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Eine Verlagsbeilage der Oberhessischen Presse zum Wintersemester 2011/12

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KOMMT ZU DIR! BIEGENSTRASSE 15 / 35037 MARBURG

SA 29.10.2011 STADTHALLE MARBURG


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Wintersemester 2011/2012

inhalt

Editorial

Willkommen im UNIversum

Fundiert anecken gehört für Uni-Vize Lachnit dazu

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Nach dem Studium richtig bewerben

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Gleichberechtigung ist anerkanntes Ziel der Uni

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In Uni-Bibliotheken gibt es vier Millionen Bücher

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Mit „BlogSchokolade“ ins neue Semester

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· die Uni lauert an jeder Ecke.

Übersichtsplan der einzelnen Fachbereiche

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· die Uni hält die Stadt jung und in Schwung.

Das Studentenwerk: Helfen und beraten

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· die Uni prägt Land und Leute.

Sportangebote der Uni

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Mit CouchSurfing die Welt entdecken

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UNIversum-Serie „Mein Schreibtisch“

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raditionsreich, beschaulich und zugleich modern und quicklebendig – Marburg bietet seinen Bewohnern eine hohe Lebensqualität. Wer neu zu Studium oder Lehre an der Lahn landet, dem fallen rasch diese drei Fakten auf:

Rein rechnerisch ist mehr als ein Drittel der gut 80 000 Einwohner Marburgs direkt mit der Philipps-Universität verbunden. Die Hochschule ist der größte Arbeitgeber und zweifellos der bedeutendste Wirtschaftsfaktor der Region. Kein Wunder, dass eines der am meisten bemühten Zitate über den Einfluss der ehrwürdigen Alma Mater lautet: „Andere Städte haben eine Universität, Marburg ist eine“. Der Urheber des Original-Zitats nahm es sogar noch genauer: „Göttingen hat eine Universität, Marburg ist eine, indem hier alles, von Prorektor bis zum Stiefelwichser, zur Universität gehört.“ Der

Spruch stammt von Ernst Koch aus seinem Buch „Prinz Rosa-Stramin“, das er unter dem Pseudonym Dr. Eduard Helmer 1834 in Kassel veröffentlicht hat. Ganz gleich, ob verkürzt oder in seiner ursprünglichen Version: Der Satz sagt viel, wenn nicht alles, aus über den Stellenwert, den die fast 500 Jahre alte Universität vor Ort genießt. Diesem Stellenwert entspricht die Oberhessische Presse seit vielen Jahren mit einer ausführlichen Berichterstattung rund um die Personalien in Forschung und Lehre, die Hochschulpolitik oder die baulichen Veränderungen. Zum dritten Mal legen wir nun außerdem zum Semesterstart eine Sonderbeilage auf, die Einblicke in nahe liegenden und entlegeneren Winkel dieses UNIversums gewährt. Während des Semesters informieren wir Sie in unseren gedruckten und digitalen Produkten laufend über den Alltag auf dem Campus und die aktuellen Entwicklungen an der Universität. Und wir würden uns freu-

en, wenn Sie uns fortan durch die unendlichen Weiten dieses Kosmos begleiten. Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Sanftes Klackern für die Bildung

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Eine Anlaufstelle für die ganze Familie

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Marburg bietet eine große kulturelle Vielfalt

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Campus-TV

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Studium Generale

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Die elektronischen Angebote der OP

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Ein letzter Universalgelehrter

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Mit Facebook, Twitter & Co. sind Leser stets auf dem Laufenden

Wohnheim überwindet Hürden

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Uni-Druckerei

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Hoch hinaus in Marburg

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imprEssum Verlagsbeilage: UNIversum Wintersemester 2011/2012 Druck und Verlag: HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg, HR Marburg A 2208 Verleger und Herausgeber: Dr. Wolfram Hitzeroth Objektleitung: Roger Schneider Redaktion: Christoph Linne (verantwortlich), Dr. Gabriele Neumann, Sabine NagelHorn, Manfred Hitzeroth Gestaltung: mymedia GmbH

Christoph Linne Chefredakteur Oberhessische Presse

Unterwegs immer dranbleiben ie sozialen Netzwerke sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Auch aus dem UNIversum nicht: Auf der Seite www.facebook.com/UniversumMarburg vernetzt sich die UniRubrik der Oberhessischen Presse mit allen Facebook-Nutzern, die sich für die Philipps-Universität interessieren. Links auf aktuelle Artikel aus dem Hochschulleben und Diskussionen über das, was die Uni bewegt, sind ein informativer und unterhaltsamer Begleiter im Uni-Leben. Auch die Oberhessische Presse ist auf Facebook vertreten und hat dort zahlreiche „Fans“, die sich auf www.facebook.com/OberhessischePresse vernetzen. Wer es lieber kurz und knackig mag, dem sei der Kurznachrich-

tendienst Twitter empfohlen: www.twitter.com/opmarburg ist die Adresse, unter der die Oberhessische Presse Sie mit Informationen aus Stadt, Uni und Landkreis versorgt, noch bevor sie gedruckt sind. Eine Uni-Rubrik in einer UniStadt: Logisch, dass es die auch auf StudiVZ geben muss. Dort hat die Online-Redaktion der OP die Gruppe „Universum Marburg“ gegründet. Und schließlich ist da noch Wer-kennt-wen, der Local Player unter den sozialen Netzwerken. Dort diskutieren in der Gruppe „Oberhessische Presse Marburg“ die unterschiedlichsten Menschen über das, was die Region bewegt. Tendenz in allen vier Netzen: steigend.

Kommuniziert wird auch über das iPhone. Foto: Acker Mehr zu diesem Thema finden Sie bei uns unter www.op-marburg.de


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Wintersemester 2011/2012

Fundiert anecken gehört dazu Vizepräsident Harald Lachnit will an der Uni mündige Bürger erziehen von Sabine Nagel-Horn

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enn er über die Lehre spricht, über Studenten und Studium, dann leuchten seine Augen: Harald Lachnit ist Vizepräsident aus Überzeugung. Der Themenbereich Studium und Lehre, für den er zuständig ist, liegt dem

Uni von a bis z A wie ... Asta – Der Allgemeine Studierendenausschuss wird vom Studierendenparlament gewählt (welches wiederum von den Studenten gewählt wird) und vertritt die Interessen der Studenten. B wie ... BaFöG – Die Abkürzung für „Bundesausbildungsförderungsgesetz“ wird als Synonym verwendet für das Geld, mit dem der Staat Studenten aus finanziell schwächeren Familien hilft. Eine Hälfte des Geldes ist in der Regel geliehen, die andere geschenkt, und der Höchstsatz liegt aktuell bei 670 Euro im Monat. Informationen und Anträge gibt es beim Studentenwerk am Erlenring. C wie ... c.t. – Hinter dieser knappen Bezeichnung verbirgt sich der Luxus des sogenannten „akademischen Viertels“: das lateinische „cum tempore“, übersetzt „mit Zeit“. Vorlesungen fangen in der Regel „c.t.“ an, also eine Viertelstunde nach der angegebenen Uhrzeit. 14 Uhr c.t. ist also in Wirklichkeit 14.15 Uhr. 14 Uhr s.t. ist dagegen – „sine tempore“ – genau 14 Uhr.

56-Jährigen wirklich am Herzen. Zunächst allerdings musste Lachnit überredet werden. Vor einigen Jahren hatte er sich noch entschieden dagegen gewehrt, als Kandidat für das Vizepräsidentenamt aufgestellt zu werden. Aus Gewissensgründen: „Ich bin Bologna-Kritiker, ich wollte mich da nicht schuldig machen“, erklärt er. Bologna, das ist das Schlagwort für die umstrittene Umstellung der universitären Lehre auf modularisierte Studiengänge, auf Bachelor und Master. Den Ausschlag für Lachnits Zusage im Februar 2010 gaben letztlich Gespräche mit einem Freund, der ihn davon überzeugte, „dass es nicht ausreicht, immer nur alles besser zu wissen, sondern dass man auch etwas tun muss.“ Damit habe sein Freund „den Preußen in mir“ geweckt, sagt der gebürtige Unterfranke schmunzelnd – Engagement aus Pflichtbewusstsein. Seither hat Harald Lachnit seine Entscheidung nicht bereut. „Ich habe schon viel mehr gestalten können, als ich dachte und hoffte“, sagt er. Er arbeitet für ein Studium, das wirklich auf die Studenten zugeschnitten ist und das ihnen die Möglichkeit gibt, sich im Studium zu verändern und zu entwickeln. „Viele der heutigen Studis sind so hyper-angepasst. Ein guter Wissenschaftler zeichnet sich aber dadurch aus, dass er sich auseinandersetzt und auch einmal fundiert aneckt“, sagt er. Es werde in der Gesellschaft zu oft so getan, „als sei Streiten etwas Blödes“. Um seine Ziele für die Lehre zu erreichen, greift der Psycho-

Harald Lachnit ist Vizepräsident der Uni Marburg. Foto: Nagel-Horn logie-Professor auch gern auf Know-How aus seinem Fachgebiet zurück: So müssen die Fachbereiche neuerdings die Akkreditierung eines neuen Studiengangs selbst bezahlen – es sei denn, sie halten alle Termine und Fristen ein, dann gibt es „zentrales“ Geld dazu. Das Modell funktioniert, „man muss halt Anreize schaffen“, sagt Lachnit und lacht. Überhaupt lacht er viel und gern, erzählt anekdotenhaft und unterhaltsam und nimmt sich auch gern mal selbst auf die Schippe. Zum Beispiel, wenn er sich selbst als „Schotten“ bezeichnet, der nichts umkommen lässt und noch den uninteressantesten Gutschein einlöst. So wie den, mit dem seine Frau ihn dazu bringen wollte, das sogenannte „Spinning“ auszuprobieren, Radfahren auf dem Ergometer im Fitness-Studio. Ein bisschen erstaunt war er dann selbst, dass es ihm gefiel; jetzt radelt er zwei Mal in der Woche auf der Stelle. Im Uni-Leben aber ist Stillstand nicht Harald Lachnits Sache, da will er Dinge in Bewe-

gung setzen. „Auch aufgrund der Vorarbeit meines Vorgängers haben wir im Präsidium schon eine Menge bewegt“, sagt er. Zum Beispiel hat die Philipps-Universität auf Lachnits Betreiben hin die flächendeckende Anwesenheitskontrolle bei Lehrveranstaltungen abgeschafft – mit einstimmigem Senatsvotum. „Wir wollen an der Uni mündige Bürger erziehen. Mit diesem Ziel sind pauschale Anwesenheitskontrollen unvereinbar“, sagt Lachnit. Stattdessen müsse die Hochschule daran arbeiten, dass Studenten selbst den Sinn und Wert der Anwesenheit erkennen könnten, eine „Anwesenheitskultur schaffen“ nennt er das. Bei aller Begeisterung hat das Vizepräsidenten-Amt allerdings auch einen Nachteil für Harald Lachnit: In der Psychologie ist er angesichts der umfangreichen Amtspflichten nur noch selten anzutreffen. Oder, wie Lachnit selbst es mit augenzwinkernder Übertreibung ausdrückt: „Meine Mitarbeiter dort kennen mich eher vom Foto.“

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Wintersemester 2011/2012

die frage

Richtig bewerben Checklisten und Bewerbungstraining gibt es im Internet

V Wie lernst Du? Saskia (21). 4. Semester BA Politikwissenschaften: „Wenn ich für Klausuren lerne, dann schreibe ich alles Wichtige sortiert nach Themengebieten heraus und mache mir mit Powerpoint am Computer Karteikarten. Ich habe ein fotografisches Gedächtnis und lerne das auf die Art daher ganz schnell. Bei Hausarbeiten habe ich meistens das Glück und bekomme Themen, die mich wirklich interessieren. Es fällt dann leichter, zu lernen und zu schreiben.“

iele würden sich nach Examen oder Abschlussprüfung gerne ein wenig erholen, aber es steht gleich die nächste Prüfungsphase auf dem Programm: Bewerbung und Vorstellungsgespräch. Damit am Ende der

die zehn ... ... Ausflugsziele, die man besuchen sollte: 1. Der Klassiker: Rauf aufs Schloss. 2. Schloss zum Zweiten: Rauischholzhausen. Unbedingt: Scones im Café probieren! 3. Der Frauenberg: Panoramablick garantiert. 4. Spiegelslust: Toller Ausblick vom Kaiser-Wilhelm-Turm. 5. Amöneburg: „Die Stadt auf dem Berge“ lockt mit umwerfender Aussicht. 6. Der „Silberseebob“: Bobund Bötchenfahren in Frielendorf. 7. Kletterpark Dammühle: Ganz neu und ganz schön in Wehrshausen. 8. Seepark Niederweimar: Kleines El Dorado für Wasserratten. 9. Noch mehr Wasser: Der Edersee – ein richtiger See eben. 10. Und wer nicht genug kriegen kann: Ab in die Lahn.

Bewerbungsphase ein aussichtsreicher neuer Job steht, haben die Berufsberater der Arbeitsagentur einige Tipps parat. Grundsätzlich gilt, ehrlich zu sein, wenn man beschreibt, was man kann, aber richtig ist auch, dass die „Schokoladenseite“ herausgestellt werden sollte. Eine Checkliste für

eine gute schriftliche Bewerbung und eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch sind im Internet unter www.planetberuf.de zu finden unter der Rubrik Bewerbungstraining. Eine Bewerbung sagt etwas aus über den Bewerber, vermittelt einen ersten Eindruck und soll bei den personalverantwortlichen Personen in den Betrieben auf Interesse

stoßen. Bewerbung heißt, für sich selbst Werbung zu machen, sozusagen Marketing in eigener Sache. Der erste Eindruck ist sehr wichtig, meist ist es die Bewerbungsmappe, die der Arbeitgeber als Erstes sieht. Sie muss sauber und ansprechend sein. Schlägt der Arbeitgeber die Mappe auf, sieht er das Foto und erhält einen ersten Eindruck vom Bewerber. Licht, Schatten, Dimension, Farbe, der Blick, das Lächeln und sogar das Fotopapier sind es, die ein gutes Bild ausmachen. Beim Anschreiben ist absolute Sorgfalt angesagt. Rechtschreibfehler oder eine lieblos gestaltete Seite hinterlassen einen schlechten Eindruck. Das Anschreiben sollte möglichst knapp den Grund

für die Bewerbung – besondere Eignung, Interesse, Identifikation mit den Zielen des Unternehmens und Ähnliches – erklären. Das Bewerbungsschreiben soll positiv beginnen und enden. Interesse und Motivation sollen dargestellt werden, Fachkenntnisse und erste Vorerfahrungen aus dem Berufsleben (zum Beispiel über Schulpraktika) sind zu skizzieren. Bewerbung und Beruf müssen zueinander passen. Ein grober Fehler ist es, die Bewerbung nicht auf den Beruf anzupassen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Um eine erfolgreiche Bewerbungsmappe zu erstellen, ist es unerlässlich, sich vorab über das Unternehmen zu informieren. Ein Bewerber sollte die Tätigkeitsbereiche eines Betriebs und die Namen der Geschäftsführer kennen. Offenheit und Anpassungsfähigkeit sind beim Eintritt in ein neues Unternehmen unerlässlich. Diese Fähigkeiten sollte man im Bewerbungsgespräch zeigen. Mit freundlichem Auftreten, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit können Bewerber in jeder Branche punkten.

Online nach freien Arbeitsplätzen suchen Im Berufsinformations-Zentrum (BiZ) gibt es Gelegenheit zur Online-Suche nach freien Arbeitsstellen und jede Menge Informationen über Berufswahl und Weiterbildungsangebote. Eine Anmeldung im BiZ ist nicht erforderlich. Während der Öffnungszeiten können alle Angebote kostenlos so oft und so lange wie gewünscht genutzt werden. Bei Fragen helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BiZ gerne weiter. Kontakt: E-Mail: marburg.biz@arbeitsagentur.de Öffnungszeiten des Berufsinformationszentrums (BiZ): montags 7.30 bis 16.15 Uhr, dienstags 7.30 bis 16.15 Uhr, mittwochs 7.30 bis 13 Uhr, donnerstags 7.30 bis 18 Uhr und freitags 7.30 bis 14 Uhr.


I 5 Gleichberechtigung ist anerkanntes Ziel Wintersemester 2011/2012

Zentrum für Gender Studies und Feministische Zukunftsforschung besteht seit 10 Jahren von Sabine Nagel-Horn

D

ie Emanzipation ist in allen Bereichen der Gesellschaft angekommen? Weit gefehlt, sagen die Mitarbeiterinnen des Zentrums für Gender Studies. „Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist zwar mittlerweile ein anerkanntes Ziel“, sagt die Amerikanistik-Professorin Carmen Birkle: „Aber durchgesetzt ist sie noch lange nicht.“ Birkle ist stellvertretende geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, das seit 10 Jahren an der Marburger Uni besteht. „Gender Studies“, das heißt auf Deutsch „Geschlechterforschung“. Um einen wissenschaftlichen Ansatz, der stets die Rolle der Geschlechter mit berücksichtigt, geht es den Vertreterinnen der Gender Studies. Dieser Ansatz soll in nahezu allen Fächern eine feministische Herangehensweise anbie-

Feministinnen unter sich: Vor einem Rosa-Luxemburg-Plakat sitzen Therese Gerstenlauer (von links), Prof. Carmen Birkle und Veronika Ott vom Zentrum für Gender Studies. Foto: Sabine Nagel-Horn

ten, welche die bisher üblichen Perspektiven erweitert. Dass die geschlechtersensible Wissenschaft sich nicht auf Soziologie oder Politologie beschränkt, zeigt die Liste der Mitglieder, die das Zentrum für Gender Studies tragen: Die 54 Professorinnen und Professoren, Uni-Mitarbeiterinnen und Studierenden decken ein breites Spek-

trum an Fächern ab, stammen sie doch aus 16 Disziplinen an insgesamt sieben Fachbereichen. Die Sportwissenschaften sind ebenso vertreten wie die Theologie, und auch Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften und Europäische Ethnologie bringen ihre fachspezifischen Anforderungen an die Gender Studies ein. Für Studierende bietet

das Zentrum für Gender Studies eine Möglichkeit, den eigenen wissenschaftlichen Horizont zu erweitern und die Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen in ihr Studium zu integrieren: In mittlerweile 24 Studiengängen werden die Angebote des Gender-Studies-Studienprogramms als Exportmodule anerkannt. Wer sich den Gender Studies zunächst einmal ganz unverbindlich annähern möchte, dem empfiehlt Therese Gerstenlauer, die derzeitige wissenschaftliche Leiterin des Zentrums, den Besuch der sogenannten „Gender Lectures“, einer Vorlesungsreihe im Wintersemester. Sie steht in diesem Jahr unter dem Thema „Globale Aufbrüche?“ mit besonderem Fokus auf die „arabischen Revolutionen“ der vergangenen Monate. Die erste der vier Vorlesungen findet am 25. Oktober statt. Mehr Informationen zum Zentrum für Gender Studies und seinen Angeboten gibt es im Internet unter uni-marburg.de/genderzukunft


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Wintersemester 2011/2012

die frage

Zwei Millionen Bücher in UB Zum Semesteranfang finden Erstsemestereinführungen statt

Wohin gehst Du? Runa Morger (24) studiert im 6. Semester Zahnmedizin: „Ich möchte nach dem Studium in einer schönen Klinik mit guten Herausforderungen und gutem Arbeitsklima arbeiten. Wenn das Gehalt gut ist, dann bin ich dabei. Aber das Gehalt ist nicht so wichtig wie die Tatsache, ob man sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt. Ich möchte nur gerne davon überleben können. Am liebsten in Oslo. Dort komme ich her. Oder ich arbeite in einer großen deutschen Stadt. München gefällt mir sehr.

die uni von a bis z D wie ... Dekan – Der Dekan ist der „Chef“ eines Fachbereichs. Er wird in regelmäßigen Abständen vom Fakultätsrat gewählt. Es gibt nebenberufliche Dekane, die in der Regel für drei Jahre gewählt werden, und hauptberufliche, deren Dienstzeit zwischen drei und sechs Jahren beträgt. E wie ... E-Mail – Jeder Student und jeder Uni-Mitarbeiter kann über das Hochschulrechenzentrum einen kostenlosen Internet-Zugang („Students-Account“) bekommen. Dazu gehören unter anderem eine Mail-Adresse, WLAN-Zugang an den rund 140 „Hot Spots“ der Uni, die Nutzung der PCs in den Bibliotheken sowie Zugang zur Lernplattform ILIAS. F wie ... Fachschaft – streng genommen besteht eine Fachschaft aus allen Studenten eines Fachbereichs. Meist wird der Begriff aber für jene Gruppe von Studenten verwendet, die sich in der Fachschaft engagieren, indem sie zum Beispiel die Erstsemester einführen oder in Gremien wie Prüfungsausschuss, Fachbereichsrat, Fachschaftskonferenz oder im Studienausschuss mitarbeiten.

Die Auskunft im Informationszentrum hilft weiter, wenn Fragen in der UB auftauchen. Auf den Beraterplätzen haben für das Foto Dr. Lydia Kaiser (Mitte) und Bärbel Schäfer (rechts) vom Schulungszentrum Platz genommen. Foto: Sabine Nagel-Horn von Sabine Nagel-Horn

E

s gibt keine blöden Fragen. Wir freuen uns, wenn wir weiterhelfen können.“ Diese beiden Sätze sind der Diplom-Bibliothekarin Bärbel Schäfer ganz wichtig. Schäfer arbeitet mit rund 30 Kollegen im Schulungsteam der Marburger Universitätsbibliothek (UB), und dabei verfolgt sie vor allem ein Ziel: Jeden Nutzer in die Lage zu versetzen, dass er alles findet, was er braucht. Das Finden gestaltet sich in einer Bibliothek wie der Marburger UB mit ihren rund 2 Millionen Bänden längst nicht so einfach, wie sich das der Laie vorstellt. Und 2 Millionen, das sind nur die Bücher und Zeitschriften, die in der Zentralbibliothek an der Wilhelm-Röpke-Straße verfügbar sind. Noch einmal genauso viele stehen in den vielen dezentralen Instituts- bzw. Bereichsbibliotheken, die überall in der Stadt verteilt sind. Zum Semesteranfang haben sich Bärbel Schäfer und ihre Mitstreiter deshalb wieder auf den Ansturm der Ahnungslosen

und Wissbegierigen vorbereitet: Ab dem 24. Oktober bieten sie drei Wochen lang täglich Erstsemestereinführungen für die neuen UB-Benutzer an. Die Einführungen sind längst keine Rundgänge mit Frontalbeschallung mehr, sondern sie folgen dem didaktischen Prinzip der „Learning Library“, erzählt Dr. Lydia Kaiser, die in der UB für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Bei diesem Prinzip bekommen die Studenten zunächst eine kurze Einführung, um dann selbstständig in Kleingruppen von 3 bis 4 Personen verschiedene Aufgaben in der Bibliothek zu bewältigen. Zum Beispiel bekommen sie den Auftrag, ein ganz bestimmtes Buch im Online-Katalog zu finden und seine Signatur herauszuschreiben. Genauso erarbeiten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Antworten auf Fragen zu Bestellung, Ausgabe und Rückgabe der Bücher. Etwa anderthalb Stunden dauert eine solche UB-Einführung. Sie hilft den Anfängern, sich bei ihren ersten Schritten in

der UB zurechtzufinden. „Weitergehende Fragen tauchen meist erst im Lauf des Studiums auf“, sagt Bärbel Schäfer. Auch sie werden beantwortet, sei es im direkten Gespräch mit den Bibliothekaren, sei es in den weiterführenden Kursen, welche die UB anbietet. Sie behandeln jeweils bestimmte Aspekte und Finessen der Bibliotheksbenutzung. Dass es sich lohnt, die Entdeckung der UB nicht auf eigene Faust zu bestreiten, spricht sich offenbar herum: In den vergangenen Jahren stiegen die Teilnehmerzahlen der Schulungen stetig an. 2010 nahmen weit mehr als 4 000 UB-Nutzer an 272 Schulungen teil. Übrigens: Wer es lieber etwas „abenteuerlicher“ mag, für den gibt es die Möglichkeit, die UB beim Geocaching kennenzulernen. Die GPS-gestützte Schnitzeljagd führt durch alle wichtigen Bereiche der Bibliothek und verbindet den Lerneffekt mit Spaß und Spannung. Informationen zur UB und zu den Einführungen gibt es im Internet unter www.uni-marburg.de/bis


I 7 Mit „BlogSchokolade“ ins neue Semester Wintersemester 2011/2012

Die Uni im Blog: Barbara Slotta erzählt „zart-bittere Geschichten aus dem Studentenleben“ von Sabine Nagel-Horn

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eit dem Wintersemester 2010/2011 kennen die OPLeser Barbara Slotta als „ihre“ Bloggerin. „Ersti allein zu Haus“ hieß das erste Internet-Tagebuch der 21-Jährigen, in dem sie ihre Erfahrungen als neue Studentin in lesenswerte Blog-Prosa verwandelte. Mit „Marburg auf den zweiten Blick“ nahm sie ihre treue Fangemeinde mit ins zweite Semester, und jetzt im dritten Semester der angehenden Ethnologin heißt es: „BlogSchokolade – zart-bittere Geschichten aus dem Marburger Studentenleben“. Man darf gespannt sein, was sie in den kommenden Monaten erleben und bloggerisch aufs Korn nehmen wird: MensaEssen und rituelles Oberstadtaufzug-Schweigen, Gespräche mit Finanzberatern und Nächte in der Unibibliothek brachten ihr in der Vergangenheit schon zahlreiche Lacher. Und eine gewisse, nicht immer erwünschte, Prominenz an der Uni: So habe Professor Karl Braun im ersten Semester sein Seminar gern mit einem Bezug zum aktuellen Blog-Thema er-

öffnet, erzählt die Autorin. Denn Weil man ein Studium ohne euch auf diese Seite trieb. Bedas Seminar fand ausgerechnet Schokolade weder anfangen dient euch, bringt euch Gesellschaft mit und genießt.“ montags statt, und das ist der noch beenden sollte. Und so begrüße ich jeden ganz Tag, an dem Auszüge aus Barbaras Blog (auch weiterhin) in herzlich bei dieser literarischen Barbaras Blog in voller Länge der gedruckten Oberhessischen Verköstigung auf meinem neulesen und genießen: en Blog, ganz egal, weshalb es Presse veröffentlicht werden. www.op-marburg.de/Ersti Was die Leserinnen und Leser in Barbaras neuem Blog erwartet, umreißt sie selbst im ersten Post so: „Mit dem nahenden Wintersemester verabschieden wir uns von romantischen Visionen einer nicht gesehenen Jahreszeit, von dreitägigen Schlossfesten und von Nachmittagen im Park. Wir vergessen die kaugummizähe Langeweile der Semesterferien und die in plötzlicher Eile verfassten Hausarbeiten; auf Kurz oder Lang blicken wir dem re TEKA Ende des Jahres entgegen. A 60 Jah 60 Jahre K E T re h A Ja Und doch soll und wird dieahre TEK TEKA 60 ser Blog keine apokalyptischen TEKA 60 Jahre EKA 60 J EKA 60 Jahre T T re h a J KA 60 Jahre T Züge annehmen: Viel eher wird hre TE einen Wunsch TEKA 60 hre TEKA 60 JaFür rebesonderen h a J 0 von einem zweiten Studiengang 6 KA 60 Ja E A re T K E re T h a re A 60 Jah 60 J die Rede sein, von neuen He- Jah ahre TEK re TEKA J h 0 a re 6 J h 0 A a 6 J K re TE rausforderungen, Entdeckun- TEKA TEKA 60 A 60 Jah 60 Jahre A K gen und den ganz normalen Ab- 60 Jahre TEK E TEKA 60 T re * 60 Jahre 0 Jahre 60 Jah A A K K E E T surditäten des Alltags. T re 6 60 Jahre A 60 Jah re TEKA

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Sommersemester 2011 Wintersemester 2011/2012

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Die Fachbereiche der Der PhiliPPs-Universität PhiliPPs-Universität die fachbereiche

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Universitäts-Zentralverwaltung Hörsaalgebäude Universitäts-Museum Mensa Universitäts-Bibliothek Philosophische Fakultät Universitätssporthalle und -platz FB Psychologie FB Rechtswissenschaften FB Wirtschaftswissenschaften Institut für Sportwissenschaft und Motologie Alte Universität FB Physik Hals-Nasen-Ohren Klinik FB Pharmazie Unibootshaus FB Geographie Augenklinik Med. Zentrum für Nervenheilkunde Zahnklinik Universitätsklinikum Hörsaalgebäude Lahnberge Mensa Lahnberge FB Mathematik, Chemie FB Biologie Max-Planck-Institut

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Lahn

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veranstaltUngen im sommersemester 2011 die zehn ... mit u.a. Karamelo Santo, Jupi- 27. bis 28. August: 8. Juni: 30. April bis 9. Mai: Mittelalterliches Spectaculum ter Jones und„Wo Mardibist Gras.bb Sport-Dies der Uni (Unistadion Frühjahrsmesse (Jahrmarkt auf skurrilsten ... für Nicht-Marburger Antworten auf die Frage Du gerade?“: (Schlosspark) und andere Sportstätten) dem Messeplatz) 3. Juli: Hinterland in der Marbach (Danke, @Lu- 8. 3. im Delirium – eine Knei- 5. 1. am Affenfelsen – so sagt der 17. 3. im September: Marktfrühschoppen (MarktJuni: 30. April: kas Wallmeier!) peJuan am als Steinweg –,Premiere alterna- platz) böse Volksmund zu einem Don Weidenhäuser Höfefest (MarOpen Air Maieinsingen (Markplatz) 9. an der Wasserscheide tiv auch: im Trauma-Kino – Etagenhaus bei der Konrad- (Marktplatz) burg-Weidenhausen) am 10. bunten ein Veranstaltungszentrum 6. 8. bis Juli: Kitzel – ein ehe28.Adenauer-Brücke bis 29. Mai: bei9.der OP maliges3 Tage LokalMarburg in der (OberNähe 10. den (Dan- Stadtfest 8. bis Oktober: Juni bisAf3.föllerwiesen Juli Marburger Hafenfest mit Fluss- 17.an des Lahnufer, Schlosses Schlosspark) (Danke, @Mat- Elisabethmarkt (Oberstadt) ke, @Florian Renneberg und 2. an der Nonnenrutsche – auch Marburger Theatersommer mit stadt, bühne (an der Lahn zwischen thias Pfaff und @Doris Bee) @Trauma im böserund Volksmund, und zwar Spektakeln an g-Werk!) verschiedenen Mensa Bootsverleih) für die Liebfrauenkirche an Orten Vielen Dank an die Flohmärkte: 10. bis 28. August: imPhantom (Oberstadt-) der Großseelheimer Straße 4. auf der Asthmatreppe – so 7. Facebook-Freunde der OP im Monat: Steinweg Das derAufzug Oper, (DanOpen 1. Samstag 2. Juni: und @ letzter Samstag (Danke, @ Joachim Deich- 23.nennen für die Hilfe beim Erstellen im Monat: WagTheater Bader Schlosspark Juni: Marburger die Alter- Airke, @Mareike KFZ Nacht der Stimmen Uwe Pribce Hofmann!) native Oberstadtaufzug Rauischholzhausen mann!) gonhalle dieser Liste! KFZ Openzum Air (Fronhofgelände) (Schlossparkbühne)


I 9 Verpflegung, Wohnung und Beratung Wintersemester 2011/2012

Studentenwerk hilft Studierenden bei sozialen und finanziellen Belangen

W

er in Marburg sein Studium beginnt, steht vor einer wichtigen Frage: Wo wohnen? Zwar bietet die Universitätsstadt vielfältige Möglichkeiten – von der WG bis zum Wohnheimsplatz – aber tatsächlich eine geeignete Wohnung zu finden, ist gar nicht so leicht. Unterstützung finden Studenten beim Studentenwerk der Philipps-Universität. „Die Universität kümmert sich um Forschung und Lehre. Wir vom Studentenwerk sind für Soziales und Finanzielles zuständig“, fasst Dr. Uwe Grebe, der Geschäftsführer des Marburger Studentenwerkes, zusammen. Die Aufgaben des „Werkes für Studenten“ können in drei große Bereiche eingeteilt werden. Der erste und größte davon betrifft die Verpflegung der Studierenden. Die Mensen am Erlenring und auf den Lahnbergen werden vom Studentenwerk betrieben. Studentisches Wohnen ist ein weiterer Bereich, in dem das Studentenwerk aktiv ist. „Wir sind der zweitgrößte Vermieter in Marburg“, erzählt Uwe Grebe stolz. 2 100 Wohneinheiten gibt es für die Marburger Studierenden. Ob in einer WG, in einer eigenen Wohnung oder in einem Zimmer: Für fast je-

Hochbetrieb in der Mensa am Erlenring: Täglich werden hier und in der Mensa auf den Lahnbergen mehrere tausend Studierende mit einem warmen Mittagessen versorgt. Foto: Thorsten Richter den Wunsch gibt es die passende Wohnung. Auch für Studierende mit Kind(ern) gibt es eigene Wohnhäuser, in denen es niemanden stört, wenn der Nachwuchs sich mal akustisch bemerkbar macht. Für Studierende mit Behinderung bietet das Konrad-Bissalski-Haus integratives und zugleich barrierefreies Wohnen. Der dritte Bereich, für den das Studentenwerk verantwortlich

die uni von a bis z H wie ... Hiwi – Kosewort für studentische Hilfskraft: Ein Student, der an der Uni angestellt ist, um in Lehre oder Verwaltung mitzuarbeiten. Solche Jobs sind sehr begehrt, weil gut bezahlt und karriereförderlich. I wie ... IFIKS – Der Verein mit dem länglichen Namen „Initiative zur Förderung interkultureller Kommunikation Studentendorf e.V.“ ist längst nicht so langweilig wie sein Name vermuten lässt. In Wirklichkeit sorgt dieser Verein dafür, dass ausländische Studenten in Marburg Kontakt zueinander und zu deutschen Kommilitonen bekommen. IFIKS organisiert zum Beispiel Partys und Kulturveranstaltungen. Es gibt eine internationale Fußballmannschaft und eine internationale Theatergruppe, und

das alles nach dem Motto „von Studenten für Studenten“. K wie ... Kommilitone – ein Mitstudent oder Studienkollege. L wie ... Lahnberge – auf den Lahnbergen östlich der Marburger Kernstadt befindet sich seit den 1970er Jahren ein Großteil der naturwissenschaftlichen Institute. Außerdem das 1984 eingeweihte Universitätsklinikum, das Hochschulrechenzentrum, der Botanische Garten sowie eine große Mensa. Der „Campus Lahnberge“ ist mit dem Linienbus an die Stadt im Tal angebunden. Durch die Lokalpolitik geistert seit einigen Jahren aber auch die Idee, eine Seilbahn vom Stadtzentrum auf die Lahnberge zu bauen.

ist, ist die Beratung. Wer einen BAföG-Antrag stellen oder sich über alternative Angebote zur Studienfinanzierung infor-

mieren möchte, kann sich mit seinen Fragen an das Studentenwerk der Philipps-Universität wenden.

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10 I

Wintersemester 2011/2012

die frage

Wo willst Du hin? Zuher Jazmali (21), Orientwissenschaften, 2. Semester: „Ich will nach dem Studium für etwa zehn Jahre nach Syrien. Ich kann mir gut vorstellen, dort bei einer Stiftung oder einer NGO zu arbeiten. Danach möchte ich wieder nach Deutschland oder in den Libanon. In Beirut kenne ich viele Leute und ich habe nur Gutes von der Stadt gehört.“

die zehn ... ... Cafés, die man kennen sollte: 1. Café Vetter in der Reitgasse: mit toller Aussicht über die Stadt und sonntäglichen Lese-Veranstaltungen. 2. Café Klingelhöfer: Auch ein Kaffeehaus erster Güte mit sehr leckeren Pralinen. 3. Café Roter Stern: Ein CaféKollektiv mit Terrasse direkt an der Lahn. 4. Café am Markt: Das Café zum Sehen und gesehen werden. 5. Café Wagner: Das wohl einzige Café in der Oberstadt mit einem extra Kinderraum – mit Spielzeug. 6. Eiscafé Venezia an der Wasserscheide: Prima Eis seit mehr als 50 Jahren. 7. Turmcafé im Kaiser-Wilhelm-Turm: Kaffee mit Aussicht auf die Stadt. 8. Anouk – ein kleines, feines Café an der Barfüßerstraße in der Oberstadt. 9. Ufercafé Gischler: Gibt‘s nur im Sommer, wenn der Bootsverleih geöffnet hat. 10. Café Rosenpark: Gehobenes Ambiente direkt neben dem Hotel Rosenpark.

Sportlich erfolgreich ist die weibliche Rudermannschaft der Uni Marburg: Das Team „Welcome to Heartlight“ rudert in der Bundesliga mit. Foto: Maik Dobbermann

Beim Sport Kontakte knüpfen Mehr als 100 Kurse und Trainingsmöglichkeiten im Angebot von Christina Muth

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er viele Stunden auf den harten Stühlen der Hörsäle verbringt, braucht einen aktiven Ausgleich in der Freizeit. Studenten der Philipps-Universität können ihren sportlichen Vorlieben beim Hochschulsport freien Lauf lassen. In jedem Semester werden mehr als 100 Kurse und Trainingsmöglichkeiten angeboten – Akrobatik und Unterwasserrugby finden sich ebenso im Angebot wieder wie die „Klassiker“ unter den Sportarten, Fußball, Leichtathletik und Schwimmen. Beim Hochschulsport kommen alle Bewegungsfans – und solche, die es werden wollen – auf ihre Kosten. Wer bereits vor seiner Studienzeit in Marburg Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Hockey betrieben hat, muss auch als Student nicht auf sein Hobby verzichten. Gerade für „Erstis“ sind die Sportkurse eine willkommene

Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen, Gleichgesinnte zu treffen und Freundschaften zu schließen. Dass die altehrwürdige Universitätsstadt durchaus Exotisches zu bieten hat, wird beim Blick in die Broschüre des Hochschulsports deutlich: Französisches Stockfechten greift auf die ursprüngliche Selbstverteidigungsmethode der „feinen Gesellschaft“ zurück, wem Rugby auf dem Trockenen zu öde ist, probiert die Unterwasservariante aus – und wer beim Sport lieber Geist als Körpereinsatz zeigen möchte, ist beim Wortsport im Debattierclub bestens aufgehoben. Die meisten Angebote finden in den Sportstätten der Philipps-Universität statt. Doch im Angebot sind auch Skifreizeiten und -exkursionen, die die Sportler beispielsweise ins Schweizer Wallis oder nach Les Deux Alpes in Frankreich führen. Im Durchschnitt bezahlen die Studierenden etwa 20 Euro pro Angebot. Wer sich noch nicht sicher ist, ob der ins Auge gefasste Kurs

wirklich der richtige ist oder sich bei der Vielzahl von Angeboten nicht entscheiden kann, profitiert von der „Schnupperwoche“. In der ersten Woche des Semesters bietet sich Gelegenheit, das Sportprogramm kennenzulernen und auszuprobieren. Wer sich für einen Kurs entschieden hat, sollte sich sputen, einen der begehrten Plätze zu bekommen – gerade das traditionell sehr beliebte Angebot „Fitness für viele“ erlebt Semester für Semester einen wahren Interessentenansturm. In der zweiten Semesterwoche, vom 24. Oktober an, können sich die Studierenden online für die entsprechenden Kurse anmelden. Alle Informationen gibt es unter www.uni-marburg.de/zfh/. Sollte es freie Restplätze geben, werden diese in der dritten Semesterwoche, ab dem 31. Oktober, besetzt. Die Anmeldung erfolgt dann jedoch nicht mehr via Internet sondern persönlich im Sekretariat des Zentrums für Hochschulsport (neu: Jahnstraße 12, im Unistadion). Das Sekretariat ist montags von 15 bis 17 Uhr und dienstags bis donnerstags jeweils von 10.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.


I 11

Wintersemester 2011/2012

Per Sofa die Welt entdecken CouchSurfing ist die weltweit größte Internetplattform für Reisende und Gastgeber von Sabine Nagel-Horn

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Dieses Foto brachte die Marburger CouchSurferin Nadja Ring (links) aus Montreal mit. Vier Surfer auf einer Couch, für den Fotografen wörtlich in Szene gesetzt. Privatfoto Aus- und Einblicke ermöglichte. „Und man lernt Leute kennen, die man bei der Arbeit oder an der Uni nicht treffen würde, weil sie ganz andere Dinge tun und auch ganz andere Typen sind als man selbst – außer dass sie auch weltoffen sind.“ Die Geschichte von CouchSurfing begann mit einem Flugticket: Der Amerikaner Casey Fenton hatte einen Billigflug nach Island gebucht, um dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Das Geld war knapp, und so schlug der Kosmopolit einen anderen Weg ein, um sich eineÜbernachtungsmöglichkeit zu organisieren: Er verschickte Hunderte Mails an die Studenten der Universität Rejkjavik, in denen er fragte, ob jemand ihn auf seinem Sofa kampieren ließe. Die Idee des „Couchsurfing“ war geboren. 2003 startete die Internetseite. Inzwischen machen weltweit mehr als 2,5 Millionen Menschen mit. Im Raum Marburg haben sich rund 1 700 „Couchsurfer“ auf der Plattform registriert. Längst nicht alle bieten ein Sofa an, viele wollen lieber selbst reisen. In Marburg gibt es immerhin 240 Schlafplätze. Hinzu kommen noch solche CouchSurfer, bei denen sich eine Nachfrage lohnt, weil sie nicht immer jemanden beherbergen können. Die Organisation basiert auf freiwilligen Spenden. CouchSurfer, die spenden, bekommen einen Vorteil: Sie können ihre Identität überprüfen lassen und sich dann in ihrem persönlichen CouchSurfing-Profil als besonders vertrauenswürdig kennzeichnen lassen.

© www.jd-druck.de

rüher brauchte man viel Geld, um fremde Länder kennenzulernen. Heute reicht eine Couch. Nadja Ring liebt Reisen. Die 24-jährige Studentin war schon in Argentinien und Brasilien, in Indonesien und auf Barbados. Sie kennt sich in New York aus und mag das Nachtleben von Toronto, und in Südamerika blieb sie gleich drei Monate. Doch wer glaubt, die angehende Humanbiologin sei reich, der irrt. Ihre Reisen kann sie sich auch deshalb leisten, weil sie auf eine ganz besondere Art der Unterkunft schwört: das CouchSurfing. Die Idee ist einfach: Anstatt in Hostel, Jugendherberge oder Hotel übernachten CouchSurfer kostenlos bei Privatleuten zu Hause. Dabei ist das mit der „Couch“ nicht Pflicht: Von der Isomatte im Flur bis zum komplett eingerichteten Gästezimmer ist bei den CouchSurfer-Gastgebern rund um den Globus so ziemlich alles im Angebot, worauf man übernachten kann. Organisiert wird das Ganze über eine Internet-Plattform, auf der Schlafsofa-Besitzer und Sofaschläfer zusammenfinden können: www.CouchSurfing.Org. Nadja Ring ist dort seit 2006 eingetragen und schwärmt von ihren Erfahrungen als Reisende und als Gastgeberin: „Ich bin total überzeugt von CouchSurfing und mache auf meinen Reisen immer Werbung dafür, wenn ich andere Reisende treffe“, erzählt sie. Das mit dem „Treffen“ ist übrigens ein ganz wichtiger Punkt beim CouchSurfing. Schließlich soll es nicht darum gehen, professionellen Beherbergungsbetrieben Konkurrenz zu machen. Vielmehr soll die Völkerverständigung von der Idee profitieren, es sollen Freundschaften geschlossen und fremde Länder ganz anders kennengelernt werden. Dass diese Idee funktioniert, davon ist Nadja überzeugt: Sie hat mit CouchSurfing schon viele Freundschaften geschlossen, hat landestypische Feste mitgefeiert und Facetten ihrer Gastländer kennengelernt, die sich keinem Pauschaltouristen jemals offenbaren werden. Wie in Halifax, wo ihr Gastgeber seine beiden Couch-Gäste mit dem Segelboot in die Stadt brachte und den beiden Deutschen damit ungeahnte

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Noch mehr Tische? UNIversum-Serie „Mein Schreibtisch“

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er Schreibtisch verrät viel über den Menschen, der daran arbeitet. Dennoch erlauben immer wieder Mitarbeiter und Studierende der Marburger PhilippsUniversität OP-Fotograf Thorsten Richter, ihren Arbeitsplatz zu fotografieren. Die Vielfalt ist groß: vom antiken Pult aus Mahagoniholz bis zum modernen, ergonomich geformten Schreibtisch mit Ka-

belführung. Noch vielfältiger ist allerdings das, was sich auf den Schreibtischen abspielt. Die OPRedakteurinnen Gabriele Neumann und Sabine Nagel-Horn haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und erzählen aus dem Alltag der Schreibtischinhaber. Alle Schreibtische finden Sie im Internet auf www.opmarburg.de/UNIversum

Johannes Otte

Kathrin Wollenschläger Karolina Dorndorf Paul Hoenig


14 I Sanftes Klackern für die Bildung Wintersemester 2011/2012

Stricken liegt im Trend und hilft bei der Konzentration – jedenfalls im Hörsaal von Katharina Fenderl

S

chon seit mehreren Jahren in den Vereinigten Staaten ein wiederentdeckter Trend, erlebt die Strickkunst auch in Deutschland ein ‚Revival‘. Auch immer mehr junge Leute greifen wieder zu den Stricknadeln und versuchen sich an Schals und Wollsocken. In Berlin trifft man sich zum sogenannten „Knit in Public“ im Café um die Ecke. Und auch an der Volkshochschule Marburg wird ab April ein Anfängerkurs im Stricken angeboten. Nun erklingt das sanfte Klackern der Nadeln sogar immer öfter auch wieder in Vorlesungssälen. „Ich kann mich so super konzentrieren. Die sich wiederholende Tätigkeit hilft mir, meine Gedanken besser auf das Gesagte zu fokussieren“, erklärt Stephanie H., Lehramts-Studentin. Natürlich legt sie den angefangenen Schal zwischendurch auch mal beiseite und macht nebenher Notizen, wenn etwas Wichtiges gesagt wird. Mit dem Müsli-Image der Strickerinnen in den 80er Jahren hat die neue Stricklust nichts zu tun. Wer damals auf sich hielt, strickte am besten selbst gesponnene Schafwolle zu dicken Socken oder Pullis. Muster gab es nur in Form von Ringelsocken oder Norwegerpullis – gern auch aus selbst gesponnener Schafwolle. Heute ist Stricken schick und die Muster sind es auch. Gestrickt wird, was gefällt. Jacken, Schals, Strümpfe, aber auch abwegigere Strickkleidungsstücke wie Bikinis oder Overknee-Strümpfe. An der Fachhochschule Bad Honnef bei Bonn gibt es mittlerweile schon den „Bhoukclette“ – den Bad Honnef University Knitting Club for boys and girls. Hier soll das Stricken als entspanrauchen Bäume b n! Fachman en n ei

Baumpflege

Gepr. Fachagrarwirt f. Baumpflege und Baumsanierung, Forstwirt

„Wenn ich in großen Vorlesungen sitze, stricke ich“, sagt Stephanie H., Lehramts-Studentin im dritten Semester. Foto: Fenderl nende und gleichzeitig kreative Aktivität mit der Möglichkeit verbunden werden, Studenten aus verschiedenen Fachbereichen zusammenzubringen. Stephanie hat Stricken von ihrer Mutter gelernt – genauso wie häkeln und nähen. Bei solchen praktischen Dingen bräuchte man am besten jemanden, der einem das konkret zeigen und mit dem man sich austauschen kann. Sie findet es toll, etwas handwerklich zu schaffen. „Es ist zwar nicht billiger als ein gekaufter Schal, aber man kann sich Material und Farbe aussuchen und dem Ganzen so eine kreative, persönliche Note verleihen.“ „Zuhause würde ich nicht stricken“, meint die Lehramts-Stu-

Pflanzung

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dentin. „Aber so verbinde ich zwei Sachen miteinander und bin dabei noch produktiv.“ Was sagen denn eigentlich die zu dem Ganzen, die noch nicht vom Trend Stricken angesteckt worden sind? „Ich stricke so, dass es für den Dozenten kaum

auffällt. In einem Seminar mit wenigen Teilnehmern hingegen würde ich es gar nicht machen. Das fände ich respektlos“, stellt Stephanie fest. Und tatsächlich – trotz Nachforschens ließ sich kein Dozent oder Professor an der Uni Marburg ausfindig machen, der von strickenden Studenten in der eigenen Vorlesung etwas mitbekommen hätte. „Ich habe noch nie bemerkt, dass jemand in meiner Vorlesung gestrickt hätte“, sagt Dr. Johannes Becker, der am Zentrum für Konfliktforschung der Universität lehrt. Die anderen Studierenden würden schon mal neugierig rüber gucken, meint Stephanie. Vielleicht ist von denen ja der oder die eine oder andere mittlerweile auch schon im Wollgeschäft um die Ecke gesichtet worden. Übrigens: Was Frau früher von der Mutter oder der Großmutter lernte, steht heute auch im Netz. Videos mit Strickanleitungen haben bei Youtube ein ganz eigenes Publikum. Stephanie hat dennoch recht. Vieles, was im Video nur aus einer Perspektive zu sehen ist, oder in einer Zeitschrift gar umständlich erklärt werden muss, erschließt sich von selbst, wenn man einer geübten Strickerin über die Schulter schaut. Und dann ist Schluss mit zwei rechts, zwei links.

die zehn ... ... am häufigsten ausgeliehenen Bücher aus der Marburger Unibibliothek: 1. Rüdiger Gay, Astried Rothenburger, Rainer Klinke, Stefan Silbernagl: Physiologie 2. Joachim Rassow: Biochemi 3. Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem 4. Jan Behrends, Josef Bischofsberger, Rainer Deutzmann, Armin Kurtz, Charlotte Wagner, Markus Hoth, Jens Rettig: Physiologie 5. Jens Huppelsberg, Kerstin Walter: Kurzlehrbuch Physiologie

6. Charles E. Mortimer, Ulrich Müller: Chemie 7. Florian Horn, Gerd Lindenmeier, Isabelle Moc, Christian Grillhösl, Silke Berghold, Nadine Schneider, Birgit Münster: Biochemie des Menschen 8. Stefan Silbernagl, Agamemnon Despopoulos: Taschenatlas Physiologie 9. Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher: Kopf, Hals und Neuroanatomie 10. Georg Löffler: Basiswissen Biochemie


I 15 Eine Anlaufstelle für die ganze Familie Wintersemester 2011/2012

Der Familienservice der Universität hilft beim Thema „Uni und Familie“ von Gabriele Neumann

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on der schwangeren Erstsemesterin bis zum Familienvater, der eine neue Stelle in Marburg antritt, reicht die Klientel von Karen Albrecht. „Der Inhalt meiner Arbeit ist es, Menschen zu helfen. Etwas Schöneres kann man nicht haben“, sagt Karen Albrecht. Die Betriebswirtin arbeitet beim Familienservice der Universität und hilft kurz gesagt allen Menschen, die Fragen zum Thema „Universität und Familie“ haben. Sie hilft schwangeren Studentinnen, Kinderbetreuungsplätze in den Uni-Kitas zu finden. Sie vermittelt Informationen zu Elternzeit und Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Elternpause für Mitarbeiter der Uni. Sie hilft neuen Mitarbeitern mit Familie bei der Suche nach Wohnung, Kinderbetreuung und sogar nach einem Job für den Partner. Nicht immer klappt alles. Bei There-

Theresa Heyd (links) freut sich, dass Karen Albrecht vom Familienservice der Universität ihr bei der Suche nach Wohnung und Kinderbetreuung geholfen hat. Foto: Gabriele Neumann sa Heyd hat alles geklappt. Die 31-Jährige kann es kaum fassen, dass sie innerhalb weniger Monate Wohnung, Kinderbetreuung und zumindest ein Übergangsstipendium gefunden hat – und das alles von den USA aus

mit Hilfe des Familienservices. Im April ist Theresa Heyd mit ihrem Mann und dem zehn Monate alten Sohn aus den USA nach Marburg gekommen. Ihr Mann hat eine Stelle bei der Universität bekommen, er ist Nach-

wuchsgruppenleiter in der Biochemie. Sie selbst ist Sprachwissenschaftlerin und arbeitet an der Uni Gießen. Fünf Jahre lang war das Ehepaar Heyd in Nordamerika, zuletzt in Philadelphia (USA). Jetzt ist die Familie größer geworden – im vergangenen Jahr wurde Sohn Jonathan geboren – und zurück in Deutschland. „Wir hätten vieles sicher auch alleine hinbekommen, aber viel komplizierter und langwieriger. So eine Anlaufstelle ist einfach toll“, schwärmt Theresa Heyd. Die Wohnung in der Oberstadt zum Beispiel war nicht im Internet annonciert, sondern nur ein einziges Mal in der Oberhessischen Presse – als Chiffre-Anzeige. Karen Albrecht machte die Familie darauf aufmerksam, Anfang Juni sind sie eingezogen. Die Suche nach Kinderbetreuung hat Karen Albrecht ebenfalls begleitet. Schon seit einigen Wochen wird Jonathan von einer Tagesmutter betreut.

21 UHR

SA 29.10.2011 MARBURG PREMIERE MTV HAUPTSTADT CLUB / PURO BERLIN

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Hinter „Pure Club“ verbirgt sich die „Club in Club“ Idee – eine Partyreihe, die ihren Standort wechselt, also von Stadt zu Stadt und von Location zu Location zieht.

Das Line up für diesen Abend kann sich sehen lassen: Direkt aus Berlin begrüßen wir Lutz Markwirth, den Resident des MTV Hauptstadt Clubs. Außerdem dabei ist Marco Sönke, seines Zeichens Resident von EnvyMyMusic und Fake im Cocoon Frankfurt, Oli Roventa, der Pure Club Resident und der Local-Hero Manu Kremp.

Unter diesem Konzept entsteht ein einzigartiger Abend voller Highlights, mit internationalen DJs, Special Guests und Performances in innovativ gestylter Seid mit dabei!!! Atmosphäre. Genießt im Lounge-Bereich Eure Cocktails oder lasst Euch von den angesagtesten Tracks mitreißen!

Beginn: 21 Uhr Einlass ab 18 Jahren

Mehr Infos unter: www.pureclub.net


16 I

Wintersemester 2011/2012

Die UNi voN a bis z M wie ... Mensa – das schlichte lateinische Wort für „Tisch“ bezeichnet die Kantine für Studenten. In Marburg gibt es zwei Mensen: eine im Studentenhaus am Erlenring und eine auf den Lahnbergen. Außerdem Cafeterien, das legendäre „Automatencafé“ in der PhilFak sowie das Frühstücksmobil. O wie ... OE – die Orientierungseinheit ist eine spaßbetonte Veranstaltung für Erstsemester, in der die „Neuen“ von älteren Semestern in die Geheimnisse von Stadt und Uni eingeführt werden. R wie ... Regelstudienzeit – ist ein Richtwert dafür, in welcher Zeit man ein Studium absolvieren kann, wenn man sich beeilt. Bei fast allen in Marburg angebotenen Bachelor-Studiengängen sind das sechs Semester. Ausnahmen sind Psychologie und der Studiengang „Orientwissenschaft (international)“, für die jeweils acht Semester veranschlagt werden. Für den Master werden je nach Fach zwei oder vier Semester angesetzt. Die Regelstudienzeit und ihre Einhaltung ist unter anderem für BAFöG-Empfänger wichtig: Wer länger braucht, bekommt unter Umständen kein Geld mehr. S wie ... Semesterticket – für 121,06 Euro (die im allgemeinen Semesterbeitrag enthalten sind) kann jeder eingeschriebene Student mit diesem Ticket den öffentlichen Nahverkehr ohne zusätzliche Kosten nutzen. Das bedeutet nicht nur Linienbusse in Stadt und Landkreis: Das Semesterticket berechtigt sogar zum Reisen in Intercity- und Eurocity-Zügen bis nach Göttingen, Heidelberg, Eisenach oder Bingen.

Deutsche Kinohauptstadt Bei UNIversum-Gewinnspiel Eintrittskarten und Radio gewinnen von Christina Muth

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ino, Konzerte, Theater: Kultur wird in Marburg groß geschrieben. Erst im vergangenen Jahr feierte das Cineplex zehnten Geburtstag. In der heimlichen Kinohauptstadt Deutschlands gibt es in Cineplex und Filmkunsttheater nicht nur das aktuellste Filmangebot, auch Regisseure und Schauspieler sind regelmäßig zu Gast, um ihre neuen Werke zu präsentieren. Der neue Intendant des Hessischen Landestheaters, Matthias Faltz, verwandelte im Sommer 2011 den Marktplatz in der Oberstadt in einen großen Theatersaal im Freien. Die OpenAir-Aufführungen von Molières „Don Juan“ sorgte mit cooler Musik und außergewöhnlichen Kostümen für Aufsehen. „Drama, Baby!“ heißt es im Winter im Hessischen Landestheater Marburg: Ein neues Vierer-Abonnement, „Das neue Dramatik-Abo“ wurde aufgelegt. Am Puls der Zeit sein, Gegenwartsdramatik und Uraufführungen hautnah erleben – das bietet das neu aufgelegte Neue DramatikAbo. Vier brandaktuelle Stücke erwarten die Zuschauer: Gestartet wird mit der deutschsprachigen Erstaufführung des Stückes „Solange du lügst“ von der jungen schottischen Autorin Sam Holcraft in einer grellen, überdrehten Inszenierung von Regisseur Marc Wortel. Weiter geht es mit „Die Regeln der Lebenskunst in der modernen Gesellschaft“ von Jean-Luc Lagarce, der der Frage nachgeht, ob man es noch ein Leben nennen kann, wenn man von der Gesellschaft die „einzig wahre Lebensweise“ aufdiktiert bekommt. Was fünf Asiaten, zwei Stewardessen, einen alten Mann und dessen Enkelin, eine Sexsklavin aus China und ein im Wok gelandeter Zahn

Radelspaß rund um Marburg  Zahlreiche Erlebnis-Radwanderwege (z.B. Lahntal-Radweg, Burgwald-Radweg, Lange-Hessen-Radweg)  Kostenlose Übersichtskarten erhältlich  Topografische Rad- und Wanderkarten in unserem Online-Shop

Das Marburger Cineplex in der Biegenstraße. verbindet, erlebt das Publikum in Roland Schimmelpfennigs preisgekröntem Stück „Der goldene Drache“. Und last, but not least entdecken die Zuschauer in der Uraufführung von Fanny Brunners und Eva Bormanns Stück „Geburtlichkeit und Sein zum Tode“ die Stadt Marburg als zentralen philosophischen Schauplatz im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, als die folgenreiche Liaison von Hannah Ahrendt und Martin Heidegger ihren Anfang nahm. Die Termine in der Übersicht: Samstag, 4. Februar 2012, Black Box: „Solange du lügst“, Freitag, 9. März 2012, Black Box: „Die Regeln der

Foto: Richter

Lebenskunst in der modernen Gesellschaft“, Samstag, 21. April 2012, Bühne: „Der goldene Drache“ und Freitag, 1. Juni 2012, Black Box: „Geburtlichkeit und Sein zum Tode“. Lust auf Kultur? Beim „UNIversum“-Gewinnspiel gibt es 15 x „Das neue Dramatik-Abo“ zu gewinnen, fünf Cineplex-Gutscheine im Wert von je zehn Euro sowie zweimal ein Internetradio. Wer teilnehmen möchte, muss folgende Frage beantworten: Wie heißt der neue Intendant des Hessischen Landestheaters? Schicken Sie die Lösung bis einschließlich Montag, 31. Oktober, per Postkarte an mymedia GmbH, „Universum“, Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg oder per E-Mail an redaktion@mymedia.de.

Die zehN ... ... Orte, die man im „Untergrund“ Marburgs kennen sollte: 1. Die Kasematten unter dem Schloss

6. Das Gewölbe der mittelalterlichen Synagoge in der Oberstadt

2. Garantiert keinen HandyEmpfang gibt‘s im Hinkelstein

7. Uriger Veranstaltungsort: Der Deutschhauskeller

3. Elisabethbräu wird im Keller des „Elisabeth“ gebraut

8. Im Sprungbecken des Aquamar geht‘s tief hinunter

4. Treppab geht es zur Klingelhöfer-Terrasse

9. Unterführung in der Biegenstraße

5. Bei „Elwert“ führt eine Treppe auf die alte Stadtmauer hinunter

10. Seit 30 Jahren wird erfolglos über ihn diskutiert: den „Marbach-Tunnel“

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I 17

Wintersemester 2011/2012

Zwischen Kamera und Studium Studierende machen Fernsehen: Campus-TV von Barbara Slotta

D

as Studium ist schon längst kein Lebensabschnitt mehr, den man allein mit drögem Büffeln oder einsamen Nächten in der Universitätsbibliothek füllt. Die zahlreichen Möglichkeiten der Eigengestaltung eines studentischen Lebens reichen vom Auslandsjahr bis hin zum Unisport, von Konzerten des Studentischen Orchesters bis hin zu groß angelegten Demonstrationen und selbst organisierten Lesungen und Vorträgen. Das Angebot ist so groß, dass es schwierig ist, einen Überblick zu bekommen – und den Überblick zu behalten. So mag der eine oder andere überrascht sein, wenn er in diesen Tagen zum ersten Mal vom Uni-Fernsehen hört. Uni-Fernsehen? Ja, Uni-Fernsehen. Mit Namen Campus-TV. Nicht wenige nämlich – mich selbst eingenommen – wussten bis vor kurzem noch nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt. Grund genug, der Sache auf den Zahn zu fühlen, und zu erfahren, wer und was sich hinter diesem Projekt versteckt. Ich treffe Markus Voigt und Dominique Bosle, die neue Doppelspitze bei Campus-TV. Im Januar 2011 erst haben sie die Führung des studentischen Projekts übernommen. „Es war mehr der Rettungsgedanke als das Wissen, wie es wirklich geht“, sagt Bosle, der im sechsten Semes-

Das Team des Marburger Uni-Fernsehens Campus TV. ter Jura studiert. „Auf einmal saßen da 15 Menschen, die wir bespaßen mussten“, ergänzt Voigt, Studierender des Studienganges Kunst, Musik und Medien. Die Übernahme, wie zum Beispiel der rechtliche Zugriff auf die eigene Website, die Organisation und der Aufbau eines eigenständigen Teams, verursachten so manche Startschwierigkeiten und verlangten den beiden einen gewissen Ideenreichtum ab. Doch nach knapp fünf Monaten, einem Kamera- und Filmseminar und vielen Stunden der Einführung und Übung, haben die zwei Chefredakteure eine Mannschaft um sich, auf die sie sich verlassen können.

Veranstaltungen

Foto: Barbara Slotta

10 bis 15 Leute sitzen nun jeden Mittwoch in den Redaktionssitzungen, diskutieren, äußern Ideen und Vorschläge für mögliche Beiträge und tragen zur Realisierung einer Sendung bei. Die meisten von ihnen studieren Kunst, Musik und Medien, aber auch einige Philosophie-, Anthropologie- und Jurastudenten sind dabei. Die Kameras, mit denen sie ihre Beiträge filmen, stellt ihnen das HRZ – das Hochschulrechenzentrum – zur Verfügung. Geschnitten werden die selbstgedrehten Kurzfilme ebenfalls an Uni-Computern, dennoch bestehen Bosle und Voigt auf ihrer Eigenständigkeit: „Wir sind kein direktes Projekt der Uni,

gehören nicht offiziell dazu, und erhalten deshalb auch keine besondere Finanzierung.“ Den Großteil der Zeit frisst die Post-Produktion eines Beitrages. Es dauert, bis ein Bericht tatsächlich die Form hat, die man selbst vor Augen hatte. Dabei können sie mittlerweile ein buntes Repertoire von Berichten und Sendungen vorweisen, zu denen sowohl Spaßbeiträge, Sonderberichte, Umfragen als auch Interviews mit Oscarpreisträgern (im Zuge des Marburger Kamerapreises) gehören. Es ist diese Mischung, von der die monatliche Sendung profitiert: Eine halbe Stunde dauert sie und steht auf www.campustv-marburg.de auf Abruf.

www.THEATER-MARBURG.dE

29. Oktober 10 Uhr: Großer Bücherflohmarkt, Universitätsbibliothek, Wilhelm-Röpke-Straße 4, Marburg 10. November 18.30 Uhr: Begrüßungsdinner für Erst- und Zweitsemester, Mensa am Erlenring, Marburg 25. November 18 Uhr: Marburg b(u)y Night, Einkaufserlebnis mit Illumination zahlreicher Gebäude, Innenstadt Marburg und Kaufpark Wehrda 26. November bis 30. Dezember Adventsmarkt am Marktplatz Weihnachtsmarkt an der Elisabehtkirche Eispalast Eisrodelbahn (bis 23. Dezember“ 31. Januar 20 Uhr: Semesterabschlusskonzert WS 2011/12 des StudentenSinfonieorchesters Marburg, Audimax, Marburg

FRISST GIER ZUKUNFT? SPIELZEIT 2011/2012


18 I die frage

Wintersemester 2011/2012

Studium Generale erinnert an Forscher Alfred Wegener Marburger erfand die Kontinentalverschiebungstheorie von Manfred Hitzeroth

Was isst Du? Andreas Mickan (26), studiert Geographie und Geschichte auf Lehramt im 10. Semester: „Ich esse manchmal Schnitzel mit Pommes – als Ausweichgericht, wenn der Rest des Mensaangebots doof ist. Weil ich sehr oft in der Mensa esse, kommt das leider öfter vor. Sonst esse ich gerne Cordon bleu oder paniertes Putenschnitzel ohne Pommes, nur mit Salzkartoffeln. Und wenn’s mal kein Fleisch sein soll, finde ich Milchreis mit Zucker auch ganz lecker.“

die zehn ... ... Imbisse und Lokale, die wir vermissen: 1. Metzgerei Mahr am Markt, besser bekannt als Altstadtmetzgerei. 2. Der Imbiss gegenüber der früheren Jägerkaserne. (2010 abgerissen) 3. Blitz-Imbiss an der Weidenhäuser Brücke: Da gab‘s eindeutig die besten Pommes! 4. Imbiss Taschner in der Oberstadt: mit der besten Currywurst (Ecke Barfüßerstraße/Kugelgasse) 5. Lebensmittel Funke in der Biegenstraße (heute Spielwarengeschäft „Setzkasten“) 6. Metzgerei Kotlewski in der Barfüßerstraße. 7. Gaststätte „Krone“ am Marktplatz: Da gab‘s lecker Cevapcici. (heute „Lokal Central“) 8. Der alte Lepper‘s Imbiss in der Biegenstraße. 9. Pizza-Imbiss am Lahntor. 10. Der Imbisswagen am Biegeneck. Pommes mit Majo und Bratwurst à la carte!

A

lfred Wegener (1880 bis 1930) steht im Mittelpunkt der Vortragsreihe „Studium Generale“ in diesem Wintersemester. „Alfred Wegener: Klima, Krater, Kontinente: Ein Forscher seiner Zeit voraus“: So lautet im Wintersemester das Thema für die öffentliche Vortragsreihe der Marburger Universität, die am Mittwoch, 19. Oktober, um 20.15 Uhr im Uni-Hörsaalgebäude beginnt. Üblicherweise stehen beim „Studium Generale“ nicht einzelne Wissenschaftler im Fokus. Doch Alfred Wegener war auch ein Forscher, der nicht mit den üblichen Maßstäben zu messen ist. „Wegener war auf mehreren wissenschaftlichen Gebieten ein Vordenker“, erläutert der Marburger Physik-Professor Heinz Jänsch, der die Vortragsreihe zu Wegener konzipiert hat. Zudem habe er seine Fachgebiete in seinen Vorlesungen immer sehr anschaulich präsentiert. Von 1909 bis 1919 – war Wegener als Privatdozent für Meteorologie, praktische Astronomie und kosmische Physik am Physikalischen Institut der Marburger Universität tätig. „Nach seiner Habilitation im Jahr 1909 begannen seine wissenschaftlich fruchtbarsten Jahre“, erläutert Jänsch. Am 6. Januar 1912 stellte Wegener im Frankfurter Senckenbergmuseum zum ersten Mal seine bahnbrechende Theorie über die Kontinentalverschiebung vor. „Alfred Wegener hat unser Verständnis von Erde als dynamischem System stark geprägt“, macht Jänsch deutlich. Beeindruckt ist er von der Vielfalt der Themen, deren sich Wegener annahm: Von der Physik über die Geowissenschaften bis hin zur Astronomie reichte das Spektrum, das Wegener mit seinen Forschungsarbeiten abdeckte. Alle Vorträge finden mittwochs ab 20.15 Uhr im Audimax (Uni-Hörsaalgebäude), Biegenstraße statt. 19. Oktober: Ulrich Wutzke (Berlin): Alfred Wegener. Forscher und Visionär. 26. Oktober: Dr. Hans Oerter (Bremerhaven): Auf Wegeners Spuren im Eis.

Der Marburger Physik-Professor Heinz Jänsch präsentiert als Organisator des „Studium Generale“ das Plakat. Foto: Hitzeroth 2. November: Dr. Gottfried Hofbauer (Erlangen): Driftende Kontinente und unbewegliche Geologen. 9. November: Dr. Jürgen Schütt (Marburg): Vom Ballonfahren und der frühen Luftfahrt in Marburg. 16. November: Professor Peter Lemke (Bremerhaven): Klimaänderungen der Vergangenheit – ein Lehrstück für die Zukunft. 23. November: Dr. Cornelia Lüdecke (München): Wegeners Grönlandexpeditionen. 30. November: Dr. Olaf Eisen (Bremerhaven): Echo im Eis – Schichtendickenmessung damals und heute. 7. Dezember: Professor Reinhard Dietrich (Dresden): Die Bewegung der Kontinente: Von Wegeners Hypothese zu präzi-

sen Messungen. 14. Dezember: Dr. Boris Thies (Marburg): Entwicklung der Atmosphärenforschung. 11. Januar 2012: Dr. Reinhard Krause (Bremerhaven): Alfred Wegeners Konzept der Kontinentverschiebung. 18. Januar 2012: Professor Christine Thomas (Münster): Was die Kontinente bewegt: Motor der Drift. 25. Januar 2012: Professor Peter Masberg; der Wegener-Meteorit von Treysa. 1. Februar 2012: Professor Gerhard Berz: Alfred Wegener – auch als Tornadoforscher seiner Zeit voraus. 8. Februar 2012: Professor Wolf Uwe Reimold (Berlin): Bombardement aus dem Weltall.


I 19

Wintersemester 2011/2012

OP bringt als erste Lokalzeitung ein multimediales Tagesmagazin aufs iPad iPad-Ausgabe der Oberhessischen Presse verbindet Text, Bild, Audio und Videos

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eit Dezember 2010 erscheint eine multimediale Ausgabe der Oberhessischen Presse auf dem iPad. Zunächst von montags bis freitags, seit einigen Wochen von sonntags bis freitags steht das Magazin spätestens ab 22 Uhr im iTunes-Kiosk der OP zum Download bereit. Sieben Stunden vor dem Erscheinen der gedruckten Zeitung können die Leserinnen und Leser bereits die regionalen Topthemen des nächsten Tages in völlig neuer, innovativer Aufmachung herunterladen. Ergänzt um Bilderstrecken, Vi-

deos, Audios und Grafiken. Die Einzelausgabe kostet 79 Cent. Zur Einführung bietet die OP ihren Abonnenten der PrintAusgabe und Neukunden das multimediale Magazin auch gleich im Paket mit einem iPad als Prämie an, mit Preisvorteil für Print-Kunden. Als erste Lokalzeitung in Deutschland stellt die Oberhessische Presse damit kein reines ePaper bereit, sondern eine eigens aufbereitete iPad-Ausgabe mit top-aktuellen Beiträgen, Videos in bester Qualität, eindrucksvollen Bilderserien und unterhaltsamen Audiobeiträgen. Innerhalb eines kleinen Projektteams der Mediengruppe Madsack hat die OP bei der Entwicklung einer multimedialen App die Vorreiterrolle innerhalb des Konzerns übernommen. „Der Verlag in Marburg verfolgt seit vielen Jahren eine konsequent crossmedial ausgerichtete Strategie und ist somit der Pilot-Standort für die

Entwicklung dieses Produkts“, sagt Thomas Düffert, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack. Nachdem die 18 Zeitungstitel der Verlagsgesellschaft mit Sitz in Han-

nover bereits Zug um Zug ihre ePaper-Ausgaben auf dem iPad bereitstellen, werden dem iPad-Beispiel der OP in Kürze auch die übrigen Verlage mit eigenen Entwicklungen und speziellen Produkten folgen, kündigt Düffert an.

Informationsvorsprung für iPad-Leser „Die Leser unserer iPad-Ausgabe dürfen sich über einen echten Informationsvorsprung und eine perfekte Kombination aus Inhalt und Form freuen“, verspricht Steffen Schindler, Geschäftsführer des Marburger HITZEROTH-Verlags. „Der Gestaltung sind auf dem iPad kaum noch Grenzen gesetzt. Aus der Chance, alle Darstellungsformen in einer Anwendung bündeln und intelligent miteinander verknüpfen

zu können, erwächst für die Leser Infotainment ohne Medienbrüche – ein echter Mehrwert“, schwärmt Christoph Linne, Chefredakteur der OP. Seitdem die Oberhessische Presse mit der OP-App für das iPad Neuland betrat, kamen immer öfter Anfragen, auch das im Internet bereits etab-

OP im Juni entsprochen und eine weitere App entwickelt. Die ePaper-App der OP ist eine detailgetreue Umsetzung der gedruckten Zeitung mit allen Inhalten inklusive des Anzeigenteils. Der Vorteil ist, dass die Ausgaben bequem heruntergeladen und mitgenommen werden können. Mit den für das iPad typischen Fingergesten auf dem berührungsempfind

lichen Bildschirm lassen sich die Seiten umblättern, die Artikel und Bilder bequem und stufenlos vergrößern oder verkleinern. Eine Seitenübersicht erleichtert die Orientierung, ältere Ausgaben können auch nachträglich geladen und gespeichert werden.

lierte ePaper als App für das iPad anzubieten. Diesem Leserwunsch hat die

Weitere Informationen finden Sie online auf www.op-marburg.de/ipad. Dort finden Sie einen Link auf unseren Abo-Konfigurator für iPad & Co.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität Marburg.

Geschäftsführer Siegfried Hoffmann

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20 I Ein letzter Universalgelehrter Wintersemester 2011/2012

die frage

Professor Jürgen Hanneder lehrt Indologie von Gabriele Neumann

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ndologen befassen sich mit der Kultur, Geschichte und Gesellschaft Indiens, eines Landes mit mehr als einer Milliarde Einwohner. Vielleicht sind sie die letzten Universalgelehrten im Universitätsbetrieb. So groß das Land, so klein das Fach. Die Indologie in Marburg hat eine einzige Professur, und dass es das Fach überhaupt noch gibt, grenzt schon ein bisschen an den Glauben ans gute Karma. Denn vor einigen Jahren war das traditionsreiche Fach schon fast geschlossen - bis es eine Sonderfinanzierung direkt vom hessischen Wissenschaftsministerium gab. Seit dreieinhalb Jahren hat Jürgen Hanneder die Indologie-Professur in Marburg inne, und zur Antrittsvorlesung befasste er sich gleich einmal mit 100 Jahren Geschichte. Sein Buch zur Vorlesung trägt den Titel „Marburger Indologie im Umbruch - Zur Geschichte des Fachs von 1845 bis 1945“. Die Zeit des Nationalsozialismus hat Hanneder bewusst nicht ausgespart, zeigt sie doch, wie sich Wissenschaftler auch in kleinen Fächern vor mancherlei ideologischen Karren spannen ließen.

Deutsch ist die Sprache der Indologie Die Bedrohung des eigenen Fachs spielte dabei sicher eine Rolle – und Hanneder konstatiert, dass die Existenzangst bei kleinen Fächern eher die Regel als die Ausnahme ist. Dabei hat die Indologie im 19. Jahrhundert einen überaus populären Begründer. August Wilhelm Schlegel, dem größeren Publikum als Shakespeare-Übersetzer bekannt, begründete das Fach, in dem es eigentlich um die vorurteilsfreie Erforschung einer fremden Kultur gehen sollte. Deutsch ist bis heute die Wissenschaftssprache der Indologen. Deutsche Indologen waren im 19. Jahrhundert ein echter Exportschlager, denn ihr wissenschaftliches Interesse wurde nicht von kolonialem Interesse überlagert, wie man es Engländern oft unterstellte. Dass sich Deutsch bis heute als internationale Wissenschaftssprache in der Indologie gehalten hat, liegt laut Hanneder auch daran, dass das beste Wörterbuch zum Fach eben „Sanskrit – Deutsch“ und

Wohin gehst Du? Simone (21) studiert im 6. Semester Zahnmedizin: Ich weiß noch nicht, wo ich nach dem Studium hin gehe. Aber wahrscheinlich dahin wo ich herkomme – zurück ins Ruhrgebiet nach Essen. Ich könnte mir auch vorstellen in Hamburg zu arbeiten. Die Stadt ist ganz toll. Am liebsten möchte ich eine eigene Zahnarztpraxis eröffnen.

die zehn ... ... Dinge, die man in Marburg lernt: 1. Parkplätze zu finden, wo keine sind (Danke, Marcus Paulsen!) Professor Jürgen Hanneder arbeitet auch an der Edition von Sanskrit-Handschriften. Foto: Neumann nicht „Sanskrit – Englisch“ ist. Hanneder sagt: „Ohne Deutsch ist man immer in Gefahr, etwas zu entdecken, was schon entdeckt wurde.“ Denn es gibt eine große Fülle an Texten aus unterschiedlichen Zeiten und Regionen. Dass man heute noch von indogermanischen Sprachen spricht, spricht sicher für die historische Bedeutung des Fachs für die Sprachwissenschaft. Die gemeinsamen sprachlichen Wurzeln von Deutsch, Latein und Sanskrit haben aber für Indologen in der Praxis heute wenig Auswirkung. Zwar sind Indogermanistik und Indologie eng verbunden, doch geht der Forschungsgegenstand der Indologie über die Sprachwissenschaft weit hinaus. Gesellschaft, Kultur, Religion, Geschichte und das über eine Region, die zu den am dichtesten bevölkerten der Welt zählt, das ist ein Spektrum, das ein normales Fach sprengen würde. Aber die Indologie ist kein normales Fach. Man könnte Indologen mit Fug und Recht als die letzten Universalgelehrten des 21. Jahrhunderts bezeichnen. Doch das

will ein Forscher wie Hanneder nicht hören. Ganz bescheiden erklärt er, man habe sich in Marburg auf das Herausgeben von Sanskrit-Texten aus unterschiedlichen Zeiten spezialisiert. Dabei geht es nur um ErstEditionen versteht sich. Zurzeit arbeitet er etwa an einer Handschrift aus dem 16. Jahrhundert mit Gedichten aus Kaschmir. Für den Forscher ist dabei nicht nur die Übersetzung wichtig, sondern auch die Diskussion der Inhalte. Was sagen diese Texte über die Zeit ihrer Entstehung aus, über die Gesellschaft und Kultur ihrer Zeit? Um das beurteilen zu können, müssen Indologen viel Hintergrundwissen über Indien mitbringen. Jürgen Hanneder bringt dieses Wissen mit. Der 47-jährige gebürtige Münchner kennt Marburg schon aus seiner Promotionszeit und kam 2008 an die Lahn zurück, längere Aufenthalte in Oxford, Bonn, Halle und eine Vertretungsprofessur in Freiburg lagen dazwischen. Für das Fach wünscht er sich weiter ein gutes Karma – oder im Zweifelsfall beherztes Eingreifen von Shiva.

2. Treppensteigen (Danke, Bernd Schminke!) 3. dass sogar Abstellkammern als Zimmer vermietet werden (Danke, Isabelle Witzig!) 4. Baustellen geschickt zu umfahren (Danke, Verena Sonst Nüx!) 5. den Kopf einzuziehen, wenn man in Oberstadtwohnungen durch die Tür geht (Danke, Flo!) 6. einen guten Schuster zu schätzen und Kopfsteinpflaster zu meiden (Danke, Carina!) 7. Ampelphasen am akustischen Signal zu erkennen (Danke, Nicole!) 8. in übersichtlichen Zeitfenstern einzukaufen 9. Einparken Raum

auf

engstem

10. den feinen hessischen Unterschied zwischen dem weichen und dem „hadden“ D-Laut


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Wintersemester 2011/2012

die zehn ... ... Vornamen mit ultimativem Marburg-Bezug: 1. Elisabeth (von Thüringen, 1207-1231): Die heilige Elisabeth ist wohl die berühmteste Marburgerin. Sie wurde kurz nach ihrem kurzen Leben heilig gesprochen und ihre Gebeine waren im Mittelalter Ziel vieler Wallfahrten in die Elisabethkirche. 2. Philipp (der Großmütige, 1504-1567): Landgraf und Gründer der Marburger Uni: ein schöner Name, auch wenn sein Eigentümer durchaus pikante Hobbys hatte, die ihm unter anderem eine zweite Ehefrau einbrachten. 3. Konrad (von Marburg, etwa 1190-1233): Elisabeths Beichtvater – in der Überlieferung kommt er oft weniger gut weg, weil er mit für Elisabeths Kasteiungen verantwortlich gemacht wird. 4. Sophie (von Brabant, 1224 -1275): Die Tochter Elisabeths hatte einen wohlklingenden Namen und ein deutlich längeres Leben als die Mutter. 5. Emil (von Behring, 18541917): Der Nobelpreisträger sollte mit seinem Namen eine Zier für jeden kleinen Jungen sein. 6. Christian (der Dienstmann, lebte bis in die 1960er Jahre): Der Überlieferung nach soll der „Dienstmann Nr. 4“ ein eher gewöhnungsbedürftiges Sozialverhalten mit viel Alkohol und Zigarrenqualm an den Tag gelegt haben. 7. Michel (-chen, nach der gleichnamigen gotischen Kapelle): Wer die Kapelle gegenüber der Elisabethkirche kennt, kann gar nicht anders, als dem männlichen Nachwuchs den Namen Michel zu geben, so pittoresk liegt das Bauwerk an den Berg geschmiegt. 8. Jost (Kapelle) 9. Alma (Mater) 10. Asta (... au weia): ein kleiner Scherz in Ehren muss auch mal sein.

Sarah Meß (links) und Anna Sieber wohnen im Konrad-Biesalski-Haus in der Oberstadt. Foto: Gabriele Neumann

Wohnheim überwindet Hürden Das Konrad-Biesalski-Haus gibt es seit 1969 von Gabriele Neumann

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as Konrad-BiesalskiHaus in der Oberstadt ist ein besonderes Studentenwohnheim. Dort wohnen körperbehinderte Studierende gemeinsam mit Nichtbehinderten. „Es gibt hier kaum einen Weg ohne Berg“, fasst Maria Holz die Problematik für Rollstuhlfahrer in Marburg treffend zusammen. Die Geographie-Studentin ist gehbehindert und wohnt seit dem Wintersemester im Konrad-Biesalski-Haus. Das wichtigste am Wohnheim ist für sie deshalb auch der Fahrdienst. Der bringt sie zu Vorlesungen, aber auch ins Kino oder zu Verabredungen. „Wir versuchen, für die Behinderten alle Defizite abzudecken, die das Studentenleben angehen, vom Aufstehen bis zur Tür der Hochschule“, erklärt Hans-Peter Hardt. Er ist beim Studentenwerk fürs studentische Wohnen verantwortlich und betont den integrativen Ansatz des Wohnheims, der die Studierenden auch auf die Selbstständigkeit im späteren Leben vorbereiten soll. Das bedeutet auch, dass die behinderten Bewohner vieles genauso selbst organisieren müssen wie die nichtbehinderten, zum Beispiel Essen oder Einkaufen. Die 22-jährige Anna Sieber studiert Erziehungs- und Bildungswissenschaften und leidet an einer spastischen Tetraplegie, das heißt, sie kann alle vier Gliedmaßen nur sehr bedingt bewegen.

Sie stieß mit den Suchbegriffen „Studium + Behinderung“ im Internet auf das Konrad-Biesalski-Haus und wohnt ebenfalls seit dem Wintersemester dort. Insgesamt gibt es 78 Wohnheimplätze. 25 davon sind derzeit an behinderte Studierende vergeben, die Mehrzahl von ihnen sind Rollstuhlfahrer. „Unser Ziel ist es, nicht mehr als die Hälfte der Plätze an behinderte Bewerber zu vergeben, um den integrativen Gedanken nicht zu verlieren“, sagt der Geschäftsführer des Studentenwerks, Dr. Uwe Grebe. Dass gerade Marburg mit seiner rollstuhlfeindlichen Topographie das bundesweit einzige Studentenwohnheim mit „Rundum-Sorglos-Paket“ für behinderte Studierende beherbergt, hat historische Gründe. Der damalige Leiter der Orthopädie an der Uni-Klinik, Professor Gerhard Exner, setzte sich in den 60er Jahren für den Bau des integrativen Wohnheims ein. 1969 wurde es eröffnet. Benannt ist das Haus nach

dem Orthopäden Konrad Biesalski, der um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert die moderne Behindertenfürsorge gründete. Barrierefreie Wohnungen gibt es natürlich auch in anderen Wohnheimen. Einmalig in Marburg ist die Kombination mit Pflege- und Fahrdienst, Physiotherapie und allen Dingen, die Behinderten dieselbe Teilhabe am studentischen Leben ermöglichen wie anderen Studierenden. Anna Sieber formuliert das so: „Man hat den Kopf frei fürs Studium, denn alles, was nichts mit dem Studium zu tun hat, wird einem abgenommen“. In anderen Wohnheimen müssen Behinderte all diese Dinge selbst organisieren. Zwölf fest angestellte Kräfte, von Krankenpflegern über Physiotherapeuten bis zu Fahrern, sorgen dafür, dass der Alltag für die behinderten Studierenden reibungslos abläuft. Dazu kommen (noch) Zivildienstleistende und studentische Aushilfen.


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Die UNi voN A bis z T wie ... Tutor – ein Student aus einem höheren Semester, der als Lehrkraft für jüngere Semester eingesetzt wird. Oder der sich in anderer Weise um hilfsbedürftige Mitstudenten kümmert, zum Beispiel gibt es Tutoren für ausländische Studenten. U wie ... UB – die zentrale Universitätsbibliothek ist in einem markanten würfelförmigen Gebäude an der Wilhelm-Röpke-Straße untergebracht. Daneben gibt es zahlreiche dezentrale Fachbereichsbibliotheken. Als UB-Ausweis, der zum Ausleihen berechtigt, dient die UCard, mit der man auch Fotokopien und Mensa-Essen bezahlen kann. Die U-Card bekommt man gegen 5 Euro Kaution in der UB oder zur Mittagszeit am Info-Point im Studentenhaus (Erlenring 5). Bevor man sie zum Ausleihen benutzen kann, muss man sie in der UB freischalten lassen. V wie ... Vorlesung – eine Lehrveranstaltung, bei der man vor allem zuhören und mitschreiben muss. Aktivere Mitarbeit ist dagegen bei Seminaren gefragt. Referate und dergleichen sind bei Vorlesungen nicht gefragt, allerdings gibt es einige Vorlesungen, deren Inhalt am Ende des Semesters in Form einer Abschlussklausur abgefragt wird. W wie ... Wohnheim – preiswertes Wohnen für Studenten wird vor allem vom Studentenwerk angeboten. Es bietet insgesamt 2.093 Wohnheimplätze an. Daneben gibt es auch private und kirchliche Wohnheime und auch solche von Studentenverbindungen, die darauf hoffen, ihre Mieter auf diesem Wege für das Verbindungsleben begeistern zu können. Z wie ... ZVS - Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen gibt es eigentlich nicht mehr, die Institution heißt jetzt Stiftung für Hochschulzulassung. Egal welche Bezeichnung: Sie ist in den Fächern Medizin, Tiermedizin (gibt es in Marburg nicht), Zahnmedizin und Pharmazie dafür zuständig, Studienbewerber auf die deutschen Unis zu verteilen.

Udo Stein zeigt den Werdegang einer Uni-Veröffentlichung in der Hausdruckerei: Am Anfang steht ein elektronischer Auftrag, am Ende ein gebundenes Buch. Foto: Sabine Nagel-Horn

Uni macht sich Druck selbst Berufe an der Uni: Udo Stein ist Buch- und Offsetdrucker von Sabine Nagel-Horn

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as rattert und dröhnt da im Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes Biegenstraße 12? Es ist die Uni-Druckerei. Dort arbeitet der Buch- und Offsetdrucker Udo Stein. Laut ist es hinter der unscheinbaren Stahltür im Tiefparterre. Aus Maschinen, die aussehen wie überdimensionierte Fotokopierer, quellen unter Rattern und Brummen unzählige Broschüren und Flyer. Einen Raum weiter lärmt eine Buchbindemaschine, die aus dicken Papierstapeln und Heißleim echte Bücher macht. Daneben faltet eine hochmoderne Kuvertiermaschine Tausende von Briefen und schiebt sie in Umschläge. Noch einen Raum weiter sitzt ein bärtiger Mann an einem Computer und hat alles im Griff: Udo Stein, der Leiter der UniDruckerei, weiß genau, welche Maschine gerade welches Druckwerk in Arbeit hat. Der gelernte Buchdrucker begleitet die Uni-internen Druckaufträge von der ersten Anfrage über Layout und Druckvorstufe bis hin zur Abholung und Abrechnung durch den Auftraggeber. Ob es Plakate für Uni-Veranstaltungen sind, Vorlesungsverzeichnisse, Weihnachtskarten, Klausuren oder Visitenkarten: All diese Dinge für den UniGebrauch können in der Biegenstraße gedruckt werden. Eine Firma ist die Druckerei aber nicht, private Kunden gibt es keine: „Wir sind ausschließ-

lich für Aufträge da, die aus der Uni kommen und über UniKostenstellen abgerechnet werden“, erklärt Udo Stein. Rund acht Millionen Seiten pro Jahr werden in der Hausdruckerei der Philipps-Universität gedruckt. Das macht Udo Stein nicht allein, er hat noch zwei Kollegen, die ebenfalls ausgebildete Drucker sind. Doch obwohl der heute 51-Jährige ursprünglich Buchdrucker lernte und später zum Offsetdrucker umschulte, wird in der Uni-Druckerei mittlerweile nur noch digital gedruckt. „Dennoch hilft die Erfahrung aus dem Offsetdruck“, sagt Stein. Wer jahrelang Farben aus verschiedenen Töpfen von Hand zusammengemischt habe, um exakt den gewünschten Ton zu treffen, der habe ein ganz anderes Gespür für das Drucken als jemand, der „nur aufs Knöpfchen drückt“.

„Technisch sind wir immer auf dem neuesten Stand“ Seinen Beruf erlernte Udo Stein in einer Zeitungsdruckerei in Gießen. An der Uni ist er mittlerweile seit 21 Jahren. Er ist stolz auf „seine“ Druckerei: „Technisch sind wir immer auf dem neuesten Stand“, sagt er. Die aktuellste Neuerung ist eine Farbdruckmaschine, mit der komplett farbig gedruckte Flyer, Broschüren und Bücher hergestellt werden können. Was es Neues gibt auf dem Druckmaschinenmarkt, welche Anschaffungen sinnvoll sind für die Zwecke der Uni und wie sich die Arbeit organisieren lässt, das

verfolgt Stein auch im engen Kontakt mit Druckereien anderer Universitäten. Im Vergleich mit denen kommt Marburg übrigens gut weg: „Was die Zahl der Aufträge und der gedruckten Seiten angeht, sind wir vergleichbar mit anderen Unis“, sagt Stein, „aber die sind meist zu fünft oder gar zu acht, während wir dieses Volumen Dank der modernen Technik mit zweieinhalb Stellen stemmen“, erzählt er stolz.

„Ich kann ein Buch nicht einfach so durchlesen“ Zu Gedrucktem hat Udo Stein nach so vielen Berufsjahren ein ganz besonderes Verhältnis. „Ich mag Bücher“, sagt er. Aber: „Ich kann ein Buch nicht einfach so durchlesen. Ich ertappe mich dabei, dass ich überprüfe, wie es gedruckt ist.“ Da kommt es schon mal vor, dass er im Buchgeschäft einen Roman doch wieder zurücklegt, weil einige Seiten „grau aussehen“. Innerhalb der Uni wird Udo Steins Arbeit auch deshalb hoch geschätzt, weil er immer für ein beratendes Gespräch da ist – und weil er Fehler und optische Stolpersteine in den Druckvorlagen bemerkt. In solchen Fällen hält er Rücksprache mit den Auftraggebern, anstatt stur weiterzudrucken. „Keiner fragt nachher: ,Wer hat das gestaltet?‘, wenn er die Broschüre in der Hand hält“, sagt Udo Stein augenzwinkernd. „Sondern jeder fragt: ,Wer hat das gedruckt?‘“


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Wintersemester 2011/2012

die zehn ... ... Orte, die bei Marburg in die Höhe führen:

Zum Semesterbeginn gehört die Stadt den Studenten: Vor dem Hörsaalgebäude in der Biegenstraße herrscht viel Betrieb. Während des Elisabethmarkts vergnügen sich Studierende auf dem Riesenrad und genießen den Ausblick auf die Universitätsstadt Marburg. Fotos: Thorsten Richter

1. Der Klassiker: Hinauf aufs Schloss.

Oberstadt, Parkhaus- und Elwertaufzug.

2. Nur für Schwindelfreie: Dachstuhl-Führungen in der Elisabehtkirche.

7. Die „enge Treppe“ ist nur eine von vielen in der Oberstadt.

3. Outdoor-Action: Der Kletterpark an der Dammühle.

8. Doppelter Aufstieg: Erst zum „Michelchen“, dann zur „Augustenruhe“.

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9. Panoramablick von oben nach noch weiter oben: Ahrens-Restaurant.

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4. Erst auf den Berg, dann noch auf den Turm: Spiegelslust. 5. Über die Wolken geht es in Cölbe-Schönstadt auf dem Flugplatz. 6. Alle Lifts führen nach oben:

10. Das Gesamthöhenkunstwerk Amöneburg als Ausflugsziel.

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