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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung www.hessen-umwelttech.de

Hessen-Umwelttech

NEWS Hessische Unternehmen erschließen mit Umwelttechnologie neue Märkte Neue Regeln für den europäischen Emissionshandel Entwicklungs- und Schwellenländer als vielversprechende Absatzmärkte Technische Hochschule Mittelhessen: Kunststoffe aus Abwässern gewinnen Neue Förderrichtlinie: Nachhaltige Wasser- und Abwasserinfrastruktursysteme Energiewende – die Maßnahmen im Überblick

3 | 2011


Liebe Leserinnen und Leser, Editorial

wir erleben gegenwärtig eine Veränderung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Vor zwei Jahren wurden die traditionellen Industrieländer in ihrer Wirtschaftsleistung erstmals durch den Output der Schwellen- und Entwicklungsländer überholt. Brasilien, Russland, Indien und China allein binden ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Hessische Umwelttechnologieunternehmen können von dieser Entwicklung profitieren, denn sie liefern hochwertige Produkte und Verfahren, die in den Wachstumsmärkten dringend benötigt werden. Die Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 zeigte am 17. August eindrucksvoll auf, wie die globalen Märkte erschlossen werden können. Im Fokus standen Asien und Südamerika, aber auch südosteuropäische Staaten, die ihre umwelttechnologische Ausstattung an EU-Standards anpassen müssen. Neben international erfolgreich agierenden Unternehmen präsentierten sich zahlreiche Institutionen, die Hilfestellung bei der Anbahnung von Auslandsgeschäften leisten und dabei eng mit der Aktionslinie HessenUmwelttech kooperieren.

Editorial

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INHALT 2

Neue Regeln für den europäischen Emissionshandel

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Dieter Posch Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Technologietransfer

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Was Unternehmer bewegt

Ingenieure ohne Grenzen: Technologieund Wissenstransfer für Entwicklungsländer

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Aus den Hochschulen

PIUS und Ressourceneffizienz

Ressourceneffizienz im Hotelgewerbe

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Zertifikatslehrgang „EnergieManager“

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Die schwierige Jagd nach Rohstoffen

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„Ressourceneffizienz vor Ort“ bei der Blechwarenfabrik Limburg

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Kooperationsmöglichkeiten in der Umwelttechnologie

In eigener Sache

Hessische Unternehmen erschließen mit Umwelttechnologie neue Märkte

Eine interessante Möglichkeit bietet etwa die Einbindung der Wirtschaft in Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit. Lesen Sie in der vorliegenden Ausgabe der Hessen-Umwelttech NEWS, wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemeinnützig ausgerichtete Nachhaltigkeitspolitik und unternehmerisches Engagement miteinander verknüpft.

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Technische Hochschule Mittelhessen: Kunststoffe aus Abwässern gewinnen

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Umweltrecht

Neue Förderrichtlinie: Nachhaltige Wasserund Abwasserinfrastruktursysteme

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Energiewende – die Maßnahmen im Überblick

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Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft

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Termine

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Außenwirtschaft und Messen

Die Zukunft im Blick – DENEX® 2011

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Entwicklungs- und Schwellenländer als vielversprechende Absatzmärkte

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Hessische Unternehmen erschließen mit Umwelttechnologie neue Märkte Rückblick zur Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 In eigener Sache

Die Fachtagung „Umwelttechnologie global – Potenziale Made in Germany“ der Aktionslinie Hessen-Umwelttech des Hessischen Wirtschaftsministeriums bewies eindrucksvoll: Für hessische Unternehmen im Bereich Umwelttechnologie stehen die Zeichen auf weltweiten Erfolg. „Auch wenn die Unruhen an den Finanzmärkten in den letzten Tagen die durchweg positiven Prognosen der letzten Monate in Frage stellen, so hat sich dennoch an den langfristigen Trends nichts geändert“, stellte Wirtschaftsminister Dieter Posch in seiner Eröffnungsrede am 17. August im Schloss Höchst in Frankfurt fest. Gerade die schnell wachsenden Schwellenländer hätten einen riesigen Nachholbedarf im Bereich der Klimaschutz- und Effizienztechnologien, der den nächsten Wachstumsschub auslösen werde.

In drei parallelen Workshops wurden die Möglichkeiten, aber auch Hürden in der Zusammenarbeit mit Ländern in Asien, Südamerika und Südosteuropa näher beleuchtet. So berichtete Andreas Puchelt von WasteTec mit Sitz in Wetzlar über seine Erfolge mit der biologischen Abfalltrocknung in Singapur. „Unsere Anlage ist genau auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst. Es hat sich gezeigt, dass auch der für Asien typische nasse und Organik-haltige Abfall durch eine effiziente Trocknung so aufbereitet werden kann, dass man daraus wertvolle Rohstoffe und vor allem Energie gewinnen kann“, erklärte Puchelt. „Die Teilnahme an einer Delegationsreise der Landesregierung hat unser Projekt in idealer Weise begleitet.“

„Es ist meine feste Überzeugung, dass der Erfolg der hessischen Exportwirtschaft es erforderlich macht, auch durch Investitionen in den ausländischen Zielmärkten die Wettbewerbsposition zu sichern“, so Posch. Dabei gehe es weniger um Arbeitskosten, sondern um Markt- und Kundennähe. Dies sichere in Hessen langfristig Arbeitsplätze. „Bereits heute gehören hessische Unternehmen in Deutschland zu den erfolgreichsten Exporteuren für Umwelttechnologie“, betonte der Minister. „Im Rahmen unserer neuen Außenwirtschaftsstrategie unterstützen wir hessische Unternehmen bei ihrer Expansion in neue Märkte und konzentrieren die hessische Außenwirtschaftspolitik auf die nachfragestarken Schwellenländer, ohne die USA und Europa zu vernachlässigen“.

Spezifische Lösungen vor Ort Manfred Greis, Generalbevollmächtigter der Viessmann Werke, zeichnete in seiner Keynote ein plastisches Bild von den Möglichkeiten, die sich für Unternehmen auftun, wenn sie den Schritt über die eigenen Landesgrenzen hinaus wagen. Es komme darauf an, den Bedarf für spezifische Lösungen vor Ort genau zu erfassen – und dann entsprechend mit den eigenen Innovationen darauf zu reagieren und passende Pakete zu schnüren.

Wirtschaftsminister Posch erläuterte die hessische Außenwirtschaftsstrategie

Zusammenarbeit von Öffentlicher Hand und Unternehmen „Entwicklungspartnerschaften unterstützen die deutsche Wirtschaft bei ihrem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern und setzen vor Ort Impulse für nachhaltige Entwicklung“, erläutert Charlotte Breyer von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Stoßrichtung von develoPPP.de, einem Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (siehe auch Beitrag Seite 11). „Öffentliche Hand und Unternehmen teilen sich die Kosten und Verantwortung in diesen Projekten. So wird privates Kapital für entwicklungspolitische Wirkungen akquiriert, gleichzeitig minimieren Unternehmer ihre Investitionsrisiken in schwie-

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Die Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 in den Räumen des Schlosses Höchst in Frankfurt

rigen Märkten.“ Insgesamt zeigte sich auf der Veranstaltung, dass weltweit ein enormer Bedarf an Umwelttechnologien besteht, die Umsetzung erforderlicher Maßnahmen in vielen Ländern jedoch nur schleppend erfolgt. Dies gilt nicht nur für Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern auch für südosteuropäische Staaten. Eine genaue Marktbeobachtung ist somit unerlässlich. Wie Gernod Delewski vom Ingenieurbüro Infrastruktur & Umwelt anhand der Abfallbranche aufzeigte, gibt es beispielsweise in den Balkanstaaten eine große Diskrepanz zwischen dem, was auf Landesebene geplant und dem, was auf kommunaler Ebene tatsächlich getan wird. Dennoch sei eine frühzeitige Verankerung in den Märkten sinnvoll, um von den zu erwartenden Anpassungen an EU-Standards zu profitieren.

Nutzung vorhandener Netzwerke In der abschließenden Zusammenfassung der Veranstaltung betonte Moderator Wilhelm Berg vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag, wie wichtig es sei, auch gerade in schwierigen, aber zukunftsträchtigen Märkten Kontakte anzubahnen und verwies dabei auf die Außenwirtschaftsförderangebote in Hessen und auf Bundesebene. „Durch die Nutzung vorhandener Netzwerke können sich Unternehmen entscheidende Zeit- und Wettbewerbsvorteile verschaffen“, erklärte Berg. Auf der begleitenden Ausstellung hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich bei den Kooperationspartnern der Veranstaltung über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. ■

Dr. Carsten Ott

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Dr. Carsten Ott Projektleiter Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8350, Fax: -58350 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de

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Kooperationspartner der Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011

> German Water Partnership > Exportinitiative Recycling- und Effizienztechnik (RETech) > Exportinitiative Erneuerbare Energien > Exportinitiative Energieeffizienz > IHK Innovationsberatung Hessen > Deutscher Industrie- und Handelskammertag und die Deutschen Außenhandelskammern > Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) > Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU) > Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)


Neue Regeln für den europäischen Emissionshandel Emissionshandelsexperten stellen in Frankfurt die wichtigsten Änderungen ab 2013 vor

Den Kinderschuhen entwachsen: Der europäische Emissionshandel hat sich seit seiner Einführung im Jahr 2005 stark weiterentwickelt. Mit der bevorstehenden 3. Handelsperiode (2013 – 2020) wird das EU-Emissionshandelssystem zu dem zentralen Instrument für den europäischen Klimaschutz. Unternehmen müssen dabei einiges beachten. Über die aktuelle 2. Handelsperiode und über die wichtigsten Regelungen ab 2013 informierte eine Veranstaltung der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech der HA Hessen Agentur GmbH am 31. August. Das Thema stieß auf großes Interesse, denn über 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten der Einladung ins FIZ ConferenceLab nach Frankfurt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Hessischen Umwelt- und Energieministerium sowie dem Wirtschaftsministerium durchgeführt.

EU-weit einheitliche Regelungen Experten stellten in Fachvorträgen die neuen Regeln vor, die es Unternehmen der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie (zum Beispiel Raffinerien, Stahl- und Zementwerke, chemische Industrie) ermöglichen, langfristiger und genauer zu planen. Dazu gehört im Kern eine „harmonisierte Zertifikatsvergabe“, die ab 2013 eine Zuteilung von CO2-Zertifikaten nach einheitlichen EU-Regelungen durch die Mitgliedstaaten vorsieht. So sollen gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen für alle EULänder entstehen.

CO2-Markt – weniger kostenlose Zertifikate Im Sinne einer effizienten Emissionsminderung wird die Menge der kostenlosen Zertifikate ab 2013 erheblich eingeschränkt. Anstelle von Gratisvergaben werden Zertifikate zu einem wachsenden Anteil versteigert. Diese auktionierten Emissionsberechtigungen für Industrieanlagen werden ab 2013 bis 2020 von 20 auf 70 Prozent ansteigen. Die noch kostenlosen Emissionsberechtigungen werden im Industriebereich nach einem anspruchsvollen Benchmark verteilt. Für den Elektrizitätssektor gilt sogar, dass Zertifikate ab 2013 prinzipiell nur noch versteigert werden. Gleichzeitig können Zertifikate aus den internationalen Projektmechanismen des Kyoto-Protokolls (JI und CDM) genutzt werden. Das stellt auch hessische Unternehmen vor neue Herausforderungen. „Stromerzeuger, chemische Industrie und jetzt auch der Luftverkehr sind aufgefordert, neue klima- und kosteneffiziente CO2-Strategien zu verwirklichen“, betonte Rüdiger Schweer, Referatsleiter für Klimaschutz und Klimawandel im Hessischen Umweltministerium. „Hierbei können die Unternehmen Unterstützung durch die vom Land Hessen geförderte ‚Transferstelle Internationaler Emissionshandel‘ erfahren.“ Im Rahmen des Kyoto-Protokolls kann der Erwerb von Zertifikaten durch Investitionen in verschiedenste Klimaschutzprojekte im Ausland – von Deponiegasverwertung über Energieeffizienz-Maßnahmen bis zur Nutzung erneuerbarer Energien – erfolgen. Dr. Roland Geres, Geschäftsführer der FutureCamp Holding GmbH, wies darauf hin: „Wer frühzeitig im Unternehmen eine Klimastrategie entwickelt und flexible Mechanismen einbezieht, kann Maßnahmen zum Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil nutzen.“

Dr. Tina Knispel HA Hessen Agentur GmbH Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen – Focal Point CDM/JI – Tel.: 0611/774-8419 E-Mail: tina.knispel@hessenagentur.de www.transferstelle-emissions handel-hessen.de

Dr. Tina Knispel

Klimaschutz in Lateinamerika „Nach der Pilotphase 2005 bis 2007 und der zweiten Handelsperiode wird der Emissionshandel ab 2013 zum europäischen Instrument“, erklärte Franzjosef Schafhausen, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. „Es wird nur noch ein gemeinsames europäisches Emissionsbudget geben, das zudem Jahr für Jahr um 1,74 Prozent reduziert wird.“

Welche Entwicklungen es beim Klimaschutz in Lateinamerika gibt und welche Marktpotenziale sich hieraus ergeben, wird die Veranstaltung „Lateinamerika – Wachstumsmarkt für Umwelttechnologien und Klimaschutzprojekte“ aufzeigen. Hierzu laden die Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen und die Aktionslinie Hessen-Umwelttech am 6. Oktober nach Darmstadt ein. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.transferstelle-emissionshandel-hessen.de

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Ressourceneffizienz im Hotelgewerbe Hessen-PIUS senkt Energie- und Wasserverbauch PIUS und Ressourceneffizienz

Wenn es um die Steigerung von Ressourceneffizienz geht, denken viele zuerst an das produzierende Gewerbe. Doch auch die Dienstleistungsunternehmen können von einer umfassenden Analyse und Optimierung ihrer Prozesse profitieren, wie das folgende Beispiel des Hotels „Zur Schmiede“ in Alsfeld zeigt.

Das Drei-Sterne-Haus beherbergt Tagungen und Wellnessgäste gleichermaßen. Dass es trotz moderner Ausstattung beim Strom- und Wasserverbrauch noch Verbesserungsmöglichkeiten geben würde, davon war Geschäftsführer Jörg Hofmann überzeugt. Im Jahr 2010 hat er deshalb über das RKW Hessen eine geförderte Hessen-PIUS-Beratung in Anspruch genommen. Berater Marcus Karger von der AC Consult und Engineering GmbH aus Heuchelheim nahm dafür den gesamten Ressourcenverbrauch des Familienbetriebs unter die Lupe.

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Roland Nestler RKW Hessen GmbH Leiter Beratungsteam Eschborn Tel: 06196/9702-44 E-Mail: r.nestler@ rkw-hessen.de www.rkw-hessen.de www.hessen-pius.de

Roland Nestler

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Welche Empfehlungen haben Sie erhalten?

Uns wurde gleich ein ganzes Maßnahmenbündel empfohlen, um den Ressourcenverbrauch zu senken. Im Bereich des Wasserleitungssystems konnten wir zum Beispiel Durchflussminimierer einsetzen, die dabei helfen, weniger Wasser zu verschwenden. Auch für die Beleuchtung von Zimmern, Tagungsräumen und Fluren wurden uns Verbesserungsmöglichkeiten vorgeschlagen. An manchen Punkten können wir verstärkt Energiesparlampen einsetzen, an anderen Stellen ist der Einsatz von LEDs besser geeignet.

Das Hotel „Zur Schmiede“ in Alsfeld profitierte von einer Hessen-PIUSBeratung.

zogen. Aus den Ergebnissen haben die Berater einen detaillierten Bericht erstellt, der übersichtlich aufzeigt, wo es bei uns Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Herr Hofmann, weshalb haben Sie sich entschlossen, eine Hessen-PIUS-Beratung mitzumachen?

Als Tagungshaus haben wir regelmäßig große Gästegruppen im Haus – und wo so viele Menschen zusammenkommen, da werden auch reichlich Ressourcen verbraucht. Als mir eine Bekannte, die in Altenbuseck einen Baumarkt führt, von den Ergebnissen der Energieberatung in ihrem Betrieb erzählt hat, war mir sofort klar, dass wir so etwas auch brauchen können.

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Wie ist die Beratung in Ihrem Hotel verlaufen?

Wir haben Kontakt zu dem Berater aufgenommen, der auch meine Bekannte unterstützt hat. Marcus Karger hat dann für uns eine geförderte HessenPIUS-Beratung beim RKW Hessen beantragt. Über einen Zeitraum von drei Monaten hat die Beratungsfirma unseren Strom- und Wasserverbrauch genau unter die Lupe genommen. Dabei wurden auch Techniker von verschiedenen Fachfirmen hinzugeHessen-Umwelttech NEWS 3/2011

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Wie schätzen Sie die Beratungsergebnisse insgesamt ein?

Wir haben eine Vielzahl wertvoller Ratschläge erhalten, die uns dabei helfen, unsere Betriebskosten deutlich zu senken. Besonders begeistert hat mich, dass im Abschlussbericht zu jedem Investitionsvorschlag bereits die Amortisierungszeit mit angegeben wurde. So konnten wir Schritt für Schritt schon mit der Umsetzung der Maßnahmen beginnen.

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Welche Planungen wollen Sie langfristig umsetzen?

Unsere alte Ölheizungsanlage ist überdimensioniert für unseren tatsächlichen Wärmebedarf. Die wollen wir erneuern. Außerdem planen wir, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren. Und wir überlegen, zwei weitere Blockheizkraftwerke in Betrieb zu nehmen.

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Ihr Fazit der Beratung?

Wir können in allen Bereichen ein ordentliches Minus beim Ressourcenverbrauch realisieren. Das spart uns Kosten und schont die Umwelt. Ich würde jedem Unternehmer eine Hessen-PIUS Beratung empfehlen. Hessen-PIUS vor Ort am 13. Oktober Ausführliche Informationen zum Projekt und zum geförderten Beratungsprogramm Hessen-PIUS gibt es am 13. Oktober auf einer Informationsveranstaltung der Aktionslinie HessenUmwelttech im Hotel „Zur Schmiede“ in Alsfeld. Anmeldung unter: www.hessen-umwelttech.de


Zertifikatslehrgang „EnergieManager“ Qualifizierungsmaßnahme der Industrie- und Handelskammer

Angesichts steigender Energiepreise benötigen Unternehmen geschulte Mitarbeiter in Energiefragen. Mit dem Zertifikatslehrgang „EnergieManager“ bieten die hessischen IHKn die Möglichkeit für eine umfassende Qualifizierung. Liberalisierung der Energiemärkte, Einführung des Emissionshandels, regenerative Energiequellen und absehbare Erschöpfung der Rohstoff-Vorräte charakterisieren die aktuellen Entwicklungen in der Energiewirtschaft. Die Energiekosten steigen kontinuierlich und schlagen sich direkt auf den Produktpreis nieder. Für die Etablierung eines Energiemanagements und die Umsetzung von Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Unternehmen sind qualifizierte Energiemanager unverzichtbar. Im IHK-Lehrgang Energiemanager qualifizieren sich die Teilnehmer zu versierten Experten für effiziente

Energietechnik und betriebliches Energiemanagement, um die Energieanwendungen im Unternehmen technisch zu optimieren und wirtschaftlich zu managen. Mit ihrem Know-how können sie die Energiekosten nachhaltig senken. Unternehmen können sich auf Veränderungen des Energiemarktes zeitnah einstellen und durch Effizienzsteigerungen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Lehrgang richtet sich an Energiedienstleister sowie Fach- und Führungskräfte, die als Energieverantwortliche im Unternehmen fungieren, wie Betriebsleiter, Produktionsleiter, Energiebeauftragte, Prozess-Ingenieure, Betriebstechniker und Facility Manager. Er setzt sich aus mehreren Modulen zusammen, die in der Tabelle exemplarisch am Lehrgang der IHK Lahn-Dill aufgeführt sind. Die Module können auch einzeln gebucht werden.

Module des Zertifikatslehrgangs „EnergieManager“ bei der IHK Lahn-Dill in Wetzlar Modul Modul Modul

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Modul

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Modul

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Modul

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Modul Modul

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Modul Modul Modul Modul Modul Modul Modul

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28.10.2011 29.10.2011 11.11.2011 12.11.2011 25.11.2011 26.11.2011 09.12.2011 10.12.2011 13.01.2012 14.01.2012 27.01.2012 28.01.2012 10.02.2012 11.02.2012 24.02.2012 25.02.2012 09.03.2012 10.03.2012 23.03.2012 24.03.2012 20.04.2012 21.04.2012

Energierecht, Energiemanagement DIN 16001, Lastmanagement Wirtschaftlichkeitsberechnung/Projektplanung Energietechnische Grundlagen Energiedatenmanagement Bestandsaufnahme des Gebäudes und der Baukonstruktion/Bauphysik Energetische Gebäudesanierung/Energiebewusstes Bauen Gebäudewärmebedarf Energieeinsparverordnung Gebäudeenergieausweis/BAFA Energieberatung Lüftungs- und Klimatechnik I Lüftungs- und Klimatechnik II Heiztechnik Energetische Bewertung von Nichtwohngebäuden nach DIN 18599 Teil I Energetische Bewertung von Nichtwohngebäuden nach DIN 18599 Teil II Prozesswärme, Dampf, Wärmerückgewinnung Kraft-Wärme-Kopplung Kältetechnik Emissionshandel, Elektrotechnik Beleuchtung Druckluft Photovoltaik Solarthermie Geothermie

Lehrgänge in Nord- und Südhessen

Thomas Klaßen ■

Thomas Klaßen IHK-Verbund Mittelhessen IHK Lahn-Dill Friedenstraße 2 35578 Wetzlar Tel.: 06441 9448-1510 E-Mail: klassen@lahndill.ihk.de www.ihk-lahndill.de

Auch in Nord- und Südhessen werden Zertifikatslehrgänge zum Energiemanager angeboten. In Nordhessen erfolgt die Anmeldung über das Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet), in Südhessen bei der IHK Darmstadt. Weitere Informationen unter: www.deenet.org bzw. www.darmstadt.ihk24.de. Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011

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Die schwierige Jagd nach Rohstoffen Strategien für eine zukunftsfähige Wirtschaft

Rohstoffe werden immer häufiger zur Mangelware. Um eine Unterversorgung, die insbesondere bei Hightech-Produkten droht, zu vermeiden, müssen Wirtschaft und Politik gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese reichen vom Abbau von Exportbeschränkungen über die Erschließung neuer Rohstofflagerstätten bis hin zu Rohstoff-Substitution und -Recycling. Der Verkaufsboom bei Handys und Smartphones ist ein Beispiel für einen starken Treiber für den wachsenden Bedarf an Edelmetallen. Die Produktion der Kommunikationsgeräte hat laut dem internationalen Marktforschungsinstitut Gartner bis 2010 etwa 2.500 Tonnen Silber, 240 Tonnen Gold und 90 Tonnen Palladium verschlungen. Die steigende Nachfrage treibt die Preise nach oben. Das sind keine guten Nachrichten für die Entwicklung von Zukunftstechnologien, die zumeist nur mit seltenen Rohstoffen funktionieren. Ein bedeutender Industriestandort ohne eigene Rohmaterialien, wie Deutschland, kann so in eine problematische Abhängigkeit vom internationalen Rohstoffmarkt geraten. Die Verfügbarkeit von Ressourcen ist für die heimische Wirtschaft essenziell, denn wir sind nur mit Hightech konkurrenzfähig. Ein Extrembeispiel für die globale Rohstoffverknappung liefern die so genannten „Seltenen Erden“ (SE). Diese Erdmetalle sind Bausteine vielfältiger Schlüsseltechnologien. Seltene Erden bewirken unter anderem, dass magnetisiertes Eisen seine Wirkung behält. Sie werden für Dauermagnete in Elektromotoren verwendet, in Generatoren von Windkraftanlagen sowie in Kfz-Hybrid-Motoren. China produziert derzeit 95 Prozent des weltweiten SEBedarfs und beschränkt den Export in zunehmendem Maße. Im Herbst 2010 fand Werner Schnapp auf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dafür klare Worte: „Chinas Beschränkungen sind industriepolitisch motiviert. Das Land versucht die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.“

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Alte und neue Förderstätten Wollen sich ressourcenarme Länder von der chinesischen Abhängigkeit befreien, besteht die Möglichkeit, stillgelegte Minen wie die Mountain Pass Mine in Kalifornien zu reaktivieren und bereits erschlossene Vorkommen in Indien, Brasilien und Malaysia intensiver zu nutzen. Ein größerer weltweiter Markt mit verschiedenen Rohstofflieferanten ist notwendig. Das bislang größte bekannte Vorkommen außerhalb Chinas ist Mount Weld in West-Australien. Außerdem gilt es auch neue Lagerstätten zu erforschen. Allerdings dauert die Erkundung unter Umständen viele Jahre und ist mit hohen Investitionen verbunden. Dass eine Diversifizierung der Rohstoffbeschaffung dringend erforderlich ist, hat auch das hessische Unternehmen Vacuumschmelze GmbH & Co. KG aus Hanau erkannt und sich strategisch umorientiert. Roland Stepputat, Geschäftsführer des einzigen Volumenproduzenten von Magneten aus dem SelterdMetall Neodyn-Eisen-Bor außerhalb von China und Japan, erklärt: „Ziel ist der kontinuierliche Ausbau einer von China unabhängigen Rohstoffversorgung mit Lieferanten aus Fördergebieten in den USA und Australien.“

Substitution von Rohstoffen und Produkten Immer mehr Unternehmen versuchen, seltene Rohstoffe durch andere Materialien zu ersetzen, man spricht hier von Substitution. Allerdings gibt es dabei Grenzen, denn bestimmte Elemente sind gerade wegen ihrer einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften gefragt und lassen sich daher in der Regel allenfalls durch andere seltene Rohstoffe ersetzen. Intensive Forschungsarbeit ist notwendig, um geeignete Ersatzstoffe zu finden. Substituiert werden können nicht nur einzelne Rohstoffe, sondern auch ganze Produkte oder Produktteile. Dass sich hierdurch jedoch auch eine gewisse Bremswirkung für die Entwicklung von Zukunftstechnologien ergibt, zeigt folgendes Beispiel: Die Entwicklung hin zu Windkraftanlagen mit hohem Magnetanteil ist mittlerweile aufgrund der hohen Produktionskosten gefährdet. Immer mehr Auftraggeber entscheiden sich für die weniger effiziente Technologie ohne Magnete und nehmen dafür Wartungsnachteile in Kauf.


Rohstoffsicherung durch Recycling Neben der Erschließung von Lagerstätten und der Substitution wird das Recycling begehrter Rohstoffe immer bedeutender. Die wiederaufbereiteten so genannten Sekundärrohstoffe aus Elektronikschrott oder Altfahrzeugen gelangen durch verschiedene Verwertungsverfahren wieder in die Produktionsprozesse zurück. Das hat zwei Vorteile: Zum einen verbessert die lückenlose Wiederaufbereitung von Abfällen die Verfügbarkeit von knappen Ressourcen. Auf der anderen Seite kann Deutschland durch den Ausbau der Recycling-Industrie seine Vorreiterrolle als Industrie- und Exportland vor allem im Bereich der Umwelttechnologien halten und weiter ausbauen. Zusätzlich erhalten die mittelständischen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft neuen Auftrieb. Die Rahmenbedingungen für das Recycling haben sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert. Allerdings gehen bei der Wiederaufbereitung noch besonders viele wertvolle Technologiemetalle verloren, also Edel- und Sondermetalle, die in nur geringen Konzentrationen in den Produkten vorkommen. Geräte wie Handys landen noch viel zu oft im Restmüll oder in ineffizienten Recycling-Kanälen.

Die Rohstoffstrategie des Bundes Auch wenn beim Recycling noch viele Fragen offen bleiben, das Thema Rohstoffverknappung steht bereits auf der politischen Agenda: Steigende Preise und die restriktive Exportpolitik wichtiger Rohstofflieferanten haben 2010 die Bundes- und Landesregierungen zu Reaktionen veranlasst. Unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums wurde eine nachhaltige Rohstoffstrategie entwickelt, die die Wirtschaft im nationalen und internationalen Umfeld unterstützt. Eine serviceorientierte Rohstoffagentur erweitert mittlerweile die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Außerdem verfolgen Bundesregierung und EU-Kommission den Abbau handelsbeschränkender Maßnahmen mit

Nachdruck. In regelmäßigen Dialogen zwischen Bundesministern und Vertretern der deutschen Wirtschaft aus Verbänden und Unternehmen sowie der Gewerkschaften werden aktuelle und künftige Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten erörtert und entsprechende Lösungsansätze diskutiert. Anlässlich des Rohstoffdialogs im Oktober 2010 waren sich die Experten einig, dass die geologischen Vorkommen an sich ausreichen. Allerdings müssten Lagerstätten intensiver erforscht und Transport- und Lagerkapazitäten ausgebaut werden.

Maßnahmenpaket gegen den Mangel Die Verknappung wichtiger Rohstoffe, ob sie nun politisch, logistisch oder geologisch bedingt ist, fordert Politik und Wirtschaft gleichermaßen. Besonders Länder wie Deutschland, deren Wohlstand auf der Produktion von Hightech basiert, sind gefordert, in die Forschung von Wertstoff-Recycling und -Substitution zu investieren. Die Unternehmen müssen darüber hinaus das Bewusstsein für einen sparsamen Umgang mit Ressourcen und Material, ein recyclingfreundliches Produktdesign und eine effiziente Recyclingkette verinnerlichen. Hierbei hilft das Wirtschaftsministerium mit seinen Aktionslinien HessenUmwelttech und Hessen-Nanotech. Diese geben Informationen zu den Handlungsmöglichkeiten weiter und knüpfen Netzwerke. Gleichzeitig sind innovative Technologien notwendig, um die effiziente Gewinnung primärer Rohstoffe zu sichern und neue Lagerstätten und -typen auch hierzulande zu identifizieren. Die Kombination der genannten Maßnahmen schont die vorhandenen Rohstoffe auf lange Sicht und wirkt ihrer Verknappung entgegen. ■

Dr. Carsten Ott Projektleiter Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8350, Fax: -58350 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de www.hessen-umwelttech.de Dr. Carsten Ott

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„Ressourceneffizienz vor Ort“ bei der Blechwarenfabrik Limburg Kooperationsveranstaltung mit der Effizienzagentur NRW

Neue Wege gehen, Material und Rohstoffe einsparen und dabei Kosten reduzieren: Das sind für kleine und mittlere Unternehmen dauerhafte Herausforderungen. Wie man diesen speziell im verarbeitenden Gewerbe begegnen kann, war Thema der Veranstaltung „Ressourceneffizienz vor Ort“ am 30. August in Limburg Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Effizienzagentur NRW und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech bei der Blechwarenfabrik Limburg durchgeführt. Das Unternehmen hatte 2009 aufgrund umfassender Einsparungen von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen den Deutschen Materialeffizienzpreis erhalten (siehe auch Hessen-Umwelttech NEWS 2/2010, Seite 13). Geschäftsführer Dr. Hugo Trappmann erläuterte und demonstrierte vor Ort, welche Maßnahmen er im Einzelnen in seiner Fabrik umgesetzt hat.

gerung ihrer Ressourceneffizienz in Anspruch nehmen können. Die Bandbreite reichte vom Beratungsförderungsprogramm Hessen-PIUS über die hessische Modellprojektförderung bis hin zu EU-Programmen. Mario Schneider von der Deutschen Materialeffizienzagentur (demea) stellte außerdem das VerMAT-Programm und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vor. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Ressourceneffizienz vor Ort“, in die das „Netzwerk Ressourceneffizienz“ eingebunden ist. Sie wurde mit Mitteln des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) durch das Bundesumweltministerium unterstützt. ■

Ergänzend hierzu informierten Experten über wichtige Förderprogramme, die Unternehmen zur Stei-

Dagmar Dittrich Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8645, Fax: -58645 E-Mail: dagmar.dittrich@hessen-agentur.de www.hessen-umwelttech.de

Dagmar Dittrich

Die Zukunft im Blick – DENEX® 2011 Effiziente Energienutzung und dezentrale Energiesysteme Außenwirtschaft und Messen

Wie kann man Nichtwohngebäude effizient mit Strom und Wärme versorgen und dezentrale Energieerzeuger in intelligenten Systemen zusammenführen? Diesen hochaktuellen Fragen widmet sich die Kongressmesse DENEX®, die die REECO GmbH am 17. und 18. November 2011 zum dritten Mal in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden durchführt. Die Veranstaltung präsentiert Lösungen für Gebäude aus Gewerbe, Industrie, Gesundheitswesen sowie Hotellerie. Vorgestellt werden unter anderem innovative Fassadensysteme, Nahwärme-Lösungen, Solar-Techniken, Energiedienstleistungen und Möglichkeiten der energetischen Sanierung. Die Messe bietet Platz zum Networken, Austauschen und Informieren. Parallel zur Ausstellung finden zahlreiche Fachtagungen, Workshops und Foren statt, die aktuelle Themen der Energiebranche aufgreifen. Bei der Durchführung

Verena Clement

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der Fachtagung „Energieeffiziente Fassade“ beteiligen sich die Aktionslinien Hessen-Nanotech und Hessen-Umwelttech des Hessischen Wirtschaftsministeriums als Kooperationspartner. Die Kongressmesse wendet sich an Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe. Sie bringt Hersteller, Planer und ausführende Firmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz mit kommunalen und gewerblichen Entscheidern zusammen. Informationen rund um die Messe gibt es unter www.denex.info. ■

Verena Clement Projektleiterin DENEX® REECO GmbH Tel: 07121/3016-148, Fax: -100, E-Mail: clement@reeco.eu


Entwicklungs- und Schwellenländer als vielversprechende Absatzmärkte GIZ verknüpft Entwicklungszusammenarbeit mit unternehmerischem Engagement Das Engagement der Wirtschaft in Entwicklungsländern hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Dies gilt nicht nur für große transnationale Konzerne – auch viele kleine und mittelständische Betriebe haben längst erkannt, dass sich in den Ländern Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas Erfolg versprechende Geschäftsmöglichkeiten bieten. Um ein sinnvolles Zusammenspiel von außenwirtschaftlichen Aktivitäten und Entwicklungszusammenarbeit zu gewährleisten, kooperiert die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH intensiv mit der Privatwirtschaft. Wenn Unternehmen im Ausland produzieren oder Geschäftsbeziehungen aufbauen, werden sie vielfach in Bereichen aktiv, die auch entwicklungspolitisch relevant sind, etwa indem sie Mitarbeiter ausbilden, umweltschonende Technologien einführen oder Einrichtungen zur Energieversorgung aufbauen. Dabei stehen sie nicht selten vor Herausforderungen, die leichter mit einem erfahrenen Partner vor Ort zu lösen sind.

DeveloPPP.de bietet Unternehmen: > finanzielle und personelle Beteiligung an Projekten, die einen entwicklungspolitischen Nutzen in den Partnerländern der Bundesregierung bringen > Betreuung und Begleitung bei der Planung und Umsetzung von Projekten > Kontakte zu Regierungen, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen > spezifisches Know-how über Länder, Sektoren und gesetzliche Rahmenbedingungen

Entwicklungspartnerschaften nach Sektoren (1999-2010)

Entwicklungspartnerschaften mit develoPPP.de Im Programm develoPPP.de setzt die GIZ – ausgestattet mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – seit 1999 gemeinsam mit privaten Unternehmen Entwicklungspartnerschaften in Schwellen- und Entwicklungsländern um. PPP steht dabei für „Public Private Partnership“, also für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Trägern und Unternehmen. Im Auftrag des BMZ führen neben der GIZ auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) und die sequa gGmbH, welche als gemeinnützige Gesellschaft der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft fungiert, Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft durch. Jeder Partner bringt ein, was er am besten kann: Die Unternehmen tragen ihrerseits Technologien, Kapital und Fachwissen bei und sind in der Regel auch verantwortlich für die Durchführung der Projekte vor Ort. Kosten und Risiken werden von beiden Partnern gleichermaßen getragen.

Entwicklungspartnerschaften nach Regionen (1999-2010)

Eine Entwicklungspartnerschaft ist immer eine Verbindung von unternehmerischem Eigeninteresse und gemeinnützig ausgerichteter Nachhaltigkeitspolitik. DeveloPPP.de begleitet weder rein karitative Ansätze ohne klare unternehmerische Komponente noch Vorschläge, die auf die direkte Subventionierung der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens abzielen. Ein öffentlicher develoPPP.de-Beitrag wird nur geleistet, wenn der private Partner die Maßnahmen ohne die öffentlichen Partner nicht durchführen würde und die Maßnahme nicht gesetzlich erforderlich ist. Der Eigenbeitrag der Wirtschaft muss mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten betragen. DEG, GIZ und sequa rufen mehrmals pro Jahr Ideenwettbewerbe für interessierte deutsche und europäische Unternehmen aus. Die Themen dieser Wettbewerbe werden regelmäßig neu festgelegt und können unter www.develoPPP.de eingesehen werden. Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011

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Der Ausbau von Erneuerbaren Energien und die Sicherung der Wasserversorgung sind wichtige Schwerpunkte bei der Entwicklungszusammenarbeit. (Bilder: Inensus GmbH/ GIZ, VAG Armaturen GmbH)

Im Rahmen des Programms ist bereits ein breites Spektrum an Entwicklungspartnerschaften entstanden: von der Verwirklichung der innovativen Idee eines mittelständischen Unternehmens bis zu groß angelegten „strategischen Allianzen“, die eine ganze Branche betreffen und mehrere Länder umfassen. In manchen Projekten suchen Unternehmen vor allem einen Finanzierungsbeitrag, um an neuen Standorten entwicklungswirksame Begleitmaßnahmen durchzuführen; in anderen Fällen vereinbaren die Partner, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen umfangreiche Dialogprozesse zu initiieren; und in wieder anderen Fällen investiert die Entwicklungszusammenarbeit in Maßnahmen im Umfeld eines Partnerunternehmens.

Erneuerbare Energien fördern in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft Im Energiesektor entwirft die GIZ Lösungen für die Entwicklung, Finanzierung und das Management leistungsfähiger und effizienter Energiesysteme, denn eine dynamische Entwicklung braucht Energie – Energie, die ökologisch nachhaltig ist und dort zur Verfügung steht, wo sie benötigt wird.

Die GIZ im Überblick

Die GIZ bündelt seit dem 1. Januar dieses Jahres die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von Deutschem Entwicklungsdienst (DED) gGmbH, Deutscher Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und Inwent – Internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH unter einem Dach. Als Bundesunternehmen unterstützt sie die Bundesregierung dabei, ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Bandbreite der Arbeitsfelder reicht von der Förderung von Frieden und Sicherheit, über Flüchtlingsprogramme, Sicherung von Ernährung, Gesundheit und Grundbildung bis hin zu Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz. Weitere Informationen: www.giz.de www.develoPPP.de www.gtz.de/projektentwicklungsprogramm www.exportinitiative.bmwi.de

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Ohne Erneuerbare Energien ist eine nachhaltige Energieinfrastruktur undenkbar. Auch hier spielen die Technologien und das Fachwissen privater Unternehmen eine wichtige Rolle. Darum unterstützt die GIZ beispielsweise durch das Erneuerbare Energien Projektentwicklungsprogramm (PEP) gezielt deutsche Erneuerbare-Energien-Unternehmen beim Markteintritt in Entwicklungs- und Schwellenländern – dort, wo ihre Technologien und ihr Know-how gefragt sind. PEP bietet den Unternehmen umfassende Informationen zur Marktsituation und unterstützt bei der Anbahnung von Geschäftspartnerschaften. Gleichzeitig trägt es zur Entstehung nachhaltig funktionierender Märkte bei, indem es in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Umsetzung von Referenz- und Pilotprojekten unterstützt und Regierungen zu energiepolitischen Themen berät. Zusätzlich hilft es zusammen mit den deutschen Unternehmen beim Ausbau lokaler Kompetenzen durch technische und betriebswirtschaftliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Mit PEP setzt die GIZ auf die Privatwirtschaft als Motor für Investitionen in eine zukunftsfähige Energieversorgung. PEP richtet sich an Hersteller und Händler, aber auch an Investoren, Projektentwickler, Dienstleister und Betreiber. Es zielt vor allem auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Firmen, schließt große Unternehmen aber nicht aus. Die GIZ führt PEP im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der 2002 ins Leben gerufenen Exportinitiative Erneuerbare Energien durch und kooperiert dabei eng mit den deutschen Auslandshandelskammern, der Deutschen EnergieAgentur GmbH (dena) und Germany Trade & Invest (GTAI). Ansprechpartner der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH sind ■ für develoPPP.de: Helma Zeh-Gasser Tel.: 06196/79-2378 E-Mail: Helma.Zeh-Gasser@giz.de ■

für das Projektentwicklungsprogramm (PEP): Regine Dietz Tel: 030/408190-253 E-Mail: regine.dietz@giz.de


Kooperationsmöglichkeiten in der Umwelttechnologie Aktuelle Angebote des Enterprise Europe Network Technologietransfer

Durch Technologie-Kooperationen können Unternehmen Innovationssprünge erzielen, neue Märkte erschließen und ihre Marktposition verbessern. Das Enterprise Europe Network (EEN) bietet verschiedene Wege an, um Partner aus Europa für gemeinsame Vorhaben zu finden. Es informiert über EU-Förderprogramme, unterstützt Unternehmen bei der Vermarktung neuer Ideen und Technologien und vermittelt geeignete Kooperationspartner. Angebote aus der Datenbank des Enterprise Europe Network: TECHNOLOGIEANGEBOTE: Glasrecycling mit Implosionstechnologie EEN_20110302 Ein britisches Unternehmen hat eine neue Methode zur Zerkleinerung von Glas entwickelt. Das System nutzt eine Implosionsmethode, die das Glas verdichtet und es splitterfrei macht. Das Unternehmen sucht Betreiber von Sortieranlagen, die an der Anwendung dieser Technologie interessiert sind. Tragbares Stromkraftwerk EEN_20110303 Ein spanisches Ingenieurunternehmen hat ein tragbares Stromkraftwerk entwickelt, das Solar- und fossile Energie in einem Anlagesystem kombiniert. Das tragbare System erlaubt einen einfachen sowie schnellen Einsatz und kann den Energiebedarf von kleinen Siedlungen oder Notunterkünften vollständig decken. Es werden Partner aus dem Energiesektor gesucht. PROJEKTPARTNERSUCHE: Effiziente Vor-Ort-Sanierungstechnologie für Böden EEN_20110307 Ungarische Forscher entwickeln derzeit eine Vor-Ort-Sanierungstechnologie, mit der chlorierte Kohlenwasserstoffe aus verunreinigten Böden beseitigt werden

können. Der Prozess soll Grundwasserzirkulierung, Stimulierung von speziellen Sanierungskulturen und chemische Behandlungen kombinieren. Das Konsortium besteht bereits aus zwei Forschungseinrichtungen und fünf KMUs. Es werden Endnutzer aus dem Bereich Flächenentwicklung gesucht. Halogenfreie Flammschutzmittel EEN_20110308 Eine Universität aus Österreich plant ein Forschungsprojekt, in dem ein neuartiges biobasiertes, halogenfreies Flammschutzmittel entwickelt werden soll. Da sich die Entwicklung insbesondere auf das Baugewerbe, den Energiesektor und den Transportsektor konzentrieren soll, werden aus diesen Bereichen kleine und mittlere Unternehmen als Partner gesucht. Des Weiteren werden Unternehmen mit Expertise in der Herstellung und dem Überprüfen von Polymeren eingeladen, dem Konsortium beizutreten. Weitere Auskünfte zu den Technologieangeboten, den Projektpartnergesuchen und zum 7. Forschungsrahmenprogramm erteilt:

Aktuelle Ausschreibung im 7. Forschungsrahmenprogramm Ende Juli veröffentlichte die Europäische Kommission die bislang größte Ausschreibung im Programm „Forschung für KMU“. Ausgestattet mit einem Budget von rund 150 Millionen Euro fördert das EU-Programm auch in diesem Jahr die Umsetzung von technologischen Innovationen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Europa. Das Programm wendet sich an Firmen, die einen Bedarf an Innovationen haben, jedoch selber nicht über die nötigen Forschungskapazitäten verfügen. Es gewährt einen großzügigen finanziellen Zuschuss zur Vergabe eines Forschungsauftrages einer Gruppe von europäischen KMU an fachlich geeignete externe Forschungsdienstleister. Die Verwertungsrechte an den Ergebnissen gehen an die auftraggebenden KMU, die Kosten auf Seiten der Forscher werden vollständig durch den Zuschuss gedeckt. Zur aktuellen Ausschreibung können noch bis zum 6. Dezember Projektvorschläge eingereicht werden.

Nina Gibbert HA Hessen Agentur GmbH Enterprise Europe Network Hessen Tel.: 0611/774-8494 E-Mail: nina.gibbert@hessenagentur.de www.een-hessen.de

Nina Gibbert

Als regionale Kontaktstelle bietet das Enterprise Europe Network der Hessen Agentur eine individuelle Projektberatung, Begleitung bei der Antragstellung sowie Unterstützung bei der Zusammenstellung eines erfolgreichen internationalen Konsortiums.

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Ingenieure ohne Grenzen Technologie- und Wissenstransfer für Entwicklungsländer Was Unternehmer bewegt

Der Bedarf an Infrastruktureinrichtungen, insbesondere zur Wasser- und Energieversorgung, ist in vielen Entwicklungsländern enorm. Neben den finanziellen Möglichkeiten fehlt in der Regel das technische Know-how, um Verbesserungen herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund engagiert sich der gemeinnützige Verein „Ingenieure ohne Grenzen“ in zahlreichen Projekten, in denen er fachliche Unterstützung bietet und angepasste technologische Lösungen entwickelt. Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech sprach mit dem Vereinsgründer und Vorstandsmitglied Jojakim Sames.

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Herr Sames, wie kam es 2003 zur Gründung des Vereins?

Im Rahmen meiner Tätigkeit für das Technische Hilfswerk und die Vereinten Nationen sowie für private Consultingfirmen wurde ich zunehmend mit den Problemen in Entwicklungsländern konfrontiert. Dabei zeigte sich, dass manche Projekte unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen schwer durchführbar sind. Konkret engagierte ich mich damals für ein Wasserversorgungsprojekt in Tadschikistan, das ich auch mit eigenen Mitteln unterstützte. Hieraus

entwickelte sich ein kleiner Stadtwerksbetrieb, der nun auf eigenen Beinen steht. Um dieses und weitere Projekte zu realisieren, gründete ich mit Freunden den Verein „Ingenieure ohne Grenzen“. Im Gegensatz zur klassischen Entwicklungshilfe konzentrieren wir uns eher auf kleine Projekte, die wir zusammen mit den Menschen vor Ort umsetzen.

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Unsere Arbeit umfasst in erster Linie den Bau von Infrastruktureinrichtungen, da wir hierin eine wichtige Basis für die weitere Entwicklungsarbeit sehen. Wir bauen beispielsweise Solar- und Biogasanlagen, Zisternen und Brücken. Die Projekte führen wir in Ländern durch, in denen es die einheimische Bevölkerung selbst nicht schafft. Das müssen gar nicht immer arme Länder sein. So verfügt die Regierung im Kongo über viel Geld, das aber bei der Bevölkerung nicht ankommt. Zum Teil werden wir direkt von Betroffenen auf Projekte angesprochen oder von Hilfsorganisationen; viele Anregungen kommen aber auch über unsere Vereinsmitglieder.

? Ingenieure ohne Grenzen e.V.

Ingenieure ohne Grenzen e.V. ist eine Hilfsorganisation, die sich mit der Lösung ingenieurtechnischer Aufgaben in Entwicklungsländern befasst. Der gemeinnützige Verein wurde 2003 in Marburg von neun Ingenieuren und einem Volkswirt gegründet. Er umfasst heute über 1000 Mitglieder in 24 Regionalgruppen in ganz Deutschland. Neben ingenieurtechnischen Hilfeleistungen zählen Ausbildung und Forschung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zu den satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins. Um das Know-how der Mitarbeiter im Bereich der praktischen Entwicklungshilfe zu erweitern, finden regelmäßig Lehrgänge statt. Eine aktive Mitgliedschaft bietet somit die Möglichkeit, das eigene ingenieurtechnische Wissen auszubauen. Ingenieure ohne Grenzen e.V. wurde in diesem Jahr beim Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit? Wie wählen Sie Ihre Projekte aus?

Welche Kriterien sind für den Erfolg Ihrer Projekte entscheidend?

Entscheidend für das Gelingen eines Projekts ist immer die Frage, ob wir einen nachhaltigen Wissenstransfer leisten können. Die Leute sollen uns nach der Implementierung von neuen Technologien nicht mehr brauchen, sondern eigenständig damit arbeiten können. Auch wenn es sich meist um „LowTech“-Lösungen handelt, ist die Beherrschung neuer Anlagen und Einrichtungen nicht immer einfach. Deshalb sind Schulungen ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Darüber hinaus müssen wir die Maßnahmen passgenau auf die lokalen Anforderungen abstimmen. Bei der Wasserversorgung ist beispielsweise zu entscheiden, ob eine Regenwasserspeicherung oder die Nutzung von Flusswasser vorzuziehen ist, während bei der Auslegung von Biogasanlagen die klimatischen Rahmenbedingungen und die zur Verfügung stehenden organischen Materialien zu beachten sind.

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Wer sind Ihre Mitglieder?

Unsere Mitglieder sind in erster Linie Privatpersonen. Aber auch Unternehmen sind bei uns vertreten.

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Projektbeispiel: Kleinst-Biogasananlagen für Tansania Bau einer Kleinst-Biogasanlage in der Region Kagera in Tansania (Bilder: Ingenieure ohne Grenzen/C. Clausnitzer)

Das Verbrennen von Holz zum Kochen an offenen Feuerstellen hat dazu beigetragen, dass ein großer Teil der Waldflächen Tansanias bereits abgeholzt ist. Die Auswirkungen sind verheerend, da sich durch die massive Abholzung die Bodenqualität und damit auch die Ernteerträge des Landes verschlechtern. Um dem entgegenzuwirken, setzen die Ingenieure ohne Grenzen in der Region Kagera auf Biogas. Im vergangenen Jahr haben sie den Prototyp einer Kleinst-Biogasanlage errichtet, die als Schulungs- und Testanlage dienen sollen. Anlagen dieses Typs sollen den Haushalten künftig die Energie zum Kochen liefern. Das Anlagendesign wurde zuvor in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim an die in Tansania vorherrschenden Bedingungen angepasst. Besonderes Augenmerk wurde dabei darauf gelegt, dass die Anlagen mit unterschiedlichen organischen Substraten und nicht wie bei den gängigen Anlagentypen ausschließlich mit tierischen Exkrementen betrieben werden können.

Neben Spendenmitgliedern haben wir zahlreiche aktiv arbeitende Mitglieder, unter denen sich nicht nur Ingenieure, sondern auch Vertreter anderer Berufsgruppen und Studenten befinden. Beispielsweise engagieren sich bei uns auch Ethnologen, was für unsere Arbeit sehr wichtig ist. Sie helfen uns, die lokalen Strukturen richtig zu verstehen und eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erreichen. Wenn diese Punkte vernachlässigt werden, kann auch die technische Lösung nicht erfolgreich sein.

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Wie finanzieren Sie die Projekte?

Bei der Umsetzung der Projekte arbeiten wir mit Sponsoren zusammen, die entweder Geld oder auch Sachmittel spenden. Unsere Mitglieder schauen, welche Unternehmen in ihrem Umfeld zu einem Projekt gut passen und sprechen diese dann gezielt an. Viele Firmen zeigen sich gegenüber unseren pragmatischen Lösungsansätzen sehr aufgeschlossen und bringen sich gerne ein, wenn sie einen Bezug zur ihrer Unternehmenstätigkeit sehen.

Finanziert wird das Projekt „Biogas support for Tanzania“ (BiogaST) über Zuwendungen des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, der HEAG Südhessische Energie AG (HSE), der Firma Büchting + Streit AG, der BayWa Stiftung sowie der Stiftung „Eine Welt Eine Zukunft“. Auch private Spender sind an der Finanzierung beteiligt. Sachspenden wurden hauptsächlich durch die Hermann Sewerin GmbH und die Firma Merck KGaA erbracht. Durch ihre Unterstützung konnten die nötigen Untersuchungen an den Pilotanlagen in Deutschland durchgeführt werden.

Jojakim Sames Ingenieure ohne Grenzen e.V. Grüner Weg 11 35041 Marburg Tel.: 0170/2076267 E-Mail: jojakim.sames@ingenieure-ohnegrenzen.org

Jojakim Sames

Schulungsmaßnahme vor Ort

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Kunststoffe aus Abwässern gewinnen Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen Aus den Hochschulen

Bei der Papierherstellung fallen große Mengen von belasteten Abwässern an. Sie werden bisher aufwändig in Kläranlagen gereinigt. Prof. Dr. Michael Herrenbauer von der Technischen Hochschule Mittelhessen will daraus Rohstoffe für die Kunststoffindustrie gewinnen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 250.000 Euro gefördert. Das Forschungsteam des Gießener Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie hat es auf das Lignin abgesehen, das in großen Mengen in den Abwässern der Papierindustrie enthalten ist. Lignin ist ein in die pflanzliche Zellwand eingelagertes Makromolekül und bewirkt die Verholzung der Zelle. Bei der Papierherstellung wird es aus dem Rohstoff Holz entfernt und landet im Abwasser. „Der Rohstoff für Kunststoffe ist üblicherweise Erdöl“, so Herrenbauer. „Wir wollen ihn direkt aus biologischen Quellen gewinnen und so den langwierigen Prozess der Erdölentstehung aus Holz umgehen. Die Herstellung dieser Stoffe aus regenerativen Quellen ist gegenüber der chemischen nachhaltig und bietet Kostenvorteile gegenüber anderen Polymeren biogenen Ursprungs. Die gewonnenen Rohstoffe können direkt in bereits existente chemische Prozesse eingespeist werden.“

Der Rohrreaktor arbeitet mit Titanoxid, das auf einer Sinterglasoberfläche aufgebracht ist.

Rohrreaktor mit Titanoxid-Beschichtung In dem Projekt wird ein Rohrreaktor eingesetzt, in dem Titanoxid auf einer Sinterglasoberfläche aufgebracht wird. Titanoxid ist ein Halbleiter mit photokatalytischen Eigenschaften, das heißt, bei ihm werden durch Licht chemische Reaktionen ausgelöst. Die Katalysatorröhren werden von ligninhaltigem Wasser durchströmt und kontinuierlich mit Licht bestrahlt. Zwei plattenähnliche Leuchtmittel sorgen für eine gleichmäßige Bestrahlung von einer Wellenlänge zwischen 200 und 400 Nanometern. In der Folge wird das Lignin gespalten. Dabei können, in Abhängigkeit von den gewählten Prozessparametern, die gewünschten Grundstoffe – zum Beispiel Phenole – entstehen, aus denen die Chemische Industrie Kunststoffe wie etwa Nylon oder Kunstharz herstellt. Das Gießener Forscherteam arbeitet aktuell an der Optimierung der Beschichtung der Katalysatorröhren und entwickelt Verfahren zur Bestimmung von Prozessparametern wie zum Beispiel des ph-Werts, der Salzkonzentration oder der Verweilzeit im Reaktor auf die Produktbildung. Kooperationspartner des Projekts, das bis 2013 läuft, sind Prof. Dr. Peter Czermak vom Institut für Bioverfahrenstechnik und Pharmazeutische Technologie der TH Mittelhessen, Prof. Dr. Detlef Bahnemann, Arbeitsgruppe Photocatalysis and Nanotechnology der Universität Hannover, und mehrere Industrieunternehmen. ■

Prof. Michael Herrenbauer, Hendrik Nolte, Johannes Hild, Colin Awungacha und Norbert Lemmer (von rechts) wollen Grundstoffe für die Chemische Industrie aus ligninhaltigen Abwässern gewinnen.

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Prof. Dr.-Ing. Michael Herrenbauer Fachbereich KMUB – Arbeitsgruppe Werkstoffe, Grenzflächen und Systemdesign Technische Hochschule Mittelhessen Campus Gießen, 35390 Gießen E-Mail: michael.herrenbauer@kmub.thm.de


Nachhaltige Wasser- und Abwasserinfrastruktursysteme Neue Förderrichtlinie des Bundes Umweltrecht

Die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser unter Berücksichtigung der klimatischen, demografischen und ökonomischen Veränderungen stellt eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft dar. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklungen" eine Fördermaßnahme für Forschungsvorhaben auf dem Gebiet "Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung" aufgelegt. Der volkswirtschaftliche Wohlstand einer Gesellschaft steht in direktem Zusammenhang mit der Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Die Wasserwirtschaft ist ein essenziell wichtiges Element der Daseinsfürsorge, von dem viele andere Sektoren abhängig sind. Viele der bestehenden Infrastrukturen weisen in Deutschland jedoch bereits eine lange Nutzungsdauer auf, wodurch sich ein erheblicher Reinvestitionsbedarf in naher und mittlerer Zukunft ergibt. Das über Jahrzehnte gewachsene komplexe System der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gerät aber auch zunehmend unter Veränderungsdruck. Neben den steigenden Anforderungen an Ressourceneffizienz und ökologischer Nachhaltigkeit sind es insbesondere Probleme, die sich aufgrund demografischer Veränderungen und des Klimawandels ergeben. Im Rahmen des neuen Förderprogramms werden Verbundvorhaben im Bereich der angewandten Forschung gefördert mit dem Ziel, anhand praxisorientierter Konzepte und Technologien einen Beitrag zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu leisten. Gefördert werden: > innovative Siedlungs- und Infrastrukturkonzepte > Technologien für zukunftsfähige Infrastruktursysteme > neuartige Managementinstrumente

wird ausdrücklich begrüßt. Hierbei sind besonders die im Wassersektor aktiven Ingenieur-, Planungsund Beratungsbüros aufgefordert, sich an den Forschungsprojekten zu beteiligen.

Zusammenarbeit von Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft Voraussetzungen für die Förderung sind: > die Zusammenarbeit von Einrichtungen aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft, > eine maßgebliche Wirtschaftsbeteiligung (insbesondere KMU) durch mindestens einen relevanten Akteur der Wasserwirtschaft, > die Einbeziehung mindestens einer Einrichtung der Kommunen und Länder, > ein klar erkennbares Verwertungsinteresse. Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Sie können bei Unternehmen bis zu 50 Prozent und bei Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kommunen und Länder bis zu 100 Prozent der projektbezogenen Kosten betragen. Ausgeschlossen von der Förderung sind Bauinvestitionen. Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe sind spätestens bis zum 15. November 2011 Projektskizzen in deutscher Sprache im Internet-Portal PT-Outline (https://www.pt-it.de/ ptoutline/inis2011) zu erstellen. Weitere Informationen: ■

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz und überwiegender Ergebnisverwertung in Deutschland, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kommunen und Länder. Die Antragstellung durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

§ § §

Projektträger Jülich – PtJ Forschungszentrum Jülich GmbH Geschäftsbereich Umwelt Geschäftsstelle Berlin Dr. Reinhard Marth Tel.: 030/20199-3177 E-Mail: r.marth@fz-juelich.de

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Energiewende – die Maßnahmen im Überblick Deutschland als Vorreiter für eine nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung

Die Bundesregierung hat im Juni ihr Konzept für eine beschleunigte Energiewende vorgelegt. Spätestens Ende 2022 soll das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz gehen. Im Gegenzug werden Erneuerbare Energien und Energieeffizienz an Bedeutung gewinnen. Hiermit werden wichtige Investitionssignale für Innovationen und technologischen Fortschritt gesetzt. Deutschland kann zum Vorreiter für eine wirtschaftlich erfolgreiche und nachhaltige Energiewende weltweit werden.

an Land soll verstärkt ausgebaut, alte Anlagen sollen durch effizientere ersetzt werden. Die OffshoreWindenergie in Nord- und Ostsee wird durch das neue KfW-Offshore-Programm gefördert. Um eine bedarfsgerechtere Erzeugung von Erneuerbaren Energien zu erreichen, sollen Anbieter gefördert werden, die Strom aus Erneuerbaren Energien nicht – wie bisher – an Netzbetreiber weiterleiten, sondern ihn direkt vermarkten. Außer einer Marktprämie soll es eine so genannte Flexibilitätsprämie für Biogas geben.

Die Energiewende umfasst folgende Schwerpunkte:

Zügige Planung und Genehmigungen Klima schützen – Erneuerbare Energien stärken Auch ohne Kernenergie hält die Bundesregierung an dem Ziel fest, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 und bis 2050 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Bis 2020 soll der Energieanteil aus Sonne, Wind & Co am Stromverbrauch mindestens 35 Prozent betragen. Momentan sind es 17 Prozent. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bleibt das wichtigste Instrument für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Eine zentrale Rolle spielt dabei Strom aus Wind. Die Windenergie

Deutschland wird seine Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien nur erreichen, wenn sich Anlagen zügig und unbürokratisch planen und genehmigen lassen. Das neue Planungsbeschleunigungsgesetz erleichtert den Bau von Solaranlagen an und auf Gebäuden. Auch neue Möglichkeiten, Windenergieanlagen aufzurüsten, sollen sich leichter nutzen lassen. Außerdem sollen Flächen für die Erzeugung, Verteilung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus Erneuerbaren Energien oder KraftWärme-Kopplung gezielt in Bebauungsplänen ausgewiesen werden können.

Neue Energiespeicher und Netzausbau Neue Gesetze und weitere Informationen

Zur Umsetzung der Energiewende wurden folgende Gesetze neu erlassen: > 13. Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes (AtomG) > Gesetze zur Neuregelung des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (EEG) > Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus Elektrizitätsnetze (NABEG) > Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften (EnWGÄndG) > Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens „Energie- und Klimafonds“ (EKFG-ÄndG) > Gesetze zur Stärkung der klimagerechten Entwicklung in den Städten und Gemeinden Weitere Informationen zur Energiewende und zu den einzelnen Gesetzten gibt es unter: www.bundesregierung.de (Rubrik Energiewende)

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Wind- und Sonnenenergie liefern nicht immer gleich viel Leistung. Hier helfen moderne Energiespeicher. Sie speichern Strom und speisen ihn bei Bedarf in das Netz ein. Für Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet stellt der Bund in einer ersten Phase bis 2014 insgesamt bis zu 200 Millionen Euro bereit. Noch sind die deutschen Stromnetze nicht auf den Transport der Erneuerbaren Energien ausgelegt. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz sorgt dafür, dass sich Projekte für Höchstspannungsleitungen schneller realisieren lassen – über Landesgrenzen hinweg. Zum Beispiel für den Nord-Süd-Transport. Eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes stärkt die Grundlagen für intelligente Netze und Speicher, etwa durch verbesserte Rahmenbedingungen für intelligente Stromzähler.


Der Hessische Energiegipfel

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Das Land Hessen hat im April einen Energiegipfel ins Leben gerufen. Ziel ist die Erreichung eines größtmöglichen Konsenses auf gesellschaftlicher und politischer Ebene für eine zukünftige Energiepolitik in Hessen unter Einhaltung der europa- und bundesrechtlichen Rahmenvorgaben. Der Energiegipfel wurde unter Teilnahme aller Fraktionen im Hessischen Landtag gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Verbänden gegründet. Bürger können sich in die aktuelle Diskussion mit Vorschlägen und Ideen einbringen. Die wichtigsten Informationen rund um den Hessischen Energiegipfel, seine Ziele und Inhalte, die Aufgaben und aktuellen Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen: > Energiemix, > Energieeffizienz, > Energieinfrastruktur und > gesellschaftliche Akzeptanz sind im Internet einsehbar unter: www.energiegipfel.hessen.de

Energie sparen – Effizienz steigern Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf um 50 Prozent sinken. Hierzu sind massive Energieeinsparungen und Verbesserungen bei der Energieeffizienz nötig. Schon jetzt unterstützt die Bundesregierung Bauherren und Eigentümer dabei, Gebäude energetisch zu sanieren. Um die Sanierungsrate auf das Doppelte zu erhöhen, stockt die Regierung das KfW-Gebäudesanierungsprogramm auf 1,5 Milliarden Euro auf. Die Förderung soll weiterhin umso höher ausfallen, je früher und je wirksamer jemand energetisch modernisiert. Darüber hinaus wird sich die Bundesregierung für ambitionierte europäische Standards für Geräte, die Energie verbrauchen, einsetzen. Die Standards sollen – stärker als bisher – dem technischen Fortschritt angepasst und schneller aktualisiert werden. Die Kennzeichnung soll klarer und transparenter werden. Zudem wird die Bundesregierung bei öffentlichen Aufträgen hohe Energieeffizienzkriterien verbindlich machen. Den Zuschlag erhalten nur Produkte und Dienstleistungen in der höchsten Effizienzklasse.

Elektromobilität Bis 2020 sollen mindestens eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren, bis 2030 sogar sechs Millionen. Das ist Ziel des Regierungsprogramms Elektromobilität. Das Autoland Deutschland soll zum Leitanbieter und Leitmarkt von Elektroautos werden. Die Bundesregierung verdoppelt deshalb die Mittel für Forschung und Entwicklung auf fast zwei Milliarden Euro bis 2013.

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Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft Abluftreinigungsanlagen für China

Seminar: Qualifizierung Ressourceneffizienz

Hasselroth. Die Firma Envirotec liefert fünf neue thermische Verbrennungsanlagen zur Reinigung von Abluft bei der Lackierung und Trocknung von Automobilkarossen nach China. Bei den Anlagen handelt es sich um fünf Typen verschiedener Größen, welche bei der Firma ChangAn Automobile im Raum Peking installiert werden. Für ChangAn wurden bereits sieben Anlagen nach Chongquing im Südwesten Chinas von Envirotec geliefert und installiert.

Darmstadt. Materialkosten sind mit durchschnittlich 45 Prozent der große Kostentreiber im produzierenden Gewerbe. Es ist im ureigenen Interesse eines jeden Unternehmens, hier etwaige Einsparpotenziale auszuschöpfen. Das Seminar „Beraterqualifizierung Ressourceneffizienz“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz bietet Hilfestellung beim Aufspüren solcher Potenziale. Erfahrene Praktiker vermitteln anhand von Beispielen anschaulich die besten Methoden zur Steigerung der Effizienz in produzierenden Unternehmen.

Die Emissionsvorschriften werden genauso wie hier in Europa eingehalten, d.h. die Emission an Gesamt-Kohlenstoff darf nicht über 20 Milligramm pro Kubikmeter liegen. Neben der Abluftreinigung werden die Anlagen auch die Beheizung der Trockner übernehmen, sodass sich das Gesamtsystem ökologisch und ökonomisch rechnet. Envirotec konnte in den letzten Jahren den Umsatz mit China ständig steigern und geht davon aus, dass sich auch in den nächsten Jahren dieser Trend fortsetzt. ■

www.envirotec.de

Die Schulung umfasst vier Module, die insgesamt auf 10 Tage verteilt sind. Es werden mehrere Schulungsreihen in ganz Deutschland angeboten, beispielsweise in den Räumen der IHK Darmstadt vom 13. Oktober bis zum 17. Dezember 2011. Zielgruppe sind neben Unternehmensberatern und Ingenieuren auch Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen, die aufgrund ihres Aufgabenbereiches Effizienzmaßnahmen und Managementsysteme unternehmensintern begleiten. Weitere Informationen und Anmeldung unter: ■

www.kmu-re-berater.de

Neue Variante der LOEWE-Förderlinie 3 Wiesbaden. Die Fachhochschulen in Hessen können von nun an auch selbst eigene Forschungsprojekte gemeinsam mit hessischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gestalten und beantragen. Mit der neuen Fördervariante werden die Leistungen der Fachhochschulen als Konsortialführer in einem Verbundprojekt nun vollständig vergütet. Damit kann das Innovationspotenzial an den hessischen Fachhochschulen für die Entwicklung von marktorientierten Produkten und Verfahren künftig noch besser ausgeschöpft werden. In der Förderlinie 3 des Forschungsförderungsprogramms LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) wird die angewandte Forschung in Verbundprojekten zwischen der hessischen Wirtschaft und den hessischen Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen unterstützt. Die einzelnen Projekte haben eine Laufzeit von bis zu drei Jahren. Neben der etablierten Fördervariante, in der KMU Antragsteller sind, wurde nun vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst die neue Fördervariante ins Leben gerufen, in der Fachhochschulen Antragsteller sind. Die neue Fördermöglichkeit kann ab sofort beim zuständigen Projektträger HA Hessen Agentur GmbH beantragt werden. Alle Antragsunterlagen sowie weitere Informationen unter: ■

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www.innovationsfoerderung-hessen.de

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Nachhaltige Biomassegewinnung Kassel. Das Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Uni Kassel erforscht im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt „Bioenergie-Regionen stärken“ nachhaltige Methoden der Grünlandbewirtschaftung. Im Teilprojekt „BESTGRAS“ untersuchen die Forscher unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Michael Wachendorf die Auswirkungen eines Agroforstsystems, bei dem im Streifenanbau Kurzumtriebsplantagen schnell wachsender Baumarten wie Weiden oder Pappeln im Wechsel mit Grünlandbeständen angelegt werden. Neben einem standortüblichen Grünland wird auch ein besonders artenreiches Grünland untersucht. Die Kombination einer artenreichen Pflanzenmischung unterstützt sowohl den Biomassegewinn als auch die Natur. Für landund forstwirtschaftliche Betriebe sowie Verwaltungs- und Beratungseinrichtungen könnten die untersuchten Anbau- und Nutzungsverfahren künftig beispielgebend sein. ■

www.uni-kassel.de


Veranstaltungsreihe und Broschüre „Bionik im Betrieb“

Uni-Ausgründung erfolgreich im Wettbewerb „Land der Ideen“

Darmstadt. Über 100 Teilnehmer informierten sich am 30. August auf der Auftaktkonferenz zur Veranstaltungsreihe „Bionik im Betrieb“ über den aktuellen Forschungsstand dieser wissenschaftlichen Disziplin. Bionik verbindet in interdisziplinärer Zusammenarbeit Biologie und Technik mit dem Ziel, durch Abstraktion, Übertragung und Anwendung von Erkenntnissen, die an biologischen Vorbildern gewonnen werden, technische Fragestellungen zu lösen.

Kassel. Erneut wird ein Projekt aus der Universität Kassel im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Sun Meets Water (SuMeWa) kann dauerhaft Wasser entkeimen, auch fernab von Infrastruktur. Das System wurde in mehreren Diplomarbeiten am Institut für elektrische Energietechnik / Rationelle Energiewandlung der Universität Kassel unter der Leitung von Professor Jürgen Schmid im Fachbereich Elektrotechnik/Informatik entwickelt und mithilfe eines EXIST-Gründerstipendiums optimiert. Es wird nun von AUTARCON, einem Spin-off–Unternehmen aus der Uni Kassel, auf den Markt gebracht.

Die Veranstaltungsreihe wurde von der Aktionslinie Hessen-Nanotech des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der Firma Bionik-Sigma entwickelt und gemeinsam mit der IHK Darmstadt aufgesetzt. Hessen als bedeutender Material- und Nanotechnologiestandort will damit die Lösungsprinzipien der Natur und ihre technischen Innovationspotenziale stärker in den Fokus rücken. In den kommenden Monaten sind Workshops zu den Themenfeldern Materialien, Leichtbau und Struktur, Antriebe und Sensoren sowie Oberflächen geplant. Die Abschlussveranstaltung mit dem Themenschwerpunkt „Strategien“ findet im Sommer 2012 statt. Ergänzend hierzu hat die Aktionslinie Hessen-Nanotech eine Broschüre zum Thema „Bionik im Betrieb“ ausgearbeitet. Sie steht zum kostenlosen Donwload bereit. ■

www.hessen-nanotech.de

Das SuMeWa-System ist eine solarbetriebene, batterielose Anlage zur dezentralen Trinkwasseraufbereitung. Alleinstellungsmerkmal ist die Produktion von Chlor aus dem im Wasser vorhandenen Salz. Dadurch wird das Wasser sicher und nachhaltig entkeimt, ohne dass Chemikalien hinzugegeben werden müssen. Hiermit ist es erstmals gelungen, die Anforderungen an die mikrobakterielle Qualität des Wassers für netzferne Regionen sicher zu erfüllen Mit insgesamt acht „Ausgewählten Orten“ seit Beginn des Wettbewerbs im Jahre 2006 ist die Universität Kassel eine der erfolgreichsten Hochschulen Deutschlands. ■ ■

www.autarcon.com www.uni-kassel.de

Neue Technologie für Edelmetall-Recycling Hanau. In der chemischen Industrie fallen bei zahlreichen katalytischen Prozessen große Mengen flüssiger Rückstände an, die Edelmetallkatalysatoren in geringer Konzentration gelöst enthalten. Die Firma Heraeus aus Hanau bietet in Kooperation mit dem englischen Unternehmen PhosphonicS ein neues Adsorptionsverfahren, mit dem auch gering konzentrierte, edelmetallhaltige Abfalllösungen wirtschaftlich recycelt werden können. Beim so genannten Scavenger-Verfahren werden die fein verteilten edelmetallhaltigen Rückstände wie mit einem "chemischen Magneten" aus der Lösung gezogen. Dabei wird das Edelmetall auf der Oberfläche des Adsorptionsmittels gebunden. Anschließend wird das Material mit dem wertvollen Inhalt durch nasschemische Prozesse so aufbereitet, dass am Ende wieder das reine Edelmetall vorliegt. Grundsätzlich lässt sich das Scavenger-Verfahren auf alle Edelmetalle anwenden. ■

www.heraeus.de

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Gutscheine für Beratungen zur Rohstoff- und Materialeffizienz

Speicherung von Wasser und Kohlenstoff im Boden

Berlin/Wiesbaden. Um die Rohstoffversorgung des Innovations- und Technologiestandorts Deutschland zu optimieren, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Anfang August die Einsatzmöglichkeiten der so genannten BMWi-Innovationsgutscheine ausgeweitet. Bereits seit Mai 2010 können kleine und mittlere Unternehmen diese Gutscheine für Beratungen zur Professionalisierung des betrieblichen Innovationsmanagements nutzen. Nach den neuen Vorgaben können die Innovationsgutscheine jetzt auch für eine qualifizierte Beratung zur Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz eingesetzt werden.

Gießen. Wissenschaftler der Universität Gießen um Professor HansGeorg Frede (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement) haben im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Nachweisverfahren zur Abbaubarkeit von Superabsorbern in Böden entwickelt. Die Absorber werden in Böden eingebracht, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Aus dem Projekt (HA-Projekt-Nr.: 174/09-04), welches aus Mitteln der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE), Förderlinie 3: KMUVerbundvorhaben, gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Unternehmen Geohumus durchgeführt wurde, haben sich zwei Folgeprojekte entwickelt.

Die neuen Gutscheine decken als vollwertiges Zahlungsmittel 50 Prozent der Ausgaben für eine Beratung in kleinen und mittleren Unternehmen des produzierenden Gewerbes ab. Regionale Ansprechpartner sind in Hessen das TTN Hessen und das RKW Hessen. ■ ■

www.ttn-hessen.de (Rubrik Forschung & Innovation) www.rkw-hessen.de/innovationsberatung.html

Fraunhofer IWES errichtet Forschungsmessmast für Windenergie Kassel/Wolfhagen. Bei der Transformation des Energiesektors hin zu einer nachhaltigen Versorgung spielt die Windenergie an Land und offshore eine wesentliche Rolle. Im Auftrag und mit Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) erforscht das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES aus Kassel die Windcharakteristika im bewaldeten Mittelgebirge und den Einsatz neuartiger laserbasierter Fernmesstechnik (LiDAR) für die Windenergienutzung. Dafür errichtet das Institut einen 200 Meter hohen Messmast am Rödeser Berg in Wolfhagen-Nothfelden. Der nordhessische Standort ist aufgrund der Geländestruktur und des in Hauptwindrichtung vorgelagerten Waldes sehr gut für die Untersuchung der Windcharakteristika im bewaldeten Mittelgebirge geeignet. Ziel des Messprojektes ist es, grundsätzliche Erkenntnisse für den Bau von höheren Windenergieanlagen nahe beziehungsweise in Wäldern zu gewinnen. ■

www.iwes.fraunhofer.de

Zum einen soll das Nachweisverfahren zu einem Routine-Analyseverfahren ausgebaut werden. Zum anderen geht es mittlerweile nicht mehr „nur“ um Wasserspeicherung, sondern auch um die Bekämpfung des Klimawandels: Mit so genannter Biokohle, die aus organischen Reststoffen hergestellt wird, könnte langfristig Kohlenstoff in Böden fixiert werden, um so dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Die Gießener Forscher arbeiten nun – unterstützt durch Fördermittel von der Bundesstiftung Umwelt – an einem Nachweisverfahren, das zeigt, wie lange der Kohlenstoff tatsächlich gespeichert wird. ■ ■

www.uni-giessen.de www.innovationsfoerderung-hessen.de

Finanzierung für Offshore-Windpark Darmstadt/Hamburg. Mit dem Windpark Global Tech 1 in der Nordsee, den die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) gemeinsam mit Partnern realisiert, ist erstmals ein 400-MW-Offshore-Projekt frei am Kapitalmarkt finanziert worden. An der Finanzierung des erforderlichen Fremdkapitals in Höhe von rund einer Milliarde Euro beteiligen sich ein Konsortium aus 16 Geschäftsbanken mit Darlehen von rund 270 Millionen Euro und die Europäische Investitionsbank mit 100 Millionen Euro. Außerdem stellt die Europäische Investitionsbank für die Finanzierung ein zinsvergünstigtes Darlehen von 400 Millionen Euro bereit, für das Banken aus dem Konsortium die Garantien übernehmen. Darüber hinaus hat die Projektgesellschaft im Rahmen des Sonderprogramms „Offshore Windenergie“ der Bundesregierung einen Kreditantrag bei der Förderbank KfW gestellt. Nach derzeitigem Planungsstand soll Global Tech I im Jahr 2012 ans Netz gehen und im Vollausbau ab 2013 jährlich Strom für umgerechnet 445.000 Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 3.000 Kilowattstunden produzieren. ■

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Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011

www.globaltechone.de


Web-Publikation „Intelligente Materiallösungen zum Erhalt von Werten“

Neuer Studiengang „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“

Wiesbaden. Jedes Jahr verliert Deutschland allein durch Rost und andere Korrosionsschäden Sachwerte in Höhe von rund 100 Milliarden Euro. Um diese Kosten zu reduzieren und gleichzeitig die Umwelt durch verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu schützen, müssen im Lebenszyklus eines Produktes schon bei der Produktentwicklung die Weichen gestellt werden. Heute schon lassen sich mit innovativen Nanotechnologien viele Materialien „veredeln“ und somit für ihren Einsatzweck optimieren. Das führt neben der Kostenreduzierung zusätzlich zu Energieeinsparung und weniger Materialverschleiß.

Frankfurt. Zum Wintersemester 2011/2012 startet an der Fachhochschule Frankfurt am Main im Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der neue siebensemestrige BachelorStudiengang „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“. Aufbauend auf den Grundlagen der Elektrotechnik werden die beiden Schwerpunkte Energieeffizienz und erneuerbare Energien gelehrt. Die Studenten qualifizieren sich hiermit, Aufgaben in der Entwicklung, Planung und Projektierung in den Bereichen Energieerzeugung und -versorgung sowie effiziente Energienutzung zu übernehmen.

Mit der Web-Publikation „Intelligente Materiallösungen zum Erhalt von Werten“ bietet die Aktionslinie Hessen-Nanotech ein neues internetbasiertes Informationsmedium zu diesem Themenkomplex an. Hiermit können sich interessierte Unternehmen und Verbraucher gezielt darüber informieren, welche Möglichkeiten und Lösungen es zur Steigerung des Werterhalts in der Gebrauchsphase gibt. Die Web-Publikation ist abrufbar unter: ■

„Mit diesem Studiengang reagiert die FH Frankfurt auf die steigende Nachfrage nach Fach- und Führungskräften, die zukunftsweisende Energieprojekte in Unternehmen leiten können“, erklärt Studiengangsleiter Prof. Dr. Hartmut Hinz. Die Mainova AG unterstützt den Studiengang durch eine Stiftungsprofessur. ■

http://erneuerbare-energien.fb2.fh-frankfurt.de

www.hessen-nanotech.de/werterhalt

TU Darmstadt erhält zwei zusätzliche DFGSchwerpunktprogramme Neue Werkstoffe für die organische Photovoltaik Darmstadt. Die Firma Merck hat eine Kooperationsvereinbarung mit Nano-C, Inc. aus Westwood, Massachusetts/USA, einem führenden Entwickler von nanostrukturiertem Kohlenstoff für Energie- und Elektronikanwendungen, geschlossen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam moderne Halbleitermaterialien und Formulierungen für Anwendungen in der organischen Photovoltaik (OPV) entwickeln und vermarkten. Darüber hinaus wird Merck sein Angebot an OPV-Materialien erweitern und den Vertrieb von PCBM-Fulleren-Derivaten, einer Familie von typischen Halbleitermaterialien für OPV-Anwendungen, übernehmen.

Darmstadt. Wie funktionieren elementare Prozesse bei der lichtgetriebenen Wasserspaltung und den so erzeugten Brennstoffen? Was wird die erstmalige systematische Untersuchung der physikalisch-chemischen Grundlagen von Fügemechanismen ergeben, um neue Impulse in der Produktionstechnik zu setzen? Diesen Fragen werden sich Wissenschaftler der TU Darmstadt im Rahmen von zwei neuen DFG-Schwerpunktprogrammen widmen. Die neuen Gruppen sollen Anfang 2012 ihre Arbeit aufnehmen und die in Deutschland und darüber hinaus vorhandene wissenschaftliche Expertise zu aktuellen Forschungsgebieten vernetzen. Ferner sollen sie den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.

Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Materialsystemen, welche die Leistungsbeschränkungen von OPV-Materialien der heutigen Generation hinter sich lassen. Neuartige Werkstoffkonzepte auf der Basis intelligenten Designs sollen Wirkungsgrade von mehr als 10 Prozent ermöglichen und damit ein neues und breiteres Marktinteresse an organischen Photovoltaiktechnologien wecken.

Koordinator des Programms "Regenerativ erzeugte Brennstoffe durch lichtgetriebene Wasserspaltung: Aufklärung der Elementarprozesse und Umsetzungsperspektiven auf technologische Konzepte" ist Professor Wolfram Jaegermann, Fachbereich Materialwissenschaften und Geowisssenschaften. Koordinator des Programms "Fügen durch plastische Deformation" ist Professor Peter Groche, Fachbereich Maschinenbau.

www.nano-c.com

Nachrichten in den E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech und unter www.hessen-umwelttech.de Aktuelle Meldungen aus Wirtschaft und Wissenschaft rund um die Umwelttechnologie in Hessen finden Sie auch auf unserer Homepage www.hessen-umwelttech.de und in unseren monatlich erscheinenden E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech, die Sie kostenlos abonnieren können.

www.tu-darmstadt.de

Ihre News für die NEWS Wir suchen ständig nach Neuigkeiten und Berichten aus der Praxis. Wenn Sie ein neues Engagement eingegangen sind, ein innovatives Verfahren oder Produkt entwickelt haben, Ihre Forschungsarbeiten zu neuen Erkenntnissen geführt haben oder Sie sonst etwas Erfreuliches zu berichten haben, lassen Sie uns an Ihrem Erfolg teilhaben und informieren Sie uns. Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011

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Veranstaltungen/Termine 29.09.2011

Bingen

Carbon Footprint für Produkte – Fallbeispiele und aktuelle Hintergründe für KMU Veranstaltung der Fachhochschule Bingen in Kooperation mit der Transferstelle Internationaler Emissionshandel und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech ■

www.tsb-energie.de

05.10. – 06.10.2011

Frankfurt

4. EnergieEffizienz-Messe Messe für Entscheider aus Mittelstand, Immobilienwirtschaft und Kommunen ■

Darmstadt

Lateinamerika – Wachstumsmarkt für Umwelttechnologien und Klimaschutzprojekte Gemeinsame Veranstaltung der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech www.transferstelle-emissionshandel-hessen.de

13.10.2011

Alsfeld

Hessen-PIUS vor Ort - Kosten senken, Umwelt schützen Veranstaltung der Aktionslinie Hessen-Umwelttech zum Produktionsintegrierten Umweltschutz (PIUS) am Beispiel eines Hotels ■ ■

www.hessen-umwelttech.de www.hessen-pius.de

18.10. – 20.10.2011

Dallas, USA

SOLAR POWER Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ ■

www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2011) www.solarpowerinternational.com

09.11.2011

Frankfurt

Deutsch-Japanisches Symposium zum Thema Energiespeichermaterialien Veranstaltung der Aktionslinie Hessen-Nanotech und der Japan External Trade Organization (JETRO) ■

www.hessen-nanotech.de

17.11. – 18.11.2011

Wiesbaden

DENEX Kongressmesse für Dezentrale Energiesysteme & Energieeffizientes Bauen und Sanieren ■

www.denex.info

23.11.2011

Darmstadt

10. Brennstoffzellenforum Hessen Veranstaltung der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. und der HA Hessen Agentur GmbH ■

www.h2bz-hessen.de

05.12.2011

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Projektträger ist die HA Hessen Agentur GmbH Dr. Carsten Ott (Leiter), Dagmar Dittrich Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden Tel.: 0611 / 774-8350 oder - 8645, Fax: - 8620 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de dagmar.dittrich@hessen-agentur.de Internet: www.hessen-umwelttech.de

Impressum Herausgeber Aktionslinie Hessen-Umwelttech Dr. Carsten Ott, HA Hessen Agentur GmbH Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden Redaktion Dagmar Dittrich, HA Hessen Agentur GmbH Gestaltung Piva & Piva, Studio für visuelles Design Heidelberger Straße 93, 64285 Darmstadt Fotos © VAG Armaturen GmbH (Titel); iStockphoto.com: ungorf (S. 8), ihar kolas (S. 17); Fotolia.com: Stihl024 (S. 9), rcx (S. 18), Kara (S. 19 oben), Stephan Leyk (S. 19) Druck Werbedruck GmbH Horst Schreckhase Dörnbach 22, 34286 Spangenberg Erscheinungsweise 4-mal pro Jahr (kostenlos) Auflagenhöhe 3.300 Stück Newsletter-Abonnement www.hessen-umwelttech.de Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und die Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die in der Veröffentlichung geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen.

Frankfurt

Hessisches Transferforum – Mit Innovationen Zukunft sichern Veranstaltung von Hessen ModellProjekte und TechnologieTransferNetzwerk (TTN) Hessen zu innovativen Entwicklungsstrategien aus Forschung und Industrie ■

Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Sebastian Hummel Kaiser-Friedrich-Ring 75 D-65185 Wiesbaden Tel.: 0611 / 815 - 2471, Fax: - 492471 E-Mail: sebastian.hummel@hmwvl.hessen.de Internet: www.wirtschaft.hessen.de

www.energieeffizienz-messe.de

06.10.2011

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech ist eine Maßnahme des

www.transferforum-hessen.de

Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech wird kofinanziert aus Mitteln der Europäischen Union.

Hessen-Umwelttech NEWS 3/2011  

Neue Regeln für den europäischen Emissions- handel Energiewende – die Maßnahmen im Überblick Technische Hochschule Mittelhessen: Kunststoffe...

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