Page 1

www.hk-gebaeudetechnik.ch Fachzeitschrift für Energie, Wärme, Strom, Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Gebäudeautomation, Facility Management, Gebäudehülle, Spenglerei, Sicherheit, Sanitärtechnik, Wohnen

12 | 2015 | Dezember

HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

Die Witterung im 3. Quartal 2015

12

Thalmann an zwei intern. Fachmessen 70

Rückblick Kadertag Gebäudetechnik

28

Welttoilettentag 2015

84

Rückblick Güntner-Symposium 2015

52

Der aktuelle Stellenmarkt

94


Editorial |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Wer richtig rechnet, rechnet langfristig ■ Wie eine Gebetsmühle wiederholen wir es: In der Schweiz fallen über 40 % des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen im Gebäudebereich an. Rund 1,5 Mio. Häuser sind energetisch dringend sanierungsbedürftig. Bund und Kantone haben bereits verschiedene Massnahmenpakete geschnürt, um den Energieverbrauch des Gebäudeparks weiter massiv zu senken. Bereits seit 2010 läuft das Gebäudeprogramm. Mit einer Sanierung kann viel bewirkt werden: In einigen Gebäuden sinkt der Wärmebedarf um mehr als die Hälfte. Wird gleichzeitig die herkömmliche Energieversorgung durch erneuerbare Energien ersetzt, leistet dies zusätzlich einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Wie auch bei anderen Bereichen der Umwelt- und Wirtschaftspolitik üblich, klafft bei der Klimapolitik eine Kluft zwischen sehr ambitiösen Vorgaben durch Parlamente und Regierungen und dem Verhalten der einzelnen Akteure. Die Schweiz wird an der internationalen Klimakonferenz in Paris das Reduktionsziel von 50 % weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 vertreten. Jährlich wird hierzulande aber nur gerade 1 % der bestehenden Liegenschaften gebäudetechnisch erneuert. Die Erneuerungsrate am Gebäudepark müsste wesentlich erhöht werden. Dass es nicht schneller vorwärts geht, hat zwei Gründe; a) die Ökonomie und b) mangelndes vernetztes Denken. Zum ersten Motiv: Die relativen Preise sind so, dass es keinen ökonomischen Anreiz gibt, von fossilen Brennstoffen abzulassen. Eine CS-Studie zeigt: Im Vergleich zum Ausgangsszenario (Energiepreise 2010) müssten die Preise für fossile Energieträger um 40 % steigen, damit renditeorientierte Immobilienbesitzer auch im Bestandsbau bei Renovationen eine Wärmepumpenheizung anschaffen (beispielsweise anstelle des Ersatzes eines alten Ölbrenners durch einen neuen). Zum zweiten Motiv: Im Bauwesen herrscht die kurzfristige Betrachtungsweise vor. Alles dreht sich um die Höhe der Investitionskosten bis zum Bauabschluss. Für Architekten und Fachplaner ist die Lebenszyklus-Betrachtung von Gebäuden wenig greifbar, Generalunternehmer bekunden

manuel.fischer@azmedien.ch

ebenso wenig Interesse an einer Langzeitperspektive. Liegenschaftsbetreiber fokussieren auf niedrigen Wartungsaufwand. Hier liefert das Facility-Management mit seinem Fokus auf grösstmögliche Nutzungsflexibilität und auf niedrige Lebenszykluskosten über einen sehr langen Zeitraum durchaus neue Ansätze. Die durchschnittlichen Jahreskosten über den ganzen Lebenszyklus (die Summe aus Installation, regelmässiger Instandhaltung und unregelmässig anfallender Instandsetzung sowie aus laufenden Energiekosten) sind zu vergleichen, um beurteilen zu können: Lohnt sich der Brennwertkessel der neuesten Generation oder eben doch eher eine Wärmepumpenanlage? Lohnt sich eine hochmoderne «Closed Cavity»-Aluminiumelemente-Fassade (CCF, vollständig geschlossener Fassaden-Zwischenraum mit innerer Dreifachverglasung, Sonnenschutz im Zwischenraum) gegenüber einer nachträglich ergänzten zweiten Haut der Gebäudehülle? Fragen mit von Fall zu Fall überraschenden Antworten. Wichtig: Man muss die richtigen Fragen stellen.

Manuel Fischer, Redaktor

1


2

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

4/6

Inhaltsverzeichnis |

Future Cities nah und fern

Kommunale Energiepolitik heisst «lokal handeln, national koordinieren, sich international vernetzen». Am Energietag 2015 in Bern erfuhr man mehr über ehrgeizige Projekte wie das Future-City-Lab in Singapur oder das grösste Solarkraftwerk der Schweiz in Payerne.

Diverse Rubriken

32

Beat Kämpfen: Bauen und Erneuern mit Weitblick, mit Holz + Sonne

Interview mit Beat Kämpfen von Jürg Wellstein: Der mehrfache Solarpreisgewinner und Architekt aus Zürich zeigt mit seinen Leuchtturmprojekten immer wieder die umfassenden Potenziale der Solararchitektur. Beat Kämpfen weiss bestens Bescheid, wie man Gestaltung und moderne Gebäudetechnik verknüpfen kann. Im Rückblick und Ausblick fasst er seine langjährigen Erfahrungen mit Sonne und Holz sowie die markanten technologischen Entwicklungen der letzten Zeit zusammen.

Info

Energie/Wärme/Strom

1 Editorial

4 Future Cities und tatkräftige Gemeinden

36 Rückblick 4. Tagung Solarwärme Schweiz

4 Info

6 2000-Watt-Areale – Labore des Städtebaus

42 Rohrmontage über Autobahnbrücke –

92 Bildungsangebote Gebäudetechnik

8 Mehr Qualität für mehr Menschen

Basis für regionalen Wärmeverbund

93 Agenda

12 Extrem heiss-trockenes Sommerquartal

44 Energiewende: Die Migros ist auf Kurs

93 Impressum

16 Verleihung des Geberit-Preises 2015

47 Produkte

94 Stellenmarkt

27 Swissbau Focus 2016: «Rettung durch Technik?»

US 3 Firmen- und Inserentenverzeichnis

Verbände

Lüftung/Klima/Kälte 52 Kernthema: Kältemittel in der Zukunft 56 Produkte

28 Ziele setzen – wie «zu fünft am Südpol ankommen»

Die Unternehmerseite 30 Effizienzsteigerung im Kundendienst dank Service-Modul

Interview 32 Bauen und Erneuern mit Weitblick – mit Holz und Sonne

Gebäudeautomation 60 Ein Notfallknopf für mehr Sicherheit 62 Produkte


Inhaltsverzeichnis |

36

Wärme direkt von der Sonne

An der 4. Solarwärme-Tagung 2015 in Luzern wurden das Zusammenspiel von politischen Rahmenbedingungen und technischem Fortschritt sowie der Gestaltungswille öffentlicher wie auch privater Entscheidungsträger diskutiert. Der Rückblick von Daniela Wohlgemuth.

44

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

CO2 -Kälteanlagen bei Migros

Die Migros ist auf Kurs bezüglich Energiewende. Im Neubau der Filiale Eglisau mit Migros Supermarkt und Denner mit total 2080 m2 Verkaufsfläche ist seit Frühjahr 2015 eine moderne CO2-Kälteanlage für Gewerbliche Kälte mit interessanten Zusatzfunktionen in Betrieb.

Gebäudehülle/Spenglerei

www.hk-gebaeudetechnik.ch Fachzeitschrift für Energie, Wärme, Strom, Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Gebäudeautomation, Facility Management, Gebäudehülle, Spenglerei, Sicherheit, Sanitärtechnik, Wohnen

12 | 2015 | Dezember

66 Verwachsen mit der Umgebung: ein stolzes Kupfer-Zeltdach am Sarnersee 68 Spengler diskutieren Grundbildungsreform 70 Erfolgreich am Markt dank Innovationen 72 Produkte

Sanitärtechnik Die Witterung im 3. Quartal 2015

74 Kompetent beraten, führen, sich vernetzen 78 Proaktives Pumpenmanagement 82 Das Ergebnis befriedigt alle restlos 84 Das WC – Meilenstein der Zivilisation 85 Produkte

Wohnen 88 Lack und edles Flair 90 Produkte

HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

12

Thalmann an zwei intern. Fachmessen 70

Rückblick Kadertag Gebäudetechnik

28

Welttoilettentag 2015

84

Rückblick Güntner-Symposium 2015

52

Der aktuelle Stellenmarkt

94

Zum Titelbild:

Der dynamische CTA-Vierer erwartet Sie an der Swissbau Basel mit ein paar besonderen Leckerbissen in den Bereichen Klima-Kälte-Wärme-Service wie auch mit feinen «Basler-Läckerli». Unsere langjährige Erfahrung und die damit verbundenen Kenntnisse in energetisch sinnvollen Systemen führen zu nachhaltigen Lösungen. CTA AG Klima – Kälte – Wärme Hunzikenstr. 2, 3110 Münsingen Tel. 031 720 10 00 info@cta.ch, www.cta.ch

74

suissetec-Sanitärtag 2015

Der Sanitärtag 2015 unter dem Motto «Gemeinsam zum Ziel» fokussierte auf die unternehmerische Lösungs- und Zukunftsfähigkeit der Branche. Als Moderatorin führte einmal mehr Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi professionell durch die gut besuchte Veranstaltung.

3


4

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Energietag 2015-Plenum: Energiepolitische Herausforderungen und Strategien – von Singapur bis Payerne

Future Cities und tatkräftige Gemeinden Lokal handeln, national koordinieren, sich international vernetzen, war das Leitmotiv des vom Bundesamt für Energie (BFE) organisierten Energietags, der Ende September 2015 wiederum in Bern stattfand. Dabei wurde klar: Eine vorausschauende kommunale Energiepolitik beflügelt nicht nur die professionellen Anbieter, sondern auch die Bewohner einer Stadt. Manuel Fischer

■ Der Energietag ist üblicherweise in zwei Abschnitte geteilt. Der Nachmittag der diesjährigen Veranstaltung diente dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung in kleinen Gruppen. Kommunale Planer und Entscheider tauschten sich in Kurzreferaten und in Interaktion mit den Seminarteilnehmern zu Erfahrungen und Lösungsstrategien aus. So verschiedene Projekte und Problemfelder wie Mobilitätsmanagement, Energie-Region, Strategiewahl für kommunale Energieversorger und 2000-Watt-Areal waren dieses Mal im Angebot. Der Trägerverein Energiestadt bietet mit dem Energietag immer auch Gelegenheit, neue Mitglieder in die Familie der Energiestädte aufzunehmen. An der Plenums-Veranstaltung am frühen Abend war mehr über energiepolitische Initiativen auf nationalem Niveau und sogar im globalen Kontext zu erfahren.

Future Cities – ein ETH-Stadtlabor in Singapur Gerhard Schmitt, Professor an der ETH Zürich stellte das Projekt «Future City» vor. Das Forschungszentrum «Future Cities Laboratory 1» in Singapur ist eine Novität in der Geschichte der Hochschule; erstmals wurde – auch dank Un-

Der Solarpark «La Boverie» wird im Endausbau eine Fläche von 38 200 m2 mit 23 000 Solarmodulen bedecken. (Quelle: Groupe E Greenwatt SA)

terstützung des dortigen Na-tionalfonds – ein Forschungszentrum ausserhalb der Schweiz eingerichtet. Die Stadtbehörden suchen nach Lösungsansätzen, die negativen Einflüsse anthropogener Energieinputs zu reduzieren. Die Tropenmetropole leidet unter zusätzlich hohen Lufttemperaturen bei anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit. Mit Unterstützung der Stadtbehörden will das Future-City-Lab seine Forschungsthemen zur Stadtökologie mittels Online-Seminaren einem breiteren Publikum näherbringen (mehr Details in einer späteren Ausgabe). Christelle Luisier, die Gemeindepräsidentin von Payerne, setzt hohe Ziele: «Als Gemeinde haben wir keine finanziellen Mittel, um selbst zu investieren. Doch wir öffnen Türen und bringen Investoren und Flächenbesitzer an einen Tisch.»

Nationale Kampagne des Bundes Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamtes für Energie (BFE) und Pro-

grammleiter Energie Schweiz, legte sich ins Zeug für die kürzlich gestartete Plakatkampagne «Energiestadt». Das seit 1991 herausgegebene Label soll in der Öffentlichkeit bekannter werden. Die nationale Energiestrategie brauche Motivatoren, Vorbilder und Ermutigung für ein stetiges etappenweises Vorgehen. In Kürze soll zudem auch eine

Solarkraftwerk «La Boverie» in Zahlen – – – –

Anzahl PV-Module 23 200 Einheiten Installationsfläche 38 300 m2 Installierte Leistung 6 032 kW Jährliche Stromproduktion (geschätzt) 6 Mio. kWh – Reichweite 1300 Haushalte


Info |

Roadshow in neun ausgewählten Energiestädten gastieren. Eine an öffentlichen Plätzen aufgestellte «Wohnbox» soll das Publikum animieren, sich zu den Themen Lebensstil und Energie zu informieren und auszutauschen. Unter den am Energietag mit dem Energiestadt-Label ausgezeichneten Gemeinden befand sich Payerne. Obwohl von bescheidener Grösse, tut sich die Waadtländer Gemeinde öfters hervor mit innovativen Projekten. Die Kleinstadt, immer wieder Brennpunkt der Aviatik, war auch Startpunkt der Weltumrundung mit Bertrand Piccards Solarimpulse.

Kein Geld, aber Führungsstärke Christelle Luisier, die energische Gemeindepräsidentin von Payerne, nahm die Idee eines Bürgers auf und setzte gleich ein ambitioniertes Ziel: In zwei bis drei Jahren soll auf dem Gebiet der Gemeinde so viel Solarstrom produziert werden, um den Stromverbrauch aller 10 000 Einwohner zu decken. Die Stadt selbst investiert nicht. Aber sie

öffnet Türen und bringt die Besitzer von Flächen mit den Investoren an einen Tisch und erledigt Bewilligungsverfahren rasch. Allerdings braucht die Umsetzung der kommunalen Solarstrategie viel Fläche. Payerne geht dabei für die Schweiz ungewöhnliche Wege. Auf einer freistehenden Fläche in der Industriezone «La Boverie», so gross wie zehn Fussballfelder, entsteht nun die grösste Photovoltaik-Stromanlage der Schweiz. Realisiert wird das Projekt vom Unternehmen Groupe E Greenwatt SA. Unter den 23 000 Solarzellen weiden Schafe und halten das Gras kurz. Doch die Bodenanlage am Stadtrand reicht bei Weitem nicht aus. Es fehlt immer noch eine Fläche in der Grösse von nochmals zehn Fussballfeldern, um alle Haushalte mit Solarstrom versorgen zu können. Deshalb müssen auch grosse Dächer dran glauben. Die Gemeinde hat immerhin 250 Dächer ausgemacht mit einer Fläche von über 500 m2, die prinzipiell tauglich für die Installation von Photovoltaikanlagen wären. Dächer von Turnhallen,

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Schulhäusern und Industriegebäuden sind im Fokus, das historische Zentrum soll gemieden werden. Mit 100 000 m2 sollen dereinst 16 Mio. kWh im Jahr zur Verfügung gestellt werden. Bereits sind 40 000 m2 auf der La Boverie-Anlage und 10 000 m2 auf den Dachflächen in Betrieb. Im Ausklang der Tagung galt es denn auch, das energiepolitische Engagement der Gemeinden zu würdigen. Nicht weniger als 86 Gemeinden wurden mit einem Zertifikat «Energiestadt» geehrt, entweder als Erstvergabe oder infolge einer Rezertifizierung. ■ www.energiestadt.ch

5


6

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Energietag 2015-Workshops: Einblicke in energiepolitische Diskussionen auf Gemeindeebene

2000-Watt-Areale – Labore des Städtebaus Am Energietag war für kommunale Planer und Entscheider Gelegenheit, sich zu Erfahrungen in so verschiedenen Projekten und Problemfeldern wie Mobilitätsmanagement, Energie-Region, Strategiewahl für kommunale Energieversorger und 2000-Watt-Areal auszutauschen. Manuel Fischer

■ Der Energietag 2015 startete mit Workshops zu lokalen Initiativen. So erfuhren beispielsweise kommunale Vertreter mehr über die Ziele von 2000Watt-Arealen. Rudolf Hauser-Baumann, erfahrener Experte und Coach für Energieprojekte, zeigte auf, mit welchen Mitteln energiepolitisch ambitiöse Gemeinden hohe Anforderungen an die Energieeffizienz bei der Erschliessung neuer Quartiere stellen können. So kann beispielsweise der behördenverbindliche Gebäudestandard 2015 als Vorgabe genutzt werden, um bei der Vergabe von Land im Baurecht oder beim Landverkauf potenzielle Investoren in die Pflicht zu nehmen. Damit erhalten Gemeinden ein zusätzliches Instrument, die kommunale Entwicklung zu beeinflussen. Bei der Kreierung von 2000-Watt-Arealen können Gemeinden Siedlungserweiterungen oder -erneuerungen in vielen Bereichen beeinflussen. Nicht nur die Qualität im Städtebau muss stimmen, auch der Langsamverkehr soll gefördert und überdies die Mobilität der Einwohner über eine gezielte Umgebungsgestaltung gelenkt werden. Zudem haben die Gemeinden mit dem Gestaltungsplan (oder ähnlich lautenden Sondernutzungsplänen) ein wirkungsmächtiges öffentlich-rechtliches Planungswerkzeug in der Hand, das klug genutzt werden will. Solche Planungsinstrumente sehen den intensive Dialog mit allen Beteiligten in allen Etappen vor (Baulandumlegungen usw.). Das Zusammenspiel zwischen Infrastruktur, energieeffizienter Gebäudetechnik und Mobilität im städtebaulichen Kontext steht im Zentrum und soll im besten Fall innovative Investoren anziehen. Als Lohn der Anstrengung für alle Beteiligten (Investoren, Kommune, Bewohner usw.) winkt das Zertifikat für 2000Watt-Areale, das als zukunftsträchtiges Label vermarktet werden soll.

Griffige Bestimmungen in Gestaltungsplänen Beat Züsli, Energieberater des Büros «Architektur und Energie» aus Luzern, legte

die Wirkungsweise aktuell geltender Sondernutzungspläne auf die Energieeffizienz von Arealen dar. So kann man den Anteil erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser definieren, MinergieStandards für Gebäude-Neubauten vorgeben und auch die Anzahl Parkplätze eingeschränken. «Wir erreichen damit primär die Optimierung der Betriebsenergie von Gebäuden», so seine Einschätzung. Ehrgeizigere Ziele könnten mit diesem Instrumentarium nicht erreicht werden: «Die Mobilität und die genutzte Elektrizität in einer Siedlung werden kaum in Betracht gezogen. Auch das Problem der grauen Energie beim Bau oder der Sanierung von Gebäuden wird nicht berücksichtigt. Es fehlt eine energetische Gesamtbetrachtung.» Die Stadt Luzern machte mit der vom Regierungsrat im Juni 2014 genehmigten neuen Bau- und Zonenordnung einen Schritt in die Zukunft. Gebiete innerhalb der Stadt können nun ausgesondert werden, wonach ein erhöhter Gebäudestandard gelten soll. Gestaltungspläne setzen so wieder energiepolitisch sehr anspruchsvolle Ziele. So muss ein Areal das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» sowohl für die Phasen Entwicklung als auch für den Betrieb erlangen. Falls die Anforderungen in der Betriebsphase nicht erfüllt werden, kann die Stadt von der Bauträgerschaft Verbesserungsmassnahmen verlangen, um das Gütesiegel doch noch zu bekommen. Francine Wegmüller hat die Aufgabe, im Auftrag von «Energie Schweiz» in der Romandie städtische Zonen ausfindig zu machen, die sich für die Entwicklung zu 2000-Watt-Arealen eignen. Als herausragendes Beispiel nannte sie die Industriebranche Lausanne-Malley-Gare. Zentral gelegen, gut erschlossen an den öffentlichen Verkehr, geeignet für eine dichte Bewohnbarkeit eignet sich der Untergrund offenbar auch für Geocooling, also die natürliche Kühlung der Gebäude dank Zwischenspeicherung kühler Luft in Sonden oder Erdregistern.

«Areale im Betrieb»-Zertifikate ab 2016

Klar ist, dass die Gemeinden noch wenig Erfahrung haben, inwiefern solche Vorgaben durchsetzbar sind – vor allem bei Handänderungen auf dem Areal. Zurzeit sind erst acht Areale in der Schweiz nach dem neuen Label «2000Watt-Areale» zertifiziert. Zur Diskussion steht eine Art Monitoring; der Energie- und Wasserbedarf und die Abfallmengen sollen in einem bestimmten Zeitraum gemessen, Bewohner zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt werden. Erstmals sollen «2000-Watt-Areale im Betrieb»-Zertifikate 2016 vergeben werden. Gemäss Heinrich Gugerli, dem Projektleiter 2000-Watt-Areale, bedürfe es noch viel Aufklärungsarbeit. Die Prüfverfahren für das 2000- Watt-Areal-Label verlangen zwar das Mitwirken seitens der Bewohner, lasse aber allzu private Aspekte des Lebens wie Konsum und Ernährung aussen vor.

Gasanbieter vor Herausforderungen Mit dem Fernziel der 2000-Watt-Gesellschaft und der zukünftigen Rolle der kommunalen Energieversorger befasste sich ein weiteres Nachmittags-Seminar. Ursula Stocker, Energiestadt-Beraterin bei Brandes-Energie, hob entscheidende Knackpunkte bei der Realisierung der Energiestrategie 2050 hervor. Denn heute werden hierzulande 13,6 Prozent des Gesamtenergiebedarfs vom fossilen Energieträger Erdgas bereitgestellt. Die

Ursula Stocker, Energiestadt-Beraterin, hob entscheidende Knackpunkte bei der Realisierung der Energiestrategie 2050 für kommunale Energieversorgungs-Unternehmen hervor.


Info |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

um 49 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig ist zunehmender Wettbewerb auf dem Gasmarkt zu erwarten.

Kommunale Versorger (EVU) ohne Strategie

In einigen Städten ist der Anteil des Energieträgers Erdgas an der Wärmeversorgung (Raumwärme und Trinkwarmwasser) noch immer beträchtlich. Im Bild eine Grafik der Stadt Biel: Hier sind es 44 Prozent an der Wärmeversorgung. (Quelle: ESB)

Klimapolitik verlange einen «raschen quantitativen Absenkpfad bei fossilen Energieträgern» wie Heizöl oder Erdgas. 2005 entfiel eine Dauerleistung von 5800 Watt pro Kopf (auf Primärenergiestufe) aus nicht erneuerbaren Energiequellen; bis ins Jahr 2020 soll dieser Leistungsbedarf aus solchen Quellen um 14 Prozent, bis 2035 gar

Die Referentin mahnte an, im ersten Schritt eine Gasstrategie zu formulieren. An geeigneten Standorten sollen Neuerschliessungen geplant, anderswo bestehende Erschliessungen verdichtet und ökologischer ausgestaltet werden. Viele Faktoren im künftigen Energiemarkt sind allerdings für die EVU noch schwierig einzuschätzen, was einem Blick in die Kristallkugel gleicht: Wird Power-to-Gas einen Durchbruch erleben? Wie sieht es aus mit Syngas aus Biomasse? Oder doch lieber Fernwärme? Anlass zur Diskussion gaben im Seminar die von den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) favorisierten Standardlösungen im Sanierungsfall. Der fossile Wärmeenergieträger Erdgas wird in drei MuKEnLösungsansätzen explizit erwähnt; unsicher bleibt die Anrechenbarkeit von Biogas als nicht-fossile Quelle:

• als bivalente Wärmequelle für Spitzenlasten in Kombination mit einem Grundlast-Wärmeerzeuger aus erneuerbaren Quellen (beispielsweise Kombiangebote Solarthermie/Gas), (SL 11) • als Wärme-Kraft-Koppelungs-Antrieb, (SL 6) • als eine mit Erdgas (ganzjährig) angetriebene Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser, (SL 4). Ebenso müssen Liegenschaftseigner über die Energiestrategie kommunaler Energieträger im Bilde sein. In einigen Städten beträgt der Anteil von Erdgas an der Wärmeversorgung (Raumwärme und Trinkwarmwasser) über 40 Prozent. Andrea Wucher, Leiterin Marketing und Vertrieb, bei Energie Service Biel empfahl den EVU, auf eine energieträger-neutrale Langfriststrategie, die Gebäudesanierung wie Nutzerverhalten ebenso berücksichtigt, einzuschlagen und sich als Gesamtdienstleister am Markt zu positionieren. ■ www.energiestadt.ch

7


8

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Familienheim Genossenschaft Zürich (FGZ): Ersatzneubau Grünmatt funktioniert nach Plan

Mehr Qualität für mehr Menschen Die «Energie-VorOrt»-Veranstaltung des Forums Energie Zürich führte Ende September 2015 auf das Gelände der Familienheim Genossenschaft Zürich. Mit den Ersatzneubauten Grünmatt ist ein Vorzeigeprojekt umgesetzt worden, dass auch energetische Highlights umfasst. Jürg Wellstein

■ «Auch als Verfechter guter Sanierungen darf ich bekennen, dass der Ersatzneubau Grünmatt das derzeit beste Resultat in Zürich darstellt, weil alles stimmt.» Mit diesen lobenden Worten begrüsste Beat Kämpfen, Präsident von Forum Energie Zürich (FEZ), die Teilnehmenden an der «Energie-VorOrt»Veranstaltung auf dem Gelände der Familienheim Genossenschaft Zürich (FGZ). Die Weitsicht über die Stadt Zürich ist hier gepaart mit einer Weitsichtigkeit bei Planung und Umsetzung von modernem Wohnraum in Stadtnähe.

Ambitioniertes Leitbild der FGZ Die FGZ liegt am Fuss des Uetlibergs und bietet derzeit 2288 Wohneinheiten für rund 5600 Menschen. Grünmatt ist seit 1989 bereits der vierte Ersatzneubau der FGZ. Der Anteil von Wohnungen mit einem Baujahr älter als 1960 lag Ende 2014 noch bei über 70 %. Bereits 2004 wurde deshalb das langfristig angelegte Bauleitbild von der Genossenschaft verabschiedet. Darin hat man Erneuerungen und Ersatzneubauten festgelegt, somit die weitere Entwicklung für alle Beteiligten berechenbar gemacht und den konkreten Planungsprozess begonnen. So auch für die Grünmatt, eine 1929 erbaute, 64 Reihenhäuser umfassende Siedlung. Diese Gebäude waren eingeschossig, nicht unterkellert und feucht, gleichzeitig wiesen sie grosszügige Gärten auf. Alfons Sonderegger, FGZ-Präsident, sagte: «Ersatzneubauten sind für uns dann angezeigt, wenn die Bausubstanz nicht mehr genügt, die energetische Situation prekär ist oder die Ausnützung des Areals extrem gering ist, wie es bei der Grünmatt der Fall war.» Das Bauleitbild legt anspruchsvolle Vorgaben fest: Die Reduktion des CO2Ausstosses bis 2050 um 90 % ist eines der erklärten Ziele. Die FGZ will dies einerseits mit Ersatzneubauten und Sanierungen, anderseits mit einem Niedertemperaturnetz (Anergienetz) erreichen. Im Herbst 2014 wurde die in Mischbau-

Die Ersatzneubauten der Familienheim Genossenschaft Zürich (FGZ) haben die Grünmatt zum Vorzeigeprojekt gemacht.$

weise aus Beton und Holz erstellte Überbauung Grünmatt an das Niedertemperaturnetz angeschlossen. Zwischen 2012 und 2014 konnten die in Etappen gebauten Reihenhäuser bezogen werden. Sie bieten heute 155 Wohneinheiten (59 Reiheneinfamilienhäuser, 9 Maisonetten, 87 Geschosswohnungen), was einem Plus von 142 % entspricht, sowie Raum für 490

statt früher 197 Menschen (plus 149 %). Und eine beinahe verdreifachte Wohnfläche zeichnet Grünmatt aus, wobei die spezifische Wohnfläche pro Person nur geringfügig zugenommen hat (33 statt 31 m2). Es wohnen heute also mehr Menschen auf derselben Bodenfläche, in guter Qualität und idealer Umgebung für Kinder (autofreie Siedlung).


Info |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Umsetzung Grünmatt bestätigt die Richtung

Die Graber Pulver Architekten AG haben sowohl das Studienauftragsverfahren als auch die Realisierung (2010–2014) geleitet. Alexander Huhle, Partner und Büroleiter in Zürich, erläuterte an der FEZ-Veranstaltung die Konzeption. Die Ersatzneubauten wurden in Holz-Beton-Mischbauweise erstellt:

In der Energiezentrale Friesenberghalde stehen Wärmepumpen im Einsatz, um die im Anergienetz gebotene Wärme für Heizung und Trinkwarmwasser zu nutzen.

Ab den Energiezentralen des schrittweise auszubauenden Anergienetzes werden die einzelnen Gebäude der FGZ mit Wärme versorgt.

Forum Energie Zürich informiert vor Ort Der Verein Forum Energie Zürich ist mit rund 750 Mitgliedern ein Kompetenzzentrum im Bau- und Siedlungsbereich. Sein Ziel besteht in einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Energienutzung während des gesamten Lebenszyklus von Bauten – sowohl im Kanton Zürich als auch in der ganzen Schweiz. Neben einem entsprechenden Weiterbildungsangebot führt das FEZ auch «Energie-VorOrt»-Veranstaltungen durch, die sich im Sommer 2015 auf unterschiedlichste Projekte fokussierte: Vom ETH-Campus auf dem Hönggerberg, über den Zoo Zürich, bis zum Toni-Areal und zur Grünmatt. www.forumenergie.ch

Tiefgarage, Sockelgeschosse und Treppentürme in Ortbeton, die Wände hingegen als vorfabrizierte Holzelemente. Die Loggia-Schicht besteht aus vorfabrizierten Betonelementen, während die eigentlichen Decken als Holz-BetonVerbunddecken gestaltet sind. Auf den Dächern befinden sich PhotovoltaikModule, die jährlich rund 370 MWh Solarstrom erzeugen. Ende September 2015 konnte man bereits 388 MWh verzeichnen. Matthias Kolb, Amstein + Walthert AG, hat als Projektleiter des Niedertemperaturnetzes die Voraussetzungen und Chancen dieses Konzepts erläutert. Zunächst wurde die Machbarkeit untersucht, dabei auf eine erfolgreiche Tie-

9


10

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Mit Unterbrüchen zwischen den Reihenhäusern werden Verbindungen innerhalb der Grünmatt erleichtert.

Die Familienheim Genossenschaft Zürich (FGZ) bietet Raum für Familien.

Matthias Kolb, Amstein + Walthert AG, hat in der Energiezentrale das Konzept des Niedertemperaturnetzes vorgestellt.

fenbohrung Triemli gehofft, gleichzeitig aber auch ein Holzheizwerk ausgeschlossen. Tatsache ist jedoch, dass um die FGZ Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen mit einem Abwärmeangebot vorhanden sind. Deshalb war der Schritt zu einem Anergienetz mit einem Kalt- und einem Warmleiter (2-Leiter-System) nicht mehr weit. Schrittweise wird dieses Netz nun erweitert, um schliesslich alle

Wärmebezüger anschliessen zu können. In der ersten Energiezentrale (Friesenberghalde) stehen Wärmepumpen mit Ammoniak als Arbeitsmittel und einer Leistung von 2 MW im Einsatz. Als Spitzenlastdeckung kann ein Ölkessel mit 1 MW Leistung in Betrieb gesetzt werden. Dies bei einem Bivalenzpunkt von ca. 0 °C. Die Netztemperatur liegt zwischen 8 und 25 °C, sodass Rohre ohne Wärmedämmung einge-

setzt werden können. Einer der Erdwärmespeicher befindet sich unter den Neubauten der Grünmatt. Hier sind 152 Erdwärmesonden mit rund 250 Tiefe erstellt worden. Im Endausbau sollen dem Anergienetz insgesamt drei Speicher zugeordnet sein. Und der Anteil fossiler Energieträger bei der FGZ nur noch 10 % betragen, um die noch vorhandenen Altbauten zu betreiben.

Das Anergienetz wird schrittweise erweitert, um die Energieversorgung der FGZ mit Abwärme und Erdwärmespeicher versorgen zu können. (Bild: Amstein + Walthert AG)


Info |

IM NOTFALL n BEI HEIZUNGSSANIERUNGEN n ZUR BAUAUSTROCKNUNG n VON 22 kW BIS 1'400 kW n DIE ERFAHRUNG DER ERFINDER MIT DEM ENGAGEMENT EINES FAMILIENBETRIEBS – SEIT 1990

Betriebszahlen der Energiezentrale seit Inbetriebnahme. (Bild: FGZ / Amstein + Walthert AG)

VERMIETUNG MOBILER HEIZ- UND WARMWASSERZENTRALEN GROSSÄCHERSTRASSE 23 | CH-8104 WEININGEN ZH T 044 750 66 50 | F 044 750 17 10 | INFO@WAERMEMOBIL.CH

Der Energiebedarf der FGZ soll durch gezielte Massnahmen vermindert und die fossilen Energieträger nur noch für Altbauten eingesetzt werden. (Bild: FGZ / Amstein + Walthert AG)

Wohnungen für alle Altersgruppen

Alfons Sonderegger konnte zusammenfassend bestätigen, dass Ersatzneubauten helfen, die Angebotspalette zu vergrössern. Diese ermöglichen neben der Ausrichtung auf Familien auch mehr barrierenfreie Wohnungen (mit Lift), welche sich für das Wohnen in der Nachkinderphase, also im Alter eignen. Ersatzneubau-Wohnungen sind mietzinsmässig zwar teurer als Altbauwohnungen, doch dank Kostenmiete gleicht sich das über die Jahre wieder an. Für die FGZ ist wichtig, dass eine gute Balance zwischen günstigen Altwohnungen und teureren neuen Wohnungen bestehen bleibt. ■ Informationen Familienheim Genossenschaft Zürich (FGZ): www.fgzzh.ch


12

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Die Witterung im 3. Quartal 2015: Juli, August, September

Extrem heiss-trockenes Sommerquartal

Die Hitze wurde jeweils nur kurz durch Gewitter unterbrochen, wie hier am Morgen des 8. Juli am Bodensee, Rorschacherberg SG.

Andreas Walker

■ Juli 2015 brachte Rekordhitze Der Juli war in vielen Gebieten der heisseste Monat seit Messbeginn im Jahr 1864 und extrem trocken. Der Monat startete mit einer der extremsten Hitzewochen seit dem Messbeginn vor über 150 Jahren. Dabei erreichte die durchschnittliche TagesmaximumTemperatur in den Niederungen der Alpennordseite 33 bis über 36 Grad. Vom 8. bis 10. Juli sorgte kühle Luft aus Nordwesten für regionale Niederschläge und die Tagesmaximum-Temperaturen sanken auf der Alpennordseite verbreitet auf 22 bis 28 Grad, bevor die zweite Hitzewelle anrollte. Vom 11. Juli an geriet die Schweiz erneut unter Hochdruckeinfluss. Die hochsommerliche Hitze sorgte dafür, dass bis zum 24. Juli lokal zum Teil sehr starke Gewitterniederschläge fielen. Endlich Abkühlung: Am 25. Juli strömte endlich kühlere Luft aus Nordwesten in unser Land und beendete schliesslich die zweite Hitzewelle. Dabei fielen die Tagesmaximum-Temperaturen nördlich der Alpen nach langer Zeit wieder auf 20 bis 25 Grad. Zudem fiel vom 26. auf den 27. und am 29. Juli nach mehreren

Wochen endlich verbreitet etwas Regen, den die Landwirte schon lange herbeisehnten. Der Juli endete mit schönem Sommerwetter und angenehmen Temperaturen. Monatsbilanz Juli: Heiss und trocken. Nach Angaben von MeteoSchweiz war der Juli 2015 auf der Alpensüdseite, im Engadin, im Wallis und in der Westschweiz der heisseste Monat seit Messbeginn im Jahr 1864. In den übrigen Gebieten gehört er meist zu den drei heissesten Monaten in den über 150-jährigen Aufzeichnungen. Die Monatstemperaturen lagen 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel 1981 – 2010. In Genf wurde mit 39,7 Grad die höchste Temperatur auf der Alpennordseite gemessen. Die extreme Trockenheit führte dazu, dass in vielen Gebieten Waldbrandgefahr herrschte. Im ganzen Land wurden massiv überdurchschnittliche Sonnenstunden erreicht.

Am 5. Juli war der Himmel gelbbraun gefärbt vom Saharastaub, der mit heisser subtropischer Luft in den Alpenraum transportiert wurde. Blick von Rorschacherberg SG auf die Rorschacher Bucht. (Fotos: Andreas Walker)

Nach den beiden übermässig warmen Sommermonaten Juni und Juli, sorgte der August weiterhin für hochsommerliche Wärme und sehr viel Sonne. Allerdings startete der Monat vorerst kühl und nass. Vom 3. bis 8. August herrschten jedoch wieder sonnige und hochsommerlich heisse Verhältnisse. Vom 6. bis am 8. August wurde es sehr heiss und die Tagesmittel-Temperaturen bewegten sich auf der Alpennordseite und in den Alpen 6 bis 9 Grad über dem langjährigen Mittel. Dabei erreichten die Tageshöchstwerte verbreitet zwi-

August 2015: Dritter Hitzemonat in Folge Der August brachte auch im dritten Sommermonat deutlich zu warme Temperaturen und sehr viel Sonnenschein.

Standorte der in der Tabelle aufgeführten Klimastationen.


Info |

schen 32 und 36 Grad. Feuchtwarme Luft aus Südosten sorgte vom 9. bis 11. August für Schauer und Gewitter. Subtropenluft sorgt für weitere Hitzewelle: Vom 11. August an floss aus Südwesten subtropische Luft in unser Land. Dabei stiegen die Tageshöchstwerte auf der Alpen-

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

nordseite auf über 34 Grad. In dieser schwülheissen Luftmasse entstanden am 13. und 14. August Gewitter mit kräftigen Sturmböen von 80 bis 100 km/h. Am 15. und 16. August zog eine Niederschlagszone über unser Land. Dahinter folgte kühle Meeresluft aus Nordwesten. Damit la-

gen die Tagesmittel-Temperaturen bis am 20. August verbreitet 2 bis 4 Grad unter der Norm und die Tageshöchstwerte erreichten auf der Alpennordseite nur noch 18 bis 22 Grad. Nach zwei sonnigen Hochdrucktagen mit Tagesmaximum-Temperaturen von 24 bis 28 Grad beidseits der Alpen wurde un-

Klimadaten im dritten Quartal 2015 Lufttemperatur °C m.ü.M.

Mittel

abs. Min.

Heizgradtage

Sonne

Heiztage 20 °C/12 °C Summe HT HGT h

Globalstrahlung

Norm %

Mittel W/m²

Windstärke Mittel km /h

Max. km/h

Niederschlag Summe mm

Juli Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA)

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

17.9 23.2 22.0 22.4 22.6 18.7 24.2 25.8 22.6 23.6 24.0 15.4 24.0 20.6 22.2

6.3 8.4 9.1 9.4 10.2 5.8 10.6 17.3 11.1 10.4 13.5 -0.9 11.3 8.7 10.4

2 0 0 0 0 1 0 0 0 0 0 4 0 0 0

18 0 0 0 0 9 0 0 0 0 0 34 0 0 0

243 311 309 281 270 204 332 296 271 323 320 254 320 281 293

131 139 131 128 133 124 126 116 135 136 127 127 119 128 136

263 275 284 277 295 236 300 284 262 286 287 289 296 256 269

9 7 7 5 12 7 9 6 6 11 6 12 11 8 8

78 65 54 56 81 54 54 74 79 84 46 86 77 78 71

128 23 41 33 36 92 29 63 75 37 31 60 40 83 40

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

15.5 21.0 19.6 20.2 21.0 16.7 20.8 22.4 20.4 20.7 21.0 13.1 20.9 19.0 20.4

6.1 11.0 8.0 8.4 10.9 7.2 9.6 14.2 11.1 11.2 12.7 -0.3 10.8 10.5 10.6

7 0 0 0 0 4 0 0 0 0 0 13 0 1 0

69 0 0 0 0 36 0 0 0 0 0 125 0 8 0

183 228 241 234 206 191 230 239 230 240 229 181 238 257 249

108 109 111 118 112 126 97 100 123 108 98 100 97 129 124

203 213 217 218 233 205 223 219 211 211 206 215 226 220 214

6 5 5 3 10 6 7 5 5 7 4 10 8 6 5

65 75 82 64 66 52 94 93 79 100 61 52 62 48 63

121 74 78 39 90 136 63 111 100 69 74 67 73 158 61

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

9.2 14.4 12.7 13.5 13.8 10.0 14.8 17.4 13.5 14.6 15.0 7.1 14.9 11.6 13.2

1.2 4.4 2.2 4.2 4.3 1.8 4.6 9.6 5.2 7.8 6.8 -4.9 3.7 4.1 5.6

26 4 12 8 10 24 3 0 6 2 3 29 4 18 9

304 34 116 71 92 269 28 0 58 19 27 379 36 186 84

122 162 178 155 133 89 166 155 117 185 176 143 202 124 157

83 102 107 108 86 67 90 83 85 111 96 93 99 86 105

146 154 172 151 158 117 169 147 127 161 159 162 182 128 146

7 6 7 4 11 7 10 6 5 12 7 9 10 7 7

88 64 68 56 106 84 73 86 71 71 49 80 64 74 79

93 49 61 34 111 122 118 192 55 72 121 136 13 111 44

August Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA) September Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA)

Aufgrund der veränderten Messbedingungen (z. B. im Zusammenhang mit dem Übergang vom bisherigen automatischen Messnetz ANETZ zum neuen SwissMetNet SMN) kann es sein, dass an einzelnen Stationen Normwerte und aktuelle Messwerte nicht mehr vergleichbar sind. Sonnenscheindauer Mittel: Monatssumme in Prozent des langjährigen Mittels (1981 – 2010). (Quelle: MeteoSchweiz)

13


Ab Ende Juli machte sich die extreme Trockenheit besonders bei den Kulturpflanzen bemerkbar. Im Bild: darbende Zuckerrüben in Seon AG.

Der September zeigte sich zwar von der sonnigen Seite, doch eine anhaltende kühle Bise sorgte trotzdem für unterdurchschnittliche Temperaturen. Stimmung am 5. September über dem Hallwilersee bei Meisterschwanden AG.

Vom 6. bis am 8. August wurde es sehr heiss und die Tageshöchstwerte erreichten verbreitet zwischen 32 und 36 Grad. Im Bild: Sonnenuntergang in Staad SG am Bodensee.

ser Land am 23. und 24. August von einer Tiefdruckzone überquert. Danach wurde das Wetter wieder schön und heiss. Zum Ende des Monats stiegen die Temperaturen noch einmal auf über 30 Grad an. Damit klangen der August und der meteorologische Sommer so fulminant aus, wie sie die ganze Zeit waren. Monatsbilanz August: Extrem heiss und zu trocken. Nach den beiden sehr warmen Sommermonaten Juni und Juli, brachte auch der August sehr viel Wärme. Nach Angaben von MeteoSchweiz war er über die ganze Schweiz gemittelt 1,8 Grad zu warm. Nördlich der Alpen war der August an den meisten Orten zu trocken. Allerdings gab es lokal heftige Gewitter, die für überdurchschnittliche Niederschläge sorgten. An den meisten Orten schien die Sonne mehr als sonst. Der extrem sonnige und heisse August führte dazu, dass der Sommer 2015 nach dem Sommer 2003 als zweitwärmster in der 152-jährigen Messreihe in die Annalen einging. Er war im Vergleich zur Norm 2,4 Grad zu warm.

unter die Norm. Die kalte Luftmasse brachte Schnee bis auf 1800 Meter hinunter. Die Tages-Höchsttemperaturen lagen im Flachland der Alpennordseite bei 14 bis 17 Grad. Der grosse Temperaturunterschied zwischen der eingeflossenen Kaltluft und dem noch warmen Seewasser führte am 5. September um ca. 09.30 Uhr zu einer gut sichtbaren Wasserhose über dem Zürichsee. Vom 7. bis zum 11. September zog ein Hochdruckgebiet von England nach Nordeuropa. Damit gelangte die Schweiz in eine kühle Bisenströmung. Deshalb verharrten die TagesmittelTemperaturen trotz sonnigen Tagen verbreitet 1,5 bis 2,5 Grad unter dem Durchschnitt. Am 10. September wurde die Ost- und Südschweiz von Höhenkaltluft gestreift, was in diesen Gebieten Schauer und Gewitter auslöste. Föhn bringt Rekordtemperaturen: Mit dem Zustrom von milder Luft aus Südwesten bei sonnigen Verhältnissen, stiegen die Tagesmittel-Temperaturen auf der Alpennordseite und im Wallis am 12. und 13. September verbreitet 2,5 bis 3,5 Grad über die Norm. Der Föhn wehte in den Alpentälern mit Windspitzen von 80 bis 90 km/h. Der Durchzug einer Kaltfront vom 13. auf den 14. September brachte der ganzen Schweiz Niederschläge sowie kräftigen Südwestwind mit Böenspitzen von 80 km/h im Mittelland und 115 km/h in den Bergen. In der anhaltenden Südwest-Strömung stellte sich vom 15. bis zum 17. September eine weitere Föhnphase ein. In den Alpentälern erreichten die Böenspitzen 100 bis 120 km/h, in Gipfellagen bis 150 km/h. Der Föhn trieb die Tagesmittel-Temperaturen in den Alpentälern am 16. September auf 20 bis 25 Grad. Erneuter Kälteeinbruch: Vom 19. bis 21. September gelangte die Schweiz unter Hochdruckeinfluss, wobei aus Norden kühle und trockene Luft zu den Alpen floss. Am 20. September war es

zunächst auf der Alpensüdseite, am 21. dann in der ganzen Schweiz sonnig. Die Kaltluft sorgte am Morgen des 20. September erneut für die Bildung von Wasserhosenansätzen über dem Bodensee. Ein kräftiges Tiefdruckgebiet über der Nordsee führte am 22. und 23. September feuchte Atlantikluft aus Nordwesten zu den Alpen. Am 23. September sank die Tagesmittel-Temperatur verbreitet 3 bis 4 Grad, in den Bergen meist 5 bis 7 Grad unter die Norm. Die Schneefallgrenze bewegte sich auf der Alpennordseite zwischen 1400 und 1600 Metern Höhe, auf der Alpensüdseite zwischen 1800 und 2000 Metern, während in Mittelbünden mit intensiverer Niederschlagstätigkeit Schnee bis auf 1200 Meter hinunter fiel. Vom 24. September an sorgte ein von England zur Nordsee wanderndes Hochdruckgebiet für eine anhaltende Bisenströmung. Auf der Alpennordseite machten sich bereits die ersten herbstlichen Vorboten von Nebel und Hochnebel bemerkbar, der sich jeweils gegen Mittag auflöste. Der Monat endete zwar sonnig, doch die starke Bise liess die kühlen Temperaturen gefühlt noch viel kälter erscheinen. Monatsbilanz September: Sonnig, zu trocken und zu kalt. Nach Angaben von MeteoSchweiz lagen die TagesmittelTemperaturen im Flachland der Alpennordseite 1 bis 2 Grad, im Jura und in den Alpen zum Teil 3 bis 7 Grad unter der Norm. Auf der Alpennordseite und im Wallis war der Monat verbreitet zu trocken. Der September brachte in weiten Gebieten unseres Landes zu wenig Sonne. Am sonnigsten war es im Mittelland und in der Nordschweiz, wo die Werte nahe dem langjährigen Durchschnitt lagen. ■

September 2015: Zu kühl und zu trocken Der September war zu kühl. Trotz Sonnenschein drückte eine anhaltende kalte Bise die Temperaturen. Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang stellte die Strömung über der Schweiz von Südwest auf Nordwest und Nord um. Am 1. September bewegten sich die Tagesmittel-Temperaturen unter der Südwestströmung noch 1 bis 2,5 Grad über der Norm. Ab dem 3. September fielen sie mit dem anschliessenden Zustrom feuchtkühler Meeresluft von West bis Nordwest in der ganzen Schweiz unter das langjährige Mittel. Am 5. September wurde unser Land aus Norden von feuchter Polarluft erfasst. Dabei sanken die Tagesmittel-Temperaturen nördlich der Alpen verbreitet 2 bis 6 Grad, in den Bergen sogar 4 bis 7 Grad

Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2015


16

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Lehrabschluss Sanitärinstallateur und Gebäudetechnikplaner Sanitär. Die Besten ihres Kantons wurden ausgezeichnet. (Fotos: Geberit)

Die Preisträger der Weiterbildungen in den Bereichen dipl. Sanitärmeister, dipl. Sanitärplaner sowie Bachelor Gebäudetechnik HLKS.

Ausgezeichnet wurden wieder junge Fachkräfte sowie Ausbildner

Verleihung des Geberit-Preises 2015 Im feierlichen Rahmen wurde am 4. November 2015 in der Härterei der Maag Halle Zürich der Geberit Preis für Spitzenleistungen in der Sanitärbranche vergeben. Bereits zum fünften Mal in Folge wurden junge Fachkräfte sowie Kaderleute der Sanitärbranche für ihre Topleistungen in der Aus- und Weiterbildung ausgezeichnet. Als Gastredner konnte der dreifache Schwingerkönig, Jörg Abderhalden, begrüsst werden. Quelle: Geberit, Bearbeitung Franz Lenz

■ Der Geberit Preis für Spitzenleistungen in der Sanitärbranche wurde im Jahre 2010 anlässlich des 10-jährigen Bestehens des GIZ (Geberit Informationszentrums in Jona) lanciert. Der Preis wurde dotiert mit 250 000 Franken für eine Dauer von vier Jahren. Seit der Lancierung im Jahr 2010 wurde die Preissumme von Fr. 250 000 an über 400 Preisträger ausgerichtet. Aufgrund der positiven Reaktionen und Erfahrungen hat Geberit letztes Jahr beschlossen, den Geberit Preis für Spitzenleistungen in der Sanitärbranche für weitere vier Jahre (bis 2018) mit der gleichen Gesamtpreissumme von 250 000 Franken weiterzuführen.

Stolz auf den Sanitärnachwuchs Die Preisgewinner erschienen in grosser Zahl zusammen mit ihren Ausbildnern, Freunden und Angehörigen zur feierlichen Übergabe. Ausgezeichnet wurden die besten Lehrabgänger pro Kanton in den Bereichen Sanitärinstallateur, Gebäudetechnikplaner Sanitär und deren massgeblich am Ausbildungserfolg beteiligten Ausbildungsbetriebe sowie die bestqualifizierten Eidg. dipl. Sanitärmeister und Sanitärplaner und Fachhochschulabgänger. Walter Brändle, stellvertretender Geschäftsführer der Geberit Vertriebs AG, überreichte die Auszeichnungen wiederum persönlich. Er lobte den Sanitärnachwuchs im Namen von Geberit: «Die jungen Berufsleute dürfen sehr stolz auf sich sein – sie haben Spitzenleistungen erbracht, ihre Abschlussprüfun-

gen mit Erfolg gemeistert und sind ein grosser Gewinn für die Sanitärbranche. Sie stellen den Nachwuchs an Fachkräften und Kadern in der Gebäudetechnik sicher.»

Das Rezept des Königs: Mit Disziplin zum Erfolg Über Jahre Spitzenleistungen erbracht hatte auch der Gastredner dieser feierlichen Preisverleihung, der dreifache Schwingerkönig und Schweizer des Jahres 2007, Jörg Abderhalden. In seinem eindrücklichen Referat zeigte er auf, dass der Weg ans Ziel und an die Spitze selten gradlinig verläuft. So schaffte er es immer wieder, auch nach gravierenden Verletzungen, sportliche Höchstleistungen zu erzielen und ihm gelang, was vor ihm keiner geschafft hatte: er wurde dreimal Schwingerkönig und erfolgreichster Schwinger aller Zeiten. Um solche Erfolge feiern zu können, braucht es – so das Rezept von Jörg Abderhalden – ein perfektes Umfeld, Disziplin und einen starken Willen. Diesen Durchhaltewillen haben ohne Frage auch die Empfänger des Geberit Preises für Spitzenleistungen in der Sanitärbranche bewiesen.

dung der Fachkräfte und Kaderleute in der Sanitärbranche zu unterstützen und den Berufsnachwuchs zu Spitzenleistungen anzuspornen. Als verlässlicher Partner möchte Geberit das Berufsimage in der Sanitärbranche fördern und die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, Studenten, Ausbildungsstätten, Ausbildungsbetrieben und Lernenden verstärken. Ein hochstehendes Bildungsniveau der Fachkräfte und Kaderleute ist für den nachhaltigen Erfolg und das Bestehen der Branche im zunehmend anspruchsvollen Geschäftsumfeld unabdingbar. Weitere Fotos und die Namen der Ausgezeichneten auf www.geberit.ch Geberit Vertriebs AG www.geberit.ch

Auch die Sanitärbranche gewinnt Das Ziel des Geberit Preises ist es, die Ausbildung und Weiterbil-

Massgeblich am Ausbildungserfolg sind die Ausbilder. Sie wurden von Walter Brändle, Geberit Vertriebs AG, ebenfalls ausgezeichnet.


Info |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

PUBLIREPORTAGE

Schindler Planungsnavigator erleichtert Modernisierung Schindler erweitert den Planungsnavigator. Die interaktive, internetbasierte Plattform unterstützt neu nicht nur die Planung von Aufzügen in Neubauten, sondern auch den Ersatz von Aufzügen in bestehenden Gebäuden. ■ Der internetbasierte Planungsnavigator ist seit seiner Einführung vor zwei Jahren eine eigentliche Erfolgsgeschichte. Immer mehr Architekten nutzen die Website www.planungsnavigator.ch, um einen Aufzug oder eine Fahrtreppe für ihr Neubauprojekt zu konfigurieren. Schritt für Schritt führt das Programm in weniger als vier Minuten durch den Planungsprozess zum passenden Produkt. Am Ende lassen sich die Masse des ausgesuchten Aufzugs ins CAD-System des Architekten exportieren und in den laufenden Planungsprozess integrieren. Auch die Fachwelt hat die Qualitäten des Planungsnavigators erkannt und Schindler dafür bei den «Best of Swiss Web»Awards 2015 ausgezeichnet.

«Dieses neue Zusatzangebot richtet sich in erster Linie an Hausbesitzer und Immobilienverwaltungen. Ihnen bieten wir eine praktische und unverbindliche Einstiegshilfe, damit sie für ihren in die Jahre gekommenen Aufzug einfacher zu einer passenden Lösung kommen», erklärt Projektleiter Marcel Ackermann.

Wie bisher überzeugt auch der erweiterte Planungsnavigator durch seine funktionale Grafik, die die Nutzer intuitiv durch den Prozess führt. Eine Einstiegsfrage entscheidet neu darüber, ob ein Aufzug für einen Neubau oder für ein bestehendes Gebäude gesucht wird. Auf der Seite Umbau wird der bestehende Aufzug in drei Abfrageschrit-

schlagenen Lösungen lassen sich untereinander wie auch mit dem bestehenden Aufzug vergleichen. Ist eine Wahl getroffen, generiert der Planungsnavigator eine PDFDatei mit einem Vorher-NachherVergleich und einer Produktinformation. Die Speicherung erfolgt lokal beim Anwender. Das Tool ermöglicht eine erste Orientierung, ersetzt aber nicht die Gesamtbeurteilung des geplanten Aufzugs durch eine Fachperson. Auf Wunsch kann das im Planungsnavigator generierte Dokument mit der Anschrift versehen und online an Schindler übermittelt werden. Ein Berater meldet sich anschliessend für ein unverbindliches Gespräch. Nützliche Einstiegshilfe «Der Planungsnavigator für Modernisierungen ist eher eine Informations- als eine Planungshilfe», unterstreicht Marcel Ackermann. Die bauliche Situation in bestehenden Liegenschaften sei zu vielfältig und komplex, um denselben Service bieten zu können wie im Neubaubereich. «Dennoch bietet das neue Instrument einen wertvollen Einstieg ins Thema und gibt einen guten Überblick über die für ein Ersatzprojekt in Frage kommenden Lösungen. Beispielsweise als nützliche Diskussionsgrundlage für Stockwerkeigentümer», fügt er hinzu. ■

Ersatz bestehender Aufzüge Jetzt wird die elektronische Plattform ihren Nutzwert noch steigern. Der Planungsnavigator war bisher nur für die Planung von neuen Aufzügen in Neubauten ausgelegt. Nun wird seine Funktion so erweitert, dass er auch den Ersatz bestehender Aufzüge unterstützt.

www.planungsnavigator.ch

ten erfasst. Die intuitive Nutzerführung setzt keinerlei spezifisches Wissen über Aufzüge voraus. Aufgrund der eingegebenen Daten schlägt der Planungsnavigator aus mehr als 350 000 Standardkonfigurationen die wahrscheinlich besten Ersatzlösungen vor. Ein raffinierter Algorithmus zeigt zudem den zu erwartenden, bauseitigen Aufwand an. Der Algorithmus empfiehlt dann, unter Berücksichtigung von Kosten und Komfort, die bestgeeignete Variante. Eine Bildergalerie veranschaulicht umgesetzte Ausführungsbeispiele. Die vorge-

17


18

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Plancal / Trimble unter neuer Führung zentriert sich weiterhin auf seine ausserordentliche Branchenkompetenz in diesem Bereich. Aus diesem Grund lanciert Plancal/Trimble an der Swissbau 2016 in Basel das Kalkulations-/Offertmodul der neuen Generation. Plancal/Trimble bietet auch Software-Lösungen in Bereich Kundenverwaltung, Kalkulations-/Offert-, Mitarbeiterverwaltung, Auftragsausführung, Terminplanung, Serviceplanung und ausführung, Finanzbuchhaltung usw. an.

Claude Chassot, neuer Geschäftsführer von Plancal/Trimble.

■ Plancal firmiert seit Mai 2014 unter Trimble International (Schweiz). Plancal/Trimble, schweiz- und weltweit einer der Marktführer im Bereich Kalkulations- und Business-Softwarelösungen für die Haustechnik und das Baunebengewerbe, kon-

CAD/CAE-BIM: Softwarelösungen für die Haustechnik Plancal nova bedeutet für Haustechnik-Planer und ausführende Betriebe haustechnische Berechnungs- und CAD-Software auf dem neuesten Stand. Plancal nova unterstützt die Schweizer Normen in den Bereichen Heizung, Lüftung, Kühlung, Sanitär und Elektro. Die 3D-Modellier-Fähigkeit von Plancal nova erlaubt einen reibungslosen BIM-Workflow und Datenaustausch durch die Cloud-Lösung «Trimble Connect» von Trimble. Die Kombination von CAD mit der integrierten Berechnung ermöglicht höchste Effizienz in der Planung. Neue Führung Claude Chassot übernimmt die Geschäftsführung von Plancal/Trimble. Er ist seit fünf Jahren in der

Unternehmensleitung tätig, wo er unter anderem für die finanzielle Unternehmensführung sowie die Integration in Trimble verantwortlich zeichnete. Janick Gischig ist neuer Vertriebsdirektor für Plancal/Trimble in der Schweiz. Der Bereich Kalkulations- und BusinessSoftwarelösungen Schweiz wurde mit drei Vertriebsmitarbeitern verstärkt. Das Trimble/Plancal-Team will Bewährtes mit Innovation ergänzen und die treuen Plancal-Kunden mit anerkannten branchenspezifischen Businesslösungen bedienen. Über Plancal/Trimble Plancal ist seit 2012 Teil von Trimble MEP und Trimble Buildings. Die Unternehmenssparte Engineering und Construction von Trimble bietet Lösungen, die den gesamten Gebäudelebenszyklus optimieren – vom Entwurf über den Bau bis zum Betrieb von Gebäuden. Mit leistungsstarken Lösungen können Architekten, Ingenieure, Generalunternehmer, Bauherren und Eigentümer die Effizienz ihrer Projekte steigern und optimale Entscheidungen treffen. Trimble verwendet Technologien, die Aussendienst- und mobile Mitarbeiter in Unternehmen und Behörden deutlich produktiver machen. Die Lösungen haben ihren Fokus auf Positions- und Ortsbestimmung – etwa in der Vermes-

sungs- und Bauindustrie, der Landwirtschaft, im Flotten- und Anlagenmanagement sowie in der öffentlichen Sicherheit und der Kartografie. In Kombination mit Positionierungstechnologien wie GPS, Laser und optischen Geräten bietet Trimble Softwarelösungen für die speziellen Bedürfnisse der Anwender. Trimble wurde 1978 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien. ■ Trimble International (Schweiz) 8810 Horgen Tel. 044 727 44 44 www.plancal.com


Info |

Markus Rimm neu bei IMI Hydronic Engineering ■ Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung von IMI Hydronic Engineering (ehemals TA Hydronics) soll in die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern deutlich intensiviert werden. Vor diesem Hintergrund übernimmt ab Mitte September Michael Rimm die Funktion des Vertriebsdirektors Zentraleuropa (Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Slowakei). Michael Rimm blickt auf eine 25-jährige Berufserfahrung in der Baustoffindustrie zurück und ist vor allem auf die Implementierung und den Ausbau von Vertriebsstrategien unter besonderer Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse spezialisiert. «Es ist wichtig, Kundenanforderungen genau zu verstehen und zu analysieren. Darin sehe ich genau den Vorteil von IMI Hydronic Engineering: Wir entwickeln hervorragende Produkte, unsere Vertriebs- und Kundenorganisation ist technisch versiert und versteht es, komplizierte Anlagensysteme zu planen und zu betreuen. Darauf möchten wir aufbauen», so Rimm zum Potenzial des Unternehmens. Hydronische Verteilung IMI Hydronic Engineering Switzerland AG (ehemals TA Hydronic/Pneumatex) ist globaler Anbieter und Spezialist für hydronische Verteilungssysteme und Raumtem-

Markus Rimm neu seit Mitte September 2015 bei IMI für Vertrieb Zentraleuropa.

peraturregelungen. Das Unternehmen versteht, dank langjähriger Erfahrung, die verschiedenen Aspekte der hydronischen Verteilung und ist kompetenter Ansprechpartner für die Optimierung und Effizienzsteigerung von HLK-Systemen. ■ IMI Hydronic Engineering Switzerland AG 4414 Füllinsdorf Tel. 061 906 26 26 www.imi-hydronic.ch

200 Gäste am Open House-Anlass in Ittigen ■ Der Profi-Shop-Anlass mit HammenEssen hat für Walter Meier in der Region Bern Tradition. Am 26. November hat er zum ersten Mal am neuen Standort in Ittigen stattgefunden.

Die Walter Meier-Geschäftsleitungsmitglieder Ueli Grossenbacher (vorne, 2. von rechts) und Peter Lustenberger, (ganz rechts) stellen das Leitungsteam in Ittigen vor. (Bild: Walter Meier)

Bereits zum 26. Mal hat Walter Meier in der Region Bern seine Kunden und Partner zum jährlich stattfindenden ProfiShop-Anlass mit dem traditionellen Hammen-Essen eingeladen. Dieses Jahr war es zudem eine Premiere: Zum ersten Mal hat Walter Meier seine Gäste am neuen Standort in Ittigen empfangen und diesen damit auch offiziell eröffnet. Rund 200 Gäste waren am 26. November 2015 vor Ort und haben am «Open House» nicht nur den Austausch untereinander sowie das Essen und Trinken genossen, sondern liessen sich vom Walter Meier-Team in Ittigen auch durch die neuen Büros führen. ■ Walter Meier (Klima Schweiz) AG 3063 Ittigen Tel. 031 939 77 22 www.waltermeier.com


Info |

16 Teilnehmer absolvierten die Weiterbildung «Servicemonteur Lüftung/Klima». Ihnen wurde das STFW-/suissetec-Zertifikat überreicht.

STFW-Weiterbildung trägt zur Energiewende bei ■ Am zweiten Freitag im November hat Herr Serge Frech, Bildungsverantwortlicher des Schweizerischen Gebäudetechnikverbandes suissetec, 16 Teilnehmern der Weiterbildung «Servicemonteur Lüftung/Klima» das STFW-/suissetecZertifikat überreicht. Den besten Abschluss hat Tobias Gubser von Cofely erreicht. Serge Frech betonte in seiner Rede, dass die Haustechnik eine immer wichtigere Aufgabe hat, diese aber nur erfüllen kann wenn die Anlagen richtig betrieben und gewartet werden. Beurteilungskompetenz Nach erfolgreichem Abschluss dieser Weiterbildung sind die Teilnehmer in der Lage, die Funktion der verschiedenen Komponenten und Systeme einer Lüftungs-/Klimaanlage ganzheitlich zu beurteilen. Sie kennen die Grundlagen für die Durchführung einer erfolgreichen Inbetriebsetzung sowie einer Leistungsmessung an Komponenten und Anlagen. Sie beurteilen Störungen und leiten die notwendigen Massnahmen ein. In Anbetracht der bevorstehenden Energiewende leistet die STFW mit diesem Lehrgang einen wichtigen Beitrag an die Betriebsoptimierung von Anlagen in den Bereichen Heizung/Lüftung/Klima und damit an die Reduzierung des Energieverbrauches im Bereich Gebäudetechnik. Im März 2016 startet der nächste Lehrgang «Service-Monteur Lüftung/Klima». Im Vorfeld findet eine Infoveranstaltung am 21. Januar 2016 statt. Weitere Details unter: www.stfw.ch/hsml ■

STFW, Schweiz. Technische Fachschule Winterthur, 8408 Winterthur Tel. 052 260 28 06 Tel. 052 260 28 65 (Infos Weiterbildung) www.stfw.ch

Serge Frech (rechts), Leiter Bildung bei suissetec, gratuliert Tobias Gubser von der Firma Cofely für den besten Abschluss.


Info |

11. Haustech-Planertag 2016: Gebäudetechnik – digital und vernetzt

■ Die Digitalisierung erfasst nicht nur immer mehr unsere Gesellschaft, auch Unternehmen mussen sich zunehmend damit auseinandersetzen. Davon betroffen ist auch die gesamte Baubranche. Vor allem die Ingenieure und Planer werden bereits heute mit digitalen Lösungen und Geschäftsmodellen konfrontiert, mit steigender Tendenz. Dies bedeutet, dass das notwendige Know-how zwingend aufgebaut werden muss. Wenn dies nicht geschieht, sind Nachteile gegenüber den Mitbewerbern bereits vorprogrammiert. Am 11. Haustech-Planertag, der am Mittwoch, 24. Februar 2016, im Zürcher Kongresshaus stattfindet, steht aus diesem Grund das Thema «Digitalisierung und Vernetzung» im Mittelpunkt.

Wiederum konnten namhafte Referentinnen und Referenten verpflichtet werden, welche die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, um aus erster Hand Informationen und einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Trends, Chancen und Risiken zu erhalten. ■ Als HK-Gebäudetechnik-Abonnent profitieren Sie von einem reduzierten Eintrittspreis. Anstelle von 490 Franken, bezahlen Abonnenten lediglich 320.– Franken für die Teilnahme am 11. Haustech-Planertag. Anmeldung: www.haustech-planertag.ch

suissetec und CRB regeln Zusammenarbeit neu ■ Endlich ist ein Vertrag über die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband, suissetec und der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung CRB unter Dach und Fach. Aus den langjährigen Verhandlungen über die Ausgestaltung der Zusammenarbeit resultiert jetzt eine erfreuliche Lösung für beide Parteien. suissetec pflegt seit mehreren Dekaden eine etablierte Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung (CRB). Dies umfasst sowohl die Neuproduktion als auch die Aktualisierung der bestehenden NPK-Kapitel der Gebäudetechnikbranche. Der Vertrag über die Zusammenarbeit regelt die Rechte und Pflichten der Parteien und ist ein Gewinn für alle Beteiligten.

Die suissetec-Mitglieder profitieren im Rahmen ihrer Mitgliedschaft neu von einer NPK-Lizenz, was es ihnen offiziell erlaubt, mit den suissetec-Kalkulationsgrundlagen Ausschreibungen zu erstellen; suissetec bezieht beim CRB eine pauschale Verbandslizenz. CRB kann durch die Regelung langfristig gewährleisten, jährlich termingerecht aktuelle NPK zur Verfügung zu stellen. CRB und suissetec freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit, die nun wieder auf einer geregelten Basis erfolgen kann – zum Nutzen der Gebäudetechnikbranchen. ■ www.suissetec.ch www.crb.ch


Info |

Giuseppe Mastrodomenico neuer Leiter Markt Schweiz KWC ■ Im August 2015 hat Giuseppe Mastroomenico die Position als neuer Leiter Markt Schweiz KWC übernommen. Er ist zudem weiterhin verantwortlich für die Verkaufsleitung von Franke Water Systems AG. Der 45-jährige Giuseppe Mastrodomenico besitzt mit einem Erfahrungsschatz von über 24 Jahren ausgezeichnete Kenntnisse in der Sanitärbranche. Nach beruflichen Anfängen bei der Heizkörperfirma Zehnder AG in Gränichen führte sein Weg nach Dagmersellen zu Bekon-Koralle und nach acht Jahren weiter nach Aarburg zu Franke. Mastrodomenico arbeitet seit 2007 bei Franke Water Systems AG als Leiter Verkauf Schweiz. Aufgewachsen ist der schweizerisch-italienische Staatsbürger im Wynental in der aargauischen Gemeinde Gränichen. Nach einer Lehre als Mechaniker und kaufmännischer Angestellter hat sich Giuseppe Mastrodomenico zum Verkaufsleiter ausbilden lassen. Er ist verheiratet, Vater eines 14-jährigen Sohnes und einer 12-jährigen Tochter. Das Schweizer Traditionsunternehmen KWC aus Unterkulm steht für eine 140-jährige Armaturenkompetenz, seit 2013 ist es eine Tochterfirma von Franke Water Systems AG. Diese zählt mit ihren Waschraum- und Sanitärlösungen für den öffentlichen, halböffentlichen und gewerblichen Sektor zu den führenden Anbietern in der Schweiz. ■

Giuseppe Mastrodomenico, neuer Leiter Markt Schweiz für die Marke KWC, bleibt auch Verkaufsleiter von Franke Water Systems AG.

Franke Water Systems AG/KWC 5726 Unterkulm Tel. 062 768 68 68 www.franke-ws.com www.kwc.ch

Unser Fachjournalist mit Auszeichnung

René Senn, Inhaber von Raum Consulting, einem Beratungsunternehmen für intelligentes Wohnen, ist auch Fachlehrer und Fachjournalist.

■ Fachjournalisten vermitteln Expertenwissen in verständlicher Sprache an eine berufsspezifische Leserschaft. Diese Tätigkeit ist keineswegs einfach: Einer Fachautorin oder einem Fachautor muss es gelingen, bei den Lesern (allenfalls Zuhörern, Zuschauern) Aufmerksamkeit und Interesse für ein Thema zu gewinnen, indem sie/er sachliche Tiefe bietet, diese aber mit erzählerischen Methoden aufbereitet. Die Bildungskommission des Verbands Schweizer Fachjournalisten (SFJ) hat deshalb anlässlich des 75-jährigen Bestehens vor einem Jahr ihre ersten Awards für qualitativ hochstehende Fachartikel verliehen. Auch dieses Jahr wurden hochstehende Fachbeiträge ausgezeichnet und gewürdigt. Gleich mehrere freischaffende Fachjournalisten, die in Titeln der AZ Fachverlage AG publizieren, wurden ausgezeichnet. Den ersten Rang erreichte René Senn mit seinem grundlegenden Beitrag «Intelligente Gebäude». Der Text wurde in der Gemeinschaftsausgabe «Extra» 7/15 (S. 4 – 8) von HK-Gebäudetechnik und Elektrotechnik veröffentlicht. ■ www.sfj-ajs.ch


24

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Info |

Inbetriebnahme und Übergabe von GT-Anlagen: MAS-Diplomarbeit von Thomas Wetter thematisiert diese wichtige Projektphase ■ Thomas Wetter, Inhaber und Geschäftsführer der HL-Technik AG beratende Ingenieure, hat das Nachdiplomstudium «MAS in nachhaltigem Bauen» mit Erfolg bestanden. Die Diplomarbeit hatte die Problematik der Anlageübergaben zum Thema unter dem Titel «Schnittstelle Gebäudetechnik: zwischen Ansprüchen und Realität bei Anlagenübergaben». Da in der Praxis die Inbetriebnahme und die Übergabe von den Gebäudetechnik-Anlagen zur Hauptsache unter hohem Zeitdruck stattfinden, gehen in dieser Phase viele Informationen über die Auslegungen der Anlagen verloren und die Nutzer sind froh, wenn das Objekt schlussendlich funktioniert. Dies entspricht aber nicht dem Stand der Technik und mangelhafte, unkorrekt durchgeführte Abnahmen und Inbetriebsetzungen kosten den Betreibern über die Nutzungsdauer viel Geld. Neben den zu hohen Energiekosten laufen Mehrkosten auf, da die falsch einregulierten Anlagen unnötigem Verschleiss ausgesetzt sind und dadurch deren Unterhalts- und Servicekosten steigen.

Durch Befragungen von verschiedenen Kundengruppen wie Nutzer, Ersteller, Betreiber usw. wurden – je nach Kundenwünschen – die entsprechenden Massnahmen ermittelt, mögliche Schnittstellen zu anderen Prozessteilneh-

mern evaluiert und deren Auswirkungen berücksichtigt. Dabei müssen die zur Verfügung stehenden SIA-Normen auch mal auf der Seite gelassen und die effektiven Kundenwünsche berücksichtigt werden. Die erarbeiteten Lösungen und Vorgehensstrategien werden nun zum Wohle der Kunden direkt in den vielseitigen Projekten intern wie auch bereits für externe Firmen umgesetzt. Dies hilft mit, durch einen effizienten Anlagebetrieb im Sinne der Energiestrategie 2050 des Bundes einerseits Energie und als Konsequenz daraus andererseits aber auch Betriebskosten einzusparen. ■ HL-Technik AG 8003 Zürich, Tel. 044 305 38 20 8200 Schaffhausen, Tel. 052 630 03 73 www.hl-technik.ch

Thomas Wetter


Info |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Führungswechsel an der Spitze der BG Ingenieure und Berater AG ■ In der Sitzung vom 17. September 2015 hat der Verwaltungsrat der BG Ingenieure und Berater AG durch die Nominierung eines neuen Geschäftsführers sowie eines neuen Verwaltungsratspräsidenten zwei wichtige Führungswechsel an der Spitze der Firma vollzogen.

Pierre Kohler ist seit Mitte September 2015 Geschäftsführer der BG Ingenieure und Berater AG.

Die Funktion des Geschäftsführers (CEO) wird durch Pierre Kohler übernommen. Pierre Kohler ist Mitglied der Geschäftsleitung seit 2000 und im 1984 zu BG gestossen. Er verfügt sowohl über eine breite internationale Erfahrung im Bereich der Verkehrsinfrastrukturen wie auch über tief reichende

Pierre Trotignon, neuer Verwaltungsratspräsident.

Kenntnisse in der Unternehmensführung. Er wird intern sowie ausserhalb von BG für seine integrative Persönlichkeit geschätzt. Pierre Kohler wird es verstehen, das Unternehmen erfolgreich als führender Anbieter für qualitativ hochstehende Ingenieurdienstleistungen und -beratungen von komplexen Projekten weiterzuentwickeln. Die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten geht an Jean-Pierre Trotignon. Als Mitglied des Verwaltungsrats seit 2011 und VR-Vizepräsident seit 2015 übernimmt er die Nachfolge von Jens Alder, der diese Funktion seit 2011 einnahm. Die BG-Gruppe bietet Dienstleistungen im Ingenieurwesen und in der Beratung an. 1954 in der Schweiz gegründet, verfügt sie heute über Niederlassungen in der Schweiz, Frankreich sowie Algerien und betreut komplexe Projekte in der ganzen Welt.

dem Unternehmen vermitteln konnte. Ebenfalls dankt der Verwaltungsrat Jens Alder für die mannigfaltigen Impulse, den er in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident ab 2011 der Firma geben konnte. ■ BG Ingenieure und Berater AG 1001 Lausanne Tel. 058 424 11 11 www.bg-21.com

Danksagung an die Vorgänger Der Verwaltungsrat von BG dankt Prof. Dr. Laurent Vulliet für sein Engagement und die Vision, die er seit seinem Stelleneintritt 2008 als CEO

Weihnachten in der Umwelt Arena Spreitenbach ■ In der Umwelt Arena Spreitenbach erfahren kleine und grosse Besucher/-innen die Weihnachtstage in einer einzigartigen Erlebniswelt. Vom 26. November 2015 bis 3. Ja-

nuar 2016 finden die Family Days mit reduziertem Eintritt für Familien, einem kostenlosen Kids-Trail und grossem Wettbewerb statt. Unter dem Motto «dä Föifer und s Wegg-

Spannend inszenierte Ausstellungen sollen Gross und Klein zum Nachdenken und Handeln anregen.

li» organisiert die Umwelt Arena Spreitenbach vom 26. November 2015 bis 3. Januar 2016 Family Days mit einem speziellen KidsTrail für die ganze Familie. Das attraktive Angebot beinhaltet neben reduzierten Eintrittspreisen (Familieneintritt Fr. 25.– statt Fr. 35.–) auch eine spezielle Kinderführung. Besondere Attraktion: Jedes Kind kann sich auf dem «Frappé-Velo» sein eigenes Frappé erstrampeln. In der Bastelwerkstatt zeigt sich, wer möglichst kreativ und geschickt mit dem Material «Stroh» umgehen kann. Kleine und grosse Besucher verarbeiten Stroh modern, frech und kreativ zu Sternen. Family Days-Wettbewerb Alle Familien können zusätzlich am grossen Family Days-Wettbewerb teilnehmen. Verlost wird ein Weekend für die ganze Familie (zwei Übernachtungen inklusive Frühstück) im Hotel Alpina in Adelboden, gesponsert von Schweiz Tourismus. Wer nicht warten will auf den grossen Gewinn und sich oder

seinen Liebsten vorher etwas schenken möchte, findet im Shop der Umwelt Arena viele nachhaltige Geschenkideen. Öffnungszeiten Umwelt Arena: Do/Fr von 10 bis 18 Uhr und Sa/So von 10 bis 17 Uhr. Kids-Trail täglich um 14 Uhr, während der Family Days. Öffnungszeiten während der Feiertage: zusätzlich Di, 29., und Mi, 30.12.2015, geöffnet; geschlossen am 25. Dezember 2015 und am 1. Januar 2016. Umwelt Arena Spreitenbach 8957 Spreitenbach Tel. 056 418 13 12 www.umweltarena.ch

25


Info |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Swissbau, Dienstag bis Samstag, 12. bis 16. Januar 2016 in Basel

Swissbau Focus 2016: «Rettung durch Technik ?» Seit der Lancierung vor vier Jahren hat sich Swissbau Focus zu einem Netzwerk- und Veranstaltungsformat von hoher Relevanz entwickelt, wo Baubranche, Politik, Wirtschaft, Medien und Behörden aufeinandertreffen. MCH Messe Schweiz (Basel) AG, Swissbau

■ Parallel zur Swissbau mit ihren 1100 Ausstellern debattieren Meinungsführer und Experten aus verschiedenen Bereichen vom 12. bis 16. Januar 2016 über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Bauwirtschaft. Unter dem Motto «Rettung durch Technik?» stehen dann die technischen Entwicklungen auf dem Bau und deren Auswirkungen auf die Zukunft unserer Bauwirtschaft im Zentrum. Von neuen Technologien, die beim Bauen in der Schweiz zum Einsatz kommen, sowie von technologisch geprägten Systemen geht eine ungeheure Macht aus. Man traut ihnen zu, die Zukunft – insbesondere auch jene des Bauens – kreativ und rational zugleich zu prägen. Man verlässt sich auf sie. Dennoch gibt Technik auch viel vor, macht Auflagen, schränkt das Wirken der Bauenden ein, verhindert Freiheit und Kreativität. Inwiefern ist moderne Technik unsere Rettung? Wo müssen wir uns vor der Technik retten?

Was die Bauwirtschaft bewegt: die Themen des Swissbau Focus Die Veranstaltungen des Swissbau Focus orientieren sich an den verschiede-

nen Fachbereichen und deren individuellen Problemstellungen. Gegliedert in zehn Themen-Cluster finden rund 60 Veranstaltungen statt. Das Feld geht von digitaler Transformation, Raumplanung, Architektur und Planung, Infrastrukturbau über Energie-Zukunft Schweiz und Gebäudetechnik bis hin zu Innenarchitektur, Nutzung und Unterhalt sowie Aus- und Weiterbildung. Details zu den Veranstaltungen unter swissbau.ch/focus.

Die Partner: führend in der Branche Die Swissbau konzipiert und organisiert die rund 60 Anlässe in enger Zusammenarbeit mit über 30 Branchenverbänden, Organisationen, Hochschulen und Medien. Als Leading Partner treten das Bundesamt für Energie mit dem Label EnergieSchweiz und der SIA, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, auf. Hier zwei Kommentare der Leading Partner: Stefan Cadosch, Präsident SIA, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein: «Technik spielte auf dem Bau schon immer eine wichtige Rolle. Die zunehmende Digitalisierung und

Vernetzung von Planungs- und Bauprozessen hievt das Thema aber auf eine ganz neue Ebene. Vor diesem Hintergrund drängt es sich nach Ansicht des SIA geradezu auf, Chancen und Risiken dieser Entwicklung in einem breit angelegten Format wie Swissbau Focus zu diskutieren.» Daniel Büchel, BFE, Bundesamt für Energie, Leiter Aktionsprogramm EnergieSchweiz: «Mit Technik alleine kann das Potenzial im Gebäudebereich nicht ausgeschöpft werden. Dafür braucht es Menschen mit Visionen und Gestaltungswillen. Notwendig sind ganzheitliche und übergreifende Lösungen, und vor allem eine enge und gute Zusammenarbeit innerhalb der Bauwirtschaft, aber auch darüber hinaus. Swissbau Focus ist dafür eine ideale Plattform. Sie ermöglicht Diskussionen über unsere Energiezukunft und für eine bessere Vernetzung.» Swissbau Focus Leading- und LoungePartner sind: AEE Suisse, Bauen digital Schweiz, Berner Fachhochschule, EnergieSchweiz, Hochschule Luzern, Holzbau Schweiz, Lignum, Minergie, Schweizerische Metallunion, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), suissetec. ■ www.swissbau.ch

Fakten zur Swissbau 2016

Gebäudeplan Swissbau 2016.

Öffnungszeiten und Dauer: Dienstag, 12., bis Samstag, 16. Januar 2016: 9 bis 18 Uhr, Samstag bis 17 Uhr Eintrittspreise: Tageskarte Fr. 49.–, Fr. 29.– bei Bezug via swissbau.ch/onlineshop Premieren und Highlights: – Swissbau Focus, Halle 1.0 Süd – Raumwelten, Halle 2.0 – Trendwelt Küche, Halle 2.1 – Trendwelt Bad, Halle 2.2 – Treffpunkt Handwerk, Halle 4 Veranstalter: MCH Messe Schweiz (Basel) AG, Swissbau, 4005 Basel www.swissbau.ch www.swissbau.ch/blog www.swissbau.ch/focus

27


28

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Verbände |

Rückblick «10. Kadertag Gebäudetechnik»

Ziele setzen – wie «zu fünft am Südpol ankommen» Bereits zum 10. Mal fanden innovative Aussichten am «Kadertag Gebäudetechnik» statt. In der Badener Trafo-Halle trafen sich rund 190 Personen, um sich über Trends, die Wirtschaftsentwicklung und Innovationen in ihrem Geschäftsbereich zu informieren. Zudem wurde der Sieger des Produkte Awards 2015 vom Publikum gekürt. André Hächler

■ Ohne das Jubiläum gross zu feiern, sondern aufs Wesentliche fokussiert, führte Matthias Frei, Präsident ProKlima, einmal mehr gekonnt durch die Tagung. Er präsentierte einen guten Themenmix, der bei den Teilnehmern gut ankam.

Neue Wohnformen ziehen ein Patrick Schnorf von Wüst und Partner zeigte die Entwicklung im Bau- und Immo-Markt auf. Die Bautätigkeit dürfte nach seinen Einschätzungen um 3,8 Prozent abnehmen. Das Angebot ist grösser als die Nachfrage, wobei er in den Städten nach wie vor Bedarf sieht. Auch die nominale Preisentwicklung im Immobilienmarkt tendiert 2015 erstmals seit Langem wieder negativ. Auf hohes Interesse stiessen seine Zukunftsthesen, die von der zunehmenden Bedeutung der Y- und Z-Generation geprägt wird: Intelligente Hightech-Ansätze helfen, die Kosten beim Bau und der Instandhaltung zu senken. Cluster-Wohnen (Privatsphäre und gemeinsam genutzte Räume in einem Gebäude) ermöglicht ein effizientes Nutzen der vorhandenen Fläche. Ausserdem wird künftig eine Wohnung vom Investitionszum Konsumgut mutieren, d. h. auch die

Geräte inklusive Serviceverträge einer Wohnung werden gemietet. Und noch etwas: Die neuen Generationen identifizieren sich vermehrt mit immateriellen Gütern. Daher wird Genügsamkeit Einzug halten. Einschränkungen bei Wohnflächen und beim Ausbaustandard erfordern eine höhere Planungsintelligenz.

BIM verbindet Visualisierung und Daten Der Einfluss von BIM (vgl. HK-Gebäudetechnik Extra 7/15) und Prozessen auf die Projektergebnisse ist enorm. Prof. Manfred Breit zeigte auf, wie ein Gebäude pro 100 m2 statt in 7,2, bereits nach 2,9 Tagen entworfen war. Die Bau-

zeit reduzierte sich gar von 12,6 auf 4,2 Tage. Bereits der evolutionäre Weg «little bim» bringt signifikante Qualitäts-, Kosten- und Zeitvorteile. Der Einfluss von BIM und Prozessen auf die Projektergebnisse ist frappant. Die Reduktion beträgt 60 % beim Planen, 67 % beim Bauen, 50 % bei Informationsanfragen, 51 % bei den E-Mails und 62 % bei Änderungsanträgen. Er wisse, dass noch lange nicht alle Architekten davon begeistert seien. Die Kundschaft könne BIM jedoch bei ihren Projekten fordern. Daher müssten sich Hersteller und Serviceanbieter überlegen, möglichst rasch in die Planungssi-

Produkte Award 2015 Gleichzeitig wurde am Anlass der Produkte Award 2015 vergeben. Eine Fachjury wählte unter allen eingereichten Produkten drei aus. Diese wiederum wurden am Kadertag von den Herstellern dem Publikum kurz vorgestellt, das anschliessend die Wahlzettel ausfüllte. Als Siegerin ging die Firma Belimo hervor. Ihr Energy Valve vereint Messen, Regeln, Abgleichen, Absperren und Energiemonitoring in einer montagefreundlichen Einheit. Den zweiten Rang eroberte der kubische Wärmespeicher von Esta Swiss AG. Abwärme, auch aus WRG, in verschiedenen Temperaturen, kann über integrierte Wärmetauscher eingelagert werden. Für den hoch effizienten Wärmespeicher ist kein energieaufwendiger Zwischenkreislauf notwendig. Als Dritte hat sich die Trivent AG mit ihrer Brandschutzklappe mit freiem Querschnitt von Geba Brandschutz platziert. Allen drei ausgezeichneten Produkten gemein ist, dass sie neu, innovativ und nachweislich hervorragend sind. Das zeigt, wie kundenund zukunftsorientiert in der Gebäudetechnikbranche gearbeitet wird.


Verbände |

tuation hineinzukommen. Dank der integrierten Projektabwicklung werden Fehler minimiert, Kosten gesenkt und Zeit wird gespart.

Beim Islamproblem nicht schweigen Drei Tage vor den Attentaten in Paris beseitigte der aus dem Fernsehen bekannte Prof. Reinhard Schulze bei seinem Vortrag Klischees über Muslime. Zunächst klärte er über die geschichtliche Entwicklung der zweitgrössten Weltreligion auf. Dazu gehören die drei Segmente «Kult» (Tabus), «Grenze» (Trinken von Wein) und «Welt» (Ehe). Schwierig sei es, in beiden Denkweisen zu leben, ohne in Konflikte zu geraten. Die ideale moderne Ordnung, auch aus islamischer Sicht, sieht jedoch sogar die Demokratie als Möglichkeit vor. Wichtig sei, bei der sozialen Differenzierung mindestens 80 Prozent der Gemeinschaft einzubinden (Zugang zu Krankenkasse, Altersvorsorge usw.). Dann würde der Nährboden für Fundamentalisten entzogen. Wer schweige, der verstärke das Problem. Es brauche die Debatte, um die Gesellschaft zu schützen. Diese müsse via muslimische Gemeinden gelöst werden, damit die Ränder unserer Gesellschaft nicht ausfransen.

Wegen des starken Frankens Produkte sexy machen Schweizer Firmen müssen sich wegen des ungünstigen Wechselkurses neue Möglichkeiten im Verhandeln aneignen, um trotz Währungsdifferenzen strategisch punkten zu können. Mit viel Enthusiasmus erläuterte Verhandlungsex-

perte Frieder Gamm, dass man sich nicht nur auf den Preis fixieren lassen sollte. BMW-Motorräder sind günstiger und qualitativ besser als Harleys. Letztere verkaufen dafür ein Lebensgefühl. Es gilt also beim Verhandeln anders zu sein als andere – und sich zu überlegen, wie ich mein Produkt sexy mache. Der Köder muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken. Rund 80 Prozent eines erfolgreichen Verkaufsgesprächs muss daher der Vorbereitung gewidmet werden.

Strom – ein heikles Thema Mittels Marktwirtschaft wird versucht, die Energiewende zu erreichen. «Da niemand die Auswirkungen abschätzen kann, stehen die Energieversorger teilweise auf der Bremse», dozierte Niklaus Zepf, Leiter Unternehmensentwicklung der Axpo. Er äusserte sich dezidiert pessimistisch betreffend des für ihn zu tief angenommenen Verbrauchsszenarios in der Energiestrategie 2050. Von Mai bis August gäbe es in der Schweiz knapp genügend Strom. Ein massiver Mangel (30 – 40 %) bestehe in der restlichen Zeit. Somit ist die Schweiz versorgungstechnisch kritisch einzustufen. Der Strom wird in dieser Zeit hauptsächlich aus Italien und Österreich importiert. Dieser unhaltbare Zustand kann nur gemeinsam mit der EU gelöst werden.

Wagen und gewinnen Bergsteigerin Eveline Binsack wagte es – und gewann. Darum ging es in ihrem Referat. Von wunderschönen Naturbildern untermalt, zog sie mit ihren eigenen Erlebnissen in Grenzregionen eine

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Parallele im Verhalten von Mitarbeitern in einem Unternehmen. Ängste und Zweifel gelte es, zu überwinden. In guten Zeiten kann jeder brillieren. Schlechte Zeiten sind jedoch entscheidend, denn sie machen ein Team erst richtig stark. Dazu braucht es Willenskraft, die gut und positiv ist. Natürlich gibt es immer eine Art von Antiheld, der da ist, um den Helden aufzuhalten. Der wirkliche Held setzt sich jedoch durch und wird nur noch stärker. Sie habe gelernt, keine lateralen Ziele zu setzen. Also nicht «der Südpol ist das Ziel», sondern Ziele mit Wert wie «wir kommen zu fünft an den Südpol» formulieren. Ziele werden gerne angezoomt und danach analysiert. Doch wie sieht es im Weitwinkelobjektiv aus? Ein Wagnis ist eine Grenzerfahrung, die Spuren hinterlässt – was einen wiederum stärker machen kann.

Geschätztes Networking Apéros und Networking sowie Ausstellungsstände rundeten die Jubiläumsausgabe des «Kadertag Gebäudetechnik» ab. Matthias Frei gab am Ende des Anlasses das Datum des nächsten Kadertages bekannt: Er findet am 8. November 2016 statt. Danach trafen sich die Teilnehmenden zu einem letzten Umtrunk, bei dem weitere Kontakte geknüpft wurden. Einige Themen werden in kommenden Ausgaben von HK-Gebäudetechnik noch vertieft. ■ www.proklima.ch

Produkte Award: Stefan Bättig, Jury-Mitglied, führte durch das Wahlprozedere des Wettbewerbs. Die drei Sieger: 1. Preis (Mitte): Alfred Dietsche / Belimo, 2. Preis (links): Kurt Dober / Esta Swiss, 3. Preis (rechts): Alain Buschor / Trivent. Ganz rechts Matthias Frei, Präsident ProKlima, der gekonnt wie immer durch die Tagung führte.

29


30

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Die Unternehmerseite |

Umstellung Servicedatenbank: von Access in ein ERP-System

Effizienzsteigerung im Kundendienst dank Service-Modul In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten muss die GWF MessSysteme AG Fachpersonen haben, die ServiceInnovationen vorantreiben, Ideen einbringen und diese auch umsetzen. Die Zeit für Administrativarbeiten fehlt, Doppelarbeiten liegen nicht mehr drin. Oliver Müller *

■ Effizienter Kundendienst, reibungslose Arbeitsabläufe mit möglichst wenigen Medienbrüchen, keine Doppelarbeiten, weniger Papier sowie besserer Service, dies waren die Ziele des GWFProjekts «Service-Modul». Ursprünglich ging es darum, auf Initiative der IT und des Kundendienstes die Servicedatenbank Access in das ERP-System zu integrieren. Dabei kamen wir zum Schluss, dass wir nicht einfach sämtliche bestehende Prozesse ins ERP integrieren dürfen. Vielmehr wollten wir in die Zukunft blicken und uns auf folgende Frage fokussieren: Wie möchten wir in 10 Jahren unsere Services abwickeln? «Demzufolge analysierten wir sämtliche heutigen und zukünftigen Kernprozesse in der Abteilung Kundendienst», so der Projektleiter Ruedi Rymann.

Doppelarbeit verhindern 2006 wurde die ERP-Software bei GWF eingeführt, in der wir heute sämtliche Auftragsabwicklungsprozesse durchführen. Angebote, Vertriebsaufträge, Kommissionen, Lieferscheine, Wareneingänge und Rechnungen werden in diesem modernen System generiert und abgewickelt. Hauptproblem der GWF war, dass Kernprozesse des Kundendienstes in einer unabhängigen Access-Datenbank geführt wurden. Diese Daten hatten keine Verknüpfung zum ERP-System. Ein Beispiel: Der Kunde bestellte eine Inbetriebnahme von Messgeräten, danach mussten sämtliche Messstellendaten aus dem ERP-System manuell in die Access-Datenbank eingetragen werden. Eine Messstelle besteht aus rund 20–40 Spezifikationsmerkmalen. Für die Eröffnung von 100 Messstellen entstand Arbeitszeitaufwand von ca. 3–4 Stunden und dies obwohl die Daten im ERP vorhanden sind. Diese Doppelarbeit konnte in diesem Projekt aufgehoben werden.

Papierlos arbeiten

Servicetechniker müssen sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und diese beinhalten nicht etwa viel an Administrationsarbeit, sondern die Montage und Inbetriebnahme von Messsystemen. Daneben führen Techniker die nötigen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durch. Servicetechniker von GWF hatten in der Vergangenheit aber einen grossen Aufwand mit Administrationsarbeiten, die sie im Büro oder im Homeoffice erledigen mussten. Im Innendienst wurden die Inbetriebnahmeprotokolle, Servicemeldungen, Anlageblätter und Rechnungen ausgedruckt und in einem Dossier dem Monteur übergeben. Messwerte, Arbeitszeit, Fahrzeit und Bemerkungen mussten schriftlich auf der Anlage notiert werden. Der Sachbearbeiter im Büro wiederum hat das Dossier erhalten und die Daten protokolliert und Aufwände sowie Material verrechnet. Von dieser grossen «Papierflut» wurde jedes einzelne Dokument analysiert, worauf ver-

schiedene Verbesserungspotenziale ermittelt werden konnten.

Effizienzsteigerungen um jährlich 2500–3000 Stunden Während der rund dreijährigen Projektphase wurden sämtliche Kundendienstprozesse in die ERP-Software integriert. Heute wird nur noch mit einem System gearbeitet. Es werden sämtliche Daten zentral und vollautomatisch bei einer Lieferung erstellt. Angebote können automatisch aus einer bestehenden Anlage generiert werden, sämtliche Wartungsverträge können wir professioneller abwickeln, Kundenbriefe werden automatisch erzeugt. Heute arbeiten wir grösstenteils papierlos, die Daten werden nur noch elektronisch versendet, sofern die Datenqualität gewährleistet ist. Natürlich haben wir nicht nur an Effizienz in Stunden gewonnen, vielmehr haben wir heute eine hohe Datenqualität, die für unsere zukünftigen Tätigkeiten im Dienstleistungsbereich von enormen Nutzen sein wird. Sämtliche Ziele,

Dossier, das dem Servicemonteur für einen Serviceauftrag mitgegeben worden ist. Heute ist das Dossier papierlos und wird auf dem Tablet abgerufen.


Die Unternehmerseite |

Servicetechniker Raimund Planzer mit dem neuen Tablet auf einer Anlage.

Abbildung einer Messstelle auf dem Interface.

die im Projektauftrag waren, wurden um einiges übertroffen, so Ruedi Rymann.

Mobile Lösung mit Online-Offline-Technologie Heute arbeiten wir mit einer Online-Offline-Lösung. Diese Lösung wurde spezifisch für unser Unternehmen entwickelt und trägt den Namen «GWF ServiceInterface». Aus Usability- und Sicherheitsgründen wurde hier ein eigener https-Server für GWF eingerichtet und auf moderne WebService-Technologie gesetzt. Bei dieser Lösung werden sämtliche Serviceaufträge, Messstellendaten und Tätigkeiten aus dem ERP-System auf das mobile Gerät übertragen und gespeichert. Der Monteur beginnt seinen Dienst morgens mit den aktuellsten Daten, die er bereits einen Tag oder einen Monat zuvor online per Knopfdruck abgerufen hat. Wenn der Servicetechniker beim Kunden ist, schaltet er das Service-Interface-Programm auf und erhält wichtige Informationen über die Anlage. Danach erfasst er alle relevanten Messdaten auf seinem Tool. Sämtliche Daten können im Offline-Modus gespeichert werden. Sobald eine WLAN- oder GSM-Netz-Verbindung aufgebaut ist, werden diese automatisch in das ERP-System übertragen. Der Innendienst erhält daraufhin automatisch eine E-Mail, dass der Serviceauftrag erledigt ist. Aufgrund dessen kann der Innendienst die Verrechnung vornehmen. Dank dieser spezifischen Software haben wir grosse Effizienzsteigerungen erreichen können.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Export / Import der Messstellendaten als grosse Herausforderung

Die enormen Datenmengen von über 10 Millionen Datensätzen, die ins ERP-System importiert werden mussten, bereiteten uns unerwartete Probleme. In der Weihnachtszeit 2014 wollten wir innert einer Woche diesen Import erledigen, sodass wir am 2. Januar 2015 mit dem neuen System produktiv arbeiten konnten. «Die Tests waren erfolgreich, sodass wir uns sicher waren, dass wir unsere Weihnachtszeit zu Hause geniessen können», so Ruedi Rymann. Die Datenqualität in der Access-Datenbank erwies sich jedoch schlechter als gemäss dem Test-Import angenommen. Nach dem Import von rund 7 Millionen Datensätzen verlor das System auch noch die Performance und wir wussten nicht, wo der Fehler lag. Anfangs Januar hatten wir die gewünschten Datensätze nicht im System. Die Systemingenieure vom ERP haben sich dieses Problems angenommen und konnten den Fehler finden (nicht optimale Schlüsselwerte im Import-Filter). Anfangs Februar konnten wir dann sämtliche Daten importieren.

Barcode-Lösung in Zukunft In Zukunft möchten die GWF sämtliche Messstellen mittels 2D-Barcode auslesen. Die Daten in einem 2D-Barcode werden mit optischen Lesegeräten wie Kamera-Scannern maschinell gelesen und elektronisch weiterverarbeitet. Dies ermöglicht einen noch schnelleren Zugang zur Messstelle.

Ängste und Widerstände

Natürlich hat es Ängste und Widerstände gegen dieses Vorhaben gegeben, bedeutet es doch für alle Betroffenen in der Projektphase einen Mehraufwand. In einem solchen Projekt braucht es immer Menschen, die vorausgehen und gewisse Grundlagenarbeiten für andere machen. Wichtig ist, dass die anderen nachziehen. Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, dass die Mitarbeiter verstehen können, warum die Notwendigkeit eines solchen Systems in der heutigen Zeit ein absolutes Muss ist. * Autor: Oliver Müller ist Leiter Kundendienst bei der GWF MessSysteme AG in Luzern, oliver.mueller@gwf.ch ■ www.gwf.ch

Infos und Kennzahlen zum «GWF Service-Interface» – Software: Comarch ERP – Datenübernahme von über 10 Millionen Datensätzen ins ERP-System – Übernahme von 21 000 Serviceobjektanlagen und über 200 000 Messstellen – Effizienzsteigerung von 2500–3000 Stunden/Jahr – Arbeitsaufwand für Umstellung (Projektleiter und Kundendienstleiter) von über 3900 Stunden – Externer Aufwand in Stunden: 500

31


32

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Interview |

Solararchitektur: auf dem Weg zur Normalität im Bauwesen

Bauen und Erneuern mit Weitblick – mit Holz und Sonne Der mehrfache Solarpreisgewinner und Architekt Beat Kämpfen aus Zürich stellt mit seinen Leuchtturmprojekten immer wieder die umfassenden Potenziale der Solararchitektur dar. Im Rückblick und Ausblick fasst er seine Erfahrungen mit Sonne und Holz sowie die markanten technologischen Entwicklungen zusammen. Jürg Wellstein

■ Er weiss um die Potenziale der Sonnenenergie bestens Bescheid. Architekt Beat Kämpfen wird durch die ihm regelmässig verliehenen Solarpreise einerseits für die jeweiligen Vorzeigeprojekte ausgezeichnet. Anderseits belohnen sie ihn für sein kontinuierliches Engagement zugunsten einer innovativen Solararchitektur. Wo diese heute steht und wie es weitergehen soll, zeigen seine folgenden Ausführungen.

Technologie steht im Vordergrund. Solarstromproduktion wird sich durchsetzen, vor allem auch in der Architektur. Die Photovoltaik wird bald dazugehören, wie heute das Smartphone als logi-

sche Technologie für unser Kommunikationsbedürfnis. Heute hat sich Ihre Solarpreis-Galerie auf 11 Auszeichnungen ausgeweitet.

Als Sie 2002 mit dem Mehrfamilienhaus «Sunny Woods» sowohl den Schweizer als auch den europäischen Solarpreis gewannen, waren die Begriffe Solararchitektur und vorgefertigter Holzhausbau noch innovativ. Was hat sich in der Zwischenzeit bei diesen Themen getan?

«Solarstromproduktion wird sich durchsetzen, vor allem auch in der Architektur.» Beat Kämpfen Beat Kämpfen: Es hat sich tatsächlich viel verändert. Ausgangspunkt ist eine Zunahme des Umweltbewusstseins und das tiefere Verständnis der Konsequenzen für unser Leben und für die Zukunft der nächsten Generationen. Daraus haben sich auch in der Architektur Dinge verändert, obschon das Bauwesen grundsätzlich sehr träge reagiert. Heute sind Gedanken zur Abhängigkeit von Ressourcen und Importen sowie zur technischen Machbarkeit näher als noch vor rund 15 Jahren. Wo sehen Sie konkrete Entwicklungen? Der Siegeszug der Photovoltaik, als moderne, innovative, zukunftsweisende

Beat Kämpfen: «Sind Solararchitektur und Holzhausbau möglicherweise zu trivial?»


Interview |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Erneuerung mit einem Ausbau des Dachgeschosses in Holzvorfertigung bei älteren Wohnungen in Zürich-Altstetten. Dank zusätzlichem Mietraum bleiben die bestehenden Wohnungen günstig.

Gebaut wird in der Schweiz jedoch noch mehrheitlich ohne Rücksicht auf einen solaren Ertrag, sogar von renommierten Architekturbüros. Was läuft falsch? In der Tat zeichnet sich hier ein Phänomen ab. Mehrheitlich, und gerade bei grösseren Architekturbüros haben die Solartechnologien als integraler Bestandteil der Gestaltung noch wenig Gewicht. Es handelt sich noch immer um eine Nische, die aber deutlich grösser wird – zwar langsamer als erhofft und erwartet. Den Durchbruch haben wir offensichtlich noch nicht geschafft, wenn wir auf viele der neuen Gebäude mit wohlklingenden Namen schauen. Wo liegt der Grund für die mangelnde Umsetzung solartechnischer Ideen? Neben gestalterischen Vorurteilen und einer Unkenntnis über aktuelle Entwicklungen, wie beispielsweise die verschiedenen Modulfarben, die heute zur Verfügung stehen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Solartechnologien stets ein Back-up brauchen, um im Winterhalbjahr dennoch genügend Energie zur Verfügung zu haben. Hier besteht ein technischer und wirtschaftlicher Nachteil gegenüber rein konventionellen Lösungen. Die Speicherung über neblige Wochen hinweg zugunsten einer saisonalen Verschiebung von Energie ist dringend gefordert. Diese damit verbundenen Fragen behandeln wir auch in Weiterbildungskursen, bei denen ich mehrheitlich teilnehmende Architekten und Planer aus sogenannten kleineren Büros begrüssen darf. Wo die «Grossen» sind, weiss ich nicht.

Durch die neuen Mustervorschriften der Kantone (MuKEn 2014) werden bald weitere verschärfte Bauvorschriften gelten. Ist dies der richtige Weg für die nächsten Jahrzehnte? Leider ja, dieser Prozess über Verschärfung der Vorschriften, statt auf Freiwilligkeit zu setzen, ist offenbar notwendig und erfreulicherweise haben die Kanto-

«Der Holzhausbau hat einen Siegeszug erlebt.»

ne dies erkannt. Entscheiden wir uns beispielsweise für eine Wärmedämmung von 30 – 35 cm Dicke, wären eigentlich keine Energieprobleme mehr zu erwarten. Aber diese Tatsache wird oft mehr als Hemmnis angesehen, denn als Chance für den Architekten. Mit den MuKEn 2014 ist die Energieeffizienz ein zentrales Thema geworden, gleichzeitig unbestritten in der Umsetzung. Interessanterweise ist der Widerstand eher bei den Architekten zu orten, weniger bei den Bauherrschaften, die um die Wirkung einer guten Wärmedämmung wissen. è

Bauen mit gestalterischen Freiheiten und dem Einsatz moderner Solartechnologien. Solarpreisgewinner 2012: Minergie-P-Dreifamilienhaus Ponti in Zürich-Höngg.

33


34

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Interview |

Hat die Wissensbasis bei Bauherrschaften generell zugenommen? Eindeutig! Das Wissen um technische Möglichkeiten ist heute grösser als früher, als man die Kompetenz des Architekten noch in den Mittelpunkt stellen konnte. Heute kommen zahlreiche Bauherrschaften bereits mit diversen Ideen zur Wärmeversorgung, Stromproduktion, Ökologie und zu Baustoffentscheiden. Hier liegt auch eine Chance für Architekten mit einem entsprechenden Engagement für neue technologische Lösungen. Der Holzhausbau hat reüssiert, hat an Höhe gewonnen und ist gerade auch bei Erweiterungen bestehender Gebäude zu einer anerkannten Methode geworden. Weshalb? Holz hat ebenso einen Siegeszug erlebt. Sunny Woods war damals das erste viergeschossige Gebäude aus Holz im Kanton Zürich. 15 Jahre später ist der Holzhausbau eine etablierte Sache – auch bei mehreren Stockwerken. Vorfertigung mit ihrer Präzision, ihrer Schnelligkeit in der Montage, der entsprechenden Wirtschaftlichkeit usw. und das gute Image von Holz im Allgemeinen sind einige Stichworte dazu. Für mich ist die Tatsache erstaunlich, dass inzwischen auch grosse Projekte in Holz ausgeführt werden, der Einfamilienhausbereich ist bereits weit überschritten. Holz bietet aber für uns auch eine grosse, gern gesehene Gestaltungsfreiheit. Gibt es noch weitere Gründe für dessen Erfolg? Einerseits möchte ich die solide Ausbildung nennen, die beispielsweise an der Fachhochschule in Biel durchgeführt wird. Zusammen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stellen die ausgebildeten Fachleute und engagierte Unternehmen eine immer stärkere Basis für den Erfolg des Holzhausbaus dar.

Anderseits zeigen ausgeführte Beispiele die Potenziale dieses Baustoffs auf. Als jüngstes Projekt haben wir im preisgünstigen Wohnungsbau eine Erweiterung eines bestehenden Mehrfamilienhauses mit Dachwohnungen in Holzvorfertigung ausgeführt, mit deren Mietertrag die Mieterhöhung bei den bestehenden Wohnungen im gleichen Haus auf einem Minimum gehalten werden kann. Mit diesem Beispiel aus Zürich-Altstetten können wir aufzeigen, dass sinnvolle Sanierungen und Erweiterungen auch bei einfachen Wohnungen mit Holz und Sonnenenergie realisierbar sind. Können Sie daraus allgemein gültige Regeln ableiten? Durch mehrere solche Erweiterungsprojekte können wir heute erkennen, dass eine Zunahme der Wohnfläche von rund 20 % bereits zu einer Wirtschaftlichkeit führen sollte. Mit zusätzlichem, modernem Wohnraum ergibt sich der nötige Mehrertrag, der für die Erneuerung des

«Die orientalischen Windtürme sind für mich ein Zeichen für eine optimale Zusammenarbeit von Architekten und Gebäudetechnikern.»

Windtürme im arabischen Raum stellen ein Element der Gebäudetechnik vorbildhaft in den Mittelpunkt der Architektur. (Foto: www.deutsches-architektur-forum.de)

restlichen Gebäudes eingesetzt werden kann. Aufwertung, bessere soziale Durchmischung des Quartiers und Nutzung erneuerbarer Energien sind einige Kriterien, die ebenfalls eine Rolle spielen sollten. 2003 haben Sie in einem Interview (Erneuerbare Energien 4/2003) gesagt: «Was den Einsatz von Sonnenenergie angeht, so bevorzuge ich sie deshalb, weil man die Energiegewinnung am Gebäude sichtbar machen kann.» Vielfach gilt aber noch heute: verstecken, verneinen, negieren. Eine unverständliche Haltung ist dies. Gerne nehme ich beispielsweise Bezug auf die sogenannten Windtürme im arabischen Raum, mit welchen eine passive Nachtauskühlung der historischen Gebäude realisiert wurde. Gutes tun und dies zu zeigen, sollte doch einleuchten. Diese orientalischen Beispiele sind aber auch ein Appell an die grundsätzliche, von Beginn an wesentliche Zusammenar-

beit von Architekt und Haustechniker. Die Baumeister haben dort die Technik als markantesten Teil des Gebäudes dargestellt – wir könnten daraus etwas lernen. Bauen ist stets Teamarbeit, nicht nur eine Umsetzung von Ideen des Gestalters. Können Sie dies konkret erläutern? Bei einem Mehrfamilienhaus in Höngg – einem Solarpreisgewinner von 2012 – haben wir mit Vakuumröhrenkollektoren an den Loggias sowohl energetischen Gewinn als auch ein neues Raumgefühl mit einem neuen Material erreicht. Die Gestaltung der Fassade richtete sich nach der optischen Präsenz der Kollektoren. Form, Farbe, Architektur und Technik gehören zusammen und dürfen auch gemeinsam erkennbar sein. Bietet die neue Regelung eines notwendigen Einbezugs von regenerativer Energie bei der Heizungserneuerung (kleine Sanierungspflicht) eine Chance für die Sonnenenergie? Hierin sehe ich eine grosse Chance, damit erneuerbare Energien im Gebäude zu einer Selbstverständlichkeit werden. Die technologische Vielfalt und eine breite Systempalette sind vorhanden und können je nach Gegebenheiten kombinierbar eingesetzt werden. Die Nutzungsvielfalt hat bei der Sonnenenergie zugenommen. Was sind für Sie die markantesten Entwicklungen?


Interview |

Beat Kämpfen: «Solararchitektur ist zwar noch eine Nische, aber für die Zukunft zwingend erforderlich.» (Fotos: kämpfen für architektur ag)

kunft des Bauwesens, Städtebaus und der Siedlungsentwicklung eine bewusst angestrebte Teambildung. Es ist mir zwar auch bewusst, dass wir solche Forderungen seit Jahren aussprechen, heute gelten sie aber ernsthaft. Dies scheint mir nicht von allen Ausbildungsstätten so verstanden zu sein. Mit herausfordernden Projekten kann dies jedoch gefördert und geübt werden. Als Beispiel nenne ich hier die Teilnahme an den Wettbewerben des Solar Decathlons, wie an der Hochschule Luzern bereits umgesetzt und für 2017 von der ETH Lausanne geplant.

Bei der Photovoltaik haben sich wohl die bedeutendsten Entwicklungen ergeben. Kosten und Effizienz sind deutlich anders als noch vor zehn Jahren. Und in Zukunft erwarte ich von der Photovoltaik, dass sie die Architektur bestimmen wird, denn sie wird zum Baustoff für Dächer und Fassaden. Allerdings sind – als bestens bekannte Anforderung – Lösungen zur Speicherung zu finden und marktreif zu entwickeln. Daraus wird sich auch eine gewisse Autonomie der Gebäude, Siedlungen und Quartiere ergeben. Welche Konsequenzen hat die Sonnenenergie für die moderne Gebäudetechnik? In angemessenen Steuerungen und Regelungen sehe ich ein Potenzial, das innovative Möglichkeiten eröffnen wird. Mit der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) fördern wir heute die Solarstromproduktion. In Zukunft wird das Augenmerk vor allem auf der Koordination von Erzeugung und Verbrauch liegen müssen. Da sind noch einige Hürden zu überwinden, die wir jedoch bereits bestens identifizieren können. Erkennen Sie positive Veränderungen in der Praxis der Architekturbüros einerseits und in der Ausbildung anderseits? Während wir beim Stichwort Ausbildung stets die Sammlung von Wissen im Mittelpunkt sehen, erfordert die Zu-

Mit der Sanierung des Studentenhauses Justinus in Zürich haben Sie vor Kurzem ein weiteres Highlight geschaffen. Welche Besonderheiten sind dabei zu erwähnen? Dort haben wir einen flexiblen Kompromiss umgesetzt, indem ein pragmatischer Ansatz für Wärmedämmung und Haustechnik gewählt wurde. Allerdings nutzten wir auch die Erdwärme, oder besser die Erde als Wärmespeicher, denn bei den fünf ausgeführten Erdwärmesonden mit je 380 Meter Tiefe wird mithilfe von Sonnenwärme regeneriert und damit eine langfristige Nutzung dieser Speicher ermöglicht. Grundsätzlich ist es ebenfalls ein Objekt, bei dem aufgezeigt werden kann, wie mit gezielten Eingriffen der vorhandene gestalterische Ausdruck erhalten wurde und nun dennoch eine effiziente Energietechnik nutzbar ist.

«Photovoltaik ist auf dem Weg, ein handelsübliches Baumaterial zu werden.» Bei Sunny Woods haben Sie davon gesprochen, dass dort der Spagat zwischen Architektur und Energieeffizienz besonders gut gelang. Was braucht es heute für einen solchen Erfolg? Jenes Konzept überzeugt auch heute noch. Ausgangspunkt ist dort eine passive Solararchitektur, mit der Wärme gewonnen werden kann, ohne viel Technik in Bewegung setzen zu müssen. Ist es möglicherweise zu trivial, als

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

dass diese Überlegungen bei anderen Projekten so wenig zur Geltung kommen? Es geht ja nur darum, die richtige Menge an Solarwärme in das Gebäude reinzulassen und dort speichern zu können. Mit Sonne und Holz können fast überall Sunny Woods realisiert werden. Inzwischen konnte bestätigt werden, dass sich sowohl an den Fassaden als auch an allen vier Gebäudeseiten ein solarer Ertrag generieren lässt. Damit erhöht sich die Chance für eine Nutzung in den Agglomerationen, wo Verdichtung und Hochhäuser zunehmend dominieren. Ist dieses Wissen schon bei Architekten und Städteplanern angekommen? Leider nein. Aber sinkende Preise für die Photovoltaik, vereinfachte Wahl der Dimensionierung, verschiedene Farbgebung der Module und das Wissen um die Ertragsmöglichkeiten auch an der Nordfassade sollten bald zu weiteren Umsetzungsbeispielen führen. Denn Photovoltaik ist auf dem Weg, ein handelsübliches Baumaterial zu werden. Sie haben nach Ihrem Studium an der ETH Zürich einen zusätzlichen Master of Architecture in Kalifornien abgeschlossen. Heute herrscht Dürre in diesem Bundesstaat. Welche Konsequenzen haben die durch die Klimaveränderungen verschärften Wetterextreme auf die künftige Gebäudeentwicklung in der Schweiz? Wir befinden uns heute in der Lage, dass die Wärmeversorgung eines Hauses im Winter das kleinere Problem darstellt, als die Vermeidung einer Überhitzung im Sommer. Soweit sind wir bereits. Bei meinem Aufenthalt in den USA bin ich nicht nur mit den ersten Entwicklungen der Solartechnik in Kontakt gekommen, sondern habe auch fasziniert den dortigen Holzhausbau studiert. Finden wir homogene Lösungen für Kombinationen aus Holz zusammen mit technologischen Entwicklungen für unsere Breitengrade, so werden auch die Wetterextreme im Haus der Zukunft erlebbar sein. Was im Winter funktioniert, kann auch im Sommer erfolgreich sein. ■

Kontakt Beat Kämpfen kämpfen für architektur ag 8048 Zürich www.kaempfen.com beat@kaempfen.com

35


Rückblick: 4. Tagung Solarwärme Schweiz 2015 in Luzern

Wärme direkt von der Sonne

Bei der 4. Solarwärme-Tagung in Luzern wurde das Zusammenspiel von politischen Rahmenbedingungen und technischem Fortschritt sowie der Gestaltungswille öffentlicher wie auch privater Entscheidungsträger diskutiert.

Daniela Wohlgemuth

■ Solarwärme wird in einem breiten Anwendungsspektrum eingesetzt: von der Warmwasserbereitung im Einfamilienhaus bis hin zur industriellen Prozesswärme. Im Sanierungsbereich des MFH-Bestandes wird der Solarwärme zukünftig ein grosses Marktpotenzial

vorausgesagt. Eine verstärkte Zusammenarbeit aller Interessenvertreter ist unumgänglich, um die anspruchsvollen Ziele der schweizerischen Energiepolitik zu erreichen. Sowohl die BranchenVerbände suissetec und Swissolar wie auch die Vertreter von Bund und Kan-

tonen müssen an einem Strang ziehen, wie der Zentralpräsident von suissetec Daniel Huser betonte. Die 4. Tagung Solarwärme Schweiz in Luzern bot einen Überblick über die aktuellen politischen Rahmenbedingungen, wobei auch Hemmnisse kritisch diskutiert wurden. Darüber hinaus wurden konkrete Anwendungsbeispiele und vielversprechende Neuentwicklungen aus Praxis und Forschung vorgestellt.

Die Zukunft der Solarwärme zwischen Markt und Politik

Tagungsraum der Messe Luzern: Gegen 150 Teilnehmer kamen an die Solarwärme-Tagung 2015.

Markus Portmann, Vizepräsident von Swissolar und Inhaber der e4plus AG, umriss in seinem Vortrag die Rahmenbedingungen von Seiten der Politik und des Markts und deren Auswirkungen auf das installierende Gewerbe der Solarbranche. Er nannte wichtige Voraussetzungen für einen grundlegenden Wandel im derzeit fossil dominierten Wärmemarkt: Eine Abkehr von fossilen Brennstoffen sei heute nicht nur technisch möglich, sondern auch geopolitisch dringend nötig. Zudem würde die Volkswirtschaft Schweiz durch die gewonnene Unabhängigkeit von EnergieImporten enorm gestärkt. Von der Politik forderte Markus Portmann eine klare Positionierung. Die Bewilligungs-


Energie | Wärme | Strom |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

verfahren für Solaranlagen müssen vereinfacht und beschleunigt werden, um eine kundenorientierte, praktische Umsetzung der Energieziele zu ermöglichen. Besonders auf die Vorbildfunktion der Kantone und Gemeinden sollte Wert gelegt werden.

Stadträtin und Kantonsvertreter im Gespräch Die Luzerner Stadträtin Manuela Jost und der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler wurden von Oliver Kuhn zu ihren politischen Standpunkten befragt. Beide waren sich einig, dass Hindernisse für die Solarbranche aus dem Weg geräumt werden müssen. Manuela Jost wies in diesem Zusammenhang auf die notwendigerweise übergeordnete Sichtweise der Politik hin, die anstrebt, verschiedenste – auch konträre – gesellschaftliche Forderungen in Entschei- dungen miteinzubeziehen. Ne-

Moderator Oliver Kuhn (rechts) interviewte Stadträtin Manuela Jost und Landammann Heinz Tännler.

«Frauen entscheiden, wo was eingekauft wird» Walter Zürcher ben der Erreichung von Energiezielen spielt bei der Bewilligung von Solaranlagen im städtischen Raum auch die Denkmal- und Stadtbildpflege eine tragende Rolle. Die grössten Herausforderungen für die Solarwärme sieht Manuela Jost in der Eigentümerstruktur von Mehrfamilienhäusern und der wirtschaftlichen Überzeugungskraft. Für Heinz Tännler stehen vor allem die politische Strategie hinter dem häufig verwendeten Stichwort «Energiewende» und eine stimmige Gesetzgebung im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Moderator Oliver Kuhn und die Referenten Markus Portmann, Franz Mauthner, José Martin und David Stickelberger.

Was macht die Migros anders als die Solarbranche? In seinem provokanten Vortrag wies Walter Zürcher explizit auf das brach-

Mit 39 300 m2 ist die «Pampa Elvira Solar» in Chile das grösste Kollektorfeld für solare Prozesswärme.

Die Energieexperten von EnergieSchweiz: Marc Muller (Referent), Victoria Nyffeler und Simon Pannatier.

37


38

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Energie | Wärme | Strom |

argumente für die Solarbranche. Er sprach sich dafür aus, nicht auf politische Entscheide und Subventionen zu warten, sondern die Marktentwicklung aktiv voranzutreiben.

Wegweiser im Informations-Dschungel

Funktionsprinzip zur Nutzung von direkter und indirekter Solarwärme mit dem System IceSol. (Referat Bernard Thissen)

liegende Marketingpotenzial von kundennaher Kommunikation im Bereich der Solarwärme hin. Die wichtigste Kundengruppe der Solarbranche seien Frauen, und diese werden im Marketing von Solaranlagen viel zu sehr vernachlässigt. Hauptsächlich Frauen entscheiden, wo was eingekauft wird. Walter Zürcher zeigte auf, wie andere Brachen – zum Beispiel die Bioanbieter der Lebensmittelbranche – mittels Emotionen

erfolgreich teure Ökoprodukte verkaufen. Zur Veranschaulichung dieser Tatsache verwies Walter Zürcher anhand von Eier-Preisen auf die Bereitschaft der Kundinnen, mehr Geld für bessere Qualität auszugeben. Vor allem das weibliche Bedürfnis nach Gesundheit im Wohnbereich, sinnvollem Umgang mit Energie, Design mit Nutzen und bewusstem Umgang mit Material und Produkten liefere stichhaltige Verkaufs-

Um die Hürden auf dem Weg zur eigenen Solaranlage einfacher zu überwinden, stellt die Plattform EnergieSchweiz – zusätzlich zur telefonischen Kundenberatung – ein kostenloses Tool als Hilfsmittel für Endkunden zur Verfügung. Von der ersten Ertragsabschätzung bis hin zur Realisierung bietet das Tool eine übersichtliche, schrittweise Anleitung inklusive Offerten-Vergleich. Rund drei Jahre nach der Inbetriebnahme wird zur Qualitätssicherung eine Kontrolle der Anlage durch unabhängige Experten empfohlen.

«Greifen Sie nach den tief hängenden Früchten!» David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, motivierte in seinem Vortrag die Tagungsteilnehmer ebenfalls zu mehr Eigeninitiative bei der Markterschliessung. Im Bereich der Einfamilienhäuser seien massive Einbrüche zu ver-

Regeneration von Erdsondenfeldern mit Solarwärme (Referat René Naef): Prinzipschema von Mehrfamilienhäusern in Mettmenstetten (Online-Zugriff: http://pfruendmatt.dyndns.org mit Passwort: netlogger. Quelle: Huber Energietechnik AG)


Energie | Wärme | Strom |

zeichnen; im Mehrfamilienhaus-Bereich sei noch viel ungenutztes Potenzial für die Solarwärme vorhanden. Zuerst sollten die «low hanging fruits» geerntet werden: Besonders wichtig sei diesbezüglich die bessere Nutzung von Gelegenheiten wie Dach- oder Heizungssanierungen. Die Rolle von Swissolar sieht David Stickelberger in der Unterstützung bei der weiteren Erschliessung des MFH-Markts, indem die Sensibilisierung von Behörden und Eigentümern forciert wird. Der Masterplan Solarwärme, welcher von José Martin vorgestellt wurde, setzt neben der Verbesserung der Rahmenbedingungen zusätzlich auf die Gewährleistung der Qualität und auf neue Kommunikationsstrategien.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Mittelgrosse solare Fernwärmesysteme mit gekoppelter Strom- und Wärmeerzeugung. (Referat Thomas Pauschinger)

Prozesswärme in der Pampa Franz Mauthner, Hauptautor der Studie «Solar Heat Worldwide», präsentierte die Ergebnisse seiner Markt- und Trendanalyse hinsichtlich der weltweiten Entwicklungen im Bereich der Solarwärme. Während China lange Zeit ungebremste Wachstumszahlen zu verzeichnen hatte, zeigt sich nun – wie auch in Europa und Australien – eine rückläufige Entwicklung. Ein Wachstumstrend zeichnet sich in Afrika, Lateinamerika (vor allem in Brasilien) und der MENA-Region (Middle East & North Africa) ab. In der Tendenz ist die weltweite Marktentwicklung seit 2011 fallend. Solare Prozesswärme wie auch solargestützte Wärmenetze gewinnen indes immer mehr an Bedeutung. In Chile wurde 2013 die weltweit grösste Solaranlage «Pampa Elvira Solar» zur Versorgung einer Kupfermine eröffnet.

Dreimal derselbe Energie-Inhalt (gleiche Mitteltemperatur), jedoch unterschiedliche Schichtungsprofile. (Referat Michel Haller)

Heizen mit Eis

Bernard Thissen stellte das grösste Minergie-P-Sanierungsprojekt der Schweiz «La Cigale» vor, welches letztes Jahr den Solarpreis gewann. Das Heizsystem IceSol – bestehend aus Solarwärme, Eisspeicher und Wärmepumpe – besticht durch das intelligente Zusammenspiel modernster Effizienztechnologie. Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für effiziente Sanierung im grossen Stil und daher wegweisend für die anstehende,

dringend notwendige Erneuerung des Schweizer Gebäudebestands.

Bewährte Technik – erweiterte Anwendungsfelder Die Regeneration von Erdwärmesonden und die Einspeisung der Solarwärme in Arealnetze bieten Möglichkeiten zur Erschliessung zusätzlicher Marktsegmente. Rene Naef, Inhaber von naef energietechnik, erläuterte in seinem Vortrag die Auswirkungen von vielen

39


40

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Energie | Wärme | Strom |

Dank gut dimensionierter Warmwassererzeugung mit Solaranlage kann der Heizkessel im Sommer abgestellt werden. Die vermiedenen Verluste des Heizkessels (Rauchgas, Verrohrung, Heizkessel) können dem solaren Gewinn zugerechnet werden. Solargewinn: Mit 1000 kWh Solarenergie werden 1400 kWh Heizenergie gespart. (Referat Soltop)

vor. Für Wärmepumpen-Besitzer im dicht bebauten Gebiet ist die Ergänzung ihres Systems mit Solarwärme-Kollektoren zu empfehlen, um dem Degradierungsvorgang der Erdsonden entgegen zu wirken und die Lebensdauer der Wärmepumpe zu verbessern. Mit Simulationsprogrammen kann die Wirksamkeit dieser Massnahmen auf die Entwicklung des Temperaturniveaus im Erdreich über längere Zeiträume prognostiziert werden. Auch im Bereich der Verbundsysteme ist für die Solarwärme noch Potenzial vorhanden. Nah- und Fernwärme-Verbundsysteme können durch die Einbindung von Solarwärme optimal ergänzt werden. Thomas Pauschinger, Initiator der europäischen SDH-Vorhaben (Solar District Heating), legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf Grossanlagen und zeigte viele Beispiele von dezentral eingebundenen Solaranlagen. Insbesondere in Dänemark sind auch Bodenanlagen verbreitet, welche sich durch minimale Bodenbeeinträchtigung und in vielen Fällen durch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit auszeichnen.

Die richtige Schichtung bringts Funktionsprinzip des Soltop-Systems mit Energiespeicher Varisol und Frischwasserstation Aquapur. (Referat Soltop)

Die Abbildungen zeigen den thermochromen Effekt. Bei Durchfluss mit tiefen Wassertemperaturen (links 13 °C) verhält sich der thermochrome Absorber (obere Hälfte) ähnlich wie ein Standardabsorber (unten). Bei hohen Wassertemperaturen (rechts 88 °C) erhöht sich die Wärmeabstrahlung durch die thermochrome Absorberbeschichtung im Vergleich zum Standardabsorber deutlich. Oben gross eingeblendet sind die Oberflächentemperaturen beim Fadenkreuz nahe der Bildmitte. (Referat Viessmann)

Erdwärmesonden auf engem Raum – wie es in Zürich bereits der Fall ist. Dabei ist zu beachten, dass die Energiequelle Erdreich ohne ausreichende Regeneration gar nicht erneuerbar ist,

sondern auskühlt; dies führt zu Sondenvereisung und Wirkungsgradeinbussen. Das Wärmeerzeugungs-Konzept der Stadt Zürich sieht einen weiteren Ausbau der Erdwärmesonden-Technologie

Michel Haller, Forschungsleiter am Institut für Solartechnik SPF, veranschaulichte die Entropieproduktion in einem Wärmespeicher am Beispiel eines Kinderzimmers. Am Morgen ist das Zimmer aufgeräumt (Analogie zu ausgeprägter Speicherschichtung); im Laufe des Tages entsteht ein immer grösseres Mass an Unordnung (Analogie zu vollständig durchmischtem Speicher) und am Abend muss Energie aufgewendet werden, um die Ordnung wiederherzustellen. Auch in einem Speicher sollte zugunsten der Energieeffizienz Ordnung herrschen: Da warmes Wasser leichter ist als kaltes, entsteht eine natürliche Schichtung. Eine überlegte Fühler-Positionierung und eine strömungsberuhigte Einbindung verbessern die Schichtungseffizienz. Diese kann als Kennzahl aus empirischen Messungen ermittelt werden. Die Untersuchungen von Michael Haller ergaben, dass der Einfluss der Schichtungseffizienz auf den Energiebedarf der Wärmepumpe viel relevanter ist, als die Wärmeverluste des Speichers. Da das europäische Energie-Label für Wärmespeicher derzeit nur Wärmeverluste berücksichtigt, plädierte Michael Haller für eine Berücksichtigung der Schichtungseffizienz als Kennzahl für die Systemeffizienz.


Energie | Wärme | Strom |

Aus dem Erdinneren fliessen nur 70 Milliwatt pro m2 nach: Mit diesen Methoden können Erdsonden regeneriert werden. (Referat René Naef)

Aktuelle Entwicklungen

Anstelle von grossen Warmwasserspeichern setzt die Firma Soltop Schuppisser AG seit einigen Jahren auf die hygienische Warmwasserbereitung mittels Frischwasserstation. Die Funktionsweise des Systems, bestehend aus einem Energiespeicher, einem kleinen Boiler und einer Frischwasserstation, wurde vorgestellt. Besonders hervorgehoben wurden die tiefen Rücklauftemperaturen, welche eine hohe Ausnutzung der Solarwärme ermöglichen, und die Bedeutsamkeit des modernen Reglermanagements. Anlagenvisualisierung, Fernwartung und dauerhaftes Datenlogging garantieren einen optimierten Betrieb der Anlage. Falls es zu einem Ausfall der Wärmepumpe kommt oder die Kapazität des Wärmespeichers erreicht ist, können in Solaranlagen sehr hohe Temperaturen auftreten. Um die Gefahr der Überhitzung durch zu hohe Stagnationstemperaturen zu vermeiden, entwickelte Viessmann in Zusammenarbeit mit dem deutschen Institut für Solarenergieforschung (ISFH) eine thermochrome Absorber-Beschichtung. Bei Temperaturen im normalen Betriebsbereich weisen diese – wie andere Absorber – eine hohe solare Absorption und eine geringe Wärmeabstrahlung auf. Bei höheren Temperaturen wird die Wärme-Emission durch einen physikalischen Phasenwechsel um ein Vielfaches erhöht. Dies bewahrt den Kollektor vor Überhitzung. Bei Viessmann steht nun – nach der Durchführung umfangreicher Tests – die industrielle Produktion der neuen Absorber an.

Schlusswort

Roger Nordmann, Nationalrat und Präsident von Swissolar, fasste in der Abschlussrede seine Eindrücke der Solarwärme-Tagung zusammen. Die Politik habe in der Entwicklung des Energiemarkts zwar einen entscheidenden strategischen Gestaltungsspielraum. Trotzdem sollte im Bereich der Sanierung nicht zu viel von der Politik erwartet werden. Ein steigender Ölpreis, so Roger Nordmann, könne gegebenenfalls mehr bewirken als politische Debatten. Er wies auf einen «Schichtungsfehler» im Marketing von Solaranlagen hin. Einerseits werde im Bereich der Kleinanlagen zu viel mit Zahlen um sich geworfen, andererseits müsse bei Grossanlagen in erster Linie die Wirtschaftlichkeit stimmen. Das heisst im Klartext: Die Kommunikation muss stärker an die Bedürfnisse der Kunden in verschiedenen Marktsegmenten angepasst werden. Das Eier-Preis-Argument von Walter Zürcher, dem zufolge aufgrund emotionaler Empfindung auch ökonomisch irrationale Entscheidungen getroffen werden, sei vor allem im Bereich von Privatkunden entscheidend. Abschliessend lobte Roger Normann die bereits erfolgreich umgesetzten Massnahmen des Masterplans Solarwärme. Referate zum PDF-Download: www.swissolar.ch/4-tagung-solarwaermeschweiz-2015 ■ www.bfe.admin.ch www.swissolar.ch www.suissetec.ch


Um den regionalen Wärmeverbund mit Energie zu versorgen, wurden energieeffiziente Rohrelemente (Premant der Brugg Rohrsysteme AG) auf der Autobahnbrücke bei Pratteln innert Minuten montiert.

Nächtliche Montageaktion einer Stahlkonstruktion innert einer halben Stunde

Rohrmontage über Autobahnbrücke – Basis für regionalen Wärmeverbund Um den regionalen Wärmeverbund der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) künftig mit CO2-neutraler Energie zu versorgen, wurden Ende August die energieeffizienten Premant-Rohrelemente der international tätigen Brugg-Rohrsystem AG auf der Autobahnbrücke bei Pratteln montiert. Die Verlegung der 25 Tonnen schweren Rohrbrücke erfolgte innert weniger Minuten. Quelle: Brugg Rohrsystem AG

■ Wer zwischen dem 25. und 26. August nach Mitternacht auf der Autobahn zwischen Basel und Liestal unterwegs war, wurde möglicherweise Zeuge einer spektakulären Montageaktion: Auf der Autobahnbrücke, die kurz vor der Raststätte Pratteln liegt, brachten zwei Kräne eine 50 Meter lange und 25 Tonnen schwere Stahlkonstruktion am Nordrand der Autobahnbrücke in ihre definitive Position. Dass die hochkomplexe Montageaktion nicht länger als eine Viertelstunde dauerte, hatte seinen guten Grund: Die Nord-Süd-Achse des Schweizerischen Autobahnnetzes muss grundsätzlich immer offen bleiben für

den internationalen Transitverkehr. Um die Premant-Fernwärmeleitungen zu verlegen, wurde jedoch eine Ausnahmebewilligung erteilt – die energieeffizienten Qualitätsrohre verbinden bereits ab Oktober 2015 das neu erstellte Holzheizkraftwerk mit dem Grosswärmeverbund Pratteln (GWPr) der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland).

Höchste Präzision bei Nachtaktion Wie Markus Vögele, Projektleiter Wärme bei der EBL, erklärt, plante man anfänglich, die Rohre unter der Autobahn im Tiefbau zu verlegen. Doch da nach einer Revision der Autobahnbrücke ein

Alternative Energien im Fokus: Markus Vögele, Projektmanager bei EBL, überwacht die nächtliche Montageaktion auf der Autobahnbrücke.


Energie | Wärme | Strom |

Teil der Pfeilerfläche nicht mehr genutzt wurde, bot es sich an, das Gerüst mit den vormontierten Rohren direkt auf diesen ungenutzten Sockeln zu positionieren. Zusammen mit den Experten der Brugg-Rohrsystem AG haben die planenden Ingenieure die Montage im Vorfeld Schritt für Schritt vorbereitet: «Damit auch wirklich alles klappt, mussten wir den gesamten Ablauf bis ins letzte Detail planen.» Zum Einheben der Stahlkonstruktion auf der Autobahnbrücke wurden zwei hydraulische Pneukrane benötigt. Diese wurden bereits am Dienstagnachmittag vor Ort platziert. Um 15 Uhr wurde die Stahlkonstruktion zwecks Ausbalancierung kurz probeweise angehoben und wieder abgesetzt. Um punkt 1 Uhr war es dann so weit: Im Zeitraum von nur einer Viertelstunde wurde die Stahlkonstruktion angehoben und in die definitive Position seitlich der Autobahnbrücke gesetzt. Während dieser Zeit musste der Autobahnverkehr komplett angehalten werden. Auch für die erfahrenen Kranführer war diese Vorgabe ehrgeizig: Ein einziger Versuch musste reichen. Nach der Positionierung blieb dann eine weitere Viertelstunde, um die Stahlkonstruktion zu sichern und die Kranseile zu demontieren. Danach war die nächtliche Montageaktion vorbei.

Hervorragende Wärmedämmung und Sicherheit Für Markus Vögele von der EBL, die das neue Fernwärmenetz ab Oktober in Betrieb nehmen wird, steht Sicherheit an erster Stelle. Deshalb entschied man sich bei der Wahl des Rohrsystems für Premant – ein vorgedämmtes Kunststoffmantelrohrsystem zum Transport von Fernwärme. «Das Rohrsystem hat sich im Markt über Jahrzehnte bewährt und wird, stetig optimiert, heute als Industriestandard für Nah- und Fernwärmesysteme wie auch in der industriellen Anwendung mit Erfolg eingesetzt», so Vögele. Die Premant-Fernwärmeleitung besitzt je nach Anwendungszweck ein oder zwei Mediumrohre aus Stahl, Stahl verzinkt oder aus Edelstahl. Dadurch ist sie für den Transport von Heizungswasser, Brauchwarmwasser, Kondensat und weiteren Fluiden besonders geeignet. Die Wärmedämmung der PremantFernwärmeleitung übernimmt ein Polyurethan-Hartschaum, der bis 144 °C belastbar ist. Für den Schutz der Wärmedämmung sorgt ein Mantelrohr aus PEHD, das mittels eines kontaktlosen

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Schweissverfahrens homogen verbunden wird. Um höchste Sicherheit zu gewährleisten, wurden die Nahtstellen der Mediumrohre zusätzlich geröngt. Wie Markus Vögele erklärt, verfügt das Rohr zudem über ein integriertes Überwachungssystem: «Sollte Feuchtigkeit in das Rohr eindringen, lässt sich der Defekt über ein Widerstandsmessverfahren bis auf einen Meter genau lokalisieren.» Ein weiterer Vorteil bei der Verwendung von Premant-Rohren sind die kurzen Lieferzeiten: Die Baueinheiten und alle dazugehörigen Formteile wie Bogen-, TStücke usw. sind werkseitig vorgefertigt. Dies ergibt somit ein Baukastensystem mit entsprechend einfacher Planung und Montage. Auf Wunsch werden Systemanwender bei Verlegungsarbeiten durch die ausgebildeten Montagespezialisten unterstützt.

Einst Gasblockheizkraftwerke, nun Grosswärmeverbund Die neu verlegten Rohre führen auf der einen Seite der Brücke direkt zum Gebäude des neuen Wärmekraftwerks von EBL. Das Heizkraftwerk besitzt enorme Dimensionen. Die beiden Wärmespeicher verfügen über ein Fassungsvolumen von je 200 000 Liter. Bereits vor rund 17 Jahren hat die EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) damit begonnen, Wärmeverbünde in der Region zu realisieren. Anfänglich produzierten lokale Gasblockheizkraftwerke Wärme und Strom für die Nutzer. Doch im Lauf der Zeit wuchs der Bedarf nach erneuerbaren Energien und parallel dazu ist man bei der EBL bei der Produktion an Grenzen gestossen. Deshalb entschied sich die EBL im Jahr 2009 für den Bau des neuen Heizkraftwerks. Ab Oktober 2015 wird nun der Grosswärmeverbund Pratteln (GWPr) mit alternativer Energie von hier versorgt. Die neu verlegten Fernwärmerohre spielen eine zentrale Rolle, um diese Energie möglichst ohne Verluste in den

Die Premant-Rohre von Brugg-Rohrsystem sorgen ab Oktober 2015 für CO2-neutrale Energie im Grosswärmeverbund Pratteln.

verschiedenen Wohnquartieren verfügbar zu machen. Bereits wurden bisher vier Kilometer Rohrleitungen mit BruggProdukten realisiert. Durch die hervorragende Zusammenarbeit bestärkt, werde man sich auch in Zukunft auf deren Qualität verlassen. ■ www.pipesystems.com

«Premant»-Kunststoffmantelrohrsystem Eigenschaften: – Ausgezeichnete Wärmedämmung* – Grosses Spektrum von DN 20 bis DN 1000 – Betriebstemperatur bis max. 144 °C – Betriebsdruck bis 25 bar – Diverse Isolationsschaum- und Überwachungsadersysteme – Erhältlich als Heizungs-, Kühlungs-, Sanitärwasser- und Brandklassenrohr – Norm EN 253, 448, 488, 489 – ISO 9001, 14001 * Wärmedämmung mit Pentan getriebenem PUR-Schaum bewirkt enormes Energiesparpotenzial (Wärmeleitfähigkeit Lambda 50 = 0,026 W/mK)

43


44

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Energie | Wärme | Strom |

CO2 -Kälteanlage für Gewerbliche Kälte mit Zusatzfunktionen: Wärmepumpe, Erzeugung von Klimakaltwasser

Energiewende: Die Migros ist auf Kurs Recycling-Material, innovative Technik und natürliche Kältemittel: Die Migros Zürich legt auch beim Bau von Filialen viel Wert auf Nachhaltigkeit. Mitte Mai wurde in Eglisau ein Neubau mit Migros Supermarkt und Denner mit total 2080 m2 Verkaufsfläche eröffnet, der in Sachen Umwelt besticht. Einiges davon ist einzigartig in der Schweiz. Tobias Müller *

■ Der schöne Holzbau, HSH-zertifiziert (Herkunft Schweizer Holz), vermittelt nicht nur Nachhaltigkeit, sondern zeichnet sich auch durch folgende bauliche Massnahmen aus: Dachabdichtung aus natürlichem Kautschuk, Wärmedämmung der Aussenwände aus eingeblasener Cellulose (Recyclingpapier), alle Ortbetonbau-Teile aus Recycling-Beton, Dämmung gegen Erdreich durch Misapor-Schaumglas (Recyclingprodukt aus

Der Gaskühler mit CO2-Verdampferregister der Kälteanlage für Gewerbliche Kälte mit den Zusatzfunktionen Wärmepumpe und Erzeugung von Klimakälte. (Foto: Simona Altwegg)

Altglas), Hohlräume gestopft mit Seidenzopf anstelle PU-Schaum. Diese und weitere Massnahmen ermöglichten nicht nur die Minergie-Zertifizierung, sondern sind eine wichtige Basis für ein optimales Raumklima. Ob Joghurt, Tiefkühlpizza oder frisches Gemüse: Alles muss bei der richtigen Temperatur gelagert und präsentiert werden. Für die dazu benötigte gewerbliche Kälte wird in der Genossenschaft Migros Zürich seit 2010 in allen Um- und Neubauten bei den Verbundanlagen konsequent das natürliche Kältemittel CO2 eingesetzt. Bei den mobilen Kühlgeräten kommt seit 2011 das natürliche Kältemittel Propan zur Anwendung. Diese umweltschonenden und effizienten Kältemittel sowie geschlossene Kühlmöbel, eine effiziente Abwärmenutzung und innovative Regulierungen tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, die ehrgeizigen Energieziele 2020 zu erreichen. Die Energiebilanz-Berechnung für das Gebäude zeigte, dass die Abwärme der Gewerblichen Kälte an extrem kalten Wintertagen nicht ausreicht und somit noch eine Zusatzheizung benötigt wird. Im Sommer hingegen ergab sich eine zu hohe Raumtemperatur im Be-

reich Früchte und Gemüse. Zudem wird ganzjährig Klimakälte für einzelne technische Räume benötigt. Hier wurden bis jetzt gängige Lösungen wie CO2-Direktkühlung, Splitklimageräte oder ein Kaltwassersatz eingesetzt.

Anlage für Gewerbliche Kälte mit Zusatzfunktionen Die innovative Lösung, die realisiert werden konnte: Kälteanlage für Gewerbliche Kälte mit den Zusatzfunktionen Wärmepumpe und Erzeugung von Klimakaltwasser. Es wird ein Standard CO2-Boostersystem für Normalkühlung (Plustemperaturen) und Tiefkühlung (Minustemperaturen) eingesetzt. Zusätzlich ist das System mit einem Wärmepumpenverdampfer (Ziffer 1 im Schema) und einem Klima-Wärmetauscher (9) ergänzt. Zur Wärmeerzeugung ist standardmässig eine AWN (Abwärmenutzung) vorhanden mit einem AWN-Wärmetauscher PWW Hochtemperatur (2a) und einem AWN-Wärmetauscher PWW Niedertemperatur (2b) auf der Hochdruckseite (PWW = Pumpenwarmwasser). Reicht bei tiefen Aussentemperaturen die Abwärmenutzung nicht aus, wird eine Wärmepumpenfunktion über das zusätzlich integrierte

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Migros-Gebäudes ist Sinnbild für einen nachhaltigen Bau. (Foto: Alfred Lüdi)


Energie | Wärme | Strom |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

CO2-Verdampferregister (1) im luftgekühlten Gaskühler betrieben. Die Abwärmenutzung erfolgt aufgrund der geforderten Heizleistung fünfstufig (vgl. Kasten). Zur Raumkühlung wurde ein KlimaWärmetauscher (9) ergänzt, der über einen Glykol-Zwischenkreis Klimakaltwasser von 10 °C erzeugt. Dadurch kann das komplette Gebäude monovalent mit einem Anlagensystem betrieben werden. «All in One»; das war einzigartig in der Schweiz, bis im Oktober 2015 die Migros Zürich eine zweite ähnliche Anlage in der Filiale Richterswil in Betrieb nahm.

PV-Anlage auf Flachdach

Das Dach ist mit einer 1490 m2 grossen Photovoltaikanlage bestückt. Die Nennleistung liegt bei 246 kWp. In den Sommermonaten Juni, Juli und August kann der Netto-Eigenbedarf (Migros und Denner) gedeckt werden. Der produzierte Strom kann nur zeitgleich mit dem Eigenbedarf genutzt werden. Überschüsse werden an das EW abgegeben und das Manko bei Bedarf durch Bezüge vom EW kompensiert. Die Zeitgleichheit (zeitgleicher Eigenverbrauch) liegt bei et-

Ob im Kühlregal oder an Lager in den Kühlräumen: Die Nahrungsmittel brauchen stets die richtige Umgebungstemperatur. (Foto: Carlos Crespo)

wa 55 %. Erklärungen zur Grafik mit Lastgang über drei Tage: Nachtbetrieb: Grundverbrauch für die Lebensmittelkühlung und das Raumklima.

Sonntag tagsüber: Die Türen an den Kühlmöbeln bleiben zu, Licht aus, kein Verkaufsbetrieb, entsprechend maximale Netzeinspeisung. Montag / Dienstag: ab 6 Uhr wird das Licht stufenweise eingeschaltet, die Kühlmöbeltüren zum Auffüllen der Produkte geöffnet, die Backöfen betrieben usw.

Gebäudeautomation Durch eine übergeordnete Gebäudeautomation wird das Zusammenspiel aller HLKSE-Gewerke intelligent geregelt. Beispiel: Gebäude, Warenträger und Verkaufsware dienen mit ihrer Masse als Wärme-/Kältespeicher. Somit kann im Sommer, wenn die Kälteproduktion energetisch aufwendiger wird, die Raumkühlung deaktiviert

5-stufige Abwärmenutzung (AWN)

Prinzipschema: CO2-Kälteanlage für Gewerbliche Kälte und Klima-Kälte. AWN = Abwärmenutzung, PWW = Pumpenwarmwasser.

Die Abwärmenutzung erfolgt aufgrund der geforderten Heizleistung fünfstufig: Stufe 1: AWN subkritisch, keine Druckanhebung für AWN, Heizleistung 7 %. Stufe 2: AWN transkritisch, Druckanhebung CO2 auf ca. 78 bar, Gaskühlerventilatoren in Betrieb, Heizleistung 43 %. Stufe 3: AWN transkritisch, Druckanhebung CO2 auf ca. 78 bar, Gaskühlerventilatoren ausser Betrieb, Heizleistung 50 %. Stufe 4: AWN transkritisch, Druckanhebung CO2 auf ca. 90 bar, Gaskühlerumgehung «Bypass», Heizleistung 60 %. Stufe 5: AWN transkritisch, Druckanhebung CO2 auf ca. 90 bar, Gaskühlerumgehung «Bypass» und Wärmepumpenverdampfer ein, Heizleistung 100 %.

45


46

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Energie | Wärme | Strom |

Wellen, mit Senkung der Blindleistung sowie mit Reduktion der Wärmeverluste erhöht. Daraus resultiert eine elektrische Einsparung auf den Gesamtverbrauch von durchschnittlich 5 %.

Generation M

Photovoltaikanlage: Tagesverlauf über drei Tage. Linie rot: Stromgewinnung PV-Anlage (246 kWp), Linie blau: Strombedarf, Fläche grün: Strombezug ab Netz, Fläche schwarz: zeitgleicher Eigenverbrauch, Fläche violett: Stromeinspeisung ins Netz. Lastgang 15-Minuten-Werte, Leistung in kW.

werden. In der Nacht, bei sinkender Aussentemperatur, wird die Kälteproduktion wieder hochgefahren, sodass die Masse in den Morgenstunden leicht unterkühlt ist. Mit der darauffolgenden langsamen Erwärmung der Masse

während des Tages erfolgt eine natürliche Sommerkompensation. Durch den Einsatz einer E-PowerStromsparanlage (Energia Europa) wird die Stromnetzqualität dynamisch mit aktiver Filtrierung der harmonischen

Das neue Gebäude in Eglisau mit Migros und Denner wurde rundum nachhaltig gebaut, damit die vielen verbindlichen Versprechen der Generation M erfüllt werden. Eins davon lautet: «Wir versprechen Nick, unseren Stromverbrauch gegenüber 2010 bis Ende 2020 um 10 % zu reduzieren.» ■ *Autor: Tobias Müller ist Projektleiter des beschriebenen Neubau-Projekts bei der Genossenschaft Migros Zürich, Abt. Engineering & Services, tobias.mueller@gmz.migros.ch, www.migros.ch


Energie | Wärme | Strom | Produkte

Solaranlagen-Investitionen schützen mit Solar Monitoring ■ Eine Solarwärme-Anlage kostet, je nach Funktion und Grösse, zwischen 8000 und 30 000 Franken. Um diese Investition ökonomisch und ökologisch möglichst rasch zu amortisieren, sind eine hohe Anlagenverfügbarkeit und eine möglichst lange Lebensdauer unabdingbar. Qualitätsprüfungen von Energie Zukunft Schweiz an bisher 344 Solaranlagen haben jedoch aufgedeckt, dass 38 Prozent der installierten Anlagen Optimierungspotenzial aufweisen und 16 Prozent sogar schwerwiegende Mängel haben.

Mehrkosten – auch bei kleinen Warmwasseranlagen. Alle Tiba.SOL-Anlagen verfügen nun über Durchflusssensoren, Drucksensoren und eine erweiterte Fühlerüberwachung. Damit werden die häufigsten Pannen automatisch erkannt und dem Benutzer signalisiert.

Monitoring bei Solaranlagen Viele Mängel entstehen einerseits durch nicht fachgerechte Installation, aber auch durch mangelnde Wartung. Anlagenbesitzer bemerken oftmals nicht, wenn eine Solaranlage nicht mehr richtig funktioniert, zum Beispiel bei schleichendem Druckverlust im System. Dies kann sogar dazu führen, dass Warmwasser nur noch elektrisch erzeugt wird, ohne dass der Anlagenbesitzer dies bemerkt. Tiba hat dies zum Anlass genommen, das eigene Programm «Tiba.SOL» zu überarbeiten und bei allen Anlagen ein automatisches Monitoring der wichtigsten Komponenten einzuführen. Und dies ohne

Monitoring ohne und mit Vertrag Je nach Anlagentyp bestehen unterschiedliche Anforderungen an ein Monitoring-System: Von einer kleinen Warmwasseranlage bis zur solaren Vorwärmung bei Mehrfamilienhäusern bietet Tiba drei Stufen von Solar Monitoring an. Bei allen Produkten fallen keine Mehrpreise für Hardware oder Sensoren an. Die drei Monitoring-Varianten mit Kosten-Angabe: Tiba.logic-Steuerung für EFH-Solaranlagen (kostenlos): integriertes Monitoring zur Überwachung aller Anlagenparameter. Fehler werden durch Warnton und rot blinkendes Display ausgegeben. Solar Monitoring für grössere EFH-Solaranlagen und MFH-Solaranlagen (einmalig Fr. 600.–, inklusive Modem, ggf. zusätzliche Internetkosten): wie Tiba.logic, jedoch mit Anbindung ans Internet und automatischer Fehlerbenachrichtigung per E-Mail.

Erneuerbar seit 113 Jahren Die Tiba AG plant und liefert seit 1980 thermische Solaranlagen als Teil von Gesamtlösungen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Bubendorf BL beschäftigt in der Schweiz über 90 Mitarbeiter und betreibt ein eigenes Produktionswerk sowie eine Entwicklungsabteilung. Die eigene Technik- und

1) Drucksensor.

2) Temperaturfühler.

3) Durchflusssensor.

Indach-Solarwärme-Anlage.

Solar Monitoring Plus für MFHSolaranlagen (jährlich Fr. 490.– inkl. Modem, ggf. zusätzliche Internetkosten): wie Tiba.logic, jedoch mit Anbindung ans Internet und Überwachung durch Tiba, inklusive periodischer Anlagenüberprüfung vor Ort (alle zwei Jahre) und jährlichem Statusrapport per Post. Zusätzlich 15 Prozent Rabatt auf Ersatzteile.

Serviceabteilung für Wärmesysteme mit 20 Mitarbeitern hilft bei der Planung, Montage, Inbetriebnahme und stellt den Betrieb sicher. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.2, Stand D21 Halle 2.0, Stand G30 / Stand H31 Tiba AG 4416 Bubendorf BL Tel. 061 935 17 10 www.tiba.ch

4) Funktionsübersicht im Display.

Ursache

Fehler

Überwachung

Bild

Leck im Drucksystem des Solarkreises, z. B. kaputte Dichtung, Korrosion, Montagefehler.

Ohne Druck fördert die Solarpumpe nicht genügend, Leistungsabfall und Überhitzung sind die Folgen.

Steuerung überwacht mittels Drucksensor (1) permanent den Anlagendruck, ob dieser über 1.4 bar liegt.

1

Kabelbruch eines Temperaturfühlers, z.B. durch Tiere, Bauarbeiten oder Korrosion am Sensor.

Mit falschen Temperaturwerten kann die Anlage nicht richtig geregelt werden. Evtl. wird sogar Energie «vernichtet».

Der Kollektorfühler (2) wird permanent auf Bruch und Kurzschluss überwacht.

2

Pumpenleistung zu tief, Pumpe blockiert oder ausgefallen, z. B. durch Überhitzung oder Ablagerungen.

Bei zu geringer oder keiner Pumpenleistung kann die Energie vom Kollektor nicht abgeführt werden.

Steuerung überwacht mittels Durchflusssensor (3) permanent die Leistung der Pumpe.

3

Leistungsverlust (z. B. Kollektorglas blind, Solarflüssigkeit ausgefällt).

Anlage läuft zwar, aber die Anlagenleistung sinkt.

Dank Durchfluss- und Temperatursensoren kann die Anlagenleistung erfasst und in der Funktionsübersicht (4) überprüft werden.

4


Energie | Wärme | Strom | Produkte

Titanium-Linie für die Heizungsmodernisierung ■ Buderus bringt mit dem wandhängenden GasBrennwertgerät Logamax plus GB192i eine moderne und flexible Heiztechniklösung für Ein- und Mehrfamilienhäuser in den vier Leistungsgrössen 15, 25, 35 und 45 kW auf den Markt. Der Systemexperte Buderus führt mit der TitaniumLinie eine komplett neuartige Heizungsserie in modularer Bauweise ein. Herausragend ist dabei das innovative Baukonzept, das dem Heizungsfachmann einen deutlich besseren Zugang zu den einzelnen Komponenten ermöglicht. Eine bis ins Detail durchdachte Komponentenanordnung schafft verlässliche Orientierung und optimiert Service und Montagezeiten. Die Titanium-Linie steht für zukunftsweisende, modulare Systemtechnik sowie ein Höchstmass an Anschlusskompatibilität und unterstreicht die Buderus-Produktvorteile wie Energieeffizienz, optimale Systemintegration, Erweiterbarkeit und Einbindung erneuerbarer Energien. Mit der Titanium-Linie bietet Buderus ausserdem fortschrittliche Servicemöglichkeiten dank einer integrierbaren Online-Schnittstelle. Fachhandwerker können so die Heizungsanlagen ihrer Kunden mit der innovativen Portallösung Buderus Control Center ConnectPRO vernetzen: Im Fall einer Störung wird diese erkannt und es werden mögliche Ursachen angezeigt. Benötigte Ersatzteile können so beschafft und gleich zum Kunden mitgenommen werden. Die soliden Glasfronten machen die qualitativ hochwertige Buderus Systemtechnik auch im Design erlebbar. Buderus stellt mit der Neuheit einmal mehr seine Systemkompetenz unter Beweis: Alle Anschlüsse sind kompatibel zu den seit 1995 hundertausendfach verkauften Buderus Vorgängerprodukten. Damit eignet sich das Gerät sehr gut zur Modernisierung. Vorlauf-, Rücklauf-, Gas- und Abgasanschluss des Logamax plus GB192i befinden sich exakt an denselben Positionen wie bei den Vorgängerprodukten Logamax plus GB112, GB142 und GB162. Das spart Zeit beim Austausch. Nach Entfernen der Fronthaube sind die elektrischen Anschlüsse, der Wärmetauscher und alle weiteren wichtigen Komponenten direkt von vorne zugänglich. Schnell geht auch die Einstellung der Gasart, denn dazu muss lediglich eine Schraube gelöst und die zugehörige Einstellschraube in die entsprechende Position gedreht werden. Im Inneren arbeitet ein bewährter, millionenfach verkaufter ALU Guss-Wärmetauscher. Seine ALU plusOberflächenveredelung verringert Schmutz- und Verbrennungsrückstands-Ablagerungen, so dass sich der Reinigungsaufwand reduziert und die Reinigungsintervalle länger werden. Auf den Wärmetauscher gibt Buderus zehn Jahre Garantie. Hervorragende Erweiterungsmöglichkeiten Durch sein intelligentes Produktdesign und die modulare Buderus-Systemtechnik lässt sich der Logamax plus GB192i ohne grossen Aufwand erweitern. Der Heizungsfachmann kann im Gehäuse zusätzlich ein Regelungsmodul oder ein 15-Liter-Ausdehnungsgefäss installieren. Zur Einbindung von Fremdwärme ist standardmässig ein 3-Wege-Ventil im Vorlauf enthalten. Ist das Gas-Brennwertgerät über die Internetschnittstelle an einen Router angeschlossen, können Anlagenbetreiber und Heizungsinstallateur den Logamax plus GB192i mit den Buderus-Apps EasyControl bedienen und überwachen. ■

Buderus bietet das Gas-Brennwertgerät Logamax plus GB192i im Titanium Glas-Design mit schwarzer und weisser Front an. (Fotos: Buderus)

Für effizienten Service sind alle Bauteile des Logamax plus GB192i bequem von vorne zugänglich.

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.2, Stand D74 Buderus Heiztechnik AG 4133 Pratteln Tel. 061 816 10 10 www.buderus.ch


Energie | Wärme | Strom | Produkte

Domotec-Heizungen für das Wohnen von morgen ihrem Stand ihre breite Produktepalette. Erwähnenswert sind die NUOS WärmepumpenWassererwärmer der neusten Generation. Dank ihrer innovativen Leistung ermöglichen sie, bis zu 70 % Energie einzusparen. Ebenfalls Grosses in Sachen Energieeinsparen leistet der neue Klein-Wassererwärmer Andris Eco Lux 10 – 30 l mit seiner elektronischen Steuerung. Die aktuellsten Öl- und Gas-Heizkessel, Wärmepumpen, Abgasleitungen, Solar- und traditionellen Wassererwärmer jeder Grösse und für alle Anwendungen sowie ergänzende technische Produkte für die Haustechnik komplettieren die informative Präsentation von Domotec. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.2, Stand C22 Benötigt wenig Platz: Domotec NUOS Wärmepumpen-Wassererwärmer (Foto: Domotec)

■ Energie wird immer kostbarer und teurer. Deshalb baut Domotec ihr Engagement im Bereich Erneuerbare Energien stetig aus und bietet umweltschonende und zukunftsorientierte Lösungen für das Wohnen von morgen. Anlässlich der Swissbau 2016 präsentiert Domotec an

Domotec AG 4663 Aarburg Tel. 062 787 87 87 www.domotec.ch

Erneuerbare Gase für die Energieversorgung von morgen

Strom erzeugende Heizungen produzieren Wärme und Strom mit einem hohen Nutzungsgrad.

■ Heizen mit Erdgas und Biogas hat viele Vorteile. An der Swissbau sind die neusten und energieeffizientesten Gas-Heizsysteme zu sehen. Zudem können sich Besucherinnen und Besucher darüber ins Bild setzen, wie erneuerbare Gase produziert werden. Heizen mit Erdgas reduziert den CO2-Ausstoss im Vergleich zu Heizöl um rund 25 Prozent. Durch die Beimischung von Biogas oder anderen erneuerbaren Gasen werden die CO2-Emissionen sogar noch weiter reduziert. Dank der sauberen Verbrennung vermindert Erdgas auch massiv den Ausstoss von Luftschadstoffen und Feinstaub. An der Swissbau werden Gaswärmepumpen gezeigt, welche die Umweltwärme nutzen. Er-

läutert werden auch die Möglichkeiten, wie dezentral Strom erzeugt werden kann. Die GasAnwendungen sind mit anderen Technologien kombinierbar und erfüllen die Anforderungen an eine energieeffiziente, umweltschonende und kostengünstige Energieversorgung. Gas-Heizgeräte lassen sich leicht installieren, sparen Platz und sind dank der idealen Verbrennungseigenschaften pflegeleicht. Mit den erneuerbaren Gasen zeichnet sich eine Innovation ab, die einen bedeutenden Beitrag leisten könnte für die Energieversorgung von morgen. Besucher der Swissbau 2016 können am Erdgas-Stand A58 in Halle 1.2 anhand eines Modells mitverfolgen, wie erneuerbarer Wasserstoff produziert wird, der zu Methan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist werden kann. ■

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.2, Stand A58, bereits ab 8.30 Uhr VSG, Verband der Schweiz. Gasindustrie 8027 Zürich Tel. 044 288 31 31 www.erdgas.ch


50

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Energie | Wärme | Strom | Produkte

Trinkwasserladesystem – individuell und effizient ■ Die Leistung, welche für die Aufbereitung von Trinkwarmwasser benötigt wird, übersteigt heutzutage häufig diejenige für Heizzwecke. Trinkwasserladesysteme mit einer individuell eingestellten Leistung sind energieeffizient. Ygnis-Magrosys-Trinkwassersysteme werden auf die benötigte Warmwassermenge objektspezifisch produziert. Auch die Abmessungen und der Inhalt des Speichers sind auf die individuell gefertigte Anlage abgestimmt. Gerade bei Sanierungen ermöglicht dies eine optimale Ausnützung der Platzverhältnisse. Durch das Verbauen von Edelstahl für die Verrohrung und für den Speicher erfüllt die Ygnis-Magrosys höchste hygienische Anforderungen. Die energieeffizienten Umwälzpumpen und die frei programmierbare Steuerung komplettieren das Ganze. Einfach zu montieren Die Ladeeinheit wie Umwälzpumpen, Mischventile und die notwendigen Armaturen inklusive Steuereinheit sind auf einer kompakten Konstruktion aufgebaut. Sie ist schnell und sauber am Speicher mittels zwei Verschraubungen zu montieren. Auch die moderne Flies-Isolation des Speichers kann ohne Mühe und grossen Aufwand montiert werden. Ersatzwärmetauscher griffbereit Um später bei einer allfälligen Verkalkung des Wärmetauschers den Unterbruch in der Warmwasserversorgung so kurz wie möglich zu halten, geht Ygnis neue Wege. In jedem Gestell der Magrosys befindet sich eine robuste Box, in der sich ein Ersatzwärmetauscher befindet. Dieser ist vor Staub und Schmutz gut geschützt und auch nach Jahren noch sofort einsatzbereit. ■ Ygnis AG 6017 Ruswil Tel. 041 496 91 19 www.ygnis.ch

Keine Sorge: In jedem Gestell der Magrosys befindet sich eine robuste Box, in der sich ein Ersatzwärmetauscher befindet.


Energie | Wärme | Strom | Produkte

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Die Weishaupt AG an der Swissbau 2016 in Basel ■ Weishaupt ist eines der international führenden Unternehmen im Bereich Heiztechnik. In der Schweiz befindet sich das Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für Brenner, Heizsysteme, Wärmepumpen und Solarsysteme in Geroldswil an der Autobahn Zürich – Bern. Weishaupt produziert seit 25 Jahren in der Schweiz im eigenen Werk im sankt-gallischen Sennwald auf 45 000 m2 alle Heizsysteme, Energiespeicher und Systemkomponenten. Vom 12. bis 16. Januar 2016 findet die grösste Baumesse der Schweiz – die Swissbau – in Basel statt.

Weishaupt AG präsentiert auf ihrem Messestand ihr umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsprogramm für die Fachpartner. Folgende Produkteneuheiten mit ausgeklügelter Systematik, Zeit- und Platzersparnis sowie der ansprechenden Optik von Weishaupt werden unter Anderem ausgestellt: Ölbrennwertkessel WTC-OB ab 12 kW Weishaupt erweitert den Leistungsbereich der bodenstehenden ÖlBrennwertsysteme nach unten. Der neue Öl-Brennwertkessel WTC-OB ist mit einer Grundleistung von 12 kW besonders für Gebäude mit kleinerem Wärmebedarf geeignet. Weishaupt Installations-Tower Der neue Installations-Tower WIT vereint alle erforderlichen Anschlüsse, Armaturen und Aggregate für die Installation einer modernen Heizungsanlage auf kompakte Weise. Alles ist praxisgerecht konzipiert, wärmegedämmt und schnell zu installieren. Die elektrischen Komponenten sind bereits vorverdrahtet. Für die Installation von Brennwertsystemen mit solarer Trinkwassererwärmung ist der Weishaupt Installations-Tower ideal.

Weishaupt-Brennwertgeräte, Kessel und Wärmepumpen sind alle in die Energie-Effizienzklasse A und besser (bis A++) eingruppiert.

Weishaupt Eco-Speicher mit Effizienzklasse A Weishaupt bietet ergänzend zum umfangreichen Programm an Trinkwasserspeichern nun eine dämmungsoptimierte Variante an, die nach den neuen europäischen ErP-Richtlinien in die Energie-Effizienzklasse A eingestuft ist. Der neue Weishaupt Trinkwasserspeicher WAS 140 Eco wurde im Hinblick auf Minimierung der Bereitschaftsverluste entwickelt: < 0,94 kWh in 24 Stunden (40 W), d. h. 40 % unter dem Wert konventioneller Trinkwasserspeicher. Hocheffiziente Sole-Wasser-KompaktWärmepumpe (bis zu 11 kW) Diese zählt mit einem COP von bis zu 5,0 (nach EN 14511) zu den effizientesten Geräten, die derzeit am Markt erhältlich sind. In der anschlussfertigen Wärmepumpe sind die wichtigsten Komponenten des Kälte-, Heiz- und Solekreislaufs, ein 170-Liter-Trinkwasserspeicher sowie ein E-Heizstab als zweiter Wärmeerzeuger bereits integriert.

Ölbrennwertkessel WTC-OB jetzt neu ab 12 kW.

Die neue ErP-Kennzeichnung zur Effizienz von Heizungsanlagen Anders als bei «einfachen» Hausgeräten wie Kühlschränken oder

Waschmaschinen stellt sich die Kennzeichnung von Heizungsanlagen – sie ist seit dem 26.09.2015 Pflicht in der EU – etwas komplexer dar. Zusätzlich zur Kennzeichnung von Heizgeräten und Speichern muss die Gesamtanlage eingruppiert werden. Dieser Nachweis obliegt dem Unternehmen, das die Heizungsanlage liefert und installiert, also dem Heizungs-Fachbetrieb. Weishaupt unterstützt dabei die Heizungs-Fachbetriebe mit unterschiedlichen Massnahmen. Für die Berechnung der AnlagenEffizienzklasse gibt es von Weishaupt bereits ein Berechnungsprogramm, das Weishaupt-Kunden zur Verfügung steht. Darüber hinaus steht das Know-how der technischen Verkäufer jederzeit zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine Informationsunterlage, die das ganze Thema fachgerecht erläutert. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.2, Stand A84, bereits ab 8.30 Uhr

Schnittgrafik des neuen Weishaupt Installations-Towers WIT.

Weishaupt AG 8954 Geroldswil Tel. 044 749 29 29 www.weishaupt-ag.ch

51


Bereits zum 14. Mal fand das Güntner-Symposium statt. Diesmal im Ferry Porsche Congress Center in Zell am See, Österreich.

Rückblick 14. Güntner-Symposium 2015 in Zell am See

Kernthema: Kältemittel in der Zukunft Der alle zwei Jahre durchgeführte Grossanlass von Güntner ist eine hervorragende Gelegenheit zur Präsentation aktueller Produkte, neuster technischer Erkenntnisse und nicht zuletzt zur Pflege bestehender geschäftlichen Beziehungen und die Knüpfung neuer Kontakte. Die hohe Zahl der anwesenden Gäste bestätigte den hohen Popularitätsgrad des interessanten wie sympathischen Events. Andreas Widmer

■ Güntner bot mit ausgezeichneten Referenten eine grosse Palette umfassender Informationen aus der Welt der Klima- und Kältetechnik, sowie Wertvolles aus der Praxis. Insgesamt rund 200 Gäste aus 38 Ländern, darunter auch aus Übersee, wohnten dem ausgezeichnet organisierten Symposium bei. Die Vortragsreihe war vielseitig gewählt und sicher konnte jeder im Auditorium des Fery Porsche Congress Centers einiges mit nach Hause nehmen. Bedingt durch die Entwicklung standen auch in Zell am See die Kältemittel im Zentrum. Bei der Entscheidung, welches Kältemittel in einer Kälte- oder Klimaanlage eingesetzt werden soll, sind Sicherheit, Kosten und Umweltschutz die wesentlichen Kriterien. Das verwendete Kältemittel soll zudem exzellente thermodynamische Eigenschaften, eine

hohe chemische Stabilität und gute physische Eigenschaften besitzen. Es gibt kein Kältemittel, welches alle genannten Anforderungen erfüllt. Die Ingenieure von Güntner sehen für CO2 eine grosse Zukunft in der Gewerbekälte.

Geschäftsmodell der Zukunft Robert Gerle, Geschäftsführer von Güntner, erwähnte bei der Eröffnungsrede, dass die Klima- und Kältebranche stetigen Veränderungen ausgesetzt und dadurch permanent zu Innovationen praktisch gezwungen wird. Sicher zum Vorteil der Kunden, welche dadurch Produkte erhalten, welche stets auf dem technisch neusten Stand sind. Gerle zeigte auch auf, wie komplex das Thema Kältemittel durch die Gesetzgebung geworden ist. Güntner reagiert auf die Entwicklung mit hochstehender Technik

mit dem Ziel, ein für die Branche zuverlässiger Partner zu sein. Der effiziente Umgang mit Energie und Ressourcen ist das Geschäftsmodell der Zukunft.

Studieren Sie nur nicht Kältetechnik! «Ist CO2 das Kältemittel der Zukunft für die Gewerbekälte?». Mit dieser Frage eröffnete der erste Referent des Tages, Prof. Michael Kauffeld von der Hochschule Karlsruhe, seinen Vortrag. Der beleuchtete den Klimawandel und zeigte schonungslos dessen Auswirkungen rund um den Erdball. Die Kältemittel tragen einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung bei und ein Wechsel zu den natürlichen Kältemittel ist unabdingbar. Zusammenfassend meinte Kauffeld, dass HFKW zu vertretbaren Kosten durch naturidentische Kältemittel ersetzt werden können,


Lüftung | Klima | Kälte |

welche einen sehr niedrigen oder NullGWP aufweisen. Alternativen sind beispielsweise CO2 transkritisch und als untere Stufe einer Kaskadenanlage, Ammoniak weiterhin als Kältemittel Nr. 1 in Industriekälteanlagen oder Kohlenwasserstoffe bei kleinen Anlagen und Chillern als gute Lösung. Häufig sei die Energieeffizienz bei solchen Anlagen besser als bei vergleichbaren HFKW-Systemen. Weiter erwähnte Kauffeld noch, dass sich die Kältemittel-Füllmengen durch den Einsatz moderner Technologien deutlich verringern lassen. Mit dieser aus heutiger Sicht amüsanten Empfehlung eines Professors aus dem Jahr 1984 beendete Kauffeld seine interessanten Betrachtungen: «Studieren Sie nur nicht Kältetechnik! In der Kältetechnik kommt jedes Jahr nur ein neues Design für die Eiablage in Kühlschränken.» Dieser wohl zur damaligen Zeit gut gemeinte «Rat» würde heute keiner mehr geben. Kältetechnik ist eine der interessantesten und innovativsten Technologien der Neuzeit.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

In der Praxis bedeutet dies einen Temperaturanstieg beim Verdampfen und eine Temperaturabnahme bei der Verflüssigung. Das bedeutet, bei einem bestimmten Druck sind die Sättigungstemperaturen in Flüssigkeitsund Gasphase unterschiedlich. Neue Gemische haben einen Gleit bis zu 8 K, was bei der Auslegung beachtet werden muss.

Neue Gemische haben einen Gleit bis zu 8 K, was bei der Auslegung beachtet werden muss. Michael Freiherr referiert über die «Auswirkungen der neuen F-Gase-Verordnung.»

Modulares System bei der Produktewahl Franz Jäger, CTO Güntner Gruppe, präsentierte technische Lösungen zum Thema Umsetzung der F-Gase Verordnung. Die Produkte werden laufend technisch optimiert und den Bedürfnissen der Märkte angepasst. Ein neu eingeführtes, modulares System innerhalb des komplett überarbeiteten Produktangebots stellt für die Kunden eine wesentliche Erleichterung bei der Auswahl dar. Güntner stellt sich auf den Standpunkt, dass bei gleichen Applikationen auch gleiche Gehäuse verwendet werden. Daraus resultieren weniger Serien, was das Produktportfolio wesentlich übersichtlicher macht. Das modulare System erlaubt eine hohe Flexibilität und ermöglicht die Auswahl optimaler Produkte für jedes Kältemittel.

Prof. Michael Kauffeld: HFKW kann zu vertretbaren Kosten durch naturidentische Kältemittel ersetzt werden, welche einen sehr niedrigen oder Null-GWP aufweisen.

Temperaturgleit beachten Bei seinem Referat erläuterte Michael Freiherr, Leiter Produktmanagement, die «Auswirkungen der neuen F-Gase Verordnung EU-VO 517/2014 auf Verdampfer und Verflüssiger», welche auch in der Schweiz in Kraft ist. Im Gegensatz zu Reinstoffen und azeotropen Gemischen erfolgt bei zeotropen Kältemittelgemischen der Phasenübergang (flüssig > gasförmig) nicht bei einer Temperatur, sondern in einem Temperaturbereich. Dieser sogenannte Temperaturgleit, kann unterschiedlich gross ausfallen.

Das modulare System erlaubt eine hohe Flexibilität und ermöglicht die Auswahl optimaler Produkte für jedes Kältemittel, erklärte Franz Jäger.

Freiherr stellte am Schluss noch den Güntner Product Calculator (GPC) vor, welcher kostenlos heruntergeladen werden kann.

Reduktion der Füllmengen Der Geschäftsführer von Güntner, Robert Gerle: Der effiziente Umgang mit Energie und Ressourcen ist das Geschäftsmodell der Zukunft.

Alfred Erhard, Leiter Entwicklung, thematisierte in seinem Vortrag die Füllmengenreduzierung bei Kältemitteln è

53


Lüftung | Klima | Kälte |

«Innovationen, denen jedes Mittel recht ist»: Güntner ist auch sehr erfolgreich mit hybriden Trockenkühlern sowie hybriden Rückkühlern und Verflüssigern der Schweizer Firma Jaeggi.

durch neue Technologien bei Wärmeübertragern. Zur Anwendung kommen Rohre und Lamellen, sowie die Microox MicrochannelTechnologie, welche näher vorgestellt wurde. Neben der hohen Leistungsdichte und der Verwendung von Aluminium als Werkstoff sind Kältemittel und Füllmengen der dritte wichtige Themenkomplex. Anlagedichtheit ist das Hauptanliegen der F-Gas-Verordnung. Dabei ist die Füllmenge der Anlage entscheidend für die Anzahl Leckagetests pro Jahr. Mit der Microox-Technologie können die Kältemittel-Füllmengen im Verflüssiger meist um 50%, in manchen Geräten sogar um 80% reduziert werden. Produkte mit dieser Technologie sind auch für den Betrieb mit Ammoniak und CO2 erhältlich.

Zukunft mit begrenzten Ressourcen Ein Highlight am Schluss der Veranstaltung war der Vortrag von Prof. Ernst-Ulrich von Weizsäcker, der die Frage erörterte, wie wir in Zukunft mit begrenzten Ressourcen umgehen und ob die Steigerung der Ressourcenproduktivität ein entscheidender Wettbewerbsfaktor werden kann. Entkoppelung muss zum neuen grossen ökologischen Schlagwort werden. Entkoppelt werden soll das, was wir alle wollen, von dem, was wir alle reduzieren wollen. Wir wollen Wohlstand oder Wohlergehen und wir wollen, dass die Zerstörung der Natur und der Biodiversität, die globale Erwärmung, das Ausräubern mineralischer Ressourcen endlich zurückgehen und schliesslich aufhören oder sich die Nutzung der Natur auf einem nachhaltigen Niveau stabilisiert. Natürlich kam neben dem fachlichen Austausch auch die persönliche Komponente nicht zu kurz. Während der Veranstaltungspausen und bei Programmpunkten wie dem Welcome Dinner blieb genug Zeit, sich auszutauschen. ■ www.guentner.de


Das minimalistische Design der Gaggenau-Lüftungsgeräte-Serie 200 zeigt Elemente aus gebürstetem Edelstahl, Aluminium oder Glas.

Raumentlüftung – elegant, perfekt integriert ■ Hocheffiziente Lösungen, Vielfalt im Design und einfache Installation – dafür steht die GaggenauLüftungsgeräte-Serie 200. Die Flachschirmhauben AF 200/210/ 211 und Lüfterbausteine AC 200 ergänzen jetzt die Serie mit weiteren leistungsstarken Geräten. Sie lassen sich mit allen Gaggenau-Kochfeldern und -geräten kombinieren und in jede Küchen-Architektur integrieren. Ihr minimalistisches Design zeigt Elemente aus gebürstetem Edelstahl, Aluminium oder Glas. Dabei kann die Kochstelle mit dimmbarem neutralweissem LEDLicht individuell ausgeleuchtet werden. Alle Modelle verfügen über leistungsstarke Gebläse und eignen sich für den Ab- und Umluftbetrieb. Die Neuheiten mit der Energieeffizienzklasse A bis A+ sind ab November 2015 erhältlich. Design-Vielfalt und Funktionalität Die 60 cm und 90 cm breiten Flachschirmhauben AF 200/210/211 in fünf Varianten sind speziell zum unauffälligen Einbau in Oberschränke gedacht. Alle Modelle eignen sich perfekt zum Austausch mit den Vorgängermodellen AH 250 und AH 900. Der Schwadenschirm, der den

Kochdunst mit hoher Leistung absaugt, wird durch leichtes Antippen der Griffleiste ausgefahren. Zusätzlich lieferbar ist ein patentierter Absenkrahmen, mit dem die gesamte Flachschirmhaube komplett im Oberschrank verschwindet. Auch die Lüfterbausteine AC 200 in den Breiten 52 cm, 70 cm und 86 cm lassen sich nahezu unsichtbar in Oberschränke oder Hutten installieren. Einfache Handhabe Die Flachschirmhauben können dank eines patentierten Schnellbefestigungssystems besonders einfach montiert werden. Alle Geräte sind als Abluft- oder als Umluftlösung verfügbar. ■ BSH Hausgeräte AG Vertrieb Gaggenau 8954 Geroldswil Tel. 0848 888 500


Lüftung | Klima | Kälte | Produkte

Höchstleistungen für Roche Bau 1 ausforderung dar. Seven-Air Gebr. Meyer AG hat sich dieser Herausforderung gestellt, die in sie gesetzten Anforderungen erreicht und durfte die entsprechende Anerkennung der Bauherrschaft entgegennehmen. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.1, Stand C54 Seven-Air Gebr. Meyer AG Klimagerätebau 6000 Luzern 7 www.seven-air.com

Klimageräteeinheit im Testaufbau: ZUL/FOL-Lüftungsgerät für Luftmenge ca. 58 000 m3/h, Wärmerückgewinnung mit Alu-Plattenwärmetauscher, H × B × L = 5,8 m × 3,6 m × 22 m.

■ Mit einer Höhe von 178 Meter ist der im 2015 fertig erstellte Roche Bau 1 das höchste Gebäude der Schweiz. Das moderne Bürohochhaus hat u. a. folgende Funktionen: ca. 2000 Arbeitsplätze, ein Auditorium mit 500 Plätzen, Cafeteria und Kommunikationszonen. Nebst den für Schweizer Verhältnisse enormen Dimensionen stellt das Gebäude auch an die Energieeffizienz höchste Ansprüche. Mitentscheidend für die Vergabe der Klimageräte an die Firma Seven-Air Gebr. Meyer AG waren das vorhandene Know-how und die Kompetenz im Klimagerätebau sowie die hohe Produktqualität. Werkabnahme mit Live-Messung des Energiebedarfs Seven-Air wurde beauftragt, den Nachweis der in der Submission definierten Leistungsdaten zu erbringen. Daher erstellte Seven-Air in ihrem Werk in Hitzkirch LU einen umfangreichen Messaufbau. Zwei Lüftungsgerätetypen, ein ZUL- und ein ZUL/FOL-Gerät, wurden 1:1 aufgebaut. Für den Nachweis des Luftvolumenstroms wurden von der akkreditierten Prüfstelle für Gebäudetechnik in Horw kalibrierte Messdüsen eingebaut. Die vom Bauherrn auferlegte Genauigkeitstoleranz der elektrischen Leistungsaufnahme von lediglich +3 % stellte dabei eine grosse Her-

Roche Bau 1 in Basel: 178 Meter hoch, 41 Stockwerke, oberirdisch 74 200 m2 Bruttogeschossfläche, Energieeffizienz: Minergie.


Lüftung | Klima | Kälte | Produkte

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Dauer-Vergleichsversuch mit robusten Ventilatoren von Ziehl-Abegg

18 Jahre EC-Technik im Schweinestall Landwirt Paul Neff bewirtschaftet einen 100-Hektar-Hof mit 1600 Mastplätzen und 1500 Ferkelaufzuchtplätzen, auf dem sich 300 Zuchtsauen tummeln. Sein Betrieb war 1998 weltweit der erste, in dem sparsame EC-Motoren die Ventilatoren antrieben. ■ Die Vorgeschichte: 1997 erklärte Gerhard Leutwein am Messestand von Ziehl-Abegg auf der Branchenmesse EuroTier in Hannover Besuchern aktuelle Motoren und Ventilatoren, als er plötzlich einen vertrauten Dialekt hörte: Paul Neff wollte sich informieren, wie er seinen neuen Stall aktiv mit möglichst wenig Energieeinsatz belüften kann. Nach zwei Sätzen war klar: Beide wohnen knapp 10 Kilometer voneinander entfernt, das Gespräch wurde persönlicher, spassiger. Neff erinnert sich noch gut, wie er den Entwicklungschef gefrotzelt hat: «Ihr müsst Ventilatoren bauen, bei denen hinten Strom rauskommt!» Leutwein griff den Ball auf und erzählte, dass bei Ziehl-Abegg gerade ein neuer Motor entwickelt worden sei, der extrem energiesparend ist. Aussagekräftiger Dauervergleichstest Seit Anfang der 90er-Jahre setzten die Künzelsauer Motoren- und Ventilatorenbauer bereits EC-Motoren in den neuen, digitalen Vermittlungsstellen der Post/Telekom ein. Bei diesen EC-Motoren war die Leistungs- und Steuerelektronik noch separat neben dem Motor angesiedelt. Nun hatten die Entwickler einen Motor in petto, bei dem die Elektronik direkt hinten am Motor sass. Alle Tests waren positiv verlaufen; unter der Bezeichnung «ETAvent» sollte die Kombination von modernem EC-Motor und Ventilator in Tierställen leise

und sicher den Dienst verrichten. Acht Kammern im neuen Stallgebäude sollten bei Bauer Neff für einen Dauer-Vergleichsversuch von Ventilatoren genutzt werden: In vier Kammern wurden herkömmliche AC-Motoren installiert, in vier Kammern neue EC-Motoren. Jeder Motor erhielt ein eigenes Verbrauchsmessgerät. Immer wieder gab Neff die Messergebnisse telefonisch an Ziehl-Abegg durch. Daher kann er sich noch gut an die Resultate erinnern: «Die Ventilatoren verbrauchten mit den neuartigen Motoren nur 43 Prozent des bisherigen Stroms bei genau identischen Rahmenbedingungen.» Übers ganze Jahr betrachtet betrug die Einsparung 80 Prozent. Da rechnet sich der Einsatz von EC-Motoren, die im Anschaffungspreis deutlich höher als AC-Motoren sind, ziemlich schnell. Motoren ganzjährig im Betrieb Die Ventilatoren bei Landwirt Neff laufen das ganze Jahr. Je nach Aussentemperatur und Stallbelegung mit mehr oder weniger Leistung. Von den acht Ventilatoren waren fünf 18 Jahre ohne Probleme im Dauerbetrieb. Nur bei dreien musste während dieser langen Zeit einmal das Lager gewechselt werden. Das landwirtschaftliche Anwesen in Füssbach beherbergt 300 Muttersauen sowie 1600 Mastplätze und 1500 Ferkelaufzuchtplätze. Eine

Elektromeister Bernd Häffner (links) installiert bei Landwirt Paul Neff einen neuen Landwirtschaftsventilator FFowlet mit sparsamem ECblue-Motor. 18 Jahre Dauerbetrieb haben beim ETAvent-Ventilator nur optische Spuren hinterlassen.

konstante Temperatur in allen Ställen ist extrem wichtig. Die ZiehlAbegg-Regelgeräte in den Gängen steuern die Ventilatoren in den Kammern so, dass dort unabhängig von der Witterung und der Belegungszahl die exakt vorgegebene Temperatur herrscht. Landwirt Neff ist die Zuverlässigkeit extrem wichtig, daher setzt er auf Markenprodukte von Ziehl-Abegg: «Wir brauchen was Sicheres, keine Billig-Lüfter», schwört er auch auf die

Ventilatoren von Ziehl-Abegg. Denn bei unzuverlässigen Geräten würden die Tiere zu Schaden kommen; das darf nicht sein. ■ ZIEHL-ABEGG Schweiz AG 8957 Spreitenbach Tel. 056 418 50 10 www.ziehl-abegg.ch

59


Eine App für Personen mit leichter bis mittlerer Demenz

Ein Notfallknopf für mehr Sicherheit

Die Oberfläche der App «Confidence» ist bewusst einfach gestaltet. Im Hintergrund: Das iHomeLab auf dem Campus der Hochschule Luzern in Horw. (Bilder: iHomeLab/R. Eichenberger)

Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt stetig. Eine App könnte ihnen den Alltag erleichtern. Das Ziel: Möglichst lange zu Hause leben. Am iHomeLab der Hochschule Luzern forscht man an einer Lösung, die dereinst das Leben von dementen Menschen verbessern könnte. Judith Wirth, Hochschule Luzern, iHomeLab

■ Wo zum Teufel war er? Blick nach links: eine enge Gasse. Blick nach rechts: eine Modeboutique. Blick nach vorne, nach hinten …nichts, absolut nichts hier in seiner Heimatstadt kam ihm mehr bekannt vor. Herzklopfen, schneller Atem. Er spürte, wie langsam eine leise Panik in ihm aufstieg. Wie war er eigentlich hier gelandet? Und wo wollte er überhaupt hin? Ohnmacht. Er hatte es vergessen, alles war komplett weg. Kein Mensch weit und breit, den man hätte fragen können und selbst wenn, was sollte er ihm sagen? Dass er total verloren war, hilflos? So schilderte Markus Weidmüller seinem Sohn Stefan später die Situation, in die er geraten war. Zum Glück tat er dies, denn je früher die Diagnose für Demenz gestellt wird, umso besser für alle Beteiligten. Und nur allzu oft werden solche Situationen verdrängt oder eindeutige Hinweise von den Angehörigen aus Rücksicht auf ihre Liebsten überspielt. Denn obwohl immer mehr Menschen davon betroffen sind, ist es noch immer ein absolutes Tabuthema: «Demenz».

Gebäudeintelligenz als Forschungfeld Das iHomeLab der Hochschule Luzern ist das Schweizer Forschungszentrum für Gebäudeintelligenz. Unter der Leitung von Prof. Alexander Klapproth forschen rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in engem Kontakt mit über 200 Partnern aus Wirtschaft und Industrie an Themen wie Assisted Living, Energieeffizienz oder dem Internet der Dinge. Das iHomeLab ist übrigens für Besucher offen. Weitere Informationen zum Forschungszentrum sind zu finden unter www.ihomelab.ch

Bei Markus wurde eine «leichte bis mittlere Demenz» diagnostiziert. Die dritte der insgesamt sieben Stufen zum totalen Vergessen. Glücklicherweise wurde die Krankheit früh entdeckt. Markus hat daher gute Chancen, ihr Fortschreiten hinauszuzögern und noch lange gut damit zu leben. Doch es wird vorkommen, dass er Dinge vergisst, die Orientierung in Ort oder Zeit verliert und vermehrt Mühe hat, sich auf etwas zu konzentrieren.

Der Rote Knopf – Da bist Du! Schon wieder wusste er nicht mehr wo er war. Das durfte doch einfach nicht wahr sein. Doch dann kam er ihm in den Sinn: Der rote Knopf. Bereits beruhigte er sich wieder ein wenig. Es gab diesen roten Knopf und er hatte etwas mit seinem neuen Smartphone zu tun. Er nahm das Gerät aus der Tasche und tatsächlich, da war er. Er drückte ihn und schon nach wenigen Augenblicken die Erlösung: Sein Sohn. Stefans bekanntes Gesicht auf dem Display und seine Stimme sagte laut und deutlich: «Hallo Papa, kein Problem, ich sehe wo Du bist! Gleich hinter dem Manor in der Eisengasse.» «Warte, ich schalte mal die Kamera vorne am Handy ein. Kannst Du Dich etwas drehen? Stopp! Gehe etwas in diese Richtung weiter und Du kommst zum Rathaus, gleich links ist Dr. Malek, bei der du einen Termin hast. Ja genau dort. Tschüss und bis heute Abend!» Markus war wieder unterwegs und er wusste genau wohin.

App unterstützt Bewegungsfreiheit Dass Markus seinen Sohn so schnell erreichen kann, gibt ihm Sicherheit. Er wird auch in Zukunft den Mut haben, nach draussen zu gehen, obwohl seine Orientierungsfähigkeit durch die De-

menz im Anfangsstadium bereits etwas eingeschränkt ist. Die speziell für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz entwickelte App will den Betroffenen ein Instrument in die Hände legen, mit dem sie sich im Freien bewegen und im Notfall mit einer vertrauten Person verbunden werden können – durch einen einzigen Knopfdruck. An diesem EU-Projekt sind Österreich, Rumänien, die Niederlande und die Schweiz beteiligt. Die Schweizer Forschungsarbeit wird vom iHomeLab der Hochschule Luzern zusammen mit der Swisscom, der terz-Stiftung und weiteren Partnern wahrgenommen. Rolf Kistler, Leiter Forschungsbereich Assisted Living beim iHomeLab, sieht darin ein Mittel, um der Freiheit und dem Bewegungsdrang von dementen Menschen Rechnung zu tragen: «Die Menschen sollen sich so lange wie möglich nach draussen trauen. Unsere App soll ihnen dabei helfen, sich nicht zu isolieren.»

Datenschutz versus Bewegungsdrang Immer mehr Menschen in der Schweiz erkranken an Demenz. Rund 116 000 sind es heute; im Jahre 2030 sollen es bereits 200 000 sein. Für das Jahr 2050 schätzt man die Zahl auf rund 300 000. Die Prognosen der Schweizerischen Alzheimervereinigung machen deutlich: Die Pflege, Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz wird im Zuge der demografischen Entwicklung eine immer grössere Herausforderung. Betreuungsplätze in Heimen und anderen spezialisierten Einrichtungen sind schon heute rar. Das Leben zu Hause soll also möglichst lange möglich sein. Hier setzt «Confidence» an: Neben dem Notfallknopf, den Markus mit seinem


Gebäudeautomation |

Sohn verbunden hat, enthält die App weitere nützliche Funktionen: Wettervorhersagen, Karten von der Umgebung oder eine Kalenderfunktion helfen, den Alltag zu planen und zu erleichtern. Eine definierte Hilfsperson – in Markus’ Fall ist es Sohn Stefan – installiert auf ihrem Smartphone eine

Zweitversion der App. Dank dieser kann Stefan bei Bedarf herausfinden, wo Markus sich gerade befindet. Da liegt der Gedanke nahe, Confidence sei als permanente Überwachung zu verstehen. Rolf Kistler relativiert: «Natürlich befinden wir uns auf einer Gratwanderung.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Einerseits wollen wir den Menschen ermöglichen, sich frei zu bewegen. Andererseits benötigen wir dazu einige Informationen, damit die App auch nützlich ist. Diese werden jedoch nur im Notfall und verschlüsselt übertragen.» Neben der Suche nach einer praktikablen und möglichst einfachen technischen Lösung stehen ethische Fragen im Zentrum der Forschung. Ein heikles Gebiet, wo es um Persönlichkeitsrechte von Menschen geht, die immer mehr auf Hilfe anderer angewiesen sind.

App als Teil eines Betreuungsangebots

Die Benutzeroberfläche für die betreute Person stellt Funktionen wie Alarm zur Verfügung. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, eine vordefinierte Person anzurufen. Weitere installierte Dienste: Kalender, Wetterinfos oder eine «Weg-nach-Hause»-Assistenz.

Das Projekt steht in der Endphase. Nach dreijähriger Forschungsarbeit wird die App im Sommer dem Markt übergeben. Wie, wann und von wem die App danach angeboten wird – darauf hat das Forschungsteam rund um Rolf Kistler keinen Einfluss mehr. Kistler: «Unsere Arbeit ist dann abgeschlossen. Natürlich hoffen wir, dass die App später auch genutzt wird.» Umso wichtiger ist es, dass sich am Projekt auch Firmen beteiligen, beispielsweise soziale Institutionen oder Unternehmen aus der Telekommunikation. Rolf Kistler persönlich sieht die Zukunft von «Confidence» nicht als frei herunterladbare App im App-Store oder Play-Store. «Nach meiner Erfahrung braucht es eine persönliche Beratung, um die Menschen mit solchen Hilfestellungen vertraut zu machen.» Gut möglich also, dass etwa ein Hilfswerk die App als Angebot für Demente aufnimmt und diese in Form eines Abonnements anbieten wird – persönliche Betreuung inklusive. ■ www.ihomelab.ch

Auf dem Gerät der Hilfsperson werden Alarmmeldungen verwaltet. So kann die betreute Person lokalisiert und kontaktiert werden. Ausserdem sind Kalendereinträge erfassbar.

61


62

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Gebäudeautomation | Produkte

Gewerkübergreifende Automation von SBC: flexibel und modular

Frei programmierbar, kompakt und kommunikativ: Die PCD1 E-LineCPU ist die flexible Kompaktlösung für gewerkübergreifende Gebäudeautomation.

Die Steuerung Saia PCD2.M4 × 60 ist leistungsfähig, kompakt, modular und lokal erweiterbar.

E-Line Room Control: energieeffiziente, flexible und vernetzbare Raumautomation. Sortiment für Licht, Storen und HLK-Anwendungen.

■ An der Swissbau 2016, dem Treffpunkt der Bauwirtschaft in Basel, präsentiert Saia-Burgess Controls AG (SBC) vom 12. bis 16. Januar flexible, gewerkübergreifende Lösungen der Gebäude-, Energieund Infrastrukturautomation. Der Schweizer Automatisierungsspezialist präsentiert der Fachwelt seine neusten Entwicklungen in gewerkübergreifender und nachhaltiger Gebäudeautomation. Ein grosses Potential zur Optimierung des Energieverbrauchs in Gebäuden liegt in der intelligenten Vernetzung der traditionellen Gewerke HLK, Licht und Beschattung. Bei SBC am Stand D52, Halle 1.1 wird das Potential der modularen Geräte an einer Konferenzraum-Anwendung direkt vorgestellt. Die Vernetzung von Technologien und Funktionen zeigt, wie wichtig Flexibilität und Modularität in der Automation von Gebäudetechnik heute ist. In der Folge ein kurzer Überblick über die Messe Neuheiten, flexibler und modularer Automation. Die E-Line CPU verbindet die modularen Vorzüge grosser SaiaPCD®-Systeme mit den Montagevorteilen von Kompaktgeräten. Trotz kompakter Aussenmasse bleibt die Steuerung für Raumautomation mit Ein-/Ausgangsmodulen individuell bestückbar und orientiert sich auch in der kommunikativen Leistungskapazität an grossen Systemen. Die Kommunikation zu Netzwerken wie BACnet, LON, KNX, DALI, Modbus oder Enocean bleibt dank flexibler Anwendungsformen sowohl in Neu- als auch Umbauten jederzeit möglich. Mit der PCD1 E-Line-Reihe wird eine Produktfamilie für vernetzte Raumautomation nach energetischen Grundsätzen der Norm DIN EN 15232 vorgestellt. Die neue Modellreihe unterstützt Energieeffizienz mit Funktionsmodulen für die Bereiche Heizung/Lüftung/Klima (HLK) sowie Licht und Beschattung. Die freie Modulzusammenstellung sowie die Programmierung mit Vorlagenobjekten fördert die Anwendungsflexibilität mit einfacher Inbetriebnahme und einem wartungsarmen Betrieb. Das neue 4,3" Room Micro Browser Panel eignet sich ideal für den Einsatz in flexiblen, hochwertigen Räumlichkeiten. Als Grundlage für die Visualisierung des neuen Panels dient die S-Web-Technologie von SBC. Sie erlaubt es, schnell, effizient und im Design völlig freie Applikationen zu erstellen und so

für individuelle Nutzer-Anforderungen offen zu bleiben. Die neue CPU PCD2.M4 × 60 ist die aktuellste Weiterentwicklung der langjährigen Hardwareplattform Saia PCD2. Die neuen leistungsstarken Basismodule bleiben zu 100 % kompatibel zur früheren Hardwarefamilie und verfügen über vier frei bestückbare Steckplätze für Ein-/Ausgangsmodule. Die Ausbaukapazität mit höherer Prozessorleistung beibt bei 1024 Datenpunkten. Zur Anwendung anspruchsvoller Kommunikationsaufgaben mit BACnet, LON, KNX, DALI, Modbus oder Enocean besitzt sie ausreichend Leistung und mit 2 MB einen bis zu 2 × grösseren Anwender-Programmspeicher als vergleichbare Systeme. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.1, Stand D52 Saia-Burgess Controls AG 3280 Murten Tel. 026 580 30 00 info.ch@saia-pcd.com www.saia-pcd.ch

Das 4,3" Room Micro Browser Web Panel speziell für die Anwendung in flexiblen, hochwertigen Räumlichkeiten.


Gebäudeautomation | Produkte

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Exakte Lamellenwinkel und Rollladenpositionen

Durch die Steuerungsfähigkeit der SMI-Masterklemmen KL6831 und KL6841 kann in Verbindung mit einem intelligenten Energie- und Beleuchtungsmanagement so die Heiz- bzw. Kühlleistung reduziert und eine optimale Lichtregelung für blendfreie Wohn- und Arbeitsbereiche geschaffen werden.

■ Mit den beiden SMI-Masterklemmen KL6831 und KL6841, die das Busklemmensystem mit dem SMI (Standard Motor Interface)-

Bus verbinden, erweitert Beckhoff sein Spektrum an Subbussystemen für die Gebäudeautomatisierung. Jede Klemme kann bis zu 16 SMI-konforme Rollladen- und Sonnenschutzantriebe ansteuern. Der von den Busklemmen komplett unterstützte SMI-Befehlsumfang lässt SMI-Antriebe nicht nur Auf- und Ab-Bewegungen durchführen, sondern ermöglicht auch das Anfahren definierter Rollladenpositionen und exakter Lamellenwinkel. In Verbindung mit einem intelligenten Energie- und Beleuchtungsmanagement werden die Lamellen entsprechend dem Sonnenstand positioniert bzw. nachgeführt, wodurch zum einen die Heiz- bzw. Kühlleistung reduziert und zum anderen die Lichtregelung für blendfreie Wohn- und Arbeitsbereiche optimiert wird. Die von den SMI-Antrieben gegebenen Rückmeldungen zur aktuellen Position des Motors/der Jalousie wird an die überlagerte Gebäudeautomation weitergegeben. Entsprechend der unterschiedlichen baulichen Ausführungen von Rollladen und Jalousien ist die KL6831 für LoVo-SMI-Antriebe (24 V DC) und die KL6841 für 230-V-AC-SMI-Antriebe

ausgelegt. Beide SMI-Masterklemmen verfügen über zwei digitale Eingänge, denen frei definierbare SMI-Fahrbefehle zugewiesen werden können. Kompatibel mit Gebäudebussystemen Vorgefertigte PLC-Bausteine aus der TwinCAT PLC SMI Library decken den kompletten SMI-Funktionsumfang ab. Somit lassen sich Steuerungsfunktionen sehr einfach erstellen und externe Signale oder Zentralbefehle von anderen Gebäudebussystemen, wie BACnet, EIB/KNX, LON, Ethernet oder Modbus/TCP, über den TwinCAT-Controller an die SMI-Antriebe weiterleiten. ■ Beckhoff Automation AG 8200 Schaffhausen Tel. 052 633 40 40 www.beckhoff.ch

65


66

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Gebäudehülle | Spenglerei |

Verwachsen mit der Umgebung: ein stolzes Kupfer-Zeltdach am Sarnersee Vom See her ist es kaum zu erkennen. Das zeltförmige Dach mit umlaufender tiefer Traufkante und kupferner Dachdeckung hebt sich als Gebäude weder formal noch farblich von den übrigen Kleinbauten entlang des Ufers ab. Es schmiegt sich ins Terrain und verwächst mit der Landschaft. Bernard Trächsel

■ Die Uferlandschaft ist geprägt durch eine weitläufige Aufschüttung entlang des Sees. Stützmauern sichern und terrassieren den steilen Hang. Das Haus am See ist in die vorgegebene Topografie integriert. Es steht auf drei leichten Wellen im Terrain, die den offenen Raum sanft in verschiedene Nutzungsbereiche gliedern. Auf der mittleren Terrasse wird gewohnt, auf der unteren geschlafen und auf der oberen gekocht und gegessen. Versteckt unter der Küche im Erdreich wird gebadet.

Objektbeschrieb und Kommentar Jury Über dieser künstlichen Topografie legt sich ein grosses Zeltdach behutsam über den verborgenen Innenraum. Das weite Dach taucht den Innenraum in einen Schatten, der die innere Gebäudestruktur kaum wahrnehmen und diese über der Landschaft schweben lässt. Die Kupferdeckung mit ihrem feinen Dachrand und den über den Grat gezogenen Spitzrauten lässt das Dach wie ein leichtes Kleid erscheinen.

Fein und unscheinbar in den Hang integriert: schönes Zeltdach mit Spitzrauten aus Kupfer.

Zwischen Boden und Dachkante verläuft die allseitige Verglasung, die einem aus dem ganzen Raum einen prächtigen Blick zum See und zur Bergkette schenkt. Im Innern spannt sich das Zeltdach über einen einzigen, grossen Raum – zugleich hoch und weit, offen und gefasst, schwer und leicht.

Dachkonstruktion und Deckung mit Kupferrauten Das Zeltdach hat eine umlaufende Traufkante, die vier Dachflächen laufen am First in einem Punkt zusammen. Die Deckung aus Kupferrauten soll die Dachform verstärken. Die Rauten von 600 × 600mm wurden nicht auf das Eck, sondern wie Schuppen 50 mm in die Fläche hinein gezogen. Die sichtbaren Kanten sind so zu Gunsten einer flächigen Erscheinung gebrochen. Eine besondere Schwierigkeit stellte die Ausbildung der Dachgrate dar, weil sich diese nicht in Form einer Kante abzeichnen sollten. Die Gratrauten, jede eine Einzelanfertigung, sind des-

Stefan von Rotz, dipl. Spenglermeister, Thade Wagner AG, Kerns.

Diskret eingebaute Rinne mit Speier


Gebäudehülle | Spenglerei |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Atmen Sie bessere Luft mit Abluft!

Die Fensterfront rund um die filigrane Dachkante «öffnet» den Raum und schenkt im Innern den prächtigen Blick auf den See und die gegenüberliegende Bergkette

LÜFTER Bautafel Objekt: Haus / Pavillon am Sarnersee Konstruktion Dach belüftetes Dach mit Spitzrauten Werkstoff Spenglerarbeiten Kupfer blank, 0,6 mm Baubeteiligte Bauherr Bea International LTD, 6063 Wilen Spengler Thade Wagner AG, Kerns, Spenglermeister Stefan von Rotz Architekt Atelier Scheidegger Keller, Zürich

halb über den Grat gezogen. Herausforderung dabei ist, die einzelnen, unterschiedlich grossen und geneigten Dachflächen ohne optische Irritation ineinanderfliessen zu lassen. In der Logik der Rautendeckung ist auch der entlüftete Firstabschluss ausgebildet.

Dachaufbau: 1 Betonkonstruktion 2 Dampfsperre EP4 3 Wärmedämmung Flumroc Para 140, zweilagig, zweite Lage konisch 4 Holz 80/100, mit Distanzschraube befestigt 5 Wärmedämmung Flumroc Para 100, zweilagig 6 Dichte Unterdachbahn Sarnafil TU 222 7 Konterlatte 50/50, mit Distanzschraube befestigt 8 Holzschalung 27mm, Nut und Kamm 9 Materialtrennlage/Bauzeitabdichtung Pavatex ADB 10 Dachdeckung, Rauten in blankem Kupfer, 0,6 mm

Filigrane Traufe und diskret verlegte Rinne

Die zurückversetzte Rinne, das sich konisch auf wenige Zentimeter verjüngende Betonvordach und die auskragende Dachhaut verleihen der mächtigen Konstruktion eine unerwartete Leichtigkeit. Zwei Ausspeier sind aus einem Stück gebogen und in die Rautendeckung integriert. Sie wirken sehr fein und stören den Betrachter in keiner Weise. Für die Jury sind Architektur und handwerkliche Ausführung feinfühlig. Die Kupferdeckung ist sauber geplant und die Ausführung ohne Makel. Der Effekt der Schuppenhaut und die absolute Schlankheit der Traufe sind sehenswert. Der Wunsch, das Haus diskret im Hang einzupflanzen, naturgerecht und doch mit Wohnqualität, ist auf gelungene Weise erfüllt worden. Für die Jury steht hier, am Ufer des Sarnersees, ein neues Bijou. ■

Info Ohnsorg Söhne AG Knonauerstrasse 5 Postfach 332 6312 Steinhausen Tel. 041 747 00 22 Fax 041 747 00 29 www.ohnsorg-soehne-ag.ch info@ohnsorg-soehne-ag.ch Schweizer Qualitätsprodukt

67


68

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Gebäudehülle | Spenglerei |

Spengler-Treffen der suissetec-nordostschweiz

Spengler diskutieren Grundbildungsreform Ort des Geschehens: Rössli, Illnau. Art des Geschehens: Spengler-Auflauf. Eine stattliche Schar Spengler/-innen diskutierte zur Revision der Grundbildung Spengler und informierte sich zu Normen im Bereich Kupferblechbedeckung und Dachentwässerung. Marcel Künzi

■ Vorstandsmitglied Martin Truninger begrüsste seine Kolleginnen und Kollegen zu diesem ersten Spengler-Anlass. Auf dem Programm standen Referate zu technischen Themen; die Teilnehmer waren aufgerufen, Fragen zu stellen und sich untereinander auszutauschen etwa beim anschliessenden Apéro. Benno Lees, Präsident des Fachbereichsvorstands Spengler/Gebäudehülle, präsentierte und führte live die neue Webapplikation «Haften und Schneefangberechnung» der suissetec anhand einiger Beispiele am Doppelfalz-Metalldach vor. Anschaulich stellt er dar, wie die verschiedenen Parameter (Bezugshöhe h0 [Höhe über Meer], Wind- und Wetterbeeinträchtigung usw.) den neuen Anforderungen Tribut zollen. Er legte zudem dar, was in die Verantwortung des Unternehmers und was in diejenige des Bauherrn zu liegen kommt: «Am Ende der Arbeiten stehen die Abnahme und die Übergabe eines Unterhaltskonzepts, was zu den Unternehmerpflichten gehört.»

Berufsbildung Vorstandsmitglied Marcel Hunziker berichtete über die Revision der Grundbildung Spengler: «Im Tätigkeitsprofil der EFZ-Ausbildung gibt es Tätigkeiten, die bisher nicht ausgebildet worden sind.» Dazu seien die Ausbildungsdetails formuliert worden. Die Auswertung der Umfrage zur Revision zeige, dass knapp die Hälfte der Antwortenden der Meinung sind, dass die aktuellen drei Jahre für eine gute Ausbildungsqualität ausreichen und dass die heute wichtigen Themen unter Weglassung veralteter berücksichtigt werden könnten. Sei allerdings die nötige Ausbildungstiefe Teil der Frage nach der Ausbildungsdauer sowie auch die Frage nach den künftigen Anforderungen, so seien bereits über 60 % der Meinung, dass drei Jahre nicht mehr ausreichen. «Rund 70 bis 80 % aller Antwortenden sehen die Notwendigkeit von mehr ‹Übungszeit›

an zusätzlichen ÜK-Tagen, respektive für mehr Zeit im Betrieb», schilderte Hunziker. Eine Zweidrittelmehrheit findet, dass sich die Verlängerung der Ausbildung für den Betrieb lohne und dass sich der Anschluss an die höhere Berufsbildung verbessere. Auch das Berufsansehen in der Öffentlichkeit dürfte steigen. Je nach Ausgang der Beratungen an der Herbst-DV vom 20. November wird im Dezember ein entsprechender Antrag an das SBFI gestellt. In Anbetracht der in den Betrieben beurteilten Kompetenzen der Lehrabgänger/-innen sei eine Verlängerung ja praktisch ein Muss: Von den massgeblichen 27 Kompetenzen würden nur gerade sechs von einer überwiegenden Zahl als kompetent beurteilt, elf als kritisch und zehn als sehr kritisch!

Benno Lees erklärt die neue suissetec-Webapplikation «Haften und Schneefangberechnung».

Kupferblech Stephan Muntwyler, ebenfalls suissetec-Fachbereichsvorstand, berichtete unter Markteinführung Kupfer 0,6 mm, dass das Projekt von 1989 zur Einführung von Kupferblech mit der Dicke von 0,6 mm mit der SIA-Norm 232/1 und der Norm SN EN 1172 besiegelt ist. Die 0,6 mm stellen eine Minimaldicke dar und die Toleranzen von +/–10 % gegenüber der alten 0,55er-Norm sind mit +/–0,02 mm den aktuellen Fertigungsmöglichkeiten angepasst worden. Absprachen mit den massgeblichen Lieferanten sollten diese neue Praxis ebenfalls garantieren, denn rechtlich gesehen könn(t)en diese bei 0,55er-Lieferungen wegen Verletzung der Aufklärungsund Abnahmepflicht belangt werden. Es gilt eine Übergangsfrist ab September 2015 bis zum 1. Januar 2017.

Dachentwässerung Zum Thema Dachentwässerung berichtete Marcel Venzin, ebenfalls suissetecFachbereichsvorstand. Die RL-/WLGrundlagen für diese Arbeiten stammen aus den Jahren 2004 und 2007. Seither haben zwei SIA-Normen geändert

Kontrolle Dachentwässerung: Wurzelzopf verstopft das Ablaufrohr.

und die SN 592000. Venzin erarbeitet mit einer Arbeitsgruppe eine Publikation, die noch dieses Jahr veröffentlicht wird. Einige gezeigte Beispiele illustrieren anschaulich, was sinnvollerweise zu regeln ist und was heute mit dem Einsatz neuester Technologie auch mit weniger grossen Sicherheitsdistanzen zu lösen ist. Aber auch wenn alles richtig installiert ist, Kontrollen dürfen nicht unterbleiben. Auch dazu sind ein paar einleuchtende Beispiele im Bild festgehalten worden, wo schönste Kulturen die installierten Gitter und Entwässerungsschächte als nährreichen Untergrund für ihr Wachstum in Beschlag genommen haben. ■ www.suissetec-nordostschweiz.ch


70

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Gebäudehülle | Spenglerei |

Der Thalmann-Doppelbieger überzeugt durch Flexibilität und Leistung

Erfolgreich am Markt dank Innovationen Neuartige Muster bei Steckfalzpaneelen geben individuelle Akzente.

Die im Kanton Thurgau angesiedelte Thalmann Maschinenbau AG stellte in der ersten Novemberwoche gleich an zwei internationalen Fachmessen aus: an der Batimat in Paris und an der BlechExpo in Stuttgart. Damit trotzt das Unternehmen der Thematik des starken Schweizer Frankens und zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Leistung, Flexibilität und Qualität sich nicht nur auszahlen, sondern vom Markt auch honoriert werden. Marco Cappello, Geschäftsführer Thalmann Maschinenbau AG

Grosse Freiheit bei der Gestaltung des Fassaden-Erscheinungsbilds.

Modernes Design für die Gebäudehülle: Spiel mit Formen und Farben.

■ Das in Paris und Stuttgart vorgestellte TD Doppelbieger-Modell beeindruckte die zahlreichen Besucher der beiden Veranstaltungen durch mehrere technische Innovationen. Es ist eine Langabkantmaschine mit zwei Biegewangen, die in beide Richtungen vollautomatisch nach oben und unten biegt.

Entscheidend mehr Freiraum und Flexibilität Zu den wichtigsten Neuheiten von Thalmann zählt ohne Zweifel die neue Werkzeug-Geometrie. Diese weist an der Klemm- und Auflagewange einen Neigungswinkel von lediglich 35° auf. Damit lassen sich Blechprofile mit einem Seitenverhältnis von gerade mal 3:4 (Höhe zu Tiefe) herstellen. In Kombination mit der neu entwickelten Biegewange (15° schräg gestellt, 35° gekröpft und als Ganzes Werkzeug zur Biegelinie rückversetzt) wird der Freiraum direkt am Biegeteil auf 275° erhöht. Das ausgeklügelte Biegewerkzeug-Konzept ermöglicht damit dem Spengler und Fassadenbauer die Produktion von Profilen und Wandpaneelen, die bis heute nicht realisierbar waren. Damit kommt Thalmann den Bedürfnissen des Markts nach, der ständig nach neuen Formen und Designs für die moderne Gebäudehülle sucht.

Hohe Produktivität und Wirtschaftlichkeit

Biegen im Verhältnis 3:4 (Höhe × Tiefe) dank neuer Biegewangenform.

Mit der Einführung einer Hochleistungs-Hydraulik der neuesten Generation setzt Thalmann bei der Biegegeschwindigkeit die Messlatte nochmals ein Stückchen höher. Das raffinierte Maschinen-Antriebskonzept, ausgestattet mit dem exklusiven DFT-System (Dynamic Folding Technology), erhöht erneut den möglichen Produktionsausstoss. Dies gelingt dank konsequenter

Weiterentwicklung an Hard- und Software und sorgt somit für entscheidend mehr Biege-Dynamik. DFT koordiniert im Biegeprozess alle sich bewegenden Maschinen-Achsen und reduziert die Fahr- und Standzeiten auf ein absolutes Minimum. Das Tempo einer Maschine ist absolut entscheidend. Mit der Entwicklung des DFT-Systems wurde dafür gesorgt, dass ein äusserst flüssiger und dynamischer Biegeprozess entsteht. Ein absolutes Muss, wenn es um Produktivität und Wirtschaftlichkeit geht.

Präzision und Qualität Damit Blechprofile und Paneele nicht nur in allen möglichen Formen und in kürzester Zeit gebogen werden können, sondern auch den Anspruch an höchste Präzision und Qualität erfüllen, sorgen zwei weitere technische Highlights des innovativen Frauenfelder Maschinenbauunternehmens. Ein raffiniertes Blech-Greifersystem stellt sicher, dass die Bleche auch bei hohem Arbeitstempo punktgenau, d. h. innerhalb eines Zehntel-Millimeters, präzise zum Biegen positioniert werden. Dabei setzt Thalmann auf synchronisierte Linearführungs-Einheiten, die einen Arbeitsbereich von 14 bis 1250 mm bieten. Die Greifer bewegen das eingespannte Blech vollautomatisch von Bug zu Bug und garantieren damit ein massgenaues Herstellen – selbst von komplexen Blechteilen. Bei Dimensionen unterhalb des Greifer-Arbeitsbereichs schalten sich automatisch Anschlagfinger zu, die auch noch das parallele Anschlagen von Massen bis minimal 5 mm ermöglichen. Falls erforderlich, können Profile zudem in allen Variationen konisch gebogen werden. Die eigens entwickelte «weit-eng Funktion», vereinfacht


Gebäudehülle | Spenglerei |

Marco Cappello, Geschäftsführer der Thalmann Maschinenbau AG: «Wir glauben an uns, an unsere Produkte und an den Standort Schweiz, und wir werden uns den Herausforderungen stellen.»

das Biegen von Profilen, die am Bau ineinander gesteckt werden sollen. Für höchste Winkelgenauigkeit und Parallelität der gebogen Profile sorgt - wie bei allen Maschinen aus dem Hause Thalmann – die weltweit einzigartige dynamische Steuerwellentechnologie. Dieser kinetische Antrieb verteilt die Leistung aller Maschinenständer gleichmässig auf der gesamten Maschinenlänge und garantiert damit einwandfrei gekantete Spengler- und Fassadenbleche.

Vernetzt und bedienerfreundlich Die mittels Touchscreen programmierbare CNC-Steuerung bietet drei Betriebsmodi: Vollautomatik, Halbautomatik und Manuell. Bei letzterem lässt sich der Doppelbieger auch wie eine normale Schwenkbiegemaschine bedienen, was für das schnelle Kanten einer einzigen Biegung sehr praktisch ist. Zudem lässt sich die Steuerungssoftware einfach und intuitiv programmieren:

Schweizer Qualitätsprodukt

mit bauaufsichtlichem Prüfzeugnis

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Das Publikum ist von den Möglichkeiten und dem Arbeitstempo der Thalmann begeistert.

zur Erfassung eines neuen Profils zeichnet der Bediener das Blech direkt am Touchscreen. Die Software berechnet dann automatisch die Biegesequenz und schlägt verschiedenen Lösungen vor. Nach Auswahl der Biegefolge kann sich der Bediener die gesamte Biegesequenz in einer Simulation betrachten und anschliessend biegen. Die Profile können nicht nur an der Maschine selbst programmiert werden, sondern beispielsweise auch auf einem TabletPC, wenn man unterwegs ist. Von der Baustelle aus kann man dann das Profil per Internet ins Büro versenden, um nach dem Importieren des Biegeprogramms auf die Maschine unmittelbar biegen zu können. Um das Vernetzen der Maschine mit dem Rest des Betriebs zu gewährleisten, hat Thalmann der Software eine Bendex- und eine DXFDatenformat-Schnittstelle verpasst. Eine moderne Material- und Maschinenbewirtschaftung wird so gewährleistet.

Sich der Herausforderung stellen

Der bei Thalmann eingeleitete Innovationsschub wird mit hohem Tempo weitergeführt und soll auch künftig den Anspruch des Unternehmens bestimmen. Mit weiteren Neuentwicklungen, die in Kürze an der Swissbau 2016 in Basel und auf der Dach + Holz 2016 in Stuttgart dem Publikum präsentiert werden, will Thalmann zukünftig sowohl in der Schweiz als auch im Ausland mehr Maschinen absetzen und damit dem rauen Wind in der Maschinenbaubranche und im Exportgeschäft trotzen. Wir konzentrieren uns auf unsere Stärken, Kernkompetenzen und Werte. Wir sind davon überzeugt, auch in Zukunft der blechverarbeitenden Branche mit innovativen und wettbewerbsfähigen Lösungen erfolgreich zur Seite stehen zu können. ■ www.thalmann-ag.ch

Die Effizienz auf Ihrem Dach.

Ohnsorg Söhne AG www.ohnsorg-soehne-ag.ch Tel. 041 747 00 22

71


72

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Gebäudehülle | Spenglerei | Produkte

Luftkanäle effizient fertigen Vor der hydraulischen Tafelschere und Biegemaschine ist ein Riemenförderer mit absenkbarem Hinteranschlag angeordnet. Werden Kurzkanäle gefertigt, so wird ein flaches Blech geschnitten und der nicht benötigte Reststreifen abgetrennt. Das gute Blech wird dann gegen den Tiefenanschlag gedrückt, die Finger geschlossen, die Maschine positioniert und biegt den Kanal auf die vorgegebenen Masse. Kanalstrasse KS-6 mit automatischem Sechsfacheinzug.

■ Durch den Einsatz einer Verschachtelungssoftware und einer neuen Kanalstrasse von Forstner wird die Herstellung von Platinen und Luftkanälen erheblich effizienter. Die Anlage besteht aus folgenden Komponenten: • Angetriebene Abwickelhaspel einoder zweiseitig gelagert

• Mehrfacheinzug für max. 6 Blechsorten • Richtmaschine mit motorischer Zustellung je Material • Integrierte Servo-Stanzeinheit für Verstärkungsrohre • Programmierbare Z-Profiliermaschine • Tisch mit Hinteranschlag für Kurzkanäle

SPS-Steuerung und Antriebstechnik der neusten Generation Die intuitiv zu bedienende Steuerung mit farbigem 9"-Touch-Panel überzeugte schon Hunderte Bediener. Die neueste Generation der SPS-Steuerung und Antriebstechnik von Siemens bringt alle Forstner Abcoilanlagen auf den heute höchstmöglichen technischen Stand. Einfache Bedienung, präzise Längenmessung und Hilfestellung zur selbstständigen Behebung von Fehlern sind Standard. Eine Schnittstelle zur

Übernahme von Daten aus einer Klimasoftware ist sinnvoll und eine vollwertige Unterstützung per Fernwartung über Internet möglich. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.0, Stand C96 Forstner Maschinenbau GmbH A-6800 Feldkirch Tel. +43 5522 74309 www.forstnercoil.at

Kanalstrasse KS-6 mit integrierter Kurzkanalfertigung.


Gebäudehülle | Spenglerei | Produkte

Neue Design-Fassadensysteme und Schieferbekleidungen

Neues, innovatives, modulares Fassadensystem Rheinzink Art-Line.

■ Rheinzink, Marktführer für Dach-, Fassaden- und Entwässerungssysteme aus Titanzink, präsentiert an der Swissbau 2016 neben seinen verschiedenen natürlichen Oberflächenqualitäten zwei neue Design-Fassadensysteme für gestalterische Architektur und kreatives Spenglerhandwerk. Neu: Fassade Art-Line Der Name Art-Line steht für ein neues, modular aufgebautes Rheinzink-Fassadensystem mit sechs verschieden dimensionierten Modulen. Diese lassen sich beliebig miteinander kombinieren. Das System ermöglicht somit eine Vielzahl an optischen Variationen. Es eröffnet unzählige Planungs- und Ausdrucksgestaltungen. Die vollständig flächenbündige Optik des Systems, ohne sichtbare Befestigungen, garantiert einen edlen Gesamteindruck der Fassade. Vorgefertigte An- und Abschlussprofile vervollständigen das innovative Fassadensystem. Das System ist lieferbar in Rheinzink prePatina blaugrau. Neu: Fassade Kristallraute Die neue Rheinzink Kristallraute bietet eine weitere, einfache, aber ebenso individuelle Möglichkeit der Fassadengestaltung. Die auf der Rheinzink Grossraute basierende Lösung zeichnet sich durch vier erhabene, kristallförmige Prägungen aus, die im Wechselspiel von Licht und Schatten eine interessante Optik ergeben. Die Kristallraute kann horizontal wie auch vertikal verlegt werden und wird unsichtbar und rationell befestigt. Das System ist lieferbar in Rheinzink prePatina blaugrau.

Spenglerarbeiten und Schieferbekleidungen Auf dem Gemeinschaftsstand der zwei Firmen Rheinzink und Rathscheck Schiefer und Dachsysteme werden an verschiedenen Modellen zusätzlich Anund Abschlüsse bei attraktiven Schieferbekleidungen an Dach und Wand gezeigt. Hiermit steht einmal mehr «Gebäudehülle pur» im Mittelpunkt des Standes und der Fachgespräche. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 1.0, Stand C 32 RHEINZINK (SCHWEIZ) AG 5405 Baden-Dättwil Tel. 056 484 14 14 www.rheinzink.ch

Neues, rautenartiges Fassadensystem: Rheinzink Kristallraute.


Jürg Bernhard, heute selbstständiger Personalentwickler, kennt die Sanitärbranche von der Pieke auf. Seine intuitiven Überlegungen zu individuellen Führungsstilen kamen beim Publikum gut an.

Sanitärtag 2015 – Erfolgsfaktoren wie soziale und methodische Kompetenzen kamen zur Sprache

Kompetent beraten, führen, sich vernetzen Weiterbildung war Zweck des Sanitärtages 2015, aber nicht nur. Vertrauen soll geschaffen werden in die Problemlösungs- und Zukunftsfähigkeit innerhalb der Berufsgruppe. Als Gastgeberin und Moderatorin führte einmal mehr Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi professionell durch die mit über 450 Fachleuten sehr gut besuchte Tagung. Manuel Fischer

■ Am Vormittag der Tagung war Gelegenheit, sich mit generellen und gewerkeübergreifenden Anforderungen an die Gebäudetechnik vertraut zu machen. Matteo Brandt, Brandschutzfachmann bei der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen (VKF) in Bern, informierte zu neuen Begriffen und Definitionen der neuen VKFBrandschutzrichtlinien, die wir in einer Folgenummer genauer vorstellen werden. Bereits besprochen haben wir die von Fachbereichsvorstand Urs Lippuner angesprochenen Anforderungen zur modernen Warmwasserversorgung in unserem Oktober-Heft.

Energieträger Erdgas – unter MuKEn 2014 Andreas Peter, technischer Berater beim Schweizerischen Verein des Gasund Wasserfaches SVGW, unterrichtete das Plenum zur Neuauflage der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) 2014. Diese formulieren Anforderungen an Gebäudehülle und Gebäudetechnik nicht nur für Neubauten, sondern auch für Bestands-

bauten. Gefordert wird u. a. die verbrauchsabhängige Heiz- und Warmwasser-Kostenabrechnung oder die Entfernung von Elektroheizungen mit Warmwasser-Verteilsystem innert fünfzehn Jahren (ab Inkraftsetzung des jeweiligen kantonalen Energiegesetzes). Im Neubau wird die Bauherrschaft nach MuKEn 2014 die Energiekennzahl von 35 kWh/m2a (max. Energiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr) einhalten müssen. Dies gilt als erfüllt, wenn eine Standardlösungs-Kombination aus Gebäudehülle und Wärmeerzeugung (aus dem MuKEn-Basismodul) eingehalten wird. Hinsichtlich der Verwendung des Energieträgers Erdgas sind zwei Lösungsansätze vorgesehen: der Einbau eines modernen Brennwertkessels, zuzüglich Massnahmen bei Dämmung und Ersatz von Fenstern oder der Einsatz einer Gaswärmepumpe. Im Bestandsbau schlägt das «MuKEnRezeptbuch» im Sanierungsfall elf Standardlösungen vor; acht davon sind mit dem Energieträger Erdgas realisierbar.

Bei abweichenden Lösungen gilt künftig die Messlatte des Gebäude-EnergieAusweises (GEAK) mit Energiekennzahl von höchstens 100 kWh/m2a. Das Thema MuKEn verunsichere die Endkunden und führe möglicherweise dazu, dass Sanierungen hinausgezögert würden. Andreas Peter indes betonte die Chancen: «Wer als Fachhandwerker kompetent beraten kann, wird auch unsichere Kunden für sich gewinnen.» Um Handlungsspielräume wahrzunehmen, soll sich die Branche verstärkt ihr Wissen nach aussen tragen und hierbei qualitativ hochwertige Beratungsdienstleistungen erbringen. Mit «Gemeinsam zum Ziel» war deswegen auch die innere Kohäsion im Betrieb und gutes Einvernehmen mit Partnern in der Wertschöpfungskette angesprochen.

Führung und Teamleistung Abwechslungsreich gestaltete Jürg Bernhard seine Überlegungen zu individuellen Führungsstilen im Unternehmen. Bernhard, im Erstberuf Sanitärinstallateur, bildete sich kontinuierlich


Sanitärtechnik |

weiter, vom technischen Kaufmann über den Betriebswirtschafter mit eidg. Diplom zum heute selbstständigen Unternehmer und Personalentwickler. Er unterscheidet zwischen nicht weniger als vierzehn Persönlichkeiten, die in einem Team vorzufinden sind; vom Aussenseiter über den Drückeberger, Intriganten, Schüchternen, zur Frohnatur seien situativ der integrierende, anspornende, fördernde, bremsende, ermutigende oder wertschätzende Führungsstil angebracht. Dem «Neuling» in einem Team sei besondere Aufmerksamkeit zu schenken: «Ein Chef, der hier nicht mit besonderer Sorgfalt agiert, riskiert unter Umständen eine innere Kündigung des neuen Mitarbeiters schon am ersten Tag.» Der Referent sieht überdies das Leistungsniveau jeder Gruppe als ausschlaggebende Grösse für den längerfristigen Unternehmenserfolg.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

MuKEn 2014 schreibt bei Neubauten die Energiekennzahl von 35 kWh/m2a (max. Energiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr) vor. Standardlösungs-Kombination aus sanierter Gebäudehülle und Wärmeerzeugung (aus dem MuKEn-Basismodul) sind zu wählen. MuKEn sieht für Erdgas zwei Lösungsansätze vor: a) der Einbau eines modernen Brennwertkessels, zuzüglich Massnahmen bei Dämmung und Fenstern (+12 %) inkl. Solarwärme für Trinkwarmwasser (2 % der Energiebezugsfläche) oder b) der Einsatz einer Gaswärmepumpe inklusive Dämmmassnahmen und Solarwärme für Trinkwarmwasser und Heizungsunterstützung.

Leistungsabgrenzung, private Submission Rolf Mielebacher, Mitglied der Geschäftsleitung Amstein + Walthert AG und Mitglied der Plattform Planer-Installateur, referierte zu Folgeproblemen infolge mangelnder Leistungsabgrenzung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Ein neues Merkblatt «Leistungsabgrenzung Gebäudetechnik» soll den Leistungserbringern eine Hilfestellung sein, kritische Fragen zu stellen und das Auftragsvolumen genau abzustecken. Das Merkblatt kann als Checkliste – nach allgemeinen und gewerkbezogenen Themen (Heizung, Klimakälte, Sanitär, Sprinkler usw.) strukturiert – benutzt werden. Zudem sind «Funktionale Ausschreibungen» bei Bauplanungen ein häufig eingesetztes Instrument, vor allem bei grösseren Bauvolumen (Mehrfamilienhäuser, Geschäftsneubauten). Auftraggeber erhoffen sich Flexibilität und Kostenersparnis, wenn sie nur die Ziele der vorgesehenen Beschaffung vorgeben. Für den Leistungserbringer ist eine dermassen offene Ausgangslage allerdings häufig mit einem Abenteuer zu vergleichen. «Ärger ist vorprogrammiert, wenn man viel in die Offerte investiert, dann aber nicht zum Zug kommt», schildert Mielebacher die Ausgangs-lage. Auch hier hat suissetec ein Merkblatt publiziert, das sich primär an die Auftraggeber richtet und helfen soll, Planungsunsicherheit zu reduzieren: • Gefordert werden klare Leitplanken bei der Submission. è

Der diesjährige Sanitärtag 2015 war mit 450 Fachleuten aus der ganzen Schweiz sehr gut besucht.

Andreas Peter, technischer Berater beim Schweiz. Verein des Gas- und Wasserfachs SVGW, legte künftige Nutzungsmöglichkeiten für den Energieträger Erdgas unter MuKEn-2014-Bedingungen dar.

75


76

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Sanitärtechnik |

vom 15. Januar 2015 verstärkt die Bremsspuren im Baugewerbe. Die Konjunktureintrübung begann sich allerdings schon vorher abzuzeichnen. Besonders betroffen sind die Zulieferer des Bauhauptund -nebengewerbes von den Verlockungen des Einkaufstourismus. Hildebrandt rief die Vorteile des dreistufigen Vertriebswegs in Erinnerung: «Wir haben eine gute Baukultur in der Schweiz. Damit dies so bleibt, braucht es Partner, welche die Anforderungen des hiesigen Marktes kennen und zum Branchenwissen Substanzielles beitragen.»

Generalunternehmen machen auf Imagepolitur Fachbereich Sanitär – Wasser – Gas In einer Videoanimation zur suissetec-Tagung interpretierte Beat Waeber, Präsident Fachbereich Sanitär – Wasser – Gas, das Tagungsmotto «Gemeinsam zum Ziel» als Aufforderung an die Branche, Verständnis füreinander zu zeigen. Waeber legte in seinem Eröffnungsreferat die Funktion des Fachbereichs dar; genau genommen handelt es sich um zwei Sub-Gremien. Als Bindeglied zwischen der Basis und der Verbandsspitze von suissetec formuliert der Fachbereichsvorstand als strategisches Organ neue Themen und Ziele und definiert Massnahmenpläne. Die Fachgruppe als operatives Organ erarbeitet hierzu Merkblätter, Broschüren oder anspruchsvollere Publikationen, um der Branche einen Leitfaden zu bieten. Die Mitglieder sind aufgeführt unter www.suissetec.ch/sanitaer

• Alle Leistungen, die zur Erstellung des Objekts notwendig sind, müssen erfasst werden. • Die Abgrenzung zu Leistungen durch Dritte müsse eindeutig definiert sein. • Als Basis für die Submission sind zwingend Pläne zu erstellen und diese bei den Ausschreibungen beizulegen. Sie sollen so aufgebaut sein, dass die Funktionalität eindeutig hervorgeht, ohne die Ausführungslösung kreativ einzuschränken. Gemäss Mielebacher sei seitens der Total- und Generalunternehmer Zuspruch zu den Merkblatt-Leitplanken geäussert

worden. Andernfalls bleibe den angefragten Gebäudetechnik-Unternehmen nur die Kostenschätzung. Je detaillierter die Unterlagen der Leistungs- oder Preisanfrage sei, desto eher sei die Kostenungenauigkeit als schwierige Begleiterscheinung zu meistern.

Verlockung Einkaufstourismus Silvia Hildebrandt, Produktebereichsleiterin Wasser- und Gebäudetechnik bei Debrunner-Koenig Management AG, plädierte für ein gutes Einvernehmen des Baunebengewerbes mit Schweizer Lieferanten und Herstellern. Die Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses

www.m-scherrerag.ch  Tel. 071 944 42 42  Fax 071 944 42 62

Pneumat. Abwasserstopfen

in Abwasserleitung einsetzen Luft einfüllen – Dicht! ø von 19 – 1500 mm lieferbar mit oder ohne Durchgang

Markus Sidler, CEO der Anliker AG, machte geltend, dass Schweizer Generalunternehmen im Jahr immerhin in der Höhe von 7,5 Mrd. Franken Bauvolumen realisieren. Nur nennen möchte man sich nicht mehr so; der Verband heisst jetzt «Entwicklung Schweiz» und will sich so ein besseres Image verpassen. Man sieht sich vor gemeinsamen Herausforderungen; Imageförderung betreffe die ganze Branche, um morgen und übermorgen zu motivierten und qualifizierten Fachleuten zu kommen. «Abseits der immer wieder zitierten Rolle als Bösewicht, der auf die Preise und Termine drückt, spielen Generalunternehmer auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Umsetzung komplexer Bauvorhaben», so Sidler. Für Fachplaner und Installateure biete sich die Chance für eine langjährige Partnerschaft und grosse Auftragsvolumen – vorausgesetzt, man handle sich damit kein Klumpenrisiko ein. ■ www.suissetec.ch


78

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Sanitärtechnik |

Häny AG: Interview mit Remo Dellapina, Leiter Kundendienst

Proaktives Pumpenmanagement Wer weiss besser, was Kunden wollen, als die Kunden? Die Häny AG wollte es genau wissen, hat nachgefragt und aus den Resultaten einer Kundenumfrage das Dienstleistungspaket «Häny Plus» entwickelt. Zusätzlich zum individuellen Wartungsvertrag lässt sich nun jede gewünschte Leistung modular beziehen. Quelle: Häny AG

■ Kernstück von Häny Plus sind die neue Kundendienststruktur und das komplexe Dokumentationsprogramm. Dank diesem proaktiven Pumpenmanagement können Unternehmen und Gemeinden Kosten senken und vorausschauend budgetieren. Von Remo Dellapina, Leiter Kundendienst bei der Häny AG haben wir mehr über Häny Plus erfahren. Was hat Ihre Kundenbefragung ergeben? Wo zeigt sich Handlungsbedarf? Remo Dellapina: Es sind zwei Hauptpunkte. Erstens der zunehmende Verlust von internem Pumpen-Know-how infolge von Pensionierungen, Rationalisierungen oder natürlichen Abgängen. Und zweitens das Fehlen von aussagekräftigen Gesamtdokumentationen und somit der fehlende Überblick über den Zustand der Anlage und den Investitionsbedarf. Bei Wasserversorgungen und in Unternehmen, bei denen Wasser betriebsrelevant ist, beispielsweise in Spitälern oder der herstellenden Industrie, herrscht also dringender Handlungsbedarf.

Zwei Tauchpumpen im Einsatz. Auch der Betonschacht wurde durch die Häny AG geliefert.

«Mit Häny Plus stellen wir vom reaktiven auf den proaktiven Kundendienst um.» Remo Dellapina

Remo Dellapina, Leiter Kundendienst seit Dezember 2012.

Reicht dafür ein Wartungsvertrag nicht aus? Nein, mit einem Wartungsvertrag ist die Anlage – wie der Name sagt – gut unterhalten. Eine gut gewartete Pumpe hat übrigens eine rund fünf bis sechs Jahre höhere Lebensdauer. Das Manko liegt in der vorausschauenden Planung, also im Erkennen von alters- oder belastungsbedingten Schäden und Ersatzinvestitionen. Solange die Kontrolllampen grün anzeigen, ist für den Betreiber alles in bester Ordnung. Dies sagt aber nichts

über mögliche Belastungs- oder Altersschäden aus. Hier setzt Häny Plus an. Häny Plus ergänzt den Wartungsvertrag? Genau. Häny Plus bietet einen echten Mehrwert. Damit alles im grünen Bereich bleibt, schauen wir für unsere Kunden in die Zukunft und berechnen anhand von Zustandsanalysen den individuellen Bedarf. Jede einzelne Pumpe wird mit Fakten, Grafiken und Fotos dokumentiert und deren Lebenszyklus aufgezeigt. Wie alt ist die Anlage?


Sanitärtechnik |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Wann ist eine Revision oder ein Ersatz angezeigt? Ist die Leistungsstärke richtig gewählt, schwingt sie im richtigen Bereich? Besteht eine Priorisierungsliste für den Notfall? Sind die Pumpen richtig aufeinander abgestimmt? Sind Ersatzteile vorhanden oder beschaffbar? Stimmen die Wartungsintervalle? Lässt sich die Effizienz durch eine Revision steigern? Oder kann man mit einer neuen Pumpe Strom sparen? Wurden diese Dienstleistungen bisher nicht angeboten? Nicht in diesem Umfang und in dieser Konsequenz. Wenn sich im Rahmen einer Pumpenwartung Handlungsbedarf gezeigt hat, haben wir die Kunden selbstverständlich entsprechend beraten. Dies war jedoch zu wenig methodisch. Mit Häny Plus stellen wir vom reaktiven auf den proaktiven Kundendienst um. Dank dieser langfristigen Strategie lassen sich komplexe Pumpenanlagen vorausschauend unterhalten und somit die Lebenszyklen der Pumpen verlängern. Damit sparen unsere Kunden Geld und können erforderliche Revisionen oder den Kauf von Ersatzpumpen frühzeitig in die Budgetplanung aufnehmen. Natürlich bleiben Maschinen mit ihren mechanischen Teilen und der Computertechnik bis zu einem gewissen Grad unberechenbar, mit einer Zustandsanalyse und entsprechenden Massnahmen kann man jedoch das Risiko eines Ausfalls entscheidend minimieren.

Dienstleistungen von «Häny Plus».

Welche Module enthält Häny Plus? Häny Plus ist das Rund-um-sorglos-Paket für Kunden. Es ergänzt die klassischen Dienstleistungen eines Kundendienstes wie die Inbetriebnahme oder die Wartung mit Zusatzangeboten für den Support, den Betriebsprozess, für die Materialbeschaffung, die Optimierung und vor allem auch die Wirtschaftlichkeit. Bitte erklären Sie das noch konkreter. Wir sehen die Dienstleistungen als geschlossenen Kreislauf. Mit den Modulen Dokumentation, Materialbewirtschaftung, Retrofit, Zustandsanalyse, Priori-

sierungsanalyse, Wirtschaftlichkeit und dem Support decken wir sämtliche Kundenbedürfnisse mit Häny Plus ab. Jedes Modul ist einzeln nutzbar. Die Basis für alle relevanten Entscheidungen bildet die umfassende Zustandsanalyse. Bei bestehenden Kunden mit aktuellen Dokumentationen ist diese schneller verfügbar, bei Neukunden entsprechend aufwendiger. Braucht es für Häny Plus einen Wartungsvertrag? Jein, Häny Plus ist modulartig aufgebaut und lässt sich massgeschneidert

79


80

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Sanitärtechnik |

dustrie, Schwimmbadtechnik und das Montageteam unterteilt. Damit spricht der Kunde immer mit seinem Branchenspezialisten. Gibt es bereits Feedbacks? Das Konzept stösst intern auf grosse Zustimmung und diesen Rückhalt spüre ich bei den täglichen Umsetzungen. Dazu hat das Programm seine ersten Praxistests bereits erfolgreich bestanden. Die Kunden zeigen sich beeindruckt vom Konzept «Häny Plus» mit den massgeschneiderten Dienstleistungen. Vor allem die detaillierten Dokumentationen haben die Kundenerwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Firmengebäude der Häny AG in Jona SG.

einsetzen. Um das Potenzial auszuschöpfen, ist jedoch ein Wartungsvertrag sinnvoll und nötig. Im Rahmen dieser Wartungsverträge werden detaillierte Dokumentationen erstellt, bei bestehenden Kunden werden diese im Zuge der kommenden Wartungen automatisch an das Häny Plus-System angepasst. Lässt sich Häny Plus auch mit Produkten anderer Anbieter nutzen? Selbstverständlich. Häny Plus ist auf Pumpensysteme aller Marken anwendbar. Bei Fremdanlagen ist das Optimierungspotenzial in aller Regel sogar höher.

Porträt Häny AG Die Häny AG hat ihren Sitz in Jona SG. Das 1875 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 150 Mitarbeitende. Die Firma Häny ist eine kompetente Systemanbieterin von fortschrittlichen, innovativen und sicheren Pumplösungen für die Haus- und Gebäudetechnik sowie in der Wasserversorgung und Wasserentsorgung für Kommunen und Industrie. Die starke Stellung im Schweizer Markt konnte dank hauseigenen Pumpen, der Generalvertretung der Netzsch-Pumpen und durch die Zusammenarbeit mit Caprari Modena erfolgreich ausgebaut werden. Mit innovativen Trinkwasserturbinenlösungen ermöglicht das Unternehmen die effizientere Nutzung der erneuerbaren Wasserkraft. Zudem zählt die Häny AG zu den führenden Anbietern von Zementinjektionssystemen für den Spezialtiefbau, Tunnelbau und Staudammbau. Häny AG Pumpen, Turbinen und Systeme 8645 Jona, www.haeny.com

Wie objektiv ist so eine Bewertung? Wir denken langfristig und erstellen diese immer aus Sicht des Kunden. Überspitzt formuliert muss das Konzept für den Kunden stimmen, nicht für uns. Wir sind überzeugt, dass eine faire Partnerschaft immer auf Ehrlichkeit und Vertrauen aufbaut. Dank unserem Vollsortiment an erstklassigen Pumpen, dem exklusiven Pumpenprüfstand und Revisions-Know-how finden wir für unsere Kunden immer die Lösung mit dem besten Preis-LeistungsVerhältnis. An wen richtet sich das Angebot? Im Prinzip kann jeder Besitzer einer Pumpanlage die Vorteile von Häny Plus in Anspruch nehmen, also selbst ein Einfamilienhausbesitzer. In der Praxis sind es natürlich vorwiegend grössere und kleinere Unternehmen, Immobilienverwaltungen, Facility Management sowie zunehmend Kommunen und Industriebetriebe. Je grösser und komplexer die Anlagen, desto grösser sind die Sparmöglichkeiten. Mussten Sie für Häny Plus grosse interne Anpassungen vornehmen? Das Pumpen-Know-how ist bei Häny fast im Überfluss vorhanden. Für Häny Plus haben wir jedoch nochmals in Mensch und Technik investiert. Für die sorgfältige Datenpflege wurde ein komplexes, aber einfach zu bedienendes Dokumentationssystem entwickelt. Wir haben die Mitarbeitenden entsprechend weitergebildet und Abläufe neu organisiert. Der Kundendienst ist in die Bereiche Haustechnik, Kommunal/In-

Wie garantieren Sie eine effiziente Kundenbetreuung? Jeder Kunde hat seinen ganz persönlichen Ansprechpartner – einen Bereichsspezialisten. Dieser kennt die Kundenanlage aus dem Effeff und kann entsprechend kompetent und effizient auf alle Anliegen eingehen. Dort, wo zusätzliches Know-how erforderlich ist, beschafft sich der Kundenbetreuer intern die Informationen vom Ingenieur oder nimmt diesen zu Sitzungen mit. Wie sieht der Kundendienst der Zukunft aus? Ein moderner Kundendienst nimmt die Kunden ernst, denkt langfristig und findet schnell überzeugende Lösungen. Er ist nahe am Markt und am Kunden und unterstützt diesen proaktiv mit massgeschneiderten Angeboten. Und er sollte alle Produkte- und Servicewünsche aus einer Hand abdecken können. Mit unserem umfassenden Produktesortiment und Häny Plus kommen wir dieser Idealvorstellung schon sehr nahe. ■


82

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Sanitärtechnik |

Restclean AG hat Toiletten der Rehaklinik Bellikon saniert

Das Ergebnis befriedigt alle restlos Die Rehaklinik Bellikon AG, ist ein Unternehmen der Suva und die Spezialklinik für Traumatologische Akutrehabilitation, Sportmedizin, berufliche Integration und medizinische Expertisen. Spezialisierte Teams behandeln Menschen nach Unfall oder Krankheit ambulant oder stationär. Sauberkeit und Hygiene der sanitären Anlagen sind in der Klinik unverzichtbar. Franz Lenz

■ Um das Wohl der Patientinnen und Patienten in grosszügigen Ein-, Zweioder Dreibettzimmern kümmern sich täglich über 450 Mitarbeitende. Dazu gehören auch saubere und gut funktionierende Toiletten. Der Verantwortliche für die gesamte Haustechnik (HLKKSE), Manfred Koch beauftragte daher die Restclean AG, Oberlunkhofen AG, mit der Sanierung der WCs und in der Folge jährlichem Spülkasten-Service.

Ein Test überzeugte «Vorher musste eine Sanitärfirma die WC-Anlagen für die periodische Reinigung abmontieren, das verursachte immer einen grösseren Aufwand und entsprechende Kosten», erklärte Manfred Koch, verantwortlich für die gesamte Haustechnik sowie das Schwimmbad. Als ihm Priskus Theiler von der Restclean AG im Mai 2011 die neue Reinigungstechnik von WCs erklärte, stellte Koch ein UPWC für einen Test zur Verfügung. «Es war wirklich ein extrem verschmutztes WC», so Koch und «es sah nachher aber fast besser aus als ein neues».

Beim jährlichen Spülkasten-Service werden die Funktionsteile wie auch der Spülkasten selber entkalkt und gereinigt.

Die Verfahren Die Grundsanierung Eingesetzt wird ein Reinigungsgerät mit einer zentralen Umwälzpumpe und sechs variabel einstellbaren Teleskopdüsen. Die Toilette wird am Ende des Siphons mit einer speziellen Vorrichtung geschlossen und mit rund neun Litern warmem Wasser aufgefüllt. Anschliessend wird das biologisch abbaubare Reinigungsmittel, eine Mischung aus Entkalkungspulver und Nussschalengranulat mit dem Wasser vermischt und in den wasserführenden Kanälen mit dem Reinigungsgerät während einer Stunde umgewälzt. Das Nussschalengranulat ist deutlich weicher als die Keramik und der Kunststoff im Spülkasten, weshalb das Toilettensystem keinen Schaden nehmen kann. Spülkasten-Hygiene-Service Das Verfahren eignet sich besonders für Kliniken, Spitäler und allen Instituten, die in einem hygienisch hoch sensiblen Bereich tätig sind. Beim Service werden alle Funktionsteile aus dem Spülkasten ausgebaut und entkalkt respektive hygienisch gereinigt. Während die Funktionsteile den Reinigungsprozess durchlaufen, werden auch der Spülkasten und die Toilettenkeramik mit Spezialdüsen ausgespült und mit dem RC-Spezialreinigungsmittel gereinigt. Detaillierte Informationen unter www.restclean.com

Totale Grundsanierungen

Manfred Koch: «Dass Restclean da war, merkt man nur, weil alle WCs wieder sauber sind und hundertprozentig funktionieren. Kein Staub und Schmutz am Boden».

Nachdem der Test hundertprozentig überzeugte, wurde 2012 der Auftrag für eine Grundsanierung von 245 WC-Anlagen und eine Entkalkung von 21 Pis-

soir-Anlagen erteilt. Weil die Belegungen und Wechsel der Zimmer unregelmässig stattfinden und zugleich ein grösserer Umbau von Klinikteilen in Arbeit ist, mussten restliche Grundsa-


Sanitärtechnik |

nierungen an 25 Toiletten etappenweise in den Jahren 2013, 2014 und 2015 ausgeführt werden. Zudem wurden über 300 Spülkästen hygienisch gereinigt. Organisatorisch waren die Teileinsätze für die Restclean AG kein Problem.

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

www.restclean.com www.rehabellikon.ch

Jährlicher Spülkasten-Hygieneservice Bereits 2012 wurde beschlossen, im Anschluss an die Grundsanierungen der Restclean AG einen jährlichen Hygiene-Service für alle Spülkästen in Auftrag zu geben. Für Manfred Koch ist es eine Erfolgsgeschichte, pro Jahr werden seine Leute heute höchstens noch zu fünf Störfällen gerufen und meistens wird die Störung oder Verstopfung durch Fremdgegenstände verursacht. Dadurch fallen beachtliche Personalkosten weg, der Wasserverbrauch ist stark gesunken, weil es keine rinnende Spülung aufgrund von Verkalkung mehr gibt. Die WCs sind jederzeit hundertprozentig einsatzbereit. «Wenn Restclean da war, sind alle Anlagen wieder sauber, auch das Umfeld, sie funktionieren und glänzen wie neu. Und von den Mieterinnen und Mietern gibt es keine Reklamationen mehr», freut sich Manfred Koch. ■

Das Resultat einer Sanierung sind hygienisch saubere WC-Anlagen mit einem viel kleineren Trinkwasserverbrauch.

83


Komplexität und Hygiene schliessen sich aus: Moderne WCs kommen ohne Spülrand aus und vereinfachen dadurch die Reinigung.

Blick in die Ausstellung des Klo & So: Modell «Nautilus» aus Steingut mit Löwenkopf und mit Buntdekor, zum Teil handbemalt (1904). (Fotos: Keramik Laufen)

Welttoilettentag 2015: ein Tag mit ernstem Hintergrund

Das WC – Meilenstein der Zivilisation Alle Jahre, am 19. November, findet der Welttoilettentag statt. Was sich im ersten Moment lustig anhören mag, hat einen ernsten Hintergrund. Denn mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung fehlt der Zugang zu hygienischen Sanitäreinrichtungen. Die Menschen verrichten ihr Geschäft unter freiem Himmel, was zu verschmutztem Wasser und Krankheiten führt. Quelle: Keramik Laufen AG, Bearbeitung Franz Lenz

■ Rund drei Jahre seiner Lebenszeit verbringt ein Mensch auf der Toilette. Das sind etwa 2500 Toilettenbesuche pro Jahr, bei denen er durchschnittlich sechs bis sieben Mal täglich seine Notdurft verrichtet. Dabei hinterlässt er jährlich etwa 100 Kilogramm an Ausscheidungen und verbraucht, zumindest wenn er aus den westlich geprägten Industriestaaten stammt, über 20 000 Blatt Toilettenpapier. Grund ge-

nug für das «Klo & So», dem Museum für historische Sanitärobjekte im österreichischen Gmunden, dem stillen Örtchen eine eigene Ausstellung zu widmen. «Kulturhistorisch gesehen ist das wassergespülte Klosett zweifelsohne eine wichtige zivilisatorische Leistung und ein Meilenstein in der Urbanisierung des Menschen – und wahrscheinlich eines der am meisten unterschätzten All-

Dauerausstellung «Stille Orte. Stille Zeugen» Das Klo & So beherbergt einige der interessantesten und für die Entwicklungsgeschichte des Bades prägendsten Ausstellungsobjekte. Die weltweit einzigartige Sammlung umfasst rund 200 Ausstellungsstücke, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Anhand von originellen Geschichten rund ums sogenannte «Stille Örtche» werden die Exponate in Szene gesetzt. Die Exponate des Museums sind unter anderem Dauerleihgaben von Keramik Laufen, einem der führenden Schweizer Hersteller von Komplettbädern und ein Spezialist für hochwertige Sanitär-Keramik. Keramik Laufen sieht die Unterstützung der Sammeltätigkeit und des Museums als öffentliche Verantwortung zur Wahrnehmung von wichtigem Kulturgut. Klo & So, Museum für historische Sanitärkeramik Gmunden, A-4810 Gmunden, museum@gmunden.ooe.gv.at, www.at.laufen.com

tagsobjekte», sagt Alfred Zinhobl, Kurator des Klo & So. Und weiter: «Ohne WC wären die Hygieneprobleme und in der Folge die Seuchen in den Ballungsräumen der Neuzeit kaum beherrschbar gewesen.»

Keramik statt Gusseisen Dementsprechend verläuft die Geschichte des WCs parallel zum Prozess der Verstädterung und Industrialisierung in der Neuzeit: Erstmals erfunden wurde es 1596 in England von Sir John Harrington, der es bereits mit den Elementen ausstattete, die uns heute vertraut sind – Sitz, Spülkasten und Ventil. Obwohl auch Königin Elisabeth I. ein solches WC in ihrem Schloss einbauen liess, wurde es damals noch belächelt und geriet in Vergessenheit. Erst 1775 wurde das «englische Klosett» von dem Londoner Uhrmacher Alexander Cumming wiederentdeckt und mit geruchshemmendem Siphon versehen. Cumming gilt seither als Erfinder des modernen WCs. Thomas


Modernes WC und Bidet aus Keramik: Hochwertiges Design und normgerechte Funktionalität müssen mit viel Fingerspitzengefühl unter einen Hut gebracht werden.

William Twyford of Hanley, ein britischer Töpfer, entwickelte 1870 das erste WC aus Keramik. «Das war gegenüber den bis dahin üblichen Varianten aus Gusseisen ein bedeutender Fortschritt», so Zinhobl. Damit verhalf die Keramik dem WC zum breiten Durchbruch, denn nun konnte es auch kostengünstig industriell hergestellt werden. 1963 erfand Xaver Jermann, damals als Ingenieur bei Keramik Laufen tätig, die wandhängende WC-Keramik.

Das WC heute

Das wassergespülte WC ist heute und auch in Zukunft kaum aus der modernen Gesellschaft wegzudenken. Stand der Technik sind heute spülrandlose WCs, die dank des Verzichts auf einen Spülrand Hilfsmittel für die Toilettenreinigung – wie WC-Putzmittelflaschen mit gebogenen Hälsen, Duftsteine und WC-Bürsten mit Randreiniger – überflüssig machen. Denn wo kein Spülrand, dort sind auch keine Ablagerun-

gen und keine unangenehmen Gerüche. Was das Wasser nicht wegspült, kann einfach mit einem Lappen und etwas Reiniger weggewischt werden. ■ Keramik Laufen AG 4242 Laufen Tel. 061 765 71 11 forum@laufen.ch www.laufen.ch

Geberit zeigt komplette Badlösungen aus einer Hand ■ Geberit stellt an der Swissbau 2016 zahlreiche Innovationen vor. Flexibilität ist das Markenzeichen des neuen Urinalsystems: Für beinahe jeden Wunsch und jede Bauaufgabe gibt es eine passende Lösung. Durch das umfassende Sortiment werden die Planung, die Installation und der Unterhalt von Urinalanlagen deutlich vereinfacht. Noch schneller ist nun auch der Einbau des Geberit Monolith. Der Montagerahmen des Sanitärmoduls ist neu nahezu baugleich mit einem Geberit Duofix Montageelement. Äusserlich hat sich hingegen nichts verändert. Die neuen Geberit Duschrinnen CleanLine lassen sich genauso einfach installieren wie ein klassischer Bodenablauf. Live wird an der Swissbau demonstriert, wie einfach die Montage geht und wie sich Geberit CleanLine mit wenigen Handgriffen reinigen lässt.

Gemeinsam mit den Sanitärkeramiken und Badmöbeln der neuen Geberit-Marke Keramag präsentiert Geberit dem Messebesucher ein einzigartiges Gesamtangebot mit kompletten Badlösungen. Neue Massstäbe für zukunftsorientierten Badkomfort setzt auch das DuschWC Geberit AquaClean Mera. Ausgeklügelte Technik und stilvolles Design ergänzen sich perfekt – eben: Funktion und Design in Vollendung. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand K 22 und K 24, Keramag Stand M 23 Geberit Vertriebs AG 8645 Jona Tel. 055 221 61 11 www.geberit.ch www.geberit-aquaclean.ch www.keramag.ch

Urinal Preda: Die neu entwickelte, integrierte Steuereinheit befindet sich in einer leicht zugänglichen Dockingstation unterhalb der Urinalkeramik. (Foto: Geberit)


86

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Sanitärtechnik | Produkte

Universalmodul für Dusch-WCs: flexibel auch bei der Nachrüstung Auch die weiteren Features sorgen für Universalität: Der Rahmen des Moduls besitzt Vorbohrungen und Schlitze, dank derer sich das Modul in eine TECEprofil-Wand oder in Metall- und Holzständerwände einbauen lässt. Genauso ist eine Installation als Einzelmodul vor der Wand möglich. Die Fussstützen sind für die Anpassung an den Fussbodenaufbau bis zu einer Höhe von 20 Zentimetern verstellbar. Eine speziell von Tece entwickelte Fussbremse erleichtert die EinMann-Montage und verschafft dem Installateur einen deutlichen Zeitvorteil. ■

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand A11 TECE Schweiz AG 8212 Neuhausen am Rheinfall Tel. 052 672 62 20 www.tece.ch

Im Falle einer Nachrüstung einfach die Kunststoffabdeckung der Anschlusstrichter öffnen, Zuleitungen durch die vorgesehenen Öffnungen in den Tank führen und dort verbinden.

■ Tece erweitert sein Sortiment um ein Universalmodul für DuschWCs – kompatibel mit den gängigsten Modellen mit verdeckten Anschlüssen. Auch im Falle einer Nachrüstung bleiben die wichtigen Schnittstellen zu Wasser und Strom offen. Mit dem WC-Modul bleibt der Kunde in seiner Wahl beim DuschWC flexibel. Die Nachfrage an Dusch-WCs steigt. Tece reagiert auf diesen Trend und nimmt ein Universalmodul für

Mit dem neuen Universalmodul bietet Tece eine Lösung für die gängigsten Dusch-WCs.

Dusch-WCs in die Produktfamilie «TECEprofil» mit auf. Der Nutzen ergibt sich aus dem wachsenden Angebot an unterschiedlichen DuschWCs und der Schwierigkeit, für eine spätere Nachrüstung vorzuplanen. Ein Dusch-WC benötigt neben einem zusätzlichen Wasseranschluss auch eine Stromleitung für die Erwärmung des Wassers und für Funktionen wie die Pumpe und den Warmlufttrockner. Für die Position dieser Anschlüsse gibt es keine Norm. Um für eine eventuell gewünschte Nachrüstung vorbereitet zu sein, musste deshalb bisher bei der Installation für ein bestimmtes Dusch-WC-Modell vorgesorgt werden. Falls das Modell der Wahl beim Zeitpunkt der Nachrüstung nicht mehr existiert oder die Wahl doch auf ein anderes Dusch-WC fällt, hat der Kunde ein Problem. Tece sorgt für solche Situationen mit dem Universalmodul für deutlich mehr Flexibilität. Unterhalb der Traverse befinden sich zwei Anschlussboxen für Wasser und Strom. Durch die grosszügige Trichterform ist die Schnittstelle Wasseranschluss deutlich vergrössert worden und ermöglicht eine flexible Installation. Im Falle einer späteren Nachrüstung wird einfach die Kunststoffabdeckung der Anschlussbox an der benötigten Stelle eingeschnitten und z. B. der Panzerschlauch durch die Öffnung bis in den Spülkasten geschoben. Das benötige Stromkabel kann durch einfaches öffnen der Anschlussbox problemlos vor die Wand gezogen werden.

Durch die Öffnungen lassen sich die Zuleitungen je nach Dusch-WC-Modell flexibel in unterschiedlicher Position herausführen.

Links und rechts neben dem Ablaufbogen befinden sich die Anschlussboxen für Wasser und Strom, in denen Schlauch und Kabel ausreichend Platz für alle Eventualitäten haben.


88

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Wohnen |

Die neue Leichtigkeit erobert das Badezimmer

Lack und edles Flair Die neue Boutique Möbelkollektion von Keramik Laufen sorgt für schwerelose Eleganz im Badezimmer. Klare Kubaturen und eine feine Designsprache mit schmal zulaufenden Kanten bringen formvollendeten Stauraum ins Bad, der mit den filigranen Waschtischen aus SaphirKeramik perfekt harmoniert. Quelle: Keramik Laufen AG, Bearbeitung Franz Lenz

■ Schneller, besser, weiter – ist das Credo der heutigen Zeit. Für die Architektur im Bad lässt sich das auf flexibler, reduzierter und leichter ummünzen. Diese Konditionen erfüllen die Boutique Möbel des Schweizer Badspezialisten Keramik Laufen mit Leichtigkeit, er kombiniert sie zudem gekonnt mit hochwertigen Detaillösungen und präziser Verarbeitung. Das edle Design der Möbelkollektion besinnt sich auf den Kernnutzen eines Möbelstücks: Eine reduzierte Kubatur für maximalen Stauraum und eine Echtholz-Oberfläche, die sowohl funktional als auch visuell und haptisch zu überzeugen weiss.

Reduziertes leichtes Design Das Wiedererkennungsmerkmal von Boutique ist zweifellos das reduzierte,

leichte Design, denn die Möbelstücke sind erstaunlich grazil gestaltet. Hervorgerufen wird dieser Eindruck durch schmale, auf vier Millimeter zulaufende Kanten, die sich an den filigranen Kanten der Waschtische aus der innovativen SaphirKeramik orientieren. Damit kann vom SaphirKeramik-Waschtisch, zum Beispiel der Kollektionen Val, Ino oder Living Square, bis hin zum Boutique-Möbel eine einheitliche Formensprache im Bad realisiert werden. Aber auch Waschtische und WaschtischSchalen aus herkömmlicher Keramik lassen sich mit Boutique elegant in Szene setzen. Am Unterbaumöbel von Boutique zeigt sich das ganze Know-how des Schweizer Badspezialisten. Es ist in vier Varianten erhältlich, und zwar in den Breiten

900 und 1200 mm und den Tiefen 380 und 500 mm. Alle Varianten sind mit einer Schublade ausgestattet, die reichlich Stauraum für den täglichen Bedarf im Bad zur Verfügung stellt. Ein sehr hochwertiges Detail ist der Verzicht auf Griffe, Griffleisten oder -mulden, sodass die Schubladenfront formvollendet plan und reinigungsfreundlich ist. Bedient wird die Schublade durch ein komfortables Push&Pull-System, das dafür sorgt, dass sie auf leichten Druck sanft und geräuschlos öffnet und schliesst. Das Innere der Unterbaumöbel hat jedoch noch weit mehr intelligente Details zu bieten. So kann dank neuartiger Siphons auf platzraubende Siphonausschnitte in den Schubladen verzichtet werden.

Edle Möbeloberflächen Besonderes Augenmerk hat der Badspezialist auf die Oberfläche der Boutique-Möbel gelegt: Das edle EchtholzFurnier in heller oder dunkler Eiche gibt jedem Badezimmer ein modernes und überaus edles Flair. Mit Lack in Handarbeit versiegelt, ist die Oberfläche optimal gegen mechanische Beanspruchung und Feuchteeinwirkung geschützt, ohne dass die haptischen Qualitäten der Holzmaserung verloren gehen. Dabei beschränkt sich die wertige Verarbeitung nicht nur auf die Aussenseite, auch im Inneren der Möbel wurde alles von Hand lackiert.

Offene Module und viel Stauraum

Auch bei den offenen Möbelmodulen sowie den geräumigen Schrankelementen von Boutique sorgt der nur vier Millimeter schmale Rand für ungeahnte Leichtigkeit.

Die neue Boutique Möbelkollektion sorgt für schwerelose Eleganz. Klare Kubaturen und eine feine Designsprache mit schmal zulaufenden Kanten bringen formvollendeten Stauraum ins Bad. (Fotos: Keramik Laufen)

Bei den offenen Möbelmodulen sorgt der nur vier Millimeter schmale Rand für ungeahnte Leichtigkeit und das Eichenfurnier zieht sich makellos über die gesamte Oberfläche. Ideal als Stauraum für Handtücher und andere Produkte der persönlichen Körperpflege geeignet sind die Module in den drei Grössen: zwei Varianten mit jeweils einem Tablar in den Tiefen 380 und 500 mm sowie eine halbhohe Lösung mit zwei Tablaren in einer Höhe von 900 mm. Für individuelle Inszenierungen lassen sich die Möbelmodule flexi-


Wohnen |

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

bel platzieren und frei miteinander kombinieren. Auch die geräumigen Schrankelemente von Boutique sprechen eine schwerelose Formensprache. Sie sind als 1800 mm hohe Variante mit vier Tablaren sowie als 900 mm hoher Halbhochschrank mit zwei Tablaren erhältlich. Beide Lösungen verfügen über Türen ohne störende Griffe, die sich dank hochwertiger Beschläge sowie integriertem Push&PullSystem sanft und leise öffnen und schliessen lassen.

Einfache Montage Für die Installateure stellt Keramik Laufen ein flexibel einstellbares 3D-Befestigungssystem zur Verfügung. Dank diesem lässt sich die verdeckte Wandmontage einfach und übersichtlich umsetzen. ■

Unterbaumöbel mit intelligenten Details: Ein optional erhältliches Register für Pflegeartikel und Make-up sorgt für Übersicht und Ordnung in jeder Schublade.

Keramik Laufen AG 4242 Laufen Tel. 061 765 71 11 forum@laufen.ch www.laufen.ch

89


90

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Wohnen | Produkte

KWC auf dem Weg zur Armatur von morgen ■ Wie sieht die Armatur der Zukunft aus? Welche Anforderungen muss sie erfüllen? Welche Technologien verändern die Nutzung von Wasser in Küche und Bad? KWC gibt an der Swissbau mit «KWC CONCEPTS» Antworten darauf. Konkrete Konzepte und visionäre Ideen aus dem Kreativlabor weisen den Weg zu den Trends von morgen. KWC DAN, die erstmals an der ISH in Frankfurt vorgestellte Concept Armatur, gehört dazu. Für die Zukunft gemacht, aber bereits Realität ist die umfassende Armaturenlinie KWC ZOE für Küche und Bad, welche mit KWC ZOE touch light PRO ergänzt wird. Die über Antippen elektronisch gesteuerte Armatur bringt neuen Nutzen und Komfort in die Küche von heute. Auch KWC AVA S erweitert die erfolgreiche Linie KWC AVA in neuen, leichten Proportionen und mit schlankem Preis genau richtig für unsere Zeit. Ein ganz anderes Spektrum eröffnet sich mit der Badmöbelkollektion Nobla. Mehr dazu an der Swissbau. ■ Die Concept Armatur KWC DAN fasziniert als kreisrunde, flache Scheibe und mit schlichter Mechanik. (Fotos: KWC)

KWC ZOE touch light PRO erweitert die umfassende Armaturenkollektion KWC ZOE um eine elektronische Variante für die Küche. Sie funktioniert über Antippen.

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand A32 Franke Water Systems AG KWC 5726 Unterkulm Tel. 062 768 68 68 www.kwc.ch

Kaldewei zeigt die Bandbreite der Komplettsysteme ■ Waschtische aus Kaldewei Stahl-Email komplettieren ab sofort das Portfolio des Badspezialisten für Stahl-Email-Produkte. Mit der Erschliessung dieses Segmentes können Bäder nun in einheitlicher Materialität, harmonischer Designsprache und abgestimmter Farbgebung ausgestattet werden – von der Duschfläche über die Badewanne bis hin zum Waschtisch. Für die Gestaltung der Produktneuheiten setzt der Badspezialist auf zwei hochkarätige Designer. Der internationale Star-Designer Arik Levy entwarf für Kaldewei seine erste Badkollektion. In seinen Kreationen verbindet der vielfach ausgezeichnete Designer gekonnt strenge Geometrie und spielerische Formen. Die branchenerfahrene Designerin Anke Salomon entwickelte neue Badewannen- und Waschtischserien, die sich über eine besonders weiche, natürliche Formensprache definieren. Im Bereich der bodenebenen Duschen präsentiert Kaldewei an der Swissbau 2016 die ganze Bandbreite seiner Komplettsysteme. Ein grosszügiges Angebot an Abmessungen, minimale Aufbauhöhen sowie die ein-

An der Swissbau ist die ganze Bandbreite der Komplettsysteme, Waschtische und Badewannen zu sehen. (Foto: Kaldewei)

fache und schnelle Installation machen Kaldewei zum idealen Partner für bodenebenes Duschen. ■

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand A14

Franz Kaldewei AG 5000 Aarau Tel. 062 205 21 00 www.kaldewei.ch


Wohnen | Produkte

Similor zeigt Schweizer Armaturen mit grosser Wirkung ■ Die Similor AG repräsentiert an der Swissbau 2016 mit ihren Marken arwa, Similor Kugler und Sanimatic innovatives Schweizer Armaturendesign für Bad, Küche sowie halböffentliche und öffentliche Bereiche. Die neue Wand-Armatur arwa-twinplus verfügt über nur einen Wasseranschluss und wird mit der Simibox 1-Point montiert. Ihr maximal reduziertes Design vermittelt dem Badezimmer einen kecken Look. Dezent und attraktiv zugleich zeigen sich die neuen 2-Point-Armaturen in verschiedenen Ausführungen. Bei ihnen befinden sich sowohl der Auslauf als auch der Bedienhebel an der Wand. Montiert werden sie mit der ebenfalls neuen Simibox 2-

Point. Für optische Highlights und Spass an der Spüle sorgen künftig neue, elegante Küchenarmaturen mit Seitenbedienhebel. Und nicht zuletzt beweisen die neuen Selbstschlussarmaturen der Marke Sanimatic, dass Design und höchste Hygiene in öffentlichen Sanitäranlagen definitiv zu einer symbiotischen Verbindung zusammengewachsen sind. ■ Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand B18 Similor AG 4242 Laufen Tel. 061 765 73 33 www.similor.ch

Der Similor arwa-twinplus mit seitlicher Bedienung. (Foto: Similor)

Bemerkenswerte Innovationen des Badspezialisten aus Laufen ■ Anlässlich der Swissbau 2016 präsentiert Keramik Laufen Innovationen, die das Wasser in seiner nachhaltigsten Form erlebbar machen. Im Fokus stehen die zwei neuen Badkollektionen Val von Konstantin Grcic und Ino von Toan Nguyen. Die Waschtische der beiden Kollektionen übernehmen in Sachen dünnwandige Keramik eine Vorreiterrolle im Bad. Beachtenswert sind auch die neuen spülrandlosen WCs. Aufgrund der hohen Nachfrage hat Keramik Laufen das Rimless-Sortiment mit neuen Modellen ergänzt. ■

Swissbau Basel, 12. – 16. Januar 2016 Halle 2.2, Stand A18 Keramik Laufen AG 4242 Laufen Tel. 061 765 71 11 www.laufen.ch

Auch an der Swissbau: Die Kollektion Ino von Toan Nguyen. (Foto: Keramik Laufen)

ZUGORAMA Zürich ist eröffnet ■ In den letzten Jahren betrieb V-Zug an der Förrlibuckstrasse zwar ein Kochstudio mit einer kleinen Ausstellungsfläche, doch gab es in Zürich noch kein öffentlich zugängliches Ausstellungs- und Beratungscenter. Diese Lücke wurde geschlossen mit dem «ZUGORAMA». Der moderne Neubau an der Pfingstweidstrasse verfügt über grosszügig dimensionierte, von viel Licht durchflutete Räume. Auf 200 m2 Ausstellungsfläche und im ebenso grossen Kochstudio werden rund 180 Geräte ins beste Licht gerückt. Kunden können sich bei kompetenten Beraterinnen und

Beratern vor Ort über die umfangreichen Möglichkeiten informieren und sich von Kochvorführungen und Kochkursen inspirieren lassen. Die geschmackvolle Einrichtung in den Farben Weiss, Schwarz und Blau bringt das Design der neuen Produkte bestens zur Geltung und lädt zum Verweilen ein. Öffnungszeiten: Montag – Freitag 9 – 12 und 13.30 – 17.00 Uhr, Samstag 10 – 14 Uhr. Eine Terminvereinbarung wird empfohlen. ■ V-ZUG AG, ZUGORAMA Pfingstweidstrasse 106, 8005 Zürich Tel. 058 767 39 20, www.vzug.com

Grosszügig konzipierte Ausstellung bestückt mit 180 Geräten von V-Zug.


Agenda | Impressum |

Permanente Agenda

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

(Bitte informieren Sie sich auch unter www.hk-gebaeudetechnik.ch/agenda. Änderungen vorbehalten.)

Anmeldung

Thema/Ort

Datum

Tagungen MCH Messe Schweiz (Basel) AG Swissbau, 4005 Basel Tel. 058 200 20 20, www.swissbau.ch

Swissbau Focus: Architektur zwischen Effizienz und Aesthetik Messe Basel, Halle 1.0 Süd, Arena Mittwoch, 13. Jan. 2016, 17.45 – 19.30 Uhr

13. Januar 2016

Swissbau Focus: Energieeffiziente Gebäudetechnik im digitalen Zeitalter Messe Basel, Halle 1.0 Süd, Raum 1 Freitag, 15. Jan. 2016, 09.15 – 10.45 Uhr

15. Januar 2016

Verband Fernwärme Schweiz Geschäftsstelle c/o Larissa Kämpf 5443 Niederrohrdorf, Tel. 056 534 40 02 www.fernwaerme-schweiz.ch

15. Fernwärme-Forum 2016 Fernwärme / Fernkälte, Effizienzfragen Donnerstag, 9 – 18 Uhr, Kongresshaus Biel

21. Januar 2016

Swissolar www.swissolar.ch

Solar Update: Arbeitssicherheit, elektrische Speicher Bern

26. Januar 2016

Swissolar www.swissolar.ch

14. Nationale Photovoltaik-Tagung Gipfeltreffen der Photovoltaikbranche: neueste Erkenntnisse aus Forschung und Technologie. Montag, 22. + Dienstag, 23.2.2016, Kursaal Bern

22. – 23. Februar 2016

www.haustech-planertag.ch

11. Haustech-Planertag Mittwoch, 24. Februar 2016, Kongresshaus Zürich

24. Februar 2016

GeoTherm Tel. 0049 781 9226 32 www.geotherm-offenburg.de

GeoTherm 2016 Geothermie-Messe und -Kongress Messe Offenburg, Deutschland

25. – 26. Februar 2016

Messen MCH Messe Schweiz (Basel) AG Swissbau, 4005 Basel Tel. 058 200 20 20, www.swissbau.ch

Swissbau 2016 Baumesse mit Integration der Bereiche Lüftung, Klima und Kälte (ex Hilsa) Messe Basel, Dienstag bis Samstag.

12. – 16. Januar 2016

GeoTherm www.geotherm-offenburg.de

GeoTherm 2016 Geothermie-Messe und -Kongress, Messe Offenburg, Deutschland

25. – 26. Februar 2016

www.light-building.messefrankfurt.com Light + Building 2016, Frankfurt

13. – 18. März 2016

www.messefrankfurt.com www.ish.messefrankfurt.com

14. – 18. März 2017

IMPRESSUM

ISH 2017 Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Erneuerbare Energien, Frankfurt am Main (alle 2 Jahre)

Korrektorat: Ruedi Tschumi Stephan Muntwyler, Geschäftsführer Gabs AG, Tägerwilen. Geschäftsleiter Weishaupt AG, Tage der Richard SonneOsterwalder, 2016 29. April – 8. Mai 2016 Druck: Vogt-Schild Druck AG, Geroldswil, Mitglied GebäudeKlima Schweiz. 4552 Derendingen Beat Scherrer, Geschäftsführer Scherrer Metec AG, Zürich. Lüftigercup / Fussballturnier der Gebäudetechnik 2016 18. Juni 2016 Beat Waeber, Mitglied Zentralvorstand Über 40 Mannschaften werden erwartet.suissetec. Samstag, 18. Juni 2016, Auflage + Verbreitung WEMF/SW-Beglaubigung 2014 Fussballplatz Luterbach SO. Kooperation mit folgenden Verbänden: Druckauflage 8500 Ex.* Copyright Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband Total verbreitete Auflage: 6887 Ex. Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion Schweizerisch-Liechtensteinischer suissetec: Jubiläums-Delegiertenversammlung, 125 Jahre, Bern 2016 (suissetec), 8021 Zürich, Tel.24. 043Juni 244 73 00, www.suissetec.ch Davon verkauft: 2729 Ex. und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der GebäudeKlima Schweiz, Verband für Heizungs-, Gebäudetechnikverband (suissetec) * inkl. Probe- und Werbeexemplare, Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Lüftungs- und Klimatechnik, 4603 Olten, 8021 Zürich,und www.suissetec.ch Veranstaltungen Messen Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden BeiTel. 062 205 10 66, www.gebaeudeklima-schweiz.ch träge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herenergiecluster.ch, www.energiecluster.ch Herausgeberin European Fuel Cell Forum Europeanausgabe Fuel Cell 2017 (PEFC & H2) eingesandte 4. – 7. Juli 2017 von Forum Sonderdrucken. Für unverlangt Schweizerischer Verband für Wärmekraftkopplung AZTel. Fachverlage 1, 5001 Aarau Internationaler 044 586AG, 56Neumattstrasse 44 Fachkongress. Wissenschaft, Technik Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keineund Ge-Anwendungen (WKK-Fachverband), www.waermekraftkopplung.ch Tel. 058 200 56 50, Fax www.efcf.com 058 200 56 61 forum@efcf.com, für Brennstoffzellen, Kulturund Kongresszentrum, währ. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet.Luzern Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV, 4010 Basel, www.sshv.ch Roland Kühne Geschäftsführer: Beiträge European Fuel Cell Forum EuropeanRedaktionelle Fuel Cell Forum 2016 (SOFC & SOE) 5. – 8. Juli 2016 Swissolar, www.swissolar.ch Produkte-Hinweise werdenWissenschaft, kostenlos abgedruckt, Auswahl GNI Gebäude Netzwerk Initiative, Zürich, www.g-n-i.ch Tel. 044 586 56 44 Internationaler Fachkongress. Technik und Anwendungen für Leiterin Zeitschriften: Ratna Irzan MeGA, Fachverband der führenden Gebäudeautomationserfolgt durch die Redaktion. Bezahlte Beiträge werden mit forum@efcf.com, www.efcf.com Brennstoffzellen, Kulturund Kongresszentrum, Luzern planer der Schweiz, c/o ADZ, Luzern, www.mega-planer.ch «Publireportage» oder «Anzeige» gekennzeichnet. KGTV, Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände, Schäfer Partner AG 16. Energie-Gipfel Kanton Aargau 15. September 2016 Redaktion www.kgtv.ch Leitung Werbemarkt: Lenzburg, Tel 062 888 88 44 Infos zu Energieund Klimapolitik. Frühstücksveranstaltung. AZ5600 Fachverlage AG, HK-Gebäudetechnik KNX Swiss, www.knx.ch Jürg Rykart, Tel. 058 200 56 04 www.energie-gipfel.ch Donnerstag, 6.45 – 9.55 Uhr, in Spreitenbach, Umwelt Arena VDSS, Verein dipl. Spenglermeister Schweiz, www.vdss.ch Neumattstrasse 1, Postfach, CH-5001 Aarau. Peter Warthmann, Chefredaktor, Tel. 058 200 56 15, Anzeigenleitung /Kundenberatung peter.warthmann@azmedien.ch Verenum, Zürich und 14. Holzenergie-Symposium 16. September 2016 Ein Produkt der Rolf Niederberger, Tel. 058 200 56 18, Manuel Fischer, Redaktor, Hochschule Luzern Tel. – 058 200 56 11, Tagungsleiter: Prof. Dr. Thomas Nussbaumer, Verenum Zürich und rolf.niederberger@azmedien.ch manuel.fischer@azmedien.ch Technik & Architektur Hochschule Luzern – Technik & Architektur Nicole Lüscher, Tel. 058 200 56 42, Fax 058 200 56 61, Patronat: BFE Ort: ETH nicole.luescher@azmedien.ch Zürich, ganzer Tag Ständige externe Autoren: Christian Bärtschi, Bernd www.holzenergie-symposium.ch Verleger: Peter Wanner, CEO: Axel Wüstmann Anzeigentarif unter www.hk-gebaeudetechnik.ch Genath, Alan Hawkins, Franz Lenz, Anita Niederhäusern, www.azmedien.ch Wolfgang Schmid, Martin Stadelmann, Martin Stöckli, www.proklima.ch ProKlima:Leitung Kadertag Gebäudetechnik 2016 8. November Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs.2016 2 StGB (Stand Valentin Kälin Online und Marketing: Andreas Walker, Jürg Wellstein, Andreas Widmer, Daniela 31.12.2014): AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, Kadertag für Fachleute aus der Lüftungs-, Klima- und Gebäudetechnikbranche, Wohlgemuth AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, Abonnemente Dienstag,Aboverwaltung, 8. November 2016, Trafohalle Baden AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, Maja Hort, Tel. 058 200 56 50, Redaktioneller Beirat AZ TV Productions AG, AZ 8. Zeitungen AG, FixxPunkt abo@hk-gebaeudetechnik.ch Fachvereinigung Wärmepumpen 2016: Wärmepumpen- und Erdwärmesonden-Technik November 2016 AG, Marco Andreoli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, CTAFWS-Update AG, Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Preis Jahres-Abonnement: Münsingen. Schweiz FWS, 3006 Bern, Umwelt Arena, Spreitenbach Fr. 138.– (inkl. MwSt.) Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Abo-Bestellung: www.fachtitel.ch Domenico Manager of Trainingcentre & Laufen Tel. 031Autuori, 350 40 65 Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, Forum, Keramik Laufen AG und Similor AG, Laufen. info@fws.ch, www.fws.ch Layout/Produktion: Stefanie Lipp AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG Daniel Bader, Leiter Kommunikation, R. Nussbaum AG, Olten. HK-Gebäudetechnik 13.www.tagedersonne.ch Jahrgang, Nr. 12, Dezember 2015 (42. Jahrgang HeizungKlima), erscheint monatlich. www.hk-gebaeudetechnik.ch, ISSN 1016-5878 www.deppingag.ch

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (suissetec) 8021 Zürich

suissetec: Herbst-Delegiertenversammlung Swissôtel, Zürich-Oerlikon

2. Dezember 2016

93


94

| HK-Geb채udetechnik 12/15 |

Stellenmarkt |


Stellenmarkt |

| HK-Geb채udetechnik 12/15 |

95


96

| HK-Geb채udetechnik 12/15 |

Stellenmarkt |


Verzeichnisse |

Im redaktionellen Text erwähnte Firmen Amstein + Walthert AG

8

| HK-Gebäudetechnik 12/15 |

Inserentenverzeichnis

naef energietechnik ag

36

Abacus Research AG

22

Restclean AG

Beckhoff Automation AG

65

raum consulting

22

ACO Passavant AG

87

Saia-Burgess Controls AG

65

BG Ingenieure & Berater AG

25

Restclean AG

82

Alsoft Informatik AG

21

Scherrer Metec AG

67

Brugg Rohrsystem AG

42

Rheinzink (Schweiz) AG

73

Bausoft Informatik AG

23

Schindler Aufzüge AG

17

BSH Hausgeräte AG

56

Saia-Burgess Controls AG

62

Beckhoff Automation AG

63

Schmid AG, energy solutions

49

48

Schweizerische Technische Fachschule Winterthur STFW

20

58

21

Sekretariat ProKlima

28

Buderus Heiztechnik AG Bundesamt für Energie BFE

27, 36

CRB Domotec AG

49

Seven-Air Gebr. Meyer AG

57

e4plus AG

36

Similor AG

91

Energie Solaire SA

36

Solites

36

72

Soltop Schuppisser AG

36

Forstner Maschinenbau GmbH Franke Water Systems AG

22, 90

Franz Kaldewei AG

90

Geberit Vertriebs AG

16, 85

79

Belimo Automation AG

46

Seven-Air

BMS-Energietechnik AG

55

SF-Filter AG

83

Brunner-Anliker AG

83

Siemens Schweiz AG

63

Coolworld Rentals AG

57

SM Handels AG

56

Duravit Schweiz AG

19

Soltop Schuppisser AG

48

Elvatec AG

11

Suva

69

21, 36, 74

Forstner Speichertechnik GmbH 41

Tece Schweiz AG

suissetec-nordostschweiz

68

Franz Kaldewei GmbH & Co. KG 89

Testo AG

56

Swissolar

36

Geberit Vertriebs AG

Thalmann Maschinenbau AG

72

suissetec

US 2

US 4

44

Tece Schweiz AG

86

Georg Fischer JRG AG

81

Tobler Haustechnik AG

26

GWF MessSysteme AG

30

Thalmann Maschinenbau AG

70

GRUNDFOS Management A/S

15

Triflex GmbH

73

Häny AG

78

Tiba AG

47

Hug & Zollet AG

76

Trox Hesco (Schweiz) AG

54

HL-Technik AG

24

Trägerverein Energiestadt

IBZ

18

Wärmebau Vertriebs AG

11

Hochschule Luzern

60

Windhager Zentralheizung Schweiz AG

39

WT Wärmeaustausch Technologien AG

59

94

Genossenschaft Migros Zürich

IMI Hydronic Engineering Switzerland AG

19

Institut für Solartechnik SPF

36

4, 6

Trimble Switzerland GmbH

18

Umwelt Arena AG

25

58

49

Liebi LNC AG

51

36

M. Scherrer AG

76

Viessmann (Schweiz) AG

91

52

V-Zug AG

Kämpfen für Architektur AG

32

Walter Meier (Klima Schweiz) AG 19

84, 88, 91

Weishaupt AG

51

MCH Messe Schweiz (Basel) AG 27

Ygnis AG

50

MeteoSchweiz

Ziehl-Abegg Schweiz AG

59

12

7

LG Electronics Austria GmbH

Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG

Jäggi/Güntner (Schweiz) AG Klimatechnik Keramik Laufen AG

IMI Hydronic Engineering Switzerland AG

MCH Messe Schweiz (Basel) AG 64 NeoVac ATA AG

20

Stellenmarkt:

Oekoplan AG

24

Titelseite:

CTA AG

67, 71

Beilagen:

Haustech Planertag

Ohnsorg Söhne AG R. Nussbaum AG

77

CTA, Grundfos, Swissolar


HK-gt_12-15  
HK-gt_12-15  
Advertisement