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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung www.hessen-umwelttech.de

Hessen-Umwelttech

NEWS Praxisleitfaden „Energieeffizienz in der Produktion“ neu aufgelegt Hessen-PIUS ermöglicht Zertifizierung nach DIN EN 16 001

© Maria Wachala | Dreamstime.com

Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Umwelt- und Energietechnologien Universität Kassel: Strömungskraftwerk nach dem Prinzip des Flügelschlags Trends in der nachhaltigen Beschaffung

2 | 2011


Liebe Leserinnen und Leser, Editorial

Als Industriestandort und Verkehrsknoten benötigt Hessen bezahlbare, umweltschonende und jederzeit verfügbare Energie. Dies erfordert den Ausbau der Erneuerbaren Energien ebenso wie die Steigerung der Energieeffizienz. Beides stellt unsere Wirtschaft vor große Herausforderungen, die sich jedoch bei näherem Hinschauen als einzigartige Chancen erweisen. Dies gilt zum einen ganz unmittelbar für die Branche der Erneuerbaren Energien, die in Hessen eines der Standbeine der Umwelttechnologiewirtschaft darstellt. Profitieren können aber auch Verbraucher, die sich frühzeitig mit den Möglichkeiten eines nachhaltigen Energiemanagements vertraut machen. Denn der Einsatz moderner Technologien erschließt Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz oder sogar zur eigenständigen Energieerzeugung. Die Unternehmen sparen damit Kosten und verschaffen sich Wettbewerbsvorteile. Welche Möglichkeiten es hier gibt, können Sie im „Praxisleitfaden Energieeffizienz in der Produktion“ der Aktionslinie Hessen-Umwelttech nachlesen. Die 2009 erstmals veröffentlichte Publikation wurde aufgrund der großen Nachfrage neu aufgelegt und steht ab sofort auch in englischer Sprache zur Verfügung.

Editorial

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INHALT

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und würde mich freuen, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Dieter Posch Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Was Unternehmer bewegt

Hessische Preisträger „365 Orte im Land der Ideen“

In eigener Sache

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Die Experten sind sich einig: Der Bedarf an Erneuerbaren Energien und Effizienztechnologien, aber auch an anderen Umwelttechnologien etwa aus der Abwasser- und Abfallbranche, wird weltweit steigen. Märkte mit besonders interessanten Potenzialen wird die Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 am 17. August näher beleuchten. Ergänzend zum Vorbericht in der vergangenen Ausgabe der HessenUmwelttech NEWS finden Sie in der vorliegenden Ausgabe nun das vollständige Programm der Veranstaltung.

Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011

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Praxisleitfaden „Energieeffizienz in der Produktion“ neu aufgelegt

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CO2-Reduktion in der Luftfahrt – Neue Herausforderungen durch den Emissionshandel 11 Aus den Hochschulen

Strömungskraftwerk nach dem Prinzip des Flügelschlags

Hessen-PIUS

Seit zehn Jahren online: Das PIUS-Internet-Portal Hessen-PIUS ermöglicht Zertifizierung nach DIN EN 16 001

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4 Umweltrecht

Trends in der nachhaltigen Beschaffung

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Innovationsradar Umweltrecht

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Hessische Beteiligung an der EnviroMaroc 2011 6

Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft

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Neue Fachmesse zur Ressourceneffizienz

Termine

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Außenwirtschaft und Messen

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Technologietransfer

Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Umwelt- und Energietechnologien

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EU-Gelder für Umwelttechnologie- und Energieprojekte

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Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011


Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 In eigener Sache

Die Fachtagung Hessen-Umwelttech 2011 informiert am 17. August in Frankfurt unter dem Motto „Umwelttechnologie global – Potenziale Made in Germany“ über die Chancen, die die internationalen Märkte für die Umwelttechnologiebranche bieten. Die Veranstaltung richtet sich an:

14.00 Uhr

1 China/Vietnam/Asien Moderation:

Sonja Müller, China Competence Center der IHKs Frankfurt und Darmstadt

>

> Umwelttechnologieanbieter (z. B. aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energien oder Wasser-/Abwassertechnologien) > Ingenieurbüros, Planer, Berater > Multiplikatoren aus Forschung, Verbänden u. a.

3 parallele Workshops

14.00 Uhr

Hessische Abfalltechnologie in Singapur – ein Erfahrungsbericht Andreas Puchelt, Geschäftsführer der WasteTec GmbH

>

14.30 Uhr

Waste to Energy in der Agro-Industrie – Potenziale auf dem indonesischen Markt Arne Schweinfurth, GIZ Indonesien

>

15.00 Uhr

Weitere Informationen und Online-Anmeldung unter: www.hessen-umwelttech.de

Gebündelte Kompetenzen der deutschen Wasserwirtschaft und -forschung: Zugangsmöglichkeiten zu und Erfahrungen in asiatischen Märkten, das Beispiel China Prof. Dr.-Ing. Martin Wagner, Technische Universität Darmstadt, Leiter Länderforum China der German Water Partnership

2 Südamerika Moderation: Oliver Beil, HA Hessen Agentur GmbH, Internationale Angelegenheiten

Plenum >

14.00 Uhr

Moderation: Wilhelm Berg, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

11.00 Uhr

Mercosur-Projektbüro AHKn Br/Arg/Par/Ur

>

14.30 Uhr

Begrüßung

Biomasseverwertung – Potenziale im chilenischen Markt

Dieter Posch, Hessischer Minister für Wirtschaft,

Dr. Gregor Rinke, Vorstand der Seeger Engineering AG

Verkehr und Landesentwicklung

> 11.20 Uhr

12.30 Uhr

Wachstumsmarkt Brasilien! Sofhia Elise Harbs,

15.00 Uhr

Marktplatz Exportförderung moderierte Informationsrunde der Partnerinitiativen

Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Entwicklungshilfe: Das Programm develoPPP.de der Bundesregierung Bernd Lunkenheimer, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Key-Note „Auslandsmarktpotenziale – Erfahrungen eines hessischen Herstellers effizienter Heiztechniksysteme für alle Energieträger“ Manfred Greis, Generalbevollmächtigter der

3 Südosteuropa

Viessmann Werke GmbH & Co.KG

Moderation: Dr. Khaled Snouber, HA Hessen Agentur GmbH, Enterprise Europe Network Hessen

13.00 Uhr

Mittagspause

14.00 Uhr

3 parallele Workshops

1

China/Vietnam/Asien

2

Südamerika

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Südosteuropa

16.00 Uhr

Zusammenfassung und Diskussion

16.30 Uhr

Gute Gespräche bei einem Imbiss!

>

14.00 Uhr Mit develoPPP.de im Südkaukasus – Beispiel: Biodiversitätsförderung durch Folgenutzungskonzepte für Abbaustätten Monica Jäger-Klenk, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Tina Gölzer, HeidelbergCement AG

>

14.30 Uhr

Anpassungen an EU-Vorgaben in der Abfallwirtschaft Chancen für hessische Unternehmen in den Balkanstaaten Gernod Dilewski, Infrastruktur & Umwelt Professor Böhm und Partner

>

15.00 Uhr

Abfall- und Deponietechnik – Potenziale im türkischen Markt Herbert Heinz, MTR Main-Taunus-Recycling GmbH

Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

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Praxisleitfaden „Energieeffizienz in der Produktion“ neu aufgelegt Broschüre jetzt auch in englischer Sprache erhältlich

Aufgrund der großen Nachfrage hat die Aktionslinie Hessen-Umwelttech den Praxisleitfaden „Energieeffizienz in der Produktion“ neu aufgelegt. Er war als Band 8 der eigenen Schriftenreihe erstmalig im Mai 2009 erschienen. Neben der deutschsprachigen Version steht nun auch eine englischsprachige zur Verfügung. Der „Praxisleitfaden – Energieeffizienz in der Produktion“ zeigt auf, welche Energieeinsparpotenziale bei industriellen Großverbrauchern existieren und welche Methoden und Maßnahmen aufgrund der zu erzielenden Absenkung der Energiekosten die größten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten bieten. Er richtet sich in erster Linie an produzierende Unternehmen mit hohem Energieverbrauch. Viele Maßnahmen, etwa aus dem Bereich der Raumklimatisierung oder Beleuchtung, sind jedoch auch für Unternehmen aus weniger energieintensiven Branchen von Interesse.

dessen Rahmen anhand einer Ziegelei und eines Kunststoffspritzgießbetriebes verschiedene energetische Verbesserungsmaßnahmen systematisch und unter Berücksichtigung von Rückkopplungseffekten analysiert wurden. Mithilfe der simulativen Kopplung sämtlicher Bereiche konnte ein ideales Maßnahmenbündel für die Unternehmen erarbeitet werden. Die Durchführung lag beim Fachgebiet „Umweltgerechte Produkte und Prozesse“ der Universität Kassel (upp), bei der Limón GmbH und dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet). Die Publikation steht im Internet zum Download bereit und kann als gedruckte Version bestellt werden bei: ■

Die Publikation basiert auf dem Hessischen Modellprojekt „Energieeffizienz bei Großverbrauchern“, in

Dagmar Dittrich Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8645, Fax: -58645 E-Mail: dagmar.dittrich@hessen-agentur.de www.hessen-umwelttech.de

Dagmar Dittrich

Seit zehn Jahren online: Das PIUS-Internet-Portal News, Infos und Service von Profis für Profis Hessen-PIUS

Als Ende der 90er Jahre die Idee eines bundesweiten Portals zum produktionsintegrierten Umweltschutz (PIUS) entstand, konnte keiner ahnen, dass daraus ein so nachhaltiges Angebot werden würde. Heute blicken die Portalbetreiber auf ein seit zehn Jahren sehr erfolgreich wirkendes Online-Angebot unter der Internet-Adresse www.pius-info.de zurück. ■

Geschäftsstelle PIUS-Internet-Portal c/o Effizienz-Agentur NRW Mülheimer Straße 100 47057 Duisburg Tel.: 0203/37879-31 E-Mail: webmaster@ pius-info.de www.pius-info.de

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Die Umsetzung eines länderübergreifenden Angebotes – zum damaligen Zeitpunkt ein kaum bekannter Ansatz – wurde durch eine 50-prozentige Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt. „Wir freuen uns mit den Betreibern des PIUS-Internet-Portal über eine Dekade ‚PIUS-Wissenstransfer’ und die damit sehr wichtige Vermittlung von guten Beispielen und Kontakten zwischen Experten“, so Ulf Jacob, Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU. Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

Praxis-Tools, Kooperationen, Netzwerke, gute Beispiele und der Erfahrungsaustausch sind die besonderen Stärken des PIUS-Internet-Portals. Das länderübergreifende Kooperationsprojekt wird aktuell von vier Institutionen getragen: der Effizienz-Agentur NRW (EFA), der Sonderabfall-Management-Gesellschaft Rheinland-Pfalz mbH (SAM), der Aktionslinie Hessen-Umwelttech sowie dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz (ZRE). 40 weiteren Partner aus dem gesamten Bundesgebiet stellen dazu kontinuierlich aktuelle Informationen und Dokumente für den Info-Pool zur Verfügung und fördern so den Wissenstransfer im Bereich PIUS und Ressourceneffizienz. Anhand der monatlichen Zugriffszahlen von rund 15.000 Einzelnutzern wird deutlich, wie intensiv das Angebot genutzt wird. PIUS® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Effizienz-Agentur NRW.


Hessen-PIUS ermöglicht Zertifizierung nach DIN EN 16 001 Metallverarbeiter steigert Energieeffizienz

Dank einer Beratung im Rahmen des Programms Hessen-PIUS konnte das Metallverarbeitungsunternehmen Koch in Dietzhölztal ein professionelles Energiemanagementsystem aufbauen und zertifizieren lassen.

Übergabe des Zertifikats bei der Firma Koch

Ende März überreichte Hans Kolligs von der Deutschen Managementsystem Zertifizierungsgesellschaft aus Griesheim Jürgen Reitz, Geschäftsführer des Unternehmens Koch, die Urkunde zum zertifizierten Energiemanagement 16 001. Das Unternehmen ist Spezialist für die Metall- und Blechbearbeitung sowie für die Herstellung von GlaskeramikKochgeräten und jetzt einer der ersten Betriebe in Hessen, die ein Energiemanagement nach der aktuellen Managementnorm DIN EN 16 001 eingeführt hat. Jürgen Reitz ist sich sicher, dass er damit in punkto Energieverbrauch sein Unternehmen unter Kontrolle hat. Denn zum Energiemanagementsystem gehört es zunächst, Transparenz beim Energieverbrauch zu schaffen. „Kennt man erst einmal die Schwachstellen, so können wir bei Veränderungen des Energieverbrauchs sofort einschreiten und mögliche Fehlentwicklungen und Folgekosten verhindern“, so der Geschäftsführer. Die Vorbereitungen für die Einführung der 16 001 haben bereits im letzten Jahr begonnen. Uwe Schöttner, der Managementbeauftragte von Koch, hatte vorab umfangreiches Wissen zum Thema Energiemanagement im IHK-Lehrgang „Der Energiemanager“ erworben. Mit diesem Hintergrund und der Unterstützung des externen Beratungsunternehmens Ecowin wurde schließlich das Energiemanagement innerhalb weniger Monate aufgebaut. Die Beratung wurde über das RKW Hessen im Rahmen von Hessen-PIUS mit Förderung des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der EU unterstützt.

Energieeinsparung durch Abwärmenutzung Neben der Erfassung und Bewertung der Energieströme wurden erste Ansatzpunkte für konkrete Energieeinsparungen in den Bereichen Heizung, Druckluft und Beleuchtung aufgezeigt. Erste Verbesserungen sind bereits angelaufen: Die Kühlanlage einer großen Laserpresse wurde so umgebaut, dass sie im Winter die Halle mit der Abwärme heizt. Als nächstes soll auch die Abwärme der Druckluftkompressoren zum Heizen genutzt werden. Ein Energiemanagementsystem kann den Energieeinsatz und die damit verbundenen Kosten dauerhaft um etwa 15 bis 30 Prozent reduzieren. Einsparungen ergeben sich sowohl durch personelle als auch organisatorische Maßnahmen, für die in der Regel nur ein geringer bis kein Invest notwendig ist. Das erfahrungsgemäß größere Einsparpotenzial ergibt sich durch Optimierungen der eingesetzten Technik. In einzelnen Technologiebereichen lassen sich Einsparungen von bis zu 70 Prozent realisieren. Für solche Optimierungen ist in der Regel allerdings ein Invest in neue Technologien erforderlich. Mit dem neuen Energiemanagementsystem ist das Unternehmen Koch bestens für die Zukunft gerüstet – auch wenn es um die Erfüllung von gesetzlichen Anforderungen geht. Und ganz nebenbei werden nicht nur Strom und Kosten, sondern jährlich auch rund 25.000 Kilogramm CO2 gespart. Geschäftsführer Jürgen Reitz ist zufrieden mit dem Ergebnis und motiviert, weiterzuarbeiten: „Wir sind nur Gäste auf dieser Erde und sind verpflichtet, diese unseren Nachfahren in einem lebenswerten Zustand zu hinterlassen.“ ■

Jürgen Reitz Geschäftsführer Koch GmbH & Co. KG Tel.: 02774/92360 www.koch-metall.com

Roland Nestler RKW Hessen GmbH Tel: 06196/979244 E-Mail: r.nestler@rkw-hessen.de www.rkw-hessen.de www.hessen-pius.de Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

Jürgen Reitz

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Hessische Beteiligung an der EnviroMaroc 2011 Marokko zeigt großes Interesse an deutscher Umwelttechnologie Außenwirtschaft und Messen

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech zieht ein äußerst positives Fazit aus der hessischen Messebeteiligung auf der EnviroMaroc 2011 vom 23. bis 25. März in Casablanca. Ziel war eine erste Präsentation der Hessischen Umwelttechnologie sowie eine Potenzialanalyse in der Region Mahgreb, die neben anderen Schwellenländern im Fokus der hessischen Außenwirtschaftspolitik steht. Die von der AHK Marokko in Zusammenarbeit mit der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführte EnviroMaroc fand 2011 zum fünften Mal statt. Sie ist die bedeutendste Umwelt-Kongressmesse in Marokko und dient der Förderung der deutsch-marokkanischen Zusammenarbeit im Bereich des Umweltschutzes. Die Resonanz auf der Veranstaltung übertraf die Erwartungen sowohl auf Seiten der Aussteller als auch die der Veranstalter bei Weitem. Mit insgesamt mehr als 1.000 Besuchern lag die Beteiligung an der EnviroMaroc 2011 deutlich über den Ergebnissen der vergangenen Jahre. Zudem sorgte die marokkanische Presse mit ihrer großen Präsenz von mehr als 20 Journalisten vor Ort für eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Am Stand der Aktionslinie präsentierten die SMA Solar Technology AG aus Niestetal und die Steinhardt GmbH Wassertechnik ihre innovativen Produkte und Lösungen. Zudem repräsentierte HessenUmwelttech im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und als Mitglied von German Water Partnership die dort gebündelten Aktivitäten der deutschen Wasserwirtschaft. Als weitere hessische Unternehmen waren die EnviroChemie GmbH aus Rossdorf bei Darmstadt sowie die IGIP GmbH aus Darmstadt als Aussteller vertreten. Auf der parallel stattfindenden Konferenz stellte zudem Edgar Freund, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft, Bergbau, Immissionsschutz beim Hessischen Umweltministerium die Umweltallianz Hessen vor. Professor Gerhard Roller von der Fachhochschule Bingen erläuterte das UmweltInvestitionsRadar (UIR), das relevante Informationen zu Marktpotenzialen in der MENA-Region zur Verfügung stellt (siehe Hessen-Umwelttech NEWS 1/2011).

Dr. Carsten Ott

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Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

Hoher Bedarf an Wassertechnologien und Erneuerbaren Energien In den Gesprächen mit Experten und Kennern des marokkanischen Marktes zeigte sich, dass das Land einen hohen Bedarf an Wassertechnologien, Erneuerbaren Energien und Abfalltechnologien hat. Im Bereich der Abfallwirtschaft sind Projekte allerdings schwierig umzusetzen, da diesem Problemfeld derzeit noch eine relative geringe Priorität beigemessen wird. Bei den Wasser- und Abwassertechnologien sind die Trinkwasseraufbereitung und -versorgung am wichtigsten, gefolgt von Bewässerungstechnologien und Verfahren zur Abwasserbehandlung. Bei den Erneuerbaren Energien sind die guten Bedingungen für die Solar- und Windenergieerzeugung hervorzuheben. Um diese zu nutzen und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, gibt es zahlreiche Förderprogramme für Erneuerbare Energien. Bis zum Jahr 2020 soll 42 Prozent des Energiebedarfs Marokkos aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Nach Angaben des marokkanischen Umweltministeriums erleidet das Land durch Umweltschädigungen einen jährlichen Verlust von 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Ziel ist es deshalb, ein profundes Umdenken bei den marokkanischen Unternehmen und der Bevölkerung zu erreichen. Marokko ist Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und soll mit Unterstützung der GIZ bis 2013 über ein wirksames und umfassendes rechtliches und technisches Regelwerk zur Umwelt- und Klimapolitik verfügen. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) engagiert sich in Marokko im Umweltsektor. ■

Dr. Carsten Ott Projektleiter Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8350, Fax: -58350 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de www.hessen-umwelttech.de


Neue Fachmesse zur Ressourceneffizienz „Industrielle Energie- und Umwelttechnik“ in Dortmund

Am 23. und 24. November findet in den Westfallenhallen Dortmund zum ersten Mal die Fachmesse Industrielle Energie- und Umwelttechnik statt. Der Veranstalter easyFairs bringt mit dieser Fachmesse mit Schwerpunkt Ressourcenoptimierung ein hochaktuelles Thema auf den deutschen Markt. Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech unterstützt die Veranstaltung als Partner. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen in Zukunft mit immer weniger Ressourceneinsatz ein optimales Produktionsergebnis erzielen. Denn die steigende Nachfrage nach knapper werdenden Ressourcen führt zwangsläufig zu höheren Einkaufspreisen für diese Rohstoffe. Das erfordert ein strategisches Umdenken im Unternehmen. Hierfür bietet die neue Fachmesse eine kompetente Informations- und Kontaktplattform und vermittelt dem Fachbesucher konkrete Entscheidungshilfen und praxisorientierte Lösungen für Ressourcenmanagement, Energie- und Umwelttechnik.

All-inclusive-Paket für Aussteller easyFairs-Veranstaltungen sind keine Messen im traditionellen Sinn. Sie dauern nur zwei Tage und bieten dem Fachbesucher schnell und einfach einen kompakten Produktüberblick und direkten Kontakt zum Anbieter. Für Aussteller gibt es ein All-inclusivePaket zu einem günstigen Preis. Darin enthalten sind der komplette Standbau mit Möbel, Beleuchtung und Stromanschluss. Im Bereich Ressourcenmanagement stehen Themen wie energieoptimierte Antriebs- und Fluidtechnik, Wärme- und Klimatechnik, Materialeffizienz, Prozessautomation, industrielle Instandhaltung und Drucklufttechnik im Vordergrund. Die Energietechnik deckt Bereiche wie zentrale und dezentrale Energietechnik. Energieeffizienztechnik, Energieverteilung und speicherung, Energiedienstleistung und Beratung sowie die Mess-, Steuer- und Regeltechnik ab. Weitere Infos zur Messe: www.easyfairs.com/industrie-de

Sarah Jakowczyk ■

Sarah Jakowczyk easyFairs Deutschland GmbH Hilblestr. 54, 80636 München Tel: 089/127165-180, Fax: -111 E-Mail: Sarah.Jakowczyk@ easyfairs.com www.easyfairs.com

Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Umwelt- und Energietechnologien Angebote und Gesuche des Enterprise Europe Network Hessen Technologietransfer

Das Enterprise Europe Network Hessen der Hessen Agentur fördert Unternehmen bei ihrem grenzüberschreitenden Europageschäft und ist Teil eines 44 Länder mit rund 600 wirtschaftsnahen Einrichtungen umspannenden Netzwerks der EU-Kommission. Es bietet Unterstützung bei der Vermarktung neuer Ideen und Technologien auf dem europäischen Markt und vermittelt Geschäftspartner für Kooperationen ins Ausland. Hierfür unterhält das Netzwerk eine umfassende Technologiedatenbank. TECHNOLOGIEANGEBOTE: Beseitigung von organischen Verbindungen aus Klärschlamm EEN_20110201

Ein polnisches KMU hat ein biochemisches Verfahren zur Beseitigung von organischen Verbindungen und Fetten aus Abwässern entwickelt. Das Verfahren verursacht keine Korrosion in der Anlagentechnik und kommt ohne giftige Substanzen aus. Dabei verbessert es die Abwasserqualität und die Mineralisierung des Klärschlamms und führt zur Geruchsminderung. Das Unternehmen sucht Partner aus der Industrie zur Einführung und kundenspezifischen Anpassung der Methode in der Abwasserbehandlung. Infrarot-Technologie zur Behandlung organischer Abfälle EEN_20110202 Ein griechisches KMU bietet eine effiziente Technologie, die mittels Infrarotstrahlen organische Abfallprodukte,

Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

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TECHNOLOGIEGESUCHE: wie Bioabfälle, Schlachtabfälle und Klärschlämme trocknet und sterilisiert und dabei zur Geruchsminderung beiträgt. Die hohe Wärmeübertragung der Strahlung erlaubt eine fokussierte Behandlung der Abfallprodukte mit geringem Energie- und Kostenaufwand. Es werden Partner für kommerzielle Vereinbarungen mit technischer Unterstützung gesucht sowie für die kundenspezifische Anpassung der Technologie. Gewinnung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff EEN_20110203 Kostenlose Beratung

Weitere Informationen zu den genannten Technologieangeboten sind beim Enterprise Europe Network Hessen erhältlich. Das Netzwerk bietet zudem eine kostenlose Beratung zu den Förderprogrammen der EU. Dazu gehören beispielsweise die Prüfung, in welchem Programm ein Projekt gefördert werden kann, eine intensive Hilfestellung bei der Bewerbung wie auch die Begleitung des Projekts. Auch bei der Zusammenstellung eines erfolgreichen internationalen Konsortiums steht das Enterprise Europe Network Hessen Unternehmen zur Seite.

Nina Gibbert HA Hessen Agentur GmbH Enterprise Europe Network Hessen Tel.: 0611/774-8494 E-Mail: nina.gibbert@hessenagentur.de www.een-hessen.de

Nina Gibbert

Ein KMU aus Großbritannien entwickelt ein hocheffizientes Gerät zur Wasserspaltung, das unter Zuführung von Erneuerbaren Energien Wasserstoff erzeugt und speichert. Es werden Partner aus den Bereichen Photovoltaik, Windenergie oder Brennstoffzelle zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Systems gesucht sowie Partner zur gemeinsamen Einwerbung eines Förderprojektes, das die Entwicklung einer Pilotanlage zur Energierückgewinnung zum Ziel hat.

EEN_20110204 Ein britisches KMU sucht neue Technologien für die Überwachung der Qualität von Trink- und Abwasser, unter anderem zur Kontrolle von Schwebstoffen, zur Messung der Schlammdichte und des Trübungsgrades sowie zur Messung des Gehalts an gelöstem Sauerstoff. Das Unternehmen ist insbesondere an Sensortechnologien interessiert. Es sucht Unternehmen oder Forschungseinrichtungen für eine gemeinsame Weiterentwicklung und Vermarktung der Technologien. Speicherung von Strom aus Kleinkraftwerken EEN_20110205 Ein tschechisches Unternehmen aus der Solarenergiebranche sucht Technologielösungen für eine kosteneffektive Speicherung von Strom, der aus Kleinkraftwerken generiert wird. Es sucht Partner aus der Industrie für Joint Ventures und Geschäftsvereinbarungen.

EU-Gelder für Umwelttechnologie- und Energieprojekte LIFE+, Öko-Innovationen und 7. Forschungsrahmenprogramm

Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Umwelttechnologiebranche bietet die EU zahlreiche Förderprogramme. Am 4. Mai informierte eine gemeinsame Veranstaltung des Enterprise Europe Network Hessen und der Aktionslinie Hessen-Umwelttech über die Inhalte und Beteiligungsmöglichkeiten, die diese Programme Teilnehmern bieten. Schwerpunkte der Veranstaltung bildeten die Programme LIFE+ und das CIP-Programm für Öko-Innovationen (siehe hierzu auch Hessen-Umwelttech NEWS 1/2011). In diesem Rahmen berichtete Professor Ernst Stadelbauer von der Technischen Hochschule Mittelhessen über sein Projekt LOTECOTEC, das mittels Life+ gefördert wurde. Dank der Fördermittel konnte er ein neues Verfahren zur Niedertemperaturkonvertierung von Klärschlamm entwickeln, das auch für andere biogene Reststoffe geeignet ist. Neben LIFE+ und CIP, die Demonstrationsvorhaben bzw. Markteinführungen fördern, ist auch das 7. For-

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Qualitätsmessung von Trinkwasser und Abwasser

Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

schungsrahmenprogramm für die Umweltbranche von Interesse. Hierzu wird die Europäische Kommission voraussichtlich im Juli einen Großteil der Ausschreibungen veröffentlichen. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) lohnt sich die Antragstellung besonders, da sie eine Förderung von bis zu 75 Prozent erhalten können. Im Bereich Umwelttechnologien sollen unter anderem Projekte zu folgenden Themen gefördert werden: Nachhaltige Produktion, effiziente Bewirtschaftung von Ressourcen, effiziente Behandlung von Umweltverschmutzungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, neuartige Produkte und Verfahren für die Gebäude-Restaurierung. Im Bereich Energie legt die EU den Schwerpunkt auf die Entwicklung einer stärker nachhaltig ausgerichteten Energiewirtschaft. Unterstützt werden unter anderem Projekte aus folgenden Themenfeldern: Brennstoffzellen und Wasserstoff, Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, erneuerbare Energien zu Heiz- und Kühlzwecken, CO2-Abscheidung und -lagerung, intelligente Energienetze, Energieeffizienz und Energieeinsparung.


Hessische Preisträger „365 Orte im Land der Ideen“ Zahlreiche Auszeichnungen in der Kategorie „Umwelt“ Was Unternehmer bewegt

Die Preisträger 2011 aus Hessen im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen"

Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat am 18. März die 31 hessischen Preisträger des Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. In Hessen fällt die Nähe zum Thema Umwelt auf: Knapp ein Drittel der Preisträger gehören der Kategorie an. Der bundesweite Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wurde im Jahr 2006 von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurden 365 Projekte und Ideen ausgezeichnet, die nachhaltig einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland leisten. Orte im Land der Ideen sind keine Städte und Gemeinden im geografischen oder politischen Sinn – sie finden sich überall dort, wo Neues entsteht und weiterentwickelt wird. Die Preisträger präsentieren sich und ihre Ideen im Laufe des Jahres der Öffentlichkeit.

Fußweg, die Hauswand oder die Tunnelröhre die Menschen wieder richtig durchatmen. www.nuedling.de Biomar – Energie aus Abwasser Das Unternehmen EnviroChemie aus Rossdorf ermöglicht mit der biologischen Abwasserbehandlung Biomar die Gewinnung von Biogas. Mehr als 90 Prozent der im Abwasser enthaltenen Biomasse können die Anlagen mithilfe von anaeroben Bakterien in diesen Brennstoff umwandeln. Das Verfahren eignet sich vor allem für die Lebensmittel-, Getränke-, Pharmaund Chemieindustrie. www.envirochemie.com

Mit 31 „Ausgewählten Orten“ belegt Hessen Platz 5 der bundesweiten Rangliste im Wettbewerb. Folgende Ideen und Projekte aus der Kategorie „Umwelt“ wurden ausgezeichnet:

Golf und Natur – DGV Umweltprogramm Um Golfanlagen hinsichtlich ihrer Ökobilanz nachhaltig aufzuwerten, hat der Deutsche Golf Verband (DGV) das Programm „Golf und Natur“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern – beispielsweise durch Renaturierungsmaßnahmen oder umweltgerechte Bewässerung und Düngung der Rasenflächen. www.golf.de/dgv

AirClean – Luftreinigende Betonbauteile Das von der Fuldaer Firma Franz Carl Nüdling Basaltwerke entwickelte AirClean-Material nutzt die Energie des Sonnenlichts, um Stadtluft zu reinigen. So genannte Fotokatalysatoren können einige in der Atmosphäre vorhandene organische und anorganische Substanzen zersetzen. So lassen künftig der

Initiative „Klimaschutz im Sport" Die vom Bundesumweltministerium geförderte Initiative „Klimaschutz im Sport“ verbindet drei wichtige Anliegen: Öko-Check-Beratungen für energieeffiziente Turnhallen, klimaneutrale Sportveranstaltungen und umweltfreundliche Mobilitätskonzepte. www.klimaschutz-im-sport.de

Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

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Open-Source Fahrzeug-Projekt „Light Car” Das Fuldaer Entwicklungsunternehmen EDAG bezieht für sein Elektromobil-Projekt „Light Car“ eine Vielzahl von Zulieferern mit ein. Inspiriert von der Computer- und Softwareindustrie, steuern Unternehmen ihre Ideen im Open-Source-Verfahren bei, während die EDAG Group selbst das Licht- und Leichtbaukonzept entwirft. www.edag.de SMA Solar Technology – CO2-neutrale Wechselrichterproduktion Wechselrichter wandeln den Gleichstrom aus Solarzellen in den netzüblichen Wechselstrom um. Das Unternehmen SMA aus Niestetal bei Kassel ist der weltweit umsatzstärkste Hersteller dieser Komponente. Seit 2009 stellen die Nordhessen ihre Wechselrichter klimafreundlich her. In der CO2-neutralen Fertigungsstätte kommen nur erneuerbare Energien zum Einsatz. www.SMA.de SuMeWa – Autarke Wasseraufbereitungsanlage In Entwicklungsländern oder Katastrophengebieten verzögern mangelnde Infrastrukturen den Bau großer Wasseraufbereitungsanlagen. Hier bietet das System Sun Meets Water (SuMeWa) der Firma Autarcon eine Lösung. Betrieben wird die Anlage mit Sonnenenergie, der Aufbau ist schnell und die Handhabung einfach. Sie bereitet 400 Liter Wasser in der Stunde auf. www.autarcon.com Viessmann Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz Plus" Der Heiztechnikhersteller Viessmann zeigt mit seinem Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz plus“, dass die Klimaziele für 2020 schon heute erreichbar sind. Mit einem neuen Konzept, das neben Effizienzsteigerungen den Einsatz Erneuerbarer Energien – vor allem Biomasse – umfasst, wurde im Unternehmen der Verbrauch von fossiler Energie um 40 Prozent reduziert. www.viessmann.de ZVEI – Initiative für Energie-Intelligenz EnQ Die Deutschen könnten enorme Mengen an Energie durch die Nutzung schon heute verfügbarer, effizienterer Geräte einsparen. Damit sich das auch herumspricht, hat der ZVEI-Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie die Initiative für Energie-Intelligenz – EnQ gegründet. Das Projekt unterstützt die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien. Ein Magazin, ein Weißbuch und die Website informieren über Einsparpotenziale. www.en-q.de

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Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

Zusätzlich zur Kategorie „Umwelt“ wurden auch in anderen Kategorien Projekte ausgezeichnet, die einen starken Bezug zum Thema Umweltschutz haben: Solardraisine Odenwald (Kategorie: Wirtschaft) Die Schienenfahrzeuge der Firma mobikon, auf denen Naturfreunde ab 2011 auf einst stillgelegten Gleisen durch den hessischen Odenwald gleiten können, sind neuartig in Deutschland. Durch das Treten der Pedale wird ein aus Sonnenenergie gespeister Motor angesteuert, so dass es sich auch bei Bergfahrt anfühlt, als ginge es bergab. www.mobikon.de Ecosort – Energiesparende Datenverarbeitung (Kategorie: Wissenschaft) Zur Sortierung von großen Datenmengen brauchen die Informatiker der Goethe-Universität in Frankfurt am Main seit Kurzem deutlich weniger Energie. Statt Strom schluckender Serverprozessoren nutzen sie Mikroprozessoren, die eigentlich für Netbooks entwickelt wurden. Um die schwächere Rechenleistung kompensieren zu können, haben sie gemeinsam mit Forschern des KIT Karlsruhe hocheffiziente Algorithmen entwickelt. www.ecosort.de Paul – Trinkbares Wasser bei Katastrophen (Kategorie: Gesellschaft) Nach Erdbeben oder Wirbelstürmen folgt häufig eine zweite, ebenso verheerende Tragödie: Der Mangel an Trinkwasser. Denn oft sind die Katastrophengebiete nur noch zu Fuß erreichbar. Für diesen Ernstfall wurde an der Universität Kassel der Wasserrucksack „Paul“ (Portable Aqua Unit for Lifesaving) entwickelt. Das rettende Gepäck wiegt 20 Kilo und enthält eine komplette Filterungsanlage. 1.200 Liter trinkbares Wasser lassen sich pro Tag herstellen. www.uni-kassel.de/fb14/siwawi

Weitere Informationen zum Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ sowie zu den Preisträgern unter: www.land-der-ideen.de


CO2-Reduktion in der Luftfahrt – Neue Herausforderungen durch den Emissionshandel

© Photographer: Jens Görlich – CGI: MO CGI GbR

Veranstaltung der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen

Durch die Einbeziehung des Flugverkehrs in den europäischen Emissionshandel müssen internationale Airlines ab 2012 auch den CO2-Ausstoß ihrer Flugzeuge in ihrer Kalkulation berücksichtigen. Das erhöht den Wettbewerbsdruck und erfordert Strategien, mit denen die Kosten gesenkt und die Treibstoffverbräuche reduziert werden können. „Mit dem Flughafen Frankfurt als größtem deutschem Drehkreuz und der Heimatbasis der Lufthansa ist das Thema auch für uns in Hessen von großer Bedeutung“, erklärte Andreas Koch, Abteilungsleiter im Hessischen Umweltministerium auf einer Informationsveranstaltung, die die Transferstelle Internationaler Emissionshandel im Auftrag des Ministeriums durchgeführt hat. Rund 50 Branchenvertreter waren am 6. April der Einladung in das Main Airport Center gefolgt, um über die neuen Herausforderungen zu diskutieren, die auf den Luftverkehrssektor zukommen werden.

Wettbewerbsvorteile durch gute Vorbereitung „Wie schon zum Start des Emissionshandels im Jahre 2005 halten sich auch die aktuell betroffenen Airlines in ihren Aktivitäten zurück. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass eine gute Vorbereitung auch Wettbewerbsvorteile bringen kann“, betonte Stefan Kleeberg, Managing Director der First Climate Markets AG. „Für das erste Verpflichtungsjahr hat die EU-Kommission die Obergrenze der Emissionen auf knapp 213 Millionen Tonnen festgelegt“, erläu-

terte sein Kollege Tobias Dembski, EU ETS Advisor, Sales & Trading, die rechtlichen Rahmenbedingungen. Danach stellte Dembski die Zuteilungsregularien und mögliche CO2-Handelsstrategien für den Luftverkehrssektor vor. Er rechnet damit, dass die Flugverkehrsbranche im ersten Jahr bis zu 90 Millionen Zertifikate erwerben muss, um ihre Verpflichtungen im EU-Emissionshandel erfüllen zu können.

Dr. Andreas Waibel erläuterte die CO2-Senkungsstrategie der Lufthansa

Viele – insbesondere außereuropäische – Airlines stehen dem Emissionshandel oftmals noch zögerlich gegenüber, stellte Kleeberg fest. Der Handlungsdruck sei in den letzten Jahren jedoch deutlich gewachsen. Mit einer Vier-Säulen-Strategie wird die Lufthansa auf diese Herausforderungen reagieren, erklärte Dr. Andreas Waibel, der bei dem LuftfahrtKonzern für Strategieentwicklung im Bereich Emissionen/Klima zuständig ist. So will das Unternehmen in einer Kombination aus unterschiedlichen Maßnahmen bis 2020 seine spezifischen CO2-Emissionen um 25 Prozent gegenüber 2006 reduzieren. Dies soll mit einer Flottenerneuerung, effizienteren Triebwerken und Materialien sowie technischen Innovationen und einer verbesserten Infrastruktur am Boden und in der Luft gelingen. Zudem setzt die Lufthansa insbesondere auf den Einsatz von Biokraftstoffen.

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Weitere Ansätze zur CO2-Reduktion Auch die Flughafenbetreiber müssen CO2-Reduktionsmaßnahmen ergreifen, um den durch das prognostizierte Verkehrswachstum zusätzlich entstehenden Kohlendioxid-Ausstoß zu kompensieren. Dr. Patrick Neumann-Opitz, Umweltmanagement-Systembeauftragter der Fraport AG nannte die energetische Sanierung von Büro- und Servicegebäuden als Beispiele zur Treibhausgas-Minderung. Ein Verzicht auf dieselbetriebene mobile Stromversorgungsaggregate, ein effizienterer Bodenverkehr und eine energiesparende Klimatisierung und Beleuchtung seien weitere Schritte. Bei der Errichtung neuer Gebäude orientiert sich das Unternehmen nach seinen Angaben an modernen Energieeffizienzstandards und setzt, wo immer möglich, regenerative Energien ein. Dr. Tina Knispel

Einen entscheidenden Beitrag zu den Klimazielen des Luftverkehrs steuert auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit einer optimierten Streckenführung bei. So werden Flugzeuge innerhalb des deutschen Luftraums auf möglichst direktem Wege geführt, berichtete Christian Zwiener vom DFS-Umweltmanagement. Allerdings sieht er für den Flughafennahbereich noch Optimierungspotenzial. „Der von den Städten und Kreisen geforderte Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm bewirkt oftmals eine Verlängerung der An- und Abflugrouten, die einer CO2Reduktion entgegensteht“, sagte Zwiener. ■

Dr. Tina Knispel HA Hessen Agentur GmbH Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen – Focal Point CDM/JI – Tel.: 0611/774-8419 E-Mail: tina.knispel@hessen-agentur.de www.transferstelle-emissionshandel-hessen.de

Strömungskraftwerk nach dem Prinzip des Flügelschlags Universität Kassel startet Praxistest Aus den Hochschulen

Das Tragflächen-Strömungskraftwerk oWing geht an der Fulda in den Praxistest: Wissenschaftler der Universität Kassel haben sich vom Flügel- und Flossenschlag der Vögel, Fische und Meeressäuger ein Fortbewegungsprinzip abgeschaut, es in einen Prototyp für die Energieerzeugung technisch erfolgreich umfunktioniert und zum Patent angemeldet. Dank dieser Erfindung lässt sich die in Flüssen oder Meerengen vorhandene Strömungsenergie effizient in elektrischen Strom umwandeln. Auch als Antrieb für Boote und Schiffe könnte die Erfindung neue Maßstäbe setzen. Die Nutzung der Wasserkraft hat theoretisch ein gewaltiges Potenzial. Es werde weltweit auf eine elektrische Jahresleistung von etwa 16.000 Terawattstunden geschätzt, sagt Professor Martin Lawerenz, Leiter des Fachgebiets Strömungsmaschinen der Universität Kassel. Das entspricht der elektrischen Jahresleistung von 2.000 modernen Atomkraftwerken der 1.000 Megawatt-Klasse. Doch es gibt einen Haken: Die Standorte für herkömmliche Wasserkraftwerke sind beschränkt, die Technik stößt an ihre Grenzen, neue Verfahren zur Gewinnung von Energie aus den Gezeiten und Strömungen des Meeres sind vielfach noch nicht ausgereift oder schlicht un-

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wirtschaftlich. Ein Beispiel dafür ist die 180 Tonnen schwere Versuchsanlage Stingray in England, die mittels einer aufwändigen, wartungsintensiven Hydraulik, dem Auf und Ab eines von der Meeresströmung angetriebenen, wippenden Kippflügels und eines Generators Strom erzeugt, allerdings nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Effiziente Energieumwandlung Auch bei der Kasseler Erfindung ist die Tragfläche ein wichtiger Bestandteil. Die Kasseler Wissenschaftler haben aber von Anfang an das Ziel verfolgt, ein Strömungskraftwerk zu bauen, das flexibel einsetzbar ist, die kinetische Energie des Gewässers möglichst effizient in elektrischen Strom umwandelt, mit möglichst geringen Investitions- und Betriebskosten auskommt und umweltfreundlich ist. Pate hat dabei das Fortbewegungsprinzip von Vögeln und Fischen gestanden. Diese erzeugen durch das Schlagen ihrer Flügel und Flossen einen Vorschub und beschleunigen das Wasser oder die Luft in die entgegengesetzte Richtung. Lawerenz hat dieses Prinzip umgekehrt: Er hat eine Tragfläche gebaut, die vom anströmenden Wasser bewegt wird und die Strömungsenergie mittels eines Hebelarms auf eine


Testanlage für das neue Strömungskraftwerk (Bilder: Uni Kassel)

Kurbelwelle überträgt, die wiederum ein Schwungrad und einen Generator antreibt. Vor dem Bau eines Prototyps bestand die Kunst der Wissenschaftler darin, die Bewegungen der Tragfläche im Wasserstrom in Simulationen am Computer so zu steuern, dass sie dessen kinetische Energie optimal an den Generator überträgt. Mit numerischen Verfahren hat Lawerenz den jeweils besten Anstellwinkel zur Strömungsrichtung ermittelt. Ein umlaufender Seilzug sorgt dafür, dass sich die Tragfläche im Wasser zur Strömung dreht, während der sich hinund herbewegende Ausleger die Tragflächenkraft auf die Kurbelwelle überträgt. Das Schwungrad dient dazu, die so genannten Totpunkte zu überwinden. Lawerenz hat mit Unterstützung von Stefan Horn, der momentan seine Masterarbeit schreibt, den Prototyp des Strömungskraftwerks erfolgreich in der Kipprinne der Versuchsanstalt und Prüfstelle für Umwelttechnik und Wasserbau der Uni Kassel getestet. Die dort erzielte Ausbeute an elektrischer Energie, zwei Watt, klingt nur auf den ersten Blick sehr bescheiden: Denn die Tragfläche des Prototyps ist nur so groß wie zwei aneinandergelegte DIN-A4-Blätter. Wenn man den Maßstab verdoppele, steige die Leistung jeweils im Quadrat, sagt der Professor. Im Wasserlabor wird außerdem nur eine Strömungsgeschwindigkeit von maximal 0, 5 Meter pro Sekunde erreicht. Die Leistung steige aber im Verhältnis zum Tempo des Wassers sogar in der dritten Potenz, erläutert der Wissenschaftler.

munalen Energieversorger, am Kraftwerk Neue Mühle an der Fulda errichtet werden. Dort erwartet der Professor eine elektrische Leistung von etwa 100 Watt. Dabei fließt die Fulda recht träge dahin. Es sei Sache künftiger Investoren, geeignete Standorte mit hohen Strömungsgeschwindigkeiten zu suchen, sagt der Professor. Die fänden sich nicht nur in Flüssen, sondern auch in Meerengen. Die Erfindung lasse sich auch als Antrieb verwenden. Der Tragflügel würde dann an Booten denselben Dienst verrichten wie die Flossen bei den Fischen. Das könne durchaus energieeffizienter sein als der herkömmliche Propellerantrieb. Denn bei diesem werde mit relativ hohem Energieeinsatz eine kleine Wassermasse bewegt, während die Tragfläche mit vergleichsweise wenig Energie eine große Masse verdränge. Reif für die praktische Umsetzung wurde die Erfindung von Lawerenz nur dank eines vor zwei Jahren vom Land Hessen aufgelegten Verwertungsfonds „zur Veredlung und Verwertung von Patenten der staatlichen Hochschulen Hessens“, der den Universitäten die Vermarktung von Innovationen erleichtern soll. Das Fachgebiet Strömungsmaschinen war das erste an der Universität Kassel, das 100.000 Euro Anschubfinanzierung aus diesem Fonds erhalten hat. Die Patentverwertungsagentur GINO hatte den entsprechenden Antrag vorgeschlagen und vorbereitet.

Testanlage an der Fulda in Kassel Lawerenz arbeitet schon an einer etwas größeren Anlage aus Edelstahl. Die soll in Kassel in Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken, dem kom-

Prof. Dr.-Ing. Martin Lawerenz Universität Kassel Fachbereich 15 – Institut für Thermische Energietechnik Tel.: 0561/804-3938 E-Mail: lawerenz@uni-kassel.de Prof. Dr.-Ing. Martin Lawerenz

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Trends in der nachhaltigen Beschaffung Chancen für Umwelttechnologie-Unternehmen Umweltrecht

§ §

Auf EU-Ebene und auch auf nationaler Ebene ist es Ziel, die öffentliche Beschaffung als Instrument zu nutzen, um nachhaltigen Konsum und Produktion zu fördern. Für Hersteller von Umwelttechnologien und Dienstleistungen im Bereich Infrastruktur sind Entwicklungen und Rahmenbedingungen im öffentlichen Auftragswesen besonders relevant, da zum Beispiel Entsorgung, öffentlicher Verkehr und Bauleistungen häufig durch die Kommunen oder angegliederte Verbände organisiert und abgewickelt werden. Der Anteil öffentlicher Aufträge variiert innerhalb der EU zwischen 11 und 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der jeweiligen Mitgliedsländer. In Deutschland liegt das jährliche Volumen bei rund 350 Milliarden Euro. Vergabestellen werden bei der Ausgabe ihrer Mittel künftig immer weniger nach dem kurzfristig niedrigsten Preis gehen, sondern auch langfristige Amortisationen von Kosten durch eine nachhaltige Wirtschaftsweise beachten.

Gesetzliche Vorgaben der EU

§

Das Thema nachhaltige Beschaffung – in Englisch „Green Public Procurement“ (GPP) – wird von der Europäischen Union auf politischer und gesetzlicher Ebene verfolgt. Die gesetzlichen Vorgaben für den europäischen Binnenmarkt sind die Richtlinien 2004/17/EG und 2004/18/EG. Sie gelten für Ausschreibungen oberhalb der EU-Schwellenwerte nach Artikel 7 der Richtlinie 2004/18/EG und umfassen unter anderem folgende Regelungen für die nachhaltige Beschaffung: > Definition des Auftragsgegenstandes (zum Beispiel Gebäude mit regenerativer Energieversorgung, Elektrobusse, energieeffiziente Computer), > Definition von Umwelteigenschaften in technischen Spezifikationen > Spezifikationen, die deutschen und international anerkannten Umweltzeichen entsprechen > Nachweise zum Umweltmanagement (nach ISO, EMAS oder vergleichbar) > Umwelteigenschaften als Zuschlagskriterien bei der Vergabe Allen Regelungen ist gemeinsam, dass es keine „Muss“-Kriterien sind, sondern „Kann“-Kriterien, die in Vergabeverfahren angewendet werden können und zulässig sind.

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Umsetzung im deutschen Recht Deutschland hat die Vergaberichtlinien der EU in nationales Recht umgesetzt. Für die Vergabe relevant sind das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GgW), die Vergabeverordnung (VgV) sowie die Vergabe- und Vertragsordnungen VOB, VOL und VOF. In der seit 11. Juni 2010 geltenden novellierten VgV sind in §4 Abs. 6 für den Kauf technischer Geräte und Ausrüstungen Regelungen eingeführt worden, die Lebenszykluskosten und den Energieverbrauch berücksichtigen. Daneben beinhaltet das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) als Rahmengesetzgebung in § 37 relevante Regelungen für ein umweltfreundliches Beschaffungswesen, etwa im Hinblick auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit. Diese sind im Entwurf des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) in § 45 aufgeführt. Des Weiteren sind in allen Gesetzen Umweltkriterien in der Beschaffung als zulässig aufgeführt, zum Beispiel im GWB im vierten Teil „Vergabe öffentlicher Aufträge“ in §97 Allgemeine Grundsätze Abs. 4: „Für die Auftragsausführung können zusätzliche Anforderungen an Auftragnehmer gestellt werden, die insbesondere soziale, umweltbezogene oder innovative Aspekte betreffen, wenn sie im sachlichen Zusammenhang mit dem Auftragsgegenstand stehen und sich aus der Leistungsbeschreibung ergeben.“

Nachhaltigkeitskriterien für Produktgruppen Die EU hat 2008 den „Aktionsplan für nachhaltige Produktion und Konsum und nachhaltige IndustrieRichtlinien“ verabschiedet, der klare politische Ziele und Aktionen zum Thema nachhaltige Beschaffung enthält. Die Mitteilung der Kommission über GPP von 2008 schlägt vor, dass bis zum Jahr 2010 50 Prozent aller Ausschreibungsverfahren grün sein sollten. Des Weiteren hat die EU Nachhaltigkeitskriterien für 18 Produktgruppen entwickelt, die 45 Produkte umfassen. Kriterien für weitere Produktgruppen sind derzeit in Entwicklung. Die Kriterien umfassen unter anderem Angaben zu Energieverbrauch, Entsorgung, Materialien und Inhaltsstoffen, Lärm, Emissionen und Art der Herstellung. Unternehmen, die entsprechende Produkte und Dienstleistungen anbieten, haben die Möglichkeit, sich zukünftig gut am Markt zu positionieren.


Für die Umwelttechnologienbranche sind insbesondere Kriterien für folgende Produktgruppen von Interesse:

chen Bauen“ des Hochbauamtes. Diese enthalten unter anderem Vorgaben für Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser und ein Verbot von bestimmten Materialien, wie Tropenholz und PVC.

GPP-Kriterien der EU (Auszug) • Fenster, Glastüren • Wärmeisolierung • Kraft-Wärme-Kopplung • Straßenbau und Verkehrsbeschilderung • Straßen- und Verkehrsbeleuchtung • Harte Bodenbeläge • Hochbau

Kriterien in Entwicklung für 2011 (Auszug) • Heizsysteme • Wasserverbrauchende Produkte (z. B. Armaturen) • Gebäude

• Transport (unter anderem Abfallsammelfahrzeuge und dienstleistungen) • Beschaffung von Elektrizität

Die Energieversorgung Rottweil (ENRW) hat in der Ausschreibung für die städtische Klärschlammentsorgung ökologische Kriterien berücksichtigt und besonders auf eine energie- und klimaeffiziente Lösung gesetzt. Vergabekriterium war neben der Wirtschaftlichkeit auch die CO2-Bilanz des Entsorgungskonzeptes. Das Ergebnis war eine Anlage zur Klärschlammtrocknung, die die Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk einer Biogasanlage nutzt. Der Klärschlamm wird anschließend energetisch in nahe gelegenen Industriebetrieben verwertet.

Vorreiter bei der Einführung der Kriterien in die Praxis sind die Niederlande, die bereits für 52 Produktgruppen – unter anderem Entwässerung, Abfallentsorgung, Bau und Energieversorgung – Nachhaltigkeitskriterien definiert haben. Unternehmen, die bestimmte Mindestkriterien nicht einhalten können, werden bei der Vergabe ausgeschlossen.

Tipps für die Beteiligung an Vergabeverfahren: > Kontaktaufnahme bei Ausschreibungen und Sensibilisierung von Auftraggebern, > Umweltinformationen dem Angebot beilegen (zum Beispiel zum Umweltmanagementsystem in der Firma), auch wenn diese nicht ausdrücklich in den Verdingungsunterlagen angefordert sind, > auf regionale Vorteile hinweisen (zum Beispiel geringe Transportwege, Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur durch Beschäftigung regionaler Firmen), > Lebenszykluskosten bereitstellen (zum Beispiel Kosten nicht pro Invest, sondern pro Jahr Betriebsdauer), > wenn möglich CO2-Fußabdruck oder andere relevante Qualitätsmerkmale wie niedriger Wasserverbrauch, geringe Abfallerzeugung, Recycling- oder Rücknahmeservice hervorheben – die technischen Qualitäten sind Standard!

Nachhaltige Beschaffung in Hessen In Deutschland wird das Thema auch auf Länderund kommunaler Ebene angegangen. So will Hessen im Rahmen der landeseigenen Nachhaltigkeitsstrategie durch das Projekt „Hessen – Vorreiter für eine nachhaltige und faire Beschaffung“ ökologische und soziale Kriterien künftig stärker berücksichtigen. Gerade in Bereichen, in denen die Verwaltung erhebliche Mengen beschafft, wie etwa bei Büroverbrauchsmaterialien, kann die Marktposition genutzt werden, um nachhaltige Produkte auf dem Markt zu befördern. Durch die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten werden bei Beschaffungsentscheidungen neben dem Anschaffungspreis stärker die während der Verwendungsdauer anfallenden Kosten berücksichtigt. Beispielhaft wird bei IT-Produkten darauf geachtet, nur Produkte zu beschaffen, die beim Betrieb wenig Energie verbrauchen. In vielen anderen Bereichen, beispielsweise bei Kraftfahrzeugen, gehört die Berücksichtigung des Energieverbrauches bei Ausschreibungen bereits zum Standard und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Beispiele aus den Kommunen Die Stadt Frankfurt wendet in vielen Bereichen erfolgreich Nachhaltigkeitskriterien bei der Beschaffung an. Dies gilt beispielsweise für Erdgasfahrzeuge und energieeffiziente Bürogeräte. Für den Hochbau gibt es die „Technischen Leitlinien zum wirtschaftli-

Informationen im Internet: European Green Public Procurement Toolkit (aktuelle rechtliche Entwicklungen und Umweltkriterien): http://ec.europa.eu/environment/gpp/index_ en.htm > Procura + Kampagne: www.procuraplus.org > Hessen – Vorreiter für faire und nachhaltige Beschaffung: www.hessen-nachhaltig.de/web/ nachhaltige-beschaffung

Dr. Maike Hora e-hoch-3 Robert-Bosch-Str. 7 64293 Darmstadt Tel.: 06151/8701080 E-Mail: hora@e-hoch-drei.de www.e-hoch-drei.de

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Dr. Maike Hora

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Innovationsradar Umweltrecht Umweltrecht im Überblick Innovationsradar Umweltrecht – Mai 2011 Vorphase (Arbeitsentwürfe) Vorschlag, Mitteilung u. Ä. der Kommission (KOM-Doc) Gemeinsamer Standpunkt des Rates

Europäisches Recht

Titel des Rechtsakts

Verabschiedung: EP + Ministerrat

Status

Wesentlicher Inhalt

Energie/Klima Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt

Mit den neuen Richtlinien verbessert das Bundesumweltministerium die Förderkonditionen für das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP). Umweltpolitischer Hintergrund ist die Notwendigkeit erheblicher Steigerungsraten im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die Änderungen betreffen folgende Bereiche: Solarkollektoren • Befristete Erhöhung der Basisförderung. • Einführung Kesseltauschbonus. • Befristete Erhöhung des Kombinationsbonus. Biomasseanlagen • Wiedereinführung der Förderung von emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln. • Alle bisherigen Förderungen bleiben unverändert. Wärmepumpen • Reduzierung der geforderten Jahresarbeitszahlen. • Umstellung auf anderen Bemessungsmaßstab.

INFO: Umweltschutzvorschriften können eine marktschaffende Wirkung für Hersteller von Vermeidungs- und Verminderungstechnologien und für Umweltdienstleister haben. Aus neuen oder geplanten Vorschriften können Hinweise auf künftigen technologischen Bedarf und mögliche interessante Innovations- und Geschäftsfelder abgeleitet werden. Für das Innovationsradar Umweltrecht prüft ein Team erfahrener Umweltexperten regelmäßig die neuesten rechtlichen Entwicklungen auf ihre wirtschaftliche Bedeutung. Das Innovationsradar ist ein Service der Aktionslinie Hessen-Umwelttech mit dem Effizienznetz RheinlandPfalz als Kooperationspartner. Dienstleister sind die Rack Rechtsanwälte in Frankfurt am Main. Weitere Informationen und ausführlichere Angaben zu den einzelnen rechtlichen Regelungen finden Sie unter www.hessen-umwelttech.de, Rubrik Innovationsradar Umweltrecht.

Mitteilung der Kommission: Energieeffizienzplan 2011

Die EU-Kommission hat einen umfassenden Energieeffizienzplan ausgearbeitet, um das erhebliche Potenzial größerer Energieeinsparungen bei Gebäuden, im Verkehr, bei Produkten und Prozessen zu nutzen. Das Ziel soll durch politische Maßnahmen im Rahmen der Leitinitiative für ein ressourceneffizientes Europa der Strategie Europa 2020 konsequent verfolgt werden.

Mitteilung der Kommission: Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050

Die Kommission hat innerhalb der Strategie Europa 2020 eine Leitinitiative für ein ressourcenschonendes Europa vorgeschlagen. Innerhalb dieses Rahmens legt sie eine Reihe langfristiger politischer Pläne in Bereichen wie Verkehr, Energie und Klimawandel auf. Die Mitteilung der EU-Kommision enthält die Hauptelemente, die die Klimapolitik der EU gestalten und der EU helfen sollen, bis 2050 eine wettbewerbsfähige CO2-arme Wirtschaft zu werden.

Abfall/Bodenschutz/Altlasten

Verordnung (EU) Nr. 333/2011 mit Kriterien zur Festlegung, wann bestimmte Arten von Schrott gemäß der Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates nicht mehr als Abfall anzusehen sind

Grundlage für die Verordnung ist Artikel 6 Absatz 1 der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG. Danach sind bestimmte festgelegte Abfälle nicht mehr als Abfälle anzusehen, wenn sie ein Verwertungsverfahren durchlaufen haben und spezifische Kriterien erfüllen, die von der EU-Kommission in einer Verordnung festzulegen sind. Ziel der Kriterien für Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott ist es, die technischen Anforderungen für die metallerzeugende Industrie zu erfüllen und schädliche Umwelt- oder Gesundheitsfolgen zu vermeiden.

Verabschiedung Beschluss im BT/BR/LT-Ausschuss Entwurf (BT-Drs./BR-Drs./LT-Drs.)

Nationales Recht

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Vorphase (Referentenentwürfe)


Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft SMA erzielt Rekordergebnis

Marktchancen

Fundstelle

Marktchancen ergeben sich für Umwelttechnologie-Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Durch das Marktanreizprogramm sind in diesem Segment weitere Absatzimpulse zu erwarten.

www.erneuerbareenergien.de

Der Energieeffizienzplan zeigt Leitlinien für die notwendige Erhöhung der Energieeffizienz in allen Bereichen auf. Hierbei wird die Notwendigkeit von massiven Umsetzungsmaßnahmen im Bereich der Energieeffizienz deutlich, aufgrund derer gegenwärtig und zukünftig hohe Marktpotenziale für Umwelttechnologie-Unternehmen aus verschiedensten Segmenten zu erwarten sind.

KOM(2011) 109

Niestetal. Die SMA Solar Technology AG hat ihren Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2010 erfolgreich fortgesetzt. Der Umsatz des Photovoltaik-Wechselrichter-Herstellers verdoppelte sich auf 1,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 0,9 Milliarden Euro). Zudem erwirtschaftete SMA mit einem Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern von 516 Millionen Euro einen neuen Rekord (Vorjahr: 228 Millionen). Der Photovoltaik-Weltmarkt wuchs 2010 mit einer neu installierten Leistung von geschätzten 17 bis 20 Gigawatt (GW) schneller als erwartet. SMA profitierte dank ihrer besonderen Positionierung von dieser Entwicklung: Das Unternehmen bietet als einziger Anbieter weltweit ein Produktportfolio von Wechselrichtern für alle Anwendungen, alle Leistungsklassen und alle Modultypen an. Mit einer verkauften Wechselrichterleistung von 7,8 GW (Vorjahr: 3,4 GW) lag der Marktanteil mit 39 bis 45 Prozent auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr. Die Internationalisierung gewinnt für SMA immer mehr an Bedeutung. 2010 wurden fast 45 Prozent der Umsätze außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. ■

www.sma.de

Erste geothermische Tiefenbohrung in Hessen Marktchancen ergeben sich für Umwelttechnologie-Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Effizienztechnologien sowie CO2-armen Technologien (insbesondere im Stromsektor). Abgeleitet hieraus bestehen teilweise bereits gegenwärtig und verstärkt zukünftig hohe Marktpotenziale für Unternehmen aus den genannten sowie weiteren Bereichen (z. B. Mobilität).

KOM(2011) 112

Marktchancen ergeben sich für Umwelttechnologie-Unternehmen aus den Bereichen Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft sowie Recyclingtechnologien. Der Wegfall der Abfalleigenschaft wird voraussichtlich zu einer positiven Entwicklung der Marktpreise für Schrott führen.

ABl. EU 2010 Nr. L 85 S. 3

Darmstadt/Groß-Umstadt. Mit der ersten geothermischen Tiefenbohrung in Hessen will der Darmstädter Konzern HEAG Südhessische Energie AG (HSE) die Nutzung von Energie aus dem Erdinneren weiter voranbringen. Ein mittelständischer Industriebetrieb in Heubach bei Groß-Umstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) soll aus einem oberflächennahen Erdwärmesondenfeld und einer Tiefenbohrung von 700 bis 900 Metern mit Energie zum Heizen und Kühlen versorgt werden. Die Gesamtkosten betragen rund 700.000 Euro. Die Anlage soll im Herbst in Betrieb genommen werden. Das Hessische Umweltministerium fördert das Vorhaben mit rund einem Drittel der Kosten. Projektpartner der HSE sind der Heizsysteme- und Wärmepumpenspezialist Viessmann und die Bohr- und Brunnenbaugesellschaft H. Anger´s Söhne. ■

www.hse.ag

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Umwelt- und Energieweiterbildungskooperation Eco-Academy Gießen. Am 4. März trafen sich Vertreter des IHK Verbundes Mittelhessen und der Professur für Abfall- und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Gründung einer neuartigen und der Praxis verpflichteten Weiterbildungskooperation. Die Eco-Academy bietet Mitarbeitern mittelhessischer Unternehmen und dem akademischen Nachwuchs auf hohem fachlichem Niveau angesiedelte Workshops und Seminare. Im Fokus stehen die Bereiche Abfall, Gewässerschutz, Immissionsschutz und Energie. Das Portfolie reicht von Seminaren für Einsteiger über Expertenseminare für Fortgeschrittene bis hin zu Zertifikatslehrgängen für Beauftragte. Mittels der durch die IHK ausgegebenen Zertifikate kann zudem die gesetzlich geforderte Fachkunde aufrechterhalten werden. Auch der Titel des IHK-Umweltmanagers kann erlangt werden. Bei allen Seminaren gilt das Motto: aus der Praxis für die Praxis. Deshalb werden die Seminare durch Beiträge von Praktikern und durch Fachexkursionen ergänzt. ■

Darmstadt. Bambus ist nicht nur der am schnellsten nachwachsende Rohstoff weltweit, sondern eignet sich auch hervorragend als Baumaterial: Das Riesengras ist leicht, elastisch und kann bis zu sechsmal größere Lasten tragen als Stahl. Schwierigkeiten bereitet lediglich das stabile Zusammenfügen der einzelnen Bambusrohre. Bauingenieuren der Technischen Universität Darmstadt ist es nun gelungen, die Tragfähigkeit dieser Verbindungen deutlich zu steigern. Um die notwendige Verbindung von Beton und Bambus zu verstärken, verwenden sie Polyurethanharz und eine spezielle Betonrezeptur, die einen hohen Anteil an Flugasche aufweist.

Deutsch-Chinesisches Haus auf der Expo 2010 in Shanghai (Bild: MUDI Architekten)

www.eco-academy.de

Institut für dezentrale Energietechnologien stärkt Nordhessen Kassel. Die Universität Kassel hat gemeinsam mit vier Unternehmen der nordhessischen Wirtschaft sowie weiteren regionalen Partnern das Institut für dezentrale Energietechnologien (IdE) gegründet. Dieses soll die Entwicklung regenerativer Energiesysteme deutlich voranbringen. Für die Aufbauphase bis 2015 ist ein Budget von insgesamt rund 22 Millionen Euro vorgesehen. Das Hessische Wirtschaftsministerium unterstützt die Aktivitäten in den ersten fünf Jahren mit 2,5 Millionen Euro, kofinanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. „Das Anwenderzentrum wird das schon jetzt hervorragende Profil der Region Nordhessen im Bereich dezentraler Energien und der Energieeffizienz weiter schärfen“, sagte Wirtschaftsminister Dieter Posch bei der Vorstellung des Instituts am 24. Februar in Kassel. Beteiligt sind am IdE die Uni Kassel mit 50 Prozent, die Unternehmen E.ON-Mitte AG, SMA Solar Technology AG, Städtische Werke Aktiengesellschaft und die Viessmann Werke GmbH & Co. KG mit jeweils 10 Prozent sowie die Stadt Kassel und das Kompetenznetzwerk deENet mit jeweils 5 Prozent. ■

Tragfähige Bambuskonstruktion

www.uni-kassel.de

Die Erkenntnisse der Darmstädter Forscher aus den Fachgebieten Statik und Werkstoffe im Bauwesen wurden erstmals beim Bau des Deutsch-Chinesischen Hauses auf der Expo 2010 in Shanghai eingesetzt. Sämtliche Bambusrohre der zweigeschossigen selbsttragenden Konstruktion wurden mit der neuen Technik zusammengefügt. Dadurch entstand ein ebenso umweltfreundliches wie mobiles Haus, das sich in seine Einzelteile auseinanderbauen und an anderer Stelle wieder aufbauen lässt. ■

23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum Kassel. Schwerpunkt des diesjährigen Kasseler Abfall- und Bioenergieforums vom 12. bis 14. April war die Umsetzung des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Insbesondere diskutierte die Branche die Rahmenbedingungen für die geplante Einführung einer Wertstofftonne sowie die Ausweitung der Getrenntsammlung von Bioabfällen. Weitere Themen waren unter anderem die Einbeziehung der Abfallwirtschaft in den Emissionshandel ab 2013 sowie Erfahrungsberichte zu Ersatzbrennstoffanlagen. Rund 1.000 Teilnehmer besuchten das 23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum. Wie in den vergangenen Jahren präsentierte sich auch die Aktionslinie Hessen-Umwelttech wieder auf der begleitenden Fachausstellung mit einem Informationsstand. ■

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www.tu-darmstadt.de

www.abfallforum.de


Leuchtdioden sollen preiswerter und leistungsfähiger werden

Hermes Award für ressourceneffiziente Prozessinnovation

Kassel. Der viele Milliarden Euro schwere Markt für Beleuchtung ist weltweit in Bewegung. Energiesparlampen, die schon seit einiger Zeit die gute alte Glühbirne verdrängen, könnten ihrerseits bereits in einigen Jahren von neuartigen, extrem lichtstarken Leuchtdioden (LED) abgelöst werden.

Hannover/Eltville/Berlin. Die Firma Krautzberger aus Eltville am Rhein hat ein neues Dampfspritzverfahren zur Oberflächenveredelung entwickelt, das den Materialbedarf um 25 und den Energiebedarf um bis zu 50 Prozent senkt. Diese Produkt- und Prozessinnovation überzeugte nicht nur die Kunden des Unternehmens, sondern auch die Jury des Hermes Award, der der Krautzberger GmbH von Bundesforschungsministerin Schavan zur Eröffnung der Hannover Messe verliehen wurde.

Im Rahmen des europäischen Forschungsverbundprojekts SMASH sind Wissenschaftler des Fachbereichs Elektrotechnik der Universität Kassel der optimalen Architektur der neuartigen Dioden auf der Spur. Sie bauen leuchtende „Hochhäuser“ in der für das menschlichen Auge unsichtbaren Nano-Welt: Statt des derzeit üblichen teuren Saphir-Substrats verwenden sie preiswerte Silizium-Substrate. Auf diesem wachsen durch eine ausgeklügelte Herstellungstechnologie sechseckige kristalline Säulen von einem Durchmesser von etwa 100 bis 3.000 Nanometer in die Höhe. Diese verfügen auf dem gleichen Raum wie jetzige LED-Chips über eine viel größere, kompakte Licht abstrahlende Fläche. ■

www.uni-kassel.de

„Ich freue mich, ein mittelständisches Unternehmen auszuzeichnen, das das Motto der Hightech-Strategie der Bundesregierung mit Leben erfüllt: Ideen, Innovation, Wachstum“, sagte Schavan. „Unternehmen wie die Krautzberger GmbH sind das Rückgrat der deutschen Industrie.“ Der Hermes Award ist einer der begehrtesten Industriepreise weltweit. Er wird seit 2004 im Beisein von hochkarätigen Gästen aus Politik und Wirtschaft anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier der Hannover Messe verliehen. ■

www.krautzberger.com

Windenergie im Gasnetz speichern Hamburg/Kassel. Greenpeace Energy plant, überschüssigen Strom aus Windkraftanlagen elektrolytisch in Wasserstoff umzuwandeln und ins Erdgasnetz einzuspeisen. Anders als im Stromnetz, wo Schwankungen des Energieangebots zu Problemen führen, kann im Gasnetz Energie für viele Monate gespeichert werden. Anschließend ist eine Rückverstromung in Gaskraftwerken möglich. Den Speicherbedarf bei einer vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Energien beziffert Dr. Michael Sterner vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) deutschlandweit auf rund 170 Terrawattstunden (TWh) jährlich. Laut seines Gutachtens „Energiewirtschaftliche und ökologische Bewertung eines Windgas-Angebots“ sei dafür Platz genug im Gasnetz. Um die Speicherkapazität vollständig zu erschließen, sollte der Wasserstoff jedoch in einem weiteren Verarbeitungsschritt zu Methan umgewandelt werden. Ein entsprechendes Verfahren erarbeitete Sterner zusammen mit Dr. Michael Specht vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) bereits 2008 als „Power to Gas“-Konzept. ■ ■

www.greenpeace-energy.de www.iwes.fraunhofer.de

Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2011 Berlin. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) führt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rohstoffagentur erstmalig im Jahr 2011 den Wettbewerb „Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis“ durch. Mit dem Preis werden Unternehmensbeispiele für rohstoff- und materialeffiziente Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen sowie anwendungsorientierte Forschungsergebnisse ausgezeichnet. Prämiert werden vier mittelständische Unternehmen und eine Forschungseinrichtung mit jeweils 10.000 Euro. Bewerbungen sind bis zum 20. September 2011 einzureichen. ■

www.foerderdatenbank.de

Nachrichten in den E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech und unter www.hessen-umwelttech.de

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Aktuelle Meldungen aus Wirtschaft und Wissenschaft rund um die Umwelttechnologie in Hessen finden Sie auch auf unserer Homepage www.hessen-umwelttech.de und in unseren monatlich erscheinenden E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech, die Sie kostenlos abonnieren können.

Ihre News für die NEWS Wir suchen ständig nach Neuigkeiten und Berichten aus der Praxis. Wenn Sie ein neues Engagement eingegangen sind, ein innovatives Verfahren oder Produkt entwickelt haben, Ihre Forschungsarbeiten zu neuen Erkenntnissen geführt haben oder Sie sonst etwas Erfreuliches zu berichten haben, lassen Sie uns an Ihrem Erfolg teilhaben und informieren Sie uns. Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

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Veranstaltungen/Termine 28.07.2011

Frankfurt

LOPE-C 2011 – Large-area, Organic & Printed Electronics Convention Konferenz mit Ausstellung. Die Aktionslinie Hessen-Nanotech ist mit einem Informationsstand vertreten (Stand 414). ■

www.lope-c.com

17.08.2011

Frankfurt

Fachtagung Hessen-Umwelttech „Umwelttechnologie global – Potenziale Made in Germany“ Fachtagung der Aktionslinie Hessen-Umwelttech zu den Chancen auf dem international wachsenden Umwelttechnologie-Markt und den Rahmenbedingungen in wichtigen Zielregionen. ■

www.hessen-umwelttech.de

28.08.2011

Kassel

ISES SOLAR WORLD CONGRESS 2011 Weltweit größter wissenschaftlicher Kongress im Bereich Solarenergie ■

www.swc2011.org

30.08.2011

Frankfurt Kassel

22.09.2011

Gießen

Unternehmersprechtage für Innovationsförderung Experten der IHK-Innovationsberatung Hessen, des Enterprise Europe Network Hessen (EEN Hessen), des TechnologietransferNetzwerks Hessen, der Hessen Agentur und der WIBank stehen für individuelle Beratungen zur Verfügung. www.innovationsfoerderung-hessen.de

31.08.2011

Frankfurt

Infoveranstaltung „Der Europäische Emissionshandel – Gegenwart und Zukunft“ Gemeinsame Veranstaltung der Aktionslinie Hessen-Umwelttech und der Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen ■

www.transferstelle-emissionshandel-hessen.de

04.10. – 07.10.2011

Toronto (Kanada)

GREENBUILD Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ ■

www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2011) www.greenbuildexpo.org

18.10. – 20.10.2011

Dallas, USA

SOLAR POWER Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ ■

www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2011) www.solarpowerinternational.com

17.11. – 18.11.2011

Wiesbaden

DENEX Kongressmesse für Dezentrale Energiesysteme & Energieeffizientes Bauen und Sanieren ■

www.denex.info

23.11. – 24.11.2011

20

HA Hessen Agentur GmbH Dr. Carsten Ott (Leiter), Dagmar Dittrich Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden Tel.: 0611 / 774-8350 oder - 8645, Fax: - 8620 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de dagmar.dittrich@hessen-agentur.de Internet: www.hessen-umwelttech.de

Impressum Herausgeber Aktionslinie Hessen-Umwelttech Dr. Carsten Ott, HA Hessen Agentur GmbH Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden Redaktion Dagmar Dittrich, HA Hessen Agentur GmbH Gestaltung Piva & Piva, Studio für visuelles Design Heidelberger Straße 93, 64285 Darmstadt Druck Werbedruck GmbH Horst Schreckhase Dörnbach 22, 34286 Spangenberg Erscheinungsweise 4-mal pro Jahr (kostenlos) Auflagenhöhe 3.300 Stück Newsletter-Abonnement www.hessen-umwelttech.de Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und die Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die in der Veröffentlichung geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen.

Dortmund

Industrielle Energie- und Umwelttechnik Neue Fachmesse zum Thema Ressourceneffizienz. Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech unterstützt die Veranstaltung als Partner und beteiligt sich mit einem Informationsstand. ■

Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Sebastian Hummel Kaiser-Friedrich-Ring 75 D-65185 Wiesbaden Tel.: 0611 / 815 - 2471, Fax: - 492471 E-Mail: sebastian.hummel@hmwvl.hessen.de Internet: www.wirtschaft.hessen.de

Projektträger ist die

15.09.2011

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech ist eine Maßnahme des

www.easyfairs.com/industrie-de

Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech wird kofinanziert aus Mitteln der Europäischen Union.


Hessen-Umwelttech NEWS 2/2011