praktiker stammende Spruch macht in aller Kürze klar, dass dem Thema Qualitätssicherung in allen Unternehmen eine Querschnittsfunktion zukommt, die in einem erheblichen Ausmass den Unternehmenserfolg beeinflusst. Daran kommen übrigens weder hochautomatisierte Betriebe in den Hochlohnländern noch manuell konfektionierende Werkstätten in Billiglohnländern vorbei, wie in den vergangenen (Krisen)Zeiten so mancher zunächst stürmisch aufstrebende Newcomer erfahren musste. Erst kontrollieren, messen, prüfen, Ergebnisse dokumentieren, und dann Schwachstellen beseitigen, Prozesse optimieren, Qualität langfristig sichern – dieser Ablauf gilt in allen Prozessschritten und entscheidet darüber, ob der Ausstoss an Qualitätsprodukten stimmt und ob der gewünschte Ertrag erwirtschaftet wird. Die Control, Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung, nimmt sich als einzigem Branchenevent weltweit der gesamten Thematik an und präsentiert jährlich QS-Neuheiten und QS-Lösungen in Hard- und Software.

Das aktuelle Weltangebot an QS-Lösungen. Im Jahr 2012 findet dann die 26. Control vom 8. bis 11. Mai in der Landesmesse Stuttgart statt. Und es zeichnet sich für 2012 eine Rekordbeteiligung ab,

Das Messsystem RAIL-check von Kunz precision, das die Prüfung sämtlicher Geometrieabweichungen einer Linearachse in einem Zug und dazu schnell und einfach ermöglicht. (Bild: Kunz precision)

sowohl die Anzahl an Ausstellern als auch die gebuchten Ausstellungsflächen betreffend. Doch nicht nur bei der Ausstelleranzahl und bei den Hallenflächen sind signifikante Ausweitungen zu verzeichnen, sondern auch bezüglich der Teilnahme an der erneut vom Partner Fraunhofer Alli-

Schnelle Geometrieprüfung von Werkzeugmaschinen Ausgelöst durch immer höhere Genauigkeitsansprüche, sind Hersteller und Anwender von Werkzeugmaschinen auf schnelle und aussagekräftige Vermessungen von Linearachsen angewiesen. Dazu präsentiert die Firma Kunz precision AG an der Control 2012 ein neues, einzigartiges Messsystem, das die Prüfung sämtlicher Geometrieabweichungen einer Linearachse in einem Zug ermöglicht und in punkto Schnelligkeit, Aussagekraft und einfacher Anwendung neue Massstäbe setzt. Das RAIL-check-Messsystem besteht aus einer hochgenauen Geradheits-Referenz, einem Messkopf mit fünf integrierten Sensoren, einem Interface und einer einfach bedienbaren Auswertungs-Software. Zur Messung wird das Referenz-Normal mit dem Messkopf abgefahren und die Messwerte werden aufgezeichnet. In einem einzigen Messvorgang pro Linearachse werden die Geradheiten in beiden Richtungen sowie

die Kippfehler Gieren, Nicken und Rollen hochgenau erfasst und übersichtlich protokolliert. Der Zeitaufwand pro Achse beträgt ca. 15 Minuten. Damit ist die Prüfung einer Werkzeugmaschine mit drei Linearachsen in weniger als einer Stunde abgeschlossen. Mit einem optional integrierten Modul können die Kompensationswerte für verschiedene Maschinensteuerungen errechnet und ausgegeben werden. Die Firma Kunz precision AG – in Deutschland vertreten durch die Firma messwelk GmbH – präsentiert das neue Messsystem live an der Control 2012. KUNZ PRECISION AG 4800 Zofingen, 062 746 00 20 mailbox@kunz-precision.ch www.kunz-precision.ch Control: Halle 1, Stand 1050 (Kunz precision/Messwelk)

anz Vision initiierten und betreuten Sonderschau «Berührungslose Messtechnik». Die dafür vorgesehene, und gegenüber 2011 erneut vergrösserte Ausstellungs- bzw. Präsentationsfläche, ist ebenfalls schon voll ausgebucht, sodass auch hier weitere Standflächen vorgesehen werden müssen. Überhaupt nimmt das Thema Visionsysteme in seiner ganzen Ausprägung immer mehr Raum ein. Denn die Qualitätssicherung auf der Basis von Vision- und Bildverarbeitungssystemen ist mehr denn je als Querschnittsfunktion in den Unternehmen anzusehen und stellt sich heute als elementarer Baustein der QS-Automatisierung dar. An der Praxis orientiert. Mit zuletzt über 800 Ausstellern und 25 000 m2 Ausstellungsfläche nimmt die Control Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung weltweit und unangefochten den ersten Rang ein. Innovative Produkte, Steuerungen und Software, z. B. in Gestalt von Messeinrichtungen, Sensoren und Bildverarbeitungssystemen, oder andersherum: Komponenten, Subsysteme und Komplettlösungen zur Prüfung der Produktqualität und zur Verbesserung betrieblicher Abläufe – damit bietet die Control alle Tools, um das Leitmotto: Erfolg durch Qualität!, dem sich global mehr und mehr Hersteller und deren Zulieferer verschreiben, wirtschaftlich umsetzen zu können. www.control-messe.de


Metav ●

technica 4.2012

FACHMESSEN

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Die Metav eröffnete den Reigen der Metaller-Fachmessen 2012

Aussteller im Nachfragehoch 691 Aussteller und Mitaussteller, 36 079 m2 belegte Hallenflächen, Hersteller und Anbieter aus 28 Ländern, rund 40 000 Fachbesucher aus über 30 Nationen – mit der dreistufigen Strategie «Impulse geben, Bildung fördern, Chancen sichern» konnte sich vor allem die Metav selbst wieder ihren Platz als wichtige Branchenveranstaltung zurückerobern. EDGAR GRUNDLER, REDAKTOR TECHNICA

E

s kommt wie immer darauf an, aus welcher Richtung man eine Sache betrachtet: Zieht man die frühere Metav als Vergleich zur heutigen Ausrichtung und Grösse heran, dann kann von einer «Internationalen Fachmesse für Fertigungstechnik und Automatisierung» höchstens noch bezüglich des Angebots die Rede sein. Im Grunde genommen hat sich die ehemals als Nummer zwei der europäischen MetallerFachmessen gesetzte Metav gegenüber früher buchstäblich halbiert. War im Gegenjahr zur Metaller-Weltmesse EMO in Hannover oder in Mailand das westdeutsche Düsseldorf der Treffpunkt für die Kunden aus aller Herren Länder, so zieht die Metav heute maximal noch die Anwender aus den direkten Nachbarländern Belgien, Luxemburg, Niederlande und eventuell Dänemark in ihren Bann. Ein schwacher Trost dabei ist, dass es den weiteren nationalen MetallFachmessen in Nord-, Süd-, Mittel- und Osteuropa auch nicht viel besser geht. Warum dem so ist, und warum sich das Aufkommen an Fachbesuchern bei so gut wie allen nationalen Fachmessen grösstenteils auf ein Einzugsgebiet im Radius von 250 km beschränkt, dafür gibt es verschiedenste Gründe.

Trotz EMO viele neue Innovationen. Es dürfte aber nicht zuletzt auf die hohe Anzahl an Wettbewerbsveranstaltungen sowie die zunehmende Anzahl an Inhouse-Shows zurückzuführen sein. Ausserdem, das muss man ja auch mal sagen dürfen, wurden messepolitische und messestrategische Fehler gemacht. So sollte einmal ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob abends um 18.00 Uhr wirklich noch Interessenten zu erwarten sind und ob eine Verkürzung der Messedauer um einen Tag nicht auch hilfreich sein könnte, um die Akzeptanz wieder zu erhöhen. Auf der Habenseite für die Metav steht natürlich, dass in der Grossregion «eine Menge Späne gemacht werden» und dass die Metav für die zahlreichen Händler von Werkzeugmaschinen und Werkzeugen ein herausragendes Marketing-Instrument darstellt. Für das Jahr 2012 wäre noch anzuführen, dass die überall brummende Metaller-Konjunktur ein Übriges dazutat, die diesjährige Metav in einem milden Licht erscheinen zu lassen. Eher erstaunlich ist schliesslich, dass viele Hersteller so kurz nach der EMO 2011 erneut die «Innovations-Schatztruhe»

Mitsubishi Materials erweiterte die VFXSerie, welche entwickelt wurde für die Schruppbearbeitung bei hohen Kräften und Temperaturen.

öffneten und eine ganze Reihe von interessanten (Werkzeug-)Neuheiten präsentierten, die wir unseren Lesern in einem kleinen Auszug vorstellen wollen. Titanlegierungen schruppen. Nach eigener Aussage «Japans Nr. 1» zeigt Mitsubishi Materials mit der neuen VFX5-Serie an Fräswerkzeugen im Bereich der Zerspanung schwieriger Werkstoffe noch mehr Flagge. Die Fräser VFX5 weisen kleinere Wendeschneidplatten als die Fräser der Serie VFX6 auf und ergänzen die nun im Durchmesserbereich von 40 bis 100 mm lieferbare Familie der VFX-Fräswerkzeuge. Davon gibt es kurze und lange Ausführungen und solche mit drei bis sechs Zahnreihen.

XNMU-Wendeschneidplatten mit einem Eckenradius von 0,8 bis 5,0 mm komplettieren das Angebot. Ausgerüstet mit innerer Kühlmittelzuführung und mit leicht wechselbaren Düsen unterschiedlicher Durchlassbohrungen, kommt das Kühlmittel mit hohem Druck in der benötigten Menge direkt an die Schneiden. Für die Schruppbearbeitung bei hohen Kräften und hohen Temperaturen entwickelt, lassen sich, in Kombination mit dem Wendeplattensitz und den PVD-beschichteten Wendeschneidplatten der Sorte MP9030, mit bis zu 500 cm3/min sehr hohe Abtragsraten erzielen. www.mitsubishicarbide.com Mit CVD-Diamant bestückt. Bekanntlich eignet sich der Schneidstoff CVD-Diamant bestens für >>


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FACHMESSEN

● Metav

4.2012 technica

Eine weitere Variante stellen gewendelte Fräser mit drei oder vier Schneiden dar. Ausserdem kann je nach Bearbeitungsaufgabe eine «ziehende» oder eine «drückende» Schneidengeometrie gewählt werden. www.dihawag.ch

Die Mapal Pendelhalter mit mehrschneidiger Hochleistungs-Reibahle für den Einsatz auf der Drehmaschine.

Drehbearbeitungen. Doch die Werkzeugspezialisten von Paul Horn gehen einen Schritt weiter, und setzen mit CVD-Diamant bestückte Werkzeuge auch sehr erfolgreich zum Fräsen etwa von Alu-Legierungen, Graphit oder CFK-/GFK-basierten Schichtwerkstoffen ein. Für die Bearbeitung im Formen- und Werkzeugbau sind zweischneidige CVD-D-bestückte Vollradiusfräser oder Torusfräser mit Eckenradien im Durchmesserbereich von 2 bis 16 mm lieferbar. Zum Zerspanen von CFK-/GFK-Verbundmaterialien gibt es Spezialfräser im Durchmesserbereich von 8 bis 20 mm und mit vier bis neun Schneiden.

Paul Horn: Für die Bearbeitung im Formen- und Werkzeugbau sind zweischneidige CVD-D-bestückte Vollradiusfräser oder Torusfräser mit Eckenradien im Durchmesserbereich von 2–16 mm lieferbar. (Bild: Studio Merkel)

Prozesssicher in Inconel. Geht es um die Bohrbearbeitung von schwer zerspanenden Werkstoffen wie z. B. Inconel oder ähnlichen hochfesten Superlegierungen bzw. Werkstoffen auf Nickelbasis, dürften die geneigten Anwender am neuen Bohrwerkzeug RT 100 HF von Gühring starkes Interesse haben. Dabei handelt es sich um einen Vollhartmetallbohrer, der zum einen eine robuste Schneidengeometrie sein eigen nennt. Zum anderen ist er optimal auf die typischen bei der Bearbeitung von hochfesten Werkstoffen und Nickelbasislegierungen vorkommenden Verschleissarten abgestimmt, womit nicht nur die Zuverlässigkeit und die Standfestigkeit, sondern die Prozesssicherheit insgesamt steigt. Der Bohrer RT 100 HF der Ratio-Baureihe wird als Standardwerkzeug für Bohrtiefen 3 x D, 5 x D und 7 x D mit Innenkühlung und für die Bohrtiefe 3 x D zudem auch ohne Innenkühlung geliefert. www.guehring.ch Schnittgeschwindigkeit verdoppeln? Das Problem ist bekannt: Beim Einsatz von Präzisions-Reibahlen auf Drehmaschinen ist es meistens angebracht, den möglichen Achsfehler zwischen der Werkzeugaufnahme und der zu bearbeitenden Bohrung auszugleichen. Dies geschieht entweder durch aufwändiges Ausrichten des Werkzeugs oder durch den Einsatz eines Pendelhalters. In Verbindung mit der Verwendung von Hochleistungs-Reibahlen haben herkömmliche Pendelhalter jedoch ziemliche Schwächen, weshalb Mapal einen

Der neue RT 100 HF von Gühring ist geeignet für die Bearbeitung von hochfesten Werkstoffen und Superlegierungen auf Nickelbasis wie z. B. Inconel 718.

neuen Pendelhalter entwickelt hat. Dieser ist so konzipiert und aufgebaut, dass die Ausgleichsrichtung, der Pendelweg und die notwendige Kraft zum Auslenken für einen bestimmten Bereich der eingesetzten Reibwerkzeuge optimal sind. Die exakte Abstimmung erlaubt bereits beim Anschneiden – also ab dem Start der Reib-Bearbeitung – höhere Schnittgeschwindigkeiten. So ist der neuen Pendelhalter für Mehrschneiden-Reibahlen mit bis zu 160 m/min im Einsatz, was gegenüber früheren Werten einer Verdoppelung gleichkommt. ● www.mapal.com


technica 4.2012

Spannsysteme ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Schwenk-Drehtisch macht BAZ flexibler und wirtschaftlicher

3 + 2 ist mehr als 5

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FACHBERICHTE

Der aufgesetzte Getriebe-Drehtisch T1-520520 varioX von pL Lehmann macht aus der dreiachsigen Quaser-Fräsmaschine MV-204 CPL ganz nach Bedarf ein hochproduktives 5-Achs-Bearbeitungszentrum. Dabei bleibt auf dem Tisch noch genügend Platz für einfache dreiachsige Zerspanarbeiten. Für einen Lohnfertiger wie HSF in Sulzbach, der viele verschiedene Kleinserienteile produzieren muss, ist diese Kombination eine äusserst wirtschaftliche Lösung.

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+ 2 = 8 – nein, das ist natürlich keine mathematisch richtige Formel, aber in folgendem Zusammenhang hat sie einen wahren Kern: Ein dreiachsiges Bearbeitungszentrum, das durch einen aufgesetzten, zweiachsigen Drehtisch ergänzt wird, lässt sich – bei genügend grossem Maschinentisch – fünfachsig und parallel dreiachsig verwenden, was summa summarum acht Achsen ergäbe. Zwar eine rein gedankliche Zahlenspielerei, deren praktischer Aspekt sich jedoch für viele Anwender auszahlt. Denn tatsächlich bietet ein dreiachsiges Fräszentrum, das mit zusätzlichem Schwenk-Drehtisch von PL Lehmann ausgestattet ist, viel mehr Möglichkeiten als ein reines 5-Achs-Zentrum und ist häufig die produktivere Lösung. Dafür gibt es schlagkräftige Argumente, zum Beispiel, dass sich mit einer

solchen 3 + 2-Achsen-Lösung eine Mehrteile-/Mehrseiten-Bearbeitung oft leichter realisieren lässt als mit dem fünfachsigen Pendent. Denn in die Zusatzachse können auf einfache Weise Spanntürme oder -brücken integriert werden, wogegen bei 5-Achs-Maschinen ein stets mit dem Tisch schwenkender oder drehender Aufbau grössere Kollisionsgefahren birgt. Auch in den zu bewegenden Massen ist ein wesentlicher Pluspunkt der 3 + 2-Achsen-Lösung zu erkennen: Während eine 5-Achs-Maschine den kompletten Maschinentisch samt Werkstück beschleunigen und abbremsen muss, bewegen sich bei aufgesetzten Drehachsen nur diese zusammen mit dem Werkstück, also deutlich geringere Massen. Ausserdem haben aufgesetzte Achsen den grundsätzlichen Vorteil, dass man sie demontieren kann. Genügt eine dreiachsige Bearbeitung, lässt sich der gesamte Maschinenraum frei machen für grosse und sperrige Werkstücke. >>

Das aufgespannte Gehäuse muss sechsseitig zerspant werden. Die Fünfseitenbearbeitung findet zunächst auf dem Lehmann Schwenk-Drehtisch statt. Für die Rückseitenbearbeitung wird das Werkstück in den Schraubstock (daneben) gesetzt.


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

Lohnfertigung kleiner Serien erfordert flexible Maschinen. Vorteile, die auch Hartmut Spreitzer, Gründer und Geschäftsführer der HSF Feinmechanik und Maschinenbau GmbH in Sulzbach (Saar), überzeugten. Seine rund 20-köpfige Firma arbeitet als Lohnfertiger vorwiegend für Unternehmen aus der Automatisierungsbranche sowie der Mess- und Prüftechnik. Letztere Zielgruppe liegt Hartmut Spreitzer besonders nahe, schliesslich war er acht Jahre beim Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfungsverfahren in Saarbrücken tätig, wo er sich intensiv mit der Fertigung aufwändiger Präzisionsteile beschäftigte. So übernahm HSF von Beginn an die Herstellung mechanischer Präzisionsteile, und zwar von Einzelteilen bis hin zu mittleren Losgrössen von rund 300 bis 400 Stück. Hartmut Spreitzer erklärt: «Unsere Kunden kommen zu uns mit kleinen 20 mm grossen Teilen, aber auch mit Werkstücken von bis zu 1500 mm Länge. Wir verarbeiten Aluminium, Kunststoffe und CFK sowie hochlegierte Werkzeugstähle und Edelstahl. Immer häufiger werden 3D-Teile verlangt mit Bohrungen und Fräsbearbeitungen in allen Lagen. Diese Vielfalt erfordert eine hohe Flexibilität bezüglich des Maschinenparks.

Vertrieb der Quaser-Maschinen Zum Produktprogramm des taiwanesischen Werkzeugmaschinenherstellers Quaser gehören vertikale und horizontale Bearbeitungszentren sowie Bearbeitungszentren für die 5-Achs-Bearbeitung. Seit der Gründung im Jahr 1991 ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen und heute als Hersteller von Qualitäts-Bearbeitungszentren weltweit etabliert. Die Hochleistungs-Bearbeitungszentren der Quaser Machine Tools Inc. werden in Deutschland seit 2008 exklusiv von Hommel Unverzagt (www.hommel-gruppe.de) vertrieben. In der Schweiz hat Rima die Vertretung für die Quaser-Maschinen. RIMA CNC-Maschinen AG 9443 Widnau, 071 747 20 20 info@rimaag.ch,www.rimaag.ch

Schliesslich soll für jeden Bearbeitungsfall eine passende Maschine vorhanden sein, die aber aus wirtschaftlichen Gründen auch weitgehend ausgelastet sein muss.» Als vor ein paar Jahren der Fräsbereich durch eine Neuinvestition ergänzt werden sollte, beriet sich der Firmenchef mit Christian Krewer, einem selbstständigen Vertriebsingenieur aus Alzey und langjährigem Geschäftspartner. Die beiden kennen sich bereits seit der HSF-Gründung im Jahre 1995, als Hartmut Spreitzer seine erste Fräsmaschine orderte. Christian Krewer ist schon lange als Berater und Vertriebsingenieur tätig und unter anderem seit Jahren für den Maschinenvertrieb von Hommel Unverzagt im Saarland und in Rheinland-Pfalz zu-

● Spannsysteme

4.2012 technica

weiteres wichtiges Argument, wie Hartmut Spreitzer sagt: «Die Quaser ist momentan unsere kräftigste Maschine, mit der wir auch richtig schruppen können. Dabei ist sie sehr dynamisch und gleichermassen fürs Schlichten geeignet.» Das BAZ zeichnet sich ausserdem durch eine KSSPumpe aus, die dem Anwender die Wahl zwischen einem Druck von 20 und 50 bar gestattet, was dem Einsatz von kleinen Bohrwerkzeugen mit in-

Präzision und Kundennähe

Spezialität der HSF Feinmechanik und Maschinenbau GmbH ist das Fräsen komplexer, hochpräziser Werkstücke und das Liefern ganzer Baugruppen, wie sie in der Mess- und Prüftechnik und Automatisierungsbranche benötigt werden.

ständig. Zum Hommel-Programm gehören unter anderem Werkzeugmaschinen des taiwanesischen Herstellers Quaser. «Diese Firma ist heute mit eigenen, hochwertigen Bearbeitungszentren weltweit erfolgreich», erklärt Christian Krewer. So riet er Hartmut Spreitzer guten Gewissens, in eine Quaser MV 204 CPL zu investieren. Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten. Das dreiachsige Bearbeitungszentrum bietet 1500 mm Verfahrweg in der X-Achse, 700 mm in der Y- und 610 mm in der Z-Achse. Der Maschinentisch ist mit seinen 1700 mm sogar noch ein bisschen länger. Damit ergänzt das BAZ die bislang im HSF-Maschinenpark verfügbaren maximalen X-Verfahrwege von 1000 mm und 3200 mm ideal. Die Quaser MV 204 CPL verfügt über eine BigPlus-Spindel, die wahlweise mit SK40- oder BigPlus-Aufnahmen bestückt werden kann. Letztere eignen sich besonders für hochgenaue Teile, da dieses System durch Plananlage eine höhere Steifigkeit und Präzision bietet. Die Hauptspindel ermöglicht Drehzahlen bis 12.000 min-1 und eine hohe Leistung von bis zu 30 kW. Und sie ist sehr stabil – für HSF war das ein

Getriebe-Drehtisch T1-520520 varioX von PL Lehmann.

Hartmut Spreitzer gründete 1995 die Firma HSF – Hartmut Spreitzer Feinmechanik. Zwei Jahre später firmierte das Unternehmen zur heutigen GmbH. Durch qualitativ hochwertige Produkte sowie Zuverlässigkeit und Liefertreue wuchs das Unternehmen in den folgenden Jahren kontinuierlich an. Stets die Kundenzufriedenheit vor Augen, investiert HSF ausschliesslich in hochwertige Werkzeugmaschinen und Werkzeuge sowie 3D-Messtechnik und CAD/CAM-Software. Aufgrund des gesteigerten Platzbedarfs wurde 2005 eine weitere Werkshalle erbaut. Aktuell beschäftigt HSF 20 Mitarbeiter und macht im Jahr rund 2 Mio. Euro Umsatz. HSF Feinmechanik und Maschinenbau GmbH D-66280 Sulzbach, +49 6897 8430 00 info@hsf-sulzbach.de, www.hsf-sulzbach.de

nerer Kühlmittelzufuhr entgegenkommt. Zur hohen Flexibilität trägt zudem der Werkzeugwechsler bei, der sich aus 60 Magazinplätzen bedienen kann. «Damit verfügt die Maschine über eine grosse Anzahl Werkzeuge, die insbesondere für die 5-Achs-Bearbeitung benötigt wird», ergänzt Christian Krewer. «Denn es war von vornherein geplant, das 3-Achs-BAZ mit einem aufsetzbaren, zweiachsigen Drehtisch zu ergänzen, der bei Bedarf eine fünfachsige Bearbeitung ermöglicht.» Auch steuerungsseitig haben sich die Verantwortlichen für die 5-Achs-Bearbeitung bestens gerüstet und eine Heidenhain-CNC vom Typ iTNC 530 gewählt. Für Hartmut Spreitzer war Heidenhain ohnehin ein Muss: «Wir haben alle Fräsmaschinen mit Steuerungen dieses Anbieters ausgestattet, damit die Belegschaft möglichst vielseitig einsetzbar ist.» Bei der Drehtisch-Wahl nachgebessert. Leider stellte sich bald heraus, dass die Wahl des Drehtisches für diese Maschine nicht optimal war. Hartmut Spreitzer begründet: «Dieser mit der Quaser MV 204 CPL bestellte Schwenk-Drehtisch war leider so gross, dass mit ihm der ganze Maschinentisch belegt war. Dabei wollten wir gerne noch zeitgleich einen Schraubstock für dreiachsiges Zerspanen installieren, und das war nicht möglich.» So diskutierten Spreitzer und Krewer die Alternativen. Schnell stiessen sie auf die Lösung der PL Lehmann und nahmen auf der AMB 2010 seine neue


Getriebe-Drehtisch T1-520520 varioX überzeugt. Im täglichen Einsatz haben sich Spreitzers Erwartungen in den T1-520520 varioX von PL Lehmann voll bestätigt: «Das System ist nicht nur kompakt, sondern einfach ein Schweizer Qualitätsprodukt – hochgenau, schnell und robust. So ist die Schwenkachse in der Lage, hohe Drehmomente aufzufangen. Für die notwendige Stabilität sorgt die Klemmung in der Drehachse, wodurch wir auch fünfachsig schwerer als üblich zerspanen können.» Christian Krewer weist auf einen weiteren grundsätzlichen Vorteil der 3 + 2-Lösung hin: «Sollten einmal die vierte und fünfte Achse ausfallen, steht noch immer die 3-Achs-Fräsmaschine zur Verfügung.» Doch auch im Servicefall ist PL Lehmann

Um die gewünschte Genauigkeit von 1 bis 2 Hundertstel im Raum zu erreichen, nutzt HSF die in der Heidenhain-Steuerung optional verfügbare Funktion KinematicsOpt. Sie ist in der Lage, Temperaturänderungen und Fehler aufgrund mechanischer Beanspruchung zu kompensieren. (Bilder: zvg)

KONFEKTIONIERUNG I

PL Lehmann, Familienunternehmen in Bärau, hat mit der Baureihe 500 eine Getriebe-Drehtisch-Generation auf den Markt gebracht, deren elegantes Design eine gelungene Verpackung hochwertiger innerer Werte ist. Die CNC-Rundachse der Baureihe 500 gibt es in den vier Baugrössen 507, 510, 520 und 530 mit Spitzenhöhen von 110 mm bis 240 mm, geeignet für Planscheiben von 100 bis 500 mm. Damit lassen sich über 170 verschiedene Varianten und Kombinationen erstellen – von der einfachen einspindligen vierten Achse bis zu einem vierspindligen Schwenktischaufbau mit vierter und fünfter Achse. Die Drehtische sind konsequent modular aufgebaut und besonders leistungsfähig und flexibel. Die Spindelgeschwindigkeit beträgt zum Beispiel beim Modell 507 bis zu 110 U/min. Das ermöglicht – unterstützt von zusätzlicher Elektronik – Taktzeiten unter 0,4 sec/90° inklusive Spindelklemmung. Alle Drehtische sind in IP 67 ausgeführt und rostbeständig.

I

Innovative Drehtischtechnik

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ein verlässlicher Partner. Sollte der Zweiachstisch einmal defekt sein, kann der Anwender die betroffene Achse ausbauen und ohne grossen Aufwand zurückschicken. Für die Reparaturzeit stellt PL Lehmann notfalls sogar ein Austauschgerät zur Verfügung, das sich per Plug & Play einbauen und anschliessen lässt. Das kann ein Anwender mit guten Mechanikkenntnissen selbst übernehmen. Ein Servicetechniker vor Ort wird nicht benötigt, steht aber im Bedarfsfall rasch zur Verfügung – vom Service-Stützpunkt Deutschland aus. Für Hartmut Spreitzer bedeutet das ein angenehmes Gefühl von Sicherheit: «Es ist gut zu wissen, dass man im Schadensfall innerhalb weniger Tage wieder voll produktionsfähig ist – auch wenn der T1-520520 varioX bisher tadellos funktioniert.» Es bleibt natürlich stets die Möglichkeit, aufgrund der anstehenden Aufträge den kompletten Getriebe-Drehtisch zu demontieren und die grosse Aufspannfläche der Dreiachsmaschine zu nutzen. Der Umbau dauert lediglich eine halbe Stunde. Auch die Wiederinstallation ist einfach. Es genügt, den T1-520520 varioX manuell auszurichten. Den Rest erledigt die Maschine quasi von selbst, indem sie die Achsen über einen integrierten 3D-Messtaster neu einmisst. ●

M E C H AT R O N I K

500er-Serie unter die Lupe. Beiden gefiel die Technik und kompakte Bauweise so sehr, dass sie sich für den zweiachsigen Getriebe-Drehtisch T1520520 varioX mit einem möglichen Planscheibendurchmesser von bis zu 350 mm entschieden. «Die Neuinstallation des Lehmann-Tisches war sehr einfach. Doch was am wichtigsten ist, es bleibt auf dem Maschinentisch noch genügend Platz frei, um parallel vernünftig dreiachsig arbeiten zu können», urteilt Hartmut Spreitzer zufrieden. Bei HSF wird diese Möglichkeit in verschiedener Weise genutzt. So kommt es vor, dass Teile erst dreiachsig geschruppt und dann fünfachsig geschlichtet werden. Häufiger ist jedoch ein anderer Einsatzfall, wie Hartmut Spreitzer ausführt: «Wir müssen immer wieder komplexe 3D-Teile sechsseitig bearbeiten. Für kleine Serien bietet sich diese Maschine an. Wir erledigen auf dem Lehmann SchwenkDrehtisch die fünfseitige Bearbeitung des Rohlings, und im Schraubstock daneben fräsen wir die sechste Seite. So erhalten wir immer ein fertig bearbeitetes Teil von der Maschine.»

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BAUGRUPPEN

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Spannsysteme ●

FLUIDTECHNIK

technica 4.2012

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Fertigungsautomatisierung

4.2012 technica

Der Materialfluss wird immer mehr zum Effizienzfaktor

Palettiersystem als Schlagader der Fertigung Ein multiflexibles Palettiersystem bildet bei Gressel AG den zentralen Baustein zur durchgängigen Automatisierung und Flexibilisierung der mechanischen Teilefertigung. Damit wurde bei diesem typischen Technologie-KMU eine wesentliche Voraussetzung zur Erhöhung der eigenen Wertschöpfung und zum Erhalt des Werkplatzes Schweiz geschaffen. EDGAR GRUNDLER

Gressel AG

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Das aktuelle Liefer- und Leistungsspektrum erstreckt sich über Werkbank-Schraubstöcke und Maschinen-Spannstöcke bis hin zu hoch innovativen Spannsystemen für die 5-Achsen-Bearbeitung und die Kleinstteile-Fertigung. Ausserdem befasst man sich sehr erfolgreich mit MehrfachSpanneinrichtungen (Türmen und Paletten) und Komplettsystemen, welche die Kombination «Magazinieren (Speichern) und Spannen» unterschiedlichster Teile für die vollautomatische Fertigung vereinen. Gressel beschäftigt aktuell 55 Fachkräfte und hat in den vergangenen beiden Jahren wieder ein starkes Wachstum zu verzeichnen. 8355 Aadorf, 052 368 16 16, info@gressel.ch, www.gressel.ch

reativität, Technologie, Know-how und Präzision sind die klassischen Attribute, mit denen viele Schweizer KMUs in in- und vor allem auch in ausländischen Märkten zu reüssieren wissen. Dies trifft ohne Einschränkung auch auf das Familienunternehmen Gressel AG in Aadorf/TG zu, das sich seit Jahren mit dem komplexen Thema der Werkstück-Spannung beschäftigt. Durch eine geschickte, vor allen Dingen konsequent beibehaltene Unternehmenspolitik konnte auch die Krise der Jahre 2009/2010 überstanden werden, obwohl man sich im Jahr 2007 zu einem für diese Unternehmensgrösse enormen Investment entschloss. Zum einen betraf dies die Beschaffung von CNCHochleistungs-Bearbeitungszentren, zum anderen die Anschaffung eines intelligenten Palettiersystems. Selbstredend gingen den Beschaffungs-Massnahmen eingehende Ist- und Bedarfsanalysen voraus, wobei sich auch herausstellte, dass sich die künftig weitgehende Automatisierung der Teilefertigung mit bis zu vier CNC-BAZ’s und dem zentralen Palettenspeicher am besten in einem neuen Gebäude umsetzen lässt.

Zukunftssicheres Investment in unruhigen Zeiten. Dass parallel zu all diesen Bau-, Installations- und Inbetriebnahme-Aktivitäten der «normale» Produktionsablauf nicht beeinträchtigt werden durfte, beschleunigte die Entscheidung, in die besagte neue Produktionshalle zu investieren. Dass es dann mit dem weltweiten Einbruch der Wirtschaft anders kam als geplant, sei hier nur am Rande erwähnt. Denn dem kurz danach folgenden Aufstieg, mit hohen zweistelligen Zuwachsraten, schloss sich im Jahr 2011 das bis heute anhaltende Problem mit der Stärke des Schweizer Frankens an, das so manchem Schweizer KMU existenzielle Sorgen bereitet. Nicht zuletzt in dieser Phase zeigte sich die vorausschauende Investitionsstrategie in die hoch automatisierte Produktion als einzig richtig und zukunftsweisend. Denn mit der nun auftragsgesteuerten vollautomatischen Fertigung aus dem Palettierzentrum lässt sich der pur finanztechnisch bedingte Verlust an Wettbewerbsfähigkeit wieder ein gutes Stück kompensieren. Dazu sagte Jörg Maier, Geschäftsführer von Gressel AG: «Wir haben uns damals nach eingehender Analyse und Evaluation dazu entschlossen, die Firma Fastems mit der Lieferung eines intelligenten Palettiersystems vom Typ MLS-MD (Multi-Level-System – Medium Duty) zu beauftragen und unsere Produktion demnach als FFS (Flexibles Fertigungs-System) zu strukturieren. Zwar hatten wir schon vorher mit Bearbeitungszentren, die über Palet-

tenmagazine verfügten, sehr gute Erfahrungen gemacht, wollten jedoch mit der auftragsgesteuerten Fertigung sowohl die Produktivität als auch die Flexibilität auf eine neue Basis stellen. Heute können wir sagen, dass uns dies mit der Fastems-Anlage sehr gut gelungen ist, zumal wir den Palettenspeicher von Anfang an auf die Integration von bis zu vier Bearbeitungszentren ausgelegt haben.» Im Augenblick sind zwei CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren angebunden, jedoch ist die Integration eines weiteren BAZ bereits in der Umsetzung. Damit verstärkt Gressel weiter die Inhouse-Fertigung und kann, über den nunmehr voll realisierbaren Mehrschichtbetrieb, die vorhandene Leistungsfähigkeit der zwei bzw. demnächst drei Bearbeitungszentren auftrags-, anwen-

Transporttunnel, abgehend aus der «alten» Produktionshalle und durch das Palettiersystem führend, zur Beschickung des in der neuen Halle installierten CNC-Bearbeitungszentrums.

dungs- und umrüstflexibel und damit maximal nutzen. Vom Materiallager zum zentralen Materialfluss-Instrument. Das in der neuen Produktionshalle installierte intelligente Speichersystem MLS-MD ist in zweireihiger Regal-Bauweise ausgeführt und weist insgesamt 487 Lagerplätze à 1500 kg Traglast auf, davon 76 für Maschinen-Paletten der Grösse 500 x 500 mm und 411 für Europaletten 800 x 1200 mm. Von diesen wiederum sind 367 Plätze für bis zu 550 mm hohe Europaletten bzw. 44 Plätze für bis zu 750 mm hohe Europaletten (mit entsprechender Beladung) vorgesehen. Das Lagersystem wurde unmittelbar an der Wand zur danebenliegenden Produktionshalle aufgebaut. Denn die Rüststationen sind in der «alten» Produktionshalle angeordnet, wodurch sich viele Abläufe rationeller organisieren lassen. Die Bediener können auftragsbezogen bzw. zu jeder Zeit die aktuell oder später benötigten Werkstück-Paletten bestücken und im Palettenspeicher bereitstellen, bevor das für die Bearbeitung vorgesehene BAZ dann die Palette abruft. Gleiches gilt bei der Entnahme bearbeiteter Teile, wobei die aus dem BAZ ausgeschleuste Palette wahlweise ins Palettiersystem beordert oder sofort an den anfordernden Rüstplatz ausgelagert werden kann; wie es z. B. bei Aufträgen mit hoher Priorität der Fall ist. Schliesslich hat die Anordnung der Rüstplätze in der «alten» Produktionshalle auch den Vorteil, dass die Abläufe im Palettiersystem beim Ein- und Auslagern sowie beim Kommissionieren ab oder auf Europaletten (oder sich darauf befindenden Behältern) nicht gestört werden und eine hohe betriebliche Sicherheit gegeben ist. Für das komplette Handling der Maschinen- wie der Europaletten ist das zwischen den beiden Regalreihen schienengeführt verfahrende RBG (Regalbediengerät) zuständig, das als Zweisäulen-Stahlrahmenkonstruktion aufgebaut ist und über drei NC-Achsen verfügt. Das gesamte Palettiersystem MLS-MD ist 36 700 mm lang, 10 200 mm hoch und 4800 mm breit. Aktuell ist der Palettenspeicher zur Aufnahme der erwähnten bis zu 1200 mm hohen Maschinen- sowie der verschieden hohen Europlatten


Fertigungsautomatisierung ●

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Links Martin Roost, Betriebsleiter, in der Mitte Jörg Maier, Geschäftsführer, beide von Gressel AG, und rechts Holger Schulte, Vertriebsleiter Schweiz bei der Fastems GmbH. (Bilder: zvg)

in fünf bzw. 11 Lagerebenen aufgeteilt, wobei diese Ebenen bei Bedarf zu verändern sind. Die integrierten Bearbeitungszentren weisen jeweils einen PalettenWechsler auf, sodass das RBG die Maschinenpaletten auf diesen absetzt bzw. von dort abholt. Multi-Nutzungs-Flexibilität für den bemannten/unbemannten Betrieb. Das Ein-/Auslagern und Kommissionieren im Speicherbereich selbst erfolgt zum einen über eine Zugangsstation mit Materialstationsförderer

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

(angetriebene Rollenbahn). Ausserdem sind an der Systemlängsseite zwei weitere Ein-/Auslagerstationen mit Materialstationsförderer angeordnet. In der «alten» Produktionshalle dagegen befinden sich 2 x 2 Zugangsstationen, nämlich paarweise je eine Ladestation zum Rüsten der Maschinen-Paletten und daneben ein Materialstationsförderer zum Ein-/Auslagern von Europaletten. Damit stellt sich das MLS-MD als multifunktionales, zentrales Palettiersystem dar, über das der komplette Produktions-, Bereitstellungs-, Lager- und Kommissionier-Materialfluss abgewickelt wird. Abschliessend sagte dazu Jörg Maier: «Uns war klar, dass wir die enorme Produktevielfalt von allein 250 verschiedenen Wiederhol-Teilen plus jährlich diversen neuen Werkstücken, die im Normalfall einen sehr hohen und damit teuren Lagerbestand mit sich bringt, nur mit einer neuen Produktions-Strategie und auf Basis eines flexiblen Lagersystems in den Griff bekommen. Im Prinzip haben wir, über die nun strikt auftragsbezogene Fertigung der für die Spannsysteme benötigten Teile, die Produktion auf den Kopf gestellt. Mit dem intelligenten Palettiersystem und der MMS-Steuerung (Manufacturing Management System) sowie den elementaren Modulen NC-Programmbibliothek, Werkzeugprüfung, Werkzeugdaten-Verwaltung, Maschinendaten-Protokollierung und weitergehend der Materialverwaltung haben wir

einen Riesenschritt nach vorne gemacht. So ist es gelungen, die Spindellaufzeiten von etwa 4500 Stunden, auf ein Bearbeitungszentrum mit 8-PalettenBahnhof bezogen, im ersten Schritt auf rund 6000 zu steigern, was bei aktuell zwei integrierten BAZ’s anstatt früher 9000 heute 12 000 Stunden bedeutet. Der Ausstoss an Teilen beträgt heute rund 30 000 Stück, ausgehend von den dafür eingesetzten und im Palettiersystem integrierten beiden BAZ’s. Mit der Inbetriebnahme des dritten BAZ’s gehen wir nochmals einen Schritt weiter und können dann täglich im Dreischicht-Betrieb (1. und 2. Schicht bemannt, 3. Schicht unbemannt) und am Samstag die Aufträge termingerecht abarbeiten. Damit das alles prozesssicher abläuft, haben wir die notwendigen technischen und personellen Vorkehrungen getroffen. Wenn es einmal ein Problem gibt, steht uns Fastems über das installierte Fernwartungssystem bei Bedarf rund um die Uhr zur Verfügung. Das gibt uns die Sicherheit, die vorhandenen Kapazitäten auch maximal nutzen zu können, was sich natürlich positiv auf unsere erklärte Philosophie, nämlich die Wertschöpfung am Werkplatz Schweiz generieren zu wollen, auswirkt.» ● FASTEMS GMBH 73037 Göppingen, +49 7161 963 8025 holger.schulte@fastems.com, www.fastems.com

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Kollisionsfreie Bearbeitung mit zwei Revolvern und Reitstock; 2 x 2-Achsen-Bearbeitung mit Unterstützung des Reitstockes für schlanke und lange Wellen; Y-Achse zur anspruchsvollen Komplettbearbeitung.

● Fertigungsautomatisierung

Durch die quer verfahrbare Gegenspindel werden Stirnbearbeitungen langer Teile an Haupt- und Gegenspindel möglich; kollisionsfreie Bearbeitung mit zwei Revolvern; 2 x 2-Achsen-Bearbeitung.

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Kollisionsfreie Bearbeitung 4-achsig mit zwei Revolvern und Reitstock an einem Werkstück – für schlanke, lange Wellen bis 1200 mm Werkstücklänge.

Weltpremiere der DMG-Sprint 50 an der Metav

Highspeed-Automatendrehen mit TWIN-Konzept DMG präsentierte zur Metav die neue Sprint 50 mit patentiertem Twin-Arbeitsraumkonzept und modularen Ausbaustufen für die 6-Seiten-Komplettbearbeitung mit bis zu drei Revolvern.

Z

um Ersten: Die Marke SPRINT im Portfolio von DMG steht auch in Zukunft als Synonym für Highspeed-Automatendrehen auf höchstem fertigungstechnischem Niveau. Jedoch zum Zweiten: Von der Vorgängerserie hat die neue Maschine lediglich den Namen geerbt. Denn die Sprint 50, die zur Metav in Düsseldorf ihre Weltpremiere feierte, ist von Grund auf neu konstruiert worden, was sich in einem enormen Leistungs- und Flexibilitätsplus widerspiegelt. Die erhöhte Leistung und Flexibilität verdankt die Reihe insbesondere dem integrierten Twin-Konzept respektive der auf Basis der (patentierten) quer verfahrbaren Gegenspindel-Reitstock-Kombination. Zudem ist die neue Sprint-Generation durchgehend modular konzipiert. So lässt sich für unterschiedliche Anforderungsprofile jeweils eine optimale Maschinenkonfiguration ordern. Die MetavVersion mit zwei Revolvern und bis zu zwei Y-Achsen ist folglich erst der Beginn eines neuen SprintZeitalters. «Wer als Anwender die technischen Markmale und deren Vorzüge objektiv bewertet, wird sich im Bereich des Highspeed-Automatendrehens zukünftig für unsere Sprint 50 entscheiden!» Wenn sich ein promovierter (schwäbischer) Ingenieur wie Dr.Ing. Jürgen Walz als Geschäftsführer der Gildemeister Drehmaschinen GmbH mit solch markigen Worten zitieren lässt, sagt das schon viel über die hohen Ambitionen der jüngsten Neuentwicklung aus dem Gildemeister-Drehverbund.

Der Auftakt zu einer neuen Baureihe. Dabei bedeute die Sprint 50 produktstrategisch den Ein-

stieg in eine völlig neue Modellplattform, wie Dr. Walz ausführt: «Bislang differenzieren sich unsere Revolvermaschinen zum Automatendrehen in unterschiedliche Baureihen mit drei Werkzeugträgern bei der früheren Sprint-Serie beziehungsweise mit zwei Revolvern bei den Twin-Modellen. Die neue Sprint-Generation wird diese Grenze aufheben, folglich in der jeweiligen Baugrösse beide Vorgänger-Serien ablösen und ihrerseits alle Anforderungen beim Automatendrehen auf noch höherem Niveau abdecken.» Basis für die Vielfalt ist ein modularer HightechBaukasten, aus dem heraus sich die neue SprintSerie individuell auf die Belange und Anforderungen des Kunden abstimmen lässt. Dazu wird die Metav-Version der Maschine mit ihren zwei Revolvern und bis zu zwei Y-Achsen in Kürze um eine Ausführung mit drei Revolvern und analog bis zu drei Y-Achsen ergänzt. Schon zur AMB im September soll dann eine Variante mit integrierter B-Achse vorgestellt werden. Und auch für eine 65er-Baugrösse sind alle Vorbereitungen bereits getroffen. Das Aktionsfeld der Sprint 50 ist demnach die 6-Seiten-Komplettbearbeitung von Stangenteilen bis 52 mm Durchmesser und 600 mm Länge mit einer Drehzahl von jeweils 7000 U/min an Hauptund Gegenspindel. Konzeptionell fällt dabei zunächst das überaus platzsparende Design mit einer um 37 Prozent reduzierten Aufstellfläche ins Auge. Basis dieser hohen Kompaktheit ist das senkrechte Maschinenbett in 3-Punkt-Auflage, das zudem für einen optimalen Spänefall sorgt und mithin beste Rahmenbedingungen sowohl

bei der Nass- und Ölbearbeitung als auch beim Trockenbearbeiten bietet. TWIN-Konzept für höchste Flexibilität. Ein weiteres verbindendes Element der verschiedenen Sprint 50-Modelle ist die quer verfahrbare Gegenspindel-Reitstock-Kombination, die namentlich als (patentiertes) Twin-Konzept die Anwendungsmöglichkeiten der Maschine enorm steigert, wie schon der Verweis auf die Bearbeitungsalternativen der 2-Revolver-Maschine zeigt. Einsatzvariante 1 Kollisionsfreie Bearbeitung mit zwei Revolvern und Reitstock; 2 x 2-Achsen-Bearbeitung mit Unterstützung des Reitstockes für schlanke und lange Wellen; Y-Achse zur anspruchsvollen Komplettbearbeitung. Einsatzvariante 2 Durch die quer verfahrbare Gegenspindel werden Stirnbearbeitungen langer Teile an Haupt- und Gegenspindel möglich; kollisionsfreie Bearbeitung mit zwei Revolvern; 2 x 2-Achsen-Bearbeitung. Einsatzvariante 3 Kollisionsfreie Bearbeitung 4-achsig mit zwei Revolvern und Reitstock an einem Werkstück – für schlanke, lange Wellen bis 600 mm Werkstücklänge. Schnelle Revolver für kurze Nebenzeiten. Die zwei beziehungsweise drei 12-fach-VDI 25-Revolver der Sprint 50 sind durchweg mit angetriebenen Werkzeugstationen ausgestattet und bieten eine Dreh-


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zahl von jeweils 8000 U/min. Absolutes Novum ist hier die Dauerleistung, die das Leistungsvermögen um bis zu 50 Prozent steigert. Gleichzeitig minimiert die Spiralkegelverzahnung die Reibung, was die Erwärmung in engen Grenzen hält und letztlich die Leistungsentfaltung nicht beeinträchtigt. Mit «Trifix» zu noch mehr Produktivität. Grundsätzlich sind die Revolver bereits im Standard an allen Werkzeugstationen mit der Trifix-PräzisionsSchnellwechsel-Schnittstelle ausgestattet. Umständliches Justieren in der Maschine gehört damit der Vergangenheit an. Stattdessen werden die Werkzeuge beim Einwechseln über die TrifixSchnittstelle in der Spannung positioniert, wodurch sich die Rüstzeit um bis zu 35 Prozent reduziert. Zudem überzeugt Trifix mit einer exzellenten Wiederholgenauigkeit im µm-Bereich und einer hochstabilen Werkzeugaufnahme. Das gewährleistet einerseits maximale Präzision und einen sicheren Prozess selbst bei schwierigen Werkstückmaterialien und sorgt andererseits für längere Standzeiten der eingesetzten Werkzeuge. Optimaler Arbeitsraum. Der Trifix-Effekt gewinnt zusätzlich an Wert, indem auch die Gesamtergonomie der Maschine perfektioniert worden ist. So

Fertigungsautomatisierung ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

ist der Arbeitsraum der Sprint 50 so konzipiert, dass sich die Revolver jetzt in Reichweite des Bedieners und damit in seinem direkten Zugriff befinden. Dadurch wird das Rüsten zu einer einfachen und sauberen Arbeit, die noch dazu sehr schnell und effizient erledigt ist. Im Zusammenspiel mit der Flexibilität und Leistungsfähigkeit im Prozess lassen sich folglich nun auch mittlere Stückzahlen wirtschaftlich abarbeiten, wo früher ausschliesslich Dauerläufer als Amortisationsgrundlage im Automatendrehen gefordert waren. Top-Effizienz für alle Branchen und Applikationen. Ob in der Elektrotechnik bei Antriebswellen und speziellen Düsenbauteilen oder im Automotivebereich bei Lenkgestängen und kleinen Kurbelwellen (um nur einige repräsentative Beispiele zu nennen), ist eines unstrittig: In allen diesen und vergleichbaren Anwendungsfällen des Automatendrehens wird die Sprint 50 ab sofort eine bedeutende Rolle spielen. Die ersten Auslieferungen sind für September bereits fest terminiert ... Highlights Sprint 50 • Optimaler Spänefall durch senkrechtes Maschinenbett in 3-Punkt-Aufstellung bei Nass-, Öl- und Trockenbearbeitung

• Patentiertes Arbeitsraumkonzept (Twin-Konzept) mit Querhub der Gegenspindel-Reitstock-Kombination • Platzsparendes, ergonomisches Design, Aufstellfläche um 37 Prozent reduziert • Trifix-Präzisions-Schnellwechselsystem, Einrichtzeit um 35 Prozent reduziert • Hochdynamische, flüssigkeitsgekühlte Hauptund Gegenspindel • Zwei-Revolver-Version: mit bis zu zwei Y-Achsen • Drei-Revolver-Version: mit bis zu drei Y-Achsen • Robuste Rollenumlaufführungen auf allen Linearachsen • Öl-Luft-Schmierung für Revolver und Spindellager • Angetriebene Werkzeuge mit 8000 U/min • Integrierte Werkstückentladeeinrichtung • Einfache und schnelle Werkstattprogrammierung mit Siemens ShopTurn 3G und 3D-Simulation

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Präzisionsbearbeitung

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Dentaltechnik: Laufer Zahntechnik als Servicepartner des Zahnarztes

Vom Fräszentrum zum «Druckzentrum» Zahnersatz in Top-Qualität und dies noch preisgünstig, das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich zu sein. Wie geht dies dennoch? Die Laufer Zahntechnik GmbH in Mannheim schaffte diesen Spagat mithilfe einer völlig neuen Ausrichtung der Prozesskette. Andreas Laufer, Zahntechnikmeister und Geschäftsführer des Unternehmens, gab uns einen Einblick in die Aufgaben und Weichenstellungen eines Serviceunternehmens für die moderne Zahnarzt-Praxis.

I

n der Herstellung von dentalen Restaurationen gibt es konventionelle Techniken wie formgebundenes Giessen oder Fräsen aus dem vollen Werkstück, wobei das Fräsen derzeit die höchste Bedeutung hat. Diese Fertigungsmethoden haben qualitative Schwächen, brauchen ihre Zeit, aber vor allem sind sie tendenziell teuer, bezogen auf die Stückkosten. Eine gefräste Einheit liegt bei ca. 19,90 EUR. Laut Laufer kann das Zahnlabor die gleiche generativ gefertigte Einheit für 9,90 EUR anbieten. Wie geht das?

Zauberwort: Laserschmelzen. Andreas Laufer beschäftigte sich als Pionier bereits Ende der 1990erJahre mit der CAD-CAM-Technologie, zunächst im Bereich Fräsen. 2003 weckte dann die generative Metall-Laserschmelztechnik sein Interesse. Zu diesem Zeitpunkt ein völlig neuer Ansatz der Fertigung, dessen Charme Laufer frühzeitig erkannte: «Die Möglichkeit, von einer handwerklichen Fertigung auf einen industriellen Massstab überzugehen, war nun machbar», sagt Andreas Laufer heute. Diese Technik, damals noch in den Kinderschuhen, versprach mit der werkzeuglosen Fertigung ein hohes Mass an Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der Kosten für Mitarbeiter, Materialverbrauch und Maschinenkosten. Zudem konnte der Auftragsdurchlauf, zeitlich gesehen, von der Auftragsannahme bis zur Auslieferung an den Zahnarzt drastisch verkürzt werden. Generativer Aufbau bedeutet auch weniger Nachbearbeitungsaufwand, beste Qualität bei hoher Präzision, Dichte und Passung sowie höhere Gestaltungsfreiheit. Heute arbeitet Laufer mit LaserCusing-Anlagen des Typs Mlab cusing von Concept Laser aus Lichtenfels. Der Blick über den Tellerrand und der Mut, eine Fertigung industriell auszurichten, zahlte sich für Laufer aus. Fortschritte bei der Lernkurve. Als Pionier dieser Technik für das Zahnlabor optimierte Laufer die internen Prozesse kontinuierlich, um so kostengünstig wie möglich produzieren zu können. Beispielsweise stellt Laufer heute seine Bauplatten für das LaserCusing selbst her. «Dies erlaubt», so Andreas Laufer, «eine Mehrwegverwendung mit langem Lebenszyklus von bis zu 40 Einsatzzyklen.» Ein weiterer technischer Fortschritt ergab sich auch aus der Weiterentwicklung der CAMbridge-Software. Dieses Programm erlaubt beispielsweise die automatische Supportgenerierung und die automatische Positionierung der Kronen und Brücken

auf der Bauplatte. Hierbei platziert das Programm CAMbridge den zu fertigenden Zahnersatz vollautomatisch, um eine höchstmögliche Packungsdichte auf der Bauplatte zu erreichen. «Die Datenaufbereitung kann einfach und bequem durchgeführt werden. Das spart Zeit und Geld. Die Technik ist inzwischen aus den Kinderschuhen entwachsen. Heute kann ein Zahnlabor die nötige Einarbeitung in diese CAD-CAM-Technik binnen weniger Wochen erfolgreich absolvieren», so Andreas Laufer. Perspektivisch, so Laufer, arbeitet die Zeit spürbar für die inzwischen ausgereifte Technik.

mit CAMbridge aufbereitete Baujob auf der Mlabcusing-Anlage gestartet. Die Fertigung erfolgt anschliessend vollautomatisch über Nacht. Am nächsten Morgen werden die Zahnersatzteile bei Laufer einer Wärmebehandlung unterzogen und anschliessend von der Bauplatte abgetrennt. Dann erfolgt die Nacharbeit der einzelnen Arbeiten. Hierbei werden die Supportstrukturen mit der Hand abgebrochen und der Zahnersatz mit einem Handstück überarbeitet. Nach ca. 2–3 Minuten ist der Zahnersatz versandfertig bzw. kann bei hausinternen Arbeiten ver-

Hoher Bedienkomfort: übersichtliche Bedienoberfläche der Software DentalDesigner.

Paradigmenwechsel zur industriellen Fertigung. Die Umstellung auf LaserCusing zahlte sich für Laufer aus, dessen Ziel es von Anfang an war, die handwerkliche Herstellung in eine industrielle Produktion zu transformieren. Bei der vollautomatischen generativen Fertigung werden durchschnittlich 80 Einheiten pro Tag zeitgleich auf einer Bauplatte gefertigt. In der Losgrösse liegen die enormen Kostenvorteile des Verfahrens. Auch können die Arbeitskosten signifikant gesenkt werden: Statt sechs bis sieben Zahntechnikern für eine komplett konventionelle Giessfertigung, reichen nun vier Mitarbeiter für die gleiche Ausbringungsmenge mit dem generativen Metall-Laserschmelzen. Die vollautomatische Fertigung über Nacht beschleunigt aber nicht nur die technische Produktionszeit selbst, sondern bildet zudem eine enorme Zeitersparnis für den Zahnarzt als Servicepartner: Er kann vormittags einen Abdruck vom Patienten nehmen und an das Labor senden. Bei Laufer wird dann am gleichen Tag das dazugehörige Gipsmodell erstellt und eingescannt, sowie der Zahnersatz konstruiert. Gegen Ende des Arbeitstages wird der

blendet werden. Diesen zeitsparenden Durchlauf wissen Zahnärzte und Patienten zu schätzen: Binnen zwei Tagen kann der Zahnarzt seinem Patienten den Zahnersatz einsetzen. Mehr Lebensqualität also durch Qualität und Zeitersparnis. Zukunft im Blick. Die bisherigen Möglichkeiten haben bei Laufer gezeigt, dass es möglich ist, hohe Qualität, gepaart mit hoher Geschwindigkeit, am Standort Deutschland zu realisieren. Laufer sieht aber noch zahlreiche Möglichkeiten, die Prozesskette zu verbessern. Zentraler Punkt ist dabei das Generieren der Daten über einen «Mund-Scan» beim Zahnarzt mit anschliessendem Druck eines Kunststoffmodells. Warum, so Laufer, sollte es nicht möglich sein, das klassische Gipsmodell durch ein gedrucktes Kunststoffmodell zu ersetzen? Denn so könnte man zwei Arbeiten parallel ausführen: Den Druck des Modells zur Kontrolle der Passung und die Konstruktion des Zahnersatzes. «Dies würde den Auftragsdurchlauf nochmals um einiges beschleunigen», so Laufer, «morgens scannen und direkt am nächsten Tag den Zahner-


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Viel Leistung und kompakt: Mlab cusing-Anlage von Concept Laser.

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satz einpassen – ‹production-over-night› eben.» Auch bei den Materialien sieht Laufer wichtige Veränderungen am Horizont. Statt, wie aktuell, eine metallische Basis mit Keramik zu veredeln, werden hochfeste Vollkunststofflösungen zukünftig möglich sein, deren Verarbeitung dann ebenso generativ erfolgen wird, eben mit Laserschmelzen. Laufer scheint noch einige Ideen für die Zukunft zu haben. Der eingeschlagene Weg – Prozessoptimierung, Verbesserung der Prozesskette und der industrielle Ansatz auf Basis der generativen Fertigung – lassen einen klaren Wachstumspfad erkennen. Rund 500 Zahnarztpraxen zählt Laufer mittlerweile zu seinem Kundenkreis. ● >> Interview mit Andreas Laufer auf Seite 38

LaserCusing Mit dem LaserCusing-Verfahren werden mechanisch und thermisch belastbare metallische Bauteile mit hoher Präzision erstellt. Zum Einsatz kommen je nach Anwendung Edel- und Werkzeugstähle, Aluminium- oder Titanlegierungen, Nickelbasierte Superlegierungen, Kobalt-Chrom-Legierungen oder auch Edelmetalle wie Gold- oder Silberlegierungen. Beim LaserCusing wird feines pulverförmiges Metall durch einen hochenergetischen Faserlaser lokal aufgeschmolzen. Nach dem Erkalten verfestigt sich das Material. Die Bauteilkontur wird durch Ablenkung des Laserstrahls mittels einer Spiegelablenkeinheit (Scanner) erzeugt. Der Aufbau des Bauteils erfolgt Schicht für Schicht (mit einer Schichtstärke von 20–50 µm) durch Absenkung des Bauraumbodens, Neuauftrag von Pulver und erneutem Schmelzen. Die Besonderheit der Anlagen von Concept Laser ist eine stochastische Ansteuerung der Slice-Segmente (auch «Islands» genannt), die sukzessive abgearbeitet werden. Das patentierte Verfahren sorgt für eine signifikante Reduktion von Spannungen im Bauteil. Für eine einteilige Herstellung steht ein maximaler Bauraum von 300 x 350 x 300 mm zur Verfügung.

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Präzisionsbearbeitung

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LaserCusing revolutioniert die Zahntechnik Welche Bedeutung hat dieses generative Verfahren für die Zukunft der Zahntechnik? Wir fragten Andreas Laufer. — Redaktion: Ist der generative Ansatz mit LaserCusing nicht eine kleine Revolution für die Zahntechnik? Andreas Laufer: Auf jeden Fall. Wir müssen allerdings auch die Marktstruktur der Zahntechniklabore sehen: Diese sind überwiegend sehr kleine Einheiten mit bis zu 15 Mitarbeitern, für die die Investitionskosten in eine LaserCusing-Anlage eine Hürde darstellen kann. Die kleine LaserCusing-Anlage wird mit 175 000 EUR zu kalkulieren sein, hinzu kommt der Scanner. Oft bleibt dann nur der Weg, sich einen Lohnfertiger zu suchen. Das mittlere Marktsegment der Betriebsgrössen ist überschaubar aufgestellt und grosse Labore, die 30 oder 50 Mitarbeiter einsetzen, werden die Investitionen leichter amortisieren können. Eine zentrale Frage wäre dann, ob sich die Investition in eine LaserCusing-Anlage mit grösserem Bauraum lohnt. Ich persönlich denke eher an Vorteile in der Flexibilität durch mehrere kleine Mlab cusing-Anlagen auf dem Niveau der heutigen Bauraumgrössen. Mit bis zu 80 Teilen auf einer Bauplatte sind es derzeit schon sehr viele Aufträge, die zeitgleich produziert werden. Hier scheint es bei einer Expansion vernünftig, mehrere Anlagen zu betreiben. Das ist flexibler für den Auftragsdurchlauf, begrenzt das Investitionsvolumen und man kann stufenweise den Maschinenpark technologisch anpassen.

Andreas Laufer: «Mittelfristig führt für das Zahnlabor kein Weg an generativen Techniken vorbei.» (Bilder: zvg)

— Auf der Materialseite tut sich auch einiges. Immer neue Legierungen kommen auf den Markt, weil sie die Zulassung erhalten. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Laufer: Besonders wichtig ist die Qualität des Werkstoffs. Hier bietet Concept Laser dem Kunden mit dem CoCr-Werkstoff remanium star CL ein klinisch bewährtes und qualitativ hochwertiges Medizinprodukt. Das Material lässt sich hervorragend verarbeiten. Die hohe Festigkeit, plus die Elastizität der CoCr-Legierung, ergibt beim LaserCusing-Verfahren deutlich bessere Lebenszyklen als beim konventionellen Guss. Das ist für Zahnarzt, Patient und Krankenkassen gleichermassen relevant. Mit diesem Material sind wir sehr zufrieden. Schauen wir aber auf die Verblendung der Oberfläche mit keramischen Materialien, so kann man auch einen Schritt weiter denken und sich hochfeste Kunststoffe vorstellen. Diese Vollkunststofflösungen könnten zukünftig dann komplett generativ als Ein-Stufen-Prozess aufgebaut werden und bis in Anwendungen der Implantologie hineinreichen. Dieser «Brückenschlag» wird eine wichtige Aufgabe der nächsten Dekade sein und ein ganz neues anwendungstechnisches Niveau. Hohe Produktivität bei enger Positionierung der Zahnersatzelemente mit unterschiedlichsten Geometrien auf einer Bauplatte.

— Bedeuten diese Effekte nicht auch, dass der Markt sich zukünftig ausdünnt? Laufer: Tendenziell ja. Allerdings sind die Margen derzeit noch auskömmlich für alle Unternehmensgrössen. Die Forderung nach mehr Geschwindigkeit wird sich dessen ungeachtet aber fortsetzen. Für den Zahnarzt wird es zukünftig interessanter, alles aus einer Hand zu bekommen. Zudem werden wir beim Scannen des Gebisses («Mund-Scan») in der Zahnpraxis neue Potenziale auftun. Ziel wäre hier eine reine Datenmigration zum Labor ohne klassische Abdrücke. Dies setzt eine praxistaugliche Mund-Scan-Technologie voraus, die für die einzelne Praxis auch noch bezahlbar sein muss. Vor allem aber müssen solche Mund-Scan-Anlagen «systemoffen» sein. Geschlossene Lösungen einzelner Anbieter würden die Prozesskette behindern und damit in der Wahl des Servicepartners isolieren. Alle Nachfrager dürften klar an offenen Lösungen, gerade unter preislichen Aspekten, interessiert sein.

— Welche weiteren Entwicklungen sehen Sie auf sich zukommen? Laufer: Kostendruck und die Forderung nach mehr Geschwindigkeit werden auch in Zukunft die Motoren der Entwicklung sein. Mittelfristig führt daher kein Weg an generativen Techniken vorbei. Hier liegen alle Schlüssel zur Prozessoptimierung auf industriellem Niveau. Das Zahnlabor wird zukünftig nicht mehr aus dem Vollen fräsen oder giessen, sondern zum «Druckzentrum», wie ich es nenne. Der industrielle Ansatz des Konzepts wird über die Stückkosten alle althergebrachten, rein handwerklichen Techniken auf den Prüfstand zwingen. Fest steht nur: In punkto Qualität und Materialeigenschaften werden Zahnärzte und Zahntechniker keine Abstriche machen, denn es geht um Lebensqualität und Langlebigkeit. ●

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Bearbeitungszentren zur flexiblen Fertigung von Bauteilen für innovative Spritzgiessmaschinen

Die Kunst, Einzelteile wirtschaftlich zu fertigen Kunststoffmaschinen nach Kundenwunsch heisst das Erfolgsrezept von Engel. Die Erfüllung von sehr unterschiedlichen Wünschen sichert eine hohe Kundenzufriedenheit. Die Fertigung steht damit vor der Aufgabe, eine entsprechend hohe Flexibilität auf möglichst wirtschaftliche Weise zu erreichen. Aus diesem Grund installierte die Engel ein Flexibles Fertigungssystem, mit drei Bearbeitungszentren von Heckert, die über ein Automatisierungssystem von Fastems verkettet sind. PE TE R S P R I N G FE L D, FA C H J O U R N A L I S T, B E R L I N

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eit Jahrzehnten solide gewachsen und stets den technischen Fortschritt mitbestimmend, entwickelte sich das 1945 gegründete Unternehmen Engel zu einem der anspruchvollsten und innovativsten Kunststoffmaschinenbauer. Als Einzelmarke ist Engel der weltweit grösste Hersteller von Spritzgiessmaschinen. Neben hohen Forschungs- und Entwicklungsleistungen gehört zum Erfolgsrezept des inhabergeführten oberösterreichischen Unternehmens die ganzheitliche Ausrichtung auf die Wünsche der Anwender von Spritzgiessmaschinen. Engel liefert Maschinen nicht nur in allen Grössen und Ausstattungsvarianten, das Unternehmen setzt ebenso auf stetige Reduzierung des Energieverbrauchs. Genau an dieser Stelle treffen sich die Unternehmensphilosophien der Unternehmen aus Chemnitz und Schwertberg. Zu den hervorzuhebenden Leistungen der Schwertberger Fachleute zählt die Konstruktion von holmlosen Spritzgiessmaschinen. «Holmlose Maschinen von Engel», hebt Gerhard Stangl, Geschäftsbereichsleitung Produktion von Klein- und Mittelmaschinen, hervor, «bieten den freien Zugang zur Schliesseinheit. Auf diese Weise können Entnahmeroboter ohne störende Hindernisse schneller zugreifen. Konsequenterweise», führt Gerhard Stangl weiter aus, «fertigen wir auch selbst entwickelte Automatisierungssysteme zur Entnahme der Spritzgiessteile. Die Steuerung der Entnahmeroboter ist in die Maschinensteuerung integriert. Die dadurch realisierte Synchronisation der Bewegungsabläufe führt zu einer deutlich höheren Produktivität der Maschinen.» «Unsere Spritzgiessmaschinen», so Gerhard Stangl weiter, «bieten eine hohe Plattenparallelität. Wir haben uns auf dem Markt umgesehen und für unsere Produktion in Schwertberg drei Heckert Bearbeitungszentren HEC1250 Athletic gekauft, die über ein automatisiertes Palettenregal der Firma Fastems verkettet sind.»

Effiziente Logistik sichert optimalen Fertigungsprozess. Zur Konsequenz, prinzipiell nach Auftragseingang zu fertigen, gehört die Einzelteilfertigung. Zu den Voraussetzungen, Teile in der Losgrösse 1 in höchster Effizienz zu fertigen, zählt die automatisierte Fertigung, weil nur sie ein Maximum der produktiven Werkzeugeingriffzeit verwirklicht. Das setzt jedoch eine sichere Rohteilzuführung, ein rechtzeitiges Bereitstellen der Bearbeitungsprogramme, Betriebsmittel und Werkzeuge voraus. «Diese Prozesse haben wir», erklärt Gerhard

Stangl, «in die Hände unserer Bedarfslogistik gelegt. Ausgehend vom Montagebeginn einer bestellten Kunststoffmaschine plant die Bedarfslogistik den Teiledurchlauf so, dass alle selbst gefertigten sowie die Zukaufsteile just in time an die Montage geliefert werden. Ausgangspunkt der Planung ist dabei der Montagebeginn.» Bereitgestellt von den Werkzeugspeichern der drei Heckert Bearbeitungszentren HEC1250 Athletic, gelangen die Werkzeuge über einen Werkzeugwechsler an die Spindel. Die Werkzeugspeicher bieten über 400 Plätze. Die Verwaltung der Werkzeuge, einschliesslich der Kontrolle der Standzeiten übernimmt der Fastems-Master-PC.

Übergabe an der zweiten Be- und Entladestation.

Maschinenpaletten mit fest montierten Spannvorrichtungen. Die Spannvorrichtungen sind auf 58 Maschinenpaletten der Grösse 1250 x 1000 Millimeter aufgespannt. «Es handelt sich dabei», erläutert Gerhard Stangl, «um sehr unterschiedliche Vorrichtungen. Wir haben jeder Bauteilgruppe entsprechend eingerichtete Maschinenpaletten zugeordnet. Das bedeutet, man kann zu jeder Zeit ein aktuell gewünschtes Werkstück bearbeiten. Dazu schleust das Fastems-System die Maschinenpalette mit der entsprechenden Spannvorrichtung über eines der beiden Be- und Entladestationen aus, damit sie mit dem gewünschten Rohteil hauptzeitparallel bestückt werden kann. Entsprechend der Unterschiedlichkeit der Teile setzen wir hydraulisch arbeitende Spannsysteme und manuell zu schliessende Vorrichtungen ein.» «Um die hohe Fertigungsflexibilität zu sichern»,

berichtet Gerhard Stangl, «spannen wir die zu bearbeitenden Teile recht kurzfristig auf, nur Stunden vor Start der Bearbeitung. In der Regel fertigen wir die Teile in zwei Aufspannungen, sodass ein Umspannen erforderlich ist. Als zweckmässig hat sich dabei herausgestellt, ein Teil der Werkstücke in der ersten und den anderen Teil in der zweiten Aufspannung zu bearbeiten. Laufzeiten von drei bis fünf Stunden. Das heisst bei jedem Umspannen nehmen wir Fertigteile aus der Vorrichtung und besetzen die freien Stellen mit Rohlingen. Ausgewählte Werkstücke, beispielsweise Schliesszylinder, bearbeiten wir einzeln. Schliesszylinder gehören auch zur Werkstückgruppe, die wir hydraulisch spannen. «Wir», betont Gerhard Stangl, «konstruieren alle Spannvorrichtungen selbst und lassen die hydraulisch arbeitenden Vorrichtungen von einem Spezialisten bauen. Unser Ziel ist es, möglichst lange Palettenlaufzeiten zu organisieren. Derzeit nehmen unsere Vorrichtungen maximal acht Bauteile auf. So erreichen wir Laufzeiten von etwa drei bis fünf Stunden. Bei der Realisierung von Sonderoptionen sind teilweise bis zu acht Stunden Bearbeitungszeit notwendig.» «Sämtliche Mechanikteile», erläutert Gerhard Stangl weiter, «bearbeiten wir selbst. Daher suchten wir Maschinen, die sowohl kleine Teile als auch die grossen Schliesszylinder mit anspruchsvollen Verfahren präzise und zuverlässig fertigen. Dazu hatten die Maschinenlieferanten das Problem zu lösen, das Flexible Fertigungssystem auf einem recht engen Platz bei niedriger Raumhöhe zu installieren. Unsere grössten Werkstücke sind knapp zwei Meter hoch. Die Firmen Heckert und Fastems konnten mit ihrem ausgearbeiteten Konzept die Firma Engel überzeugen. Das Fastems-System wurde um 1,80 Meter tiefer gesetzt. Das führte dazu, dass auch die Maschinen, gemessen am Hallenboden, 400 Millimeter tiefer liegen. Daraus entstand der Vorteil, dass die Bediener sowohl die Maschinen als auch beide Beund Entladestationen vom Fussbodenniveau aus bedienen können. Die ergonomische Gestaltung zeigt sich darüber hinaus in der Installation einer Hebebühne neben der ersten Be- und Entladestation. Von dort aus lassen sich auf einem sicheren Podest Teile in hohen Positionen auf die Vorrichtungen bringen.» Bearbeitungszentren im Flexiblen Fertigungssystem. Für die zu bearbeitenden Teile wurden drei He-


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ckert-Bearbeitungszentren HEC 1250 Athletic ausgesucht. Diese Maschinen entwickelte StarragHeckert für wirtschaftliche Schwerzerspanung. Die drei Maschinen sind über ein Fastems-System verkettet. Über den Master-PC des Fastems-Systems erhalten die Sinumerik 840 D Steuerungen der HEC 1250 Athletic die NC-Bearbeitungsprogramme und die Befehle zum Start der Bearbeitungen. Die HEC 1250 Athletic bieten einen Störkreisdurchmesser von 2400 Millimetern. Rechtzeitig durch das Fastems- Regalbediengerät bestückt, sorgt der 2-fach-Palettenwechsler an jeder Maschine für erheblich reduzierte Spindelstillstände. Die in Kreuzbettbauweise gefertigte Maschine realisiert Tisch-Längsbewegungen von 2200 Millimetern in X-Richtung bis 2800 Millimetern. In der Support-Senkrechtbewegung sind es standardmässig 1600 Millimeter und optional 2000 Millimeter. Der Ständer bewegt sich entlang der Z-Achse auf einem Weg von 1850 Millimetern. Die erste Maschine, gleich neben der Be- und Entladestation, ist mit einer Pinolenspindel ausgestattet, die einen Hub von 500 Millimetern bietet. Span-zu-Spanzeit von 12 Sekunden. «Auf dieser Maschine», erklärt Gerhard Stangl, «können wir Werkzeuge sogar bei relativ kurzen Schaftlängen tief ins Werkstück fahren und auf diese Weise hohe Genauigkeiten und gute Zerspannungsleistungen erreichen. Die Heckert-Bearbeitungszentren HEC 1250 Athletic bieten Positionsunsicherheiten von nur Pⱕ8 µm, sodass sich Bearbeitungsgenauigkeiten in IT6- beziehungsweise IT7-Qualität mühelos verwirklichen lassen. Für die hohe Produktivität sorgt die waagerechte Arbeitsspindel, die mit einem 50-kW-Motor ein maximales Drehmoment von 1210 Nm erzeugt. Die Maschinen bieten alle Voraussetzungen, um Werkstücke auf hydraulisch arbeitenden und manuell zu betätigenden Spannvorrichtungen zu bearbeiten.» In der Kombination des über 400 Werkzeuge fassenden, automatisch arbeitenden Werkzeugmagazins mit der automatisierten Übergabe an den Werkzeugwechsler bieten die HEC 1250 Athletic eine Span-zu-Spanzeit bei Werkzeugen bis zu einem Gewicht von 15 kg von nur 12 Sekunden. Schnelle Bewegungen in den Linearachsen tragen ebenfalls zur hohen Produktivität bei. Digitale AC-Servoantriebe ermöglichen Eilgänge bis 60 m/min. Moderne Werkzeuge mit innerer Kühlmittelzuführung sorgen ebenfalls für hohe Zerspanleistungen. In der Standardausführung der HEC 1250 Athletic wird das Kühlschmiermittel mit einem Druck bis 70 bar durch die Spindelmitte bereitgestellt. ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Antriebstechnik

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TITELBILDSTORY – Kostensenkungsprogramm für Maschinenbauer

Clever automatisieren mit System Anwender erwarten von ihren Automatisierungslieferanten immer häufiger ein durchgängiges Automatisierungssystem, fortschrittliche Engineering-Werkzeuge und bei Bedarf Unterstützung durch einen versierten Support, um die steigende Komplexität der Automatisierungsaufgaben effizient und kostengünstig bewältigen zu können. Diesen Herausforderungen stellt sich Lenze seit Jahren erfolgreich. Nun unterstreicht das Unternehmen seine Position als Anbieter von Automatisierungssystemen mit der Einführung der neuen Produktfamilie L-force Controller 3200 C. Sie eignet sich besonders für die Realisierung zentraler Steuerungsarchitekturen in Motion-Control-Anwendungen.

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ern eines anwenderorientierten Automatisierungssystems ist und bleibt das vom Automatisierungslieferanten zur Verfügung gestellte Produktspektrum. Je grösser die Auswahl und je mehr Freiheiten die Produkte ein und desselben Herstellers dem Projekteur bei der Ausgestaltung seiner Automatisierungslösung lassen, umso einfacher kann er seine Aufgaben unter Einhaltung des Zeit- und Kostenbudgets erfüllen. Historisch gewachsene oder künstlich aufgebaute Grenzen zwischen den unterschiedlichen Domänen (CNC, Motion Control, Ablaufsteuerung, Visualisierungsplattform) verschwinden mehr und mehr. Hardwarekosten und Engineering-Aufwand reduzieren sich durch diese Integration der Systeme. Nur wenige Unternehmen decken wie Lenze das gesamte Spektrum von elektromechanischen Komponenten über geregelte Antriebe bis hin zu Steuerungs- und Visualisierungsplattformen ab und erlegen dem Anwender zugleich keinerlei Beschränkungen bei der Wahl der Automatisierungsarchitektur auf.

Dezentrale oder zentrale Steuerungsarchitektur? Welche Architektur für eine bestimmte Automatisierungsaufgabe die passende ist, ist weniger eine Frage der Philosophie denn eine Frage der Aufgabenstellung und der zu erfüllenden Randbedingungen. Vielfach ist eine dezentrale Topologie die optimale Wahl bei getakteten Linienprozessen, da diese meist aus weitgehend autarken Einheiten aufgebaut sind. Hier bietet es sich an, die Steuerung entsprechend zu modularisieren. Ein Vorteil dieses Vorgehens ist die Möglichkeit, die Einheiten

testen und in Betrieb nehmen zu können, bevor sie zu einer Fertigungslinie zusammengestellt werden. Für nicht zu komplexe Einheiten bewähren sich seit Jahrzehnten intelligente Antriebe als dezentrale Steuerungsplattformen – eine Technologie, die Lenze schon Mitte der 1990er-Jahre massgeblich entwickelt und vorangetrieben hat.

gen eine leistungsfähige zentrale Steuerung. Sie erlaubt die koordinierte Bewegung vieler Achsen. Zusätzlich ist eine zentrale Steuerung auch in der Lage, die Steuerungsfunktionen eines Linienprozesses mit zu übernehmen. Für den Projekteur hat die zentrale Architektur den Vorteil, dass er nur ein Steuerungsprogramm ent-

DAS UNTERNEHMEN LENZE BACHOFEN

Durchgängige Antriebs- und Automatisierungslösungen Als einer der wenigen Anbieter am Markt unterstützt die Lenze-Gruppe Maschinenbauer in allen Phasen der Maschinenerstellung. Ihre jeweiligen Experten erarbeiten mit den Kunden durchgängige Antriebs- und Automatisierungslösungen, die die Realisierung, Produktion und Servicierung der Maschine erleichtern. Als Spezialist für die Automatisierung von Maschinen bietet Lenze ein breites Produktportfolio von der Steuerung und Visualisierung über elektrische Antriebe bis hin zur Elektromechanik.

Dank immer leistungsfähigerer Prozessoren können diese Geräte heute auch anspruchsvolle Steuerungs- und Motion-Funktionen übernehmen, wie eine Positionierung oder eine elektronische Kurvenscheibe. Auf diese Weise lassen sich etwa synchronisierte Bewegungsabläufe einfach und mit minimalen Komponentenkosten (z. B. kleinerer oder kein Schaltschrank, keine separate Steuerung, einfacher Bus) umsetzen. Allerdings stösst diese Architektur bei Anwendungen mit mehr als vier Achsen regelmässig an ihre Grenzen. Sie kommt daher bevorzugt in der Fördertechnik, der Intralogistik oder der Materialhandhabung zum Einsatz. Komplexere Maschinen wie Roboter, Verpackungsmaschinen und Handling-Systeme erfordern dage-

Rechenpower für die Hutschiene: L-force Controller 3200 C mit angereihtem I/O-System 1000. (Bilder: Lenze Bachofen)

wickeln und verwalten muss. Damit wird das Projekt zwar umfangreicher, aber auch durchgängiger und verständlicher. Nicht zuletzt gestaltet sich die Inbetriebnahme einfacher, da die Steuerungsanwendung nur auf einem Gerät installiert und gewartet werden muss. Als Hardwareplattformen für zentrale Steuerungsarchitekturen haben sich in den vergangenen Jahren PC-basierte Steuerungen etabliert. Auch hier hat Lenze die passenden Lösungen im Produktportfolio, das «All-in-one»-Panel-PCs ebenso einschliesst wie Schaltschrank-PCs oder abgesetzte PC-Lösungen. Massgeschneiderte Steuerungslösungen. Allerdings reizen viele Anwendungen die Ressourcen einer PC-basierten Steuerung, die üblicherweise schon in der Grundausstattung mit zahlreichen Schnittstellen und besonders hoher Rechenleistung ausgestattet ist, nicht aus. Als einfacher zu handhabende, kostengünstigere und trotzdem leistungsfähige Alternative bietet sich für diese Fälle ein Gerät der brandneuen Produktfamilie L-force Controller 3200 C von Lenze an. Die für die Hutschienenmontage konzipierten Controller sind speziell für Anwendungen entwickelt worden, für die eine zentrale Steuerung vorgesehen ist. Die Controller basieren auf einer vollständig neu entwickelten Plattform, deren Herz ein energieeffizienter Intel-Atom-Prozessor ist. Dieser ermöglichte es, die Controller besonders platzsparend und robust zu konstruieren, da auf einen Lüfter verzichtet werden kann. Weil die konventionel-


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Antriebstechnik ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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le Festplatte zudem durch Flash-Speicher ersetzt und eine USV integriert wurde, weisen die Geräte keine rotierenden Teile oder Batterien auf und sind daher weitgehend wartungsfrei. Über den integrierten hochdeterministischen 48MHz-Rückwandbus besteht die Möglichkeit, Scheiben aus dem I/O-System 1000 direkt an den Controller anzureihen. Da dieser mit einem besonders präzisen Zeitstempelmechanismus (1 µs) arbeitet, ist der Controller in Verbindung mit schnellen I/OScheiben prädestiniert für die Umsetzung kompletter Automatisierungssysteme, die schnelle Messund Regelungsfunktionen erfordern. Damit der Anwender sein Automatisierungssystem mit minimalem Engineering- und Kostenaufwand umsetzen kann, hat Lenze Controller auf Basis der neuen Hardwareplattform für bestimmte Aufgabenstellungen vorbereitet. Der Controller 3221 C. Zu der neuen Produktfamilie gehört der speziell für den Einsatz als SPS und Bewegungssteuerung ausgelegte Controller 3221 C. Er besitzt zwei 100-MBit-Ethernet-Schnittstellen mit integriertem Switch und zwei USB-Schnittstellen. Eine dritte Ethernet-Schnittstelle ist für den Betrieb als EtherCAT-Master reserviert. Dank der modularen Bauweise kann der nur 136 Millimeter breite 3221 C mit weiteren Kommunikationsbussen ausgestattet werden: Lenze bietet dafür eine Erweiterungskarte mit zwei untereinander synchronisierten CAN-Bussen an, die CANopen unterstützen. Darüber hinaus steht eine PROFIBUS-Karte zur Verfügung, mit deren Hilfe Anwender des Controllers von der grossen Auswahl an verfügbaren PROFIBUS-Feldgeräten profitieren können. Für Anwender, die den Controller zusätzlich als Hardwareplattform für die Visualisierung nutzen wollen, hat Lenze den L-force Controller 3231 C entwickelt. Er unterscheidet sich vom 3221 C durch eine zusätzliche DVI- und eine dritte USB-Schnittstelle, an die Monitore bzw. Tastaturen angeschlossen werden können. Mehr Funktionen – weniger Engineering-Aufwand. Funktionalität und Kosten einer Automatisierungslösung werden zunehmend durch die Software be-

Lenze Motion Centric Automation: Automatisierungssysteme mit dezentraler (Drive-based) und zentraler (Controller-based) Bewegungsführung.

stimmt. Lenze hat die Controller daher in ein leistungsfähiges Softwareumfeld eingebettet und das Handling weiter verbessert. So hat Lenze seine Engineering-Umgebung PLC Designer überarbeitet und die Version 3 des verbreiteten Programmiersystems für SPS und Industriesteuerungen CoDeSys integriert. Zusätzlich hat der Antriebs- und Automatisierungsspezialist aus Hameln die Möglichkeit genutzt, die das neue CoDeSys mit seiner Objektorientierung und Plug-in-Technik bietet, um das Standardsystem zu optimieren und zu erweitern sowie einen zuverlässigen Dauerbetrieb in Automatisierungssystemen sicherzustellen. Damit ist Lenze einer der ersten Hersteller, der Anwendern den Einsatz dieser Variante von CoDeSys erlaubt. Für die Realisierung von Bewegungsführungen enthält der PLC Designer Bibliotheken mit zertifizierten Motion-Bausteinen nach PLCopen Part I und II sowie Funktionen zur Umsetzung von elektronischen Kurvenscheiben, elektronischen Nockenschaltwerken oder einer 3-D-NC- bzw. Roboter-Steuerung.

Lenze Automatisierungssysteme: Alles aus einer Hand: Von der Visualisierung über die Steuerungsund Antriebstechnik bis hin zur Elektromechanik.

Bleibt dem Anwender nicht die Zeit, selbst alle Details seiner Automatisierungsaufgabe auszuarbeiten, kann er auf Ressourcen von Lenze zurückgreifen. Egal, ob es um die Projektierung, die Auslegung, die Wahl der passenden Komponenten oder die Programmierung der mechatronischen Lösung geht, versierte Experten in Vertrieb und Support unterstützen ihn mit Rat und Tat. Alleine in Europa steht dem Anwender bei Bedarf ein Netz von über 100 hoch qualifizierten Applikationsingenieuren mit ihrem umfangreichen Expertenwissen und Branchen-Know-how zur Seite. Fazit und Ausblick. Flexibilität und Produktivität von Produktionsprozessen gewinnen kontinuierlich an Bedeutung. Damit steigen auch die Anforderungen an die Automatisierungslösungen. Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Automatisierung haben in den vergangenen Jahren integrierte Gesamtsysteme am Markt stark an Bedeutung gewonnen. Lenze bietet massgeschneiderte Softwarewerkzeuge und eine durchgängige Systemlösung, die von elektromechanischen Komponenten über geregelte Antriebe bis hin zu kompletten Automatisierungssystemen reicht. Dabei hat der Anwender Zugriff auf eine durchgängige Produktpalette, die ihm uneingeschränkte Freiheit bei der Wahl der passenden Steuerungsarchitektur lässt. Die jetzt vorgestellte Controller-Familie L-force Controller 3200 C fügt sich optimal in die Lenze-Automatisierungswelt ein – weitere Geräte mit skalierter Performance und Ausstattung sind bereits in Planung. ●

LENZE BACHOFEN AG 8610 Uster, 043 399 14 14 info@lenze-bachofen.ch www.lenze-bachofen.ch Hannover Messe: Halle 14, Stand H 20


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Antriebstechnik

4.2012 technica

Siemens an der Hannover Messe

Mehr «Closed-Loop-Integrationen» Der Siemens-Auftritt auf der Hannover Messe 2012 steht im Zeichen der wachsenden Vernetzung in der industriellen Produktion. «Moderne Industrieunternehmen wollen relevante Informationen über ihre gesamte Wertschöpfung verknüpfen, um produktiver und effizienter zu werden», sagte Ralf-Michael Franke, CEO der Siemens-Division Drive Technologies, bei der Vorpressekonferenz des Unternehmens zur diesjährigen Hannover Messe.

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n der Automatisierungs- und Antriebstechnik setzt Siemens auf Produkte, Systeme und Dienstleistungen, die mittels Software-basierter Integration entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenwirken können. Mit einer derartigen «Closed-Loop-Integration» würden Siemens-Kunden in der Lage sein, nicht nur die Einführung neuer Produkte zu beschleunigen, sondern auch deren Produktionsprozesse kosten- und energieeffizient zu organisieren. Mit kompletten Antriebssystemen, die von der Steuerung über Motoren bis hin zur Getriebetechnik in die Kundenanlagen integriert werden können, lassen sich die Effizienzwerte laut Franke in energieintensiven Branchen wie der Chemie oder der Metall- und Papierverarbeitung um bis zu 70 Prozent erhöhen.

Wirkungsgrade bis zu 96 Prozent. Auf der Hannover Messe wird mit Simogear die neue Getriebemotorenreihe von Siemens vorgestellt, die sich wie das gesamte Antriebsportfolio effizient mit dem «Totally Integrated Automation Portal» (TIA Portal) in Kundenanlagen einplanen lässt. Die neue Baureihe erreicht Wirkungsgrade bis zu 96 Prozent und umfasst die Bauarten Stirnrad-, Flach-, Kegelstirnrad- sowie Schnecken-Getriebemotoren. Die Markteinführung erfolgt stufenweise in einem Leistungsbereich zwischen 0,09 kW und 200 kW und einem Abtriebsmoment bis 50 000 Nm. Durch ihre hohen Übersetzungen im zwei- und dreistufigen Bereich, die feinere Drehmomentstufung, die Leistungsdichte und den grossen Wirkungsgrad werden die neuen Modelle insbesondere den Anforderungen der Fördertechnik gerecht. Aufgrund ihrer marktüblichen Anschlussmasse ist die neue Motorenreihe komplett einbaukompatibel zum Marktstandard. Zusätzliche Getriebebaugrössen. «Mit der Getriebemotorenreihe Simogear entwickelt Siemens den Standard für Getriebemotoren in der industriellen Antriebstechnik weiter», sagte Dirk Bauer, Leiter des Segments Standardgetriebe & Kupplungen bei Siemens Drive Technologies. «Die besonders für den Einsatz in der Fördertechnik geeigneten Getriebemotoren zeichnen sich neben ihrer Leistungsdichte und Qualität durch grosse Energieeffizienz aus.» Zur Verfügung stehen die marktüblichen Getriebearten, die nach einer festen Drehmomentstufung klassifiziert sind. Die neue Simogear-Familie bietet zusätzliche Getriebebaugrössen, die durch eine harmonisierte Baugrössenstufung gekenn-

Weitere Siemens «Drive Technologies»-Produkte in Hannover – Neue Sicherheitsfunktionen beim Motion-Control-Antriebssystem Sinamics S120. – Mit dem Modul «Start Drive» bietet Siemens eine Engineering-Software für die Projektierung und Inbetriebnahme von Sinamics-Antrieben an. – Siemens hat alle Elektromotoren in einer Produktfamilie unter dem Namen Simotics zusammengeführt. Übersichtlich also werden diese präsentiert. – Die explosionsgeschützten Motoren gibt es nun auch in der Premiums-Wirkungsklasse IE3. – Siemens erweitert das Portfolio für Leistungsteile und Control Units der Frequenzumrichter-Reihe Sinamics G120. – Neue Becherwerksantrieb mit Komponenten aus der Getriebereihe Flender SIG und der neuen Getriebemotorenreihe Simogear. – Das Motormanagement-System Simocode pro wird erweitert um ein Grundgerät mit ProfinetSchnittstelle. – Comos, die Softwarelösung für Anlagenplanung und -betrieb, wurde mit einer EnterprisePlattform ausgerüstet.

zeichnet sind und damit die Leistungssprünge zwischen den verschiedenen Baugrössen verringern. So steht für jede Anwendung der richtige Antrieb hinsichtlich Getriebetyp, Getriebedrehmoment und Getriebeübersetzung zur Verfügung.

Auf der Hannover Messe wird mit Simogear die neue Getriebemotorenreihe von Siemens vorgestellt. (Bild: Siemens)

TIA-Portal für alle Engineering-Aufgaben. «Wer den Herausforderungen der Produktion erst in der laufenden Fertigung begegnet, kann die Einsparund Verbesserungspotenziale nur unzureichend ausschöpfen», erklärte Thomas Schott, Leiter Factory Automation bei Siemens. «Mit unserem kompletten Portfolio erschliessen wir schon im Produktdesign und in der Produktionsplanung erhebliches Potenzial zur Verbesserung von Produktivität und Energieeffizienz.» Hierzu setzt Siemens auf integrierte Technologien, die den gesamten Wertschöpfungsprozess vom Produktdesign über die Produktion und Wartung inklusive der entsprechenden Dienstleistungen abdecken. Mit dem in Hannover gezeigten TIA-Portal können Unternehmen sämtliche Engineering-Aufgaben in der

Automatisierungs- und Antriebstechnik von einer einzigen Software aus erledigen. Damit lässt sich der Engineering-Aufwand um bis zu 25 Prozent reduzieren. Darüber hinaus ist laut Schott das BranchenKnow-how von Siemens insbesondere im Hinblick auf Energieeinsparungen in die neuesten Produkte eingeflossen. Als Beispiel hierfür stellt Siemens auf der Hannover Messe das Energiemanagementsystem Simatic B.Data in der Version V5.3 vor, mit dem sich der Energieverbrauch unterschiedlicher Schichtbetriebe einer Produktion transparent darstellen und reduzieren lässt. Service, Service und nochmals Service. Auch im Servicegeschäft gewinnt Branchenkompetenz neben technologie- und IT-basierten Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung, erklärte Dirk Hoke, CEO der Division Customer Services, in der alle Serviceaktivitäten des Siemens-Sektors Industry gebündelt sind: «Unser Ziel ist es, ein zuverlässiger Partner über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen unserer Kunden zu sein. Da wir ihre Anlagen und Prozesse kennen, können wir sie gezielt in ihrem Wertschöpfungsprozess unterstützen und so auch konkrete Massnahmen zur Optimierung vorschlagen – zum Beispiel hinsichtlich Energieeffizienz oder Ressourceneinsatz. So können wir unsere Kunden mit gezielten Schritten dabei unterstützen, ökonomischen Erfolg bei ökologischer Verantwortung sicherzustellen.» (ea) ● SIEMENS SCHWEIZ AG 8047 Zürich, 0848 822 844 automation.ch@siemens.com www.siemens.ch/automation Hannover Messe: Halle 9, Stand A72


Energieversorgung ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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Igus an der Hannover Messe und an der Automatica

Verleiht grossen Leitungen Flügel Mit dem neuen «micro flizz» MF10 können auch grosse Leitungsdurchmesser bis 16 mm mit Biegeradien bis 75 mm platzsparend und sicher geführt werden.

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icro flizz» von Igus führt Energie, Daten und Medien in einem kompakten System. Dabei ermöglicht es lange Verfahrwege mit vergleichsweise kleinen Energieketten. Herzstück ist eine spezielle Energiekette, die über einen im Führungskanal aus Metall laufenden Roll- bzw. Gleitwagen bewegliche Verbraucher mit Medien und Steuersignalen versorgt. Spezielle Seitenflügel halten die Kette sicher im Kanal: sobald sie sich im Radius biegt, legen sie die Flügel flach, sodass die Kette die Nut verlassen und sanft abrollen kann. Damit sind Ober- und Untertrum zuverlässig voneinander getrennt. Die geringe Krafteinwirkung minimiert Reibung, Verschleiss und Geräusche, integrierte Kunststoffedern sorgen für ein sanftes Abrollen.

Mitnehmer trägt bis zu 50 kg. Komplett eingehaust und damit unempfindlich für Schmutz, Staub und Feuchtigkeit sowie raue Umgebungsbedingungen, eignet sich «micro flizz» vor allem für Automatisierungsanwendungen, Schiebetüren, Falttore, aber auch Kamera- und Studioequipment sowie zum Ersatz von Kabeltrommeln in Kläranlagen. Da der in der Führungsrinne integrierte Mitnehmer bis zu 50 kg trägt, kann «micro flizz» auch für Handarbeitsplätze eingesetzt werden. So können zum Beispiel Werkzeuge komplett mit allen notwendigen Medien versorgt, sicher befestigt und trotzdem leicht per Hand verfahren werden. Befestigen mit handelsüblicher 3-T-Nuten. Die bisher verfügbaren Baugrössen MF 06 (Innen-

Für einen sicheren Lauf stellen sich kleine Seitenflügel zur Seite ab und hängen sich in eine im Profil befindliche Nut ein. Sobald das Kettenglied in den Radius gebogen wird, klappen die Flügel automatisch ein.

Mit «micro flizz» Baugrösse MF10 auch grosse Leitungsdurchmesser bis 16 mm mit Biegeradien bis 75 mm platzsparend und sicher führen. (Bilder: Igus/sysiphus – Fotolia)

breite 10 mm) und MF08 (Innenbreite 18 mm) werden jetzt durch die neue Baugrösse MF 10 (Innenbreite 20 mm) ergänzt. Mit einer Einbauhöhe von 275 mm und einer Einbaubreite von 107,6 mm bleibt auch die neue Grösse sehr kompakt. Das neue MF 10 nutzt Energieketten mit 75 mm Radius für mehr Flexibilität bei der Befüllung mit grossen Leitungsdurchmessern bis 16 mm. Die Standard-Rinnensegmente sind zwei Meter lang und stehen im Moment als Varianten aus Stahl- und Aluminiumblech zur Verfügung. Ein Aluminiumprofil aus Druckguss wie bei den kleineren «micro flizz»-Varianten ist in Vorbereitung. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 6 m/s der maximale Verfahrweg 80 m. Beschleunigungen bis zu 50 m/s² sind möglich. Anwenderfreundlich kann «micro flizz» mittels handelsüblicher 3-T-Nuten befestigt werden. (ea) ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Antriebstechnik

4.2012 technica

Maxons Standardmotor EC 22 HD. Das HD im Namen sagt alles: Heavy Duty. (Bild: Maxon Motor)

Maxon Motor an der Hannover Messe

Mehrfach belastbarer als ein Kampfflugzeug Was Maxon Motor an der Hannover Messe alles aus dem Hut zaubern, respektive von Sachseln nach Niedersachsen fahren wird, entspricht dem, was man von einem Spezialisten erwartet, der auf dem Mars für Antrieb sorgt. Denn nicht nur in sehr grossen Höhen oder im Weltall, sondern auch unter harschen Umgebungsbedingungen tief unter der Erdoberfläche funktionieren zum Beispiel Maxon-Gleichstrommotoren.

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it dem EC 22 HD (Heavy Duty) lanciert Maxon Motor als weltweit erster Anbieter einen Standardmotor für extrem raue Einsatzbedingungen. Für die ausserordentlich hohen Anforderungen in der Tiefbohrtechnik entwickelt, widersteht der elektronisch kommutierte Motor EC 22 HD auch extremen Bedingungen, in denen «normale» Motoren schon von vornherein das Handtuch werfen. Die Tiefbohrtechnik – in der Öl- und Gas-Exploration «Downhole Drilling» genannt – ermöglicht die Förderung von Öl und Gas aus Tiefen von über 2500 Metern. Gekoppelt mit der Richtbohrtechnik (die dynamische Lageausrichtung einer Erdbohrung) erlaubt sie die Erschliessung von bislang unerreichbaren Vorkommen mit Bohrtiefen von zurzeit ca. 5000 und Bohrlängen bis zu 11 000 Metern. Die Entwicklung von Elektronik und entsprechenden Antrieben lassen heute viele Funktionen im gesamten Bohrablauf besser kontrollieren und steuern. So kann beispielsweise die Lage des Bohrkopfes während dem Bohrprozess dynamisch gemessen und ausgerichtet werden. Oder; in diversen Tiefbohr-Werkzeugen werden hydraulische Ventile oder Klappen über elektromechanische Antriebe angesteuert. Die in dieser Tiefe herrschenden Temperaturen und Druckverhältnisse, verbunden mit den starken Vibrationen, die während den Bohrarbeiten auftreten, machen den Einsatz von Elektroantrieben zu einer echten Herausforderung.

Weitere Produkte von MaxonMotor in Hannover – EC 90 flat mit MILE-Encoder (siehe Seite 86) – EC 45 flat mit Ø 42,8 mm mit 130 mNm Drehmoment – Planetengetriebe GP 16 C, von der Keramikversion bis zum Heavy Duty-Getriebe – Spindelgetriebe GP 16 S, integrierte Axiallagerung für hohe Lasten bis 400 N – Servokontroller Escon für DC- und EC-Motoren bis 250 Watt – … und eine Überraschungsprodukt, für das eine Sperrfrist verlangt wurde bis zum Beginn der Hannover Messe, obwohl es im Internet bereits herumgeistert. Dennoch, sehr geehrte Leser und liebe Maxon Motor, halten wir uns selbstverständlich an diese journalistische Abmachung.

Verträgt Stösse der 100-fachen Erdbeschleunigung. Die verschiedenen Varianten des EC 22 HD sind daher für den Betrieb in Luft oder für den UnterÖl-Betrieb (in Hydrauliköl geflutet) ausgelegt. Die Typenleistung ist abhängig vom umgebenden Medium und beträgt 80 Watt in Luft und, aufgrund der wesentlich höheren Wärmeabfuhr, 240 Watt in Öl. Sie sind für Umgebungstemperaturen von über 200 °C und atmosphärische Drücke bis zu 1700 bar ausgelegt. Weitere Anforderungen an die 22-mm-Ø-Motoren sind Resistenz gegen Vibrationen bis zu 25 grms sowie gegen Schläge und Stösse bis zu 100 G (die 100-fache Erdbeschleunigung) – als Vergleich dazu; ein Formel-1-Fahrzeug wird mit ca. 2 G, Kampfflugzeuge sind mit bis ca. 13 G belastet. Die Motoren verfügen über einen hohen Wirkungsgrad (in Luft bis 88 %, in Öl über 70 %) und bieten daher optimale Voraussetzungen für akku-

betriebene Applikationen. Mit ihren rastmomentfreien Laufeigenschaften verfügen sie über hervorragende Regeleigenschaften und sind für hochpräzise Positionierungsaufgaben geeignet, dies auch bei niedrigen Drehzahlen. Der Motor eröffnet neue Möglichkeiten in einer Vielzahl von Anwendungen, welche ebensolch hohe Anforderungen stellen. Prädestiniert ist er beispielsweise für den Einsatz in der Raumfahrttechnik und in Kraftwerken sowie im Fahrzeugund Flugzeugbau, im Untertageeinsatz oder in hochdynamischen Bewegungen. ● MAXON MOTOR AG 6072 Sachseln, 041 666 15 00 info@maxonmotor.com, www.maxonmotor.com Hannover Messe Halle 15, Stand D05, Halle 5, Stand G25


Antriebstechnik ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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ABB an der Hannover Messe

Hohe Leistungsdichte In diesem Jahr legt ABB in Hannover den Fokus auf die Energieversorgung und -nutzung. Doch auch die Antriebstechnik kommt nicht zu kurz, auch wenn sie in Hannover nicht Premiere feiert, sondern vor allem prominent präsentiert werden soll. So zum Beispiel der Synchronreluktanzmotor mit seiner innovativen Technologie und der Single-Drive-Frequenzumrichter, der für Sicherheit sorgt.

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er ABB-Synchronreluktanzmotor ist eine Schlüsselkomponente für zwei neue Pakete, bestehend aus NiederspannungsSynchronmotor und ABB-Frequenzumrichter. Bei dieser innovativen Motorentechnolgie verfügt der Rotor weder über einen Kurzschlusskäfigläufer wie beim Asynchronmotor noch über Permanentmagnete oder eine Felderregerwicklung. Stattdessen wird das Prinzip der magnetischen Reluktanz genutzt. Ein oft genannter Nachteil dieses Motors ist der höhere Strombedarf für das gleiche Drehmoment im Vergleich zum Permanentmagnetmotor, da der Rotor durch den Stator magnetisiert werden muss. Allerdings wird der vom Netz aus betrachtete Leistungsfaktor durch den Umrichter bestimmt und liegt auch beim Synchronreluktanzmotor in allen Betriebsarten nahe bei eins. Ein weiteres Merkmal des Synchronreluktanzmotors ist die schlichte Rotorstruktur. Ohne Magnete und Käfig ist der Rotor robuster als bei Asynchronmotoren oder Permanentmagnetmotoren-Maschi-

nen. Aus der weitgehenden Beseitigung der Rotorverluste und der optimierten Rotorstruktur ergeben sich eine Reihe von Vorteilen für Synchronreluktanzmotoren und die davon angetriebene Ausrüstung. Durch die Konstruktion ohne Wicklung weist er nahezu keine Verluste auf und die Läufertemperatur bleibt niedriger als bei konventionellen Läufern. Hohe Drehmomentausbeute. Die beschriebene Technologie ermöglicht eine hohe Drehmomentausbeute selbst bei höheren Drehzahlen. Da der Rotor im Vergleich zum Stator schwer zu kühlen ist, wirkt sich die nahezu vollständige Beseitigung der Rotorverluste bei Synchronreluktanzmotoren besonders positiv auf das Drehmomentverhalten aus. Der Synchronreluktanzmotor benötigt wie ein Permanentmagnetmotor grundsätzlich einen Frequenzumrichter für die Regelung. Die Rotorkonstruktion und die Motorregelung im Frequenzumrichter sind entscheidend für das Verhalten des

Das Sicherheitsmodul für den ACS880 verfügt über umfangreiche Sicherheitsfunktionen. (Bild: ABB)

Antriebssystems und müssen aufeinander abgestimmt sein. Geeignet hierfür ist beispielsweise der Frequenzumrichter ACS850 aus der Familie ABB Industrial Drive.

Der Vergleich: Wirkungsgrad bei einem Synchronreluktanzmotor und einem Asynchronmotor. (Grafik: ABB)

Die beiden Motor-Antriebspakete. Das erste Paket aus Super-Premium-Effizienz-Synchronmotor und abgestimmtem Frequenzumrichter ist für maximale Effizienz ausgelegt. Es erfüllt bereits jetzt den >>

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

höchsten Energieeffizienzstandard IE4. Es wurde speziell für drehzahlveränderbare Antriebe entwickelt, um Energieverbrauch zu reduzieren und Prozessführung zu optimieren. Aufgrund seiner Super-Premium-Effizienz profitieren die Anwender von hohen Energieeinsparungen und sehr kurzen Amortisierungszeiten. Das zweite Paket aus Hochleistungs-Synchronmotor, Frequenzumrichter und der neuesten Software ist für maximale Leistung ausgelegt. Der neue Motor ist zwei Baugrössen kleiner als ein Asynchronmotor mit entsprechender Leistung. Seine Leistungsdichte liegt um bis zu 40 Prozent über der eines konventionellen Asynchronmotors.

● Antriebstechnik

Weitere ABB-Themen in Hannover – Eine neue Plattformtechnologie für Netzanbindung von Offshore-Windparks. – Eine intelligente und schnelle Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. – Die neuen Steuerungsprodukte der CM-IWN.x-Reihe: Diese Mess- und Überwachungsrelais sind die einzige Lösung zur Überwachung des Isolationswiderstandes von IT-Netzen zur Erde. Ideal für Applikationen der erneuerbaren Energien. – Sicherungsautomaten: Mit den S 200 M UC wird das ABB System «pro M compact» mit Sicherungsautomaten für Gleich- und Wechselstromanwendungen erweitert. – Dazu noch weitere Produkte wie Motorschutzschalter und Safeballs für die Sicherheit an der Maschine.

Funktionale Sicherheit mit modernen AC-Antrieben. Auch das Thema Maschinensicherheit wird bei ABB in Hannover eine Rolle spielen. Denn wurde die Maschinensicherheit früher oft durch separate

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4.2012 technica

externe Systeme gewährleistet, zeichnet sich heute eine zunehmende Integration von Sicherheit, Steuerung und Überwachung ab, wie das Beispiel des ABB Industrial Drive ACS880 zeigt. Bei diesem AC-Frequenzumrichter erfüllt etwa die Safe-Torque-Off-Funktion (STO) die hohen Anforderungen der Sicherheitsstufe SIL3 nach IEC 61508 und PL e nach EN ISO 13849-1. Der Safety Integrity Level (SIL) bzw. der Performance Level (PL) ist ein Mass dafür, wie hoch eine Sicherheitsfunktion eingestuft ist, in anderen Worten, wie zuverlässig sie ist. Bei Bedarf kann die STO-Funktion mit erweiterten Überwachungsfunktionen kombiniert werden, um zusätzliche Funktionalität zu ermöglichen. Zu den externen Möglichkeiten gehören zum Beispiel Zeitverzögerungsrelais oder sogenannte konfigurierbare Sicherheitssysteme. Diese liegen typischerweise zwischen speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) und elektronischen Sicherheitsrelais. ABB hat zahlreiche Sicherheitskomponenten und Lösungen wie beispielsweise die Sicherheitssteuerung AC500-S oder die Baureihe Pluto im Portfolio. Integrierbare Safety-Funktionalität. Beim leistungsstarken ABB Industrial Drive ACS880 ist die Safety-Funktionalität integrierbar. Die Geräte sind derzeit mit Leistungen von 0,55 kW bis 250 kW und Spannungen von 380 V bis 500 V erhältlich. Die integrierte Lösung antriebsnaher Sicherheitsfunktionen im Frequenzumrichter bringt viele Vorteile mit sich: Sie hat einen geringeren Bedarf an externen Sicherheitseinrichtungen zur Folge, sie vereinfacht die Konfiguration, erfordert weniger Einbauraum und reduziert den Verkabelungsaufwand. (ea) ●

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Steuerungen ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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B&R an der Hannover Messe: Durchgängige Simulation mit Automation Studio

Simulationsbasiertes Entwickeln Der Anteil der Software an der Gesamtentwicklung einer Maschine oder Anlage nimmt stetig zu. Dementsprechend wichtig ist es, die Softwarequalität auch bei steigender Komplexität der Applikation hochzuhalten. Einen wesentlichen Beitrag liefert hier die Simulation. D I P L . - I N G . P H I L I P P H . F. W A L L N E R

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imulation ist ein Thema, dem sich der kosten- und qualitätsbewusste Maschinenbauer von heute stellen muss. Denn sie verkürzt den Entwicklungsprozess signifikant und hilft, Kosten zu sparen. Mithilfe von simulierten Steuerungen kann zum Beispiel der Applikationscode verifiziert werden – lange bevor der erste Maschinenprototyp in Betrieb genommen wird. Die ersten Steuerungstests erfolgen einfach und ohne Gefahr für Mensch und Maschine direkt am Entwicklungsrechner im Büro. Darüber hinaus trägt Simulation zur Parallelisierung – und damit zur Verkürzung – des Entwicklungsprozesses bei. Applikationsingenieure können ihre Software unabhängig von der Mechanik und Elektrikabteilung testen, wodurch wertvolle Entwicklungszeit eingespart wird.

Highlights in Kürze – Integrierte Simulations-SPS – Simulation der Steuerungslogik, Regelungstechnik, Antriebstechnik, Visualisierung und Sicherheitstechnik – Time-Zoom-Funktionalität (Zeitlupe, Zeitraffer, Single Step-Modus) – Nahtlose Anbindung von MATLAB, Simulink, Maple und MapleSim – Emulation der Ein- und Ausgänge über das WinIO-Protokoll.

Vollständige Skalierbarkeit der Simulation. Mit der Simulations-SPS «ARsim» bietet B&R die Möglichkeit, in Automation Studio projektierte Applikationen direkt am Entwicklungsrechner zu verifizieren. Die Umschaltung zwischen physikalischer Hardware- und Simulationskonfiguration erfolgt dabei mit nur einem einzigen Klick. Dadurch wird eine vollständig hardwareunabhängige Programmierung und Projektierung möglich. Über das weitverbreitete WinIO-Protokoll werden Ein- und Ausgänge emuliert. Damit ist optional auch die Anbindung externer Simulationswerkzeuge zum Zweck der Co-Simulation möglich. Zusätzlich kann mit der integrierten Time-Zoom-Funktionalität der SPS-Code schneller (Zeitraffer) oder langsamer (Zeitlupe) abgearbeitet werden als in der Realität – je nachdem, welche Funktionen gerade betrachtet werden. Mithilfe des Single-StepModus wird die Applikation schrittweise abgearbeitet.

Die offene Architektur von Automation Studio ermöglicht die nahtlose Anbindung von externen Simulationswerkzeugen. (Bilder: B&R)

Antriebsverhalten nachbilden. Doch nicht nur die Steuerungslogik, auch das Verhalten der projektierten Antriebe kann in der Simulation nachgebildet werden. Je nachdem, welche Komponenten gerade verfügbar sind, können Motor, Servoumrichter oder der gesamte Antriebsstrang emuliert werden. Die Simulationstiefe ist dabei einstellbar und reicht von einfacher Bewegungssimulation bis hin zur Emulation der Antriebsregelkreise und zur Berechnung des Motortemperaturmodells. Der integrierte VNC-Server, der auch auf der Simulations-SPS «ARsim» aktiviert werden kann, sowie die Möglichkeit der Simulation der projektierten

Sicherheitstechnik runden das Bild von Automation Studio als einem durchgängigen Werkzeug für die simulationsbasierte Entwicklung ab. Modellbasierte Entwicklung durch Anbindung von Expertentools. Werkzeuge wie MATLAB, Simulink, Maple oder MapleSim bieten umfangreiche Möglichkeiten für den modellbasierten Entwurf und die Simulation komplexer Steuerungsfunktionen und Regelalgorithmen. Über Schnittstellen für den Import von automatisch generiertem Applikationscode und für den Export von Diagnosedaten profitiert der Automation Studio-Anwender direkt von den Möglichkeiten dieser mächtigen Tools. Damit wird auch die Simulation komplexer Regelungstechnik sowie Maschinensimulation in Form von Hardware-in-the-Loop-Modellen bei der Arbeit mit Automation Studio möglich. (ea) ●

B&R INDUSTRIE-AUTOMATION 8500 Frauenfeld, 052 728 00 55 office.ch@br-automation.com www.br-automation.com Hannover Messe: Halle 09, Stand D28 Maximale Flexibilität und vollständige Skalierbarkeit zeichnen die Simulation in Automation Studio aus – von der SPS über die Antriebstechnik bis hin zu Visualisierung und Safety kann die gesamte Applikation simuliert werden.

Dipl.-Ing. Philipp H. F. Wallner, MBA ist bei B&R als Global Technology Manager für Mechatronik und modellbasierte Entwicklung verantwortlich.


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Industrial Handling

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Thomas Visti (CCO, links) und Esben Østergaard (CTO) mit der neuen Version ihres Leichtbauroboters, dem UR10. (Bild: Eugen Albisser)

Besuch bei Universal Robots in Odense – im «Mekka» der dänischen Roboterindustrie

Der dänische Roboterarm Im 2009 bekam die Robotikindustrie eine Überraschung aus Dänemark zu sehen: den sechsgliedrigen Knickarmroboter UR5. Er ist handlich, flexibel einsetzbar, schnell programmiert und kostengünstig. Der Traum für KMUs, die sich bisher nicht ans Thema Roboter wagten. Nun kommt die zweite Variante auf den Markt, der mehr kann als Pick-and-Place. Ein Besuch beim Jungunternehmen Universal Robots im dänischen Odense. EUGEN ALBISSER

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en meisten Besuchern, die nach Odense kommen, wird nicht weiter auffallen, dass diese drittgrösste Stadt in Dänemark ein Mekka sein könnte. Sie kommen wegen der anmutigen Altstadt und besuchen dort das Geburtshaus des Märchenerzählers Hans Christian Andersen, das sehr klein ist, wie die meisten Gebäude in diesem Teil der Stadt. Weder der Märchenerzähler noch die winzigen Häuser haben eine spätere Generation davon abgehalten, realistisch und gross zu denken. Und so entstand in Odense das «Mekka» der dänischen Roboterindustrie. Eine grosse nationale Konkurrenz stand auf dem Weg zu diesem Titel zwar nicht im Wege, bereits das örtliche und international renommierte «Danish Technological Institute», wo rund 50 Leute die Robotikforschung vorantreiben, hätte wohl dazu verholfen. Doch so richtig gefestigt wurde die ehrenvolle Bezeichnung im 2005, als drei Ingenieure die Univer-

sal Robots gründeten, mit dem erklärten Ziel, Automatisierung mittels Robotern allen zugänglich zu machen. Esben Østergaard, einer der Gründer und heutige CTO dieses Spin-offs, arbeitete damals an seiner Dissertation über modulare Roboter. Er stellte zusammen mit den beiden anderen Gründern fest, dass «der Robotermarkt von schweren, teuren und komplexen Robotern geprägt war – gebaut von Ingenieuren für Ingenieure.» Die Mission des dänischen Jungunternehmens ist dementsprechend von robuster Einfachheit: «Wir wollen den kleinen und mittelständischen Unternehmen eine bezahlbare Automatisierungshilfe liefern», sagt Østergaard, und so einfach wie dieses Statement ist dieser Roboter geworden, der die monotonen Arbeiten in den KMU abschaffen soll. Dieser Knickroboterarm besitzt sechs Gelenke, die sich allesamt um 360 Grad drehen lassen, der Arbeitsradius beträgt 85 cm, die Geschwindigkeit bis zu 180° resp. 85 cm/s und die Wiederholgenauigkeit liegt bei +/–0,1 mm.

Für den kollaborierenden Betrieb entwickelt. Damit sind die wesentlichen Vorteile aber noch nicht verdeutlicht. Denn die oben genannten Spezifikationen sind keine Spitzenwerte, andere Leichtbauroboter sind schneller oder genauer oder gar beides zusammen. Dann aber kommen diese Punkte hinzu: Der sogenannte UR5 wiegt keine 20 Kilogramm und die Programmierung mit der grafischen Benutzeroberfläche auf dem Touchscreen ist so einfach, dass jeder die grundlegenden Kenntnisse selbst während eines kurzen Standbesuchs auf einer Messe sich aneignen kann. «Diese beiden Eigenschaften führen dazu, dass dieser Roboterarm gerade dort eingesetzt werden kann, wo er den höchsten Mehrwert schafft in der Firma», sagt Esben Østergaard, während er einen UR5 in der hellen und modernen Montagehalle in Bewegung setzt, und für den Kollisionstest bereitstellt. Denn der UR5 erfüllt die bisherigen Vorschriften (EN ISO 10218-1:2006) für den kollaborierenden Betrieb und stoppt automatisch, sobald eine Kraft von mehr als 150 Newton auf einen Körper einwirkt –


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was denn auch in der Vorführung ohne Zwischenfälle geschieht. «Wobei natürlich hinzuzufügen ist, dass eine Risikoabschätzung dennoch vorgenommen werden muss», warnt Østergaard. Bei 10 Newton und einem spitzen Werkzeug im Greifer hilft auch keine erfüllte EN ISO 10218-1:2006. Diese Norm übrigens dürfte zwar in Kürze überarbeitet werden, doch Universal Robots sieht den kollaborierende Betrieb seiner Roboter nicht in Gefahr. Bis 2013 global vertreten sein. Im hinteren Teil der Halle stehen Dutzende dieser Roboterarme in Reih und Glied und alle fahren ihre eingegebenen Koordinaten ab. Es ist ein fast geräuschloser Testlauf, den die Roboter durchlaufen, bevor sie ausgeliefert werden. Man findet sie heutzutage fast auf der ganzen Welt: in 34 Ländern sind 76 Vertriebspartner für die Dänen unterwegs. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass der erste Roboter Ende 2009 das Werk in Odense verliess. Dennoch ist eine Steigerung angesagt. Während im 2011 jährlich rund 400 Roboter das Werk in Odense verliessen, sollen es im 2012 das Doppelte oder gar bis zu 1000 Stück sein. Dabei sollen auch weitere Märkte abgedeckt werden. «Die USA zum Beispiel ist noch ein weisser Fleck auf unserer Verkaufskarte», sagt Thomas Visti, Vizepräsident und CCO bei der Firma.

Industrial Handling ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

Das Marktpotenzial solcher in jedem Sinne «handlich» einsetzbaren und kostengünstigen Roboter (Listenpreis des UR5: 22 000 Euro*) ist enorm. Ohne sich in Zahlen zu verlieren, meint Visti: «Wenn ich durch eine Produktionsfirma gehe, die mehr als sechs Mitarbeiter hat, dann sehe ich meist eine Möglichkeit, einen unserer Roboter so einzusetzen, dass er spätestens innerhalb eines Jahres amortisiert ist.» Die errechnete durchschnittliche Amortisationszeit betrage sogar weniger und läge zwischen sechs und acht Monaten. Neues Motorendesign und Prozesssoftware. Für die Dänen – die im Schnitt jeden Monat einen neuen Arbeitsplatz schaffen – ist also bereits die Abdeckung dieses Marktes mit einem einzigen Produkt ein riesiger Erfolg. Dennoch steht bereits eine neue Version bereit und zwei von ihnen befinden sich in der Montagehalle etwas abseits von den im Testbetrieb befindlichen UR5. Im Gegensatz zu ihren bereits etablierten Kollegen heben sie die schwere(re) Last. Während der UR5 seiner Bezeichnung gemäss eine Tragfähigkeit von 5 kg aufweist, sind es beim UR10 das Doppelte. Der Arbeitsradius beträgt 130 cm, das Eigengewicht 28,9 kg. Das Motorendesign wurde nebenbei komplett überarbeitet und als gewaltiger Sprung («das dürfte unse-

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ren Markt verdoppeln», lautet die Prognose von Thomas Visti) ist eine Prozesssoftware installiert, womit nun nicht nur Pick-and-Place-Aufgaben programmierbar sind. Der UR10 kann nun mit einer konstanten Geschwindigkeit auf einer Bahn fahren. «In einem Technologietransfer wird auch der UR5 zukünftig von diesen Entwicklungen profitieren», meint Visti. Die Nullserie des UR10 ist bereits angelaufen und in diesen Tagen beginnt die eigentliche Produktion. *Die Preise bei der Schweizer Vertretung Bachmann Engineering: 22 000 Euro, ab Lager Zofingen (EXW Zofingen), zuzüglich Verzollungs- und Transportkosten sowie Bereitstellungspauschale (650 Euro) . 32 000 CHF, inkl. Lieferung in der ganzen Schweiz und Inbetriebnahme sowie einer tägigen Kundenschulung. ●

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PROZESSTECHNIK

● Prozessüberwachung

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Explosionsgeschützte CCTV-Lösungen mit SNF-Technik

Ex-Kameras müssen handlich und flexibel sein In explosionsgefährdeten Bereichen ist Überwachungstechnik grundsätzlich nur in geschützter Ausführung einsetzbar. Anwender, die Kameras für CCTV-Systeme zur Standortsicherung, Anlagenbeobachtung oder sogar für Steuerungszwecke in Industrieprozessen installieren wollen, werden bislang meist mit schweren druckgekapselten Gehäusen konfrontiert. DR. JOHANNES HESPER

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uch in explosionsgeschützten Bereichen werden mangels Alternativen Standardkameras verwendet, für deren Betrieb in exponierter Lage unpraktische Schutzverkleidungen dieser Art trotz einer Reihe von Einschränkungen die einzige leicht verfügbare Lösung sind.

chen Funkenschlag mit sich, die in einer sensiblen Umgebungsatmosphäre mit gefährlichen Gasen oder Feststoff-Partikeln Explosionen auslösen können. Schutz davor können einerseits einige wenige Spezialmodelle bieten, die beispielsweise eine strikte Energiebegrenzung im System sicherstellen (eigensichere Kameras, Zündschutzart Ex i). Vereinzelt werden auch konstruktive Massnahmen wie der Verguss der Ka-

Schutzkonzept durch Stickstoff-befüllte Überdruckgehäuse. Eine grundsätzlich andere Zündschutzart – die Überdruckkapselung (Ex p) anstelle der druckfesten Kapselung (Ex d) – schafft typische Nachteile der konventionellen Lösungen aus dem Weg. R. Stahl stellt Kameras für explosionsgefährdete Bereiche vor, die mit einer einzigen Stickstoff-Befüllung lebenslang gewährleisten, dass ins geschützte Innere keine Gefah-

aufgebaut ist und sich für fast alle Arten von Kameras eine solche Lösung implementieren lässt. Ein druckfest gekapseltes Gehäuse (Zündschutzart Ex d) macht eine Kameraeinheit allerdings unweigerlich sehr schwer – typisch sind für leistungsfähige bewegliche Zoom-Kameras 30 bis 40 kg Gesamtgewicht. Die Geräte sind deshalb erstens allgemein unpraktisch in der Handhabung. Zweitens ist für die klobigen Einheiten manchmal einfach nicht genug Platz am gewünschten Einbauort gegeben. Soll eine Kamera im Ex d-Gehäuse geschwenkt oder geneigt werden, ist drittens durch die mit zu bewegende schwere Verkleidung aus-

Die EC-740-PTZ ist eine Ex-Kamera für extreme Einsatzbedingungen – zum Beispiel einen sehr breiten Umgebungstemperaturbereich von – 40 °C bis + 75 °C.

Mit der Videosoftware SeeTec können selbst grosse CCTV-Systeme mit hunderten von Kameras komfortabel gesteuert werden.

Kameras von R. Stahl in Zündschutzart Ex p werden einmalig mit Stickstoff befüllt; ein Drucksensor löst nur bei extremen Beschädigungen die Abschaltung aus.

renstoffe aus der Umgebungsatmosphäre dringen können. Dank der viel leichteren, beweglicheren und kompakteren Gehäuse sorgen derartige ÜberdruckSysteme für deutlich höhere Flexibilität bei der Platzierung und Verwendung von Kameras unterschiedlichster Formen und Grössen. Im Fall einer unvorhergesehenen Beschädigung schaltet ein Drucksensor im Gehäuse die Kameraelektrik ab, bevor eine Zündgefahr für die Umgebungsatmosphäre entstehen kann. Ex p-Kameras von R. Stahl auf Basis dieser sogenannten SNF-Technologie können mit vielfältiger zusätzlicher Hard- und Software zu beliebig komplexen und leistungsfähigen CCTV-Komplettlösungen kombiniert werden. Konventioneller Ex-Schutz hat Einschränkungen. Kameras bringen als elektrische Betriebsmittel potenziell Zündgefahren wie Wärmeentwicklung und mögli-

Die sehr leichte und kompakte EC-710 findet selbst in Anlagen und Maschinen mit besonders beengtem Einbauraum gut Platz. (Bilder: zvg)

meraelektrik im Gehäuse (Zündschutzart Ex m) als Lösung angeboten. Soll aber auf eine breite Auswahl an Typen, die nur als Standardkameras zur Verfügung stehen, zurückgegriffen werden, ist der Einbau von Standardtypen in massive Gehäuse die am weitesten verbreitete Praxis. Hierfür geeignete Gehäuse sind so ausgelegt, dass eine eventuelle Explosion im Inneren durch die verstärkten Aussenwände auf jeden Fall von der übrigen Umgebung abgeschirmt bleibt. Der prinzipielle Vorteil dieses Ansatzes ist, dass ein derartiges Gehäuse konstruktiv recht einfach

serdem ein starker Motor erforderlich, der einen beträchtlichen Energiebedarf – häufig 50 bis 80 Watt – aufweist. Das wuchtige Gehäuse und der starke Motor bringen viertens eine erhöhte Wärmeentwicklung mit sich und bieten schlechte Voraussetzungen zur Wärmeableitung, was die Verwendungsmöglichkeiten in nicht wenigen Anwendungen weiter einschränkt. Schliesslich kann sich auch Kondenswasser im Gehäuseinneren sammeln. Dadurch kann die Linse beschlagen oder sogar die Elektronik zerstört werden. Kameras mit sensorüberwachter Stickstoff-Füllung (SNF). Bei der Entwicklung einer Alternative stand daher im Mittelpunkt, einschlägige Nachteile solcher üblichen Systeme zu vermeiden. Erreicht wurde dieses Ziel mit der Verwendung überdruckgekapselter Gehäuse, das heisst Einsatz der Zündschutzart Ex p und


technica 4.2012

der Befüllung dieser Gehäuse mit Stickstoff. Die so realisierten Kameraeinheiten fallen insgesamt erheblich leichter aus, sind extrem temperaturtolerant und zudem hundertprozentig gas- und wasserdicht. Im Produktspektrum von R. Stahl liegt das Gewicht der Ex p-Ausführungen je nach verwendetem Kameratyp zwischen 0,6 und 15 kg. Selbst die schwerste Variante, eine leistungsfähige PTZ-Kamera in Edelstahlausführung, bleibt handlich genug, um problemlos von einer Person montiert zu werden. Der gute Wärmeaustausch über die robusten, mechanisch äusserst unempfindlichen Gehäuse (Werkstoff 316L) erlaubt Einsätze in einem sehr breiten Umgebungstemperaturbereich von – 40 °C bis + 75 °C. Lebensdauer und Betriebszeit bleiben dank Schutzart IP68 bzw. IP69K auch bei dauerhaft besonders rauen Witterungsbedingungen unbeeinträchtigt – ob im Wüstenklima mit Sandstürmen oder in maritimer Umgebung mit aggressiver, stark salzhaltiger Atmosphäre. Stickstoff eignet sich als Schutzgas für diese Ex-Gehäuse ideal, da er sowohl nicht brennbar als auch sehr reaktionsträge ist. Im Kamera-Inneren herrscht ein permanenter Überdruck, durch den das Eindringen gefährlicher Gase aus der Umgebungsatmosphäre ausgeschlossen ist. Anders als viele Gehäuse mit Überdruckkapselung müssen diese SNF-Systeme (SNF = «sensor-controlled nitrogen filling») nicht wiederholt oder ständig gespült werden: Die Kameragehäuse aus hauseigener Fertigung sind mit so exakten Toleranzen hergestellt, dass eine einmalige Stickstoffbefüllung lebenslang einen sicheren Betrieb erlaubt. Feste Zuleitungen oder Ventile zum Nachführen von Gas, wie sie bei der Schutzart Ex p sonst notwendig sind, sind an SNF-Systemen also nicht erforderlich. Lediglich eine massive mechanische Beschädigung kann zu einem Ausfall führen. Ein serienmässig im Inneren jedes Gehäuses

Prozessmesstechnik ●

integrierter Drucksensor sorgt in diesem Fall dafür, dass das betroffene Gerät umgehend stromlos geschaltet wird. Kameraspektrum für viele Aufgaben. Zunehmend werden mit CCTV-Systemen nicht mehr nur sicherheitsrelevante Bereiche überwacht und Personal in Gefahrenbereichen und anderswo aus der Leitwarte gesichert und unterstützt. Vielmehr werden vermehrt auch Prozesse aus der Ferne inspiziert, die sich mit anderer Sensorik schlecht automatisiert überwachen lassen. Gerade für solche Aufgaben sind sehr kompakte Ex-geschützte Kameras mit kleinen Abmessungen und geringem Gewicht immer stärker gefragt. R. Stahl liefert für enge Einbauräume die kugelförmige EC-710, deren Durchmesser nur 55 mm beträgt. Für klassische CCTV-Aufgaben – von der Zutrittskontrolle zu Betriebsbereichen über die Sicherung von Be- und Entladevorgängen bis hin zur Überwachung der Landung von Hubschraubern an Deck von OffshorePlattformen – gibt es eine Reihe gut geeigneter Kameratypen. Die intelligente EC-750 Dome-Kamera zum Beispiel ist um 360° drehbar. Sie kann bei Bedarf über eine eigene IP-Schnittstelle direkt in digitale Netze integriert werden. Die EC-740 wiederum wurde speziell auf Extrembedingungen ausgelegt und ist unter anderem mit einem beheizten Linsenglas ausgestattet. Dieser Typ ist sowohl als reine Zoom-Ausführung als auch als Kamera mit vollwertiger PTZ-Funktion (Pan, Tilt, Zoom) erhältlich. Und auch bei sehr schwierigen Witterungsbedingungen oder nachts können mit der EC-800-Wärmebild-Kamera Objekte und Personen über grosse Distanzen von mehr als 400 m zuverlässig beobachtet werden. Leistungsfähige, beliebig komplexe CCTV-Komplettlösungen. Zur Vernetzung der Geräte und Verarbeitung

PROZESSTECHNIK

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der Bildsignale stehen unterschiedlich komplexe Hardund Software-Lösungen zur Verfügung. Sehr einfache Systeme können auf Wunsch klassisch konventionell verkabelt und ein analoges Bildsignal gegebenenfalls nur an genau einen Monitor übertragen werden. Am anderen Ende des Leistungsspektrums gibt es die Option, Hunderte IP-fähiger Kameras zu installieren, die ihre Signale in ein Netzwerk einspeisen. In diesem können dann Bedienstationen aller Art auf die Videodaten zugreifen. Für viele kleine und mittlere CCTVSysteme ist die Videosoftware ISview gut geeignet, die an einem Monitor Live-Signale von bis zu zwölf Bildquellen in Multiple-Quad-Ansicht darstellen kann. Alternativ können umschaltbare Einzelanzeigen im Fenster- oder Vollbildmodus laufen. Neben IP-Kameras lassen sich mit ISview auch Videoserver einbinden. Für äusserst komplexe Safety- und Security-Systeme hingegen – mit zahlreichen Kameras und zum Beispiel auch mit unterschiedlichen User-Leveln – kann die Videosoftware SeeTec zum Einsatz kommen. Sie integriert zwischen fünf bis über 1000 Kameras einschliesslich Steuerungsmöglichkeiten unterschiedlicher Komponenten. Auf Wunsch können mit diesem System manipulationssichere Aufzeichnungen über viele Tage hinweg gewährleistet werden. Als Zubehör für CCTV-Systeme rund um die Ex p-Kameras sind unter anderem Switches und Klemmenkästen in Ex-geschützter Ausführung sowie verschiedene Eingabegeräte von der Tastatur bis zum Joystick für PTZ-Kameras lieferbar. ●

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PROZESSTECHNIK

● Prozesssteuerungen

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Bei industriellen Prozessen tragen effiziente Leitsysteme zur Steigerung der Produktivität bei.

Freelance kombiniert Prozessleitsystem und SPS

Leitsystem für die Prozessindustrie Freelance kombiniert die Vorteile beider Welten – Prozessleitsystem und SPS. Es bietet die kleine Bauform und den günstigen Preis einer SPS mit der kompletten Funktionalität eines Prozessleitsystems. Die integrierte Umgebung vereinfacht Engineering, Inbetriebnahme, Wartung und Feldbus-Management. Die intuitive Bedieneroberfläche ermöglicht einfache Bedienung und Diagnose des gesamten Systems.

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hDie Zielsetzung von Unternehmen in der Prozessindustrie ist klar definiert: Mehr Automatisierung bei weniger Aufwand. Mit diesem Grundgedanken hat ABB die Klasse der kompakten, skalierbaren Leitsysteme neu definiert und wurde so für viele zum Trendsetter in der Branche. Die weltweite Erfolgsstory von Freelance beeindruckt heute durch mehr als fünfzehntausend Applikationen in allen Industriebereichen. Freelance bietet leistungsstarke Automatisierungsfunktionen und ist nicht nur kostengünstig im Hinblick auf die Hard- und Software, sondern auch besonders leicht zu bedienen. Durch sein fortschrittliches Design ist das Leitsystem Freelance bestens geeignet für zahlreiche Applikationen in Energie- und Prozessanlagen sowie in Anlagen aus dem Bereich der Umwelttechnik.

Vorkonfigurierte Komponenten für die Leitebene. Das Prozessleitsystem Freelance kombiniert benutzerfreundliches Engineering mit einer offenen, moder-

nen Systemarchitektur. Konkret bedeutet dies: • Nur ein Werkzeug für Engineering, Inbetriebnahme und Diagnose • Vollständige Integration des Feldbus-Managements in das Leitsystem-Engineering • Integration von Prozessautomatisierung und Prozesselektrifizierung • Einsparpotenzial bei Engineering, Inbetriebnahme, Test, Service und Instandhaltung • Feldnahe Montage: Reduzierung von Feldverdrahtung und Platzbedarf Das Engineering der Leitebene DigiVis ist relativ einfach. Zu den vorkonfigurierten Visualisierungskomponenten zählen: • Einblendbilder (Faceplates) • Moduldiagnose • Erweiterte Funktionen für die Störungsbehebung • Automatisch erzeugte Ablaufdiagramme • Automatisch erzeugte Systemkommunikation • Ereignisliste und Alarmzeile • Trendkurvendarstellungen mit Langzeit-Archivierung

Diese Komponenten sind sofort einsatzbereit. Die zeitaufwändige manuelle Konfiguration entfällt. Skalierbare Controller. Die beiden Controller AC 700F und AC 800F bilden das Herzstück von Freelance. AC 700F ist ein Controller mit einem geringen Platzbedarf und direkten S700 I/O-Modulen sowie Unterstützung für Profibus. Der AC 800F Controller kann mit bis zu vier Feldbusmodulen, bei Bedarf sogar unterschiedlichen Typs, bestückt werden. Der AC 700F Controller erweitert die Skalierbarkeit von Freelance für kleinere Anlagen. Das Freelance Controller-Angebot lässt Spielraum für optimierte Skalierbarkeit und ermöglicht somit den Einsatz in Anlagen mit nur einigen wenigen bis hin zu mehreren Tausend Signalen. Beide Controller-Typen können auch mehrfach in einem System verwendet werden. Beide Freelance Controller eignen sich sowohl zur Montage im Schaltraum als auch in Unterverteilern direkt im Feld.


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Benutzerfreundliches Engineering. Mit nur einem Engineering-Tool, dem Control Builder F, werden sämtliche Aufgaben einfach erledigt – Konfiguration der Controller und der Bedienoberfläche sowie Feldbus-Management. Alle fünf Programmiersprachen gemäss IEC 61131-3 stehen zur Verfügung. Insbesondere die geringe Einarbeitungszeit wird von Anwendern sehr geschätzt. Unterstützt durch die systemweit einheitliche Datenbasis und die Querverweisfunktionen ermöglicht Control Builder F in komfortabler Weise die gesamte System-Konfiguration. Dazu gehören: • Konfiguration und Parametrierung der Feldgeräte und der I/Os • Einstellung von Bustopologie und -parametern, wie z. B. Übertragungsraten und Adressen Control Builder F kann mit beiden Controller-Typen (AC 700F und AC 800F) verwendet werden. Freelance bietet Unterstützung für FDT/DTM sowie für benutzerdefinierte Hardware-Vorlagen (Templates) zur effizienten Konfiguration bzw. Instandhaltung von Feldgeräten. Auf diese Weise entfällt die mühsame Einbindung von Gerätestammdateien. Neben intuitiven, grafischen Parametrisierungsdialogen für intelligente Feldgeräte bietet ein DTM beispielsweise auch umfassende Diagnosefunktionen für eine effiziente Instandhaltung. Struktur der Feldebene. Für die Feldebene bietet ABB eine umfassende Auswahl an Geräten, die bestens auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmt sind. Dank etablierter Kommunikationsstandards ist deren Einbindung in Freelance sehr einfach. Über Profibus mit den Controllern AC 700F oder AC 800F lassen sich intelligente Feldgeräte direkt mit dem Feldbus oder auch mithilfe von Remote I/Os in das System integrieren. Nach dem Motto Plug & Produce ermöglicht Freelance die Integration aller gängigen Feldbusse – der Anwender kann somit frei über den Feldbustyp entscheiden. Dabei können unterschiedliche Feldbustypen auch parallel in einem Controller betrieben werden. Ein echter Vorteil, wenn die Aufgabenstellung vorgibt, welcher Feldbustyp jeweils zum Einsatz kommen soll. Jederzeit ausbaubar. Die seit mehreren Jahren im industriellen Einsatz bewährte Technik erfüllt höchste Ansprüche an die Verfügbarkeit. Auf allen Ebenen kann die Hardware redundant ausgelegt werden. Dazu zählen die redundanten Feldbusmodule, redundante Feldbuslinien sowie Netzwerk- und Controller-Redundanz. Und die Anlage ist jederzeit ausbaubar: Von kleinen Aggregaten mit vielleicht acht Signalen bis hin zu grösseren Anlagen mit mehr als 10 000 Signalen: Freelance wächst mit der Anlage und kann jederzeit sehr einfach bedarfsgerecht erweitert werden. Life Cycle Management. Mit dem Automation-Sentinel-Programm kann die Leitsystemsoftware immer auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Prozesssteuerungen ●

PROZESSTECHNIK

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Die Leitwarte: mehr Automatisierung bei weniger Aufwand.

Gleichzeitig schafft Automation Sentinel einen flexiblen Weg hin zu den neuesten Systemsoftwaretechnologien. Automation Sentinel hilft bei der Verwaltung der Assets der Automatisierungssoftware und bietet die zeitnahe Bereitstellung aktueller Systemsoftware-Releases. Damit kann die Produktivität der Anlage gesteigert, können die Supportkosten gesenkt und kann die Software einfacher verwaltet werden. Die Migration von herkömmlichen Leitsystemen hin zu Freelance bietet einfachstes System-Handling und niedrigere Instandhaltungskosten. Ein umfassender Kundenservice. Service bedeutet eine lohnende Investition in die permanente Maximierung und Optimierung von Verfügbarkeit, Performance, Qualität und Sicherheit einer Anlage. Die Support-Leistungen von ABB erstrecken sich auf die folgenden Bereiche: • Customer Support Services • Training • Ersatzteile & Logistics, Repair Shops

• Process, Application & Consulting Services Durch die damit verbundene Spezialisierung unserer Mitarbeiter gewährleisten wir ein Höchstmass an Kompetenz bei der Erfüllung der jeweiligen Aufgabe. Ob klassischer Service-Support, wie Inbetriebnahme und Wartung, oder individuelle Beratungsleistungen – das Ergebnis ist ein messbarer Kundennutzen. Mit dem umfassenden Life Cycle Service ist ABB in der Lage, die Wertschöpfung der Anlage über die gesamte Lebensdauer zu verbessern. Durch den klassischen, reaktiven Service lässt sich im Störungsfall die Produktionsausfallzeit reduzieren. Der Einsatz neuer Technologien bietet immer mehr Möglichkeiten präventiver Servicemassnahmen, um kostenintensive Störungsfälle im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden. ● ABB SCHWEIZ AG Prozessautomation/ Life Cycle Service 5405 Baden-Dättwil, 058 585 00 00 peter.lieberherr@ch.abb.com, www.abb.ch

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PROZESSTECHNIK

● Prozessüberwachung

4.2012 technica

Invasive Temperaturmessung in pharmazeutischen Prozessen

Temperatur als wichtigste Prozessgrösse In der pharmazeutischen Produktion ist die Temperatur eine der wichtigsten Verfahrensparameter. Sie spielt eine zentrale Rolle sowohl im Upstream- als auch im Downstreambereich. So hängt z. B. das Zellwachstum bei biotechnologisch hergestellten Wirkstoffen entscheidend von der Temperatur ab. Auch im weiteren Verlauf der Prozesskette bis hin zur Reinigung und Sterilisation ist die Temperatur ein entscheidender Qualitätsfaktor. JOACHIM ZIPP

F

ür die sterilen Prozesse werden höchste Anforderungen an das Hygienic Design der Thermometer gestellt. Ein wichtiger Grundsatz ist, dass die Messgeräte möglichst genau den Messwert erfassen und gleichzeitig durch ihr Design alle grundlegenden Anforderungen aus der sterilen Produktion erfüllen müssen. Hierzu gehört die leichte Reinigbarkeit aller produktberührten Bauteile. Ein wichtiger Punkt ist die selbstentleerende Gestaltung der Messgeräte, damit letzte Produktreste aus den Rohrleitungen leicht ausgefahren werden können. Die Sensoreinbindung muss möglichst totraum- und spaltfrei erfolgen, um Ablagerungen bzw. einer Biofilmbildung keine Angriffsfläche zu bieten und eine rückstandsfreie Reinigung zu ermöglichen.

Massgebende Standards. Einen Standard für die Gestaltung der leichten Reinigbarkeit von Messgeräten gibt es aus dem amerikanischen Raum durch die 3-A Sanitary Standards Inc. Hier wird vorgegeben, wie Messgeräte konstruiert sein müssen und welche Materialien und Oberflächen geeignet sind. Sie spielt im pharmazeutischen Bereich eine wichtige Rolle, da die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) auf diese Gestaltungsrichtlinien hinweist. Bestätigt wird die Ein-

haltung der 3-A-Standards mit einer Thrid Party Verification (TPV), was im Prinzip einem Audit durch einen unabhängigen Prüfer entspricht. Für den Anwender einer Pharmaproduktion ist es daher empfehlenswert, entsprechend zertifizierte Messgeräte einzusetzen. Bei einer FDA-Auditierung dient dies als Nachweis für ein gutes Hygienic Design. Im europäischen Raum empfiehlt die European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) Richtlinien und Gestaltungskriterien für ein optimal reinigbares Design. Für einen Nachweis der guten Reinigbarkeit hält die EHEDG zusätzlich noch einen Test bereit. Temperaturmessgeräte müssen demnach die EHEDG-Richtlinien einhalten und den Reinigbarkeitstest bestehen. Erst dann werden die Thermometer EHEDG zertifiziert. Für den Betreiber einer Anlage hat dies den Vorteil, dass das eingesetzte Equipment nicht nur dem Papier nach gut reinigbar ist, sondern die gute Reinigbarkeit praktisch nachgewiesen wurde.

vom Anlagenbetreiber eine regelmässige Kalibrierung durchgeführt werden, ohne danach die Anlage wieder sterilisieren und die Reinigung validieren zu müssen. Das Sterilisieren und anschliessende Validieren der Reinigung kann in der Praxis zu erheblichen Kosten führen, die den Wert der eingesetzten Messgeräte oftmals deutlich überschreiten. Um die Summe dieser Forderungen zu erfüllen, entwickelte Wika ein spezielles Produktprogramm

Schutzrohre als zweckdienliche Lösung. Bei Temperaturmessgeräten können die Anforderungen aus dem hygienischen Design zweckdienlich mithilfe von Schutzrohren umgesetzt werden. Zusätzlich vermeiden Schutzrohre den Kontakt des Sensors mit dem Messmedium. Mithilfe eines austauschbaren Messeinsatzes sind die Messgeräte kalibrierbar, ohne den Prozess zu öffnen. Dadurch kann

Typ TR22-B Widerstandsthermometer zum orbitalen Einschweissen. (Bilder: zvg)

Aufbau eines Widerstandsthermometers.

für die pharmazeutische Industrie. Für die Einbindung der Temperaturfühler in Rohrleitungen steht ein spezielles Schutzrohr zur Verfügung, das alle Anforderungen aus der sterilen Verfahrenstechnik optimal umsetzt. So erfolgt die Integration des Schutzrohres in die Rohrleitung mittels des Orbitalschweissverfahrens und ist somit mit einer definierten und sauberen Schweissnaht schnell und kostengünstig auszuführen. Zur Einbindung des Messgerätes in die Rohrleitung ist keine produktberührte Dichtung notwendig. Betrachtet man die Kosten für hochwertige Dichtungen und den dazugehörigen Aufwand, diese regelmässig zu tauschen sowie den zugehörigen Dokumentationsaufwand,


Schall macht Messen für Märkte technica 4.2012

Prozessüberwachung ●

Vergleich: Neues totraumfreies Schutzrohr zum orbitalen Einschweissen mit bisherigem Schutzrohr.

spart der Anlagenbetreiber jährlich einige Hundert Euro pro Messstelle. Totraumfreies Design bringt Vorteile. Das Hauptaugenmerk hinsichtlich einer optimierten hygienegerechten Gestaltung liegt aber im neuartigen, patentieren, totraumfreien Design der prozessinvasiven Elemente. Durch die Eindrückung des Rohrkörpers zur Adaption der Sensorschutzhülse wird eine Totraumbildung vermieden, wie sie bei der bisher üblichen Aushalsung eines Rohrkörpers entsteht. Dadurch wird zum einen einer Ablagerung von Produkt oder Reinigungsmedium im Vorhinein entgegengewirkt, zum anderen die Entleerbarkeit und Reinigung massgeblich erleichtert und damit der Reinigungsprozess wesentlich sicherer. In Summe wird somit das Hygienerisiko, das von einem Temperaturfühler ausgehen kann, minimiert. Darüber hinaus erhöht das Schutzrohr in seiner Geräteklasse in einzigartiger Weise die Freiheitsgrade des Anlagenplaners bezüglich Einbauposition, da die Entleerung und Reinigbarkeit durch das optimierte Hygienic Design bei beliebiger Einbausituation gewährleistet ist. Dies ist ein wesentlicher Vorteil, der insbesondere bei beengten Einbausituationen oder kompakt auszulegenden Anlagen zum Tragen kommt. Für die pharmazeutische Produktion werden kompakte Anlagen bevorzugt, da diese häufig in Reinräumen stehen und dort der Raum für Anlagen begrenzt und relativ teuer ist. Auf die Temperatur im Kern kommt es an. Mithilfe des Schutzrohres kann der Sensor in die Mitte des Rohres bzw. des strömenden Mediums gebracht werden. Wird die Strömung in einem Rohr betrachtet und somit die Temperaturverteilung in dem fliessenden Produkt, so kann selbst bei turbu-

PROZESSTECHNIK

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lenter Strömung festgestellt werden, dass die Temperatur im Kern wesentlich höher ist als an der Rohrwandung. Je nach Strömungsverhältnissen und Temperaturdifferenz zwischen der Umgebung und dem in der Rohrleitung fliessenden Medium können Temperaturabweichungen bis weit über 5 Kelvin erreicht werden. Deshalb ist für eine genaue Messung die Erfassung der Temperatur im Kern der Strömung extrem wichtig. Nur eine genaue Erfassung der Prozessdaten erlaubt eine optimale Ausnutzung von Prozesswärme und mindert den Energieeinsatz für die Erwärmung der Wirkstoffe sowie während der Reinigung und Sterilisation. Für sterile Behälter, z. B. Fermenter oder Tanks, werden Schutzrohre verwendet, die in die Behälterwand eingeschweisst werden können. Soll das Schutzrohr in einen Deckel integriert werden, kann ein gerades Design verwendet werden. Das Schutzrohr wird dann von der Innenseite in den Deckel eingeschweisst. Die Schweissnaht wird danach gemäss den Richtlinien des Hygienic Designs verschliffen und passiviert. Insbesondere für den Einbau in eine Tankwand kann mithilfe einer am Schutzrohr angebrachten Einschweisskugel das Schutzrohr vor dem Schweissen einfach ausgerichtet werden. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn im Behälter weitere Einbauteile zu finden sind, wie z. B. Rührer oder Leitbleche. Damit kann das Schutzrohr mit genügend Abstand zu den Einbauteilen ausgerichtet und auch hier von innen verschweisst werden. Durch die Kugel werden bereits im Innenbereich für das hygienische Design notwendige Radien vorgegeben. Auch hier gelten die gleichen Vorteile wie beim Schutzrohr für Rohrleitungen: keine zusätzlichen Dichtungen, gutes Hygienic Design, einfache Kalibrierung, ohne den Prozess zu öffnen, sowie eine hohe Messgenauigkeit durch die Temperaturerfassung im Kern des Produktes. Im Hinblick auf eine pharmagerechte Auslegung einer Temperaturmessstelle sollte bereits in der Planungsphase einer Anlage darauf geachtet werden, dass rechtzeitig ein geeigneter Lieferant für Temperaturmesstechnik eingebunden wird. Nur so gelingt es, die Messstellen für die Produktionsanlagen auf dem neuesten Stand der Technik zu planen und das Optimum aus Messtechnik und Hygienic Design für den wirtschaftlichen und sicheren Betrieb in der Pharmaproduktion zu nutzen. ●

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PROZESSTECHNIK

● Pumpen und Ventile

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Rückschlagventile für dauerhafte Prozesssicherheit in der Chemikalienaufbereitung

Herausforderung gemeistert Eine neue, intelligente Ventillösung zur Verhinderung des Medienrückflusses in Rohrleitungssystemen eröffnet zahlreiche wartungsfreundliche, sichere und effizienzsteigernde Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie.

D

bei unterschiedlichen Kunden ein, um durch eine intensive Zusammenarbeit von Anwender und Hersteller noch während dem Entwicklungsprozess realitätsnahe Prüfungsergebnisse zu gewinnen. GF Piping Systems stellte die neuen Rückschlagventile in verschiedenen Ausführungen bereits zwei Jahre vor der Serienreife einem Kunden aus der chemischen Prozessindustrie für Feldtests im Abwasserneutralisationsprozess zur Verfügung.

ie störungsfreie Rückflussverhinderung stellt für Rückschlagventile in der chemischen Prozessindustrie eine grosse Herausforderung dar: Durch mechanische und chemische Beanspruchung der Ventilkomponenten unterliegen die Ventile einem erheblichen Verschleiss. Dass dieses Problem durch ein innovatives Ventilkonzept zu meistern ist, beweist die neue Generation Rückschlagventile von GF Piping Systems beim Einsatz im Aufbereitungsprozess in der chemischen Industrie. GF Piping Systems bedient eine Vielfalt von Anwendungen und Industrien, darunter Gebäudetechnik, chemische Prozessindustrie, Food & Beverage, Mikroelektronik, Schiffsbau, Wasser- und Gasversorgung sowie Wasseraufbereitung. In der chemischen Prozessindustrie liegt der Fokus auf der Chemikalienproduktion, dem Chemikalienhandel und der Oberflächenbearbeitung. Ein weiteres wichtiges Schwerpunktgebiet von GF Piping Systems ist die Wasseraufbereitung.

Praxisnahe Feldtests während der Entwicklung. Bei der Entwicklung der neuen Rückschlagventile standen zwei Problemstellungen im Vordergrund: Wie lässt sich eine bestens etablierte Produktgattung noch sicherer gestalten? Wie reduzieren wir den Verschleiss der bewegten Teile und minimieren den Wartungsaufwand? Die Lösung besteht aus einem völlig neu entwickelten Design für das Innenleben des Ventils.

Risszeichnung Kegeldesign.

Jede Neuentwicklung muss in erster Linie die Anforderungen der Praxis erfüllen. Deshalb war die kontinuierliche Prüfung der Ventile unter möglichst praxisnahen Bedingungen einer der wichtigsten Meilensteine des Entwicklungsprojekts. Neben den Laborprüfungen setzte man die Ventile in Feldtests

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Schlüsselprozess Abwasseraufbereitung. Die Abwasseraufbereitung ist ein wichtiger Prozess zur Einhaltung der Wasserqualität. Damit das Abwasser in die Kanalisation eingeleitet werden kann, müssen strenge Vorschriften eingehalten werden. Die Gesetze verlangen in den heutigen Aufbereitungsanlagen modernste Technologien. Abfall entsteht in jeder Industrie. Er wird entweder als Feststoff, als Metall, als Säure, Base, Lauge oder als organischer Stoff eingestuft. Im Fall von Abwasser basiert die Klassifizierung auf einem Aufbereitungsprozess, der mit Instrumenten überwacht werden sollte. Der Prozess beginnt, wenn das Wasser die Aufbereitungsanlage erreicht und endet, wenn es sauber aufbereitet die Anlage verlässt. Die Anlage neutralisiert chemisch belastete Abwässer mittels Säuren oder Laugen. Der gewünschte pH-Bereich lässt sich durch die Anlagesteuerung vorgeben und wird bei der Endkontrolle in der Kanalleitung überprüft und festgehalten. Bei der Aufbereitung werden die Abwässer aus


Pumpen und Ventile ●

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PROZESSTECHNIK

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grossen Tanks in die Anlage gepumpt. Für den Schutz der Pumpen sorgen Rückschlagventile. Hier glänzt die neue Generation Rückschlagventile durch ihre Materialvielfalt und der damit gewonnenen chemischen Beständigkeit: Die gusseisernen Rückschlagventile, die der Kunde bisher einsetzte, waren sehr starkem Verschleiss ausgesetzt. Die Ventile versagten regelmässig im Abstand von einigen Monaten und der Prozess musste für die Wartungsarbeiten jeweils ausserplanmässig unterbrochen werden. Kundenbedürfnis fliesst in Neuentwicklung ein. Der Anwender des Prozesses ist auf Georg Fischer zugetreten. Er wünschte eine Lösung, um den Verschleiss der Rückschlagventile zu reduzieren. Dadurch sollte die Lebensdauer der Anlage erhöht und der Wartungsaufwand verringert werden. Dies war der perfekte Ansatzpunkt, die Erfahrungen des Anwenders in den Entwicklungsprozess einfliessen zu lassen.

herigen Generation erhöhten wir um 25 Prozent. Mehr noch: Ein Verklemmen des Schliesskörpers ist praktisch ausgeschlossen, da der Kegel zweifach gelagert ist. Dadurch ist die Prozesssicherheit in der Aufbereitungsanlage sichergestellt. Ein weiterer positiver Effekt der neuen Kontur des Kegels: Das Ventil lässt sich ab sofort optional mit einer Rückstellfeder ausrüsten und kann so für völlig neuartige Anwendungen eingesetzt werden. Mit der Rückstellfeder bestückt, kann das Rückschlagventil praktisch in jeder Position lageunabhängig eingebaut werden. Um eine möglichst lange Lebensdauer der Ventile mit Feder zu gewährleisten, ist die Feder zudem in drei verschiedenen Werkstoffen erhältlich: Edelstahl (V2A), Nimonic90® und mit Halar (ECTFE) ummantelter Edelstahl. Ein zweiter wichtiger Faktor für die Ausfallsicherheit eines Rückschlagventils sind die Elastomerdichtungen. Hierbei setzt GF Piping Systems auf eine Weiterentwicklung der bewährten Profildichtung aus der Vorgängergeneration. Die erstklassige chemische Beständigkeit der Elastomere (EPDM und FPM) bewährt sich auch in den neuen Ventilen. Zusätzlich optimierten wir das Profil der Dichtung. Zusammen mit dem patentierten Kegeldesign ist eine hundertprozentige Dichtheit gewährleistet: Das Profil der Fläche des Kegels, die auf den Dichtring trifft, ist kugelförmig. Dadurch ist bei leichter Auslenkung des Kegels sichergestellt, dass das Ventil keinerlei Leckage zulässt und somit die Pumpe vor dem Rücklauf des Prozessmediums schützt.

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Rückschlagventil mit Klebemuffe. (Bilder: Georg Fischer Piping Systems, 2011)

Rückschlagventile im Speziellen unterliegen verschiedenen Verschleissfaktoren: mechanische Beanspruchung durch hohe Durchflussgeschwindigkeiten, Druckschläge in der Rohrleitung sowie chemischer Angriff auf die Ventilkomponenten wie beispielsweise Elastomerdichtungen. Die Auswirkungen sind verheerend für die Prozesssteuerung – angefangen von einer kleinen Leckage, verursacht durch ein Quellen der Elastomerdichtung, bis hin zum Verklemmen der Ventilkomponenten und dem daraus resultierenden Komplettausfall des Ventils. Schliesskörper mit neuem Design. Genau diese Erfahrungen sind in die Ventilentwicklung eingeflossen. Der Schliesskörper wurde hydrodynamisch optimiert. Damit minimierten wir den Druckverlust, und der Durchfluss des Ventils im Vergleich zur bis-

Neues Ventil bewährt sich im Feldtest. Viele dieser Ventileigenschaften konnten durch Feldtests verifiziert und verbessert werden. Das Ergebnis, die neu entwickelte Rückschlagventilgeneration von GF Piping Systems, schützt heute die Pumpen im Wasseraufbereitungsprozess des Kunden unter schwierigsten Bedingungen sicher und zuverlässig. Insgesamt wurde das Ventil in dieser Anwendung über 25 000 Stunden getestet. Mehr als 11 000 erfolgreich absolvierte Teststunden nach der letzten Konstruktionsanpassung bestätigen die Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit des neuen Ventils. Parallel zu den Entwicklungsarbeiten wurde Patentschutz für das neue Design angemeldet und im Frühjahr 2011 schliesslich erteilt. ●

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MESSTECHNIK

● Messdatenverarbeitung

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National Instruments – Überwachungsanwendung auf der CompactRIO-Plattform

Kritische Maschinen überwachen Da die vorbeugende Wartung bei abrupten Drehbewegungen schlecht mit der traditionellen Schwingungsanalyse gemessen werden kann, braucht es einen anderen Ansatz. Dieses Problem ging man in Chile beim Tagebau an, damit die elektromechanischen Schaufeln der Bagger konstant überwacht werden können. DANIEL RAMÍREZ

E

lektromechanische Schaufeln für den Tagebau sind riesige, mobile Maschinen, die zur Beladung von Muldenkippern verwendet werden, die Eisenerz zu den Verarbeitungsanlagen transportieren. Gewöhnlich liegt das Verhältnis von Schaufel zu Muldenkipper bei etwa 1 zu 12, weshalb sich ein Ausfall direkt auf die Produktion auswirkt – und dies mit erheblichen Folgen. Somit gelten elektromechanische Schaufeln als kritische Maschinen. Für gewöhnlich ist es schwierig, Zustandsüberwachung und vorbeugende Massnahmen bei diesen elektromechanischen Schaufeln zu implementieren. Grund dafür sind unzureichende Analysealgorithmen und Ausrüstung sowie die raue Umgebung. Die traditionelle Schwingungsanalyse – das wichtigste Werkzeug für die vorbeugende Wartung bei rotierenden Maschinen –, die von konventioneller Ausrüstung ausgeführt wird, beruht auf der Fast-Fourier-Transformation, welche von einer konstanten Drehgeschwindigkeit ausgeht. Für die Schaufel eignet sich das allerdings nicht. Daher ist ein anderer Ansatz erforderlich.

Vorausschauend und aktiv. Aus dem dringenden Bedarf, von einer reaktiven und vorbeugenden

Wartungsstrategie zu einer vorausschauenden und aktiven Strategie zu wechseln, entstand SiAMFlex, das Advanced System for Flexible Monitoring. SiAMFlex war ursprünglich eine Initiative von Professor Pedro Saavedra der University of Concepción, Chile, die mit Forschungen für die Entwicklung eines Algorithmus zur Schwingungsanalyse begann, der sich für die Schwingungssignale elektromechanischer Schaufeln eignet. Die zweite Stufe nach Fertigstellung des Algorithmus umfasste die Implementierung dieser Technik als Kern eines Dauerüberwachungssystems. Jetzt wird SiAMFlex von CADETECH unterstützt und aktualisiert, um dieses Werkzeug zu pflegen. Die integirerte Ausstattung. Das Überwachungssystem besteht aus integrierter Ausrüstung für die Schaufeln, einem externen Server, Rechnern und Ausstattung für ein Drahtlosnetzwerk. Zur integrierten Ausstattung der Schaufel gehören: – das CompactRIO-System mit dem Embedded-Chassis NI cRIO-9014 (8 Steckplätze) – das Modul NI 9233 für Schwingungsmessungen – das Modul NI 9237 für dy-

namische Dehnungsmessungen – das Modul NI 9422 für präzise, hochauflösende Drehzahldaten – das Modul NI 9205 für ergänzende Signale vom Steuersystem der Schaufel – piezoelektrische Beschleunigungssensoren an den wichtigsten Rotationskomponenten der Schaufel (Motoren und Getriebe) – Dehnungsmessstreifen an den wichtigsten Strukturkomponenten der Schaufel – Inkrementaldrehgeber an den Hauptmotoren – Ausstattung für ein Drahtlosnetzwerk – Ausstattung für die Leistungsanalyse Die Messdatenaufzeichnung. Das CompactRIO-System erfasst simultane Signale von Beschleunigungsmessern, Drehgebern und Dehnungsmessstreifen. Schwingungs- und Dehnungssignale wer-

Signale werden in regelmässigen, vom Benutzer definierten Intervallen gespeichert, falls es zu Warn- oder Alarmmeldungen kommt.

Kritische Maschine rigoros überwacht. Das entwickelte System besteht aus integrierter Ausrüstung für die Schaufeln, einem externen Server, Rechnern und Ausstattung für ein Drahtlosnetzwerk. (Bilder: National Instruments)

den als erstes Anzeichen für zunehmende Abnutzung laufend überwacht und mit Grenzwerten verglichen. Signale werden in regelmässigen, vom Benutzer definierten Intervallen gespeichert, falls es zu Warn- oder Alarmmeldungen kommt. Die Überwachungsanwendung auf der CompactRIO-Plattform kann nach den besten Messzeiträumen suchen und das Signal-Rausch-Verhalten optimieren. Bei diesem Ansatz werden Daten in bestimmten vordefinierten Abständen gespeichert, um eventuelle mechanische Änderungen an der Maschine zu kontrollieren. Zudem werden Daten aufgezeichnet, wenn es zu einem plötzlichen unvorhergesehenen Ereignis kommt. In beiden Fällen


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Messdatenverarbeitung ●

MESSTECHNIK

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WIR HABEN DIE PRAXIS IM GRIFF

werden zusätzliche Signale vom Steuersystem der Schaufel als Referenz und als weitere Korrekturmöglichkeit gespeichert.

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Die gesamte Software mit LabVIEW erstellt. Die erfassten Daten werden auf dem internen Flash-Speicher des CompactRIO zwischengespeichert und später automatisch über eine drahtlose Verbindung auf einen Master-Server übertragen. Dort werden die Daten verarbeitet, mit komplexeren Warn- und Alarmparametern verglichen und in einer Datenbank gespeichert. Falls die drahtlose Verbindung zum Server nicht verfügbar ist, besteht die Möglichkeit, über eine drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit kurzer Reichweite (der Anwender muss dazu nahe bei der Schaufel sein) herzustellen und Daten manuell herunterzuladen, ein Ethernet-Kabel anzuschliessen oder einfach einen USB-Stick an den dafür vorgesehenen Anschluss des CompactRIO anzuschliessen, wo die Daten automatisch geladen werden.

RIO-Technologie von National Instruments Wie der Name CompactRIO schon vermuten lässt, basiert dieses Produkt auf der sogenannten RIO-Technologie von National Instruments. «RIO» steht hierbei für «rekonfigurierbare I/Os». Diese Technologie oder Architektur besteht aus drei Komponenten: einem (rekonfigurierbaren) FPGA, einem Prozessor und I/Os. Unabdingbar ist hierbei, dass die Hardware exakt auf die Software abgestimmt ist und mit ihr im Einklang arbeitet. Zwar ist es auch möglich, Stand-alone-Messgeräte oder dedizierte I/OSysteme mit vordefinierter Funktionalität zusammen mit LabVIEW einzusetzen, allerdings kann die Software dann nicht mehr beliebig die Funktionalität der Hardware variieren. NIs RIO-Hardware in Kombination mit LabVIEW erlaubt es jedoch, die Hardware den sich ändernden Bedürfnissen des Anwenders immer wieder anzupassen. Dieses Konzept des Zusammenspiels von an sich ändernden Anforderungen adaptierbarer Hardware und Software nennt National Instruments Graphical System Design. Aufgrund dieser Anpassungsmöglichkeiten sind die Einsatzgebiete von CompactRIO unzählig – sei es zur Steuerung eines Herzsimulators, für den Entwurf eines MPPT-Controllers für Solarenergieanwendungen, zur Entwicklung einer Klima-Prüfstandsplattform in der Automobilbranche oder zur Überwachung von Umweltdaten im Regenwald Costa Ricas. Weitere Anwendungsgebiete finden Sie unter ni.com/casestudies (unter Eingabe des Suchbegriffs «CompactRIO»).

Sobald die Daten verarbeitet und gespeichert werden, stehen sie zur Darstellung, Analyse, manuellen Verarbeitung und zum Trendmanagement durch den Anwender auf dem Server oder auf einem PC mit Netzwerkzugang zur Datenbank zur Verfügung. Die gesamte Software für die Konfiguration, Datenübertragung, Darstellung und Analyse wurde mit LabVIEW erstellt. Seit April 2008 werden an vier verschiedenen Tagebaustandorten in Chile neun Schaufeln kontinuierlich mit SiAMFlex überwacht. Zwei der Standorte gehören zu den grössten Kupferminen der Welt. Neben Dauerüberwachungssystemen entwickelte CADETECH auch etliche tragbare Messgeräte für Schaufeln, die das SiAMFlex-System nicht verwenden. Eines davon basiert auf dem NI-CompactDAQ-System und das andere nutzt CompactRIO und den Touchpanel-PC NI TPC-2006 für die Konfiguration eines vollständig autonomen, robusten Messgeräts mit 16 Kanälen im Formfaktor eines Koffers, das Schwingungsanalysen durchführt. >>

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MESSTECHNIK

● Messdatenverarbeitung

4.2012 technica

NI-RIO-Plattform bekommt Zuwachs National Instruments hat die Markteinführung von vier neuen Einplatinen-Embedded-Systemen der Produktplattform NI Single-Board RIO bekanntgegeben. Diese verfügen über einen Echtzeitprozessor, Spartan-6-FPGA, Analog- und Digital-I/O sowie mehrere integrierte Peripherieanschlüsse für benutzerdefinierte Überwachungs-, Steuer- und Regelanwendungen im Embedded-Bereich. Die neuen Systeme erlauben es Ingenieuren und Wissenschaftlern dank NI LabVIEW, der Entwicklungsumgebung für das Graphical System Design, handelsübliche FPGAund Echtzeitprozessortechnologie zu nutzen. Darüber hinaus wird die für Embedded-Anwendungen im Serieneinsatz so häufig benötigte benutzerdefinierte Anpassung über einen Anschlussstecker für RIO-Mezzanine-Karten gewährleistet. Der Anschlussstecker ermöglicht den direkten Zugriff auf die Pins des FPGAs (Digital-I/O) und verfügt über prozessorspezifische Funktionen, um benutzerdefinierte Erweiterungskarten anzuschliessen. Die Produktplattform NI Single-Board RIO erleichtert die Implementierung eines Embedded-Systems von Grund auf, da sich Entwickler auf die eigentlichen Aufgaben sowie den benutzerdefinierten Teil einer

Anwendung, z. B. die I/O, konzentrieren können. Mit den neuen Systemen und der benutzerdefinierten Anpassung von I/O mittels firmeneigener Entwicklungen können Ingenieure die Markteinführungszeiten eines auf Custom-off-the-Shelf(COTS)-Komponenten basierenden Systems verkürzen und so die besten Eigenschaften beider Welten nutzen. Ausserdem bieten die Geräte integrierte Analog-I/O, damit Anwendern neben der Entwicklung eigener anwendungsspezifischer Platinen auch die jahrelange Erfahrung von National Instruments im Analogbereich zur Verfügung steht. Der kostengünstige, kleine Formfaktor, die integrierten I/O, der Echtzeitprozessor und der FPGA des RIO-Embedded-Systems sind eine ideale Plattform für Überwachungs-, Steuer- und Regelanwendungen im Embedded-Bereich. Sie ermöglichen somit leistungsstarke Lösungen in Branchen wie der Medizin- oder Energietechnik. Überblick über die neuen RIO-Embedded-Systeme: • NI sbRIO-9623: 256 MB Speicherplatz, 128 MB RAM, 16 Analogeingangskanäle mit 12 bit,

4 Analogausgangskanäle mit 12 bit, 4 DIO, 96 DIO für RIO-Mezzanine-Karten (benutzerdefinierte Erweiterungskarte) • NI sbRIO-9626: 512 MB Speicherplatz, 256 MB RAM, 16 Analogeingangskanäle mit 16 bit, 4 Analogausgangskanäle mit 16 bit, 4 DIO, 96 DIO für RIO-Mezzanine-Karten (benutzerdefinierte Erweiterungskarte) • NI sbRIO-9633: 256 MB Speicherplatz, 128 MB RAM, 16 Analogeingangskanäle mit 12 bit, 4 Analogausgangskanäle mit 12 bit, 28 DIO • NI sbRIO-9636: 512 MB Speicherplatz, 256 MB RAM, 16 Analogeingangskanäle mit 16 bit, 4 Analogausgangskanäle mit 16 bit, 28 DIO Weitere Informationen zur Produktfamilie NI Single-Board RIO finden Sie unter: • Neuerungen zu NI Single-Board RIO: http://www.ni.com/singleboard/whatsnew/d/ • Einführungsvideo «NI Single-Board RIO Out Of the Box»: http://zone.ni.com/wv/app/doc/p/id/wv-745/ ●

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MESSTECHNIK

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Messlaboreinweihung bei der Helmut Fischer AG in Hünenberg

Messlabor für Start-ups Ende April hat man in Hünenberg ZG ein spezielles Messlabor eingeweiht. Es wurde vornehmlich für Jungunternehmen geschaffen, die sich Hightech-Messgeräte (noch) nicht leisten können. Das sogenannte HFTlab befindet sich nicht an einer Hochschule, sondern in den Räumlichkeiten der Firma Helmut Fischer AG. Ein Projekt, so hofft man, welches eine Signalwirkung hat. EUGEN ALBISSER

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hne Zweifel: nicht nur die Belegschaft, der Gründer Helmut Fischer höchstpersönlich, CEO Walter Mittelholzer und die lokalen Vertreter aus Politik und Wirtschaft freuten sich am Einweihungstag darauf, endlich die Stufen ins Untergeschoss hinunterzugehen und dort einerseits das im Vorfeld angepriesene Messlabor zu zeigen und anderseits gezeigt zu bekommen. Und dieses hält, was man versprochen hat: ein Messlabor, das sich viele Jungunternehmen wünschen – aber sich solche Apparaturen nicht leisten können. Um dieser Misere entgegenzutreten und auch den Wirtschaftsstandort Zug zu stärken, hat die Helmut Fischer AG an ihrem Sitz in Hünenberg einen Teil ihrer Räumlichkeiten freigemacht und dort das HFTlab hingestellt. «Das Labor wurde mit allen Ressourcen ausgestattet, um aktuelle Messfragen beanworten zu können», sagt Daniel Sutter, der Geschäftsführer der Helmut Fischer Technologie AG, eines neuen Unternehmens nun innerhalb der Helmut Fischer Stiftung Zug.

Fokussierung war angesagt. Dass dies nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich auch daran, dass im HFTlab nicht nur hauseigene Messgeräte Platz

fanden, sondern man auch erheblich in «fischerfremde» Geräte investierte. «Zum Beispiel ist die Mikroskopie für die Fischer-Gruppe neu», sagt Daniel Sutter. Und so stehen denn auch Licht-, Elektronen- und Rasterkraftmikroskope für die verschiedensten Anwendungen wie zum Beispiel die Topografiemessung bereit. Um die Kosten für die Laboreinrichtung dennoch in Grenzen zu halten, war eine Fokussierung unumgänglich. Bei der Messung von Bauteileeigenschaften liegt der Schwerpunkt auf dünnen Schichten und kleine Objekte, oder bei den Eigenschaftsmessungen von Materialien zum Beispiel auf der Elementanalyse von technischen Materialien. So können denn unter anderem Lötstellen auf Mikrochips untersucht werden, um Menge, Zusammensetzung und Durchmischung der Lote zu kontrollieren. Nicht nur für Zuger Start-ups. Schichtdickenmessungen an funktionellen oder dekorativen Schichten; Elementanalysen von Legierungen, Edelmetallen, Keramiken und Spurenelementen; Messung mechanischer Eigenschaften z. B. von dünnen Schichten, Drähten oder mikro-mechanischen Teilen; oder die mikroskopische Analyse von kleinen Objekten, Lotbumps, Oberflächen und vieles mehr: das ist es, was auch der Zuger Regierung bereits

Daniel Sutter, Geschäftsführer der neu gegründeten Helmut Fischer Technologie AG, im HFTlab.

vor rund acht Jahren einmal vorschwebte in einer Sitzung zur Standortförderung des Kantons Zug. «Wir haben ja keine Hochschule, aber viele etablierte Firmen», erklärt Matthias Michel, Landammann des Kantons Zug, «und mit diesem Labor ist nun eine unserer Hoffnungen in Erfüllung gegangen, da eine Firma sich bereit erklärt, ihre Türen für Jungunternehmer zu öffnen.» Man hofft im Kanton Zug auf eine Signalwirkung – auch wenn explizit betont werden muss, dass das HFTlab nicht alleine den Zuger Start-ups zur Verfügung steht, sondern allen offen steht. Selbst etablierten Firmen. Nur dürfen die Jungunternehmen mit sehr niedrigen Kosten für die Benutzung des Labors rechnen oder sie werden sogar ganz übernommen von der Helmut-Fischer-Stiftung oder bezahlt mit den Geldern des Kantonbeitrags. ●

HELMUT FISCHER TECHNOLOGIE AG 6331 Hünenberg, 041 785 08 08 info@HFTlab.com, www.HFTlab.com


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MESSTECHNIK

● Mess- und Prüftechnik

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Faro präsentiert die neue Scansoftware «Scene 5.0»

Lückenlos zusammengefügte Scans Um bis dato ein Scanprojekt aus mehreren Scans zusammenzusetzten, wurden künstliche Targets wie Kugeln und Checkerboards benötigt. Diese helfen der Software, die Scans lückenlos und exakt zusammenzufügen. Mit der neuen «Scene 5.0» wird das nun wesentlich einfacher und macht künstliche Targets in vielen Fällen überflüssig.

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ie Funktion automatische Feinregistrierung interpretiert die Scandaten und findet dadurch markante Objekte wie Ecken, Kanten und flächige Strukturen. Diese werden dann verwendet, um Scans zueinander zu positionieren. In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse mithilfe eines völlig neuen und auf dem Markt einmaligen Verfahrens, einer intelligenten und hocheffizienten «Cloud-to-Cloud» Registrierung, weiter verbessert. Ergebnis ist ein optimal zusammengefügter Scan mit deutlich weniger Arbeitsaufwand in der Datennachbearbeitung. Ebenfalls kommt zum ersten Mal die Projektdatenbank in «Scene 5.0» zum Einsatz. Auch hier wird ein neuer Massstab gesetzt und das immer wichtiger werdende vernetzte Arbeiten in den Vordergrund gestellt. So fasst die Datenbank alle erforderlichen Informationen eines Projekts zusammen und verwaltet deren Scans. Gleichzeitig wird eine detaillierte Historie aller Arbeitsschritte erstellt, die es dem Anwender erlaubt, zu jedem gespeicherten Schritt des Projektes zurückzukehren. Um den Zugriff auf die einzelnen Scanpunkte zu

«Faro European User Meeting 2012» in Zürich Faro entwickelt und vertreibt weltweit computergestützte Messsysteme und -software. Die portablen Koordinatenmessgeräte von Faro mit ihren branchenspezifischen Softwarelösungen erlauben hochgenaue 3D-Messungen und 3D-Vergleiche von Teilen und kompletten Anlagen direkt in der Fertigung. Die Software «Scene» wurde speziell für den Faro Laserscanner entwickelt. Sie verarbeitet und verwaltet Scan-Daten effizient und einfach, indem sie eine automatische Objekterkennung, Scan-Registrierung und Positionierung durchführt. Auf «Faro European User Meeting 2012» am 22. und 23. Mai in Zürich können Anwender und Experten mehr über die neue «Scene 5.0» und «Scene Webshare», Faros kostenlose Internet-Viewing-Software, erfahren. http://user-meeting.faro.com

beschleunigen, verwendet «Scene 5.0» erstmals eine spezielle räumliche Datenbank, die «Projektpunktwolke» genannt wird. Die Vorteile resultieren in der Geschwindigkeit und der Leistungsfähigkeit der Datenbank. So werden nur noch die relevanten und momentan benötigten Details – das sogenannte Level-of-detail – eines Scanprojektes dargestellt. Der Benutzer muss dazu nicht wissen, in welchem Scan ein bestimmtes Detail aufgenommen wurde, sondern kann beliebig in einem Projekt navigieren.

Mit «Scene Webshare» sind auch Messungen im Webbrowser möglich.

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Sensorik

(Bild: Faro)

Neuer Ansichtsmodus – das 3D Viewing. Ab sofort besteht die Möglichkeit, Scanprojekte auch auf 3D-fähigen Ausgabegeräten zu betrachten. Die dabei verwendete stereoskopische Darstellung vermittelt einen realistischen Raumeindruck, wie er aus aktuellen Kinofilmen bekannt ist. Für viele Einsatzbereiche, wie dem Immobilienmarketing und der Planung von Umbaumassnahmen, bietet dies einen nie dagewesenen Realismus der Darstellung. «Scene 5.0» unterstützt den Industriestandard ASTM E57. Hierbei handelt es sich um ein herstellerunabhängiges, binäres Datenaustauschformat für 3D-Scandaten. Der direkte Import und Export von Laserscandaten unterschiedlicher Laserscanner-Systeme wird somit erleichtert. Anwender können so mit Ihrer bekannten Software problemlos arbeiten. «Die neue Version ‹Scene 5.0› ist ein grosser Schritt in Richtung Einfachheit, Automatisierung und vernetztes Arbeiten. Unsere Kunden werden die damit einhergehende Verbesserung in Bezug auf die Projekteffizienz und Visualisierungsqualität sehr zu schätzen wissen», so Oliver Bürkler, Senior Technical Product Manager Laser Scanning Software. (ea) ●

FARO SWISS HOLDING GMBH Manufacturing GmbH 8222 Beringen, 052 687 19 00 www.faro.com/swiss Hannover Messe: Halle 17, Stand E32 Control: Halle 3, Stand 3404

Robotik

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Messtechnik ●

technica 4.2012

MTS

PRODUKTE

MTS

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LTN

Schnelle, präzise und vielseitige Prozessüberwachung

Kraftmessung für kleine Messbereiche

Digiforce von Burster ist bekannt, wenn es um lückenlose Überwachung von Einpress-, Füge-, Niet- und Verstemmvorgängen oder Drehmomentverläufen geht. Mit dem neuen Digiforce 9307 hat Burster nun auf Basis einer leistungsfähigeren Hard- und Softwarearchitektur einen High-EndUniversal-Controller entwickelt, der die Stärken des Digiforce 9306 mit noch flexibleren Auswerteroutinen und neuen Messroutinen verknüpft. Eine intuitive Bedienung durch klare und grafikbasierende Menütools führt den Anwender schnell zum Ziel. Die präzise Kontrolle von Füge-, Niet- und Verstemmprozessen oder Verlaufsüberwachungen gehört nach wie vor zu seinen Kernkompetenzen, neue Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Drehmoment- und Haptikprüfung, universelles Signaltesting, Leckagekontrolle u. v. a. m. erweitern nun das Anwendungsspektrum. Auswertung wird gross geschrieben beim neuen Digiforce 9307. Mit einem Blick erhält der Anwender nicht nur eine globale, sondern auch eine detaillierte IO/NIO-Aussage zum Prozessstatus. Dank neuer grafischer Bewertungselemente wie Schwellen, Trapeze, Fenster, Hüllkurven und zusätzlicher frei parametrierbarer, mathematischer Verknüpfungen können Prozessverläufe präzise überwacht werden. Digiforce 9307 passt sich an jede Prozessumgebung an. Programmierbare E/As, unabhängige Start/Stopp-Mechanismen für die Messung sowie eine leistungsfähige Feldbusanbindung via Profibus oder ethernetbasierende Feldbusprotokolle ermöglichen eine schnelle und verlässliche Implementierung.

Die Serie KM202 ist ein als Doppelbiegebalken ausgelegter Kraftaufnehmer, der sich sowohl zur Zug- als auch zur Druckkraftmessung für Messbereiche von 0 bis 3 N bis zu 0 bis 100 N eignet. Besonders in den kleinen Messbereichen erschliessen sich dem Sensor interessante Anwendungsbereiche. Der sogenannte Eckenlastfehler, also die Abweichung des Messwertes durch exzentrische Belastung, kann das Messergebnis verfälschen. Bei der Serie KM202 beträgt die Abweichung lediglich 0,008 % pro 10 mm Entfernung vom idealen Krafteinleitungspunkt. Damit ist diese Störgrösse aussergewöhnlich gering. Der Messkörper ist 70 mm lang und 22 mm hoch. Er besteht aus Aluminium und ist dank der Schutzart IP 65 auch in feuchten oder staubigen Umgebungen verwendbar. Da der zur Verfügung stehende Platz meistens begrenzt ist, erweist sich das winklig herausgeführte Kabel beim KM202 als sehr günstig. Standardmässig werden die Kraftaufnehmer mit zwei Metern Kabel ausgeliefert. Als Ergänzung stehen externe Messverstärker in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung. So lässt sich das Ausgangssignal der Kraftsensoren KM202 mit dem Hutschienenmodul verstärken und nebst analogem Standardausgang, auch über digitale Schnittstellen (USB, RS232, RS485 usw.) weiterverarbeiten. Auch die Umsetzung von Zusatzfunktionen, wie beispielsweise das Setzen von zwei Grenzwerten, ist über diese Module einfach zu realisieren.

MTS Messtechnik Schaffhausen GmbH, 8260 Stein am Rhein 052 672 50 00, info@mts.ch, www.mts.ch

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Messen

Steuern

Bewegen

Präzisions-Drehmomentsensor 8661 neu mit USB-Schnittstelle Burster Präzisionsmesstechnik Gernsbach präsentiert den aktuellen Präzisions-Drehmomentsensor 8661 neu mit USB-Schnittstelle und inklusive Messdaten-Erfassungssoftware und Zweibereichsoption. Die äusserst leistungsfähige Entwicklung bietet neben einer hohen Messqualität von bis zu 0,05 % v. E. ein grosses Mass an Zuverlässigkeit und Sicherheit. Das gilt auch für die Version mit optionaler Drehwinkel- und Drehzahlmessung, bei der der Drehmomentsensor mit einer Auflösung von bis zu 0,09° brilliert. Ein wahlweise integrierbares USBInterface erlaubt auch reiselustigen Anwendern im mobilen Betrieb eine problemlose Visualisierung und Dokumentation der ermittelten Messwerte. Das bereits auf der Messwelle digitalisierte DMS-Vollbrückensignal wird mittels eines auf dem Stator befindlichen 16-bit-D/A-Wandlers in ein 0- bis ± 10-VDC-Signal gewandelt. Angesichts der Notwendigkeit, Wartungszyklen zu minimieren, erfolgen Einspeisung und Übertragung der Messsignale induktiv bzw. optisch, sodass verschleissfreie Messsignalaufbereitung und hohe Störsicherheit gewährleistet sind. Der wartungsfreie Betrieb und die erhöhte Drehzahlfestigkeit prädestinieren diese Sensorreihe für einen effizienten Einsatz in der industriellen Fertigungs- und Montagetechnik, wo Betätigungs-, Haft-, Losbrech- oder Anzugsmomente gemessen werden. Dauerbetriebsauslastung sowie eine hohe Dynamik bis 25 000 min-1 werden durch die optimierte mechanische Auslegung problemlos unterstützt. MTS Messtechnik Schaffhausen GmbH, 8260 Stein am Rhein 052 672 50 00, info@mts.ch, www.mts.ch

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Mit Kreativität, Robotereinsatz, Produktivität und Qualität die Arbeitsplätze sichern

Roboter im Dienst des Werkplatzes

VERBÄNDE & ORGANISATIONEN

Dass Automatisierung im Allgemeinen und Roboter im Speziellen keine Arbeitsplatzkiller sind, wird heute allgemein akzeptiert. «Arbeitsplätze gehen dort verloren, wo nicht automatisiert wird», hat unser «Industrial-Handling-Guru» Prof. Walter Guttropf schon vor einigen Jahrzehnten proklamiert – und recht behalten. Und heute? Ist Automation tatsächlich ein Ausweg aus der Frankenkostenfalle oder nur noch ein geschicktes Verkaufsargument der Automationsbranche? Wir fragten die Kunden. MARTIN GYSI

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utomation ist kein Selbstzweck, sondern dient der Standortsicherung», verkündete jüngst auch der Chef von einem der führenden Schweizer Roboteranbieter. Doch eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Automationsprojekt ist eine gute Kenntnis der technischen Möglichkeiten bei den Kunden. Besagter Firmenchef lud aufgrund dieser Erkenntnis sein Kundenpotenzial zu Technologietagen ein. Dies tun seine Mitbewerber selbstverständlich auch. Erwähnenswert ist dieser Anlass, weil er die Standortproblematik auch bei der Diskussion mit den Kunden in den Mittelpunkt stellte.

Roboter übernehmen heute vermehrt nicht nur Handling-, sondern auch eigentliche Prozessschritte. (Bilder: zvg)

Wie man am Standort Schweiz hervorragend produzieren kann, skizzierte dabei Gerhard Hänggi, Director Manufacturing des globalen Medtech-Konzern Stryker. Neben anderen Standortfaktoren nannte er Innovation und Kostenreduktion als einflussreiche Kriterien. Für innovative Schritte in der Produktion brauche man die Maschinenhersteller und Kosten zu senken sei ohne Automation kaum noch denkbar. Dr. Rühl, Entwicklungsleiter Software/Elektronik bei der Schneeberger AG, Roggwil, hatte zuvor schon Gründe für die Automatisierung genannt – und damit auch Aspekte der Standortsicherung: «Wer die Personalkosten im Griff behalten, gleichbleibende Qualität erzielen und dem Personalmangel erfolgreich begegnen will, kommt an der Automation nicht vorbei.» Er zeigte auf, wie leistungsfähige CNC-Steuerungen und Roboter moderne Maschinenkonzepte unterstützen. Zuverlässige Maschinen führen zu stabilen Prozessen und die wiederum zu reproduzierbaren Ergebnissen. Werde ein Roboter integriert, seien >>


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der Vollautomatisierung gerade im Hochlohnland Schweiz buchstäblich Arbeitsplätze sichert. Ein sehr gutes Beispiel dafür liefert das Unternehmen Georg Fischer Wavin Ltd., das sich mit Gas- und Wasserversorgungssystemen befasst und die dafür benötigten Komponenten und Tools in den beiden Werken Subingen und Schaffhausen produziert.

Roboter für eine Medizinaltechnikapplikation bei bei Synthes.

ausser dem Handling zahlreiche Zusatzfunktionen realisierbar. Es geht nicht mehr nur um Handling. Zu Professor Guttropfs Zeiten war in seinen Vorlesungen jeweils «Antonella» die personifizierte Hilfskraft für manuelle «Pick&Place-Aufgaben», die durch den Roboter ersetzt werden konnte. Diese Zeiten sind weitgehend vorbei. Der Roboter kann seine Stärken als Kostensenker und Standortsicherer vor allem dann ausspielen, wenn er auch höherwertige Prozessschritte als «nur» Handlingaufgaben übernehmen kann, wie das folgende Beispiel zeigt. Nicht erst seit der Globalisierung hat sich auf allen Märkten der Wettbewerb drastisch verschärft. Vielfach führt dies dazu, für bestimmte Produktionsbe-

reiche gänzlich neue Wege zu gehen, nämlich solche Bereiche etwa in einem Outsourcing komplett auszugliedern oder alternativ in einem Niedriglohnland eine kostengünstigere Fertigung aufzubauen. Je nach Wertschöpfungspotenzial durch manuelle Tätigkeiten macht das durchaus Sinn, ist aber auch mit dem eklatanten Nachteil verbunden, dass in der Schweiz Produktionskapazitäten und somit Arbeitsplätze wegfallen. Um diesem Teufelskreis zu entrinnen, gibt es hinsichtlich der klassischen Fertigungs- und Montageaufgaben nur eine Lösung: maximale Automatisierung aller Arbeiten und Funktionen innerhalb eines Produktionsprozesses. Puristische Kritiker könnten nun anmerken, dass auch so Arbeitsplätze «vernichtet» werden, vergessen darüber aber, dass eben diese Strategie

KLEINRAUMWUNDER*

Der Schritt nach vorn. Da die bestehenden Produktionskapazitäten ohnehin nicht mehr ausreichten, entschloss man sich im Werk Subingen zum «Schritt nach vorn» in Gestalt eines gezielten Investments in eine neue, vollautomatisch arbeitende Produktionsanlage. Während an den vorhandenen älteren Produktionszellen einige Arbeiten manuell ausgeführt wurden, wollte man diese bei der neuen Produktionszelle durchgängig automatisieren. Dazu suchten sich Leiter Werke, Dipl.-Ing. FH Max Meier, und sein Projektleiter Roger Jutzeler, Prod. Techn. TS, Kunststoff-Ing. NDSFH, einen geeigneten Partner für die Realisierung der Produktionsanlage und fanden diesen schliesslich in einer kompetenten und in Industrieautomation erfahrenen Schweizer Firma. Nebst dem überzeugenden Konzept war für den Lieferantenentscheid der Nachweis einer hohen Kompetenz für Systemlösungen mit Roboter-Integrationen entscheidend. Die Automatisierungsfirma erhielt als «Key-Lieferant» den Auftrag zur Projektierung, Herstellung, Installation, Inbetriebnahme und den Service für eine vollautomatische Produktionsanlage zur Produktion von Elektroschweiss-Formteilen. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus zwei Spritzgiessmaschinen, einer Roboterzelle mit zwei Robotern, einer Wickelmaschine, die ebenfalls von der Roboter-Steuerung gesteuert wird, und dreizehn weiteren peripheren Bearbeitungsstationen. Automation als Schlüssel zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung in der Schweiz. Wie schon angedeutet, produziert Georg Fischer Wavin Ltd. die Elektroschweissformstücke schon seit mehr als 10 Jah-

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ren mit einem vergleichsweise hohen Mechanisierungs- und Automatisierungsgrad, sodass der angestrebte Quantensprung gar nicht so ohne weiteres möglich schien. Folgerichtig wurde zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt und deren sehr positives Ergebnis mündete dann in einem durchgängigen Handlings-, Produktions- und Materialflusskonzept. Dabei galt es, das breite Teilespektrum aus Reduktionen, T-Stücken, Winkeln zu 90° und 45° genauso zu berücksichtigen wie die technisch vorgegebenen Taktzeiten der einzelnen und teilweise simultan laufenden Prozesse. Erschwerend kam das hohe Gewicht der Spritzkerne hinzu, die pro Kernpaar zwischen 25 und 40 kg wiegen. Dieses Gewicht plus das Gewicht der Spritzteile/Formstücke von max. 2 kg muss jeweils vom Prozessanfang bis zum Ende «durchgehandelt» werden, wofür es schon ein grösseres, sprich leistungsfähigeres, Handhabungssystem braucht. Die Automatisierungsfirma wählte hierfür zwei Schwerlastroboter nämlich einen für 150 kg maximales Lastgewicht und einer vergrösserten Reichweite auf 2900 mm Radius im Bereich «Spritzen des Wicklungsträgers» sowie einen für maximal 125 kg Lastgewicht und einer vergrösserten Reichweite auf 2810 mm im Bereich «Fertigspritzen». Die zum Spritzgiessen eingesetzten Maschinen weisen ein unterschiedliches Bau- und Werkzeugkonzept auf.

Der Roboter übernimmt neben dem Handling unter vielem anderem auch das Abschweissen der Formstücke.

Produktionszelle mit Schwerlastrobotern bei Georg Fischer Wavin Ltd.

Innovative Wege waren gefragt. Die erste Innovation liegt im Verlauf des Projekts. Nicht wie üblich erteilte Georg Fischer Wavin den Auftrag nach der Offertenphase, sondern startete mit dem favorisierten Lieferanten einen Engineering-Auftrag, mit dem Ziel, die Schlüsselprozesse genauer zu untersuchen. Ein Vorgehen, das sich auszahlte. Bei der Projektvergabe kannten beide Seiten die technischen und finanziellen Risiken haargenau, was das gegenseitige Vertrauen festigte und sich in der Zusammenarbeit wie im Projekt positiv auswirkte. Aus technischer Sicht fällt der hohe Nutzungsgrad der Industrieroboter auf. Als oberstes Ziel galt es, möglichst viele Aufgaben den Robotern zu überlassen. Damit konnten einfache statische und kostengünstige Anlageperipherien realisiert werden. Die Roboter dienen nicht nur als reine Handlingsysteme, sondern sind fest integriert im Fertigungsprozess. Operationen wie Anguss schneiden, Messen oder Prägen der Qualitätsmerkmale erfolgen im gegriffenen Zustand zwischen Roboter und den speziell konzipierten Stationen. Ebenfalls das Applizieren einer Etikette ab der Spendekante eines Druckers wird durch den Roboter ausgeführt. So einfach diese Operationen scheinen, stecken doch viele kleine Innovationen dahinter. Neue Bauweisen der Stationen waren notwendig, damit die Präzision der Prozesse gewährleistet werden konnte. Zudem wird die Beweglichkeit, Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit der Roboter voll ausgenutzt. Roboter mit gemeinsamem Arbeitsraum. Eine weitere Auffälligkeit ist der gemeinsame Arbeitsbereich der Roboter. Auf einem Puffertisch holen sich die beiden Roboter die zu bearbeitenden Spritzkerne. Abgesichert über die Software hält sich immer nur ein Roboter im gemeinsamen Arbeitsraum auf. Der Ablauf zwischen den beiden simultan agierenden Robotern ist exakt abgestimmt und in Bezug auf Zykluszeiten sowie möglicher Kollisionen optimiert. Was als sehr riskant erscheint, läuft in Tat

und Wahrheit sehr sicher. Laut Roger Jutzeler gab es während der Inbetriebnahme wie im heutigen Alltag nie einen Robotercrash. Für einheitliche Schnittstellen zwischen den Robotern und der Wickelmaschine sind drei identische Robotersteuerungen verwendet worden. Gleiche Steuerungen beinhalten auch die gleiche Bedienung über ein Control Panel. In der Praxis bewährte sich dieses Steuerungskonzept besonders bei der Einführung des Personals. Nebeneffekt: 100 % Qualitätskontrolle. Und Max Meier meinte abschliessend: «Vollautomatisches Produzieren ist auch 100 % Qualitätskontrolle, weil alle Prozessschritte überwacht werden. Wir konnten bei gleichbleibendem Personalstand den Ausstoss drastisch erhöhen und sind lieferfähiger denn je, was natürlich auch unsere Kunden wohlwollend

Reinraumzelle bei Synthes.


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zur Kenntnis nehmen. Somit trägt die Automatisierung per Robotersysteme zur Erhaltung unserer Arbeitsplätze bei.» Die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Der Erfolg dieser Zellenbauweise zeigt sich in der Einfachheit der einzelnen Stationen und somit in hohen finanziellen Einsparungen. Der Schlüssel zum Erfolg lag in den detaillierten Studien, den profunden Kenntnissen in Robotertechnik der Automatisierungsfirma und der engen Zusammenarbeit der Projektbeteiligten.

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Anzufügen wäre an dieser Stelle, dass schon das Zusammentreffen dieser Erfolgsfaktoren nicht überall auf der Welt gewährleistet ist, wie wir dies in der Schweiz kennen: erfahrene Integrationsspezialisten, kompetente Lieferanten, Kunden mit profunden Kenntnissen der Automationsmöglichkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen diesen drei Stellen. Ein weiteres wichtiges Argument gegen einen leichtfertigen Entscheid zur Produktionsverlagerung ins Ausland!

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Werkplatz Schweiz unter Druck Wie weit ist die Einsicht in der Schweizer Industrie verbreitet, dass sich Anstrengungen für eine Standortsicherung in unserem Land lohnen. Es geht dabei bekanntlich nicht nur um die Arbeitsplatzsicherung, die eher für den Staat als für das einzelne Unternehmen von Bedeutung ist, sondern um die Erhaltung der Standortvorteile an sich, zu denen natürlich auch das «Spiel mit der Swissness» gehört. Wir befragten zwei Repräsentanten sehr unterschiedlicher Branchen.

Die Sicht einer Medizinaltechnikfirma

— Welche Rolle spielt die «Swissness» bei Ihren Überlegungen? Made in Swiss ist ein Plus.

— Swissrobotics.net: Der Werkplatz Schweiz ist unter Druck. Das ist nicht erst seit der Eurokrise so. Als Hochpreis- und Hochlohnland ist die Schweizer Industrie permanent gefordert, um auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Wie gehen Sie/Ihr Betrieb mit diesem Problem um? Norbert Lauber, Synthes in Oberdorf: Auf der Produktseite: – Innovative Produkte entwickeln – mit höchsten Qualitätsstandards – stetiges Aufzeigen, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit von R & D und Produktionsaufbau bzw. Produktion ist Auf der Produktionsseite: – Lean Management – Prozessoptimierung (SixSigma; DoE …) – Automation ;-)

Die Sicht einer Hydraulikfirma — Swissrobotics.net: Der Werkplatz Schweiz ist unter Druck. Das ist nicht erst seit der Eurokrise so. Als Hochpreis- und Hochlohnland ist die Schweizer Industrie permanent gefordert, um auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Wie gehen Sie/Ihr Betrieb mit diesem Problem um? Marc Colijn, Bereichsleiter Betrieb, Wandfluh AG in Frutigen: Wir automatisieren laufend und versuchen, die Maschinenlaufzeiten zu erhöhen. Wir versuchen zudem, uns auf hochwertige Produkte zu konzentrieren. — Haben Sie bereits Teile Ihrer Produktion ins Ausland verlagert? Coljin: Nein.

— Haben Sie bereits Teile Ihrer Produktion ins Ausland verlagert? Lauber: Ja. — Wenn ja – welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Hat sich der Schritt bewährt? Lauber: Die Erfahrungen sind sehr divers und reichen von «sehr gut» bis «schlecht».

— Planen Sie derartige Schritte resp. welche Massnahmen haben Sie ergriffen, um eine Verlagerung verhindern zu können? Coljin: Ja, wir haben eine Schwestergesellschaft in China und möchten von dort aus den lokalen Markt bedienen. — Welche Rolle spielt die Automation bei Ihren Standort-Fragen? Coljin: Es ist die einzige Möglichkeit, unsere Preise zu senken.

— Wenn nein – planen Sie derartige Schritte resp. welche Massnahmen haben Sie ergriffen, um eine Verlagerung verhindern zu können? Lauber: Wenn Verlagerungen sinnvoll erscheinen, werden diese umgesetzt. Eine «Verhinderungsstrategie» halte ich für wenig sinnvoll.

— In welchem Ausmass lässt sich die Frankenstärke durch mehr Automation kompensieren? Coljin: Nur ein wenig, die anderen schlafen auch nicht. — Welche Rolle spielt die «Swissness» bei Ihren Überlegungen?

— Welche Rolle spielt die Automation bei Ihren Standort-Fragen? Lauber: Ist derzeit noch nicht ausschlaggebend. Automation wird bei uns durch die Prozess- und Dokumentationsfähigkeit vorangetrieben. — In welchem Ausmass lässt sich die Frankenstärke durch mehr Automation kompensieren? Lauber: Das muss im Einzelfall berechnet werden.

Coljin: Die Marke Swiss ist immer noch ein Argument für Qualität, wir müssen nur aufpassen, dass das so bleibt.


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Teamarbeit auf hohem Niveau

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er Schweizer Türenhersteller Riwag hat Dadurch sind sie in der Lage, nachdem sie die Barin den letzten Jahren erhebliche Mittel codes auf den Rohteilen erkannt und gelesen hain betriebliche Infrastruktur und mo- ben, die Maschinen von zwei Rohteilplätzen aus zu dernste Fertigungstechnik investiert. In diesem Jahr beschicken und über vier Fertigteilplätze zu entlakamen weitere Bausteine hinzu – zwei 5-Achs-Tü- den. Dank der Kuka-Roboter KR 500 L340 ist die ren-Bearbeitungszentren mit Roboterbeschickung. Weitere Herausforderungen gab es hinsichtlich des Bearbeitung der Türen von beiden Seiten möglich. Um nun die Qualität der extrem individuellen Tü- Aufbringens der Barcode-Etiketten auf die Fertigren noch weiter steigern zu können, suchte Riwag teile und des Ablegens der Teile. Dieser ganze Abfür die Weiterverarbeitung der Rohlinge nach ei- lauf ist relativ komplex und aufwändig, wenn man KUKA ROBOTER SCHWEIZ AG nem Maschinenkonzept, mit dem es möglich sein bedenkt, dass es um eine Losgrösse 1-Fertigung 5432 Neuenhof, 044 744 90 90 sollte, die Türen in einer Aufspannung komplett geht. • Info@kuka-roboter.ch, www.kuka-roboter.ch und mannarm zu bearbeiten – bei Bedarf auch beidseitig. Diese Anforderungen wurden durch das neue Maka-Türenbearbeitungszentrum CR 27 TBZ mit Roboterbeschickung am besten erfüllt. Ein ausschlaggebender Punkt bei der Evaluation war die Beschickung mittels Kuka-Roboter, die Riwag einen weiteren Vorteil einbrachte: die Möglichkeit zur Fräsbearbeitung auf der Türunterseite, was bislang so auch noch nie in der Türindustrie möglich war. Es können jetzt nämlich Spionlöcher und Ähnliches gebohrt werden, ohne das Türblatt noch einmal wenden zu müssen. Dabei fährt der Roboter, nachdem er mit seinem Greifer die fertig bearbeitete Tür von der Maschine abgeholt hat, über ein zusätzliches im Beschickungsbereich stationiertes Fräsaggregat, und fräst von der Unterseite her zum Beispiel ein Drückerloch ein. Das geschieht im Masstoleranzbereich von einem halben Millimeter. Bearbeitungen auf der Unterseite, die mehr Anspruch an die Masstoleranzen erheben, müssten natürlich durch die Der erste Profi-Torwart mit CNC-Maschine ausgeführt werden. Kopfballtor-Qualitäten Dafür verfüge die Anlage über eine Wendestation. Der Roboter lege die Jens Lehmann, deutsche Torwartlegende Der weltweit erste Greifer Tür nach der ersten Bearbeitung in die mit Vielzahnführung Wendestation, greife auf die Unterseite um und lege sie nochmals auf das PGN-plus, Universalgreifer von SCHUNK BAZ. So kann man bei Bedarf auch auf der CNC-Maschine alle Bearbeitungsschritte sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite ausführen. Die grössten Herausforderungen bei diesem Projekt waren einerseits die Türblattdimensionen von 300 x 700 mm Rainer Scholl, Greifsystemkomponenten, Meisterbereich Schleifen bis hin zu 3000 x 1500 x 100 mm und einem Einzelgewicht von bis zu 200 kg. Das war auch mit ein Grund für den Einsatz von zwei relativ grossen KukaSuperior Clamping and Gripping Robotern (KR 500 L340) mit 340 kg Nennlast. Diese wurden vor dem BAZ auf je einer Linearachse angeordnet.


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Multitalent für ultraschnelles Pick & Place

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er TP80 fast Picker erreicht weit über 200 Picks pro Minute bei Handhabungsgewichten bis 0,1 Kilogramm. Selbst bei höheren Traglasten bis maximal 1,0 Kilogramm nimmt die Performance des Fast Pickers kaum ab. Auch unter diesen Bedingungen punktet der TP80 selbst im Dauereinsatz noch immer mit Werten nahe der 200 Picks-Marke. Damit empfiehlt sich der Vierachser für Applikationen, bei denen das Umsetzen und exakte Positionieren unter härtesten Taktzeitkriterien gefordert ist. Bei Stäubli hat man mit dem TP80 Einsätze in der Food-, Pharma- und Photovoltaik-Industrie ebenso im Fokus wie Applikationen in der Automotive-, Elektronik- und Kunststoffbranche. Selbst der Einsatz an Werkzeugmaschinen ist angedacht. Und sicherlich wird der Ideenreichtum von Anwendern und Integratoren noch weitere interessante Einsatzmöglichkeiten aufzeigen. Dabei soll der Roboter in den genannten Branchen nicht nur bevorzugt zum Einsatz kommen, vielmehr soll er aufgrund seiner überlegenen Konstruktionsweise auch die Umsetzung neuer Automatisierungsphilosophien ermöglichen. Energieeffizi-

Der TP80 fast Picker hat eine ultraschnelle, neuartige Vierachskinematik für Pick & Place-Applikationen.

ente Anlagen, platzsparende Auslegung, ressourcenschonende, leichte Zellenkonzeption, Erhöhung der Roboterdichte auf engem Raum – mit dem Stäubli TP80 werden der Kreativität und Innovationskraft der Anlagenbauer und Systemintegratoren kaum mehr Grenzen gesetzt. Dabei ist es neben einer ganzen Reihe von Vorteilen in erster Linie die problemlose und einfache Integration des TP80, die die neuen Freiheiten bei der Zellenkonzeption ermöglicht. Der fast Picker ist

weit schneller als viele Deltakinematiken, dennoch benötigt er keine ultrastabile und schwere Zellenkonstruktion. Der TP80 ist äusserst kompakt, baut leicht und bringt durch dieses niedrige Gewicht trotz High-Speed-Performance keine unbeherrschbaren Drehmomente ins Spiel. Der nur rund 70 Kilogramm schwere Roboter ist per Wand- oder Bodenmontage denkbar schnell ohne grösseren Aufwand zu integrieren. Darüber hinaus ist die Maschine konsequent auf Zuverlässigkeit und Präzision getrimmt. Der Vierachser kann grosse Arbeitsräume mit einem Durchmesser von 1,6 Metern bedienen und arbeitet über den gesamten Arbeitsbereich mit einer Wiederholgenauigkeit von nur ± 0,05 mm. Im Gegensatz zu Deltakinematiken verdeckt der TP80-Arm den Sichtbereich des Visionsystems nicht. So ist der Einsatz von stationären Bildverarbeitungssystemen in keiner Weise beeinträchtigt. •

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Kräftigere Highspeed-Module

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ei hochpräzisen Highspeed-Anwendungen in der Montageautomation gelten Linearachsen mit servoelektrischen Direktantrieben als Mass der Dinge. Mit der neuen LDx Achsgeneration setzt Schunk nun einen neuen Benchmark: Leistungsstarke Servomotoren erzielen bei identischer Grösse eine um 15 % höhere Nennkraft. Um die gleiche Leistung zu erzielen, können künftig also kleinere Module eingesetzt werden. Alternativ lassen sich bei Vertikalanwendungen höhere Massen bewegen. Fast alle Module der LDx Baureihe können bereits serienmässig mit Absolutwertgebern ausgestattet werden, die eine exzellente Wiederholgenauigkeit von 0,01 mm pro Achse gewährleisten. Mit ihnen entfallen aufwändige Referenzfahrten beim Hochfahren der Anlage so-

riantenvielfalt der LDx Baureihe. So gibt es die Achsen auf Wunsch mit Doppelmotor, Langschlitten, mechanischer Unterstützung für eine erhöhte Steifigkeit sowie mit Feststellbremse für den Einsatz als Z-Achse. Basis sind die drei Linearmodule LDN, LDM und LDT mit einem maximalen Nutzhub von 2800 mm, einer maximalen Beschleunigung von 40 ms-2 und einer Höchstgeschwindigkeit von 4 m/s. Ausgestattet mit X-Profil, erreicht die Basisvariante des LDN Moduls eine maximale Antriebskraft von 250 N und eine maximale Nennkraft von 100 N. Für mittlere Lasten ausgelegt, ist das mit breitem Doppel-X-Profil ausgestattete LDM Modul, bei dem die Basisvariante Antriebskräfte bis 500 N und Nennkräfte bis 200 N erzielt. Das LDT Modul schliesslich hat ein dreifaches X-Profil und eignet

Superior performance powering competitive advantage. www.staubli.com/robotics

NEU

Die leistungsstarke LDx Baureihe von Schunk setzt mit ihrer Modul- und Variantenvielfalt einen neuen Massstab in der hochpräzisen Highspeed-Montage. (Bild: zvg)

wie nach Not-Stops. Zudem benötigen die Module weder End- noch Referenzsensoren, sodass sich die Investitionskosten, der Programmieraufwand und die Anzahl der Kabel im Kabelsatz verringern. Weil auf einem Führungsprofil auch mehrere frei programmierbare Schlitten platziert werden können, lassen sich mit den LDx Modulen besonders kompakte Konzepte realisieren. Anders als konventionelle, elektrisch angetriebene Linearachsen mit Spindelantrieb, kommen die linear direkt angetriebenen Achsen ohne Getriebe aus. Die Antriebskraft wird von spielfreien, hochpräzisen Antriebselementen ohne mechanische Übertragungselemente direkt auf den Schlitten übertragen. Das zahlt sich insbesondere bei hochdynamischen Füge- und Platzierungsprozessen in Form extrem kurzer Zykluszeiten, maximaler Präzision und einer dauerhaft hohen Prozesssicherheit aus. Weil die Module fast keine Verschleissteile besitzen, reduzieren sich zudem ungeplante Ausfälle und der Wartungsaufwand auf nahezu null. In ihrem Umfang einzigartig ist die Modul- und Va-

sich insbesondere für die Handhabung schwerer Lasten. Dabei erzielt die Basisvariante Antriebskräfte bis 750 N und Nennkräfte bis 280 N. Alle drei Module lassen sich sowohl horizontal als auch vertikal einsetzen, wahlweise mit statischem Profil und bewegtem Schlitten oder mit statischem Motor und bewegtem Profil. Standardmässig werden die Achsen mit Bosch Rexroth IndraDrive Reglern angesteuert, optional ist auch ein Siemens Sinamics S120 Umrichter möglich. Weil Schunk alle LDx Module mit den Standardschnittstellen Profibus, Sercos III, Profinet IO, EtherNet/IP und EtherCat anbietet, lassen sich die Module schnell und einfach in übergeordnete Anlagensteuerungen einbinden. •

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Präzise und zuverlässig bei Highspeed. Die neuartige, ultraschnelle Vierachs-Kinematik des TP80 Fast Pickers ermöglicht Spitzenwerte über 200 Picks pro Minute und erfüllt beim exakten Positionieren härteste Taktzeitkriterien bei gewohnt hoher Stäubli Performance. Schnelle Integration durch unkomplizierte Wandmontage und ein attraktives PreisLeistungs-Verhältnis machen den neuen Fast Picker zur erstklassigen Wahl für ultraschnelle Handlingaufgaben.

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Mitglieder swissRobotics.net ABB Schweiz AG

B&R Industrie-Automation AG

Bachmann Engineering AG

Bachofen AG

BlueBotics SA

Bosch Rexroth Schweiz AG

Compar AG

Erismann Consulting Robotics & Automation FANUC Robotics Europe S. A. HES-SO / HEIG-VD

Insys Industriesysteme AG

Kern Studer AG

KUKA Roboter Schweiz AG

Marti Systeme AG

MathWorks GmbH

Mattle Industrieprodukte AG

moveline AG

Novitas Elektronik AG

Robotronic AG

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Sommer automatic GmbH Stäubli AG

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Partnerschaft und Kompetenz in der Robotik. Beratung und Unterstützung im Bereich der roboterbasierten Automation. 8048 Zürich +41 58 586 05 15 www.abb.ch/robotics Kompetenz in technologieübergreifenden Systemlösungen/Integrat. von Roboterlösungen/ Dienstleist. sowie Komponenten zum Antreiben, Steuern, Bewegen. 8500 Frauenfeld +41 52 728 00 55 www.br-automation.com Kompetenz in der Projektierung/Planung von Systemen und Gesamtanlagen im Automatisierungsbereich mit Industrierobotern. 4800 Zofingen +41 62 752 49 49 www.bachmann-ag.com Produkte- und Beratungskompetenz für die Sensorik, SPS, Vision und Robotik; Integration von kompletten Roboterzellen. 8610 Uster +41 44 944 11 11 www.bachofen.ch Kompetenz in der Navigation für FTS und Entwicklung von massgeschneiderten mobilen Service-Robotern. 1015 Lausanne +41 21 693 83 14 www.bluebotics.com Kompetenz in technologieübergreifenden Systemlösungen /Dienstleistungen sowie Komponenten zum Antreiben, Steuern, Bewegen. 8863 Buttikon SZ +41 55 464 61 11 www.boschrexroth.ch Kompetenz in der durchgängigen Integration von robusten Roboterlösungen und Kamerasystemen. 8808 Pfäffikon SZ +41 55 416 10 60 www.compar.ch Kompetenz in der Beratung bei der Evaluierung von Anlagen/Systemen mit Industrierobotern und /oder im allgemeinen Industrial Handling-Bereich. 8317 Tagelswangen +41 79 692 56 62 www.erismann-consulting.ch Kompetenz im Bereich Industrieroboter in der Automation. 2500 Biel /Bienne 8 +41 32 344 46 46 www.fanucrobotics.ch Kompetenz in Beratung /angewandter Forschung für Industrie- und Dienstrobotern und Systemen im Automatisierungsbereich. 1400 Yverdon-les-Bains +41 24 557 63 30 www.heig-vd.ch Kompetenz in der Projektierung/Realisierung von Montage- und Bearbeitungsanlagen mit Industrierobotern. 3110 Münsingen +41 31 720 77 77 www.insys.ch Entwicklung und Herstellung von Maschinenschutz-Trennwandsystemen für Roboter und Produktionsanlagen. 8833 Samstagern +41 44 783 22 44 www.kern-studer.ch Kompetenz in Beratung /Verkauf/Service/Schulung/Inbetriebnahme von Industrierobotern in allen Branchen und Anwendungen. 5432 Neuenhof +41 44 744 90 90 www.kuka-roboter.ch Kompetenz in der Projektierung / Planung/Realisierung von schlüsselfertigen, robotergestützten Gesamt- und Teilsystemen. 8803 Rüschlikon +41 43 388 10 10 www.marti-systeme.ch Vertrieb integraler Entwicklungsplattformen MATLAB und Simulink für Automatisierungssysteme von der Idee bis zum Produkt. 3006 Bern +41 31 950 60 20 www.mathworks.ch Handel mit Sicherheitsprodukten zu Robotik-Anlagen, Safety-Beratungen, SafetyPreEngineering, Safety-Schulungen EN-ISO. 8340 Hinwil +41 44 938 13 33 www.mattle-ag.ch Kompetenz in der Realisierung /Greiferkonstruktion und Bau kompletter Automatisierungssysteme im Konsumgüterbereich. 8910 Affoltern am Albis +41 44 762 61 00 www.moveline.ch Beratung/Vertrieb/Schulung/Support von KEBA KeMotion Steuerungslösungen für Robotik, Motion und SPS. 8340 Hinwil +41 44 908 36 66 www.novitas.ch Vertrieb von Mitsubishi Industrieroboter sowie Entwicklung von Automatisierungslösungen für hoch präzise Anwendungen. 8406 Winterthur +41 52 267 02 00 www.robotronic.ch Kompetenz in der Beratung/Partner für Vakuumtechnik in der Automatisierungs-, Handhabungs- und Aufspanntechnik. 8309 Nürensdorf +41 44 888 75 25 www.schmalz.com Kompetenz in der Beratung/Anwendung von Komponenten für die Automation, Industrial Handling und Robotik. 8307 Effretikon +41 52 354 31 31 www.schunk.com Kompetenz in der Handhabungstechnik im Bereich Industrial Handling. 4500 Solothurn +41 32 621 51 52 www.sommer-automatic.ch Hochleistungsroboter für alle Produktionsumgebungen. Für jede Industrie, die Kompetenz und das Engagement eines Teams. 8810 Horgen +41 43 244 22 66 www.staubli.com Bachelor- und Masterstudien in Mechatronik und Automatisierung/Entwicklungsprojekte im Bereich Prozessautomatisierung. 6928 Manno +41 58 666 65 11 www.dti.supsi.ch Hersteller und weltweiter Partner für Maschinenschutz-Trennwandsysteme (Automotiveund Roboterindustrie/Lager und Logistik). 8852 Altendorf +41 52 740 03 36 www.troax.com Kompetenz in Beratung / Verkauf/Service von Automations- und Antriebstechnik im Kreis oder in Linie. 2540 Grenchen +41 32 653 60 10 www.weiss-gmbh.ch


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Vier Spezialisten für mehr Wirschaftlichkeit

S

ommer-Automatic hat eine spezielle Winkelschwenkeinheit mit vier Baugrössen entwickelt, die auf ein Maximum an Wirtschaftlichkeit in Handhabungsapplikationen getrimmt wurde. Die völlig neu konstruierte Baureihe SWM1000 bietet dank ihrer speziellen Bauweise ein niedriges Gewicht, kurze Schwenkzyklen und extrem hohe Standzeiten: Der Antrieb mit einem doppelt wirkenden Pneumatikzylinder sorgt für ein Drehmoment bis zu 64 Nm in beide Drehrichtungen. Die Schwenkzeit beträgt je nach Baugrösse ohne Last zwischen 0,3 und 0,6 Sekunden. Die Kraftübertragung erfolgt über ein robustes Hebelgetriebe und eine kugelgelagerte Drehachse. Da-

Die vier Baugrössen der Baureihe SWM1000 sind vor allem auf die Anforderungen für das Entnahmehandling bei Spritzgussmaschinen zugeschnitten.

durch ist es möglich, 10 Mio. Schwenkzyklen ohne jede Wartung zu fahren – das bedeutet eine störungsfreie Produktion über lange Zeiträume hinweg! Das niedrige Gewicht bei hohem Drehmoment bewirkt eine erhöhte Leistungsdichte. Sie erlaubt es, bei gleichen Anforderungen kleinere Baugrössen einzusetzen. Durch ihr geringeres Gewicht machen sie höhere Zuladungen an den Handhabungssystemen möglich, und gleichzeitig helfen sie mit ihrem niedrigeren Preis, die Produktionskosten zu senken. Die integrierte Abfrage erfolgt über einen Magnetfeldsensor. Der grosszügig dimensionierte Endanschlag verhindert Schäden bei Überlast und lässt sich im Bereich von ± 3° einstellen. Die Endlagendämpfung erfolgt optional über patentierte Wendelnut-Stossdämpfer. Ihre Dämpfungscharakteristik lässt sich individuell regeln, sodass die Endlagenposition verschleissarm und dennoch schnell angefahren werden kann. Damit wird auch das Schwenken von grossen Lasten möglich, und das garantiert ein Maximum an Bauteil-Flexibilität in der Produktion. Die Befestigung und Positionierung der Winkelschwenkeinheiten erfolgt über Zentrierhülsen. Zur mechanischen Anbindung der kundenspezifischen Applikationen steht dagegen ein grosser Anschraubflansch zur Verfügung, der den Konstruktions- und Anbauaufwand für den Anschluss von Nachfolgewerkzeugen erheblich reduziert. • SOMMER-AUTOMATIC GMBH & CO. KG Niederlassung Schweiz 4500 Solothurn, 032 621 51 52 info@sommer-automatic.ch, www.sommer-automatic.ch

Schmal, schnell, direkt: Pick & Place-Module

W

eier direkt angetriebener Automationskomponenten, fordert mit seinem neuen Pick & Place-Modulen HP 70 die Handlingbranche heraus. Die neue direkt angetriebene Komponente ist schmaler als jedes Linearmotor- oder Pneumatik-Modul. Trotz der kompakten Bauweise verweist es in Sachen Geschwindigkeit alle bisherigen Pick & Place-Einheiten auf die Plätze. Möglich wird dieser Turbostart durch eine

Pick & Place-Modul HP70.

Vielseitige Roboter suchen anstrengende Arbeiten. Wir sind die konditionsstarke KRFamilie und empfehlen uns für harte Einsätze. In unseren Genen stecken jede Menge Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer. Geistig und körperlich beweglich integrieren wir uns nahtlos in jeden Ablauf. Weitere Informationen über die vielseitige KR-Familie finden Sie unter www.kuka-roboter.ch

neuartige Antriebsidee. Der Newcomer aus dem Hause Weiss arbeitet mit zwei Linearmotorachsen und besitzt daher alle Vorteile des Direktantriebs: rasante Dynamik, freie Programmierbarkeit, geringster Verschleiss, höchste Genauigkeit, äusserste Kompaktheit. Gerade die Kompaktheit wurde so weiterentwickelt, dass das HP70 weniger Raum beansprucht als jedes andere Pick & Place-Modul. Mit nur 60 mm Breite bringt der Kraftzwerg die für ihre schmale Bauweise bekannten pneumatischen Module in arge Argumentationsnöte. Die herkömmlichen direkt angetriebenen Module bleiben in dieser Hinsicht sowieso auf der Strecke – sie bauen deutlich breiter. •

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EDITORIAL

Wohin treibt die Schweiz? Vier Szenarien schaftliche Isolation und eine wuchernde Staatsregie, die ein hohes regulatorisches Regime aufgebaut hat, prägen die Schweiz. Menschen leben am liebsten auf dem Land mit Garten und Kleinviehzucht, so nahe wie möglich am Bauernhaus. «Ego» ist die Schweiz mit Wirtschafts- und Wohlstandswachstum, einer Einwohnerzahl von 9,5 Mio. und einem durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 8500.–. Die Menschen sind rastloser geworden, zügeln häufiger und bluffen mit der Ausstattung, Lage und Exklusivität ihrer Wohnungen. Egomanen ohne Verwurzelung oder der «globale Nomade» bestimmen das Bild der Schweiz.

Von edel menschlich bis hoffnungslos trübe, so definieren sich die vier Perspektiven der «Schweizer Vereinigung für Zukunftsforschung» zur Wohn- und allgemeinen Lebenslage der Schweizer und Schweizerinnen im Jahr 2030. Es sind ausdrücklich keine Prognosen, sondern vier mögliche Tendenzen, denen die Studie «Wertewandel in der Schweiz 2030. Vier Szenarien» zu Grunde liegt. Wobei die Studie festhält, dass die mutmassliche Realität in einer Melange aller Szenarien zu finden sein dürfte. Die Szenarien sind vielversprechend benannt, sie heissen: Balance, Biocontrol, Ego und Clash. «Balance» ist die rosige Variante, so wie es die Edlen unter den Futuristen wahrscheinlich am liebsten hätten. Die Wirtschaft gedeiht, Wohnungen und Liegenschaften sind weitgehend nach irgendwelchen Opti-SmartEnergy-Standards renoviert, was zwar viel kostet, aber den Mietzinsaufwand pro Person nicht erhöht, da die Menschen nach Ansicht der Studienverfasser weniger Quadratmeter und dafür mehr Gehäusequalität wollen. Aktiv in der Gemeinschaft eingebunden sein, ausgerichtet auf ökologische Ansprüche und die Pflege von Work-Life-Balance prägen den Alltag des kommenden Menschen. Demgegenüber ist das Szenario «Biocontrol» eher eine urkommunistische Variante mit dem Schwerpunkt «arm, aber gleich». Hohe Arbeitslosigkeit, gedrückte Löhne, politische und wirt-

Planung + Produktion, das offizielle Organ des Schweizerischen Verbandes für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik, SVBF www.svbf.ch

«Es ist dem Menschen inhärent, sich Fragen zu stellen.» R. Nadal

Das vierte Szenario namens «Clash» verkündet trübe Zeiten: Eine seit Jahren dauernde Wirtschaftskrise, als deren Folge die Schweiz der EU beigetreten ist, in der Hoffnung, es werde dann besser. Die Sozialstruktur der Schweiz bricht auseinander; die Arbeitslosenquote liegt bei 9 %, und der Sozialstaat ist vermutlich im Eimer. Alles in allem – kein einziges der herausdestillierten Szenarien wirkt sehr beglückend. Man kann es drehen und wenden wie man will, diese Zukünfte sind alle pferdefüssig. Gute Zeiten, schlechte Zeiten, mehr als weitermachen kann man sowieso nicht. Alois Altenweger


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ZUKUNFT – In einer endlichen Welt ist stetes Wirtschaftswachstum nicht möglich

Vom «viel haben» zum «wenig benötigen» Nach der Überzeugung des Denkwerks Zukunft zerfällt das Fundament unserer Konsumgesellschaft zusehends, da die Voraussetzung für ihren Bestand fortwährendes Wirtschaftswachstum und materielle Wohlstandsmehrung ist. Künftig wird der materielle Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten jedoch spürbar sinken. Ein Bewusstseinswandel drängt sich deshalb auf. STEFANIE WAHL, DENKWERK ZUKUNFT

D

er materielle Wohlstand und der Konsum breiter Bevölkerungsgruppen werden künftig beschleunigt abnehmen, so die Überzeugung des Denkwerks Zukunft. Aus dieser Entwicklung werden Frustration, Unzufriedenheit und Aggressivität erwachsen. Um dies zu vermeiden, muss sich ein neues Bewusstsein der Bescheidung und der verstärkten Hinwendung zu einem nachhaltigeren Lebensstil bilden. Hierzu unterbreitet das Denkwerk Zukunft in seinem neuen Memorandum (siehe Box) Vorschläge. Voraussetzung ihrer Verwirklichung ist eine Neuausrichtung der individuellen und kollektiven Sicht- und Verhaltensweisen. Vorrangig ist dabei die Erweiterung des über Generationen auf Materielles verengten Wohlstandsverständnisses. Nicht «viel zu haben» muss die Maxime sein, sondern «wenig zu benötigen». Die sechs Thesen des Memorandums. Erste These: Die Gesellschaften früh industrialisierter Länder sind Konsumgesellschaften, ihre Kultur ist eine Konsumkultur. Das Problem: Das Fundament dieser Kultur zerfällt. Voraussetzung für ihren Bestand sind fortwährendes Wirtschaftswachstum und materielle Wohlstandsmehrung. Künftig wird der materielle Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten jedoch spürbar sinken. Denn zum einen stösst der generationenlange Raubbau an natürlichen Ressourcen, Umwelt sowie Mensch und Gesellschaft an Grenzen. Zum anderen dürfte in alternden Gesellschaften die Leistungs-, aber vor allem die Risikobereitschaft abnehmen. Hinzu kommt die manifest gewordene Unmöglichkeit, den materiellen Wohlstand durch immer höhere Schulden zu steigern.

Zweite These: In Gesellschaften, die auf steigenden Konsum und materielle Wohlstandsmehrung fokussiert sind, dürfte deren Rückgang soziale Span-

Das Denkwerk Zukunft Stefanie Wahl ist seit 2008 Geschäftsführerin der Stiftung Denkwerk Zukunft, deren wichtiges Ziel eine Erneuerung der westlichen Kultur ist, um diese wieder zukunfts- und verallgemeinerungsfähig zu machen. Das 76-seitige Memorandum kann unter www.denkwerkzukunft.de/downloads/Memorandum-Bewusstseinswandel-Oktober2011.pdf heruntergeladen werden.

nungen und möglicherweise sogar erhebliche Störungen auslösen. Sollen diese vermieden oder zumindest gemildert werden, müssen die Grundlagen individueller Zufriedenheit und gesellschaftlicher Funktionsfähigkeit den veränderten Bedingungen angepasst werden. Dies setzt eine kulturelle Erneuerung voraus. Die Verengung auf Konsum und materiellen Wohlstand muss gelockert und das Wohlstandsverständnis um immaterielle Aspekte erweitert werden: Zeit für sich selbst und andere, um sich an der Natur und den Künsten zu erfreuen, sich zu bilden und seinen Horizont zu weiten, eine Fremdsprache zu erlernen, Sport zu treiben, müssig zu sein oder sich am politisch-gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Unverzichtbar für ein erweitertes Wohlstandsverständnis sind darüber hinaus Wirtschafts- und Lebensformen, die ökologisch ungleich nachhaltiger sind als die Wirtschafts- und Lebensformen von Konsumkulturen. Dritte These: Auf diesen Bewusstseinswandel sind weite Teile der Gesellschaft bisher kaum vorbereitet. Zwar wächst seit geraumer Zeit die Zahl derer, die meinen, dass die gegenwärtigen Wirtschaftsund Lebensweisen nicht zukunftsfähig sind. Doch folgen dieser Erkenntnis keine Taten, da es äusserst schwierig ist, Menschen von ihren lange praktizierten und tief verinnerlichten Verhaltensmustern abzubringen. Mitunter dauert dies Generationen. Angesichts von Herausforderungen wie Klimawandel, rasant schwindende, natürliche Ressourcen und zunehmende soziale Konflikte ist die Zeit für einen Bewusstseinswandel allerdings knapp bemessen. Um ihn möglichst rasch herbeizuführen, bedarf es der Aktivierung aller individuellen und kollektiven Kräfte. Vierte These: In einem offenen und breiten Suchprozess muss die Gesellschaft stärker immateriell geprägte Lebensstile entwickeln. Besonders gefordert sind dabei Menschen, die Vorbilder und/oder aufgrund überdurchschnittlicher Fähigkeiten sowie Einkommen und Vermögen in der Lage sind, mehr zu leisten und weitsichtiger zu handeln als andere. Ohne ihr stärkeres und verlässliches Engagement für das gemeine Wohl wird die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft früher oder später nachhaltig beeinträchtigt werden. Fünfte These: Besondere Verantwortung tragen darüber hinaus Vertreter der Medien, des Bildungswesens und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie müssen die Bevölkerung umfassend über

die Risiken ihres derzeitigen, materiell geprägten Lebensstils aufklären und sie gleichzeitig dabei unterstützen, Kompetenzen und Fertigkeiten zu entwickeln, um mit weniger materiellem Aufwand ein erfülltes Leben führen zu können.

Steht die Zukunftsampel auf Rot?

(Bild: Gisela Peter)

Sechste These: Angesichts der kurzen Zeitachse muss der Wandel von der materiell geprägten Konsum- hin zu einer stärker immateriell geprägten Wohlstandskultur durch den Staat beschleunigt werden. Konkret muss dieser Hemmnisse, die immateriellen Lebensweisen im Weg stehen, abbauen, die Förderung ressourcenaufwändiger Wirtschafts- und Lebensweisen beenden und stattdessen Massnahmen verstärken, die den Ressourcenverbrauch senken. Zugleich muss der Staat soziale Sicherungssysteme und politische Strukturen so gestalten, dass sie der Bevölkerung auch bei sinkendem materiellen Wohlstand ein ausreichendes Mass an Sicherheit bieten. Ferner muss er auf internationaler Ebene für eine kulturelle Erneuerung werben. ●

DENKWERK ZUKUNFT Stiftung kulturelle Erneuerung, D-53175 Bonn kontakt@denkwerkzukunft.de www.denkwerkzukunft.de


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SYSTEM UNTERNEHMEN – Die vier Compliancebereiche und ihre in- und externen Anforderungen

Compliance – von der Mode zur Notwendigkeit Wie können unethisches Verhalten des Managements oder der Mitarbeiter, Fälle von Missmanagement, Veruntreuung oder die Verletzung interner Reglemente vermieden werden? Die Compliance einer Organisation regelt diese Fragen. ANNEGRET SAXE

Führt man sich die Unterschiedlichkeit einer grossen kirchlichen Einrichtung mit mehreren hundert Mitarbeitern und einer rein ehrenamtlich geführten Stiftung vor Augen, wird schnell ersichtlich, dass auch innerhalb des Dritten Sektors sehr unterschiedliche Rechtsgebiete hinsichtlich der gesetzesorientierten Compliance zum Tragen kommen können.

A

us Sicht der Organisationsleitung kann Compliance als «Organisation von Legalität und Rechtstreue in Unternehmen» definiert werden, während der Begriff aus Mitarbeitersicht regelkonformes Verhalten umschreibt. Ebenso kann Compliance aus organisationsexterner und -interner Sicht erklärt werden: Während Erstere die Beachtung aller extern vorgegebenen Regeln und Gesetze beinhaltet, beschreibt Letztere zusätzlich noch das Einhalten von organisationsintern aufgestellten Vorgaben. Häufig werden darüber hinaus noch die Begriffe Ethik, Moral sowie Technologie-, Administrationsund Risikomanagement in die Compliancedefinition integriert. Die Reichweite des Compliancebegriffs ist somit gross. Eine einheitliche Definition innerhalb der Wirtschaftswissenschaft gibt es nicht. Die verschiedenen Definitionsansätze zusammenfassend, wird Compliance hier als Gesamtkonzept organisatorischer Massnahmen verstanden, das für alle Organisationsaktivitäten Legalität und Konformität mit in- und externen Regeln gewährleisten soll. Hilft die hier gewählte Definition von Compliance tatsächlich weiter? Handelt es sich nicht vielmehr um eine mit einem Modewort umschriebene Selbstverständlichkeit? Ja und nein, möchte man antworten. Rechtstreue, Legalität und die Einhaltung von unternehmensinternen Standards sind eine Selbstverständlichkeit, die jedoch organisationsspezifisch entwickelt, durch Massnahmen gewährleistet und in regelmässigen Abständen auch immer wieder überprüft werden muss. Es ist ein Irrglaube, dass sich Compliance von alleine ergibt. Vielmehr bedarf

Die vier Compliancebereiche und ihre in- und externen Anforderungen. (Bild: zvg)

es eines organisationsindividuellen Managements. Zur Ausgestaltung eines solchen bietet es sich an, zwischen vier verschiedenen Complianceelementen zu unterscheiden 1. Die gesetzesorientierte Compliance. Sie impliziert die Einhaltung der jeweilig geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Eine einheitliche, für alle Organisationsformen verbindliche Rechtsgrundlage gibt es jedoch nicht. In Abhängigkeit der Rechtsform, der Grösse, der Ausgestaltung, des Aktionsradius und weiterer Faktoren müssen unterschiedliche Rechtsregeln beachtet werden, so wie sie für die einzelnen Unternehmensformen im Obligationenrecht formuliert sind. Für Organisationen des Nonprofit-Sektors gibt es ebenfalls kein einheitliches Reglement. Die jeweils relevanten Rechtsgebiete müssen daher bekannt sein, um ihre Einhaltung gewähren zu können.

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2. Die richtlinienorientierte Compliance. Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus haben viele Branchen weiter spezifizierende Richtlinien erstellt, die die Regelkonformität und Legalität aller Unternehmensaktivitäten sicherstellen sollen. Dachverbände verabschieden Verhaltenskodices, Unternehmensgruppen gehen freiwillige Selbstverpflichtungen ein. Dabei wirken sich die für börsennotierte Unternehmen erlassenen Vorschriften (US SarbanesOxley Act, Deutsche Corporate Governance Kodex, etc.) zunehmend auch auf andere Bereiche und Sektoren aus. Es geht um Regeln und Empfehlungen, die Orientierung bieten und das Bewusstsein schärfen sollen. Ziel der richtlinienorientierten Compliance ist somit das Einhalten von externen, zum Teil branchen- oder organisationsformspezifischen Standards. Ihre Anforderungen werden folglich ebenfalls von aussen durch Verbände, Dachorganisationen usw. an die jeweilige Organisation gestellt, sind jedoch im Vergleich zu denen der gesetzesorientierten Compliance in der Regel weniger bindend. Da die Richtlinien zusammengefasste Standards auf Basis der geltenden Gesetze bzw. Auslegungen dieser beinhalten, stellt die richtlinienorientierte Compliance einen wichtigen Teil des Gesamtkonstrukts Compliance dar.

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3. Die organisationsorientierte Compliance. Wie beschrieben geht Compliance über Rechts- und Richtlinienkonformität hinaus. Während die beiden zuvor genannten Bereiche von aussen nach innen wirken, kommen die Anforderungen der organisationsorientierten Compliance von innen heraus. Nicht Gesetze geben hier den Ausschlag, sondern organisationsinterne Vorgaben. Denn eine wirksame und nachhaltig erfolgreiche Organisationssteuerung wird nicht allein durch das Befolgen von externen Vorschriften und Richtlinien ermöglicht. Ziel ist hier die Ausgestaltung eines organisationsspezifisch festgelegten Rahmens, innerhalb dessen sich alle Organisationsmitglieder bewegen. Zu beachten ist, dass es hier um nicht einklagbare Verhaltensweisen innerhalb einer Organisation geht, die nur organisationsintern regelbar sind. Hält sich ein Mitarbeiter nicht an intern aufgestellte Vorgaben, ist er «non-compliant», eine Änderung in seinem Verhalten ist jedoch nicht gerichtlich einklagbar. Vielmehr ist es Aufgabe eines wirksamen Compliancemanagements, die Erfüllung intern aufgestellter Standards zu gewährleisten. 4. Die missionsorientierte Compliance. Neben den Gesetzen, Richtlinien und organisationsspezifischen Standards besitzt jede Organisation eine eigene Unternehmensphilosophie bzw. Mission. Auch diese ist im Rahmen des Compliancemanagements zu beachten. Ansonsten sind Überleben und Charakter des individuellen Merkmals gefährdet, was sich langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit bzw. bei Non-Profit-Organisationen auf die Legitimationsberechtigung auswirkt. Negativbeispiele aus der Praxis zeigen, dass sich Non-Profit-Organisationen von ihrer eigenen Mission entfernen können. Spendengelder werden dann nicht mehr im Sinne der eigentlichen Intention der Spender eingesetzt. Gleiches gilt für profitorientierte Unternehmen. Ein sich in der Unternehmensphilosophie als Ideenschmiede oder Innovation-Tank bezeichnendes Unternehmen muss dieses Credo auch intern leben und entsprechend umsetzen. Interne Noncompliance der Unternehmensleitung mit der Philosophie kann ansonsten starke negative Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeiter haben, die sich einmal bewusst für dieses Unternehmen bzw. dessen Philosophie entschieden haben. Anforderungen an die missionsorientierte Compliance werden sowohl von aussen durch die Öffentlichkeit und (potenzielle) Spender, Mitarbeiter und Partner, als auch von innen heraus durch den Organisationszweck bzw. die Unternehmensphilosophie an die Organisation herangetragen. Ziel der missionsorientierten Compliance muss es daher sein, die unterschiedlichen Compliancebereiche zu einem organisationsindividuellen und missionsübereinstimmenden Compliancemanagement nach aussen und innen zusammenzufügen. Die missionsorientierte Compliance beinhaltet die Abstimmung der gesetzes-, richtlinien- und organisa-

MASSGEBEND IN TECHNOLOGIE

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tionsorientierten Compliance mit der eigenen Organisationsphilosophie. Reziprozität. Compliance mag zwar eine Selbstverständlichkeit sein, ist jedoch kein Selbstläufer. Die Ausgestaltung eines wirksamen Compliancemanagements stellt somit eine nicht-triviale Aufgabe dar. Dabei ist auch zu beachten, dass das Unternehmen nicht nur regelkonformes Verhalten seiner Mitarbeiter empfangen, sondern selbst auch aussenden muss: Indem die Unternehmensleitung zeigt, wie sie die organisationseigene Philosophie bzw. Mission lebt, dem Recht gegenübersteht, wie sie sich an interne Vorgaben hält, wie wichtig ihr die zwischen ihr und den Mitarbeitern getroffenen Vereinbarungen sind usw., sendet sie Compliance aus. Die Leitung beeinflusst somit mit ihrem Verhalten die Erwartungs- und Einstellungshaltung ihrer Mitarbeiter, die ihrerseits die Qualität der auszusendenden Compliance des Mitarbeiters beeinflusst. Ein wirksames Compliancemanagement basiert somit auf Reziprozität. Daher sollte es nicht nur mit Instrumenten der Kontrolle und Überwachung, sondern auch durch Berücksichtigung der unterschiedlichen Wechselwirkungen auf Erwartungen und Einstellungen begegnen. Ansonsten droht die Gefahr, dass das Management in der Rolle des Compliancesenders einen Negativkreislauf auslöst, in den die Mitarbeiter als Complianceempfänger rutschen und somit ihr Complianceverhalten anpassen. Diese Negativspirale setzt sich aus zunehmenden Kontrollmassnahmen, sinkender Arbeitszufriedenheit, sinkender Leistungsbereitschaft und letztlich sinkender Effizienz zusammen («Kontrollparadoxon»). Ergebnis ist die unzureichende Unternehmenszielerfüllung. Das Management muss sich daher bewusst sein, dass es nicht nur stellvertretend für die Organisation Complianceverhalten durch die Mitarbeiter empfängt, sondern auch an diese aussendet. Daher sollte sich das Management auch nicht nur auf die Anforderungen im Rahmen der gesetzesorientierten und richtlinienorientierten Compliance konzentrieren. Denn diese haben weniger Auswirkungen auf die Erwartungs- und Einstellungsentwicklung der Mitarbeiter als die organisations- und missionsorientierte Compliance. Letztere beeinflussen unmittelbar die Arbeitswelt des Mitarbeiters und werden somit Auswirkungen auf seine Arbeitseinstellung haben. Darüber hinaus können Unternehmensphilosophie oder Non-Profit-Mission die Stellschraube für die intrinsische Motivation der Mitarbeiter und somit auch für ihre Einstellungsentwicklung sein. ●

AUTORIN Dr. Annegret Saxe ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Genossenschaftswesen der Universität Münster.

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Neu entwickelte, nur 2 cm dicke Vakuumisolationspaneele nun auch für die Bauindustrie interessant

Schlanke Wärmedämmung Dünne und trotzdem leistungsfähige Dämmplatten sind teuer. Als High-End-Produkte werden sie heute in energiesparende Kühlschränke eingebaut, doch innovative Komponenten und Produktionsverfahren sollen jetzt die Kosten senken, damit auch Häuslebauer von der neuen Technik profitieren. BRITTA WIDMANN

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teigende Heizölkosten haben in Deutschland einen Renovierungsboom ausgelöst. Um die Energiekosten zu senken, investieren immer mehr Hausbesitzer in wärmedämmende Fassaden. Die marktüblichen Dämmschichten haben jedoch einen Nachteil: Sie tragen auf. Die etwa 20 Zentimeter dicke Aussenhaut verändert die Optik des Gebäudes und kann erhebliche Folgekosten verursachen – neue, tiefere Fensterbretter müssen montiert, mitunter sogar Dächer verlängert werden. Fraunhofer-Forscher entwickeln jetzt Folien für ein Material, mit dem sich Häuser künftig ohne grosse, zusätzliche Umbaumassnahmen dämmen lassen: Vakuumisolationspaneele, kurz VIPs. Die Platten sind etwa zwei Zentimeter dick und dennoch genauso leistungsfähig wie eine klassische 15 Zentimeter starke Dämmschicht aus Polyurethanschaum. Das Innenleben der VIPs besteht meist aus pyrogener Kieselsäure. Eine Hightech-Folie hält das Material zusammen und sorgt dafür, dass keine Luft nach innen dringt.

Herstellung muss kostengünstig sein. Dr. Klaus Noller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising und Prof. Gerhard Sextl vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg waren an der VIP-Entwicklung von Anfang an beteiligt. Jetzt wollen sie die Platten fit machen für eine kostengünstige Massenproduktion. «Der Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Folien: sie entscheiden über Qualität, Lebensdauer und Preis», so Noller. «Das derzeit gängige Herstellungsverfahren ist aufwändig und teu-

er: Drei von fünf Lagen Kunststoff müssen mit Aluminium bedampft und miteinander verklebt werden. Dafür sind sieben Prozessschritte notwendig, das treibt die Preise in die Höhe.» Die teuren VIPs kommen derzeit nur dort zum Einsatz, wo Platzsparen etwas kosten darf: beispielsweise in hochwertigen Kühl- und Gefrierschränken.

Die neue Folie lässt sich einfacher und daher kostengünstiger produzieren, denn sie besteht aus nur zwei Kunststofffolien mit drei Barriereschichten.

Die neue Folie lässt sich einfacher produzieren, denn sie besteht aus nur zwei Kunststofffolien mit drei Barriereschichten: Eine mit Aluminium bedampfte Kunststofffolie wird mit einer Mikrometer dünnen Lage Ormocer beschichtet – eine Erfindung des ISC, und dann noch mal mit Aluminium bedampft. Ormocer enthält ein anorganisches Silizium-Sauerstoff-Netzwerk, das über eine organische Matrix vernetzt ist. Die Mischung macht das Material ungewöhnlich dicht und stabil. «Damit ist es ideal für die Isolation der Dämmplatten», resümiert Noller. «Gase und Flüssigkeiten können die Ormocer-Schicht nur schwer passieren.» Die neuen Isolationsfolien lassen sich in nur fünf Schritten fertigen. Zunächst wird eine Folie bedampft, dann die Ormocer-Schicht aufgebracht,

ein zweites Mal bedampft, bevor man zum Schluss die Barrierefolie auf einer Siegelfolie fixiert. «Das Endprodukt ist besser und günstiger als die Isolationsfolien, die bisher auf dem Markt sind», erläutert Sextl. Auch für Bauindustrie interessant. Auch die Herstellung der VIP-Dämmelemente haben die Forscher optimiert: Am Fraunhofer-Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik AVV in Dresden haben sie ein automatisiertes Verfahren zur automatischen und schonenden Umhüllung der Kieselsäurekerne mit der Hochbarrierefolie entwickelt. Folie und Herstellungsverfahren sind mittlerweile patentiert. Sobald die neuen VIPs in grossen Stückzahlen produziert würden, werde der Preis fallen. Dann seien die dünnen Paneele auch für die Bauindustrie interessant, davon sind Sextl und Noller überzeugt. Im nächsten Schritt wollen die Forscher den Produktionsprozess noch weiter vereinfachen und Langzeittests durchführen. Bisher mussten die Paneele nur zwölf Jahre durchhalten – das entspricht der mittleren Lebensdauer eines Kühlschranks. Die Baubranche stellt höhere Anforderungen: Fünfzig Jahre sollte eine Fassade halten. Noller und seine Kollegen testen jetzt die Stabilität von Folien und Dämmelementen in Klimakammern, die den jahreszeitlichen Wechsel von Hitze und Frost, Feuchtigkeit und Trockenheit simulieren. Die Ergebnisse sollen schon in wenigen Monaten vorliegen. ● KONTAKT Dr. Klaus Noller, klaus.noller@ivv.fraunhofer.de, Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, www.ivv.fraunhofer.de


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TAGUNG zum Thema Stromnetz Unser Stromnetz: Wie machen wir es fit für die neuen erneuerbaren Energien? Eine Energietagung mit Bundesrätin Doris Leuthard. Elektrizität – überall verfügbar, in ausreichender Menge vorhanden und bezahlbar, daran sind wir gewöhnt und das soll so bleiben. Unsere Stromerzeugung basiert heute auf einem breiten Mix aus verschiedenen Technologien zur Bereitstellung von Band- und Spitzenenergie. Durch die Rahmenbedingungen der neuen Energiestrategie 2050 des Bundesrates gilt es jedoch, die rund 40 % Stromerzeugungskapazität aus Kernkraftwerken in den nächsten 25–40 Jahren durch andere Technologien zu ersetzen. Die von der Schweiz eingegangenen Verpflichtungen zur Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen gelten dabei weiterhin. Um diese Ziele zu erreichen, müssen neben der Wasserkraft auch die neuen erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Die Verfügbarkeit dieser erneuerbaren Energien ist jedoch geografisch wie auch zeitlich sehr unterschiedlich. Um sie den Konsumenten zeitgerecht anbieten zu können, braucht es Übertragungs- und Verteilnetze sowie Speicher, die die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage auffangen können. Wir wollen der Frage nachgehen, wie sich die abzeichnende Veränderung auf der Seite des Stromangebotes auf die Struktur der Netze auswirkt, wie die Verbindung zwischen Anbietern und Abnehmern in Zukunft aussehen soll und wie wir zu einem solchen Energiesystem kommen könnten. Veranstalter: Datum: Zeit: Ort: Anmeldung:

Paul Scherrer Institut PSI Montag, 14. Mai 2012 13.30 – 19.00 Uhr PSI West, Auditorium Paul Scherrer Institut, 5232 Villigen Monika Gimmel, Tel. 056 310 42 61 E-Mail: monika.gimmel@psi.ch

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Export-Forum osec

Spannende Erkenntnisse aus dem 10. Aussenwirtschaftsforum der Osec

Fukushima und Arabischer Frühling als Wachstumstreiber Die neue Dynamik Japans bezüglich der Nutzung von verschiedenen Energieformen und die Weichenstellung für eine nachhaltige Energiegewinnung sind ein klares Indiz für einen Zukunftsmarkt in diesem Land. Dies sind auch gute Voraussetzungen für Schweizer Exporteure. Eine gewisse Zurückhaltung bei Schweizer Investitionen ist in der arabischen Welt festzustellen. Gleichwohl sind Geschäftsmöglichkeiten auch dort gegeben, insbesondere in den Golfstaaten. Zu diesen Schlüssen kommen Roger Zbinden, Business-Hub-Leiter der Osec in Japan, und Chris Watts, Regionaldirektor der Osec in Dubai, wie sie an einer Medienkonferenz am 10. Aussenwirtschaftsforum der Osec in Zürich erläuterten.

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eit der Reaktorkatastrophe in Fukushima im vergangenen Jahr ist die Nutzung von Atomkraft in Japan auf ein Minimum heruntergefahren worden. Die drohende Stromlücke wurde mehrheitlich durch thermische Kraftwerke ausgefüllt, die neben Kohle und Erdöl vor allem auch mit importiertem Erdgas betrieben werden. Eine Analyse der Energiesituation Japans zeigt: Der Energiebedarf wird durch rund 65 % thermische Kraftwerke (Öl, Kohle, Gas), 17 % Atomkraftwerke, 17 % Wasserkraftwerke und zu 1 % durch er-

(Bild: Maaz Ghani, Flickr)

neuerbare Energien abgedeckt. Das japanische Parlament verabschiedete zudem ein Gesetz, wonach die Stromverteiler dazu verpflichtet werden, Strom von erneuerbaren Energiequellen (Solar, Wind, Geothermie und Biomasse) einzuspeisen. «Dies hat zur Folge, dass die sehr hohen Einspeisetarife in Japan möglicherweise eine Energiewende herbeiführen werden oder zumindest die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen begünstigen», sagt Roger Zbinden, Business-Hub-Leiter der Osec in Japan (Tokio), an einer Medienkonferenz am 10. Aussenwirtschaftsforum der Osec in Zürich. Japan – Zukunftsmarkt für erneuerbare Energien. Geschäftsmöglichkeiten für Schweizer Unternehmen bieten sich insbesondere im Bereich der Pho-

tovoltaik, denn Japan hat aufgrund der neuen Situation beste Chancen, zu einem Leitmarkt für Photovoltaik zu werden. Momentan gibt es in Japan Projekte für neun riesige Solarparks mit einer Gesamtkapazität von 70 MW. Dies öffnet die Tore auch für ausländische Anbieter bzw. Schweizer Firmen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Japaner auf Qualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis setzen. Schweizer Hersteller von Produktionsanlagen (Meier Burger, Stäubli, Oerlikon Solar), Entstördrosseln (Schaffner), Racksystemen (HiIti), Steuerungssoftware (Fluxim), Modulen und Wechselrichtern (Antaris Solar) sind bereits im Markt. Weitere Firmen bzw. KMU dürften noch folgen. Neben der Photovoltaik weisen die erneuerbaren Energieformen Wind und Biomasse ebenfalls grosses Potenzial auf. Der Windmarkt ist zwar von Lokalmatadoren wie Japan Steel Works, Fuji Heavy Industries und Mitsubishi Heavy Industries geprägt, ausländische Anbieter von Gesamtlösungen teilen sich allerdings ca. 40 % des Gesamtmarktes. Schweizer Exporteure können Chancen als Zulieferer im Hightechwindbereich nutzen. Golfstaaten: Deutliches Ansteigen der Geschäftsmöglichkeiten. Die politische und wirtschaftliche Lage ist in vielen arabischen Ländern zurzeit instabil. «Engagements von Schweizer Unternehmen sollten deshalb auf jeden Fall vorgängig genau geprüft und sorgfältig vorbereitet werden», sagt Chris Watts, Regionaldirektor der Osec in Dubai. Die wirtschaftliche Entwicklung in den meisten Golfstaaten hingegen ist sehr positiv. Der hohe Ölpreis und die weiter steigende Bereitschaft der Regierungen in den Golfstaaten, die Öleinnahmen rasch zu investieren und damit für breite Bevölkerungskreise wirksam werden zu lassen, haben zu einem deutlichen Ansteigen der Geschäftsmöglichkeiten geführt. Für Schweizer Firmen besteht einerseits die Möglichkeit, sich in der Dienstleistungsdrehscheibe Dubai niederzulassen, von wo aus die ganze Region bedient werden kann. Andererseits gibt es in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Geschäftsmöglichkeiten in den Bereichen Cleantech (Wasseraufbereitung, erneuerbare Energien), Gesund-

heit (Medtech und Pharma), Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr sowie im Luxusgüter- und Konsumgüterbereich. Katar wird in den kommenden Jahren auch für Schweizer Investitionen sehr interessant werden. Dies unter anderem auch deshalb, weil im Hinblick auf die Fussball-WM 2022 grosse Investitionen im Infrastrukturbereich getätigt werden. Aber auch Saudi-Arabien wird aufgrund von Regierungsinvestitionen in den Bereichen Gesundheit, Energie (erneuerbare Energien), Ausbildung, Infrastruktur und öffentlicher Verkehr, Wasser und Konsumgüter für Schweizer Firmen eine Reihe von Geschäftsmöglichkeiten bieten. Die Osec wird in den kommenden Monaten für Schweizer Unternehmen im Bereich der Luxusgüter und der Wasseraufbereitung Fact Finding Missionen in die Golfstaaten organisieren. •

Gefragte Osec-Dienstleistungen Am diesjährigen Aussenwirtschaftsforum der Osec hielt unter anderem Daniel Küng, CEO der Osec, einen Rück- und Ausblick. Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Osec bietet eine Dienstleistung, auf die die Schweizer Wirtschaft nur ungern verzichten würde. Fast 2000 Beratungsgespräche führten die Osec-Mitarbeiter im vergangenen Jahr mit Firmen, die neue Märkte im Ausland erschliessen wollen. «Unser pragmatischer Weg scheint sich zu bewähren», meinte Küng. Dass sich der Export weiter entwickeln wird, wenn auch auf tiefem Niveau, daran glaubt die Osec, auch wenn die Frankenstärke noch immer ein Thema ist. «Aber gerade die Qualität und Swissness wird jetzt wieder mehr betont – und diese «Premium»-Produkte haben es einfach leichter im Markt», meinte Küng. Auch verbinde man mit den Produkten aus der Schweiz immer mehr auch das Wort «innovativ». Die Strategie der Osec für das 2012 sieht unter anderem den weiteren Ausbau der Aussenstellen vor, welche zu den 18 weltweiten Hubs dazukommen sollen. In Mexiko, Katar und in Hongkong zum Beispiel. Doch auch die Standortpromotion darf nicht fehlen. Die Fokussierung gilt hier den internationalen Headquarters und Hightechindustrien mit einer hohen Wertschöpfung. (Eugen Albisser)


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TECHNIK

Profilmontagesystem, Schutzumhausungen Höhenverstellbare Arbeitsplätze

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PRODUKTE

KUBO TECH

DISTRELEC

SCHERRER

Basil Brunner wurde Vize-Weltmeister an der Berufs-WM 2011

Neues Dichtungsmaterial für extrem hohe Temperaturen

Distrelec unterstützt junge Elektroniker auf ihrem Werdegang und freut sich ganz besonders, wenn dabei Glanzleistungen wie durch Basil Brunner (21) vollbracht werden. Ausgerüstet mit Distrelec-Messgeräten, zog er im letzten Jahr nach fünf Monaten intensiver Vorbereitung nach London, um seine Fähigkeiten im internationalen Vergleich unter Beweis zu stellen. 19 Länder traten mit Teams aus verschiedenen Berufsgattungen an. Basil Brunner vertrat im erfolgreichen Schweizer Team (6 x Gold, 5 x Silber, 6 x Bronze) die Elektroniker. Er brillierte besonders in den Bereichen Fehlersuche und Leiterplattendesign. Knapp hinter dem Sieger aus Brasilien belegte Herr Brunner den bemerkenswerten zweiten Platz. Die Distrelec gratuliert zu dieser hervorragenden Leistung und überreichte dem Vize-Weltmeister zu diesem Anlass einen Gutschein über 500 Franken, den er nach eigenen Angaben auch «ganz gut gebrauchen» kann.

Mit THERMa-PUR von Garlock führt Kubo Tech AG einen neuartigen Dichtungswerkstoff ein, der in Anwendungen mit bis zu 1000 °C zum Einsatz kommen kann. Mit den bisherigen Dichtungswerkstoffen (insbesondere mit Grafitdichtungen) konnte man Temperaturbereiche bis maximal 450 °C abdecken. THERMaPUR erschliesst somit ganz neue Anwendungsbereiche wie zum Beispiel Abgasanlagen, Biomassenvergasungsprozesse, Abfallverbrennungsanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplungssysteme.

Distrelec, Bereich der Dätwyler Schweiz AG, 8606 Nänikon 044 944 99 11, info@distrelec.com, www.distrelec.ch

Der neue Werkstoff ist in verschiedenen Formen verfügbar: – als Flachdichtung in den Dicken 1,6 mm und 3,2 mm – als Wellringdichtung in der Dicke 1,6 mm – als Kammprofildichtung in der Dicke 3,2 mm THERMa-PUR bietet folgende Vorteile: – Extrem hohe Temperaturen möglich – stabil bis 1000 °C – Oxidationsbeständig – wenig Gewichtsverlust – Hydrophob und elektrisch isolierend – wasserfest und flanschisolierend – Chemisch kompatibel: Stickstoff, Heissdampf oder kombinierte Anwendungen – Sicher zu handeln – der patentierte Faserkern hat keine scharfen Ecken – Einfach entfernbar – klebt nicht an Flanschen = reduzierte Instandhaltung – Umweltfreundlich – keine Lösungsmittel bei der Herstellung – Zudem hat THERMa-PUR™ eine geringe Kriechneigung und eine hohe Rückfederung. Kubo Tech AG, 8307 Effretikon, 052 354 18 45 verkauf2@kubo.ch, www.kubo.ch

Komfortabel stehen – auf Fitwell-Bodenmatten Wer kennt es nicht, das lange Stehen im Labor, hinter Verkaufs- und Kassentheken oder in Küchen, an Werkbank, Fliessband etc. All dies strapaziert die Muskulatur, Füsse, Beine, Gelenke und das Rückgrat. Daraus resultieren schwere, müde Beine, Gelenkschmerzen wie auch Rückenschmerzen. Vorteile der ergonomischen Arbeitsplatzmatten: – mindern Ermüdungserscheinungen in den Beinen und Füssen, sie dämpfen und schonen den Rücken, regen die Durchblutung an, isolieren bei kalten Böden. – erhöht die Leistungsfähigkeit – sind rutschfest und stossdämpfend – sind formbeständig und elastisch Ein gesundes Arbeitsumfeld führt zu besserer Motivation, erhöht die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen und somit zu höherer Produktivität und sinkenden Krankmeldungen. Schon bei einem Tag weniger krank hat sich die Matte (ab Fr. 129.–) bezahlt gemacht! Immer mehr Firmen aus folgenden Branchen – u. a. Gesundheitswesen, Metall-, Bau- und Maschinenindustrie, Handels- und Dienstleistungsunternehmen, Produktionsbetrieben etc. – rüsten ihre Steharbeitsplätze mit unseren ergonomischen Fitwell-Bodenmatten aus. M. SCHERRER AG, 9524 Zuzwil, 071 944 42 42 info@m-scherrerag.ch, www.m-scherrerag.ch


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BECKHOFF

PRODUKTE

ABB TS

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ABECON

ABB TS – Nachdiplomstudium Executive in Business Engineering (NDS)

Multitouch-Panel-Baureihe bietet grösstmögliche Flexibilität

Entweder Technik oder Wirtschaft? Warum nicht sowohl als auch? Die ABB Technikerschule in Baden bietet für ambitionierte Frauen und Männer das interdisziplinäre Nachdiplomstudium «Executive in Business Engineering» an. Diese bietet eine wertvolle Basis für künftige Führungsjobs – sei dies als Abteilungsleiter/-in, Projektmanager/-in oder als CEO von kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU). Dieses Nachdiplomstudium «Executive in Business Engineering» richtet sich an Personen mit Führungs- und Fachverantwortung oder solche, die für entsprechende Aufgaben vorgesehen sind. Voraussetzungen für die Aufnahme sind ein Abschluss einer anerkannten Höheren Fachschule für Technik oder Wirtschaft, einer Fachhochschule oder ein Diplom einer eidgenössischen höheren Fachprüfung, wie beispielsweise Logistikleiter, Verkaufs-/Einkaufsleiter, Marketing- oder Exportleiter, Controller etc. Das eidg. anerkannte Studium dauert drei Semester und umfasst ca. 900 Stunden, einschliesslich Literatur- und Selbststudium sowie verschiedener Projektaufgaben. 480 Stunden entfallen auf Unterrichtslektionen. Die Studierenden erwerben fundierte Kenntnisse in Leadership, Business Excellence, Projektmanagement sowie in Business Engineering und Betriebswirtschaft. Um die Lerneffekte zu vertiefen, werden praxisorientierte Projektaufgaben in interdisziplinären Teams durchgeführt. Der nächste Lehrgang startet im Oktober 2012.

Die neuen Beckhoff-Control-Panelund Panel-PC-Baureihen CP2xxx und CP3xxx zeichnen sich durch ein modernes Bedienkonzept mit Multitouch-Display sowie zeitgemässes, elegantes Gerätedesign aus. In der Ausführung als Einbau- oder Tragarmgeräte sind die Panels aus Aluminium und Edelstahl äusserst robust und für den Einsatz unter rauen industriellen Bedingungen ausgelegt. Neben den klassischen Displaygrössen im Format 4:3 stehen auch Widescreen-Panel in verschiedenen Grössen und Auflösungen zur Auswahl. Auch für Single-Touch-Anwender bietet die neue Panel-Generation zahlreiche Vorteile wie z. B. ein optimiertes Preis-Leistungs-Verhältnis mit Einsparungen bis zu 28 % zu den bisherigen Geräten. Um die Industrietauglichkeit zu gewährleisten, nutzt Beckhoff die ProjectiveCapacitive-Touchscreen-(PCT)-Technologie in seinen Multitouch-Panel-Baureihen. Die hohe Touchpunktdichte ermöglicht eine akkurate und sichere Bedienung. Eine entspiegelte Glasscheibe bildet die Displayfront; die Bedienung kann auch mit Arbeitshandschuhen (z. B. Latexhandschuhen) erfolgen. Ein spezieller Touch-Controller verhindert Fehlbedienung, z. B. durch einen Wassertropfen oder den menschlichen Handballen. Die neue Panel-Serie ist sowohl für den Schaltschrankeinbau als auch für die Tragarmmontage konzipiert. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen, 052 633 40 40 info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

ABB Technikerschule Baden, 5400 Baden, Tel. 058 585 33 02 sekretariat@abbts.ch, www.abbts.ch

Leuchtdioden – Neulinge in der UV-Welt Im Vergleich zu den Anwendungen der LED-Technologie im Bereich des sichtbaren Lichts, die bereits heute schon ein grosses Marktvolumen darstellen, steckt in der Härtung von Klebstoffen, Druckfarben und Lacken mittels UV-LED-Systemen noch enormes unerschlossenes Potenzial. Abecon AG Zürich bietet nun ein neues System für den UV-LED-Einsatz, das mit seiner enormen Leistungsdichte an der oberen Leistungsgrenze angesiedelt ist. Die Produktneuheit mit der Bezeichnung LUV basiert auf einzelnen LEDUV-Modulen mit einer emittierenden Fläche von 50 x 70 mm. Im Wellenlängenbereich von 395 nm wird eine Leistung von 10,5 W/cm² erzielt. Das System fällt zum einen durch sein modernes Produktdesign ins Auge und ist daneben einfach über die PC-Anbindung zu bedienen. Zu den Vorteilen dieses UV-LED-Systems im Vergleich zu einer QuecksilberMitteldruck-Dampflampe zählt beispielsweise, dass die UV-Leistung sofort nach dem Einschalten zur Verfügung steht. Das System kann auch spontan ausgeschaltet werden, sodass aufwändige Shutter oder Drehreflektoren zum Schutz des Bedruck- oder Beschichtungsstoffes überflüssig sind. Ausserdem lässt sich die Systemleistung in 1-Prozent-Schritten von 0 bis 100 Prozent regeln. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, je nach Geometrie des benötigten Bestrahlungsfeldes einzelne Module zu- oder wegzuschalten. Dies sind allesamt Voraussetzungen für einen gezielten Energieeintrag. Weiterhin weisen die LEDs eine hohe Standzeit auf und erzeugen reines UVALicht, sodass keine Ozonbildung stattfindet und die Temperaturbelastung von Substrat sowie Druck- bzw. Beschichtungsmaschine deutlich reduziert wird. ABECON AG Zürich, 8055 Zürich, 044 451 14 00 info@abecon.ch, www.abecon.ch

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s Die Profi uss lg h a t für S


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PRODUKTE

MAXON

BECKHOFF

EC 90 flat mit MILE-Encoder

Kompakte PC-Steuerung für universellen Einsatz

Um die sehr flache Bauweise des EC 90 flat-Motors auch für hochpräzise Anwendungen und Positionierungsaufgaben optimal nutzen zu können, kommt neu ein Mikrosystem zum Einsatz; der MILE-Encoder. Das System ist so klein, dass es in den Motor integriert werden kann, ohne diesen zu verlängern. Hinter dem Kürzel MILE versteckt sich «Maxon’s Inductive Little Encoder», der weltkleinste induktive Drehgeber. Das Wirkprinzip beruht auf der Messung hochfrequenter Induktivfelder, welche Wirbelströme in einer elektrisch leitenden Zielscheibe generieren. Die Vorteile einer hochfrequenten induktiven Messmethode gegenüber klassischen Encodern: – Hohe Robustheit gegenüber Staub oder Öldämpfen. Damit kann auf weitere Schutzmassnahmen, wie beispielsweise Abdeckungen, verzichtet werden. – Hohe Drehzahl. – Unempfindlichkeit gegenüber Störimpulsen (beispielsweise von PWMSteuerungen oder Motormagneten). Gegenüber seinem mit optischem Encoder ausgerüsteten Vorgänger ist der neue EC 90 flat MILE mit einem Dauerdrehmoment von 517 mNm deutlich stärker und mit Auflösungen bis 3200 Impulse pro Umdrehung auch äusserst präzise. Der Motor zeichnet sich durch die optimale Integration des MILEEncoders aus und vereint Neues mit Bewährtem: Flanschbild, Befestigung und Anschlussbelegung sind identisch mit seinem Vorgänger.

Der neue Embedded-PC CX9020 ist eine äusserst kompakte PC-Steuerung der neuesten Generation. Ausgestattet mit einem lüfterlosen ARM-Cortex-A8Prozessor, mit 1 GHz, eignet sich der CX9020 für den universellen Einsatz in SPS- sowie Motion-Control-Anwendungen in kleinen und mittleren Maschinen, Anlagen oder Gebäuden. Ein ab Werk belegbares Multioptions-Interface ermöglicht eine Vielfalt an optionalen Erweiterungen: vom Audio-Interface bis zum Feldbusmaster oder -slave. Der CX9020 ist eine hutschienenmontierbare Steuerung mit Komponenten der neuesten Generation: ARM-Cortex-A8-CPU und MicroSD-Karten mit grosser Speicherkapazität bei sehr kompakter Bauweise. Der Embedded-PC integriert CPU, zahlreiche IT- und Optionsschnittstellen, Stromversorgung und ein direktes I/O-Interface zur Anreihung der Beckhoff I/O-Systeme in einem kompakten Gehäuse. Der CX9020 erkennt automatisch die angeschlossenen Busklemmen (K-Bus) oder EtherCAT-Klemmen (E-Bus) und schaltet in den entsprechenden Modus. Die CPU des CX9020 kann intern auf 1-GB-DDR3-RAM-Speicher zugreifen. Zum Lieferumfang gehört eine 256-MB-MicroSD-Karte für das Betriebssystem. Ein freier MicroSD-Kartenslot kann für zusätzliche Anwenderdaten genutzt werden. Es stehen darüber hinaus 128 kByte NOVRAM für die Datenspeicherung bei Stromausfall zur Verfügung.

maxon motor ag, 6072 Sachseln, 041 666 15 00 info@maxonmotor.com, www.maxonmotor.com

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Indoor-Raumsysteme nach Mass. www.verschlusstechnik.ch

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PRODUKTE

SAROPACK

B&R

Saropack übernimmt Verantwortung Die Saropack AG, Rorschach, zeigt an der easyFairs VERPACKUNG 2012 in Zürich, wie sie gewillt ist, Verantwortung für eine gesunde, erlebniswerte Welt zu übernehmen. Das beginnt beim Marktführer auf dem Gebiet der Folienverpackung in der Schweiz und Österreich bei der Verpackung. Saropack setzt dabei auf biologisch abbaubare Folien. Das Unternehmen engagiert sich für die Förderung von Folien aus nachwachsenden Rohstoffen, die Reduzierung des Verpackungsmaterials und die Unterstützung von Klimaprojekten. In diesen Kontext passen die wichtigsten Grundsätze, für die sich Saropack einsetzt: Saubere Umwelt, hohe Qualität, partnerschaftlicher Umgang mit Kunden und neue Ideen. Mit der richtigen Technik, geeignetem Verbrauchsmaterial und einem einzigartigen Know-how entstehen individuelle Lösungen für die vielfältigsten Industrie- und Wirtschaftsbereiche. Besonders hohen Wert legt man auf die Begleitung von Kundenprozessen. Fairness und hohes Pflichtbewusstsein werden von einem wachsenden Kundenstamm geschätzt und fördern das Vertrauen für eine nachhaltige Kundenbindung. Besuchern auf der easyFairs VERPACKUNG 2012 in Zürich wird es möglich sein, entsprechende Verpackungsgeräte zu besichtigen, im Einsatz zu sehen und sich über die Ansprüche von Saropack näher zu informieren. Zusätzlichen Anreiz für einen Standbesuch bildet das Gewinnspiel, bei dem Sofortpreise winken und mit etwas Glück ein Wellnesswochende für 2 Personen zu gewinnen ist. Mit Saropack an der easyFairs VERPACKUNG 2012 in Zürich Dienstag, 24. April bis Mittwoch, 25. April 2012 Halle 3, Stand A18

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BECKHOFF

Servomotor AM8000 mit Feedbacksystem im Standard-Motorkabel Mit der neuen High-Performance-Servomotor-Baureihe AM8000 bietet Beckhoff nun ein komplettes Automatisierungssystem, bestehend aus PC-basierter Steuerung, I/Os, Drives und Motoren, aus eigener Entwicklung und Produktion an. Die Baureihe AM8000 umfasst sechs verschiedene Motorbaugrössen mit je zwei bis drei Baulängen, sodass ein möglichst grosser Drehmomentbereich nahtlos-überlappend abgedeckt wird. Von 0,9 bis 65 Nm Stillstandsdrehmoment kann der Anwender den für den universellen Einsatz passenden Motor auswählen. Die ausgefeilte Rotor- und Statortechnologie stellt die Grundlage des neuen Servomotors dar. Im Motor kommt u. a. die moderne Einzelzahnwickeltechnologie zum Einsatz, die einen noch höheren Nutfüllfaktor ermöglicht. Kleine Wickelköpfe, in Verbindung mit einem Statorvollverguss sorgen für Robustheit und ein ausgezeichnetes thermisches Management. Durch ein optimiertes Design und unter Verwendung hochwertiger Materialien, konnte die Energieeffizienz im Vergleich mit herkömmlichen Servomotoren um mehr als 10 % gesteigert werden. Mit der neuen Einkabeltechnologie von Beckhoff, die ohne zusätzliche Feedbackleitung auskommt, werden Strom und Prozessdaten in der Standard-Motorleitung übertragen. Das ergibt eine signifikante Kostenersparnis, da sowohl motor- als auch reglerseitige Steckverbinder und Kabel entfallen. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen, 052 633 40 40 info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

Saropack AG, 9401 Rorschach, 071 858 38 38 saropack@saropack.ch, www.saropack.ch

B & R und Eplan: Die Zukunft ist mechatronisch Mechanik, Elektrik und Softwareentwicklung verschmelzen mehr und mehr. Umso verständlicher ist es, dass eine noch engere Anbindung der jeweiligen Engineering Systeme erforderlich wird. B & R und EPLAN gestalten diesen Wandel bereits proaktiv durch die Entwicklung einer durchgängigen Anbindung der Werkzeuge «B & R Automation Studio» und «EPLAN Electric P8». Ziel ist es, den Kundennutzen noch weiter auszubauen. «Durch die einfache Übernahme von Hardwarekonfigurationen und dem dazugehörigen I/O Mapping in ‹Automation Studio› von B & R sind unsere Anwender in der Lage, Entwicklungszeit und -kosten zu sparen, indem Doppeleingaben und redundante Arbeitsschritte vermieden werden», so Rainer Burgard, Key Account Manager bei EPLAN in Monheim. Die in der Elektroplanung projektierte B & R Hardware wird auf Knopfdruck in den Hardwarebaum des «Automation Studio»-Projektes integriert. Ein intelligenter Vergleichsmechanismus zeigt übersichtlich, welche Komponenten bereits projektiert sind und an welchen Stellen ergänzt wird. Intelligente Import- und Exportmechanismen erleichtern die tägliche Arbeit mit mehreren Werkzeugen erheblich. B & R und EPLAN gehen dabei die «extra mile»: Mittels «Round-Trip Engineering» werden Elektroplanung und Automatisierungsprojekt synchronisiert. Entsprechende Mechanismen sorgen dafür, dass beide Projekte stets auf dem gleichen Stand sind. Der Vorteil ist offensichtlich: «Durch die automatisierte Unterstützung des Datenaustausches werden Fehler in der Kommunikation zwischen den Engineering-Disziplinen vermieden, und somit die Qualität des Produktes gesteigert. Das trägt zur Senkung von Folgekosten in der Wartungsphase eines Systems bei», so Heinz Fürnschuss, Technical Manager bei B & R, verantwortlich für die Entwicklung der Schnittstelle zu EPLAN. B & R Industrie-Automation AG, 8500 Frauenfeld, 052 728 00 55 office@br-automation.ch, www.br-automation.ch

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Betriebstechnik (Einstieg auch mit KV möglich) Logistik (Einstieg auch mit KV möglich) Energietechnik Konstruktionstechnik Gebäudeautomatik (neuer Bildungsgang) Informatik Systemtechnik Nachdiplomstudium «Executive in Business Engineering»

Studienbeginn tudienbeginn Ok Oktober tober 2012

Sie sind herzlich eingeladen zum nächsten Infoabend Datum: Ort:

7. Mai 2012, 18.15 Uhr (Aula) ABB Technikerschule, Fabrikstrasse 1, 5400 Baden

Zielpublikum: Damen und Herren mit abgeschlossener einschlägiger Berufslehre oder mit gleichwertigen Kenntnissen. Sind Sie interessiert? Möchten Sie sich vorgängig über unsere Schule informieren? Detailinformationen finden Sie auf unser Website www.abbts.ch


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4.2012 technica

PRODUKTE

BACHOFEN

DISTRELEC

Turck: erster induktiver störungsfreier Miniatur-Resonanz-Linearwegsensor Speziell für besonders kurze Messwege zwischen 50 und 200 mm wurde der Miniatur-Linearwegsensor LI-Q17 entwickelt. Der LI-Q17 arbeitet nach dem Resonanz-Messprinzip, bei dem die Positionserfassung über ein schwingfähiges System erfolgt. Als einziger Sensor seiner Art kann der LI-Q17 auch dort zuverlässig eingesetzt werden, wo Fremdmagnetfelder die Funktion massiv beeinträchtigen können. Die aktuellen Modelle verfügen über einen Analogausgang, eine SSI-Variante wird folgen. Trotz der kompakten Bauform hat die neue Sensorreihe extrem kurze Blindzonen. Der Anwender kann den LI-Q17 dank seines durchdachten Montagekonzepts mit dem mitgelieferten Standardzubehör schnell und einfach in allen Einbausituationen installieren und in Betrieb nehmen. Das Elektronikmodul im Positionsgeber ist drehbar gelagert und kann daher so positioniert werden, wie es die Einbausituation erfordert. Spezielle Messbereiche lassen sich vor Ort für die jeweilige Anforderung programmieren. Bachofen AG, 8610 Uster, 044 944 11 11 info@bachofen.ch, www.bachofen.ch

PILZ

Der Distrelec Online-Shop in neuem Gewand In den letzten zehn Jahren hat sich der Distrelec Online-Shop zwar angebotsmässig und technisch laufend weiterentwickelt, optisch hat sich aber nur wenig getan. Das hat sich nun geändert. Seit Beginn dieses Jahres tritt der Elektronik-Distributor nun mit einem neuen Logo auf, und auch der Online-Shop erstrahlt in einem neuen Design. Zwar ist man seiner Linie grundsätzlich treu geblieben, aber das Erscheinungsbild ist insgesamt moderner und freundlicher. Einher gingen auch funktionale Anpassungen. Nützlich ist etwa eine neue Funktion, die es erlaubt, zwischen Geschäfts- und Privatkunde auszuwählen, wobei die Preise dann jeweils exkl. bzw. inkl. MwSt. angezeigt werden. Besonders gelungen sind die neu gegliederten Produktseiten und der neue Warenkorbverlauf. Die Produktseiten wurden deutlich übersichtlicher und informativer gestaltet, und sie sind nun direkt über die Suche zugänglich. Der Zugriff auf technische Dokumentationen wie Datenblätter, Manuals oder Videos wurde vereinfacht, und an selber Stelle kann nun direktes Feedback gegeben werden. Schliesslich ist jetzt der Warenkorb viel besser sichtbar, und der Kunde wird nun schrittweise durch den Bestellprozess geführt und weiss so immer genau, wo er gerade steht. Insgesamt geglückte Anpassungen für ein benutzerfreundlicheres Einkaufen. Distrelec, Bereich der Dätwyler Schweiz AG, 8606 Nänikon 044 944 99 11, info@distrelec.com, www.distrelec.ch

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Gelbes Band symbolisiert 4-fache Sicherheit Ende letzten Jahres stellte Pilz seinen neuen Markenauftritt vor. Mit neuen Anzeigenmotiven und Erscheinungsbild unterstreicht das Unternehmen seinen Anspruch als Lösungsanbieter für die industrielle Automatisierung. Auffallendste Änderung: Das Markenzeichen von Pilz, der gelbe Pfeil, wurde dreidimensional und dynamisch erweitert zu einem gelben Band, das sich durch alle gedruckten und digitalen Medien zieht. Es umspannt, verbindet oder kombiniert die Komponenten, Systeme und Dienstleistungen, die Pilz heute anbietet. Der neue Markenauftritt versinnbildlicht die vierfache Sicherheit in der Automation, die Pilz seinen Kunden bietet: technisch, persönlich, ökologisch und wirtschaftlich. Technische Sicherheit, weil Sicherheit von Maschinen und Anlagen immer Bestandteil der Produkte und Lösungen von Pilz ist. «Automatisch richtig» lautet der kommunikative Leitgedanke hinter dem neuen Markenkonzept. «Wenn sich ein Unternehmen nach einer Lösung für seine Automatisierungsaufgaben umschaut, trifft es mit Pilz in jedem Fall die richtige Entscheidung – ob es eine sichere Lösung braucht oder nicht», verdeutlicht Horst-Dieter Kraus, Leitung Marketing-Kommunikation bei Pilz, die Idee hinter dem neuen Markenauftritt. Das Automatisierungsunternehmen hat sich durch innovative Produkte zu einer der starken Marken in der Industrie entwickelt. Weltweit gilt Pilz heute als Synonym für Sicherheit in der industriellen Automatisierung: Pilz = gelb = Sicherheit. Pilz Industrieelektronik GmbH, 5506 Mägenwil, 062 889 79 30 pilz@pilz.ch, www.pilz.ch


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TECHNICA RAPPORT

Abdeckungen/ ร–l(nebel)abscheider

Automaten-Drehteile

89

  

   

Automatisierung Antriebe und Steuerungen

Bodenmatten

Blechbearbeitung/ Laserschneiden

CAD/CAM Systeme

Antriebstechnik

18

 ## ' *'  %    ) ## ' * !"%!  '   % #& "% %!"  ((( %

LIEFERANTEN UND INTERNETADRESSEN

technica 03.11

ZF Services Schweiz AG

CNC-Drehen

     

  $  !      $    # $   $$   "   """ " 

Dampfkesselvermietung

Arbeitsschutz

Decolletagearbeiten Automatisches Beladen und Entladen

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4.2012 technica

LIEFERANTENVERZEICHNIS

Gebläse/Radialventilatoren

Diamant- und Borazonwerkzeuge

Kabel

    

Gravieren

       

Kompressoren und ZubehĂśr Diamantwerkzeuge Gummi-PUR-Silikon-Schaum-cfkWalzen-Rollen

Ritterquai 27 Tel. 032 625 58 58 www.typ-gummi-tgw.com CH-4502 Solothurn Fax 032 622 72 40 E-Mail: info@typ-gummi-tgw.ch

Honmaschinen Dienstleistungen

Hydraulik

Druck- und Vakuumschalter

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  '    % '   

 & " $$$ & "

Industrie-PCs

LAYHER AG, Flexible Technologie Kalkwerkstrasse 23, D-71737 Kirchberg Fon: +49 7144 3204, Fax: +49 7144 3 4307 info@layher-ag.de, www.layher-ag.de

Telefon 062 789 75 95, www.servatechnik.ch

Infrarot-/UV-Strahler Elektromotoren

Korrosionsschutz BRUNOX AG

CH-8732 Neuhaus SG Tel. 055 285 80 80 Fax 055 285 80 81 www.brunox.com

gßnstige Energiesparmotoren Rßetschi AG – Antriebstechnik Feldackerstrasse 2, 5040 SchÜftland Tel. 062/739 20 60, Fax 062/739 20 71 www.antriebstech.ch mail@antriebstech.ch

Galvanik

h

Kreissägemaschinen Hier kÜnnte Ihr Eintrag erscheinen! Gerne berate ich Sie: Susanna Franzoni Tel. +41 (o)62 721 00 00 Fax +41 (0)86 062 721 00 00 susanna.franzoni@azmedien.ch


technica 4.2012

LIEFERANTENVERZEICHNIS

Kunststoffprofile/-Teile

Messe

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Sandstrahl-ZubehĂśr

  

 



        



Elektrische und Isolationsmaterialien  

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Laserbeschriftungen

Ff‰jÂ…lÂ…fn 2; 6†ŠŠq{lj…‰Š…f‰‰j ĂƒĂƒ Ă&#x;¸|¸ ZSÂ…j{wq{lj{ Rjw0 |Ă&#x;Ă‹ ÂˆÂşĂ› ĂƒĂƒ ĂƒĂƒÂ´ :f– |Ă&#x;Ă‹ ÂˆÂşĂ› ĂƒĂƒ ĂƒÂˆ ”””0wf‰jÂ…lÂ…fn0hn 8žGfqwO q{k})wf‰jÂ…lÂ…fn0hn

Lineartechnik

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2012 BERN Messwerkzeuge

Schichtdicken-Messgeräte

fßr Koordinatenmessgeräte (KMG) und Werkzeugmaschinen Industriestrasse 9, CH-7402 Bonaduz Tel. 081 650 26 26 info@nuessler.ch Fax 081 650 26 20 www.nuessler.ch

Schleif- und Poliermaschinen

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Schweissen

Lohnfertigung

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Sensoren

Sandstrahl-Anlagen Sicherheitstechnik


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4.2012 technica

LIEFERANTENVERZEICHNIS

Stahl         "            !             

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Tieflochbohren/-Arbeiten WerkstoffprĂźfmaschinen

Ultraschall-Reinigungsanlagen

Werkzeuge Wälzlager

6.) 6FKZHL] $* (VFKHQVWUDVVH  &+ 6FKZHU]HQEDFK 7HO       )D[       ZZZVNIFK VNIVFKZHL]#VNIFRP

Wasserstrahl-Schneiden

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Werkzeugmaschinen Josef Binkert AG

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technica 4.2012

TECHNICA RAPPORT

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Eichenberger Gewinde AG: «Gewöhnlicher» Kugelgewindetrieb als Herausforderung für Geschäftsleitung und Technik

Miniaturisierung versus «Vergröberung» Miniaturisierung ist das heutige Schlagwort schlechthin. Danach richtet sich fast jeder Hersteller von Komponenten, besonders von mechanischen. So auch Eichenberger mit seinen Kugelgewindetrieben (KGT). Klein ist «in». Was aber, wenn ein Kunde am «anderen Ende» ansetzt? Grösser will? Was, wenn das gegen die eigene Unternehmensphilosophie verstösst? Letztere umwerfen oder den Kunden hängen lassen?

D

er Kunde Z. hat seine Reihe von Lineareinheiten – ebenfalls auf eine Kundenanforderung hin – erweitert. Da die Lasten, die es zu verschieben gilt, sich im Tonnenbereich bewegen, sind entsprechende Abmessungen erforderlich. Die Komponenten stellten kein Problem dar, alles einfach etwas grösser (Bild 1). Selbst für die Kugelgewindespindel – mit 40 mm Durchmesser – gibt es genügend Hersteller. Denn die Fertigung einer derartigen Spindel ist Stand der Technik; ebenso das zu bearbeitende Material. Wo also liegt das Problem? Jeder Hersteller von Gewindespindeln – seien diese gerollt, gewirbelt oder geschliffen – wird zunächst das Pflichtenheft der Spindel unter die Lupe nehmen. Ist es ein Spezialgewinde? Ist das Material gut zu bearbeiten? Gibt es Probleme in der Geometrie? Bei der

und das Know-how der Mitarbeiter dazu? Oder kurz: Unternehmensphilosophie gegen Kundenwunsch. Die Geschäftsleitung entschied sich: Der Kundenwunsch kommt vor der Geschäftsidee, wohlwissend, dass einige Unbekannte darin steckten. Jetzt waren die Techniker gefordert. … dann der Maschinenpark. Das Pflichtenheft für den Kugelgewindetrieb (KGT) enthielt zwei Kernvorgaben: die Geschwindigkeit und die zu verschiebenden Lasten. Erstere war mit einer Spindel mit grosser Steigung zu erreichen und für die schwere Verschiebelast war ein entsprechender Durchmesser nötig! Die Spindel des Kugelgewindetriebes vom Typ «Carry» hat 40 mm Durchmesser und 40 mm Steigung. Das heisst, mit jeder Umdrehung der Mutter wird ein

Bild 1: Die gerollte Gewindespindel mit Mutter (ø 40 x 40) vor der Montage. (Bilder: Eichenberger Gewinde)

Maxispindel war nichts davon zu sehen. Selbst die Entwickler von Eichenberger sahen an der Spindel keine technischen Probleme, und doch war man alles andere als euphorisch. Wo also lag der Grund? Zuerst die Philosophie ... Wie bereits erwähnt, verfolgt Eichenberger seit Jahren die Philosophie der Miniaturisierung. Also kleiner, kompakter und filigraner, wie es der Markt seit Langem fordert. Ein so grosser Brocken wie der 40er KGT war im Sortiment nicht vorgesehen; zudem gab es genügend andere Anbieter. Was aber, wenn der Kunde dies trotzdem verlangt? Z. liess nämlich keinen Zweifel offen, dass er auch diesen «Goliath» – nebst all den von ihm bereits eingesetzten Spindeln – aus der gleichen Hand wollte. Damit begann die Herausforderung für Eichenberger (Bild 2). Zunächst musste die Geschäftsleitung über die Bücher: Wollen wir die jetzt über Jahre hinweg verfolgte und erfolgreiche Maxime der Miniaturisierung wirklich aufweichen? Wollen wir auf ein Gebiet gehen, das andere auch können? Reichen das Equipment

gen, dass ein Stab von 40 mm Durchmesser ohne Probleme kalt verformt werden konnte. Dank dieses Zufalls waren auch die anderen technischen Adaptionen elegant zu lösen, zum Beispiel die automatische Be- und Entladestation. Etwas schwieriger wurde es beim Härten der Gewindespindel. Die Leistung der Härteanlage an sich bot keine Schwierigkeiten. Doch die Induktoren passten nicht mehr. Sie wurden – mit dem Durchmesser 40 mm – im betriebseigenen Werkzeugbau hergestellt. Wesentlich aufwändiger gestaltete sich der Umbau der Be- und Entladevorrichtung. Mutternherstellung – Erfahrung ist alles! Bei der Materialwahl der Mutter vom Typ FGR (mit Flanschgewinde und Rohrumlenkung) konnte man auf die jah-

Bild 2: Vergleich des grössten (ø 40 x 40) und des kleinsten (ø 4 x 1) gerollten Kugelgewindetriebes aus dem Katalog von Eichenberger.

Weg von 40 mm zurückgelegt. Im Fachjargon heisst diese Abmessung (40 x 40) «quadratisch». Wie bereits erwähnt, boten weder das Grundmaterial noch die Gewindegeometrie grössere Probleme. Lediglich die Rollkraft für die Kaltverformung musste erheblich gesteigert werden. Die Entwickler von Eichenberger orteten in kurzer Zeit, wo der Haken lag: Nicht – wie üblich – in der Herstellung und nicht in der Metallurgie, sondern im Maschinenpark. «Peripherie»-Probleme. Die bestehenden Gewinderollmaschinen waren an sich offen für einen Durchmesser von 40 mm, auch wenn 32 mm die bisher grösste Stangenabmessung beim Rollen von Kugelgewindespindeln war. Allerdings «versprachen» die nötigen Anpassungen recht aufwändig zu werden. Doch dem Tüchtigen kommt oft das Glück zu Hilfe: Zufälligerweise war in dieser Zeit gerade eine neue Gewinderollmaschine beim Lieferanten im Bau. Damit war man in der Lage, die ganze Anlage so auszule-

relange Erfahrung in der KGT-Mutternherstellung zurückgreifen. Verwendet wurde ein Werkzeugstahl, der alle Kriterien bezüglich Härte und guter Wälzfestigkeit vereint. Einen an sich «gewöhnlichen» Kugelgewindetrieb herzustellen, der für Eichenberger dennoch den Unternehmensrahmen sprengt, birgt ein wirtschaftliches Risiko. Denn dieser KGT entspricht zwar dem heutigen Stand der Technik – einfach um einen Faktor grösser als die bisherigen Kugelgewindetriebe bei Eichenberger. Die lange und gute Zusammenarbeit mit dem Kunden Z. basiert auf einem derart soliden Vertrauensverhältnis, welches die Umsetzung mit all ihren Konsequenzen für beide Seiten zu vertretbaren Konditionen ermöglichte. (ea) ● EICHENBERGER GEWINDE AG 5736 Burg, 062 765 10 10 info@gewinde.ch, www.gewinde.ch Hannover Messe: Halle 16, Stand F04


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4.2012 technica

ONLINE/AGENDA

Agenda Solidworks Branchen-Seminare Auch in diesem Jahr richtet Solid Solutions, das Kompetenz-Center für 3D-CAD- und Produktdaten-Management- (PDM)-Lösungen wieder Branchen-Seminare aus. Dabei stellen sie den Konstrukteuren aus dem Bereich Apparatebau bzw. Anlagenbau die branchenspezifischen Vorteile von Solidworks vor und zeigen ihnen, welcher Nutzen sich dadurch für sie ergibt. Unter anderem könnten diese beiden Seminare von Interesse sein:

beitete Baureihe 18 leistungsstarker Fertigungszentren und die grossen BIG MILL-Modelle mit Schwenkkopf. Effiziente Turnkeyund Automationslösungen, zahlreiche Fachvorträge und Informationsstände von namhaften Partnerunternehmen runden den Branchentreff ab. Am Beispiel der Präzisions-Fertigungszentren FZ 08 MT und FZ 12 MT demonstriert Chiron, dass sich durch zeitgleiches Drehen und Fräsen in einer Maschine die Durchlauf-

• für den Apparatebau am Do, 10.5.2012, von 14.00 – 17.00 Uhr • und für den Anlagenbau am Do, 6.9.2012, von 14.00 – 17.00 Uhr Auch bietet Solid Solutions ganzjährig Schulungen an, zum Beispiel zur Baugruppenoder Blechteilemodellierung, Schweiss- oder Gussformkonstruktion. Und ganz nach dem Motto «Das neueste und beste SoftwareProgramm ist nur ein stumpfes Werkzeug, wenn wir es nicht umfassend und effektiv zu bedienen und einzusetzen wissen», werden auch ganzjährig die kostenlosen Seminare angeboten, z. B. den Solidworks Informationstag, wo man erlebt, wie schnell man durch einfache Bedienung komplexe 3D-Volumenmodelle konstruieren und dadurch Ihren Produktentwicklungsprozess wesentlich verkürzen kann. Die Veranstaltungen finden abwechselnd in Zürich, Schönbühl und Arbon statt. Veranstalter: Solid Solutions Datum: Diverse Infos: www.solidsolutions.ch Solid Solutions AG 8048 Zürich 044 434 21 21 info@solidsolutions.ch

Hausmesse von Chiron Die diesjährige Chiron-Hausmesse «Open House» findet vom Mittwoch, 25. bis Freitag, 27. April 2012 in Tuttlingen statt. Live unter Span zeigt das Unternehmen eine Reihe von Neuheiten für mehr Produktivität, kürzere Durchlaufzeiten und höhere Ressourceneffizienz. Neu sind die FZ 08 MT und die FZ 12 MT mit integriertem Werkzeugrevolver für zeitgleiches Drehen und Fräsen und die kompakte zweispindelige DZ 08 W Magnum. Für die Schwerzerspanung präsentiert Chiron die neue, grundlegend überar-

Bei der FZ 08 und FZ 12 MT (im Bild) von Chiron ist zeitgleiches Drehen und Fräsen möglich. Das bedeutet halbierte Durchlaufzeiten und damit doppelte Produktivität.

zeit halbieren und die Produktivität verdoppeln lässt. Beide Neuheiten verfügen über einen integrierten Werkzeugrevolver, der neben der Frässpindel zeitgleich ein zweites Werkzeug zum Einsatz bringt. Dank Schwenkkopf, Drehspindel, Werkzeugrevolver und Gegenspindel verfügen sie über bis zu elf steuerbare Achsen, die alle mit direkten Wegmesssystemen ausgerüstet sind. Dadurch erreichen sie höchste Präzision im Positionier- und Simultanbetrieb. Die Gegenspindel mit Schwenkachse erlaubt komplexe und präzise Fünfachsoperationen und die Sechsseitenbearbeitung von Stangenmaterial. Erstmals an der Open House zu sehen ist die zweispindelige DZ 08 W Magnum für doppelte Produktivität. Dank Span-zu-Span-Zeiten von 1,9 Sekunden und Spindeldrehzahlen von 40 000 U/Min ist sie besonders schnell. Gleichzeitig lassen sich mit zwei Spindeln Energieeinsparungen von mehr als 40 Prozent erzielen. Veranstalter: Chiron Datum: 25.–27. April 2012 Ort: Tuttlingen Infos und Anmeldung: www.chiron.de

«Training on the Job» oder zurück in die Schule? Knapp die Hälfte der 25- bis 64-jährigen Schweizerinnen und Schweizer besucht eine Weiterbildung, 72 Prozent von ihnen versprechen sich davon berufliches Vorwärtskommen, 15 Prozent machen sie unabhängig vom momentanen Beruf, beispielsweise um in ihrer Laufbahn einen Richtungswechsel einzuschlagen. Gemäss der letzten Erhebung des Bundesamts für Statistik bilden sich vor allem jene weiter, die bereits in die Arbeitswelt eingebunden sind: bei den Erwerbstätigen liegt die Weiterbildungsquote bei 54 Prozent, bei den Nichterwerbstätigen bei 23 Prozent. An der Hochschule Luzern absolvieren zurzeit über 3800 Personen eine Weiterbildung und erweitern damit ihre Kompetenzen in den verschiedensten Bereichen. Am Abend der Weiterbildung vom Mittwoch, 9. Mai 2012 stellt die Hochschule Luzern ihre rund 300 Angebote vor. Wer sich vertieft mit seiner Karriereplanung auseinandersetzen möchte, hat zudem die Gelegenheit, sich im Rahmen einer persönlichen Laufbahnberatung Tipps vom Experten zu holen. Weiter wird an einem Podiumsgespräch thematisiert, wann eine Weiterbildung bzw. wann ein «Training on the Job» zielführend ist. Prof. Dr. René Hüsler, Leiter Ressort Weiterbildung Hochschule Luzern, diskutiert darüber mit Ralph Müller, CEO Schurter AG. Veranstalter: Hochschule Luzern Datum: Mittwoch, 9. Mai 2012 Zeit: 17.00–19.00 Uhr Ort: Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, Inseliquai 12B, Luzern Infos: www.hslu.ch/weiterbildungsabend


technica 4.2012

Abacus Research ABB Schweiz ABB Technikerschule Baden Abecon

IN DIESER AUSGABE

4, 18

IMPRESSUM

LTN Precision Products

65

5, 47, 54, 72

M. Scherrer

84

85, 87

Manometer

56

MAPAL

28

8, 85

Agathon

62

Marti-Dytan

53

AxNum

11

Max Mitschjeta

80

B & R Industrie-Automation

49

maxon motor

Bachmann Engineering

50

Memex

Bachofen Bauberger Baumer Electric Beckhoff Automation Bernexpo

64, 88 81 4, 48 13, 85, 86 7, 79

27

MTS Messtechnik

65

National Instruments Newemag

31

Optris

37

OSEC

Birrer-Hydraulik

6

9 39

Mitsubishi Materials

Binkert, Josef

Otto Suhner

60 20, 45, 47 4 6, 88 62

Blum-Novotest

59

Paul Scherrer Institut

Chiron-Werke

94

P.E. Schall

Concept Laser

36

Parker Hannifin

6

Condecta

86

Peter Lehmann

29

Denkwerk Zukunft

77

Pewatron

23

81 26, 57

Dihawag

21, 28

Phoenix Mecano

22, 83

Distrelec

84, 88

Pilz Industrieelektronik

24, 88

DMG Mori Seiki Schweiz Eichenberger Gewinde EKZ Engel Austria EPLAN Software & Service

34 5, 93

Portmann Instruments Quest Technomarketing R. Stahl Schweiz

52

Reiden Technik

8

13

Reimmann Hch.

9, 19

Rima CNC-Maschinen

Estech Industries Holding

65, 78

Riwag Präzisionswerkzeuge

64

Sandvik

Fastems

32, 40

Saropack

Fehlmann

18, 61

Schenker-Hydraulik

Feller AG

6

Schmersal Schweiz

Fraunhofer Institut

80

Schmidt Technology

Georg Fischer

58

Schunk Intec

GGB Tristar Suisse

35

SF-Filter

Good News Productions Gressel Gühring (Schweiz)

US 3 32 7, 28

SHL Automatisierungstechnik Siams Siemens Schweiz

Hans Eberle

84

Sirag

Hartmetall-Werkzeugfabrik

27

Solid Solutions

Helmut Fischer

63

Solidworks

Hochschule Luzern

5

5

18, 41

Faro

55

40

Erowa

7, 94

29 16, 17 US 2, 17 87 6 7 17 71, 73 3 63 15 4, 44, 66 65 58, 94 13

Sommer-automatic

75

25, 45

Springmann SA

21

Intermess Dörgeloh

24

StarragHeckert

Jakob Keller

86

Stäubli

72, 73

Jumo

23

Tornos

6, 14, 20

Igus GmbH

Komax Komet Group Kubo Tech Kuka Roboter Schweiz

4 51 6, 84 71, 75

Tox Pressotechnik Trebing + Himstedt Universal Robots Walter Meier

40

7 13 17, 50 19

Kunz Precision

26

WEISS Schweiz

68, 75

Laufer Zahntechnik

36

Wenk

18, 33

Lausannetec

6

Leica Geosystems

8

Lenze Bachofen

42

Linde Lansing LNS SA

6 16

Wolfensberger Lenze Bachofen Sommer-automatic

die fachzeitschrift für die maschinen-, elektround metallindustrie ISSN 0040-0866, 61. Jahrgang 2012 www.technica-online.ch, www.marktspiegel.ch Total verkaufte Auflage: 1692 Exemplare Total Gratisauflage: 7452 Exemplare

US 4, 46, 86

Messe München

Bibus

95

85 Titelseite Beilage

Ausgezeichnet mit dem Zertifikat «Schweizer Qualitätszeitschriften QFZ» des Verbandes Schweizer Presse Kontakt Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. +41 (0)58 200 56 50, Fax +41 (0)58 200 56 51 Geschäftsführer Dietrich Berg Leiterin Zeitschriften Ratna Irzan Redaktion «technica», Neumattstr. 1, Postfach, CH-5001 Aarau, Tel. +41 (0)58 200 56 42, Fax +41 (0)58 200 56 61 Eugen Albisser, Chefredaktor, Tel. +41 (0)58 200 56 41 Martin Gysi, Masch.-Ing. FH, Tel. +41 (0)58 200 56 29 Externe redaktionelle Mitarbeiter Edgar Grundler, Alois Altenweger SVBF-Teil «Planung und Produktion» Offizielles Organ des Schweizerischen Verbands für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik SVBF Schweiz, 8021 Zürich, www.svbf.ch Redaktor: Alois Altenweger, lic. rer. pol., Tel. +41 (0)34 402 56 69, a.altenweger@zapp.ch Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Produkte und Highlights sind kostenpflichtig. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Leiter Werbemarkt Jürg Rykart, Tel. +41 (0)58 200 56 04 Anzeigen Peter Spycher, Tel. +41 (0)58 200 56 33 Verena Müller, Tel. +41 (0)58 200 56 42 Susanna Franzoni, Tel. +41 (0)62 721 00 00 Anzeigentarif unter www.technica-online.ch Verkauf Marktspiegel Christine Gehrig, Tel. +41 (0)56 631 22 20, Fax +41 (0)56 633 56 23 Leiter Marketing/Online Valentin Kälin Aboverwaltung abo@technica-online.ch Tel. +41 (0)58 200 55 70 Preise Abonnementspreis: Fr. 95.– Ausland: Fr. 95.– plus Postgebühren Layout/Produktion Pia Zimmermann Druck Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner CEO: Christoph Bauer www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB: AZ Anzeiger AG, AZ Fachverlage AG, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Vertriebs AG, AZ Zeitungen AG, Basellandschaftliche Zeitung AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Solothurner Zeitung AG , Radio 32 AG, Vogt-Schild Druck AG, Vogt-Schild Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG


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4.2012 technica

VORSCHAU

TECHNIKNACKNUSS Das Rätsel für technisch versierte Kreuzworträtselfreunde. Umlaute: 1 Buchstabe Das Lösungswort können Sie auf unserer Homepage www.technica-online.ch in der Rubrik «TechniKnacknuss» eingeben. Einsendeschluss: 25.5.2012. Unter den Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei Expl. von «Grillfest», Sommermenüs von Dolce Vita bis Fiesta Mexicana. Eine Grillreise um die Welt in neun kulinarischen Stationen von Silke Kobr im Wert von Fr. 34.90.

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4

Kleinkindernahrung

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Die richtige Lösung des Kreuzworträtsels in technica 2-12 lautete TREIBGAS. Die Gewinner des Buches «Bauen und Werken mit Papa» sind: Sebastian Genenz, Martin Stoessel und Jesus Arenillas.

T R A B I S T Z U E T A L E R I S E N

Ö S S E A C K H

E R D G A L I A B I M S D

G R E I S

L E M I T E M E R R O L W G A E E D R E I N S T S O H E R

R A S P E L N

K T T O S E E R O S E R N A N Z S D T E A M F I R M A E R L A S S D I E S H E E L L E E R L D D E L E E R E

VORSCHAU Ausgabe 5 23. Mai 2012

Schweissen

Antriebstechnik

Werkzeuge

Umstellen vom MIG/MAG- auf Pulsschweissen? Warum nicht! Die Ergebnisse sind weniger Spritzer, Nacharbeit, Material- und Energieverbrauch, eine deutliche Produktivitätssteigerung und massive Kostenersparnisse.

Mit einem neuen, modularen Antriebssystem hat ein Technologie- und Marktführer eine neue Runde eröffnet im innovativen Wettlauf nach verbesserter Regelgüte und Prozesssicherheit beim Drahtsägen von Silizium-Wafern.

Mittelständischer Formen- und Werkzeugbauer setzt für die Hartbearbeitung auf die Verfügbarkeit aller relevanten Technologien sowie auf die Umsetzung in die Praxis auf hochleistungsfähige Hartmetall-Zerspanwerkzeuge.


technica 4.2012

TECHNICA RAPPORT

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Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung

12. – 14. JUNI 2012 MESSE STUTTGART www.lasys-messe.de Maschinen, Verfahren und Dienstleistungen, einschließlich der laserspezifischen Maschinensubsysteme, stehen klar im Fokus der LASYS. Die einzigartige branchen- und materialübergreifende Ausrichtung ist unser Markenzeichen. Entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten der Laser-Materialbearbeitung auf dieser einzigartigen Industrieschau. Absolutely focused: die Messe für Laser-Anwender

Ideeller Träger:

Begleitender Kongress:


maxon EC 22 HD Extrem widerstandfähig.

maxon EC 22 HD

Er geht durch Feuer und Eis.

Wenn ein bürstenloser DC-Antrieb für harsche Umgebungsbedingungen gefragt ist, kommt der maxon EC 22 HD (Heavy Duty) zum Einsatz: Der Ø22 mm grosse Überlebenskünstler leistet 80 Watt in Luft und 240 Watt in Öl. Er ist ausgelegt um -55 bis 200°C, Drücke bis zu 1700 bar, Vibrationen bis zu 25 grms sowie Schläge und Stösse bis zu 100 G auszuhalten. Damit setzen wir Massstäbe – wieder einmal.

maxon motor ist der weltweit führende Anbieter von hochpräzisen Antrieben und Systemen bis 500 Watt. maxon motor steht aber auch für kundenspezifische Lösungen, höchste Qualität, Innovationskraft, kompetitive Preise und ein weltweites Vertriebsnetz. Testen Sie uns: www.maxonmotor.com

technica 04 - 2012  

Fachzeitschrift für die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie

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