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10-2011 Schweizer Fachzeitschrift für Chemie-, Pharma- und Biotechnologie Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes SCV Offizielles Organ des Fachverbandes Laborberufe FLB

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Gute Partnerschaft

in Fass ohne Boden ...». Mit diesem via TV vorgetragenen Statement machte ein Delegierter einer der «Regionalkonferenzen», an denen die deutsche Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel bei ihrem Parteivolk um ihr eigenes und das Image des Euro kämpft, seinem Ärger Luft. Im Visier hatte er den «Rettungsschirm», der für strauchelnde Euro-Mitgliedstaaten wie Griechenland aufgespannt wurde und der nun erweitert werden soll. Fass ohne Boden? Charakterisiert man neuerdings so seine Partner, mit denen man neben gemeinsamen (europäischen) Werten u. a. auch die Währung teilt. Die Formulierung insinuiert, dass eine Gruppe von Menschen Hilfe beansprucht, die diese nicht verdient hat, weil sie prinzipiell nicht mit Geld umgehen kann. Es scheint, als ob mit der EuroDebatte eine Verrohung der (politischen) Sprache einhergeht – wobei das «Fass ohne Boden» noch eine relativ harmlose Form der hoffähig gewordenen Beleidigungen darstellt. Schuld an der jetzigen Krise sind aber sicherlich nicht die Lehrerin in Athen oder der Handwerker auf Kreta, denen mangelnde Steuermoral vorgeworfen wird. Die Fehlentwicklung wurde bereits bei der Einführung des Euro programmiert. Eine gemeinsame Währung zu schaffen, ohne jegliche Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik, ohne echte Kontrollmechanismen und ohne ein geregeltes Transfersystem unter den Mitgliedsstaaten, war von vorneherein ein Blendwerk. Die Bürger sollten glauben, der Euro bringe ihnen nur Vorteile – ohne Risiko und Haftungspflicht. Seitdem haben viele profitiert – Regierungen von «Randstaaten», die auf dem Kapitalmarkt plötzlich aus dem Vollem schöpfen konnten, Banken, die diesen Kredithunger gerne stillten und namentlich auch die deutsche Wirtschaft, die ihre Exportkraft dank dem Euro voll entfalten konnte, wovon auch der Staat profitierte. Nun wäre es dringend an der Zeit, dass die Beteiligten offen auch

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ralf.mayer@azmedien.ch

renzen sollte den Bürgern reiner Wein eingeschenkt werden. Ob die «Euro-Rettung» glückt oder nicht, ist von grosser Bedeutung für die globale, die gesamteuropäische und selbstvertändlich auch für die Schweizer Wirtschaft. Der von vielen befürchtete Konjunktureinbruch ist derzeit wenigstens noch nicht in Sicht. Und die wissensbasierten Industrien warten mit beeindruckenden Innovationen auf – wie etwa neue Hochleistungskunststoffe, die unter anderem eine umwelt- und ressourcenschonendere Automobilität ermöglichen (Seite 4). Bestätigt zu werden, ist mitunter befriedigend, kann aber auch betroffen machen: Im Editorial der September-Ausgabe hatte ich geschrieben, dass die Produktion auch von höherwertigen Spezialchemikalien in der Schweiz einen schweren Stand hat. Nun entschied Huntsman, in Basel weitere 600 Stellen abzubauen und die Textilchemie zu schliessen (siehe Seite 13 und www.chemieplus.ch). Dies ist ein harter Schlag für den Chemiestandort Basel und kann – wenn es bei dem Plan bleibt – niemanden zufriedenstellen.

Der befürchtete Konjunktureinbruch ist noch nicht in Sicht

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CHEMIE PLUS 10-2011

inhalt

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4 THEMA DES MONATS Hightech-Kunststoffe – Pioniertaten mit Perspektive

Geringes spezifisches Gewicht, besonderes mechanisches Verhalten und ausgeprägtes Filmbildungsvermögen – dies sind nur einige der Eigenschaften, die Hochleistungskunststoffe für eine immer grösser werdende Vielzahl von Applikationen prädestinieren. Klar sichtbar wurde der Vormarsch der polymeren Hightechmaterialien z. B. an der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. So werden denn auch die Automobilkonzerne zu immer wichtigeren Partnern für die Chemie- und Kunststoffproduzenten. Im Ringen um die aussichtsreichsten Entwicklungskooperationen werden die Claims abgesteckt.

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1 Editorial 2 Titelseite 95 Impressum T H E M E N D E S M O N A TS 4 Hightech-Kunststoffe: Zeit zum Stoffwechsel M Ä R K TE & A K TE U R E 10 Nachrichten 16 Chemie plus Feierabend-Event: «Alles rund ums Gas» 18 Glosse M E S S - , S TE U E R - , R E G E L TE C H N I K 20 Waagen: Impulse durch Outsourcing 24 Probenvorbereitung: Die Einwaage entscheidet alles SICHERHEIT + A R B E I TS S C H U T Z 26 Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz


inhalt

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Stabilitätsprüfungen

26 SICHERHEIT

40 IT

Arbeitsschutz mit System

«Flüssige» Computer

Moderne Arbeitsschutzstrategien geben dem präventiven Gesundheitsschutz Priorität vor der Ursachenanalyse. Dies erfordert eine systematische Integration des Arbeitsschutzes in die Sicherheitskultur von Unternehmen. Anlässlich der A + A Messe für betrieblichen Schutz und Gesundheit (18. bis 21. Oktober in Düsseldorf) ist zu beobachten, dass sich Hersteller inzwischen auf breiter Front Gedanken darüber machen, wie ihr Sicherheitssystem zur intelligenten Umgebung werden kann. Zahlreiche Innovationen zum Thema Sicherheit werden auch an der Fachmesse Sicherheit 2011 (15.–18. November in Zürich) zu sehen sein.

Europäische Forscher rühren Chemiecocktails zusammen, die anders rechnen als herkömmliche Mikrochips – und die neue Anwendungsfelder erschliessen sollen wie etwa intelligente Materialien oder intelligente Krebsmedikamente. Nach dem Vorbild natürlicher Nervenzellen können sich auch künstliche Zellen zu komplizierten «neuronalen Netzwerken» zusammenschliessen. Bevor diese Netzwerke informationstechnische Glanzleistungen verbringen, muss indes noch viel Forschungsarbeit geleistet werden – etwa im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts NEUNEU.

B I O TE C H N O L O G I E 32 Starke Basis für innovative Zukunft

S C V, F L B 60 Berichte aus den Verbänden

E N E R G I E TE C H N I K 36 Brennstoffzellen: «Potenzial für 3 bis 10 Prozent der Elektrizität» CHEMIE 40 Auf dem Weg zum flüssigen Computer A N A LY TI K 45 Mit DNA-abhängiger Photokatalyse gegen Tumorzellen

F O R S C H U N G S WE L TE N 71 Knockdown manchmal besser als Knockout 75 Nachrichten

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F I L TR A T / S TE L L E N 78 «Facettenauge» liefert Strom 80 Stellen, Nachrichten 82 Sekulab: Durch Weiterbildung einen Schritt voraus 83 Kalender 84 Vom Empa-Labor zum Start-up in China

F I R M E N B E R I C H TE 48 Köttermann AG 50 Glas Keller AG 52 CSF Wunderle GmbH

BEZUGSQUELLEN 85 Wer liefert was?

P R O D U K TE 53 Kompaktinfos zu Innovationen

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Hunderte von Glasfäden fliessen durch die Düsen. Für die weitere Verarbeitung wird die Glasfaser gehäckselt.

(Bild: Lanxess)

H I G H TE C H - K U N S TS TO F F E

Zeit zum Stoffwechsel

Neuere Produkte und Prozesse der Automobilproduktion werden die Marktentwicklung der Kunststoff- und Kautschukindustrie in den nächsten Jahren nachhaltig bestimmen. Im Fokus stehen Hochleistungskunststoffe.

ADALBERT BUDZINSKI

A

ufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften wie zum Beispiel geringes spezifisches Gewicht, besonderes mechanisches Verhalten und ausgeprägtes Filmbildungsvermögen bieten Hochleistungskunststoffe ungeahnte Anwendungsmöglichkeiten. Involvierte Firmen und Institute entwickeln zahlreiche zusätzliche Funktionen, die bisher in klassischen Kunststoffen nicht vorhanden waren. Beispiele sind elektrische und thermische Leitfähigkeiten, nichtlinear-optische Eigenschaften, magnetische Adressierbarkeit, die Fähigkeit zur Umwandlung von elektrischer Energie in Licht sowie umgekehrt von Licht in elektrische Energie. Weiterhin werden sensorische und aktuatorische (Erfassung und Erzeugung von Bewegungen) Funktionen angestrebt sowie die Fähigkeit zur Selbstheilung. An Oberflächen werden Selbstreinigung, antistatisches Verhalten, bestimmtes Adhäsionsverhalten sowie möglichst die Schaltbarkeit aller dieser Eigenschaften angestrebt. «Bei alledem wird oft implizit vorausgesetzt, dass sich die ansonsten vom Kunststoff bekannten und geschätzten Eigenschaften nicht verschlechtern. Weit ist man noch da-

von entfernt, dies in der Breite als Realität zu bezeichnen, aber einige faszinierende Erfolge können bereits verzeichnet werden», meint Kunststoffexperte Prof. Matthias Rehahn von der TU Darmstadt. Die Versuche, den gesamten Kunststoff eines Bauteils oder auch nur seine Oberfläche in der gewünschten Weise zu funktionalisieren, folgten laut Prof. Rehahn überwiegend zwei Strategien: Zum einen kann man Funktionalität in oder auf einem Bauteil realisieren, indem man dem Kunststoff funktionale Additive und Füllstoffe beimischt. So lässt sich beispielsweise isotrope wie anisotrope elektrische, in einigen Fällen sogar thermische Leitfähigkeit dadurch erreichen, dass man Leitrusse, Carbon-Nanotubes oder – neuerdings stark beackert – Graphene in den Kunststoff einarbeitet. Man kann dem Füllstoff durch geeignete Verarbeitung die Möglichkeit, Elektronen oder Wärme zu transportieren. Im anderen Extrem, zur Herstellung besonders effektiver Isolatoren, wie man sie beispielsweise in dünner Schicht für elektronische Bauteile sucht, möchte man die leitfähigen Partikel gerade ohne deren wechselseitigen Kontakt in den Kunststoff einbringen.

In den Kunststoff lassen sich weiterhin magnetische Partikel beispielsweise auf der Basis von Eisenoxiden einarbeiten. So erhält man Materialien, die sich über magnetische Wechselfelder effizient aufheizen lassen und auf diesen Stimulus hin weitere Prozesse, beispielsweise Selbstheilung oder in Formgedächtnispolymeren gespeicherte Gestaltsveränderungen, vollziehen können. Mit Partikeln, die sehr hohe Brechungsindizes aufweisen – deutlich kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes (ca. 300 bis 800 nm) – lassen sich schliesslich hoch brechende Linsen herstellen, beispielsweise für Head-up-Displays im Automobilbereich. Besondere Effekte haben nahe der Oberfläche eingesetzte Additive (siehe Kasten Seite 6).

Neue Kunststoffe für die Medizin

Die zweite grosse Gruppe von Kunststoffen bringt die Funktionalität selbst mit sich. Vor allem in Medizin und Elektronik machen diese neuen Polymere derzeit Furore. In der Medizin werden sie als bioabbaubare Hilfsund Werkstoffe mit programmierbarem Abbauverhalten eingesetzt – bei gleichzeitiger Sicherstellung zusätzlicher Funktionalitäten


thema des monats

wie Biokompatibilität, unkritischer Metabolismus oder Formgedächtniseffekte. Vor allem polymere aliphatische Hydroxycarbonsäuren wie die Polymilchsäure sind vielversprechend. Daneben wird an Kunststoffen mit exakt programmierbarem WirkstoffFreisetzungsverhalten für die Pharmazie intensiv geforscht. Auf der anderen Seite stehen die Elektronen- oder Ionen-leitfähigen Polymere. Ionische Leitfähigkeit wird beispielsweise in den Membranen von Brennstoffzellen oder Lithiumionenbatterien benötigt. Die Herausforderung hier ist vor allem die noch unzureichende Beweglichkeit der Ionen in diesen Polymermembranen, deren Langzeitstabilität und die Zuverlässigkeit der Produktionsprozesse. Polymere, die den Transport von Elektronen ermöglichen, können freilich keine grosse Distanzen bewältigen, wie es für ganze Kunststoffbauteile notwendig wäre. In dünnen Schichten bringen sie allerdings oft überraschende Ergebnisse. So lassen sich mit solchen (halb)leitenden Polymeren Transistoren (OFETs) für elektronische Labels (RFID-Tags), logische Schaltungen oder Sensoren («elektronische Nase») herstellen. Zeigen die Materialien zusätzlich eine hohe Absorption von sichtbarem Licht, können sie in Solarzellen verwendet werden. Weisen sie schliesslich eine hohe Elektrolumineszenz-Quantenausbeute auf, sind sie für Leuchtdioden (OLEDs) prädestiniert. «Der immense Charme dieser Materialien besteht auch in ihrer leichten Verarbeitbarkeit über Druckverfahren, was die Herstellung hoher Stückzahlen zu geringen Kosten möglich macht. Das Stichwort ist gedruckte organische Elektronik», so Prof. Rehahn. Die grosse Herausforderung besteht bei allen diesen Systemen heute noch in ihrer meist noch unzureichenden Effizienz und Langzeitstabilität. Gemessen an den immensen Fortschritten der letzten Zeit hofft Prof.

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Rehahn, dass sich diese Schwierigkeiten überwinden lassen.

THE CHEMICAL DIVISION

Intelligente Chemiewerkstoffe

Wesentliche Impulse für diese Entwicklungen kommen dabei von der Automobilindustrie, naturgemäss in Kooperation mit Chemieunternehmen und Instituten. Sie ist nun gezwungen, unter gesetzlichem Druck neue Konzepte für Leichtbau und geringen Kraftstoffverbrauch zu entwickeln. «Nur mit intelligenten Chemiewerkstoffen werden wir eine nachhaltige Mobilität verwirklichen können», sagt Dr. Werner Breuers, der im Vorstand des Spezialchemiekonzerns Lanxess die Forschung und Entwicklung leitet. 18 Prozent der globalen CO2-Emissionen entstehen durch den Strassenverkehr. 20 bis 30 Prozent des Kraftstoffverbrauchs eines Personenwagens und rund 24 Prozent seiner CO2-Emissionen entfallen auf die Reifen. Lanxess hat Spezialkautschuke und Kautschuk-Additive entwickelt, mit denen sich der Rollwiderstand von Reifen um bis zu 30 Prozent verringern lässt, ohne dass die Nasshaftung und die Lebensdauer der Pneus darunter leiden. Eine Verringerung des Rollwiderstands in dieser Grössenordnung reduziert den Kraftstoffverbrauch eines Pkw mit Benzinmotor und einem Durchschnittsverbrauch von 10 l/100 km um einen halben Liter pro 100 km und die CO2-Emissionen um 1,2 kg pro 100 km. Man erwartet, dass der Anteil der Hochleistungsreifen gegenüber normalen Reifen bis 2015 um 77 Prozent steigen wird; in Europa dürften sie schon bald Standard sein. Neben «grünen» Reifen hilft auch der Leichtbau, den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoss von Fahrzeugen zu senken. Gefragt sind dabei besonders intelligente Materialkonzepte auf Basis von leichtem Kunststoff. Aktuell entfallen etwa in Europa rund 15 Prozent des Fahrzeuggewichtes auf

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thema des monats

«Lotus» und weitere Oberflächeneffekte

Additive und Füller, die oberflächennah in Kunststoffe eingebracht werden und zusätzlich die Oberflächentopologie in der Mikro- bis Nanometerskala verändern, können die Benetzungsund Adhäsionseigenschaften massiv verändern. Der von der Natur bekannte Lotus-Effekt ist hierfür ein bekanntes Beispiel. Von Bedeutung sind überdies Antifouling-Bemühungen (beispielsweise Verhinderung der Besiedlung von Oberflächen durch Organismen) durch die Beeinflussung der Zelladhäsion auf Kunststoffen. Häufig bietet es sich an, diese Konzepte mit einer antibakteriellen Ausrüstung der Kunststoffoberfläche, beispielsweise durch Silber(nano)partikel, zu unterstützen. Besondere oberflächennahe Strukturen können zur Erzeugung von Interferenzfarben dienen, was einerseits zu dekorativen Zwecken oder als Sicherheits-Labels genutzt, andererseits aber auch mit einer sensorischen Funktion (Deformation, Spannung, Quellung) verknüpft werden kann.

Kunststoffteile. «Vor allem wegen des Trends zum Elektroauto rechnen wir in naher Zukunft mit einem Anstieg auf 25 Prozent. Denn das zurzeit noch hohe Gewicht der Antriebsbatterien muss an anderer Stelle kompensiert werden», erläutert Breuers. Der Lanxess-Manager geht davon aus, dass die von Lanxess erfundene Kunststoff-MetallVerbundtechnologie auf Basis von Metall und den Polyamiden «Durethan», auch Hybridtechnik genannt, dabei wertvoll sein kann. Denn Hybridteile sind im Vergleich zu reinen Stahlkomponenten bei gleicher Leistung meist um 20 bis 30 Prozent leichter. Neben Frontends und Bremspedalen könnten künftig auch Teile wie Schweller und Türen sowie Batterieträger für Elektromotoren in dieser Leichtbauweise konstruiert werden. Kürzlich haben die Leverkusener mit Partnern das Leistungsvermögen der Hybridtechnik durch den Einsatz von Organo- statt Metallblech deutlich steigern können. Man konnte zeigen, dass solche Hybridteile wirtschaftlich in einem Fertigungsschritt herstellbar und die Eigenschaften der Komponenten mittels integrativer Simulation berechenbar sind. Bisher wurden die Endlosfaser-verstärkten Polyamid-Organobleche separat drapiert, in einem zweiten Arbeitsschritt erneut aufgewärmt, dann in das Spritzgiesswerkzeug gelegt und dort gezielt mit Polyamid-Verstärkungen versehen. Nun findet das Umformen des Organoblechs direkt im Spritzgiesswerkzeug statt, was den Prozess verkürzt und vereinfacht und den Werkzeuginvest verringert. Die Bauteile wurden gemeinsam mit den Partnern des vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten SpriForm-Projektes entwickelt, an dem auch Audi, Bond-Laminates, KrausMaffei Technologies, IVW Kaiserslautern und Jacob Plastics beteiligt sind. Breuers: «Im Vergleich zu Aluminiumblech-Hybridkonstruktionen kann so das

Bauteilgewicht noch einmal um rund 10 Prozent gesenkt werden. Gegenüber Hybridteilen mit Stahlblech wäre die Ersparnis sogar noch grösser».

Lanxess erweitert Glasfaserproduktion

Für die Herstellung der Hochleistungskunststoffe setzt Lanxess zudem Glasfasern ein und investiert 15 Millionen Euro in die Erweiterung der Glasfaserproduktion im Hafen von Antwerpen um 10 Prozent auf 66 000 Jahrestonnen. «Das Geschäft mit Hightech-Kunststoffen ist für uns ein wichtiger Wachstumstreiber. Der steigende Bedarf nach moderner Mobilität und eine erhöhte Nachfrage aus der Elektro- und Elektronikindustrie eröffnen ein attraktives Marktpotenzial», sagte Breuers auf dem Lanxess-Tag der Hightech-Kunststoffe in Belgien. Der globale Markt für Hightech-Kunststoffe, der heute auf sieben Milliarden Euro taxiert wird, soll bis 2020 jedes Jahr um rund sieben Prozent klettern. Kürzlich hat der Konzern für 35 Millionen Euro die Produktion von Caprolactam, einem weiteren Kunststoff-Zwischenprodukt, in Antwerpen ausgebaut. Damit steigt die jährliche Produktionskapazität von derzeit rund 200 000 Tonnen um zehn Prozent. Auch baut der Lanxess-Geschäftsbereich Semi-Cristalline Products, der schwerpunktmässig aus dem Polyamid «Durethan» und dem Polybutylenterephthalat «Pocan» besteht und zu mehr als 50 Prozent die Autoindustrie beliefert, neue Compoundier-Anlagen in den USA und Asien und erweitert die bestehenden Kapazitäten. «Die Investitionen in die Antwerpener Anlagen für Caprolactam und Glasfasern stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit», erklärt Michael Zobel, Leiter des Geschäftsbereichs. Mehr als die Hälfte dieser Produktion werden intern weiter verwendet. Die Wertschöpfungskette ist damit hochgradig rückwärtsintegriert – ein wesentlicher Geschäftsvorteil.

Fokus Automobil bei der BASF

Nicht weniger als 15 Prozent des Umsatzes wickelt der BASF-Konzern mit Produkten für die Automobilindustrie ab. Um den Auto-Leichtbau voranzutreiben, hat der Konzern ein Composite-Leichtbau-Team gegründet, der marktfähige Materialien und Technologien zur Fertigung von Hochleistungsfaserverbund-Bauteilen für Kraftfahrzeuge entwickeln soll. Durch das breite Portfolio kann die BASF nach eigenen Angaben drei verschiedene Kunststoffmatrix-Systeme parallel untersuchen und anbieten. «Wir können auf das BASF-Know-how in der Epoxidharz-, der Polyurethan- und der Polyamidchemie zugreifen, wollen im Team die Synergien nutzen und werden in den nächsten Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung investieren», erläutert Willy Hoven-Nievelstein, Leiter der Geschäftseinheit Engineering Plastics Europe bei der BASF. Hinter den neuen Werkstoffen steckt als Verarbeitungstechnologie das «Resin Transfer Molding» (RTM)-Verfahren, mit dessen Hilfe grosse und komplexe, aber auch leichte und hoch belastbare Verbundbauteile in einem Press-Form-Prozess entstehen. Dabei werden mehrlagige Faserstrukturen in ein beheiztes Werkzeug eingelegt, das sich in einer Presse befindet. Danach wird ein flüssiges Kunstharz in die Form gespritzt, das die Fasern vollständig benetzt und dann kontrolliert aushärtet. Gutes Fliessvermögen und vor allem kurze Aushärtezeit der Kunststoffkomponenten sind neben der mechanischen Leistungsfähigkeit des fertigen Faserverbundbauteils die Herausforderungen bei allen drei Materialgattungen. Epoxidharzsysteme der BASF werden heute schon in den Rotorblättern von Windanlagen eingesetzt. Beide Materialien verfügen über neuartige Härtungsmechanismen: Sie tränken die Faser-Textilstrukturen durch ihre niedrige Anfangsviskosität sehr gut, härten dann aber innerhalb weniger Minuten aus. Damit bieten sie Lösungen für eines der Probleme, das dem Einsatz von Hochleistungsverbundwerkstoffen in der Fahrzeugserienfertigung bisher entgegenstand. Sie sind selbst trennend und können auf gängigen Hoch- und Niederdruckanlagen verarbeitet werden. Die neuen Polyamidsysteme der BASF lassen sich zudem thermoplastisch recyceln und leicht schweissen. Besonderen Aufwand stecken die Ludwigshafener in das beschleunigte Aushärten der drei Kunststoff-Matrixsysteme und damit in die weitere Verkürzung der Zykluszeiten.


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Schäume sind Träume

Strukturbauteile für Chassis oder Karosserie lassen sich nur aus Verbundwerkstoffen auf Basis endloser Carbon- oder Glasfasern herstellen – sie erfordern Fasergehalte von etwa 65 Gewichtsprozente. Endlosfasern sind heute schon im Flugzeugbau, in der Windenergiegewinnung, im Anlagenbau, im Prototypenbau und in automobilen Kleinserienanwendungen im Einsatz. Aufgrund der besonderen Steifigkeit sind Carbonfasern derzeit als Verstärkungsmaterial im Gespräch. Um sich hier frühzeitig mit Anwendern und Endnutzern austauschen zu können, trat die BASF kürzlich dem Carbon Composites e.V. (CCeV) bei, einem 2007 gegründetem Kompetenznetzwerk für Carbonfasern und Faserverbundtechnologie mit inzwischen mehr als 120 Mitgliedern. Wichtig für eine schnelle Markteinführung der Matrixsysteme seien jedoch neben der Leistungsfähigkeit eines Verstärkungsmaterials auch Preis und Verfügbarkeit, so der Konzern. Hier spielen insbesondere Glasfasern ihr Potenzial aus: Ihre mechanische Leistung ist bei Weitem noch nicht ausgereizt. Die Gesamtsysteme aus Kunststoffmatrix und Faserverstärkung müssen darüber hinaus prozesssicher sein und sollten sich zügig in die Grossserie übertragen lassen. Sie sollen das Gewicht gegenüber konventionellen Metallteilen um etwa 50 Prozent verringern. Etablierte Technologien, die Metalleinleger oder endlosfaserverstärkte Einleger auf Basis von Organoblechen oder UD-Tapes (unidirektionale Fasergelege) im Kunststoff einbetten, ergänzen den neuen Ansatz. Endlosfaserverstärkte Deckschichten lassen sich darüber hinaus mit leichten Schaumkernen zu ausgefeilten Sandwich-Strukturen kombinieren, die eine ausserordentliche spezifische Bauteilsteifigkeit und Isoliereigenschaften bei niedrigem Gewicht aufweisen. Faserverstärkte Verbundwerkstoffe, die

Kunststoff statt Glas

Kunststoffe ersetzten mehr und mehr auch das Glas. Bereits in Serie eingebaut werden Autodächer aus dem transparenten BayerPolycarbonat «Makrolon» – im neuen Smart. Das Dach des Kleinfahrzeugs wiegt nur noch acht Kilogramm, aus Glas dagegen würde es auf etwa 13 Kilogramm bringen. Insgesamt verbraucht die Automobilindustrie etwa 3000 Tonnen Polycarbonat pro Jahr für Verschiebungen – drei Viertel davon liefert Bayer. In zehn Jahren dürften es 100 000 Tonnen sein, so die Schätzungen.

Lanxess-Vorstand Werner Breuers: «Neben Frontends und Bremspedalen könnten künftig auch Türen oder Batterieträger für Elektromotoren in OrganoblechHybridtechnik konstruiert werden.»

für die Herstellung von Leichtbaukarosserien verwendet werden, könnten im Bereich von Strukturbauteilen und Chassis 100 bis 150 Kilogramm einsparen. Heizung und Klimaanlage sind wesentliche Energieverbraucher im Fahrzeug. Durch ein ganzheitliches Temperaturmanagement mit neu entwickelten Materialien, wie etwa ein Polymerfilm in den Fensterscheiben, der

2012 Kathodenmaterialien zur Herstellung leistungsstarker Lithium-Ionen-Batterien liefern. Mehr noch: Die BASF steigt in die Entwicklung von Elektrolyten ein, die mitentscheidend für die Leistungsfähigkeit der Batterien sind. Mit dem Elektrolytgeschäft wird das Portfolio neuer Lösungen für hochleistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien erweitert und BASF kann in Zukunft als Systemanbieter auftreten. Neben Materialien für Lithium-Ionen-Batterien, zu denen auch Anoden und Separatoren gehören, forscht die BASF an zukünftigen Batteriekonzepten wie Lithium-Schwefel oder Lithium-Luft. Auf der IAA zeigte Evonik (ex-Degussa) in der Halle Elektromobilität Beispiele für Konzept und Serie in der Batterietechnologie. Das 200 Kilogramm leichte Konzeptfahrzeug «Wind Explorer» hat in Australien eine 4900 Kilometer lange Pionierfahrt zurückgelegt. Mit einer Batterieladung fährt es 400 Kilometer. Die Karosserie des Zweisitzers besteht überwiegend aus einem Kohlefaserverbund mit dem Strukturschaum «Rohacell» von Evonik. Die Lithium-IonenTechnologie der Evonik-Tochter Li-Tec Battery wurde kürzlich in der Kategorie «Ökologisches Konzeptfahrzeug» mit dem internationalen Umweltpreis «ÖkoGlobe 2011» ausgezeichnet.

Claims werden abgesteckt

Heckdeckel des Alfa Romeo 8C: Composite-Bauteil mit Sichtcarbonoberfläche. (Bild: SGL Carbon)

Wärmestrahlung reflektiert, oder mit Hochleistungsdämmstoffen lässt sich dieser Energiebedarf senken. Stichwort Energiebedarf: In den kommenden fünf Jahren wird die BASF einen dreistelligen Millionen-EuroBetrag in Forschung, Entwicklung und Produktionsaufbau von Batteriematerialien investieren, die als Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität gelten. Teil dieser Aufwendungen ist auch der Bau einer Produktionsanlage in Elyria im US-Bundesstaat Ohio. Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen US$ soll ab Mitte

Um die automobilen Ideen in die Praxis umzusetzen, arbeiten Kunststoff- und Chemieproduzenten immer enger mit der Automobilindustrie zusammen. Auf der 64. Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt haben BASF und Daimler das Konzeptfahrzeug vorgestellt: Der Smart Forvision vereint Energieeffizienz, Temperaturmanagement und Leichtbau (siehe Chemie plus 9/2011). Für eine Überraschung in der Branche sorgte auch die soeben verkündete Beteiligung der Saudi Basic Industries Corporation (Sabic) an der Innovationsgesellschaft Inpro, einem Joint Venture für die Entwicklung innovativer Produktionssysteme in der Fahrzeugindustrie. Bisherige Gesellschafter der Inpro sind Daimler, Siemens, Thyssen Krupp und Volkswagen sowie seit der Gründung 1983 auch das Land Berlin. SABIC bringt in das Joint Venture – insbesondere über die Abteilung Automobilindustrie ihrer strategischen Geschäftseinheit Innovative Plastics mit und will sich in vollem Umfang an den Innovationsprojekten der INPRO beteiligen. INPRO entwickelt Techno-


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logien für den Leichtbau und die Null-Fehler-Produktion von Fahrzeugen. Ein strategisches Ziel sind auch Produktionstechniken für die Elektro- und Hybridfahrzeuge. Ausserdem arbeitet INPRO an Softwaretools, die Entwicklungszeiten verkürzen, die Produktionsplanung optimieren sowie die Gesamtenergieeffizienz in der Automobilproduktion verbessern. Strategisch immer wichtiger für die Automobilindustrie scheinen die im Flugzeug-Einzelanfertigungen erprobten Kohlenstoff (Carbon-)fasern zu sein, wie der überraschende Einstieg des VW-Konzerns bei dem Spezialisten SGL Carbon zeigt. VW hat 8,18 Prozent der SGL-Aktien gekauft. Dabei kooperiert SGL eng mit dem VWKonkurrenten BMW. Pikant dabei: Grösster Aktionär bei SGL ist Skion mit etwas über 22 Prozent, die Beteiligungsgesellschaft der BMW-Grossaktionärin Susanne Klatten. Mit einem Aufwand von 100 Millionen USD haben bereits BMW und SGL ein gemeinsames Werk für Carbonfasern in Moses Lake/Washington, USA, errichtet. Das dort produzierte Material soll in dem für 2013 geplanten elektrischen Grossstadtgefährt «BMW i3» zum Einsatz kommen. Daimler gründete kürzlich ein Joint Venture mit der japanischen Toray, dem weltgrössten Hersteller von Kohlenstofffasern. In Esslingen sollen aus dem Werkstoff ab 2012 Bauteile wie Kofferraumhauben und Dächer hergestellt werden. Audi arbeitet mit dem Maschinenbauer Voith an der Herstellung von Leichtbauteilen aus Kohlefasern. Carbonfasern werden seit fast 50 Jahren industriell eingesetzt. Ursprünglich entwickelt für die Raumfahrt, werden sie in der Luftfahrt und in vielen konsumnahen Bereichen genutzt: Dazu gehören Tennis- und Golfschläger, Rennräder, Skier oder Angelruten. Bereits vor 30 Jahren steuerte John Watson in Silverstone mit dem McLaren MP4-1 das erste Formel-1-Rennauto, dessen Monocoque komplett aus Carbonfasern-Werkstoff bestand.

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Aktuelle Beispiele: Die gesamte Karosse des neuen Lamborghini Aventador LP700-4 besteht aus einer Kohlefaser-Monocoque-Konstruktion samt Aluminiumanbaurahmen. Die Architektur aus dem hochfesten Kohlefaserstoff senkt nicht nur das Gewicht, sondern ebenso auch den Schwerpunkt. Gerade mal 148 Kilogramm wiegt das Monocoque, der Supersportwagen, insgesamt 1575 Kilogramm. Und die Aussenhaut des Showcars Audi urban concept besteht aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff, bei der Zelle handelt es sich um einen Mix aus einem Kohlefaser-Monocoque und einer Aluminiumstruktur. Dieser Ultraleichtbau legt den Grundstein für das extrem niedrige Leergewicht der Technikstudie von gerade mal 480 Kilogramm. Bei dem neuen Sportwagen McLaren MP4-12C ist die aus einem Stück bestehende Fahrgastzelle aus Kohlenfasern nach vier Stunden fertig. Produziert wird das nur 75 Kilo schwere Bauteil von der Carbotech aus Salzburg, einer Tochter des Autozulieferers Mubea aus Attendorn. Und in Genf hat Alfa Romeo seinen 4C aus Carbon und Alu vorgestellt. Er soll 2012 serienreif sein. Die Herausforderungen dabei: Nach Expertenangaben kostet ein Karosserieteil aus Stahlblech etwa vier Euro pro Kilo, ein baugleiches Teil Kohlefaser-Kunststoff rund 200 Euro, etwa 50 Euro davon entfallen auf das Material. Neben den hohen Kosten und Taktzeiten sind Reparatur und Recycling weitere ungelöste Themen. Schliesslich werden heute für Karbonfaser-Teile bereits Taktzeiten von zwei Stunden erreicht; sie müssen jedoch auf zwei bis drei Minuten sinken, um der Faser zum Durchbruch zu verhelfen.

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märkte und akteure

InPulse: Neue Wissens- und Kontaktplattform der Prozessindustrie Am 26. und 27. September 2012 treffen sich in Basel die Fachleute der Schweizer Verfahrenstechnik-Branche zur ersten InPulse. Die Veranstaltung verbindet hochkarätige Weiterbildungsangebote und Produktinformation mit beruflicher Kontaktpflege und legt einen starken Fokus auf die Praxis der verschiedenen Disziplinen. Als jährliche Plattform ergänzt die InPulse das Angebot der im Dreijahresrhythmus stattfindenden Ilmac, der Fachmesse für Prozess- und Labortechnologie, um einen anhaltenden und angeregten Austausch zwischen Fachleuten der Prozesstechnik. «Wir stellen fest, dass die einzelnen Disziplinen der Prozessindustrie trotz vieler Gemeinsamkeiten noch nicht optimal untereinander vernetzt sind und damit ein wertvolles Synergiepotenzial brachliegt. Mit der InPulse wollen wir einen zentralen Beitrag leisten, dass alle zum einzigartigen Erfahrungsschatz des Werkplatzes beitragen und davon profitieren können», so Robert Appel, Veranstaltungsleiter der InPulse. Die InPulse beschreitet Neuland und kombiniert mehrere Formate auf einer einzigen Plattform: Die zentrale Networking-Lounge ist der Treffpunkt für alle Teilnehmer und unterstützt den interdisziplinären Austausch. Die InPulse Expo bietet Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch mit Lösungsanbietern. In fachspezifischen Weiterbildungsmodulen vermitteln Referenten von führenden Fachverbänden, Universitäten und Unternehmen praxisnahes Wissen und interessante Ansätze zur Diskussion. www.inpulse.ch

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Biosimilars: Boehringer Ingelheim steigt ein Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will in das zukunftsträchtige Geschäft mit Biosimilars einsteigen. Das Unternehmen werde ein neues Geschäftsfeld zur Entwicklung und Vermarktung eigener Biosimilars gründen, gab der Familienkonzern mit Sitz in Ingelheim (D) jetzt bekannt. Biosimilars sind Nachahmer-Arzneimittel von Biopharmazeutika. Bisher entwickelt und produziert Boehringer Ingelheim zwar bereits Biopharmazeutika aber keine Biosimilars. «Wir sind davon überzeugt, dass Biosimilars in Zukunft einen Grossteil des biopharmazeutischen Marktes ausmachen», sagte Wolfram Carius, Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim. Biopharmazeutika sind zur Therapie lebensbedrohlicher Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen mittlerweile auf dem Vormarsch. Branchenexperten erwarten, dass bis 2016 schon acht der Top-Ten-Arzneimittel weltweit Biopharmazeutika sein werden. Allerdings ist die Behandlung mit diesen Mitteln deutlich teurerer als mit herkömmlichen Arzneimitteln. Da bis 2015 nach Experteneinschätzung Biopharmazeutika mit einem geschätzten globalen Umsatzvolumen von 64 Mrd. USD patentfrei werden, bieten sich für Biosimilars grosse Zukunftschancen. Der Markt, der derzeit u. a. von grossen Generika-Playern wie Tevaund Sandoz bedient wird, gilt auch deshalb als attraktiv, weil es im Gegensatz zu Generika für klassische Arzneimittel hohe Eintrittsbarrieren für Wettbewerber beispielsweise aus Indien, China oder Südamerika gibt. So sind für eine Zulassung in Europa eigene klinische Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erforderlich. www.boehringer-ingelheim.com

TM

Chemikalienrecht: Neuer Leitfaden der Dekra

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Die vergangenen vier Jahre haben eine Vielzahl neuer Regelungen im Chemikalienrecht mit sich gebracht. Betroffen sind Hersteller, Importeure und Formulierer, aber auch Händler und Anwender der Produkte. Der neue Praxisleitfaden der Dekra behandelt in zwölf Kapiteln die wesentlichen Regelungsbereiche des Chemikalienrechts und stellt die logischen Zusammenhänge dar: ■ Ermitteln von Daten: Im Labor oder mittels Literaturrecherche müssen die Parameter ermittelt werden, die den Gefahrstoff charakterisieren, beispielsweise Flammpunkt oder Giftigkeit. ■ Einstufen des Stoffs: Anhand der Parameter und gesetzlicher Regelwerke wie der CLP-Verordnung werden dem Stoff, Gemisch oder Produkt Einstufungen zugewiesen, wie zum Beispiel «Hochentzündlich» oder «Gesundheitsschädlich». ■ Dokumentieren: Im Chemikalienrecht gibt es zahlreiche Dokumentationspflichten. Die bekannteste ist das Sicherheitsdatenblatt, das durch REACh jetzt nochmals erheblich erweitert wurde. ■ Implementieren: Die gesetzlichen Pflichten für den betrieblichen Umgang mit Chemikalien erfordern ein umfangreiches Fachwissen. Dieses wird an Rollen wie dem Gefahrgutbeauftragten, Sachkundigen nach Chemikalienverbotsverordnung oder betriebliche Gefahrstoffstelle festgemacht. Dekra berät seit über 20 Jahren Unternehmen zum Chemikalienrecht. Der Praxisleitfaden Chemikalienrecht kann kostenlos heruntergeladen werden unter: www.dekra.de/chemikalienrecht


thema des monats

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persönlich Dr. Peter Völker (60), Technikvorstand der R. Stahl AG und Geschäftsführer der R. Stahl Schaltgeräte GmbH, wird nach über 20-jähriger erfolgreicher Tätigkeit zum 31. 12. 2011 in den Ruhestand gehen. Der promovierte Ingenieur wird dem Unternehmen weiter beratend zur Seite stehen. Der Vorstandsvorsitzende Martin Schomaker wird die R. Stahl AG als alleiniges Vorstandsmitglied führen. Portugiesin Isabel Afonso (37) (Bild) wird Anfang

Die

November 2011 die Leitung des Schweizer Generika-Leaders Sandoz Pharmaceuticals AG in Cham übernehmen. Sie tritt bei der Novartis-Tochter die Nachfolge von Rebecca Guntern Flückiger (39) an, die seit August Sandoz Spanien leitet. Isabel Afonso ist seit 2002 in verschiedenen Funktionen im Novartis-Konzern tätig, u. a. für Novartis Pharma Schweiz und Novartis Animal Health.

Zitat des Monats

«Von drei Firmen, welche die Produktion ins Ausland verlegen, kommt eine zurück, eine bleibt, und die dritte wird nicht glücklich.»

Bundesrat Johann-Schneider-Ammann Zentralschweiz am Sonntag, 25. 9.2011

Sabic hat europaweit eine Reihe von Country Leadern ernannt. So hat Dr. Konrad Hellmann (43) die Länderverantwortung für Deutschland übernommen. Hellmann ist seit über 10 Jahren in der Chemie- und Kunststoffbranche tätig. 2006 hat er die Geschäftsführung der damaligen GE Plastics GmbH übernommen. Seit 2009 leitet er zudem das Consumer Segment der Sabic Innovative Plastics auf europäischer Ebene. Der Konsumgüterhersteller Henkel erweitert seinen Vorstand. Kathrin Menges (46) (Bild) ist per 1. Oktober in das Gremium eingezogen und verantwortet dort den Personalbereich. Bisher verantwortete Henkel-CEO Kasper Rorsted den Bereich Personal im Vorstand. Menges ist seit dem Jahr 2009 Corporate Senior Vice President und Personalchefin von Henkel. Per 1. Januar 2012 wird Michael Pontzen die Leitung der Group Function Controlling beim Lanxess-Konzern übernehmen. Bislang leitete Pontzen den Bereich Corporate Finance in der Group Function Treasury. Joachim Christ, bisheriger Leiter Controlling, wird Lanxess auf eigenen Wunsch verlassen.

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Westfalen Gas Schweiz eröffnet neuen Hauptsitz mit Abfüllwerk und Logistik Pünktlich zu ihrem zehnten Geburtstag hat die Westfalen Gas Schweiz GmbH ihren neuen Hauptsitz in Eiken im Kanton Aargau in Betrieb genommen. In über einjähriger Bauzeit entstanden mit einer Investition von rund 10 Mio. CHF ein modernes Werk zur Abfüllung von technischen Gasen, ein Logistikzentrum sowie der neue Verwaltungssitz des Gase-Unternehmens. Letzterer befand sich bislang im 15 Kilometer entfernten Möhlin. Insgesamt sind an dem neuen Standort 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk umfasst eine Halle mit je elf Abfüllständen zum Befüllen von Druckgasflaschen und Flaschenbündeln, vier Hochtanks für Sauerstoff, Stickstoff, Argon und Kohlendioxid mit insgesamt 72 000 Liter Fassungsvermögen, eine Füllanlage für Formiergas, befestigte Lagerflächen sowie einen Entflechtungsstand für entleerte Flaschen. Wie die Firma weiter mitteilte, entspricht die Anlage den neuesten Standards der Westfalen AG für ihre Werke in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und nunmehr der Schweiz. Dazu gehören völlig getrennte Abfüllprozesse für Industriegase und die Lebensmittelgase der Marke «Protadur» sowie eine sowohl für 200 als auch für 300 bar ausgelegte Technik. Fürs Erste sollen jährlich etwa 70 000 Flaschen befüllt werden. Mittelfristig ist ein Anstieg auf 200 000 Flaschen geplant. Die Westfalen Gas Schweiz hat nach eigenen Angaben mehrere Tausend Kunden sowie mit über 40 Vertriebspartnern eine flächendeckende Vertriebsinfrastruktur. Bisher wurden die Schweizer Gaseanwender von Süddeutschland aus versorgt. Foto: Lutz Markowic, Wolfgang Fritsch-Albert (Inhaber Westfalen AG) und Markus W. Form (Geschäftsführer Westfalen Gas bei der feierlichen Eröffnung in Eiken. www.westfalen-ag.de

Katalysatoren: Evonik baut Anlage in argentinischer Biodiesel-Region Evonik Industries baut eine neue Anlage zur Herstellung von Katalysatoren für die Biodieselproduktion in Argentinien. «Als ein führender Anbieter von Katalysatoren für die Biodieselherstellung wollen wir unsere Position weiter festigen und ausbauen», erklärte Evonik-Vorstandsmitglied Dahai Yu bei der Grundsteinlegung in Puerto General San Martin. Der Standort befindet sich in einer Region, in der grosse Mengen an Biodiesel produziert werden. Nach Fertigstellung der Anlage, die bis spätestens Ende 2012 vorgesehen ist, wird sie gebrauchsfertige Alkoholate als Katalysatoren für die Produktion von Biodiesel aus nachwachsenden Rohstoffen liefern. Aus der neuen Anlage sollen künftig vor allem Argentinien und Brasilien beliefert werden. Die Produktion wird eine Jahreskapazität von über 60 000 Tonnen haben. Im Jahr 2009 hat Evonik bereits eine Produktionsanlage für Katalysatoren für die Biodiesel-Herstellung in Mobile (Alabama, USA) angefahren. Nach dem erfolgreichen Einsatz dieser neuen Produktionstechnologie in den USA wird jetzt in Argentinien eine Anlage gleichen Typs gebaut. Bei dieser Technologie werden die Alkoholate in einer Direktreaktion von Alkohol mit Lauge hergestellt. Spezialkatalysatoren zur Produktion von Biodiesel stellt Evonik auch am deutschen Standort Niederkassel-Lülsdorf bei Köln her. www.evonik.com

«Grünes» PE-Compound für Europa Der weltweit tätige Biopolymerhersteller Braskem (Sao Pãulo, Brasilien) und der Biokunststoff-Spezialist FKuR (Cedar Park, Texas/USA, und Willich, D) haben einen Vertrag zur Compoundierung von Bio-PE, «Green PE», geschlossen. Diese strategische Partnerschaft ermögliche die Herstellung der ersten massgeschneiderten «grünen» Polyethylen Compounds in Europa, teilten die beiden Unternehmen mit. Für die Entwicklung hochwertiger Compounds sowie zur weiteren Durchdringung des europäischen Marktes war Braskem auf der Suche nach einem professionellen Partner. «Wir haben uns für FKuR als Partner entschieden, da diese nicht nur umfangreiche und langjährige Erfahrungen in der Compoundierung von Biokunststoffen, sondern auch in der von herkömmlichen Polyolefinen haben», betont Fabio Carneiro, Renewable Chemicals Commercial Officer bei Braskem. Als nach eigenen Angaben weltweit erster Hersteller begann Braskem im September 2010 mit der Produktion von LLDPE und HDPE aus nachwachsenden Rohstoffen. Das zur Herstellung von «Green PE» verwendete Ethanol wird dabei nicht aus Erdöl, sondern aus brasilianischem Zuckerrohr gewonnen. Der Anteil nachwachsender Rohstoffe könne in Abhängigkeit von der Anwendung bis zu 100% betragen, heisst es weiter. www.fkur.com, www.braskem.com.br


Roche: Positive Nachricht für Avastin Der Pharmakonzern Roche hat von der EUArzneimittelbehörde ein positives Gutachten für sein Medikament «Avastin» zur Behandlung von Eierstockkrebs erhalten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelagentur habe die Anwendung von Avastin in Kombination mit zwei Chemotherapiemitteln für Frauen mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem Eierstockkrebs befürwortet, teilte die Roche Holding AG kürzlich mit. Eierstockkrebs ist den Angaben zufolge die achthäufigste Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr wird bei über 220 000 Frauen weltweit Eierstockkrebs diagnostiziert und rund 140 000 Betroffene sterben an der Erkrankung. Bei deren Behandlung seien seit über zehn Jahren kaum Therapiefortschritte erzielt worden, so Roche. In zwei Phase-III-Studien mit Avastin in Kombination mit einer Chemotherapie habe sich gezeigt, dass die Behandlung mit Avastin das progressionsfreie Überleben – also die Zeit, in der die Frauen mit dem Krebs lebten, ohne dass sich ihre Erkrankung verschlechterte – signifikant verbesserte. Das positive Gutachten des CHMP ist laut Roche ein wichtiger Meilenstein für Avastin. Der Pharmakonzern hatte mit seinem u. a. zur Darmkrebs-Therapie zugelassenen Blockbuster Avastin zuvor auch Rückschläge erlebt. www.roche.com

Huntsman plant Abbau von 600 Stellen in Basel Dem Chemiestandort Basel droht ein erneuter Aderlass: Der US-Konzern Huntsman plant, sein Geschäft mit Textilchemikalien und -farbstoffen («Textile Effects») zu restrukturieren und verstärkt nach Asien zu orientieren. Die entsprechenden Produktionen in Basel sollen geschlossen werden, was den Verlust von 600 Arbeitsplätzen zur Folge hat. Konkret plant Huntsman, rund 500 Stellen komplett zu streichen, etwa 100 weitere sollen an andere Konzernstandorte verlagert werden. Die Umstrukturierungen sollen bis Ende 2013 abgeschlossen sein. Huntsman hatte das Geschäft mit Textilchemikalien und -farbstoffen im Jahr 2006 für 332 Mio. Fr. von der Ciba SC übernommen. Man müsse nun drastische Massnahmen ergreifen, um die schlechte Ertragslage grundsätzlich zu verbessern, liess sich Huntsman-Präsident Peter Huntsman vernehmen. Sowohl Kunden als auch Konkurrenten hätten ihre zentrale Geschäftstätigkeit nach Asien verlagert. Diesem Branchentrend müsse der Konzern nun mit einer Neuaufstellung Rechnung tragen. (Bekanntlich verlegt derzeit auch Clariant seine Textilchemieproduktion von Muttenz nach China, Indien und Brasilien). Zusätzlich habe der jüngste Höhenflug des Schweizer Frankens die Kostenstruktur in Basel massiv verschlechtert, heisst es bei Huntsman weiter. Nicht betroffen von der Umstrukturierung des in Basel ansässigen Textile-Effects-Geschäfts ist die Abteilung Forschung und Technologie. Huntsman beschäftigt in der Schweiz insgesamt 1300 Mitarbeitende in den Geschäftsbereichen Textile Effects und Advances Materials. In Basel sind derzeit rund 700 Personen für Textile Effects und 300 für Advanced Materials tätig. www.huntsman.com

Bayer: Hoffnung für den Hoffnungsträger Xaretto Bayer kommt der geplanten Zulassung in Europa für seinen Gerinnungshemmer Xarelto in weiteren wichtigen Indikationen näher. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat das Mittel zur Zulassung in Europa sowohl zur Prävention von Schlaganfällen bei Herzrhythmusstörungen als auch zur Behandlung der tiefen Venenthrombose und Lungenembolie empfohlen, teilte der Pharmakonzern kürzlich mit. Mit einer Entscheidung der EU-Kommission rechnet Bayer im vierten Quartal 2011. Der Wirkstoff ist in Europa bereits bei Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen zugelassen. Dabei handelt es sich aber um eine recht kleine Indikation. Das Mittel gilt als einer der grössten Hoffnungsträger des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns, dessen Umsatzpotenzial über alle Indikationen auf mehr als 2 Mrd. EUR geschätzt wird. Das Präparat entwickelt Bayer mit dem US-Konzern Johnson & Johnson. Auch in den USA ist das Medikament zum Einsatz bei Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen bereits zugelassen. Vor wenigen Wochen hatte sich eine Expertenkommission der US-Zulassungsbehörde FDA auch für eine Zulassung des Medikaments zur Verhinderung von Schlaganfällen ausgesprochen. Allerdings äusserten die FDA-Berater auch einige Bedenken, die zu Einschränkungen für die Verordnung des Mittels führen könnten. www.bayer.com

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Liane als Vorbild für «selbstheilende» Membranen Lianen, deren Festigungsring aus verholzten Zellen nach einer Verletzung von selber heilt, dienen Bionik-Experten als Vorbild für selbstreparierende Membranen, wie sie etwa in Schlauchbooten zum Einsatz kommen könnten. Empa-Forscher haben sich, in Zusammenarbeit mit Forschenden der Universität Freiburg im Breisgau, einen «Trick» der Natur zu eigen gemacht und eine geschlossenzellige Polymerschaumbeschichtung entwickelt. Der Selbstheilungsprozess der Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla), eine Liane in den Bergwäldern Nordamerikas, lieferte Biologinnen der Universität Freiburg im Breisgau unter der Leitung von Olga Speck den entscheidenden Hinweis. Werden die verholzten Zellen des Festigungsgewebes, die den Pflanzen ihre Biegefestigkeit verleihen, verletzt, verarztet sich die Pflanze durch «Erste Hilfe». Parenchym-Zellen des darunterliegenden Grundgewebes dehnen sich rasch aus und verschliessen die Wunde von innen. Erst in einer späteren Phase setzt die eigentliche Heilung ein, das ursprüngliche Gewebe wächst nach. Dieses Prinzip soll nun in einem vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bionik-Projekt auf Werkstoffe – genauer auf Membranen – übertragen werden. Sobald eine Membran verletzt wird, soll eine zusätzliche Schicht dank ihrer mechanischen Vorspannung – ähnlich dem Vorbild aus der Natur – «Erste Hilfe» leisten und Löcher bis zur «richtigen» Reparatur verschliessen. Einen ersten Zwischenerfolg haben die EmpaForscher bereits erzielt; ein Zweikomponentenschaum aus Polyurethan und Polyester dehnt sich unter Überdruck, wie er im Loch durch die austretende Luft herrscht, schlagartig aus (Bild). www.empa.ch

Apella: Neue Beteiligungsfirma für Speditions- und Logistik-KMUs Die neu gegründete Apella Invest AG, Muttenz, will sich an Unternehmen der Verkehrswirtschaft mehrheitlich beteiligen. Zudem sehe das Geschäftsmodell vor, durch die Unterstützung des Managements auf strategischer Ebene, das Optimieren von Tools und Prozessen sowie das Schaffen von Synergien Zusatznutzen für alle Anspruchsgruppen zu erzielen, teilte Apella Invest weiter mit. Die Beteiligungsgesellschaft richtet sich primär, aber nicht ausschliesslich, an Unternehmer, die aus persönlichen oder strategischen Gründen nach Investoren zur Geschäftsübernahme suchen. Kleine und mittlere Unternehmen bilden die überwältigende Mehrheit der Betriebe in der Schweizer und europäischen Logistikbranche. Steht in der eigenen Familie oder im Unternehmen kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung, steht der Unternehmer vor substanziellen Herausforderungen. Die Gründer von Apella sehen hier einen Ansatzpunkt für ihre Beteiligungsgesellschaft. «Unsere Erfahrung zeigt», erläutert Heinz Fischer, Mitgründer und Verwaltungsrat der Apella Invest AG, dass die Werte, die viele KMU- und Familienbetriebe in der Logistikbranche prägen, auch nach dem Umbruch Bestand haben müssen: langfristige Sicht, Einsatz eigener Mittel, nachhaltiges Wachstum sowie Respekt gegenüber Kunden, Partnern und Mitinhabern.» Apella strebe daher keine reinen Finanzbeteiligungen an. Vielmehr wolle sie durch aktive Mitarbeit gewährleisten, dass ein Lebenswerk nicht kurzfristigen Gewinnfantasien zum Opfer fällt, und alle Beteiligten die Nachhaltigkeit der neuen Konstellation hochhalten. www.apella.ch.

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Adulte Stammzellen: Lonza kooperiert mit Mesoblast

Agrochemie: Bayer baut Geschäft mit Saatgut und Traits aus Die Bayer CropScience AG will ihr Geschäft mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften (Geschäftseinheit «BioScience») kräftig ausbauen. Dazu sind neue Produkte erforderlich, weshalb der Bayer-Teilkonzern seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bis 2015 auf rund 400. Mio. EUR verdoppeln will, wie die Vorstandsvorsitzende Sandra E. Peterson in Monheim (D) ankündigte. Damit erreicht das Forschungsbudget von BioScience fast das Niveau beim konventionellen Pflanzenschutz, denn die Bayer CropScience-Sparte plant ihre Zukunftsinvestitionen bis 2015 insgesamt bei mehr als 850 Mio. EUR. «In den vergangenen zehn Jahren haben wir gezeigt, dass wir im Geschäft mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften in den von uns ausgewählten Märkten eine führende Rolle spielen können», sagte Peterson. Das Unternehmen wolle diese Rolle bei Baumwolle, Raps und Gemüse ausbauen. Auch bei Sojabohnen, Reis und Weizen werden signifikante Marktpositionen angestrebt. Erste neue Weizensorten sollen bis 2015 auf den Markt gebracht werden. Im konventionellen Pflanzenschutz will Peterson sich auf wichtige Produktgruppen konzentrieren und verstärkt in Wachstumsmärkte gehen. Als Beispiel nannte die Managerin die Einführung der neuen Getreidefungizid-Familie «Xpro», die gegen den Pilzbefall eingesetzt wird. www.bayer.com

Clariant reduziert CO2-Fingerabdruck am Airport Oslo Clariant hat auf dem International Airport in Oslo eine neue Recyclinganlage für Flugzeug-Enteisungsmittel eingeweiht. Im Winter 2011/12 werden in der neuen Anlage voraussichtlich 60 bis 70 Prozent des in Oslo eingesetzten Aircraft-De-Icer-Fluids (ADF) zurückgewonnen, wie der Schweizer Spezialchemiekonzern weiter mitteilte. Das rezyklierte Produkt, Monopropylenglykol (MPG), soll pro Jahr rund 700 Tonnen des Originalmaterials in Enteisungs- und Wärmeleitungsanwendungen ersetzen. Das Recycling wird gemäss Clariant auch den «Kohlendioxid-Fussabdruck» des Flughafens reduzieren. Schätzungsweise würden die CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Enteisung um jährlich 2800 Tonnen reduziert. Dies entspreche den Emissionen von ca. 7400 Rundflügen zwischen London und Oslo.

Lonza hat mit Mesoblast, einem global tätigen Unternehmen für regenerative Medizin, eine strategische Allianz geschlossen. Die Vereinbarung umfasst die klinische sowie die langfristige kommerzielle Produktion von gebrauchsfertigen adulten Stammzell-Produkten durch Lonza. Mesoblast Limited nimmt gemäss der Mitteilung eine weltweit führende Position bei der Kommerzialisierung von biologischen Produkten für das breite Feld der regenerativen Medizin ein. www.lonza.com

Kautschuk: Lanxess baut in den Niederlanden aus Der Spezialchemiekonzern Lanxess will seinen Standort in den Niederlanden ausbauen. Die Kautschukherstellung am Standort Geleen soll mit einer neuen energiesparenden Technologie ausgerüstet werden, teilte der Leverkusener Konzern mit. Zudem will der Konzern eine neue Zentrale für sein weltweites Geschäft mit Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM)in Geleen errichten. Für die Massnahmen will Lanxess 12 Mio. EUR am Standort investieren. Geplant sei, 50 Prozent der dortigen Produktionskapazitäten von 160 000 Tonnen pro Jahr für EPDM-Kautschuk auf die neue Technologie umzurüsten, hiess es. Neben Energieeinsparungen erlaubt das neue Verfahren, neue Sorten von EPDM-Kautschuk zu produzieren. EPDMKautschuk wird vor allem in der Automobilbranche verwendet. www.lanxess.com

Stockmeier: Weiterer Schritt zum Global Player Die Stockmeier Holding GmbH ist der European Association of Chemical Distributors (Fecc) und European Petrochemical Association (EPCA) beigetreten. Die Mitgliedschaft in den beiden Verbänden sei für Stockmeier ein wichtiger Schritt auf dem weiteren, kontinuierlichen Weg zu einem Global Player für chemische Standardprodukte mit eigenen Standorten in Europa, teilte das Unternehmen mit. «Die Fecc vertritt 1500 Unternehmen mit über 31 000 Mitarbeitern, 58 der 100 grössten europäischen Distributeure sind hier Mitglied», betonte Firmenchef Peter Stockmeier, «und auch die EPCA ist Treffpunkt grosser Händler und petrochemischer Produzenten. Europa ist weit vor Asien und Nordamerika der grösste Umschlagplatz für Produkte der Chemieindustrie. Deshalb war es für uns wichtig und an der Zeit, diesen Verbänden beizutreten, um so, quasi aus erster Hand, Zugang zu wichtigen, wettbewerbsrelevanten Brancheninformationen und umfangreiche Informationen über die aktuelle und geplante Gesetzgebung zu bekommen.» Das Firmennetzwerk der Stockmeier Gruppe mit Hauptsitz in Bielefeld (D) hat sich zu einem Global Player für chemische Standardprodukte bis hin zu Spezialitäten für zahlreiche Branchen entwickelt. Mit eigenen Standorten in Europa und Übersee entwickelt, produziert und vertreibt die familiengeführten Stockmeier Gruppe anspruchsvolle Produkte. www.stockmeier.de


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F E I E R A B E N D - E VE N T D E R « C H E M I E P L U S » B E I P A N G A S I N M U T TE N Z

«Alles rund ums Gas»

«Gas ist auf dem Vormarsch» - diese Erkenntnis mögen viele Teilnehmer des ersten ‹Chemie plus›-Feierabend-Events in Muttenz mit nach Hause genommen haben. Gastgeber PanGas präsentierte den zahlreich erschienenen Gästen u. a. die in diesem Frühjahr eröffnete neue Luftzerlegungsanlage, die auf ein Produktionsvolumen von 500 Tonnen Flüssiggasen pro Tag ausgelegt ist. Nicht minder beeindruckten die Vorführungen und Informationen zu dem enorm grossen Anwendungsspektrum der von PanGas gelieferten Gasen.

RALF MAYER

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rstmals hatte die «Chemie plus» gemeinsam mit ihren Partnern, den Berufsverbänden SCV und FLB, zu einem Feierabend-Event geladen. Die Premiere am 6. September bei PanGas in Muttenz darf als voller Erfolg gewertet werden. Mehr als 45 Teilnehmer, darunter viele Leser der «Chemie plus» sowie Kunden und Partner des Gastgebers PanGas, nutzten die Chance zum «Networking» in einer beeindruckenden industriellen Umgebung, die an diesem Abend gleichwohl Raum für angeregte Gespräche und gesellige Begegnung bot. Im Mittelpunkt stand – der Umgebung entsprechend – das Thema Gas. PanGas produziert und liefert technische und medizinische Gase sowie Spezialgase für eine Vielzahl von Anwendungen. Dabei tritt das zur global tätigen Linde Group gehörende Schweizer Unternehmen als Komplettanbieter «rund ums Gas» auf. Ziel sei es, die Gasversorgung der Kunden optimal zu gestalten, heisst es bei PanGas. Die Versorgung mit technischen und medizinischen Gasen erfolgt von der Kleinflasche, die im PanGasFachmarkt abgeholt werden kann, bis zum vakuumisolierten Kundentank mit Tankdatenüberwachung. Nebst den umfassenden Versorgungsdienstleistungen bietet PanGas Industriekunden die Möglichkeit, mit Unterstützung der zentralen Anwendungstechnik der Linde Group, Prozesse zu optimieren. In Präsentationen, einer Betriebsführung und nicht zuletzt in zahlreichen persönlichen Gesprächen, die im Rahmen des Events geführt wurden, konnten die PanGas-Experten einen Eindruck davon vermitteln, welches enorme Applikationspotenzial Gase bieten.

Pierre Nicollier, bei PanGas für Marketing und Verkauf verantwortlich, begrüsst die Teilnehmer des Feierabend-Events der «Chemie plus».

Beeindruckendes Anwendungsspektrum

Technische Gase finden vielfältige Anwendungen u. a. in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Dort werden unter anderem Inertgase, insbesondere Stickstoff und Kohlendioxid, für den vorbeugenden Brand- und Explosionsschutz eingesetzt. Gezielt dosierte Inertgase wie etwa Flüssigstickstoff verdrängen zudem den Luftsauerstoff aus Flaschen und Verpackungen und vermeiden somit unerwünschte Oxidationen von Lebensmitteln oder reaktionsempfindlichen Wirkstoffen. Darüber hinaus fungieren Gase wie Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid als Reaktionspartner u. a. in Gas-Flüssig-Reaktionen. Je nach Applikation werden an GasProdukte spezielle Anforderungen gestellt.

Die Pharma-Gase von PanGas etwa werden gemäss cGMP in dokumentierten Herstellungsprozessen erzeugt, die Spezifikationen erfüllen die europäischen und amerikanischen Pharmacopeia-Monografien. Nicht nur in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, wo beispielsweise Reaktoren kontrolliert gekühlt werden müssen, sorgen Kryogase zuverlässig für tiefe Temperaturen. Die «kalten Helfer» gewährleisten z. B., dass Lebensmittel beim Schockgefrieren ihre Frischequalität behalten. Eine wichtige Rolle spielen Gase auch im Umweltschutz. So wird Kohlendioxid zur Neutralisierung von basischen Abwässern eingesetzt, während der Eintrag von Reinsauerstoff biologische Abbauprozesse in Kläranlagen und Gewässern unterstützt. Zahlreiche Anwendungen von Gasen sind weder der breiten Öffentlichkeit noch chemisch interessierten Fachkreisen bekannt. Beispiel Ethen: Wem wäre bewusst, dass das Kohlenwasserstoff-Gas nicht nur Ausgangsstoff für die Synthese von Polyethylen sowie einer Vielzahl organochemischer Verbindungen ist, sondern dass das «Pflanzenhormon» Ethen auch zur gezielten Reifung etwa von Bananen eingesetzt wird? Helium kennen wir vor allem als Balon-Gas oder als «Mickey-Maus-Stimmen» erzeugendes «Spass-Gas». In flüssiger Form wird das Edelgas zur Hightech-Substanz. Mit einer Siedetemperatur von – 269 Grad Celsius – knapp über dem absoluten Nullpunkt von – 273 Grad Celsius – ist Flüssig-Helium die kälteste verfügbare Flüssigkeit. Es eignet sich somit auch zur Kühlung von supraleitenden Magneten beispielsweise in NMRSpektrometern oder in Magnet-ResonanzTomografen («Computertomografen»). (Bekanntlich entfalten die magnetischen Materialien ihre supraleitenden Eigenschaften nur bei sehr tiefen Temperaturen.) Um die gesamte Anwendungspalette von


märkte und akteure

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In Teilgruppen wurden die interessierten Gäste durch den PanGas-Betrieb in Muttenz geführt. (Bilder: Jürg Rykart)

Gasen u. a. in Forschung, Industrie, Umwelt, Gastronomie und Medizin zu erläutern, hätte es weit mehr als ein Feierabend-

Event benötigt. Und ständig kommen neue Applikationen hinzu: «Der Kunde hat eine Idee – wir kümmern uns um die Umsetzung», schilderte Pierre Nicollier, bei PanGas für Marketing und Verkauf verantwortlich, eine durchaus übliche Vorgehensweise. Nebst Reinstgasen stellt PanGas auch Gasgemische her. Diese gehaltvollen «Cocktails» werden entweder als Standardgase oder nach Kundenwunsch erzeugt, abgefüllt und analysiert. Das Gaslabor von PanGas ist von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS als Kalibrierstelle für Gasgemische zertifiziert. Häufig seien es technologische Ansprüche oder die Option, Kosten zu sparen, die Kunden dazu bewegen, herkömmliche Prozesse durch neue Prozesse auf Gas-Basis zu substituieren, erläuterte Nicollier.

Neue Luftzerlegungsanlage in Muttenz

Feurige Experimente: PanGas-Mitarbeiter Marcel Soder demonstriert einige mitunter verblüffende Eigenschaften von Gasen.

Eine zentrale Erkenntnis, die man vom ersten Feierabend-Event der «Chemie plus» mit nach Hause nehmen konnte, lautete zweifellos: «Gas ist auf dem Vormarsch.» Davon zeugt auch

die neue Luftzerlegungsanlage, die PanGas am 20. Mai 2011 in Muttenz eröffnet hat und deren Besichtigung ein Highlight des Feierabend-Events bildete. In einem vollautomatisierten Prozess können hier pro Tag insgesamt 500 Tonnen Sauerstoff, Stickstoff und Argon erzeugt werden. Die flüssigen Produkte werden in riesigen Tanks gelagert, insgesamt umfasst die Lagerkapazität in Muttenz 6,1 Millionen Liter. In der Anlage wird die Umgebungsluft zunächst verflüssigt und anschliessend nach dem Prinzip der Tieftemperatur-Rektifikation in ihre Bestandteile zerlegt. Eine detailliertere Beschreibung der neuen Luftzerlegungsanlage in Muttenz erscheint in der nächsten Ausgabe der «Chemie plus». Die PanGas AG ist erfolgreich auf dem gesamten Schweizer Markt tätig und liefert Gase auch nach Süddeutschland und Nordfrankreich. Hauptsitz sowie Hauptwerk befinden sich seit Sommer 2002 – verkehrsgünstig und zentral gelegen – im luzernischen Dagmarsellen. Dort werden die für PanGas-Kunden bestimmten Reinstgase, Spezialgase und Gasgemische abgefüllt; auch das Gaslabor und das Zentrallager sind in Dagmarsellen angesiedelt. Die PanGas AG beschäftigt insgesamt rund 330 Mitarbeiter. Der Mutterkonzern Linde Group, ein weltweit führendes Gase- und Engineeringunternehmen, setzte 2010 mit rund 48 700 Mitarbeitern 12,868 Milliarden Euro um.


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GLOSSE

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märkte und akteure

«NOCH EINEN CAPPUCCINO, GRETE?», fragte ich meine sehr zum Leidwesen meines promovierten Assistenten fürs Erste bei mir untergetauchte Frau. «Dein Haettenschweiler macht formidablen Kaffee, aber, sag an, Fritjof, ist er fair gehandelt?» Sicher hatten die Jahre im Untergrund

Staaten durch diverse amerikanische Rating-Agenturen auf diversen staatlichen Ramsch-Anleihen und ist gegenwärtig nicht in der Lage, andere Banken zu einer Kreditgewährung zu bewegen, ohne die es den festgelegten Zins für Ihre substanziellen Einlagen nicht entrichten kann.» Nachdem mein

ihre Grammatik in Mitleidenschaft gezogen, ich ignorierte daher die skurrile Vergangenheitsbildung von Handeln. «Sei versichert, werte Grete, Haettenschweiler ist moralisch bis auf die Knochen und handelt stets fair.» Da war es wieder, dieses Feuer in Gretes Augen. «Wie bitte? Ich rede nicht von deinem Doktor, ich rede vom Kaffee!» «Bitte? Mein Kaffee? Der ist mustergültig in seiner Passivität. Ach … du meinst, ob der Kaffee fair gehandelt wurde? Nein, der wurde überhaupt nicht gehandelt. Die Insel, auf der er wächst, gehört mir und alle ihre Bewohner stehen auf meiner Gehaltsliste.» Ein revolutionäres Zucken umspielte Gretes Mund. «Fritjof! Du besitzt Inseln? Bist am Ende ein postfeudaler Kolonialist?» Wenn sie sich in Rage redete, fand ich Grete immer schon besonders attraktiv. «Gemach, Grete. Erstens wohnen auf der Insel nur drei Familien und der Lehrer ihrer Kinder, und zweitens muss ich Gehalt und Sozialleistungen geheim halten, um nicht eine Neiddiskussion in der gesamten Region auszulösen. Und das Beste daran ist, dass sich das alles vom Erlös des überschüssigen Kaffees trägt, den ich nicht trinke. Aber nun zu Ihnen, mein bester Haettenschweiler…» Ein kaum wahrnehmbares Räuspern neben mir hatte mich wieder an die Anwesenheit meines assistentalen Universalgenies erinnert. «Verstehe ich das richtig, Doktor H., eine meiner Banken bittet mich, die Hälfte meiner bei ihr deponierten Ersparnisse abzuheben, weil sie nicht mehr in der Lage ist, mir dafür Zinsen zu zahlen?» «Korrekt. Um es mal umgangssprachlich zu formulieren: Das Geldhaus sitzt nach diversen Herabstufungen der Kreditwürdigkeit diverser europäischer

Assistent wieder eingeatmet hatte, sah ich ihn streng an. «Das nennen Sie umgangssprachlich? Wenn ich Sie richtig verstehe, kann ich mir den Zaster jetzt unters Kopfkissen legen oder ich muss ihn bei einer chinesischen Bank einzahlen, weil amerikanische Rating-Agenturen Europa nach und nach als pleite einstufen?» «Nun, angesichts der Summe dürfte eine Lagerung unter dem Kopfkissen Bett und Kissen so weit voneinander trennen, dass …» «In die Luft jagen! Einfach in die Luft jagen sollte man diese Rating-Agenturen», schaltete sich Grete in die Debatte ein. «Heisst das Sprengstau, wenn ihr Guerillas mal ein paar Wochen nicht zum Zuge kommt? Grete, du kannst doch nicht einfach alles sprengen, was dir nicht passt...» Der König der Unterbrecher unterbrach uns: «Einzahlen können Sie leider nichts, da Ihre Bank derzeit auch nichts auszahlen kann. Sie schlägt daher vor, Ihnen einige Immobilien zu überschreiben, vorwiegend gründerzeitliche Bankgebäude.» «Haettenschweiler, diese Eurokrise beginnt mir zu gefallen. Erst mal gehen wir wieder zum Tauschhandel über – Feinchemikalien für Grundchemikalien und was auch immer für Feinchemikalien – und dann kontaktieren Sie doch bitte mal alle meine Banken. Da gibt es in Zürich und Genf ein paar sehr schöne Immobilien, die ich statt einer Auszahlung meiner Einlagen akzeptieren und zu fairen Konditionen an die jetzigen Besitzer vermieten würde.»

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mess-, steuer-, regeltechnik

W A A G E N I N D E R C H E M I E - U N D P H A R M A I N D U S TR I E

Impulse durch Outsourcing

Industriell eingesetzte Waagen stellen einen guten Indikator für die Konjunktur dar, sind sie doch unersetzliche «Mitarbeiter» vieler Betriebe, insbesondere in allen Sparten der Chemie- und Pharmabranche. Impulse erhält der Bereich durch unternehmerisch interessante Möglichkeiten zum Outsourcing von Teilbereichen des Wägens – und daneben durch Änderungen bei den regulatorischen Anforderungen. Speziell für die Schweiz bringt dabei die Annäherung an die Europäische Union neben vielen Vorteilen neue und dabei zuweilen ärgerliche Bestimmungen mit sich.

CHRISTIAN EHRENSBERGER

N

ach Angaben des Fachverbands Waagen im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) ist die Waagenproduktion der Mitgliedsunternehmen 2010 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen: um 1,1 Prozent auf gut 520 Millionen Euro. Der Vergleich der jeweils vierten Quartale ergibt sogar eine Steigerung um über 20 Prozent. Die Entwicklung nach Einzelsegmenten zeigt allerdings ein uneinheitliches Bild. Die grössten Zuwachsraten im Jahresvergleich weisen Brückenwaagen (Fahrzeugwaagen) für eine Höchstlast über 5000 Kilogramm sowie Absack-, Abfüll-, Dosierwaagen zur Verwiegung konstanter Gewichtsmengen auf. Diese zeigten allerdings im ersten Quartal 2011 ein Minus von 12 Prozent. Dagegen lagen die Fahrzeugwaagen nach wie vor in der Spitzengruppe,

ebenso Sortierwaagen und selbsttätige Kontrollwaagen zum Überprüfen eines vorgegebenen Gewichts. Insgesamt steigt offenbar bei start schwankender Auftragsvergabe die Nachfrage weiterhin an. Alle genannten Waagen-Typen spielen insbesondere in der Chemie- und Pharmaindustrie eine wesentliche Rolle. Denn es bietet sich hier praktisch keine Alternative zur gravimetrischen Bestimmung an – beim Wareneingang ebenso wie beim Warenausgang und in den vielen Stufen dazwischen. In Synthese und Verfahrensentwicklung gibt es viele mögliche Wege vom Rohstoff zum Produkt. Für die Steuerung des Prozesses bedarf es jedoch stets vieler Wägevorgänge, die zur Dosierung der einzelnen Komponenten dienen. Nur so lässt sich der Fluss der Stoffströme in den Griff bekommen, und auch wesentliche monetäre Parameter werden auf diese Weise kontrolliert. Darum verfügt zum Beispiel jeder der rund 100 einzelnen Betriebe beim Pharmariesen Bayer über mindestens eine Waage.

Hohe Anzahl an Waagen – penible Prüfungen

Unbestechlich wie Justitia – dies ist auch der Leitfaden für die industrielle Wägetechnik. (Bild: C. Ehrensberger)

Die BASF hat in Ludwigshafen über 14 000 Waagen im Einsatz – von der kleinsten Laborwaage bis hin zu Waagen für Eisenbahnkesselwagen und Tankzüge. Hiervon sind ungefähr 1200 Waagen eichpflichtig. Damit ist das Unternehmen einer der grössten Kunden des Landesamtes für Mess- und Eichwesen (LME) in Rheinland-Pfalz. Die gesetzlichen Vorschriften verlangen regelmässige Eichintervalle: Kontrollwaagen jährlich, Waagen für Mengen unter drei Tonnen zweijährlich und Waagen für Güter über drei Tonnen

im Drei-Jahres-Zyklus. Darüber hinaus führt BASF regelmässig interne Qualitätsprüfungen ihrer Waagen durch, um sicherzustellen, dass die Geräte innerhalb der zulässigen Fehlergrenzen arbeiten. Die Prüfzyklen liegen dabei in der Regel zwischen drei und zwölf Monaten, je nach Empfindlichkeit der Waagen und der Produkte. Die penible Prüfung hat ihren Grund: Genaue Messergebnisse bei der Bestimmung der abgefüllten Produktmenge sind ein wichtiger Bestandteil der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kunde und Lieferant. Gerade beim Transport von Gefahrgütern ist die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichts bzw. der zulässigen Zuladung nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern – so das Unternehmen – auch ein wichtiger Bestandteil der unternehmenseigenen Sicherheitsphilosophie. Um auf der sicheren Seite zu sein, setze BASF nur Waagen von namhaften und geprüften Herstellern ein, die eine hohe Konstanz der Messergebnisse sicherstellten, betont man in Ludwigshafen. Die Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass die jeweils geforderte Genauigkeit und auch die Einbindung in automatisierte digitale Systeme (zum Beispiel SAP) kein grundsätzliches Problem mehr darstellt. Damit lässt sich selbst in stark regulierten Bereichen wie der Arzneistoffherstellung jedes Milli- und Mikrogramm dokumentieren und nachverfolgen.

Outsourcing bringt Geschwindigkeitsgewinn

Interessant aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Als eine reife Technologie bietet sich das Wägen von Fall zu Fall für das Outsourcing an Spezialisten an – zumindest in Teilbereichen. So betreut Currenta an den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen, inklusive der drei operativen Bayer-Teilkonzerne und der Bayer-Servicegesellschaften, derzeit mehr als 70 «Chempark»-Partner.


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DIC HTU NGEN

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WIR HALTEN DICHT

Beispiel für moderne Prozesssteuerung: Vakuumsaugen, Wägen und Dosieren in einem. (Bild: Volkmann Vakuumtechnik)

Die Kunden beauftragen überwiegend die Verwiegung unverpackter Güter, die einen der drei Chempark-Standorte auf dem Lkw erreichen oder verlassen. «Da der Verwiegeprozess in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen aufgrund hoher Sicherheitsstandards jeweils an einem zentralen Zufahrtstor erfolgt, kommt es auch auf Schnelligkeit an», erläutert Holger Schnee vom Logistikdienstleister Chemion. Vor allem der Einsatz von RFID-Technologie (radio-frequency identification, «Funketiketten») und das automatische Fahrzeugwiegen in nur 15 bis 20 Sekunden garantieren einen reibungsarmen Verkehrsfluss an der zentralen Zufahrt. Zum ebenso wichtigen Faktor Genauigkeit tragen Ultraschallsensoren bei, die die Waage vor der Auffahrt durch das Fahrzeug auf null stellen. Gleichzeitig «achten» sie darauf, dass der Lkw weder vorne noch hinten die Waagefläche überragt. Mit einer konfektionierten RFID-Karte lösen die Fahrer dann den Wiegeprozess aus. Die Messgenauigkeit der Strassenfahrzeugwaagen im Chempark ist in 20-kg-Druckstufen eingeteilt. Über eine Referenznummer findet bereits beim nur Sekunden dauernden Verwiegen der Datenaustausch zum Kunden-SAP-System statt. Die Verrechnung erfolgt auf Einzelauftragsbasis. Am Standort Leverkusen betreibt Chemion fünf Strassenfahrzeugwaagen, von denen zwei auf dem Chempark-Gelände fernbedient betrieben werden. Die drei Fahrzeugwaagen an der zentralen Lkw-Zufahrt sind hingegen fahrerselbstbedient. Am Standort Dormagen gibt es vier Strassenfahrzeugwaagen, von denen die Hälfte im Ostteil des Chempark überwiegend personenbesetzt für interne Verwiegungen (Umfuhren) zum Einsatz kommen. Die beiden Waagen an der zentralen Lkw-Zufahrt werden ebenfalls von den Wagenlenkern bedient. Von den fünf Strassenfahrzeugwaagen in Krefeld-Uerdingen kann

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eine auf dem Chempark-Gelände sowohl fern als auch vom Fahrer selbst kontrolliert werden. Die restlichen vier an der zentralen Lkw-Zufahrt erlauben auch einen fahrerselbstbedienten Betrieb. Aufgrund einer Zwangsführung, speziell an diesem Standort, obliegt je zwei Waagen die Gewichtsermittlung für einfahrende Fahrzeuge und für ausfahrende Fahrzeuge. Sowohl die «Waagen-Hardware» als auch die Wiegeelektronik (von den Wägezellen bis zu den Auswerteeinheiten) der Strassenfahrzeugwaagen stammen von der Schenck Process GmbH, Darmstadt (D). Im Umfeld finden PC sowie Bedienterminals der OAS AG, Bremen, Verwendung. Die RFID-Installation basiert auf der LEGIC-Technologie (Legic Identsystems AG, Wetzikon/Zürich) und wurde von der Bosch Rexroth AG, Lohr (D), geliefert und installiert. «Faktisch muss jede nicht nur bauliche, sondern auch technische Änderung an einer Waage der Eichbehörde vorgestellt und von dieser abgenommen werden», erklärt der für die Transport-Distribution zuständige Holger Schnee. Aufgrund des schnellen technischen Fortschrittes im IT-Bereich haben sich in den vergangenen Jahren veränderte Möglichkeiten der Darstellung und Sicherstellung der «eichfähigen Zweitanzeige» entwickelt. «Echte Prozessoptimierung lässt sich vor allem in enger Zusammenarbeit

Eine Waage für Kesselwagen – direkt auf dem Gleis.

mess-, steuer-, regeltechnik

zwischen Kunden und Dienstleister erzielen. Allein schon aus der gemeinsamen Historie heraus gibt es viele Beispiele für die gute Zusammenarbeit zwischen Chemion und den Bayer-Teilkonzernen, sowie Lanxess und dem Petrochemie-Unternehmen Ineos am Chempark-Standort Dormagen», bilanziert Schnee. Neben diesen betriebswirtschaftlichen Überlegungen treiben Änderungen der Behörden den Bereich des industriellen Wägens. Die Zulassungen von automatischen Waagen und die Regelung von wägetechnischen Prüfungen war in den 27 Ländern der Europäischen Union früher einmal national geregelt. Zum Beispiel prüfte man in Frankreich mit französischen Gewichten, und Lieferanten aus anderen Staaten mussten sich darauf einstellen. Heute ist vieles vereinheitlicht. Grösseren Einfluss nehmen die Behörden der Europäischen Union zukünftig auch in der Schweiz. Den Anwendern von Waagen gereicht es nicht immer zur Freude.

Überregulierung durch die EU

«Wir befinden uns auf dem Weg in die EU, und so kommt von der WELMEC, der European Cooperation in Legal Metrology, in Teddington, England, eine Reihe neuer Bestimmungen auf uns zu», erläutert Yves Stehli vom Waagenhersteller Boch AG, Zürich. «Sie sind teilweise recht unsinnig. Zum

(Bild: Boch AG)

Die Fahrzeugwaage wird mit einer konfektionierten RFID-Karte ausgelöst. (Bild: Chemion)

Beispiel muss schon nach minimalem Umbau die vollständige Prozedur der WaagenInverkehrsetzung, der sogenannten ‹Modul F›-Eichung, durchgeführt werden – mit Dreifachverwägung! Wir müssen nach dem Zubau eines neuen Terminals an eine LkwWaage demnächst die Eichgewichte bzw. den Eichlastenzug wirklich dreimal auf- und wieder abfahren lassen, um die neuen Bestimmungen zu erfüllen. Da kann die Eichung das Mehrfache des Terminals kosten. Nach meiner Einschätzung lässt sich dadurch in der Regel nur vermeintlich eine höhere Anwendungssicherheit erzielen.» Generell ist es sinnvoll und notwendig, bei Änderungen wägetechnischer Systeme in ihrem messtechnischen Bereich eine neue Eichung vorzunehmen; bei Änderungen im Peripherie-Bereich ist es nicht zwingend. Eine weitere Bestimmung besagt, dass zum Grundwasserschutz eine Auskachelung bzw. wasserdichte Beschichtung von Waagfundamenten in der Nähe von Flüssen und Seen zwingend erforderlich ist. Dies kann der Hersteller idealerweise anlässlich jeder Installation eines neuen Geräts mitübernehmen. Auch wenn solide mechanische Waagen ohne weiteres über mehr als ein halbes Jahrhundert zuverlässig funktionieren – an-


mess-, steuer-, regeltechnik

«Made in Switzerland» zählt mehr denn je

Einen gefährlichen Trend stellt aus Sicht einzelner Hersteller die vermehrte Auslagerung der Produktion von Komponenten nach Fernost dar. Auch die Boch AG war in einem Falle davon betroffen: Bestimmte chinesische Wägezellen erwiesen sich nach kurzer Zeit als nicht mehr verwendbar, Boch sorgte aus Kulanz für Ersatz – und ist zurückgerudert. Auch wenn selbst grosse und namhafte Schweizer Waagenhersteller standardmässig und vermehrt Teile aus dem Ausland in ihre Produkte einzubauen scheinen, setzt Yves Stehli mehr denn je auf «Made in Switzerland». Bereits in der Pla-

nungsphase lässt man sich gern miteinbinden. Aktuell errichtet man für ein Unternehmen der Bauchemie ein System von GleisWaagen, mit denen Zement in Eisenbahnwaggons abgewogen werden soll. Mehrere Waagtische, je ein Abfüllstutzen für die Beund Entladung, Maximierung der auf einen Schlag abgewogenen Waggons, elegante Gleisführung – das braucht schon drei Treffen, um eine optimale Planung durchzuführen. Gut, wenn der Waagenhersteller da vor Ort greifbar ist!

Fazit für den Anwender

Das industrielle Wägen im Chemie- und Pharmabereich ist eine reife Technologie. Die erste eichfähige selbsttätige automatische Waage wurde schliesslich bereits im Jahre 1883 durch die «Kaiserliche NormalAichungs-Commission» in Berlin zur Eichung zugelassen. Es handelte sich um die Chronos-Waage der Hennefer Maschinenfabrik C. Reuther & Reisert, die am 1. Juli dieses Jahres 130 Jahre alt geworden wäre (siehe Hennefer Waagen-Wanderweg, NRW-Stif-

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tung). So ist es weniger die Wägetechnik, sondern vielmehr die moderne Elektronik, die den Anwender zur regelmässigen Überprüfung seines bestehenden Equipments zwingt. Die Intervalle können in Abhängigkeit von der verlangten Präzision variieren, dürfen aber selbstverständlich die geforderte Eichperiode nicht überschreiten. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen spricht viel für das Outsourcing von Standard-Verwägungen – vor allem an grösseren Standorten wie Chemieparks. Darüber hinaus geben gesetzliche Neuregelungen häufig den Takt vor. Hier empfiehlt es sich, den Waagenhersteller aktiv darauf anzusprechen und seinen Service auch bei Speziallösungen zu nutzen, zum Beispiel in explosionsgeschützten Bereichen. Nachfragen sollte man auch nach der Herkunft der einzelnen Komponenten von Waagen oder Wägesystemen. Trotz der Globalisierung ist ein Hersteller mit grosser Fertigungstiefe in der Nähe des eigenen Standorts oft von Vorteil.

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gesichts heutiger Elektronik sollte man alle 10 bis 15 Jahre über den Austausch nicht mehr zeitgemässer Einheiten nachdenken. Dabei packt man am besten auch die Gelegenheit beim Schopfe, gleichstrombetriebene Waagen gegen wechselstrombetriebene zu tauschen. Das bringt eine höhere Genauigkeit und senkt die Anfälligkeit gegenüber Elektrosmog.

CHEMIE PLUS 10-2011

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mess-, steuer-, regeltechnik

E N TW I C K L U N G VO N F U N K TI O N S M A TE R I A L I E N

Probenvorbereitung: Die Einwaage entscheidet alles Nanostrukturierte Materialien können in vielen Anwendungsgebieten genutzt werden. Sie eignen sich z. B. für Aufgabenstellungen im Bereich der Katalyse, der Gasspeicherung, für optoelektronische Komponenten und die Brennstoffzellentechnologie. Grosse Bedeutung für die Eigenschaften dieser Materialien spielen dabei Porengrösse und Oberfläche, bei deren Bestimmung die Einwaage eine besondere Rolle spielt.

B

ei Funktionsmaterialien werden Struktur und Eigenschaften zielgerichtet für eine bestimmte Anwendung eingestellt. Der Arbeitskreis Funktionsmaterialien der Technischen Universität Berlin beschäftigt sich mit der Synthese und den Anwendungen nanostrukturierter Materialien. Der Fokus liegt dabei auf der Herstellung hochporöser Funktionsmaterialien. Verwendung finden dabei sowohl anorganische, organische und anorganisch-organische Hybridmaterialien. Bei hochporösen Materialien erzeugen die vielen kleinen Poren eine maximale Oberfläche. Die gewünschte Eigenschaft des verwendeten Materials wird dabei verbessert oder auch erst erzeugt. Als Nebeneffekt wird durch die Porosität die Dichte verringert, Gewicht und Kosten werden gespart. Die hochporösen Funktionsmaterialien finden Anwendung in der Katalyse (Bio- und Fotokatalyse), bei der Gasspeicherung und -reinigung, als Säulenmaterial in der Chromatografie, als Ionenaustauscher, optoelektronische Komponenten und in der Brennstoffzellentechnologie.

Porengrössen- und Oberflächenbestimmung mit der BET-Methode nach ISO 9277

Für die Entwicklung dieser Funktionsmaterialien ist die Bestimmung der Porengrösse von entscheidender Bedeutung. Diese bestimmt direkt die spezifische Oberfläche eines Materials und berücksichtigt damit auch deren mikrostrukturelle Oberflächenbeschaffenheit. Es handelt sich um ein wichtiges Verfahren, um Aussagen über die Eigenschaften von Materialien machen zu können, z. B. im Hinblick auf deren katalytische Eigenschaften. Eingesetzt werden dabei Messgeräte, die nach der BET-Methode die proportionale Adsorption von Inertgasen wie Stickstoff an der Feststoffoberfläche bestimmen.

Hochporöses Funktionsmaterial.

Wägefehler werden vermieden

Zur Bestimmung der Oberfläche mit einem BET-Gerät müssen kleine Mengen der Substanz von 10 bis 100 mg exakt in ein spezielles Glas-Reaktionsgefäss eingefüllt werden. Die Genauigkeit der Wägung hat mit Abstand den grössten Einfluss auf die Messunsicherheit des Gesamtergebnisses. Die kleinen Einwaagen von 10 bis 100 mg werden auf einer Analysenwaage, einer XS205 DualRange, mit einer Ablesbarkeit von 0,01 mg durch Differenzwägung präzise bestimmt. Der im Folgenden beschriebene Aufbau trägt wesentlich dazu bei, Wägefehler zu vermeiden: Die Reaktionsgefässe können

aufgrund ihrer Länge von 27 cm und einem Gewicht von ca. 18 g nicht bei geschlossenem XS-Waagen-Windschutz verwogen werden. Da nur bei geschlossenem Windschutz Präzisionswägungen möglich sind, wurde der externe Windschutz (W12) um die komplette Waage montiert. Um die Bedienung des Wagenterminals zu erleichtern, wurde dieses mit einem Verlängerungskabel ausserhalb des externen Windschutzes montiert. Die Gitterwaagschale SmartGrid der XSAnalysenwaage stellt sicher, dass der Einfluss von Turbulenzen und der Auftrieb auf das Wägeergebnis minimiert werden. Ein Ergoclip Round Bottom Flask mit einer speziellen Halterung fixiert das Rundboden-Reaktionsgefäss aufrecht auf der Gitterwaagschale, wodurch Eckenlastfehler eliminiert werden können. Quelle: Bildungs-Consulting Labor Dr. Peter von Hollen WEITERE INFORMATIONEN Mettler-Toledo GmbH D-35396 Giessen Telefon: +49 (0) 641 507 111 www.mt.com

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(Bilder: Messe Düsseldorf)

A+A 2011

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Die Veränderungen in der Arbeitswelt haben Auswirkungen auf den Arbeitsschutz. Moderne Arbeitsschutzstrategien geben dem präventiven Gesundheitsschutz Priorität vor der Ursachenanalyse. Dies erfordert eine systematische Integration des Arbeitsschutzes in die Sicherheitskultur von Unternehmen. Anlässlich der A+A Messe für betrieblichen Schutz und Gesundheit bei der Arbeit [6], die vom 18. bis 21. Oktober in Düsseldorf stattfindet, ist zu beobachten, dass sich Hersteller inzwischen auf breiter Front Gedanken darüber machen, wie ihr Sicherheitssystem zur intelligenten Umgebung werden kann. ANNETTE VON KIECKEBUSCH-GÜCK

I

mmer noch gibt es europaweit vier Millionen Arbeitsunfälle pro Jahr. Jeder Unfall und jede Krankschreibung bringt Umtriebe und Kosten mit sich. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter ein Anrecht, ihre Arbeit ohne negative Folgen für die Gesundheit verrichten zu können. Die Massnahmen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes und der Arbeitsbedingungen innerhalb der einzelnen Länder und Wirtschaftszweige unterscheiden sich sehr. In der Schweiz mit ihren hervorragend ausgebildeten Berufsleuten ist das Sicherheitskonzept der Ekas (Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit) [3] eine ausreichende Grundlage für die Arbeitssicherheit. Dagegen muss die USA mit mangelhafter Berufsausbildung weiterrei-

chende Regelungen erlassen. Für Arbeitssicherheits-Experten ist es eine grosse Herausforderung, die Strategien und Massnahmen, die umgesetzt werden, der Situation im jeweiligen Land anzupassen – bei gleichzeitiger Erfüllung der Mindestanforderungen im Arbeitsschutz. Zudem stehen Gesundheitsgefahren am modernen Arbeitsplatz im Vordergrund. Durch die Einführung neuer Technologien (Nanotechnologie, Biotechnologie), durch neue Substanzen und Arbeitsprozesse verändert sich für Arbeitnehmer die Arbeitsumgebung erheblich. Zu den neuen Risikobereichen, die das Stressniveau erhöhen und die Gesundheit beeinträchtigen können, gehören Veränderungen in der Gestaltung und Organisation des Arbeitsplatzes, permanente Überwachung, zu viel Lärm und psychische

Belastungen – wie etwa autoritärer Führungsstil, schlechtes Betriebsklima, zu lange Arbeitszeiten und Mobbing. Die globalen Veränderungen bringen es mit sich, dass Angestellte heute bevorzugt befristet oder mit Leiharbeit eingestellt werden. Die psychischen Belastungen für Arbeitnehmer, die eine unsichere Stelle haben, sind nicht zu unterschätzen.

Arbeitsschutzstrategien

In der Schweiz gibt es jährlich 100 tödliche Arbeitsunfälle. Die Schweiz erliess daher schon früh Gesetze zur Regelung der Situation bei Berufsunfällen. Die wichtigsten Gesetze zum Arbeitsschutz sind das Unfallversicherungsgesetz (UVG) und Arbeitsgesetz (ArG). [7] Durch die Einführung der ASA-Bestimmun-


fachrubriken

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gen vor über zehn Jahren, nach denen Arbeitsärzte und andere Sicherheitsfachkräfte beigezogen werden müssen, wenn das notwendige Wissen im Betrieb fehlt, kann ein hoher Sicherheitsstandard in den Betrieben garantiert werden. Entscheidend ist, dass die Verantwortung für die Aufgaben zur Sicherheit zum Gesundheitsschutz im Managementsystem des Unternehmens als Führungsaufgabe wahrgenommen und entsprechend an Sicherheitsbeauftragte delegiert wird. Sicherheitsfachkräfte im Betrieb haben die Aufgabe, die Geschäftsleitung nach dem Stand der Technik und unter Einhaltung aller aktuell geltenden Bestimmungen in Fragen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit zu beraten. Da Arbeitsschutzregelungen, berufsgenossenschaftliche Vorschriften und Arbeitsschutzvorschriften der Unfallversicherungsträger sich ständig ändern, sind solche Fachkräfte, die stets auf dem Laufenden sind, Checklisten erstellen und alle Vorgänge dokumentieren, in mittelständischen Unternehmen unverzichtbar [5]. Der Unfallversicherer Suva verlangt in seinen Bestimmungen von den Betrieben ein Sicherheitskonzept, das eine ■ Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung, ■ den Aufbau und Unterhalt eines Sicherheitssystems, ■ die Umsetzungskontrolle der Massnahmen umfasst. Verbesserungspotenziale für die gesetzlichen Vorgaben zur Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen sind im 10-PunkteSicherheitskonzept der Ekas zusammengefasst. [3] Zur Erhöhung der Sicherheit sind passende Richtlinien und Qualitätsstandards erforderlich, um mithilfe einer Gefährdungsbeurteilung eine Basis für weitere Massnahmen zum Arbeitsschutz zu erstellen.

Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS)

Die international gültige Richtlinie «Occupational Health and Safety Assessment Series» (OHSAS 18001) lehnt sich eng an die ISO Norm 9001 an und ist eine Zertifizierungsgrundlage für AMS. Dieses Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem wurde durch ein Konsortium aus europäischen

sicherheit + arbeitsschutz

«Sicherheit 2011» in Zürich

Für die Fachmesse Sicherheit 2011, die vom 15. bis 18. November in den Hallen 3, 4, 5 und 6 der Messe Zürich stattfinden wird, können sich die Messemacher über eine solide Nachfrage freuen. Per Ende August hätten sich bereits über 200 Aussteller, Verlage und Verbände angemeldet, sagt Messeleiter Heinz Salzgeber. Dies entspricht zahlenmässig dem Niveau der letzten Austragung der Sicherheitsfachmesse im Jahr 2009. Besonders erfreulich ist für Salzgeber, dass das Interesse von ausländischen Ausstellern in diesem Jahr gewachsen ist. «Wir verzeichnen bei den Anmeldungen einen regen Zuwachs von Firmen aus verschiedenen Ländern in Europa und sogar aus Übersee.» Dies trotz des starken Schweizer Frankens und möglichen Währungsnachteilen. Der Messeleiter interpretiert den positiven Zwischenstand als ein starkes Bekenntnis des Sicherheitsmarktes zu seiner mit Abstand wichtigsten B2BPlattform. Hohe Erwartungen verbindet die Branche auch mit dem Sicherheitsfachkongress, der traditionsgemäss parallel zur Messe stattfinden wird. Die Kongressveranstaltung wird in 20 Themenmodule unterteilt. Das vollständige Programm des Sicherheitsfachkongresses kann in gedruckter Form via Tel. 043 366 20 20 bestellt oder online unter www.sicherheit-online.ch/kongresse heruntergeladen werden. Als Kooperationspartner an der Sicherheit 2011 mit dabei sind der Verband Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen (SES), die Schweizerische Vereinigung unabhängiger Sicherheitsingenieure und -berater (SSI), die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), der Verband Schweiz. Schloss- und Beschlägefabrikanten (VSSB) sowie swiss safety, der Verband Schweizer PSA-Anbieter (Persönliche Schutz-Ausrüstungen). www.sicherheit-messe.ch

Zertifizierungsorganisationen und Normungsinstituten erarbeitet. OHSAS 18001 kann von den beteiligten Institutionen, z. B. der eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit Ekas, zur Beurteilung und Zertifizierung von AMS in Unternehmen herangezogen werden. Wichtige Aufgaben im Sicherheitsbereich stellen die Gefährdungsermittlung, Risikobeurteilung und Risikolenkung dar. Denn jeder Betrieb muss seine Risiken kennen und entsprechende Massnahmen planen. Mit einer zertifizierten OHSAS stehen verschiedene Überwachungs- und Kontrollwerkzeuge zur Verfügung, sodass derartige Lücken aufgedeckt werden können. Folgende häufige Fehler sollen das erläutern:

Veränderung von Prozessen, ohne die entsprechenden Sicherungsmassnahmen anzupassen ■ Beschaffung neuer Maschinen, ohne die Gefährdungsermittlungen zu aktualisieren ■ Bestimmung eines Sicherheitsbeauftragten, ohne ihn entsprechend auszubilden ■ Das Sicherheitssystem wird nicht aktualisiert und ist überholt Oft werden integrierte Managementsysteme auch dann eingeführt, wenn die Vorzüge eines AMS in der Systematisierung der Kontrollen und Abläufe einen internen Nutzen im Unternehmen schaffen. ■

Ambient Intelligence

Bei der Einführung eines umfassenden Arbeitsschutzes kann das Konzept der Umgebungsintelligenz, auch «Ambient Intelligence», nützliche Dienste leisten. Dabei wird die Arbeitsumgebung so gestaltet, dass sie auf die Bedürfnisse von Menschen und Objekten eingeht und den Arbeitsschutz automatisch unterstützt. Solche Assistenzsysteme können z. B. bei der Instandhaltung von Maschinen Informationen leichter verfügbar machen und weiterleiten. Auf diese Weise vermindern sie das Unfallrisiko und erleichtern die Arbeit. Intelligente Schutzkleidung beispielsweise kann den Träger über Gefährdungen aus der Umgebung wie Gefahrstoffe, Hitze oder Druckanstiege informieren. Weitere Beispiele sind der Sonnenschutz, Klimaanlagen oder der Schallschutz. Die Arbeitsumgebung mit der IuK-Technik (Informations- und Kommunikationstechnologie) orientiert sich an den Bedürfnissen der Mitarbeiter und reagiert automatisch auf Grenzwertüberschreitungen. Zum Beispiel bei der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wo intelligente Funkchips für die Überprüfung der Dichtigkeit sorgen. Oder auch bei der Arbeitskleidung, die in der Lage ist, Sicherheitshinweise zu geben. Oder intelligente Lagersysteme, die die Optimierung der Lager übernehmen.

Safety + Security als Grundlage für betriebliche Sicherheit

Die Produkte, Ausrüstungen und Services, die den Schutz von Menschen, Betriebsvermögen und der Umwelt garantieren, beruhen auf einer engen Verknüpfung von Massnahmen für den persönlichen Schutz (Safety) und für die Sicherheit von Vermögenswerten (Security). Hier spielt insbesondere der Brand- und Katastrophenschutz eine Rolle, wie die Ausstattung von Werk-


fachrubriken

In der Schweiz erleiden jährlich rund 295 000 Menschen einen Stolper- oder Sturzunfall. Oft mit fatalen Folgen. Viele dieser Unfälle liessen sich mit wenig Aufwand vermeiden: Beseitigen Sie Stolperfallen und benutzen Sie auf Treppen den Handlauf. Konzentrieren Sie sich auf den Weg und nicht auf Ihr Handy oder die Zeitung. Weitere Präventionstipps finden Sie auf www.stolpern.ch.

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Ruf Lanz

In der Schweiz verletzen sich jährlich mehr Menschen bei Stolperunfällen als bei Autounfällen.


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Schutzschuhen, Handschuhen und Korrektionsschutzbrillen. Auch die Hersteller sehen das Potenzial: Zur A+A Messe bieten sie PSA für eine Vielzahl von gefährlichen Arbeitsplätzen an. Aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Gehör-, Atem-, Fuss- und Hautschutz, das Tragen von Allergie-armen Schutzhandschuhen runden das Angebot ab. Das Unternehmen Dräger Sicherheitstechnik (Halle 6, Stand E15, www.draeger. com) beispielsweise bietet Produkte und Dienstleistungen für ein ganzheitliches Gefahrenmanagement an, insbesondere für den Personen- und Anlagenschutz. Bei der Arbeit mit Gefahrstoffen kommt es auf die beson-dere Messtechnik und Schutzausrüstungen an, wie stationäre und mobile Gasmesssysteme, Atemschutzausrüstung und Fluchtgeräte. Dräger hat mit diesen SysteFür den Notfall: Simultane Körperdusche und Augenwäsche. men langjährige Erfahrung (Bild: Haws AG) und beispielsweise Fluchtgeräte wie den Oxy 6000 Sauerfeuerwehren und Brandwachen und die stoffselbstretter entwickelt. Überwachung sensibler Produktionsverfah- Die Firma 3S Arbeitsschutz GmbH bietet ren sowie der Organisation von Abläufen Chemieschutz- und Arbeitsschutzkleidung an (Halle 5, Stand E24, www.schutzkleibei Störungen und Unfällen. dung.de). Software für die Arbeitssicherheit, das ist Persönlicher Schutz Die beste Garantie für den Schutz der Mit- das Motto von HNC-Datentechnik GmbH. arbeiter, gesunde Arbeitsbedingungen und Sie erstellt Programme zur Zeichnung von hohe Produktivität ist eine funktionelle Flucht-, Rettungs- und Feuerwehrplänen – Schutzbekleidung (PSA). Nebst einem ge- FLUCHTPLAN plus. In der Projektübersicht steigerten Sicherheitsbewusstsein steht auch verwaltet der Anwender systematisch eine die Trageakzeptanz im Fokus, etwa bei unbegrenzte Zahl von Plänen, die er jeder-

zeit mit wenigen Klicks aktualisieren und ändern kann (Halle 10, Stand C45, www.hnc-datentechnik.de).

Katastrophenschutz

Auch bei noch so gut funktionierenden Präventionsmassnahmen und dem zugehörenden Sicherheitsmanagement lassen sich Störungen im Betrieb nicht immer vermeiden. Betriebsunfälle können sich zu einer Katastrophe ausweiten, wenn das Informationsmanagement versagt oder wenn das Sicherheitsmanagement nicht mit dem von Polizei, Feuerwehr und optimal koordiniert wird.

Gefahrstoffe

In Produktionsprozessen, wo mit entzündbaren oder giftigen Substanzen sowie biologischen Arbeitsstoffen (Bakterien, Pilzen oder Viren) gearbeitet wird, spielt der Umgang mit Gefahrstoffen eine grosse Rolle. Das Arbeitsschutzrecht von Gefahrstoffen verändert sich derzeit aufgrund der Reform des europäischen Chemikalienrechts REACh, CLP usw.). Verschiedene Massnahmenkonzepte für Gefahrstoffe müssen aufgrund von CLP verändert werden. Auch mit den besten Präventivmassnahmen sind Chemieunfälle im Betrieb indes nicht ausgeschlossen. Dann gilt es, den Schaden durch eine schnelle und effiziente Unfallversorgung zu begrenzen. So stellt etwa die Firma Haws, Burgdorf (Halle 6, Stand J73, www.haws.ch), an der A+A Messe Industrienotduschen aus Edelstahl vor. Dazu gehören die innovativen Haws AXION MSR Augenduschvorrichtungen, bei denen ein umgekehrtes/invertiertes Flussverhalten zur Anwendung kommt. Dabei werden Verunreinigungen aus den empfindlichen Nasenhöhlen gespült, während herkömmliche Augenwäschen von der äusseren Ecke des Au-

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Die R. Stahl Schweiz AG (www.stahlschweiz.ch) in Magden ist auf dem Gebiet des elektrischen Explosionsschutzes fßr gasund staubexplosionsgefährdete Zonen tätig. Das Unternehmen vertreibt Schaltgeräte, Steuerungen, Klemmen- und Steuerkästen, Leuchten sowie Geräte und Systeme der Automatisierungstechnik. Die Geräte werden hauptsächlich in Anlagen eingesetzt, wo explosible Gas/Luft- und/oder Staubatmosphären entstehen kÜnnen. Auch die Sirel AG in Kriens vertreibt Systeme zum Schutz vor elektrostatischen Entladungen.

arbeiter-Vereinigungen. Zunächst kann die Prävention von Gesundheitsgefahren eine zusätzliche Belastung fßr die Unternehmen darstellen. Durch die Vermeidung von BetriebsstÜrungen und die Reduzierung von Krankheitstagen profitieren die Firmen jedoch in der Regel von den Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. Beratungs- und Schulungsanbieter wie die BDS Safety Management AG (www.arbeitssicherheit.ch) beraten Unternehmen bei der Minimierung von Risiken bezßglich Menschen und Objekten.

ges zur Nase hin spßlen, wo die Verunreinigung dann in die NasenhÜhle durch den Tränenkanal ausgespßlt wird. Das AXION MSR Rßckflussdesign entspricht dem u. a. von Rettungssanitätern verwendeten ErsteHilfe-Protokoll.

Brand- und Explosionsschutz

Das Thema betrieblicher Brandschutz sollte stets als Managementaufgabe aktuell gehalten werden. Brandschutzmanagementsysteme mit integriertem vorbeugenden Brandschutz umfassen die Bewertung der Risken, der Organisation und BrandschutzĂźbungsprogramme, bis hin zur Ă&#x153;bung des Krisenstabes. Wie entstehen elektrostatische Aufladungen und wie gefährlich sind sie? Durch Reibung ungleicher Stoffe wird Reibungsenergie erzeugt. Dabei findet ein Elektronentransfer zwischen den Substanzen statt. Es baut sich ein Potenzial auf, das Elektronikteile zerstĂśren oder als ZĂźndquelle fĂźr Exlosionen von Gasen und Dämpfen dienen kann. Präven-tionsmassnahmen zum Schutz vor Explosionen beruhen vor allem darauf, elektrostatische Aufladungen zu vermeiden oder abzuleiten.

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Prävention

Prävention hat das Ziel, Arbeitsunfälle, Wegeunfälle, Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhindern. Zeitgemässe Prävention folgt einem ganzheitlichen Ansatz, der sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Massnahmen genauso einschliesst wie den Gesundheitsschutz. Als Basis fßr erfolgreiche Prävention dienen Schulungen durch Sicherheitsbeauftragte und den Betriebsarzt, und eine Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft, den Krankenkassen und den Mit-

WEITERE INFORMATIONEN [1] OHSAS: Occupational Health and Safety Assessment Series [2] Unfallversicherer SUVA: www.suva.ch [3] 10-Punkte-Sicherheitskonzept Ekas: www.sbv-asa.ch/verband/Adressen%20 Ortner/Kleinstbetriebe_Handbuch.pdf [4] Ekas-Richtlinie 6508: www.ekas.admin.ch/ attachments/conent/06508_d_cd.pdf [5] Informationsdienst fßr Sicherheitsfachkräfte: www.arbeitsschutz-konkret.ch/ [6] A+A Messe: www.aplusa.de [7] Aktualisierte Gesetze und Verordnungen: www.admin.ch/ch/d/sr/sr.html.

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biotechnologie

Vom 15. bis 17. Juni 2011 trafen sich Vertreter von der Akademie und Privatwirtschaft aus 22 Ländern in der neuen National Technical Library in Prag zur BioTech 2011 und zum 5. Tschechisch-Schweizerischen Symposium. (Bild: Elsbeth Heinzelmann) K O O P E R A TI O N TS C H E C H I S C H E R U N D S C H W E I Z E R B I O TE C H N O L O G I E

Starke Basis für innovative Zukunft Seit elf Jahren arbeiten Forschende der ZHAW Wädenswil mit tschechischen Kollegen in gemeinsamen Projekten und fördern den Studentenaustausch zwischen den beiden Ländern, unterstützt durch die Lonza AG. Welche Interessen verfolgen die Schweizer Partner mit dieser Kooperation? ELSBETH HEINZELMANN

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hroniken zufolge tauchten die ersten tschechischen Hopfenpflanzen ums Jahr 859 in Böhmen auf. Sie standen so hoch im Kurs, dass König Wenceslas unter Todesstrafe den Export der Setzlinge verbot. Als 1118 in Cerhenice die erste Brauerei in Betrieb ging, sozusagen die Wiege tschechischer Biotechnologie, besassen nur tschechische Bürger das Recht, Bier zu brauen, und viele betrieben ihre Kleinbrauerei in den eigenen vier Wänden.

Phoenix aus der Asche

In den 60er-Jahren erlebten Life Sciences und Biotechnologie in der Tschechoslowa-

kei eine Hochblüte. Präventivmedizin und Vakzine brachten Infektionskrankheiten unter Kontrolle und rotteten erstmals in der Geschichte Kinderlähmung aus. Institute, wo Proteinchemie, Immunologie, Neurophysiologie und Mikrobiologie erforscht wurden, schossen wie Pilze aus dem Boden, bis die sowjetische Invasion den Prager Frühling 1968 abrupt zerschlug und viele clevere Köpfe ins Ausland vertrieb. Inzwischen sind viele der damaligen Postdocs zurückgekehrt und hauchen der tschechischen Biotech-Szene neues Leben ein. Mit der Wende und der politischen Öffnung ergaben sich günstige Bedingun-

gen für Kooperationen, zudem lockten gut ausgebildete Fachleute und tiefe Kosten. Im Jahr 1992 gründete die Lonza in Kourim, 40 km östlich von Prag, die Lonza Biotec s. r. o. Inzwischen investierte das Unternehmen massiv in den tschechischen Standort, der heute vor allem orale Pharmaprodukte nach cGMP-Richtlinien herstellt. Früh suchte die Lonza den Kontakt zu den lokalen Hochschulen und engagierte sich, um den qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen. Hans-Peter Meyer, damals Leiter der Forschung und Entwicklung Biotechnologie in Visp, schloss sich mit den Professoren Jan Káš und Karel Melzoch


biotechnologie

des Institute of Chemical Technology (ICT) in Prag zusammen und stellte – gemeinsam mit der damaligen Werksleitung in Kourim – das Czech-Swiss Symposium auf die Beine (vgl. «Chemie plus» 7/8 2011). Mit ins Boot stiegen Professor Tobias Merseburger, Leiter des Instituts für Biotechnologie an der ZHAW, und Professorin Karin Kovar, verantwortlich für die Fachstelle für Bioprozesstechnologie in Wädenswil, die dank ihren tschechischen Wurzeln ihr Netzwerk nutzte.

Von Pharma bis zu neuen Bioprozessen

Im Juni 2011 trafen sich Schweizer und tschechische Forscher mit Industriellen zur BioTech 2011 und zum 5th Czech-SwissSymposium in Prag. Sie präsentierten neueste Forschungsresultate aus den Biotechbereichen Pharma, Ernährung, nachhaltiges Wachstum sowie neue Verfahren des Bioprocessing.

Im Bereich Pharma orientierte Sergio Schmid von HES-SO Valais über Neues der rekombinanten Peptidherstellung. Bioaktive Peptide stimulieren dank Technologiefortschritten den Sektor Peptid-Therapeutika. Experten rechnen mit einer Marktwachstumsrate von jährlich 10 bis 15 Prozent. (sergio.schmid@hevs.ch) Reto Stöcklin von Atheris Laboratories in Genf koordiniert das Projekt CONCO der EU, an dem sich 19 Partner aus Europa und USA beteiligen. Es geht darum, die Giftstoffe der Schnecke Conus Consors zu erforschen und daraus natürliche Arzneistoffe zu produzieren (www.atheris.com/sel_lit.php). Pavel Trefil vom tschechischen Biopharm Forschungsinstitut sprach darüber, wie sich transgenes Geflügel für die Herstellung von Medikamenten verwenden lässt. (trefil@bri.cz)

Tomáš Ruml vom ICT Prag erläuterte den Zusammenbau und Transport retroviraler Partikel. (tomas.ruml@vscht.cz) Die nächste Generation von Proteintherapeutika – Antikörper basierter Therapeutika – ist das Thema von Hilmar Ebersbach vom Novartis Institute for Biomedical Research. (hilmar.ebersbach@novartis.com) Wilfried Weber der Fakultät für Biologie in Freiburg äusserte sich zur synthetischen Biologie in der Technologie von Säugerzellen und Materialwissenschaft. (wilfried.weber@biologie.uni-freiburg.de) Michael Pechar vom Institute of Macromolecular Chemistry in Prag geht es um Polymertherapeutika mit rekombinanten Proteinen, angefügt mit einem sogenannten «coiled coil», einem ubiquitären Protein. (pechar@imc.cas.cz) Im Bereich Ernährung sprach Šárka Horácková des ICT Prag über Probiotika in der Milchwirtschaft. Diese lebenden Mikroorganismen sollen – wenn in genügender Menge konsumiert – einen positiven Effekt auf die Gesundheit ausüben. (sarka.horackova@vscht.cz) Katerina Bisova vom Institute of Microbiology berichtet über das EUREKA-Projekt der Mutagenese von Mikroalgen, in dem auch Karin Kovar von Wädenswil engagiert ist. (bisova@alga.cz) Vitamine sind wesentliche Nährstoffe, die vom menschlichen Körper nicht synthetisiert werden, aber in vielen physiologischen Reaktionen meist als Cofaktor eines Enzyms beteiligt sind. B. E. Glatthaar der Herbonis AG in Augst beschäftigt sich mit D3-Metaboliten (Calcitrol), die aktiv auf den Knochenmetabolismus einwirken und entwickelt pflanzliche Substanzen zur Verhütung und Therapie von Osteoporose. (b.glatthaar@herbonis.com)

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Peter Šebo vom Institute of Microbiology spricht über den Einsatz bakterieller Proteintoxine als Immunogene und Vektoren für fremde Antigene und den Einbezug spezifischer Immunantwort gegen ansteckende Wirkstoffe und Tumore. (sebo@biomed.cas.cz) Peter Niederberger, ehemals Nestlé Research Centre Lausanne, erläutert Status und Perspektiven rekombinanter Proteine in der Ernährungsindustrie. (p.nieder@bluewin.ch) Die gängigsten erneuerbaren Substrate für die Alkoholproduktion sind fermentierbare Zucker landwirtschaftlicher Pflanzen. Da die Mikroalge Chlorella sp. CO2 hoch effizient bindet und Stärke interzellulär akkumuliert, ist sie eine attraktive Alternative zu Agrarpflanzen. Tomáš Brányik, ICT Prag, beschreibt im Bereich nachhaltiges Wachstum den Einsatz von CO2-Abgas für die Produktion von stärkereicher Biomasse als alternative Quelle für Bioethanol. (tomas.branyik@vscht.cz) Ebenfalls um die Mikroalge geht es Petr Kaštánek. Er schildert die neuesten Fortschritte in der hochdichten Freiland-Kultivierung von neuartigen Mikroalgen-Stämmen mit einem hohen Lipidgehalt. (kastanek@ecofuel.cz) Petra Patáková vom ICT Prag evaluiert eine nachhaltige Fertigung von Biobutanol als erneuerbaren Brennstoff. (petra.patakova@vscht.cz) Lebende Organismen haben in der Regel Millionen von Jahren zur Verfügung, um Enzyme zu entwickeln, die natürlich Substanzen metabolisieren. Dagegen sind synthetisierte Verbindungen oft unangepasst und halten sich hartnäckig in der Umwelt, da die Mikroorganismen nicht genügend Zeit hatten, Enzyme zu entwickeln, welche ihre Umwandlung katalysieren. Im Bereich neuer Bioverfahren schildert Jirí Damborský

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biotechnologie

Auffallend viele junge Zuhörer – und besonders Zuhörerinnen – interessierten sich für die neuesten biotechnologischen Innovationen aus der Pharma-, Lebensmittelund Umweltbranche. (Bild: Elsbeth Heinzelmann)

von der Masaryk Universität in Brno Techniken für robuste und effiziente Proteinkatalysatoren. (jiri@chemi.muni.cz) Jirí Blažek’s Referat drehte sich um die Enzymsynthese von sogenannten Prodrugs, also inaktive oder kaum aktive pharmakologische Stoffe, welche durch Metabolisierung im Organismus zum aktiven Metaboliten werden. (jiri.blazek@centrum.cz) Miroslava Cikošová, Produktionsleiterin der Lonza Kourim, skizziert neue Trends in der Herstellung therapeutischer Proteine mit hohem Durchsatz. (miroslava.cikosova@lonza.com) Das Modellieren genetischer Netzwerke steht im Fokus der Forschung von Jirí Vohradský vom Labor für Bioinformatik in Prag. (vohr@biomed.cas.cz) Alain D. Meyer von der Rootec Bioactives Ltd. in Witterswil beschrieb die industrielle Fertigung von Hairy roots, welche das Unternehmen als einziges weltweit industriell betreibt. Dazu bringen die Wissenschaftler Samen von Medizinalplanzen in Petri-Schalen mit einer Suspension des Bodenbakteriums Agrobacterium rhizogenes. Dieses stimuliert die Pflanze zur Bildung feiner Wurzeln, der Hairy roots. Im speziell entwickelten Bioreaktor kommen die Würzelchen auf ein Kunststoffgitter und werden mit einem hormonfreien Kulturmedium besprüht. Hat die Pflanze den gewünschten Wirkstoff produziert, kann er über eine Chromatographiesäule aus dem System abgezapft werden. Anwendungen zeigen sich in der Pharmaindustrie, im Ernährungsbereich und in der Kosmetika. Die Züchtung medizinisch relevanter Pflanzenarten im Bioreaktor ist

Unter den Schweizer Referenten waren sowohl Vertreter dynamischer KMUs (Atheris Laboratories, Herbonis, ROOTec) der Biotech-Szene wie auch die Grossindustrie (Lonza, Nestlé, Novartis, Roche). (Bild Elsbeth Heinzelmann)

ein Beitrag an die Biodiversität und schützt die Pflanzen vor Ausrottung. (alain.meyer@rootec.com) Erich Hochuli, ICP-partners Basel, früher Roche Genentech, erläuterte, wie in Basel eine umfangreiche Anlage für die Herstellung von monoklonalen Antikörpern, resp. Avastin in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft wurde. (erich.hochuli@eblom.ch) Eine wichtige Entwicklung der Biotechindustrie war in den letzten Jahren der Einsatz von immobilisierten Formen biologisch aktiver Verbindungen wie freie Zellen oder Enzyme. In seinem Vortrag zeigte Radekj Stloukal von LentiKat’s mögliche Arten der Immobilisierung auf, welche sowohl in der Abwasserreinigung, Biokraftstoffproduktion, Lebensmittelverarbeitung und Pharmazeutik zum Einsatz kommen. (sloutkal@lentikats.eu)

Schwerpunkt Mikroalge

Schon in den 60er-Jahren befassten sich tschechische Forscher mit Mikroalgen-Biotechnologie, um industriell verwertbare, ertragsreiche Quellen für Biomasse zu erschliessen. Mikroskopische Algen und Cyanobakterien liefern unzählige Komponenten von roher, proteinreicher Biomasse über Öle und Antioxidantien bis zu wertvollen sekundären Metaboliten mit medizinischem Anwendungspotenzial. Heute steht vor allem die Massenfertigung für einen hochwertigen Einsatz von Mikroalgen im Fokus, beispielsweise für die Herstellung bioaktiver Komponenten und Biokraftstoffe der nächsten Generation. «Da dieses Thema auch im Brennpunkt un-

serer Aktivitäten steht, begannen wir eine Kooperation mit der Gruppe von Vilém Zachleder, Spezialist für Mikroalgen am Institut für Mikrobiologie in Trebon», erklärt Karin Kovar. So organisierte die ZHAW Wädenswil im Mai 2009 zusammen mit Partnern aus Tschechien, Portugal und Deutschland einen Workshop als Auftakt zum Eureka-Projekt Alganol. «Es geht darin um die Realisierung von Biotreibstoffen auf der Basis von Mikroalgen.» Die Wädenswiler haben auf Schweizer Boden in der Mikroalgen-Produktion die Nase vorn. So wurde Biotech-Student Silas Hauser im Frühjahr 2011 für seine Bachelorarbeit ausgezeichnet, die ein Verfahren zur wirtschaftlichen und qualitativ hochstehenden Produktion von Mikroalgenbiomasse in konventionellen Rührbioreaktoren beschreibt.

Junge ans Ruder

In Tschechien wächst eine neue Generation hoch qualifizierter und sprachlich versierter Forschender heran, darunter auffallend viele weibliche Wesen. Mit frischen Ideen beleben sie die Biotech-Szene, haben aber teilweise Mühe, sich gegen die alte, vom Eisernen Vorhang geprägte Garde durchzusetzen. Sie sind offen und begierig darauf, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. «Die Schweiz ist das Paradies der Roten Biotech mit einem starken Pharma-Sektor», kommentiert Peter Šebo. Der Leiter des Labors für Molekulare Biologie Bakterieller Pathogene in Prag betreibt mit seinem Team Forschung von internationalem Niveau. «Ein Austausch von Mitarbeitenden und Studenten ist für uns interessant und nützlich, be-


Gemeinsam stark

Ein Vorzeigebeispiel für Studentenaustausch ist Petr Hyka. Der Tscheche studierte am ICT in Prag, verfasste dann seine Diplomarbeit in Biotechnologie an der ZHAW. Er immatrikulierte sich am ICT, erhielt ein Bundesstipendium an der ETH/EAWAG und führt nun für seine Dissertation Experimente in Wädenswil durch. «Es geht um die Bestimmung des physiologischen Zustands von Mikroorganismen mit einer durchflusszytometrischen Methode, ein Thema, das

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mir Doktorvater Karel Melzoch vom ICT in Absprache mit Karin Kovar vorschlug», erklärt Hyka. Heute können sich herausragende ausländische Studierende um ein Stipendium bewerben. «Der Staat muss nicht immer intervenieren. Ein Dozent der ZHAW übernimmt gerne direkt einen fachlich und sprachlich qualifizierten Studenten, um ihn in seine Projekte einzubinden.» Für eine Fachhochschule ist der «Deal» mit ausländischen Universitäten interessant, wie Tobias Merseburger bestätigt, kann sie doch so auch Doktorierende anziehen. «Tschechien ist für die Lonza wichtig als Standort für jenen Geschäftsbereich, der mit mikrobiellen Technologien produziert», erklärt Hans-Peter Meyer von der Lonza Visp. «Aber wir müssen analysieren, wo sich in Zukunft gemeinsame Interessen abzeichnen und wir bessere Synergien schaffen können.» Er sieht Tschechiens Stärke eher in den klassischen Disziplinen wie Prozessengineering, Biokatalyse, klassische Biotechnologie und Fermentation, was die Schweiz nicht mit höchster Priorität verfolgt. Auf Augenhöhe mit Schweizer Kollegen sind die Tschechen im Grenzgebiet Biologie und Chemie. Hier gilt es, die Leute dort abzuholen, wo sie stehen, junge und talentierte Forschende zu fördern, damit eine echte Win-win-Situation entsteht. Dass dies nur mit grossem, persönlichem Engagement möglich ist, zeigt das erfolgreiche Beispiel von Karin Kovar und Tobias Merseburger an der ZHAW Wädenswil.

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Gute Partnerschaft

sonders im Bereich von Nahrungsmitteln und biotechnologisch hergestellten Medikamenten sowie rekombinanten Proteinen und Antikörpern in Zellkultur.» IBT-Chef Tobias Merseburger setzt sich dafür ein, den mit persönlichem Einsatz etablierten, aber bisher auf Sparflamme funktionierenden Studentenaustausch auf Master- und Doktorandenebene zu institutionalisieren und PostDocs einzubeziehen. «Konkret streben wir eine bilaterale Partnerschaft mit dem ICT sowie die Vertiefung im weltweiten Austauschprogramm Iaeste an.» Der Unnachgiebigkeit von Karin Kovar ist es zu verdanken, dass Sciex, das Programm für den wissenschaftlichen Austausch zwischen der Schweiz und den neuen EU-Mitgliedsstaaten, der ZHAW im Frühjahr 2011 erstmals ein Projekt zusprach. «Der tschechische Kollege wird sich in Wädenswil in die Mikroalgenproduktion hoher Wertschöpfung vertiefen.»

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biotechnologie

✔ Zellkulturflaschen ✔ Zellkulturröhrchen ✔ Serologische Pipetten ✔ Zellkulturschalen ✔ Zentrifugenröhrchen ✔ Kryoröhrchen ✔ Vakuumfiltereinheiten Tauchen Sie ein in die Welt von TPP: Zum Abschluss des BioTech-Symposiums lud die Lonza Biotec s.r.o. in ihren Produktionsstandort in Kourim ein, wo pharmazeutische Enzyme nach den höchsten weltweit geltenden cGMP-Standards produziert werden. (Bild: Lonza)

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energietechnik

B R E N N S TO F F Z E L L E N

«Potenzial für 3 bis 10 Prozent der Elektrizität» Experten aus der ganzen Welt trafen sich vom 28. Juni bis 1. Juli 2011 bereits zum 15. Mal im KKL Luzern zum European Fuel Cell Forum (EFCF), der wissenschaftlichen Konferenz mit Ausstellung und Demoobjekten zu den Themen Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie. Fazit: Brennstoffzellen eröffnen neue Möglichkeiten zur sauberen und effizienten Energieumwandlung mit sehr hohen elektrischen Wirkungsgraden. Olivier Bucheli, Koordinator des Fuel Cell Forum in Luzern.

THOMAS GLATTHARD

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ie 200 Wissenschaftler, Ingenieure und Manager aus 28 Ländern und fünf Kontinenten präsentierten während dreier Tage die neuesten Resultate aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. Die Ergebnisse wurden in der Form von 170 Publikationen in thematischen 20 Sessionen der Fachwelt präsentiert. Auch für die Öffentlichkeit bot sich Gelegenheit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. So kreuzte ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellenboot vor dem KKL auf; zu sehen waren auch batteriebetriebene Fahrzeuge sowie fahrbare Minibars, welche Strom und Wärme für den Kaffee aus der Brennstoffzelle ziehen. Eine Ausstellung im KKL zeigte Komponenten und Messgeräte sowie ein ultraleichtes Flugzeug, welches dank Brennstoffzelle praktisch lautlos durch die Luft braust.

Saubere, effiziente Energieumwandlung

Die Brennstoffzellen-Technologie ist in einem breiten Anwendungsfeld einsatzfähig. Die Brennstoffzelle für den Automobilbereich ist ein wichtiger Treiber, gleich mehrere Automobilhersteller wollen die Technologie 2015 kommerziell in ersten Serien anbieten. Die stationäre, dezentrale Stromproduktion kennt nun auch ihre ersten kommerziellen Anwendungen. Trotz noch kleiner Stückzahlen und hoher Kosten: Die Brennstoffzellen werden in den nächsten Jahrzehnten ein wichtiger Wachstumsmarkt sein. Das öffentliche Interesse an dieser Technologie, welche die Versorgungssicherheit erhöht und die Emissionen senkt, zeigt sich auch durch Public-Private-Partnerships, welche in Europa, den USA, Japan und Südkorea zur Markteinführung initiiert und umgesetzt werden. Diese verschiedenen Initiativen und ihre Erfolge wurden an der Konferenz präsentiert. Robustheit und Zuverlässigkeit der neuen Systeme sind entscheiden-

de Themen, ein Erfahrungsaustausch auch unter Konkurrenten verhilft der ganzen Technologie zu wichtigen Fortschritten. Während sich anfangs der 2000er-Jahre die Fragen um Prinzipien, Materialien und Machbarkeit drehten, stehen heute vermehrt auch Resultate aus Pilotprojekten, Demonstrationen und dem Aufbau einer Zulieferkette für kostengünstige Komponenten im Vordergrund. Auch für Schweizer Zulieferer eröffnen sich neue Möglichkeiten, und manch innovativer asiatischer Technologieanbieter sucht noch ein günstig gelegenes Hauptquartier im Herzen Europas.

Wichtiger Energiespeicher

Erneuerbare Energien wie etwa Wind können nur dann Strom erzeugen, wenn die Natur es zulässt. Mit zunehmendem Anteil der «Erneuerbaren» am Strommix dürfte die Bedeutung von Wasserstoff als Energiespeicher steigen. Nicht überall auf der Welt ist

der Bau von Pumpspeicherseen möglich, und die Ladekapazität von Batterien ist beschränkt. Indes lässt sich durch Elektrolyse Wasserstoff herstellen, der zur richtigen Zeit verstromt werden kann, sei es innerhalb von Minuten oder Jahren. Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie können Experten zufolge vor allem in Kombination mit anderen Technologien wichtige Beiträge zur Lösung unserer Energieprobleme liefern. Sie bilden ein verknüpfendes Element zwischen erneuerbaren Energien, Speicherung und Smartgrids – und sie sind zum Greifen nahe, wie Olivier Bucheli, Koordinator des Fuel Cell Forum, im Interview erläutert: Herr Bucheli, was ist heute State of the Art der Brennstoffzellen? Olivier Bucheli: Meine Antworten beziehen sich auf Brennstoffzellen für den stationären Bereich, Kraft-Wärme-Kopplung im


energietechnik

Heimbereich und dezentrale Stromversorgung, beide Ergas-basiert. Ich beziehe mich nicht auf die Mobilität, welche prinzipiell Tieftemperaturzellen verwendet. Bei den Brennstoffzellen-Heizgeräten gilt: elektrischer Wirkungsgrad 35 %, Gesamtwirkungsgrad über 90 %, Laborlaufzeiten über 20 000 Stunden, im Feld 15 000 Stunden. In Japan sind etwa 4000 Systeme installiert, hauptsächlich PEM (Proton Exchange Membrane) und einige 100 keramische Systeme (mit besseren Wirkungsgraden). In Europa sind 80 Hexis-Systeme hauptsächlich in Deutschland installiert. Die Systeme in Europa werden wärmegeführt, werden also bloss im Winter betrieben und im Sommer ausgeschaltet. Die dezentrale Stromversorgung weist elektrische Wirkungsgrade von über 50 % – CFCl erreicht zu Beginn einen Wirkungsgrad von 60 % – und einen Gesamtwirkungsgrad im Bereich von 75 % auf. Die Firma CFCl (Ceramic Fuel Cells Limited) aus Australien hat bis anhin etwa 40 Systeme weltweit installiert. Erste Feldtests laufen nun seit mehr als einem Jahr, die Systeme werden hauptsächlich als Stromgeneratoren eingesetzt und laufen daher das ganze Jahr hindurch. Die Abwärme wird meistens für Warmwasseraufbereitung genutzt. Was läuft in der Brennstoffzellen-Forschung und -Entwicklung in der Schweiz? ln der Schweiz befasst sich die Energieforschung seit mehreren Jahrzehnten mit dem Thema Brennstoffzellen. Es bestehen hierzulande weltweit führende Kompetenzen in Forschung und Entwicklung sowohl an den eidgenössischen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen, als auch in kleineren und mittleren Unternehmen. Die in der Schweiz Iaufende Forschung ist dabei in einem hohen Mass in internationale Projekte eingebunden. Das Forschungsprogramm Brennstoffzellen des Bundesamtes für Energie versucht, nationale und internationale Aktivitäten zu koordinieren und die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Fachhoch-

schulen und der Industrie zu fördern. Die hierzu zur Verfügung stehenden Gelder werden subsidiär eingesetzt, zusätzlich zu den übrigen Mitteln der öffentlichen Hand und der Industrie. Die Schwerpunkte des Forschungsprogramms Brennstoffzellen liegen in der materialorientierten Grundlagenforschung, in der Systementwicklung sowie in der Demonstration und Erprobung in Pilotprojekten. In Anwendung ist ein System der australischen CFCl bei Covegaz in Cossonay (seit etwa einem Jahr). Hexis hat einige Systeme in Betrieb. HTceramix wird auf die Heizsai-

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son 2012/13 Systeme installiert, derzeit werden diese Systeme in Norditalien getestet. Was ist im Bereich Raumheizung, Warmwasser, Stromerzeugung zu erwarten? Die Brennstoffzellenheizgeräte eignen sich sehr gut, um ältere Gebäude mit einem effizienten Wärmesystem zu versorgen, welches auch Strom produziert. Die Verbreitung hängt stark von den gesetzgeberischen Bedingungen ab, welche innerhalb Europas sehr unterschiedlich sind. Der Ein-

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energietechnik

satz erlauben wird. Die Kosten sind derzeit aufgrund der kleinen Volumen zu hoch, es muss eine kritische Masse von mindestens 10 000 Systemen erreicht werden, um ein attraktives Preisniveau zu erzielen. Jedoch wird die Installation von 10 000 Systemen auch viele ausgebildete Fachkräfte zur Installation und Unterhalt benötigen. Die Schulung dieses Personals ist eine Herausforderung für die Industrie, da sowohl elektrotechnische wir sanitäre Kompetenzen erforderlich sind. Zur Senkung der Kosten braucht es eine industrielle Zulieferkette wie in anderen etablierten Industrien. Deren Aufbau ist im Ansatz erkennbar, benötigt jedoch noch etwas Zeit.

Elektrochemischer Prozess der Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC – Solid Oxide Fuel Cell: An der Anode oxidiert das Gasgemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Hierbei werden Elektronen freigesetzt, die durch einen elektrischen Leiter ausserhalb der Brennstoffzelle auf die Kathode geleitet werden. An der Kathode reduzieren diese Elektronen Luftsauerstoff (O2). Die entstehenden Sauerstoff-Ionen (O2-) werden bei einer Betriebstemperatur von 900 bis 1000 ºC dann durch den Ionen-leitfähigen Elektrolyten transportiert. Auf der Anodenseite rekombinieren diese Ionen mit dem oxidierten Brennstoff zu Wasserdampf und Kohlendioxid. Die hierbei von der Anode auf die Kathode geleiteten Elektronen werden als elektrischer Strom genutzt. (Bild: Hexis)

satz in Minergiehäusern ist wenig sinnvoll, da dort der Wärmebedarf generell zu tief ist. Die dezentralen Stromversorgungsgeräte sind interessant für die lokalen Energie-

Funktionsweise der Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist ein Energieumwandler: In der Brennstoffzelle werden gasförmige Brennstoffe durch einen elektrochemischen Prozess in Strom und Wärme umgewandelt. Als Energieträger werden entweder Bio- und Erdgas verwendet (SOFC-Technologie, geeignet beispielsweise im Gebäudebereich) oder Wasserstoff (PEFC-Technologie, geeignet im Mobilitätsbereich). Da es keine beweglichen Teile gibt, werden kaum Geräusche und Erschütterungen erzeugt. Der Umwandlungsprozess ist sauber und bildet einen grossen Beitrag zur Effizienzsteigerung. Wasserstoff ist zudem eine erneuerbare Energiequelle. Brennstoffzellen sind somit eine wichtige Energietechnologie der Zukunft. Kehrt man den Stromkreis um, erhält man ein Elektrolysegerät, welches Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Die eingesetzte Energie wird im Wasserstoff gespeichert und kann dann zu gewünschter Zeit verstromt werden.

versorger, welche sowohl Strom wie auch Gas anbieten. Sie werden die neuen Geräte benutzen, um in Mehrfamilienhäusern Strom und Wärme vor Ort zu produzieren. Durch das Zusammenschliessen mehrerer solcher Anlagen entsteht ein virtuelles Kraftwerk (VPP Virtual Power Plant), welches auch das Stromnetz je nach Bedarf stützen kann. Die sehr hohen elektrischen Wirkungsgrade kehren die Logik der grossen Stromkonzerne. Bis anhin galt es, dass Anlagen gross (200 Megawatt bis 1 Gigawatt) sein mussten, um effizient Strom zu erzeugen. Die entstehende Wärme musste dabei entsorgt werden, da keine genügenden Abnehmer zur Verfügung standen. Die dezentralen Stromversorgungsgeräte ermöglichen nun den lokalen Anbietern, sich aus der Abhängigkeit der grossen Netzbetreiber zu lösen.

Was muss der Planer und Installateur heute wissen? Die Technologie funktioniert, sie ist in ersten Feldtests erhältlich. Im Zeithorizont 2013–15 werden die Systeme auf breiterer Basis erhältlich werden. BrennstoffzellenHeizgeräte sind sinnvoll für Renovationen, wo ein erheblicher Wärmebedarf bestehen bleibt. Die dezentralen Stromversorgungsgeräte sind sinnvoll für Mehrfamilienhäuser, welche durch limitierte Dachflächen nicht genügend Wärme generieren können. Welchen Beitrag werden die Brennstoffzellen in 10, 30, 50 Jahren am Energiemix leisten? Die Kraft-WärmeKopplung mittels Brennstoffzellen hat das Potenzial, zwischen 3 und 10 % der Elektrizität zu erzeugen. Fossile Energie wie Erdgas wird auch in zehn Jahren zum Einsatz kommen. Sie ist sehr sinnvoll im Winter, wenn wir zu wenig Sonne haben, sollte aber im Sommer äusserst zurückhaltend verwendet werden, da in diesen Zeiten genügend erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Die Brennstoffzellen können auch Biogas zu Strom und Wärme umsetzen und werden in diesem Bereich auch in 30 und 50 Jahren eine Rolle zu spielen haben. Des Weiteren werden die Brennstoffzellen im Umkehrmodus als Elektrolysegeräte auch Stromproduktionsspitzen abfangen können und den Strom zu Wasserstoff umwandeln, welcher dann im Winter oder zu anderen hohen Konsumzeiten wieder verstromt werden kann.

«Es muss eine kritische Masse von mindestens 10 000 Systemen erreicht werden, um ein attraktives Preisniveau zu erzielen.»

Wo liegen noch Hindernisse? Die Prototypen funktionieren. Feldtesterfahrung wird die Robustheit der Systeme weiter verbessern, was ihnen einen breiten Ein-


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I N F O R M A TI O N S TE C H N O L O G I E U N D C H E M I E

Auf dem Weg zum flüssigen Computer

Europäische Forscher rühren Chemiecocktails zusammen, die anders rechnen als herkömmliche Mikrochips – und die neue Anwendungsfelder erschliessen sollen wie etwa intelligente Materialien oder intelligente Krebsmedikamente. CLAUDIA BORCHARD-TUCH

I

m Computerzeitalter ist der Bedarf an neuen Konzepten hoch. Mittlerweile stösst die bisherige Silicium-basierte Technologie an ihre Grenzen. So ist die Computerindustrie seit den Sechzigerjahren bestrebt, die Bauelemente der Halbleiter-Chips immer weiter zu verkleinern, um aufnahmefähigere Speicher und leistungsfähigere Prozessoren herzustellen. Bei jeder Verkleinerung auf die Hälfte steigen allerdings die Herstellungskosten auf das Fünffache. Deshalb ist vermutlich bald der Punkt erreicht, an dem der Trend zu noch kleineren elektronischen Bauteilen nicht nur auf physikalische, sondern auch auf wirtschaftliche Grenzen stösst. Eines der neuen Konzepte ist der Quantencomputer, dessen Entwicklung in den Anfängen steckt und der ein Höchstmass an technischer Umgebung erfordert. Dies setzt der Implementierung des Quantencomputers insbesondere in belebten Systemen Grenzen. Bei der Suche nach einem Lösungsansatz kann man sich auch von der Natur inspirieren lassen – einerseits von sich selbst organisierenden chemischen Reaktionen, andererseits von den weitgehend sich selbstorganisierenden neuronalen Verschaltungen des Nervensystems. Das Forschungsprojekt NEUNEU will beides miteinander vereinen. Künstliche Zellen, in denen ein flüssiges Reaktionsgemisch eingeschlossen ist, sollen miteinander kommunizieren (Abb. 1). An dem Projekt sind Wissenschaftler aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Für die Erforschung der Grundlagen dieses Computerkonzepts hat die europäische Future and Emerging Technologies (FET) Proactive Initiative 1,8 Millionen Euro bereitgestellt [3]. Im NEUNEU-Projekt sollen grundlegende Erkenntnisse für die Praxis gewonnen werden. So soll es einmal möglich sein, mithilfe molekularer Techniken chemische Computer in lebende Zellen einzubringen – zum

Abb. 1: Kommunikation künstlicher Zellen in einem Reaktionsgemisch. (Bild: Gareth Jones)

Beispiel zur Krebstherapie. Es ist denkbar, einen Flüssigcomputer zu bauen, der Krebszellen erkennt und jedes Mal, wenn er auf eine solche bösartige Zelle trifft, ein Zytostatikum ausstösst. Auf lange Sicht hat man noch ehrgeizigere Ziele: Die Forscher wollen chemische Computer konstruieren, die neue molekulare Strukturen erzeugen können. Auch soll es einmal möglich sein, mithilfe chemischer Computer neue Materialien zu erzeugen, die man heute noch nicht produzieren kann. Für einen solchen chemischen Computer braucht man ein Reaktionsgefäss – eine Petrischale oder aber eine künstliche Zelle, auf deren Bau später noch näher eingegangen wird. Zunächst aber sei hier eine Grundreaktion vorgestellt, die sich für einen solchen Computer besonders gut eignet.

Belousow-Zhabotinski-Reaktion

Das, was sich im Innern eines chemischen Computers (ob in einer Schale oder künstlichen Zelle) abspielt, ist eine bekannte chemische Reaktion, die von den beiden Russen Boris P. Belousow und Anatol M. Zhabotinski entdeckt und erforscht wurde. Die nach ihnen benannte Belousow-Zhabotinski-, kurz BZ-Reaktion, ist durch einen sich permanent wiederholenden Zyklus charak-

terisiert [4] (Abb. 2). Irgendetwas – beispielsweise eine bestimmte Substanz oder elektrischer Strom oder Licht – löst in einem Chemikalienmix die erste Reaktion aus, deren Produkte dann die nächste in Gang setzen. So dienen die Ergebnisse jeder Zwischenstufe als Ausgangssubstanzen für den nächsten Vorgang. Der Kreislauf schliesst sich, wenn wieder die erste Reaktion gestartet wird. Die Reaktionsprodukte wechseln zwischen verschiedenen Farben – beispielsweise zwischen Rot oder Blau, sodass deutlich sichtbar wird, wie die einzelnen chemischen Vorgänge einander folgen. Gleichzeitig mit dem Farbwechsel ändern sich auch chemische Eigenschaften wie beispielsweise der pH-Wert. Da die Oszillation abseits eines chemischen Gleichgewichts abläuft, wird chemische Energie benötigt bzw. verbraucht, um die Oszillation aufrechtzuerhalten. In einem einfachen Fall könnte eine künstliche Zelle eine Flüssigkeit enthalten, die lediglich drei Chemikalien enthält: Malonsäure, Schwefelsäure und Kaliumbromid. Zudem ist ein Redoxindikator wie Ferroin beteiligt. Gelangt zusätzlich Kaliumbromat in das Innere, löst dies eine Folge chemischer Reaktionen aus. Bei den Reaktionen wechselt der Zustand des Indikators zwischen der reduzierten und der oxidierten Form, und dies führt zu einem typischen Farbenspiel. Die Farbe wechselt zwischen Blau (Ferriin, mit Fe3+) und Rot (Ferroin, mit Fe2+). Bei anderen Redoxindikatoren zeigen sich auch andere Farbspiele: Cerium wechselt zwischen Gelb (Ce4+) und Farblos (Ce3+), Mangan zwischen Rot (Mn3+) und Farblos (Mn2+). Als Erstes reagieren das Bromat-Ion (BrO3-) und das Bromid-Iom (Br-) zu elementarem Brom (Br2). Dieses bildet mit der Malonsäure Brommalonsäure. Normalerweise würde das Bromat-Ion auch mit dem Indikator Ferroin (Rot) zu Ferriin (Blau) reagieren, was aber durch das Bromid-Ion verhindert wird. Das Bromid-Ion wirkt als Regelelement und


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verursacht eine negative Rückkopplung innerhalb des Gesamtsystems. Erst wenn alle Bromid-Ionen verbraucht sind, kann die verhinderte Reaktion ablaufen und (blaues) Ferriin entstehen. Die Brommalonsäure reduziert dann wiederum das Ferriin zu (rotem) Ferroin, wobei auch wieder BromidIonen gebildet werden. Der Kreisprozess beginnt von vorne, bis alle Bromat-Ionen verbraucht sind. So wechselt die Lösung durch das im Regelkreis gesteuerte Paar Ferroin/Ferriin ständig die Farbe.

Die Flüssigcomputer von Adamatzky – Roboter auf die richtige Bahn gelenkt

In einer flachen Petrischale findet der oben beschriebene Prozess der BZ-Reaktion nicht gleichzeitig an allen Stellen in der Flüssigkeit statt. So ist es denkbar, dass sich an einer Stelle noch viele Bromid-Ionen befinden und an einer anderen bereits alle verbraucht sind. Auf diese Art entstehen innerhalb der Lösung Wellen. Breiten sie sich nur langsam aus, bilden sich räumliche Muster. Prof. Andrew Adamatzky von der University of the West of England in Bristol nutzte diese Muster bereits zur Steuerung von Ro-

Abb. 2: Mechanismus einer BZ-Reaktion.

botern [1]. Ein Roboter wird dabei von kaum mehr als einem Chemikaliengemisch in einer Petrischale gelenkt. Treffen Lichtstrahlen auf diese Chemikalien, löst dies an einem bestimmten Punkt in der Flüssigkeit eine BZ-Reaktion aus, und innerhalb der Lösung bilden sich Wellen. Eine Digitalkamera nimmt das Muster der Wellenbewegungen auf und bestimmt hiermit die Richtung des

Lichteinfalls. Dies führt dazu, dass der Roboter auf die Lichtquelle zurollt (Abb. 3). Andere Flüssigcomputer finden den kürzesten Weg durch ein Labyrinth. Einem herkömmlichen Rechner bereitet diese Aufgabe grosse Schwierigkeiten, weil er erst alle möglichen Wege durch das Labyrinth errechnen muss, um dann die kürzeste Strecke zu ermitteln. Um dieses Problem

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schneller zu lösen, bauten Wissenschaftler ein Labyrinth aus Plastikteilen und füllten es mit Chemikalien für eine BZ-Reaktion (Abb. 4). Danach setzten sie diese am Anfang des Labyrinths in Gang. Digitalkameras zeichneten die wellenförmige Ausbreitung der Reaktion im Labyrinth auf. An jedem Punkt der Wellenfront wurde gleichzeitig bestimmt, wie schnell die Welle sich ausbreitet oder ob sie auf eine Wand trifft und von ihr umgelenkt wird. So konnten die Forscher rasch feststellen, wie schnell und in welche Richtung sich die BZ-Welle bewegte und so den kürzesten Weg durch das Labyrinth bestimmen.

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Abb. 3: Lichtstrahlen (gelbe Pfeile) treffen auf die Flüssigkeit in einer Petrischale. Dies löst an einer bestimmten Stelle in der Schale eine BZ-Reaktion aus, welche sich wellenförmig ausbreitet (linker runder Abschnitt). Eine Kamera erkennt das Muster in der Petrischale und liest daran die Richtung des Lichteinfalls ab (orangefarbene Pfeile). Die Steuereinheit des Roboters wertet diese Information aus und veranlasst den Roboter, sich in Richtung Lichtquelle zu bewegen (roter Pfeil). (nach New Scientist)

Vorteil: Parallelität

An diesem Versuch wird deutlich, was die chemischen Computer den elektronischen voraushaben: Im Labyrinth formieren sich in jedem Punkt der Wellenfront zugleich für die Lösung des Problems wichtige Ergebnisse. Flüssige Rechner arbeiten somit massiv parallel – wie unser Gehirn. Müssen herkömmliche elektronische Rechner jeden Rechenschritt einen nach dem anderen abarbeiten, können flüssige Rechner gleichzeitig viele Arbeitsschritte vollziehen. Damit scheinen sich Flüssigrechner dafür zu eignen, besonders komplexe Aufgaben zu lösen, für die es in der Informatik bisher kein schnelles Lösungsverfahren gibt. Dazu gehört etwa das «Problem des hamiltonschen Pfades», auch «Problem des Handlungsreisenden» genannt: Ein Geschäftsreisender sucht für seine Reise durch mehrere Städte die kürzeste Route. Geht man von einer Landkarte mit verschiedenen Städten aus, die durch ein Strassennetz untereinander verbunden sind, so besteht die Aufgabe darin, den kürzesten Weg zu finden, der für einen Geschäftsreisenden, der alle Städte durchfahren muss, mit den geringsten Reisekosten verbunden ist. Das Problem des hamiltonschen Pfades mit vier oder fünf Städten kann auf einem Stück Papier gelöst werden. Wächst die Anzahl der Städte jedoch nur um einen kleinen Be-

trag, wird das Problem rasch unlösbar, da zu seiner Lösung bislang kein in Polynomzeit arbeitendes Berechnungsverfahren (auch Algorithmus genannt) gefunden werden konnte. Die Richtigkeit einer geratenen Lösung kann jedoch schnell, d. h. in Polynomzeit, bewiesen werden – es handelt sich um ein sogenanntes NP-Problem. Ein NPProblem ist ein mathematisches Entscheidungsproblem, für das eine geratene Lösung in Polynomzeit überprüfbar ist. Da das Probieren sehr viel Zeit benötigt, sind NPProbleme für herkömmliche, seriell arbeitende Computer, die alle ihre Verarbeitungsschritte hintereinander ausführen, nicht praktikabel. Um beispielsweise mithilfe eines herkömmlichen Algorithmus einen hamiltonschen Pfad zu finden, der 120 Städte miteinander verbindet, muss der Computer eine von ungefähr 6 10196 Routen finden – das sind weitaus mehr, als das Universum insgesamt an Elementarteilchen enthält. Bei 120 Städten ist das Problem des hamiltonschen Pfades für herkömmliche Computer somit praktisch unlösbar.

Nachteil: langsame Signalübertragung

Vielleicht lassen sich diese Aufgaben einmal mit einem BZ-Computer bewältigen – das

Abb. 4: Wie in den Abbildungen erkennbar, beginnt die chemische BZ-Reaktion links unten (linkes Bild) und breitet sich über das gesamte Labyrinth aus (mittleres und rechtes Bild). (Bilder: Kenneth Showalter)

BZ-Gemisch würde einfach in eine passende Form gegossen werden, und schon wäre das Problem gelöst: Die Reaktionsflüssigkeit befände sich in einem spezifisch geformten Reaktionsgefäss, das den sich entstehenden Reaktionsfronten bestimmte Ausbreitungswege ermöglicht und andere verwehrt. Noch hat allerdings niemand gezeigt, dass dies möglich ist. Wie Prof. Klaus-Peter Zauner von University of Southhampton zu bedenken gibt, haben flüssige Computer einen Nachteil: Obwohl sie parallel arbeiten, übertragen sie ihre Signale recht langsam – durch Diffusion von Molekülen. Zudem muss für jedes Problem ein Modell – beispielsweise ein Labyrinth – gebaut werden. Entwurf und Aufbau können Monate in Anspruch nehmen. Dies ist wenig praxistauglich. Besser scheint ein universeller Flüssigcomputer zu sein, der beliebig programmierbar ist. Adamatzky zeigte, dass es möglich ist, einen solchen Flüssigcomputer zu bauen, indem er mit BZ-Reaktionen alle möglichen logischen Gatter modellierte [2].

Adamatzkys universelle Flüssigrechner

In herkömmlichen Computern werden Informationen in einem binären Code (0/1) codiert und durch elektrischen Strom verarbeitet. Eine 1 bedeutet, dass Strom fliesst, und eine 0, dass kein Strom fliesst. Alle Operationen eines Rechners kann man mit geschickten Schaltungen automatisch durchführen lassen. Die Schalter sind Booele’sche Gatter, die entsprechend der Boole’schen Logik geschaltet werden. Ein Boole’sches Gatter hat (zumeist) zwei Eingänge und einen Ausgang und verknüpft zwei Eingangsbits (z. B. 0 und 1) zu einem Ausgangsbit (z. B. 0). Es gibt verschiedene Boole’sche Gatter, und von der Art des Gatters hängt der Wert des Ausgangsbits ab: Beim UND-Gatter ist der Ausgang 1, wenn beide Inputbits 1 sind, beim ODER-Gatter 1, wenn mindestens eins der Inputbits 1 ist, beim NAND-Gatter eine 1, wenn beide Inputbits gleichzeitig 1 sind. Das NICHT-Gatter hat nur ein Inputbit, dessen Wert es in sein Gegenteil verwandelt. Gatter fungieren also als «Operatoren», d. h. sie bearbeiten Signale in definierter Weise. Aus solchen Gattern lassen sich alle Arten von logischen Schaltkreisen konstruieren. Analoges lässt sich auch mit chemischen Rechnern erreichen: Es gelang, durch geschickte Konfiguration der Reaktionsgefässe Schaltkreise zu konstruieren, in denen sich BZ-Wellen in Kanälen ausbreiten – ähnlich wie Elektronen in gewöhnlichen Leitungsdrähten. Diese Kanäle haben Kreuzungs-


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Abb. 5: Werden Inhibitoren zu einer BZ-Reaktion gegeben, bilden sich Wellenfragmente. Sie bewegen sich ähnlich wie Kugeln durch die Lösung. Ein logisches UND ist erfüllt, wenn die «Kugeln» x und y zusammenstossen und sich anschliessend gemeinsam als «x UND y» in waagerechter Richtung weiter bewegen. (nach New Scientist).

punkte, an denen die Wellen aufeinanderstossen. Das entspricht den logischen Gattern konventioneller Computer. An diesen Stellen werden «Nullen» und «Einsen» verrechnet und liefern ein Ergebnis. Doch der Bau der Kanäle erwies sich als recht umständlich. Daher geht Adamatzky anders vor. Er nutzt chemische Inhibitoren. Werden diese zu einer BZ-Reaktion in eine Petrischale gegeben, bilden sich nicht ganze Wellen, sondern Wellenfragmente. Sie wandern ähnlich wie rollende Kugeln durch die Lösung. Adamatzky brachte eine BZ-Mixtur in eine dünne Gelschicht ein, die mit Silber-HalogenidIonen geladen war. Das Gel verlangsamt die Diffusionsreaktion, und die Halogenid-Ionen wirken als chemische Inhibitoren. Dadurch bildeten sich statt der üblichen Wellen kleine, weniger als einen Millimeter lange Fragmente, die geradlinig wandern. Adamatzky nannte sie «BZ-Kugeln» (Abb. 5). Mit ihnen hat er die Konstruktion aufwendiger Kanalsysteme überflüssig gemacht. Wenn zwei solcher Kugeln nämlich in einem bestimmten Winkel aufeinander stossen, vereinigen sie sich zu einer einzigen. Diese bewegt sich dann in einer spezifischen Richtung fort. So entsteht ein UNDGatter, denn die logische Verknüpfung UND ergibt nur dann 1, wenn an beiden Eingängen eine 1 steht. Wenn am Kreuzungspunkt nur eine Kugel eintrifft, ist der Output hingegen gleich 0 (Abb. 5). Adamatzky gelang es, weitere Typen von logischen Gattern zu erzeugen und sie miteinander zu verknüpfen. Somit zeigte er, dass es prinzipiell möglich ist, chemische Rechner zu bauen, die wie die herkömmlichen funktionieren und beliebig programmierbar sind.

NEUNEU-Konzept: Kompartimentierung in Droplets

Die beliebig programmierbaren Flüssigrechner von Adamatzky haben jedoch den Nachteil, extrem langsam zu arbeiten – noch langsamer als herkömmliche Rechner. Die Vorteile der parallelen Verarbeitung seien nicht nutzbar, sagt Dr. Gerd Grünert, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im NEUNEU-Projekt gehen die Wissenschaftler daher einen Schritt weiter. Die nächste Entwicklungsstufe der Flüssigrechner ist die räumliche Unterteilung des rechnenden Mediums in voneinander getrennte Lipidkügelchen (auch Droplets genannt). Über Membrankanäle können diese Droplets miteinander verbunden werden, sodass sich ein angeregter Zustand über Droplet-Ketten und -Netze ausbreiten kann. Zur Herstellung der Droplets schüttet man wässrige Mikrotropfen mit dem Reaktionsgemisch, das zu BZ-Reaktionen fähig ist, in eine ölige Lösung (Abb. 1). In dieser Lösung befinden sich Phospholipide). Sie sind polar und weisen ein fettlösliches und ein wasserlösliches Ende auf. Deshalb sammeln sie sich an der Grenzfläche zwischen öliger und wässriger Phase an und umhüllen die wässrigen Mikrotropfen. Die Phospholipide

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bilden so eine sich eigenständig regenerierende monomolekulare Schicht. Kommen zwei Lipidkügelchen in engen Kontakt zueinander, so fliessen sie nicht zusammen. Die sie umgebenden Hüllen lagern sich vielmehr an der Kontaktfläche zu einer flexiblen Doppelschicht zusammen, die einer natürlichen Zellmembran ähnelt (Abb. 6). Die Doppelmembran kann weder von hydrophilen noch von lipophilen Substanzen durchwandert werden, auch wenn es einen Konzentrationsunterschied zwischen den Droplets gibt. Gibt man allerdings ein Protein wie -Hämolysin hinzu, so kann es einen Tunnel durch die Doppelschicht erzeugen, denn auch dieses Protein ist polar aufgebaut, sodass es sich so anordnet, dass seine lipophile Seite zum Inneren der Membran, seine hydrophile Seite sich zum Inneren des Kanals ausrichtet. Damit schafft man eine Verbindung zwischen zwei künstlichen Zellen, die einen Transport gelöster Stoffe ermöglicht. Die Idee ist nun, durch die Poren Substanzen diffundieren zu lassen, die bestimmte Reaktionen auslösen. Damit könnte man so etwas wie eine Informationsübertragung von einem zum anderen Zellkügelchen realisieren: Erfolgte eine bestimmte Reaktion in einer ersten Zelle, so würde sie in den miteinander verbundenen Zellen nacheinander ebenfalls ausgelöst werden. Befindet sich im Inneren einer künstlichen Zelle eine Flüssigkeit, welche Malonsäure, Schwefelsäure, Kaliumbromid und Ferroin enthält, so kann durch Kaliumbromat eine BZ-Reaktion im Zellinneren ausgelöst werden. Da Kaliumbromat hydrophil ist, kann es nur schlecht durch die Lipidschicht oder durch das Öl diffundieren und gelangt daher über den -Hämolysin-Tunnel in die benachbarte Zelle hinein. Hat eine bestimmte Menge Kaliumbromat den Tunnel durchquert, kommt es auch in der benachbarten Zelle zu einer BZ-Reaktion. Über Kanäle durch die Doppelmembranen benachbarter Droplets kann sich das Kaliumbromat weiter ausbreiten und verbundene künstliche

Tab. 1: Gemeinsamkeiten von natürlichen Nervensystemen und NEUNEU-Computern Erregungsleitung

elektrisch und chemisch

Schwellenwert

Wert, den die Summe der Eingangsreize überschreiten muss, damit es zu einer Erregungsbildung kommt Erholungsphase: Zeitspanne, während der nach vorhergegangener Reizung auf eine erneute Reizung keine Erregungsbildung folgt

Refraktärzeit Selbstorganisation Plastizität Simultane Verrechnung

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Zellen anregen. Es ist wie bei einem Dominospiel: Ein umstürzender Stein bringt auch die anderen zu Fall. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied. Nach der Erholungsphase kann Bromat die Zelle wieder aktivieren. Wie in den natürlichen Nervenzellen gibt es auch in den künstlichen Zellen Schwellenwerte und Refraktärzeiten (Tabelle 1). Erst nachdem eine bestimmte Menge an Kaliumbromat den Tunnel durchquert hat, löst dies in der benachbarten Zelle eine Erregung aus, und erst nach einer bestimmten Erholungsphase kann in dieser Zelle wieder erneut eine Erregung initiiert werden: Ist ein Oszillationszyklus noch nicht abgeschlossen, so kann nicht direkt die nächste Anregung ausgelöst werden. Die Oszillationen verbrauchen Energie. Infolgedessen ist eine Höchstzahl möglicher Oszillationsdurchgänge pro Droplet zu er-

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len von selbst zusammen, zum anderen kann dies auch von aussen durch dielektrophoretische Kräfte beeinflusst werden. Letztendlich formieren sich die künstlichen Zellen zu Strukturen, die den in der Informatik seit langem bekannten neuronalen Netzwerken entsprechen. Wie in den natürlichen neuronalen Netzen sind in den künstlichen neuronalen Netzen gleichartige Verbindungen («Synapsen») mit einstellbarer Stärke verknüpft. Damit ist der Output eines einzelnen Neurons durch die Outputs aller vorgelagerten Neurone bestimmt. Einstellbare Parameter sind die Verbindungsstärken der Synapsen (in der Informatik auch als synaptische Gewichte bezeichnet), Schwellenwerte und Refraktärzeiten. Die Funktion dieser Netzwerke wird durch die Topologie und bestimmte Eigenschaften der künstlichen Zellen bestimmt. So verändern z.B. der Radius und die Zusammensetzung des Mediums die Erregbarkeit und die Oszillationsperiode. Die Konzentrationen von Kanalproteinen ändert die Möglichkeit zur Weitergabe von Anregungszuständen. Auf diese Weise wird das Wissen über Flüssigrechner auf der Mikroebene einzelner Lipidkügelchen benutzt, Abb. 6: Zwei künstliche Zellen nehmen Kontakt zueinander auf. Ihre Membranen vereinigen sich an der Berührungsfläche zu einer Doppelschicht. und diese werden dann (Bild: Klaus Peter Zauner) zu komplexen, aber robusten Schaltungen warten. In ersten Laborexperimenten wurde miteinander verknüpft. Es ist denkbar, wieeine Grössenordnung von ca. 20 Durchläu- derverwendbare Schaltungsmotive zu erfen erreicht. Nach Zauner hat man das Pro- zeugen, welche verschiedene Probleme auf blem der Energieversorgung über längere einfache Weise lösen können. Zeiträume jedoch im NEUNEU-Projekt be- Ein wesentlicher Vorteil ist die Reduktion wusst ausgeschlossen, da man das Projekt des chaotischen Verhaltens, das in einem in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum kontinuierlichen Raum wie einer Petrischale nicht zu kompliziert machen will. Die Ener- entsteht. In einem unkompartimentierten gieversorgung von Protozellen derartiger dreidimensionalen Raum wird sich ein miSysteme wird in anderen Projekten wie nimales Rauschen sicherlich nie vermeiden beispielsweise dem PACE-Projekt (http:// lassen. Dieses Rauschen kann die Ergebniswww.istpace.org//index.html) intensiv er- se stark beeinflussen, wenn kleine Unterforscht. Man geht davon aus, dass eine kon- schiede starke Auswirkungen nach sich zietinuierliche Energieversorgung möglich sein hen. Wenn man aber Droplets benutzt, bleiwird. ben die Effekte des Rauschens auf ein einzelnes Lipidkügelchen beschränkt, das entweder aktiv oder inaktiv ist. Da man genau «Neuronale Netzwerke» Wie sich natürliche Nervenzellen zu kom- weiss, in welchen «Droplet-Kanälen» die plexen Strukturen formieren, schliessen sich Signale des Lipidkügelchens ankommen, auch die künstlichen Zellen zu komplizier- kann man diese Störung schnell beheben. ten Gebilden (Netzwerken) zusammen. Neben der Benutzung von vordefinierten Zum einen lagern sich die künstlichen Zel- Schaltungen werden sich die rechnenden

Strukturen auch selbst reparieren oder selbst zusammenbauen können [5]. Diese Selbstassemblierung könnte z. B. von Zelladhäsionsproteinen oder durch komplementäre Desoxyribonucleinsäure-Stränge vermittelt werden. So ist es denkbar, kostengünstig ein Substrat herzustellen, das grosse Mengen ähnlicher Berechnungen parallel durchführt. Idealerweise könnten sogar die Ergebnisse der Berechnungen selbst die Verschaltung zwischen den Lipidkügelchen beeinflussen. Damit wäre der Droplet-Rechner universell, könnte also seine eigenen Verschaltungen steuern und durch eine bestimmte Eingabe verändern. Alternativ könnten damit Lernregeln implementiert werden, die eine überwachte oder unüberwachte, möglicherweise dynamische Anpassung des Netzwerkes zulassen. Durch Selbstassemblierung ist es möglich, Droplet-Netwerke zu erzeugen, die alle drei Raumdimensionen ausnutzen – ein weiterer Vorteil im Vergleich zur aktuellen Siliciumtechnik, die sich hauptsächlich auf zwei Dimensionen beschränkt. Ein faszinierender Aspekt ist, dass solche Doplets auch in Gewebe implementiert werden können und dort spezifische Funktionen (wie die Erkennung von Krebszellen) erfüllen können, und zwar in einer situationsabhängigen, modifizierbaren Weise. Dies ist sicherlich eine kühne Vision, die nicht so rasch zu verwirklichen sein wird, die aber den forschenden Einsatz lohnt.

DANKSAGUNG Für Auskünfte und die freundliche Bereitstellung von Bildmaterial und Vorlagen sei folgenden an dem NEUNEU-Projekt beteiligten Wissenschaftlern vielmals gedankt: PD Dr. Peter Dittrich und Dr. Gerd Grünert (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Prof. Dr. Klaus-Peter Zauner (University of Southhampton, England) sowie Prof. Jerzy Gorecki und Jan Szymanski (Universität Warschau). ORIGINALPUBLIKATIONEN [1] A. Adamatzky, B. de Lacy Costello, T. Asai: Reaction-Diffusion Computers. Elsevier. New York, 2005. [2] B. de Lacy Costello, A. Adamatzky, Chaos, Solitons and Fractals 25, 535 (2005). [3] G. Lawton: Researchers Take Promising Approach to Chemical Computing, Computing Now, http://www.computer.org/portal/web/computingnow/archive/news055, 2011. [4] T. Seilnacht: Periodische und oszillierende Reaktionen, http://www.seilnacht.com/ versuche/oszill.html, 2010. [5] K.-P. Zauner, Critical Reviews in Solid State and Material Sciences 30 (1), 33, 2005.


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EINZELMOLEKÜL-FLUORESZENZ-MIKROSKOPIE

Mit DNA-abhängiger Photokatalyse gegen Tumorzellen DNA-abhängige photo- und autokatalytische Reaktionen, die am Anorganisch-Chemischen Institut der Universität Heidelberg entwickelt wurden, zeigen inzwischen das vielversprechende Potenzial, irgendwann auch im menschlichen Körper Tumorzellen selektiv zerstören zu können. Aus diesem Grund wurde der Heidelberger Chemiker Dr. Andriy Mokhir jetzt in das Perspektiven-Programm «Plus 3» der Boehringer Ingelheim-Stiftung aufgenommen, die seine weitere Forschung die nächsten drei Jahre mit 900 000 Euro unterstützen wird. JOACHIM STUBENRAUCH

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mart Probes», kurze DNA-Sequenzen mit einem Fluoreszenzfarbstoff an einem Ende und einem Quencher (ein Molekül, das Fluoreszenzstrahlung durch Energieübertragung löschen kann) am anderen Ende, kommen in der Analytik jetzt schon seit bald zehn Jahren zum Einsatz, um ganz spezifische DNA-Strukturen in biologischen Systemen zu detektieren. Dabei sorgen zwei komplementäre Bereiche in ihrem DNAStrang dafür, dass sich das Molekül in einer Haarnadel ähnelnden Struktur zusammenlegt und die beiden Enden dabei so nah zusammengeraten, dass die Fluoreszenzstrahlung durch den Quencher fast komplett gelöscht wird.

Licht am Ende der Haarnadelkurve

Der Autokatalyse-Schritt: Das durch Eosin photoaktivierte Fluorescein katalysiert die weitere Umsetzung des Fluorescin. (E: Eosin; Q: Quencher; pro-P: Fluorescin; P: Fluorescein). (Grafik: Stubenrauch)

Autokatalyse: Nachweis von Einzelmolekülen

Bei geringeren Konzentrationen muss diese Fluorometrie allerdings versagen. Da Mokhir aber genau diese Fälle interessieren, suchte er nach Reaktionen, die den messbaren Effekt stärker als eine rein stöchiometri-

sche, ja selbst stärker als eine katalytische Reaktion erhöhen konnten. Autokatalytische chemische Reaktionen sind dazu in der Lage. Denn während solcher Reaktionen entstehen Produkte, die wiederum zu Ausgangssubstanzen derselben Reaktion werden. Die Produkte hemmen hier also nicht die Reaktionsgeschwindigkeit – wie sonst meist üblich –, sie potenzieren sie stattdessen. Berühmtes Beispiel: die PCR

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zentration vorliegen, ist dieses Analyseverfahren das Mittel der Wahl.

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Erst in Gegenwart einer «passenden» DNA in der Probe öffnet sich diese Haarnadelstruktur, und es kommt zur Hybridisierung mit dieser Ziel-DNA, wobei Quencher und Fluoreszenz-Farbstoff jetzt räumlich so weit voneinander entfernt sind, dass ein Löschen der Fluoreszenz nicht mehr eintritt. Eine stark erhöhte Fluoreszenzstrahlung ist die Folge und verrät die Anwesenheit der gesuchten DNA in der Probe. Dabei ist das Verfahren so selektiv, dass selbst eine Punktmutation in der Ziel-DNA eine Hybridisierung verhindert, weshalb solche Proben dann «dunkel» bleiben. Für DNA-Sequenzen, die in ausreichender Kon-

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(Polymerase Chain Reaction). Bei ihr wird die Ziel-DNA im Reaktionsansatz repliziert und kann anschliessend als weiteres Ausgangsprodukt fungieren. Im nächsten Reaktionsschritt liegt diese Ziel-DNA dann schon zweimal vor, im übernächsten viermal. Die Reaktionsgeschwindigkeit solcher autokatalytischer Reaktionen wächst also exponentiell, und im optimalen Fall ist deshalb sogar auch Einzelmoleküldetektion möglich. Ausgestattet mit einem entsprechenden Mikroskop, kann diese Einzelmolekül-Fluoreszenz-Mikroskopie Einblicke bis tief in die Nanostrukturen biologischer Systeme geben.

Photosensibilisatoren und Fluoreszenzfarbstoffe

Mehrere Reagenzien hat Mokhir in seinem Arbeitskreis schon entwickelt: Eines seiner analytischen Systeme zum Nachweis von DNA-Sequenzen besteht zum einen aus einem Eosin-Molekül (Tetrabrom-Fluorescein, ein fluoreszierender Xanthenfarbstoff), gekoppelt an ein Oligodeoxyribonucleotid (ODN) und zum anderen aus einem dazu komplementären ODN, gekoppelt an einen

Black Hole Quencher-3 (BHQ-3, ein nichtfluoreszierender Farbstoff), der bei vielen sogenannten Fluoreszenz-ResonanzenergieTransfer-Prozessen (FRET) zum Einsatz kommt. Weil diese komplementären ODNs aneinander binden, sorgen sie dafür, dass die beiden Farbstoffe dicht beieinanderliegen und so nicht nur die Fluoreszenz gelöscht, sondern auch die photokatalytische Eigenschaft des Eosins maskiert wird. Erst wenn das Quencher-ODN in der Probe eine Ziel-DNA findet und das Eosin-ODN dann frei vorliegt, kann das Eosin durch Einstrahlung von grünem Licht zu einem Eosin-Anion-Radikal werden. Dieses Radikal trifft nun auf einen weiteren, der Lösung zugesetzten Farbstoff, Dichlor-Fluorescin (Pro-P) und oxidiert diesen zu dem Fluoreszenzfarbstoff Dichlor-Fluorescein (P). Dieses (P) ist jetzt seinerseits in der Lage, das Pro-P zu dem fluoreszierenden P zu aktivieren. Dies ist der autokatalytische Schritt der Reaktion, der die Reaktionsgeschwindigkeit exponentiell beschleunigt und schliesslich nach 45 Minuten zu 27 «Turnovers» (TON) (zum 27-fachen Umsatz)

führt. Schon lange vor dieser Gesamtreaktionszeit ist die Fluoreszenzfarbstoff-Entwicklung in der Probe so stark, dass sie mit dem blossen Auge zu erkennen ist.

Reagenzien für Lebendzell-Ansätze

Viele ähnliche Systeme konnten inzwischen etabliert werden. Die meisten davon arbeiten mit kurzwelligem Licht und sind schon allein aus diesem Grund wenig geeignet, an lebenden Zellen zum Einsatz zu kommen. Andere Hindernisse sind die oft schlechte Wasserlöslichkeit der Reagenzien im Kit und ihre geringe Membrangängigkeit. All diesen Nachteilen konnte jetzt Mokhir mit einem Ansatz begegnen, der eine Photokatalyse schon bei rotem Licht zeigt und der alle benötigten Substanzen durch die Zellmembranen in lebende Zellen überführen kann. Gleichzeitig ist es gelungen, für das Kit ausschliesslich nontoxische Reagenzien zu synthetisieren, die zudem ausschliesslich in nontoxische Reaktionsprodukte umgewandelt werden. Als Photokatalysator wurde der IndiumKomplex des Pyropheophorbid (InP) syn-

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thetisiert, eine Porphyrin-Struktur (eine Farbstoffgruppe, deren Kernstruktur aus vier Pyrrol-Ringen besteht, die durch vier Methingruppen zyklisch miteinander verbunden sind. Auch der rote Blutfarbstoff besitzt dieses Strukturelement) mit einem Indium-Kation als zentralem Komplex-Metallion (statt Fe wie im Blutfarbstoff). Gequencht wird auch dieser PorphyrinFarbstoff mit dem Black-Hole-Quencher-3, der seine Fähigkeit, die Fluoreszenz des InP zu löschen, dann einbüsst, wenn die ZielDNA in der Probe vorhanden ist. Dann liegt das InP-ODN in freier Form vor und kann erst dann und nur dann (!) mit rotem Licht «scharf geschaltet» werden. In diesem energetisch angeregten Zustand reagiert dieser Photosensibilisator InP mit (Triplett-) Sauerstoff, der zu einem hochreaktiven Singulett-Sauerstoff angeregt wird.

Photochemische Reaktionen sind bei Anwendungen in Zellen deshalb so attraktiv, weil sie über die Intensität der eingestrahlten Lichtquelle, deren Strahlungsdauer und Wellenlänge leicht zu kontrollieren sind. «Unsere Substrate und Konjugate können jedoch auch in ganz anderen Bereichen eingesetzt werden», freut sich Mokhir. «Nicht nur für den Nukleinsäurenachweis. So haben wir zusammen mit Prof. Kurt Gothelf (iNANO, Aarhus Universität, Dänemark) unsere Reagenzien auf DNA-Origami einwirken lassen (Origami sind winzige De-

Tumormedikament: SingulettSauerstoff

Im elektronischen Grundzustand ist molekularer Sauerstoff ein Biradikal, wobei die Spins der beiden Radikalelektronen parallel ausgerichtet sind (Triplett-Zustand). Im elektronisch angeregten Zustand sind die Elektronenspins antiparallel ausgerichtet und kompensieren sich (Singulett-Zustand). Solcher SingulettSauerstoff ist sehr reaktionsfähig und reagiert mit vielen organischen Verbindungen unter Entstehung von Hydroperoxiden und Peroxiden. Dieser SingulettSauerstoff wäre – entsprechende langwierige Forschungen stehen dazu aber noch aus – das eigentliche Tumor-Medikament, denn er wäre in der Lage, die Krebszelle von innen zu zerstören – und nur die, weil nur hier die tumorspezifische DNA anzutreffen ist. Mindestens 6000 Äquivalente Sauerstoff-Radikale pro entsprechender DNA-Vorlage produziert dieses Reaktions-Kit. Diese hochspezifische, von DNA beziehungsweise RNA kontrollierte Reaktion ist bisher das einzige photokatalytische System, das in lebenden Zellen funktioniert, ohne sie dabei zu zerstören.

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signobjekte auf Molekülebene) und konnten anschliessend mittels Rasterkraftmikroskopie die Ergebnisse verfolgen.» Die Boehringer Ingelheim Stiftung interessiert sich natürlich mehr für die medizinisch relevanten Aspekte von Mokhirs Forschung. Sie möchte mit ihrem Perspektiven-Programm herausragenden Nachwuchsgruppenleitern in Medizin, Biologie und Chemie die Möglichkeit geben, das eigenständige Forschungsprofil weiterzuentwickeln und die Berufbarkeit zu erlangen.

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firmenberichte

K Ö T TE R M A N N A G

Komplettlösungen für das Labor schaffen zufriedene Kunden Innovative Technik «made in Germany» in Kombination mit hochwertigem Design, allerhöchsten Sicherheitsstandards und effizienter Dienstleistung sind die traditionellen Stärken des niedersächsischen Labormöbelherstellers Köttermann. Davon liess sich auch die Philochem AG, eine Biotechfirma mit Sitz in Otelfingen (Schweiz) und Tochter der italienischen Philogen S. p. A., überzeugen. Leicht hatte man sich die Entscheidung über die Ausführung des geplanten Ausbaus im bestehen-

den Firmengebäude – Gesamtwert über drei Millionen Franken – nicht gemacht. Nach langer Suche nach einem geeigneten Generalunternehmer und Architekten fand im Frühjahr 2010 ein erstes Gespräch mit der Firma Crenova Renovationen AG statt. Wei-

tere Gespräche mit dem Bauherrenberater, dem Architekten, den Ingenieuren und Vertretern der Bauherrschaft folgten. Dann stand fest: Die Laboreinrichtung mit einem Auftragswert von 270 000 Franken wurde – von der Projektierung bis zur Schlüsselübergabe – komplett in die Hände von Köttermann gelegt. Als Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Philogen-Gruppe hat sich die Philochem AG zum Ziel gesetzt, innovative neue Moleküle zur Behandlung von Angiogeneseabhängigen Krankheiten (z. B. Krebs oder Arthritis) zu entwickeln. Seit April 2011 arbeiten nun 20 hoch qualifizierte Mitarbeiter in einem 1000 m2 grossen Gebäudeteil, den Köttermann mit qualitativ hochwertigen Labormöbeln ausgestattet hat.

Gute Planung ermöglicht auch die Erfüllung besonderer Wünsche

Das neue Labor der Philochem AG wurde komplett von Köttermann eingerichtet.

Detailansicht des Philochem-Labors mit Laborabzug.

Detailansicht des Philochem-Labors mit Spüleinheit.

Eine ausführliche Bedarfsanalyse vor der Einrichtung schafft Klarheit über die besonderen Anforderungen im neuen Labor. Die Aufgabenstellung des Labors, der zur Verfügung stehende Platz, die vorhandene Medienversorgung und das Budget sind wichtige Eckdaten in der Planung. So hat sich gezeigt, dass aufgrund des speziellen Forschungsschwerpunkts im Fall von Philochem verhältnismässig wenige Medien zum Einsatz kommen. Anders sieht es bei Abzügen und Sicherheitstechnik aus – beides Bereiche, in denen Köttermann seit Jahren Massstäbe setzt. Schon vor Einführung der neuen Normen für Abzüge waren die Laborabzüge nicht nur sicherer als Abzüge alter Bauart. Beim Ausbruchsverhalten im sogenannten Robustheitstest haben sie sogar


firmenberichte

Spitzenwerte erreicht – dreimal besser als die deutsche BGChemie es fordert. Zur Einrichtung von Laborarbeitsplätzen gehören als Kernelement auch Arbeitstische, an denen vielfältige Aufgaben erledigt werden. Im neuen Philochem-Labor wurden vor allem Mittel- und Wandtische benötigt. Tischplatten stehen je nach Anwendungsfall in verschiedenen Materialien zur Verfügung. Wegen der Forderung nach hoher Chemikalienresistenz wurden bei Philochem in den Laborräumen ausschliesslich Tischplatten aus Glas eingesetzt. Für den Einsatz in gewissen Instrumentenräumen entschied man sich für Melaminabdeckungen. Diese Flexibilität und vieles mehr haben den Auftraggeber äusserst zufriedengestellt. Auf die Frage, warum die Entscheidung für Köttermann fiel, antwortete Frau Dr. Manuela Kaspar von Philochem AG: «Viele Aspekte kamen da zusammen. Natürlich gefallen uns neben der zweckmässigen Einrichtung auch das schöne Design und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehr beeindruckt waren wir von der ausgezeichneten Beratung und der ausgesprochen guten Interaktion mit den Fachplanern. Während der gesamten Planungs- und Umsetzungsphase stand uns unser Ansprechpartner bei Köttermann sehr kompetent zur Seite. Es ist von grossem Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben, denn das ermöglicht kurze Entscheidungswege. Unsere Erfahrungen mit Köttermann waren diesbezüglich und insgesamt sehr gut. Wir sind rundum zufrieden und werden Köttermann gerne weiter empfehlen.»

Zufriedene Kunden sind der Motor für gute Leistung Auch für Köttermann war die Zusammenarbeit mit Philochem ein Erfolgserlebnis. «Die Investition in ein Labor ist immer auch eine Entscheidung für die Zukunft. Und Zukunft braucht Sicherheit. Ein Labor arbeitet nur dann effizient und wirt-

schaftlich, wenn Laboreinrichtung, Sicherheitstechnik, Service und Wartung optimal aufeinander abgestimmt sind», so Bruno Lang, Leiter der Schweizer Vertriebsgesellschaft von Köttermann. «Deshalb ist das Prinzip ‹Einer für alles› für uns die Maxime. Bis zur Inbetriebnahme steht unseren Kunden ein kompetentes Team von Spezialisten aus den Bereichen Planung, Projektierung, Fertigung und Montage bis hin zur termingerechten Übergabe des betriebsbereiten Labors zur Verfügung. Und auch danach sind unsere qualifizierten Mitarbeiter und ein

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umfassender Service jederzeit für unsere Kunden da.» Köttermann ist als mittelständisches Unternehmen in zwölf Ländern Europas mit eigenen Gesellschaften aktiv, in weiteren Ländern wird das Unternehmen durch langjährige Partner vertreten. Köttermann AG CH-8625 Gossau Bruno Lang, Leiter Vertriebsgesellschaft Telefon 044 936 18 09 systemlabor.ch@koettermann.com www.koettermann.com

Köttermann – mit Sicherheit ressourcenschonend. Köttermann ist Ihr innovativer Partner für Komplettlösungen im Labor. Denn Köttermann setzt nicht nur Maßstäbe in Sachen Service und Sicherheit, wir sind auch Vorreiter bei der betrieblichen Umweltpolitik. Europaweit ist Köttermann das erste nach DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagement) zertifizierte Unternehmen der Branche. Das schont die Ressourcen und optimiert die Herstellungswege, was Köttermann zu einem ebenso flexiblen wie leistungsstarken Partner macht. Das Systemlabor von Köttermann – mit Sicherheit sicher, mit Sicherheit ressourcenschonend.

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GLASKELLER BASEL AG

Kontinuierliche Betriebsweise im Labor: der Kaskadenreaktor Andreas Stubbe; GlasKeller Basel AG

I

n den Labors werden typische Anwendungen, z. B. Synthesereaktionen oder Kristallisationen in kleinen und kleinsten Rührkesseln, üblicherweise Glasreaktoren, im Batch-Betrieb durchgeführt. Apparatetechnisch sind die Anforderungen relativ einfach zu erfüllen, da die Edukte in den Reaktionsbehälter gegeben sind, eine zeitliche Komponente oder ein Temperaturgradient abgewartet und der Inhalt am Ende entnommen wird. Als Zwischenschritt zur kontinuierlichen Reaktionsführung kann die halbkontinuierliche Arbeitsweise, z. B. durch permanentes Zutropfen eines Reaktionspartners, betrachtet werden. Hierbei nimmt jedoch das Füllvolumen des Reaktors über die Zeit permanent zu, das Verhalten ist instationär. Apparatetechnisch nimmt der Regelaufwand zu, die Dosierrate soll konstant gehalten werden, ebenso muss ein Überfüllen des Reaktors verhindert werden. Bei den beiden erwähnten Betriebsarten kann der Reaktions- oder Kristallisationsverlauf über die Zeit bestimmt werden. Bei der kontinuierlichen Betriebsweise werden in den Rührkessel die Edukte laufend zugeführt, die Produkte permanent abgezogen. Die Füllmenge des Reaktors bleibt über den Zyklus konstant. Die entscheidenden Parameter sind hier die Verweilzeit und die Durchmischung. Durch geeignete Rührvorrichtung und -organe wird eine intensive (ideale) Durchmischung erreicht. Damit hat der Austragsstrom die gleiche Zusammensetzung wie der Reaktorinhalt, die Einheit ist in einem homogenen stationären Zustand. Die Einstellung der Verweilzeit folgt im Zusammenhang mit dem stationären Reaktionsvolumen und der Dosierrate der einzelnen Komponenten. Besondere Anforderungen an die Durchmischung werden bei mehrphasigen Gemischen, wie sie z. B. bei Suspensionen auftreten, gestellt. Hierbei müssen über den Eintrag von Rühr- oder Durchmischungsenergie Dichteunterschiede und Separierungsneigungen unterdrückt werden. Wird die kontinuierliche Reaktion aus vielfältigen Gründen abschnittsweise durchge-

führt, kommt der mehrstufige Kaskadenreaktor zum Einsatz. Dieser ermöglicht, auf die jeweilige Reaktionskinetik in einem kontinuierlich Verfahren einzugehen. Die einzelnen Reaktorstufen ermöglichen unterschiedliche Temperaturniveaus, Verweilzeiten und die angepasste (Nach-)Dosierung des Eduktes. Die Aussagen zur kontinuierlichen Betriebsweise betrifft jede einzelne Stufe. Im Gegensatz zu den Batch-Versuchen, bei denen üblicherweise ein einfaches Reaktorvolumen umgesetzt wird, wird bei der kontinuierlichen Fahrweise ein Vielfaches dieses Volumens umgesetzt. Diese Mengen müssen bereitgestellt, gehandelt und auch dosiert werden. Dabei müssen mehrere Sachverhalte berücksichtigt werden: Anfahrvorgang: In einer Kaskade liegt in jedem Reaktor ein eigener stationärer Zustand vor. Dieser ist beim Anfahrvorgang jedoch nicht gegeben, die jeweiligen Gleichgewichte müssen sich erst einstellen. Üblicherweise wird davon ausgegangen, dass nach dem 3- bis 5-fachen Durchlauf des Gesamtvolumens dieser Zustand erreicht wird. Wird in der Versuchsphase die Reaktion abgebrochen, werden die entsprechenden Reaktorinhalte separat aufgefangen und können, wenn es der Reaktionsverlauf zulässt, entsprechend dem Konzentrationsprofil in

der jeweiligen Stufe wieder eingesetzt werden. 24-h-Betrieb im stationären Zustand: Bei im Verhältnis zum Reaktionsvolumen kleinen Durchflussmengen sowie bei Versuchen zum Langzeitverhalten wird die normale Tagesarbeitszeit nicht ausreichen, um den Versuch abzuschliessen. Es muss gewähreistet sein, dass die Anlage 24 h oder über einen noch längeren Zeitraum durch Schichtpersonal betreut oder mittels eines Prozessleitsystems (PLS) geregelt und überwacht wird. Wichtig ist, dass bei Einsatz eines PLS Sicherheitskriterien festgelegt und die relevanten Parameter bestimmt sind. Weiter können Hilfsmittel, wie z. B. Tropfwächter der Firma Aquasant Messtechnik AG, integriert werden, welche zur Überwachung des aussen liegenden Bereichs der Kaskade eingesetzt werden. Prozessleitsystem: Ein Prozessleitsystem bietet mehrere Vorteile. Gerade bei Anforderungen, wie bei hoher Qualität die Versuchsabläufe zu reproduzieren, ein hohes Datenaufkommen zu erfassen und zu verwalten und Regelfunktionen auszuführen wird der Einsatz zum Muss. Das Laborpersonal wird vom Routinebetrieb entlastet und die Personalressourcen werden geschont. Die Versuchsanlage kann so weit automatisiert werden, dass mit den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen und Parametern die Anlage auch übers Wochenende ohne Personal vor Ort betrieben werden kann. Für den Einsatz im Laborbereich muss das System möglichst flexibel gehalten werden. Gewünscht ist ein System, wie es z. B. die Firma HiTecZang mit dem Lab-Manager bietet, welches die Änderung von Parametern, Sensoren und Handeingriffen durch das geschulte Personal zulässt.

Konstruktive Besonderheiten

Schema Kaskadenreaktor mit Überlauf. (Bild: GlasKeller)

Kristallisation/Suspension: Um sicherzustellen, dass die Konzentrationen in jedem Raumsegment des Reaktionsvolumens eines Reaktionsabschnittes konstant sind, muss sichergestellt sein, dass die Verteilung des Feststoffes gleichmässig ist. Hierzu muss ein ausreichender Energieeintrag gewährleistet sein. Möglichkeiten sind intensives Durchmischen durch geeignete Rührorgane, Rüh-


firmenberichte

rerdrehzahl und/oder die Umwälzung über eine Bypass-Leitung und eine zusätzliche Pumpe. Besonderes Augenmerk ist auf den gewünschten Habitus des Feststoffes zu legen, die gewählten Mittel zur Durchmischung können einen zerkleinernden Einfluss auf die Partikel haben. Kritisch kann auch der Transfer zwischen den einzelnen Stufen der Kaskade werden. Sind die Flüsse und Fliessgeschwindigkeiten klein, was im Laborbereich üblich ist, kann in der Transferleitung bleibende Sedimentation auftreten. Eine Möglichkeit ist, den Transfer gepulst über ein Magnetventil, aus einer Bypass-Kreislaufleitung heraus, auszuführen. Darf die Suspension beim Transfer in der Leitung nicht abkühlen, können temperierbare, doppelwandig ausgeführte Glasbauteile oder beheizbare Leitungen verwendet werden.

Konstante Füllstände

Eine Reaktorkaskade ist eine Verknüpfung mehrerer miteinander kommunizierender Gefässe. Im stationären Zustand sollte die Mengenbilanz der Feed-Ströme und der Produktströme aufgehen. Die Füllstände der einzelnen Reaktoren sind konstant und bei gegebenem Fluss die Verweilzeiten jeweils bekannt. Technisch lassen sich diese Bedingungen unterschiedlich realisieren. Überlauf: Das Reaktionsgefäss besitzt einen seitlichen Überlauf, welche bei einem fixen Füllvolumen angebracht ist. Mittels eines weiterführenden Rohres wird der nächste Kaskadenreaktor, welcher unterhalb des Überlaufniveaus seinen Zulauf haben muss, mit diesem verbunden. Nachteile: Das fixe Volumen kann insbesondere bei der Optimierung stören und diesen Reaktor nicht mehr universell einsetzbar macht. Der Querschnitt des Überlaufrohres ist im Verhältnis zur Flussrate gross, es sind geringe Strömungsgeschwindigkeiten zu erwarten. Die erforderliche Bauhöhe für eine mehrstufige Kaskade ist gross. Vorteile: einfache Regelung, geringer Aufwand. Syphon: Durch den flexiblen Schwanenhals mit grossem Querschnitt am Bodenauslauf des Reaktors besteht eine grosse Sedimentationsgefahr durch die ebenfalls geringe Strömungsgeschwindigkeit. Die erforderliche Bauhöhe für eine mehrstufige Kaskade ist gross. Vorteil: einfache und flexible Einstellung des gewünschten Volumens durch Verstellen der Überlaufhöhe des barometrischen Austrags. Niveauregulierung: Durch den Einsatz von Niveausonden und Regelgeräten für den

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Firma HiTecZang. Hier wird über rotierende Kammern ein fixes Volumen pro Puls zudosiert. Die Kammergrössen werden entsprechend der gewünschten Dosierrate gewählt, die Dosierrate ist über die Steuereinheit und Vergleichsversuchen kalibrierbar. Pumpen: Pumpen sind von Fall zu Fall zu definieren. Unsere Empfehlung liegt auf Peristaltikpumpen, da diese feststoffschonend dosieren. In manchen AnMusterzug für Transferleitung. Kaskaden-Doppelwand-Reaktor wendungen stört die 250 ml DN 60 mit Torion-Ventilen. (Bild: GlasKeller) (Bild: GlasKeller) Pulsation oder der Temperaturbereich der Schläuche ist nicht ausLabor- und Miniplant-Bereich, z. B. kapaziti- reichend. Auch müssen die Betriebsdauer ve Messonden der Firma Aquasant Mess- und die chemische Beständigkeit der eingetechnik AG, in Kombination mit Ventilen setzten Schläuche kontrolliert werden. lassen sich die gewünschten Volumen und Musterzug: Neben dem Musterzug mittels Verweilzeiten flexibel einstellen. Mit Auf-/ Spritze und Septum für kleine Mengen beZu-Ventilen kann pulsweise eine grössere steht die Möglichkeit des Musterzugs im Strömungsgeschwindigkeit beim Transfer Transferrohr. Die abgebildete Konstruktion erzielt werden. Mit Proportionalventilen las- erlaubt durch das manuelle Drehen des sen sich gleichmässige Flüsse erzielen. In Rohrabschnittes das Befüllen der MusterflaKombination mit Pumpen lässt sich die sche, welche über ein Gewinde leicht ausBauhöhe der Kaskade minimieren. Möglich tauschbar befestigt ist. Im Vakuumeinsatz ist der Einsatz über den Bodenablauf, seitli- muss hier eine Vakuumschleuse verwendet chen Überlauf, als auch über Tauchrohre. werden. Nachteile: hoher Regelaufwand und finanzi- Druckausgleich: Sind die Kaskadenreaktoeller Aufwand. ren nicht atmosphärisch offen, muss über alle Kaskadenreaktoren der Druckausgleich gewährleistet werden. Sonderfälle wie gePeriphere Einrichtungen Waageregelung: Heutige Waageregelungen wollte unterschiedliche Druckverhältnisse lassen das Dosieren grosser Feed-Mengen sind hiervon unberücksichtigt. auch im Labor zu. Mit dem System UNIDOS der Firma HiTecZang lässt sich die Steue- Modularer Aufbau rung und Regelung der Menge pro Zeit ab Die GlasKeller Basel AG bietet neben der Waage, z. B. schwerkraftgerieben durch das Konstruktion und Produktion von Reaktoren Ansteuern eines Magnetventils oder einer und peripheren Glasbauteilen auch die LiefePumpe, reproduzierbar lösen. Diese Einhei- rung kompletter Kaskadeneinheiten für den ten erlauben durch das temporäre Einfrieren Labor- und Miniplant-Einsatz nach Kundender Dosierrate das automatische Nachfüllen wunsch an. Neben den genannten Systemder Vorlage über eine Ergänzungsvorlage, Lieferanten binden wir auch gerne die vom welche eine beliebige Grösse aufweisen Kunden bevorzugten Hersteller mit ein. kann. Diese Einheiten erlauben sowohl das Wegdosieren ab Waage, als auch das zudosieren auf die Waage, sodass auch eine EntGlasKeller Basel AG nahmeregelung durchgeführt werden kann. CH-4002 Basel Feststoffdosierung: Ist das kontinuierliche Telefon 061 386 87 00 Zudosieren eines Feststoffes gefordert, gibt info@glaskeller.ch es für rieselfähige Substrate den Solidos der www.glaskeller.ch


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Zwei Kernkompetenzen, ein Ziel Beschilderungsprojekte verlangen nach Kompetenz und Erfahrung in Theorie und Praxis. Als Spezialisten für die Kennzeichnung verfahrenstechnischer Anlagen deckt die CSF Wunderle GmbH mit ihrem Knowhow die gesamte Prozesskette ab: die Analyse des Kennzeichnungsbedarfes, die Dokumentation der Beschilderung, die fachgerechte Montage. Weil Ganzheitlichkeit häufig eine wichtige Voraussetzung für ein funktionierendes Beschilderungskonzept ist, gehört die Sicherheitskennzeichnung ebenfalls zum Portfolio. Auch in dieser zweiten Kernkompetenz des Unternehmens sind alle Mitarbeiter auf dem neusten Stand der Technik. Die CSF Wunderle GmbH liefert auf Wunsch ein individuelles Rundum-Paket: vom Fluchtwegkonzept über die Materiallieferung bis hin zur Montage. Alles aus einer Hand.

Erst reden, dann sparen Wer von vorneherein die richtigen Entscheidungen bei Planung und Ausführung trifft, kann auf mittlere Sicht viel Geld sparen. Reden Sie deshalb rechtzeitig mit uns, bevor Sie eine Beschilderung in Gebäuden und Anlagen in Angriff nehmen. Unverbindlich und kostenlos.

Sicherheitskennzeichnung.

Montage der Rohrkennzeichnung. CSF Wunderle GmbH Geschäftsführer: Marco Wunderle CH-8200 Schaffhausen Telefon +41 52 643 46 65 info@csfwunderle.com www.csfwunderle.com Rufen Sie uns an oder besuchen Sie uns auf der SICHERHEIT 2011. (Zürich, 15.–18. 11. 2011) Halle 6, Stand 175


produkte

Hygienischer Edelstahl-Aktuator in Schutzklasse IP69K

> Mit seiner glatten Oberfläche aus rostfreiem Stahl und Schutzlasse IP69K eignet sich der ServoTube Hygienic Aktuator ideal für den Einsatz in der Food-, Getränke-, Verpackungs- und Pharmaindustrie und für jede Art von Umgebung, in der Schmutz und korrosive Reinigungschemikalien die Verwendung herkömmlicher Aktuatoren ausschliessen. Die Robustheit und mechanische Einfachheit dieses Aktuators bringen markante Kosteneinsparungen beim Einsatz in steriler Umgebung. Das glatte Gehäuse aus rostfreiem Stahl verhindert die Festsetzung von Schmutz und erleichtert die umweltschonende Hochdruckwaschtechnik, welche weniger Wasser und Reinigungsmittel benötigt als die typische Niederdruckschlauchreinigung. Zudem ist die Hochdruckwaschtechnik schneller und einfacher durchzuführen. Der Servo Tube Hygienic Aktuator sorgt mit dem integrierten Linearmotor (Direktantrieb) für höchsten Durchsatz bei Ein- oder Mehrfachpositionierungen in Applikationen wie Schneiden, Abfüllen, Pressen, Stapeln und Zuführen. Je nach Anwendung wird entweder die Magnetstange oder der Motorblock (Forcer) bewegt. Geschützt und integriert im Edelstahlgehäuse befinden sich auch die Gleitführung und ein Linearencoder mit 10 µm Auflösung, welcher eine Wiederholgenauigkeit von 25 µm erreicht. Der Motor generiert mit Wasserkühlung eine Dauerkraft von 460 N und eine Spitzenkraft von 1860 N.

Parkem AG MotionControl CH-5405 Baden-Dättwil Telefon +41 (0)56 493 38 83 info@parkem.ch www.parkem.ch

DUNKELKAMMER

CHEMIE PLUS 10-2011

«Für die Pharmasynthese – non-GMP»

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> Die regulatorischen Anforderungen in der pharmazeutischen Industrie nehmen ständig zu. Für ein professionelles und erfolgreiches Arbeiten ist es notwendig, den Ursprung und die Spezifikationen aller eingesetzten Rohstoffe im Herstellprozess von pharmazeutischen Wirkstoffen zurückverfolgen zu können. Aus diesem Grund haben wir die Produktlinie «Für die Pharmasynthese – non-GMP» entwickelt, die nicht nur Produkte, sondern auch die volle Dokumentation dazu bereitstellt. Zu jedem Produkt des derzeit nahezu 100 Artikel umfassenden Portfolios gibt es ein Qualifizierungsdossier. Das Qualifizierungsdossier fasst in kompakter und übersichtlicher Form Informationen wie Produktspezifikation, Syntheseprinzip, Produktionsstandort, CCA, Aussagen zu eventuellen Verunreinigungen sowie weitere relevante Zertifikate zusammen. Anfragen an: VWR Chemiespezialist Herr Yves Schwarz, Telefon 078 609 27 36, yves.schwarz@ch.vwr.com.

VWR International AG CH-8953 Dietikon Telefon 044 745 13 13 info@ch.vwr.com http://ch.vwr.com

DURAN® GLS 80 WEitHALSGLASfLAScHE iN BRAUN Sicherer Lichtschutz und hoher Komfort: • UV-Schutz bis 500 nm • Bequemes Entnehmen und Befüllen durch große, weite Öffnung • Komfortable Handhabung durch Schnellverschluss • Lange Haltbarkeit und hohe chemische Resistenz • Bewährte DURAN® Eigenschaften

www.duran-group.com ihr Kontakt in der Schweiz: ScHOtt Schweiz AG St. Josefen-Strasse 20 9001 St. Gallen tel. +41 (0) 71 274 42 14 fax +41 (0) 71 274 42 43 E-mail: renata.di-stefano@schott.com


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produkte

Neuer Katalog zu Pumpen und Systemen für das Labor

> Erweitert und durch neue Produkte ergänzt hat KNF Lab, die Laborsparte von KNF Neuberger AG, seinen Katalog zu Pumpen und Systemen für das Labor. Wer Vakuum oder Druck benötigt, wird hier ebenso fündig wie Anwender, die neutrale, korrosive oder aggressive Gase oder Flüssigkeiten fördern möchten. Das Angebot reicht von Vakuumpumpen und Kompressoren über Förder- und Dosierpumpen bis hin zu Vakuumsystemen (Einzel- und Mehrplatzsysteme). Der in Deutsch und Englisch aufgelegte Katalog präsentiert das umfangreiche Produktprogramm übersichtlich, detailliert und mit allen wichtigen technischen Daten. Ausführungen zu Technik und Service runden den Inhalt ab. KNF Neuberger AG entwickelt, produziert und vertreibt Membranpumpen seit über 40 Jahren. Seine Laboraktivitäten hat das weltweit tätige Unternehmen in die Laborsparte KNF Lab überführt. KNF Neuberger AG Pumpen für Gase und Flüssigkeiten CH-8362 Balterswil Telefon 071 971 14 85 knf@knf.ch www.knf.ch

Die Laborgerätebörse präsentiert sich in einem neuen Design – www.labexchange.com

> Wir sind stolz, Ihnen unsere komplett neu strukturierte Webseite mit zahlreichen neuen Funktionalitäten präsentieren zu dürfen: Neben dem modernen Layout lässt sich die Webseite aufgrund enormer Umstrukturierungen, zusätzlicher Funktionalitäten und detaillierterer Informationen komfortabler und direkter navigieren. Bei der Gestaltung unserer neuen Webseite haben wir zudem versucht, Ihnen die Wege so kurz wie möglich zu halten. Mit nur einem Mausklick können Sie nun beispielsweise jede Produktgruppe direkt von der Startseite aus unmittelbar erreichen. Um Ihnen noch mehr Informationen zu bieten, haben wir ausserdem ein Ampelsystem eingeführt. Durch die Vergabe der unterschiedlichen Farben – grün, gelb und rot – können Sie somit sofort die Verfügbarkeit und die damit verbundene Lieferdauer eines Gerätes erkennen. Ebenfalls haben wir auf den einzelnen Seiten Ihre direkten Ansprechpartner abgebildet. Sie haben somit die Möglichkeit, sich bei auftretenden Fragen an die entsprechende Person zu wenden. Ihr Anliegen wird von unserem Team so schnell wie möglich bearbeitet. Laborgerätebörse GmbH D-72393 Burladingen Telefon +49 (0)7475-9514-19 Silvia.Wind@labexchange.com www.labexchange.com

Die Latte höher gelegt – für mehr Sicherheit

> Mit der Entwicklung des neuen Schutzoveralls MICROCHEM 5000 gelang es Microgard, ein innovatives Produkt zu kreieren, das das bisher gekannte Leistungsniveau von Schutzbekleidung übertrifft. Grundlage des Schutzoveralls ist ein hochleistungsfähiges Multi-Lagen-Material, welches leicht, stark und extrem haltbar ist. Zuverlässig bildet es eine schützende Barriere gegen Chemikalien, insbesondere gegen Ammoniak und Amine. Auch biologische Gefahren wie blutgebundene Erreger hält das Material zuverlässig ab. Die Detailverarbeitung war ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Das neue Doppel-Reissverschluss-Design ermöglicht ein einfacheres An- und Ablegen. Die antistatische Ausrüstung lässt den Einsatz in EX-Zonen zu. Bei schlechten Sichtverhältnissen ist die Signalfarbe Orange des Anzugs gut erkennbar. Insgesamt stehen sieben verschiedene MICROCHEM-5000Modelle zur Verfügung. Anwendung findet der Schutzoverall in der (Petro-) Chemie- und Ölindustrie, Landwirtschaft, Pharmazeutika sowie bei Abwasserkläranlagen und der Tankreinigung. Normen MICROCHEM 5000 im Überblick: ■ Typ 3 EN 14605 Flüssigkeitsdichte Schutzkleidung ■ Typ 4 EN 14605 Sprühdichte Schutzkleidung ■ Typ 5 EN ISO 13982-1(& 2) Schutzkleidung gegen feste Partikel ■ EN 14126 Barriere gegen Infektionserreger ■ EN 1073-2 Barriere gegen radioaktive Partikel, Klasse 1 ■ EN 1149-1 Antistatisch Microgard Deutschland GmbH D-51377 Leverkusen Telefon +49 (0)214 86926-0 leverkusen@microgard.de www.microgard.de

Mucon-Manschettenventile in Pharma- und Lebensmittelausführung

> Für hygienische Anwendungen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie ist das Muconventil Typ KD entwickelt worden. Erhältlich ist das Ventil mit Handbetätigung sowie mit Antrieb per Elektromotor oder Luftmotor. Die Manschette lässt sich beim K-Ventil ohne Werkzeuge aus- und einbauen. Zudem kann das Ventil mittels Schnellverschluss-Spannring am Flansch befestigt und wieder entfernt werden. Dank diesen Eigenschaften ist die Reinigung des Ventils komfortabel durchzuführen. Da die Manschette aus einem Stück gefertigt ist und keine Klebestellen aufweist, ist eine Produktkontamination nach der Reinigung ausgeschlossen. Das Ventil wird dort eingesetzt, wo der Durchfluss von Schüttgütern reguliert oder unterbrochen werden soll. So zum Beispiel an Silo-Ausläufen oder in senkrechten Rohrleitungen, sowie an Containern und Behältern aller Art. Speziell geeignet ist das Ventil für Abfüllvorgänge, da ein genaues Dosieren durch langsames Öffnen und Schliessen des Ventils möglich ist.

Paliwoda AG CH-8703 Erlenbach Telefon 044 910 50 05 info@paliwoda.ch www.paliwoda.ch


produkte

2K-Flanschdichtung HD von Parker-Prädifa setzt neue Massstäbe

> Lang anhaltende Dichtwirkung, ausgezeichnete Verschleissbeständigkeit, komplette Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Werkstoffe und leichte Montage: Diese Vorzüge zeichnen die neuen Rohrflanschdichtungen von Parker aus. Entwickelt wurden sie speziell für den Einsatz in Bereichen, in denen Hygiene und Sauberkeit oberstes Gebot sind, zum Beispiel in der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie. Mit ihrem zum Patent angemeldeten Design erfüllen die neu entwickelten 2K-Flanschdichtungen HD die hohen qualitativen und technischen Anforderungen beim Einsatz in hygienisch kritischen Prozessanlagen und Rohrleitungssystemen in besonderem Masse. So verhindert die nahezu 100-prozentige (± 0,2 mm) Bündigkeit der Dichtung an der Anschlussstelle Toträume mit der Gefahr eines Medieneinschlusses, der das Wachstum von Mikroorganismen und die daraus resultierende Kontaminierung des Systems begünstigen würde. Zudem trägt die bündige Konstruktion dazu bei, eine Erosion des Elastomerwerkstoffs zu vermeiden, dessen Eintrag in den Prozessstrom ebenfalls zu Verunreinigungen führen könnte. Hergestellt werden die 2K-Flanschdichtungen HD aus dem Hochleistungskunststoff Ultrason P (PPSU) mit ausgezeichneter Chemikalienbeständigkeit in scharfen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und einem Elastomer-Formteil, das in verschiedenen EPDM-, NBR-, VQM- und FKM-Werkstoffen ausgeführt werden kann. Die 2K-Flanschdichtung HD besitzt die internationale ASME Bio Processing Equipment (BPE)-Zertifizierung und Werkstoff-Zulassungen nach USP Class VI, FDA und NSF. Parker Hannifin Europe Sàrl Sales Company Switzerland CH-1163 Etoy Telefon 021 821 87 00 karin.spalteholz@parker.com www.parker.com

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Quadrupol GCMS-QP2010 Ultra: Höchste Leistung in seiner Klasse

> Shimadzu hat mit dem neuen Quadrupol GCMS-QP2010 Ultra das leistungsstärkste System seiner Klasse vorgestellt. Das System bietet eine äusserst schnelle Datenerfassung bei einer fünfmal höheren Empfindlichkeit, verglichen mit den Vorgängermodellen. Neben der verbesserten Produktivität bei Hochgeschwindigkeitsanalysen, eignet sich das GCMSQP2010 Ultra auch für die Comprehensive Chromatographie (GC × GC), die eine ultrahohe Trennung erzielt. Der Quadrupol ist das erste umweltfreundliche GC/MS-System, es reduziert den Energie- und Trägergasverbrauch. Die neue Chrom-Square-Software für die Comprehensive Chro-

matographie ermöglicht an jedem Punkt des Analyseprozesses detaillierte Einblicke. Die GC/MS-Systeme werden in zahlreichen Anwendungen für die Spurenanalytik eingesetzt. Hierzu zählen Umweltapplikationen, Nahrungsmittel und Chemie, einschliesslich der Qualitätskontrolle sowie Forschung und Entwicklung bei pharmazeutischen Produkten. GC/MS-Systeme wurden in den letzten Jahren zum Standard in Labors, die mögliche gefährliche Verbindungen in Nahrungsmitteln und Umwelt analysieren. Aber auch im Gesundheitswesen, in Sicherheit und bei der Diagnose von Krankheiten (zum Beispiel in der Metabolom-Forschung) sowie funktioneller Lebensmittel (Functional Food) werden sie angewendet. Um diese Probleme zu lösen, steigt der Bedarf an GC/MS-Systemen mit höherem Durchsatz und verbesserter Produktivität. Shimadzu Schweiz GmbH CH-4153 Reinach Telefon 061 717 93 33 info@shimadzu.ch www.shimadzu.ch

Keiner wie Greiner Fortschritt beginnt im Labor: www.huberlab.ch Huber ist Ihr Exklusivpartner für das gesamte Sortiment von Greiner Bio-One – weltweit führend im Bereich Life Science.


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produkte

Neues Bauteilkennzeichen SIL

> SIL steht für «Safety-Integrity-Level» und ist eine internationale Norm zur Beurteilung der funktionalen Sicherheit von elektronischen Systemen. Sie wird Schritt für Schritt europaweit verpflichtend eingeführt und basiert auf Kesselausrüstungsvorschriften. Es gibt vier Stufen, nach denen das Risiko im Falle einer Fehlfunktion eines Gerätes eingestuft wird. Je mehr Gefahr ein Fehler im System auslösen würde, desto höher ist der geforderte SIL-Level (von 1 bis 4). Für die meisten Kesselarten wird SIL 2 gefordert. Die Wasserstandbegrenzer (NW) und Hochwasserstandsicherungen (HW) von Gestra wurden europaweit als erste SIL-zertifiziert. Sowohl die Niveau-Elektroden NRG 1x-50 (NW) und NRG 1x-51 (HW) als auch die Niveau-Schalter NRS 1-50 (NW) und NRS 1-51 (HW) entsprechen der strengen Sicherheitsvorschrift SIL 3. Sie wurden konsequent nach dem international vergleichbaren Standard IEC 61508 entwickelt und gefertigt. André Ramseyer AG CH-3175 Flamatt Telefon +41 (0)31 744 00 00 info@ramseyer.ch www.ramseyer.ch

Die neuen Lauda-Kataloge sind verfügbar

> Lauda ist weltweit führender Hersteller von innovativen Temperiergeräten und -anlagen für Forschung, Anwendungstechnik und Produktion sowie von hochwertigen Messgeräten. Durch die über 50-jährige Erfahrung und das einzigartige Produktprogramm vom kompakten Laborthermostaten über industrielle Umlaufkühler bis zum kundenspezifisch projektierten Heiz- und Kühlsystem mit über 400 Kilowatt Kälteleistung gewährleistet Lauda seinen mehr als 10 000 Kunden weltweit als einziges Unternehmen die optimale Temperatur über die gesamte Wertschöpfungskette.

Nun sind die neuen Lauda-Kataloge verfügbar: «Der grosse Lauda» ist der Gesamtkatalog über alle Thermostate, Umlaufkühler und Wasserbäder. Im Gesamtkatalog befinden sich neu alle Informationen zu der Lauda-ECO-Linie mit natürlichen Kältemitteln, sowie der neuen Lauda Integral XT 550 und XT 550 W. ■ «Zubehör» ist der Katalog mit Informationen zum gesamten Zubehör zu den Thermostaten und Umlaufkühlern. ■ «Heiz- und Kühlsysteme» für industrielle Anwendungen. Dieser Katalog richtet sich an Prozessverantwortliche und enthält wertvolle Informationen zum Heizen, Kühlen und Tiefkühlen von – 150 bis 400 ºC in der Produktion. Die IG Instrumenten-Gesellschaft AG ist seit mehr als 30 Jahren Schweizer Vertreter der Firma Lauda und bietet nebst professioneller Produktberatung auch das ganze Spektrum des Kundenservicedienstes wie Wartung und Reparatur. ■

IG Instrumenten-Gesellschaft AG CH-8045 Zürich Telefon 044 456 33 33 igz@igz.ch, www.igz.ch

Autonomer Funk-Datenlogger LOG-HC2-RC

> Die autonomen Funk-Datenlogger von Rotronic eignen sich für verschiedenste Feuchte- und Temperatur-Überwachungsaufgaben. Die Funkübertragung erspart dem User Verdrahtungskosten, und die gewünschten Daten können aus schwer zugänglichen Stellen schnell und einfach erfasst werden. Dank der Kombination von Funkübertragung und Datenlogger, wird grösstmögliche Ausfallsicherheit gewährleistet. Die Daten werden mittels aktiver Nahfunk-Tags über die Funkfrequenz 433MHz gesendet. Der Datenempfang erfolgt über einen USB-Dongle und ist je nach Umgebung bis zu 100 Meter weit möglich. Die Installation der Auslesesoftware erfolgt durch die sich selbst installierende Software. Um Datensicherheit zu garantieren, besitzt jedes Gerät einen Access Code (PIN) zur Aktivierung. Beim Auslesen der Geräte können sowohl Einzel- als auch Gruppenfreischaltungen vorgenommen werden. Bis zu 100 Geräte sind via Software gleichzeitig konfigurier- und abrufbar. Dieautonomen Funk-Datenlogger LOG-HC2-RC eignen sich für verschiedenste Überwachungsaufgaben in Industrie und Wissenschaft. Rotronic AG Schweiz CH-8303 Bassersdorf Telefon 044 838 11 11 info@rotronic.ch www.rotronic.ch

Im Rundversuch getestete Polymer-Referenz-Materialien

> Die Königsklasse der Molmassenstandards stellen die sogenannten Europäischen Referenz-Materialien (ERM) der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin dar. Diese ERM sind im Rundversuch untersuchte Polymere (round robin tested). Die Tests wurden von der BAM koordiniert und von ausgewählten Laboratorien unter standardisierten Bedingungen durchgeführt. Neben der GPC/SEC erstrecken sich die Rundversuche auf die Viskositäts- und Lichtstreu-Untersuchungen. Damit sind die Molmassen-Ergebnisse dieser drei Methoden Labor- und Operator-unabhängig ermittelt. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet, neben den Mittelwerten werden auch die Messunsicherheiten sowie die Standardabweichung  aus den Rundversuchsergebnissen quantifiziert. Zusätzlich beinhaltet der Report auch die Ergebnisse aus NMR- und IR-Messungen. Die ERM werden mit einem ausführlichen Analysenreport, der alle Messergebnisse, Mess- und Randbedingungen des Rundversuchs enthält, geliefert. Die ERM sind für Polystyrol, Polymethylmethacrylat und Polyethylenoxid erhältlich. Mit dieser breiten Palette gut charakterisierter PolymerReferenz-Materialien haben Kunden – auch aus dem regulierten Umfeld – die Möglichkeit, robuste und verlässliche Messdaten zu erhalten. PSS Polymer Standards Service GmbH D-55120 Mainz Telefon +49 (0)6131-96239-0 info@polymer.de www.polymer.de


produkte

01dB-MetraVib, Lyon (F), neu mit Schweizer Vertretung

> Ab sofort wird die französische 01dB-MetraVib, welche zum Areva Konzern gehört, durch die Firma Tracomme AG exklusiv vertreten. Der weltbekannte Hersteller von DMA-Geräten (Dynamisch Mechanische Analyse) hat die bestehende Linie (Kraftbereich bis 450 N und Frequenz bis 10 000 Hz) um eine neue Ermüdungstest-Maschine für RisswachstumAnalyse ent-wickelt: DMA + 300, speziell entworfen und dimensioniert für Ermüdungsprüfungen an Elastomeren und Risswachstum in Gummimischungen. Bei letzteren wird durch die Initiierung eines Risses an einer Seite der Elastomer-Folienprobe mit einem optischen System die Ermüdung während eines frei definierten, zyklischen, dynamisch-mechanischen Tests beobachtet. DMA + 300 besteht aus einem Standgerät, thermischer Kammer von – 150 °C bis 600 °C, einem motorisierten Binokular und Datenerfassung mit der Software MULTITEST. Diese Konfiguration ermöglicht die Beobachtung und Auswertung von Risswachstum mit einer einzigartigen Genauigkeit. Tracomme AG CH-8134 Adliswil www.tracomme.ch tracomme@tracomme.ch

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Sicher verbunden: Verteiler mit ecolink-Technik

> Die Bedeutung einer sicheren Verbindungstechnik kann in modernen Automations- und Produktionsprozessen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Dies betrifft die Fabrikautomation und Hydraulik ebenso wie die Werkzeugmaschinenindustrie. ifm electronic setzt mit den neuen Verteilern in der ecolink-Technik neue Massstäbe bei der Zuverlässigkeit auch in anspruchsvollen Anwendungen und für spezielle Lösungen. Hochwertige Materialien und ausgereifte Technik garantieren so eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Durch den Einsatz der neuen ecolink-Technik werden Montagefehler vermieden. Ein integrierter, mechanischer Festanschlag schützt den O-Ring gegen Zerstörung. So ist eine Montage auch ohne teure Drehmomentwerkzeuge schnell und sicher möglich. Eine optimale Abdichtung ist dabei jederzeit gewährleistet. Die Verbindungstechnik entspricht der M12Norm (EN61076). Merkmale der robusten und sicheren Bauweise sind: ■ die Schutzart IP67, ■ vergoldete Kontakte, ■ Resistenz gegen Öle und Kühlschmiermittel, ■ Vibrations- und Schockfestigkeit. Die Spanne der zulässigen Umgebungstemperatur reicht von – 25 bis + 80 °C. ifm electronic ag CH-4624 Härkingen Telefon 0800 88 80 33 info.ch@ifm.com www.ifm.com/ch

17. - 21. Januar 2012

Halle 3.1, Stand C22

HILGE HYGIENEPUMPEN: LEISTUNGSTRÄGER IN EINEM SUPERTEAM. Überall da, wo es auf hygienisch sensible Pumpenanwendungen ankommt, können Sie auf das eingespielte Team der HILGE Prozesspumpen vertrauen. Effiziente Spielgestalter in Ihrem Produktionsablauf sind zum Beispiel die EHEDG zertifizierten Edelstahl-Kreiselpumpen der HILGE HYGIA Baureihe und die neue Edelstahl-Drehkolbenpumpe HILGE NOVAlobe. Hinzu kommt ein leistungsstarkes Sortiment für Ihre Sekundärprozesse der Wasserver- und entsorgung, Dosierung und Desinfektion. Ergänzt durch das Grundfos Industrial Solutions Pumpen-Vollsortiment für viele Anwendungen innerhalb der Getränke- und Lebensmittelindustrie. www.hilge.com

A Grundfos Company


produkte

> Innovative Technik für die Partikelcharakterisierung und Qualitätssicherung anwenderfreundlich zu gestalten, das ist die Kernkompetenz von Retsch Technology. Die Produktpalette für Geräte zur Partikelcharakterisierung deckt einen Grössenbereich von 0,3 nm bis 30 mm ab. Auf der Basis verschiedener Messtechniken können wichtige Analysen der Partikelgrösse und Partikelform in Suspensionen, Emul-sionen, kolloidalen Systemen, Pulvern, Granulaten und Schüttgütern durchgeführt werden. Dabei ist die digitale Bildverarbeitung eine der genauesten Messmethoden, wenn es um die Bestimmung von Partikelgrössen und -formen geht. Sie hat sich zunehmend neben der Siebung und der Laserbeugung etabliert und übertrifft deren Leistungsmöglichkeiten hinsichtlich Präzision, Reproduzierbarkeit und Informationsumfang im Grössenbereich von 1 µm bis 30 mm um ein Vielfaches. CAMSIZER und CAMSIZER XT basieren auf dem bewährten, patentierten 2-Kamera-Prinzip, wobei der CAMSIZER XT der Spezialist für feine, agglomerierende Pulver ist. Mehr als 500 CAMSIZER messen weltweit die Partikelgrössenverteilung frei rieselfähiger Materialien von 30 µm bis 30 mm. Die Optik und Probenzuführung des CAMSIZER ist dafür optimiert, relativ grosse Partikel mit guter Statistik zu erfassen, während der CAMSIZER XT für feinere Pulver entwickelt wurde. Dies betrifft sowohl die optischen Komponenten als auch die Dispergierung der Partikel. Das XFall-Modul des CAMSIZER XT entspricht vom Messaufbau dem CAMSIZER, allerdings mit einer oberen Messbereichsgrenze von 3 mm statt 30 mm.

IG Instrumenten-Gesellschaft AG CH-8045 Zürich Telefon 044 456 33 33 igz@igz.ch, www.igz.ch

Mini-Temperiersystem für das Labor

> Der Petite Fleur ist das kleinste dynamische Temperiersystem der Unistat-Reihe und ein Verkaufsschlager im Huber-Sortiment. Die Temperierung von kleineren Forschungsreaktoren zählt zu den häufigsten Anwendungen. Jetzt wurde die Gerätereihe um ein Modell für extern offene Anwendungen erweitert. Im Gegensatz zu konventionellen Bad- und Umwälzthermostaten, bei denen die Gefahr eines Überlaufens bzw. Leerlaufens besteht, werden beim neuen Petite Fleur-eo Niveauprobleme von vorne herein ausgeschlossen. Wie alle Unistate verfügen auch die Petite Fleur-Modelle über einzigartige thermodynamische Eigenschaften. Im direkten Vergleich zu anderen Geräten dieser Preisklasse haben die Systeme eine Alleinstellung, wenn es um höchste Temperiergeschwindigkeit geht. Diverse Fallstudien zeigen, dass selbst grössere Wettbewerbsmodelle mit mehr Nennleistung meist deutlich langsamer sind. Entsprechende Fallstudien mit Reaktorsystemen von 0,3 bis 6 Liter sind auf www.huber-online.com erhältlich. Alle Modelle sind äusserst platzsparend, einfach in der Handhabung und mit Arbeitstemperaturen von – 40 bis + 200 °C vielfältig einsetzbar. Bei voller Pumpenleistung stehen 480 W Kälteleistung zur Verfügung (gemäss DIN 12876). Wird die Pumpendrehzahl reduziert, kommen weitere 50 W Kälteleistung hinzu. Die Umwälzpumpe sorgt mit Förderleistungen bis 33 l/min für eine optimale Wärmeübertragung. Glasreaktoren werden dabei mit einem sanften Anlauf vor Beschädigungen geschützt und Viskositätsänderungen im Flüssigkeitskreislauf ausgeglichen. Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH D-77656 Offenburg Telefon +49 781 96030 info@huber-online.com, www.huber-online.com

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Durchflusskontrolle für Schüttgüter

> Das Schüttgutmesssystem C-Lever direct zeichnet sich durch höchste Messgenauigkeit aus, und dies auch bei unterschiedlichen Schüttdichten. Das Messprinzip basiert auf den Gesetzen der Zentripetalkraft. Das über einen speziellen Zulauf mit optimalem Aufgabepunkt zugeführte Schüttgut wird auf eine radial geformte Sensorfläche umgelenkt. Nach Newton tritt bei dieser radialen Bewegung neben der nach aussen gerichteten Zentrifugalkraft die auf den Mittelpunkt gerichtete, gleich grosse Zentripetalkraft als Gegenkraft auf, die das Schüttgut auf seiner Kreisbahn hält. Bei dieser optimalen Sensoranordnung des C-Lever entspricht die entgegengesetzte Kraft der Zentripetalkraft, die im absolut linearen Verhältnis zum Durchsatz steht und mittels eines speziellen Kraftsensors reibungskompensiert gemessen wird. Höchste Genauigkeiten bis zu 0,2 % werden auch bei unterschiedlichsten Eigenschaften des Schüttgutes erzielt. Paliwoda AG CH-8703 Erlenbach Telefon 044 910 50 05 info@paliwoda.ch www.paliwoda

Praktische StatistikKurse mit Excel! mit Übungen am PC bei den meisten Kursen

Retsch Technology, Spezialisten für Partikelmesstechnik

CHEMIE PLUS 10-2011

Technopharm 2011, Halle 5, Stand 5/167

Visualisierung von Labordaten mit Excel Stat. Analyse von Labordaten mit Excel Einführung in die Biostatistik mit Excel

25.–26.10.11 13.–14.12.11 15.–16.12.11

• Alle Methoden werden mit praxisorientierten Beispielen illustriert und direkt am PC geübt. • Kein mathematischer Formalismus. • Kursort: Basel. Les cours sont aussi disponibles en français.

Statist. Versuchsplanung & Optimierung am PC

Teil A: 8.–9.11.11: Grundbegriffe, Screening, Modellierung, faktorielle fraktionierte & Optimierungspläne, grafische Auswertung. Teil B: 6.–7.12.11: Optim. von mehreren Zielgrössen & von Mischverhältnissen, optimale Pläne, eigene spezifizierte Experimente.

Statistische Qualitäts- und Prozesskontrolle 5.12.11 Vertiefungskurs Kontrollkarten 9.12.11 Anal. der Stabilität und der Haltbark. von Prod. 22.–23.11.11 Analyse von Lebensdauerdaten 25.11.11 SIX SIGMA GREEN BELT 28.11.–2.12.11 Einführung in Data Mining 8.12.11 Data Mining mit CART-Entscheidungsbäumen 15.–16.11.11 Weitere Kurse sind auch verfügbar!

Für mehr Information:

AICOS Technologies AG, Efringerstrasse 32, CH-4057 Basel, Tel. 061 686 98 76, Fax 061 686 98 88, E-Mail: info@aicos.com www.aicos.com

Werten Sie Ihre Daten optimal aus!


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SCHWEIZERISCHER CHEMIEUND PHARMABERUFE VERBAND

Präsident Patrick Merkofer Breiten 5, CH-5082 Kaisten Mobile 079 688 08 91 E-Mail: praesident@cp-technologe.ch

Nächste Termine Familienausflug Sektion Oberwallis 15. Oktober 2011, 11 Uhr, Visp Anmeldung: oberwallis@cp-technologe.ch

Mitglied beim SCV Formular auf www.cp-technologe.ch oder Mail an info@cp-technologe.ch

Familienevent 2011 15. Oktober 2011 Besucherbergwerk Finstergrund Anmeldung: fricktal@cp-technologe.ch

Infostelle SCV Schweizerischer Chemie- und Pharmaberufe Verband Postfach 509, CH-4005 Basel Mobile 079 688 08 91 E-Mail: info@cp-technologe.ch PC 40-18140-5

Exkursion Metrohm 4. November 2011 Anreise ab Visp, Besichtigung in Herisau Anmeldung: oberwallis@cp-technologe.ch

Alle Adressen Zentralvorstand www.cp-technologe.ch Höhere Fachprüfung Chemietechnologe www.hfpc.ch Siegfried Ltd., Daniel Müller Untere Brühlstrasse 4 4800 Zofingen Telefon 062 746 19 77 E-Mail: weiterbildung@cp-technologe.ch

Klausur 5. November 2011 Hotel Krone, Inzlingen Anmeldung: Die Teilnehmer werden eingeladen. Weinseminar 11. November 2011, 19 Uhr Restaurant Griechische Taverne, Münchenstein Anmeldung: nordwestschweiz@cp-technologe.ch

Infoveranstaltung HFPC 16. November 2011, 14.30 Uhr Aprentas, Lachmattstrasse 81, Muttenz Keine Anmeldung erforderlich ZV-Sitzung 23. November 2011, 17 Uhr Liebrüti, Kaiseraugst Anmeldung: Die Teilnehmer werden eingeladen. Generalversammlung Sektion Oberwallis 13. Januar 2012, 18.30 Uhr Restaurant Sonne, Visp Anmeldung: oberwallis@cp-technologe.ch

Alle Termine

www.cp-technologe.ch


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Z E N T R A L V O R S TA N D

Von gefrorenen Leitungen und heissen Kontakten Der erste Feierabend-Event aus Sicht der Verbände.

S

ren. Unter blauem Himmel, zwischen Unmengen an Stickstoff und Sauerstoff, wurden alte Kontakte aufgefrischt, neue geknüpft und Visitenkarten und Ideen fleissig hin und her geschoben. In diesem Hinblick und in dieser Atmosphäre erstaunt es auch nicht, dass die Produktpalette von PanGas weit über Stickstoff und Sauerstoff hinaus reicht und innovative Produkte für die speziellsten und spezifischsten Anwendungen umfasst.

CV, Chemie plus und FLB haben geladen, reihenweise sind sie gekommen. Der erste Feierabend-Event bei PanGas war ein voller Erfolg! Zu sehen und bestaunen gab es vieles. Wer nicht alleine schon ob der schier unglaublichen Grösse der Sauerstoff- und Stickstofftanks begeistert war, war es spätestens nach den Gasexperimenten und der Besichtigung der technologischen Wunderwerke, welche die Aufsplittung der natürlichen Umgebungsluft in Stickstoff und Sauerstoff ermöglichen. Welche Mengen an tiefkalten Gasen tagtäglich durch die schneeweissen, weil mit Eis überzogenen, tiefkalten Leitungen gepumpt werden, lässt sich so nur erahnen. Innovation vom Kunden Die interessantesten Fragen stammten an diesem Abend von Lernenden und Personen, welche ihre berufliche Grundbildung gerade erst hinter sich hatten. Woher kommen die Ideen für neue Gasgemische? Oder, wer entwickelt diese? Übergeordnet kann darüber eine Aussage gemacht werden: Es braucht den Kontakt zwischen Lieferant und Kunde, sprich eine Anforderung und jemanden,

Pierre Nicollier, bei PanGas für Marketing & Verkauf zuständig, beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

der diese Anforderung umsetzen kann. Genauso verlief auch der Abend: Konstruktiv, innovativ und im ständigen Austausch aller Teilnehmer und Organisato-

Wir bedanken uns! Wir bedanken uns bei PanGas und unseren eingangs erwähnten Partnern, welche die Idee des Feierabend Events aufgenommen und gemeinsam mit uns zu einem spannenden und perfekt organisierten Anlass umgesetzt haben. Weitere Eindrücke des Abends und viel Wissenswertes ist auch an anderer Stelle in diesem Heft zu finden. Wir wünschen viel Spass beim Lesen. Weitere Feierabend-Events sind in Planung und werden mit Sicherheit durchgeführt werden. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen. Zu PanGas «Kompetent, rasch, freundlich» ist die

Gas interessiert: Eine von drei Teilgruppen verfolgt die Referate im Seminarraum. (Bilder: Jürg Rykart)


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Kompetenzzentren, Fachmärkten und Lieferstellen in der ganzen Schweiz gewährleistet PanGas schnelle und zuverlässige Gaslieferungen und Dienstleistungen. Die besichtigte, neue Luftzerlegungsanlage in Muttenz bei Basel wurde am 20. Mai 2011 eingeweiht. In dieser Anlage trennt ein physikalisches Trennverfahren die Luft in ihre einzelnen Komponenten und produziert so die hochreinen Gase Stickstoff, Sauerstoff Patrick Merkofer und Argon. Präsident SCV

. . . einige frappierende Eigenschaften der PanGas-Produkte.

Gas in «Hochform»: Trennsäule der neuen Luftzerlegungsanlage der PanGas in Muttenz. Devise von PanGas. Als Tochter der weltweit führenden Linde Group gilt PanGas als wegweisendes Unternehmen im Gassegment. Die Firma ist ein innovativer Produzent und Lieferant von technischen und medizinischen Gasen sowie Spezialgasen. Neue Massstäbe zu setzen und individuelle Konzepte für jedes Kundenbedürfnis bereitzustellen, sind die Aufgaben von PanGas. Mit

Gas schafft «Partylaune»: Trockeneis macht Getränke nicht nur kühler, sondern auch spritziger.

Gas überrascht: Mit verschiedenen Experimenten demonstrierte Marcel Soder, Technischer Kundenservice Schweissen & Schneiden, . . .

Gas führt zusammen: Begrüssung der Gäste im Hof der PanGas in Muttenz.


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SCHWEIZERISCHER CHEMIEUND PHARMABERUFE VERBAND

Publireportage

Bewährt und gefragt: Produktionsfachleute mit Weiterbildung Dipl. Chemietechnologe/-in HFP Sie sind versierte Praktikerinnen und Praktiker und zeichnen sich gleichzeitig durch hohes Fachwissen in Chemie, Biologie und Technik aus. Sie verstehen mit verschiedenen Menschen umzugehen. Als ideales Bindeglied zwischen dem Betriebsleiter und den Mitarbeitenden tragen sie wesentlich zu einem reibungslosen Produktionsablauf bei. Die Rede ist von diplomierten Chemietechnologinnen und -technologen, die ihre Weiterbildung mit der Höheren Fachprüfung (HFP) erfolgreich abgeschlossen haben. Der berufsbegleitende Lehrgang dauert zweieinhalb Jahre. In 16 Modulen mit insgesamt rund 750 Lektionen erwerben und vertiefen die Studierenden Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen. Dazu gehören unter anderem Chemie, Prozesstechnik, betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Qualitäts- und Umweltmanagement, Projektmanagement und Mitarbeiterführung. Die Teilnehmenden lernen, Prozesse bewusster zu analysieren und gezielter zu steuern.

retischen Grundbildung auf. Sie sprechen die Sprache der Betriebsmitarbeitenden, sind aber dank ihrem erweiterten Wissen in Chemie, Biologie und Technik auch in der Lage, mit dem Betriebsleiter auf Fachebene zielführend zu kommunizieren. Weiterbildung bei aprentas Gemeinsam mit dem SCV – Schweizerischer Chemieund Pharmaberufe Verband – bietet der Ausbildungsverbund aprentas als einzige Institution eine Weiterbildung an, welche die Teilnehmenden auf die Höhere Fachprüfung als dipl. Chemietechnologe/-in vorberei-

Vorteile für beide Seiten Von dieser anspruchsvollen, vielseitigen und praxisnahen Weiterbildung profitieren nicht nur die Arbeitgeber. Auch für die Absolventinnen und Absolventen ist sie sehr attraktiv, da sie ihnen neue berufliche und persönliche Chancen erschliesst. Sie können mehr Verantwortung übernehmen, Mitarbeitende führen und/oder als Fachexperten in verschiedenen Projekten mitwirken. Andere mögliche Einsatzgebiete sind Gesundheitsschutz oder Qualitätsmanagement. Die Absolventinnen und Absolventen können auch eine eher administrative Richtung einschlagen und sich zum Beispiel auf die Produktionsplanung spezialisieren. Das Methodenportfolio für Managementaufgaben befähigt sie zudem, selbstständig Projekte zu leiten. All dies sind gute Gründe dafür, dass diplomierte Chemietechnologinnen und -technologen auf dem Arbeitsmarkt gut positioniert und in der Industrie sehr gefragt sind – unabhängig von der Grösse des Betriebs.

tet. 2003 starteten die ersten 16 Chemikanten mit dem Lehrgang. Seither hat aprentas diese Weiterbildung, die schon zu vielen erfolgreichen Abschlüssen geführt hat, jedes Jahr angeboten und die Unterrichtsmodule jeweils zur grossen Zufriedenheit der Studierenden durchgeführt. Im August 2011 beginnt der nächste Lehrgang; eine frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich, da die Platzzahl beschränkt ist.

Voraussetzungen Die Voraussetzung für die eidgenössisch anerkannte Höhere Fachprüfung für diplomierte Chemietechnologen/-innen ist eine abgeschlossene Lehre als Chemikant/-in bzw. Chemie- und Pharmatechnologe/-technologin EFZ oder eine gleichwertige Ausbildung. Diplomierte Chemietechnologinnen und -technologen bauen somit auf einer soliden praktischen und theo-

Informationen zur Weiterbildung zum eidg. dipl. Chemietechnologen HFP/ zur eidg. dipl. Chemietechnologin HFP finden Sie unter http://www.hfpc.ch. Anmeldeformulare zu einzelnen Modulen oder zum gesamten Lehrgang finden Sie unter http://www.aprentas.com/hfpc


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SCHWEIZERISCHER CHEMIEUND PHARMABERUFE VERBAND

S E K T I O N F R I C K TA L

Familienevent 2011 Wir freuen uns, euch zum traditionellen Familienevent der Sektion Fricktal einzuladen. Wann? Samstag, 15. Oktober 2011 Besichtigung des Besucherbergwerks Finstergrund Eine Attraktion besonderer Art nordöstlich des Belchengebiets ist das Schaubergwerk Finstergrund. Es liegt oberhalb der Ortschaft Wieden. Hier hat man schon im 16. Jahrhundert Silberbergbau

betrieben. Er wurde jedoch im 18. Jahrhundert wieder eingestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg flammte der Bergbau nochmals auf, als man die wirtschaftliche Bedeutung der hiesigen Flussspatvorkommen erkannte. Bis 1974 blieb das Bergwerk in Betrieb. www.finstergrund.de Programm Besammlung/Apéro im Bergwerkstüble Besichtigung des Besucherbergwerks Finstergrund Abschlusshock im Gasthof Sennhütte in Schwand

Was kostet mich der Spass? Mitglieder Sektion Fricktal und deren Partner CHF 10.–, Kinder gratis Mitglieder anderer Sektionen CHF 15.– Nichtmitglieder CHF 20.–

Jetzt anmelden bei: Daniel Gibson D.Gipsy@t-online.de oder bei Dieter Brunner dieter.brunner@dsm.com

NORDWESTSCHWEIZ

Weinkurs und Weindegustation (Kurs 3) Nach den beiden sehr erfolgreichen und beliebten Weinkursen bietet unser Weinexperte Felice Bertolami einen weiteren Wein-Event an. Dieser Event baut auf den vorgängigen Kursen auf. Wichtige Kursinhalte aus den ersten Kursen werden aber wiederholt. Somit kommen auch Kursneulinge zu allen wichtigen Informationen. Es werden drei australische und je ein französischer, italienischer und spanischer Wein degustiert. Zudem wird zum Apéro ein Spumante und zum Dessert ein Dessertwein kredenzt. Des Weiteren sind im Preis Apéro-Häppchen, griechische Antipasti während der Degustation, ein Hauptgang (Lammfilet mit Beilagen und Gemüse) und Dessert inbegriffen.

Teilnehmerzahl: max. 20 Personen Massgebend ist das Anmeldedatum (Der Anlass wird bei mindestens 14 Anmeldungen durchgeführt.) Anmeldefrist: Freitag, 1. November 2011

Anmeldetalon Weinkurs und Weindegustation (Kurs 3) Name, Vorname: Strasse: Wohnort: E-Mail:

Datum: Zeit: Ort:

Kosten:

Freitag, 11. November 2011 19.00 bis ca. 22.00 Uhr Restaurant «Griechische Taverne» im Weinstübli, Hauptstrasse 31 4142 Münchenstein Unkostenbeitrag für Weine und Essen Mitglieder Fr. 80.– Nichtmitglieder Fr. 100.–

Besuchen Sie unsere neu gestaltete Homepage!

Anzahl Personen: Unterschrift:

Anmeldetalon einsenden an: Felice Bertolami, Postfach 131, 4132 Muttenz 1 oder per E-Mail: felice.bertolami@gmx.ch

www.chemieplus.ch


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SCHWEIZERISCHER CHEMIEUND PHARMABERUFE VERBAND

OBERWALLIS

Einladung zum Familientag 2011 Zum diesjährigen Familienfest SCV Sektion Oberwallis möchten wir alle Berufskolleginnen und Berufskollegen mit ihren Familien recht herzlich einladen. Datum: Samstag, 15. Oktober 2011 Ort: Forsthaus Alba (an der Strasse Visp–Bürchen) Zeit: ab 11 Uhr Anmeldungen werden bis Freitag, 7. Oktober 2011, entgegengenommen von: Orlando Juon, orlando.juon@lonza.com, Telefon intern 027 948 57 80 Melanie Andenmatten, melanie.andenmatten@lonza.com Telefon intern 027 948 71 88 oder 079 579 88 30 Der Anlass findet bei jeder Witterung statt. Für die kostenlose Verköstigung ist wie jedes Jahr der Vorstand zuständig. Forsthaus Alba (an der Strasse Visp–Bürchen). Bild Rolf Schläpfer

Der Vorstand

Mit freundlichen Grüssen

OBERWALLIS

CPT-Lernende 1. Lehrjahr 2011–2014 Am 2. August 2011 konnten acht Jugendliche und drei Erwachsene die Ausbildung zum Chemie- und Pharmatechnologen bei der Lonza AG in Visp beginnen. Die SCV-Sektion Oberwallis wünscht allen Auszubildenden eine interessante und erfolgreiche Ausbildungszeit, viel Mut, Zuversicht und vor allem die nötige Ausdauer auf diesem neuen Lebensabschnitt.

Erwachsene

Josip Pavlovic

Silvan Ritz

Kurt Salzmann

Florian Schmidt

Fabian Venetz

Robin Wasmer

Florian Burgener

Fabienne Burgener

Sandro Imhof

Richard Lehner

Martinho Rafael Santos

Jugendliche


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FACHVERBAND LABORBERUFE

Fachverband Laborberufe FLB Postfach 2269 8022 Zürich Ihr Ansprechpartner für die Berufe Chemie-, Biologie- und Textillaborant/-in Wir vertreten für unsere Mitglieder die Interessen in beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belangen.

Laborpersonalverband Bern, Postfach 3001 Bern

Zentralvorstand/Sektionen

Verbandsbüro/Administration

CHARLOTTE ROTHENBÜHLER Co-Präsidium Zentralvorstand Sektion Bern Laborpersonalverband Bern LVB Postfach 7055, 3001 Bern Telefon 031 301 77 92 lvb@laborberufe.ch

Fachverband Laborberufe FLB Verbandssekretariat Postfach 2269 8022 Zürich Telefon 043 244 71 89 (Simone Schärer) Brigitte Kamber Kassierin Wachterweg 3 8057 Zürich Telefon 044 362 31 77 kassier@laborberufe.ch

OLIVER SCHEIDEGGER Sektion Luzern Lerchenbühlhöhe 9 6045 Meggen Telefon 041 349 21 25 Oliver.Scheidegger@hotmail.com

Oliver Scheidegger Webmaster Lerchenbühlhöhe 9 6045 Meggen Telefon 041 349 21 25 Telefon 041 455 83 34 Oliver.Scheidegger@hotmail.com

HANSJÖRG SCHINDLER Sektion Schaffhausen Wettegasse 9a D-79771 Klettgau Telefon 044 823 43 85 hansjuergen.schindler@empa.ch SIMONE SCHÄRER Co-Präsidium Zentralvorstand Sektion Zürich Zürcher Laborpersonalverband ZLV Unt. Schwandstrasse 67 8805 Richterswil Telefon 043 244 71 89 zlv@laborberufe.ch

Charlotte Rothenbühler Redaktorin «Chemie plus» Obere Lindenstrasse 8 3176 Neuenegg Telefon 031 301 77 92 Natel 077 419 34 47 charlotte.rothenbuehler@bluewin.ch

Informationen zum Verband, zu den Sektionen, zur Berufswahl, zur Berufsund Weiterbildung sowie ein Anmeldeformular und vieles mehr im Internet! www.laborberufe.ch

ZENTRALVORSTAND

Interview mit Viviane Loosli, Fachhochschule Freiburg Als Erstes herzlichen Dank an Viviane Loosli, die sich spontan für ein Interview bereit erklärt hat. Einen lieben Dank auch an Frau Bongard, sie hat mir das Gespräch vermittelt. Viviane Loosli hat ein Jahr ihrer Ausbildung als Laborantin EFZ, Fachrichtung Chemie, absolviert und ist immer noch voller Begeisterung für den Beruf. Naturwissenschaft und Technik werden miteinander verbunden, zudem ist exaktes Arbeiten und logisches Denken gefragt: das alles kann Viviane Loosli in ihrem Laboralltag einsetzen. Das Interesse und die Freude zur Chemie hatte sie schon in ihrer frühen Kindheit mitbekommen. Ihr Grossvater ist Chemiker und hat ihr schon früh einiges erklärt. Das war jeweils ein grosses Stau-

nen für Viviane Loosli, wenn sich weisse Schokolade blau verfärbte oder farblose Lösungen durch kurzes Schütteln farbig wurde. Die genauen Kenntnisse über all die Reaktionen und Vorgänge waren aber damals für sie noch nicht definierbar. Sie freute sich stets auf neue Experimente und wurde zunehmend neugieriger auf die genauen Abläufe und die Hintergründe der Reaktionen. Sie merkte bald: Chemie ist extrem vielfältig und eine spannende Angelegenheit. Somit war ihr Wunschberuf schnell er-

sichtlich, es sollte Laborantin EFZ Fachrichtung Chemie sein. Während der obligatorischen Schulzeit gehörten nebst den Naturwissenschaften die Mathematik und die Sprachen zu ihren Lieblingsfächern. Sie bewarb sich bei der Fachhochschule Ingenieur und Architektur in Freiburg und erhielt die Zusage für einen Ausbildungsplatz. An der Fachhochschule in Freiburg werden jährlich fünf Jugendliche zum Laboranten/zur Laborantin EFZ der Fachrichtung Chemie ausgebildet.


FACHVERBAND LABORBERUFE

Viviane Loosli bewarb sich unter anderem wegen der Zweisprachigkeit an der Fachhochschule Freiburg. Sie ist zweisprachig aufgewachsen, mit ihrer Mutter spricht Viviane Loosli französisch, mit ihrem Vater deutsch. Die obligatorische Schule absolvierte sie in deutscher Sprache. Sie ist bestrebt, beide Sprachen stets perfekt anwenden zu können. Täglich freut sich Viviane Loosli an den neu erworbenen Erkenntnissen, die ihr Basiswissen erweitern und ihr die Zusammenhänge der chemischen Reaktionen ersichtlich machen. Vermittelt wird dies im Lehrlabor der Fachhochschule Freiburg und an der Berufsschule. Die Ausbildung bietet ihr die Möglichkeit, die einst favorisierten Fächer der Grundschule im Berufsalltag anzuwenden. Sie kann die erworbenen Englischkenntnisse einsetzen, benötigt die Mathematik für die Berechnungen, und natürlich ist es ihr sehr wichtig, all die Reaktionen der allgemeinen, organischen und analytischen Chemie zu verstehen. Das erste und zweite Modul der ÜK’s hat Viviane Loosli in Freiburg besucht. Für eine Teilnahme in Bern war es zu spät. Aufgrund des späteren Beginns der Kurse im Kanton Freiburg konnte sie an diesen Kursen, die in französischer Sprache geführt werden, teilnehmen. Die folgenden Kurse jedoch will sie in Bern besuchen. Die Berufsschule besucht sie bereits in Bern, dies vorwiegend wegen der Sprache. Sie will ihre deutschen Sprachkenntnisse nicht verlieren und allzeit auf dem aktuellen Stand der beiden Sprachen bleiben. An ihrem Ausbildungsort hatte sie die Möglichkeit, den Berufsschulort zu wählen. Das war auch der Grund dafür, dass sie sich bei der Fachhochschule Freiburg um eine Lehrstelle bewarb. Im Lehrlabor wird nur französisch gesprochen. So hat Viviane Loosli einen guten Mix der beiden Sprachen. Gleichzeitig zur Lehre absolviert sie die BM in Bern. Mit der Berufsschulklasse untersuchte Viviane Loosli eine Woche lang die Lebensräume (Luft, Wasser, Erde) von Varazze in Italien. Dort stellten sie an einem Morgen auch den Farbstoff Indigo her. Die Möglichkeit, selber etwas zu färben, erklärt Viviane Looslis blauen Labormantel. Der Kanton Freiburg bietet die ÜK’s und eine Chemieklasse an der Berufsfach-

Viviane Loosli hat ein Jahr ihrer Ausbildung als Laborantin EFZ, Fachrichtung Chemie, bereits absolviert.

schule an. Jedes Jahr sind es 15 bis 20 Laboranten-Lehrlinge. Der Kanton Freiburg verfügt über drei Berufsfachschulen (Dualsystem). Mit 8531 lernenden Personen in der Grundausbildung bieten diese in 180 eidgenössisch anerkannten Berufen eine Berufsschulbildung an. 30 überbetriebliche Kurskommissionen organisieren die ÜK’s. Zudem gibt es im Kanton Freiburg vier Hochschulen, die Teile der Fachhochschule der Westschweiz sind. Die Fachhochschule für Technik und Architektur (Gründungsjahr 1896) und die Hochschule für Wirtschaft sind administrativ der Volkswirtschaft zugeteilt. Die Fachhochschule für Technik und Architektur Freiburg ist Teil der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) und ist die grösste Fachhochschule der Schweiz. Insgesamt gibt es acht Fachhochschulen in der Schweiz, wovon eine privat organisiert ist. Viviane Loosli bevorzugt im Labor die Synthese-Arbeiten. Bereits für die Vorbereitungen müssen zeitliche und materielle Dispositionen getroffen werden. Ein wichtiger Faktor sind auch die Berechnungen. So können die Grundkenntnisse sinnvoll angewendet und vernetzt werden. Arbeiten, die Viviane Loosli weniger zusagen, gibt es für sie nicht. Jede Arbeit ergibt neue Erkenntnisse und neue Erfahrungen. Die Ausbildung an der Fachhochschule Freiburg wird ausschliesslich in den Lehrlabors durchgeführt. So haben Lernende stets genügend Zeit für die Laborarbeiten und evtl. Wiederholungen.

Der grosse Vorteil ist dabei, dass ihnen alles detailliert erklärt wird und die Ausbildner genügend Zeit für Erklärungen haben. Die gelernte Theorie der Berufsschule kann somit stets an praktischen Beispielen im Lehrlabor geübt werden. Viviane Loosli sieht daher die Ausbildung an der Fachhochschule als einen kleinen Nachteil an, man erlebt die Beziehung zur wirklichen Arbeitswelt weniger. Ab und zu findet ein monatlicher Austausch mit Firmenlabors statt. Unter anderem erfahren die Lernenden, dass dort gelegentlich unter Zeitdruck zu arbeiten ist. Die Berufspläne von Viviane Loosli sind schon recht konkret. Das Fachgebiet der Medikamentenforschung ist ihr favorisiertes Ziel. Sie will anschliessend an die Lehre ein Studium in dieser Richtung an der Fachhochschule aufnehmen. Das gibt ihr die Möglichkeit, weiterhin vorwiegend im Bereich der Synthese und der organische Chemie zu bleiben. Die Hobbys von Viviane Loosli sind Schwimmen und Lesen. Während der Ausbildung müssen aber Freizeitbeschäftigungen etwas reduziert werden. Regelmässig spielt Viviane Loosli Unihockey. Dies erfordert wöchentliche Trainingseinheiten. Viviane Loosli erhält das «Chemie plus» und kann sich dadurch schon während der Ausbildung mit verschiedenen Gebieten der Chemie auseinandersetzen. Die Tätikeiten des Berufsverbands sind ihr nicht in den Details bekannt, und momentan hat sie diesbezüglich keine Fragen. Mit dem Lebensmotiv «Gib niemals auf» wird Viviane Loosli stets ihr Ziel erreichen. Wir danken Viviane Loosli herzlich für das interessante, lebhafte Gespräch. Mit ihrem starken Willen, das zu erreichen, was ihr im Berufsalltag Freude macht, dem grossen Interesse an ihrer Arbeit, der Naturwissenschaft, insbesondere der Chemie, der Mathematik und den Sprachen, stehen Viviane Loosli viele Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Wir wünschen ihr weiterhin viel Freude bei der Ausbildung und später bei ihrem Studium. Freudig gestimmt – aufgrund der optimistischen Lebenseinstellung, die Viviane Loosli vermittelte – begab ich mich auf den Weg zum Bahnhof. Charlotte Rothenbühler

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FACHVERBAND LABORBERUFE

LABORPERSONAL-VERBAND BERN

Besuch der überbetrieblichen Kurse für Laboranten/Laborantinnen EFZ Am Vormittag, 26. August 2011, besuchte ich die Lernenden der Fachrichtung Biologie. Anfangs August hatte ihre Ausbildung begonnen. Seit drei Wochen besuchen sie den überbetrieblichen Kurs im aprentas Lehrlabor an der Seftigenstrasse in Bern. Die ersten wichtigsten Grundkenntnisse werden im ÜK 1 und 2 erworben. Herr Tschanz, Ausbildner der Fachrichtung Biologie, vermittelt den Lernenden die Theorie, welche jeweils für die anschliessenden praktischen Arbeiten im Labor notwendig ist. An diesem Morgen waren pH-Messungen, pH-Skala und Pufferlösungen im Programm. Was ist die Bedeutung einer Pufferlösung und was deren Funktionsprinzip? Wo wird sie angewendet? In der Biologie denkt man als Erstes an die Zellen. An Hand einer Kurve wurde die Wirkung bildlich dargestellt und erklärt. Anschliessend mussten die Lernenden die benötigte Substanzmenge berechnen, die abgewogen werden muss, um die gewünschte Konzentration der selbst hergestellten Pufferlösung zu erhalten. Einige wichtige Details zum pH-Messgerät, zu der täglichen Justierung wie der Handhabung und der Wartung der Elektrode wurden erläutert. Hingewiesen wurde auch auf die Wichtigkeit einer genauen und gut lesbaren Protokollführung. Im Gespräch mit den Lernenden merkte man bald, dass sie begeistert sind vom Kurs. Es bereitet ihnen Freude, das neu

erlernte Wissen anschliessend im Labor umzusetzen. Geschätzt wird, dass bei Fragen oder Unsicherheiten Herr Tschanz stets zur Stelle ist. An der Wand hängen von jedem Lernenden je ein A4-Blatt mit Namen, Wohnort und den Hobbys. Dies stammt wohl aus der Vorstellungsrunde vom ersten Tag.

zu unmöglich, 20 Lernende alleine im Auge zu haben. In den Wartezeiten zwischen einzelnen Reaktionen wird das Protokoll geschrieben. Auch hier war ein Gespräch mit den Lernenden sehr erfreulich. Es ist interessant, man lernt viel, und das gute Team spornt an. Gegenseitiges helfen unter den Lernenden ist selbstverständlich.

Am Nachmittag besuchte ich die Lernenden der Fachrichtung Chemie. Der Kurs wird an der Uni Bern an der Freienstrasse durchgeführt. Die Lernenden sind an ihren ersten Syntheseversuchen und reinigen ihre Produkte durch Umkristallisieren. Sie arbeiten engagiert und warten mit viel Spannung und Hoffnung auf ein erfolgreiches Resultat. Aber alles braucht Übung und Erfahrung. Die Lernenden sind ja erst seit drei Wochen im Labor. Frau Huber, Ausbildnerin der Fachrichtung Chemie, war gefordert. Mal gab es Probleme, weil die Kristallisation nicht erfolgte, oder das Produkt vom Kolben konnte nicht auf die Nutsche gebracht werden. Wieso sind die Kristalle nicht wie erwartet weiss geworden? Frau Huber stand stets helfend zur Seite. Mit gezielten Fragen von Frau Huber werden die Lernenden gleichzeitig zum Denken angeregt. Solche Denkanstösse sind wichtig und lehrreich. Frau Huber wird jeweils von einem Ausbildner aus Muttenz unterstützt. Momentan ist dies Herr Artico. Es ist nahe-

In beiden Kursen war die Feuerwehrübung auf grosse Begeisterung gestossen. Die Theorie kann überall eingesetzt werden. Dass anschliessend alle selber einen Brand löschen konnten, war sehr beeindruckend für die Lernenden. Man merkt, es hat den Lernenden Spass gemacht. Beide Kurse verliess ich mit vielen positiven Eindrücken. Das Engagement und die Begeisterung der Lernenden mitzubekommen hat mich gefreut. Nebst den fachlichen Kompetenzen wird den Lernenden auch die Lernfreude vermittelt. Das spürt man in den beiden Kursen gut. Nicht einmal die grosse Hitze hat sie gestört. Die Freude in einem gut geführten Team, die Grundkenntnisse zu erlernen, finden die Lernenden genial. An dieser Stelle dankt der Laborpersonal-Verband Bern den Hauptverantwortlichen, Frau Huber und Herrn Tschanz, herzlich. Ein Dankeschön auch an die Ausbildner aus Muttenz, die Frau Huber jeweils unterstützen. Charlotte Rothenbühler

Fachverband für Laborberufe Postfach 2269 – 8022 Zürich

Laborant/-in EFZ Ausbildungsbeginn im August 2011 Der Fachverband für Laborberufe wünscht allen Lernenden einen guten Start für die Ausbildung. Wir freuen uns, dass Sie den Beruf Laborant/-in EFZ gewählt haben.


FACHVERBAND LABORBERUFE

Blick in den Demoraum.

ZENTRALVORSTAND

Hausmesse der Ryf AG, Grenchen Anlässlich der Hausmesse der Ryf AG vom 8. bis 10. September 2011 gab es interessante Präsentationen und Vorführungen. Der Fachverband für Laborberufe, Sektion Bern, bedankt sich herzlichst bei der Firma Ryf AG dafür, dass auch wir teilnehmen konnten. Besten Dank auch für den netten Empfang und Aufenthalt. Ein besonderer Dank gilt Herrn Hans Ryf, der sich Zeit nahm, mir alles ausführlich über die Mikroskopie von heute zu zeigen und zu erklären und danach den ebenso interessanten Rundgang durchführte. Dabei erfuhr ich einiges zur Gründung und der Geschichte der Ryf AG. 1965 wurde die Einzelhandelsfirma von Herrn Bernhard Ryf an der Solothurnstrasse in Grenchen gegründet. Bereits

Die Fahrzeugflotte der Ryf AG.

1972 waren Erweiterungen der Verkaufsräume, und des Lagers nötig. In dieser Zeit wurden spezifische Mikroskopbeleuchtungen für Stereomikroskope entwickelt und auf den Markt gebracht. Durch indirektes, weiches Licht entstanden viel weniger Reflexe auf Metallobjekten, und man konnte auf diese Weise ergonomische und technische Vorteile für den Langzeiteinsatz der Stereomikroskope realisieren (Beispiel Uhrenindustrie). 1975 übernahm Hans Ryf die Geschäftsleitung und baute das Unternehmen kontinuierlich aus. Aus Platzgründen wurde erneut ein Umzug nötig. Es sollte nicht der letzte sein. 1994 fand der Um-

zug an den heutigen Standort statt. Quantitatives und qualitatives Wachstum gehört zur Devise von Ryf AG. 1999 trat Herr Daniel Ryf in das Unternehmen ein und führt dieses in zweiter Generation weiter. Ein weiterer Meilenstein erfolgte im Jahr 2001: Die Ryf AG wird für ihre innovativen Leistungen mit dem Solothurner Unternehmerpreis ausgezeichnet. Die Jury zeichnete die Firma Ryf AG als Beispiel und Vorbild dafür aus, wie es einem gewerblich strukturierten Betrieb möglich ist, sich in Nischen weltweit erfolgreich zu profilieren. Ryf AG hat sich vom Handelsbetrieb zum Experten in Fragen der Mikroskopie

Ideale Kombination: hochwertiges Mikroskop, Kamerasystem, Messrechner und passende Software.

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FACHVERBAND LABORBERUFE

entwickelt. Bei individuellen Kundenproblemen wird nach kreativen Lösungen gesucht, die von der Ryf AG selber realisiert werden. Im Jahre 2003 wird das traditionsreiche Löwen-Haus erworben und für die Firma umgebaut. Im zweiten Obergeschoss wurde der heutige Demoraum eingerichtet. Dieser bietet genug Platz für über hundert betriebsbereite Systeme in den Bereichen Mikroskopie und Messtechnik, mitsamt den zugehörigen Bilddokumentationssystemen, Spezialbeleuchtungen und Zubehör. Die Kaffeebar bietet den Rahmen für anregende Fachdiskussionen oder für die notwendigen Entspannungspausen der Mitarbeiter. Im früheren Demoraum entstanden Büros. Im ehemaligen Weinkeller sind schön sortiert die über tausend Ersatzteile, welche alle im System aufgelistet sind. Was findet der Kunde bei Ryf AG: ■ Mikroskope aller Art ■ Spezifische Mikroskopbeleuchtungen ■ Optische Messsysteme ■ CNC-Messmaschinen ■ Mikroskope für Schulung/Ausbildung ■ Digitale und analoge Kamerasysteme ■ Software ■ Eigenes Zubehör ■ Alle notwendigen Serviceleistungen/ Schulung Mikroskope für die Industrie Komplettsysteme für die Qualitätssicherung, das heisst Stereomikroskope und Materialmikroskope, die bis zu komplexen Mess- und Prüfsystemen ausbaubar sind. Mikroskope für Biologie, Medizin und Forschung Diese stammen von renommierten weltweit bekannten Herstellern wie Nikon, Olympus usw. Mikroskope für Schulen und Ausbildung Die Ryf Ausbildungsmikroskope können genau auf die Wünsche der Kunden abgestimmt werden, dies dank der Eigenmarke Ryf Ryeco. Einige Stichworte zur Beleuchtung sind: HF-Fluoreszenzlampen, individuell konfektionierte Fiberoptik-Beleuchtungen und LED-Beleuchtungen. Spezialisierte Kamerasysteme sorgen für die automatisierte Qualitätssicherung.

Daniel Ryf, Inhaber/Geschäftsleitung, mit den Spezialisten für sämtliche Mikroskope, Systeme und Anlagen (Beratung, Schulung, Verkauf, Informatiker/Servicetechniker).

Um jederzeit den heutigen gesetzlichen Anforderungen und Normen, ISO-Norm als Beispiel, in den Labors der Forschung, Medizin, Pharmabereichen und Industriebetrieben abgesichert zu sein, kümmert sich die Ryf AG mit ihren Service und Wartungsvereinbarungen. Die Systeme werden an Ort gemäss ISONorm kalibriert und mit den Prüfprotokollen versehen. Eine lückenlose Rückverfolgbarkeit ist in der heutigen Zeit ein Muss, dies in allen Bereichen der Produktion, der Forschung und den Dienstleistungsbetrieben. So wird dann beim Kunden der schnelle kompetente Service sehr geschätzt. Dies ist möglich durch die ständige Weiterbildung der verantwortlichen Personen, durch ein eigenes Lager an Ersatzteilen und dadurch, dass die Geräte im Hause Ryf repariert werden. Von Anfang an wurde sehr viel in den Service aprés-vente investiert. Im Jahre 2005 durfte die Firma Ryf ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Im Jahre 2006 erfolgte die Gründung einer Niederlassung Westschweiz in Commugny (Verkauf und Service). Dabei wurden auch drei neue Arbeitsplätze geschaffen.

Ryf AG Kompetenzzentrum für Mikroskopie und optische Qualitätskontrolle. Komplettlösungen aus einem Hause, mit Reparaturwerkstätte und Kundendienst. Dies alles bietet ihnen Ryf AG an der Bettlachstrasse 2 in Grenchen.

Auch Lernende werden bei der Firma Ryf AG ausgebildet. Momentan sind es drei Personen (KV und Logistik). Eine weitere Lehrstelle als Polymechaniker ist vorgesehen. Die Mitarbeiter sind zweisprachig und haben neben ihrem Spezialgebiet auch Kenntnisse, ihre Kollegen zu vertreten. Grenchen war in früheren Jahren zweisprachig. Ersichtlich ist dies auch im erworbenen Löwen-Haus. Während man in den gehobenen Familien französisch sprach, wurde in den Arbeiterfamilien deutsch geredet. Grenchen ist die drittgrösste Stadt im Kanton Solothurn. Ab 1851 begann in Grenchen die industrielle Uhrenherstellung. Ganz begeistert von all den interessanten Neuigkeiten der Mikroskope inklusive Zubehör und den interessanten Erzählungen zur Geschichte der Firma Ryf, war es Zeit für mich, nach Bern zurückzufahren. Noch hätte es viele interessante Details zu bewundern gegeben, aber am besten ist, Sie fahren selber einmal hin. Viele Wege führen nach Grenchen: auf Schienen, auf der Strasse und durch die Luft. Der Flughafen Grenchen verfügt über eine 1000 Meter lange Piste und eine Zollabfertigung. Bereits 1857 erhielt Grenchen seinen ersten Eisenbahnanschluss der Linie Biel–Solothurn. Heute hat die Stadt Grenchen zwei Bahnhöfe. Grenchen Nord (Juralinie Basel–Biel) und Grenchen Süd (Jurafusslinie Genf–Zürich). Charlotte Rothenbühler


forschungswelten

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RNA-INTERFERENZ

Knockdown manchmal besser als Knockout Berlin ist ein lebendiger, gut vernetzter Forschungsstandort für RNA-Technologien. Mit dabei ist Biochemiker Jens Kurreck, dessen Team an der Technischen Universität RNAi-Wirkstoffe gegen Echo-, Coxsackie- und andere Viren entwickelt. Die RNA-Interferenz dient den Forschern auch bei der Suche nach neuen Zielstellen zur Bekämpfung von Schmerz. B E A TE P E IS E LE R -S U TTER

E

ukaryotische Zellen (Zellen mit Zellkern) können via RNA-Interferenz (RNAi) aktive Proteinbauvorlagen (Botenbzw. messenger-RNA, kurz mRNA) abbauen. Sie regulieren auf diese Weise ihre Proteinproduktion (siehe Kasten). Bei Pflanzen, Insekten und Fadenwürmern dient RNAi nicht nur der Feinabstimmung von Proteinmengen, sondern auch der Abwehr von Viren, die ihr Erbgut in Wirtszellen injizieren. Ob RNAi auch bei höheren Wirbeltieren an der Virenabwehr beteiligt ist, darüber sind die Forscher uneins. «Ich denke, dass RNAi als Virenabwehr bei höheren Wirbeltieren, die ein adaptives, auf der Bildung von Antikörpern basierendes Immunsystem besitzen, keine wesentliche Rolle mehr spielt», bezieht Biochemiker Jens Kurreck in der Diskussion Stellung.

RNAi – angesagtes Forschungstool

Kurreck startete seine akademische Karriere beim Berliner RNA-Technologie-Pionier Volker Erdmann, Professor an der Freien Universität (FU) Berlin, Gründer des 1998 bis 2007 von Land, Bund und Industrie geförderten «Berliner Netzwerk für RNA-Technologien» (siehe CR März 2008). Nach einem Intermezzo an der Universität Stuttgart ist Kurreck seit anderthalb Jahren zurück in Berlin, wo er eine Professur am Institut für Biotechnologie der Technischen Universität (TU) innehat. Unterstützt von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Henry Fechner leitet er ein 15-köpfiges Team, das therapeutische Anwendungen der RNAi erforscht. Weil sich der zellinterne RNAi-Mechanismus künstlich mit Designer-RNAWirkstoffen – synthetische siRNA (siehe Kasten) – induzieren lässt, entwickelte sich die RNAi in den letzten zehn Jahren schnell zum angesagten Forschungstool: z. B. verraten die Auswirkungen einer vorrübergehenden Gen-Ausschaltung mittels RNAi

Prof. Jens Kurreck (rechts) und Student Radoslaw Kedziersk an der Cleanbench.

(Knockdown-Technik) viel über die Funktion des anschliessend nur noch in geringer Konzentration hergestellten Proteins und zeigen dabei auch neue Zielstellen für innovative Wirkstoffe auf. Allerdings war das Werkzeug zunächst auf Pflanzen, Insekten und Würmer beschränkt, in den Zellen höherer Wirbeltiere lösen doppelsträngige RNA-Moleküle (dsRNA) eine störende, immunstimulierende InterferonAntwort aus. Erst als der Biochemiker Thomas Tuschl, heute Professor an der Rockefeller University in New York, 2001 am Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie auf die Idee kam, kürzere RNA zu verwenden, war das Problem vom Tisch.

Big Pharma steigt (vorerst) aus

Ab sofort konnte die Expression eines ZielGens durch 21 Nukleotide-kurze dsRNA sequenzspezifisch inhibiert werden, und

(Bilder: Beate Peiseler-Sutter)

schnell entstanden Ideen für therapeutische Anwendungen, bei denen künstlichen RNA-Wirkstoffe die Produktion fehlerhafter oder in Krankheitsprozesse involvierter Proteine unterdrücken. In der pharmazeutischen Forschung, die seit 30 Jahren Erfahrung mit ähnlich gearteten Antisense-Wirkstoffen sammelt, welche bisher allerdings nur wenig überzeugen, brach ein regelrechter RNAi-Hype aus. So gross der Hype, so gross die Verwirrung, als Novartis im September 2010 die Zusammenarbeit mit dem in Sachen RNAi führenden US-amerikanischen Medikamentenentwickler Alnylam Pharmaceuticals Inc. beendete, Roche nur einen Monat später den Ausstieg aus der RNAi-Technologie bekanntgab und Pfizer im Februar 2011 folgte. Über die Gründe für den überraschenden Rückzug von Big Pharma wurde viel spekuliert, von den Firmen war «sehr frühe Technologie», «viele Hür-


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CHEMIE PLUS 10-2011

den» und «Mittel auf andere Bereiche fokussieren» zu vernehmen. «Nicht zuletzt dank des Know-hows aus der Antisense-Forschung hat sich das Gebiet der RNAi mit rasanter Geschwindigkeit entwickelt. Obwohl es sich um eine sehr vielseitige Strategie handelt, mit der sich gegen jede Art von krankheitsrelevantem Gen bzw. Genprodukt vorgehen lässt, ist die Entwicklung von RNAi-Wirkstoffen aber nicht einfacher als im Falle anderer Wirkstoffe auch», erklärt Jens Kurreck. «Besonders schwierig ist der gezielte Wirkstofftransport, was absehbar war und für andere Moleküle genauso gilt. Die aufwendigen F & E-Aktivitäten werden nun wieder vermehrt auf kleine Biotech-Firmen und in die Hochschule verlagert, ich erwarte aber einen Wiedereinstieg der grossen Pharmafirmen. Bei der Entwicklung von Antikörper-Wirkstoffen hat es ja zum Beispiel ganz ähnliche auf und ab gegeben», kommentiert er die gegenwärtige Situation.

RNA-Wirkstoffe in klinischer Entwicklung

Einer im Mai 2011 in Nature Reviews Genetics erschienenen Publikation zufolge haben

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Dr. Henry Fechner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Professor Jens Kurreck.

die Firmen Alnylam und Quark Pharmaceuticals derzeit immerhin jeweils drei RNAWirkstoffe in der klinischen Entwicklung: ALN-PLK1 zur Behandlung von Leberkrebs, ALN-VSP02 gegen feste Tumore, ALNRSV01 gegen das Respiratory-Syncytial-Vi-

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Engineering f ü r P h a r m a u n d C h e m i e - A n l a g e n

Weitere Firmen und Hochschullabors testen in klinischen Studien RNA-Wirkstoffe zur Senkung des Cholesterinspiegels, gegen das Hepatitis C-, das HI-Virus und zur Therapie diverser Krebserkrankungen. Die Herausforderungen dabei sind zahlreich. Zwar lassen sich die mehrfach negativ geladenen und darum schlecht membrangängigen RNA-Makromoleküle im Reagenzglas verhältnismässig einfach in Zellen einbringen. Auch die Injektion ins gut zugängliche Auge ist möglich, unverpackte RNA kann hier allerdings über Toll-ähnliche Rezeptoren (zentraler Bestandteil der angeborenen Immunität bei Tieren) unspezifische Effekte auslösen. Der gerichtete Transport in ganz spezifische Zellen und Zielgewebe macht derweil massgeschneiderte Trägersysteme und Vektoren nötig. Zudem muss die RNA gegebenenfalls chemisch modifiziert werden, um sie vor RNA-abbauenden Enzymen zu schützen. Der RNAWirkstoff muss so entworfen werden, dass der Leitstrang komplementär zur abzubauenden Boten-RNA ist, wobei thermodynamische Eigenschaften der Duplex darüber entscheiden, welcher Strang zum Leitstrang wird. Wegen der Zellteilung werden die RNA-Moleküle nach und nach ausgedünnt, was ihre Wirkung zeitlich begrenzt. Wird eine länger anhaltende Wirkung gewünscht, muss auf virale und andere Systeme zurückgegriffen werden, die den siRNABauplan bzw. in diesem Fall den Bauplan für sogenannte selbst komplementäre short hairpin RNA (shRNA), ins Erbgut der Zielzellen einschleusen – eine Art Gentherapie.

Antivirale Strategie

Die Berliner Forscher erkunden das Potenzial der RNAi als antivirale Strategie und entwickeln Wirkstoffe gegen verschiedene Viren, darunter das Coxsackie-Virus B3 (CVB-3), ein Projekt, das auf einen von der Berliner Charité eingerichteten Sonderforschungsbereich zurückgeht. CVB-3 gehört zu den Picornaviren, deren Genom aus einem RNA-Einzelstrang besteht. Viele Menschen sind CVB3-positiv, ohne es zu wissen; die Viren können aber auch grippeähnliche Symptome, Hirnhaut- und Herzmuskelentzündungen bis hin zu schweren chronischen Herzerkrankungen auslösen. Kurrecks Gruppe hatte die Firma Dharmacon RNAi Technologies mit dem Design und der Synthese mehrerer gegen unterschiedliche Regionen des viralen RNA-Genoms gerichteter siRNAs beauftragt. Drei Moleküle veranlassen den Abbau des Virus-Genoms, was sie zu effizienten AntiCVB-3-Wirkstoffen macht. Um in Zellkultur und schliesslich im Mausmodell eine längerfristige Wirkung zu erreichen und es den Viren gleichzeitig schwer zu machen, dem Angriff durch Mutationen zu entkommen, entwarf das Team shRNA-Expressionskassetten, die in den Wirtszellen zur kontinuierlichen Synthese gleich mehrerer unterschiedlicher shRNAs führen, eine Art «Kombinationstherapie». Die Expressionskassetten werden mittels Genfähren (Vektoren) ins Erbgut der Wirtszellen eingeschleust. Veterinärmediziner Henry Fechner ist Spezialist für Vektoren, die sich von Adeno-assoziierten Viren (AAV) ableiten, Viren mit einem breiten Wirtsbe-

Erfolgsfaktor Pe r f e k t e e i n

Lösungen

p e r f e k t e s

C o n c e p t u a l

RNA-Interferenz (RNAi)

Zur Umsetzung der als Desoxyribonukleinsäure (DNA) gespeicherten genetischen Information (Genexpression) werden informative DNA-Abschnitte (Gene) abgelesen und in Form biologisch aktiver Ribonukleinsäure(RNA)-Moleküle vervielfältigt (Transkription). Anhand dieser RNA-Transkripte werden dann die entsprechenden Proteine hergestellt (Translation). Organismen mit Zellkern (Eukaryoten) können die Pro-teinproduktion u. a. dadurch regulieren, dass sie Gene vorübergehend stilllegen (Gen-Silencing). Erfolgt die Stilllegung nach Anfertigung des RNA-Transkripts, ist von posttranskriptionellem Gen-Silencing (PTGS) die Rede. Ein Beispiel für PTGS ist die RNA-Interferenz (RNAi), ein zellulärer Mechanismus, der zum Abbau der Proteinbauvorlage – der Boten- bzw. messenger RNA (mRNA) – führt. Ende der 1990er-Jahre konnten die US-amerikanischen Wissenschaftler Andrew Fire und Craig Mello den grundlegenden Mechanismus von RNAi am Beispiel des Fadenwurms Caenorhabditis elegans aufklären, was 2006 mit dem Nobelpreis für Medizin honoriert wurde: In die Zelle eingeschleuste, doppelsträngige RNA-Moleküle (dsRNA) lösen in dem Wurm PTGS aus, wobei sie zunächst von Ribonuklease-Enzymen in 20 bis 25 Bausteine kurze, doppelsträngige RNA-Stücke – sogenannte kurze interferierende RNA (small interfering RNA, siRNA) – zerschnitten werden. Diese doppelsträngige siRNA wird anschliessend in ihre beiden Einzelstränge gespalten, und einer der Stränge – der sogenannte Leitstrang – wird in den Ribonukleoproteinkomplex RISC (RNA-induced Silencing Complex) geladen, den eigentlichen RNAi-Effektor. Der Leitstrang führt diesen Komplex zu einer dem Leitstrang komplementären mRNA, die in der Folge zerschnitten und abgebaut wird. Die aktive Proteinbauvorlage ist zerstört, das zugehörige Protein kann nicht hergestellt werden. In den vergangenen Jahren hat man ausserdem erkannt, dass auch zelleigene kurze RNAs, die als microRNAs (miRNAs) bezeichnet werden, eine wichtige Rolle bei der Regulation der Genexpression spielen. (bp)

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reich, darunter der Mensch, die nach aktuellem Kenntnisstand aber keine Erkrankungen auslösen und auch in der Gentherapie eingesetzt werden. AAV-Vektoren können eine Vielzahl von Gewebetypen infizieren, lassen sich aber durch die Auswahl geeigneter Serotypen so massschneidern, dass sie bevorzugt das Zielgewebe transduzieren, z.B. das Herzmuskelgewebe. Alternativ können auch siRNA-Wirkstoffe entworfen werden, die sich nicht gegen das Virus, sondern gegen Proteine des Wirts richten, z. B. gegen Rezeptoren, über die das Virus in die Zelle gelangt. «Wir haben einen Transmembranrezeptor – den Coxsackievirus-Adenovirus-Rezeptor (CAR) – mittels RNAi herunter reguliert, was allerdings zu Herzrhythmusstörungen führen kann, wenn man es übertreibt. Inzwischen verfolgen wir eine andere Strategie und bilden zusätzlich die lösliche Komponente dieses Rezeptors, die wir dann aus den Zellen ausschleusen. Sie wird zur Stabilisierung und Heraufsetzung der Löslichkeit mit einem Antikörperfragment verknüpft. Das Coxsackievirus dockt an das Konstrukt an und lässt von den

natürlichen Rezeptoren ab. Durch Kombination mit dem RNAi-Ansatz gegen das VirusGenom wurde ein Synergieeffekt von 4 logStufen erreicht. Eine Doktorandin überträgt die Experimente derzeit aus dem Zellkultursystem ins Tiermodell», informiert der RNAi-Fachmann.

Zielstellen zur Bekämpfung von Schmerz im Visier

In Zusammenarbeit mit der Grünenthal GmbH in Aachen nutzt Kurreck RNAi ausserdem als Werkzeug zur Validierung von Schmerztargets. Über neue aussichtsreiche Zielstellen zur Bekämpfung von Schmerz darf er natürlich nichts verraten, führt als stellvertretendes Beispiel für einen Schmerzrezeptor aber den Vanilloid-Rezeptor TRPV1 an, auch bekannt als Capsaicin-Rezeptor (das Alkaloid Capsaicin ist für den Hitze/Schärfereiz beim Verzehr von CayennePfeffer verantwortlich). TRPV1 – ein unspezifischer Kationenkanal, der im geöffneten Zustand Natrium-, Kalium-, Calcium-Ionen und Protonen passieren lässt – sitzt in hoher Konzentration auf freien, als Schmerzre-

zeptoren (Nozizeptoren) fungierenden Nervenenden. Er reagiert nicht nur auf Capsaicin, sondern wird auch durch erhöhte Temperaturen, Säuren, Alkohol usw. aktiviert und gilt als aussichtsreiche Zielstelle für Wirkstoffe zur Behandlung von Schmerz, Entzündungen, Migräne, Arthritis und Krebs. Zusammen mit Volker Erdmann und anderen Kollegen war Kurreck an der Funktionsanalyse von TRPV1 mittels RNAi beteiligt. «Wir wollten wissen, ob dieser Rezeptor auch bei neuropathischem Schmerz eine Rolle spielt, Schmerz, der auf Schädigungen des Nervensystems zurückgeht. Beobachtungen nach einer kompletten Supprimierung des Rezeptors im Knockout-MausModell sprachen eher dagegen. Die vorsichtige Herunterregulierung des Rezeptors mittels RNAi zeigte dann allerdings, dass TRPV1 bei der Übertragung von neuropathischem Schmerz sogar sehr wichtig ist. ShRNA-exprimierende Mäuse sind ein äusserst aussagekräftiges Werkzeug zur Targetvalidierung in der Schmerzforschung», konstatiert der Berliner Wissenschaftler.

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Pharma und Formel 1: GSK sucht den Schulterschluss

Wasserstoff unter milden Bedingungen aus Alkohol erzeugen

Der britische Pharmakonzern Glaxo SmithKline (GSK) geht zur Steigerung seiner Innovationskraft neue Wege. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine strategische Partnerschaft mit dem Formel-1-Rennstall McLaren geschlossen. GSK erhofft sich neue Impulse von McLarens Expertise im Ingenieurund Technologiebereich sowie bei Analytik und Strategie. «McLaren hat sich eine einzigartige Reputation bei Innovationen erworben», sagte GSK-CEO Andrew Witty (Bild). «Wir zeigen mit der Kooperation, dass sich GlaxoSmithKline auch ausserhalb des Pharmasektors nach Inspiration und frischen Perspektiven umschaut zur bestmöglichen Erreichung der strategischen Ziele in einem sich immer schneller wandelnden Umfeld.» Die Zusammenarbeit soll zunächst in den Bereichen der Produktion sowie Forschung und Entwicklung zum Tragen kommen. Für die weltweit 80 Produktionsstätten des Unternehmens soll nun überprüft werden, wie man die Expertise von McLaren auf die Optimierung von Produktions- und Forschungsprozessen anwenden kann. Als Beispiel nennt GSK die Überwachungstechnologie. «In einer Formel-1-Saison mit 20 Rennen dürfen insgesamt nicht mehr als acht Motoren zum Einsatz kommen», heisst es. Darum habe McLaren ein einzigartiges Überwachungssystem für alle wichtigen Komponenten entwickelt. www.gsk.com

Eine effiziente Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energiequellen wird immer drängender. Die Wasserstofftechnologie, bei der Wasserstoff aus Biomasse erzeugt und in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung genutzt wird, ist ein vielversprechender Ansatz. Forscher um Matthias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock stellen in der Zeitschrift «Angewandte Chemie» nun einen neuen Katalysator vor, mit dessen Hilfe sich Bioalkohol zur Wasserstoffgewinnung nutzen lässt. Das neuartige Verfahren läuft bei besonders milden Bedingungen effektiv ab. Bisherige katalytische Verfahren benötigen zur Abspaltung von Wasserstoff aus Alkoholen drastische Reaktionsbedingungen – Temperaturen oberhalb von 200 °C und die Anwesenheit starker Basen. Anders der in Rostock entwickelte Katalysator: «Es ist das erste katalytische System, das in der Lage ist, bei Temperaturen unterhalb von 100 °C (60–80 °C) und ohne Zugabe von Basen oder weiteren Additiven Wasserstoff aus einfach verfügbarem Ethanol zu gewinnen», erklärt Beller. Der aktive Katalysator besteht aus einem Ruthenium-Komplex, der sich in situ bildet: Ausgangspunkt ist ein zentrales Rutheniumatom, das von einem speziellen Liganden von drei Seiten regelrecht in die Zange genommen wird. Als weitere Liganden fungieren ein Kohlenmonoxidmolekül sowie zwei Wasserstoffatome. Beim Erhitzen wird ein Wasserstoffmolekül aus diesem Komplex (H2) freigesetzt. Kommt der verbleibende Komplex nun wieder in Kontakt mit Ethyl- oder Isopropyl-Alkohol, so holt er sich seine beiden Wasserstoffatome einfach wieder – und der Zyklus kann von Neuem beginnen. www.catalysis.de

Modifizierte tRNA: ein Code jenseits der DNA Unser genetischer Code umfasst vier «Buchstaben», die in Form von vier Nucleobasen in unserer DNA und RNA vorliegen. Immer drei Buchstaben bilden «Wörter», die von tRNA in Aminosäuren übersetzt und zu Proteinen zusammengefügt werden. Spezielle Markierungen unterteilen die Gene zudem in aktive und inaktive Bereiche. Weniger erforscht ist eine mögliche dritte Informationsebene: die chemische Modifikation von tRNA-Nucleobasen. Thomas Carell und ein Team von der Universität München zeigen jetzt in der Zeitschrift «Angewandte Chemie», dass tRNA-Modifikationsprofile zur Charakterisierung von Arten und zur Unterscheidung pathogener und nichtpathogener Bakterienstämme herangezogen werden können. Die Forscher untersuchten, welche Modifikationen in welcher Menge in verschiedenen Arten vorkommen. Untersucht wurden mehrere gram-positive und gram-negative Bakterienarten, verschiedene Pilze sowie unterschiedliche Zellbestandteile von Schweinen. Wie sich zeigte, ist der kollektive Satz von modifizierten Basen in hohem Masse artenspezifisch. Verwandte Arten zeigen dabei ähnliche Profile, während sich nicht verwandte deutlich unterscheiden. Carell: «Anhand der Daten konnten wir einen detaillierten Stammbaum der verschiedenen Spezies berechnen, der mit Ergebnissen aus konventionellen Methoden übereinstimmt. Die Gesamtheit der Basenmodifikationen einer Art entwickelte sich offensichtlich unter dem Druck der Evolutionsselektion.» Die Forscher verglichen Paare von pathogenen und nicht pathogenen sowie Antibiotika-resistenten und nicht resistenten Bakterien. «Tatsächlich konnten wir harmlose und gefährliche Spezies anhand des tRNA-Modifikationsprofils voneinander unterscheiden», erklärt Carell. www.carellgroup.de

Füllstoffe: Milliarden-Markt auf Wachstumskurs Moderne Füllstoffe haben immer häufiger die Aufgabe, die technischen Produkteigenschaften der gefüllten Materialien gezielt zu verbessern. Die Folge ist ein stetiges Marktwachstum von ca. 2,5 % pro Jahr, wobei die Schwellenländer, angeführt von China und Indien, die grössten Chancen bieten. Das Marktforschungsinstitut Ceresana Research prognostiziert in einer neuen Studie für das Jahr 2018 einen Umsatz für den globalen Füllstoffmarkt von rund 22,5 Milliarden US-Dollar. Produzenten und Verarbeiter von Füllstoffen in Asien-Pazifik, Südamerika und Osteuropa profitieren von den grossen Mineralvorkommen. Vorteilhaft sind dort die kostengünstige Erschliessung der Ressourcen sowie die Dynamik in den nachgelagerten Branchen wie Kunststoffe, Gummi, Papier, Farben und Lacke sowie Kleb- und Dichtstoffe. Die Nachfrage nach einzelnen Füllstofftypen, wie z. B. natürliches und gefälltes Calciumcarbonat (GCC bzw. PCC), Carbon Black (Russ), Kaolin und Talk, entwickelt sich regional unterschiedlich. Während in Europa der Verbrauch des synthetisch hergestellten PCC am stärksten zunehmen wird, bewirkt die Erholung der Gummi-Industrie in Nordamerika einen starken Anstieg der Nachfrage nach Carbon Black. In den übrigen Weltregionen ist die Entwicklung des am häufigsten eingesetzten Füllstoffs GCC weiterhin am stärksten, wie aus der Studie weiter hervorgeht. www.ceresana.com


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Alpha-Bor ist am stabilsten Bakterien produzieren Antibiotikum in Stufen Lange Zeit war die Wissenschaft uneins über eine für die Grundlagenforschung und ebenso für technologische Anwendungen hochrelevante Frage: Welches ist die stabilste Bor-Phase? Ein Team um Prof. Dr. Natalia Dubrovinskaia, HeisenbergProfessorin für Materialphysik und Technologie an der Universität Bayreuth, und Prof. Dr. Leonid Dubrovinsky am Bayerischen Geoinstitut (BGI) hat diesen Streit jetzt zugunsten von Alpha-Bor entscheiden können. Die Forschungsarbeiten ergaben ausserdem: Moderne Hochdruck-Technologien können voraussichtlich so angepasst werden, dass es möglich ist, Alpha-Bor im Industriemassstab zu produzieren. Über diese Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in «Scientific Reports». In den Hochdrucklaboratorien des BGI wurde eine Serie unterschiedlicher Borkristalle synthetisiert, bei Temperaturen bis zu 2300 Kelvin (ca. 2030 Grad Celsius) und Drücken bis zu 15 Gigapascal. Borkristalle der Alpha-Phase (Bild) entstanden im BGI bei Drücken zwischen 4 und 11 Gigapascal, die mit Temperaturen zwischen 1400 und 1900 Kelvin einhergingen. Die experimentell gewonnenen Daten führten zu dem Ergebnis, dass diese Alpha-Borkristalle – und nicht, wie vielfach vermutet, Beta-Borkristalle – die stabilste Bor-Phase darstellen. Zahlreiche physikalische Eigenschaften von Alpha-Bor sind für technische Anwendungen von besonderem Interesse. Alpha-Bor ist ein Halbleiter mit breiter direkter Bandlücke, der sich durch einen hohen Härtegrad, Hitzebeständigkeit und eine vergleichsweise geringe Dichte auszeichnet. www.uni-bayreuth.de

Bakterien der Gattung Xenorhabdus befallen Insekten. Gegen Nahrungskonkurrenten wehren sie sich dabei durch die Produktion eines Antibiotikums. Ein Forscherteam der GoetheUniversität Frankfurt/Main um Prof. Helge B. Bode hat den Bakterien dabei «zugeschaut» und festgestellt, dass sie zunächst Vorstufen dieses Antibiotikums produzieren, die anschliessend in die aktive Form überführt werden. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Nature Chemical Biology» berichten, entstehen fünf Vorstufen, die verlängerte Derivate des aktiven Antibiotikums darstellen und komplett inaktiv sind. Diese auch als «Prodrug» zu verstehenden Substanzen werden dann über einen neu entdeckten Mechanismus aus der Bakterienzelle gepumpt und gleichzeitig durch Enzyme so gespalten, dass aus allen fünf Vorstufen nur eine aktive Verbindung entsteht, das Antibiotikum Xenocoumacin-1. Dieses ist in der Lage, Nahrungskonkurrenten des Produzenten abzutöten. Um selbst nicht Schaden zu nehmen, hat Xenorhabdus einen ausgeklügelten Resistenzmechanismus entwickelt: Es wandelt Xenocoumacin-1 in ein inaktives Derivat um, das keine antibiotische Wirkung mehr aufweist. www.uni-frankfurt.de

Abgeschnürt – Wie die Zelle Nährstoffe aufnimmt Berliner Forscher haben die molekulare Struktur von Dynamin, einem Drahtzieher der Aufnahme von Nährstoffen in die Zelle, entschlüsselt. Da sich auf diese Weise auch Krankheitserreger, wie zum Beispiel AIDS-Viren, ihren Weg in die Körperzellen bahnen, eröffnet das Verständnis des molekularen Mechanismus neue mögliche Ansatzpunkte für medizinische Anwendungen. Viele Nährstoffe gelangen aus dem Blut über Kanäle in der Zellmembran in die Körperzellen. Doch nicht für alle Nährstoffe gibt es passende Kanäle. So wird z. B. Eisen ausserhalb der Zelle an ein grosses Transportmolekül gebunden und auf einem anderen Weg, der Endozytose, in die Zelle importiert. Dabei lagern sich die beladenen Transportmoleküle an die Zellmembran, diese stülpt sich nach innen und die Eisenmoleküle werden samt ihren Transportern in einem kleinen Membranbläschen (Vesikel) in die Zelle aufgenommen und dort freigesetzt. Wichtig bei der Endozytose ist das Eiweissmolekül Dynamin. Entsteht ein Vesikel, lagern sich Dynamin-Moleküle aneinander und bilden um den Hals des Vesikels eine Spirale (Bild). Dynamin funktioniert wie ein kleiner Motor: Es verbraucht den zelleigenen Kraftstoff GTP und nutzt die Energie, um die Spirale zusammenzuziehen. Das schnürt den Hals des Vesikels ab, so- dass es sich von der Zellmembran löst. Die molekularen Details dieses Zugmechanismus waren bislang ungeklärt. Forschende des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der FU Berlin liefern mit ihrer Studie jetzt eine wichtige Grundlage, um diesen Vorgang besser zu verstehen. Es gelang ihnen erstmalig mithilfe der Röntgenstrukturanalyse, ein Strukturmodell von Dynamin zu entwickeln. «Jetzt, da wir eine Idee davon haben, wie das Dynamin-Molekül aufgebaut ist, können wir erstmals auf atomarer Ebene verstehen, wie der molekulare Motor Dynamin läuft», erläutert Prof. Oliver Daumke vpm MDC. www.mdc-berlin.de

Schiffsabgase: Plasmen und Katalysatoren beseitigen Stickoxide Der Schiffsverkehr produziert mit ca. 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr mehr Stickoxide als der gesamte Luftverkehr. Bis heute fehlt es jedoch an wirkungsvollen Methoden oder Filtern, die zur Abluftbehandlung auf Schiffen eingesetzt werden können. Ein deutsch-polnisches Team aus Industrie und Forschung will Schiffsdieselabgase mithilfe einer neuartigen Kombination aus Plasmen und Katalysatoren reinigen. Die Neoplas GmbH – ein Start-up des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald (D) – koordiniert federführend das Projekt «Plasma-based catalytic treatment of exhaust emissions of marine diesel engines.» Damit können Reeder und Werften die verschärften Umweltnormen einhalten, laut denen der Ausstoss von Stickoxiden bis 2016 um 80 Prozent gesenkt werden muss. Plasma gilt als vierter Aggregatzustand und entspricht einem teilionisierten Gas. Während Plasmen in der Sonne mehrere Millionen Grad heiss sind, lassen sie sich auch kalt für vielfältige Anwendungen in der Oberflächentechnik, Medizin oder im Umweltschutz einsetzen wie z. B. als Plasmafilter in der Abluftaufbereitung. Jedoch werden hier, anders als bei herkömmlichen Verfahren zur Abgasbehandlung, zwei Methoden in einem Prozess integriert: Katalysatoren und modernste Plasmatechnologie werden zu einem neuartigen Abgasnachbehandlungsverfahren kombiniert. Durch gezielte Oxidation und Reduktion werden die Stickoxide dabei in unschädliche Bestandteile umgewandelt. www.inp-greifswald.de

EPO hilft Schlaganfallpatienten Erythropoietin (EPO) kann bei einer bestimmten Gruppe von Schlaganfallpatienten helfen, die Krankheitsfolgen zu vermindern und Nervengewebe zu schützen. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die federführend vom Team um Prof. Hannelore Ehrenreich am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen durchgeführt wurde. Es zeigte sich, dass Schlaganfallpatienten nicht nur durch die frühe Gabe von EPO profitieren , sondern dass auch weniger Eiweissstoffe, die eine Schädigung des Gehirns anzeigen, freigesetzt werden als bei Schlaganfallpatienten ohne EPO-Behandlung. Diese Eiweissstoffe – Schadensmarker UCH-L1, S100B und GFAP – findet man bei Patienten mit akutem Schlaganfall und schweren Krankheitsfolgen in erhöhter Konzentration im Blut. www.molmed.org/content/ papers%20in%20press/ 11_259_Ehrenreich.pdf


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Neutronenquelle: Schweiz beteiligt sich an ESS

Polymerisation mittels Enzymen aus Meerrettich

Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung, hat am 19. September die Absichtserklärung der Schweiz, sich an der neuen europäischen Neutronenquelle ESS (European Spallation Source) zu beteiligen, unterzeichnet. Darin bekennt sich die Schweiz zu dem Ziel, die ESS in Lund (Südschweden) zu bauen und verpflichtet sich, am Konzept mitzuarbeiten, in dem der endgültige Plan für die Anlage festgelegt wird.

Enzyme, die Katalysatoren der Natur, werden immer häufiger als umweltfreundliche Alternativen zu konventionellen Katalysatoren in chemischen Synthesen eingesetzt. Forschenden der Universität Basel ist es gelungen, die katalytische Aktivität eines aus Meerrettich isolierten Enzyms in einer Polymerisationsreaktion unter Atomtransfer (ATRP, atom transfer radical polymerisation) nachzuweisen. Diese neuartige Enzymaktivität könnte zur Herstellung sicherer und günstiger Polymere führen, die keine giftigen oder anderweitig schädlichen Katalysatorrückstände enthalten und als Verpackungsmaterialien für Lebensmittel oder als Materialien in der Medizintechnik eingesetzt werden. ATRP ist eine Reaktion mit beträchtlichem kommerziellem Potenzial, die die Synthese wohldefinierter Polymere mit komplexer Architektur erlaubt. Bisher wurden für solche Reaktionen nur Übergangsmetallkatalysatoren eingesetzt, die oft giftig sind. Nico Bruns und Mitarbeitende vom Departement Chemie der Universität Basel berichten nun über die Aktivität einer Peroxidase, einem Enzym aus den Wurzeln der Meerrettichpflanze, die eine Polymerisation unter den spezifischen Bedingungen einer ATRP katalysiert. Bemerkenswert ist, dass das verwendete Monomer nicht zur Substanzklasse der sogenannten Peroxide gehört, welche normalerweise von Peroxidasen umgesetzt werden. www.unibas.ch

Kurz nach Fertigstellung des Konzepts im Frühjahr 2013 soll die Entscheidung für den Bau der ESS fallen. Die Schweizer Beiträge zur Entwicklung der Anlage werden durch das Paul Scherrer Institut, das langjährige Erfahrung in der Forschung mit Neutronen hat, sowie durch Schweizer Universitäten und die Schweizer Industrie erbracht. Mithilfe von Neutronen können Forschende Einblicke in verschiedene Materialien oder biologische Strukturen gewinnen und so Grundlagen für neue technische Geräte oder Medikamente schaffen. Für Schweizer Forschende wird die ESS vor allem die Möglichkeit eröffnen, Experimente durchzuführen, die am PSI nicht möglich sind und so die Schweizer Neutronenquelle (Bild) ergänzen. Sie soll 2019 die ersten Neutronen produzieren und 2025 voll betriebsbereit sein. www.psi.ch

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S O N N E N S TR A H L E M P F Ä N G E R F Ü R S TR O M E R Z E U G U N G

«Facettenauge» liefert Strom Kostengünstiger Strom aus Sonnenenergie: Der Maschinenbauingenieur Illias Hischier hat einen Sonnenstrahlempfänger entwickelt, der die aufgenommene Energie über eine Gasturbine für die hocheffiziente Stromerzeugung nutzt. Die Kombination von Sonnenenergie mit fossilen Brennstoffen ermöglicht eine konstante Stromproduktion und verringert die Kosten.

I

llias Hischier hat den Empfänger als Doktorand an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Paul Scherrer Institut und Alstom Schweiz entwickelt. Er erhält dafür den «swisselectric research award 2011». Swisselectric research engagiert sich – im Auftrag der Stromverbundunternehmen Alpiq, Axpo, BKW, CKW, EGL – für die Entwicklung innovativer Lösungen für eine ausreichende, sichere, preiswerte und umweltgerechte Stromversorgung. Strom aus erneuerbaren Energien, der bedarfsgerecht erzeugt werden kann: Mit Sonnenenergie betriebene Gasturbinen könnten diesbezüglich künftig eine Lösung sein. Notwendig dafür ist ein leistungsfähiger Empfänger für die Sonnenenergie, ein sogenannter Solar-Receiver. Er heizt verdichtete Luft mittels konzentrierter Sonnenstrahlung auf. Die heisse Luft wird anschliessend einer Gasturbine zugeführt, die schliesslich den Strom produziert.

Einsatz in Solarturmkraftwerk möglich Der von Illias Hischier entwickelte Receiver erhitzt die Luft auf Temperaturen bis zu

1300 °C. Hischier verwendet einen porösen Keramikschaum, der die Wärme optimal an die Luft überträgt. Der Forscher testete den Receiver bereits erfolgreich am Paul Scherrer Institut (PSI) und im Feldversuch am Weizmann Institut (WIZ) in Israel. In der Praxis könnte die Erfindung in einem 50-Megawatt-Solarturmkraftwerk zum Einsatz kommen. Ein derartiger Turm ist mit 500 Receivern bestückt, die wie die Facetten eines Insektenauges angeordnet sind. Sie nehmen die Strahlung von Spiegeln auf, sogenannten Heliostaten, die im Umkreis von 500 m stehen und sich automatisch an der Sonne ausrichten. Die experimentell bestätigten Resultate mit dem neu entwickelten Receiver lassen gemäss den Forschern hoffen, dass solar betriebene Gaskraftwerke künftig in sonnenreichen Gebieten einen wichtigen Beitrag für eine sichere Stromversorgung leisten können. Die Kombination von Sonnenenergie mit fossilen Brennstoffen ermöglicht eine stetige Stromproduktion, erhöht die Effizienz und verringert die Kosten. Die Verbindung der Technologien drosselt den Ver-

brauch von endlichen Ressourcen, verringert die CO2-Emissionen und leistet einen Beitrag zur stärkeren Nutzung der erneuerbaren Energien. Illias Hischier (Jahrgang 1981) hat an der ETH Zürich Maschineningenieurwissenschaften studiert. Anschliessend hat er am Institut für Energietechnik der ETH Zürich bei Prof. Aldo Steinfeld promoviert. Die Entwicklung des Solar-Receivers in Zusamenarbeit mit dem Labor für Solartechnik des Paul Scherrer Instituts und ALSTOM Schweiz war Inhalt seiner Doktorarbeit. Quelle: PSI

WEITERE INFORMATIONEN Dr. Michael Paulus Geschäftsführer Swisselectric Research research@swisselectric.ch Dr. Illias Hischier ETH Zürich, Institut für Energietechnik illias.hischier@gmail.com Prof. Aldo Steinfeld Am PSI, Villigen: Labor für Solartechnik, aldo.steinfeld@psi.ch An der ETH, Zürich: Institut für Energietechnik aldo.steinfeld@eth.ch http://www.swisselectric-research.ch

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Global Business Director (m/w)

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www.zeochem.ch Ihre Aufgabe Wenn Sie Asien, Westeuropa und die USA bereisen, um neue Kundenbeziehungen aufzubauen und zu pflegen, haben Sie im Reisegepäck nebst modernster chemischer Technologie auch eine grosse Portion Leidenschaft für den globalen Markt. Es fordert Sie heraus, den Bekanntheitsgrad der Gele-Produkte kontinuierlich zu erhöhen und den Markt mittels wirksamer Modelle und Tools erfolgreich zu bearbeiten. Aufgrund sorgfältiger Analysen entwickeln und implementieren Sie eine griffige Marketing/Vertriebsstrategie und übernehmen Verantwortung für Planung, Definition und Erreichung der Budgets sowie der qualitativen und quantitativen Zielsetzungen. Das Ausarbeiten eines Promotionskonzepts sowie Gestaltung, Aufbau und Führung der Vertriebsorganisation ergänzen Ihr Aufgabengebiet.

Ihr Profil Viel Beharrlichkeit für faszinierende Aufbauarbeit, strategisches und unternehmerisches Denken sowie grosse Lust, eine echte Erfolgsgeschichte zu schreiben, sind Ihre ausgeprägten Markenzeichen. Sie bringen in Ihrem fachlichen Rucksack ein abgeschlossenes Hochschulstudium als Chemiker/-in mit, haben dieses im Idealfall durch Kenntnisse der Chromatographie bzw. verwandter Disziplinen ergänzt und verfügen zudem über internationale Verkaufs- und Aussendiensterfahrung. Sie würden sich als visionären Macher bezeichnen, der seine Arbeit mit klaren Vorstellungen, einer ambitionierten Haltung sowie Ausdauer und Begeisterung anpackt. Sie kommunizieren in Deutsch und Englisch (weitere Sprachen wären von Vorteil), strahlen Offenheit und Glaubwürdigkeit aus und sind überzeugt, dass Sie die Mechanismen des globalen Markts verstehen.

Ihre Perspektive Ob sich diese attraktive Möglichkeit ein zweites Mal ergibt? In jedem Fall können Sie in Ihrer neuen Position nur gewinnen: Sie erhalten die Verantwortung für einen Bereich mit ausserordentlichem Wachstumspotenzial, vertreten ein grundsolides Schweizer Unternehmen, das von Aufbruchstimmung und Erfolgsstreben geprägt wird, und geniessen überdurchschnittlich viel Handlungsspielraum! Sie vertreten eine Produktpalette, die sich in jeder Hinsicht abhebt und in der Fachwelt sehr gut angenommen wird. Unterstützt werden Sie durch einen Vorgesetzten, der auf Kooperation, Vertrauen und Wertschätzung setzt, sowie durch eine kompetente Geschäftsleitung. Freuen Sie sich zudem auf vorteilhafte Anstellungs- und Rahmenbedingungen. Wir freuen uns darauf, Sie bald kennen zu lernen!

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit dem Vermerk 716.11 an: Di Santo & Partner GmbH, Clarastrasse 2, 4058 Basel. Für weitere Informationen ist Herr Mario Di Santo jederzeit gerne für Sie da:Telefon 061 261 25 92 oder disanto@disanto.ch Personal

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Entwicklung

Satellit spürt Schadstoffausstoss von Metropolen auf Die Stickoxidmengen, die in Ballungszentren in die Luft gelangen, lassen sich künftig unabhängig von – häufig ungenauen – Hochrechnungen und Modellsimulationen bestimmen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz (D) bestimmen aus Satellitendaten zur aktuellen Schadstoffbelastung und Wetterdaten, wie lange die Stickoxide in der Atmosphäre bleiben. Aus der Verweildauer und der aktuellen Belastung errechnen sie dann den ursprünglichen Ausstoss. Um Information über die durchschnittliche Verweildauer der Stickoxide zu bestimmen, untersuchten die Wissenschaftler, wie schnell diese in der Abgasfahne abgebaut werden. Um klare Abgasfahnen in den Satellitendaten erkennen zu können, bedienten sie sich dabei eines Tricks: Sie nutzten Wetterdaten, um die Messergebnisse des Satelliteninstruments OMI für acht verschiedene Windrichtungen sowie für Windstille zu sortieren, und getrennte Karten der mittleren Stickoxidbelastung, um die saudi-arabische Hauptstadt Riad zu erstellen. Mit einer mathematischen Operation kann daraus die Verweildauer des Stickoxids in der Atmosphäre und damit die tatsächlichen Emissionen in Riad ermittelt werden. www.mpic.de

www.disanto.ch

Chemisch stabil mit der Kraft des Geckos Der Gecko macht es vor: Ohne Saugnäpfe, nur mit unzähligen winzigen Härchen an seinen Füssen kann er an spiegelglatten Oberflächen haften. Möglich machen dies die Van-derWaals-Kräfte, die unter dem Grundsatz «Stoffe ziehen sich immer an» für das Zusammenhalten von Gasen und anderen Stoffen sorgen. Diese Dispersionswechselwirkungen sind aber einzeln genommen schwach und lassen sich kaum direkt bei chemischen Verbindungen berücksichtigen. Erstmals wurde jetzt aber nachgewiesen, dass die Van-der-Waals-Kräfte sogar extrem lange (und deshalb eigentlich schwache) Bindungen zwischen Kohlenstoffmolekülen stabilisieren können. Die Forschungsergebnisse der Gruppe um den Giessener Chemiker Prof. Dr. Peter R. Schreiner sind in «Nature» veröffentlicht. Typische Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen haben eine durchschnittliche Länge von 154 Pikometern. Es ist äusserst schwer, C–C-Bindungen von mehr als 165 Pikometern Länge herzustellen. Solche Strukturen sind instabil und zerfallen schnell. Den Giessener Chemikern ist es aber gelungen, sehr stabile Moleküle mit Bindungslängen von über 170 Pikometern zu synthetisieren. Diese Ergebnisse haben Bedeutung für die molekulare Erkennung, die Enzymkatalyse, für neue Materialien und für das gezielte Design neuer chemischer Strukturen, die bis dato unerreichbar schienen – wie zum Beispiel Materialien, die auch ohne Klebstoff zusammengehalten werden. Denkbar wären Anwendungen in der Nanotechnologie, aber auch in der Medizin. Derzeit sucht die Wissenschaft bereits nach Möglichkeiten, die Gecko-Kräfte für den Menschen nutzbar zu machen. So ist beispielsweise ein «Gecko-Tape» in der Entwicklung, das wie ein Klebeband funktioniert. www.uni-giessen.de


filtrat/stellen

Magnesiumborhydrid als Wasserstoffspeicher Wasserstoff kĂśnnte ein wichtigster Energieträger sein. Dem steht aber noch entgegen, dass bisher kein idealer Wasserstoffspeicher gefunden wurde. Ein Team um Yaroslav Filinchuk von der UniversitĂŠ Catholique de Louvain, Belgien, und Torben R. Jensen von der Universität Aarhus. Dänemark, haben ein neues Material entwickelt, das H2 auf zwei Weisen speichern kann: chemisch gebunden und physikalisch adsorbiert. Es handelt sich um eine neue hochporĂśse Form von Magnesiumborhydrid â&#x20AC;&#x201C; (Mg(BH4)2 â&#x20AC;&#x201C;, das erste Leichtmetall-Hydrid, das wie ein Metall-organisches GerĂźst porĂśs und in der Lage ist, molekularen Wasserstoff zu speichern. Magnesiumborhydrid ist eines der vielversprechendsten Materialien fĂźr die chemische Wasserstoffspeicherung, denn es gibt Wasserstoff bereits bei relativ niedrigen Temperaturen ab und enthält einen hohen Gewichtsanteil Wasserstoff (ca. 15 %). Bisher waren zwei Modifikationen, a und ss, bekannt. Den Forschern ist es nun gelungen, eine weitere, als -Form bezeichnete Modifikation herzustellen. Das Porenvolumen macht etwa 33 % der Struktur aus. Dabei sind die Kanäle breit genug, um kleine GasmolekĂźle wie Stickstoff, Dichlormethan und vor allem Wasserstoff aufzunehmen und zu speichern. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Angewandte Chemie vor. Interessanterweise verwandelt sich das Material bei hohem Druck in ein verschachteltes, nichtporĂśses GerĂźst, das eine um fast 80 % hĂśhere Dichte hat. http://filinchuk.com/

ZHAW: 423 neue Studierende An der ZĂźrcher Hochschule fĂźr Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil haben jetzt 423 neue Studierende ihr Studium in Biotechnologie, Chemie, Lebensmitteltechnologie, Umweltingenieurwesen oder Facility Management aufgenommen, welches sie mit dem ÂŤBachelorÂť-Titel abschliessen wollen. Im Vorjahr waren es 419. Die BegrĂźssung der Studierenden am 12. September, eine Woche vor dem offiziellen Semesterbeginn, wurde auch dieses Jahr aufgrund der hohen Anzahl an Neueintritten parallel an zwei Standorten durchgefĂźhrt. ÂŤEine neue Welt des Wissens wartet auf Sie und erĂśffnet Ihnen interessante Perspektiven fĂźr die ZukunftÂť, so Prof. Dr. Urs Hilber, Direktor des Departements Life Sciences und Facility Management in Wädenswil in seiner Ansprache im Campus GrĂźental. Im Campus Reidbach begrĂźsste die neue Leiterin Studium, Dr. Diyana Petrova, die Erstsemestrigen. Neueintritte Studierende per Semesterbeginn 2011: â&#x2013; Biotechnologie: 54 â&#x2013;  Chemie: 49 â&#x2013;  Facility Management: 83 â&#x2013;  Lebensmitteltechnologie: 75 â&#x2013;  Umweltingenieurwesen: 162 â&#x2013;  Total: 423. www.zhaw.ch

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Nanomaterialien: in vitro ungeeignet fßr Karzinogenitätstests Daten, die im Reagenzglas gewonnen werden, eignen sich nicht, um sichere Aussagen ßber die Krebs erzeugende Wirkung von Nanomaterialien, Feinstäuben und Fasern beim Menschen zu machen. Zu diesem Ergebnis kommt der Forschungsbericht Bedeutung von In-vitro-Methoden zur Beurteilung der chronischen Toxizität und Karzinogenität von Nanomaterialien, Feinstäuben und Fasern, den die deutsche Bundesanstalt fßr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt verÜffentlicht hat. Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass sich ßber alle Studien und Stäube hinweg keine klare Korrelation zwischen der Wahrscheinlichkeit positiver Befunde der In-vitro-Versuche und den Befunden aus Langzeit-Tierversuchen und epidemiologischen Befunden finden lässt. Die Auswertung von 179 Datensätzen zu GBS, Nanomaterialien und sonstige Stäube zeigt eher einen statistischen Zusammenhang mit der Art des Auftraggebers oder Labors (Üffentlich oder privat) als mit chemisch-physikalischen Partikeleigenschaften.www.baua.de/publikationen

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filtrat

SEKULAB

Durch Weiterbildung einen Schritt voraus E in sich stetig und immer rascher änderndes berufliches Umfeld stellt hohe Anforderungen an jeden von uns. Regelmässige Weiterbildung ist daher unabdingbar und gibt die Möglichkeit, sich beruflich weiter zu entwickeln. Sekulab als unabhängige Organisation hilft dabei, diese Herausforderung anzunehmen und sich optimal darauf vorzubereiten. Die Sekulab kann auf langjährige Erfahrung in der Organisation und Durchführung von fachspezifischen Kursen für das Laborpersonal zurückgreifen. Ende 2009, nach Auflösung des Schweiz. Laborpersonal-Verbandes, wurde die gesamte Weiterbildung in eine eigen-

ständige Organisation überführt. Ziel der Sekulab ist, eine gezielte, fachspezifische und optimal auf das Laborpersonal abgestimmte Weiterbildung zu vernünftigen Preisen anzubieten, wobei für Mitglieder angeschlossener Berufsverbände und Firmen bei Mehrfachbuchungen spezielle Konditionen gelten. Auch 2012 wird wieder ein reichhaltiges Kursprogramm angeboten. Dieses reicht von praktischen Anwendungen in der Instrumentalanalytik bis zu theoretischen Anwendungen im Laborumfeld. Dabei haben Themen im Bereich der Gas- und Flüssigchromatografie sowie der Spektroskopie einen grossen Stellenwert. Spezifisch wird auch auf die Interpretation von Spektren eingegangen. Diese Kurse decken einen grossen Bereich der täglichen Arbeit im analytischen Labor ab und führen Sie von den Grundlagen bis zu spezifischen Anwendungen. Daneben sind allgemeine Kurse zur Struk-

turaufklärung, Statistik, Versuchsplanung und anderen Themen eine ideale Ergänzung und sprechen ein breites Publikum an. Gerade im modernen Laborumfeld wird die Qualitätssicherung zu einem immer wichtigeren Thema. In spezifischen Kursen erhalten Sie das notwendige Wissen, um die entsprechenden Massnahmen in ihrem Umfeld effizient umzusetzen. Biologen unter ihnen finden interessante Kurse im Bereich der therapeutischen Proteine, der Zellkulturen sowie der Pharmakologie und Toxikologie. Das Kursprogramm wird stetig erweitert. Eine vollständige Übersicht gibt Ihnen die im Oktober erscheinende Kursbroschüre 2012. Das gesamte Programm sowie aktuelle Informationen und weitere nützliche Links finden sich auch auf der Internetseite von Sekulab. Kurse für Gruppen können auf Anfrage auch in Ihrer Firma durchgeführt und individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden. www.sekulab.ch

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KALENDER 11.–13. Oktober 2011 Biotechnica, Hannover Veranstalter: Deutsche Messe Messegelände D-30521 Hannover Telefon +49 (0)511 89-0 Fax +40 (0)511 89-32292 www.biotechnica.de

11.–13. Oktober 2011 Powtech/Technopharma, Nürnberg Veranstalter: NürnbergMesse GmbH Projektleitung Powtech Messezentrum D-90471 Nürnberg Telefon +49 (0)911 86 06-89 40 Fax +49 (0)911 86 06-82 81 www.powtech.de

18. Oktober 2011 Modellierung und Berechnung von Klebeverbindungen, Seminar, Mannheim Veranstalter: ISGATEC Akademie Thomas Hambrecht Am Exerzierplatz 1A D-68167 Mannheim Telefon 0049 (0)621/717 68 88Fax 0049 (0)621/717 68 88-8 thambrecht@isgatec.com www.isgatec.de

18.–20. Oktober 2011 Rad Tech Europe 2011, Basel UV/EB – Green Technology for Innovation, Ausstellung und Kongress, in Kooperation mit Rad Tech Europe Association

Veranstalter: Vincentz Network GmbH & Co. KG Events Division Plathnerstrasse 4c D-30175 Hannover Telefon +49 (0)511 99 10 273 Matthias.Janz@vincentz.net www.european-coatings.com/radtec

NL-1100 AS Amsterdam Z.O. Telefon +31 (0)20 40 99 544 Fax +31 (0)20 36 32 616 cphi@ubm.com www.cphi.com

1. November 2011 Protein- und Peptid-Identifizierung/ Charakterisierung Anmeldeschluss: 7. Oktober 2011 Veranstalter: SEKULAB, Weiterbildung Postfach 28 CH-4448 Läufelfingen Telefon +41 622 99 28 07 Mobil 079 330 49 66 dany.christen@bluewin.ch www.sekulab.ch

2. November 2011 Mikroben-Bestimmung und -Klassierung mittels MALDI MS Anmeldeschluss: 7. Oktober 2011 Veranstalter: SEKULAB, Weiterbildung (Adresse siehe oben)

7./8. November 2011 Einführung in die Biomarkerforschung – Identifikation, Validierung, kritische Punkte, Patentierung (Kurs 175/11) Villingen-Schwenningen Leitung: PD Dr. rer. nat. Hans-Peter Deigner Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. Postfach 90 04 40 D-60444 Frankfurt am Main Telefon +49 (0)69 7917-364/-291 fb@gdch.de www.gdch.de/fortbildung2011

7./8. November 2011 Wege aus der Schuldenkrise – Herausforderungen und Perspektiven für Europa und die Schweiz Internationale Tagung, Luzern

18.–21. Oktober 2011 A + A 2011, Düsseldorf Persönlicher Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Fachmesse mit Kongress

Veranstalter: Europa Forum Luzern Geschäftsführung: Dr. Christof Wicki Horwerstrasse 87 CH-6005 Luzern Telefon 041 318 37 87 Fax 041 318 37 10 info@europa-forum-luzern.ch www.europa-forum-luzern.ch

25.–27. Oktober 2011 CPhI Worldwide, Frankfurt Pharmaceutical Networking Event

8./9. November 2011 Markt & Trends, Praxisseminar zum Themenfeld Verpackungen, Berlin Veranstalter: Deutsches Verpackungsinstitut e.V. Kunzendorfstrasse 19wš D-14165 Berlin Telefon +49 (0)30 80 49 858-10 Fax: +49 (0)30 80 49 858-18 www.verpackung.org

Veranstalter: Messe Düsseldorf GmbH Messeplatz D-40474 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 45 60 01 Fax +49 (0)201 36 54 73 25 www.messe-duesseldorf.de

Veranstalter: UBM Live PO Box 12740

Möchten Sie im KALENDER auf eine Veranstaltung hinweisen?

8.–11. November 2011 Grundlagen der allgemeinen und anorganischen Chemie für Kaufleute und Ingenieure 985/11, Frankfurt

Leitung: Dr. Jürgen Hocker Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V Postfach 90 04 40 D-60444 Frankfurt a. Main Telefon +49 69 7917-364/-291 fb@gdch.de www.gdch.de/fortbildung2011

9. November 2011 Silicon – ein Werkstoff «fast» ohne Grenzen, Seminar, Mannheim

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5.–6. Dezember 2011 Polymere - von den Grundlagen bis zur Anwendung (732/11)

Leitung: Prof. Dr. Werner Mormann, Frankfurt Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V (Adresse siehe oben)

17.–20. April 2012 Analytica 23. internationale Leitmesse für Analytik, Labortechnik und Biotechnologie

Veranstalter: ISGATEC Akademie Thomas Hambrecht, Projektmanagement (Adresse siehe oben)

Veranstalter: Messe München GmbH Messegelände D-81823 München Telefon +49 (0)89 949 11488 Fax +49 (0)89 949 11489 info@analytica.de www.analytica.de

10. November 2011 Methodenentwicklung in der GC

9./10. Mai 2012 Labotec Suisse, Fachmesse, Basel

Anmeldeschluss: 10. Oktober 2011 Veranstalter: SEKULAB, Weiterbildung (Adresse siehe 3. Spalte)

23./24. November 2011 Risikoszenarien in der Chemieindustrie – Gefahren erkennen, Stillstand vermeiden, Krisen bewältigen EUROFORUM-Konferenz, Frankfurt Veranstalter: Euroforum Deutschland SE Prinzenallee 3 D-40549 Düsseldorf Telefon +49 (0)211/96 86-33 33 Fax +49 (0)211/96 86-40 00 www.euroforum.de

23./24. November 2011 Bioraffinerie - Stand und Perspektiven der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe (167/11) Leitung: Prof. Dr. Wladimir Reschetilowski, Frankfurt Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V (Adresse siehe oben)

25. November 2011 Methodenvalidierungen in der analytischen Chemie unter Berücksichtigung verschiedener QS-Systeme (523/11) Leitung: Dr. Barbara Pohl, Frankfurt Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V (Adresse siehe oben)

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Veranstalter: EasyFairs Switzerland GmbH Utengasse 44 CH-4058 Basel Telefon 061 228 10 00 Fax 061 228 10 09 www.easyfairs.ch

23./24. Mai 2012 Recycling Technologies Schweiz Fachmesse, Basel Veranstalter: EasyFairs Switzerland GmbH (Adresse siehe oben)

23./24. Mai 2012 Schüttgut Schweiz Fachmesse, Basel

Veranstalter: EasyFairs Switzerland GmbH (Adresse siehe oben)

18.–22. Juni 2012 Achema 2012 30th World Exhibition Congress, Frankfurt Veranstalter: DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.v. Ausstellungskongresse Postfach 15 01 04 D-60061 Frankfurt am Main Telefon +49 (0)69 7564-0 achema@dechema.de www.achema.de

Einsendungen mit den nötigen Angaben an: ralf.mayer@azmedien.ch


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ORGANISCHE SOLARZELLEN

Vom Empa-Labor zum Start-up in China Flexible Dünnschichtsolarzellen haben Chancen, die derzeit gebräuchlichen starren Solarzellen aus Silizium zu ersetzen, unter anderem, weil ihre Herstellung deutlich weniger Rohstoffe benötigt. Die Empa hat vor Kurzem ein neuartiges Funktionsprinzip für organische Solarzellen zum Patent angemeldet. Ein ehemaliger Empa-Forscher will die neuen Zellen nun in einem eigens dafür gegründeten Start-up in China produzieren und vermarkten.

I

m Empa-Patent geht es um eine neuartige Dünnschichtsolarzelle in «Sandwich»Bauweise. Das A und O dabei: Die sogenannte aktive Schicht besteht nicht aus seltenen und daher teuren Elementen, sondern aus synthetischen organischen Farbstoffen, wie sie bereits seit Langem in der analogen Fotografie in den Emulsionen von Farbfilm zum Einsatz kommen. Diese absorbieren das Licht ausserordentlich gut – und wandeln es zudem effizient in Strom um. Und zwar dank einer Empa-Entwicklung, nämlich ultradünne Salzschichten, die zwischen den beiden aktiven Schichten eine Art Grenzfläche bilden. Dadurch erhöht sich der durch Sonneneinstrahlung erzeugte Ladungsfluss – der Strom – zwischen den beiden Schichten drastisch. Und somit auch die Effizienz der organischen Solarzelle, wie Laborversuche eindrücklich gezeigt haben.

Vom Labor- zum Industriemassstab Doch was im Labor einwandfrei funktioniert, lässt sich nicht automatisch in die industrielle Fertigung umsetzen. Denn das «Hochskalieren» vom Labor- auf Industriemassstab erweist sich häufig als kompliziert und aufwendig. Was auch Investoren und Entscheidungsträger in den Unternehmen wissen, deren Unterstützung für diesen Technologietransfer unverzichtbar ist. Dies musste auch Bin Fan erfahren, ein chinesischer Nachwuchsforscher, der an der Entwicklung der neuen Empa-Solarzelle im Rahmen seiner Doktorarbeit beteiligt war. Nach seinem erfolgreichen PhD-Abschluss wollte er nämlich die Entwicklung in einer eigenen Firma vorantreiben. Beim Zusammenstellen seines Businessplans fand er zwar im «glaTec» die nötige Unterstützung; der Business-Inkubator der Empa in Dübendorf fördert Unternehmensgründungen und Innovationsprozesse im Bereich der Material- und Umweltwissenschaften. Doch selbst der beste Businessplan ist ohne Geldgeber nichts wert. Und gerade die waren in der Schweiz für eine Start-up-Gründung nicht zu finden.

Inzwischen beschäftigt er bereits zehn Mitarbeitende und vertreibt nebenbei diverse Verbrauchsmaterialien, die für Solarzellenforschung notwendig sind.

Lizenz schon vor Patentabschluss vergeben Mehr Erfolg mit seiner Idee hatte der junge Chinese in seiner Heimat. Dort werden nachhaltige Energietechnologien im Rahmen der seit 2008 bestehenden «China Greentech Initiative» staatlich gefördert. In einem Business-Wettbewerb setzte sich Bin Fan durch und erhielt einen Förderbeitrag von 12 Millionen Yuan (umgerechnet 1,4 Millionen Franken), mit dem er in seiner Heimatstadt Xiamen die eigene Firma «Weihua Solar» gründete. Neben dem Know-how des Firmengründers ist das wichtigste «Asset» des Jungunternehmens eine Lizenz zur Weiterentwicklung der Solarzelle, die Bin Fan bereits erworben hatte – noch bevor der Empa das hängige Patent überhaupt erteilt worden war. Frank Nüesch, Leiter der Empa-Abteilung «Funktionspolymere», schätzt, dass noch fünf bis zehn Jahre Entwicklungsarbeit nötig sind, bis erste, nach dem neuartigen Prinzip aufgebaute Solarmodule verkauft

werden können. Den Schritt seines einstigen Studenten bewundert er jedenfalls. «Das braucht unter anderem auch einiges an Risikobereitschaft. Wir hätten die weiteren Schritte in unserem Labor nicht machen können.»

China Greentech Initiative Die China Greentech Initiative (www.china-greentech.com) wurde 2008 aufgelegt, um mit staatlicher Unterstützung China zu einem Technologieführer auf dem Gebiet der Umwelttechnik zu machen. Derzeit sind unter dem Dach der Initiative mehr als hundert Organisationen verbunden, die mit mehr als 300 Industriepartnern vernetzt sind – darunter internationale Firmen wie PricewaterhouseCoopers (PWC), Alstom, General Electric, IBM, Panasonic, BP, Bayer und die Bank HSBC. Die Aktivitäten der Initiative sind in sechs Sparten unterteilt: Saubere konventionelle Energie, Erneuerbare Energie, Elektrische Infrastruktur, Effizienz im Gebäudebau, Saubere Transportmittel und Sauberes Wasser. Sie gewährt auf Antrag Fördermittel für Umwelttechnologien – wie etwa für organische Solarzellen. Quelle: Empa Der junge chinesische Wissenschaftler Bin Fan arbeitete an der Empa und gründete in seiner Heimatstadt Xiamen eine eigene Firma namens «Weihua Solar». (Bild: Empa)


bezugsquellen

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ANALYTIK CHEMISCH

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Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

ANLAGENBAU BWB Engineering AG Anlagenbau-u Rohrleitungsbau, Gastechnik, MSRE/Planung Sternenfeldstrasse 8 4127 Birsfelden Tel. +41 61 326 37 37 www.bwb-eng.com

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EISENMANN Anlagenbau GmbH & Co. KG Tübinger Str. 81, Tel. +49 7031 78-0 www.eisenmann.com D-71032 Böblingen info@eisenmann.com JAG Jakob AG, Prozesstechnik Industriestrasse 20 2555 Brügg

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ABWASSERAUFBEREITUNG

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APPARATEBAU/DR UCKBEHÄLTER

ANTRIEBSTECHNIK D-07745 Jena/Germany Fax +49 (0)36 41 77-92 79 www.analytik-jena.com

ELEKTRO MOTOREN WERK BRIENZ AG Mattenweg 1, info@emwb.ch Tel. +41 33 951 31 31 3855 Brienz, www.emwb.ch Fax +41 33 951 34 55

AQura GmbH Rodenbacher Chaussee 4 D-63457 Hanau info@aqura.de

Tel. +49-6181-59-4282 Fax +49-6181-59-3554 www.aqura.de


86

CHEMIE PLUS 10-2011

EMOTT AG Labor für Festkörperanalytik und Elektronenmikroskopie In Grosswiesen 14 Tel. 044 881 20 10 8044 Gockhausen/Zürich Fax 044 881 20 09 GMP zertifiziert www.emott.ch

bezugsquellen

BERATUNG REACH

BRANDSCHUTZ, EXPLOSIONSSCHUTZ

BMG Engineering AG, Effizienz- und Risikoengineering Ifangstrasse 11 Tel. +41 44 732 92 92 8952 Schlieren/ZH Fax +41 44 730 66 22 bmg@bmgeng.ch www.bmgeng.ch

INCOM Explosionsschutz AG Rötzmattweg 105, www.incom-ag.ch Tel. +41 62 207 10 10 4600 Olten, email@incom-ag.ch Fax +41 62 207 10 11

BERATUNG TECHNISCHE

Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com

BR UTSCHRÄNKE/CO 2 -BR UTSCHRÄNKE AUFTRAGSSYNTHESEN Organica Feinchemie GmbH Wolfen Kundensynthesen Gefahrgeneigte Reaktionen, Hochdruckrekationen,Labor – Pilot – Tonnen, GMP FDA geprüft www.organica.de D-06766 Bitterfeld-Wolfen Tel. +49 3494 636 215

Chemgineering Technology AG Güterstrasse 107 Tel. +41 61 467 54 54 4133 Pratteln www.chemgineering.com

BR UT- UND TROCKENSCHRÄNKE

BAKTERIOLOGIE/MIKROBIOLOGIE Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

HUBER.

Tel.+41 32 374 30 30 www.jag.ch

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

BEHÄLTER AUS CHROMNICKEL Tel. 033 334 26 00 Fax 033 336 72 66 www.istinox.ch

BTC Speciality Chemical Distribution SAS Klybeckstrasse 141 Tel. +41 44 781 94 14 / 94 17 4057 Basel Fax +41 44 781 94 12 e-solutions.fr@btc-europe.com www.btc-fr.com

André Ramseyer AG Industriestrasse 32 3175 Flamatt info@ramseyer.ch

Tel. +41 31 744 00 00 Fax +41 31 741 25 55 www.ramseyer.ch

TECHEMA AG 4105 Biel-Benken info@techema.ch

Tel. +41 61 381 45 09 www.techema.ch

KASAG Langnau AG Hohgantweg 4, info@kasag.ch 3550 Langnau, www.kasag.ch

Striko Verfahrenstechnik W. Strickfeldt & Koch GmbH Tel. +49 2261 9855-0 Fax +49 2261 724-88 mischer@striko.de www.striko.de Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

Georg Utz AG 5620 Bremgarten info@ch.georgutz.com

Tel. +41 61 381 45 09 www.techema.ch

BIG-BAG-BEFÜLL- UND ENTLEERSTATIONEN Tel. 056 648 77 11 www.georgutz.com

VIA AG, Engineering Mühlemattstrasse 32 4112 Bättwil-Flüh info@viaag.ch

BEHÄLTER UND ROHRE, G LASFASER

BIOTECHNOLOGIE

ROTAVER Emmentalerstrasse 100 3432 Lützelflüh info@rotaver.ch

Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

Tel. +41 34 460 62 62 Fax +41 34 460 62 63 www.rotaver.ch

BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

Verfahrenstechnik

TECHEMA AG 4105 Biel-Benken info@techema.ch

BEHÄLTER AUS KUNSTSTOFF

CHEMIE- UND BIOSENSOREN C-Cit AG, Center for Chemical Information Technology Einsiedlerstrasse 29 Tel. +41 43 477 85 55 8820 Wädenswil Fax +41 43 477 85 57 info@c-cit.ch www.c-cit.ch

CHROMATOGRAPHIE

BERSTSICHER UNGEN

BEHÄLTERBAU

IG Instrumenten-Gesellschaft AG Räffelstrasse 32 Tel. +41 44 456 33 33 8045 Zürich Fax +41 44 456 33 30 igz@igz.ch www.igz.ch

CHEMIEDISTRIBUTION

BERSTSCHEIBEN

committed to science

IST-Edelstahl-Anlagenbau AG Schorenstrasse 54 CH-3645 Thun-Gwatt ist@istinox.ch

JAG Jakob AG, Prozesstechnik Industriestrasse 20 2555 Brügg

HUBER. committed to science

Tel. +41 61 313 26 25 Fax +41 61 313 26 52 www.viaag.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

CHROMATOGRAPHIE-DATENSYSTEME (CDS) DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

CHROMATOGRAPHIE, IONEN Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com


bezugsquellen

CHROMATOGRAPHIE-SÄULEN

DICHTUNGEN

DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

NT K+D AG Fabrikweg 10 8634 Hombrechtikon info@ntkd.ch

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

Tel. +41 55 254 54 54 Fax +41 55 254 54 55 www.ntkd.ch

DISPERGIERAPPARATE UND -MASCHINEN

SEBIO GmbH Geissbrunnenweg 14 4452 Itingen info@sebio.ch

Tel. +41 61 971 83 44 Fax +41 61 971 83 45 www.sebio.ch

KINEMATICA AG Luzernerstrasse 147 a, 6014 Littau/Luzern info@kinematica.ch

Tel. +41 41 259 65 65 Fax +41 41 259 65 75 www.kinematica.ch

K-Tron (Schweiz) AG Industrie Lenzhard Tel. +41 62 885 71 5702 Niederlenz, Fax +41 62 885 71 80, www.ktron.com

CHROMATOGRAPHIE-SYSTEME BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch

André Ramseyer AG Industriestrasse 32 3175 Flamatt info@ramseyer.ch

Tel. +41 31 744 00 00 Fax +41 31 741 25 55 www.ramseyer.ch

Tel. +41 31 720 56 56 Fax +41 31 720 56 55 www.ffag.ch

DREHKOLBENPUMPEN ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

DOSIERGERÄTE Schenck Process GmbH Pallaswiesenstrasse 100 Tel. +49 61 51-15 31 11 19 D-64293 Darmstadt Fax +49 61 51-15 31 20 72 Light@schenckprocess.com www.schenckprocess.com

Alldos International AG Schönmattstrasse 4 CH-4153 Reinach alldos.ch@alldos.com

Tel. 033 334 26 00 Fax 033 336 72 66 www.istinox.ch

Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

DR UCKLUFT-MEMBRANPUMPEN ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

schubag Pumpen, Systeme, Projektierung, Service, Diagnostik Frauenfelderstrasse 47 b Tel. +41 52 762 22 21 8266 Steckborn www.schubag.ch

DOSIERPUMPEN ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

IST-Edelstahl-Anlagenbau AG Schorenstrasse 54 CH-3645 Thun-Gwatt ist@istinox.ch

KASAG Langnau AG Hohgantweg 4, info@kasag.ch 3550 Langnau, www.kasag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch Tel. +41 61 717 55 55 Fax +41 61 717 55 10 www.grundfosalldos.com

ProMinent, Dosiertechnik AG Trockenloostrasse 85 Tel. +41 44 870 61 11 8105 Regensdorf Fax + 41 44 841 09 73 info@prominent.ch www.prominent.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

DAMPFARMATUREN

FREI Fördertechnik AG Schwarzbachstrasse 26 3113 Rubigen info@ffag.ch

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DR UCKBEHÄLTER DOSIERANLAGEN

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

CHEMIE PLUS 10-2011

DR UCKREDUZIERVENTILE André Ramseyer AG Industriestrasse 32 3175 Flamatt info@ramseyer.ch

Tel. +41 31 744 00 00 Fax +41 31 741 25 55 www.ramseyer.ch

DR UCKFLUSSMESSER Krohne AG Mess- und Regeltechniik info@krohne.ch

Tel. +41 61 638 30 30 www.krohne.com

DÜSEN ROTOTEC AG Luzernstrasse 224c 3078 Richigen

Tel. +41 31 838 40 00 www.rototec.ch

TECHEMA AG 4105 Biel-Benken info@techema.ch

Tel. +41 61 381 45 09 www.techema.ch

SPIRAX SARCO AG, Regelgeräte und Armaturen Gustav-Maurerstrasse 9 Tel. +41 44 396 80 00 8702 Zollikon www.SpiraxSarco.ch

Düsen-Schlick GmbH, Allerfeinste Düsentechnologie Hutstrasse 4 Tel. +49 9565/9481-0 D-96253 Untersiemau/Coburg Fax +49 9565/2870 info@duesen-schlick.de www.duesen-schlick.de

SSCO-Spraying Systems AG Eichenstrasse 6, 8808 Pfäffikon Tel. +41 55 410 10 60 Fax +41 55 410 39 30, info.ch@spray.com www.ssco.ch

DOSIERTECHNIK

DETONATIONS-SICHER UNGEN Schaer Hitech Hermmanstrass 7 Tel. +41 (0)52 212 01 15 info@schaer-hitech.ch

CH-8400 Winterthur Fax +41 (0)52 212 15 78 www.schaer-hitech.ch

Alltech Dosieranlagen GmbH Abwasserreinigungsanlagen für die Industrie Rudolf-Diesel-Str. 2 www.alltech-dosieranlagen.de D-76356 Weingarten info@alltech-dosieranlagen.de Tel. +49-7244-70260 Fax +49-7244-702650

ELEKTROPHORESE SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch


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CHEMIE PLUS 10-2011

bezugsquellen

ELEKTROTECHNISCHE UND OPTISCHE SENSOREN

EX-SICHERE MEMBRANPUMPEN (ATEX)

FILTERANLAGEN

Hamilton Bonaduz AG Via Crusch 8 7402 Bonaduz sensors@hamilton.ch

VACUUBRAND GMBH + CO KG 8484 Theilingen leu@vacuubrand.de

WESCO-KELLER-Entstaubungstechnik AG 9320 Arbon www.wesco.ch Tel. +41 71 447 19 60 entstaubung@wesco.ch Fax +41 447 19 61

Tel. +41 81 660 60 60 Fax +41 81 660 60 70 www.hamiltoncompany.com

Tel. +41 52 384 01 50 www.vacuubrand.com

EX-SICHERE MESS- UND REGELTECHNIK ENTSTAUBUNGSANLAGEN WESCO-KELLER-Entstaubungstechnik AG 9320 Arbon www.wesco.ch Tel. +41 71 447 19 60 entstaubung@wesco.ch Fax +41 447 19 61

PEPPERL + FUCHS AG Sägeweg 7 2557 Studen info@ch.pepperl-fuchs.com

Tel. +41 32 374 76 87 Fax +41 32 374 76 78 www.pepperl-fuchs.ch

FARBMESSUNG (FLÜSSIGKEITEN)

ETIKETTEN Kern-Etiketten AG Grubenstrasse 4 8902 Urdorf info@kernetiketten.ch

Tel. +41 43 455 60 30 Fax +41 43 455 60 33 www.kernetiketten.ch

EXPLOSIONSSCHUTZ R. STAHL Schweiz AG Explosionsschutz Brüelstrasse 26 4312 Magden info@stahl-schweiz.ch

Tel. +41 61 855 40 60 Fax +41 61 855 40 80 www.stahl-schweiz.ch

Hach Lange Rorschacherstrasse 30A 9424 Rheineck info@hach-lange.ch

Tel. +41 84 855 66 99 Fax +41 71 886 91 66 www.hach-lange.com

Sigrist-Photometer AG 6373 Ennetbürgen info@photometer.com

Tel. +41 41 624 54 54 www.photometer.com

Tintometer AG Hauptstrasse 2 5212 Hausen/AG info@tintometer.ch

Tel. +41 56 442 28 29 Fax +41 56 442 41 21 www.tintometer.ch

FILTERHILFSMITTEL Schneider Umwelttechnik AG 8472 Winterthur Seuzach info@sut.ch

Tel. +41 52 235 24 24 www.sut.ch

FILTERMEDIEN SEFAR AG, Filtration Solutions 9410 Heiden www.sefar.com Tel. +41 71 898 57 00

FILTERTECHNIK Filter Spares Service by INFOLABEL AG Grossrietstrasse 7 info@filterspares.ch 8606 Nänikon www.filterspares.ch

FEINMECHANIK/LABORAPPARATE Rudolf Wechsler Gartenstrasse 5 4127 Birsfelden/BL

Tel. +41 61 312 09 49 Fax +41 61 312 09 34

FILTRATIONSSYSTEME DrM, Dr. Müller AG Fundabac®-Filter 8708 Männedorf

Tel. +41 44 921 21 21 www.drm.ch

FESTPHASENEXTRAKTION EXPLOSIONSSCHUTZ, EX-GERÄTE (ATEX) BARTEC Engineering + Services AG Hinterbergstrasse 28 Tel. +41 41 747 27 27 6330 Cham Fax +41 41 747 27 28 info@bartec.ch www.bartec.ch Parkem AG MotionControl Täfernstrasse 37 5405 Baden-Dättwil info@parkem.ch

PEPPERL + FUCHS AG Sägeweg 7 2557 Studen info@ch.pepperl-fuchs.com

Tel. 056 493 38 83 Fax 056 493 42 10 www.parkem.ch/atex

Tel. +41 32 374 76 87 Fax +41 32 374 76 78 www.pepperl-fuchs.ch

schubag Pumpen, Systeme, Projektierung, Service, Diagnostik Frauenfelderstrasse 47 b Tel. +41 52 762 22 21 8266 Steckborn www.schubag.ch

EX-GESCHÜTZTE INDUSTRIESAUGER Tel. +41 61 313 26 25 Fax +41 61 313 26 52 www.viaag.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

FILTERPAPIER SEBIO GmbH Geissbrunnenweg 14 4452 Itingen info@sebio.ch

Tel. +41 61 971 83 44 Fax +41 61 971 83 45 www.sebio.ch

FIBEROPTIK-SCHAUGLASLEUCHTEN Max Müller AG 4123 Allschwil Hagmattstrasse19 blt@maxmuellerag.com

EXZENTERSCHNECKENPUMPEN

VIA AG, Engineering Mühlemattstrasse 32 4112 Bättwil-Flüh info@viaag.ch

BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 61 487 92 92 Fax +41 61 487 92 99 www.maxmuellerag.com

FILTER 3M (Schweiz) AG, Ligacon-Cuno Division 8317 Tagelswang Tel. +41 52 354 20 00 info@ligacon.ch www.ligacon.ch Sefil tec Separation- und Filtertechnik Engineering Langmattstrasse 10 Tel. +41 43 411 44 77 8182 Hochfelden Fax +41 43 411 44 78 info@sefiltec.com www.sefiltec.com

SF-Filter AG 8184 Bachenbülach www.sf-filter.com

FLAMMENSPERREN André Ramseyer AG Industriestrasse 32 3175 Flamatt info@ramseyer.ch Schaer Hitech Hermmanstrass 7 Tel. +41 (0)52 212 01 15 info@schaer-hitech.ch

Tel. +41 31 744 00 00 Fax +41 31 741 25 55 www.ramseyer.ch CH-8400 Winterthur Fax +41 (0)52 212 15 78 www.schaer-hitech.ch

FLANSCHEN NACH DIN, EN, ASME ANGENSTEIN AG – Norm- und Sonderflansche Hauptstrasse 190 Tel. +41 61 756 11 11 4147 Aesch Fax +41 61 756 11 01 www.angenstein.ch info@angenstein.ch

Tel. +41 44 864 10 68 Fax +41 44 864 14 58


bezugsquellen

FÖRDERTECHNIK FREI Fördertechnik AG Schwarzbachstrasse 26 3113 Rubigen info@ffag.ch

Tel. +41 31 720 56 56 Fax +41 31 720 56 55 www.ffag.ch

CHEMIE PLUS 10-2011

89

GASGEMISCHE, SPEZIALGASE

HOCHDR UCKTECHNIK

Messer Schweiz AG Seonerstrasse 75 5600 Lenzburg info@messer.ch

OLAER (SCHWEIZ) AG Bonnstrasse 3 Tel. +41 26 492 70 00 3186 Düdingen Fax +41 26 492 70 70 info@olaer.ch www.olaer.ch Engineering, Verkauf und Service von Produkten und Systemen für das Speichern, Kühlen und Filtrieren von Flüssigkeiten und Gasen

Tel. +41 62 886 41 41 Fax +41 62 886 41 00 www.messer.ch

FT-IR BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

GASMESS- UND WARNGERÄTE Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

CONTREC AG Riedstrasse 6 8953 Dietikon info@contrec.ch

Tel. +41 44 746 32 20 Fax +41 44 746 32 29 www.contrec.ch

GASVERBRENNUNGS-ANLAGEN (FACKELN) Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

Schaer Hitech Hermmanstrass 7 Tel. +41 (0)52 212 01 15 info@schaer-hitech.ch

CH-8400 Winterthur Fax +41 (0)52 212 15 78 www.schaer-hitech.ch

GASWÄSCHER, GLASFASERVERSTÄRKT FT-NIR Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

FLUORESZENZ-SPEKTROSKOPIE HORIBA Jobin Yvon GmbH D-82008 Unterhaching Tel. +49 89-462 31 70 info-sci.de@horiba.com www.horiba.com/de/scientific/

FÜLLSTAND aquasant-mt SWITZERLAND Aquasant Messtechnik AG Aquasant mesure technique SA 4416 Bubendorf Tel. +41 61 935 50 00 info@aquasant-mt.com www.aquasant-mt.com Krohne AG Mess- und Regeltechniik info@krohne.ch

Tel. +41 61 638 30 30 www.krohne.com

PEPPERL + FUCHS AG Sägeweg 7 2557 Studen info@ch.pepperl-fuchs.com

Tel. +41 32 374 76 87 Fax +41 32 374 76 78 www.pepperl-fuchs.ch

GABELSTAPLER EX-GESCHÜTZT HKS Fördertechnik AG Gabelstapler Tel. +41 52 305 47 47

Explosionsgeschützt www.hks-hyster.ch

ROTAVER Emmentalerstrasse 100 3432 Lützelflüh info@rotaver.ch

Tel. +41 34 460 62 62 Fax +41 34 460 62 63 www.rotaver.ch

HACCP/HYGIENEMONITORING CAS Clean-Air-Service AG Reinluftweg 1 9630 Wattwil info@cas.ch

Tel. +41 71 987 01 01 Fax +41 71 987 01 11 www.cas.ch

HOCHDR UCKPUMPEN ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

HPLC- & UHPLC-ANLAGEN BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

GCMC/GASCHROMATOGRAPHIE LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch

HPLC-ANLAGEN- UND ZUBEHÖR DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

KNAUER Hegauer Weg 38 D-14163 Berlin CH: flowspek AG, 4057 Basel

Tel. +49 30 809 7270 www.knauer.net Tel. +41 61 695 9696

GFK-KUNSTSTOFFROSTE

LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

PcP. Sicherheitsroste GmbH, Stahl- und Edelstahlverarb. Duisbergstrasse 13 Tel. +49 23 38/91 81-0 D-58339 Breckerfeld Fax +49 23 38/34 01 www.sichernachoben.de

SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch

GC-MS/GASCHROMATOGRAPHIE BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

GASE/GASVERSORGUNG

GFK-ROHRE UND BEHÄLTER

Carbagas Hofgut 3073 Gümligen info@carbagas.ch

HUBER Kunststoffwerk AG Gewerbestr. 3, Postfach 16 5426 Lengnau info@huber-lengnau.ch

Tel. +41 31 950 50 50 Fax +41 31 950 50 51 www.carbagas.ch

HYGIENEPALETTEN Tel. 056 266 40 80 Fax 056 266 40 81 www.huber-lengnau.ch

Georg Utz AG 5620 Bremgarten info@ch.georgutz.com

Tel. 056 648 77 11 www.georgutz.com


90

CHEMIE PLUS 10-2011

ICP-MS

bezugsquellen

IONENTAUSCHER/REGENERATION

LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

ICP-OES LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

HUBER.

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

Bruker Optics GmbH 8117 Fällanden ZH optics@bruker.ch

Tel. 044 825 95 39 www.brukeroptics.com

LABORBAU/-EINRICHTUNGEN

Atlas Copco (Schweiz) AG Büetigenstr. 80 Tel. +41 32 374 14 02 2557 Studen Fax +41 32 374 12 97 kompressoren@ch.atlascopco.com www.atlascopco.ch

Hügli-Labortec AG Laboreinrichtungen + Labormesstechnik Hauptstrasse 2 Tel. +41 71 311 27 41 9030 Abtwil/SG Fax +41 71 311 41 13 info@hugli-labortec.ch www.hugli-labortec.ch

Kaeser Kompressoren AG Grossäckerstrasse 15 8105 Regensdorf info.swiss@kaeser.com

Tel. +41 44 871 63 63 Fax +41 44 871 63 90 www.kaeser.com

André Ramseyer AG Industriestrasse 32 3175 Flamatt info@ramseyer.ch

Tel. +41 44 451 14 00 Fax +41 44 451 20 22 www.abecon.ch

Glastechnik Rahm 4132 Muttenz info@glastechnikrahm.ch

Tel. +41 61 461 07 77 www.glastechnikrahm.ch

SCHOTT Schweiz AG St.-Josefen-Strasse 20 9001 St.Gallen info.schweiz@schott.com

Tel. +41 71 274 42 14 Fax +41 71 274 42 43 www.schott.com/schweiz

LADEEINHEITENSICHER UNG FÄSSER UND PALETTE

KUNSTSTOFFAPPARATEBAU ANGENSTEIN AG Hauptstrasse 190 4147 Aesch www.angenstein.ch

LABORGLAS/PRÄZISIONS- UND STANDARDGLASROHRE

Tel. +41 31 744 00 00 Fax +41 31 741 25 55 www.ramseyer.ch

schubag Pumpen, Systeme, Projektierung, Service, Diagnostik Frauenfelderstrasse 47 b Tel. +41 52 762 22 21 8266 Steckborn www.schubag.ch

Abecon AG Friesenbergstrasse 108 8055 Zürich info@abecon.ch

Tel. +41 44 922 81 11 Fax +41 44 922 81 12 www.tecan.com

KOMPRESSOREN 100 % ÖLFREI

KREISELPUMPEN

INFRAROT-STRAHLER

Tecan Group Ltd. Seestrasse 103 8708 Männedorf info@tecan.com

committed to science

KONDENSATABLEITER INFRAROT-SPEKTROMETER

LABORAUTOMATISIER UNG

Tel. +41 61 756 11 11 Fax +41 61 756 11 01 info@angenstein.ch

LASITEC Graf-Zeppelin-Str. 22b D-51149 Köln info@lasitec.de

Tel. +49 2203 922 97 0 Fax +49 2203 922 97 5 www.lasitec.de

Rainer GmbH Frankfurter Str. 493 D-51145 Köln info@rainer-gmbh.de

Tel. +49 2203 922 97 0 Fax +49 2203 922 97 5 www.rainer-gmbh.de

INSTANDHALTUNG Johnson Controls GWS GmbH Centralbahnstrasse 4 Tel. +41 61 468 25 39 CH-4002 Basel, peter.harr@jci.com www.jci.com

Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

INSTR UMENTELLE ANALYTIK Analytik Jena AG Konrad-Zuse-Str. 1 Tel. +49 (0)36 41 77-70 info@analytik-jena.de

KUNSTSTOFFARTIKEL

D-07745 Jena/Germany Fax +49 (0)36 41 77-92 79 www.analytik-jena.com

HUBER.

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

committed to science

LADUNGSSICHER UNGSTECHNIK UND MODULARE R ÜCKHALTESYSTEME IM ÜBERSEECONTBBAINER/GEFAHRENGUT

KYROTECHNIK

SPECTRO ANALYTICAL INSTRUMENTS GmbH Boschstrasse 10 Tel. +49 2821 892 2109 D-47533 Kleve Fax +49 2821 892 2210 spectro.info@ametek.com www.spectro.com Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

IONENAUSTAUSCHER Schneider Umwelttechnik AG 8472 Winterthur Seuzach info@sut.ch

Tel. +41 52 235 24 24 www.sut.ch

Tel. +41 31 950 50 50 Fax +41 31 950 50 51 www.carbagas.ch

Rainer GmbH Frankfurter Str. 493 D-51145 Köln info@rainer-gmbh.de

LABORAPPARATE

LADUNGSSICHER UNGSTECHNIK

Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

Rainer GmbH Frankfurter Str. 493 D-51145 Köln info@rainer-gmbh.de

Carbagas Hofgut 3073 Gümligen info@carbagas.ch

HUBER. committed to science

Tel. +49 2203 922 97 0 Fax +49 2203 922 97 5 www.rainer-gmbh.de

Tel. +49 2203 922 97 0 Fax +49 2203 922 97 5 www.rainer-gmbh.de


bezugsquellen

LAGER- UND PROZESSTANKS KASAG Langnau AG Hohgantweg 4, info@kasag.ch 3550 Langnau, www.kasag.ch

MEMBRANANLAGEN Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

LC/MS LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

LEBENSMITTELSCHMIERSTOFFE

MEMBRAFLOW filtration & control systems GmbH Keramik- und Polymermembrananlagen Swiss office:WKL-956 c/o Novartis Areal 9 Badenstrasse Porte 91 Tel. +41 61 631 64 04 4002 Basel Fax +41 61 631 64 05 sohail.mirza@membraflow-filtration.com www.membraflow-filtration.com

Somicon AG WKL-956 c/o Novartis Areal 9 Badenstrasse via Porte 91 Tel. +41 61 631 64 04 4002 Basel Fax +41 61 631 64 05 www.somicon.com jdobler@somicon.com Alles für die Trennung mittels Membranen

ProMinent, Dosiertechnik AG Trockenloostrasse 85 Tel. +41 44 870 61 11 8105 Regensdorf Fax + 41 44 841 09 73 info@prominent.ch www.prominent.ch Tel. +41 56 438 11 40 Fax +41 56 438 11 00 reinraum@wesco.ch

ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

Somicon AG WKL-956 c/o Novartis Areal 9 Badenstrasse via Porte 91 Tel. +41 61 631 64 04 4002 Basel Fax +41 61 631 64 05 www.somicon.com jdobler@somicon.com Alles für die Trennung mittels Membranen

MANAGEMENTBERATUNG QS Engineering AG 4106 Therwil info@qs-engineering.ch

DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

MS/MS LabSolution GmbH Bünenmattweg 24 4148 Pfeffingen info@labsolution.ch

Tel. +41 61 843 94 80 Fax +41 61 843 94 81 www.labsolution.ch

SHIMADZU Schweiz GmbH Römerstrasse 3 4153 Reinach info@shimadzu.ch

Tel. +41 61 717 93 33 Fax +41 61 717 93 30 www.shimadzu.ch

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

Somicon AG WKL-956 c/o Novartis Areal 9 Badenstrasse via Porte 91 Tel. +41 61 631 64 04 4002 Basel Fax +41 61 631 64 05 www.somicon.com jdobler@somicon.com Alles für die Trennung mittels Membranen

NMR Tel. +41 61 722 04 00 www.qs-engineering.ch

MASSENSPEKTROMETER BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

MS

NANOFILTRATION MIKROFILTRATION

MAGNETPUMPEN

Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

MEMBRANFILTER

MESS- UND REGELTECHNIK

WESCO AG Reinraumtechnik 5430 Wettingen www.wesco.ch

91

MOLECULAR

BRUNX AG High-Tec Allrounder für die Lebensmittelindustrie, NSF H1 Tunnelstrasse 6 Tel. +41 55 285 80 80 8732 Neuhaus/SG Fax +41 55 285 80 81

LUFTFILTER

CHEMIE PLUS 10-2011

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

MIKROTITERPLATTEN-INSTR UMENT Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com

MATERIALPR ÜFMASCHINEN TesT KG Bösch 63, Fax +41 41 785 60 15 Tel. +41 41 785 60 10 6331 Hünenberg, test@test-ag.ch www.test-ag.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

MISCHER

OE-SPEKTROMETER

Striko Verfahrenstechnik W. Strickfeldt & Koch GmbH Tel. +49 2261 9855-0 Fax +49 2261 724-88 mischer@striko.de www.striko.de

HORIBA Jobin Yvon GmbH D-82008 Unterhaching Tel. +49 89-462 31 70 info-sci.de@horiba.com www.horiba.com/de/scientific/

MATERIALANALYSE SPECTRO ANALYTICAL INSTRUMENTS GmbH Boschstrasse 10 Tel. +49 2821 892 2109 D-47533 Kleve Fax +49 2821 892 2210 spectro.info@ametek.com www.spectro.com

BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Verfahrenstechnik

MODULARE R ÜCKHALTESYSTEME IM ÜBERSEE-CONTAINER/GEFAHRGUT Rainer GmbH Frankfurter Str. 493 D-51145 Köln info@rainer-gmbh.de

Tel. +49 2203 922 97 0 Fax +49 2203 922 97 5 www.rainer-gmbh.de

SPECTRO ANALYTICAL INSTRUMENTS GmbH Boschstrasse 10 Tel. +49 2821 892 2109 D-47533 Kleve Fax +49 2821 892 2210 spectro.info@ametek.com www.spectro.com Thermo Fisher Scientific (Schweiz AG) 4153 Reinach BL Tel. +41 61 716 77 00 analyze.ch@thermo.com www.thermo.com

OSMOMETER KNAUER Hegauer Weg 38 D-14163 Berlin CH: flowspek AG, 4057 Basel

Tel. +49 30 809 7270 www.knauer.net Tel. +41 61 695 9696


92

CHEMIE PLUS 10-2011

ÖKOTOXIKOLOGIE

bezugsquellen

PLATINARTIKEL

BMG Engineering AG, Effizienz- und Risikoengineering Ifangstrasse 11 Tel. +41 44 732 92 92 8952 Schlieren/ZH Fax +41 44 730 66 22 bmg@bmgeng.ch www.bmgeng.ch

PUMPEN

Johnson Matthey & Brandenberger AG Glattalstrasse 18 Tel. +41 44 307 19 50 8052 Zürich Fax +41 44 307 19 20 info@matthey.com www.johnson-matthey.ch

POLARIMETER PALETTEN AUS KUNSTSTOFF Georg Utz AG 5620 Bremgarten info@ch.georgutz.com

Tel. 056 648 77 11 www.georgutz.com

BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

Tel. +41 71 987 01 01 Fax +41 71 987 01 11 www.cas.ch

PHARMABEHÄLTER KASAG Langnau AG Hohgantweg 4, info@kasag.ch 3550 Langnau, www.kasag.ch

PROBEN-AUFBEWAHR UNG Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com

aquasant-mt SWITZERLAND Aquasant Messtechnik AG Aquasant mesure technique SA 4416 Bubendorf Tel. +41 61 935 50 00 info@aquasant-mt.com www.aquasant-mt.com

PHOTOMETER Tel. +41 84 855 66 99 Fax +41 71 886 91 66 www.hach-lange.com

Sigrist-Photometer AG 6373 Ennetbürgen info@photometer.com

Tel. +41 41 624 54 54 www.photometer.com

Tecan Group Ltd. Seestrasse 103 8708 Männedorf info@tecan.com

Tel. +41 44 922 81 11 Fax +41 44 922 81 12 www.tecan.com

Tintometer AG Hauptstrasse 2 5212 Hausen/AG info@tintometer.ch

Johnson Controls GWS GmbH Centralbahnstrasse 4 Tel. +41 61 468 25 39 CH-4002 Basel, peter.harr@jci.com www.jci.com ROTOTEC AG Luzernstrasse 224c 3078 Richigen

Tel. +41 31 838 40 00 www.rototec.ch

SAWA Pumpentechnik AG Taastrasse 40 CH-9113 Degersheim info@sawa.ch

Tel. +41 71 372 08 08 Fax +41 71 372 08 09 www.sawa.ch

Tel. +41 56 442 28 29 Fax +41 56 442 41 21 www.tintometer.ch

PROZESSAUTOMATION JAG Jakob AG, Prozesstechnik Industriestrasse 20 2555 Brügg

Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com

Delta Zofingen AG Untere Brühlstrass 10 4800 Zofingen info@delta-zofingen.ch

Tel. +41 61 381 45 09 www.techema.ch

Tel. +41 62 746 04 04 Fax +41 62 746 04 09 www.delta-zofingen.ch

PYROLYSE Schaer Hitech Hermmanstrass 7 Tel. +41 (0)52 212 01 15 info@schaer-hitech.ch

CH-8400 Winterthur Fax +41 (0)52 212 15 78 www.schaer-hitech.ch

Tel.+41 32 374 30 30 www.jag.ch

QUALIFIZIER UNG/VALIDIER UNG

PEPPERL + FUCHS AG Sägeweg 7 2557 Studen info@ch.pepperl-fuchs.com

Tel. +41 32 374 76 87 Fax +41 32 374 76 78 www.pepperl-fuchs.ch

QS Engineering AG 4106 Therwil info@qs-engineering.ch

Tel. +41 61 722 04 00 www.qs-engineering.ch

RAMAN-SPEKTROSKOPIE HORIBA Jobin Yvon GmbH D-82008 Unterhaching Tel. +49 89-462 31 70 info-sci.de@horiba.com www.horiba.com/de/scientific/

PROBENVORBEREITUNG

PIPETTEN

TECHEMA AG 4105 Biel-Benken info@techema.ch

PUTZTEXTILIEN

Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

PROZESS-ANALYTIK

Hach Lange Rorschacherstrasse 30A 9424 Rheineck info@hach-lange.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

schubag Pumpen, Systeme, Projektierung, Service, Diagnostik Frauenfelderstrasse 47 b Tel. +41 52 762 22 21 8266 Steckborn www.schubag.ch

PARTIKELZÄHLGERÄTE CAS Clean-Air-Service AG Reinluftweg 1 9630 Wattwil info@cas.ch

ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

DIONEX (Switzerland) AG Solothurnerstrasse 259 4600 Olten dionex-ch@dionex.com

REINRAUMBEKLEIDUNG Tel. +41 62 205 99 66 Fax +41 62 205 99 60 www.dionex.com

WESCO AG Reinraumtechnik 5430 Wettingen www.wesco.ch

Tel. +41 56 438 11 40 Fax +41 56 438 11 00 reinraum@wesco.ch

PIPETIERROBOTER Tecan Group Ltd. Seestrasse 103 8708 Männedorf info@tecan.com

Tel. +41 44 922 81 11 Fax +41 44 922 81 12 www.tecan.com

REINRAUMTECHNIK PR ÜFSYSTEME SPECTRO ANALYTICAL INSTRUMENTS GmbH Boschstrasse 10 Tel. +49 2821 892 2109 D-47533 Kleve Fax +49 2821 892 2210 spectro.info@ametek.com www.spectro.com

Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com


bezugsquellen

WESCO AG Reinraumtechnik 5430 Wettingen www.wesco.ch

Tel. +41 56 438 11 40 Fax +41 56 438 11 00 reinraum@wesco.ch

R ÜHRBEHÄLTER

CHEMIE PLUS 10-2011

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SCHÜTTGUT

KASAG Langnau AG Hohgantweg 4, info@kasag.ch 3550 Langnau, www.kasag.ch

Tel. +41 34 408 58 58 Fax +41 34 408 58 59

JAG Jakob AG, Prozesstechnik Industriestrasse 20 2555 Brügg

Tel.+41 32 374 30 30 www.jag.ch

R ÜHREN, R ÜTTELN, SCHÜTTELN REINRAUMZUBEHÖR WESCO AG Reinraumtechnik 5430 Wettingen www.wesco.ch

Tel. +41 56 438 11 40 Fax +41 56 438 11 00 reinraum@wesco.ch

ALOWAG AG 4153 Reinach BL alowag@alowag.ch

Tel. +41 61 711 66 36 www.alowag.ch

Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

HUBER. committed to science

HUBER.

Tel. +41 61 717 99 77 Fax +41 61 711 93 42 www.huberlab.ch

Kern-Etiketten AG Grubenstrasse 4 8902 Urdorf info@kernetiketten.ch

Tel. +41 43 455 60 30 Fax +41 43 455 60 33 www.kernetiketten.ch

SENSORTECHNIK

REINSTWASSER Huber & Co. AG Kägenstrasse 14 4153 Reinach info@huberlab.ch

SELBSTKLEBE-ETIKETTEN

SAUGFÖRDERGERÄTE/VAKUUMFÖRDERGERÄTE VIA AG, Engineering Mühlemattstrasse 32 4112 Bättwil-Flüh info@viaag.ch

Tel. +41 61 313 26 25 Fax +41 61 313 26 52 www.viaag.ch

ProMinent, Dosiertechnik AG Trockenloostrasse 85 Tel. +41 44 870 61 11 8105 Regensdorf Fax + 41 44 841 09 73 info@prominent.ch www.prominent.ch

committed to science

Thermo Fisher Scientific (Zürich) AG Räffelstrasse 32, Postfach Tel. +41 44 454 12 12 8045 Zürich Fax +41 44 454 12 99 Tél. +41 22 343 21 67 info.labequipment.ch@thermofisher.com www.thermo.com

SFC/SFE SCHAUGLASARMATUREN Max Müller AG 4123 Allschwil Hagmattstrasse19 blt@maxmuellerag.com

Tel. +41 61 487 92 92 Fax +41 61 487 92 99 www.maxmuellerag.com

BRECHBÜHLER AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren sales@brechbuehler.ch

Tel. +41 44 732 31 31 Fax +41 44 730 61 41 www.brechbuehler.ch

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Chemieplus 2011/10  

Oktober 2011-Ausgabe der Chemieplus