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Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung www.hessen-umwelttech.de

Hessen-Umwelttech

NEWS Arnold AG präsentiert PIUSErgebnisse Mit Energieeffizienz in neue Märkte Modellökosysteme zeigen Folgen des Klimawandels Nanoporöser Dämmstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten Uni Kassel erforscht innovative biobasierte Werkstoffe Ausbau der stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen

1 | 2010


Liebe Leserinnen und Leser, Editorial

Die Diskussionen um den Klimagipfel in Kopenhagen haben es deutlich gemacht: Um eine Klimakrise zu vermeiden, müssen wir dringend CO2 einsparen. Auch wenn die Konferenz nicht mit einer Einigung auf konkrete Ziele endete, haben ihre Ergebnisse spürbare Auswirkungen auf unser Wirtschaftsleben. Unser künftiges globales Wirtschaftswachstum darf nicht wie bisher mit steigendem Rohstoffverbrauch und höherem CO2-Ausstoß einhergehen. Es gilt, effizienter und umweltfreundlicher zu wirtschaften. Und genau dies öffnet unseren Unternehmen auf den globalen Märkten große Chancen. Deutschland ist Vorreiter im Umweltschutz, und unsere Unternehmen sind bereits jetzt im internationalen Vergleich in vielen Bereichen der Umwelttechnologie hervorragend aufgestellt. In Zeiten steigender Rohstoff- und Energiepreise können energieeffiziente Technologien bereits jetzt mit weniger CO2-Ausstoß produzieren und gleichzeitig Kosten sparen. Der Kampf gegen den Klimawandel erweist sich als Chance und nicht als Bürde. Dies gilt für die gesamte Wirtschaft, aber in ganz besonderem Maße für die Hersteller von Effizienztechnologien.

INHALT

Die hessische Umwelttechnologiebranche verfügt über ein hervorragendes Know-how in ganz unterschiedlichen Bereichen des Klimaschutzes. In der

Editorial In eigener Sache

Ressourceneffizienz konkret! – Fachtagung Hessen-Umwelttech 2010

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Hessen-PIUS

Arnold AG präsentiert PIUS-Ergebnisse

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Mit Green-IT die Kosten senken Hessen-PIUS fördert auch im IKT-Bereich

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Auch auf der diesjährigen Fachtagung Hessen-Umwelttech am 18. März in Kassel wird der Klimaschutz eine Rolle spielen. Unter dem Titel „Ressourceneffizienz konkret!“ geht es um die Nutzung von Solarenergie, die effiziente Gestaltung von IT-Systemen und das Sparen von Wasser und Rohstoffen. Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft werden zahlreiche praxiserprobte Wege weisen, wie sich ökonomische und ökologische Verbesserungen vereinen lassen. Ich lade Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein und würde mich freuen, wenn Sie Anregungen für Ihr eigenes Unternehmen mitnehmen können.

Dieter Posch Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Was Unternehmer bewegt

Modellökosysteme zeigen Folgen des Klimawandels

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Nanoporöser Dämmstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

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Klimaschutzprogramm für Betreiber von Heiz- und Dampfkesselanlagen

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Aus den Hochschulen

Uni Kassel erforscht innovative biobasierte Werkstoffe

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Außenwirtschaft und Messen

Hessische Messeförderung 2010

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Umweltrecht

Mit Energieeffizienz in neue Märkte

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Ausbau der stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen

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Innovationsradar Umweltrecht

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Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft

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Termine

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Technologietransfer

Kooperationsmöglichkeiten in der Umwelttechnologie EU-Initiative Eco-Innovation – Wo Wirtschaft auf Umwelt trifft

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vorliegenden Ausgabe der Hessen-Umwelttech NEWS finden Sie beispielsweise einen Bericht über die Firma Cabot Nanogel GmbH, die einen neuen hochwirksamen Dämmstoff produziert. Außerdem erfahren Sie, welche Fortschritte die Universität Kassel bei der Entwicklung biobasierter Werkstoffe macht.

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Ressourceneffizienz konkret! Fachtagung Hessen-Umwelttech 2010 In eigener Sache

Eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist der Umgang mit den weltweit immer knapper werdenden Rohstoffen. Der effiziente Einsatz von Ressourcen ist von entscheidender Bedeutung. Welche Wege Unternehmen und Umwelttechnologieanbieter einschlagen können, um zu mehr Ressourceneffizienz zu gelangen, wird auf der Fachtagung Hessen-Umwelttech 2010 diskutiert. Die Tagung beginnt am 18. März um 12 Uhr in der Universität Kassel und steht unter dem Motto „Ressourceneffizienz konkret!“. „Wir haben diesen Titel mit Bedacht gewählt. Denn bisher wurde viel zu oft nur über Effizienzziele gesprochen, die es etwa bis 2020 oder 2025 zu erreichen gelte. Viel zu wenig wurde dagegen darüber diskutiert, welche Wege zu solchen immer etwas willkürlich gesteckten Zielen führen“, erläutert Wirtschaftsminister Dieter Posch die Ausrichtung der diesjährigen Veranstaltung. Nach dem Grußwort des Ministers zeigt Dr. Josef Auer, Senior Economist Deutsche Bank Research aus Frankfurt am Main, auf, was Energie in der nahen Zukunft kosten wird. Im Anschluss erklären Frank Lohmann von der Arnold AG und Gert Fischer, Geschäftsführer der Fischer TechnologyConsulting, welche Kosten-Nutzen-Vorteile der Produktionsintegrierte Umweltschutz – kurz PIUS – in der betrieblichen Praxis bietet. Am Beispiel von Umbaumaßnahmen im eigenen Unternehmen stellen sie dar, wie der Metallverarbeitungsspezialist aus Friedrichsdorf die Möglichkeiten von PIUS genutzt und daraus ein ganzheitliches Standortkonzept entwickelt hat (siehe auch Seite 4). Attraktive Fördermöglichkeiten für den Mittelstand präsentiert Ulf Jacob vom Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt auf.

Im Fokus: Green IT, Sonnenenergie und Wassermanagement

erberater – werden dabei sein. In einer so genannten „Green-IT-Werkstatt“ liefern sie Praxisbeispiele zu „Effizienzsteigerungen bei EDV-Anlagen“. Ein fachlicher Austausch wird auf der Fachtagung außerdem in den Bereichen Sonnenenergie und Wasserverbrauch stattfinden. In einer eigenen Werkstatt widmen sich die Teilnehmer der Solarenergienutzung als einem möglichen Weg zur autarken Energieversorgung. In einem weiteren Forum stellen Anwender Einsparpotenziale für Unternehmen durch effizientes Wasser- und Abwassermanagement vor. Die Fachtagung Hessen-Umwelttech 2010 endet gegen 17.30 Uhr mit einem „Get together“ und der Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Eine Online-Anmeldung ist unter www.hessen-umwelttech.de möglich. ■

An die nachfolgende Diskussion mit den Referenten und dem Publikum schließen sich drei parallel stattfindende Werkstätten an. Namhafte Referenten – unter anderem Experten vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), vom IT-Infrastrukturanbieter Fujitsu und von DATEV, der Genossenschaft für Steu-

Dr. Carsten Ott Projektleiter Aktionslinie Hessen-Umwelttech HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8350, Fax: -58350 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de www.hessen-umwelttech.de Dr. Carsten Ott

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Arnold AG präsentiert PIUS-Ergebnisse Hessen-PIUS vor Ort in Frankfurt Hessen-PIUS

Der Produktionsintegrierte Umweltschutz (PIUS) ist ein wirksames Instrument, um Kosten zu sparen. Viele Unternehmen, die PIUS-Maßnahmen umgesetzt haben, melden spürbare Einsparungen, vor allem bei den Energiekosten. Ein Beispiel dafür ist die Friedrichsdorfer Arnold AG. Im Rahmen der Veranstaltung „Hessen-PIUS vor Ort“, die am 4. November in der IHK Frankfurt stattfand, stellte das mittelständische Industrieunternehmen Umbaumaßnahmen vor, die auf den Ergebnissen eines PIUS-Beratungsprojektes basieren.

Kay Uwe Bolduan

Jürgen Müller

Im Zuge einer Erweiterung seiner Produktionsflächen in Friedrichsdorf hatte der Metallverarbeitungsspezialist die Möglichkeiten von PIUS genutzt und daraus ein ganzheitliches Standortkonzept entwickelt. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Im Vergleich zum Jahr 2008 wurde beim Energieverbrauch ein Einsparpotenzial in Höhe von 25 Prozent ermittelt. Damit wurde die These „PIUS hilft vor allem Kosten einzusparen und wirtschaftlicher zu produzieren“, die Dagmar Dittrich von der Aktionslinie Hessen-Umwelttech auf der Frankfurter Veranstaltung vorgetragen hatte, eindrucksvoll bestätigt. Doch nicht allein die Zahlen, sondern auch der hohe technische Standard des Beratungsprojektes wurden in diesem Rahmen vorgestellt. Auf der Informationsveranstaltung erläuterten Frank Lohmann, Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Arnold AG, und Gert Fischer (Fischer Technology Consulting GmbH), wie sich diese Einsparungen im Detail realisieren lassen.

gesetzt werden können. So ist etwa bei der Arnold AG grundsätzlich zwischen zwei Werksteilen zu unterschieden, für die jeweils ein eigenes Konzept entwickelt wurde. Nur so konnte dann ein sinnvolles Wärmefluss-Schema erstellt werden, das hilft, die organisatorischen und technischen Maßnahmen detailliert umzusetzen. Weitere Einsparpotenziale ergaben sich bei einer genauen Analyse in der Lackiererei. Bemerkenswertes Ergebnis bei der Arnold AG: Die im Verlauf des Produktionsprozesses entstehende Wärme kann zurückgewonnen und an anderer Stelle nutzbar gemacht werden. So können beispielsweise Büroräume geheizt werden. Ein weiteres Ergebnis: Ein bereits vorhandener Öltank kann nach dem Umbau mit Wasser statt mit Öl befüllt und so als Wärmespeicher eingesetzt werden. Auch für die Produktionshallen wurde ein neues Heizkonzept entwickelt. Dort sollen Infrarotdeckenstrahler für eine punktgenaue Heizwirkung sorgen. Um den Produktionsintegrierten Umweltschutz (PIUS) zu fördern, hat das Hessische Wirtschaftsministerium ein Beratungsprogramm speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aufgelegt, das von der RKW Hessen GmbH betreut wird. Zudem gibt es eine bundesweite KfW-Förderung für die anschließende Umsetzung von PIUS-Maßnahmen. Die Veranstaltung war Teil der Informationsreihe „Hessen-PIUS vor Ort: Kosten senken, Umwelt schützen“, die im Rahmen der Aktionslinie Hessen-Umwelttech des Hessischen Wirtschaftsministeriums in enger Zusammenarbeit mit dem RKW Hessen GmbH durchgeführt wird. Die Vorträge der Veranstaltungsreihe, aktuelle Termine und weitere Informationen zu PIUS sind unter www.hessen-pius.de abrufbar.

Einsparpotenziale dank WärmeflussSchema Denn bei jedem individuellen Projekt bestimmen die baulichen und produktionstechnischen Gegebenheiten, welche Maßnahmen überhaupt sinnvoll einEinsparpotenziale in den beiden Werksteilen der Arnold AG Investition (Euro)

Maßnahmen

Einsparungen (Euro pro Jahr)

Amortisation (Jahre)

Kay Uwe Bolduan oder Jürgen Müller RKW Hessen GmbH Tel.: 06196/9702-40 E-Mail: pius@rkw-hessen.de www.rkw-hessen.de, www.hessen-pius.de

Frank Lohmann Assistent des Vorstandsvorsitzenden Arnold AG Tel.: 06172/765-4741 E-Mail: frank.lohmann@arnold.de

Werksteil I-10 Wärmerückgewinnung aus der Druckluft und den Lasern Hallenheizung mit Infrarotstrahlern

21.600

9.886

2,18

93.946

9.236

10,17

115.546

19.122

6,04

2.250

675

3,33

Hallenheizung mit Infrarotstrahlern

65.500

20.318

3,22

Energierückgewinnung aus der Abluft in der Lackiererei

74.000

45.370

1,63

Zwischenwert I-6-8

141.750

66.363

2,14

Gesamtpotenzial

257.296

85.485

3,01

Zwischenwert I-10 Werksteil I-6-8 Wärmerückgewinnung Druckluft

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Mit Green-IT die Kosten senken Hessen-PIUS fördert auch im IKT-Bereich

Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) schlummern erhebliche ökologische und ökonomische Einsparpotenziale. Unternehmen, die sich hierüber informieren möchten, können das geförderte Beratungsprogramm HessenPIUS des Hessischen Wirtschaftsministeriums in Anspruch nehmen. Moderne Computer und der elektronische Datenaustausch schaffen viele Vorteile für Unternehmen. Die rasante Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft hat aber auch Schattenseiten: Durch die stetige Zunahme an Servern, PCs und Laptops und deren Verknüpfung über das Internet ist der Stromverbrauch kontinuierlich gestiegen. Hinzu kommt der durch den Austausch veralteter EDV-Systeme anfallende Elektronikschrott.

Unternehmen, die an einer geförderten Beratung im Rahmen von Hessen-PIUS interessiert sind, erhalten bei der RKW Hessen GmbH weitere Informationen. Diese empfiehlt geeignete Berater, übernimmt administrative Aufgaben und sorgt dafür, dass die Unternehmen ihre Fördermittel erhalten. Ansprechpartner zum Beratungsprogramm Hessen-PIUS sind Kay Uwe Bolduan und Jürgen Müller, Tel.: 06196/9702-40, E-Mail: pius@ rkw-hessen.de.

Hinter dem Begriff Green-IT verbirgt sich die Zielsetzung der umwelt- und ressourcenschonenden Nutzung von Informationstechnologie. Nicht nur für das gesellschaftliche Engagement und das Image eines Unternehmens ist der Einsatz von Green-IT wichtig. Es existieren daneben auch ganz klare ökonomische Vorteile. Denn durch Green-IT lassen sich erhebliche Energiekosten einsparen.

Wolfram Koch

Technologie-Wettbewerb zur Energieeffizienz Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat den Technologiewettbewerb „Energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) für Mittelstand, Verwaltung und Wohnen – IT2Green“ gestartet. Erreicht werden sollen die Energieeinsparungen durch die übergreifende Weiterentwicklung und Zusammenführung von leistungsfähigen, energie- und umwelteffizienten Netzinfrastrukturen (Green Networks), leistungsfähigen, energieund umwelteffizienten Server- und Rechenzentren (Green Computing) sowie leistungsfähiger, energie- und umwelteffizienter Endgerätetechnik (Green Components). Die Projekte erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sowie Anwendern. Eine gesondert auszuschreibende Begleitforschung soll für die Evaluierung des Projektfortschritts, den raschen Technologietransfer insbesondere in den Mittelstand sorgen. Das BMWi stellt für den Technologiewettbewerb bis zu rund 30 Millionen Euro bereit, mit denen mindestens weitere 30 Millionen Euro an Eigenmitteln mobilisiert werden sollen. Projektskizzen können bis zum 31. Mai 2010 eingereicht werden.

Welche Möglichkeiten hat ein Unternehmen, um seine IT energieeffizienter zu nutzen und so bares Geld zu sparen? Da ein Großteil des Energie- und Ressourcenverbrauchs durch Arbeitsrechner im Büro verursacht wird, liegt hier der wichtigste Ansatzpunkt. Aber auch die Gestaltung von Servern kann optimiert werden. Einige Verbesserungen können bereits durch einfache organisatorische Maßnahmen erzielt werden. Für die systematische Erschließung aller Potenziale empfiehlt sich hingegen eine umfassende Analyse und Beratung durch einen unabhängigen Experten. Folgende Maßnahmen sind möglich: > Effiziente Gestaltung von Rechenzentren und Bürogebäuden (z. B. durch Abwärmenutzung oder Virtualisierung von Rechnerkapazitäten) > Optimierung der Software-Konfiguration und der Energieeinstellungen sowie Deaktivierung überflüssiger Anwendungsprozesse > Verwendung stromsparender und umweltschonender PCs, Server- und Speichersysteme > Verändertes Nutzerverhalten, etwa Abschalten von Rechnern bei absehbaren Pausen oder Nutzung des Stand-by-Modus

Wolfram Koch Aktionslinie Hessen-IT HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8472, Fax: -58472 E-Mail: wolfram.koch@hessen-agentur.de www.hessen-it.de

Dr. Christian Schmidt Projektträger Konvergente IKT/Multimedia des BMWi E-Mail: c.schmidt@dlr.de www.it2green.de www.bmwi.de

Hessen-Umwelttech NEWS 1/2010

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Hessische Messeförderung 2010 Gemeinschaftsstände auf internationalen Umweltmessen Außenwirtschaft und Messen

Das Hessische Wirtschaftsministerium fördert die Teilnahme hessischer Unternehmen an Fachmessen durch die Ausrichtung von Firmengemeinschaftsständen. Auch in diesem Jahr sind wieder wichtige Umweltmessen Bestandteil des Messeprogramms. Die hessischen Gemeinschaftsstände stehen den Unternehmen zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung. Sie umfassen folgende Leistungen: > technisch-organisatorische Planung und Durchführung des Standes, > einheitliches hochwertiges Standdesign, > Kaffeeküche, Catering-Service, Besprechungsraum, > Informationszentrum des Landes Hessen mit Telefon, Telefax, PC mit Internetanschluss und Kopiergerät. Darüber hinaus werden im Vorfeld gezielt Fachbesucher durch Mailings akquiriert; und während des Messeauftritts stehen Dolmetscher und erfahrenes Standpersonal zur Verfügung. Das Messeprogramm 2010 steht unter www.hessenagentur.de in der Rubrik News und Termine zum Download bereit. Es enthält neben den Angaben zu den hessischen Messebeteiligungen auch Informationen zu Delegationsreisen sowie zu den Kooperations- und Vertretungsbüros des Landes Hessen im Ausland.

Der hessische Gemeinschaftsstand auf der Solar Power International 2009 in Anaheim, Kalifornien

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Für hessische Umwelttechnologieunternehmen besonders lohnend kann in diesem Jahr eine Beteiligung an den Gemeinschaftsständen auf der REW Istanbul oder auf der Solar Power International sein: Die REW Istanbul – International Recycling, Environmental Technologies and Waste Management Trade Fair findet vom 10. bis 13. Juni zum sechsten Mal in Istanbul statt. Sie ist die einzige internationale türkische Messe für den Umweltsektor und damit bester Einstiegspunkt in den stark wachsenden Markt. Präsentiert wird das gesamte Spektrum von technischen Lösungen und Dienstleistungen der Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft. Darüber hinaus befasst sich die Leistungsschau auch mit dem Thema Erneuerbare Energien. 2009 konnte die Messe rund 8.000 Besucher aus 30 Ländern an ihren Ständen begrüßen. Die 207 DirektAussteller kamen aus 21 Ländern. Rund 45 Prozent der internationalen Besucher kamen aus den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Für sie ist die Messe ohne Visazwänge und per Direktflug bequem erreichbar. Daher bieten türkische Messen nicht nur einen sehr guten Einstieg für den großen türkischen Absatzmarkt, sondern auch einen Zugang zu den Märkten der umliegenden Länder einschließlich des Balkans und der zentralasiatischen Turkrepubliken.


Der Beteiligungspreis für Unternehmen am hessischen Gemeinschaftsstand auf der REW 2010 beträgt ab 150 Euro pro Quadratmeter für Unternehmen mit einer Jahresbilanzsumme bis 75 Millionen Euro beziehungsweise 195 Euro für über dieser Schwelle liegende. Die Solar Power International findet vom 12. bis 14. Oktober in Los Angeles statt. Die Leitmesse des amerikanischen Solarsektors wird jährlich in Kalifornien organisiert. Mit einem Marktanteil von circa 60 Prozent nimmt dieser Bundesstaat die führende Rolle in den USA ein. Es wird erwartet, dass der US-amerikanische Markt der Solarenergie in Kürze der weltweit größte sein wird. 2009 konnte in Anaheim bereits ein hessischer Gemeinschaftsstand erfolgreich realisiert werden. Auch für das Jahr 2010 ist wieder eine Beteiligung vorgesehen. Im Jahr 2008 präsentierten sich über 400 Aussteller vor 23.700 Fachbesuchern. Begleitet wird die Messe von einem Fachkongress.

nen Euro beziehungsweise 449 Euro für über dieser Schwelle liegende. ■

Jürgen Schneider HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8213 E-Mail:Juergen.schneider@hessen-agentur.de

Jürgen Schneider

Der Gemeinschaftsstand auf der REW Istanbul wird in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill organisiert: Amin Moawad Tel.: 02771/842-1610 E-Mail: moawad@lahndill.ihk.de Der Gemeinschaftsstand auf der Solar Power International wird in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main organisiert: Walter Engelmann Tel.: 069/2197-1217 E-Mail: w.engelmann@frankfurt-main.ihk.de

Der Beteiligungspreis für Unternehmen am hessischen Gemeinschaftsstand auf der Solar Power 2010 beträgt ab 348 Euro pro Quadratmeter für Unternehmen mit einer Jahresbilanzsumme bis 75 Millio-

Mit Energieeffizienz in neue Märkte Jetzt Exportchancen nutzen!

Die im Juli 2007 gestartete Exportinitiative Energieeffizienz ist ein Programm der Bundesregierung unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Ihr Ziel ist es, durch ein breites Spektrum von Angeboten die Marktchancen deutscher Unternehmen im Ausland zu verbessern und die Absatzmöglichkeiten für deutsche Produkte, Dienstleistungen und Technologien im Bereich Energieeffizienz zu steigern. Unterstützt wird die Initiative durch verschiedene Partner, wie Verbände, Ministerien und öffentliche Organisationen.

weit über dem Durchschnitt. Kleinen und mittleren Unternehmen fehlen häufig die nötigen Kontakte und Kooperationspartner, um ihr Geschäft international erfolgreich zu erweitern. Der Schritt ins Ausland erscheint oft zu groß und komplex, um ihn alleine zu bewältigen. Rechtliche Besonderheiten, aufwändige Marktanalysen und Sprachbarrieren entmutigen häufig schon im Vorfeld.

Konkrete Hilfestellung Ein Grund für zurückhaltende Exportgeschäfte ist sicherlich, dass viele kleine und mittlere Unternehmen nicht wissen, dass ihr Produkt – insbesondere im Vergleich zu ausländischen Produkten – durchaus als energieeffizient zu werten ist. Guter deutscher Standard liegt jedoch in vielen ausländischen Märkten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat diese Probleme erkannt und bietet konkrete Hilfestellung: In ganz Deutschland finden Informationsveranstaltungen zu wichtigen Auslandsmärkten statt. Bei Geschäftsreisen ins Ausland und

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bei Teilnahme an Auslandsmessen werden Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern vermittelt. Einkäuferreisen und Multiplikatorenreisen bringen interessierte ausländische Unternehmen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik direkt zu deutschen Anbietern energieeffizienter Produkte oder Dienstleistungen. Mit dem weltweiten Einsatz der Dachmarke „Energieeffizienz – Made in Germany“, dem Internetportal www.efficiency-from-germany. info und der professionellen Unterstützung bei der internationalen Markterschließung hilft die Exportinitiative deutschen Unternehmen höhere Umsätze zu erzielen. Die Kosten übernimmt – bis auf die Teilnahme an den Auslandsmessen – die Exportinitiative Energieeffizienz.

AHK Geschäftsreisen Großen Erfolg für deutsche Unternehmen verspricht die Teilnahme an einer AHK Geschäftsreise. Hierbei wird das Unternehmen von der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) im jeweiligen Zielland unterstützt und begleitet. Diese stellt die richtigen Kontakte her und sucht nach passenden Geschäftspartnern. Durch die Teilnahme an einer solchen Reise hat ein Unternehmen die Möglichkeit, in einem interessanten Zielland Geschäftsverbindungen zu knüpfen und Kooperationspartner zu finden. Bereits im Vorfeld der Reise werden ausführliche Informationen über politische Hintergründe, die wirtschaftliche Lage und die Branchenstruktur der Zielländer vermittelt. Durch die AHK erhalten die Unternehmen alle relevanten Informationen, um sich auf den Markteintritt vorzubereiten. Auch nach den Geschäftsrei-

sen unterstützen die Mitarbeiter der lokalen AHK die deutschen Unternehmen bei weiteren Schritten. Die Exportinitiative Energieeffizienz bietet in diesem Jahr 37 AHK Geschäftsreisen an. Unter den Ländern sind neben Industriemärkten wie den USA, Großbritannien und Frankreich auch Wachstumsmärkte wie China und Singapur dabei, die große Exportchancen versprechen. Weitere Zielländer sind Brasilien, Griechenland, die Niederlande, Österreich, Tunesien und Saudi Arabien sowie Slowenien, Tschechien und Ungarn und viele mehr. Interessierte Unternehmen finden auf der Internetseite www.efficiency-from-germany.info weiterführende Informationen zur Exportinitiative Energieeffizienz und eine Übersicht zu allen Veranstaltungen. ■

Susanne Lein und Cora Lehmann Geschäftsstelle Exportinitiative Energieeffizienz c/o Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Scharnhorststraße 34 –37 10115 Berlin Tel.: 030/18615-6300, -6301 Fax: 030/18615-5300 E-Mail: kontakt@efficiency-from-germany.info www.efficiency-from-germany.info

Informationsreihe zu den Exportinitiativen des Bundes Um deutsche Umwelttechnologien im Ausland bekannter zu machen, wurden auf Bundesebene verschiedene Exportinitiativen eingerichtet. Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech kooperiert eng mit diesen Initiativen und stellt sie im Rahmen einer Informationsreihe in den Hessen-Umwelt-

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tech-NEWS vor. In der Ausgabe 3/2009 und 4/2009 sind Portraits zur RETech Exportinitiative Recycling und Effizienztechnik sowie zur Exportinitiative Erneuerbare Energien erschienen. In der kommenden Ausgabe der NEWS wird der German Water Partnership e. V. vorgestellt.


Kooperationsmöglichkeiten in der Umwelttechnologie Aktuelle Angebote des Enterprise Europe Network

Das Enterprise Europe Network Hessen beantwortet Fragen zu EU-Förderprogrammen, rechtlichen Bestimmungen der EU sowie öffentlichen Aufträgen und leistet Hilfestellung bei der Erschließung ausländischer Märkte. Unternehmen bietet es kompetente Unterstützung beim Aufbau und der Ausweitung von geschäftlichen Kooperationen ins Ausland – seien es markt- oder technologieorientierte Kooperationen. Aktuelle Angebote aus dem Portfolio der Technologiedatenbank des Netzwerkes: Isolierfaser aus Kenaf-Pflanzen für die thermische und akustische Dämmung von Dächern, Mauern und Böden (EEN_20100101): Ein französisches Ingenieurunternehmen, das auf die industrielle Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen und die Entwicklung von Bio-Verbundstoffen spezialisiert ist, hat ein neues Isoliermaterial entwickelt. Das patentierte Produkt ersetzt übliche Baustoffe wie Mineralwolle. Es verfügt über gute thermische Eigenschaften und enthält keine gefährlichen Inhaltstoffe. Die Firma sucht Partner für die Anpassung des Produkts für spezifische Einsatzbereiche und für die Kommerzialisierung. Automatische Biomasse-Messung in Abwasseraufbereitungsanlagen (EEN_201000102): Eine Forschergruppe aus Spanien hat ein Verfahren entwickelt, mit dem automatisch die Parameter erhoben werden können, die für eine Simulation des Belebtschlammprozesses in Abwasseraufbereitungsanlagen benötigt werden. Mithilfe des Verfahrens arbeiten die Anlagen effizienter. Sie sparen Energie ein und sorgen für eine verbesserte Wasserqualität. Durch die Online-Erfassung von Giftstoffen können zudem die sonst erforderlichen Laboruntersuchungen reduziert werden. Die Gruppe sucht nach Kooperationspartnern für die Zulassung und die Vermarktung der Technologie.

Biogasanlage mit Nährstoff-Rückgewinnung und Wasseraufbereitung (EEN_20100103): Ein niederländisches Unternehmen hat eine Biogasanlage entwickelt, die Dung und organische Biomasse umwandelt, Abwasser aufbereitet und Stickstoff und Phosphor zurückgewinnt. Die Firma sucht Partner mit Erfahrungen in der Abwassertechnologie oder der Biomasseaufbereitung. Polyurethan-Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (EEN_20100104): Ein polnisches Forschungsinstitut hat eine neue Generation von Polyesterpolyolen für die Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen entwickelt. Hierbei werden pflanzliche Öle und Abfallstoffe anstelle von Stoffen aus der Petrochemie verwendet. Sie machen etwa 80 Prozent des Materials aus. Es werden Partner für eine technische Zusammenarbeit oder für ein Joint Venture gesucht. Weitere Profile sind unter www.een-hessen.de abrufbar (Stichwort: Kooperationsvermittlung, Direktrecherche in europaweiter Technologie-Datenbank). Unternehmen und Institutionen, die eine Kontaktaufnahme mit den Anbietern oder die Zusendung des vollständigen Profils wünschen, wenden sich unter Angabe der jeweiligen Referenznummer an: ■

Céline Lattemann Enterprise Europe Network Hessen HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8692, Fax: -58692 E-Mail: celine.lattemann@hessen-agentur.de www.een-hessen.de Céline Lattemann

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EU-Initiative Eco-Innovation – Wo Wirtschaft auf Umwelt trifft Aktuelle Ausschreibung für kleine und mittlere Unternehmen Technologietransfer

Nina Gibbert

Die nächste Ausschreibung im Rahmen der EU-Initiative Öko-Innovation (Eco-Innovation) ist für April 2010 geplant mit einer voraussichtlichen Einreichungsfrist von rund fünf Monaten.

ness and Innovation Framework Programme – CIP), das sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Themenfelder der bisher geförderten Pilot- und Demonstrationsprojekte sind:

Eco-Innovation fördert Innovationen, die zur Verringerung von Umweltbelastungen oder zur effizienteren und verantwortungsvolleren Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen. Unterstützt werden insbesondere Projekte, in denen die Erstanwendung und die Umsetzung von Lösungen in marktfähige Produkte, Technologien oder Prozesse und Verfahren verfolgt werden. Insgesamt steht für die Förderperiode von 2008 bis 2013 ein Budget von 195 Millionen Euro zur Verfügung.

> Materialrecycling: z. B. verbesserte Sortierprozesse, innovative Recyclinglösungen, > Gebäude- und Bausektor: z. B. nachhaltige Baustoffe und -techniken, Recycling von Bauschutt, > Lebensmittel- und Getränke: z. B. saubere Herstellungs- und Verpackungsverfahren, Abfallreduzierung, > Öko-Label und grüner Einkauf: z. B. Anwendung von Umweltkriterien (Eco-Label), Einführung von „grünen“ Produktionsverfahren.

Eco-Innovation ist Teil des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CompetitiveAktuelle Aufrufe zu weiteren EU-Förderprogrammen im Umweltbereich: EU-Programm

Projektart- und Themen

Finanzierung

Aufrufe 2010*

Life+

Projekte im Bereich Umweltund Naturschutz (Informationsund Wissensverbreitung, Demonstrationsvorhaben, Gebiets- und Artenschutzmaßnahmen)

bis zu 50% der förderfähigen Kosten

Frühjahr/Sommer 2010 bis Herbst 2010

Intelligente Energie – Europa

Projekte im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energie zur Informations- und Wissensverbreitung sowie Marktdurchsetzung

bis zu 75% der förderfähigen Kosten

Frühjahr 2010 bis Sommer 2010

7. Forschungsrahmenprogramm

Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich > Umwelttechnologien > Erneuerbare Energien, Energieeffizienz

Bis zu 75% der förderfähigen Kosten für KMU

Sommer 2010

Im Rahmen des Programms werden jährlich Ausschreibungen veröffentlicht, die jeweils eine Fördersumme von rund 30 Millionen Euro zur Finanzierung von Projekten umfassen. Die Förderung erfolgt als Zuschuss von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Projektkosten und bezieht sich ausschließlich auf die Projektlaufzeit, die in der Regel bis zu drei Jahre umfasst. Weitere Informationen unter: http://ec.europa.eu/environment/eco-innovation/ index_en.htm ■

* Die Angaben sind vorläufig. Endgültige Termine müssen noch von der Europäischen Kommission bestätigt werden.

Nina Gibbert Enterprise Europe Network Hessen HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8494, Fax: -58494 E-Mail: nina.gibbert@hessen-agentur.de www.een-hessen.de

Modellökosysteme zeigen Folgen des Klimawandels Neue Impulse für die Klima- und Umweltforschung durch LOEWE-Förderung Was Unternehmer bewegt

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Durch den Klimawandel werden sich die Ökosysteme auf unserer Erde verändern. Als Partner des LOEWE Forschungszentrums Biodiversität und Klima (BIK-F) untersucht das Institut für Gewässerschutz Mesocosm GmbH in Homberg (Ohm) die zu erwartenden Auswirkungen auf Gewässer. Außerdem entwickelt das Institut im Rahmen eines LOEWE-Modellprojekts ein BewertungskonHessen-Umwelttech NEWS 1/2010

zept, dass eine Analyse der Beeinträchtigungen von aquatischen Ökosystemen erlaubt. Wird der Klimawandel für die Einwanderung neuer Arten eine größere Rolle spielen, sodass beispielsweise die Überträger von Dengue-Fieber und Bilharziose zukünftig auch in unseren Breiten anzutreffen sind? Eine Erwärmung begünstigt nicht nur die


Einwanderung subtropischer und tropischer Spezies, sie stört auch das empfindliche Gefüge der einheimischen Arten in Mitteleuropa. Weitere Faktoren, wie der Eintrag von Chemikalien, machen die Ökosysteme zusätzlich anfällig. Zudem ist zu beachten, dass sich die Wirkung dieser Umweltgifte bei höheren Temperaturen verändern kann. Eine Folge sehr komplexer Wechselwirkungen kommt damit auf uns zu. Die veränderten Prozesse gilt es zu identifizieren und in ihrer Auswirkung auf die Umwelt und auf den Menschen zu interpretieren. „Es ist vergleichsweise einfach, die einzelnen Prozesse im Labor unter künstlich veränderten Klimabedingungen zu untersuchen. Die Auswirkung auf das Ökosystem lässt sich daraus jedoch nur bedingt interpretieren“, erklärt Dr. Klaus Peter Ebke, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gewässerschutz Mesocosm GmbH. Aus diesem Grund seien zusätzliche Freilanduntersuchungen erforderlich. Einen Zwischenschritt stellen so genannte „Mesokosmen“ dar. Dies sind Modellökosysteme, die aus mehreren wassergefüllten Behältern bestehen und Versuche unter kontrollierten Bedingungen ermöglichen. Die größte Anlage dieser Art in Europa befindet sich am Institut für Gewässerschutz Mesocosm in Neu-Ulrichstein, Homberg (Ohm).

Simulation von Klimaänderungen Zur Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels werden im Rahmen von BIK-F klimatisierbare Hallen für die Mesokosmen errichtet. Sie bilden die Basis für weitere Forschungsarbeiten. Der Projektbereich „Anpassungspotenzial von Einzelarten und Lebensgemeinschaften an Klimaänderungen in Kombination mit weiteren Stressoren“ wird hiermit Methoden entwickeln, um in den künstlichen Modellökosystemen Umweltsituationen zu simulieren, die den Klimawandel widerspiegeln. Unter diesen Bedingungen kann dann gezielt untersucht werden, wie sich bestimmte Chemikalien unter heutigen und zukünftigen Klimabedingungen in der Umwelt verhalten.

In Mesokosmen können die Auswirkungen von Chemikalien auf die belebte Umwelt unter Freilandbedingungen untersucht werden.

schaffen, um die Untersuchung der Biodiversität als Routinemethode im Rahmen legaler Vorgaben für die Bewertung von Ökosystemen zu etablieren.

Positive Impulse für die Wirtschaft Aber nicht nur die direkten Aktivitäten in der Kooperation mit dem LOEWE-Forschungszentrum BIKF zeigen erste Erfolge. Es eröffnen sich auch neue Impulse für Untersuchungen auf höheren Ökosystemebenen. So wurde unmittelbar aus dem Projekt ein weiteres privatwirtschaftlich orientiertes Forschungszentrum gegründet: das FNU Forschungszentrum Neu Ulrichstein. „Die geschaffene Vernetzung des ländlichen Raumes mit den universitären Zentren ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Forschungsförderung direkt positiv auf die Entwicklung neuer Arbeitsplätze wirken kann“, berichtet Professor Béla Dören, Entwickler und Mitbegründer des neuen Zentrums. ■

Dr. Klaus Peter Ebke Mesocosm GmbH Neu-Ulrichstein 5 35315 Homberg (Ohm) Tel.: 06633/642-740, Fax: -790 E-Mail: ebke@mesocosm.com www.mesocosm.com

Die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz – kurz: LOEWE – ist ein vom Land Hessen im Jahr 2008 gestartetes Programm, das die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will. Ziel ist dabei auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft.

Parallel dazu entwickelt das Institut im Rahmen eines LOEWE-Modellprojekts zusammen mit der ECT Ökotoxikologie GmbH Handlungsempfehlungen, in denen potenziellen Anwendern wie Behörden, Standorteignern und Beratungsbüros konkrete Hinweise zur Untersuchung und Bewertung der Auswirkungen des globalen Klimawandels in Interaktion mit lokalen Stressoren, wie Chemikalien, auf die Biodiversität von Wasser- und Bodenorganismen gegeben werden. Darüber hinaus werden in Kooperation mit BIK-F die Grundlagen für effizientere Monitoringverfahren ge-

Das LOEWE Forschungszentrum Biodiversität und Klima (BiK-F) ist eines von zehn LOEWE-Zentren und -Schwerpunkten der ersten Förderstaffel. Seine Federführung liegt bei der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Weitere Informationen zum BiK-F unter: www.bik-f.de. Das Projekt „Klassifikations- und Bewertungskonzepte auf der Grundlage der Biodiversität von Wasser- und Bodenorganismen“ (HA-Projekt- Nr.: 155/08-17) wird im Rahmen von Hessen ModellProjekte gefördert aus Mitteln der LOEWE Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben. Weitere Informationen zur Förderung unter: www.innovationsfoerderung-hessen.de.

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Nanoporöser Dämmstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten Cabot Nanogel GmbH gewinnt STEP Award 2009 in der Kategorie Finanzen

Georg Gertner

Innovative, expandierende junge Unternehmen sind wichtige Impulsgeber für ein dynamisches Wirtschaftsleben. Um sie zu fördern und ihnen den Weg zum vielleicht ganz großen Durchbruch zu ebnen, wird jährlich der STEP Award verliehen. In der Kategorie „Finanzen“ hat Ende vergangenen Jahres die Cabot Nanogel GmbH als Produzent eines neuartigen Isoliermaterials gewonnen.

Organisation des Cabot-Konzerns genutzt, sodass Nanogel weltweit angeboten werden kann. Die stark wachsende Nachfrage für Nanogel im Bereich der Gebäudeisolierung lässt die Cabot Nanogel positiv in die Zukunft blicken. Vor diesem Hintergrund wurde das Unternehmen in 2009 mit dem Innovationspreis STEP-Award in der Kategorie Finanzen ausgezeichnet

Das Unternehmen produziert und vermarktet unter dem Namen „Nanogel“ einen Feststoffisolator, dessen Dämmwerte etwa doppelt so hoch sind wie die der besten herkömmlichen Isoliermaterialien. Es handelt sich um einen nanoporösen, offenporigen Feststoff, der zu 90 Prozent aus Luft und zu nur zehn Prozent aus amorphem, oberflächenmodifiziertem Siliziumdioxid besteht. Das niedrige Gewicht, die Lichtdurchlässigkeit, die wasserabweisende Oberfläche, die feine Porenstruktur und die chemische Stabilität geben diesem Material das Potenzial für unzählige Anwendungen.

Vorteile beim energieeffizienten Bauen

Der neue Feststoffisolator ermöglicht sogar bei lichtdurchlässigen Paneelen hohe Dämmwerte.

Für energieffizientes Bauen bietet Nanogel deutliche Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Systemen: Als lichtdurchlässiges Material innerhalb von Kunststoff-Paneelen oder Glas eingesetzt, ermöglicht es bei sehr hohen Dämmwerten ein im Raum fein verteiltes und blendfreies Licht. Dabei ist die Installation so einfach wie der Einbau gewöhnlicher Paneele oder Fenster. Bei der Energie-Optimierung von Gebäuden mit zweischaligem Außenmauerwerk kann das rieselfähige Nanogel einfach mittels pneumatischer Förderung in die Gebäudewand eingefüllt werden. Für diese so genannte Kerndämmung steht nur ein kleiner Spalt zwischen Außen- und Innenmauer zur Verfügung, sodass herkömmliche Dämmmaterialien nur eine begrenzte Wirkung zeigen können. Aufgrund der guten Beständigkeit des Nanogels werden die Dämmwerte durch Feuchte nicht beeinträchtigt. Die Cabot Nanogel GmbH wurde 2001 als Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Cabot-Konzerns gegründet. Am Standort im Industriepark Höchst in Frankfurt sind circa 50 Mitarbeiter beschäftigt. Für die Marktentwicklung und den Vertrieb wird die

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Georg Gertner Cabot Nanogel GmbH Industriepark Höchst, D660 65926 Frankfurt Tel.: 069/305-29331 www.cabot-corp.com

Hervorragende Resonanz beim STEP Award 2009 Der Unternehmenspreis STEP Award wurde 2006 vom F.A.Z.-Institut, Innovationsprojekte, gemeinsam mit Infraserv Höchst ins Leben gerufen. Hauptförderer des STEP Award sind die Commerzbank; das Wirtschaftsministerium mit den Aktionslinien Hessen-Umwelttech, Hessen-Nanotech und HessenBiotech; Merck Serono und Sanofi-Aventis. Auf die Ausschreibung des STEP Award hatten sich im vergangen Jahr rund 100 deutsche, Schweizer und österreichische Unternehmen aus den Zukunftsbranchen Chemie, Pharma, Life Science, Bio- und Nanotechnologie, Medizintechnik und Greentech gemeldet. Die Teilnehmer waren aufgefordert, Geschäftsinhalt und Expansionsmission sowie die Wettbewerbsposition darzustellen. Die Bewerber des STEP Award mussten in den Dimensionen einer Balanced Scorecard überzeugen. Unter die Lupe genommen wurden die Bewertungskriterien: Management & Geschäftsidee, Markt & Kunde, Prozesse, Produkt & Technologie, Finanzen. www.step-award.de


Klimaschutzprogramm für Betreiber von Heiz- und Dampfkesselanlagen Umweltministerium startet JIM.Hessen

Betreiber von Heiz- und Dampfkesselanlagen in Hessen, die durch die Modernisierung ihrer Anlagen deutliche CO2-Einsparungen erzielen können, haben künftig die Möglichkeit, diese Reduktionen in handelbare Emissionsrechte umzuwandeln. Möglich gemacht wird dies durch das vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiierte Programm „Joint Implementation-Modellprojekt Hessen“ (JIM. Hessen). Es ist seit Ende 2009 am Start und hat das in Nordrhein-Westfalen bereits erfolgreich in der Umsetzung befindliche JIM.NRW Projekt zum Vorbild. Sowohl Industrieunternehmen als auch Gewerbebetriebe oder Kommunen können bei JIM.Hessen mitmachen. Jeder Teilnehmer erhält entsprechend der Höhe seiner CO2-Einsparungen einen jährlichen finanziellen Rücklauf aus dem Verkauf der Emissionsrechte. Voraussetzung ist der Einbau eines neuen bzw. effizienteren Kessels oder Brenners, der den Energieverbrauch deutlich senkt, der mit einem emissionsärmeren Brennstoff arbeitet oder der ganz auf den erneuerbaren Energieträger Biomasse setzt. Die Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen koordiniert in Zusammenarbeit mit der FutureCamp Climate GmbH den Ablauf und die Organisation des Projektes und hat am 1. Dezember vergangenen Jahres in Frankfurt eine Auftaktveranstaltung durchgeführt.

Großes Interesse bei Auftaktveranstaltung „Wir freuen uns sehr, dass JIM.Hessen seitens der Unternehmen auf so reges Interesse stößt“, erklärte Dr. Tina Knispel von der Hessen Agentur. Denn über 50 Unternehmen haben die Gelegenheit wahrgenommen, sich zu informieren, wie Klimaschutz durch die Teilnahme an JIM.Hessen vom reinen Kostenfaktor zum Aktivposten im Unternehmen und in Kommunen werden kann. „JIM.Hessen ist eine tolle Initiative des Landes Hessen und sehr nützlich für die Praxis!“ bestätigte Daniel Hölder von der in Hamburg beheimateten Dalkia Energie Service GmbH. Auch Jennifer Frank von Techem Energy Contracting in Eschborn ist vom neuen hessischen Programm begeistert: „JIM.Hessen bietet uns eine gute Möglichkeit, die flexiblen

Mechanismen des Kyoto-Protokolls zu nutzen und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“ Das hessische Programm könnte im Hinblick auf die ersten Teilnehmer vom JIM.NRW Projekt der Energie.Agentur.NRW profitieren. Die Urbana Energiedienste GmbH, die sich bereits mit einer Anlage beim JIM.NRW Projekt erfolgreich beteiligt, möchte prüfen, ob hessische Anlagen die Teilnahmekriterien erfüllen. Neben Dalkia und Techem hat auch die Siemens AG – Division Building Technologies Interesse an einer Teilnahme bekundet. Die Berichterstattung zur Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen hat deutlich gemacht: Die globale KlimaUhr tickt. Nur noch ein kleines Zeitfenster ist vorhanden, um die mittlerweile unvermeidliche Temperaturerhöhung auf 2°C zu beschränken. Das Land Hessen sieht sich als wirtschaftlich starkes Bundesland besonders gegenüber den ambitionierten nationalen Minderungszielen verpflichtet und setzt mit JIM.Hessen auch auf die Nutzung des Emissionshandels. Dies bekräftigte Rüdiger Schweer, Referatsleiter Klimaschutz und Klimawandel im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einem Interview mit dem Fernsehsender Rhein-Main TV: „Unser Programm JIM.Hessen soll zeigen, dass es insbesondere im unternehmerischen Bereich möglich ist, Ökonomie und Klimaschutz zu verbinden.“ Weitere Informationen zu JIM.Hessen und den Teilnahmebedingungen: ■

Dr. Tina Knispel Transferstelle Internationaler Emissionshandel Hessen HA Hessen Agentur GmbH Tel.: 0611/774-8419 E-Mail: tina.knispel@hessen-agentur.de www.transferstelle-emissionshandel-hessen.de

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Dr. Tina Knispel

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Uni Kassel erforscht innovative biobasierte Werkstoffe Naturfaser: kostengünstig, recyclingfähig und CO2-neutral Aus den Hochschulen

Seit einigen Jahren zeigt die Industrie ein verstärktes Interesse an der Nutzung nachwachsender Rohstoffe und speziell an der Nutzung von Naturfasern. Vor diesem Hintergrund arbeitet der Lehrstuhl Kunststoff- und Recyclingtechnik der Universität Kassel an der Entwicklung neuer biobasierter Polymere und Verbundwerkstoffe.

Bauteil für eine PKW-Tür aus Naturfaser-Verbundwerkstoff

Prof. Andrzej K. Bledzki

Naturfasern können zum einen als Ersatz für heute übliche Verstärkungsfasern, zum anderen aber auch als Füllstoff eingesetzt werden. Beispielsweise finden Holzfasern Verwendung in so genannten Wood Polymer Composites. Wesentliche Vorteile sind die niedrige Dichte, die geringeren Kosten und die bessere Recyclingfähigkeit. Außerdem sind die weitestgehend neutrale CO2-Bilanz und die Unabhängigkeit vom steigenden Erdölpreis zu nennen. Um eine breitere Anwendung zu ermöglichen, sind Forschungsarbeiten zur besseren Verwertung der Fasern und zur Optimierung der Materialeigenschaften nötig. Eine völlig innovative Idee ist die Verwendung von Abfallprodukten der Getreideindustrie, die über einen hohen Faseranteil verfügen und sehr kostengünstig sind. Der Lehrstuhl Kunststoff- und Recyclingtechnik arbeitet im Rahmen des Forschungsverbundes „Biokunststoffe zur stofflichen Nutzung von Biomasse“ daran, die Wertschöpfung aus Reststoffen und Nebenströmen der Agrarproduktion, der Zellstoffherstellung und anderer Verarbeitungsprozesse zu erhöhen. Mittels innovativer Verfahren sollen erdölbasierte Polymere in technischen Bereichen substituiert sowie biobasierte Polymer- und Faseradditive mit maßgeschneiderten Materialeigenschaften entwickelt werden. Der Forschungsverbund wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. Er verfügt über ein Volumen von rund vier Millionen Euro

und umfasst mehrere Teilprojekte. Besonderes bemerkenswert ist das große Interesse der Industrie: Insgesamt 15 Unternehmen unterstützen das Vorhaben.

Naturfaserverstärkung für technische Kunststoffe Technische Biokunststoffe bilden einen wichtigen Bestandteil der Aktivitäten des Lehrstuhls Kunststoff und Recyclingtechnik. Bedingt durch die hohe Verarbeitungstemperatur ließen sich diese bisher kaum mit Naturfasern verstärken und so an ein gefordertes Eigenschaftsprofil anpassen. Durch langjährige Forschungen gelang es, diverse technische Kunststoffe mit optimierten Naturfasern zu verarbeiten und somit die mechanischen Kennwerte signifikant zu verbessern. Die am Lehrstuhl entwickelten Bio-Verbundwerkstoffe sind für mehrere Anwendungen in der Automobil-, Möbel-, Bau- oder Elektroindustrie geeignet. Auf der Basis seiner Erfahrungen organisiert der Lehrstuhl alle zwei Jahre den Global WPC and Natural Fibre Composites Congress (www.wpc-nfk.de). Die Konferenz bildet eine Plattform für aktuelle und zukünftige Technologien und Produkte aus erneuerbaren Rohstoffen. Sie findet in diesem Jahr am 22. and 23. Juni in Fellbach/Stuttgart statt. ■

Prof. Andrzej K. Bledzki Adam Jaszkiewicz Universität Kassel Institut für Werkstofftechnik Kunststoff- und Recyclingtechnik Mönchebergstraße 3 34125 Kassel Tel.: 0561/804-3690, -3691, Fax: -3692 E-Mail: kutech@uni-kassel.de

Adam Jaszkiewicz

Lehrstuhl Kunststoff- und Recyclingtechnik Der Lehrstuhl Kunststoff- und Recyclingtechnik wurde 1994 als Stiftungsprofessur mit Unterstützung von 29 Unternehmen gegründet und anschließend in eine Landesprofessur überführt. Am Institut für Werkstofftechnik des Fachbereichs Maschinenbau der Universität Kassel befasst er sich mit wissenschaftlichen und praxisbezogenen Frage-

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stellungen der Kunststofftechnik. Den Schwerpunkt der Aktivitäten bilden sowohl die Erforschung neuer polymerer Materialsysteme als auch deren Verarbeitung, Charakterisierung und Prüfung. Bei Verstärkungsfasern wird auch auf Materialien natürlicher Herkunft gesetzt, wie beispielsweise Hanf, Flachs oder Jute.


Ausbau der stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen Bundesregierung verabschiedet Aktionsplan Umweltrecht

Die Bundesregierung unterstützt unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den weiteren Ausbau der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Im September 2009 hat sie hierzu den Aktionsplan zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe vorgestellt. Der Aktionsplan ergänzt den im April 2009 verabschiedeten Nationalen Biomasseaktionsplan für die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Ziel ist es, die führende Rolle Deutschlands im Bereich nachwachsender Rohstoffe zu sichern und auszubauen. Dazu soll der Biomasseanteil und die Effizienz des Biomasseeinsatzes bei der Rohstoffversorgung in Deutschland gesteigert werden. Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Einsparung fossiler Ressourcen, zur Verbreiterung der heimischen Rohstoffbasis und zur Stärkung ländlicher Räume. Wenn Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen am Ende des Produktlebenszyklus energetisch genutzt werden, wird dadurch nur die Menge an CO2 freigesetzt, die zuvor in der Pflanze gespeichert wurde.

Hohes wirtschaftliches Potenzial

Zwölf Handlungsfelder

Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe birgt zudem enormes wirtschaftliches Potenzial für Industrien wie Verpackung, Automobil, Pharma, Chemie und Baustoffe. Für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der weißen Biotechnologie, in Verpackungen, in Kunststoffen für die Automobilindustrie sowie in Dämmstoffen und Arzneimitteln werden hohe Wachstumsraten prognostiziert. Schätzungen zufolge wird beispielsweise der Anteil biotechnologischer Produkte im Jahr 2030 etwa 20 – 30 Prozent des gesamten Produktionswertes der Chemie- und Pharmaindustrie ausmachen. Bereits heute werden in Deutschland Phytopharmaka im Wert von 1,6 Milliarden Euro produziert. Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben derzeit noch einen geringen Anteil am weltweiten Kunststoffmarkt von 0,2 Prozent bei einer jährlichen Produktionsmenge von 350.000 Tonnen. Prognosen gehen davon aus, dass die Produktion bis zum Jahr 2020 auf drei Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen wird, was einem Umsatz von etwa elf Milliarden Euro entspricht.

Zur Umsetzung des Aktionsplans wurden zwölf Handlungsfelder definiert, davon die sechs produktübergreifenden: > Sicherung der Rohstoffbasis, > Sicherung der Nachhaltigkeit, > Forschung und Entwicklung, > Förderung der Markteinführung, > Information, > Öffentliches Auftragswesen, und die sechs produktbezogenen Handlungsfelder: > Industrielle Biotechnologie und Bioraffinerien, > Biobasierte Werkstoffe (einschließlich naturfaserverstärkte Kunststoffe), > Bauen und Wohnen, > Oleochemische Anwendungen, > Zellstoffnutzung, Stärkeverarbeitung, > Phytopharmaka, Kosmetika.

§ §

> Fortsetzung auf Seite 17

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Innovationsradar Umweltrecht Umweltrecht im Überblick Innovationsradar Umweltrecht – Januar 2010 Vorphase (Arbeitsentwürfe) Vorschlag, Mitteilung u. Ä. der Kommission (KOM-Doc) Gemeinsamer Standpunkt des Rates

Europäisches Recht

Titel des Rechtsakts

Verabschiedung: EP + Ministerrat

Status

Wesentlicher Inhalt

Energie/Klima Aktionsplan der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Die Bundesregierung sieht in der Nutzung nachwachsender Rohstoffe ein hohes Innovationspotenzial, da vorhandene Produkte mit neuen Technologien durch biobasierte Produkte ersetzt werden können. Außerdem trägt die meist hohe Verarbeitungstiefe bei der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu mehr Wertschöpfung und Beschäftigung bei. Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

INFO: Umweltschutzvorschriften können eine marktschaffende Wirkung für Hersteller von Vermeidungs- und Verminderungstechnologien und für Umweltdienstleister haben. Aus neuen oder geplanten Vorschriften können Hinweise auf künftigen technologischen Bedarf und mögliche interessante Innovations- und Geschäftsfelder abgeleitet werden. Für das Innovationsradar Umweltrecht prüft ein Team erfahrener Umweltexperten regelmäßig die neuesten rechtlichen Entwicklungen auf ihre wirtschaftliche Bedeutung. Das Innovationsradar ist ein Service der Aktionslinie Hessen-Umwelttech mit dem Effizienznetz Rheinland-Pfalz als Kooperationspartner. Dienstleister sind die Rack Rechtsanwälte in Frankfurt am Main und die AMCG Unternehmensberatung GmbH in München. Weitere Informationen und ausführlichere Angaben zu den einzelnen rechtlichen Regelungen finden Sie unter www.hessen-umwelttech.de, Rubrik Innovationsradar Umweltrecht.

Luft/Industrieanlagen Entwurf: Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen – 39. BImSchV

Das Bundesumweltministerium hat einen Referentenentwurf für eine Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen vorgelegt. Die neue 39. BImSchV soll die Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft (22. BImSchV) und die Verordnung zur Verminderung von Sommersmog, Versauerung und Nährstoffeinträgen (33. BImSchV) ersetzen. Sie dient der Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG aus dem Jahr 2008. Die Richtlinie 2008/50/EG übernimmt alle bereits eingeführten Luftqualitätswerte. Für die besonders gesundheitsschädlichen Feinstäube mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner als 2,5 µm (so genannte PM 2,5) werden darüber hinaus zusätzliche Luftqualitätswerte festgelegt.

Produkte Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität beschlossen. Ziel der Bundesregierung ist es, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität legt Maßnahmen fest, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Es sollen insbesondere Fortschritte bei der Batterietechnologie, der Netzintegration sowie bei der Marktvorbereitung und -einführung von Elektrofahrzeugen erreicht werden. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Koppelung von Elektromobilität und erneuerbaren Energien.

Vorschlag für eine Verordnung zur Festsetzung von Emissionsnormen für neue leichte Nutzfahrzeuge im Rahmen der Gesamtstrategie der Gemeinschaft zur Minderung der CO2-Emissionen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw

Die EU-Kommission hat im November 2009 einen Verordnungsvorschlag vorgelegt, durch den die CO2-Emissionen von leichten Nutzfahrzeugen gesenkt werden sollen. Die Verordnung macht keine Vorgaben, wie die Emissionsziele erreicht werden müssen. Mit der Vorschrift sollen Anreize für die Automobilindustrie geschaffen werden, in neue Technologien zu investieren. Sie fördert damit nach dem Willen der Kommission aktiv die Ökoinnovation und berücksichtigt auch künftige technologische Entwicklungen. Auf diese Weise soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie verbessert und mehr hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Verabschiedung Beschluss im BT/BR/LT-Ausschuss Entwurf (BT-Drs./BR-Drs./LT-Drs.)

Nationales Recht

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Vorphase (Referentenentwürfe)


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Fortsetzung von Seite 15

Ziele und Maßnahmen

Für jedes Handlungsfeld werden Ziele und Maßnahmen definiert. Hierzu gehören beispielsweise:

Marktchancen

Fundstelle

Marktchancen ergeben sich für Unternehmen, die entlang der Wertschöpfungskette für nachwachsende Rohstoffe tätig sind. Hierzu gehört eine Vielzahl von Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Chemie, Papier- und Kartonagenindustrie, Verpackungsindustrie, Pharma- und Kosmetikindustrie, Hersteller von Schmierund Treibstoffen, Hersteller von Faserverbundwerkstoffen und Formteilen, Hersteller von Baumaterialien und Dämmstoffen sowie die Textilindustrie. Ferner gehören die Ausrüster dazu, die entsprechende Produktions- und Verarbeitungsanlagen liefern.

www.bmelv.de

Marktchancen ergeben sich für Unternehmen der Umweltindustrie dadurch, dass die Bundesregierung verpflichtet ist, Maßnahmen zu erlassen, um die Emissionshöchstmengen für Feinstäube einzuhalten. Hierzu gehören strengere Umweltauflagen für Produktionsanlagen und Kraftfahrzeuge sowie steuerliche Regelungen zur Förderung umweltfreundlicher Verfahren und Produkte. Somit ergeben sich Marktchancen insbesondere für Unternehmen der Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Ingenieurbüros, Elektrotechnik und Werkstoffe/Chemie. Deren Aufgabe besteht in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von nachgeschalteten und integrierten Lösungen zur Reduktion von Emissionen.

www.bmu.de

Marktchancen für die Umweltindustrie ergeben sich zum einen durch die Teilnahme an Förderprogrammen, die von unterschiedlichen Bundesministerien im Bereich der Elektromobilität aufgelegt werden. (Im Einzelnen sind dies BMBF, BMU, BMWi, BMVBS und BMELV.) Zum anderen ergeben sich mittel- und langfristig Chancen und Risiken für eine Vielzahl von Industrien, wenn Elektrofahrzeuge die konventionellen Verbesserungsmotoren substituieren.

www.bmwi.de

Marktchancen ergeben sich für Unternehmen die Technologien zur Reduktion der CO2-Emissionen entwickeln. Es gibt eine Vielzahl von technologischen Ansätzen die zu einer Senkung der Emissionen führen. Hierzu gehören z.B. verbrauchsarme Verbrennungsmotoren, Rückgewinnung von Bremsenergie, Gewichtsreduktion (z.B. durch den Einsatz von Kunststoffen), alternative Treibstoffe und der Einsatz der Thermoelektrik (Umwandlung von Wärme aus dem Abgasstrang in elektrischen Strom).

KOM (2009) 593

> Steigerung der Biomasseproduktion durch verbesserte Nutzpflanzen und Anbaumethoden, > Erschließen neuer Anbauflächen für Nutzpflanzen, > gezielte Förderung biobasierter Produkte, wie beispielsweise Naturdämmstoffe, > Aufklärungs- und Akzeptanzmaßnahmen, > Erhöhung des Anteils an nachwachsenden Rohstoffen bei der Beschaffung öffentlicher Einrichtungen, > Entwicklung von Technologien und Prozessen für die Konversion von Rohstoffen in weiterverarbeitbare Zwischenprodukte, > Erhöhung des Anteils an biobasierten Werkstoffen bei Kunststoffen, > Ausbau des Marktanteils für Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, > verstärkter Einsatz biobasierter Schmierstoffe, > Ausbau der Cellulose und Stärke verarbeitenden Industrie.

Vielfältige Marktchancen Der Aktionsplan bietet somit einer Vielzahl von Unternehmen, die entlang der Wertschöpfungskette für nachwachsende Rohstoffe tätig sind, interessante Potenziale. Profitieren können Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Chemie, Papier- und Kartonagenindustrie, Verpackungsindustrie, Pharma- und Kosmetikindustrie. Marktchancen ergeben sich außerdem für Hersteller von Schmier- und Treibstoffen, Hersteller von Faserverbundwerkstoffen und Formteilen sowie für Hersteller von Baumaterialien und Dämmstoffen. Weitergehende Informationen zum Aktionsplan finden sich unter www.bmelv.de, www.biowerkstoffe.info und www.fnr.de. ■

Christoph Genter, Daniel Narnhammer AMCG Unternehmensberatung GmbH Tel.: 089/1307570 E-Mail: christoph.genter@amcg.de www.amcg.de

Christoph Genter

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Nachrichten aus Wirtschaft und Wissenschaft Fraport unterzeichnet Charta „100 Unternehmen für den Klimaschutz“

TU Darmstadt übernimmt entscheidende Funktion in europäischer Klimainitiative

Frankfurt. Fraport hat am 6. Januar in Frankfurt als viertes hessisches Unternehmen die Charta „100 Unternehmen für den Klimaschutz“ unterzeichnet. Als einer der fünf größten Arbeitgeber Hessens mit 17.500 Beschäftigten verpflichtet sich Fraport damit, energieeinsparende und klimaschützende Maßnahmen zu ergreifen.

Darmstadt. Forschungsergebnisse schneller und systematischer in marktfähige Lösungen umsetzen – das ist das Ziel der „Knowledge and Innovation Communities“ (KICs) des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT), in denen Universitäten, Industrieunternehmen und regionale Behörden zusammenarbeiten. Im Climate KIC wird das Energy Center der Technischen Universität Darmstadt eine Schlüsselrolle übernehmen: Es koordiniert in einem Konsortium von sechs europäischen Regionen den Beitrag der Region Hessen.

Die Hessische Landesregierung sucht im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie 100 Unternehmen, die Energie einsparen, Energie effizient nutzen und zum Klimaschutz beitragen. Mit der Unterzeichnung der Charta bindet sich der Flughafenbetreiber, einen Aktionsplan zu erstellen, über die Umsetzung der Maßnahmen regelmäßig zu berichten und den Plan zu aktualisieren. Der Aktionsplan von Fraport beinhaltet die energetische Optimierung der Terminalanlagen und von 60 Büro- und Servicegebäuden. Geplant ist eine Senkung des Energieverbrauchs bei den Terminalanlagen von bis zu 30 Prozent und bei den Büround Servicegebäuden um 15 Prozent. ■

www.hessen-nachhaltig.de

Blechwarenfabrik Limburg gewinnt Deutschen Materialeffizienzpreis 2009 Limburg/Berlin. Die Blechwarenfabrik Limburg GmbH wurde am 1. Dezember vergangenen Jahres vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit dem Deutschen Materialeffizienzpreis 2009 ausgezeichnet. Den Preis vergibt das BMWi seit 2004 an mittelständische Unternehmen für rentable Steigerungen im Bereich der Materialeffizienz. Die Blechwarenfabrik Limburg konnte durch eine Vielzahl von Projekten und Innovationen fast 1.000 Tonnen Roh-, Hilfs- und Betriebstoffe jährlich einsparen. Die Bandbreite der Verbesserungen reicht vom primären Werkstoff Weißblech bis zu den Verpackungsmaterialien und sogar Arbeitshandschuhen; sie beinhalten alle Geschäftsprozesse in der Produktion und Verwaltung. Die im Jahr 2010 bevorstehende Umweltmanagement-Zertifizierung nach ISO 14001 unterstützt das Konzept zur Materialeffizienz.

■ ■

www.blechwaren-limburg.de www.materialeffizienz.de

Im Rahmen des Climate KIC arbeiten die Partner an den Themen „Klimaforschung“, „Reduktion von der Emission von Treibhausgasen aus Städten“, „Erneuerbare Prozesse mit Biomasse“ und „Integrierter Wasserhaushalt“. Zu den Aufgaben zählen die Verbesserung des Erdsystem-Monitorings für die Klimaforschung sowie die Entwicklung einer kohlenstoffdioxidarmen Wirtschaftsweise, zum Beispiel durch Erdwärme und Nutzung geologischer Speicher. ■

Abfallwirtschaftliche Länderprofile veröffentlicht Bonn. Die Exportinitiative Recycling- und Effizienztechnik RETech des Bundesumweltministeriums hat auf ihrer Internetseite Kurzprofile zu 33 Ländern veröffentlicht. Diese geben einen Überblick zur Abfallwirtschaft sowie über Chancen und Risiken eines Markteintritts im jeweiligen Land. Ausführlichere Versionen der Länderprofile mit detaillierten Informationen, Links und Kontaktadressen können über das RETech-Portal bestellt werden. Für folgende Länder stehen Profile zur Verfügung: > Europa: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Spanien, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich > Afrika/Naher und Mittlerer Osten: Ägypten, Marokko, Syrien, Südafrika > Nord- und Südamerika: Brasilien, Kanada, Mexiko, Republik Chile, USA > Asien: Indien, Indonesien, Japan, Republik Korea, Russische Föderation, Saudi-Arabien, Türkei, Vietnam, Volksrepublik China ■

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Weitere Informationen: Prof. Rolf Katzenbach, katzenbach@energycenter.tu-darmstadt.de

www.retech-germany.net


Forscher machen Schadstoffentstehung in Brennkammern sichtbar

Kompetenzatlas „Kraft-Wärme(-Kälte)-Kopplung Region Mittelhessen“ erschienen

Darmstadt. Wo und wann entstehen Schadstoffe im Motor? Die Antwort fällt jetzt noch exakter aus. Denn neue Messmethoden können selbst mikrosekundenschnelle und auf winzigstem Raum stattfindende Brennprozesse darstellen. Professor Andreas Dreizler, Leiter des Fachgebiets Reaktive Strömungen und Messtechnik am Center of Smart Interfaces der TU Darmstadt, nutzt Licht als Messinstrument. Damit stößt er bei Maschinenbauern aus aller Welt auf Interesse, die mit der Darmstädter Expertise ihre Motoren schneller und günstiger modernisieren können.

Wiesbaden. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat zusammen mit dem MitteHessen e. V. – Regionalmanagement für Mittelhessen den Kompetenzatlas „Kraft-Wärme(-Kälte)-Kopplung Region Mittelhessen“ publiziert. Ziel ist es, die bisher noch ungenutzten Potenziale der Kraft-Wärme(Kälte)-Kopplung zu lokalisieren und auszuschöpfen.

„Mit Laserlicht betrachten wir bislang unsichtbare Prozesse, zum Beispiel die Entstehung von Flammen in der Brennkammer von Automotoren, wenn der Motor gezündet wird. Dabei können wir dichter denn je an das Geschehen heran – und das, ohne den Prozess selbst zu stören beziehungsweise zu verändern. Mit den klassischen Sensoren ist das unmöglich“, betont Dreizler. ■

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige Umwandlung von eingesetzter Energie in mechanische oder elektrische Energie und Nutzwärme. Die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) stellt eine Erweiterung dar, bei der die in einem Blockheizkraftwerk erzeugte Nutzwärme zum Betrieb von Kältemaschinen für die Klimatisierung verwendet wird. Eine verbesserte Energieeffizienz erhöht den Wirkungsgrad dieser Energieumwandlungsanlagen auf bis zu 90 Prozent. Der Kompetenzatlas ist als CD verfügbar und kann im Internet bestellt werden unter:

www.tu-darmstadt.de ■

www.energieland-hessen.de („Kontakt“)

20 Jahre Institut für sozial-ökologische Forschung Frankfurt. Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat am 4. Dezember vergangenen Jahres in Frankfurt sein 20jähriges Bestehen gefeiert. Auf der Jubiläumsveranstaltung diskutierten die Gäste über die Zukunft der Nachhaltigkeit. Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker, der das ISOE seit seiner Gründung begleitet hat, hielt die Festrede. Seit zwei Jahrzehnten forscht das ISOE im Bereich der Nachhaltigkeit. Dabei fließen sowohl sozial- und naturwissenschaftliche Erkenntnisse als auch Erfahrungen von Praxispartnern ein. Derzeit arbeitet das Institut in den Schwerpunkten Wasser, Versorgung, Mobilität, Energie und Klima, Raumentwicklung, Lebensstile, Gender und Bevölkerungsentwicklung. Ergebnisse der Forschungsprojekte sind Strategien, Empfehlungen, Modelle oder Szenarien für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Das ISOE ist als gemeinnütziges Forschungs- und Beratungsinstitut national und international tätig und hat inzwischen 27 Mitarbeiter. ■

www.isoe.de

Nachrichten in den E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech und unter www.hessen-umwelttech.de

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Aktuelle Meldungen aus Wirtschaft und Wissenschaft rund um die Umwelttechnologie in Hessen finden Sie auch auf unserer Homepage www.hessen-umwelttech.de und in unseren monatlich erscheinenden E-Mail-NEWS Hessen-Umwelttech, die Sie kostenlos abonnieren können.

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Veranstaltungen/Termine 18.03.2010

Kassel

Fachtagung Hessen-Umwelttech 2010 Jahrestagung der Aktionslinie Hessen-Umwelttech mit den Schwerpunkten: Ressourceneffizienz, Solarenergie, Green IT und Wassermanagement ■

www.hessen-umwelttech.de

12.04. – 15.04.2010

Doha (Katar)

PROJECT QATAR Messe mit den Schwerpunkten: Bautechnik und Umwelttechnologie; Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ ■

www.ifpqatar.com www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2010)

Die Aktionslinie Hessen-Umwelttech ist eine Maßnahme des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Sebastian Hummel Kaiser-Friedrich-Ring 75 D-65185 Wiesbaden Tel.: 0611 / 815 - 2471, Fax: - 492471 E-Mail: sebastian.hummel@hmwvl.hessen.de Internet: www.wirtschaft.hessen.de Projektträger ist die HA Hessen Agentur GmbH Dr. Carsten Ott (Leiter), Dagmar Dittrich Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden Tel.: 0611 / 774-8350 oder - 8645, Fax: - 8620 E-Mail: carsten.ott@hessen-agentur.de dagmar.dittrich@hessen-agentur.de Internet: www.hessen-umwelttech.de Kooperationspartner:

10.06 – 13.06.2010

Istanbul (Türkei)

REW ISTANBUL – International Recycling, Environmental Technologies and Waste Management Trade Fair Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ ■

www.rewistanbul.com www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2010)

RKW Hessen GmbH Jürgen Müller, Kay Uwe Bolduan Büro Eschborn Düsseldorfer Straße 40 D-65760 Eschborn Tel.: 06196 / 970 - 241 oder -255, Fax: - 299 E-Mail: k.bolduan@rkw-hessen.de j.mueller@rkw-hessen.de Internet: www.rkw-hessen.de

Impressum

08.07 – 09.07.2010

Wiesbaden

DENEX Kongressmesse für Dezentrale Energiesysteme & Energieeffizientes Bauen und Sanieren ■

Redaktion Dagmar Dittrich, HA Hessen Agentur GmbH

www.denex.info

13.09. – 17.09.2010

München

IFAT ENTSORGA – 16. Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling Gemeinschaftsstand der Aktionslinie Hessen-Umwelttech www.ifat.de ■ www.hessen-umwelttech.de (Rubrik Messen & Außenwirtschaft/Aktuelle Messen) 12.10. – 14.10.2010

Los Angeles (USA)

Solar Power International Hessischer Informationsstand mit Infrastruktur- und Serviceangeboten für hessische Unternehmen ■ www.solarpowerinternational.com ■ www.hessen-agentur.de (Internationales Messeprogramm 2010)

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Herausgeber Aktionslinie Hessen-Umwelttech Dr. Carsten Ott, HA Hessen Agentur GmbH Abraham-Lincoln-Straße 38 – 42 D-65189 Wiesbaden

Hessen-Umwelttech NEWS 1/2010

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