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TRENDBOOK 2012

Die neuen Seiten der Wirtschaft

Fotos: ORF/Thomas Ramstorfer, Fotolia

Endlich ist der Kunde wieder König! Die Banken brauchen Geld – das lässt die Zinsen steigen. Exporte werden unsicher – Konsum wird Schubkraft für die Wirtschaft.

Sonnige Aussichten Neue Dimension für Solarstrom.

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Online-Kühlschrank Willkommen im Web der Dinge.

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In Zeiten der Finanz-, Wirtschafts- und Euro-Krise kommt dem ORF als elektronisches Leitmedium des Landes eine ganz zentrale Rolle zu: Authentische, verlässliche und unabhängige Information zu liefern und den Österreicherinnen und Österreichern mit kompetentem Qualitätsjournalismus Mehrwert und Orientierung zu bieten.“

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz


SPORT, SOCIETY, SHOW

KITZBÜHEL 2012 HEUTE SUPER-G HERREN 11:00 | ÖSTERREICH WÄHLT 20:15 MORGEN ABFAHRT HERREN 10:55 | SIEGEREHRUNG 18:30 SO SLALOM HERREN 9:45 | HEINZL IN KITZBÜHEL 18:55


Ein gutes Jahr für Sparer Wer jetzt die Bankenwelt im Auge behält, kann vom Konkurrenzkampf um den Sparer deutlich profitieren. rosit Neuspar! Die Banken brauchen frisches Geld und gehen auf Kundenjagd – das freut den cleveren Sparer. Es hat sich schon herumgesprochen, dass man in Zeiten wie diesen seine finanziellen Reserven „streuen“, d.h. auf unterschiedliche Anla-

Fotos: Fotolia

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geformen, aber auch Banken aufteilen sollte. Neusparer werden von Banken derzeit mit besonders attraktiven Bonuszinsen für neu eingelegtes Geld gelockt (z.B. BAWAG/PSK, Generali, ING-DiBa). Der Zinsentiefpunkt scheint also hinter uns zu liegen. Im Gegentrend

dazu werden aber auch die Angebote für Stammkunden attraktiver – wer lässt sich schon gerne Kunden wegschnappen? Mit der Hausbank über die Verzinsung zu reden, zahlt sich jetzt aus. Schließlich sind für den Fall des Falles Einlagen

in Höhe von 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert. Wichtig ist es allerdings, sich zu informieren und die ProduktAngebote zu vergleichen. Manchmal ist das Mascherl nicht so rosa, wie es scheint. www.bankkonditionen.at

Cool bleiben und weiter shoppen! Konsum ist eine wichtige Schubkraft für das Wachstum im Inland. ragender Pfeiler der österreichischen Konjunktur und Bremse für einen möglichen Abschwung ist auch die Binnennachfrage. Übersetzt heißt das: gezielt, aber nicht zu viel sparen. Die Stimulierung des privaten Konsums könnte zum entscheidenden Faktor der Wirtschaftsentwicklung werden. Nicht nur in Österreich und Europa, in vielen Ländern zeigt sich dieser Trend. Exporte werden unsicherer, der Heimmarkt gewinnt an Bedeutung. Auch die Inflationsangst treibt die Konsumbereitschaft. Sinnvoll sind

Foto: Fotolia

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Balsam für die Wirtschaft und für das Klima: die thermische Sanierung von Wohngebäuden

nachhaltige Investitionen in thermische Sanierungen oder die Anschaffung neuer energieeffizienter Elektrogeräte, aber auch Ausgaben für Bildung, Gesundheit, Sport und Erholung. Die EU will mit einem 12-Punkte-Plan den Binnenmarkt beleben und stärken. Diese zwölf „Hebel“ sollen bis Ende 2012 allen Marktakteuren, d.h. Unternehmern, Bürgern, Verbrauchern und Arbeitskräften, das Leben erleichtern und zum Trumpf in der Krise werden. Man darf gespannt sein …

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Das Energiezeita Neue Dünnschicht-Solarzellen versprechen ungeahnte Möglichkeiten. Auch Wasserkraft hat noch Ausbaupotenzial.

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nappe Ressourcen sind eine Triebkraft für Innovation. Die Geschichte lehrt uns immer wieder, dass die größten Erfolgsgeschichten in unsicheren oder schlechten Zeiten geschrieben werden. Manchmal muss es einfach

nach unten gehen, damit sich neue Aussichten nach oben öffnen. Vor allem der Boom der Fotovoltaik ist beeindruckend. Dank neu entwickelter Dünnschicht-Solarzellen muss sich auch die privat genutzte Solarenergie nicht mehr auf Dächer

beschränken. Diese Zellen können in Gebäudefassaden integriert werden. Forscher arbeiten bereits an fotovoltaischen Fensterscheiben mit transparenten Solarzellen, die Strom erzeugen. Die Sonne schickt uns jedenfalls genug Energie auf die Erdoberfläche, um den Bedarf der Menschen unbegrenzt zu decken. Da sie aber nachts nicht scheint, werden dringend Stromspeicher benötigt. Auch der Ausbau der Windenergie macht nur mit dem Bau moderner Netze Sinn. Die Chancen stehen gut, dass

Österreich mit seinen Pumpspeicherkraftwerken zur grünen Batterie Europas wird. Der Verbund investiert derzeit massiv in den Ausbau dieser „grünen“ Strombatterien, die langfristig den Strom auch billiger machen können. Auch die heimische Wasserkraft hat noch Potenzial. Sie ist Österreichs wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiezukunft. Noch mehr sonnige Aussichten: Kleine, tragbare Solarmodule sollen in Zukunft übrigens

s m u t s h c a W s e d e Die neue Wieg

Mehr als die Hälfte aller Unternehmensgründungen werden von Frauen gestartet.

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offnungsträger unserer Wirtschaft sind auch Unternehmensgründungen. Trotz oder auch aufgrund der Wirtschaftskrise wagen immer mehr den Sprung in die Selbstständigkeit. Rund 238.000 ÖsterreicherInnen leben als innovative, selbstbestimmte EinPersonen-Unternehmen (EPU) und erbringen spezialisierte Leistungen in hoher Qualität.

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Friseurin oder Schneiderin. Frauen gründen oft auch aus der Not heraus, schließlich ist die Arbeitsmarktsituation für sie oft nicht besonders leicht. Viele sind teilzeitbeschäftigt und wollen mit einer Geschäftsgründung ihre Situation verbessern.

Vor allem bei Frauen ist der Trend zum EPU ungebrochen. Typisch sind hier Gründungen im sozialen, pädagogischen oder heilpflegerischen Bereich, aber auch Dienstleistungen wie

Die viel diskutierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht definitiv auch für die meisten Gründerinnen im Mittelpunkt ihrer Entscheidung. Deshalb gründen sie meist klei-


[ Strom fahren, Geld sparen] Kurzstreckensieger: Strom wird auch die Mobilität der Zukunft bestimmen. Man schätzt, dass im Jahr 2012 weltweit mehr als eine Million E-Mobile zugelassen werden, 80 Prozent davon sollen Hybriden sein. Sie sind vor allem im Stadtverkehr gefragt, denn da ist jede zweite Autofahrt kürzer als zehn Kilometer. Die propagierte

auch Alltagsgeräte, die derzeit noch an der Steckdose hängen, mit Strom versorgen, etwa das Handy oder den Pürierstab. Auch stromproduzierende Autokarosserien könnten schon in naher Zukunft marktreif sein. E-Mobilität würde damit eine neue Dimension bekommen. Elektroautos gleiten lautlos ohne Lärm- und Abgasbelästigung durch die Landschaft, und auch die CO2-Bilanz würde sich rasch verbessern. www.energie-wissen.at

Fotos: Fotolia

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Trendforscher gehen davon aus, dass EPU zu den produktivsten Elementen einer künftigen Ökonomie gehören werden. Jedes EPU sei ein Unikat und könnte zu einer Marke avancieren. Hilfreich sind auch die sozialen Netzwerke. www.gruenderservice.at www.wirtschaftsagentur.at

Fotos: Fotolia

ner dimensioniert und setzen gerade in der Startphase ihr zeitliches und finanzielles Budget so effizient wie möglich ein. Aus diesem Grund müssen weibliche Gründer aber auch weniger oft Konkurs anmelden als männliche Mitstreiter.

Reichweitenangst ist bei Zweitwagen in der City daher unbegründet., denn bei diesen Reichweiten können auch E-Autos nur mit Batterie etwa dreimal pro Woche einfach, bequem und günstig zu Hause an der Steckdose aufgeladen werden.

www.elektroautos.co.at www.elektrotankstellen.net


Mut zur Veränderung Standort stärken, Unternehmensfinanzierung sicherstellen, Internationalisierung forcieren, Innovation vorantreiben, Bildung reformieren. s werden auch 2012 wieder die Betriebe sein, die für Dynamik sorgen und die Konjunktur stärken. Ihr unternehmerisches Denken und Handeln bringt Österreich voran. Allerdings benötigen die Unternehmen dafür bestmögliche Rahmenbedingungen.

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rer, aber notwendiger Anpassungen unseres Pensionssystems. Und natürlich Mut zur Neugestaltung des Bildungssys-

„Gerade in den kommenden herausfordernden Zeiten ruhen auf der Wirtschaft unsere Hoffnungen. Allerdings wird die Wirtschaft den Karren nicht alleine ziehen können“, sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. 2012 muss daher das Jahr des Mutes zu umfassenden Reformen werden. Zum Beispiel in den verkrusteten staatlichen Verwaltungsstrukturen. Dafür ist auch die vielerorts vorhandene Schrebergarten-Mentalität endlich aufzugeben. Mehr Mut braucht es auch bei der Erledigung der Verwaltungsaufgaben und beim Angehen unpopulä-

tems, das in der Vergangenheit gute Dienste geleistet hat. Heute macht es die Kinder und Jugendlichen aber nicht mehr fit für die Zukunft. Jank dazu: „Das Jahr liegt vor uns. Die Handlungsfelder sind klar definiert.“ Vor diesem Hintergrund wird die Wirtschaftskammer Wien heuer selber spezielle Schwerpunkte setzen, die den Wirtschaftsstandort und die Wettbewerbsfähigkeit der Wiener Wirtschaftstreibenden stärken. So ist es etwa vor Kurzem gelungen, eine völlig neue Ko-

operation mit dem Stadtschulrat abzuschließen, bei der zukünftig alle Schüler der achten Schulstufe einen elektronischen Test durchführen, der ihre Talente und Begabungen feststellt. „Wir haben die historische Chance, die Schulen in Richtung Wirtschaft zu öffnen und für bessere Qualifikationen zu sorgen“, so Jank. Ein zweites Leitprojekt der Wirtschaftskammer Wien im neuen Jahr ist die Erstellung eines neuen „Masterplans Einkaufsstadt Wien“, der

„2012 muss das Jahr der Reformen werden.“ WK-Wien-Chefin Brigitte Jank

die hohe Nahversorgungsqualität in den Bereichen Handel, Gastronomie und Gewerbe auch in der Zukunft sichern soll. „2012 kann ein gutes Jahr werden – wenn wir erkennen, dass wir Gestaltungsmöglichkeiten haben und diese auch nützen“, sagt Jank. wko.at/wien

Aus- und Weiterbildung auf Top-Niveau

• Berufsbildungs-Offensive in allen Wiener Pflichtschulen in Kooperation mit dem Stadtschulrat. • Entwicklung weiterer Studienangebote an der FH und der MODUL University Vienna. • Online-Anmeldung zur Lehrabschlussprüfung und Online-Antrag für Feststellungsverfahren.

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BEZAHLTE ANZEIGE

Interessen der Betriebe vehement vertreten • Finalisierung des „Masterplans Einkaufsstadt Wien“ zur Absicherung der Nahversorgung. • Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für Betriebsanlagen über die bereits eingerichteten Arbeitsgruppen. • Einfordern einer konsequenten Umsetzung der Schwellenwerte-Verordnung durch die Stadt. • Wichtige Infrastrukturprojekte wie die S1 NÖUmfahrung sind umzusetzen. • Das Förderwesen muss reformiert und vereinfacht werden. • Produktionsflächen sichern.

Service für Mitglieder weiter verbessern • Umsetzung des elektronischen Ursprungszeugnisses. • Live-Chat zu einzelnen Services. • Erneute Verdoppelung der Kammer-Mittel für die gemeinsame Kreditaktion für KMU. • Verstärkung der Betriebshilfe. • Aufbau Innovationsdatenbank. • Neue Services zum Thema Energie-Effizienz.

Fotos: WKW/Meinrad Hofer; Fotolia (2)

[ Arbeitsprogramm 2012]


Mesut Ates bei NOVOMATIC

Marija Akalovic bei ADMIRAL Sportwetten

Österreicher mit Verantwortung NOVOMATIC und ADMIRAL* – zwei österreichische Unternehmen stehen für faire Regeln. Marija Akalovic (45) setzt als Präventionsbeauftragte mit dem Personal der ADMIRAL SportwettenFilialen die neuen, präventiven Maßnahmen von NOVOMATIC zum Spieler- und Jugendschutz um. Mesut Ates (30), bei NOVOMATIC im Prototypenbau, unterstützt die technische Umsetzung der neuen Entwicklungen für die hohen Standards bei Spieler- und Jugendschutz. Gesellschaftliche Verantwortung wird bei NOVOMATIC und ADMIRAL groß geschrieben. EU-weit vorbildliche Maßnahmen zu Spieler- und Jugendschutz werden in Kooperation mit dem unabhängigen Institut für Suchtforschung und -therapie der MedUni Wien sowie dem Anton-ProkschInstitut entwickelt. Glücksspielverbote sind keine Lösung, denn Prävention ist der beste Spielerschutz. *) ADMIRAL ist eine Tochtergesellschaft von NOVOMATIC


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in Szenario der vernetzten technologischen Zukunft geht von einer Funkverbindung aus, die alle möglichen Alltagsgegenstände, Services und Produkte miteinander vernetzt. Die Grenzen zwischen Online- und OfflineWelt verschwimmen und werden in der Folge gänzlich verschwinden. Die Verzahnung der digitalen Welt mit unseren täglichen Abläufen ist ein großer Trend der nächsten Zeit. Der Computer wird

durch die mobile Internet-Nutzung immer mehr vom Handy und von Tablets verdrängt, denn kein anderes Gerät wird ähnlich ausdauernd auf allen Wegen herumgetragen. Dazu sollen Geräte mit Cloud-Anbindung entwickelt werden. Man spricht vom „Internet der Dinge“. Zukunftsvision ist es, dass nichts mehr explizit pro-

grammiert werden muss und sich die Leistungen den Bedürfnissen und Gepflogenheiten des Nutzers automatisch anpassen.

Schutzhülle der Firma Lifeproof. Sie macht das Handy bis zwei Meter Tiefe wasserfest, hält Staub, Schmutz und Schnee fern.

Das Handy als kleiner Supercomputer für die Hosentasche wird zum Alleskönner. Der Übertragungsstandard NFC (Near Field Communication) ermöglicht die einfache Bezahlung per Handy und macht ECund Kreditkarten Konkurrenz. Musik, Videos und Fernsehprogramme sind über CloudDienste (Online-Speicher) per Datenverbindung abrufbar. Auch Digitaltechnik fürs Auto war ein Blickfang auf der diesjährigen CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas, etwa Funketiketten (RFIDAufkleber), die bargeldloses Parken ermöglichen. Vielversprechend scheint auch eine bruchsichere Hardcore-Handy-

An der Supermarkt-Kassa weiß das Handy, was im Kühlschrank fehlt. Waschmaschine und Heizung können mobil gesteuert werden. Lokalisierte Anzeigen und Rabattgutscheine sollen auf Vorteilsangebote im unmittelbaren Umfeld des HandyNutzers, auf Events oder den Freund im Café um die Ecke aufmerksam machen. www.futurezone.at

Fotos: Fotolia

Alles wird mobil

Am Standort des Headquarters der Novomatic Group in Gumpoldskirchen laufen in der hochmodernen IT-Abteilung alle Fäden des Technologiekonzerns mit weltweit 18.000 Mitarbeitern zusammen.

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Foto: Novomatic AG

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