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HA Hessen Agentur GmbH

Tourismusreport Hessen 3/2013 Neues aus der Marktforschung Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Partner,

die vorliegende dritte Ausgabe des Tourismureports Hessen richtet den Fokus auf das für den Deutschland-Tourismus so wichtige Thema der Qualität. Dazu berichten wir über den Bestand deutschlandweiter Klassifizierungs- und Zertifizierungssysteme in Hessen und zitieren Qualitätsbewertungen aus Besucherbefragungen. Wir informieren über das Abschneiden der hessischen Reisegebiete in den Bewertungsportalen des Social Web und greifen mit dem Barrierefreien Tourismus ein weiteres für die Angebotsqualität wichtiges Thema auf.

Gerne greifen wir in den folgenden Ausgaben Ihre Wünsche und Anregungen auf. Bitte senden Sie dazu Ihre Nachricht an das Team des Tourismus- und Kongressmarketings unter tourismusreport@hessenagentur.de. Mit freundlichen Grüßen HA Hessen Agentur GmbH

Qualitätstourismus in Hessen Hessische Betriebe bei wichtigen bundesweiten Qualitätssiegeln Die Akzeptanz der bundesweiten Qualitätssiegel bei den Leistungsträgern einer Region ist ein wichtiger Indikator für die Bedeutung eines qualitätsorientierten Tourismus. Für den vorliegenden Tourismusreport nutzen wir exklusive Daten einer regionalisierten Sonderauswertung, die einmal im Jahr (jeweils zu Jahresbeginn) einheitlich und vergleichbar für eine große Zahl von Qualitätssiegeln und über alle Reisegebiete und Bundesländer hinweg durchgeführt wird. Dies hat zur Folge, dass die Daten von Anfang des Jahres 2013 stammen und leider nicht für die elf hessischen „Destinationen“ dargestellt werden können. Die Daten liegen nur für die vom Statistischen Bundesamt definierten „Reisegebiete“ vor. Einige Destinationen wie z. B. die Rhön werden – soweit es den hessischen Teil betrifft – durch diese Reisegebiete gut wiedergegeben, während z. B. das Reisegebiet Odenwald-Bergstraße nur Teile der beiden „Destinationen“ Odenwald und Bergstraße umfasst und Frankfurt statistisch in das Reisegebiet Main und Taunus integriert ist. Lediglich die Werte der einzelnen Reisegebiete der Destination Nordhessen haben wir auch aufsummiert dargestellt. Hessische „Reisegebiete“ in der Abgrenzung des Statistischen Bundesamts

Den überwiegenden Teil machen in Hessen 3-SterneBetriebe aus. Dem 4- bis 5-Sterne-Segment gehören rund 32% an, womit der Anteil hochklassiger Unterkünfte leicht über dem Bundesdurchschnitt (31,3%) liegt. In den meisten hessischen Reisegebieten ist der Anteil der klassifizierten Betriebe noch ausbaufähig. In jedem zweiten Gebiet sind weniger als ein Drittel aller Hotels und Hotels garnis DEHOGA-klassifiziert. Vor allem in den Reisegebieten Lahn-Dill und Werra-Meissner Land haben sich bisher nur wenig Betriebe an der DEHOGA-Hotelklassifizierung beteiligt. Spitzenreiter ist mit Abstand das Reisegebiet Waldecker Land, in dem bereits über die Hälfte (52,9%) der Hotels und Hotels garnis klassifiziert wurde. Die meisten der insgesamt 509 klassifizierten Betriebe (Stand Juli 2013: 547) befinden sich im Reisegebiet Main-Taunus (145), das die Stadt Frankfurt beinhaltet, sowie im Reisegebiet Odenwald-Bergstraße-Neckartal (78).

» DEHOGA-Hotelsterne: Verbesserungsfähige Klassifizierungsquote in Hessen

» Hoher Anteil an 4– und 5-SterneBetrieben Nur DEHOGA-Sterne sind echte Sterne

DEHOGA-Klassifizierung im Bundesländervergleich (in %) Hamburg Thüringen

58,6

30,4

Bremen

55,2

35,8

Berlin

44,1

Baden-Württemberg

44,1

18,8

Niedersachsen

In Deutschland waren Anfang des Jahres 8.351 Betriebe (Stand Juli 2013: 8.635) mit Sternen nach Kriterien des DEHOGA ausgezeichnet – das sind knapp 40% aller Hotels und Hotels garnis. Damit ist der Anteil klassifizierter Betriebe gegenüber 2012 um 1% gestiegen. Hessen liegt mit einem Anteil von 31,2% deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnitt und belegt im Bundesvergleich den vorletzten Rang.

HA Hessen Agentur GmbH, 2013

42,7

29,4

Sachsen-Anhalt

DEHOGA-Hotelsterneklassifizierung

49,0

29,3

Rheinland-Pfalz

32,0

Bayern

50,7

49,2

27,2

Saarland

Datenbasis: Statistisches Bundesamt

75,4

46,2

39,8 39,0

30,1

38,1 36,7 35,2 34,6 34,4 34,2 34,1

Sachsen Brandenburg Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern

Anteil klassifizierter Betriebe an allen Hotels und Hotels garnis Anteil 4- und 5-SterneBetriebe an allen klassifizierten Betrieben

Immer wieder werben auch in Hessen Hotels mit vermeintlichen Sternen, ohne das aufwändige Prüfverfahren des DEHOGA Hessen e.V. durchlaufen zu haben. Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Hessen, macht deutlich, dass man auch in Zukunft kompromisslos gegen diese Hotels vorgehen wird: „ Uns geht es um Verlässlichkeit und Vertrauen in das Klassifizierungssystem und den guten Ruf der hessischen Hotellerie“. Bereits im Sommer waren ca. 100 hessische Betriebe abgemahnt worden.

50,3

31,2 32,2

Hessen 25,8

Schleswig-Holstein 0

20

36,4 40

60

80

Datenbasis: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Stand: Februar 2013) und Statistische Landesämter (Geöffnete Betriebe im Juli 2012) Quelle: dwif 2013

Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Hessen e. V.

1


Tourismusreport Hessen 3/2013 Radfahrer wie Fahrradkeller, Informationsmaterial, Trockenräume, Werkzeug und vieles mehr. Die meisten Bett+Bike-Betriebe befinden sich deutschlandweit in Bayern (855), Niedersachsen (771), BadenWürttemberg (745) und Nordrhein Westfalen (602). Diese vier Bundesländer vereinen allein mehr als die Hälfte aller zertifizierten Unterkünfte auf sich. Hessen liegt mit 385 Betrieben und einem Anteil von 7% auf dem siebten Rang. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der ausgezeichneten Betriebe in Deutschland um 164 (+3,1%), in Hessen aber nur um zwei (+0,5%). Die meisten fahrradfreundlichen Betriebe in Hessen sind in den Reisegebieten Waldecker Land (59) sowie Vogelsberg und Wetterau (58) angesiedelt.

DTV-Klassifizierung von Ferienwohnungen/ -häusern und Privatzimmern Insgesamt waren zu Beginn des Jahres 2012 in Deutschland knapp 61.000 Ferienwohnungen/-häuser und Privatzimmer vom Deutschen Tourismusverband klassifiziert. Der Trend ist jedoch rückläufig. 2011 waren es noch mehr als 66.000 Objekte, im vergangenen Jahr rund 64.000. Der Marktanteil Hessens blieb dabei gegenüber 2012 nahezu konstant bei 2,3% (+0,1%, d. h. 11 zusätzliche Einheiten). Vor allem die Reisegebiete Kurhessisches Bergland (+28 Einheiten) und Rheingau-Taunus (+15) meldeten Zuwächse. In den Reisegebieten Main-Taunus (-27) sowie Spessart-Kinzigtal-Vogelsberg (-25) fielen hingegen zahlreiche Einrichtungen weg. Trotz ebenfalls leichter Anteilsverluste ist rund ein Drittel (33,2%) der klassifizierten Ferienwohnungen/-häuser und Privatzimmer in Hessen im Waldecker Land zu finden. Der Anteil der 4- und 5-Sterne-Objekte hat sich im vergangenen Jahr um +3,4% auf rund 39% erhöht. Dennoch belegt Hessen im Ländervergleich weiterhin einen der hinteren Plätze.

Wanderbares Deutschland Das Qualitätssiegel „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland“ ermöglicht es Wandertouristen, besonders wandererfreundliche Unterkünfte und Gastronomiebetriebe zu erkennen. Das Label wird seit 2005 vom Deutschen Wanderverband e. V. nach bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards vergeben. Für den Wandertourismus in den Regionen bringt es nach Aussagen des Deutschen Wanderverbandes dreifachen Nutzen: Die Qualität der Gastgeber für Wanderer in den Regionen wird nachhaltig verbessert, der Wandergast erhält transparente Orientierungs- und Entscheidungshilfen für seine Reisezielwahl und die Wanderdestinationen können ausgezeichnete Qualitätsgastgeber als Wettbewerbsvorteil nutzen und sich als Qualitätsmarke profilieren. Von deutschlandweit 1.234 Betrieben liegen 170 in Hessen. Das Waldecker Land ist mit 94 ausgezeichneten Gastgebern nicht nur in Hessen sondern bundesweit Spitzenreiter unter den Reisegebieten.

Da in der amtlichen Statistik nicht der gesamte Ferienwohnungsund Privatvermietermarkt erfasst wird (nur gewerbliche Betriebe ab 10 Schlafgelegenheiten) kann hier kein Anteil der klassifizierten Betriebe an allen Betrieben ausgewiesen werden.

Bett+Bike Vor 18 Jahren führte der ADFC das Bett+Bike-Zertifikat für fahrradfreundliche Betriebe ein. Ob der Gast auf seiner Radtour eine Unterkunft für eine Nacht sucht oder an seinem Urlaubsort Fahrradausflüge in die Umgebung unternimmt: Bett+Bike-Betriebe erfüllen die vom ADFC vorgeschriebenen Mindestanforderungen und bieten diverse Zusatznutzen für

» DTV-Klassifizierung: Entgegen dem Deutschland-Trend leichte Zuwächse in Hessen

» Bett+Bike: Leichtes Wachstum

» Wanderbares Deutschland: Waldecker Land mit der höchsten Betriebszahl in ganz Deutschland

Qualitätssiegel und Klassifizierungssysteme nach Reisegebieten DTV-FeWo Klassifizierung

DEHOGA-Klassifizierung Reisegebiet insg.

Anteil 3* in %

Anteil 4/5* in %

ServiceQualität Deutschland

insg.

Anteil 3* in%

Anteil 4/5* in %

insg.

Anteil Stufe I in %

Q-Gastgeber Wanderbares Deutschland

ADFC Bett+Bike Betriebe

2 2 10

20 28 25

Lahn Dill Main und Taunus Marburg Biedenkopf Odenwald-BergstraßeNeckartal Rheingau Taunus Rhön Spessart-Kinzigtal- Vogelsberg Vogelsberg Wetterau Westerwald Lahn Taunus

9 145 10

66,7 46,9 70,0

33,3 44,8 30,0

16 81 45

50,0 58,0 62,2

43,8 19,8 26,7

5 47 16

100,0 100,0 100,0

78

61,5

26,9

122

61,5

36,1

45

97,8

4

31

57 25 27 40 6

56,1 52,0 70,4 75,0 66,7

29,8 36,0 25,9 12,5 33,3

85 136 33 158 18

65,9 34,6 63,6 50,0 22,2

28,2 65,4 27,3 28,5 77,8

31 6 18 45 4

96,8 100,0 100,0 97,8 100,0

21 4 10 5 1

24 23 21 58 24

- Kassel Land - Kurhessisches Bergland - Waldecker Land - Waldhessen - Werra Meissner Land

31 14 55 11 1

61,3 78,6 63,6 45,5 100,0

25,8 7,1 32,7 45,5 0

118 66 469 23 43

44,1 36,4 55,0 91,3 55,8

35,6 63,6 40,3 8,7 39,5

4 6 13 6 1

100,0 100,0 100,0 100,0 100,0

12 3 94 1 1

23 20 59 20 9

Nordhessen

112

63,4

28,6

719

52,7

40,6

30

100,0

111

131

Hessen Deutschland

509 58,5 32,2 1.413 52,7 39,1 247 98,8 170 8.351 60,1 31,3 60.938 47,8 47,1 4.103 93,9 1.234 Datenbasis: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V.; Deutscher Tourismusverband e. V, ADFC e. V., Deutscher Wanderverband, Kooperationsgemeinschaft ServiceQualität Deutschland (Stand: Februar 2013) Quelle: dwif 2013

HA Hessen Agentur GmbH, 2013

385 5.475

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Tourismusreport Hessen 3/2013 ServiceQualität Deutschland Während bei den bisherigen Klassifizierungs- und Labelsystemen der Fokus in erster Linie auf den Ausstattungsmerkmalen der Betriebe liegt, wurde die Initiative „ServiceQualität Deutschland“ 2001 mit dem Ziel gestartet, die Servicequalität von Dienstleistern in einem 3-stufigen Schulungs- und Zertifizierungsprogramm nachhaltig und kontinuierlich zu verbessern. Mehr als 4.100 Betriebe und Einrichtungen waren im Februar 2013 in Deutschland mit dem ServiceQ ausgezeichnet, davon rund 6% in Hessen. Bundesweit entspricht das einem Zuwachs von 14%, in Hessen sogar von 31% (absolut +58). Vor allem im Reisegebiet Vogelsberg und Wetterau (mehr als die Hälfte der landesweiten Neuteilnehmer) schreitet die Qualitätsentwicklung voran. Trotz der neu eingestiegenen Betriebe

konnte Hessen nur einen Rang gutmachen und belegt, gemessen an der absoluten Zahl der Teilnehmer (247), im Bundesländervergleich Rang 8. Ein Großteil konzentriert sich auf die Reisegebiete Main und Taunus, Vogelsberg und Wetterau, Odenwald-Bergstrasse-Neckartal sowie Rheingau-Taunus. Diese vier Reisegebiete vereinen zwei Drittel aller ServiceQ-Einrichtungen in Hessen.

» ServiceQualität Deutschland: Hessen mit zahlreichen Neueinsteigern

ADAC-Campingplätze Der ADAC-Camping-Caravaning-Führer listet 1.132 Campingplätze in Deutschland auf, von denen sich rund 6% in Hessen befinden. Damit ist lediglich ein Drittel aller von der amtlichen Statistik ausgewiesenen Betriebe in Hessen durch den ADAC erfasst. Die Reisegebiete KasselLand, Vogelsberg und Wetterau, Waldecker Land und Odenwald-Bergstrasse-Neckartal vereinen mehr als die Hälfte der durch den ADAC erfassten hessischen Plätze.

» ADAC-CampingCaravaning-Führer: 70 zertifizierte Betriebe in Hessen

Zufriedenheit bei Urlaubsgästen in Hessen Der Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus wurde 2007 von der ERV (Europäische Reiseversicherung AG) und der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V. ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts werden in- und ausländische Übernachtungsgäste (Urlauber und Geschäftsreisende) zu ihrem Reiseverhalten befragt. Hessen war in den Befragungszyklen von 2007 bis 2010 Teilnehmer am Qualitätsmonitor. In diesem Zeitraum wurden deutschlandweit über 41.000 Gästeinterviews durchgeführt, davon rund 3.200 in Hessen. Durch die Verwendung eines einheitlichen Fragebogens für sämtliche Befragungen ist es möglich, die Ergebnisse untereinander deutschlandweit zu vergleichen. Die nachfolgenden Zufriedenheitsbewertungen basieren auf einer Skala von 1 ='äußerst begeistert' bis 6 = 'sehr enttäuschend'.

Die Gesamtzufriedenheit der Hessengäste mit dem Urlaub liegt genau auf dem Bundesdurchschnitt (1,8). Auch Detailaspekte wie Gastronomie (1,8), Unterkunft (1,9) und Vielfalt & Qualität des Angebotes werden gut bewertet. Öffnungszeiten (2,0) und Preis-LeistungsVerhältnis (2,1) erhalten demgegenüber zwar etwas kritischere Beurteilungen, jedoch sind die Noten besser als in Deutschland insgesamt. Auch mit den einzelnen Angebotsaspekten in Unterkunft und Gastronomie sind die hessischen Gäste häufig zufriedener. Besonders schätzen die Urlauber die Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter (1,5 bzw. 1,6). Beim Preis-Leistungs-Verhältnis der Speisen und Getränke (2,3 bzw. 2,5) besteht hingegen noch Potenzial für Verbesserungen. In zahlreichen anderen Bereichen der Servicekette ist die Zufriedenheit höher als in Deutschland. Hessen kann dabei vor allem bei Thermenbesuchen (1,2), den Öffnungszeiten der Wellnesseinrichtungen (1,5) und dem Wellness-/Kurangebot (1,6) punkten. Aber auch die Aspekte Freundlichkeit der Bevölkerung sowie Parks/Grünraum werden gut bewertet (je 1,6). Unzufrieden sind die Gäste mit dem Sportangebot (2,4), dem Veranstaltungs-/Unterhaltungsangebot, der Architektur (je 2,5) und dem Kunst-/Kulturangebot (2,6). Bei Letzterem liegt die Unzufriedenheit jedoch HA Hessen Agentur GmbH, 2013

nicht an den Museen und Ausstellungen, die in diesem Bereich vergleichsweise positiv abschneiden. Qualitätsurteile der Urlaubsgäste in Hessen Skala Zufriedenheit: 1 ='äußerst begeistert' bis 6 = 'eher enttäuscht´

Gesamtzufriedenheit Hessen Gesamtzufriedenheit 1,8 Vielfalt & Qualität des Angebotes 1,9 Unterkunft insgesamt 1,9 Gastronomie insgesamt 1,8 Öffnungszeiten insgesamt 2,0 Preis-Leistungs-Verhältnis insgesamt 2,1 Unterkunft und Gastronomie – ausgewählte Aspekte Hessen Ausstattung der Unterkunft 1,9 Freundlichkeit/Kompetenz Mitarbeiter Unterk. 1,6 Infos zum Urlaubsort in Unterkunft 1,8 Preis-Leistungs-Verhältnis Unterkunft 2,0 Freundlichkeit/Kompetenz Mitarbeiter Gastro. 1,5 Preis-Leistungs-Verhältnis Getränke 2,5 Preis-Leistungs-Verhältnis Speisen 2,3 Angebot und Service – ausgewählte Aspekte Hessen Thermenbesuch 1,2 Öffnungszeiten Wellnesseinrichtungen 1,5 Wellness-/Kurangebot 1,6 Freundlichkeit Bevölkerung 1,6 Parks/Grünraum 1,6 Landschaf Natur 1,7 Preis-Leistungs-Verhältnis Wellness 1,8 Spazier-/Wanderwege 1,8 Radwege/Mountainbikestrecken 1,8 Beschilderung in der Region Stadt 1,8 Schlechtwetterangebot 2,0 Verkehrsanbindung 2,1 Sportangebot 2,4 Veranstaltungs-/Unterhaltungsangebot 2,5 Architektur/Bauwerke 2,5 Kunst-/Kulturangebot 2,6

D 1,8 2,0 1,9 2,0 2,1 2,2 D 2,0 1,6 2,0 2,0 1,7 2,5 2,4 D 1,5 1,9 1,9 1,8 1,9 1,6 2,2 2,0 2,0 2,1 2,4 2,2 2,2 2,5 2,3 2,4

» Gesamtzufriedenheit der hessischen Urlauber liegt auf Bundesniveau

» Postive Bewertung der Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter im Gastgewerbe

» Hohe Zufriedenheit mit Angeboten und Service im Bereich Wellness-/ Kurangebot

Datenbasis: Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus; drei Befragungswellen von 2007 bis 2010; gerundete Werte Quelle: dwif 2013

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Tourismusreport Hessen 3/2013 Qualitätsdruck durch Online-Bewertungen TrustYou-Werte der hessischen Beherbergungsbetriebe Immer öfter orientieren sich die Gäste bei der Unterkunftssuche auch an den Bewertungen anderer Urlauber. Neben der Klassifizierung der Hardware und Qualitätsprozessen in den Beherbergungsbetrieben, gewinnen die Bewertungen auf Online-Portalen zunehmend an Bedeutung. Zu wissen, was über den eigenen Betrieb im World Wide Web gesprochen wird, ist mitentscheidend für den Erfolg oder Misserfolg und gibt wichtige Hinweise und Impulse für die eigene Qualitätsentwicklung.

Online-Reputation von Hotelbetrieben (TrustYou-Score: max. 100 Punkte möglich)

» Hessen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt

Die Metasuchmaschine TrustYou ist auf Internetbewertungen spezialisiert und analysiert alle Meinungen und Bewertungen von Nutzern, die sich auf relevanten Portalen, Blogs, Foren und Communities austauschen. Der TrustYou-Score (0 bis bestenfalls 100 Punkte) stellt ein Resümee aller Bewertungen dar. Im Länderranking liegt Hessen mit einem Wert von 75,6 unter dem Bundesdurchschnitt (78,9) und belegt 2012 wie auch schon in den beiden Jahren zuvor den letzten Platz. Dies belegt einmal mehr, dass bei der Qualitätsentwicklung weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht. Erfreulicherweise konnte Hessen, jedoch wie auch alle anderen Bundesländer, seinen TrustYou-Score von 2010 bis 2012 leicht verbessern. Die bundesweit besten Bewertungen erhielten zuletzt erneut die Betriebe in Sachsen, MecklenburgVorpommern und Bayern. In Hessen weist TrustYou für insgesamt sechs Gebiete einen regionalen Wert aus. Diese Gebiete entsprechen den Reisegebieten des Statistischen Bundesamts (vgl. Seite 1) bzw. einer Zusammenfassung mehrerer Reisegebiete um ausreichende Fallzahlen auswerten zu können: » Kassel Land & Waldecker Land & Kurhessisches Bergland & Waldhessen & Werra-Meißner » Vogelsberg-Wetterau & Rhön & Spessart-KinzigtalVogelsberg » Marburg-Biedenkopf & Lahn-Dill & WesterwaldLahn-Taunus » Odenwald-Bergstraße-Neckartal » Rheingau-Taunus » Main-Taunus

» Platz 16 im Länderranking Datenbasis: TrustYou GmbH Quelle: dwif 2013 in Kooperation mit Tourismuszukunft: Institut für eTourismus

In diesen Reisegebieten ist ein deutliches Nord-SüdGefälle zu erkennen – wenn auch auf allgemein niedrigem Niveau. Besonders die Betriebe in den zusammengefassten Reisegebieten VogelsbergWetterau, Rhön und Spessart-Kinzigtal-Vogelsberg (78,2) wurden deutlich besser bewertet als in den übrigen Gebieten. Speziell in den Reisegebieten Odenwald-Bergstraße-Neckartal (74,1) und MainTaunus (74,3) besteht noch Verbesserungspotenzial. Zum Vergleich: Bundesweite Spitzenreiter sind die Regionen Allgäu (85,0), Chiemgau (84,5), Berchtesgadener Land (83,8), Zugspitzregion (83,2), Bayerischer Wald & Oberpfälzer Wald (83,0) sowie RügenHiddensee (83,0). Tendenziell sind die TrustYou-Werte in klassischen Ferienregionen besonders gut, was auf schlechtere Bewertungen für beruflich genutzte Häuser hindeutet. Diese Tendenz wirkt sich gerade im Süden Hessens mit seinem hohen Anteil geschäftlich bedingter Reisen negativ aus. Gleichwohl sind die unterdurchschnittlichen Werte ein wichtiger Warnindikator für die Leistungsträger.

» Alle hessischen Reisegebiete auf niedrigem Niveau

» Reisegebiete mit hohem Anteil beruflich bedingter Reisen schneiden schlechter ab.

Barrierefreier Tourismus für Alle Qualitätsmerkmal mit wachsendem Potenzial Eine „barrierefreie Umwelt“ ist für 10% der Bevölkerung zwingend erforderlich, für 30-40% notwendig und für 100% komfortabel. Diese Aussage zeigt, dass barrierefreie Angebote nicht nur mobilitätseingeschränkten Menschen die Chance bieten, gleichberechtigt am Tourismus teilzunehmen, sondern vielmehr ein touristisches Qualitätsmerkmal darstellen,

HA Hessen Agentur GmbH, 2013

das allen Gästen jeglichen Alters zugutekommt. Die ökonomischen Impulse eines barrierefreien Tourismus sind letztmals in der Studie „Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für alle“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aus dem Jahr 2004 ausgewiesen worden: Urlauber mit Behinderungen erzeugen demzufolge einen jährlichen

» Barrierfreiheit: Qualitätsmerkmal für alle Gäste

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Tourismusreport Hessen 3/2013 Nettoumsatz in Höhe von 2,5 Mrd. €. Weitere barrierefreie Angebote könnten sogar eine Steigerung auf 4,8 Mrd. € ermöglichen. Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Werte sich seither deutlich positiv entwickelt haben. Derzeit wird im Auftrag der EUKommission eine Studie zum wirtschaftlichen Potenzial des barrierefreien Tourismus erarbeitet, deren Ergebnisse Anfang 2014 vorliegen sollen. Nachfrageverstärkend kommt zudem hinzu, dass mobilitätseingeschränkte Menschen häufiger reisen würden, wenn es mehr entsprechende Angebote gäbe. Zudem reisen sie in der Regel nicht alleine, sondern mit Begleitperson und machen verstärkt in der Nebensaison Urlaub. Der Ausbau barrierefreier Angebote und Serviceleistungen ist also grundsätzlich sinnvoll und Erfolg versprechend. Der demographische Wandel wird den barrierefreien Tourismus auch in den kommenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Erfolgsfaktor machen, denn der Anteil älterer Menschen wird deutlich zunehmen (Prognose laut Statistischem Bundesamt für 2020: 31% aller Deutschen über 60 Jahre) und damit auch die Zahl der Urlaubsreisenden über 60 Jahre (laut Trendstudie der Reiseanalyse von 2007 bis 2020 um rund 24%). Da diese Gästegruppe häufiger Einschränkungen unterliegt (2011: rund 7,3 Mio. schwerbehinderte Menschen, 53% davon +65 Jahre) kommt dem barrierefreien Tourismus in Deutschland künftig eine immer größere Bedeutung zu. Es ist daher gut, dass auch die hessischen Leistungsträger diese Zielgruppe verstärkt im Fokus haben. In Hessen sind immer mehr touristische Angebote auch für Menschen mit Behinderungen geeignet – darunter auch Vorzeigeprojekte, die mit dem Hessischen Tourismuspreis ausgezeichnet wurden und zur Nachahmung empfohlen sind. Nachdem bereits 2011 die Stadt Herbstein mit ihren behindertengerechten Stadtführungen den Hessischen Tourismuspreis gewonnen hat, konnte in diesem Jahr das Projekt „Frankfurt barrierefrei“ bis in die Endauswahl vordringen und die Idee der Stadt Willingen, pflegenden Angehörigen einen entspannten Urlaub zu ermöglichen, wurde als herausragende Projektidee ausgezeichnet. Bei dem „gesunden Urlaub für pflegende Angehörige“ können diese einen entspannten Urlaub genießen und

wissen dabei die Pflegebedürftigen in guten Händen. Willingen möchte mit diesem Angebot seine Position im Gesundheitstourismus langfristig stärken und neue Gästegruppen ansprechen. Neben den speziellen Präventionsprogrammen für die pflegenden Angehörigen wird dabei auch für die Unterbringung und Betreuung der Pflegebedürftigen gesorgt.

des barrierefreien Tourismus

Frankfurt am Main ist einer der Pioniere im Thema Barrierefreiheit. Bei der Stadtführung „Frankfurt begreifen“ geht die Mainmetropole zum Beispiel mit vielen Tastobjekten, Verkostungen und Anekdoten besonders auf die Bedürfnisse von Blinden und Sehbehinderten ein. Alle öffentlichen Rundgänge können auf Wunsch stufenlos geführt und Gebärdensprachdolmetscher hinzugebucht werden. Seit Mai 2013 steht blinden und sehbehinderten Besuchern auch ein taktiler Lageplan zur Verfügung, der eine attraktive Übersicht über die Frankfurter Innenstadt bietet. Darüber hinaus hat die Stadt eine Broschüre aufgelegt: In „Frankfurt am Main barrierefrei“ erhalten Menschen mit Behinderung Informationen zur Reiseplanung und barrierefreien Sehenswürdigkeiten.

» Barrierefreie

Ein wichtiger Beitrag zur Qualität barrierefreier Angebote ist allerdings nicht nur deren Beschaffenheit sondern auch die Transparenz der Maßnahmen. Gäste die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, wollen auf den ersten Blick erkennen, welche barrierefreien Leistungen vorhanden sind und ob diese für sie ausreichend sind.

» Einheitliche Kriterien

Damit Barrierefreiheit künftig leichter wahrnehmbar ist und aufgrund höherer Verlässlichkeit bereits bei der Entscheidungsfindung einfließen kann, sind wie bei anderen Qualitätssiegeln deutschlandweit einheitliche Kriterien und Kennzeichnungen nötig. Dieses Ziel setzt sich das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderte Projekt „Tourismus für Alle“. Erstmals wird damit deutschlandweit mit einheitlichen Kriterien und Kennzeichnungen Transparenz und Verlässlichkeit geschaffen. Ab 2014 soll die Kennzeichnung touristischer Angebote auf der Grundlage dieser Kriterien beginnen. Eine Datenbank soll den Zugriff auf die entsprechend klassifizierten Angebote für alle Interessenten ermöglichen und so den Vertrieb barrierefreier Angebote und Dienstleistungen fördern. (Infos unter www.deutschland-barrierefrei-erleben.de)

Herausgeber:

Wissenschaftliche Erarbeitung und Beratung:

HA Hessen Agentur GmbH - Tourismus- und Kongressmarketing Konradinerallee 9; 65189 Wiesbaden www.hessen-tourismus.de; www.hessen-agentur.de

dwif-Consulting GmbH, Sonnenstr. 27; 80331 München www.dwif.de

Ansprechpartner: Stefan Zindler (V.i.S.d.P.) Hans-Jürgen Sasse (Redaktion) Tel.: 0611/95017-8115 E-Mail: tourismusreport@hessen-agentur.de

Redaktionsschluss: 5. Dezember 2013

HA Hessen Agentur GmbH, 2013

» Wachsende Bedeutung

Angebote in Hessen auf dem Vormarsch

und Kennzeichnungen für Barrierefreiheit notwendig

Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe: Voraussichtlich im Februar 2014

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Tourismusreport