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In dulci jubilo Deutsche Weihnachtslieder aus f端nf Jahrhunderten

Rundfunkchor Berlin Simon Halsey COV 41310


In dulci jubilo Deutsche Weihnachtslieder aus fünf Jahrhunderten German Christmas songs from five centuries 1

In dulci jubilo 02:18 Melodie | melody: 14. Jh. | 14th c., Wittenberg 1529 Satz | setting: Carl Thiel (1862-1939) Für sechsstimmigen Chor | for six-part chorus

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Der Morgenstern ist aufgedrungen 02:09 Melodie| melody: 15. Jh. | 15th c., geistlich bei | clerical at Daniel Rumpius 1587 Satz | setting: Michael Praetorius (1571-1621) in Musae Sioniae VI 1609 Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

3

Wie soll ich Dich empfangen 02:17 Johann Crüger (1598-1662) 1653 Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

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Fröhlich soll mein Herze springen Johann Crüger 1653

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Ich steh an deiner Krippen hier Melodie nach | melody after: Martin Luther Es ist gewisslich an der Zeit 1529 Satz | setting: Johann Sebastian Bach (1685-1750), 1735 Choral aus dem| from the Weihnachts-Oratorium BWV 248, 59 Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

01:07

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Kindelein zart, von guter Art Melodie | melody: Anonymus Satz | setting: Franz Wüllner (1832-1902) Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

02:13

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Es ist ein Ros entsprungen Melodie: 16. Jh. | 16th. c., Köln 1599 | melody: Cologne 1599 Satz | setting: Michael Praetorius in Musae Sioniae V 1609 Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

02:18

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Unser lieben Frauen Traum 02:17 Max Reger (1873-1916) 1914 Choral aus | from Acht geistliche Gesänge op. 138, 4 Für sechsstimmigen Chor | for six-parted chorus

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Maria durch ein' Dornwald ging Melodie | melody: 16. Jh. | 16th c., Andernacher Gesangbuch, 1608

01:56

03:20


Überliefert vom | handed down from Eichsfeld, durch | by August Franz von Haxthausens Sammlung | collection Geistliche Volkslieder mit ihren ursprünglichen Weisen Paderborn 1850 Chorsatz | choir setting: Günter Raphael (1903-1960) Heidelberger Chorblätter Nr. 10 / Jugenheimer Liederblatt Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

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Es kommt ein Schiff, geladen 02:08 Melodie | melody: 15. Jh. | 15th c., geistlich Köln | clerical Cologne 1608 Satz | setting: Max Reger Nr. 2 aus | No. 2 from Zwölf deutsche geistliche Gesänge, Leipzig 1900 Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

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Mit Ernst, o Menschenkinder 02:43 Melodie | melody: Von Gott will ich nicht lassen Lyon 1557, geistlich | clerical Erfurt 1563, Hans Leo Haßler 1608 Satz | setting: Max Reger Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

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Gelobet seist du, Jesu Christ 01:54 Melodie | melody: Medingen um | around 1460, Wittenberg 1524 Satz | setting: Adam Gumpelzhaimer (1559-1625) 1618 Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

13 Übers Gebirg Maria geht 02:57 Satz | setting: Johannes Eccard (1553-1611) Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus 14 Machet die Tore weit 01:46 Satz | setting: Andreas Hammerschmidt (ca. 1611-1675) Für sechsstimmigen Chor | for six-part chorus 15

Lobt Gott ihr Christen allzu gleich Melodie | melody: Nikolaus Herman (1500-1561) 1554 Satz | setting: Nikolaus Gottschovius (1557-1624) 1608 Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

03:01

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Macht hoch die Tür 03:09 Melodie | melody: Halle 1704 in Gesangbuch | hymnal J. A. Freylinghaus Satz | setting: Max Reger Nr. 1 aus | No. 1 from Zwölf deutsche geistliche Gesänge, Leipzig 1900 Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

17 Kommet ihr Hirten 01:24 Melodie: aus Böhmen | melody from Bohemia 1605, Olmütz 1847 Satz | setting: Karl Riedel (1827-1888)


Für fünfstimmigen Chor | for five-part chorus

18

Freut euch, ihr lieben Christen Melodie | melody: Leonhart Schröter (1540-1595) Satz | setting: Johannes Eccard Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

19

O Jesulein zart 02:49 Melodie: Gesangbuch | melody: hymn-book P. v. Brachel, Köln | Cologne 1623 Satz | setting: Johann Sebastian Bach Bearbeitung | adaption: Robert Fuchs (1847-1927) Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

20

Frohlocket ihr Völker auf Erden Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) op. 79, 1845 Nr. | No. 2 aus | from Sechs Sprüche zum Kirchenjahr Für achtstimmigen Chor | for eight-part chorus

02:26

01:31

21 Tochter Zion 02:28 Georg Friedrich Händel (1685-1759) 1747 Melodie verändert durch | melody modified by F. H. Ranke um | around 1820, Veröffentlichung unter | published under Christliche liebliche Lieder, Hamburg 1826 Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus 22

Herbei, o ihr Gläub'gen 03:01 Melodie | melody: John Reading (c. 1645-1692) 1681 Satz | setting: Friedrich Silcher (1789-1860) Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

23 O du fröhliche 01:59 Melodie aus der Sammlung von| melody from the collection of Johann Gottfried Herder (1744-1803) Stimmen der Völker in Liedern | in songs (1. Fassung | 1st version 1778/1779, zweite Fassung | 2nd version 1807) Sizilianische Volksweise um | Sicilian melody (O sanctissima) around 1816 Bearbeitung | adaption: Hermann Riedel (1847-1913) Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus 24

Stille Nacht, heilige Nacht 02:50 Melodie | melody: Franz Xaver Gruber (1787-1863) 1818 Satz | setting: Gustav Schreck (1849-1918) Für vierstimmigen Chor | for four-part chorus

total time

56:14

Rundfunkchor Berlin Simon Halsey | Dirigent · conductor


deutsch

Eine kurze Geschichte des Weihnachtslieds Weihnachtslieder gehören so fraglos zu Advent und Feiertagen, dass man fast glauben könnte, es habe sie schon seit der Geburt des Christentums gegeben. Dabei sind sie ganz und gar nicht von Anfang an selbstverständlich – das Weihnachtsfest selbst ist nämlich eine relativ junge Erscheinung, rund 200 Jahre jünger als Ostern. Die Feier der Menschwerdung Gottes stand zunächst hinter seinem Opfer, hinter dem Kreuzestod und natürlich der Auferstehung zurück. Die ältesten Belege stammen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus: Furius Dionysios Filocalus erwähnt den 25. Dezember als Feiertag in seinem Chronograph von 354. Es hatte eine Weile gedauert, bis man sich überhaupt auf eine schlüssige Theorie zu der Frage geeinigt hatte, an welchem Tag genau der Sohn Gottes Mensch geworden sei. Zuverlässige Angaben standen nicht zur Verfügung, und dann gab es da noch das Problem der Zeitrechnung, der verschiedenen Kalender. Der 25. Dezember bot sich unter anderem aus missionarischen Gründen an. An diesem oder einem der umliegenden Tage wurden verschiedene „heidnische“ Feste gefeiert, die sich christlich umdeuten ließen. In weiten Teilen des Römischen Reichs wurde die Wintersonnenwende zelebriert, man freute man über die „unbesiegte Sonne“ (sol invictus), der Mithraskult huldigte den Sonnengott. Die LichtMetaphorik, die sich in vielen Weihnachtsliedern findet, die Charakterisierung Christi als „die wahre Sonne“, „Sonne des Lebens“, „Licht des Heils“, lässt sich auch darauf zurückführen (z.B. In dulci jubilo: Und leuchtet als die Sonne). In Ägypten erinnerte man Anfang Januar an die Geburt die Gottes Aion durch die jungfräuliche Göttin Kore, ein Fest, das die gnostische Sekte der Basilidianer schon im 3. Jahrhundert übernommen hatte. Über die Gesänge dieser Zeit – die es sicherlich gegeben hat – wissen wir sehr wenig. Das wird klar angesichts der Tatsache, dass Papst Gregor I., dem der gregorianische Choral als früheste mit sicheren Quellen überlieferte Kirchenmusik seinen Namen verdankt, erst 604 starb – und dass viele Theorien diese Frühform des Kirchengesangs noch später datieren. Aus dem 13. Jahrhundert sind deutsche Oster-, Pfingst- und Wallfahrtslieder überliefert, aber keine regelrechten Weihnachtslieder. Die ältesten Schriften, in denen sie erwähnt

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werden, stammen aus dem Spätmittelalter und sind damit fast tausend Jahre jünger als das eigentliche Weihnachtsfest! Hirten- und Dreikönigsspiele, vor allem aber Krippenspiele, dazu die so genannte Vagantenlyrik (Lieder umherziehender Dichter, Scholaren und Kleriker, zu denen auch die Carmina Burana zählen) und Spielmannskunst waren die Zutaten für die Weihnachtslieder. Die frühesten Beispiele sind entweder auf Latein verfasst oder haben lateinischdeutsche Mischtexte. Einige davon kennen wir alle: In dulci jubilo lässt sich bis etwa 1335 zurückverfolgen! Auch andere Lieder der vorliegenden Sammlungen begleiten uns schon seit Jahrhunderten (wenn auch nicht immer von Anfang an auf deutsch), etwa das wundervoll mystische Es kommt ein Schiff geladen (15. Jahrhundert), Es ist ein Ros entsprungen (1587 – die bis heute wohl schönste Fassung von Michael Praetorius stammt von 1609) und natürlich die sehr verbreiteten Lieder mit Texten in der Übersetzung Martin Luthers wie Gelobet seist du, Jesu Christ (1524). Womit wir bei der Reformation angelangt wären: Die bahnte, weil sie deutsche Texte in viel größerem Umfang zuließ, den Weihnachtsliedern erst den Weg – den Weg aus der Kirche auf die Straßen und schließlich ins Private. In der Muttersprache waren sie nicht nur emotional besser zugänglich, sondern auch leichter zu lernen, zu merken und weiterzugeben. Nicht fehlen darf der Name Paul Gerhardts (1607-1676), des wohl bedeutendsten deutschen Kirchenlieddichters. Von ihm stammt zum Beispiel der Text zu Fröhlich soll mein Herze springen, hier im Satz Johann Crügers, mit dem er eng zusammenarbeitete (zur fünften Auflage von Crügers Praxis Pietatis Melica – Das ist Übung der Gottseligkeit in christlichen und trostreichen Gesängen von 1653 steuerte er 83 Lieder bei). Auch Johann Sebastian Bach komponierte zu Gerhardt-Texten. Ich steh an deiner Krippen hier taucht – zur Melodie von Luthers Es ist gewisslich an der Zeit – im Weihnachts-Oratorium auf. In diesem Kontext sei darauf hingewiesen, dass bei vielen Weihnachtsliedern die Entstehungsgeschichte schwer bis an die Wurzel nachzuvollziehen ist. Es war gang und gäbe, alten Melodien


deutsch

neue Texte zu unterlegen und umgekehrt. Oder das Gespann aus Text und Melodie mit neuem Tonsatz zu versehen, was wieder und wieder geschah. So tat es auch Max Reger, einer der größten Komponisten, die zur vorliegenden Sammlung etwas beigesteuert haben: Ein „Katholik bis in die Fingerspitzen“ und zugleich Bach-Fan mit einer tiefen Liebe zum protestantischen Choral, der sich in seinen Zwölf deutschen geistlichen Gesängen von 1899 (drei Jahre vor seiner Exkommunikation) unter anderem Es kommt ein Schiff geladen und In dulci jubilo vorknöpfte. Die anhaltende Faszination großer Komponisten für diese alten Weisen ist ein Beweis für ihre Unvergänglichkeit, ihre Allgemeingültigkeit – und dafür, dass es sich letzten Endes im besten Sinne um Gebrauchskunst handelt, bei der die Autorschaft nachrangig ist. Es gibt kaum ein besseres Beispiel als das vielleicht berühmteste deutsche und überraschend junge Weihnachtslied, nämlich Stille Nacht, heilige Nacht. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert – einem Jahrhundert, das dank der florierenden Hausmusik- und Chorkultur auch zu einer Blütezeit des Weihnachtslieds geriet. 1818 überreichte Joseph Mohr, Hilfspriester in Arnsdorf an der Salzach, dem Organisten Franz Xaver Gruber ein paar Verse und bat ihn um einen Tonsatz. Gruber setzte Stille Nacht für zwei Solostimmen (Tenor und Bass) und Gitarre. Reisende nahmen das Lied mit sich, und um die Mitte des Jahrhunderts war es als „Salzburger Volksweise“ im deutschen Sprachraum landauf, landab bekannt (und das Lieblingsstück Friedrich Wilhelms IV von Preußen). 1873 taucht es auf der Wiener Weltausstellung als „amerikanisches Volkslied“ in einem dort gezeigten amerikanischen Schulhaus auf – und zur Jahrhundertwende war es, das belegen die Berichte von Missionspfarrern, in Skandinavien, Afrika, Neuseeland und Südamerika ebenfalls zu Hause. Die Autoren hatte man längst vergessen: Es war, als wäre dieses Lied schon immer da gewesen. Wiebke Roloff

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Rundfunkchor Berlin Mit rund 50 Konzerten jährlich, CD-Einspielungen und Gastauftritten bei den großen Festivals zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören der Welt. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles, reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision und packende Ansprache machen den Profichor zum gefragten Partner bedeutender Orchester und Dirigenten, darunter die Wiener Philharmoniker, die New Yorker Philharmoniker, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann oder Daniel Barenboim.

In Berlin ist der Chor ständiger Partner der Berliner Philharmoniker sowie des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Drei Grammy Awards und zwei ECHOKlassik-Preise in vier Jahren stehen für die herausragende Qualität seiner Einspielungen. Internationales Aufsehen erregt das Ensemble auch mit neuen Konzertformaten und Projekten im Rahmen seiner Initiative Broadening the Scope of Choral Music. Gemeinsam mit

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SOPRAN Arzt, Rosemarie | Bischoff, Christina | Engel, Judith | Fischer, Katrin | Hense, Catherine | Leipert, Petra Nowakowski, Gesine | Peetz, Heike | Puhlmann, Sabine | Reim, Bianca | Sarabinski, Gina | Schwab, Sylke Schwarze, Uta | Taube, Anett | Thiemann, Beate | Vollprecht, Ricarda | Voßkühler, Isabelle | Willert, Gabriele ALT Carlstedt, Anna-Clara | Chraniuk, Roksolana | Eyer, Sabine | Kausz-Oláh, Zsuzsanna Lichtenberg, Christine | Lizzio, Ingrid | Löser, Judith | Mäkimattila, Kristiina | Pieck, Bettina Seifert, Christina | Simonis, Judith | Sotin, Tatjana | Zschunke, Anne-Kristin | Zucker, Doris


Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer neuen spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik. Mit seinen Aktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen – dem großen Mitsingkonzert in der Philharmonie Berlin, dem LeaderChor Berlin für Führungs­kräfte, der Liederbörse für Schüler, dem Fest der Kulturen und der Education-Initiative SING! – möchte der Rundfunkchor Berlin möglichst viele Menschen

zum Singen bringen. 1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey geleitet. Der Chor ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin in der Trägerschaft von Deutschlandradio, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. www.rundfunkchor-berlin.de

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TENOR Braun, Hans-Christian | Ewald, Peter | Horenburg, Jens | Kirk, Vernon | Kober, Thomas Leonhardt, Christoph | Löns, Ulrich | Marks, Holger | Oh, Seongju | Remmers, Jan Sänger, Norbert | Schade, Sebastian | Spranger, Johannes | Taube, Georg BASS Billerbeck, Sören von | Dersch, Wolfgang | Fiedler, Joachim | Gawlik, Oliver | Glintenkamp, Sascha Kim, Young Wook | Pfützner, Thomas | Scheidig, Axel | Schneider, Jörg | Schnös, Rainer Schubach, Martin | Staufenbiel, Wilfried | Stingl, David | Teßmer, Wolfram | Timm, Michael Voßkühler, René | Witt, Georg


Simon Halsey |

Dirigent

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Begeisterungsfähigkeit, Witz, Perfektionismus und Leidenschaft machen Simon Halsey zum weltweit gefragten Chordirigenten und Pädagogen. 1958 in London geboren, wurde Halsey schon mit 22 Jahren Musikdirektor der University of Warwick. Seit 2001 leitet er als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter den Rundfunkchor Berlin, mit dem er bereits drei Grammy Awards gewann. 1982 übernahm er auf Einladung Sir Simon Rattles die Leitung des City of Birmingham Symphony Chorus. Daneben leitete er den Rundfunkchor Hilversum, den Northern Sinfonia Chorus sowie die Chorprogramme an The Sage Gateshead. Im August 2012 übernahm Simon Halsey

außerdem die Position als Chordirektor beim London Symphony Orchestra and Chorus und beim BBC Proms Youth Chorus sowie als Künstlerischer Leiter des neuen JugendchorProgramms der Berliner Philharmoniker. Im Herbst 2012 trat der zweifache Ehrendoktor eine Professur an der University of Birmingham an. Zahlreiche Einladungen als Gastdozent ergänzen seine Lehrtätigkeit; eine enge Beziehung verbindet ihn mit der Chorabteilung der Yale University. 2011 erschien sein Buch Chorleitung. Vom Konzept zum Konzert im Schott-Verlag. Für seine herausragenden Verdienste um die Chormusik erhielt Halsey 2010 das Bundesverdienstkreuz.


Liedtexte | Lyrics

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In dulci jubilo

In dulci jubilo

In dulci jubilo, Nun singet und seid froh! Unsers Herzens Wonne Leit in praesepio, Und leuchtet als die Sonne, Matris in gremio. Alpha es et O. Alpha es et O.

In dulci jubilo Now sing with hearts aglow! Our delight and pleasure lies In praesepio; Like sunshine is our treasure Matris in gremio; Alpha es et O. Alpha es et O.

O Jesu parvule, Nach dir ist mir so weh. Tröst mir mein Gemüte, O puer optime, Durch alle deine Güte, O princeps gloriae, Trahe me post te. Trahe me post te.

O Jesu, parvule, For thee I sing alway; Comfort my heart's blindness, O puer optime, With all thy loving kindness, O princeps gloriae; Trahe me post te. Trahe me post te.

Ubi sunt gaudia? Nirgend mehr denn da, Da die Engel singen Die nova cantica, Und wo die Schellen klingen In regis curia. Eia, wärn wir da! Eia, wärn wir da!

Ubi sunt gaudia In any place but there? There are angels singing Nova cantica And there the bells are ringing In Regis curia. Oh, that we were there. Oh, that we were there.

1. Str.: Vermutlich nach dem Mystiker Heinrich Seuse (1295 - 1366)

Translation: Robert Lucas de Pearsall, 1837

2 Der Morgenstern ist aufgedrungen Der Morgenstern ist aufgedrungen, Er leucht' daher zu dieser Stunde Hoch über Berg und tiefe Tal, Vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.

The morning star has risen The morning star has risen, It shines at this hour High above the mountains and the deep valley, The choir of angels sings for joy.

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"Wacht auf", singt uns der Wächter Stimme Vor Freuden auf der hohen Zinne: "Wacht auf zu dieser Freudenzeit! Der Bräut'gam kommt, nun machet euch bereit!"

“Wake up,” the watchman calls to us Cheerfully from the high battlement: “Wake up on this happy day! The bridegroom is coming, prepare yourselves!”

Christus im Himmel wohl bedachte, Wie er uns reich und selig machte Und wieder brächt ins Paradies, Darum er Gottes Himmel gar verließ.

Christ in heaven considered carefully How he would make us rich and blessed And bring us back to Paradise; That is why he left God’s heaven.

O heilger Morgenstern, wir preisen Dich heute hoch mit frohen Weisen; Du leuchtest vielen nah und fern, So leucht auch uns, Herr Christ, du Morgenstern!

O holy morning star, we praise You today with joyful songs; Your light shines on all near and far, So shine on us, Lord Jesus Christ, o morning star!

1. Str.: 15. Jh. 2.-4. Str.: bei Daniel Rumpius (1549- ca. 1600), 1587; bearbeitet von Otto Riethmüller (1889-1938) 1932

Translation: Phyllis Anderson

Wie soll ich dich empfangen

O Lord, how shall I meet Thee

Wie soll ich dich empfangen Und wie begegn' ich dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergötze, Mir kund und wissend sei.

O Lord, how shall I meet Thee, How welcome Thee aright? Thy people long to greet Thee, My Hope, my heart's Delight! O kindle, Lord, most holy, Thy lamp within my breast To do in spirit lowly All that may please Thee best.

Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß.

Thy Zion strews before Thee Green boughs and fairest palms, And I, too, will adore Thee With joyous songs and psalms. My heart shall bloom forever For Thee with praises new And from Thy name shall never Withhold the honor due.


4

Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil kommen Und hast mich froh gemacht.

I lay in fetters, groaning, Thou com'st to set me free; I stood, my shame bemoaning, Thou com'st to honor me; A glory Thou dost give me, A treasure safe on high, That will not fail or leave me As earthly riches fly.

Paul Gerhardt (1607-1676), 1653

Translation: Pastor Richard Jordan

Fröhlich soll mein Herze springen

All my heart this night rejoices

Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren!

All my heart this night rejoices As I hear Far and near Sweetest angel voices. "Christ is born," their choirs are singing Till the air Everywhere Now with joy is ringing.

Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute. Gottes Kind, das verbindt Sich mit unserm Blute.

Forth today the Conqueror goeth, Who the foe, Sin and woe, Death and hell, o'erthroweth. God is man, man to deliver; His dear Son Now is one With our blood forever.

Sollt uns Gott nun können hassen, Der uns gibt, was er liebt Über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn aus dem Thron Seiner Macht und Ehren.

Shall we still dread God's displeasure, Who, to save, Freely gave His most cherished Treasure? To redeem us, He hath given His own Son From the throne Of His might in heaven.

Ich will dich mit Fleiß bewahren; Ich will dir leben hier,

Dearest Lord, Thee will I cherish. Though my breath Fail in death,

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Dir will ich abfahren; Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud ohne Zeit Dort im andern Leben.

Yet I shall not perish, But with Thee abide forever There on high, In that joy Which can vanish never.

Paul Gerhardt (1607-1676), 1653

Translation: Catherine Winkworth, 1861

Ich steh an deiner Krippen hier

Beside the Manger

Ich steh an deiner Krippen hier, O Jesu, du mein Leben; Ich komme, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dir's wohlgefallen.

Now at the manger here I stand, My Jesus, Life from Heaven! I stand, and bring Thee in my hand What Thou to me hast given. Take it, it is my mind and wit, Heart, soul, and all I have, take it, And deign to let it please Thee!

Paul Gerhardt (1607-1676), 1653

Translation: John Kelly, 1867

Kindelein zart, von guter Art

Gentle Baby, sweet Child

Kindelein zart, Von guter Art, Schließe die Äuglein, schlafe! Draußen im Hain, lieb Kindelein, Ziehen die frommen Schafe. Schlafe und tu dein Äuglein zu, Schlafe, mein Herzchen, schlafe, Schlafe und tu dein Äuglein zu, Schlafe, mein Herzchen, schlafe!

Gentle baby, Sweet child, Close your little eyes, go to sleep! Out in the grove, dear child, The peaceful sheep roam. Close your little eyes and sleep, Sleep, my darling, sleep, Close your little eyes and sleep, Sleep, my darling, sleep!

Engelein fein In süßem Reih'n Schweben vom Himmel nieder, Im Herzensdrang mit Harfenklang Singen sie ihre Lieder.

Graceful angels With melodious voices Hover in the sky, With all their heart to the sound of harps They sing their songs.


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Schlafe und ruh, Engelein du, Schließ deine Äuglein wieder, Schlafe und ruh, Engelein du, Schließ deine Äuglein wieder!

Sleep and rest, my angel, Close your little eyes again, Sleep and rest, my angel, Close your little eyes again!

Text: Anonymus

Translation: Phyllis Anderson

Es ist ein Ros entsprungen

Behold a branch is growing

Es ist ein Ros entsprungen Aus einer Wurzel zart, Wie uns die Alten sungen, Von Jesse kam die Art Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter Wohl zu der halben Nacht.

Behold a branch is growing As of loveliest form and grace, As prophets sung, foreknowing; It springs from Jesse's race And bears one little Flower In midst of coldest winter, At deepest midnight hour.

Das Blümlein, das ich meine, Davon Jesaja sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; Aus Gottes ewgem Rat Hat sie ein Kind geboren, Welches uns selig macht.

Isaiah hath foretold It In words of promise sure, And Mary' s arms enfold It, A virgin meek and pure. Through God's eternal will This Child to her is given At midnight calm and still.

Das Bümelein so kleine, Das duftet uns so süß; Mit seinem hellen Scheine Vertreibt's die Finsternis: Wahr Mensch und wahrer Gott, Hilft uns aus allem Leide, Rettet von Sünd' und Tod.

This Flower, whose fragrance tender With sweetness fills the air, Dispels with glorious splendor The darkness everywhere. True Man, yet very God; From sin and death He saves us And lightens every load.

1.-2. Str.: Trier, 1587/88 3. Str.: bei Friedrich Layriz, 1844

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Unser lieben Frauen Traum

Our Lady lay a-sleeping

Und unser lieben Frauen Der traumet, traumet ihr ein Traum: Wie unter ihrem Herzen gewachsen wär, Gewachsen ein Baum.

Our Lady lay a-sleeping And dreamed a dream, as e'er 'tis said: That there beneath her heart lay A tree that grew with branches outspread.

Und wie der Baum ein Schatten gäb Wohl über alle, alle Land: Herr Jesus Christ, der Heiland Also ist er, ist er genannt.

And lo, the tree its shadow gave To shelter ev'ry, ev'ry land: Lord Jesus Christ our Saviour, That tree is he, and aye shall stand.

Herr Jesus Christ, der Heiland Ist unser Heil und Trost, Mit seiner bittern Marter Hat er uns all erlöst, hat er uns all erlöst.

Lord Jesus Christ, our saving health, Hears us when we call: By his most bitter Passion He hath redeemed us all.

Text: 17. Jahrhundert

Translation: Catherine Winkworth

Maria durch ein' Dornwald ging

Mary journeys through the thorn

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie. Maria durch ein' Dornwald ging, Kyrieleison, Maria durch ein' Dornwald ging, Der hat in sieb'n Jahr'n kein Laub getrag'n, Jesus und Maria.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie. Dear Mary journeys through the thorn, Kyrieleison, Dear Mary journeys through the thorn, That for sev'n long years no leaf hath borne, O Jesus and Mary.

Was trug Maria unt'r ihrem Herz'n, Kyrieleison, Ein kleines Kindlein ohn' Schmerzen, Das trug Maria unt'r ihrem Herz'n, Jesus und Maria.

What clasps she to her heart so near? Kyrieleison, A tiny child from sin so clear, Which to her heart she holds so near, O Jesus and Mary.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie.


Da haben die Dornen Rosen getrag'n, Kyrieleison. Als das Kindlein durch den Wald getrag'n, Da hab'n die Dornen Ros'n getrag'n, Jesus und Maria.

Red roses flow’r on ev’ry stem, Kyrieleison. As through the thorns He wanders then, Red roses flow’r on ev’ry stem, O Jesus and Mary.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleis.

Kyrie eleison, Kyrie eleison, Kyrie eleis.

Textquelle: Sammlung Geistlicher Lieder von August von Haxthausen (1792-1866) und Dietrich

Translation: Douglas Brooks-Davies

Bocholtz-Asseburg (1812-1892), 1850

10 Es kommt ein Schiff, geladen

A ship is coming

Es kommt ein Schiff, Geladen bis an sein' höchsten Bord, Trägt Gottes Sohn voll Gnaden, Des Vaters ewigs Wort.

A ship is coming Fully loaded to the very brim Bearing the Son of God, full of grace, The Father's eternal Word.

Das Schiff geht still im Triebe, Es trägt ein’ teure Last; Das Segel ist die Liebe, Der Heilig Geist der Mast.

The ship is moving steadily, It bears a treasured freight, Love is its very sail, The Holy Ghost its mast.

Der Anker haft' auf Erden, Da ist das Schiff am Land. Das Wort tut Fleisch uns werden, Der Sohn ist uns gesandt.

And now the anchor touches ground; The ship arrives on land. For us, the Word becomes now flesh. The Son is sent, for us.

Daniel Sudermann um 1626 nach einem Marienlied aus Straßburg 15. Jh.

Translation: Brigitte Mueller

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Mit Ernst, o Menschenkinder

Ye sons of men, oh hearken

Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein.

Ye sons of men, oh, hearken: Your heart and mind prepare, To hail the almighty Savior, O sinners, be your care. He who of grace alone Our Life and Light was given, The promised Lord from heaven, Unto our world is shown.

Bereitet doch beizeiten Den Weg dem großen Gast, Und rüstet euch mit Freuden, Lasst alles, was er hasst. Macht eben jeden Pfad, Die Täler all erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad.

Prepare the way before Him; Prepare for Him the best, Cast out whate'er offendeth This great, this heavenly Guest Make straight, make plain, the way: The lowly valleys raising The heights of pride abasing. His path all even lay.

Ach mache du mich Armen Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein.

Prepare my heart, Lord Jesus, Turn not from me aside, And grand that I receive Thee This blessed Advent-tide. From stall and manger low Come Thou to dwell within me; Loud praises will I sing Thee And forth glory show.

1. Str.: Valentin Thilo (Thiel) (1607-1662), 1642 3. Str.: Hannoversches Gesangbuch Lüneburg, 1657

Translation: Arthur T. Russell, 1851


12 Gelobet seist du, Jesu Christ

Praised be you, Jesus Christ

Gelobet seist du, Jesu Christ, Dass du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr; Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis!

Praised be you, Jesus Christ That you have been born as a man From a virgin - this is trueAt which the host of angels rejoices. Kyrieleis!

Des ew'gen Vaters einzig Kind Jetzt man in der Krippen find't, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis!

The only child of the eternal father Is now found in the manger, In our poor flesh and blood Eternal goodness has clothed itself. Kyrieleis!

Das hat er alles uns getan, Sein' groß' Lieb' zu zeigen an. Des freu' sich alle Christenheit, Und dank' ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis!

He has done all this for us To show his great love, At this all Christendom rejoices And thanks him for this in eternity. Kyrieleis!

1. Str.: Medingen um 1380 2.-3. Str.: Martin Luther (1483-1546), 1524

Translation: Francis Browne

13 Übers Gebirg Maria geht Übers Gebirg Maria geht Zu ihrer Bas Elisabeth. Sie grüßt die Freundin, die vom Geist Freudig bewegt Maria preist Und sie des Herren Mutter nennt; Maria ward fröhlich und sang: "Mein Seel den Herrn erhebet, Mein Geist sich Gottes freuet; Er ist mein Heiland, fürchtet ihn, Er will allzeit barmherzig sein."

Maria walks across the mountains Maria walks across the mountains To her cousin Elizabeth. She greets the friend who joyfully moved By the Spirit praises her, And calls her Mother of the Lord; Maria became full of joy and sang: My soul magnifies the Lord, My spirit rejoices in God; He is my Savior, to be feared, He shall always be merciful.

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Was bleiben immer wir daheim? Laßt uns auch aufs Gebirge geh´n, Da eins dem andern spreche zu, Des Geistes Gruß das Herz auftu, Davon es freudig werd und spring, Der Mund in wahrem Glauben sing: "Mein Seel den Herrn erhebet, Mein Geist sich Gottes freuet; Er ist mein Heiland, fürchtet ihn, Er will allzeit barmherzig sein."

Why ever are we staying home? Let us, too, go to the mountains, Where we encourage each other, And the Spirit’s greetings open the heart, To grow joyful and excited, And the mouth sings in true faith: My soul magnifies the Lord, My spirit rejoices in God; He is my Savior, to be feared, He shall always be merciful.

Freie Nachdichtung nach Lukas 1, 39 - 56; Geistliche Lieder Erfurt 1575, in der Sammlung des Ludwig Helmbold (1532-1598)

Translation by H. S. Poelchau

Machet die Tore weit

Lift up your heads, O gates!

Machet die Tore weit

20 Und die Türen in der Welt hoch, Daß der König der Ehren, Daß der König einziehe.

Lift up your heads, O gates! And be lifted up, O ancient doors, That the King of glory May come in.

Machet die Tore weit Und die Türen in der Welt hoch, Daß der König der Ehren, Daß der König einziehe.

Lift up your heads, O gates! And be lifted up, O ancient doors, That the King of glory May come in.

Wer ist derselbige König? Wer ist derselbige König der Ehren? Es ist der Herr, stark und mächtig, Es ist der Herr stark und mächtig im Streit.

Who is this King? Who is this King of glory? The Lord, strong and mighty, The Lord, strong and mighty in battle!

Machet die Tore weit Und die Türen in der Welt hoch!

Lift up your heads, O gates And lift them up, O ancient doors!

Hosianna, hosianna, hosianna, hosianna in der Höhe.

Hosanna, hosanna, hosanna, hosanna in the highest.

Altes Testament, Psalm 24, 7-10 nach der Übersetzung von Martin Luther

Old Testament, psalm 24, 7-10 after translation of Martin Luther

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15 Lobt Gott, ihr Christen alle gleich

Praise God the Lord, ye sons of men

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, In seinem höchsten Thron, Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, In seinem höchsten Thron, Der heut schleußt auf sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn.

Praise God the Lord, ye sons of men, Before His highest throne; Praise God the Lord, ye sons of men, Before His highest throne; Today He opens heaven again And gives us His own Son.

Er kommt aus seines Vaters Schoß Und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein.

He leaves His heavenly Father's throne, Is born an infant small, And in a manger, poor and lone, Lies in a humble stall.

Er äußert sich all seiner Gewalt, Wird niedrig und gering, Er äußert sich all seiner Gewalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding.

He veils in flesh His power divine, A servant's form to take, He veils in flesh His power divine, A servant's form to take, In want and lowliness must pine, Who heaven and earth did make.

Heut schleußt er wieder auf die Tür Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Gott sei Lob, Ehr und Preis!

He opens us again the door Of Paradise today; The angel guards the gate no more, To God our thanks we pay! To God our thanks we pay!

Nikolaus Herman (1500-1561), 1560

Translation: August Crull, 1923

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16 Macht hoch die Tür

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Lift up your heads

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt, Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rat.

Lift up your heads, ye mighty gates! Behold, the King of Glory waits; The King of kings is drawing near, The Savior of the world is here. Life and salvation He doth bring, Wherefore rejoice and gladly sing: We praise Thee, Father, now, Creator, wise art Thou!

Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Zepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zum End er bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von Tat.

A Helper just He comes to thee, His chariot is humility, His kingly crown is holiness, His scepter, pity in distress, The end of all our woe He brings; Wherefore the earth is glad and sings: We praise Thee, Savior, now, Mighty in deed art Thou!

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, Meins Herzens Tür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein; Dein Freundlichkeit auch uns erschein: Dein Heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr.

Redeemer, come! I open wide My heart to Thee; here, Lord, abide! Let me Thy inner presence feel, Thy grace and love in me reveal; Thy Holy Spirit guide us on Until our glorious goal is won. Eternal praise and fame We offer to Thy name.

Georg Weissel (1590-1635), 1623

Translation: Catherine Winkworth, 1866


17

Kommet, ihr Hirten

Come, O you shepherds

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun, Kommet, das liebliche Kindlein zu schaun. Christus, der Herr, ist heute geboren, Den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet Euch nicht.

Come, O you shepherds, people, listen to me. Go straight to Bethlehem, the baby to see. For Christ is born a man now among you, God come from heaven now here to save you: Be not afraid!

Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, Was uns verheißen der himmlische Schall, Was wir dort finden, lasset uns künden, Lasset uns preisen in frommen Weisen. Halleluja!

Let us go swiftly to Bethlehem's stall, There to adore the gift revealed to us all. What here we find we'll tell all mankind; Give adoration, come, every nation: Hallelujah!

Wahrlich, die Engel verkündigen heut Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud. Nun soll es werden Frieden auf Erden, Den Menschen allen ein Wohlgefallen. Ehre sei Gott!

Truly the angel good news has revealed To Bethlehem's shepherds as before him they kneeled. Now joy on earth to all men is here; Peace among all banishes fear. 23 Praise be to God!

Karl Riedel (1827-1888) nach einem Weihnachtslied aus Böhmen 1870

Translation: Douglas Brooks-Davies

18 Freut euch, ihr lieben Christen Freut euch, ihr lieben Christen, Freut euch von Herzen sehr. Euch ist geboren Christus! Welch gute neue Mär! Es singen uns die Engel Aus Gottes hohem Thron; Gar lieblich tun sie singen Fürwahr ein süßen Ton. Also tun sie nun singen: Das Kindlein ist euch hold; Es ist des Vaters Wille, Der hats also gewollt,

Rejoice, dear Christians Rejoice, dear Christians, Rejoice greatly from the heart. Christ is born to you! The latest good news! The angels are singing to us From God’s high throne; They sing most delightfully With a sweet sound indeed. This is what they sing: The little child is gracious to you; It is the Father’s will, It’s what he wanted,


Der hats also gewollt. Es ist euch dargegeben, Dadurch ihr sollet han Des Vaters Gunst und Segen, Sein Gnad ist aufgetan.

It’s what he wanted. The child is offered to you, Through whom you may receive The Father’s favor and blessing, His grace is thus disclosed.

Magdeburger Gesangbuch 1540, auch aus Neue Weihnachtsliedern mit vier und acht Stimmen, Helmstedt 1578

Translation: Robert Coote and the San Francisco Bach Choir

19 O Jesulein zart, dein Kripplein ist hart

O tender little Jesus, thy manger is hard

O Jesulein zart, dein Kripplein ist hart, O Jesulein zart, wie liegest so hart! Ach schlaf, ach tu dein Äuglein zu, Schlaf und gib uns die ewige Ruh! O Jesulein zart, wie liegest so hart! O Jesulein zart, dein Kripplein ist hart.

O tender little Jesus, thy manger is hard, O tender little Jesus, how hard you liest! Sleep, close your eyelids, Sleep an give us eternal peace! O tender little Jesus, thy manger is hard, O tender little Jesus, how hard you liest!

Seid stille, ihr Wind, lasst schlafen das Kind! All Brausen sei fern, lasst ruhen euren Herrn! Schlaf, Kind, und tu die Äuglein zu, Schlaf und gib uns die ewige Ruh! Ihr Stürme, halt' ein, das Rauschen lasst sein! Seid stille, ihr Wind, lasst schlafen das Kind!

Die down, you wind, let the child sleep! Cease your roaring, let your Lord repose! Sleep, child, keep your eyelids closed, Sleep and give us eternal peace! Die down, you wind, let the child sleep! Cease your roaring, let your Lord repose!

Nichts mehr sich bewegt, kein Mäuslein sich regt, Zu schlafen beginnt das herzige Kind. Schlaf denn und tu dein Äuglein zu, Schlaf und gib uns die ewige Ruh!

Nothing more budges, not even a mouse, The beloved child begins to sleep. Sleep then, an keep your eyelids closed, Sleep and give us eternal peace! No more singing then, not a voice is heard: Sleep, tender little Jesus, divine child!

Nichts mehr man dann singt, kein Stimmlein mehr klingt: Schlaf, Jesulein zart, von göttlicher Art. Textquelle: Gesangbuch P. v. Brachel, Köln 1623


20 Frohlocket, ihr Völker auf Erden

21

Rejoice, ye people of the earth

Weihnachten

Christmas

Frohlocket, ihr Völker auf Erden und preiset Gott! Der Heiland ist erschienen, ist erschienen, den Der Herr verheißen. Er hat seine Gerechtigkeit der Welt offenbaret, Halleluja, Halleluja! Er hat seine Gerechtigkeit der Welt offenbaret, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja! Frohlocket, ihr Völker auf Erden, Halleluja!

Rejoice, ye people of the earth, and praise God! The redeemer is come, whom the Lord has promised. He has revealed his justice to the world, Hallelujah, Hallelujah! He has revealed his justice to the world, Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja! Rejoice, ye people of the earth, Hallelujah!

Psalm 47

Translation: Rafael Ornes

Tochter Zion

Zion's daughter

Tochter Zion, freue dich, Jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, Ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, Jauchze laut, Jerusalem!

Zion's daughter, O rejoice! Shout aloud, Jerusalem! Lo, thy King doth come to thee, Yea, He comes, the Prince of Peace! Zion's daughter, O rejoice! Shout aloud, Jerusalem!

Hosianna, Davids Sohn, Sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn, Sei gesegnet deinem Volk.

Hail, hosanna, David's Son, Be Thou to Thy people blest! Thine eternal kingdom come! Praise be sung to Thee on high! Hail, hosanna, David's Son, Be Thou to Thy people blest!

Hosianna, Davids Sohn, Sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, Du, des ewgen Vaters Kind. Hosianna, Davids Sohn, Sei gegrüßet, König mild!

Hail, hosanna, David's Son, Be Thou welcome, gentle King! Firmly stands Thy throne of peace, Thou, the Father's only Son! Hail, hosanna, David's Son, Be Thou to Thy people blest!

Friedrich Heinrich Ranke (1798-1876), 1820

Source: O. Hardwig, The Wartburg Hymnal (Chicago: Wartburg Publishing House, 1918), #85.

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22 Herbei, o ihr Gläub'gen

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Oh, come, all ye faithful

Herbei, o ihr Gläub'gen, fröhlich triumphieret, O kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, O lasset uns anbeten den König, den Herrn!

Oh, come, all ye faithful, triumphantly sing; Come, see in the manger our Savior and King To Bethlehem hasten With joyful accord; Oh, come, let us adore Him, Christ the Lord!

Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, Verschmähst nicht zu ruhn in Marien Schoß, Gott, wahrer Gott von Ewigkeit geboren. O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, O lasset uns anbeten den König, den Herrn!

True Son of the Father, he comes from the skies; To be born of a virgin he doth not despise. To Bethlehem hasten With joyful accord; Oh, come, let us adore Him, Christ the Lord!

Kommt, singet dem Herren, singt, Ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, Ihr Seligen: "Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden!" O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, O lasset uns anbeten den König, den Herrn!

Hark, hark, to the angels all singing in heaven, To God in the highest all glory be given! To Bethlehem hasten With joyful accord; Oh, come, let us adore Him, Christ the Lord!

Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren, Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, Dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, O lasset uns anbeten den König, den Herrn!

To Thee, then, O Jesus, this day of Thy birth Be glory and honor through heaven and earth, True Godhead incarnate, Omnipotent Word! Oh, come, let us adore Him, Christ the Lord!

Friedrich Heinrich Ranke (1798-1876), 1823; nach Adeste fideles, englisch von John Francis Wade (1711-1786) und Jean Francois Borderies um 1790

Translation: Frederick Oakeley


23 O du fröhliche

O how joyfully

O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit. Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

O how joyfully, O how blessedly, Comes the glory of Christmastime! To a world so lost in sin, Christ the Savior, enters in: Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit. Christ ist erschienen, Uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

O how joyfully, O how blessedly, Comes the glory of Christmastime! Jesus, born in lowly stall, With His grace redeems us all: Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit. Himmlische Heere Jauchzen Dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

O how joyfully, O how blessedly, Comes the glory of Christmastime! Hosts of angels from on high, Sing, rejoicing, in the sky: Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

1. Str.: Johannes Daniel Falk (1768-1826), 1816 2.-3. Str.: Heinrich Holzschuher (1798-1847), 1829

Translation: Phyllis Anderson

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24 Stille Nacht, heilige Nacht

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Silent night, holy night

Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht Nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, Schlaf in himmlischer Ruh, Schlaf in himmlischer Ruh!

Silent night, holy night! All is calm, all is bright, Round yon Virgin Mother and Child. Holy Infant, so tender and mild, Sleep in heavenly peace, Sleep in heavenly peace!

Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht, Durch der Engel Halleluja Tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da, Christ, der Retter, ist da!

Silent night! Holy night! Shepherds quake at the sight. Glories stream from Heaven afar, Heavenly Hosts sing Alleluia! Christ, the Saviour, is born, Christ, the Saviour, is born!

Stille Nacht, Heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb' aus deinem göttlichen Mund, Da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt!

Silent night! Holy night! Son of God, loves pure light Radiant beams from Thy Holy Face With the dawn of redeeming grace, Jesus, Lord, at Thy Birth, Jesus, Lord, at Thy Birth!

Joseph Franz Mohr (1792-1848), 1816

Translation: John Freeman Young, 1859


english

A Brief History of the Christmas Carol Christmas carols are such an essential part of the Advent and Christmas season that one might almost think they have existed since the birth of Christianity. They were by no means common from the beginning, however – Christmas itself is a relatively recent phenomenon, around 200 years younger than Easter. To begin with, the celebration of God’s incarnation ranked after his sacrifice, crucifixion, and, naturally, the resurrection in importance. The earliest references date from the fourth century AD – Furius Dionysius Filocalus mentioned December 25 as a holiday in his Chronography of 354. It was a long time before people agreed on a coherent theory about when exactly the Son of God became Man. No reliable information was available, and there was also the problem of chronology, the different calendars. December 25 was an obvious choice for the purposes of proselytizing, since several “pagan” holidays which could be reinterpreted as Christian were observed on that date or one of the adjacent days. The winter solstice was celebrated in many parts of the Roman Empire; people were happy about the “unconquered sun” (sol invictus), and the Mithras cult worshipped the sun god. The light metaphor, which appears in many Christmas songs, the characterization of Christ as the “true sun,” “sun of life,” and “light of salvation” can be explained by this, for example, In dulci jubilo: Und leuchtet als die Sonne [Like sunshine is our treasure]. In Egypt, people celebrated the birth of the god Aion to the virgin goddess Kore at the beginning of January, a festival which the Gnostic sect of the Basilidians adopted during the third century. We know very little about the songs of this time, although they certainly did exist. That becomes clear in light of the fact that Pope Gregory I, to whom the earliest church music handed down in reliable sources, the Gregorian chant, owes its name, did not die until 604, and many theories date this early form of chant even later. German Easter, Pentecost, and pilgrimage hymns have come down from the 13th century but no real Christmas hymns. The earliest documents in which they are mentioned date from the Late Middle Ages and are thus almost a thousand years younger than Christmas itself! Pastoral,

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Epiphany, and nativity plays, in particular, as well as goliardic poetry (songs of wandering poets, scholars, and clerics, including the Carmina Burana) and minstrels’ music were the ingredients of Christmas songs. The earliest examples are written either in Latin or a combination of Latin and German. Several of them are familiar to everyone: In dulci jubilo can be traced back to approximately 1335. Several other songs from existing collections have been known for centuries, although not always originally in German, such as the wonderfully mystical Es kommt ein Schiff geladen [A Ship Is Coming] (15th century), Es ist ein Ros entsprungen [Behold a Branch Is Growing] (1587 – the version by Michael Praetorius, to this day the loveliest, dates from 1609), and, of course, the familiar songs with texts translated by Martin Luther, such as Gelobet seist du, Jesu Christ [Praised Be You, Jesus Christ] (1524). The Reformation made many more German texts available, thus preparing the way for Christmas songs to move from the church to the streets and ultimately into the home. The hymns were not only more accessible emotionally in the native language but also easier to learn, remember, and pass on. The list would not be complete without the name of Paul Gerhardt (1607-1676), probably the greatest German hymn writer. He wrote the text of Fröhlich soll mein Herze springen [All My Heart This Night Rejoices], heard here in the setting by Johann Crüger, with whom he collaborated closely. Gerhardt contributed 83 song texts to the fifth edition of Crüger’s Praxis pietatis melica – Das ist Übung der Gottseligkeit in christlichen und trostreichen Gesängen [The Exercise of Godliness in Christian and Consoling Hymns], published in 1653. Johann Sebastian Bach also composed works to texts by Gerhardt. Ich steh an deiner Krippen hier [Now at the Manger Here I Stand] appears in the Christmas Oratorio, to the melody of Luther’s Es ist gewisslich an der Zeit [The Day Is Surely Drawing Near].


english

In this context it must be pointed out that it is difficult to trace the origins of many Christmas songs. It was common practice to set new texts to old melodies and vice versa or to provide the combination of text and melody with a new harmony, as in the arrangements by Max Reger, one of the best-known composers represented on this recording. Although a “Catholic through and through,” he was also a Bach fan with a deep love of the Protestant chorale, who set hymns such as Es kommt ein Schiff geladen and In dulci jubilo in his Zwölf deutsche geistliche Gesänge [Twelve German Sacred Songs] of 1899 (three years before he was excommunicated). The continued fascination of great composers for these old melodies is proof of their immortality, their universal appeal, and the fact that, in the final analysis, they are functional music in the best sense of the word, whose authorship is of secondary importance. There is hardly a better example of this than Stille Nacht, heilige Nacht [Silent Night], perhaps the most familiar German Christmas carol, which is surprisingly recent. It dates from the 19th century – a heyday of Christmas music, due to the flourishing traditions of musicmaking in the home and choral music. In 1818, Joseph Mohr, an assistant priest in Arnsdorf, a village on the Salzach River in Austria, presented a few lines to the church organist, Franz Xaver Gruber, and asked him to set them to music. Gruber composed Stille Nacht for two solo voices (tenor and bass) and guitar. Travelers took the hymn with them, and around the middle of the century it was known as the “Salzburg Folk Tune” throughout the German-speaking world – and was the favorite Christmas carol of Frederick William IV of Prussia. In 1873 it turned up at the World’s Fair in Vienna as an “American folk song” in an American schoolhouse on display there, and at the turn of the century it was also at home in Scandinavia, Africa, New Zealand, and South America, as documented by the accounts of missionaries. The authors had long been forgotten – it was as though the carol had always existed. Wiebke Roloff Translation: Phyllis Anderson

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Rundfunkchor Berlin Winner of a Grammy Award in 2008, 2009 and 2011, Rundfunkchor Berlin is a regular guest at all the major festivals and the chosen partner of international orchestras and conductors such as Sir Simon Rattle, Christian Thielemann and Daniel Barenboim. It is the permanent partner of the Berliner Philharmoniker as well as of Berlin’s Deutsches Symphonie-Orchester and Rundfunk-Sinfonieorchester and their conductors. The exceptional breath of its repertoire, its stylistic versatility, absolute precision, delight

in experimentation, stunning responsiveness and an unmistakable warm, richly nuanced sound all contribute to making it one of the world’s outstanding choral ensembles. Rundfunkchor Berlin’s experimental series, Broadening the Scope of Choral Music, has attracted great worldwide attention. Here, in collaboration with artists from diverse disciplines, the chorus is breaking down the classical concert formation and adopting new modes of choral music for a new audience.

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SOPRANO Arzt, Rosemarie | Bischoff, Christina | Engel, Judith | Fischer, Katrin | Hense, Catherine | Leipert, Petra Nowakowski, Gesine | Peetz, Heike | Puhlmann, Sabine | Reim, Bianca | Sarabinski, Gina | Schwab, Sylke Schwarze, Uta | Taube, Anett | Thiemann, Beate | Vollprecht, Ricarda | Voßkühler, Isabelle | Willert, Gabriele ALTO Carlstedt, Anna-Clara | Chraniuk, Roksolana | Eyer, Sabine | Kausz-Oláh, Zsuzsanna Lichtenberg, Christine | Lizzio, Ingrid | Löser, Judith | Mäkimattila, Kristiina | Pieck, Bettina Seifert, Christina | Simonis, Judith | Sotin, Tatjana | Zschunke, Anne-Kristin | Zucker, Doris


With its annual activities for various target groups – the big Mitsingkonzert (Sing-along Concert) and the Fest der Kulturen (Festival of Cultures) in the Berlin Philharmonie, the Berlin LeaderChor for managers, the Liederbörse (Song Exchange) for children and young people, as well as with the longterm education programme SING! – the Rundfunkchor Berlin invites people of all ages and walks of life to become immersed in the world of professional choral music.

Founded in 1925 and shaped by conductors including Helmut Koch, Dietrich Knothe (1982-93) and Robin Gritton (1994-2001), Rundfunkchor Berlin has been directed since 2001 by Simon Halsey. Rundfunkchor Berlin is an ensemble of Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin (Shareholders: Deutschlandradio, the Federal Republic of Germany, the State of Berlin and Rundfunk Berlin-Brandenburg). www.rundfunkchor-berlin.de

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TENOR Braun, Hans-Christian | Ewald, Peter | Horenburg, Jens | Kirk, Vernon | Kober, Thomas Leonhardt, Christoph | Löns, Ulrich | Marks, Holger | Oh, Seongju | Remmers, Jan Sänger, Norbert | Schade, Sebastian | Spranger, Johannes | Taube, Georg BASS Billerbeck, Sören von | Dersch, Wolfgang | Fiedler, Joachim | Gawlik, Oliver | Glintenkamp, Sascha Kim, Young Wook | Pfützner, Thomas | Scheidig, Axel | Schneider, Jörg | Schnös, Rainer Schubach, Martin | Staufenbiel, Wilfried | Stingl, David | Teßmer, Wolfram | Timm, Michael Voßkühler, René | Witt, Georg


Simon Halsey |

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conductor

Simon Halsey has been principal conductor of Rundfunkchor Berlin since 2001. His enthusiasm, wit, perfectionism and passionate pedagogical dedication have made him one of the most sought-after choral conductors in the world. Born in London in 1958, Halsey was appointed director of music at the University of Warwick when he was only 22. In 1982, Sir Simon Rattle engaged him as director of the CBSO Chorus. Under the auspices of the City of Birmingham Symphony Orchestra, he initiated an exemplary youth choral programme with three further choirs. Between 1997 and 2008 he was engaged as guest conductor then principal conductor of the Netherlands Radio Chorus in Hilversum. From 2004 to 2012 he also directed the Northern Sinfonia Chorus and the choral programme at the Sage in Gateshead. Furthermore he took up two new directorships in August 2012: the London Symphony Chorus and the BBC

Proms Youth Chorus. In May 2012 he was also appointed artistic director of the new youth choral programme of the Berliner Philharmoniker. Besides his work as a conductor and choral trainer, Halsey is also in demand as a pedagogue. In addition to his chair in choral conducting at the Royal Welsh College of Music & Drama in Cardiff this recipient of two honorary doctorates took up a post at the University of Birmingham in autumn 2012. His teaching activities also include numerous guest lectureships – he has a particularly close association with the choral department of Yale University. In 2011 his book on choral conducting Chorleitung: Vom Konzept zum Konzert was issued by Schott Music in the series Master Class. For his outstanding contributions to choral music in Germany, Simon Halsey was awarded the Bundesverdienstkreuz – Order of Merit of the Federal Republic of Germany – in 2010.


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MBM

Mielke Bergfeld

Musikproduktion

Nieder-Ramstädter-Str. 190 D-64285 Darmstadt, Germany info@covielloclassics.de www.covielloclassics.de an ensemble of

℗ + © 2013 Coviello Classics / Rundfunk Berlin-Brandenburg / roc berlin GmbH A product of MBM | COV 41310 A Coproduction with roc berlin and Rundfunk Berlin-Brandenburg Idea and Concept: Sören von Billerbeck, Michael Timm Producer Rundfunk Berlin-Brandenburg: Astrid Belschner Producer Coviello Classics: Moritz Bergfeld and Olaf Mielke Recording: Großer Sendesaal im Haus des Rundfunks, Sept. 19th - 21st 2012, Apr. 13th 2013 Recording Producer: Maria Suschke Recording Engineer: Peter Avar Editing and Mastering: Ricarda Molder Booklet Editor: Thomas Jakobi Photos: Rundfunkchor Berlin / Matthias Heyde p. 8/9, 10, 32/33, 34 Cover Photo: © Fotolia XXIV - Fotolia.com Art Direction: Rita Vas

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In dulci jubilo Deutsche Weihnachtslieder aus f端nf Jahrhunderten

Rundfunkchor Berlin Simon Halsey COV 41310


Rundfunkchor berlin & simon halsey in dulci jubilo booklet