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GESCHĂ„FTSBERICHT 2012

Dem unternehmerischen Erfolg verpflichtet


HESSENMETALL - Dem unternehmerischen Erfolg verpflichtet

Impressum Herausgeber HESSENMETALL Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V. Frankfurt Redaktion und Koordination Dr. Ulrich Kirsch (verantwortlich) Heike Krasemann Vera Szmoniewski Redaktionsschluss 1. Juni 2012 Grafik CREATUR www.creaturgrafik.de Bildnachweis Christoph Boeckheler Frank Kleefeldt Heike Krasemann Friederike C. Schaab Gerd Scheffler Frauke Syring Druck Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG Frankfurt

Autoren Maja Becker-Mohr Dr. Alexander Bode Heinz Günter Decker Joachim Disser Sascha Drechsel Jörg E. Feuchthofen Stephan Fischbach Dr. Jörg Friedrich Gertrud Hirschhäuser Dr. Stefan Hoehl Dr. Ulrich Kirsch Heike Polierer Dr. Helmut Rau Dr. Franz-Josef Rose Nikolaus Schade Dr. Werner Scherer Achim Schnyder Reinhold Stämmler Charlotte Venema


Inhalt 01 Brief an die Mitglieder

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02 Tarifpolitische Gestaltung Gemeinsam Kurs halten: Starke Betriebe, gute Jobs, faire Chancen Die Tarifrunde 2012: Forderungen, Verhandlungen und Ergebnisse Der streitbare Integrator Im Trend: Die M+E-Industrie auf dem Weg zu mehr flexiblen betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten Die M+E-Industrie in Hessen: Trägt das Fundament langfristig? M+E Mitte: Arbeitswissenschaftliches Forum

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03 Starke Betriebe brauchen einen starken Partner Unternehmerstimmen: Gute Gründe für eine Mitgliedschaft Von E wie Erfahrung bis Z wie Zuverlässigkeit

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04 Lösungsorientierter Dienstleister Die Arbeitswissenschaft: Flexible Gangschaltungen Arbeitsrecht: Unternehmerfreiräume sichern HESSENMETALL-Cluster-Initiative: Exklusives Angebot ausgeweitet Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik: Fokus auf flexibler Beschäftigung Fachkräftesicherung: Vielfältige Services Wirtschafts- und Umweltpolitik: Fokus auf Energie

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05 Überzeugender Meinungsbildner Praktisches Themenmanagement mit und gegen den Mainstream Zielgruppenscharfe Kampagnen Zuständig für die regionale Kommunikation Innovationswettbewerb für den Nachwuchs: M+Eine Zukunft Das HESSENFORUM 2011: Mehr Dienstleistungsgeschäft in der Industrie

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06 Kompetent überall vor Ort M+E Mitte Kompetent überall vor Ort Der Architekt betrieblicher Bündnisse Bezirksgruppe Nordhessen Bezirksgruppe Mittelhessen Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus Bezirksgruppe Offenbach-Hanau Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen

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07 Unsere Bildungswerke Unsere Bildungswerke: Eine Gruppe moderner Dienstleister

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08 HESSENMETALL Organisation Vorstand Mitgliederrat Organisation und Verbundene Organisationen 10 Jahre MetallRente

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HESSENMETALL - Dem unternehmerischen Erfolg verpflichtet

Prof. Dieter Weidemann

Sehr geehrte Mitglieder,

Fit zu neuen Höhen

Ihrem unternehmerischen Erfolg fühlen wir uns als Arbeitgeberverband der größten hessischen Industrie verpflichtet. Das möchten wir Ihnen gerne in diesem Geschäftsbericht für den Berichtszeitraum vom Mai 2010 bis in den Mai 2012 zeigen. Dieser Rückblick interessiert aber Sie und uns nur dann, wenn er uns die Frage beantwortet, welche Lehren wir aus unseren Erfahrungen dieser beiden Jahre gezogen haben, um unsere Zukunft besser zu meistern. Flexibel steuern im konjunkturellen Auf und Ab Das bestimmende Ereignis im Berichtszeitraum war eine fast beispiellose Aufholjagd unserer Metall- und Elektro-Industrie aus der tiefen Finanz- und Weltwirtschaftskrise, die gerade unsere exportstarke Industrie schwer getroffen hat.


Trotz dramatischer Einbrüche bei Produktion und Umsätzen um durchschnittlich 25 Prozent hatten unsere Unternehmen vom Herbst 2008 bis ins Frühjahr 2010 alles darangesetzt, ihre Arbeitsplätze zu halten. Dass es in dieser schwierigen Zeit am Ende nur einen Arbeitsplatzabbau von 5 Prozent gab, ist dieser Fokussierung der Arbeitgeber zu verdanken. Dass dieser Verlust mit über 200.000 neuen Jobs bundesweit und über 14.000 in Hessen fast wieder wettgemacht ist, belegt ein gehaltenes Versprechen. Auf eine V-Konjunktur vorbereitet gewesen zu sein, erwies sich als richtig. Denn ebenso rasant ging es für unsere Unternehmen seit dem Frühjahr 2010 wieder nach oben – mit zweistelligen Zuwachsraten bei den Aufträgen, ein halbes Jahr später bei den Umsätzen und schließlich ein Jahr später auch wieder bei der Beschäftigung. Das alles funktionierte nur, weil die Unternehmen ihren Arbeitnehmern die Treue gehalten hatten, ihre Investitionen in neue Produkte nicht heruntergefahren hatten, deshalb sofort wieder durchstarten konnten und mit ihren Kapazitäten der neuen Aufwärtsdynamik auch deshalb gewachsen waren, weil sie flexibel aufstocken konnten. Sie und wir wissen, dass dies alles mit Produktivitätsverlusten erkauft wurde, die unsere Industrie wieder aufholen muss. Aber da es ein bewusstes Investment war, folgte es einer unternehmerischen Logik. Wo stehen wir im Frühjahr 2012? Die beschriebene Aufholjagd ist an ihr Ende gelangt. Wir waren seit dem Spätherbst 2011 wieder in Produktion und Umsätzen auf dem hohen Vorkrisenniveau angelangt, die Ertragssituation hatte sich deutlich verbessert, der Frühindikator Auftragseingänge kippte im Frühjahr bereits wieder ins Minus, während die nachlaufende Beschäftigung noch moderat anstieg.

können und zugleich langfristig eine strukturelle Aufwärtsbewegung zu sichern. Die entscheidenden Erfolgsparameter sind: • Maßvolle Entgeltsteigerung – bei aller fairen Partizipation der Arbeitnehmer am Erfolg; • Stetige Aus- und Weiterbildung: natürlich Übernahmeperspektiven für die Auszubildenden bei entsprechender Leistung, auch Förderung schwächerer Jugendlicher, aber keine Freitickets; • Flexibilitätspuffer für Kapazitätsschwankungen durch befristete Arbeitsverhältnisse, Zeitarbeit und andere Instrumente; • Ein ausreichender Finanzpuffer, um Krisensituationen zu bewältigen und die Aufgaben des strukturellen Wandels mit erfolgreichen Innovationen zu lösen. Dafür erwarten unsere M+E-Unternehmen Anerkennung und Verständnis bei ihren Arbeitnehmern, in der Öffentlichkeit und bei der Politik. Antizyklische Kontinuität in der Zukunftssicherung Der zyklischen Realität setzen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer den Wunsch nach einer stetigen Aufwärtsentwicklung entgegen: die Arbeitgeber bei den Gewinnen, die Arbeitnehmer bei den Entgelten. Diese Wünsche gegeneinander auszuspielen verringert am Ende immer die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Sie in einer Balance zu integrieren sichert die Motivation für Leistung auf beiden Seiten. Für die Zukunftssicherung bedarf es eines hinlänglichen Finanzpuffers. Wer alles verteilt, verliert auf Dauer seine Handlungsfähigkeit.

Kurz und gut: Wir haben zum Jahresende 2011 die Boomphase verlassen und müssen uns nun 2012 auf eine rückläufige Entwicklung einstellen. Flexibilitätspuffer zur zyklischen Gegenwartssicherung Diese einschneidende Erfahrung der letzten vier Jahre mit markanten Ausschlägen um 25 Prozent nach unten und oben erwarten Sie, wie Sie uns in unseren regelmäßigen Zusammenkünften und Umfragen signalisieren, auch für die Zukunft. Deshalb sehen Sie die Bewältigung dieser wachsenden und heftiger werdenden Ausschläge des Geschäfts als Ihre zentrale Herausforderung an: Fit bleiben, um zu neuen Höhen aufzubrechen, lautet die Aufgabe für unsere starken Betriebe. Und wir als Ihr kompetenter Partner möchten Ihnen zeigen, wie wir Ihnen mit unseren Teams aus Tarifexperten, Juristen, Verbandsingenieuren, Kommunikationsmanagern und Personalcoaches dabei helfen konnten und können, Ihre Unternehmen konjunkturstabiler und krisenfester zu machen.

Volker Fasbender

Schwankendes Auftragsvolumen, immer spezifischere Kundenwünsche und ein zunehmender Wettbewerbsdruck sind aus Ihrer Sicht die Hauptursachen für einen deutlichen Mehrbedarf an unternehmerischem Flexibilitätsspielraum. Denn Beweglichkeit ist die entscheidende Voraussetzung, um Betriebe und Arbeitsplätze sicherer, krisenfester und konjunkturunabhängiger zu machen. Das erfordert eine hohe Kunst des Unternehmertums, um das konjunkturelle Auf und Ab kurzfristig operativ ausbalancieren zu

Denn unsere M+E-Industrie hat auch gewaltige strukturelle Hausaufgaben zu erledigen: Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, sind wir zur Innovation verdammt. Nicht nur die Lebensdauer unserer Produkte wird immer kürzer. Auch neue Trends erzwingen strukturelle Anpassungen. Unsere Industrie muss sie stärker mit Dienstleistungen durchsetzen. Die Produkte müssen informationstechnologisch aufgerüstet werden, also schlauer, selbst lernender, teilweise gar selbst steuernder werden.

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HESSENMETALL - Dem unternehmerischen Erfolg verpflichtet

Auf unserem jährlichen Trendworkshop, dem HESSENFORUM, zeigten uns 2010 Opel Rüsselsheim, dass der Königsweg für den Autoantrieb noch nicht gefunden ist, Siemens Mitte Frankfurt, wie man aus dem Megatrend Nachhaltigkeit Geschäft macht, und Jäger-direkt Reichelsheim, wie man unternehmerisch für ein echtes Miteinander sorgt. 2011 haben uns Pfeiffer Vacuum Asslar, Areva NP Offenbach, Hörmann Automotive Gustavsburg und Schoeller Electronics Wetter Umsatz steigernde Symbiosen aus Industrie und Dienstleistung an erfolgreichen Beispielen vorgeführt. Zur Bewältigung des Fachkräftemangels brauchen wir einen sich für Technik begeisternden Nachwuchs. Wir müssen weiter das große unausgeschöpfte Potenzial der Frauen für uns erschließen. Und wir benötigen neugierig sich weiterbildende ältere Mitarbeiter und sich integrierende Zuwanderer. Fachkräftesicherung ist das große Zukunftsthema, das Sie uns mit wachsender Dringlichkeit ans Herz legen. Unsere Kampagne zur Nachwuchssicherung ist breitschichtig und umfangreich. Was wir z. B. seit vier Jahren in unserem Innovationswettbewerb M+Eine Zukunft von den Auszubildenden und dualen Studiengängern der M+E-Industrie präsentiert bekommen, übertrifft häufig unsere Erwartungen. Und weil wir alle davon gar nicht genug bekommen können, unterstützen wir Sie mit einer umfassenden Nachwuchs-Werbekampagne von Kassel bis Darmstadt. Mit unserer Landesgeschäftsstelle im Frankfurter „Haus der Wirtschaft Hessen“ und unseren Bezirksgruppengeschäftsstellen in Kassel, Wetzlar, Frankfurt, Offenbach und Darmstadt sind wir für Beratung, Service und Problemlösung immer nah bei Ihnen vor Ort. Dies alles und vieles Andere mehr haben wir in unserem Geschäftsbericht für Sie aufbereitet. Wir wünschen viel Spaß beim Durchblättern und Lesen! Das gemeinsam mit Ihnen Erreichte bleibt uns immer Ansporn, besser zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dieter Weidemann Vorstandsvorsitzender

Volker Fasbender Hauptgeschäftsführer


Der neue Vorstandsvorsitzende Der neue Vorstandsvorsitzende ab 14. Mai 2013: Wolf Matthias Mang, Dipl.-Kaufmann Am 8. Mai 2012 hat die Mitgliederversammlung Prof. Dieter Weidemann für das erste Jahr der zweijährigen Periode im Vorsitz bestätigt und Herrn Wolf Matthias Mang mit Wirkung vom 14. Mai 2013 für das zweite Jahr zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL gewählt.

Wolf Matthias Mang

Wolf Matthias Mang führt gemeinsam mit seiner Frau Simone Weinmann-Mang die Geschäfte des Mitgliedsunternehmens Arno Arnold GmbH, Obertshausen. Es stellt mit knapp 100 Mitarbeitern Industrieabdeckungen für Maschinen her. Zugleich ist Mang seit 1995 Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Matthias Oechsler & Sohn GmbH und seit 2000 Aufsichtsratsvorsitzender der im Familienbesitz befindlichen Oechsler AG. Sie fertigt Präzisions-Kunststoffteile und Baugruppen für die Automobil-, Medizinund Elektroindustrie. Um die 2.000 Mitarbeiter sind heute in Ansbach und Weißenburg sowie im chinesischen Taicang beschäftigt. Mang ist seit 2006 im Vorstand der Bezirksgruppe OffenbachHanau von HESSENMETALL, seit 2008 1. Vizepräsident der IHK Offenbach und seit 1996 ehrenamtlicher Arbeitsrichter.

Der neue Verhandlungsführer ab 1. Juni 2012: Dr. Thomas Brunn Am 8. Mai 2012 hat der Tarifpolitische Ausschuss Herrn Dr. Thomas Brunn zu seinem Vorsitzenden und dann zum Verhandlungsführer von HESSENMETALL gewählt. Dr. Thomas Brunn übernimmt die Funktion des Verhandlungsführers von Herrn Wolfgang Huberti, der Unternehmen und Bundesland gewechselt hat und deshalb nicht mehr zur Verfügung steht. Automatisch wird der Verhandlungsführer laut Satzung stellvertretender Vorsitzender von HESSENMETALL. Dr. Thomas Brunn ist seit 2012 als HR Director Alstom Germany für rd. 8.500 Mitarbeiter in Deutschland verantwortlich und bereits seit 2011 als Vice President Human Resources auch international für Central and Eastern Europe, Russia und für Alstom Grid am Sitz in Frankfurt tätig. Seine letzten Stationen als Personalverantwortlicher hatten ihn zu AREVA Transmission and Distribution (bis 2010), Basell Inc. (bis 2005) in Frankfurt, Elkton Maryland USA und Mainz und davor zum BASF-Konzern (bis 1999) geführt.

Dr. Thomas Brunn

Der neue Verhandlungsführer |7


HESSENMETALL - Tarifpolitische Gestaltung

02 Gemeinsam Kurs halten:

Starke Betriebe, gute Jobs, faire Chancen

Die Arbeitgeber von M+E Mitte − gut gerüstet auf dem Weg zur IG Metall

Pragmatische Tarifabschlüsse haben in den letzten Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland gegenwärtig besser dasteht als jedes andere Industrieland. Aber wir müssen uns davor hüten, abgebaute Barrieren wieder neu zu errichten. Volker Fasbender, Mitgliederversammlung am 8. Mai 2012 Die in der Verfassung garantierte Tarifautonomie und pragmatische Tarifabschlüsse haben in den letzten Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland besser dasteht als jedes andere Industrieland. Die „New York Times“ nennt die Entwicklung der deutschen Wirtschaft inzwischen gar „eines der Weltwunder“. Wenn dieser Kurs produktivitätsorientierter, differenzierter und flexibler Tarifabschlüsse fortgesetzt wird, dann bleiben sie das beste Mittel, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in diesem Land zu sichern. Im Laufe einer solchen guten Entwicklung aber steigen die Ansprüche, verhärten sich zu selbstzufriedenem Anspruchsdenken und werden zu selbst geschaffenen Hindernissen, die das eigene Schiff in der internationalen Regatta abbremsen und zurückfallen lassen. Deshalb kann es keine Automatik für eine verantwortungsvolle Tarifpolitik geben. Ein nützlicher Kompromiss, also die Festlegung des Kurses, muss von beiden Seiten gewollt und im zivilisiert geregelten Streit für eine vereinbarte Frist ausgehandelt werden. Sie darf nicht durch Barrieren eines verhärteten Anspruchsdenkens vom Erfolgskurs abgebracht werden. Solche Barrieren z. B. bei Min-

destlohn, Tarifeinheit, Zeitarbeit müssen wir beseitigen, wenn wir die Handlungsspielräume für unsere Betriebe offen halten wollen.

Kein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn! Tariflöhne sind immer Mindestlöhne. Die Tarifparteien können die Besonderheiten ihrer verschiedenen Branchen und Qualifikationen am besten einschätzen. Ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn löst vor allem in strukturschwachen Regionen negative Arbeitsmarkteffekte aus und erschwert den Einstieg in Arbeit für Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte und jugendliche Arbeitslose. Bei sozialen Verwerfungen in einzelnen Bereichen mit geringer Tarifbindung kann das 2009 novellierte Mindestarbeitsbedingungsgesetz angewandt werden. Weitere gesetzliche Maßnahmen, Kommissionen für das Auffinden einer Lohnuntergrenze oder andere Eingriffe in die Tarifautonomie lehnen wir als Arbeitgeber ab.

Keine Auflösung der Tarifeinheit! „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ – dieses Prinzip sicherte jahrzehntelang die erfolgreiche Gestaltung der Tarifautonomie in unserem Land. Das Bundesarbeitsgericht aber hat vor anderthalb Jahren die


Tarifeinheit als zentrales Ordnungsprinzip unseres Tarifsystems aufgegeben. Ohne diese Tarifeinheit – so zeichnet es sich jetzt ab – können kleine Spartengewerkschaften unverhältnismäßige Forderungen aufstellen und mit wenigen Streikenden ein enormes Druckpotenzial aufbauen – obwohl im Betrieb mit der repräsentativen Gewerkschaft für den großen Teil der Beschäftigten ein laufender Tarifvertrag besteht. Deshalb haben wir den Gesetzgeber wiederholt aufgefordert, die Tarifeinheit durch eine Ergänzung des Tarifvertragsgesetzes wiederherzustellen. Denn dass radikale Spartengewerkschaften – wie z. B. die Gewerkschaft der Flugsicherung für die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen – jetzt die Rechtslage ausnutzen, um für wenige Beschäftigte zulasten des Gesamtbetriebs weit überzogene Forderungen durchzusetzen, läuft den Grundsätzen einer fairen und zukunftsfähigen Tarifautonomie zuwider.

Keine Einschränkung der Zeitarbeit! Die Unternehmen benötigen die Zeitarbeit als Instrument der Flexibilität. Die Konjunkturentwicklung ist volatiler geworden, die Unternehmen müssen schnell auf schwankende Auftragslagen reagieren können – hierfür stellt die Zeitarbeit das ideale Ausgleichsinstrument dar. Einschränkungen, insbesondere eine zusätzliche Ausweitung der Mitbestimmung des Betriebsrats im Einsatzbetrieb durch tarifliche Vorgaben in einzelnen Branchen, sind rechtlich zweifelhaft und in der Sache verfehlt. Die Zeitarbeitsbranche hat ein komplettes Tarifwerk, das geordnete kollektive Rahmenbedingungen garantiert. Dies haben andere Branchen zu respektieren. Eine stufenweise Anpassung der Vergütung der Zeitarbeiter an die Vergütung der Stammbeschäftigten im EinsatzBetrieb dagegen gehört zur fairen Behandlung der Zeitarbeiter. Dies können die Tarifparteien der Zeitarbeit besser regeln, als es der Gesetzgeber jemals mit einer pauschalen Regelung leisten könnte.

Keine überhöhten Tarifsteigerungen! In diesem Frühjahr fanden in drei großen Branchen die Tarifverhandlungen statt: In der Metall- und Elektroindustrie, im Öffentlichen Dienst (Bund und Kommunen) und in der Chemischen Industrie. Dabei musste die Entwicklung der Produktivität immer das wichtigste Orientierungsmerkmal sein.

Tarifdemo mit Armin Schild, IG Metall

Die M+E-Tarifrunde 2012: Forderungen, Verhandlungen und Ergebnisse In der M+E-Industrie hatte die Tarifrunde 2012 bereits einen beträchtlichen Vorlauf. Mit der IG Metall führten wir seit November 2011 „Sondierungsgespräche“ in den einzelnen Regionen, um die Spielräume und Chancen für ihre wichtigsten Themen auszuloten. In M+E MITTE kam es am 9. Dezember 2011 zu einem Fachsymposium über Fachkräftesicherung und am 12. Januar 2012 sowie am 10. Februar 2012 zu Sondierungsgesprächen über die Übernahme der Ausgebildeten, über die Förderung der Ausbildungsfähigkeit schwächerer Jugendlicher und über Einschränkungen bei der Nutzung der Zeitarbeit. Mit der Kündigung des Entgelttarifvertrages und der Bestimmungen über die Übernahme der Ausgebildeten übermittelte die IG Metall am 24. Februar 2012 ihre Forderungen: • Anhebung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6,5 Prozent ab 1. April 2012 bei einer Laufzeit von 12 Monaten. • Unbefristete Übernahme von Ausgebildeten im Anschluss an die Berufsausbildung und Verbesserung des Ausbildungszugangs. • Ausweitung der Rechte von Betriebsräten beim Einsatz von Leiharbeitsbeschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie durch ein wirksames Zustimmungsverweigerungsrecht und den Abschluss freiwilliger Betriebsvereinbarungen. Außerdem mahnte sie Gesprächsbedarf an für die Themen „Einbeziehung der dual Studierenden in eine Übernahmeregelung“ und „Information und Mitsprache bei den Werkvertragsbeschäftigten“. In den Verhandlungen am 6. März, 29. März und 19. April 2012 legte die Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE – erstmals ergänzt um die Verhandlungsdelegation des Verbandes der Metallund Elektro-Industrie in Thüringen e.V. (VMET) – ihre Gegenargumente vor und präsentierte ein Angebot: • + 3 Prozent für 14 Monate • Förder-TV für schwache Jugendliche, aber • keine unbefristete Übernahme Ausgebildeter • Ausweitung der 13 Prozent-Quote für 40-Stündler und der sachgrundlosen Befristung • keine zusätzliche Mitbestimmung bei Zeitarbeit • Gespräche über künftige Herausforderungen unserer Industrie Übernahmeverhandlung für M+E Mitte am 22. Mai 2012

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HESSENMETALL - Tarifpolitische Gestaltung

Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Kurs halten – starke Betriebe, gute Jobs, faire Chancen“ betonte die Arbeitgeberseite die Notwendigkeit eines verlässlichen Kurses, der langfristig bezahlbar ist. Die Beschäftigungssicherung der Jahre 2008/2009 war teuer, 2010 und 2011 waren Aufhol-, keine Überschussjahre, 2012 wird nur ein mäßiges Wachstum bringen. Deshalb sind ordentliche Entgeltsteigerungen angebracht, aber keine außerordentlichen. Überzogene Lohnsteigerungen stabilisieren nicht die Wirtschaft, sondern belasten die Betriebe und treiben die Inflation. Fazit: Mehr Jobs sind besser als zu hohe Löhne. Eine pauschale Verpflichtung zur unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten würde den Jugendlichen schaden. Eine Erweiterung der Mitbestimmung des Betriebsrats beim Einsatz der Zeitarbeiter lehnte M+E MITTE entschieden ab. Zeitarbeit ist als Instrument externer Flexibilität unverzichtbar. Eine 4. Verhandlung am 9. Mai 2012 brachte immer noch keine Annäherung der Standpunkte. Stattdessen brach die IG Metall mit Ablauf der Friedenspflicht am 29. April 2012 ab 0:00 Uhr zahlreiche Warnstreiks vom Zaun, die sich über rund zwei Wochen auf mehr als 100 Unternehmen allein im Verbandsgebiet Hessen erstreckten. Und unverhohlen stand die Drohung mit einem unbefristeten Streik im Raum. Dann konzentrierten sich die Verhandlungen im Pilotbezirk BadenWürttemberg. Nach zwei weiteren Verhandlungen wurde dort ein Pilotabschluss am 19. Mai 2012 erzielt. Mit 4,3 % Tariferhöhung erhalten die Beschäftigten ein kräftiges Reallohnplus. Den Betrieben wird bei der Nutzung der Zeitarbeit die notwendige Flexibilität gesichert. Zugleich gibt das Tarifergebnis den Jugendlichen und den Zeitarbeitern bessere Perspektiven. Verabredet wurde die Integration Jugendlicher zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung durch eine tarifliche Rahmenregelung. Eine Verhandlungsverpflichtung Demografie führt zu Themen wie Fachkräftemangel, Wettbewerbsfähigkeit, industrienahe Dienstleistungen und altersgrechte, differenzierte und flexible Arbeitszeitmodelle. Auch wurde die Gegenfinanzierung des Tarifvertrages zum flexiblen Übergang in die Rente für die Zeit bis zum 30. April 2013 sichergestellt. Der Tarifpolitische Vorstand von Gesamtmetall, in dem HESSENMETALL Sitz und Stimme hat, und der IG Metall- Vorstand beschlossen eine bundesweite Übernahme des Verhandlungsergebnisses. Für M+E MITTE und Thüringen erfolgte diese Übernahme in einer Verhandlung am 22. Mai 2012 in Frankfurt. „Der Abschluss beteiligt unsere Beschäftigten an der insgesamt positiven Entwicklung in der Metall- und Elektroindustrie“, kommentierte Dr. Eduard Kulenkamp, Verhandlungsführer M+E MITTE, das Tarifergebnis.

Tarifrunde

Die Bausteine des Tarifpakets 2012 Mehr Geld · Erhöhung der Entgelte um 4,3 Prozent rückwirkend zum 1. Mai 2012

Laufzeit · 13 Monate bis zum 30. April 2013

Regelungen für Zeitarbeitnehmer · Zeitarbeiter können grundsätzlich weiter ohne Einschränkungen eingesetzt werden. Erst nach 24 Monaten im gleichen Betrieb muss ihnen ein Übernahmeangebot gemacht werden. Ausnahmen gelten bei sachlichen Gründen für eine längere Einsatzdauer – zum Beispiel Projektarbeit oder Vertretungszeiten. · Im Rahmen einer freiwilligen Betriebsvereinbarung können weitere Regelungen zum Einsatz von Zeitarbeit getroffen werden, wenn gleichzeitig die innerbetriebliche Flexibilität erhöht wird – zum Beispiel durch einen höheren Anteil der Beschäftigten, die bis zu 40 Wochenstunden arbeiten dürfen, oder ein zusätzliches Arbeitszeit-Volumen der Gesamtbelegschaft.

Integration Jugendlicher in Berufsausbildung · Die Tarifparteien werden ein Modell zur Förderung ausbildungsschwacher Jugendlicher vereinbaren. Ziel ist es, diese Jugendlichen durch betriebliche Unterstützung fit für eine Ausbildung zu machen.

Übernahme von Ausgebildeten · Nach bestandener Abschlussprüfung sollen im Rahmen des betrieblichen Bedarfs Ausgebildete in der Regel in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Dies gilt für alle Jugendlichen, deren Ausbildung im Jahr 2013 oder später endet. · Den betrieblichen Bedarf kann der Arbeitgeber sechs Monate vor Ende der Ausbildung festlegen. In diesem Fall muss er die über Bedarf Ausgebildeten für 12 Monate übernehmen. Alternativ können Arbeitgeber und Betriebsrat den Bedarf vor Beginn der Ausbildung gemeinsam in einer Betriebsvereinbarung festlegen. Dann haben die über Bedarf Ausgebildeten keinen Anspruch auf Übernahme. · Das Gleiche gilt bei akuten Beschäftigungsproblemen oder wenn personenbedingte Gründe eine Übernahme unmöglich machen.

Verhandlungsverpflichtung Demografie · Die Tarifparteien verpflichten sich zu Verhandlungen, die sich mit dem demografischen Wandel und dem absehbaren Fachkräftemangel als Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der M+E-Industrie befassen.

Herausgeber: Arbeitgeberverband Gesamtmetall · Präsident: Martin Kannegiesser · Hauptgeschäftsführerin: Gabriele Sons 10117 Berlin, Voßstraße 16 · 10052 Berlin, Postfach 06 02 49 · E-Mail: info@gesamtmetall.de Redaktion: Martin Leutz (verantw.), Hubertus Engemann, Nico Fickinger, Werner Fricke, Wolfgang Gollub, Peter Haas, Jenni Haberland, Frank Hufnagel, Ulrich Kirsch, Raimo Kröll, Jan Pasemann, Siegbert Pinger, Martin Schlechter, Matthias Schmitt, Inge Schubert,Michael Stahl, Volker Steinmaier, Sabine Stöhr © Produktion und Bezugsnachweis: IW Medien GmbH, Köln · Berlin · Postfach 10 18 63, 50458 Köln · Tel. 0221 4981- 471 Druck: Warlich Druck Meckenheim GmbH

„Für den Nachwuchs in der M+E-Industrie bringt der Abschluss mehr Sicherheit, ohne dass die unternehmerische Freiheit eingeschränkt wird. Die Zeitarbeitsregelung sichert unseren Betrieben die notwendige Flexibilität, eröffnet den Zeitarbeitern aber auch neue Chancen.“ Das Modell der Lohnangleichung, das die Zeitarbeitgeber mit der IG Metall und mit unserer Rückendeckung am 22. Mai 2012 abgeschlossen haben, erhöht durch einen Branchenzuschlag in fünf Stufen für die in unserer Industrie eingesetzten Mitarbeiter die Entgelte um bis zu 50 Prozent nach neun Monaten. „Das ist ein Mehr an Gerechtigkeit, das viele qualifizierte Zeitarbeitnehmer freuen wird. Aber es wird aufgrund der Verteuerung der Zeitarbeit auch manchen gering qualifizierten Zeitarbeitnehmern die Chance auf einen Einstieg nehmen“, bewertete Volker Fasbender das Ergebnis.

Dr. Helmut Rau

Tarifwesen und Arbeitswissenschaft

Kontakt: hrau@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-160 Fax: 069 95808-166

Wir gestalten durch den Tarifverträge unternehmerische Entscheidungsspielräume!

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Der streitbare Integrator

Heinrich A. Fischer zum Ehrenmitglied des Vorstands ernannt Vorstand und Mitgliederrat haben Heinrich A. Fischer im September 2010 im Kreis der führenden Vertreter der Schwesterverbände und des Gesamtmetall-Präsidenten Martin Kannegiesser mit herzlichen Worten der Anerkennung und des Dankes verabschiedet. Heinrich A. Fischer hat die tarifpolitischen Entscheidungen, vor allem auch das Entgeltrahmenabkommen, weit mehr als zehn Jahre entscheidend gestaltet, geprägt und verantwortet. Er wurde in Anerkennung seiner Verdienste um den Verband zum Ehrenmitglied des Vorstandes ernannt. Heinrich A. Fischer steht für ein Unternehmertum mit tiefen sozialen und regionalen Wurzeln. Klare Standpunkte und Ansagen sowie die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen, zeichnen den langjährigen Arbeitsdirektor von VDO und Verhandlungsführer von HESSENMETALL und M+E MITTE aus. In Vereinen und Verbänden, als Arbeitgebervertreter und Arbeitsrichter – Fischer ist seit jeher ein sozial engagierter Bürger. Seine streitbare und zugleich integrative Persönlichkeit bescherte ihm schnell den Respekt der Menschen, mit denen er zu tun hatte: seiner Vorstandskollegen in Unternehmen und im Arbeitgeberverband, seiner Mitarbeiter, der Aufsichtsräte, aber auch der Betriebsräte und IG-Metaller. Wo er sich engagierte, übernahm er schnell Führung und gestaltete den Kurs. Als Arbeitsdirektor von VDO verstand er es immer, die kollektiven Regelungen und die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern für beide Seiten akzeptabel zu gestalten, um individuellen Streit zu vermeiden. Die Kompetenz und Akzeptanz, die er sich in seinem Unternehmen erwarb, seine Entscheidungsfreude, sein Mut zu eigenen Standpunkten, seine Streitlust und Kompromissfähigkeit machten ihn zum idealen Verhandlungsführer für die Arbeitgeber von M+E MITTE. Das alles schafft nur eine wahrhaft integrative Persönlichkeit, ein Integrator, der sich den Respekt von allen Seiten erwarb. Sein Erfolgsrezept? Gesunde und scharfsinnige Streitkultur gepaart mit Pragmatismus und Verständnis für die Stärken und Schwächen der Menschen.

Im Trend:

Die M+E-Industrie auf dem Weg zu mehr betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten 2004

„Pforzheimer Abschluss“: Öffnung für zahlreiche betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten und Abweichungen zur Zukunftssicherung von Betrieben Entgeltrahmenabkommen mit zahlreichen neuen Gestaltungselementen in Form von Öffnungs- oder Kleinbetriebsklauseln sowie neue Möglichkeit für Leistungsentgelt mit Zielvereinbarung

2006

Tarifvertrag Altersvorsorgewirksame Leistungen mit Öffnung für arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung Einmalzahlung 310 Euro differenzierbar zwischen 0 und 620 Euro

2007

Verschiebbarkeit der 2. Stufe der Tariferhöhung und Differenzierung des Konjunkturbonus von 0,7 Prozent

2009

Differenzierung: Verschiebbarkeit der zweiten Tarifperiode um maximal 7 Monate. Ratierliche Kürzung des Einmalbetrages von 122 Euro. Neuer „Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente“ (TV FlexÜ) mit modifizierter Altersteilzeit und betrieblich auswählbaren Demografieelementen Tarifliche Flankierung für Qualifizierungsmaßnahmen in der Kurzarbeit

2010

Neuer Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“ (TV ZiA) mit neuen Instrumenten zur Beschäftigungssicherung: Senkung der Remanenzkosten der Kurzarbeit und Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf max. 26 Stunden mit Teilentgeltausgleich. Verschiebbarkeit der Tariferhöhung ab 1. April 2011 um jeweils zwei Monate in die Zukunft oder nach hinten.

HESSENMETALL sagt zum Abschied Danke – für 41 Jahre Engagement bei uns, 22 Jahre im Vorstand und davon 16 Jahre als stellvertretender Vorsitzender.

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HESSENMETALL - Tarifpolitische Gestaltung

Die M+E-Industrie in Hessen

Trägt das Fundament langfristig? Die beispiellose Aufholjagd nach dem heftigen Einbruch – die Überwindung der schwersten Wirtschaftskrise seit der „Großen Depression“ Ende der 20er Jahre – war eine zweijährige Erfolgsgeschichte für die Unternehmen der hessischen Metall- und Elektro-Industrie bis Ende 2011. Doch die Unsicherheiten nehmen zu, die Wachstumsraten und der Optimismus nehmen ab! Dies zeigen auch die Ergebnisse der Herbstumfrage 2011 von HESSENMETALL.

Das Jahr 2010

Das Jahr 2011

51,2 Mrd. Euro Jahresumsatz 198.500 durchschnittlich Beschäftigte

59,7 Mrd. Euro Jahresumsatz 207.000 durchschnittlich Beschäftigte

2010 brachte für die Unternehmen der hessischen M+E-Industrie eine stetige Verbesserung aller wesentlichen Indikatoren: Im Jahresverlauf 2010 trugen vor allem die Auslandsnachfrage und -umsätze das Wachstum; aber die Inlandsgeschäfte blieben eine starke Basis.

2011 brachte den hessischen M+E-Unternehmen zunächst eine Fortsetzung des Aufschwungs. In der zweiten Jahreshälfte zeigten sich dann aber deutliche Einbrüche bei den Auslandsaufträgen und ein Dynamikverlust bei der Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung. Anders als im Vorjahr haben die Inlandsgeschäfte zunehmend stabilisierend gewirkt.

So ist der „Frühindikator“ Auftragseingänge im Vorjahresvergleich insgesamt um 14 Prozent gestiegen. Die Auslandsnachfrage hat mit einem deutlichen Zuwachs um 28 Prozent den hohen internationalen Wettbewerbsstand der hessischen M+E-Industrie unterstrichen.

Die Auftragseingänge schwächten sich deutlich ab, haben aber im Jahresdurchschnitt insgesamt noch um knapp 5 Prozent zulegen können.

Die Umsätze sind – mit deutlicher Dominanz des Auslands – nach schwächerem Start am Jahresanfang durchgängig zweistellig gestiegen: um mehr als 18 Prozent auf insgesamt 51,262 Mrd. Euro. Damit waren zwar die Einbrüche aus dem Jahr 2009 wieder aufgeholt, aber der Vorkrisenstand des Jahres 2008 noch nicht erreicht worden. Der Exportanteil stieg auf den Rekordwert von 52,6 Prozent.

Bei den Umsätzen gab es noch zu Beginn des Jahres rekordverdächtige Zuwächse von über 30 Prozent, die sich dann aber verlangsamten: Die Gesamtumsätze stiegen im Vorjahresvergleich dann um 16,5 Prozent auf 59,719 Mrd. Euro. Damit ist der Vorkrisenstand des Jahres 2008 mit über 53 Mrd. Euro deutlich überschritten worden. Die Exportquote lag im Jahresdurchschnitt bei 54 Prozent.

Keine Überraschung: Die Beschäftigung hat sich erst in den letzten beiden Monaten des Jahres 2010 mit einem schwachen Plus erholen können – nach anhaltend positiver Entwicklung bei Aufträgen und Umsätzen. Trotz der kontinuierlichen Verbesserung bei den Abnahmeraten sind im Jahresdurchschnitt mit 198.500 Beschäftigten noch immer um 2,6 Prozent weniger Personen als im Vorjahr beschäftigt gewesen. Aber: Die Aufholjagd hatte begonnen.

Die Beschäftigungsentwicklung hat bis in das dritte Quartal hinein mit bisher nie gesehenen Wachstumsraten aufwarten können: Im Jahresdurchschnitt 2011 sind in den Unternehmen der hessischen M+E-Industrie mit fast 207.000 Personen um 4,3 Prozent mehr als vor einem Jahr beschäftigt gewesen. Die Aufholjagd hat sich fortgesetzt. Wie geht es weiter? Angesichts eher rückläufiger Wirtschaftsdaten und zunehmender Unsicherheiten sind Zweifel an einer positiven konjunkturellen Weiterentwicklung angebracht. Die Strukturen der hessischen M+E-Industrie haben sich allerdings in der Krise als robust erwiesen; sie sind Grundlage für einen langfristig kontinuierlichen, stabilen Fortschritt – für Unternehmen und Beschäftigte.

Branchenstruktur

Jahresumsatz 2011: 60 Mrd. Euro

27,8% Automobilhersteller und Zulieferer

Entwicklung der Beschäftigung

15,1% Maschinenbau 19,3% Metallerzeugung und - bearbeitung

Veränderungen zum Vorjahr 3,2%

0% -1,0%

10,3% Metallerzeugnisse

-1,4% -3,3%

7,2% DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse 5% Sonstige Waren 4,5% Rep. u. Inst. von Maschinen & Ausrüstung 2,1% Sonstiger Fahrzeugbau Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, eigene Berechnung

5,0%

0,3%

-3,8% -5,5%

8,8% Elektrische Ausrüstungen

4,4%

-5,8%

-5,5%

Beschäftigte absolut 210

208.524 204.691

200

201.817

200.255

197.130

196.944

198.925 200.801

203.410

205.655

208.828

210.147

190 I/09

II/09

III/09 IV/09

I/10

II/10

III/10 IV/10

I/11

II/11

III/11 IV/11

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, eigene Berechnung


Aktueller Fachkräftemangel: Gelingt die Besetzung? ja

nein 100%

19%

81%

26%

35%

74%

46%

65%

Auszubildende aktuell zukünftig

54%

allg. Fachkräfte aktuell zukünftig

37%

63%

45%

55%

Akademiker aktuell zukünftig

0%

Unsere Umfragen zeigen: Wir können uns der weltwirtschaftlichen Abkühlung nicht entziehen. Um Betriebe und Arbeitsplätze krisenfester zu machen, müssen wir beweglich bleiben, Flexibilitätspuffer wie Zeitarbeit und Befristung nutzen, aber auch Kosten drosseln können.

Quelle: Herbstumfrage, eigene Berechnung

Heinz Günter Decker

Volkswirtschaft und Statistik

Momentaufnahmen aus der Herbstumfrage 2011

Kontakt: hgdecker@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-164 Fax: 069 95808-166

Massiver Mangel an MINT-Berufen Zur „aktuellen Situation beim Fachkräftebedarf“ haben unsere Unternehmen bei der Herbstumfrage 2011 bereits jetzt einen „massiven Mangel im naturwissenschaftlich-technischen Bereich“ konstatiert – und zwar auf allen Ebenen: bei den Auszubildenden, deutlich stärker noch bei den Fachkräften und Akademikern.

Möglichkeiten zur Verbesserung des Fachkräftemangels Spürbare Verbesserung der Fachkräftesituation sehen • ein Drittel in „besserer Schulbildung und Berufsvorbereitung“, • 22 Prozent in „Weiterbildung“, • 16 Prozent in „besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, • 15 Prozent in „qualifizierter Zuwanderung“, besserer Integration sowie Erleichterungen bei Arbeitsgenehmigungen.

Wir als M+E-Industrie sehen mittelfristig nur in der Summe aller dieser Maßnahmen die Chance, den Fachkräftebedarf sicherzustellen. Deshalb packen wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und mit verschiedenen Ansätzen an. Vor allem brauchen wir eine MINT-Offensive. Die Schüler brauchen mehr Unterrichtsstunden in den MINT-Fächern. Die „naturwissenschaftliche, schulische Lücke“ in den Jahrgangsstufen 5 und 6 muss geschlossen werden. Der Unterricht muss praxisorientierter werden. Und Schulen und Unternehmen sollten intensiver und besser kooperieren, um mehr „unentschlossene, aber begabte“ Schülerinnen und Schüler an MINT-Berufe und -Studiengänge heranzuführen.

Möglichkeiten zur Verbesserung Bessere Schulbildung und Berufsvorbereitung in der Schule Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

15%

Höhere Erwerbsbeteiligung Älterer

22%

Weiterbildung von Arbeitnehmern zur Verbesserung der Qualifikation Qualifizierte Zuwanderung und bessere Integration von Migranten

11%

34%

3%

Sonstige Möglichkeiten

16%

Quelle: Herbstumfrage, eigene Berechnung

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HESSENMETALL - Tarifpolitische Gestaltung

M+E Mitte: Arbeitswissenschaftliches Forum Wir-Gefühl, Employer-Branding und Lebensphasen-Orientierung Wie leben und arbeiten wir 2030? Wie erzeugt man im Betrieb ein Wir-Gefühl? Wie sichert man in Zeiten des Fachkräftemangels die Zukunft eines Unternehmens? Das waren die Fragen, denen das Arbeitswissenschaftliche Forum von M+E Mitte am 6. März 2012 in Mainz nachging. Diesen Erfahrungsaustausch über Trends und Lösungsansätze im Umgang mit den über 400.000 Arbeitnehmern der M+E-Industrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und des Saarlands schätzen die Mitgliedsunternehmen sehr: Rund 250 Personalprofis aus allen drei Bundesländern nahmen rege teil. Daraus nur drei Schlaglichter: Beispiel: Wir-Gefühl durch Team-Aktionen und Familienanschluss erzeugen Andreas Bloser erläuterte, wie bei Continental Automotive GmbH, Babenhausen, Verbundenheit erzeugt wird. Die regelmäßige Mitarbeiterbefragung „BASICs live“ verzeichnet hohe Rücklaufquoten und führt zu vielen Verbesserungsmaßnahmen. Das Programm „New Work@Conti Babenhausen“ belegt die Ansatzfelder des Konzerns mit regionalen Initiativen:

Volles Haus

• Kommunikation: z. B. mit einem Frühstücksdialog, • Identifikation: z. B. mit Teilnahme am JP Morgan Lauf, • Chancen: z. B. mit Gesundheitsförderung, • Kultur: z. B. mit einem Familientag. Ein eigenes Fitness-Studio, ein Reinigungsservice für die Mitarbeiter mit 10-prozentigem Preisrabatt, ein Storchenpaket zur Geburt von Mitarbeiterkindern oder ein Familienmittagessen jeden letzten Freitag deuten das Spektrum von Möglichkeiten nur an, das ein großer Automobilzulieferer-Konzern seinen Mitarbeitern bietet. Beispiel: Employer-Branding zahlt sich aus Prof. Dr. Gunther Olesch von der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, berichtete, wie das mittelständische Unternehmen konsequent auf die Megatrends für Human Resources getrimmt wurde: • Globalisierung: durch Flexibilisierung der Arbeitszeit, • Demografie: durch Maßnahmen zur Entwicklung von Migrantenkindern hin zu höheren Abschlüssen, 50-Plus-Paket mit Gesundheitsprogramm, • Ethische Werte: Entwicklung und Vorleben der Unternehmenskultur.


Gute Erfolgsbeispiele

Nach wiederholten Auszeichnungen zum Top-Arbeitgeber erhält Phoenix Contact 1.000 Bewerbungen pro Monat, kann 83 Prozent seines Personalbedarfs – statt nur 63 Prozent durchschnittlich – decken und seine Fluktuation ist kleiner als 1 Prozent, während der Durchschnitt 7 Prozent misst. Beispiel: Auf Mitarbeiter zugeschnittene Arbeitszeitmodelle Stefan Gryglewski erläuterte das viel beachtete Modell lebensphasen-orientierter Arbeitszeit bei der Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen. Weil starre Arbeitszeitmodelle für Mitarbeiter häufig schwer mit der individuellen Lebenssituation und -planung vereinbar sind, bietet Trumpf seinen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitgeber die individuelle Anpassung der wöchentlichen Arbeitszeit: • Festlegung der Basisarbeitszeit (15 bis 40 Wochenstunden). • Für 2 Jahre lebensphasenabhängig freie Wahl der Wochenarbeitszeit in diesem Korridor. • Alle 2 Jahre Möglichkeit zur Rückkehr oder Verlängerung. • Bewilligung richtet sich nach den betrieblichen Belangen.

Stimmen der Teilnehmer

In seinen bisherigen Aktivitäten bestätigt fühlte sich Andreas Fiedler, Personalleiter der Fritz Winter Eisengießerei in Stadtallendorf. So betraf eines der angesprochenen Themen die Gesundheit der Beschäftigten. Wir suchen aktuell einen Gesundheitsmanager, weil wir da für unsere 3.700 Mitarbeiter mehr tun möchten.

Andreas Fiedler hält einen fairen und respektvollen Umgang miteinander für sehr wichtig: „Das ist ein Schlüsselfaktor, damit sich ein Unternehmen in der heutigen Zeit und auch in der Zukunft erfolgreich behaupten kann.“

„ „

„Hier werden genau die Themen angesprochen, die mich interessieren“, stellte Hans-Dieter Gausmann, Personalchef von Carl Cloos Schweißtechnik im mittelhessischen Haiger (700 Beschäftigte), fest: Wir müssen Botschaften und Visionen haben und auch im Blick behalten, damit man gemeinsam auch tiefere Täler durchschreiten kann. Das bleibt mir im Gedächtnis.

Für Marc Hoche, Personalreferent bei Senior Flexonics in Kassel (rund 5.000 Beschäftigte weltweit, 300 in Kassel), war vieles „wirklich aufschlussreich“. Er fügt hinzu: Aber wir müssen flexibler werden und in alle Richtungen denken, wenn wir Dinge verändern möchten und beispielsweise mehr Frauen für die Produktionsberufe begeistern wollen.

Das Produktionsunternehmen beschäftigt, wie so viele, bislang hauptsächlich Männer, die sich eher für Fahrzeugtechnik und Motoren, Industrietechnik, Gebäudetechnik und erneuerbare Energien interessieren.

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HESSENMETALL - Starke Betriebe brauchen einen starken Partner

03 Unternehmerstimmen: Gute Gründe für eine Mitgliedschaft Von E wie Erfahrung bis Z wie Zuverlässigkeit

Kommunikation „Wettbewerbsfähig bleiben heißt Informationen frühzeitig erhalten, Kooperationspartner kennen und öffentliche Themen mit gestalten. HESSENMETALL bietet hierfür eine effiziente Plattform an. Der Schlüssel zum Erfolg heißt Kommunikation: Erfahrungsnetzwerke, gemeinsame Initiativen, regionale Anpassungen. Dr. Michael Kassner, Leiter der Siemens AG Region Mitte

Erfahrung „Akkumulation und Umsetzung operativen Wissens führen zu Erfahrungskurven mit Effizienzgewinnen. Solche Erfahrungskurven bietet HESSENMETALL – über das gesamte Spektrum der Industrie.“ Andreas Meyer, Geschäftsführer Hörmann Automotive Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH ist für die Herstellung hochwertiger Komponenten und Anbauteile für die Pkw- und Lkw-Fertigung zuständig und bei der Chassis-Produktion schwerer Nutzfahrzeuge Marktführer.

Die Region Mitte der Siemens AG mit Sitz in Frankfurt bietet ihren Kunden Lösungen für eine effiziente Produktion in allen industriellen Branchen, Mobilitäts-, Gebäude- und Energietechnik für moderne Städte und Infrastrukturen, nachhaltige Antworten für die Energieerzeugung, -übertragung und -nutzung sowie innovative Medizintechnik für die zahlreichen Kliniken und Großpraxen der Region.


Kompetenz

Konfliktlösung „Vorausschauendes Handeln vermeidet Unternehmenskrisen. Dabei kann es zu konfliktreichen Auseinandersetzungen mit der Arbeitnehmerseite und dem Sozialpartner kommen. HESSENMETALL ist bei diesen Konfliktlösungen der richtige Partner.“

„Um flexibel auf Krisen reagieren zu können, braucht man kompetente Partner. Die Mitgliedschaft in einem leistungsfähigen Verband ist dabei eine kosteneffiziente Lösung.“ Holger Kimmes, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor, Adam Opel Die traditionsreiche Adam Opel AG brachte sich ab 2009 mit den neuen Modellen Insignia, Astra und Meriva sowie dem Ampera, als erstem seriengefertigten Elektroauto Europas, wieder in eine starke Position im Wettbewerb.

Andrea Bauer, Geschäftsführerin Vacuumschmelze Die Vacuumschmelze GmbH & Co. KG in Hanau ist Technologieführerin in der Herstellung weichmagnetischer Stoffe und Dauermagneten, die auf vielen verschiedenen Einsatzgebieten, von der Automobilindustrie über den Handel bis zur Windenergie, nachgefragt werden.

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HESSENMETALL - Starke Betriebe brauchen einen starken Partner

Reputation

Netzwerk „Auch große internationale Unternehmen brauchen Netzwerke vor Ort. HESSENMETALL bietet Unternehmen wertschöpfende Cluster, um unternehmensübergreifend gemeinsam Problemlösungen voranzutreiben.“ Gerhard Weber, Senior Vice President Operations Cockpit, Display & Cabin Systems, Diehl Aerospace Diehl Aerospace GmbH hat sich am Standort Frankfurt auf die Produktion sowie die Betreuung von Avioniksystemen spezialisiert und ist zuletzt in den Rang eines First Tier Suppliers bei Airbus Industries aufgestiegen.

„Reputation ist ein wichtiges immaterielles Gut. HESSENMETALL unterstützt das Reputationsmanagement von Unternehmen in vielfältigster Weise und hilft, Vertrauen nachhaltig aufzubauen.“ Gottlieb Hupfer, Vorsitzender der Geschäftsführung, EnviroChemie Die EnviroChemie GmbH ist in der Wassertechnik mit ihren technologisch hochwertigen Lösungen sowie einer Vielzahl eigener Patente führend und wurde als Hessen-Champion 2010 in der Kategorie „Neue Produkte und Entwicklungen“ ausgezeichnet.


Vertrauen

Veränderung „Für Veränderungen auf den Märkten benötigen wir richtig ausgebildetes Personal. HESSENMETALL unterstützt uns dabei mit einem eigenen, vielfältigen Bildungs- und Trainingsangebot.“

„Wirtschaft lebt vom Vertrauen. Wenn Vertrauen verloren geht, funktioniert das Geschäft nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen Vertrauen pflegen – bei Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Banken und der Politik. In Vertrauenskrisen eines Unternehmens hilft HESSENMETALL professionell, Vertrauen wieder aufzubauen.“ Askan Duhnke, Geschäftsführer Berkenhoff Die Berkenhoff GmbH produziert als Marktführer im Segment der Feindrähte innovative sowie hochwertige Hightech-Präzisionsdrähte und vertreibt diese über die Dachmarke bedra® erfolgreich in über 50 Länder der Welt.

Andreas Peiker, Geschäftsführer, peiker-Unternehmensgruppe Die peiker acustic GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Friedrichsdorf hat mit ihren Produkten entscheidend dazu beigetragen, die Welt des Entertainments im Fahrzeug mittels Handy, Smartphone und anderer Technologien salonfähig zu machen.

Zuverlässigkeit „Gerade bei konfliktreichen Auseinandersetzungen bedarf es einer hohen Rechtssicherheit. HESSENMETALL vertritt dabei die Arbeitgeber mit präziser Zuverlässigkeit und hoher Fachkompetenz.“ Wolfgang Winkelmann, Geschäftsführender Gesellschafter, Schoeller-Electronics Schoeller-Electronics GmbH deckt das Segment der hochwertigen Leiterplatten ab und ist Technologieführer bei Starrflex- und Hochfrequenzleiterplatten, nachdem sich das Unternehmen nun verstärkt auf den High-End-Bereich konzentriert.

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HESSENMETALL - Lösungsorientierter Dienstleister

04 Die Arbeitswissenschaft:

Maßgeschneiderte Gangschaltungen zum Beschleunigen oder Verlangsamen

Wir bieten Service für schnelle Schichtanpassungen an volatile Auftragslagen und Unterstützung bei der Leistungsbeurteilung bis hin zur Mitarbeiterentwicklung!

21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9

Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten Schichten

168 Wochenstunden 160 Wochenstunden 152 Wochenstunden 144 Wochenstunden 136 Wochenstunden 128 Wochenstunden 120 Wochenstunden 112 Wochenstunden 104 Wochenstunden 96 Wochenstunden 88 Wochenstunden 80 Wochenstunden 72 Wochenstunden

+40% +33% +27% +20% +13% +7% ±0% -7% -13% -20% -27% -33% -40%

Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung Personalveränderung

Nikolaus Schade

Gangschaltungsmodell

Kontakt: nschade@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-180 Fax: 069 95808-5180

Beschäftigten ein regelmäßiges Feedback über die persönliche Leistung gegeben wird. Führung stetig wahrzunehmen ist die Herausforderung, die für die Bewältigung des Fachkräftemangels zwingend notwendig ist. So wurde zum Beispiel auf einer Veranstaltung vor über 250 Teilnehmern berichtet, dass die ganzheitliche Mitarbeiterentwicklung wesentlicher Bestandteil der jährlich stattfindenden Leistungsbeurteilung geworden ist.

Arbeitswissenschaft

Unsere Betriebe müssen sich an ihre Auftragslage anpassen. Die Verbandsingenieure von HESSENMETALL müssen sich ebenfalls kurzfristig auf die veränderten betrieblichen Fragestellungen einstellen. Zwar bleiben die Kernthemen wie zum Beispiel die Arbeitszeitgestaltung gleich, manche Unternehmen reagieren als „Seismographen“ aber sehr schnell auf negative wirtschaftliche Entwicklungen, spüren und handeln sofort: von Arbeitszeitreduzierung, Reduzierung von Betriebsnutzungszeiten über das Herunterfahren der Schichten innerhalb der Woche. Andere Unternehmen verfügen hingegen über langfristige Auftragsbestände und müssen über die Erhöhung von Arbeitszeitvolumen nachdenken. Beide Gruppen brauchen flexible maßgeschneiderte Lösungen. Auch an einen Schichtplan werden heute immer höhere Anforderungen gestellt. Er muss zum einen den Kapazitätsbedarf des Unternehmens decken und zum anderen den persönlichen Interessen der Mitarbeiter gerecht werden. Die Gangschaltungsmodelle unserer Ingenieure [s. Abb.] erleichtern es dem Unternehmen, die Schichten auch bei extremen Ausschlägen der Auftragslage mit kurzfristigen Ansagen abzubremsen oder zu beschleunigen. Das Leistungsentgelt wird in der Regel unabhängig von aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen betrachtet. Der Trend zur tariflichen Leistungsbeurteilung nimmt nicht nur die monetäre Seite, sondern die gesamte Mitarbeiterentwicklung in den Blick. Sie wird vom Betrieb mit hohem Schulungsaufwand begleitet, führt aber unter konsequenter Beibehaltung der Systematik dazu, dass den

Als Grundlage zur Begleitung von betrieblichen Anpassungsbedürfnissen zeigt sich beispielhaft auch die aufgabenbezogene Verdienststatistik. Mit zuletzt bundesweit über 900 Betrieben und 180.000 Beschäftigten bietet sie Mitgliedsfirmen eine einzigartige Möglichkeit, an einem qualifizierten Entgeltvergleich teilzunehmen. Die Teilnehmer erhalten eine Auswertung, aus der dann je nach Fragestellung betriebsspezifische Lösungen abgeleitet werden können. Beratungsfeld Demografie: ein gutes Angebot Der Fachkräftebedarf ist als Herausforderung der demografischen Entwicklung längst erkannt, aber eine demografiefeste Personalpolitik erfordert einen umfassenden Beratungsansatz, den wir für die Betriebe bereithalten: Modulare Altersstrukturanalysen, Knowhow-Transfer von Älteren zu Jüngeren, lebenslanges Lernen, altersgemischte Teams, ergonomische Anforderungen und ein gründlicher Demografie-Check gehören zum Leistungsportfolio unserer Verbandsingenieure. Jederzeit kann zusätzliche Fachberatung über das Institut für angewandte Arbeitswissenschaften, Düsseldorf, herangezogen werden. Wir sind überzeugt: Demografie ist keine Gefahr, sondern eine Herausforderung mit neuen Chancen für die Personalpolitik.


Zahlreiche Gesetzes- und Rechtsprechungsänderungen im Jahr 2011 haben das Arbeitsrecht nicht übersichtlicher gemacht. Die Juristen von HESSENMETALL bieten hier Unterstützung im betrieblichen Alltag sowie Qualifizierung der Mitarbeiter, bemühen sich aber auch bereits im Vorfeld, Einfluss auf die praktische Handhabung und die Gesetzgebung zu folgenden Themen zu nehmen.

Arbeitsrecht:

Befristete Arbeitsverhältnisse als unverzichtbarer Jobmotor des Arbeitsmarktes Befristete Arbeitsverhältnisse sind ein guter Weg für den Erst- oder Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Mehr als jedes zweite befristete Arbeitsverhältnis wird in ein unbefristetes umgewandelt. HESSENMETALL setzt sich für ein kurzes, an der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof orientiertes Vorbeschäftigungsverbot von drei Monaten anstatt der aktuell nach Bundesarbeitsgericht geltenden drei Jahre ein.

Unternehmerfreiräume sichern Arbeitnehmerdatenschutzgesetz – wir bleiben dran! Der im Sommer 2010 durch das Bundeskabinett verabschiedete Gesetzesentwurf für ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz hat das Ziel, praxisgerechte Regelungen und verlässliche Handlungsgrundlagen für den Arbeitgeber zu schaffen, verfehlt. HESSENMETALL begrüßt deshalb die angestoßene Initiative zur Verbesserung des Entwurfs durch den federführenden Innenausschuss. HESSENMETALL setzt sich dafür ein, • dass die Nutzung von Arbeitnehmerdaten im Konzernverbund schrankenfrei bleibt; • dass die Datenerhebung und der Datenabgleich zur Bekämpfung von Korruption und anderen schwerwiegenden Pflichtverstößen z. B. auch durch Videoüberwachung möglich bleiben; • dass der Einwilligungsvorbehalt erhalten bleibt, der Arbeitnehmern und Arbeitgebern mit Hilfe von Arbeitsvertrag und Betriebsvereinbarung eine individuelle Ausgestaltung des Datenschutzes gestattet. Die Verabschiedung der nationalen Regelung ist vor allem durch die geplante EU-Verordnung zum Datenschutz in Gefahr. HESSENMETALL wird weiterhin die Umsetzung in nationales Recht anmahnen und alles dazu beitragen, das auch der europäische Gesetzgeber die genannten Forderungen in der Verordnung verankert.

Europa stellt hohe Anforderungen Zahlreiche Vorgaben aus Brüssel und Luxemburg erfordern kompetente Beratung bei der Umsetzung in den Betrieben. Im Arbeitsund Sozialrecht halten wir Informationsbroschüren über die Rechtsvorschriften anderer europäischer Länder bereit, informieren und unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen bei der Beachtung der Grundsatzentscheidungen des Europäischen Gerichtshofes und nutzen die über Gesamtmetall und BDA aufgebauten Netzwerke zu CEEMET und BUSINESS EUROPE für die vertiefte Befassung mit rechtsvergleichenden oder wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen – vom Europäischen Betriebsrat über die Altersdiskriminierung bis zur Auslandsentsendung von Mitarbeitern. Fünf Jahre Diskriminierungsgesetz: außer Kosten nichts gebracht Das Allgemeine Gleichstellungs-Gesetz und die Rechtsprechung des EuGH und des BAG dazu haben seit Einführung des Gesetzes für zahlreiche Rechtsunsicherheiten bei unseren Mitgliedern gesorgt. Hinzu kommen die hohe Kostenbelastung und ein erheblicher Bürokratieaufwand. Aus diesem Grund setzt sich HESSENMETALL dafür ein, die diskutierte Ausweitung der Antidiskriminierungsrichtlinien auf europäischer Ebene zu verhindern.

Familienpflege praxistauglich gestalten Seit Anfang 2012 greift das neue Familienpflegezeitgesetz mit zusätzlichem Sonderkündigungsschutz und Freistellungen von bis zu 15 Monaten sowie umfangreichen Dokumentationspflichten. HESSENMETALL wird hier für notwendige Korrekturen eintreten. Es besteht Einigkeit mit dem DGB, dass die Konstruktion dieses Gesetzes nicht zukunftsfähig ist, da sie mit einem großen wirtschaftlichen Risiko für beide Parteien sowie mit einem hohen Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber verbunden ist.

Dr. Franz-Josef Rose Arbeitsrecht

Kontakt: frose@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-170 Fax: 069 95808-5171

Das Kompetenznetzwerk unserer Juristen sichert den Mitgliedern ein Höchstmaß an Expertise

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HESSENMETALL - Lösungsorientierter Dienstleister

HESSENMETALL Cluster-Initiative: Exklusives Angebot ausgeweitet Jun.-Prof. Dr. Alexander Bode HESSENMETALL Cluster-Initiative

Kontakt: bode@cluster-initiative.de Tel.: 06151 16 65 66 Fax: 06151 16 65 03

Wir vernetzen M+E-Unternehmen mit Forschungseinrichtungen – hiervon profitieren unsere Mitglieder

Mit der im Juli 2011 neu besetzten HESSENMETALL Stiftungsjuniorprofessor für „Cluster- & Wertschöpfungsmanagement“ an der TU Darmstadt bietet HESSENMETALL seinen Mitgliedsunternehmen einen exklusiven Zugang zur einzigen Technischen Universität in Hessen. Prof. Dr. Alexander Bode und sein Team sind für die Organisation der seit nunmehr fünf Jahren bestehenden HESSENMETALL Cluster-Initiative verantwortlich und betreuen aktuell vier Industrie-Cluster in Hessen: Automotive Mittelhessen, Aviation Rhein-Main, Spritzguss Nordhessen, Automatisierungsregion Rhein-Main-Neckar. Die Cluster-Initiative wächst auch in diesem Jahr weiter, z. B. soll der Spritzguss-Cluster auf Basis einer Studie zur Kunststoffregion Nordhessen erweitert werden, in der alle relevanten Unternehmen erfasst und ein Konzept zur Entwicklung dieser Industrie entwickelt werden. Zum anderen ist die Cluster-Initiative seit 2011 in Südhessen in das Cluster-Management der Automatisierungsregion Rhein-Main-Neckar eingestiegen und organisiert Arbeitskreise sowie Projektgruppen. Eine neue Aktivität soll im Laufe des Jahres 2012 den hessischen Mittelstand bei der Internationalisierung unterstützen. Als Pilotprojekt werden alle interessierten Unternehmen für eine Delegationsreise von Wirtschaftsstaatssekretär Saebisch nach China umfassend vorbereitet, durch ein Angebot an interkulturellen Trainings und Expertenvorträgen zum Business in China. Für fachspezifischen Austausch werden an der Cluster-Akademie unterschiedliche Veranstaltungsformate angeboten, zu denen auch externe Experten eingeladen werden. 2011 fanden Cluster-Foren bei VW in Baunatal und bei SMA in Kassel zum Wissenstransfer statt. An allen Veranstaltungsformaten können HESSENMETALLMitglieder kostenlos bzw. vergünstigt teilnehmen.

In der Forschung greift die Initiative auf die Kompetenz der TU Darmstadt zurück und bietet damit den Unternehmen anwendungsorientierte Projekte an. 2011 wurden vier Forschungsprojekte mit HESSENMETALL-Unternehmen erfolgreich durchgeführt.

NETZWERK

GEMEINSAM WISSEN

Bereits in vier HESSENMETALL-Clustern tauschen sich Mitgliedsunternehmen aktiv aus: Automotive-Cluster Mittelhessen, Automatisierungsregion Rhein-Main-Neckar, Aviation-Cluster Rhein-Main und Spritzguß-Cluster Nordhessen. TRANSFER

MEHR WISSEN

Im Rahmen der HESSENMETALL Cluster-Akademie bieten wir Ihnen aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung in Form unterschiedlicher Veranstaltungen, Fachtagungen und Schulungen. FORSCHUNG

NEUES WISSEN

Gemeinsam mit unseren Forschungspartnern entwickeln wir im sog. U-Lab (Unternehmens-Labor) für Ihre Unternehmen individuelle, wissenschaftsbasierte Lösungen in den Bereichen Internationalisierung, Innovation und Organisationsentwicklung.


Fusion zur Berufsgenossenschaft Holz und Metall Die vier Berufsgenossenschaften Metall Nordsüd, Hütten- und Walzwerk, Maschinenbau- und Metall sowie Holz haben sich mit Wirkung zum 01.01.2011 zur neuen BG Holz und Metall (BGHM) zusammengeschlossen. HESSENMETALL ist in den ehrenamtlichen Gremien vertreten, und zwar im Vorstand mit den Herren Wilfried-Jürgen Ehrlich (Adam Opel AG) und Friedrich Avenarius (HESSENMETALL) sowie in der Vertreterversammlung den Herren Harald Schmidt (Viessmann) und Dr. Stefan Hoehl (HESSENMETALL). Reform der Unfallsversicherung stockt Noch immer nicht auf dem Weg, aber längst überfällig, ist der 2. Teil der Unfallversicherungsreform, nämlich die Reform des Leistungsrechts. HESSENMETALL wird weiter daran arbeiten, es effizienter und kostengünstiger auszugestalten.

Dr. Werner Scherer

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Kontakt: wscherer@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-200 Fax: 069 95808-205

Wir haben Erfahrung mit der Politik: Für eine erfolgreiche Interessenvertretung der M+E-Industrie.

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik: Fokus auf flexibler Beschäftigung Bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit unterstützt

Vollbeschäftigung gelingt, wenn alle mitmachen

Zum 30.04.2011 liefen die Arbeitsmarktzugangsbeschränkungen für die EU-Staaten (mit Ausnahme Bulgariens und Rumäniens) aus. Dadurch wurde innerhalb der EU eine neue Arbeitnehmerfreizügigkeit Realität. HESSENMETALL nahm dies zum Anlass, zusammen mit der VhU am 5. April 2011 im Bildungshaus Bad Nauheim eine gut besuchte Veranstaltung durchzuführen. Die Teilnehmer wurden aus dem Blickwinkel des Arbeitsrechts, des Arbeitsförderungsrechts, des Ausländerrechts, des Steuer- und des Sozialversicherungsrechts über die häufig schwierigen Fragen bei der Entsendung von deutschen Arbeitnehmern ins Ausland wie auch der Beschäftigung von Ausländern in Deutschland informiert – ein Themenbereich, der weiterhin an Relevanz gewinnen wird.

HESSENMETALL hat in einer umfassenden Publikation detaillierte Vorschläge gemacht, wie die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduziert werden kann: durch eine Vertiefung der flexiblen Beschäftigung. Zusammen mit der VhU und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft hat HESSENMETALL dazu im Herbst 2011 die Broschüre „Perspektive Vollbeschäftigung – Einstiegschancen verbessern, Aufstieg unterstützen, Bildungserfolg steigern“ vorgelegt (www.vhu.de) und auf einem hochkarätig besetzten Forum am 18.04.2012 im Haus der Wirtschaft Überzeugungsarbeit geleistet. Rücknahme der Kurzarbeiterregelung abgemildert Im Zuge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente hat der Gesetzgeber einige in Zeiten der Krise 2008/2009 eingeräumte Vergünstigungen wieder zurückgenommen, darunter auch die Erleichterungen bei der Kurzarbeit. Allerdings konnte die Metall- und Elektroindustrie im Schulterschluss mit anderen Branchen den Gesetzgeber zu einer Bestimmung bewegen, wonach sich eine infolge einer Beschäftigungssicherung abgesenkte Arbeitszeit nicht nachteilig auf die Höhe des Kurzarbeitgeldes auswirkt, wenn im Anschluss an die Beschäftigungssicherung doch kurz gearbeitet werden muss.

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HESSENMETALL - Lösungsorientierter Dienstleister

Fachkräftesicherung: Vielfältige Services Kampagne Duales Studium Hessen Mit Praxis-Dialogen in Wetzlar, Eltville, Darmstadt und Kassel unterstützte der Arbeitgeberverband HESSENMETALL 2011 und 2012 die Kampagne Duales Studium Hessen. Vertreter aus der regionalen Wirtschaft und Fachleute aus den Hochschulen und Berufsakademien diskutierten über Gegenwart und Zukunft des dualen Studiums. Besonders mittelständische M+E-Unternehmen in den Regionen haben die Vorteile der Kombination aus akademischem Studium und betrieblicher Praxis erkannt: „Top-ausgebildete, hochmotivierte junge Fachkräfte, die schon während der Ausbildung tolle Arbeit leisten. Duale Studiengänge bringen unsere Personalentwicklung wirklich weiter“, ist Ralf Keller überzeugt, Personalleiter der Eltviller Jean Müller GmbH. Das Duale Studium Hessen ist eine Dachmarkenkampagne des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Strategisches Ziel der Kampagne ist der Ausbau des innovativen Studienmodells "duales Studium". Dazu wird ein verstärkter Kooperationsprozess von Unternehmen, Anbietern von dualen Studiengängen und den interessierten Abiturientinnen und Abiturienten vorangetrieben. Die Kampagne begleitet und fördert diesen Prozess durch Beratung, Marketing, Werbung und PR. Die Kampagne wird umgesetzt durch ein Kampagnenbüro unserer HESSENMETALL-Cluster-Initiative für die Pilotbranche der Metallund Elektro-Industrie. Mehr dazu unter www.dualesstudium-hessen.de.

Charlotte Venema

Betriebliche Personalpolitik und Berufliche Bildung

Kontakt: cvenema@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-296 Fax: 069 95808-155

Wir zeigen unseren Mitgliedsunternehmen Wege auf, wie sie den Fachkräftebedarf sicherstellen können.

„Corporate Learning“ – Baustein einer Personalentwicklung für die Zukunft In international tätigen Unternehmen muss die Personal- und Organisationsentwicklung unterschiedliche Kulturkreise und Bildungssysteme überbrücken. Immer mehr Wissen von Hochschulen, Stiftungen und Organisationen der Wirtschaft wird frei zugänglich und zwar über Internet und mobile Endgeräte an jedem Ort und zu jeder Zeit. Nicht das Faktenwissen, sondern der Lernprozess ist die Kernkompetenz aller, die sich mit Lernen und Kompetenzerwerb befassen. In Unternehmen entwickeln sich Lernformen, die unterschiedliche Zugangswege zu Lernmedien miteinander kombinieren. Klassische Seminare werden durch Angebote zum Online-Lernen und Diskussionsgruppen in Internetforen begleitet. Wissen wird dann bereitgestellt und abgerufen, wenn es im Arbeitsprozess unmittelbar gebraucht wird. Die Trainingsorganisationen der Unternehmen entwickeln sich vom reinen Wissensvermittler zum Lerncoach, der Entwicklungsprozesse im Unternehmen und Lernprozesse der Arbeitnehmer begleitet und fördert. Neue Technologien führen zu einer neuen Form des Umgangs und der Wissensvermittlung. HESSENMETALL hat auf diese Entwicklung bereits 2007 reagiert und bietet mit der Community of Training Practice einen persönlichen Erfahrungsaustausch für alle an, die für Lernprozesse im Unternehmen verantwortlich sind. Ergänzt wird dieses Angebot durch die virtuelle XING-Gruppe „Community of Training Practice“ und dem Corporate Learning Camp, das einmal im Jahr eine erweiterte Gruppe aus Wissenschaft und betrieblicher Praxis für zwei Tage zusammen bringt. Damit bieten wir völlig neue Plattformen zum Erfahrungsaustausch und zur Bildung von Netzwerken an und gewinnen ständig neue Teilnehmer hinzu.

HESSENMETALL nutzt die neuen Medien: Community of Training Practice und die XING-Gruppe „Community of Training Practice“


I AM MINT-Projekt: mehr junge „Unentschlossene, aber Begabte“ an die MINT-Berufsausbildung heranzuführen

Engagement in der Schule Die Gewinnung von Fachkräften fängt schon in der Schule an. Viele Schüler wissen selbst kurz vor dem Schulabschluss noch nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen. Eine möglichst frühzeitige Studien- und Berufsorientierung in der Schule ist daher besonders wichtig. Sie gibt jungen Menschen eine berufliche Perspektive und hilft gleichzeitig, die Abbruchquoten in Studium und Ausbildung zu senken. Eine gute Berufsorientierung nutzt daher Gesellschaft und Unternehmen gleichermaßen. HESSENMETALL engagiert sich intensiv für eine gute Berufsorientierung in der Schule, mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Dieses Engagement bietet die Möglichkeit, potenziellen Nachwuchs, aber auch die Lehrkräfte schon frühzeitig über berufliche Chancen in der Metall- und Elektro-Industrie zu informieren. Dies sollen einige Beispiele verdeutlichen. Das „Gütesiegel für Studien- und Berufsorientierung“ 2011 wurde erstmals das „Gütesiegel für Studien- und Berufsorientierung“ an 90 hessische Schulen vergeben. HESSENMETALL hat sich seit Jahren, gemeinsam mit der VhU und der LAG SCHULEWIRTSCHAFT, für die Einführung eines solchen Siegels stark gemacht. Das Engagement der Schulen für eine gute Studienund Berufsorientierung wird mit dem Siegel sichtbar. Schulen mit Siegel stehen für Qualität in der Berufsorientierung und sind damit ideale Partner für eine Zusammenarbeit mit unseren Unternehmen. Am 6. September 2011 übergab der Vorstandsvorsitzende von HESSENMETALL und Präsident der VhU, Prof. Dieter Weidemann – gemeinsam mit Kultusministerin Dorothea Henzler und dem Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium, Steffen Saebisch – die 90 Gütesiegel in der Deutschen Börse. Unterstützende Materialien zur Förderung der MINT-Berufsausbildung

www.iammint.de www.facebook.com/iammint.de

MINT-Messe im Hessischen Landtag Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) muss bereits im Kindergarten, spätestens in der Schule geweckt und durchgängig gefördert werden. Dies gelingt in Hessen nur bedingt. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 besteht weiterhin eine „MINT-Lücke“. Die Kinder kommen motiviert aus der Grundschule auf die weiterführende Schule und erhalten dort in der Regel keinen MINT-Unterricht. Erst in Klasse 7 beginnt dann der meist auch noch stark „theoretische“ Physik- und Chemieunterricht. Hier ist und bleibt die Politik gefordert, die MINT-Inhalte zu verstärken und den Unterricht praxisorientierter zu gestalten. HESSENMETALL beteiligt sich daher mit weiteren Partnern an der MINT-Messe für Schulen. Diese findet jährlich unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten im Hessischen Landtag – dem Ort der politischen Entscheidungen – statt. I AM MINT-Projekt Dank zahlreicher Initiativen haben sich die Studienanfängerzahlen in den MINT-Studiengängen in den letzten Jahren erfreulicherweise erhöht. Projekte zur Förderung der MINT-Berufsausbildung gibt es dagegen weniger, obwohl hier schon heute der Nachwuchsmangel spürbar und ein überproportional hoher Fachkräftebedarf sicher ist. HESSENMETALL unterstützt daher aktiv das Projekt „I AM MINT“ der Hessischen Landesregierung, das vom Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT initiiert wurde und landesweit umgesetzt wird. Ziel des Projektes ist es, mehr junge „Unentschlossene, aber Begabte“ an die MINT-Berufsausbildung heranzuführen. Hierfür qualifizierte „Azubi-Mentoren“ stehen den Schülern dabei mit Rat und Tat zur Seite, an Nachmittagen in Unternehmen und zudem auf Facebook, der zentralen Kommunikationsplattform junger Leute.

Jörg E. Feuchthofen

Bildungs- und Gesellschaftspolitik

Kontakt: jfeuchthofen@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-210 Fax: 069 95808-155

Wir fordern von der Landespolitik die optimalen bildungspolitischen Rahmenbedingungen für den Industriestandort Hessen ein! | 25


HESSENMETALL - Lösungsorientierter Dienstleister

Ein ausgewogener Energiemix liegt im Interesse der hessischen Unternehmen

Wirtschafts- und Umweltpolitik: W Fokus auf Energie HESSENMETALL setzt sich über die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) energisch für den Abbau staatlicher Belastungen der Unternehmen ein: In der Energiepolitik waren wir Teil einer bundesweiten Initiative von Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden, die eine Begrenzung der EEG-Umlage für zusätzliche Industrieunternehmen erreicht hat: Der Schwellenwert für die Besondere Ausgleichsregelung des EEG wurde von 10 auf 1 Gigawattstunde verringert. Für alle übrigen Betriebe fordern wir weiterhin eine Deckelung der EEG-Umlage auf 2 Cent je Kilowattstunde sowie eine insgesamt viel schnellere Absenkung der Einspeisevergütungen – insbesondere für Strom aus Photovoltaik.

Bereits drei VhU-Energieforen foren fanden mit den Themen statt: Für Klimaschutz – gegen steigende Energiekosten! Neue Stromnetze für die Energiewende!

In der hessischen Wirtschaftspolitik konnten wir eine Ausweitung der kommunalen Wirtschaftstätigkeit in der Energieversorgung – und damit Risiken für die Steuerzahler – eng begrenzen: Die neue Hessische Gemeindeordnung verlangt nun die Beteiligung Privater, wenn Kommunen neu energiewirtschaftlich tätig werden wollen.

Sichere Stromversorgung auch bei Wolken und Windstille!

Dr. Clemens Christmann Wirtschafts- und Umweltpolitik

Kontakt: cchristmann@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-220 Fax: 069 95808-225

Gemeinsam mit allen anderen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden vertreten wir die Interessen der gesamten hessischen Wirtschaft in der VhU. Wir werden weiter für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder kämpfen.

Beim Dauerthema Bürokratieabbau kümmern wir uns um „dicke Brocken“ wie das neue Ärgernis Gelangensbestätigung für die Umsatzsteuerbefreiung. Hier fordern wir den Verzicht auf die neue Muss-Vorschrift, dass für jede Einzelsendung eine kostenpflichtige Empfangsbestätigung gefordert wird. Darüber hinaus treten wir für die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ein. Vor dem Volksentscheid im März 2011 haben wir massiv für die Aufnahme der Schuldenbremse in die Hessische Landesverfassung geworben. Der Defizitabbau kann gelingen, wenn Staat und Kommunen ihre Aufgaben und Ausgaben verringern. Weil wir den Produktions- und Investitionsstandort Hessen attraktiv halten möchten, engagieren wir uns gegen neue Steuern. Die Anhebung der Grunderwerbsteuer und die Einführung von Wasserabgaben sind Negativbeispiele aus rot-grün regierten Bundesländern, denen Hessen nicht folgen sollte.


HESSENMETALL - Überzeugender Meinungsbildner

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Überzeugender Meinungsbildner Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL ist das Netzwerk der Metall- und Elektro-Industrie. Mit unserem Netzwerk der größten Industrie in Hessen wollen wir Meinung bilden und Verständnis dafür schaffen, was unsere Unternehmen für ihren Erfolg brauchen – und dies fast immer gegen eine mentale Reserve und einen systematischen Vertrauensvorschuss, den die Arbeitnehmerperspektive in der Öffentlichkeit und den Medien zugebilligt bekommt. Gegen diesen Widerstand erzählen wir, wie unsere Unternehmen im immer heftigeren und kürzeren Auf und Ab der Weltkonjunktur den Kostenwettbewerb operativ bewältigen. Und wir spüren Erfolgsgeschichten aus dem globalen Innovationswettbewerb auf, wie Unternehmen dennoch strategisch immer wieder langfristig eine Aufwärtsentwicklung hinbekommen. Und schließlich zeigen wir, wie unsere Unternehmen diese doppelte Herausforderung am besten bestehen: in der Teamarbeit der besten Köpfe, die sie für die beste Branche gewinnen und weiter entwickeln.

Unsere Wirtschaftszeitung AKTIV erreicht alle 2 Wochen unsere Mitgliedsunternehmen

In diesem Umfeld die für Arbeitgeberpositionen nötige Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu schaffen, erfordert ein modernes Themenmanagement mit gutem Timing und richtigen Akzenten. Und ein Gespür für spannende Unternehmensgeschichten. Von solchen Erfolgsbeispielen kriegen wir nie genug. Wir sind deshalb immer dankbar für die Mitwirkung unserer Betriebe. Wir sammeln und präsentieren dieses vor allem in unserer Wirtschaftszeitung AKTIV, die im Zwei-Wochen-Rhythmus direkt und gezielt an 25.000 von insgesamt 120.000 Beschäftigten in unseren 520 Mitgliedsunternehmen geht, auf unserer Website www.hessenmetall.de mit inzwischen rund 3.000 Besuchern pro Monat, aber auch in Tageszeitungs-Serien wie „Made in Hessen“, die z. B. die „Frankfurter Neue Presse“ in den berichtsarmen Zeiten gerne in Kooperation ihren 173.000 Lesern bietet.

Dr. Ulrich Kirsch

Kommunikation und Presse Kontakt: ukirsch@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-150 Fax: 069 95808-177

Wir sind die überzeugende Stimme der Unternehmer aus der Metall- und Elektro-Industrie. | 27


HESSENMETALL - Überzeugender Meinungsbildner

Mit und gegen den Mainstream

Jahresvergleich HESSENMETALL 2011/2010

Die Medienbilanz HESSENMETALL zeigt die Anzahl Artikel im Ablauf der einzelnen Monate 2010 und 2011. Worauf basiert die ordentliche Steigerung im Jahr 2011?

120 100 103

80

91

60

62

56 54

40

36

20 0 Artikel

30

Jan

Feb

56 40

28

20 18

23

Mae

Apr

19

7

Mai

Jun

37

27 15

Jul

Aug

31 36 14

11

Sep

8

Okt

18

Nov

2011: 481 (+34%) 2010: 359 Abb. 1: Die Medienbilanz zeigt eine ordentliche Steigerung im Jahr 2011

Der hohe Wert im Februar ist vor allem auf den Innovationswettbewerb für den Nachwuchs „M+Eine Zukunft“ und die Ehrung der besten Hessen bei der Internationalen Physik-Olympiade zurückzuführen, der gerade auch in den Regionen, aus denen die Unternehmen ihre Teams ins Rennen schicken, ein ordentliches mediales Echo erzeugt. Zwei Konjunktur-Meldungen mit den November- und Dezember-Zahlen bereiteten den Boden für die tarifpolitische Botschaft: „Aufholprozess nicht mit falschem Anspruchsdenken gefährden“.

Gemeinsam sind wir (auflagen-)stark Mittelhessen 171.000

Landesgeschäftsstelle 606.000

Offenbach-Hanau 243.000

Wenngleich der Dezember nach Anzahl der Artikel eher bescheiden aussieht, fährt die M+E-Herbstbilanz – die detailreichste Umfrage bei den 520 Mitgliedsunternehmen – regelmäßig den höchsten medialen Einzelwert mit einer Reichweite von 7,5 Mio. Rezipienten ein. Die Ergebnisse werden in vier regionalen und einer zusammenfassenden Landes-Pressekonferenz vorgetragen und finden auch räumlich mit zahlreichen Aufmachern auf den Wirtschaftsseiten der Tageszeitungen sowie in der „hessenschau“ und den Hörfunksendern ein breites Echo. Dieser flächendeckende Ansatz in den Regionen und einer hessenweiten Bündelung schafft eine respektable Auflage von über 1,8 Mio. [Abb. 2]

Südhessen 378.000

Nordhessen 427.000

Abb. 2: Ein flächendeckender Ansatz beschert unserer Herbstbilanz immer eine respektable Auflage - hessenweit über 1,8 Mio Leser!

Schaut man sich die Trefferverteilung nach strategischen Themen an, dann fällt eine nahezu gleichförmige Verteilung der Themen Tarif, Konjunktur und Bildung resp. Nachwuchssicherung auf. Die großen Umfragen zu Trends im Frühjahr und zur Stimmung im Herbst setzen ebenfalls markante Akzente. [Abb. 3]

Themenspezifische Analyse Tarif

148

Konjunktur

143

Nachwuchskampagne/ Bildung

138 29

Frühjahrs-/Herbstumfrage

25

Sonstige Artikel 0

20

40

60

Abb. 3: Eine nahezu gleichförmige Artikel-Verteilung der Themen Tarif, Konjunktur und Bildung

80

100

Dez

Der Spitzenwert im September ist auf mediale Scharmützel mit der IG Metall zurückzuführen. Die IG Metall hatte auf einem Aktionstag die tarifpolitischen Themen „unbefristete Übernahme von Azubis“ und „Zurückdrängung der Zeitarbeit“ gesetzt. Dementsprechend hoch war das Interesse der Medien an der Erwiderung seitens der Arbeitgeber. Wir haben getitelt: „Auf Erfolgskurs bleiben, keine Rolle rückwärts“. In Verbindung mit der ausführlichen Konjunkturberichterstattung über stagnierende Auslandsaufträge und dennoch knapp 10.000 neue Stammarbeitsplätze im Vorjahresvergleich konnte dieser Ansatz gut belegt werden. Der hohe Wert im Mai ist klassisches Ergebnis des Spitzenevents HESSENFORUM, dem eine Frühjahrsumfrage zu den entscheidenden Indikatoren zugrunde lag. Hinzu kam ein Event „Engpass Fachkräfte“. [Abb. 1]

120

140

180

Regelmäßiges Agenda-Setting betreiben wir über unsere monatliche Konjunkturberichterstattung. Sie basiert auf einer speziellen Auswertung des Hessischen Statistischen Landesamtes im Auftrag von HESSENMETALL für die Metall- und Elektro-Industrie. Über die Auswertung der Indikatoren Auftragseingänge, Umsätze, Investitionen, Beschäftigung – und dies differenziert nach den neun Subbranchen von Automobil- und Maschinenbau über ElektroIndustrie und Metallerzeugung und -verarbeitung bis hin zu Medizintechnik und optische Industrie – können wir immer die Volatilität des Geschäfts im Auf- und Ab der Konjunktur zeigen, aber auch die sich spreizende Entwicklung in den einzelnen Subbranchen. Dass vor diesem differenzierten Hintergrund keine einfachen und platten tarifpolitischen Regeln hilfreich sind, sondern die Unternehmen in dieser Verschiedenheit flexible und differenzierte Lösungen brauchen, erschließt sich daraus glaubhaft.


Die Onlinepräsenz von HESSENMETALL wurde durch Social Media Netzwerke verstärkt.

Immer mehr Besucher auf www.hessenmetall.de Im Jahr 2010 haben wir mit dem Relaunch unserer Website und der verstärkten Nutzung von Social Media Anwendungen wie Twitter, Flickr und YouTube unsere Onlinepräsenz den neuen Entwicklungen angepasst. HESSENMETALL tickt am Puls der Zeit und erreicht auf diesem Weg immer mehr Menschen – und verstärkt auch jüngere.

für uns interessieren. Die ordentlichen Zuwächse verdanken wir in erster Linie einem maßgeschneiderten Informationsangebot: Aktuelle Nachrichten, viele Kurzvideos, das Unternehmensportrait Mitglied des Monats, eine Ausbildungs- und Praktikumsplatzbörse, ein interaktives Kursradar bieten die gewünschte Vielfalt. 2011 haben wir uns verstärkt mit den neuen Medien auseinandergesetzt, um durch den weiteren Ausbau dieses Geschäftsfeldes vor allem potenzielle Auszubildende anzusprechen.

Waren es 2010 noch durchschnittlich 2.300 Besucher pro Monat, konnten wir 2011 schon durchschnittlich knapp 3.000 Besucher

Website-Nutzung HESSENMETALL 2011/2010 2011: 35.167 Besuche (+22%) 2010: 27.320 Besuche 4.118

4.500

3.854 3.562

4.000 3.500

3.189

3.123

3.000 2.500

2.568

2.700

2.569 2.173

2.062

2.575

2.482 2.201

2.195

1.917

2.665

2.671 2.151

2.305

2.153

2.293

2.537

2.358 2.067

2.000 1.500 1.000 500 0 Besuche

Jan

Feb

Mae

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Die Besucher unserer Website interessieren sich in erster Linie für die tarifpolitischen Informationen, unsere Organisation und Ansprechpartner sowie den Mitglieder-Service.

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HESSENMETALL - Überzeugender Meinungsbildner

Bester Praktikumsbericht

Girls Day Meine Ausbildung

Infomobil HochschulInfo-Tage

KiGa

I am MINT

Ausbildungsbörse

Science Camps

Mathewettbewerb

Internetangebot

Duales Studium

MEine Zukunft

Grundschule

Sek. I

Sek. II

Studium

Azubi/ Studi

Rekrutierung im Lebenszyklus

Unterstützende erstützende Medien

Die Nachwuchs-Kampagne Um die fähigsten Menschen für die M+E Industrie zu rekrutieren, betreiben wir seit mehr als 20 Jahren eine intensive NachwuchsKampagne. In über 20 Projekten sprechen wir junge Menschen über ihre gesamte Entwicklungszeit vom Kindergarten über Grundschule, die Sekundarstufen I und II bis ins Studium und auch noch in der Ausbildung im Betrieb an.

Unsere Mitgliedsunternehmen und wir unterstützen auch die vom hessischen Kultusministerium ausgerichteten Wettbewerbe, die technisch-naturwissenschaftliches Wissen fördern: Die HessenSieger der Internationalen Physik-Olympiade wurden im Februar 2011 bei Areva in Offenbach, im Januar 2012 bei der Schunk Group in Heuchelheim geehrt.

Frühe Technikbegeisterung, anhaltende Motivation für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer, kluge Beratung in der Phase der Berufsorientierung sollen bei der richtigen Berufswahl helfen, damit die Besten eines Jahrgangs auch in der besten Branche landen.

Die Gewinner des hessischen Mathematikwettbewerbs wurden im Juni 2010 bei der Hexagon Metrology in Wetzlar und im Juni 2011 bei der Frankfurter Samson AG ausgezeichnet.

Unsere Infobusse fahren schon seit über zwei Jahrzehnten an die hessischen Schulen und erreichten 2011 13.800 Schüler in der Phase der Berufsorientierung. Dies wird vervollständigt durch eine umfassende Entscheidungsgrundlage für Auszubildende im Netz: Die Ausbildungs- und Praktikumsplatz-Börse auf unserer Website www.hessenmetall.de vermittelt schnelle Kontakte in die Unternehmen. Die Website www.meberufe.info informiert über alle M+E-Berufe, vermittelt, unterstützt bei der Bewerbung und ermöglicht eine gezielte Berufsentscheidung. Auch das Anfang 2012 gestartete Portal www.ichhabpower.de zielt darauf ab, Jugendliche für die M+E-Branche zu begeistern. Hier finden Interessierte nicht nur Informationen, sondern können direkt testen, welcher Beruf der richtige ist und Schritt für Schritt die Bewerbung an ihr Wunschunternehmen vervollständigen. Das Duale Studium steigt im Ansehen unserer Mitgliedsunternehmen immer mehr, bietet es doch gerade dem Mittelstand die Möglichkeit, Nachwuchsführungskräfte praxisorientiert studieren zu lassen und früh an sich zu binden. Durch die neue Plattform www.dualesstudium-hessen.de gibt es jetzt ein zentrales Informationsportal für Studenten und Anwärter, anbietende Hochschulen und nutzende Mitgliedsunternehmen. Auf zahlreichen Ausbildungs-Infotagen und -Messen unterstützen wir unsere Mitgliedsunternehmen mit eigenen Ständen und flankierender Information bei ihrer Nachwuchsrekrutierung in der Region. Und die ständige Information über Ausbildungsangebote unserer Mitglieder erfolgt über unsere Ausbildungsbörse auf www.hessenmetall.de.

Unser Nachwuchswettbewerb „M+Eine Zukunft“ erfreut sich großer Beliebtheit bei unseren Mitgliedsunternehmen, liefern die Innovationsideen des Nachwuchses doch umsetzbare Projekte zur Betriebsoptimierung auf durchgängig erstaunlich hohem Niveau.

Die Kampagne zur Tarifrunde Unsere gemeinsam mit den Schwesterverbänden und Gesamtmetall entwickelte Kampagne zur Tarifrunde 2012 stand unter dem Claim: „Gemeinsam Kurs halten – Starke Betriebe, gute Jobs, faire Betriebe“. Der bundesweite Auftakt fand in Frankfurt statt. Mit Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen, unbefristeter Übernahme aller Auszubildenden und einem Vetorecht des Betriebsrates beim Einsatz von Zeitarbeitnehmern hatte die IG Metall zunächst öffentlich die Anspruchsspirale in Gang gesetzt. Unsere Konjunkturberichterstattung zeigte nach einer beispiellosen Aufholjagd unserer Industrie inzwischen eine immer deutlichere Eintrübung der Konjunktur. Und die Umfragen zum Fachkräftemangel in unserer Industrie belegt zunehmende Besetzungsschwierigkeiten auf allen Ebenen. Den Forderungen setzten wir drei Botschaften entgegen: „9 Prozent mehr Lohn seit 2008 trotz Krise“, „200.000 neue Stammarbeitsplätze“ und „70.000 jährlich neue Ausbildungsplätze – oft über Bedarf“. Diese Erwiderungen verwiesen auf die erfolgreiche gemeinsame Anstrengung zur Krisenbewältigung, das gehaltene


Das Lithomobil: Mit starken visuellen Akzenten und einfachen Botschaften

Sascha Drechsel Wetzlar Kontakt: sdrechsel@hessenmetall.de Tel.: 06441 7008-25 Fax: 06441 7008-20

Beschäftigungsversprechen der Arbeitgeber in und nach der Weltwirtschaftskrise sowie die bereits erheblichen Ausbildungsleistungen. Lithomobile und Unternehmerplakate setzten starke visuelle Akzente. Auf hessenmetall.de und der Kampagnenwebsite www.gemeinsam-kurs-halten.de hielten wir die Mitgliedschaft und die interessierte Öffentlichkeit aktuell auf dem Laufenden. Entlang der Tarifverhandlungen bedienten wir die Medien umfassend: mit Pressemitteilungen, Vermittlung von UnternehmerO-Tönen, vielen Statements zur Erläuterung des ArbeitgeberAngebots ebenso wie zur Kommentierung der „WarnstreikKeule“. Mit Medientrainings machten wir engagierte Unternehmer fit vor der Kamera.

Reinhold Maisch Offenbach Kontakt: rmaisch@hessenmetall.de Tel.: 069 8600429-60 Fax: 069 8600429-63

Gertrud Hirschhäuser Frankfurt

Zuständig für die regionale Kommunikation Für die Arbeitgeberbotschaften in den Regionen ebenso zuständig wie für innovative Projekte im Bildungsbereich:

Kontakt: ghirschhaeuser@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-239 Fax: 069 95808-178

Achim Schnyder Kassel Kontakt: aschnyder@hessenmetall.de Tel.: 0561 1091-322 Fax: 0561 17636

Reinhold Stämmler Darmstadt Kontakt: rstaemmler@hessenmetall.de Tel.: 06151 2985-42 Fax: 06151 2985-22

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HESSENMETALL - Überzeugender Meinungsbildner

INE ZUKUNFT NACHWUCHSWETTBEWERB

ist bereits in vollem Der neue Wettbewerb s 1. September 2012! Gange: Anmeldeschlus

DER FÜR BESTE DIE NACH BESTE WUCHS BRANCHE

11

NACHWUCHSWETTBEWERB

M+Eine Zukunft: Der Innovationswettbewerb für den M+E-Nachwuchs 2008 sind wir mit unserem Nachwuchswettbewerb „M+Eine Zukunft“ gestartet. Die Sieger des 4. Wettbewerbs 2011 wurden im Februar 2012 ausgezeichnet. „Gratulation den Siegern, den Finalisten und allen Teilnehmern: Sie sind die Zukunft der M+E-Industrie. Was die Auszubildenden unserer Mitgliedsunternehmen beim Nachwuchswettbewerb M+Eine Zukunft gezeigt haben, war auch im vierten Jahr herausragend. Klare Fehler- und detaillierte Prozess-Analysen, methodische Verbesserungsansätze, alternative Szenarien, Kostenbewusstsein und Energieeffizienz sowie hohe Kritik- und Lernfähigkeit, all das haben wir heute gesehen. Die Übertragung von Erfolgsmodellen auf andere Anwendungsgebiete und die kluge Bündelung von technischer und kaufmännischer Intelligenz waren deutlich", freute sich Vorstandsvorsitzender Professor Dieter Weidemann mit den vier Gewinnerteams: • In der Kategorie Administration und Personalmanagement schaffte es die Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH aus Seligenstadt mit einem Arbeitsschutzfilm auf Platz 1. Christian Hafner, Chris Jäkel und Sebastian Becker entwickelten nach einem Arbeitsunfall, der eines der Teammitglieder zur Umschulung zwang, einen originellen Film, um solchen Unfällen künftig vorzubeugen. Auf unterhaltsame Weise präsentierten sie

ein sonst eher als lästig empfundenes, trockenes Thema einprägsam. Der Film wird schon bei Neueinstellungen eingesetzt. Hema ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Sitz in Seligenstadt und spezialisiert sich auf Schutzvorrichtungen an Maschinen.

• In der Kategorie Produktionsablauf und Logistik holte sich die Continental Automotive GmbH Karben mit ihrem Palettenwechsler das olympische M+E-Gold. Benjamin Cornella und Tobias Feuerbach überzeugten mit einem vollautomatischen Palettenwechsler. Die selbst konstruierte Maschine setzt Ware von intern genutzten ESD-Paletten auf die für den Transport verwendeten Euro-Paletten um. Ihr Produkt wurde schon beim Patentamt angemeldet und befindet sich in Umsetzung. Die Continental Group hat weltweit 164.000 Mitarbeiter an über 200 Standorten. Sie teilt sich in die Continental Automotive GmbH und die Rubber Group, die Reifen herstellt.

• In der Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen gelang dem Team der KMW Kühlmöbelwerke Limburg GmbH mit einem „Marktführer“ für den Supermarkt der Sprung auf das oberste Treppchen.


Die Sieger-Teams 2011

Platz 1 in der Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen: Das Team der KMW Kühlmöbelwerke Limburg GmbH

Platz 1 in der Kategorie Administration und Personalmanagement : Das Team der Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH

Platz 1 in der Kategorie Studierende und Trainees: Das Team der Continental Automotive GmbH

Die Jury Platz 1 Kategorie Produktionsablauf und Logistik : Das Team der Continental Automotive GmbH

Die von Diana Ehrlich, Manuel Drachsler, Daniel Roggusch und Friedrich Schmick entwickelte Suchmaschine für das Kühlregal soll Kunden den Einkauf erleichtern. Anstatt die Regale auf und ab zu laufen, um ein bestimmtes Produkt zu finden, soll künftig auf Knopfdruck ein Lichtsignal ausgesendet werden. Das Display mit Touchscreen soll zur Serienreife weiter entwickelt werden und 2014 auf der Messe Euroshop präsentiert werden.

Prof. Dieter Weidemann (Vorsitzender) Vorstandsvorsitzender HESSENMETALL Prof. Dr. Gerhard Büttner Universität Frankfurt und Geschäftsführender Direktor der Goethe-Lehrerakademie Dr. Rolf-Dieter Fischer Leiter Technologiemarketing, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. in der Helmholtz-Gemeinschaft, Köln Dr. Albrecht Hallbauer Geschäftsführender Gesellschafter der Samoa-Hallbauer GmbH, Viernheim und Vorstandsmitglied HESSENMETALL Dr. Dennis Stockinger Mitglied wissenschaftlicher Stab der Institutsleitung, FraunhoferInstitut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe

Die Sieger 2010

KMW stellt Kühlmöbel für den Einzelhandel her. Als einziger Hersteller von Produkten dieser Art produziert er noch in Deutschland.

Einzelne Produkte und Dienstleistungen

• Und in der Kategorie Studierende und Trainees hatte die Continental Automotive GmbH aus Bebra mit der Prozessoptimierung beim Hot Staking mit Hilfe von Six Sigma die Nase vorn.

Sonderpreis Trainee-Team

Debora Schwalm, Niklas Hofmann, Thorsten Schäfer und Sebastian Mitschke verbesserten mit der Qualitätsmanagementmethode Six Sigma die Schweißeinstellungen bei der Sternpunkt-Hakenschweißverbindung. Mit Hilfe von statistischen Methoden gelang es ihnen, Schwachstellen herauszuarbeiten, die Qualität des Endproduktes zu verbessern und dessen Preis zu senken. Die Continental AG hat sich vom reinen Reifenhersteller zum drittgrößten Automobilzulieferer weltweit entwickelt.

Pfeiffer Vacuum, Asslar, „Utility Filme“ Continental Automotive GmbH, Bebra „Ermittlung der Einflussgrößen auf Dimensionsschwankungen beim Spritzgießprozess“ Produktionsablauf und Logistik Samson AG, Frankfurt „Neukonstruktion eines bestehenden Montagebocks“ Administration und Personalmanagement Adam Opel AG, Rüsselsheim „Trainee Market“

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HESSENMETALL - Überzeugender Meinungsbildner

Das HESSENFORUM 5. Mai 2011 / FRANKFURT

Mehr Dienstleistungsgeschäft in der Industrie

oben v. l.: Prof. Hans-Jörg Bullinger, Stephan Krüger, Andreas Meyer unten v. l.: Dr. Matthias Wiemer,Wolfgang Winkelmann


Prof. Dieter Weidemann

Andreas Meyer

Hybride Unternehmen sind besonders innovativ und erfolgreich.

Der Großteil unserer Dienstleistungsumsätze steckt in den Produktumsätzen.

„Wenn Wohlstand in Hessen weiter wachsen soll, muss das Dienstleistungsland Hessen ein starkes Industrieland bleiben. Aber sein industrieller Kern schrumpft. Hier sehen wir Aufgaben für industriefreundliche politische Rahmensetzung: von möglichst niedrigen Energiepreisen bis hin zur Förderung von Innovationsmanagement im Mittelstand. Aber wir sehen auch in unserer hessischen Metallund Elektro-Industrie, dass sie sich selbst verändert. Um Kunden stärker zu binden, Umsätze zu steigern und mehr Neugeschäft zu akquirieren, integriert sie mehr und mehr Dienstleistungsgeschäft. 7 Prozent solcher ‚hybrider’ Industrieunternehmen erwirtschaften im Durchschnitt 43 Prozent ihres Umsatzanteils außerhalb ihres industriellen Schwerpunkts. Hier gibt es noch jede Menge Potenzial“, analysierte Prof. Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL vor 200 Teilnehmern aus der größten hessischen Industrie.

Aktuell arbeiten 920 Mitarbeiter am traditionsreichen Standort Gustavsburg in Entwicklung, Produktion und Logistik von hochwertigen Chassis, Karosserie- und Anbauteilen für die Lkw- und Pkw-Fertigung. Der eigentliche Dienstleistungsanteil bei Hörmann Automotive sei Engineering. „Ohne Engineering haben Sie in diesem Geschäft keine Chance zu überleben, aber diese Dienstleistung ist in der Regel in den Teilepreis hineingerechnet.“ Der Großteil des Dienstleistungsumsatzes steckt in den Produktumsätzen.

Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL

Prof. Hans-Jörg Bullinger

Präsident der Fraunhofer Gesellschaft

Industrielle Tertiarisierung ist der richtige Weg! „Nach der Wirtschaftskrise stehen Ökonomien mit industriellem Kern besser da als andere“, führte der Präsident der Fraunhofer Gesellschaft Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger aus. Es gebe zwei Pfade in die Dienstleistungsgesellschaft: die „De-Industrialisierung“ oder die „Industrielle Tertiarisierung“. Letztere sei der zukunftsträchtige Weg für Deutschland, aber auch für Korea und Japan. Er erhalte industrielle Wertschöpfung durch Outsourcing, fokussiere auf Verknüpfung von Dienstleistung mit intelligenter Sachgutproduktion und lebe eine ausgeprägte Fachkräfte-Kultur. Service-InnovationsManagement sei die geeignete Methode, um diesen typisch deutschen Weg zu verstärken, erläuterte Bullinger an den Wachstumsfeldern Energie und Neue Werkstoffe.

Stephan Krüger

Standortleiter der AREVA NP GmbH in Offenbach

Mit der Dienstleistung Zerstörungsfreie Prüfungen erschließen wir auch andere Anwendungsgebiete. „Über das, was wir eigentlich tun, nämlich Strom zu erzeugen, redet hier keiner. Hier kümmern sich alle nur um ein einziges Thema: Sicherheit“, führte Stephan Krüger, Standortleiter der AREVA NP GmbH in Offenbach, aus. Die deutsche Regionalgesellschaft von AREVA NP mit Rundum-Kompetenz für Kernkraftwerke beschäftigt am Standort Offenbach am Main 1.200 Mitarbeiter. Selbstständig vermarktbare Dienstleistungsangebote wurden in erster Linie als zerstörungsfreie Prüfung entwickelt. Mit ihr werden Bauteile auf ihre Korrektheit hin überprüft, ohne dass sie beschädigt werden. Diese Verfahren sind auch für andere Industriebereiche interessant, wo es um hohe Sicherheitsanforderungen geht. So hat Areva nach der ICE-Katastrophe in Eschede der Deutschen Bahn die Technologie geliefert, um dem Bruch der Radreifen auf die Spur zu kommen.

Geschäftsführer der Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH

Dr. Matthias Wiemer

Vorstandsmitglied der Pfeiffer Vacuum Technology AG in Asslar

Dienstleistungsanteil am Umsatz auf über 20 Prozent gewachsen. „Wir betrachten das, was wir anbieten, im weitesten Sinne insgesamt als Service. Unsere Kunden brauchen Vakuum und müssen sich mit Nichts auseinandersetzen. Wir haben uns vorgenommen, unseren Kunden das Thema Vakuum ganzheitlich abzunehmen“, erläuterte Dr. Matthias Wiemer, Vorstandsmitglied der Pfeiffer Vacuum Technology AG in Asslar. Vakuum müsse erzeugt und gemessen werden. Der Kunde brauche Vorpumpen, um die Turbopumpe betreiben zu können, und Kammern, um Vakuum entstehen zu lassen. All das zusammengesetzt könne eine Vakuumlösung darstellen und daran habe ein zunehmender Teil der Kunden ein großes Interesse. Diese ganzheitliche Auffassung des Geschäftes habe den Dienstleistungsanteil der Mittelhessen auf inzwischen 20 Prozent ansteigen lassen. Von 2.300 Mitarbeitern arbeiten rund 500 im Vertrieb und vor allem im After Sales Service. Diesen Service hält Wiemer neben der Technologieführerschaft für einen der wesentlichen Erfolgsbausteine. Hier sei man in die Prozesse der Kunden eingebunden und daraus erwachse die Innovationskraft.

Wolfgang Winkelmann

Geschäftsführender Gesellschafter Schoeller-Electronics, Wetter

Mit Designberatung und Produktmanagement tiefer in die Wertschöpfung. „Die Leiterplatte steht in der Elektronikfertigung ganz am Anfang“, stellte Wolfgang Winkelmann, Geschäftsführender Gesellschafter der auf die Produktion von High-End-Leiterplatten fokussierten Schoeller-Electronics klar. Bei Starrflex- und Hochfrequenzleiterplatten ist Schoeller-Electronics mit seinen 270 Mitarbeitern in Wetter Technologieführer, im Hochtechnologiesegment Multilayer einer der führenden Anbieter. Das spezielle Know-how bei der Entwicklung dieser Basiskomponenten ist aber als Dienstleistung bei den Kunden gefragt. „In frühen Entwicklungsphasen von elektronischen Geräten greift man gerne auf unsere Designberatung zurück. Das versuchen wir auch unseren Kunden als Mehrwert rüberzubringen.“ Zu diesem Zweck unterhält SchoellerElectronics neben dem Vertrieb noch ein eigenständiges Produktmanagement.

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HESSENMETALL - Kompetent überall vor Ort

06 M+E MITTE Die “Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE” spricht und handelt für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland- Rheinhessens (vem.die arbeitgeber), des Saarlandes (ME Saar) und verhandelte in der Tarifrunde 2012 gemeinsam mit dem Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen (VMET). In diesen vier Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rd. 1.500 Unternehmen mit 420.000 Beschäftigten. M+E MITTE verhandelt mit der IG Metall Bezirksleitung Frankfurt. Die vier Arbeitgeberverbände treten seit 1995 als Verhandlungsgemeinschaft für die Tarifverhandlungen auf und bauten diese 2001 zur “Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE” aus. Die größte gemeinsame Veranstaltung ist das Arbeitswissenschaftliche Forum alle zwei Jahre.

vem.die arbeitgeber M+E, Industrie- und Dienstleistungsverband Rheinland-Rheinhessen e. V. www.vem.diearbeitgeber.de Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V. www.hessenmetall.de Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. www.mesaar.de Verband der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie e. V www.pfalzmetall.de. Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen e. V. www.vmet.de

HESSEN

Erfurt

PFALZ

TALL

Koblenz

RHEINLANDPFALZ

Frankfurt

S SAARLAND D Saarbrücken

Neustadt

Verband der Pfälzischen Metall- und Elektroindustrie e.V.


HESSENMETALL - Kompetent überall vor Ort

Kompetent überall vor Ort

Jürgen Kümpel 0561 1091-50

KASSEL KAS HESSENMETALL verfügt mit seinen Bezirksgruppen mit Sitz in Kassel, Wetzlar, Frankfurt, Offenbach und Darmstadt über ein hessenweites Dienstleistungsnetz. Deshalb kann der Arbeitgeberverband seinen 520 Mitgliedsunternehmen den geballten Sachverstand für ihren unternehmerischen Erfolg immer in nächster Nähe und durch vertraute Fachleute anbieten. Die Kombination aus Sachverstand und guter Kenntnis der betreuten Unternehmen ist der Schlüssel für erfolgreiche Mitgliederbindung:

NORDHESSEN D Dirk Hohn Dr. 06441 7008-12 0

• Die Juristen beraten und betreuen die Geschäftsleitungen und Personalabteilungen rund um die Umsetzung des Tarifvertrags chtlichen und vertreten sie in allen arbeits- und sozialrechtlichen Belangen. • Die Kommunikationsmanager repräsentieren die or Metall- und Elektro-Industrie bei der Politik vor Ort, werben für qualifizierten Nachwuchs, veraft mitteln Kontakte zwischen Schule und Wirtschaft ldungsund informieren über die Angebote unserer Bildungswerke.

WETZLAR

MITTELHESSEN

Fri Friedrich Avenarius 06 069 95808-231

FFRANKFURT

RHEIN-MAINTAUNUS

OFFENBACHHANAU Hans-Joachim Jungbluth luth 069 8600429-0

OFFENBACH DARMSTADT W Wolfgang M. Drechsler 0 06151 2985-41

SÜDHESSEN

Gemeinsam wirken

Daten & Fakten

2011

1.290 Individuelle Beratungsgespräche 4.840 Telefonische Beratungsgespräche ca. 56.000 Einigungsstellen und Sozialplanverhandlungen 32 Personalleiter-Sitzungen 56 Sitzungen von Arbeitskreisen 210 720 Erfahrungsaustausch-Kreise und Unternehmergespräche Arbeits- und Sozialgerichtsprozesse

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HESSENMETALL - Kompetent überall vor Ort

Klemens Diezemann

Architekt „betrieblicher Bündnisse“ Klemens Diezemann, der am 7. März 2012 überraschend mit 63 Jahren gestorben ist, hat tarifpolitisch Geschichte geschrieben. Er war in den 90er-Jahren einer der Architekten der „betrieblichen Bündnisse“, die tarifpolitisch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Und die heute fortleben in allen flexiblen Regelungen in den Tarifverträgen, die auf die besonderen Belange der Betriebe Rücksicht nehmen. In engster Kooperation mit dem nordhessischen Vorzeigeunternehmen Viessmann hat er das erste „betriebliche Bündnis“ juristisch durchgefochten – gegen den erbitterten Widerstand der IG Metall. Dieser Präzedenzfall hatte große bundesweite Signalwirkung. Danach wurden solche betrieblichen Vereinbarungen auch wieder als eine Art Differenzierungspuffer in den Flächentarifvertrag eingebaut. Und so ist es seit dem Standortsicherungsvertrag 2004 inzwischen viele Male in Folge gelungen, die unternehmerischen Spielräume auszuweiten. Im Ergebnis war dieser Präzedenzfall ein wichtiger Durchbruch für die Standortsicherung deutscher Betriebe und damit auch unseres Modells der Sozialen Marktwirtschaft. Zum Nachfolger von Herrn Diezemann wurde Jürgen Kümpel berufen, der die Geschäftsführung am 1. April antrat.


Bezirksgruppe Nordhessen Fokus auf Nachwuchsschmieden für Wachstumsraum Universität Kassel: Nachwuchsschmiede für die Wirtschaft Ihre Aufgaben, der Wirtschaft gut ausgebildete Absolventen zuzuführen, erfüllt die Hochschule in Kassel seit vielen Jahren. Ein Grund dafür: In den Leitlinien und dem Entwicklungsplan der Uni ist unter anderem das Ziel formuliert, Unternehmensgründungen zu fördern. Diese Tatsache bescherte ihr jüngst den Spitzenplatz unter den deutschen Hochschulen. Denn die Universität Kassel ist laut einer Studie der Münchner Ludwig-Maximilian-Uni Hessens beste Hochschule für Existenzgründer. „Vom Studenten zum Unternehmer: Welche Universität bietet die besten Chancen?“ war Titel der Untersuchung an 63 deutschen Universitäten. Das herausragende Abschneiden der Uni Kassel bedeutet für die Wirtschaft in Nordhessen, eine wirtschaftsfreundliche Nachwuchsschmiede vor der eigenen Tür zu haben. Für unsere Mitgliedsunternehmen, deren Bedarf am gut ausgebildeten akademischen Nachwuchs nicht sinken wird, bedeutet das hingegen, auf die Uni zuzugehen, Kontakte auf- und auszubauen. Hierbei leistet unser Verband gerne Hilfestellung. Sprechen Sie uns an. Duales Studium nutzt Unternehmen und Studierenden Die Welt der Ausbildungsberufe und Studienfächer hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Die Fachkräfte von morgen sichern – das ist die Herausforderung der Zukunft. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen ist das duale Studium ein zeitgemäßes Instrument der eigenen Personalentwicklungsstrategie, um motivierte und leistungsbereite Jugendliche zu rekrutieren. Welche Bildungsträger ein duales Studium anbieten und welche Erfahrungen Unternehmen bereits mit dual Studierenden gesammelt haben, wurde beim ersten „Praxisdialog Duales Studium“ durch Vertreter der Bildungsträger und Unternehmensvertreter transparent geschildert. Wir sind behilflich bei der Auswahl des richtigen Partners für Ihre Anforderungen.

Kein Verstoß gegen AGG bei Nichtberücksichtigung einer befristet beschäftigten Schwangeren Die Klägerin wollte in einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Kassel eine Entschädigung wegen angeblicher geschlechterbezogener Diskriminierung gem. § 15 Abs. 2 AGG erstreiten. Sie meinte, dass die Nichtberücksichtigung bei der Neubesetzung einer freien Stelle aufgrund ihrer Schwangerschaft eine geschlechterbezogene Diskriminierung gem. § 1 AGG darstelle, die zur Entschädigungspflicht führe und forderte 35.000 Euro. Das Arbeitsgericht Kassel folgte unserer Argumentation und stellte fest, dass keine hinreichenden Indiztatsachen nach § 22 AGG vorgelegen haben, die eine Entschädigungspflicht hätten auslösen können. Selbst wenn der Klägerin bei ihrer Einstellung als befristet Beschäftigte ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei guter Leistung und guter Zusammenarbeit in Aussicht gestellt worden wäre, stelle die Tatsache, dass sich diese Erwartung während der Schwangerschaft nunmehr nicht erfüllt habe, noch keine hinreichende Indiztatsache dar, weil die Nichtberücksichtigung grundsätzlich auch auf betrieblichen oder in der Person der Arbeitnehmerin liegenden Gründen beruhen könne. Das Urteil ist rechtskräftig. Nachwuchsschmiede vor der eigenen Tür

In Nordhessen schlägt das Herz der Industrie: Technologie führend, innovationsfreudig und exportstark ist sie der zentrale Wachstums- und Beschäftigungsmotor. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass Kassel bundesweit den Spitzenplatz im Dynamik-Ranking unter den 50 einwohnerstärksten Städten in Deutschland einnimmt. Dies belegt die aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH. Keine andere Stadt hat sich besser entwickelt als Kassel: zweitstärkste Reduzierung bei der Arbeitslosenquote, zweithöchstes Beschäftigungswachstum, höchster Rückgang der ALG II-Empfängerquote und ein überdurchschnittliches Wachstum der Wirtschaftsleistung. Als Oberzentrum erfüllt die Stadt Kassel damit ihre Funktion als wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt in Nordhessen. Die 120 Mitgliedsunternehmen der Metall- und Elektro-Industrie mit 23.000 Beschäftigten tragen wesentlich zu dieser positiven Entwicklung bei.

KASSEL

Bezirksgruppe Nordhessen Kassel 0561 1091-50 Kontakt: Jürgen Kümpel jkuempel@hessenmetall.de Tel.: 0561 1091-50 Fax: 0561 779194

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HESSENMETALL - Kompetent überall vor Ort

Bezirksgruppe Mittelhessen Wetzlar 06441 7008-0 WETZLAR

Wer über uns spricht, spricht über 125 mittelhessische Metall- und Elektro-Unternehmen und die dort beschäftigten ca. 28.000 Mitarbeiter. In einer Region, die von Industrie, aber auch Forschung und Wissenschaft geprägt ist, finden sich in unseren Reihen nicht nur Gießereien, sondern auch viele Betriebe der optischen Industrie sowie Maschinen- und Anlagenbauer. Man kann also sagen, dass Mittelhessen einen guten Querschnitt durch die erfolgreiche Metall- und Elektrobranche bietet.

Lösungen für den Fachkräftemangel Wir unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen mit einem umfangreichen Werkzeugkasten an Instrumenten zur Bekämpfung des Nachwuchsmangels. Neben bewährten Maßnahmen wie dem Festival der Naturwissenschaften, das inzwischen zum 4. Mal in Wetzlar stattfand, werden auch neue Ansätze entwickelt: So war der 2011 erstmalig in Mittelhessen durchgeführte Wettbewerb „Bester Praktikumsbericht“ mit über 50 Teilnehmern sehr erfolgreich. Ein weiterer Baustein ist die im Jahr 2012 neugeschaffene Kooperation mit der Ausbildungsmesse Chance. Hier konnten Jugendliche mit Vorträgen von Azubis aus den Mitgliedsunternehmen und durch den Einsatz von Infomobil und Flugsimulator für technische Berufe begeistert werden. M+E-Forum 2011: Beschäftigung Älterer „Ohne Vielfalt geht es nicht“, forderte Frau Prof. Dr. Jutta Rump als Impulsrednerin im Rahmen des mittelhessischen M+E-Forums im Herbst 2011. Die Geschäftsführerin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen machte in ihren Ausführungen deutlich, dass zusätzliche gesetzliche Schutzbestimmungen für ältere Mitarbeiter nicht überall hilfreich seien, da individuelle Lösungen mehr Erfolg versprächen. Grundsätzlich sei jedoch klar, dass flexible Arbeitsbedingungen als Grundlage für eine WorkLife-Balance geschaffen werden müssen, damit möglichst viele Arbeitnehmer bis ins hohe Alter im Betrieb tätig sein könnten. Eine starke Partnerschaft mit Personalverantwortlichen Auch im vergangenen Jahr war die vertrauensvolle Partnerschaft zwischen unserer Rechtsabteilung und den Personalverantwortlichen in den Betrieben die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Neben den regelmäßig tagenden Arbeitskreisen wurden den Mitgliedern auch Weiterbildungsveranstaltungen im Arbeitsrecht und Inhouse-Schulungen angeboten. Ein ganz besonderes Highlight war die Jahresabschlussveranstaltung mit einer gemeinsamen Exkursion zur Adam Opel AG in Rüsselsheim. Die konstant hohen Teilnehmerzahlen bei den Veranstaltungen und der angenehme zwischenmenschliche Umgang sind ein eindeutiger Beweis für die gegenseitige Wertschätzung.

Kontakt: Dr. Dirk Hohn dhohn@hessenmetall.de Tel.: 06441 7008-12 Fax: 06441 7008-10

Bezirksgruppe Mittelhessen

Lösungen für den Fachkräftemangel Das M+E Forum mit Frau Prof. Rump

Flugsimulator auf der Ausbildungsmesse Chance


Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus Industriepolitik für Frankfurt

Industrie ist Trumpf – muss es aber im Bewusstsein erst wieder werden. Rhein-Main-Taunus ist das Rückgrat der polyzentrischen Metropolregion FrankfurtRheinMain, die zu Europas führenden Wirtschaftsräumen gehört. Neben Pharmazeutik und Chemie, Finanzdienstleistungen und Flughafen bildet die M+E-Industrie mit 130 Mitgliedsunternehmen und 37.100 Beschätigten eine wichtige Säule der Wertschöpfung. Zu ihr gehören Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, Computer, Elektronik, Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer, Messund Regeltechnik, Metallbearbeitung, Abwassertechnik. Hinzu kommen Gebäudetechnik, Werkzeugbau, Flugzeugbau, Gießerei, Walzwerke.

Mitgliederversammlung 2011: Industriepolitisches Leitbild für Frankfurt Die Industrie ist in Deutschland Basis für Wohlstand und Beschäftigung. Um die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, erarbeiteten Bezirksgruppen-Geschäftsführer Friedrich Avenarius und Harald Fiedler, DGB Region Rhein-Main, eine Erklärung zum industriepolitischen Leitbild, die sie der Ständigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktkonferenz (SWAK) unter Leitung der Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie des Stadtrats Markus Frank vorlegten. Die Erklärung wurde am 6. September 2011 einstimmig angenommen. Damit hat die Stadt Frankfurt deutlich gemacht, das Industriethema offensiv anzugehen. Um die industriepolitischen Ansätze vertiefen zu können, wurde ein 15-köpfiger Beirat „Industriepolitischer Masterplan“ gebildet. Neben zwei Vertretern aus dem Vorstand der Bezirksgruppe RheinMain-Taunus sind weitere drei Vertreter unserer Mitgliedsfirmen in die Arbeit mit eingebunden: Dagmar Bollin Flade, Christian Bollin Armaturenfabrik GmbH, Dr. Ralf Cramer, Continental Teves AG & Co. oHG, Ludwig Wiesner, SAMSON AG, Dr. Michael Kassner, Siemens AG, Siemens Deutschland Region Mitte, Friedrich Avenarius. Die Rechtsabteilung – Kompetenz für alle Fälle Die juristischen Ansprechpartner der Bezirksgruppe Rhein-MainTaunus bieten, im Einzelfall unterstützt durch hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft, besondere Informationsveranstaltungen an. Das breitgefächerte Spektrum umfasst alle Themen des Arbeitsrechts einschließlich des Betriebsverfassungsrechts sowie angrenzende sozialversicherungsrechtliche Fragen. Durch den ständigen Dialog mit den Mitgliedsunternehmen wird das Seminarangebot stets praxisnah weiterentwickelt.

Kontakt: Friedrich Avenarius favenarius@hessenmetall.de Tel.: 069 95808-231 Fax: 069 95808-178

Nachwuchsmarketing – Mathematik-Wettbewerb 2011 HESSENMETALL fördert die naturwissenschaftlichen Talente von Schülern zusammen mit den Mitgliedsbetrieben, z. B. beim Hessischen Mathematikwettbewerb. Ludwig Wiesner, Vorstandsvorsitzender der SAMSON AG begrüßte die 18 Siegerinnen und Sieger und gratulierte den Besten von 58.035 Schülerinnen und Schülern aus 524 Schulen. „Mathematik ist für SAMSON so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Mit unserer interaktiven Ausstellung zeigen unsere Auszubildenden den Siegern des Wettbewerbs, wie viel Mathematik in unseren Geräten steckt: in der Computertechnik, den Mess- und Regelungsfunktionen, der Konstruktion sowie der Strömungsberechnung. Da sind Leute, die richtig gut rechnen können, sehr willkommen“, erklärte Matthias Ganz, Personalleiter der SAMSON AG. Stadtrat Markus Frank auf der Mitgliederversammlung

FRANKFURT

Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus Frankfurt 069 95808-231

Matthias Ganz, Personalleiter der SAMSON AG

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HESSENMETALL - Kompetent überall vor Ort

M+E-Forum 2011: Zukunfts-Radar 2020 Wie Trends und Technologien Ihr Leben verändern

Bezirksgruppe Offenbach-Hanau Offenbach 069 8600429-0

OFFENBACH

Zukunft beginnt in der Gegenwart. Offenbach – Hanau ist ein Zentrum der Automobilzulieferindustrie, des Maschinenbaus, das Zentrum des Kompetenznetzwerks Materialwissenschaft und der Werkstoffkunde entlang des Mains und auf dem Weg zu einem Cluster der Kreativwirtschaft. Wesentliche Mitgliedsfirmen wie z. B. ABB, Vacuumschmelze und GKN Driveline bilden den industriellen Kern der Region. Die Bezirksgruppe Offenbach-Hanau umfasst 60 Unternehmen mit 19.000 Beschäftigten.

Kontakt: Hans-Joachim Jungbluth hjungbluth@hessenmetall.de Tel.: 069 8600429-0 Fax: 069 8600429-18

Es ist nicht das Problem, dass wir wenig über die Zukunft wissen. Zukunftsprognosen und -szenarien gibt es zuhauf. In seinem Vortrag zeigte der renommierte Zukunftsforscher Dr. Pero Micic, dass die Herausforderung vor allem darin besteht, uns dieses in inflationärem Maße vorhandene Wissen praktisch nutzbar zu machen. Dazu gehört auch zu unterscheiden, was wichtig, was wahrscheinlich und was unwichtig ist. Welche Trends und Technologien stellen eine konkrete Bedrohung, welche eine Chance für das eigene Unternehmen dar oder welche neuen Möglichkeiten bieten sich? Gebannt lauschten etwa 100 Zuhörer aus Politik und Wirtschaft in den Räumen des Klingspor Museums in Offenbach den lebendigen Ausführungen, bei denen Dr. Micic eine faszinierende Brücke in die Welt der Zukunftsforschung baute, um anschließend wieder zurück ins heutige Leben und Arbeiten zu kommen. Informationsveranstaltung für Mitgliedsunternehmen: Die strafrechtliche Verantwortung von Geschäftsführern Der Unternehmer zeichnet für alle Vorgänge rund um seine Firma verantwortlich, egal ob er daran unmittelbar beteiligt ist oder nicht. Und so kann es sehr schnell passieren, dass er im Fokus der Justiz steht, obwohl er sich keiner Schuld bewusst ist. Rechtsanwalt Holger Wirthwein führte in seinem Vortrag so manches Beispiel an, dass die Zuhörer regelrecht verblüffte. Allein die Bewirtung von Mitarbeitern von Auftragsunternehmen mit Kaffee und belegten Brötchen, in vielen Firmen übliche Praxis, kann im schlimmsten Fall die Gesetzeshüter auf den Plan rufen. Der Rechtsanwalt und Strafverteidiger gab zahlreiche Tipps, wie sich ein Unternehmer vor Konflikten mit dem Gesetz schützen kann. Dabei verwies er in besonderem Maße auf die Organisation sowie die regelmäßige Kontrolle aller Abläufe im Unternehmen. Auch neue Geschäftspartner sollten genau unter die Lupe genommen werden, um spätere unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Physikdetektive – eine prämierte Bildungsidee 1.300 Projekte bewarben sich bei der Initiative: „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die „Physikdetektive“, ein gemeinsames Projekt der Bezirksgruppe Offenbach-Hanau von HESSENMETALL, der KathinkaPlatzhoff-Stiftung sowie der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, gehören zu den Gewinnern 2011. Die Idee ist einfach: Gymnasiasten entwickeln leichte, aber spannende Experimente und führen diese gemeinsam mit Kindergartenkindern durch. Dadurch entsteht eine fruchtbare Symbiose. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Unterrichtsstoff nicht einfach nur, sondern setzen sich intensiv damit auseinander, gleichzeitig übernehmen sie Verantwortung.

Bezirksgruppe Offenbach-Hanau

Mitgliedernah mit Trendberatung und Rechts-Tipps Ehrung der Physikdetektive als Bildungsidee im Dezember 2011

Vorstandsvorsitzender Wolfgang Huberti begrüßt die Gäste des M+E-Forums


Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen

Qualität ist Trumpf

In den Wirtschaftszweigen Messund Regeltechnik, Fahrzeug-, Anlagen- und Maschinenbau ist Südhessen einer der wichtigsten Technologiestandorte in Deutschland. Für die täglichen Herausforderungen wie Sicherung internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Gestaltung der Arbeitsbeziehungen, finden unsere Mitglieder in der nach DIN ISO 9001 qualitätszertifizierten Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen einen kompetenten Partner, der sie seit 60 Jahren professionell vertritt, berät und zur unternehmerischen Wertschöpfung beiträgt. 118 Unternehmen mit über 30.000 Mitarbeitern sind freiwillig in der Bezirksgruppe organisiert.

Haus der Wirtschaft Südhessen Mit dem Bau und Umzug ins Haus der Wirtschaft Südhessen haben HESSENMETALL und seine Bezirksgruppe eine moderne und mitgliederfreundliche Geschäftsstelle geschaffen, die sich als Zentrum für Beratung, Kooperation und Kommunikation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit etabliert hat. Die im Herbst 2010 fertig gestellte Immobilie zeichnet sich insbesondere durch ihren geringen CO2-Verbrauch, die Nutzung von Erdwärme, das Gründach und ihre Barrierefreiheit aus. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Sons, die anlässlich der Sitzung der hessischen Verbandsgremien am 24. Februar 2011 zu Gast war, lobte die Immobilie als Zeichen für unternehmerischen Mut, Innovationskraft und Verantwortung. Nacht der Ausbildung Am 11. März 2011 fand erstmals die Nacht der Ausbildung in Darmstadt statt. Unter dem Motto „Entdecke Deine Zukunft“ öffneten elf Darmstädter Unternehmen ihre Türen für interessierte Schüler/innen sowie deren Familien und Freunde. Zwischen 17 und 23 Uhr bekamen rund 3.000 Besucher Einblicke in den Ausbildungsalltag direkt vor Ort und konnten sich mit Azubis und Ausbildern austauschen, ihre Bewerbungsunterlagen checken lassen oder ein simuliertes Bewerbungsgespräch führen. Ein kostenloser Shuttle-Service transportierte die Besucher schnell, einfach und sicher zwischen den Unternehmen. Compliance Check

Kontakt: Wolfgang M. Drechsler wdrechsler@hessenmetall.de Tel: 06151 2985-41 Fax: 06151 2985-21

Mit dem 2010/11 neu eingeführten Compliance Check hilft die Rechtsabteilung der Bezirksgruppe den Mitgliedern, Gefährdungen durch Bußgelder, Nachzahlungen, Schadenersatzansprüche oder auch persönliche strafrechtliche Konsequenzen besser einzuschätzen. In besonderem Fokus stehen arbeitsrechtliche Problemfelder wie beispielsweise das Arbeitnehmerüberlassungsrecht, das Arbeitszeitrecht oder die Ausländerbeschäftigung. Durch den anschließenden Compliance-Audit-Bericht und die Begleitung und Unterstützung der Maßnahmen findet eine umfassende Betreuung der Mitglieder statt. German Labour Law Neben zahlreichen Arbeitsrechtsseminaren ist die Veranstaltung German Labour Law ein fester Bestandteil der jährlichen Weiterbildungsangebote der Bezirksgruppe. Das Seminar richtet sich speziell an nicht-deutschsprachige Geschäftsführer und Personalleiter der Mitglieder und vermittelt Inhalte des deutschen Arbeitsrechts. Das Darmstädter Forum für Arbeitsrecht und Personalmanagement - eine von vielen Veranstaltungen...

DARMSTADT

Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen Darmstadt 06151 2985-0

...im neuen Haus der Wirtschaft Südhessen.

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HESSENMETALL - Unsere Bildungswerke

07 Unsere Bildungswerke:

Eine Gruppe moderner Dienstleister

Bildungswerk HESSEN METALL e. V. Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. Sitz der Gesch채ftsleitung Emil-von-Behring-Str. 4 60439 Frankfurt Tel: 069 95808-250 Fax: 069 95808-276 Mehr Infos im Internet: www.bildungshaus-badnauheim.de www.bwhw.de

Eine Gruppe moderner Bildungs- und Dienstleister

Dienstleister mit fl채chendeckender Pr채senz in Hessen und ersten St체tzpunkten in Rheinland-Pfalz

Die Gruppe Bildungswerke der Hessischen Wirtschaft


Stephan Fischbach

Geschäftsführer Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V.

Die Gruppe Bildungswerke ermöglicht dem Arbeitgeberverband HESSENMETALL, auf neue Entwicklungen am Arbeitsmarkt passgenau zu reagieren und auf vielen Feldern die Standortentwicklung in Hessen operativ mitzugestalten. Unser Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. hat sich zu einem umfassenden Anbieter von Personaldienstleistungen entwickelt. Sein Motto: Aktiv den Arbeitsmarkt fördern. Es versteht sich zugleich als Agentur für Unternehmen, ihre Mitarbeiter sowie für Arbeit suchende Menschen. 700 hauptamtliche und über 1.000 nebenamtliche Mitarbeiter in unserer Gruppe von Bildungswerken und ihren spezialisierten Tochtergesellschaften bieten flächendeckend in Hessen Qualifizierung und Vermittlung an. Über 15.000 Menschen nehmen Jahr für Jahr unsere Angebote wahr. Neben dem Bildungswerk gehören zu der Gruppe: • Bildungswerk HESSEN METALL e. V. • Ausbildungsagentur der Landeshauptstadt Wiesbaden GmbH • CONSULT Personaldienstleistungen GmbH • Kompass – Zentrum für Existenzgründungen Frankfurt am Main GmbH • Bildungswerk der rheinland-rheinhessischen Wirtschaft GmbH

Kontakt: fischbach.stephan@bwhw.de Tel.: 069 95808-250

Joachim Disser

Geschäftsführer Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V.

Kontakt: disser.joachim@bwhw.de Tel.: 069 95808-224

Wir sind der Coach für erfolgreiches Personalmanagement! Die Consult Personaldienstleistungen hilft den Unternehmen mit Outplacement und Zeitarbeit bei der flexiblen Anpassung im konjunkturellen Auf und Ab.

Sie arbeiten auf das Engste zusammen mit dem Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung e. V. in Kassel und der Gesellschaft für Wirtschaftskunde e. V. in Hanau. Die Gruppe hat im Berichtszeitraum ihre anerkannte Kompetenz in der aktiven Arbeitsmarktförderung weiter ausgebaut und sich für die Zukunft gut aufgestellt. In der stets aufs Neue notwendigen Anpassung an konjunkturelle und strukturelle Veränderungen unterstützen wir die Betriebe, sich langfristig den Fachkräftebedarf zu sichern und für vom Wandel betroffene Menschen berufliche Perspektiven zu entwickeln. So hat z. B. unsere Existenzgründungsagentur Kompass seit September 2000 erfolgreich 5.000 Existenzgründern bei ihrem Markteintritt geholfen. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt nennt Kompass „eine entscheidende Triebfeder für die jüngere Entwicklung des Frankfurter Ostens“. CONSULT: Coaching für die Bewältigung des Auf und Ab Unter dem Motto „Wir gestalten Veränderungen“ geht die Gruppe seit 2000 neue Wege auch bei den Humanressourcen mit der CONSULT Personaldienstleistungen GmbH. Heute arbeiten in den Geschäftsfeldern Personalvermittlung, Zeitarbeit und Outplacement 50 Experten und erfahrene Management-Berater. Anpassungsprozesse gelingen nur, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die notwendigen Veränderungen auch gestalten und umsetzen können. Wir helfen beim Change Management, sowohl unternehmerische Aufgaben zu realisieren als auch die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu entwickeln, ihre Stärken und Talente zu erkennen und zielgerichtet einzusetzen. Eine professionelle Beratung, Potenzialanalysen, unterschiedliche Einsatzfelder in der Zeitarbeit und betriebliche Praktika fördern die Entscheidungsfindung für berufliche Alternativen.

In unseren Geschäftsbereichen entwickeln wir Lösungen, die auf den Bedarf der Unternehmen zugeschnitten werden. Outplacement durch Transfergesellschaften und Transferagenturen CONSULT hilft Unternehmen bei unvermeidbarem Personalabbau, betroffenen Mitarbeitern den Übergang in neue berufliche Perspektiven zu erleichtern: • Durch effektive und kostengünstige Transferagenturen, welche die Kündigungsfrist zu Coaching und gezielter Job-to-Job-Vermittlung nutzen. • Oder durch Transfergesellschaften, bei denen wir als neuer Arbeitgeber die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer bis zu einem Jahr beschäftigen und ihnen beim Übergang in neue Arbeitsverhältnisse helfen. Transfermaßnahmen dieser Art bieten häufig gegenüber Kündigungen und Sozialplänen sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern viele Vorteile. Zeitarbeit und Personalvermittlung Auch Personalverstärkungen organisieren wir für die Betriebe: gezielt, schnell und zeitlich flexibel durch Zeitarbeit und Recruiting. Im Gegensatz zu anderen Personaldienstleistern ist für uns der fließende Übergang von der Zeitarbeit zu dauerhafter Anstellung im entleihenden Unternehmen ein integrierter Teil unserer Geschäftsphilosophie.

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HESSENMETALL - Organisation

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Vorstand

Mitgliederrat KASSEL

Professor Dieter Weidemann Verband der Metall- und ElektroUnternehmen Hessen e. V. Emil-von-Behring-Straße 4 60439 Frankfurt am Main Vorsitzender bis 13.05.2013 Wolf Matthias Mang Arno Arnold GmbH Bieberer Straße 161 63179 Obertshausen Vorsitzender ab 14.05.2013

Wolfgang Huberti GKN Driveline Deutschland GmbH Carl-Legien-Straße 10 63073 Offenbach am Main Verhandlungsführer HESSENMETALL bis 31.05.2012

Dr. Thomas Brunn Alstom Germany Lyoner Straße 44-48 60528 Frankfurt am Main Verhandlungsführer HESSENMETALL und stellv. Vorsitzender ab 01.06.2012

WETZLAR

Uwe Bartmann Siemens AG - Industry Sector Building Technologies Division Friesstraße 20 60388 Frankfurt am Main

Dr. Albrecht Hallbauer Hallbauer Oberflächentechnik GmbH & Co. KG Industriestraße 18 68519 Viernheim OFFENBACH

Petra Hülshorst Continental Automotive GmbH Division Powertrain Head of Human Resources Robert-Bunsen-Straße 17 36179 Bebra Holger Kimmes Adam Opel AG Vorstand Personal und Arbeitsdirektor Friedrich-Lutzmann-Ring 1 65423 Rüsselsheim FRANKFURT

Gerhard Weber Diehl Aerospace GmbH Senior Vice President Operations Cockpit-, Display & Cabin Systems An der Sandelmühle 13 60439 Frankfurt Heinrich A. Fischer Verband der Metall- und ElektroUnternehmen Hessen e. V. Emil-von-Behring-Straße 4 60439 Frankfurt am Main Ehrenmitglied

Stefan Weber Duktus Rohrsysteme Wetzlar GmbH Sophienstraße 52 - 54 35576 Wetzlar

DARMSTADT

Stand: 1. Juni 2012

Volker Fasbender Verband der Metall- und ElektroUnternehmen Hessen e. V. Emil-von-Behring-Straße 4 60439 Frankfurt am Main Hauptgeschäftsführer


Bezirksgruppe Nordhessen Hans-Hellmut Breithaupt Delegierter F.W. Breithaupt & Sohn GmbH & Co. KG, Kassel

Axel Freitag Delegierter ALSTOM Power Energy Recovery GmbH, Kassel

Hartwig Pietzcker Stellv. Delegierter AKG Thermotechnik GmbH & Co. KG, Hofgeismar

Hauke Schuler Stellv. Delegierter Daimler AG Mercedes-Benz Werk, Kassel

Thorsten Dietz Delegierter Honeywell Process Solutions RMG Regel + Messtechnik GmbH, Kassel

Steffen Riepe Delegierter Bombardier Transportation GmbH & Co. KG, Kassel

Willy Schaumburg Stellv. Delegierter ESSEX Germany GmbH, Bad Arolsen

Peter Vey Stellv. Delegierter Henschel Industrietechnik GmbH, Kassel

Jürgen Kümpel Geschäftsführer

Bezirksgruppe Mittelhessen Rainer Kirchhübel Delegierter Oculus Optikgeräte GmbH, Wetzlar

Karin Merte Delegierte Schunk Group, Heuchelheim

Hartmut Groos Stellv. Delegierter TB&C Outsert Center GmbH, Herborn

Dieter Küster Stellv. Delegierter Küster Holding GmbH, Ehringshausen

Wolfram Kuhn Delegierter Herborner Pumpenfabrik J. H. Hoffmann GmbH & Co. KG, Herborn

Bernhard Cloos Stellv. Delegierter Doering GmbH, Sinn

Dr. Johannes Köcher Stellv. Delegierter ThyssenKrupp GfT Tiefbautechnik GmbH, Alsfeld

Manfred Müller Stellv. Delegierter Emhart Teknologies Tucker GmbH, Gießen

Dr. Dirk Hohn Geschäftsführer

Bezirksgruppe Offenbach-Hanau Dr. Jens Bärmann Delegierter Vacuumschmelze GmbH & Co KG, Hanau

Hans-Christian Richter Delegierter MATO Curt Matthaei GmbH & Co. KG, Mühlheim

Reinhold Haun Stellv. Delegierter Decoma Exterior Systems GmbH, Obertshausen

Klaus König Stellv. Delegierter NIROBO Metallverarbeitungs GmbH, Mainhausen

Harald Koch Delegierter NORMA Germany GmbH, Maintal

Marc-Brian Schuhmacher Delegierter EXCO Extrusion Presswerkzeuge GmbH, Obertshausen

Heiko Kober Stellv. Delegierter RÖDER PRÄZISION GmbH, Egelsbach

Volker Stück Stellv. Delegierter ABB AG, Hanau-Grossauheim

Hans-Joachim Jungbluth Geschäftsführer

Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus Wolfgang Trittin Stellv. Delegierter Deublin GmbH, Hofheim

Dagmar Bollin-Flade Delegierte Christian Bollin Armaturenfabrik GmbH, Frankfurt

Dr. Joachim Meyrahn Delegierter Poly-clip System GmbH & Co. KG, Hattersheim

Volker Roßmann Delegierter Eltek Valere Deutschland GmbH, Frankfurt

Dirk Mälzer Stellv. Delegierter EppsteinFOILS GmbH & Co. KG, Eppstein

Rainer Hetzer Delegierter Continental Teves AG & Co. oHG, Frankfurt

Dr. Bernhard Müller Delegierter Jean Müller GmbH, Eltville

Uwe Bankhead Stellv. Delegierter Federal-Mogul Wiesbaden GmbH, Wiesbaden

Fabian Maurer Stellv. Delegierter RINGSPANN GmbH, Bad Homburg

Peter Grass Stellv. Delegierter MAN Truck & Bus Deutschland GmbH, Frankfurt

Enrico Pussin Stellv. Delegierter Karl Schmidt GmbH + Co., Schmitten

Oliver Stein Delegierter Donges SteelTec GmbH, Darmstadt

Kurt Haag Stellv. Delegierter Bosch Rexroth Electric Drives and Controls GmbH, Erbach

Werner Nickel Stellv. Delegierter Rudolf Fritz GmbH & Co. KG, Rüsselsheim

Franz-Josef Fischer Stellv. Delegierter JÄGER DIREKT Jäger Fischer GmbH & Co. KG, Reichelsheim

Edgar Kleffmann Stellv. Delegierter Grass Valley Germany GmbH, Weiterstadt

Stefan Pollmeier Stellv. Delegierter ESR Pollmeier GmbH, Ober-Ramstadt

Dr. Michael Kassner Delegierter Siemens AG, Frankfurt

Andreas Peiker Delegierter Peiker acustic GmbH & Co. KG, Friedrichsdorf

Friedrich Avenarius Geschäftsführer

Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen Andreas Bloser Delegierter Continental Automotive GmbH, Babenhausen Gottlieb Hupfer Delegierter EnviroChemie GmbH, Rossdorf

Andreas Meyer Delegierter Hörmann Automotive Gustavsburg GmbH, Ginsheim-Gustavsburg Norbert Scheid Delegierter Synventive Fertigungstechnik GmbH, Bensheim

Wolfgang Drechsler Geschäftsführer

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HESSENMETALL - Organisation

Verbundene Organisationen Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. Geschäftsführung: Volker Fasbender Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95808-0, Fax: 069 95808-126 www.vhu.de Bildungswerk HESSEN METALL e. V. Geschäftsführung: Stephan Fischbach, Joachim Disser Parkstraße 17, 61231 Bad Nauheim Tel.: 06032 948-0, Fax: 06032 948-117 www.bildungshaus-bad-nauheim.de Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. Geschäftsführung: Stephan Fischbach, Joachim Disser Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95808-0, Fax: 069 95808-259 www.bwhw.de

Bezirksgruppen-Geschäftsstellen

Darmstadt und Südhessen Geschäftsführer: Wolfgang M. Drechsler Rheinstraße 60, 64283 Darmstadt Tel.: 06151 2985-0, Fax: 06151 2985-21 www.suedhessen.hessenmetall.de

Mittelhessen CONSULT Personaldienstleistungen GmbH Geschäftsführung: Johannes Krasel, Stephan Fischbach, Joachim Disser Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95808-280, Fax: 069 95808-259 www.consult-gmbh.de Gesellschaft für Wirtschaftskunde e. V. (GfW) Geschäftsführung: Reinhold Maisch Martin-Luther-King-Str. 1, 63452 Hanau Tel.: 06181 997520, Fax: 06181 9975111 www.gfw-hu-of.de Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung e. V. (VSB) Geschäftsführung: Reinhard Friedrichs Karthäuserstraße 23, 34117 Kassel Tel.: 0561 1091-53, Fax: 0561 713392 www.vsb-nordhessen.de Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Hessen Geschäftsführung: Dr. Jörg Friedrich Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95808-255/253, Fax: 069 95808-155 www.schule-wirtschaft-hessen.de GUB Gesellschaft für Unternehmens-Beratung mbH Geschäftsführung: Nikolaus Schade, Jürgen Hintz Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95116699, Fax: 069 95808-5180 HESSENMETALL Cluster-Initiative Jun.-Prof. Dr. Alexander Bode Technische Universität Darmstadt FG BWL: Cluster- & Wertschöpfungsmanagement Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt Tel: 06151 16-75210, Fax: 06151 16-72210 www.cluster-initiative.de

Geschäftsführer: Dr. Dirk Hohn Elsa-Brandström-Straße 5 35578 Wetzlar Tel.: 06441 7008-0, Fax: 06441 7008-10 www.mittelhessen.hessen-metall.de

Nordhessen Geschäftsführer: Jürgen Kümpel Karthäuserstraße 23, 34117 Kassel Tel.: 0561 1091-50, Fax: 0561 779194 www.arbeitgeber-nordhessen.de

Offenbach-Hanau Geschäftsführer: Hans-Joachim Jungbluth Friedrichsring 4, 63069 Offenbach Tel.: 069 8600429-0, Fax: 069 8600429-18 www.offenbach-hanau.hessenmetall.de

Rhein-Main-Taunus Geschäftsführer: Friedrich Avenarius Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt Tel.: 069 95808-231, Fax: 069 95808-178 www.bezirksgruppe-rhein-main-taunus.de


Die Organisation von HESSENMETALL Landesgeschäftsstelle

Hauptgeschäftsführung Volker Fasbender Tel.: -130, Fax: -136 Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main Telefon: 069 95808-0, Telefax: 069 95808-126 www.hessenmetall.de

Verwaltung, Personal und Finanzen

Kommunikation und Presse

Jürgen Hintz Tel.: -140, Fax: -5140 Informations- und Kommunikationstechnik

Dr. Ulrich Kirsch Tel.: -150, Fax: -177

Recht Dr. Franz Josef Rose Tel.: -170, Fax: -5171

Tarifwesen und Arbeitswissenschaft Dr. Helmut Rau Tel.: -160, Fax: -166

Koordinator HESSENMETALL Dr. Helmut Rau

Bildungs- und Gesellschaftspolitik Koordinator Politik Bereich Arbeitswissenschaft

Jörg E. Feuchthofen Tel.: -210, Fax: -155

Jörg E. Feuchthofen

Nikolaus Schade Tel.: -180, Fax: -5180

Koordinator VhU Dr. Werner Scherer

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Dr. Werner Scherer Tel.: -200, Fax: -205

Berufliche Bildung/Personalpolitik Charlotte Venema Tel.: -296, Fax: -155

Wirtschafts- und Umweltpolitik Dr. Clemens Christmann Tel.: -220, Fax: -225

>> E-Mail:

Erster Buchstabe des Vornamens + Nachname@hessenmetall.de, z. B. jhintz@hessenmetall.de www.hessenmetall.de

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HESSENMETALL - Organisation

MetallRente

Zehn Jahre MetallRente erfolgreiches Branchenmodell für die Altersvorsorge Die MetallRente wurde 2001 als gemeinsame Einrichtung von Gesamtmetall und IG Metall gegründet. Das Versorgungswerk stellt Angebote für die betriebliche und private zusätzliche Altersvorsorge sowie die Absicherung von Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenen bereit. Dem Versorgungswerk der Metall- und Elektroindustrie haben sich auch die Stahlindustrie und die Branchen Textil sowie Holz und Kunststoff angeschlossen. Das Versorgungswerk MetallRente blickt jetzt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. „Der Erfolg gibt uns Recht“, erklärten Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser und der 1. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, bei einer Jubiläumsveranstaltung im Dezember 2011. „Mit der MetallRente haben wir eine gemeinsame Einrichtung geschaffen, für die sich heute 20.000 Unternehmen und 400.000 Beschäftigte entschieden haben.“ Damit sei die MetallRente nicht nur das größte Branchenversorgungswerk, es setze auch qualitativ den Maßstab bei der betrieblichen Altersvorsorge. Die Struktur des Versorgungswerkes stellt sicher, dass Beschäftigte und Unternehmen von den Leistungen profitieren: Die Beschäftigten durch vorteilhafte Konditionen, die Unternehmen durch einfache und unkomplizierte Umsetzung. „Das besondere Vertrauen zeigt sich auch darin, dass die MetallRente selbst in der Krise gegen den Branchentrend gewachsen ist. Dabei sind die Angebote angepasst und sinnvoll ergänzt worden, jüngst durch einen Baustein zur Berufsunfähigkeitsversicherung,“ erklärte der MetallRente-Geschäftsführer Heribert Karch. Der häufigste von den Betrieben gewählte Durchführungsweg für die Altersvorsorge in der MetallRente ist die Direktversicherung,

2001 - 2011

10 JAHRE

www.metallrente.de

gefolgt von der Pensionskasse und - wesentlich geringer - dem Pensionsfonds. Das Versorgungswerk MetallRente versteht sich auch als Beratungseinheit für ganzheitliche Lösungen zur betrieblichen Zukunftssicherung. Neue Trends in der betrieblichen Altersversorgung werden analysiert und in Beratungskonzepte überführt. Pensionspläne, die in den letzen Jahren aufgelegt wurden, waren überwiegend beitragsorientierte Zusagen und überwiegend extern finanziert. Hierdurch wird die Kalkulierbarkeit der Versorgungskosten deutlich verbessert, gleichzeitig steigt die Attraktivität und Transparenz der Versorgung für die Beschäftigten. Bilanzkennzahlen können verbessert werden, es gibt positive Einflüsse auf den Unternehmenswert, das Unternehmensrating und Kreditkonditionen. Stärker im Trend liegt die Eigenbeteiligung der Beschäftigten an den neuen Pensionsplänen. Das Beratungsspektrum umfasst auch diverse Aspekte des demografischen Wandels. Dazu zählen Langzeitkonten, die sowohl zur Verkürzung als auch zur Verlängerung der Lebensarbeitzeit genutzt werden können. MetallRente leistet hier Beratung für die inhaltliche, administrative und insolvenzrechtliche Gestaltung derartiger Zeitwertkonten. Der Bedarf in den Untenehmen hat diese Entwicklung gefordert. Viele Unternehmen haben mit MetallRente im Bereich der Entgeltumwandlung gute Erfahrungen gemacht und nutzen deshalb das Know-how des Versorgungswerkes, Gesamtlösungen der betrieblichen Altersversorgung zu überprüfen und entwicklungsfähig für die Zukunft zu machen. Vorsorgelösungen aus einer Hand - MetallRente bietet kompetente Beratung und umfassenden Service.

Auf der Webseite www.metallrente.de findet man zahlreiche Rechner, mit denen man individuelle Berechnungen durchführen kann.


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HESSENMETALL ist der Arbeitgeberverband der hessischen Metall- + Elektro-Industrie Er arbeitet für Die M+E-Industrie erzielte mit 2011

520 Mitgliedsfirmen. 210.000 Beschäftigten 60 Mrd. € Umsatz.

Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e. V. Emil-von-Behring-Straße 4 · 60439 Frankfurt am Main Tel.: 069 95808-0 · Fax: 069 95808-126 info@hessenmetall.de · www.hessenmetall.de

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