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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Hessischer Konjunkturspiegel 3. Quartal 2013 Konjunkturdaten Tabellen Kurzbericht Anwendungen von IKT in der hessischen Wirtschaft Schwerpunktthemen Die 100 größten Unternehmen in Hessen Berufs- und Qualifikationsprognosen bis 2018


Inhalt

Vorwort

1

Kurzbericht Anwendungen von IKT in der hessischen Wirtschaft

2

Schwerpunktthemen Die 100 größten Unternehmen in Hessen Berufs- und Qualifikationsprognosen bis 2018

3 6

Die hessische Konjunktur Die hessische Konjunktur in Zahlen Die hessische Konjunktur im Überblick Beschäftigung und Arbeitsmarkt Außenhandel, Einzelhandel, Gastgewerbe Verarbeitendes Gewerbe Bauhauptgewerbe Indikatoren im Detail

9 10 11 13 15 17 18

Konjunkturumfragen anderer Institutionen Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs Konjunkturbericht der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern

Impressum Redaktion: Dr. Claus Bauer HA Hessen Agentur GmbH Konradinerallee 9, D-65189 Wiesbaden Telefon 0611 / 95017 - 8216 Telefax 0611 / 95017 - 8313 E-mail claus.bauer@hessen-agentur.de Internet www.hessen-agentur.de Herstellung und Druck: Hessisches Statistisches Landesamt Herausgegeben vom Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (www.wirtschaft.hessen.de) Datenquellen:

Hessisches Statistisches Landesamt Statistisches Bundesamt Statistik der Bundesagentur für Arbeit Deutsche Bundesbank Europäische Zentralbank

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Quellenangabe gestattet.

www.statistik-hessen.de www.destatis.de www.arbeitsagentur.de www.bundesbank.de www.ecb.int

21 23


VORWORT

Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, ich freue mich, Ihnen die letzte Konjunkturspiegel-Ausgabe dieses Jahres vorstellen zu dürfen. Sie bietet Ihnen mit einem Kurzbericht und zwei Schwerpunktbeiträgen informative und – wie ich hoffe – auch kurzweilige Lektüre. Daran schließt sich wie gewohnt die ausführliche gesamtwirtschaftliche Berichterstattung an. Der Kurzbericht hat „Anwendungen von IKT in der hessischen Wirtschaft“ zum Gegenstand. Die Branche der Informations- und Telekommunikationstechnologien (IKT) erwirtschaftet knapp 5 % der Bruttowertschöpfung in Hessen und beschäftigt rund 100.000 Frauen und Männer. Sie zeichnet sich aus durch ein starkes Wachstum und ein sehr hohes Innovationstempo. Das Land fördert IKT z.B. durch die Aktionslinie Hessen-IT und das House of IT. Der erste Schwerpunktbeitrag steht unter der Überschrift „Die 100 größten Unternehmen in Hessen“. Diese Unternehmensgruppe gibt fast einer halben Million Hessen Arbeit und Lohn – das sind rund 15 % aller Erwerbstätigen. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten sind in der Industrie, ein gutes Viertel im Wirtschaftszweig Verkehr und Kommunikation / Information tätig, etwa 15 % der Arbeitsplätze entfallen auf das Finanzdienstleistungsgewerbe. Größtes Unternehmen in Hessen ist die Lufthansa AG, gefolgt von der REWE Group und der Deutschen Bahn AG. Der zweite Schwerpunktbeitrag ist dem Thema „Berufs- und Qualifikationsprognosen bis 2018“ vorbehalten. Die Sicherung der Fachkräftebasis gehört zu den wichtigsten politischen Herausforderungen. Die Analyse der zukünftigen Arbeitskräfteentwicklung zeigt, dass unter unveränderten Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2018 mit einem Arbeitskräfteengpass gerechnet werden muss, der sich auf ganz Hessen erstreckt. Dies betrifft vor allem die sozialpflegerischen Berufe und die weiteren Gesundheitsberufe.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Rentsch Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Erfreulich fällt die „Konjunkturprognose Hessen 2014“ aus. Hessen wird 2013 und 2014 ein deutliches, überdurchschnittliches Wachstum aufweisen. Auch die Beschäftigungssituation wird sich wieder leicht verbessern. Die gesamtwirtschaftlichen Daten lassen trotz einer gewissen Belebung noch eine Zurückhaltung der Unternehmen bei der Besetzung von Stellen erkennen, was mit der noch nicht vollständig überwundenen Euroschuldenkrise zusammenhängt. Die Herbstumfrage der Kammern zeigt aber auch deutlich steigende Zuversicht in der hessischen Wirtschaft. Auch die zukünftige Landesregierung ist im Interesse des Landes gut beraten, weiterhin einen konsequenten und berechenbaren wirtschaftspolitischen Kurs zu fahren.

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

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KURZBERICHT

Anwendungen von IKT in der hessischen Wirtschaft Die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nimmt in der hessischen Wirtschaft mit einem Anteil von knapp 5 % an der gesamten Bruttowertschöpfung eine bedeutende Position ein. Rund 100.000 Personen sind in dieser Branche in Hessen tätig. Die IKT zeichnen sich allgemein durch ein starkes Wachstum und eine extrem hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Zugleich sind sie ein bedeutender Faktor in nahezu allen übrigen Branchen, da die IKT in vielfältigen Betriebsbereichen aller Unternehmen zum Einsatz kommen. Zusätzlich sind eine Vielzahl von sowohl Produkt- als auch Prozessinnovationen nur durch die Einbeziehung von IKT möglich. Eine prosperierende IKT-Branche ist daher als Standortvorteil für die gesamte hessische Wirtschaft zu werten. Vor diesem Hintergrund fördert das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung die IKT-Branche in Hessen z.B. durch die Aktionslinie Hessen-IT und das House of IT. Die zielgerichtete Förderung der IKT-Branche setzt voraus, dass die Zielstellungen und Anforderungen – die einem fortwährenden und ausgeprägten Wandel unterworfen sind – der Anwenderbranchen bekannt sind. Zu diesem Zweck hat die Hessen Agentur im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums eine Befragung von hessischen Unternehmen aus Anwenderbranchen der IKT durchgeführt. Ausgewählte Ergebnisse sind: Der IKT-Einsatz wird sich in vielen hessischen Unternehmen zukünftig verstärken. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Vertrieb / Vermarktung / Werbung sowie Kundenservice, wo jeweils rund 40 % der Befragungsteilnehmer eine Zunahme des IKT-Einsatzes in ihrem Unternehmen sehen. Die gegenteilige An-

2

Zukünftige Entwicklung des IKT-Einsatzes Vertrieb / Vermarktung / Werbung Kundenservice Produktion / Dienstleistungserstellung Finanzwesen / Controlling Geschäftsführung / Management Beschaffung / Einkauf Forschung und Entwicklung Personalwesen 0%

20%

40% nimmt ab

60% bleibt stabil

80%

100%

nimmt zu

Quelle: Unternehmensbefragung der Hessen Agentur.

sicht – der Nutzung von IKT wird abnehmen – vertreten hingegen nur wenige Befragungsteilnehmer. Je größer – gemessen am Umsatz – das Unternehmen, desto häufiger wird von einer zunehmenden Anwendung der IKT ausgegangen. Zudem fällt die Bedeutung der IKT bei größeren Unternehmen höher aus als bei kleineren Unternehmen. Befragt nach dem derzeitigen Stellenwert unterschiedlicher IKT wird den Technologien IT-Sicherheit / Informationssicherheit / Datenschutz und Breitband eine herausragende Bedeutung zugemessen. Ein eher mittleres Gewicht kommt z.B. dem Customer-Relationship-Management und dem Mobile-Computing zu. Vergleichsweise geringe Bedeutung haben u.a. die Technologiebereiche Green IT und E-Learning. Aus Sicht der befragten Anwenderbranchen handelt es sich bei Social Media, Cloud Computing, Mikrosysteme, Sensornetzwerke, RFID / Funktechnologien und Geoinformationen / Satellitennavigation zurzeit eher noch um Nischentechnologien, wobei hinsichtlich

Social Media und Cloud Computing von den Unternehmen ein deutliches Wachstumspotenzial gesehen wird. Die größten Steigerungen werden beim Mobile Computing, aber auch im Bereich ITSicherheit / Informationssicherheit / Datenschutz erwartet. Dies ist konsequent, da die IKT wie gezeigt in immer höherem Maße sämtliche Geschäftsfelder erreichen werden – womit ein zunehmendes Sicherheitsbedürfnis einhergeht. Der Einsatz spezifischer IKT differiert von Branche zu Branche: Bei Banken und Versicherungen z.B. bestehen überaus hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit, wogegen im Großhandel und im Verkehrssektor relativ häufig RFID / Funktechnologien und Geoinformationen / Satellitennavigation genutzt werden. Alexander Werner, Hessen Agentur

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SCHWERPUNKTTHEMEN

Die 100 größten Unternehmen in Hessen Knapp eine halbe Million Beschäftigte bei den 100 größten Unternehmen tätig Rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes aller Unternehmen in Hessen wird von Großunternehmen mit einem Umsatz von 50 Millionen Euro und mehr erwirtschaftet. Sie sind auch als Arbeitgeber von hoher Bedeutung für die hessische Wirtschaft, wie die aktuelle Studie „Die 100 größten Unternehmen in Hessen“ zeigt, die bereits zum dritten Mal seit 2005 von der Landesbank Hessen-Thüringen und der Hessen Agentur gemeinsam erstellt wurde.1 Insgesamt sind bei den 100 größten Unternehmen in Hessen fast eine halbe Million Beschäftigte (489.000) tätig. Dies sind in etwa 15 % aller hessischen Erwerbstätigen. Die Deutsche Lufthansa AG ist mit 37.400 Beschäftigten mit großem Abstand das Unternehmen mit den meisten Beschäftigten in Hessen – gefolgt von der REWE Group (29.000 Beschäftigte) und der Deutsche Bahn AG (25.100 Mitarbeiter). Ausgeprägte Konzentration auf die zehn größten Unternehmen Die Konzentration der Beschäftigung auf die zehn größten Unternehmen ist beträchtlich: Gut 200.000 Arbeitnehmer bzw. 42 % der im Ranking erfassten Arbeitnehmer sind bei ihnen angestellt. Bei den in der Tabelle aufgelisteten TOP 20 liegt der entsprechende Wert bei 59 %. Der Unterschied zwischen dem größten und den kleinsten Unternehmen im Ranking ist beachtlich, denn die Deutsche Lufthansa rangiert mit ihren 37.400 Beschäftigten weit über den Kleinsten der Rangfolge, die jeweils 1.200 Beschäftigte in Hessen haben.

Top 20 der 100 größten Unternehmen in Hessen Rang 2012 1

Name des Unternehmens

Mitarbeiter 2012

2013

Deutsche Lufthansa AG 37.400 etwa gleich

Branche, Tätigkeits- Hauptstandorte schwerpunkt in Hessen Verkehr

2

REWE Group

29.000

k.A.

Handel

3

Deutsche Bahn AG

25.100

k.A.

Verkehr

Frankfurt über Hessen verteilt Frankfurt

4

Fraport Konzern

20.700 etwa gleich

Verkehr

Frankfurt

5

Deutsche Post Gruppe

18.000 etwa gleich

Logistik

Frankfurt

6

Commerzbank AG

Kreditgewerbe

Frankfurt

7

Deutsche Telekom AG

14.500 etwa gleich Telekommunikation

Frankfurt

.

Continental Konzern

14.500

k.A.

Automobilzulieferer

Frankfurt

.

Volkswagen AG

14.500

k.A.

Automobilindustrie

Baunatal

10

Adam Opel AG

12.800 etwa gleich Automobilindustrie

11

Rhön-Klinikum AG

12.300

12

11.800 etwa gleich

Kreditgewerbe

10.300

k.A.

Kreditgewerbe

Frankfurt

14

DZ Bank Gruppe* Deutsche Bank AG* (ohne BHF) Merck KGaA

Rüsselsheim Gießen, Marburg, Wiesbaden Frankfurt

9.900

k.A.

Chemie, Pharma

15

Metro Group

7.500

etwa gleich

Handel

16

Sanofi Group

7.000

etwa gleich

Chemie, Pharma

Darmstadt über Hessen verteilt Bad Soden, Frankfurt

.

WISAG Facility Service Holding GmbH & Co.

7.000

mehr

.

B. Braun Melsungen AG 7.000

mehr

13

19 20

Procter & Gamble Germany GmbH & Co. Operations oHG Siemens AG

16.000

k.A.

k.A.

Krankenhäuser

Gebäudedienstleister Pharma, Medizintechnik

Frankfurt Melsungen

6.500

k.A.

Chemie

Schwalbach

5.700

k.A.

Elektrotechnik

Frankfurt

* Mitarbeiterkapazitäten, k.A. = keine Angabe Quellen: Hessen Agentur, Helaba Volkswirtschaft/Research

Branchenschwerpunkte: Industrie, Logistik, Finanzgewerbe Die Auswertung des Rankings nach Branchen zeigt eindeutige Schwerpunkte: 35 % der im Ranking erfassten Beschäftigten sind in der Industrie angestellt. Verglichen mit der Struktur über alle hessische Ar-

beitnehmer hinweg ist dieser Anteil deutlich überproportional. Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich zwei Hauptbranchen: Jeweils gut 30 % der Industriearbeitnehmer sind in der Automobilbranche oder der chemischen bzw. pharmazeutischen Industrie tätig. Der Maschinenbau und die Elektrotechnik sind zwei weitere Branchen, die bei der hessischen Großindus-

_________________________ 1) Vgl. Bahadori, B., van den Busch, U.: Die 100 größten Unternehmen in Hessen. Erschienen als HA Report 853, Wiesbaden 2013, sowie als Veröffentlichung der Helaba Volkswirtschaft Research, Frankfurt, Oktober 2013. Der Beitrag der Hessen Agentur wurde aus Mitteln des Hessischen Wirtschaftsministeriums finanziert.

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3


SCHWERPUNKTTHEMEN

Die 100 größten Unternehmen in Hessen nach Branchen

Anteil in %

40

35

Beschäftigtenstruktur der 100 größten Unternehmen in Hessen

30 20

Beschäftigtenstruktur in Hessen insgesamt

26 19 15

15 12

11 10

9 6

6

7 4 1

3

1

3

5 1

0 Industrie

Verkehr, Kredit- u. Kommuni- Versicherungskation gewerbe

Handel

Unternehmensdienstleister

Energie-/ Wasserversorgung

Gesundheits- Gastgewerbe Baugewerbe wesen

Quelle: HSL, Hessen Agentur, Helaba Volkswirtschaft/Research.

trie stark vertreten sind. Die prominenten Vertreter unter den ersten zwanzig Unternehmen sind Continental, Volkswagen, Opel, Merck, Sanofi, B. Braun Melsungen, Procter & Gamble und Siemens. Als Dienstleister für die Bereiche Logistik und Telekommunikation erreicht der Wirtschaftszweig Verkehr und Kommunikation / Information mit gut einem Viertel der Beschäftigten den zweithöchsten Anteilswert im Ranking der 100 größten Unternehmen in Hessen. Namhafte Unternehmen stellen fünf der zehn größten Unternehmen: Lufthansa, Deutsche Bahn, Fraport, Deutsche Post und Deutsche Telekom. Sie tragen erheblich zu den hervorragenden logistischen Möglichkeiten im Rhein-Main-Gebiet bei. Selbstredend zählt zu den Größten das für Hessen kennzeichnende Finanzgewerbe: Commerzbank, DZ Bank, Deutsche Bank und Helaba Konzern. Insgesamt entfallen auf das Kredit- und Versicherungsgewerbe 15 % der Arbeitsplätze der 100 größten Unternehmen in Hessen. Der Handel ist im Ranking der Großunternehmen in Hessen fast entsprechend seiner Bedeutung für das gesamte Bundesland vertreten. Rewe Group und Metro sind auf den Plätzen 2 und 15 sogar unter den ersten zwanzig Unternehmen in Hessen zu finden.

4

Firmen aus dem Gast- und Baugewerbe sind dagegen aufgrund der mittelständischen Branchenstruktur kaum in der Rangliste anzutreffen. Die gesamtwirtschaftlich wichtige Gruppe der „öffentlichen und privaten Dienstleister“ sind im Ranking ebenfalls stark unterrepräsentiert, da bestimmte Wirtschaftszweige per Definition nicht in die Rangliste aufgenommen wurden (zumeist öffentliche Unternehmen bzw. Behörden). Allein die privatwirtschaftlichen Klinikgruppen haben Eingang in die Liste gefunden. Mit Rhön-Klinikum hat sogar ein Unternehmen den elften Platz erreicht. Regionale Konzentration auf das RheinMain-Gebiet

Dienstleistungsunternehmen angesiedelt, für die die räumliche Nähe zueinander von Vorteil ist. Ein Finanzzentrum wie Frankfurt lebt nämlich vom gegenseitigen Informationsaustausch, gekoppelt mit Impulsen aus Forschung und Wissenschaft. Wirtschaftsprüfer- und Unternehmensberatungsgesellschaften können den direkten Kontakt mit ihren Kunden pflegen. Zudem hat eine Vielzahl von deutschen Großunternehmen im Rhein-Main-Gebiet ihren Stammsitz bzw. ausländische Gesellschaften ihre Hauptniederlassung. Sie können von hier aus unkompliziert mit ihren Konzernunternehmen weltweit in Verbindung treten. Uwe van den Busch, Hessen Agentur

In Nord- und Mittelhessen ist ein Viertel der Großunternehmen des Rankings beheimatet (vgl. die umseitige Karte der regionalen Verteilung). Für die Großunternehmen in Hessen ist aber das RheinMain-Gebiet zentraler Ansiedlungspunkt. Über 75 % haben ihren Hauptstandort in dieser Region. Die gute internationale Verkehrsanbindung – besonders durch den Flughafen Frankfurt – ist gerade für die großen Logistikunternehmen ein ausschlaggebendes Argument, das Rhein-Main-Gebiet als Standort zu wählen. Hier sind auch die größten

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SCHWERPUNKTTHEMEN

Regionale Verteilung der größten Unternehmen in Hessen – nach Hauptstandorten und Branchen

Quelle: Hessen Agentur, Helaba Volkswirtschaft/Research

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SCHWERPUNKTTHEMEN

Berufs- und Qualifikationsprognosen bis 2018 Vorbemerkung Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels stellt die Fachkräftesicherung eine der großen Herausforderungen dar. Die Strategie des Landes Hessen in diesem Bereich ist im ressortübergreifenden Gesamtkonzept „Fachkräftesicherung Hessen“ der Hessischen Landesregierung beschrieben.1 Der Wandel wird sich nicht in allen Landesteilen gleichermaßen vollziehen, wie auch Berufs- und Qualifikationsgruppen sowie Branchen unterschiedlich betroffen sein werden. Fundierte Informationen über die zukünftige Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitsmarkt sind deshalb notwendig, die zugleich berufsindividuell, auf möglichst kleinräumiger Ebene, branchenspezifisch und nach Qualifikationsstufen differenziert sein sollten. Damit diesen umfassenden Anforderungen Rechnung getragen werden kann, ist das Frühinformationssystem regio pro2 ins Leben gerufen worden. Zentrale Aufgabe von regio pro ist es, auf Basis regionaler Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsdaten Berufsund Qualifikationsprognosen zu generieren. Dem Prognosemodell werden hierbei der Stand und die erwartete Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage – auf Basis eines gesamtwirtschaftlichen Modells – sowie des Arbeitskräfteangebots – basierend auf einer Bevölkerungsprognose sowie Schätzungen zur Erwerbstätigenquote – zu Grunde gelegt. Zusätzlich berücksichtigt das Modell die Pendlerströme, d.h. die Zahl der Ein- und Auspendler in die jeweilige Region. Effekte, wie z.B. ein erhöhter

oder verminderter Arbeitskräftebedarf der Unternehmen, rentenbedingte Ersatzbedarfe oder eine Abnahme des Arbeitskräfteangebots werden hierbei relevant. Die Effekte können sich in ihren Wirkungen überlagern oder auch verstärken. In einigen Berufsgruppen geht beispielsweise zwar der Bedarf der Unternehmen zurück, kann aber durch einen hohen Anteil an aus dem Berufsleben ausscheidenden Arbeitskräften (rentenbedingter Ersatzbedarf) überlagert werden. Dies ist ein Effekt, der zudem noch durch ein demographiebedingt sinkendes Arbeitskräfteangebot verstärkt werden kann. Ergänzend zur quantitativen Prognose von Angebot und Nachfrage wurde noch eine internetbasierte Expertenbefragung durchgeführt. Nachfolgend werden ausgewählte Prognoseergebnisse des Projektes vorgestellt, wobei im vorliegenden Beitrag die Betrachtung auf Hessen insgesamt und seine Regierungsbezirke fokussiert. Zukünftige Arbeitskräfteentwicklung in Hessen und seinen Regierungsbezirken Die zukünftige Arbeitskräfteentwicklung in Hessen wird durch die Gegenüberstellung des projizierten Arbeitskräfteangebotes und der projizierten Arbeitskräftenachfrage unter Berücksichtigung der Pendlerströme ermittelt. Ein so genannter Mismatch entsteht, wenn Angebot und Nachfrage nicht ausgeglichen sind. Ein Defizit ist vorhanden, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist; ein Überschuss entsteht, wenn das Angebot über der Nach-

Mismatch bis 2018 RB Kassel

-6%

RB Gießen

-5%

RB Darmstadt

-3%

Hessen

-4% -6%

-4%

-2%

0%

Q.: Berechnungen aus regio pro: IWAK, GWS, Hessen Agentur, Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

frage liegt. Das bedeutet, dass alle Werte größer Null Überschüsse darstellen und alle Werte kleiner Null Defizite sind. Ein kleinerer Mismatch – für das Projekt regio pro von -2 % bis +2 % – ist aber nicht automatisch ein Defizit oder Überhang, sondern wird aus einer Matchingperspektive als Ausgleich betrachtet. Von einem Engpass wird bei einem Defizit zwischen -2 % und -7 % gesprochen, ein noch größeres Defizit wird als Arbeitskräftemangel definiert. Die Analyse zeigt, dass – bei gleichen Rahmenbedingungen wie heute – bis zum Jahr 2018 in Hessen mit einem Arbeitskräfteengpass zu rechnen ist: Insgesamt wird ein Defizit von circa 98.170 Fachund Arbeitskräften erwartet. Dies entspricht einem Minus von 4 % im Vergleich zu den Beschäftigten in 2011. Die Hälfte aller in Hessen fehlenden Arbeitskräfte entfällt dabei mit rund 48.220 auf den RB Darmstadt, womit dort der Mismatch, d.h. die Differenz von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage bezogen auf die heutige

_____________________ 1) Vgl. Hessische Landesregierung (Hrsg.): Gesamtkonzept „Fachkräftesicherung Hessen“, Wiesbaden 2013. Verfügbar unter: www.hessen.de/sites/default/files/ HMWVL/gesamtkonzept_fachkraeftesicherung_hessen.pdf. 2) Regio pro ist ein Projekt des IWAK – Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt. Der gesamte Projektzeitraum erstreckt sich vom 01.06.2011 bis zum 31.12.2014. Der Zwischenbericht wurde unter Mitarbeit der GWS Osnabrück (Nachfrageprognose nach einzelnen Wirtschaftszweigen) und der Hessen Agentur (Angebotsprognose) erstellt. Das Projekt regio pro wird gefördert vom Hessischen Wirtschaftsministerium aus dem Europäischen Sozialfonds und Landesmitteln. Vgl. zu weiteren Informationen den Internetauftritt des Projektes unter www.regio-pro.eu.

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HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


SCHWERPUNKTTHEMEN

Beschäftigung, -3 % beträgt. Absolut gesehen liegt das prognostizierte Defizit im RB Gießen bei 21.560 (-5 %) und im RB Kassel bei 28.390 Beschäftigten (-6 %). Somit ist in allen Regierungsbezirken von einem Arbeitskräfteengpass auszugehen. Für Hessen insgesamt verursacht vor allem der Ersatzbedarf, der sich aus dem altersbedingten Ausscheiden der Beschäftigten ergibt, das Defizit. Im RB Gießen und im RB Kassel wird diese Entwicklung insbesondere noch durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung verstärkt. Nur der RB Darmstadt erwartet eine Zunahme der Bevölkerung. Diese Tendenz bestätigt den seit längerer Zeit zu beobachtenden Trend der Abwanderung der Bevölkerung aus ländlichen Gebieten. Mismatch nach Berufen Eine Betrachtung der erwarteten Defizite nach einzelnen Berufsgruppen liefert weitere Informationen. Dargestellt sind in der Tabelle die Prognoseergebnisse für die jeweils zehn größten Berufsgruppen der Regierungsbezirke und Hessens insgesamt, wobei die Berufsgruppen in fünf Cluster zusammengefasst sind. Insbesondere in den sozialpflegerischen

Berufen (u.a. Altenpfleger/innen, Erzieher/innen) und in den so genannten übrigen Gesundheitsdienstberufen (u.a. Medizinische Fachkräfte, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen) wird ein Arbeitskräfteengpass erwartet (jeweils -7 %, zusammen -18.550). Aufgrund der Alterung der Gesellschaft ist besonders in Nordund Mittelhessen ein Problem bei der Versorgung mit Fach- und Arbeitskräften zu erwarten. Somit ist in Nordhessen mit einem Defizit von jeweils -9 % in den beiden Berufsgruppen und in Mittelhessen mit jeweils -8 % von einem Arbeitskräftemangel auszugehen, im RB Darmstadt wird dagegen mit -6 % nur ein Engpass eintreten. Insgesamt werden voraussichtlich in ganz Hessen 14.000 Bürofach- und Bürohilfskräfte bis 2018 fehlen, was einem Defizit von -3 % entspricht. Die Hälfte dieses Defizits ist in Südhessen verortet. Allerdings ist hier das Defizit in Relation zur Beschäftigtenzahl in dieser Berufsgruppe mit -2 % nicht sehr groß und kann deshalb als Ausgleich betrachtet werden. Bei den Bürofach- und Bürohilfskräften liegt der Fachkräfteengpass bei -5 % in Nord- und Mittelhessen und ist damit mehr als doppelt so groß wie in Südhessen. Auch das Defizit bei den Warenkaufleuten ist in den

Regierungsbezirken Kassel und Gießen mit jeweils -3 % deutlich höher als im RB Darmstadt (-1 %). Im Berufscluster der kaufmännischen Berufe ist die Berechnung des Mismatch aus methodischen Gründen in den Regierungsbezirken Gießen und Kassel nur bei den Bürofachund Bürohilfskräften sowie den Warenkaufleuten (u.a. Verkäufer, Einzelhandelskaufmann/-frau) möglich. Laut Prognose des Modells werden bis 2018 vor allem bei Dienstleistungsberufen wie den Reinigungsberufen (-5 %, -6.210) und den Gästebetreuern – insbesondere Kellner – (-6 %, -4.270) Arbeitskräfteengpässe entstehen. Bei den Dienstleistungsberufen ist der Unterschiede bei den Gästebetreuern besonders gravierend: In Nordhessen ist das relative Defizit an Gästebetreuern dreimal so hoch wie in Südhessen. Mit einem Wert von -12 % ist das nordhessische Defizit in diesem Beruf zugleich das höchste aller regional prognostizierten Berufe. Da die TouristikBranche insbesondere in dieser Region eine große Bedeutung besitzt, ist der erwartete Mangel an Arbeitskräften eine besondere Herausforderung gerade für Nordhessen. Bei den Berufen der Logistik liegt gemäß regio pro das Defizit bei den Lagerver-

Mismatch der jeweils 10 größten Berufsgruppen bis 2018 Berufscluster

Kaufmännische Berufe

Gesundheitsberufe Dienstleistungsberufe Logistikberufe Technische / handwerkliche Berufe

Berufe

Hessen

RB Darmstadt

RB Gießen

RB Kassel

-3% -2% -3% -3% . -7% -7% -5% . -3% -5% . -3% .

-2% -1% -2% -3% -3% -6% -6% -5% -4% -2% . . . .

-5% -3% . . . -8% -8% -5% . -3% -7% -6% -5% -4%

-5% -3% . . . -9% -9% -7% -12% -5% -7% -6% -5% .

Bürofachkräfte, Bürohilfskräfte Warenkaufleute Bank- und Versicherungskaufleute Rechnungskaufleute, Datenverarbeitungskaufleute Unternehmer, Organisatoren, Wirtschaftsprüfer Übrige Gesundheitsberufe Sozialpflegerische Berufe Reinigungsberufe Gästebetreuer Lagerverwalter, Lager- und Transportarbeiter Berufe des Landverkehrs Schlosser Techniker Elektriker

Q.: Berechnungen aus regio pro: IWAK, GWS, Hessen Agentur, Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

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SCHWERPUNKTTHEMEN

Mismatch nach Qualifikationen bis 2018 -5% -4% mit (Fach-) Hochschulabschluss -2% RB Kassel

-3%

RB Gießen RB Darmstadt -6%

Hessen

-6% mit Berufsausbildung -3% -4% -6%

-4%

-2%

0%

Q.: Berechnungen aus regio pro: IWAK, GWS, Hessen Agentur, Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

waltern, Lager- und Transportarbeitern bei -3 % (-2.970) und bei den Berufen des Landverkehrs (vor allem Kfz-Fahrer) sogar bei -5 % (-4.090). In Nord- und Mittelhessen wird vor allem der Bedarf an Arbeitskräften in den Berufen des Landverkehrs (Berufskraftfahrer) nicht gedeckt werden können (RB Kassel: -7 %; RB Gießen: -7 %). Zusammen mit dem Defizit der Lagerverwalter, Lager- und Transportarbeiter besonders im RB Kassel (-5 %) kann hier von einem Arbeitskräfteengpass im Logistikbereich ausgegangen werden. Auch bei den technischen Berufen wird bis 2018 ein nicht gedeckter Arbeitskräftebedarf prognostiziert. Die Defizite werden bei den Schlossern, aber insbesondere auch bei den Technikern in den Regierungsbezirken Kassel und Gießen über dem Hessendurchschnitt liegen. In Mittelund Nordhessen wurde jeweils ein Defizit bei den Schlossern von -6 % und bei den Technikern von -5 % projiziert. In Mittelhessen weisen neben den Schlossern und den Technikern auch noch die Elektriker ein Defizit auf (-4 %).

8

Mismatch nach Qualifikationsstruktur Die Diskussion über die demographische Entwicklung und den daraus entstehenden Problemen dreht sich häufig um den Mangel an Fachkräften, d.h. Arbeitskräften mit Berufsausbildung und Akademikern. Für eine spezifische Fachkräftesicherungsstrategie ist es aber wichtig zu wissen, welche Art der Beschäftigten nachgefragt werden, denn je nach nachgefragter Qualifikationsstufe müssen unterschiedliche Strategien zur Anwendung kommen. Die derzeitige Qualifikationsstruktur ist recht unterschiedlich: Im RB Kassel sind mit einem Anteil von 74 % überdurchschnittlich viele Beschäftigte mit Berufsausbildung tätig. Nordhessen liegt damit um 10 Prozentpunkte höher als Südhessen. Auch der RB Gießen liegt im hessenweiten Vergleich über dem Durchschnitt. Dafür ist der Anteil der Akademiker im RB Darmstadt mit 17 % etwa doppelt so hoch wie in den Regierungsbezirken Kassel und Gießen. Dies lässt sich mit der unterschiedlichen Wirtschafts-

struktur der hessischen Regionen erklären. So ist in Südhessen die Dienstleistungsbranche stark ausgeprägt, wohingegen Nordhessen durch eine hohe Dichte an Unternehmen des Produzierenden Gewerbes gekennzeichnet ist. In etwa analog zur derzeitigen Verteilung zeigen sich die erwarteten Defizite bis 2018. Von den laut Prognose insgesamt 98.170 fehlenden Arbeitskräften werden voraussichtlich 69.520 Personen mit Berufsausbildung, 10.610 mit (Fach-) Hochschulabschluss sowie 18.040 ohne Berufsausbildung fehlen. Somit ist das projizierte Defizit bei den Beschäftigten mit Berufsausbildung am höchsten. Dieser Befund gilt gleichermaßen für die drei Regierungsbezirke Hessens. Eine noch genauere Einschätzung der zukünftigen Fachkräfteengpässe nach Qualifikationen als die absoluten Defizite liefert der relative Mismatch. Dieser zeigt das Verhältnis der zukünftig fehlenden Arbeitskräfte zu den heute bereits Beschäftigten. Bis zum Jahr 2018 wird es laut Modell sowohl bei den Beschäftigten mit Berufsausbildung als auch bei den Akademikern zu Engpässen kommen. Hessenweit zeigen sich zwischen den Qualifikationsstufen jedoch kaum Differenzen; das Defizit wird zwischen -3 % und -4 % liegen. Insbesondere die Regierungsbezirke Gießen und Kassel erwarten mit jeweils 6 % ein hohes Defizit an Beschäftigten mit Berufsausbildung. Aber auch überdurchschnittlich viele Akademiker werden in Nord- und Mittelhessen fehlen. Für den RB Darmstadt ist das Defizit an Hochqualifizierten so gering, dass Angebot und Nachfrage als ausgeglichen betrachtet werden können. Lioba Trabert, Hessen Agentur

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DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Die hessische Konjunktur in Zahlen Hessische Konjunkturindikatoren im Überblick 2012

2013

Art der Angabe Sep

Okt

Nov

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Aktuellste 3 Monate gegen entsprechende Vorjahresmonate (Veränderung in %)

Arbeitsmarkt Arbeitslosenquote (in %)1 Arbeitslose Gemeldete Arbeitsstellen Kurzarbeiter

5,5

5,5

5,4

5,7

5,9

5,9

5,7

5,6

5,5

2,4

172.680 35.492 5.750

172.783 35.189 7.371

170.597 34.415 8.125

183.493 33.016 .

189.714 33.600 .

189.320 33.438 .

181.506 33.357 .

177.936 32.529 .

175.662 32.204 .

3,7 – 6,7 47,3

Beschäftigte (in 1.000) Land- und Forstwirtschaft, Fischerei Bergbau, Energie u. Wasser, Entsorgung Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Handel; Instandhaltung u. Reparatur. v. Kfz Verkehr und Lagerei Gastgewerbe Information und Kommunikation Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen Wirtschaftliche Dienstleistungen Öff. Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung Erziehung und Unterricht Gesundheits- und Sozialwesen sonstige Dienstleistungen, Private Haushalte

2.311 8 38 435 111 332 162 73 82 141 360 135 86 262 84

2.315 8 38 434 111 331 160 72 85 141 361 135 88 264 84

2.315 8 39 436 110 330 160 72 85 141 364 135 89 262 84

2.291 8 38 430 109 322 157 72 86 139 364 133 86 262 83

2.290 8 38 431 109 322 158 72 86 139 367 133 84 261 82

2.319 8 39 435 113 328 159 74 86 140 370 134 86 264 83

2.333 9 39 437 113 330 159 74 86 140 374 134 88 266 84

. . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . .

0,9 3,2 1,4 0,4 1,7 – 0,7 – 1,6 1,7 4,9 – 0,8 3,4 – 0,7 1,3 1,6 – 0,5

Außenhandel (in Mio. Euro) Einfuhren Ausfuhren

6.340 4.508

7.343 5.022

6.538 4.855

7.107 4.859

6.849 5.012

6.350 4.461

6.759 5.032

. .

. .

1,5 5,6

Auftragseingänge Verarbeitendes Gewerbe 3 (2010 = 100) Bau 4 (2005 = 100)

90,3 124,3

101,1 127,9

96,1 100,5

109,9 135,1

102,7 165,7

88,0 116,7

95,0 135,7

. .

. .

2,8 7,8

Umsätze Einzelhandel 3 (2010 = 100) Gastgewerbe 3 (2010 = 100) Verarbeitendes Gewerbe 3 (2010 = 100) Bau (in 1.000 Euro)

97,3 113,1 101,8 381.251

101,2 106,0 105,7 403.129

103,5 102,0 107,1 408.986

97,4 107,2 103,1 331.893

98,8 97,9 106,3 383.537

97,4 100,3 95,9 374.049

93,8 112,6 106,8 385.429

. . . .

. . . .

– 1,8 – 0,5 1,4 1,3

104,5

104,5

104,5

105,3

105,7

105,6

105,6

105,4

105,6

0,25 1,94

0,21 1,95

0,19 1,80

0,21 2,14

0,22 1,95

0,23 2,17

0,22 2,05

0,23 1,95

. .

– 13,9 6,4

1,29 100,49 8,13

1,30 102,47 8,14

1,28 103,94 8,00

1,32 128,40 8,09

1,31 130,39 8,02

1,33 130,34 8,15

1,33 132,41 8,17

1,37 133,32 8,32

. . .

5,2 31,8 2,0

2

Verbraucherpreisindex (2010 = 100) Zinsen im Euro-Währungsgebiet (in % p.a.) EURIBOR Dreimonatsgeld 5 Kassazinssatz von 10jährigen-Anleihen 6 Wechselkurse (1 Euro = ... WE) 5 US-Dollar Japanischer Yen Chinesischer Renminbi Yuan 1

Arbeitslose bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen ––– 2 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ––– ––– 5 Monatsdurchschnitte ––– 6 Anleihen mit AAA Rating von Zentralstaaten im Euro-Währungsgebiet

3

Volumenindex –––

4

1,0

Wertindex

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Hessisches Statistisches Landesamt, Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank.

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

9


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Die hessische Konjunktur im Überblick „Konjunkturprognose Hessen 2014“: Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2014 um 1,9 % Die Gemeinschaftsprognose des Hessischen Statistischen Landesamtes, der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen und der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern vom 09.12.2013 erwartet für das Jahr 2014 ein Plus des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts in Hessen in Höhe von 1,9 % (Deutschland: +1,8 %). Der stärkste Zuwachs wird bei den Unternehmensdienstleistern (+3,3 %) gesehen – gefolgt von der Informations- und Kommunikationssparte (+3,2 %). Für das Jahr 2013 wird mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts in Hessen um voraussichtlich 0,8 % (Deutschland: +0,4 %) gerechnet. Die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostizieren für Hessen für das Jahr 2014 im Jahresdurchschnitt ein weiteres Ansteigen der Beschäftigung um rund 0,7 %, bei einem gleichzeitigen Absinken der Arbeitslosigkeit auf rund 180.000 Personen. Quelle: Pressemitteilung / Präsentation zur Pressekonferenz „Konjunkturprognose Hessen 2014“ des Hessischen Statistischen Landesamtes vom 09.12.2013. Der hessische Arbeitsmarkt präsentiert sich angesichts der verhaltenen Konjunktur nach wie vor recht robust. 175.662 Frauen und Männer waren im November in Hessen als arbeitslos registriert, womit die Arbeitslosenzahl um rund 5.000 Personen höher liegt als ein Jahr zuvor. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote im November 2013 von 5,5 % (November 2012: 5,4 %). 32.204 Arbeitsstellen, d.h. zu besetzende Arbeitsplätze, waren im November bei den hessischen Arbeitsagenturen gemeldet – gut 2.200 weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten fiel im September 2013 mit über 2,33 Millionen um 1,0 % höher aus als im Jahr 2012.  Der hessische Außenhandel hat sich in den letzten Monaten auf hohem Niveau etwas belebt. Die Exporte Hessens summierten sich im 3. Quartal 2013 auf insgesamt 14,5 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 5,6 % entspricht. Für die Importe steht ein Wert von 20,0 Mrd. Euro zu Buche (+1,5 %).

10

 Der heimische Einzelhandel lässt es im 3. Quartal 2013 an Dynamik vermissen: Dies zeigen das Umsatzminus von 1,8 % und der Rückgang der Beschäftigtenzahl um 0,8 % – jeweils gegenüber dem Vorjahr.  Das Gastgewerbe in Hessen präsentiert sich im 3. Vierteljahr 2013 vergleichsweise stabil, denn der Umsatz lag nur geringfügig (-0,5 %) unter dem Niveau des Jahres 2012. Der Beschäftigungsstand war im 3. Quartal minimal höher (+0,2 %).

 Auch die Konjunktur im hessischen Bauhauptgewerbe stellt sich im 3. Quartal erfreulicher dar als im eher verhaltenen 1. Halbjahr. Zwar verfehlte der baugewerbliche Umsatz das Vorjahresniveau – wenn auch nur knapp um 0,6 % –, doch der Auftragseingang konnte deutlich zulegen (+7,8 %). Die Zahl der Beschäftigten bei den heimischen Bauunternehmen ist ebenfalls angestiegen (+1,6 %).

 Die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe Hessens hat etwas an Schwung gewonnen: So wurde im 3. Quartal 2013 – nach schwachem Jahresauftakt und lediglich minimalem Plus im 2. Quartal – das Umsatzniveau des Vorjahres um 1,4 % übertroffen. Auch der Auftragseingang fiel höher aus (+2,8 %) als noch vor Jahresfrist. Der Beschäftigungsstand blieb im 3. Quartal 2013 unverändert (±0%).

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Beschäftigung und Arbeitsmarkt Im November 2013 waren 175.662 Arbeitslose1 in Hessen registriert. Damit ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat Oktober um knapp 2.300 Personen gesunken – ein durchaus saisonüblicher Effekt in der Vorweihnachtszeit. Im Vergleich zum November 2012 waren hingegen über 5.000 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die konjunkturellen Impulse sind zurzeit zu schwach, um den Abbau der Arbeitslosigkeit vorantreiben zu können. Die Darstellung der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit veranschaulicht zum einen den moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit seit Sommer 2012. Sie zeigt zum anderen, dass sich die Entwicklung im Bundesdurchschnitt etwas freundlicher als in Hessen präsentiert, wobei in den letzten Monaten wieder eine Konvergenz zu beobachten ist. Korrespondierend zur Arbeitslosenzahl hat sich auch die Arbeitslosenquote – definiert als die Anzahl der registrierten Arbeitslosen in Relation zu allen zivilen Erwerbspersonen – geändert: Die Quote

ARBEITSLOSE

in Hessen fiel im November mit 5,5 % etwas niedriger als im Oktober (5,6 %) bzw. geringfügig höher als noch ein Jahr zuvor (5,4 %) aus. Der Blick auf Nord-, Mittel- und Südhessen zeigt keine großen Unterschiede auf: Im RB Kassel und im RB Gießen beträgt die Arbeitslosenquote jeweils 5,3 % und im RB Darmstadt wird eine Arbeitslosenquote von 5,6 % ausgewiesen. Die Bandbreite auf Kreisebene ist hingegen beträchtlich und reicht von einer Arbeitslosenquote in Fulda von 3,3 % bis zu einer Quote von 10,8 % in der Stadt Offenbach. Was für Hessen insgesamt gilt, trifft auch für die weitaus überwiegende Zahl der hessischen Kreise bzw. kreisfreien Städte zu: Die Arbeitslosenquote ist im November 2013 etwas niedriger als noch im Vormonat Oktober, aber höher als im November 2012. Hessen zeichnet sich nach wie vor durch eine Arbeitslosenquote aus, die unter dem Bundesdurchschnitt liegt – und zwar um 1,0 Prozentpunkte im November. Sie ist darüber hinaus seit dreieinhalb Jahren in

der Regel auch geringer als die westdeutsche Arbeitslosenquote, die derzeit 5,8 % beträgt. Die letzten verfügbaren Angaben über die Zahl der Kurzarbeiter beziehen sich auf den Berichtsmonat Mai 2013. Zu diesem Zeitpunkt waren hessenweit 5.675 Personen (Mai 2012: 4.709) in Kurzarbeit, wovon etwa drei Viertel konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten. Die Kurzarbeiteranzeigen2 von Juni 2013 bis Oktober 2013 lassen nicht erwarten, dass die Bedeutung der Kurzarbeit in Hessen – von den üblichen Saisonschwankungen (z.B. dem „Schlechtwettergeld“) abgesehen – in den nächsten Monaten zunehmen wird. In der Zahl der offenen Stellen (gemeldete Arbeitsstellen) spiegelt sich die verhaltene Arbeitsnachfrage der hessischen Unternehmen wider. 34.415 im November 2012 den hessischen Arbeitsagenturen gemeldete Stellen stehen ein Jahr später nur 32.204 Stellen gegenüber, was einem Rückgang um rund 2.200 Stellen entspricht.

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 100 90 80 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13

Arbeitslosenquoten in Hessen, Westdeutschland und Deutschland * Nov 12 Dez 12 Hessen Westdeutschland Deutschland

5,4 5,6 6,5

5,5 5,8 6,7

Jan 13

Feb 13

Mrz 13

Apr 13

Mai 13

Jun 13

Jul 13

6,1 6,4 7,4

6,1 6,4 7,4

6,1 6,3 7,3

6,1 6,2 7,1

5,8 6,0 6,8

5,7 5,8 6,6

5,9 6,0 6,8

Aug 13 Sep 13 5,9 6,1 6,8

5,7 5,9 6,6

Okt 13

Nov 13

5,6 5,8 6,5

5,5 5,8 6,5

* Arbeitslose bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, Angaben in Prozent

_____________________ 1) Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich aus dem IT-Fachverfahren der Bundesagentur, aus Datenlieferungen zugelassener kommunaler Träger und – sofern keine verwertbaren bzw. plausiblen Daten geliefert wurden – aus ergänzenden Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit. 2) Vor Beginn der Kurzarbeit müssen die Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitszeitausfall erstatten. Insofern können die Anzeigen als potenzielle Zugänge in die Kurzarbeit interpretiert werden, die tatsächliche Inanspruchnahme steht jedoch erst später fest.

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

11


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

110

BESCHÄFTIGTE

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010=100)

Deutschland

Hessen

Jan 13

Jul 13

105 100 95 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Wie hat sich die Beschäftigung in den letzten Monaten entwickelt? Der positive Trend hat nach wie vor Bestand, wenngleich die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geringer als noch im Jahr 2011 ausfällt, wie die saisonbereinigte Darstellung zeigt. Zu berücksichtigen ist, dass die neuesten Angaben zur Beschäftigung die des Monats September sind, d.h. die Daten zur Arbeitslosigkeit sind sozusagen zwei Monate aktueller. Insofern konnte der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosigkeit in Hessen im Oktober noch keine Auswirkungen auf die Beschäftigungswerte zeitigen. Hessen zählte im September 2013 gut 2,33 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies sind 22.500 bzw. 1,0 % mehr als noch im September des Vorjahres. Gemäß diesen hochgerechneten, vorläufigen Angaben handelt es um den bis-

Jul 12

her höchsten Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen. In Westdeutschland (+1,4 %) und auf Bundesebene (+1,3 %) stieg die Zahl der Beschäftigten im Vorjahresvergleich etwas stärker an als in Hessen. Trotz insgesamt gesehen weiterhin positiver Beschäftigungsentwicklung gibt es allerdings auch Segmente der hessischen Wirtschaft, in denen im September 2013 weniger Personen beschäftigt waren als noch ein Jahr zuvor. Hier ist insbesondere die Logistik („Verkehr und Lagerei“) zu nennen, wo nach zum Teil kräftigem Wachstum in den letzten beiden Jahren das hohe Beschäftigungsniveau nicht gehalten werden konnte (-1,9 %). Das andere Ende der Rangliste bildet der Bereich Information und Kommunikation mit einem kräftigen Beschäftigungsplus in

Höhe von 4,7 %. In absoluten Angaben gemessen hat die Beschäftigtenzahl am stärksten bei den so genannten wirtschaftlichen Dienstleistungen zugelegt – und zwar um 13.600 Personen bzw. um 3,8 %. Damit ist per Saldo mehr als die Hälfte der hessenweiten Beschäftigungszunahme von 22.500 Personen auf diesen sehr heterogenen Teil der hessischen Wirtschaft (u.a. Werbeagenturen, Unternehmensberatungen, Ingenieurbüros, Arbeitnehmerüberlassung) zurückzuführen. Die Zeitarbeit – vor allem im Jahr 2010 ein Motor der Beschäftigungsentwicklung in diesem Sektor – hat im Berichtszeitraum nur eine untergeordnete Rolle gespielt: Die Zahl der Zeitarbeiter lag im September 2013 lediglich um 500 Personen höher als im Vorjahr.

Veränderung der Beschäftigung im September 2013 gegenüber September 2012* Insgesamt

absolut Hessen

relativ

Bergbau, Energie und Wasser, Entsorgung absolut

relativ

Verarbeitendes Gewerbe absolut

relativ

Baugewerbe

absolut

relativ

Handel; Instandsetzung und Reparatur von Kfz absolut

relativ

Verkehr und Lagerei absolut

relativ

Gastgewerbe

absolut

relativ

22,5

1,0

0,5

1,4

1,9

0,4

2,3

2,0

-1,9

-0,6

-3,1

-1,9

1,4

1,9

Deutschland

377,7

1,3

-3,2

-0,6

23,7

0,4

13,5

0,8

14,8

0,3

34,1

2,3

18,6

2,0

Westdeutschland

322,8

1,4

-1,7

-0,4

22,3

0,4

13,3

1,0

9,2

0,3

30,2

2,5

15,0

2,1

Information und Kommunikation

absolut

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Wirtschaftliche Dienstleistungen

Öff. Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung

Erziehung und Unterricht

relativ

sonstige Dienstleistungen, Private HausHalte

absolut

relativ

absolut

relativ

absolut

relativ

absolut

relativ

relativ

absolut

3,8

4,7

-1,0

-0,7

13,6

3,8

-1,2

-0,9

1,7

2,0

4,2

1,6

-0,3

-0,3

Deutschland

15,3

1,7

-3,6

-0,4

143,9

3,6

8,8

0,5

26,7

2,4

82,0

2,2

-0,9

-0,1

Westdeutschland

11,2

1,5

-2,4

-0,3

126,4

3,9

7,7

0,6

23,5

2,8

63,4

2,1

0,3

0,0

Hessen

absolut

Gesundheits- und Sozialwesen

relativ

* Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, absolute Angaben in 1.000, relative Angaben in Prozent

12

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Außenhandel, Einzelhandel und Gastgewerbe Die hessische Wirtschaft ist eng mit Absatz- und Beschaffungsmärkten in aller Welt verflochten – von Europa über „klassische“ Auslandsmärkte in Übersee wie die USA bis hin zu Schwellen- und Entwicklungsländern. Entsprechend spiegelt die Entwicklung des hessischen Außenhandels das konjunkturelle Auf und Ab der Weltwirtschaft wider. Nicht nur die Industrie, sondern auch viele Dienstleister profitieren direkt oder indirekt von einer guten Weltkonjunktur bzw. haben im Falle einer Rezession die negativen Auswirkungen zu verkraften. Die saisonbereinigte Darstellung der hessischen Ausfuhr1 zeigt in den letzten Monaten eine leichte Belebung, was im Einklang mit der sich aufhellenden Weltkonjunktur steht. Das „Anspringen“ der Konjunktur in den USA und positive Meldungen aus Europa – so z.B. werden Irland und Spanien demnächst den so genannten Euro-Rettungsschirm verlassen – stimmen zuversichtlich, dass auch die hessische Exportentwicklung in den nächsten Monaten weiter an Kraft gewinnt. Insgesamt gesehen wurden von Hessen im

AUSFUHR

3. Vierteljahr 2013 Güter im Wert von 14,5 Mrd. Euro (Ursprungswerte) in aller Herren Länder ausgeführt. Damit lagen die Exporte Hessens um 5,6 % über dem Vorjahresniveau, wobei das Plus im Handel mit den Staaten der EU (+9,2 %) überdurchschnittlich hoch ausgefallen ist. Vor allem im Vereinigten Königreich (+31,2 %), aber auch in Spanien (+18,9 %) konnten die hessischen Unternehmen mehr Produkte absetzen. Die Ausfuhren Deutschlands insgesamt entwickelten sich im gleichen Zeitraum schwächer (-0,9 %). Am stärksten nachgefragt wurden einmal mehr chemische und pharmazeutische Erzeugnisse (beispielsweise Grundstoffe, Spezialchemikalien und Medikamente), die im 3. Quartal 2013 für 4,4 Mrd. Euro exportiert wurden. Dies entspricht knapp einem Drittel der gesamten hessischen Ausfuhr im Berichtszeitraum. Es folgen Produkte der Elektroindustrie (2,5 Mrd. Euro) vor Maschinen (1,7 Mrd. Euro). Die saisonbereinigte Einfuhr bietet kein grundlegend anderes Bild, denn die Entwicklung der Importe, die keineswegs nur konsumtiv verwendet werden, sondern mit

deren Einsatz zu einem beträchtlichen Teil wiederum Exporterzeugnisse hergestellt werden, passt sich ebenfalls der aktuellen Konjunkturlage an. Im Vergleich Hessens mit Deutschland fällt allerdings die merklich dynamischere Entwicklung der hessischen Einfuhr in den letzten Monaten auf. Absolut betrachtet importierte die hessische Wirtschaft im 3. Quartal 2013 Güter ausländischen Ursprungs von Rohstoffen über Halbwaren bis hin zu Fertigerzeugnissen für 20,0 Mrd. Euro (Ursprungswerte) – ein gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % höherer Wert. Hingegen fielen die Importe Deutschlands insgesamt etwas geringer aus (-0,9 %) als noch im 3. Quartal 2012. Was Chemie und Pharma für die hessischen Exporte sind, stellt die Elektrotechnik für die Importe dar: Wichtigste Importgüter im 3. Quartal 2013 waren Produkte der Elektroindustrie, die für 4,4 Mrd. Euro vor allem aus Asien eingeführt wurden. Den zweiten Rang nehmen Chemikalien und Pharmazeutika (2,8 Mrd. Euro) vor Erzeugnissen der Metallindustrie (2,3 Mrd. Euro) ein. Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

130 120 110 100 Jan 11

EINFUHR

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13 Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

130 120 110 100 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13

_____________________ 1) Die amtliche Statistik erfasst die Ein- und Ausfuhr Deutschlands sowie die Ausfuhr der Bundesländer nach dem Prinzip des Spezialhandels, die Einfuhr der Bundesländer jedoch nach dem Prinzip des Generalhandels. Aufgrund dieser unterschiedlichen Abgrenzungskonzepte ist eine Saldierung von Ein- und Ausfuhr für Hessen, d.h. die Bildung eines „hessischen Außenhandelssaldos“, nicht statthaft.

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

13


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

EINZELHANDEL, UMSATZ

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

Jul 11

Jan 12

EINZELHANDEL, BESCHÄFTIGUNG

Jul 12

Jan 13

Jul 13 Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

Jul 11

Jan 12

Der saisonbereinigte Umsatz des hessischen Einzelhandels (ohne Kfz-Handel) veranschaulicht, dass die Branchenkonjunktur es bereits seit gut einem Jahr an Dynamik vermissen lässt. Jedoch gestaltet sich Umsatzentwicklung in den letzten Monaten etwas freundlicher als in der ersten Jahreshälfte. Gemessen an den Ursprungswerten verfehlte der inflationsbereinigte Umsatz im 3. Quartal 2013 das Vorjahresniveau um 1,8 % (Deutschland: +1,4 %). Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß das vor der Tür stehende Weihnachtsgeschäft dem hessischen Einzelhandel neue Impulse verschafft. Es passt in dieses skizzierte Konjunktur-

GASTGEWERBE, UMSATZ

Jul 12

bild, dass die Beschäftigung des hessischen Einzelhandels im Verlauf des Jahres 2013 unter Druck geraten ist: So fiel im 3. Quartal 2013 der Beschäftigungsstand (Ursprungswerte) um 0,8 % niedriger aus als noch im Vorjahr (Deutschland: +0,8 %). Das hessische Gastgewerbe – bestehend aus Gastronomie und Beherbergungsgewerbe – präsentiert sich weitgehend stabil, wie die Darstellung des saisonbereinigten Umsatzes zeigt. Der Umsatz des hessischen Gastgewerbes lag im 3. Quartal 2013 real, d.h. unter Ausschaltung von Preiseffekten, etwas niedriger als im Jahr 2012 – und zwar um 0,5 %. Auf Bundes-

Jan 13

Jul 13

ebene (-0,7 %) ging der Umsatz in gleicher Größenordnung zurück (jeweils Ursprungswerte). Der saisonbereinigte Verlauf der Beschäftigung im Gastgewerbe signalisiert ebenfalls Stabilität: Die positive Entwicklung des Jahres 2011 konnte zwar nicht wieder aufgenommen werden, aber es ist umgekehrt auch kein Abwärtstrend erkennbar. Gemessen an den Ursprungswerten lag die Zahl der Beschäftigten im hessischen Gastgewerbe im 3. Quartal 2013 um 0,2 % höher als noch vor Jahresfrist (Deutschland: +0,1 %).

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

Jul 11

GASTGEWERBE, BESCHÄFTIGUNG

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13 Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

14

Jul 11

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Verarbeitendes Gewerbe Seit gut eineinhalb Jahren präsentiert sich die Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe in Hessen wie auch auf Bundesebene recht kraftlos. Zwar stützt die Binnennachfrage, nicht zuletzt dank des nach wie vor recht robusten Arbeitsmarktes, die Konjunktur, doch für die stark exportorientierte hessische Industrie ist ein stabiles Wachstum ohne Nachfrageimpulse aus dem Ausland kaum vorstellbar. So beträgt die Exportquote des hessischen Verarbeitenden Gewerbes bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten rund 50 %, d.h. die Hälfte des gesamten Umsatzes entfällt auf den Umsatz mit dem Ausland – mit steigender Tendenz. Erfreulicherweise mehren sich die Anzeichen einer Konjunkturerholung, wie bereits bei den Ausführungen zum Außenhandel (S. 13) angesprochen. Auch der Blick auf den saisonbereinigten Verlauf des Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe weist auf eine Verbesserung der Wirtschaftslage hin, denn nach einer Phase leicht rückläufiger Umsätze ist diese negative Entwicklung offenkundig zum Stillstand gekommen. Ein klarer Aufwärtstrend ist allerdings noch nicht erkennbar.

UMSATZ

Die Ursprungswerte unterstreichen dies: Der Umsatz in Hessen ging im 3. Quartal – wie auch bereits im 2. Quartal – nicht weiter zurück, der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr hält sich jedoch mit 1,4 % bzw. 0,4 % noch in engen Grenzen. Dies gilt ebenso für das Verarbeitende Gewerbe im Bund (+0,9 % bzw. +0,5 %). Die Umsatzentwicklung in den vier Hauptgruppen des Verarbeitenden Gewerbes zeigt für Hessen kein einheitliches Muster: Bei den Vorleistungsgüterherstellern – der größten Hauptgruppe, zu der u.a. die Chemische Industrie und die Metallindustrie zählen – wurde ein Umsatzminus von 2,0 % verzeichnet und in der mit Abstand kleinsten Hauptgruppe, dem Gebrauchsgütersegment (u.a. Haushaltsgeräte und Möbel), ein Rückgang um 5,9 %. Hingegen gestalteten sich die Umsätze bei den Verbrauchsgüterproduzenten – wozu u.a. Druckgewerbe und Ernährungsgewerbe gehören – und bei den Investitionsgüterherstellern (beispielsweise Maschinenbau) im 3. Quartal 2013 mit 3,2 % bzw. 4,3 % erfreulich. Auf Brancheebene ist auf der positiven Seite der kräftige Anstieg bei den Herstel-

lern von elektronischen und optischen Geräten (+14,6 %) zu nennen. Hervorzuheben ist auch die Wachstumsrate von 9,2 % bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen – das erste Plus in diesem Segment des hessischen Verarbeitenden Gewerbes seit dem 3. Vierteljahr 2011. Auf der negativen Seite ist die Produktion elektrischer Ausrüstungen anzuführen, wo der Umsatz im 3. Quartal um 12,5 % unter dem Vorjahresniveau zurückblieb. Welche Hinweise auf den weiteren Konjunkturverlauf gibt der Auftragseingang? Wie aus der saisonbereinigten Darstellung hervorgeht, ist in Hessen der Abwärtstrend im Herbst 2012 in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Ab April 2013 hat die Entwicklung, die durch Großaufträge unterstützt wurde, an Dynamik gewonnen, wobei es etwas früh ist – wie auch erste Ergebnisse für den Oktober 2013 zeigen –, um von einem Aufschwung auf breiter Basis zu sprechen. An den Ursprungswerten gemessen steht beim Auftragseingang für die hessische Industrie im 3. Quartal 2013 ein Plus von 2,8 % zu Buche. Der Zuwachs auf BunDeutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

120 110 100 90 Jan 11

Jul 11

AUFTRAGSEINGANG

Jan 12

Jul 12

Jan 13

Jul 13

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

120 110 100 90 Jan 11

Jul 11

Jan 12

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

Jul 12

Jan 13

Jul 13

15


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

desebene fällt klar höher aus (+5,5 %), wobei sich im 2. Quartal 2013 die Situation umgekehrt darstellte. Für die Zunahme des Auftragseingangs in Hessen zeichnen die Bestellungen aus dem Ausland verantwortlich, die im 3. Quartal um 6,2 % über dem Vorjahresniveau lagen. Hingegen ging der inländische Auftragseingang um 1,4 % zurück. Die nach Hauptgruppen differenzierte Analyse des Auftragseingangs im hessischen Verarbeitenden Gewerbe zeigt fol-

BESCHÄFTIGUNG

gendes Ergebnis: Einem Rückgang des Auftragseingangs in den konsumnahen Segmenten Verbrauchs- (-2,7 %) und Gebrauchsgüter (-20,0 %) – wobei Letzterer aufgrund eines Basiseffektes überzeichnet ist – steht ein Plus bei den Herstellern von Vorleistungsgütern (+5,4 %) und bei den Investitionsgüterproduzenten (+3,7 %) gegenüber. Dieses Bild entspricht dem typischen Verlauf einer Konjunkturbelebung, bei der zunächst Frühzykler, d.h. weiter vorne in der Wertschöpfungskette

stehende Bereiche der Wirtschaft, profitieren. Auf der Ebene der wichtigsten hessischen Industriezweige weist die Chemische Industrie den größten Auftragszuwachs auf (+12,9 %), während die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, die sich bereits seit über einem Jahr mit einer klar unterdurchschnittlichen Nachfrage konfrontiert sehen, auch im 3. Quartal 2013 das Schlusslicht bilden (-9,5 %).

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2010 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

Jul 11

Der Blick auf die saisonbereinigte Entwicklung der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe zeigt seit etwa eineinhalb Jahren im Wesentlichen eine Stagnation, die den vorangegangenen Beschäftigungsaufbau abgelöst hat. Angesichts vieler Monate lang schwächelnder Umsätze bei gleichzeitig unbefriedigender Entwicklung des Auftragseingangs kann es nicht verwundern, dass in puncto Neueinstellung von Personal sehr zurückhaltend agiert wird. Allerdings hat umgekehrt die konjunkturelle Lage im Verarbeitenden Ge-

16

Jan 12

Jul 12

werbe den Unternehmen offenbar auch keinen Anlass geboten, die Belegschaft zu reduzieren. Da es sich bei der Beschäftigung um einen typisch nachlaufenden Indikator handelt, d.h. Reaktionen mit einem gewissen Time-lag erfolgen, spiegeln sich die aktuellsten, vergleichsweise positiven Konjunkturdaten noch nicht in der Beschäftigung wider. Gemessen an den Ursprungswerten lag die Beschäftigung im hessischen Verarbeitenden Gewerbe im 3. Quartal auf dem

Jan 13

Jul 13

Vorjahresniveau (±0 %), auf Bundesebene etwas darüber (+0,4 %). Differenziert nach den Hauptgruppen sind bei den Produzenten von Investitionsgütern mehr Beschäftigte (+1,8 %) tätig als vor Jahresfrist. Hingegen ist bei den Vorleistungsgüterherstellern ein Minus von 0,7 % und im Verbrauchsgütersegment ein Rückgang um 2,3 % zu verzeichnen. Expansive Effekte für die Beschäftigung dürften sich erst dann wieder einstellen, wenn die noch recht schwache Konjunkturbelebung an Kraft gewinnt.

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Bauhauptgewerbe Die Konjunktur im hessischen Bauhauptgewerbe hat – nach einer etwas schwächeren Phase im Verlauf der ersten Jahreshälfte – in den letzten Monaten wieder an Schwung gewonnen. Dieses Bild der Branche zeichnet die Entwicklung des saisonbereinigten baugewerblichen Umsatzes. An den Ursprungswerten gemessen fiel der Umsatz im 3. Quartal 2013 in Hessen geringfügig niedriger aus als noch vor Jahresfrist – und zwar um 0,6 %. Für den Bau auf Bundesebene steht ein Plus von 5,2 % zu Buche. Der Blick auf den Auftragseingang, d.h. sozusagen auf die zukünftigen Umsätze, zeigt für das 3. Quartal in Hessen einen deutlichen Zuwachs von 7,8 %. Dieser wurde dadurch begünstigt, dass es der Branche im Juli gelungen ist, mehrere Großaufträge zu akquirieren. Im Gegensatz zu Hessen wird für das Bauhauptgewerbe in Deutschland ein kräftiges Minus von 10,4 % ausgewiesen. War in den letzten Jahren oftmals eine disparate Entwicklung zu konstatieren, so füllten sich im 3. Quartal 2013 die Auftragsbücher der Unternehmen des Hochbaus (+8,8 %) wie die des Tiefbaus (+6,9 %) gleichermaßen. Neue Impulse

BAUGEWERBLICHER UMSATZ

für die Bauwirtschaft könnten von den im Koalitionsvertrag vereinbarten erhöhten Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur ausgehen. Die Baugenehmigungen (nur Neubaumaßnahmen) stellen neben dem Auftragseingang einen weiteren vorlaufenden Indikator dar. Im Segment des hessischen Wohnungsbaus setzte sich der positive Trend auch im 3. Quartal 2013 fort: Dort nahmen die Baugenehmigungen im dritten Quartal nacheinander im zweistelligen Bereich zu – in Hessen um 32,7 % und auf Bundesebene um 10,7 %. Beflügelt wird die Entwicklung im Wohnungsbau durch das anhaltend niedrige Zinsniveau, das von Sparern zum Anlass genommen wird, in Immobilien zu investieren – sei es zur Eigennutzung oder als Anlageobjekt. Die Baugenehmigungen im so genannten Nichtwohnungsbau (z.B. Büro- und Fabrikgebäude) schwanken erfahrungsgemäß sehr stark. Nach einem Rückgang in Hessen um 8,8 % im 2. Quartal (Deutschland: -25,6 %) wurden im 3. Quartal wieder mehr Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahr. Dies gilt für Hessen (+22,8 %) wie auch für Deutschland (+4,7 %). Inwieweit die genehmigten Bauvorhaben letztlich auch nachfragewirksam, d.h. zu Aufträgen für

die heimischen Bauunternehmen werden, ist allerdings nur schwer zu prognostizieren. Die Belebung der Konjunktur wird sich diesbezüglich zweifellos positiv auswirken – unter Umständen wird auch der eine oder andere in der Schublade liegende Bauplan wieder hervorgeholt werden. Bereits seit gut drei Jahren verläuft die Entwicklung der Beschäftigung im hessischen Bauhauptgewerbe sehr erfreulich, zumal die Dynamik zum Teil höher als auf Bundesebene ausfällt. Nach einer kleinen „Delle“ vor einigen Monaten ist die saisonbereinigte Beschäftigung auch am aktuellen Rand wieder aufwärts gerichtet. Die Ursprungswerte unterstreichen diesen positiven Verlauf: Für Hessen ist im 3. Vierteljahr 2013 ein Beschäftigungsplus von 1,6 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, für das Bauhauptgewerbe auf Bundesebene ein Zuwachs um 2,3 %. Die Belegschaft im hessischen Bauhauptgewerbe summiert sich derzeit – in Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten – auf knapp 26.000 Personen. Ein höherer Beschäftigungsstand in einem 3. Quartal wurde zum letzten Mal im Jahr 2004 verzeichnet.

Deutschland

(Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt 2005 = 100)

Hessen

140 130 120 110 100 90 Jan 11

Jul 11

Jan 12

BESCHÄFTIGUNG (Saisonbereinigt, Jahresdurchschnitt

Jul 12

Jan 13

Jul 13

Deutschland

2005 = 100)

Hessen

110 105 100 95 Jan 11

Jul 11

Jan 12

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

Jul 12

Jan 13

Jul 13

17


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Indikatoren im Detail Beschäftigung und Arbeitsmarkt Indikatoren (Ursprungswerte, Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %)

Quartal

Halbjahr

Jahr

4/12

1/13

2/13

3/13

2/12

1/13

2011

2012

H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD H D WD

1,0 1,4 1,5 2,7 2,9 4,4 0,6 – 0,2 0,1 2,4 1,3 1,3 0,9 0,9 1,3 – 0,5 0,6 0,5 0,5 1,6 1,8 2,7 3,9 3,7 7,2 4,6 4,6 0,5 0,5 0,5 0,1 2,4 2,8 – 0,8 0,1 0,5 4,2 1,3 2,7 0,8 1,6 1,5 – 0,0 – 0,4 0,0

0,9 1,3 1,4 1,2 1,8 3,0 0,6 – 0,6 – 0,2 2,2 0,9 1,0 1,2 0,3 0,7 – 1,2 0,2 0,1 – 1,6 1,3 1,5 1,9 3,3 3,1 7,2 3,9 3,8 – 0,5 0,2 0,3 0,9 2,5 2,9 – 0,6 0,4 0,6 3,3 2,2 3,2 1,6 2,6 2,5 0,6 0,3 0,6

0,8 1,2 1,3 1,3 2,1 3,4 0,6 – 0,5 – 0,3 1,0 0,6 0,6 1,0 0,4 0,7 – 0,7 0,3 0,2 – 1,6 1,8 2,1 1,3 2,4 2,4 5,7 3,0 2,8 – 0,8 0,0 0,1 2,3 2,8 3,3 – 0,6 0,4 0,6 1,7 2,0 2,8 1,7 2,4 2,2 0,1 – 0,2 0,0

0,9 1,2 1,3 3,2 2,7 4,3 1,4 – 0,5 – 0,4 0,4 0,4 0,4 1,7 0,7 0,9 – 0,7 0,4 0,3 – 1,6 2,1 2,3 1,7 2,2 2,3 4,9 2,0 1,7 – 0,8 – 0,3 – 0,2 3,4 3,2 3,6 – 0,7 0,6 0,7 1,3 2,2 2,6 1,6 2,2 2,1 – 0,5 – 0,3 – 0,2

1,2 1,5 1,7 2,0 2,5 3,9 0,9 0,0 0,3 2,3 1,4 1,5 1,1 1,2 1,5 0,4 1,0 0,9 1,4 1,8 1,9 2,8 3,8 3,7 5,6 4,6 4,5 0,8 0,5 0,5 – 0,1 2,5 2,8 – 2,1 0,0 0,4 7,0 1,3 2,7 1,2 1,9 1,8 0,1 – 0,1 0,3

0,8 1,3 1,4 1,3 1,9 3,2 0,6 – 0,6 – 0,3 1,6 0,7 0,8 1,1 0,3 0,7 – 1,0 0,3 0,1 – 1,6 1,6 1,8 1,6 2,8 2,7 6,5 3,4 3,3 – 0,7 0,1 0,2 1,6 2,6 3,1 – 0,6 0,4 0,6 2,5 2,1 3,0 1,6 2,5 2,3 0,3 0,1 0,3

2,3 2,5 2,6 3,6 2,9 5,1 1,6 – 0,6 – 0,9 1,3 2,1 1,9 2,4 2,3 2,3 2,1 2,1 2,0 4,7 3,4 3,3 2,9 2,6 2,9 1,2 2,9 2,7 0,4 0,0 0,2 4,5 6,6 7,1 0,8 – 0,1 0,2 3,4 – 0,2 1,5 3,7 3,3 3,4 – 3,6 – 0,8 0,1

1,6 1,9 2,0 2,9 2,6 4,1 1,4 0,4 0,6 2,0 1,8 1,8 1,4 1,6 1,8 1,2 1,5 1,4 2,3 2,3 2,3 3,4 3,9 3,9 4,4 4,3 4,1 1,0 0,4 0,5 1,1 3,1 3,4 – 3,2 – 0,1 0,2 9,0 1,1 2,5 1,7 2,2 2,2 0,3 0,0 0,5

H D WD H D WD H D WD

2,1 1,4 3,8 – 15,5 – 8,2 – 9,1 58,9 10,6 11,6

3,8 1,8 4,3 – 13,7 – 9,6 – 10,7 32,6 16,4 20,2

5,1 2,3 4,5 – 10,4 – 12,2 – 13,1 . . .

4,8 1,6 3,8 – 7,1 – 9,7 – 10,9 . . .

0,5 0,0 2,2 – 13,2 – 4,5 – 5,2 35,1 – 5,4 – 5,2

4,4 2,0 4,4 – 12,0 – 11,0 – 11,9 . . .

– 7,8 – 8,1 – 9,0 23,7 29,8 31,2 – 75,0 – 70,6 – 73,2

– 2,3 – 2,6 – 1,3 – 6,4 2,4 1,9 – 14,3 – 24,5 – 24,9

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Insgesamt

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Bergbau, Energie und Wasser, Entsorgung

Verarbeitendes Gewerbe

Baugewerbe

Handel, Instandsetzung u. Reparatur v. Kfz

Verkehr und Lagerei

Gastgewerbe

Information und Kommunikation

Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Wirtschaftliche Dienstleistungen

Öff. Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung

Erziehung und Unterricht

Gesundheits- und Sozialwesen

sonst. Dienstleistungen, Private Haushalte

Arbeitsmarkt Arbeitslose

Gemeldete Arbeitsstellen

Kurzarbeiter

18

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Verarbeitendes Gewerbe Indikatoren (Ursprungswerte, Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %)

Quartal

Halbjahr

Jahr

4/12

1/13

2/13

3/13

2/12

1/13

2011

2012

H

– 2,1

– 8,1

0,4

1,4

– 2,3

– 3,9

4,3

– 2,0

D

– 3,2

– 5,7

0,5

0,9

– 2,9

– 2,6

6,7

– 1,2

Vorleistungsgüterproduzenten

H

– 6,1

– 10,0

– 3,3

– 2,0

– 4,4

– 6,8

1,6

– 2,6

D

– 4,0

– 6,0

– 1,0

– 0,1

– 4,2

– 3,5

7,4

– 3,2

Investitionsgüterproduzenten

H

– 3,3

– 10,9

1,5

4,3

– 3,8

– 4,8

10,8

– 2,8

D

– 3,4

– 6,6

1,7

1,4

– 2,4

– 2,4

8,3

0,4

H

– 5,9

– 7,4

– 11,8

– 5,9

– 0,7

– 9,6

8,2

0,5

D

– 7,3

– 7,4

0,0

– 2,2

– 6,1

– 3,8

4,9

– 3,9

H

6,1

– 0,8

6,3

3,2

3,2

2,7

3,1

– 0,6

D

0,7

– 2,2

0,3

1,3

– 0,5

– 1,0

2,3

– 0,4

H

– 3,4

– 7,7

5,3

2,8

– 5,1

– 1,5

2,6

– 5,8

D

– 1,9

– 3,4

2,2

5,5

– 3,5

– 0,7

7,5

– 4,2

aus dem Inland

H

– 6,6

– 12,0

1,5

– 1,4

– 8,8

– 5,6

4,4

– 6,6

D

– 5,4

– 4,9

– 0,8

4,3

– 6,5

– 2,9

7,2

– 6,0

aus dem Ausland

H

– 1,0

– 4,4

8,4

6,2

– 2,2

1,8

2,5

– 5,2

D

0,8

– 2,3

4,4

6,4

– 1,0

1,0

7,8

– 2,6

H

– 9,7

– 13,2

– 2,8

5,4

– 8,9

– 8,3

– 0,7

– 6,3 – 5,0

Umsatz 1

Gebrauchsgüterproduzenten Verbrauchsgüterproduzenten Auftragseingänge 1

Vorleistungsgüterproduzenten aus dem Inland aus dem Ausland Investitionsgüterproduzenten

D

– 3,1

– 5,3

– 0,2

2,3

– 5,0

– 2,8

4,9

H

– 9,4

– 19,6

– 6,6

0,1

– 9,1

– 13,6

4,0

– 4,4

D

– 4,5

– 4,5

– 0,9

2,7

– 6,3

– 2,7

5,2

– 5,9

H

– 9,8

– 7,2

0,7

10,4

– 8,7

– 3,4

– 3,0

– 8,0

D

– 1,5

– 6,1

0,4

1,8

– 3,5

– 3,0

4,7

– 4,0

H

0,4

– 5,5

16,7

3,7

– 4,6

5,1

7,8

– 6,6

D

– 1,4

– 2,1

3,6

8,3

– 2,8

0,7

10,0

– 3,9

H

4,0

– 4,3

13,3

– 2,9

– 2,1

4,4

7,7

– 2,4

D

– 6,1

– 5,2

– 1,0

6,5

– 6,7

– 3,1

10,1

– 6,2

H

– 2,9

– 6,5

19,9

10,2

– 7,0

5,8

7,9

– 10,2

D

1,4

– 0,1

6,3

9,3

– 0,3

3,1

10,0

– 2,5

H

– 0,4

– 2,0

– 22,4

– 20,0

6,6

– 12,8

10,8

– 5,8

D

– 8,6

– 6,0

1,8

– 1,6

– 8,2

– 2,2

5,3

– 6,4

aus dem Inland

H

– 10,3

– 1,4

– 15,4

– 18,8

– 9,2

– 8,6

13,2

– 16,4

D

– 10,7

– 9,8

– 0,4

– 5,6

– 12,6

– 5,4

10,4

– 8,4

aus dem Ausland

H

7,5

– 2,5

– 26,7

– 20,7

20,1

– 15,5

15,2

2,5

D

– 6,4

– 2,2

3,5

1,9

– 3,7

0,7

0,9

– 4,5

H

4,6

3,6

7,0

– 2,7

2,6

5,3

3,8

– 1,9

D

2,7

– 3,8

3,7

2,3

1,2

– 0,2

2,3

0,6

aus dem Inland

H

– 23,7

– 0,2

– 2,3

– 1,7

– 25,1

– 1,2

– 0,6

– 23,8

D

– 4,4

– 4,3

2,3

3,2

– 5,5

– 1,2

– 0,2

– 4,3

aus dem Ausland

H

15,8

4,9

10,1

– 3,0

14,6

7,5

7,6

7,8

D

8,4

– 3,4

4,8

1,7

6,6

0,5

4,5

4,5

H

0,4

– 0,5

– 0,5

0,0

0,6

– 0,5

3,3

1,4

D

1,5

1,0

0,6

0,4

1,9

0,8

2,9

2,4

H

0,3

– 0,8

– 1,0

– 0,7

0,8

– 0,9

4,1

2,2

D

0,9

0,1

– 0,1

– 0,2

1,3

– 0,0

4,2

2,2

aus dem Inland aus dem Ausland Gebrauchsgüterproduzenten

Verbrauchsgüterproduzenten

Beschäftigte 2 Vorleistungsgüterproduzenten Investitionsgüterproduzenten Gebrauchsgüterproduzenten Verbrauchsgüterproduzenten

H

1,2

0,4

1,1

1,8

1,1

0,7

3,3

1,6

D

2,5

2,3

1,8

1,4

2,9

2,0

2,4

3,3

H

x

x

x

x

x

x

x

D

– 1,2

– 1,3

– 2,3

– 1,4

– 0,9

– 1,8

1,5

– 0,1

H

– 0,6

– 1,5

– 2,5

– 2,3

– 0,5

– 2,0

1,6

– 0,4

D

0,9

0,2

– 0,2

– 0,2

1,0

– 0,0

1,3

1,2

HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013

x

19


DIE HESSISCHE KONJUNKTUR

Außenhandel, Einzelhandel, Gastgewerbe Indikatoren (Ursprungswerte, Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %) Außenhandel Einfuhr Ausfuhr Einzelhandel 1 Umsätze Beschäftigung Gastgewerbe 1 Umsätze Beschäftigung

Quartal

Jahr

Halbjahr

4/12

1/13

2/13

3/13

2/12

1/13

2011

2012

H D H D

0,0 – 1,0 – 1,1 0,8

3,5 – 3,5 1,6 – 1,6

12,1 0,2 5,6 0,4

1,5 – 0,9 5,6 – 0,9

– 0,1 – 0,8 – 1,7 2,1

7,7 – 1,7 3,5 – 0,6

11,5 11,9 7,6 10,6

1,7 0,8 – 0,3 3,4

H D H D

– 4,1 – 0,5 0,2 0,4

– 5,2 – 1,0 – 0,2 0,5

– 2,6 0,3 – 1,1 0,4

– 1,8 1,4 – 0,8 0,8

– 2,6 – 0,9 0,5 0,4

– 3,9 – 0,4 – 0,7 0,5

1,4 1,1 1,5 1,2

– 0,7 0,1 0,9 0,8

H D H D

– 1,7 – 0,8 2,1 1,1

– 1,9 – 2,1 0,7 0,8

– 0,3 – 1,3 – 0,3 0,6

– 0,5 – 0,7 0,2 0,1

– 0,6 – 0,2 2,6 1,3

– 1,1 – 1,6 0,2 0,7

1,9 2,3 1,6 2,0

– 0,2 0,2 3,5 1,9

Bauhauptgewerbe Indikatoren (Ursprungswerte, Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %) Baugewerblicher Umsatz Geleistete Arbeitsstunden Auftragseingänge 3 Hochbau Tiefbau Beschäftigte

2

Baugenehmigungen im Wohnungsbau

Quartal 4/12

Jahr

Halbjahr

1/13

2/13

3/13

2/12

1/13

2011

2012

H

1,8

– 1,7

– 1,8

– 0,6

4,5

– 1,8

10,5

3,9

D

– 1,3

– 8,3

0,5

5,2

1,0

– 2,9

12,3

1,2

H

0,5

– 10,4

0,7

2,4

2,0

– 3,9

9,9

1,4

D

– 1,4

– 11,7

2,5

3,4

– 0,7

– 3,4

9,9

– 1,5

H

– 2,8

0,5

– 11,7

7,8

2,0

– 6,2

24,2

7,5

D

7,9

– 2,9

6,4

– 10,4

5,4

2,1

7,3

6,8

H

– 7,6

28,5

– 7,5

8,8

6,3

7,6

38,8

4,1

D

4,6

– 6,6

11,4

– 10,2

7,9

2,9

12,4

8,1

H

2,0

– 19,6

– 15,6

6,9

– 1,6

– 17,5

13,2

10,5

D

11,8

1,2

1,1

– 10,4

2,6

1,2

2,2

5,4

H

2,6

2,5

0,6

1,6

2,8

1,5

4,7

4,3

D

1,2

0,7

1,2

2,3

1,5

1,0

3,0

2,0

H

– 0,4

27,2

13,7

32,7

7,3

19,9

27,3

2,9

D

– 1,9

12,0

18,0

10,7

3,0

15,4

20,3

2,5

H

14,9

69,1

– 8,8

22,8

– 12,9

30,4

29,4

– 19,8

D

– 23,5

2,4

– 25,6

4,7

– 10,0

– 13,9

16,5

– 6,5

4

im Nichtwohnungsbau

1) Volumenindex — 2) Fachliche Betriebsteile — 3) Wertindex — 4) Rauminhalt in Kubikmetern Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Hessisches Statistisches Landesamt, Statistisches Bundesamt.

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HESSISCHER KONJUNKTURSPIEGEL 3. QUARTAL • 2013


KONJUNKTURUMFRAGEN ANDERER INSTITUTIONEN

Konjunkturumfragen anderer Institutionen Auszug aus: „Die Konjunktur in Hessen Herbst 2013“ Weitere Wachstumsimpulse erwartet Eine bessere aktuelle Geschäftslage und gestiegene Erwartungen beflügeln die Stimmung unter den hessischen Unternehmen. Der IHK-Geschäftsklimaindex1 für Hessen steigt um sieben Zähler auf 116 Punkte. Derzeit berichten 88 Prozent der Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften, eine Zunahme um vier Prozentpunkte. Der Anteil der Unternehmen, die mit besseren Geschäften in den nächsten Monaten rechnen, ist um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent gestiegen. Pessimistische Erwartungen haben nur noch 14 Prozent, ein Rückgang um vier Prozentpunkte. Der stabile Arbeitsmarkt sorgt für einen weiterhin robusten Binnenkonsum in Hessen und für gute Geschäfte der Unternehmen. Ein Lichtblick sind erste positive Konjunkturmeldungen aus den europäischen Krisenländern, mit denen die Unternehmen die Hoffnung auf eine nachhaltige Stimulierung des Wachstums in der Eurozone verbinden. Gerade vor dem Hintergrund der nachlassenden Konjunktur in den Schwellenländern muss die europäische Krisenpolitik verlässlich und transparent sein, um ein gutes Konjunkturklima in der Eurozone zu gewährleisten. Bei der letzten Befragung im Herbst 2012 gaben noch 28 Prozent der hessischen Unternehmen an, Probleme bei der Besetzung offener Stellen mit Fachkräften zu haben. Aktuell tun dies noch 24 Prozent, womit eine leichte Entspannung der Situation zu beobachten ist. Das ist vor allem auf das im letzten Jahr gestiegene

Fachkräfteangebot in Hessen zurückzuführen, an dem der rege Zuzug ausländischer Fachkräfte und der Ausbau des Betreuungsplatzangebots einen maßgeblichen Anteil haben. Nichtsdestotrotz besteht weiterhin Handlungsbedarf und das Erreichte sollte als Ansporn dienen, um der absehbaren Verschärfung des Fachkräftemangels infolge des demografischen Wandels zu begegnen. Dafür setzen die hessischen Unternehmen vor allem auf die vermehrte Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern (51 bzw. 52 Prozent), aber auch auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (32 Prozent) und die Ausweitung der Beschäftigung Älterer (30 Prozent). Auch die Politik ist gefordert und sollte nach Meinung der Unternehmen vor allem die Qualifikation der Schulabgänger verbessern und die Verfügbarkeit und Flexibilität der Kinderbetreuung über alle Altersgruppen hinweg ausbauen. Geschäftslage Deutlich verbessert zeigt sich die Geschäftslage der hessischen Unternehmen. 36 Prozent berichten von guten Geschäften (plus fünf Prozentpunkte), nur noch zwölf Prozent von schlechten (minus vier Prozentpunkte).

Beschäftigung Bei den Beschäftigungsplänen überwiegen erstmals seit der Befragung zum Frühsommer 2012 die Optimisten wieder die Pessimisten. 14 Prozent der Unternehmen planen mit zusätzlichem Personal, 13 Prozent wollen ihren Personalbestand verringern. Investitionen Das gleiche Bild ergibt sich bei den Investitionsplänen der Unternehmen. 21 Prozent wollen mehr investieren (plus zwei Prozentpunkte), 18 Prozent planen ihre Investitionsbudgets zu verringern (minus vier Prozentpunkte). Export Trotz einer enttäuschenden Entwicklung der Exporte in die Schwellenländer erwarten 92 Prozent der exportierenden Unternehmen steigende oder gleichbleibende Ausfuhren, ein Plus von fünf Prozentpunkten.

Erwartungen Die Zuversicht der Betriebe steigt. Inzwischen rechnen 86 Prozent mit besseren oder gleichbleibenden Geschäften in den folgenden Monaten, eine Zunahme um vier Prozentpunkte.

_____________________ 1) Der Geschäftsklimaindex dient als Barometer zur Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage in den Unternehmen. Er setzt sich aus der Lagebeurteilung und den Erwartungen der Unternehmen zusammen. Ein Wert von 100 stellt die Grenze zwischen positiver und negativer Gesamtstimmung dar. Die Lage und Erwartungen werden als Saldo aus den gewichteten positiven Antworten (Antwort: „wird steigen“) und negativen Antworten (Antwort: „wird sinken“) ermittelt. Neutrale Aussagen bleiben unberücksichtigt.

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KONJUNKTURUMFRAGEN ANDERER INSTITUTIONEN

Übersichtstabelle zur Geschäftslage* Herbst 2013 Gegenwärtige Lage

Erwartungen

Produzierendes Gewerbe Industrie gut befriedigend schlecht

35 53 12

besser gleich bleibend schlechter

23 65 12

gut befriedigend schlecht

46 46 8

besser gleich bleibend schlechter

17 71 12

gut befriedigend schlecht

26 57 17

besser gleich bleibend schlechter

18 66 16

gut befriedigend schlecht

30 57 13

besser gleich bleibend schlechter

22 65 13

gut befriedigend schlecht

28 54 18

besser gleich bleibend schlechter

20 58 22

gut befriedigend schlecht

44 53 3

besser gleich bleibend schlechter

19 64 17

gut befriedigend schlecht

26 60 14

besser gleich bleibend schlechter

16 58 26

gut befriedigend schlecht

45 46 9

besser gleich bleibend schlechter

32 56 12

gut befriedigend schlecht

36 47 17

besser gleich bleibend schlechter

22 67 11

Bauwirtschaft

Handel Einzelhandel

Großhandel und Handelsvermittlung

Dienstleistungen Verkehrswirtschaft

Finanz-, Kredit- u.Versicherungswirtschaft

Hotel- und Gaststättengewerbe

unternehmensbezogene Dienstleistungen

personenbezogene Dienstleistungen

* Angaben in Prozent der gewichteten Antworten

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Hessischer IHKs Geschäftsführung IHK Frankfurt am Main 60284 Frankfurt am Main

22

Tel.: 069 / 2197-1325 E-Mail: d.esch@frankfurt-main.ihk.de Internet: www.frankfurt-main.ihk.de

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KONJUNKTURUMFRAGEN ANDERER INSTITUTIONEN

Auszug aus: „Konjunkturbericht des hessischen Handwerks 3. Quartal 2013“ Auftragsbücher im hessischen Handwerk bleiben gut gefüllt: Stabile Konjunktur – Aussichten werden weiterhin positiv eingeschätzt Die Stimmung unter den 75.000 hessischen Handwerksbetrieben mit ihren 327.000 Beschäftigten war auch im aktuellen Herbstquartal überdurchschnittlich gut. Das wichtigste Stimmungsbarometer, der Geschäftsklimaindex, blieb auf bemerkenswert hohem Niveau. Die Auftragsreserven stiegen ebenso an wie die Betriebsauslastung und die Betriebe stellten im Berichtsquartal mehr Personal ein. Eine Trendwende wird es vorerst nicht geben. Das machten die geäußerten Zukunftserwartungen der Betriebsinhaber deutlich. Aber auch die harten Konjunkturindikatoren sprechen für eine weiterhin stabile Situation im hessischen Handwerk. Die aktuelle Geschäftslage wurde im Herbstquartal von insgesamt 83,5 Prozent der Betriebe mit „gut“ bzw. „befriedigend“ bewertet. Bei der sehr guten Herbstumfrage 2012 waren es mit 84,1 Prozent etwas mehr. Auch für die kommenden drei Monate bleibt der Großteil der Befragten sehr zuversichtlich (83,5 Prozent; Vorjahr: 84,9

Prozent). Zwar konnte der Geschäftsklimaindex das sehr hohe Niveau der letzten beiden Jahren nicht ganz halten, doch mit 83,5 Punkten lag der Wert nur knapp unter dem starken Vorjahreswert (84,5 Punkte) – angesichts der schwierigeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein erstaunlich guter Wert. Das Handwerk profitierte insbesondere von dem aktuell guten Konsumklima der Privathaushalte. Die wirtschaftliche Lage wurde allerdings in den einzelnen Handwerksbranchen unterschiedlich eingeschätzt: Im gesamten Baugewerbe sorgte die starke Nachfrage für weiterhin viel Schwung, der Zufriedenheitsgrad war hier besonders hoch. Auch die industriellen Zulieferer waren sehr zufrieden, die angestiegene Industrieproduktion wird weiterhin für eine gute Auslastung sorgen. Überraschend gut war auch die Lage im privaten Dienstleistungsgewerbe (v.a. Friseure) sowie bei den Befragten aus den Nahrungsmittelhandwerken (Fleischer, Bäcker, Konditoren). Sorgenvoller bewerteten dagegen die Kfz-Betriebe ihre derzeitige Geschäftslage, drei von zehn vergaben die Note „schlecht“. Über alle Branchen hinweg stieg die Betriebsauslastung im dritten Quartal von

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zuletzt 76,8 Prozent auf 77,9 Prozent. Auch die Auftragsreichweite kletterte weiter nach oben. Mit durchschnittlich 7,4 Wochen wurde das Vorjahresergebnis (6,7 Wochen) deutlich übertroffen. Zwar ließ die Dynamik bei den Auftragseingängen gegenüber dem Sommer nach, jedoch war das Niveau erfreulich hoch: 18,6 Prozent der Betriebe berichteten von weiter gestiegenen und 56,5 Prozent von konstanten Ordereingängen. Etwas günstiger als vor zwölf Monaten verlief die Umsatzentwicklung: Bei 76,2 Prozent der Betriebe blieben die Umsätze auf dem guten Vorquartalsniveau bzw. stiegen weiter an. Diese positiven Entwicklungen spiegelten sich auch in den Beschäftigungsverhältnissen wider – insgesamt 15,3 Prozent der Befragten haben ihr Personal aufgestockt, während 8,2 Prozent ihren Personalstamm reduzieren mussten. Damit war der Beschäftigtensaldo deutlich positiv. Die Geschäftserwartungen für das vierte Quartal 2013 bleiben optimistisch. Eine Trendwende wird von den Betriebsinhabern trotz der aktuell diffusen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht erwartet. 80 Prozent gehen von stabilen bzw. steigenden Auftragseingängen aus.

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KONJUNKTURUMFRAGEN ANDERER INSTITUTIONEN

Ergebnisse des Gesamthandwerks in Hessen, 3. Quartal 2013 Von 100 befragten Betrieben beurteilten ihre Geschäftslage mit ... derzeit ... gut ... befriedigend ... schlecht

39,7 43,8 16,5

+/- ggü. Vorjahr 0,4 – 1,0 0,6

zukünftig 36,1 47,4 16,5

+/- ggü. Vorjahr 0,5 – 1,9 1,4

– – –

– – –

Wichtige Eckdaten der Handwerkskonjunktur Betriebsauslastung (100% = Vollauslastung) Reichweite des Auftragsbestandes (in Wochen) Anteil investierender Betriebe

77,9 7,4 27,8

0,2 0,7 1,7

Von 100 befragten Betrieben meldeten … folgende Entwicklung ggü. dem Vorquartal gestiegen Beschäftigung Nachfrage Umsätze Investitionen Einkaufspreise Verkaufspreise

15,3 18,6 21,1 13,4 31,0 11,5

unverändert 76,5 56,5 55,1 60,6 66,4 81,2

gesunken

Erwartungen

8,2 24,9 23,8 26,0 2,6 7,3

     

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern Bierstadter Straße 45 65189 Wiesbaden Telefon: 0611 / 136-112 E-Mail: info@handwerk-hessen.de Internet: www.handwerk-hessen.de

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Kurzberichte und Schwerpunktthemen im Hessischen Konjunkturspiegel

Heft

Jahr Titel

1. Quartal 11 2. Quartal 11 3. Quartal 11 4. Quartal 11 1. Quartal 12 2. Quartal 12 3. Quartal 12 4.Quartal 12 1.Quartal 13 2. Quartal 13

Hessisches Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2010 Hessischer Außenhandel im Jahr 2010 Hessische Kapitalverflechtungen mit dem Ausland 2009: Direktinvestitionen Arbeitsmarkt Nordhessen: Blick auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage Duale Berufsausbildung in Hessen: Zur Relation von Angebot und Nachfrage Tourismus in Hessen als Wirtschaftsfaktor: Blick auf die Beschäftigungswirkungen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hessen und Brasilien Entwicklung der Niedriglohnbeschäftigung in Hessen Bevölkerungsvorausschätzungen für alle 426 Kommunen bis zum Jahr 2030 Elektromobilität in Hessen – eine Bestandsaufnahme Social Media in der mittelständischen Wirtschaft Hessens Gummi- und Kunststoffindustrie in Hessen Auswirkungen der Konjunkturprogramme auf Hessen Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen Engagement hessischer Unternehmen in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit Hessischer Außenhandel im Jahr 2011 Hessische Kapitalverflechtungen mit dem Ausland 2010: Direktinvestitionen Erwerbstätigkeit in Hessen im Jahr 2011 Bruttoinlandsprodukt in Hessen im Jahr 2011 Auswirkungen der Energiewende auf die hessische Wirtschaft Berufsausbildung in Hessen Wirtschaftsentwicklung in Hessen 2008 bis 2011 anhand der revidierten Ergebnisse der VGR Blick auf die Clusterlandschaft in Hessen Ernährungsindustrie in Hessen Ausländische Beschäftigung in Hessen Hessisches Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2012 Hessischer Außenhandel 2012 mit Länderfokus Türkei Hessische Kapitalverflechtungen mit dem Ausland 2011: Direktinvestitionen Auswirkungen der Energiewende auf die hessische Industrie Verarbeitendes Gewerbe in Hessen im Bundesländervergleich Blick auf den dualen hessischen Ausbildungsmarkt im Jahr 2012 Neue Förderkulisse der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ GRW


Herausgeber: Hessisches Ministerium f端r Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Postfach 3129 65021 Wiesbaden Internet: www.wirtschaft.hessen.de


Hessicher Konjunkturspiegel 2013_03