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Alme Ingrate

Imperial Arias by Emperor Joseph I, Ziani, Fux & Caldara Lydia Teuscher 路 Soprano | Capricornus Ensemble Stuttgart Henning Wiegr盲be 路 Trombone and Direction

COV 21311


Alme Ingrate

Imperial Arias by Emperor Joseph I, Ziani, Fux & Caldara Kaiserliche Arien von Kaiser Joseph I., Ziani, Fux & Caldara 1

Marc' Antonio Ziani (ca. 1653-1715) Quel sembiante così bello from | aus Il mistico Giobbe (1704)

2 3

Johann Joseph Fux (1660-1741) Sonata à 3 E 68 05:59 Alma Redemptoris Mater K 186 (ca. 1728) 08:59

04:21

Antonio Caldara (ca. 1670-1736) 4 Dio, qual sia from | aus Naboth (1729) 07:29 Johann Joseph Fux 5 Sonata à 3 K 373 03:12 Emperor Joseph I (1678-1711) 6 Tutto in pianto il cor struggete Insertion aria to | Einlagearie zu Chilonida (1709) 06:05 7 Alme ingrate Insertion aria to a | Einlagearie zu einem Sepolcro (1705) 04:41 Antonio Caldara 8 In un bivio è il mio volere

from | aus Maddalena ai piedi di Cristo (1713)

02:58

Johann Joseph Fux 9 Sonata à 3 K 365 02:28 10 Vedi che il Redentor from | aus Il fonte della salute (1716) 05:24 11 12 13

Antonio Caldara Sonata No. 12, op. 2 (Ciaccona) Pompe inutili from | aus Maddalena ai piedi di Cristo (1713) Dovunque il guardo giro from | aus La Passione di Gesù Cristo Signor Nostro (1730)

total time

04:24 06:18 05:26

67:44

Lydia Teuscher Sopran · soprano | Capricornus Ensemble Stuttgart Henning Wiegräbe Posaune und Leitung · trombone and direction


Besetzung | Instrumentation: Lydia Teuscher · Sopran | soprano Capricornus Ensemble Stuttgart Henning Wiegräbe · Posaune und Leitung | trombone and direction Altposaune | alto trombone: Thorsten Mittag, nach | after Hieronimus Starck, Nürnberg 1670 Tenorposaune | tenor trombone: Thorsten Mittag, nach | after Anton Drewelwecz, Nürnberg 1612 Christian Leitherer · Diskantchalumeau | descant chalumeau: Rekonstruktion nach | reconstruction after Denner, R.Tutz, Innsbruck 1986 Leila Schayegh · Violine | violin: Andrea Guarneri, Cremona 1675 Katharina Heutjer · Violine | violin: Daniel Frisch, Tettnang 2010 Patrick Sepec · Violoncello | violoncello: J. Paul Dürfel, Altenburg 1778 Matthias Spaeter · Erzlaute | archlute: Maurice Ottiger, Châtel-St-Denis (CH) 1989 Johannes Strobl · Orgel | organ: Friedrich Lieb, Bietigheim 2003


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Unter den musizierenden Dilettanten auf Europas Thronen waren die Habsburger zweifellos Ausnahmen hinsichtlich ihrer künstlerischen Professionalität, ihrer anhaltenden Musikleidenschaft und aktiven Förderung von Spitzenmusikern. Vor allem die Kaiser Leopold I. (1660–1705), Joseph I. (1705–1711) und Karl VI. (1711–1740) begründeten eine Glanzzeit der Musik am Wiener Hof, die sich durch eine starke italienische Komponente auszeichnete und im Zeichen von politischem Katholizismus und traditionsbewusster Satzkunst einen Reichsstil mit europäischer Ausstrahlung ausbildete. Während die musikalische Lebensleistung Leopolds I. bereits einige Wertschätzung erfahren hat und hinsichtlich des „goldenen Zeitalters der Hofkapelle“ unter Karl VI. (E. Selfridge-Field) sogar bekannt ist, dass der Kaiser 1723 seine von Johann Joseph Fux komponierte Prager Krönungsoper Costanza e Fortezza selbst dirigierte, steht die Persönlichkeit Josephs I. ein wenig im Schatten seines Vaters und Bruders. Josephs früher Tod und seine von Kriegen überschattete Regentschaft sollten jedoch nicht dazu führen, seine hochfliegenden Ambitionen zu übersehen, die – sogar mit beachtlichen eigenen Kompositionen – auch musikalisch das erworbene Erbe festigten und die für Wien typische Verbindung von Virtuosität und Gediegenheit auf eine neue Stufe hoben. Zu den Besonderheiten dieses Stils gehörte die prominente Verwendung von Posaunen im Orchestersatz, die sich bis zu den Oratorien und Messen der Mozartzeit prägend auswirkte. Johann Matthesons 1713 geäußerte Auffassung, die „prächtigst-thönende Posaune“ werde „ausser in Kirchen-Sachen und Solennitäten sehr wenig gebraucht“, beschreibt insofern zwar die Situation im protestantischen Niederdeutschland, wo Posaunen als eines unter vielen Instrumenten der Stadtpfeifer eher eine Nebenrolle bei Beerdigungen und im Motettengesang spielten. Am Wiener Hof wurden Posaunen hingegen sogar als solistische Klangfarbe eingesetzt. Neben liturgischen Formaten wie Messen und Vespern sowie Requiemkompositionen war es vor allem die Gattung des Sepolcro, die den kaiserlichen Komponisten innovative Leistungen abverlangte. In der Karwoche an einem Nachbau des „Heiligen Grabes“ abgehalten, konzipierten diese meist auf italienischen Texten beruhenden „geistlichen Opern“ eine dramatische Szenenfolge, die sich weit vom Passionsgeschehen entfernen konnte und Personen des Alten und Neuen Testamentes sowie allegorische Figuren verschiedener Provenienz zusammenführte. Wichtiger als die theologische Stringenz war die Darstellung heilsamer Handlungen und Affekte, zu deren lebendiger Nachzeichnung auch eine andernorts kaum realisierbare Instrumentierung mobilisiert


deutsch wurde. Dass das in der alten Kaiserstadt Nürnberg gedruckte Musicalische Theatrum Johann Christoph Weigels (1715/25) bei der Vorstellung der Posaune ausdrücklich auf deren Rolle in Altertum und Altem Testament hinweist, passt insofern gut zu der in der Wiener Aufführungspraxis bevorzugten archaischen Semantik dieses Blechblasinstrumentes. Der Venezianer Marc' Antonio Ziani amtierte seit 1700 als Vizekapellmeister am habsburgischen Hof; 1712 stieg er unter Karl VI. zum Hofkapellmeister auf. Seine Arie „Quel sembiante“ kann als Musterbeispiel für die Posaunenpartien des Wiener Repertoires gelten. Ihre weitausgreifende Linie liefert sich kernige Imitationen mit der Singstimme; beide werden von einem Continuo getragen, der mit effizienten Kadenzformeln diskret die harmonische Entwicklung vorantreibt. Ebenfalls aus Venedig stammte Antonio Caldara, der nach erfolgreichen Jahren als Musikdirektor des römischen Fürsten Ruspoli im Amt des Vizekapellmeisters von 1717 bis 1736 die Musik des Wiener Hofes nachhaltig prägte. Auch nach Maßgabe der dort gültigen Standards darf er als der eloquenteste und mit 34 Opern, 25 Oratorien und zahllosen liturgischen und weltlichen Werken produktivste Komponist dieses Umfeldes gelten. In „Dovunque il guardo giro“ aus dem Oratorium La passione di Gesù Cristo von 1730 ist der Posaune eine kantable Partie übertragen, die mit ihrem nachdrücklich kreisenden Motiv die priesterliche Aura des Instrumentes verkörpert. Die Arie „Dio, qual sia“ des Oratoriums Naboth (1729) beginnt mit einer schwerblütigen Basslinie, in die sich die Altposaune fast verfrüht mit einer harmonisch gewagten Klausel einbringt. Ein lockeres Echospiel zwischen Sopran und Posaune geht in zarte Verschlingungen über; chromatische Wendungen offenbaren die gesteigerte Affektlage, wie sie einem Hilferuf der Unschuld angesichts eines allzu harten Urteilsspruches zukommt. Caldaras frühes Oratorium Maddalena ai piedi di Cristo gehört mit seinen prägnanten Satzanlagen und anspringenden Affektcharakteren zu den gelungensten Partituren des Meisters. Das knapp gehaltene „In un bivio“ kombiniert eine Melodie von nahezu Händelscher Grazie mit einer ebenso noblen Generalbasslinie. „Pompe inutili“ macht mit einem solistischen Violoncello über einem nur angedeuteten Basso Continuo die Sinnlosigkeit aller weltlichen Pracht einleuchtend. Mit seinen edlen Melodiebögen verkörpert das Cello das Beste der menschlichen Seele; passend dazu singt die büßende Maddalena eine befreite Kantilene, die sich aus dem Leiden zum Himmel aufgeschwungen hat. Der Presto-Mittelteil präsentiert sich als entschlossene Abwendung von den „irrenden Gedanken“, deren haltloses Kreisen das Violoncello mit rasenden Akkordbrechungen nachzeichnet.

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Der 1660 in der Steiermark geborene Johann Joseph Fux stieg als erster Nichtitaliener 1715 zum Hofkapellmeister auf. Dank seines Lehrdialoges Gradus ad parnassum (1725) heute vor allem als Satztheoretiker bekannt, zeichnen sich seine Solomotetten durch erlesene Kantabilität und meisterlichen Kontrapunkt aus. Sein Alma Redemptoris Mater K 186 lässt sich als Versuch verstehen, einer in der Advents- und Weihnachtszeit der Tradition entsprechenden, entsprechend vielfach benötigten und auch von Fux mehrfach vertonten Marianischen Antiphon überraschende Klangfarben und Strukturen abzugewinnen. Im neutralen B-Dur exponiert das Stück eine empfindsame Posaunenstimme, die von den Violinen im lebhaften Unisono abgelöst und dann in einem aufgefächerten Satz mit den Streichern kombiniert wird. Einschließlich des virtuosen Allegro entsteht eine fast überlange Introduktion, die den emphatischen Vokaleinsatz vorbereitet. Mit Geschick inszeniert Fux dann ein koloraturbetontes Konzertieren, das auch textbezogene Ausdeutungen zulässt – etwa im g-Moll-Mittelteil mit seiner fallenden Figur auf „cadenti“ und den chromatischen Fortschreitungen auf „natura mirante“. Nach der Rückkehr in den Ausgangsgestus („Virgo prius“) schließt das Stück in jenem zugleich zarten wie salbungsvollen Ton, der dieses hochstehende katholische Gebrauchsrepertoire so häufig prägt. Von anderem Zuschnitt ist das aus dem Oratorium Il fonte della salute stammende „Vedi che il Redentor“. Die wundersame Begegnung mit dem Erlöser hat Fux zu einer exquisiten Klangmischung aus Sopran, Chalumeau, Posaune und Violone inspiriert. Verschachtelte harmonische Spannungsfolgen über einem schreitenden Bass voll sprechender Pausen lassen Fux als Lehrer des Dresdener Kirchencompositeurs Jan Dismas Zelenka kenntlich werden. Der Verzicht auf die Orgel nimmt der Musik alle Erdenschwere. Fux‘ Stil lässt sich hier in seiner Essenz erfassen: der makellose Kontrapunkt erlaubt eine schwebende Kantabilität; das Korsett des traditionellen Satzes hebt die sängerische Virtuosität hervor. In diesen Rahmen passen sich die Kompositionen Josephs I. mehr als nur ein. Posaune und Singstimme teilen in Alme ingrate ihre energisch-arbeitsame Linienführung. Den Wohlklang des Stimmgewebes und das souverän beherrschte kompositorische Handwerk dürften nicht nur Höflinge gelobt haben; Eigenheiten wie die einschmeichelnden Folgen von Sext- und Septakkorden heben sich gar vom Normbild ab. „Tutto in pianto“ ist eine weitere Arie, die der Kaiser in eine Oper seines Kapellmeisters Ziani einfügte. Mit Sopran und Chalumeau – einem Schwesterinstrument der frühen Klarinette – besetzt, verrät das Stück


deutsch Josephs Kenntnis des modernen italienischen Kantatenstils Bononcinis und Scarlattis. Die süffig-elegische Melodik und das charmante Streichernachspiel verleihen dem Stück einen erstaunlichen Zauber. Forschungen Friedrich-Wilhelm Riedels zufolge wurde schon im 17. Jahrhundert in Wien das gesungene Graduale oft durch zweisätzige Sonaten mit Adagio-Schluss ersetzt. Diesem Typus der „halben Kirchensonate“ gehören Fux‘ Sonaten K 365 und K 373 an. Mit ihren knappen und fein ausgearbeiteten Formen gehören derartige Stücke zum Besten des Wiener Repertoires. Die nach den Kapellverzeichnissen 1728 erstaufgeführte Sonata in e präsentiert sich anfangs als elegische Musik mit modalen Anklängen und breit ausgeführten Kadenzzäsuren. Das Allegro wechselt mit seiner aufwärts eilenden Bewegung und den kunstvollen Stimmvertauschungen in ein moderneres Idiom, bevor ein geheimnisvolles Adagio die Sonate abrundet. Die 1726 ins Repertoire eingegangene Sonata in a kombiniert zwei Violinen mit einer in Organo, Violoncello und Posaune aufgespaltenen Continuogruppe. Das gemessene Largo geht in eine Fuge mit sprechend sequenziertem Thema und einer virtuosen Gegenstimme über. Erst eine Adagio-Stauung bringt dieses dicht konstruierte Perpetuum mobile zum Halten. Die in einem Konvolut des Wiener Minoritenkonvents mit einer ebenfalls von Fux komponierten Messe und mit dem Porträt Leopolds I. auf dem Umschlagtitel überlieferte Sonata à 3 präsentiert die Posaune in ihrer historischen Doppelrolle als kantige Continuoverstärkung und kantable Solofarbe im Ensemble. Die canzonenartige Anlage kombiniert Stilmittel und Satztypen unterschiedlichster Herkunft – von corelliartigen Bassführungen über einen altertümlichen Tripla-Abschnitt und virtuose Diminutionen nach Art Marinis bis zum auskomponierten „Flügelrauschen“ der österreichischen Violintradition Schmelzers und Bibers. Mit diesem dem Stylus phantasticus nahestehenden Stück erweist sich Fux als souveräner Meister mit weitem stilistischem Horizont. Caldaras Chiaccona bietet eine rhythmisch getreue, melodisch jedoch abgewandelte Variante des berühmten ostinaten Basses. Im Kern noch dem Habitus und der Satzkunst des 17. Jahrhunderts verpflichtet, weist sie hinsichtlich der harmonischen Ausweichungen und häufigen Lagenwechsel bereits auf die Triosonate des Spätbarock. Anselm Hartinger

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Lydia Teuscher |

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Sopran

Die in Freiburg geborene Sopranistin Lydia Teuscher studierte am Welsh College of Music and Drama in Cardiff und an der Hochschule in Mannheim. Sie begann ihre Karriere nach diversen Erfolgen bei nationalen und internationalen Gesangswettbewerben beim Göttinger Händel-Festival sowie mit Engagements am Mannheimer Nationaltheater und am Heidelberger Stadttheater. 2006 bis 2008 gehörte sie dem Ensemble der Sächsischen Staatsoper Dresden an, wo sie u. a. Gretel (Humperdincks Hänsel und Gretel), Pamina (Die Zauberflöte), Valencienne (Lehars Die lustige Witwe), Susanna (Figaros Hochzeit) und Ännchen (Der Freischütz) sang. Es folgten Einladungen an die Bayerische Staatsoper (Pamina, Ighino in Hans Pfitzners Palestrina) und zu Opernfestivals von Aix-en-Provence (Pamina mit René Jacobs) und Glyndebourne (Gretel, Susanna). Zuletzt debütierte sie als Pamina bei den Mozartwochen in Salzburg (mit der Akademie für Alte Musik Berlin unter René Jacobs) und 2013 mit Lucio Silla von Johann Christian Bach unter

Ivor Bolton bei den Mozartwochen und an der Staatsoper unter den Linden in Berlin. Als gefragte Lied- und Konzertsängerin ist sie regelmäßig bei den internationalen Festspielen zu Gast. Mit Ton Koopman ging sie auf Europa-Tournee (h-mollMesse), die Johannespassion mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment führte sie nach London, Korea und Japan, regelmäßige Konzerte mit Les Violons du Roy und Bernard Labadie nach Kanada. Die Matthäuspassion führte sie mit Roger Norrington und dem Concertgebouw Orkest in Amsterdam auf, das Brahms-Requiem mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und David Zinman. 2012 trat die Sopranistin u. a. in Australien (Melbourne Symphony Orchestra und Tasmanian Symphony Orchestra) mit Haydns Schöpfung sowie einem Solo-Abend mit Arien von Mozart und Bach, beim Festival von Edinburgh mit Roger Norrington und dem Scottish Chamber Orchestra, beim Haydn Festival in Antwerpen (Liederabend) und beim Tonhalle-Orchester Zürich auf.


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Capricornus Ensemble Stuttgart Das Ensemble Das Capricornus Ensemble ist nach dem Stuttgarter Hofkapellmeister Samuel Capricornus benannt und setzt sich aus Sängern und Musikern zusammen, die sich von Konzertreisen mit führenden OriginalklangEnsembles kennen und die eine hohe musikalische Affinität zu dieser Klangwelt verbindet. So kann das Ensemble in verschiedensten Besetzungen mit international renommierten Künstlern interessante Programme von der Zeit der Renaissance bis hin zum galanten Stil gestalten. Christian Leitherer · Chalumeau

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Die Idee Das Ensemble sieht seinen Namensgeber Samuel Capricornus und dessen musikalisches Umfeld als programmatische Herausforderung: Bevor Capricornus Hofkapellmeister in Stuttgart wurde, wirkte er als Musiker am kaiserlichen Hof in Wien. Hier lernte er die Musik der Norditaliener Valentini und Bertali kennen. Diese brachten die musikalischen Ideen von Komponisten wie Gabrieli und Monteverdi nach Wien, die wichtige Impulse für das Schaffen von Capricornus in Stuttgart gaben.

Katharina Heutjer · Violine

Leila Schayegh · Violine


Das Programm Bei den Veröffentlichungen des CES wird diese musikalische, geographische und zeitliche Klammer besonders deutlich: Die 2011 erschienene CD Amor sacro – Amor profano mit der Sopranistin Monika Mauch ist dem venezianischen Renaissancekomponisten Giovanni Bassano gewidmet. Die vorliegende Aufnahme Alme Ingrate zeigt die Musik des kaiserlichen Wien um 1700. Patrick Sepec · Violoncello Johannes Strobl · Orgel

Matthias Spaeter · Erzlaute


Capricornus Ensemble Stuttgart Die Leitung Henning Wiegräbe, Professor an der Musikhochschule Stuttgart, studierte Alte Musik an der Musikhochschule Trossingen und der Schola Cantorum Basiliensis. Seitdem konzertiert er mit Ensembles wie Concerto Palatino, Les Cornets Noirs, Cantus Cölln, Concerto Köln, Musica Fiata Köln, dem Orchestre des Champs-Elysées, dem Collegium Vocale Gent, dem Amsterdam Baroque Orchestra, dem Freiburger Barockorchester, den Taverner Players und dem BalthasarNeumann-Ensemble.

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Henning Wiegräbe · Posaune und Leitung


Liedtexte | lyrics

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Quel sembiante così bello

Jenes schöne Antlitz

That handsome face

Quel sembiante così bello Null’avea più di Giesù, Ne vestigio v’era più Di sua forma già si vaga. Ogni ven’era un ruscello, Tutt’ il cor‘ er’ una piaga.

Jenes schöne Antlitz Glich Jesus nicht mehr, Noch war keine Spur mehr zu Sehen von seiner einstigen Schönheit: Jede Vene ein Bächlein, Das ganze Herz eine Wunde.

Jesus no longer resembled That handsome face, No trace of his former appearance Could be seen. Every vein a streamlet, His whole heart a wound.

Übersetzung: Nicoletta Gossen

Übersetzung: Phyllis Anderson

2 Sonata à 3 E 68

Sonate à 3 E 68

Sonata à 3 E 68

3 Alma Redemptoris Mater

Erhabene Mutter des Erlösers

13 Loving mother of our Redeemer

Alma Redemptoris Mater, Quae pervia caeli porta manes, Stella Maris, Succurre cadenti Surgere qui curat populo.

Erhabene Mutter des Erlösers, Bleibende Himmelspforte auf ewig, Meerstern, Komm deinem gefallenen Volk Beim Aufstehen zu Hilfe.

Loving mother of our Redeemer, Gate of heaven, Star of the sea, Help your fallen people To rise again.

Tu quae genuisti Natura mirante Tuurn sanctum Genitorem, Virgo prius ac posterius, Gabrielis ab ore Surnens illud Ave: Peccatorum miserere.

Du, die du Zum Erstaunen der Natur Deinen heiligen Erlöser geboren hast, Jungfrau zuvor und hernach, Hast aus dem Munde Gabriels Jenes Ave empfangen. Erbarme dich der Sünder.

You who, to the Wonderment of nature, Bore your holy Creator, Virgin before and after, You who received the Joyful greeting From the mouth of Gabriel: Have mercy on us sinners.

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson


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Dio, qual sia

Gott, ob das Urteil schuldig lautet

God, whether the judgment is guilty

Dio, qual sia la ria sentenza O qual sia la mia innocenza Tu lo sai. Nel passo estremo Sii tu solo il mio conforto Non avro chi A me languente chiuda gli' occhi, O chi le spente menbr'assetti, O chi d'eletti le condisc' Oli odorosi, Chi con genati pietosi venga Al mio feretro; Ma fra grid'e dur T'e strida Sotto grandine di sassi Restero sepolt' e morto.

Gott, ob das Urteil schuldig lautet Oder meine Unschuld sich erweist, Du weißt es. In dieser äußersten Notlage Bist du allein mein Tröster. Ich werde keinen haben, Der mir Müdem die Augen schlösse Oder die matten Glieder löste, Noch einen der Auserlesenen, Die, nach köstlichen Ölen duftend, Mit Trauergesängen Meiner Bahre folgten, Sondern unter üblen Rufen Und Schreien Und einem Hagelsturm aus Steinen Werde ich ruhen, bestattet und tot.

God, whether the Judgment is guilty Or proves my innocence, You know it. On this final journey You are my only consolation. I will have no one To close my languid eyes, Or dress my weary limbs, Or one of the chosen to anoint Me with fragrant oils, Who will follow my bier With hymns of mourning; But amid mean shouts And harsh cries Under a hail of stones I will rest, dead and buried.

Apostolo Zeno

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson

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Sonata à 3 K 373

Sonate à 3 K 373

Sonata à 3 K 373

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Tutto in pianto il cor struggete Ihr grausamen Leiden

Oh cruel suffering

Tutto in pianto il cor struggete Fiere pene ond’ io son cinta. Se desio della mia morte Hà un consorte senza fè, Al suo piè si cada estinta.

Ihr grausamen Leiden, von denen Ich gefesselt bin, ihr löst das Herz in Tränen auf. Wenn ein treuloser Gatte Meinen Tod wünscht, Dann möge man tot zu seinen Füssen niederfallen.

Oh cruel suffering which holds Me captive, You dissolve my heart in tears. If a faithless husband Desires my death, May I fall down dead at his feet.

Übersetzung: Nicoletta Gossen

Translation: Phyllis Anderson

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Alme ingrate

Undankbare Seelen

Ungrateful souls

Alme, alme ingrate, Deh'imparate Ad amar ed amar bene. Chi ben ama il petto ha forte D'incontrar sino la morte. Ne'si stanca in soffrir pene.

Seelen, undankbare Seelen, O hört mich doch, lernt Zu lieben, ja wahrhaft zu lieben. Wer wahrhaft liebt, hat Kraft genug, Sogar dem Tod gegenüberzutreten, Und wird nie müde, Leid zu ertragen.

Souls, ungrateful souls, Oh hear me, Learn to love, truly love. He who loves with all his heart Has the strength To confront even death, And will never be too weary to Endure suffering.

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson

In un bivio è il mio volere

An einem Scheideweg

At a crossroads

In un bivio È il mio volere: Di seguir il mondo È il cielo. Un sentier colmo È di rose, Hà le vie l'altro spinose; Uno hà i fior, L'altro lo stelo.

An einem Scheideweg Befindet sich mein Wille: Der Welt nachzufolgen Oder dem Himmel. Ein Weg ist erfüllt von Rosen, Voller Dornen dagegen Ist der andere. Aber den einen geht die Blüte, Den anderen der Stängel.

My mind is At a crossroads: To follow the way of the world Or of heaven. One path is overflowing With roses, The other way with thorns; One has the flowers, The other the stalk.

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson

Sonate à 3 K 365

Sonata à 3 K 365

Siehe wie der Erlöser

See how the Redeemer

Siehe wie der Erlöser Aus seiner verwundeten Brust Für dich lebensspendende Wasser vergiessen will.

See how the Redeemer Willingly sheds the water of life From his wounded breast To give you life.

Sonata à 3 K 365

10 Vedi che il Redentor Vedi che il Redentor Dal suo piagato seno Vuole per te versar Acque di vita.


Tergi con quelle almeno Le colpe del tuo cor E impara a lagrimar, Alma pentita.

Tilge mit jenen wenigstens Die Sünden deines Herzens und Lerne zu weinen, reuiges Herz.

At least wipe away The sins of your heart with it And learn to weep, Contrite heart.

Übersetzung: Nicoletta Gossen

Translation: Phyllis Anderson

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Sonata No 12, Op 2 (Ciaccona) Sonata Nr. 12, Op 2 (Ciaccona)

Sonata No. 12, Op 2 (Ciaccona)

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Pompe inutili

Unnütze Prahlereien

Worthless pomp

Pompe inutili Che il fasto animate! Non sperated i dar Più tonnento al cor. Ite a terra Vili imasini d'error'.

Unnütze Prahlereien, Die ihr den Stolz aufflackern lasst! Macht euch keine Hoffnungen, dass Ihr dem Herz noch rnehr Pein bringt. Geht zugrunde, Feige Bilder der Verfehlung!

Worthless pomp That encourages Ostentatiousness! Do not hope to Torment my heart any longer. Oh perish, Cowardly images of sin!

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson

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Dovunque il guardo giro

Wo auch immer der Blick umherschweift Where the eyes wanders

Dovunque il guardo giro, Immenso Dio, ti vedo: Nell'opre tue t'ammiro, Ti riconosco in me. La terra. il mar. le sfere Parlan del tuo potere: Tu sei per tutto, e noi Tutti viviamo in te.

Wo auch immer der Blick Umherschweift, Schaue ich dich, erhabener Gott: In deinen Werken Bewundere ich dich, Ich erkenne dich in mir. Die Erde, das Meer, das All Verkündigen deine Macht: Du bist in allem, und wir Alle leben in dir.

Wherever the eye wanders, I see you, magnificent God: I marvel at your works, I recognize you in myself. The earth, the sea, the heavens Proclaim your power: You are in everything, and we All live in you.

Pietro Metastasio

Übersetzung: Elsie Pfitzer

Translation: Phyllis Anderson


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Among the musical dilettantes on European thrones, the Habsburgs were unquestionably exceptional in view of their artistic professionalism, their abiding passion for music, and their active support of outstanding musicians. The Emperors Leopold I (1660–1705), Joseph I (1705–1711), and Charles VI (1711–1740), in particular, established a golden age of music at the Viennese court which was characterized by a strong Italian component and perfected an imperial style with European radiance and dominated by political Catholicism and traditionconscious composition. Whereas Leopold I’s lifetime musical achievements brought him esteem and, concerning the “golden age of the court orchestra” under Charles VI (Eleanor Selfridge-Field), it is even known that the Emperor conducted Johann Joseph Fux’s opera Costanza e Fortezza [Constancy and Fortitude] himself at his coronation in Prague in 1723, the personality of Joseph I is somewhat eclipsed by that of his father and brother. Despite Joseph’s early death and a regency overshadowed by wars, his lofty ambitions should not be overlooked, however. He strengthened the musical legacy and raised the combination of virtuosity and solidness characteristic of Vienna to a new level – even with significant compositions of his own. The idiosyncrasies of this style included the prominent use of trombones in the orchestral writing, which strongly influenced oratorios and masses until Mozart’s day. The view expressed by Johann Mattheson in 1713 that the “magnificent sounding trombone” is “used very rarely except in church pieces and solemn music” correctly describes the situation in Protestant northern Germany, where trombones, as one among many instruments of the Stadtpfeifer [town musicians], played a rather minor role during funerals and motet singing. At the Viennese court, however, trombones were even used as a solo timbre. In addition to liturgical forms such as masses, vespers, and requiem compositions, it was the genre of the sepolcro, in particular, that demanded innovative achievements from the imperial composers. Performed during Holy Week before a replica of the Holy Sepulchre, these “sacred operas,” based for the most part on Italian texts, depicted a series of scenes which could deviate considerably from the Passion story, combining characters from the Old and New Testaments as well as allegorical figures from various sources. More important than theological coherence was the representation of salutary acts and affects, which were vividly portrayed with instrumentation that was hardly feasible elsewhere. The fact that the depiction of the trombone in the Musicalisches Theatrum [Musical Theater], published in the old imperial city of Nuremberg by Johann Christoph Weigel (1715/25),


english explicitly indicates its role in antiquity and the Old Testament is quite consistent with the archaic semantics of this brass instrument favored in Viennese performance practice. The Venetian composer Marc’ Antonio Ziani served as assistant conductor at the Habsburg court from 1700; in 1712 Charles VI promoted him to court music director. His aria “Quel sembiante” [That handsome face] may be regarded as a typical example of the trombone parts in the Viennese repertoire. Its long line features robust imitations with the vocal part; both are supported by a continuo which discreetly advances the harmonic development with effective cadential formulas. After his successful years as music director to Prince Ruspoli in Rome, Antonio Caldara, who also came from Venice, had a profound influence on the music of the Viennese court as assistant conductor from 1717 to 1736. Even by the standards that were applied there, he ranks as one of the most eloquent and – with 34 operas, 25 oratorios, and countless liturgical and secular works – most prolific composers of this milieu. In “Dovunque il guardo giro” [Wherever the eye wanders] from the oratorio La passione di Gesù Cristo [The Passion of Jesus Christ] of 1730, the trombone is assigned a melodic part whose emphatically circling motif embodies the priestly quality of the instrument. The aria “Dio, qual sia” [God, whether the judgment] from the oratorio Naboth (1729) begins with a deliberate bass line in which the alto trombone enters almost too early with a harmonically bold cadence. A relaxed echo game between the soprano and trombone gives way to subtle interweaving; chromatic modulations reveal the intensified emotional state, corresponding to the cry for help of an innocent person in the face of an overly severe judgment. With its incisive structures and bounding affective characters, Caldara’s early oratorio Maddalena ai piedi di Cristo [Mary Magdalene at the feet of Jesus] is one of the master’s most successful scores. The concise “In un bivio” [At a crossroads] combines a melody of almost Handelian grace with an equally elegant basso continuo line. “Pompe inutili” [Worthless pomp] makes the meaninglessness of all worldly splendor clear, with a solo cello over a sotto voce basso continuo. In its noble melodic lines the cello embodies the best of the human soul; the repentant Magdalene fittingly sings a cantilena expressing relief, which rises from her sorrow to heaven. The presto middle section is a resolute abandonment of “errant thoughts” whose disoriented whirling the cello depicts with frenzied arpeggios. Johann Joseph Fux, born in the Austrian state of Styria in 1660, was appointed court music director in 1715, the first non-Italian to hold this position. Known today primarily

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as a music theorist, thanks to his pedagogical dialogue Gradus ad Parnassum [Steps to Parnassus] (1725), his solo motets are characterized by exquisite melodiousness and brilliant counterpoint. His Alma Redemptoris Mater [Loving Mother of our Redeemer] K. 186 can be seen as an attempt, in keeping with the tradition of the Advent and Christmas season, to explore unexpected timbres and textures in a Marian antiphon which was frequently called for and set several times by Fux. In a neutral B-flat major, the work gives prominence to a sensitive trombone part, which is replaced by the violins in animated unison, then combined with the strings in an expansive texture. An almost excessively long introduction, including the virtuosic Allegro, prepares for the emphatic entrance of the voice. Fux then skillfully presents a coloratura display which also allows textual interpretations – for example, in the G minor middle section, with its falling figure at “cadenti” and the chromatic progressions at “natura mirante.” After the return to the opening character (“Virgo prius”), the work closes with the sensitive yet unctuous tone which so often dominates this important functional Catholic repertoire. “Vedi che il Redentor” [See how the Redeemer] from the oratorio Il fonte della salute [The Fountain of Health] is of a different style. The wondrous encounter with the Redeemer inspired Fux to an exquisite combination of soprano, chalumeau, trombone, and violin. Complex sequences of harmonic tension over a walking bass filled with eloquent pauses identify Fux as the teacher of the Dresden church musician Jan Dismas Zelenka. Dispensing with the organ frees the music from the burdens of earthly life. The essence of Fux’s style can be understood in this work – the impeccable counterpoint allows the melody to soar, and the framework of the traditional setting emphasizes the vocal virtuosity. The compositions of Joseph I are well suited to this context. The trombone and voice share the energetic, painstaking linear construction in Alme ingrate [Ungrateful souls]. Not only his courtiers must have praised the musicality of the vocal texture and superbly mastered compositional craft; characteristic features such as the enticing sequences of sixth and seventh chords stand out from the norm. Tutto in pianto [Dissolved in tears] is another aria which the Emperor inserted into an opera by his music director Ziani. Set for soprano and chalumeau – a sister instrument to the early clarinet – the work reveals Joseph’s command of the modern Italian cantata style of Bononcini and Scarlatti. The lovely, elegiac melody and charming string epilogue give the work a remarkable magical quality. According to the research of Friedrich-Wilhelm Riedel, the sung gradual was often replaced


english by two-movement sonatas with an Adagio conclusion in 17th-century Vienna. Fux’s Sonatas K. 365 and K. 373 belong to this type of “half church sonata.” With their succinct and elegantly developed forms, works such as these are among the best of the Viennese repertoire. The Sonata in E minor, which according to orchestra records was performed for the first time in 1728, begins as elegiac music with modal echoes and expansive cadential caesuras. The Allegro, with its hurried ascending movement and skillful harmonic inversions, switches to a more modern idiom, until the Sonata closes with an enigmatic Adagio. The Sonata in A minor, which entered the repertoire in 1726, combines two violins with a continuo group consisting of organ, cello, and trombone. The measured Largo segues into a fugue with an expressive sequential theme and a virtuosic counter melody. Only an Adagio buildup brings this densely constructed perpetuum mobile to a stop. The Sonata à 3, preserved in a collection of the Minorite Convent in Vienna with a mass also composed by Fux and a portrait of Leopold I on the cover title, presents the trombone in its dual historical role as an angular continuo reinforcement and a melodic solo colour in the ensemble. The canzona-like structure combines stylistic devices and compositional types of very different sources – from Corellian bass lines to an archaic tripla section and virtuosic diminutions in the style of Marini to the notated “rustling of wings” in the Austrian violin tradition of Schmelzer and Biber. In this work, which is closely associated with the stylus phantasticus, Fux proves to be a superb master with a broad stylistic horizon. Caldara’s Chiaccona presents a rhythmically faithful but melodically altered variant of the familiar ostinato bass. Still influenced by the spirit and compositional style of the 17th century, in view of its harmonic modulations and frequent changes of position, it already anticipates the trio sonatas of the late Baroque. Anselm Hartinger Translation: Phyllis Anderson

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Lydia Teuscher |

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soprano

Lydia Teuscher was born in Freiburg, Germany and studied at the Royal Welsh College of Music and Drama and at the Mannheim University of Music and Performing Arts. She has performed in recital with pianist Graham Johnson in London, Cologne and Antwerp, and appeared with Helmuth Rilling and the Internationale Bachakademie Stuttgart, Hamburg Camerata and the Barockorchester L’Arco. She has toured in Canada, Australia and Tasmania with Bernard Labadie and Europe with Ton Koopman and the Amsterdam Baroque Orchestra and Choir, and appeared at the Ludwigsburg and Schloss Moritzburg Festivals. Recent engagements include appearances with the Hanover Band in Brighton and London; the Gürzenich Orchestra Cologne with Markus Stenz;

the Royal Concertgebouw Orchestra with Roger Norrington; Double Bande with René Jacobs; Ivor Bolton in Salzburg with Camerata Salzburg and the Orchestra of the Age of Enlightenment in London and on tour in Korea and Japan. In September 2006 she joined the Saxon State Opera in Dresden as a resident artist, where her roles have included Pamina (The Magic Flute), Susanna (The Marriage of Figaro), Ännchen (Der Freischütz), Valencienne (Lehar’s The Merry Widow) and as Gretel in Humperdinck’s Hänsel und Gretel. She has also appeared with the Bavarian State Opera as Pamina and as Ighino in the new production of Hans Pfitzner’s Palestrina; the Glyndebourne Festival as Gretel, Susanna and Cherubino (The Marriage of Figaro); and at Aix-en-Provence and Salzburg Mozart Week with René Jacobs. 


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Capricornus Ensemble Stuttgart The Ensemble The Capricornus Ensemble is named after the Stuttgart court music director Samuel Capricornus and is composed of singers and musicians who know each other from concert tours with leading period music ensembles and share a strong musical affinity for this sound. The ensemble presents programs of music from the Renaissance to the galant style with various complements of internationally renowned artists. Christian Leitherer 路 descant chalumeau

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The Idea The Ensemble regards its namesake Samuel Capricornus and his musical circle as a programmatic challenge. Before Capricornus became court music director in Stuttgart, he was employed as a musician at the imperial court in Vienna, where he became acquainted with the music of the Northern Italian composers Valentini and Bertali. They had brought the musical ideas of such composers as Gabrieli and Monteverdi to Vienna, thus providing Capricornus with invaluable inspiration for his work in Stuttgart.

Katharina Heutjer 路 violin

Leila Schayegh 路 violin


The Program This musical, geographical, and chronological reference point becomes particularly clear in the recordings of CES. The ensemble‘s 2011 CD release Amor sacro – Amor profano with soprano Monika Mauch is devoted to the Venetian Renaissance composer Giovanni Bassano. The recording at hand, Alme Ingrate, features music of imperial Vienna around 1700.

Patrick Sepec · violoncello Johannes Strobl · organ

Matthias Spaeter · archlute


Capricornus Ensemble Stuttgart The Conductor Henning Wiegräbe, a professor at the State University of Music and the Performing Arts in Stuttgart, studied early music at the University of Music in Trossingen and the Schola Cantorum Basiliensis. Since then he has performed with such ensembles as Concerto Palatino, Les Cornets Noirs, Cantus Cölln, Concerto Köln, Musica Fiata Köln, the Orchestre des Champs-Élysées, Collegium Vocale Gent, the Amsterdam Baroque Orchestra, the Freiburg Baroque Orchestra, the Taverner Players, and the Balthasar Neumann Ensemble.

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Henning Wiegräbe · trombone and direction


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MBM

Mielke Bergfeld

Musikproduktion

Nieder-Ramstädter-Str. 190 D-64285 Darmstadt, Germany info@covielloclassics.de www.covielloclassics.de ℗ + © 2013 Coviello Classics A product of MBM | COV 21311 Wir danken Thorsten Mittag und Friedrich Lieb für die finanzielle Unterstützung. We thank Thorsten Mittag and Friedrich Lieb for their financial support. Producer: Moritz Bergfeld and Olaf Mielke Recording: August 14th - 17th 2013 Recording Producer: Moritz Bergfeld Mixdown: Moritz Bergfeld Editing: Nora Brandenburg Booklet Editor: Thomas Jakobi Photos: Privat p. 9 / 23; Privat p. 10 / 24; Privat p. 11 / 25; Miroslav Pilát (Christian Leitherer), Brigitte Fässler (Leila Schayegh) p. 10 / 24; Patrick Charbon (Matthias Spaeter), Bernhard Kägi (Johannes Strobl) p. 11 / 25 © Ad Lumina p. 12 / 26; Moritz Bergfeld p. 17 Cover Photo by Daniel Stockman under Creative Commons license (www.flickr.com) Art Direction: Rita Vas

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Alme Ingrate

Imperial Arias by Emperor Joseph I, Ziani, Fux & Caldara Lydia Teuscher 路 Soprano | Capricornus Ensemble Stuttgart Henning Wiegr盲be 路 Trombone and Direction

COV 21311


Lydia Teuscher - Alme Ingrate_Booklet