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10 I ANZEIGE | DENN'S BIOMARKT UND HIMBEER STELLEN VOR

AUS DER REGION: BIO-ALPAKALAND Sommerzeit ist Gemüsezeit – auf den Feldern sprießen Rübchen und Knollen. Doch Gemüse ist nicht gleich Gemüse. In Berlin steigt die Nachfrage nach Zutaten mit ursprünglichem Geschmack und unbedenklicher Herkunft. Die beiden Landwirte Daniel Götze und Daniel Riesener von Bio-Alpakaland in Wilhelmshayn haben sich daher zur Aufgabe gemacht, die denn‘s Biomärkte mit Gemüse zu versorgen. HIMBEER hat sie besucht. Text: Adrian Grunert, Foto: Anja Ihlenfeld Die Nordwestuckermark fühlt sich schon gar nicht mehr nach Brandenburg an. Zu allen Seiten sanfte Hügel und wehende Kornblumenmeere. Wir verfahren uns ein wenig absichtlich im Boitzenburger Land und beginnen zu verstehen, warum man die Uckermark auch die Toskana des Nordens nennt. Mit Feriengefühl erreichen wir den Hof von Bio-Alpakaland. Dort begrüßt uns Daniel Riesener, greift sein Walkie-Talkie und gibt einen Funkspruch ab. „Der andere Daniel kommt gleich”, weist der 30-Jährige mit lachendem Blick ans entfernte Ende der Gemüsereihen. Riesener ist hier groß geworden: „Die Felder wurden von meinem Onkel bewirtschaftet. Vor zwei Jahren haben wir dann die Fläche übernommen – und auf Bio umgerüstet.” Kein leichtes Unterfangen. Hoch sind die Ansprüche, die die Bioland-Kontrollinstanzen stellen, dementsprechend hoch die Investitionen für Neueinsteiger. „Für uns kam nichts anderes in Frage, als Vegetarier und Verfechter der Bioland-Ethik.” Wie viel Kraft das kosten würde, hätte sich der freundliche Rotschopf nie ausgemalt. Sie haben im ersten Jahr alles selbst gemacht, sein Vater hat mit angepackt. „Vom Pflügen übers Säen bis zum Ernten und Transport, vieles ist zwar mechanisch, aber es bleibt doch Handarbeit.“ Heute haben sie sieben Mitarbeiter. Nicht zuletzt für das Unkrautjäten – „Unkrautmanagement”, wie es der andere Daniel nennt. Der hochgewachsene, 29-jährige Götze, erreicht uns und erklärt: „Da hinter der Kuppe jäten zwei unserer Mitarbeiter. Ich habe mir angeschaut, was die Kraniche mit den Kürbispflanzen angerichtet haben.” – eine der vielen täglichen Herausforderungen. Wir wussten nichts von der Vorliebe der Zugvögel für frisches Gemüse. Überraschender ist aber noch, zwei so junge Landwirte kennenzulernen. „Fast zehn Hektar bewirtschaften wir”, rechnet Götze vor, „das ist recht groß für einen Bio-Gemüsebetrieb.” Götze stammt aus Mecklenburg, wuchs auf dem Hof seines Vaters auf, der auch Vieh hielt. „Hier halten wir nur drei Alpakas.“ Er führt uns zum Gehege der schweigsam-stolzen Tiere. „Im Sinne einer regionalen Kreislaufwirtschaft verwenden wir Wolle und Mist der Alpakas im Kompost.“ Für mehr als drei Tiere fehlt den JungLandwirten aber die Zeit und so beziehen sie auch Mist von einem nahen Reiterhof. Schlachtabfälle, die man andernorts als Dünger verwendet, gelangen hier nicht in den Kompost. Dieses Gemüse ist wirklich vegetarisch. Gemeinsam laufen wir vorbei an grünen Möhrenschöpfen und den rot melierten Blätterbündeln der Roten Bete. Die Kartoffeln blühen bereits. „Man muss erfinderisch sein“, weiß Riesener – und zückt seinen Tischstaubsauger, mit dem er entlang der Blätter auf Jagd nach den knatschroten Larven

der Kartoffelkäfer geht. Schädlinge wie Nützlinge würden anderswo mit Pestiziden ausgemerzt. „Wir sind ein sprichwörtliches Biotop inmitten von konventionellem Anbau.“ Das bedeutet aber auch mehr Aufwand. Beide kennen von klein auf die Unbill der Landwirtschaft und wissen, was sie sich antun: „Harte Arbeit, extreme Wetterabhängigkeit und kaum Zeit für Erholung.“ Götze warnt, während Riesener besänftigt: „Aber die Arbeit in der Natur erquickt und ist alles andere als eintönig.“ In jeder Hinsicht scheinen sich die beiden gut zu ergänzen. Allein hätten sie es vielleicht auch nicht gewagt. „Wir haben uns vor ein paar Jahren kennengelernt und uns gleich verstanden. Bald hatten wir einen Kredit aufgenommen und die erste Saat ausgebracht“, erzählt Götze. Für diesen Mut können wir ihnen dankbar sein. Riesener zieht ohne große Gesten ein paar frische Möhren aus der Erde und reicht sie uns zum Probieren. „Sorte Milan. Die werden noch größer, schmecken aber schon.“ Und wie! Man möchte meinen, noch nie eine richtige Möhre gegessen zu haben! Bald wird geerntet. Dann lagern die Möhren bei 95 % Luftfeuchtigkeit und null bis ein Grad Celsius, so dass sie auch im Laden genau so knackig sind wie hier auf dem Feld. Wir stapfen durch die Reihen, wo der Wind das Grün wiegt. „Der ständige Wind hält die Möhrenfliege fern“, erzählt Götze. Das Land hier bestraft und belohnt die jungen Bauern. „Aber die uckermärkischen Böden sind mal sandig, mal lehmig und voller eiszeitlicher Findlinge.“ 100 Tonnen Steine haben sie pro Hektar rausgeholt. Riesener deutet auf einen Steinhaufen, während er uns Gemüsepröbchen zusammensammelt: Frühkartoffeln Sorte Linda, Rote Bete mit Grün, Zwiebeln, Petersilienwurzeln, Rettich, Buschbohnen. Die reinste Freude! „Für Fenchel und Kürbis ist es noch zu früh“, bittet er um Verständnis, „die brauchen noch einen Schub Hitze.“ Alles braucht Zeit. Einen Betrieb auf Bio umzustellen dauert zwei Jahre. Während des zweiten Jahres sind die Erzeugnisse gekennzeichnet als Ware aus Umstellung auf den ökologischen Landbau. „Was Ende Juli gesät wird, ist nun offiziell Bio“, freuen sich Götze und Riesener und blicken der Ernte entgegen. Wir ebenfalls!

Wer gerne frische Bio-Erzeugnisse auf dem Küchentisch hat, die keine langen Wege hinter sich haben, wählt in den denn‘s Biomärkten Produkte aus der Region. Das leckere Gemüse von BioAlpakaland wird täglich aus der Uckermark nach Berlin geliefert.

HIMBEER BERLIN AUGUST SEPTEMBER 2017  

Das HIMBEER Stadmagazin für Leute mit Kindern erscheint zweimonatlich und enthält einen ausführlichen Veranstaltungskalender, Veranstaltungs...

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