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BERLIN

COMEDIAN HARMONISTS

DIE LIEBE KOMMT, DIE LIEBE GEHT


BERLIN

COMEDIAN HARMONISTS DIE LIEBE KOMMT, DIE LIEBE GEHT

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WALTE R DO NALDSO N

J O HAN N E S B R AH M S

(1893–1947)

A H a l l o, wa s m a c h s t d u h e u t ’, D a i sy ?

(1833–1897)

G G u te n A b e n d , g u t ’ N a c h t

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:02

Text: Walter Donaldson, Charles Amberg, Eugen Thiele arr. Paul Bateman

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2:12

Text: Des Knaben Wunderhorn (1st verse), Georg Scherer (2nd verse) arr. Paul Bateman

WALTE R J U R M AN N (1903–1971) B Ve ro n i ka , d e r Le n z i s t d a . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

E M M E R I C H K ÁLM ÁN (1882–1953) H H e u t ’ N a c h t h a b’ i c h g e t rä u m t vo n d i r

2:34

Text: Fritz Rot ter

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:21

Text: Julius Brammer, Alfred Grünwald from the operet ta Das Veilchen vom Montmartre arr. Daniel Große Boymann, Paul Bateman

TH E O M AC K E B E N (1897–1953) C B e i d i r wa r e s i m m e r s o s c h ö n

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:46

F R AN Z WIT TE N B R I N K (*1948) I Zu g s p i tze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Text: Hans Fritz Beckmann arr. Paul Bateman

2:41

Text: Thomas Pigor

ALB R EC HT M ARC U S E [ RO LF M AR BOT ] (1906–1974) B E R TH O LD R E I S F E LD (1906–1991) D M e i n k l e i n e r g r ü n e r Ka k t u s

F R I E D R I C H GLÜ C K (1793–1840) J I n e i n e m kü h l e n G r u n d e . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2:14

F R AN K DO M Í N GU E Z (*1927) K Tú m e a c o s t u m b ra s te . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

M I LTO N AGE R (1893–1979) E Wo c h e n e n d ’ u n d S o n n e n s c h e i n

2:46

Text: Joseph von Eichendor f f

Text: Hans Herda

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:03

2:53

arr. Paul Bateman

Text: Charles Amberg arr. Paul Bateman

ˇ ÁK (1841–1904) A N TO N Í N DVO R WE R N E R R I C HA R D H E Y M A N N (1896–1961) F Li e b l i n g , m e i n H e r z l ä s s t d i c h g r ü ß e n

L E i n e k l e i n e Fr ü h l i n g swe i s e ( H u m o re s ke) Text: Nany Intrator, Hans Lengsfelder

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:37

Text: Rober t Gilber t From Die Drei von der Tankstelle

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. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2:45


F R IT Z K R E I S LE R (1875–1962)

BO N U S

M D i e Li e b e ko m m t, d i e Li e b e g e h t ( Li e b e s l e i d)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:08

BO B DY L AN (*1941) S M a ke yo u fe e l my l ove

Text: Ernst Marischka arr. Paul Bateman

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3:17

arr. Paul Bateman

F R AN Z WIT TE N B R I N K N D e i n n e u e r S te r n . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

3:57

Text: Thomas Pigor

E RWI N BOOT Z

(1907–1982)

O I c h h a b’ f ü r d i c h ’n e n B l u m e n to pf b e s te l l t

BERLIN COMEDIAN HARMONISTS

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2:48

Text: Gerd Karlick arr. Paul Bateman

HARO LD AR LE N (1905–1986) P Ohne dich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Holger Off 1st tenor Ralf Steinhagen 2nd tenor Olaf Drauschke 1st baritone Philipp Seiber t 2nd baritone Wolfgang Höltzel bass Horst Maria Merz piano

3:24

Text: Comedian Harmonists arr. Daniel Große Boymann, Paul Bateman

H O R ST M AR IA M E R Z (*1958) Q Se dici di lasciarmi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Wroclaw Score Orchestra J O R I S BAR T SC H B U H LE

2:59

Text: anonymous arr. Paul Bateman

A L H O F F M A N (1902–1960) / A L G O O D H A R T (1905–1955) / M I LTO N AGE R R Au f Wi e d e r s e h’n , my d e a r (Gib mir den letzten Abschiedskuss) . . . . . . . . .

( A, C, E, G, H, K, M, O, P, Q, R)

4:10

Text: Charles Amberg arr. Paul Bateman

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Das heutige Sextett konnte gar nicht anders, als zusammenzubleiben, auch wenn der eine oder andere sich beruflich anders orientierte und durch einen Neuzugang ersetzt wurde. Als »Berlin Comedian Harmonists« begeisterten die fünf Sänger und ihr Pianist zuerst 300.000 Berliner und dann den Rest der Welt – ja, sie wurden tatsächlich auch nach Sydney als Kulturbotschafter bei der Olympiade eingeladen. Und da sie hervorragende Künstler sind, konnten sie auch nicht stehen bleiben bei diesem einen Erfolgsstück, sondern sie haben sich weiterentwickelt und neue, eigene Programme folgen lassen – die ebenso erfolgreich wurden und nun den Namen einer eigenständigen Gruppe mehr als rechtfertigen. Die neue CD der Berlin Comedian Harmonists erzählt eine Geschichte in Liedern und folgt damit nicht nur den bewährten Programmen der Gruppe, sondern auch den Liederzyklen der Romantik wie Die schöne Müllerin oder Dichterliebe. Nur dass es statt deren tragischem Lebensgefühl nun eben die charakteristische Ironie der 1920er-Jahre ist. Und als Begleiter dient nicht mehr nur das Klavier, sondern eine Jazzband oder gar ein Orchester. Die Lieder sind so populär, dass sich ihr Sinn im Ablauf des Zyklus unmittelbar erschließt – oder eben ihr höherer Unsinn wie beim berühmten Mein kleiner grüner Kaktus. Hallo, was machst du heut’, Daisy? steht für den mutigen ersten Schritt, gefolgt von der Hochstimmung in Veronika, der Lenz ist da mit dem beziehungsreichen Spargelwachstum. Sentimental werden darf es dann

»DIE LIEBE KOM MT, DIE LIEBE GEHT« ..........................................................................................................

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iel Zeit hatten sie nicht, die sechs Künstler, die sich 1928 in Berlin zu den Comedian Harmonists zusammengefunden hatten, und doch wurden sie in den folgenden sechs Jahren weltberühmt. 70 Jahre später taten sich in Berlin wiederum sechs Künstler zusammen, um das Erbe der Comedian Harmonists aufzugreifen. Das Theaterstück Veronika, der Lenz ist da unter der musikalischen Leitung von Franz Wittenbrink (mit dem Text von Gottfried

Greiffenhagen und in der Regie von Martin Woelffer) erzählte in der Komödie am Kurfürstendamm die Geschichte der Comedian Harmonists und sorgte für eine nicht geahnte Sensation. Der Irrwitz der Virtuosität, der Nonsens der Texte, das Spiel von Körpersprache und Mimik, all das verband sich 1997 zu einem so hohen Witz, dass der Abend abzuheben begann: »Standing Ovations. Tobendes Haus«, schrieb die Presse.

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auch: Bei dir war es immer so schön von Theo Mackeben erklingt mit feinem Streichorchester. Die Schmetterlinge im Bauch kommen in Wochenend’ und Sonnenschein zum Ausdruck. Mit Liebling, mein Herz lässt dich grüßen schließt sich ein Klassiker der Comedian Harmonists an. Nun sinkt sie hernieder, die Nacht der Liebe: Das Schlaflied Guten Abend, gut’ Nacht wurde für diesen intimen Moment differenziert für Orchester arrangiert. Es folgt Emmerich Kálmáns Heut’ Nacht hab‘ ich geträumt von dir, das auch die Ur-Comedians schon gesungen hatten – doch hier erklingt es im sanften Streicherglanz. Mit diesen Liedern entrollt sich nicht nur der Zyklus der Liebe, sondern auch eine Parade der speziellen Fähigkeiten dieser Künstler, denen die Zuneigung ihres Publikums entspross: fünf individuelle Stimmen mit eigener Charakteristik plus Klavier und doch ein perfektes Verschmelzen zu einem homogenen Klang. Ihrem Geburtshelfer Franz Wittenbrink bleibt es überlassen, mit Zugspitze den Höhepunkt des Liebesleids zu formulieren. In einem kühlen Grunde, ein Klassiker des romantischen a-cappella-Gesangs, geht dann in die tiefsten Tiefen der Empfindsamkeit. Mit Tú me acostumbraste von Frank Domínguez tritt eine weitere Gefühlswende ein, während die nachdenkliche Kleine Frühlingsweise immerhin von Antonín Dvořák komponiert wurde. Sanfte Klänge begleiten Ernst Marischkas Die Liebe kommt, die Liebe geht nach Fritz Kreislers Liebesleid.


Wittenbrink schrieb mit Dein neuer Stern ein neues Lied ganz im alten Geist sentimentaler Ironie – was in der Nachbarschaft von Ich hab’ für dich ’nen Blumentopf bestellt besonders schön sichtbar wird – dieses Lied hatte Erwin Bootz, der Pianist der Ur-Comedians, geschrieben. Ohne dich (die deutsche Version von Harold Arlens Stormy Weather) führt im Orchesterklang zurück zu den amerikanischen Wurzeln des Gesangsstils der Comedian Harmonists. Und der Pianist der Berlin Comedian Harmonists, Horst Maria Merz, macht mit Se dici di lasciarmi auf sich als Komponist aufmerksam, einem Lied über die Angst vor dem Verlust. Den letzten Abschiedskuss in Auf Wiederseh‘n, my dear verabreichen die Berlin Comedian Harmonists dann im Orchestersound samt Solo-Oboe, aus dem die einzelnen Sänger noch einmal leise hervortreten.

Vor 1933 war das Gefühl noch nicht in Misskredit geraten, und die Comedian Harmonists beherrschten die Balance auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Kunst mit Meisterschaft. Indem die Berlin Comedian Harmonists sich dies ebenso sicher angeeignet haben, können sie sich die neue Freiheit zum Sentiment erlauben, deren Resultat immer ein vergnügtes Schmunzeln ist. Bernd Feuchtner

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The modern sextet could hardly turn down the chance to remain together, even though some of its members have in the meantime gone their separate professional ways and been replaced by new musicians. As the Berlin Comedian Harmonists, the five singers and one pianist delighted 300,000 Berliners before conquering the rest of the world. In 2000 they even travelled to Sydney as their country’s cultural ambassadors at the Olympic Games. And, since they are outstanding musicians, it was unlikely that they would rest on their laurels after their initial success. Instead, they have continued to evolve and produced new programmes of their own, all of them equally successful and now more than justifying their name as a fully independent group. This new CD by the Berlin Comedian Harmonists tells a story in songs and, in so doing, not only follows the group’s tried and tested programming policy but also recaptures the spirit of the song cycles of the Romantic age, such as Schubert’s Die schöne Müllerin and Schumann’s Dichterliebe. Instead of the Romantics’ tragic attitude to life, however, we find the irony that was typical of the 1920s. And the singers are now accompanied not just by a piano but by a jazz band or even an entire orchestra. These songs are so popular that their meaning becomes clear within the course of the cycle – or, in the case of the famously nonsensical Mein kleiner grüner Kaktus (My Little Green Cactus), it is precisely the lack of meaning that is paramount. Hallo, was

“LOVE COMES, LOVE GOES” ..........................................................................................................

he six artists who formed the Comedian Harmonists in Berlin in 1928 had very little time together, and yet the six years that they spent performing under that name were enough to make them world-famous. Seventy years later, another six musicians came together to revive the legacy of the Comedian Harmonists. In 1997 a play retelling the story of the original Comedian Harmonists was staged at the Komödie am Kurfürstendamm under the title Veronica, Spring Is

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Here. Written by Gottfried Greiffenhagen, it was directed by Martin Woelffer and performed under the musical direction of Franz Wittenbrink. The result was an unprecedented sensation. The insane virtuosity, the nonsense texts, the body language and facial expressions all came together to produce such a degree of sublime wit that the evening quickly took off, encouraging the press to write about “standing ovations” and “thunderous applause from a packed house”.

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machst du heut’, Daisy? (Hello, What Are You Doing Today, Daisy?) represents the bold first step and is followed by the elation of Veronika, der Lenz ist da (Veronica, Spring Is Here), spring being the season associated with the growth of asparagus and all that that implies. But the programme also strikes a note of sentimentality: Theo Mackeben’s Bei dir war es immer so schön (With You It Was Always So Nice) is heard with the refined accompaniment of a string orchestra. The lover’s nervousness finds expression in Wochenend’ und Sonnenschein (Weekend and Sunshine). In turn this is followed by one of the Comedian Harmonists’


classics, Liebling, mein Herz lässt dich grüßen (Darling, My Heart Sends Its Greetings). Now sink upon us, night of love: the lullaby Guten Abend, gut’ Nacht (Good Evening, Good Night) was subtly arranged for orchestra for this special moment of intimacy. Next comes Emmerich Kálmán’s Heut’ Nacht hab’ ich geträumt von dir (Last Night I Dreamt of You), a song also performed by the original Comedian Harmonists, but here the arrangement includes a gently shimmering string accompaniment. Together, these songs not only portray an unfolding cycle of love but also demonstrate the specific abilities that account for their audience’s love affair with these performers: five individual voices with their own characteristics plus piano which nevertheless blend together perfectly to create a homogeneous sound. It is left to Franz Wittenbrink, who helped to found the group in 1997, to express the high point of lovelorn suffering with Zugspitze (named after the highest mountain in Germany). In einem kühlen Grunde (In a Cool Valley) is a classic of the genre of the Romantic unaccompanied song that explores the deepest recesses of sensibility. Frank Dominguez’s Tú me acostumbraste (You Got Me Used) represents a further emotional shift, while the music of the reflective Eine kleine Frühlingsweise (A Little Spring Song) was written by no less a composer than Antonín Dvořák. Ernst Marischka’s Die Liebe kommt, die Liebe geht (Love Comes, Love Goes) is based on Fritz Kreisler’s Liebesleid and is notable for its gently under-

stated accompaniment. With Dein neuer Stern (Your New Star) Wittenbrink wrote a new song in the old spirit of sentimental irony, a point that emerges with particular clarity from its juxtaposition with Ich hab’ für dich ’nen Blumentopf bestellt (I’ve Ordered a Flower Pot for You), a song written by Erwin Bootz, the original Comedian Harmonists’ pianist. In terms of its orchestral sonorities, Ohne dich (Without You) – the German version of Harold Arlen’s Stormy Weather – takes us back to the American roots of the Comedian Harmonists’ vocal style. And the pianist of the present-day Berlin Comedian Harmonists, Horst Maria Merz, has also distinguished himself as a composer with Se dici di lasciarmi (If You Ever Say You’ll Leave Me), a song about the fear of loss. Auf Wiederseh’n, my dear (Goodbye, My Dear) is performed by the Berlin Comedian Harmonists in an orchestral arrangement that features a part for a solo oboe, the individual singers again emerging quietly from the orchestral background. Before 1933 emotion had yet to fall into disrepute, and the Comedian Harmonists were masters at maintaining the difficult balance between kitsch and art. Now that the Berlin Comedian Harmonists have acquired this mastery in their turn, they can permit themselves the new freedom to indulge in emotion and can thus always count on a contented smile on their audience’s faces. Bernd Feuchtner

« L’A MOUR V IENT, L’A MOUR S’EN VA » ..........................................................................................................

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i les six artistes qui formèrent en 1928 les Comedian Harmonists, à Berlin, n’eurent pas beaucoup de temps devant eux – six années seulement –, ils réussirent quand même à devenir célèbres dans le monde entier. Soixante-dix ans plus tard, en 1997, de nouveau à Berlin, six artistes racontent leur histoire dans un spectacle à l’affiche de la Komödie am Kurfürstendamm, Veronika, der Lenz ist da (« Véronique, le printemps est là »), avec un texte de Gottfried Greiffen-

Translation: Stewart Spencer

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hagen, une musique dirigée par Franz Wittenbrink et une mise en scène de Martin Woelffer. La folle virtuosité de la pièce, l’absurdité des textes, le jeu d’acteur et les mimiques, tout cela se fond avec un tel humour que Veronika fait sensation : « Ovations frénétiques du public, debout, applaudissant à tout rompre », lit-on le lendemain dans la presse. Les six artistes n’ont d’autre choix que de rester ensemble et de former un groupe, baptisé «  Berlin


Comedian Harmonists », même si au cours des années suivantes l’un ou l’autre change de métier et doit être remplacé. Les cinq chanteurs et leur pianiste commencent par enthousiasmer trois cent mille Berlinois, puis le reste du monde – on les invite même aux Jeux olympiques de Sydney comme ambassadeurs culturels. Et comme ce sont des artistes exceptionnels, ils ne restent pas accrochés au succès de Veronika, mais évoluent et donnent naissance à leurs propres programmes, avec lesquels ils continuent à avoir du succès, et qui justifient amplement d’avoir formé un groupe indépendant. Le nouveau disque des Berlin Comedian Harmonists raconte une histoire en chansons, et suit en cela non seulement le principe des programmes du groupe, mais aussi l’idée des cycles de lieder romantiques comme La Belle Meunière ou Les Amours du poète. À la vision tragique de l’existence fait cependant place l’ironie caractéristique des années 1920, et en guise d’accompagnement il n’y a plus seulement un piano mais un groupe de jazz, voire un orchestre. Certaines chansons seront connues même d’un public français (les Comedian Harmonists chantèrent à Paris une partie de leur répertoire en français), mais même si on ne les connaît pas, leur sens – ou leur summum d’absurdité comme dans Mein kleiner grüner Kaktus (« Mon petit cactus vert ») – se dévoile au cours du cycle. Hallo, was machst du heut’, Daisy? (« Allô, que fais-tu aujourd’hui, Daisy ? »), évoque le courage du premier pas, suivi, dans Veronika, der Lenz ist da,

de l’excitation du printemps, saison où «  l’asperge grandit » de façon prometteuse. Le ton peut se faire sentimental, par exemple dans Bei dir war es immer so schön (« C’était si bon avec toi ») de Theo Mackeben, qui est accompagné d’un bel orchestre à cordes. Le cœur bat dans Wochenend’ und Sonnenschein (« Week-end et rayon de soleil »), et avec Liebling, mein Herz lässt dich grüßen (« Chérie, mon cœur te dit bonjour ») l’amour se concrétise par le passage en pensée du vouvoiement au tutoiement. Et voici maintenant la nuit d’amour : la berceuse Guten Abend, gut’ Nacht (« Bonsoir, bonne nuit ») a été arrangée pour orchestre pour mettre en valeur ce moment intime. Suit Heut’ Nacht hab’ ich geträumt von dir (« Cette nuit j’ai rêvé de toi ») d’Emmerich Kálmán, un lied lui aussi déjà chanté par les Comedian Harmonists mais que l’on entend ici avec le doux éclat des cordes. Avec ces chansons se déploie non seulement le cycle de l’amour, mais aussi cette qualité particulière avec laquelle les nouveaux Harmonists ont conquis leur public : leur capacité de fondre leurs cinq voix, qui ont pourtant chacune leur caractère propre, et le piano en une sonorité d’ensemble parfaitement homogène. Il revient à Franz Wittenbrink, l’un des artistes à l’origine de la naissance du groupe, d’exprimer dans sa chanson Zugspitze (en référence à la plus haute montagne d’Allemagne) le sommet du chagrin d’amour. Avec In einem kühlen Grunde («  Dans un endroit frais »), un classique du chant romantique a

cappella, on s’enfonce dans les profondeurs de la sensibilité. Tú me acostumbraste (« Tu m’as habitué ») de Frank Domínguez introduit un nouveau tournant dans le périple sentimental. Elle est suivie de la pensive Eine kleine Frühlingsweise (« Une petite mélodie du printemps  »), dont l’auteur n’est autre qu’Antonín Dvořák. De douces sonorités accompagnent Die Liebe kommt, die Liebe geht (« L’amour vient, l’amour s’en va ») de Ernst Marischka, sur la musique du Liebesleid (« Chagrin d’amour ») de Fritz Kreisler. Autre morceau de Wittenbrink, Dein neuer Stern (« Ta nouvelle étoile ») se situe pleinement dans l’esprit de l’ironie sentimentale d’autrefois, qui ressort particulièrement bien à côté de Ich hab’ für dich ’nen Blumentopf bestellt (« J’ai commandé pour toi un pot de fleurs »), une chanson écrite par Erwin Bootz, le pianiste des Comedian Harmonists. Ohne dich, la version allemande de Stormy Weather de Harold Arlen (Quand il pleut, dans la version française), nous ramène par sa sonorité orchestrale aux racines américaines du style vocal des Comedian Harmonists. Le pianiste des nouveaux Harmonists, Horst Maria Merz, apporte sa contribution de compositeur avec Se dici di lasciarmi (« Si tu parles de me quitter »), une chanson sur la peur de perdre l’être aimé. Les Berlin Comedian Harmonists donnent le « dernier baiser d’adieu » (Gib mir den letzten Abschiedskuss) dans une sonorité orchestrale qui comporte un hautbois solo, et de laquelle se détachent doucement les cinq chanteurs un à un.

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Avant 1933, le sentimental n’était pas encore discrédité, et les Comedian Harmonists maîtrisaient à merveille l’équilibre subtil entre l’art et le kitsch. En s’appropriant ce talent avec la même assurance, les Berlin Comedian Harmonists peuvent se permettre cette nouvelle liberté de faire dans le sentimental – et provoquent inévitablement un petit sourire réjoui. Bernd Feuchtner Traduction : Daniel Fesquet


Recordings: Teldex Studio, Berlin, 2 & 5/2013 (Berlin Comedian Harmonists); Radio Wroclaw, 4/2013 (orchestra) Executive Producer: Renaud Loranger Producers: René Möller; Tobias Lehmann (orchestra) Recording Engineer (Tonmeister): Tom Rußbüldt Project Coordinator: Anna-Lena Rodewald Piano Technicians: Serge Poulain, Siegmar Kesselmann ..........................................................................................................

Publishers: Donaldson-Douglas-Gumble, Inc (Hallo, was machst Du heut’, Daisy?); Wiener Bohème Verlag, assigned to Universal/ MCA Music Publishing GmbH (Veronika, der Lenz ist da; Ich hab’ für dich ’nen Blumentopf bestellt); DreiklangDreimasken Bühnen- und Musikverlag GmbH (Bei dir war es immer so schön); Premiere Music Group/Wiener Bohème Verlag (Mein kleiner grüner Kaktus); Arger, Yellen & Bornstein Inc (Wochenend’ und Sonnenschein; Auf Wiederseh’n, My Dear); Ricordi (Liebling, mein Herz lässt dich grüßen); Edition Marbot (Heut’ Nacht hab’ ich geträumt von dir); Deutsche Grammophon Verlag (Zugspitze; Dein neuer Stern); Continental – Havanna – Editora/Peermusic (Germany) GmbH (Tú me acostumbraste); Schott Music International (Eine kleine Frühlingsweise); Schott Musikverlage International (Die Liebe kommt, die Liebe geht); EMI Mills Music, Inc/Redwood Music Ltd. (Ohne dich); Special Rider Music – alle Rechte für Deutschland, Österreich und Schweiz/Sony/ATV Music Publishing (Germany) GmbH (Make you feel my love)

CD 00289 479 1399

 2014 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin 훿 2014 Deutsche Grammophon GmbH, Berlin Booklet Editor: Jens Schünemeyer Cover & Artist Photos 훿 Harald Hoffmann Design: WAPS Art Direction: Merle Kersten www.deutschegrammophon.com/berlin-comedian-harmonists www.berlincomedianharmonists.de

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Berlin Comedian Harmonists - Die Liebe kommt, die Liebe geht_Booklet