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HENNING ROSS


PARTS OF THE

WHOLE

For Viktor.


Von der Schönheit des

Undurchdringlichen

Lando Bergström Da stehen wir nun. Jenseits der Klarheit, allein und hilflos. Gerade noch war alles wie immer. Die Dinge gingen ihren Gang. Wir standen mitten im Leben und im Großen und Ganzen konnte uns nichts wirklich überraschen. Alles war übersichtlich. Wir kannten uns aus – dachten wir. Und jetzt. Ein Nebel umgibt uns – mal undurchdringlich fest, mal leicht, wie eine Gardine, die den Blick


auf die Welt da draußen milde stimmt. Wir sind wach, doch gleichzeitig im Traum. Was ist passiert? Wir haben uns gefragt, wer wir sind, was hinter allem steckt. Wir haben gerätselt und uns selbst verloren. Wie konnte das Gefühl, zu wissen, wer wir sind, abhanden kommen? Da ist sie nun, die Frage, die uns an verschiedenen Punkten unseres Lebens immer wieder neu beschäftigen wird. Die Frage nach dem Warum, der Unbeständigkeit unseres Selbst, dem innersten Zusammenhang der Dinge. Wir behaupten zwar, wir sind erwachsen, aber wir werden kein bisschen schlauer. Wir wissen, wie man sich durch das Leben schlägt, haben Strategien für alles Mögliche entwickelt, aber der Antwort auf die große Frage sind wir nicht im Mindesten näher gekommen – wohl auch, weil wir nicht mehr allzu oft darüber nachdenken. Wenn wir uns wieder auf die Suche begeben und einen Vorhang beiseite ziehen, lächelt uns bereits der nächste an. Uns wird langsam klar, dass hier gar nichts klar ist – und wohl auch nie sein wird, von

der Endlichkeit unseres irdischen Daseins einmal abgesehen. Es scheint fast zum Verzweifeln. Aber dafür gibt es keinen Grund. Postulieren wir lieber die Ästhetik der Unklarheit. Die Schönheit des Undurchdringlichen. Wenn eine neue Liebe in unser Leben tritt, was macht den Rausch aus, der durch unsere Adern peitscht? Das Wissen, angekommen zu sein, oder nicht doch das Gefühl, Neuland zu betreten, mal wieder gar nichts zu wissen und um so mehr zu fühlen? Wir dürfen nicht alles verstehen und doch nie aufhören, es zu versuchen. Die Neugier treibt uns an, immer weiter auf unserem Weg, dessen wirkliches Ziel wir nicht kennen. Wir verlaufen uns und finden wieder zurück, wir verlieren uns und erfinden uns neu, wir rennen und rasten, wir taumeln und stehen, wir blicken zurück und nach vorn, wir sind gelangweilt und trauen dabei unseren Augen nicht. Es gibt keine Klarheit, aber das Leben.


On the Beauty of the

Impenetrable

Lando Bergstrรถm Here we stand. Beyond clarity, helpless and alone. Just moments ago everything was as it has always been.Things were going their own way. We were standing with both feet planted firmly on the ground and all in all nothing would catch us off guard. Everything was clear. We thought we knew.


But now. A fog encloses us – sometimes impenetrable, sometimes weightless, like a curtain through which the world outside seems less harsh. We are awake, yet wandering through a dream. What has happened? We asked ourselves who we are, what was behind it all. We tried to understand and lost ourselves. How could we lose the feeling of knowing who we were? So, here it is, the question that will keep occupying our thoughts throughout the course of our lives. The question why, the impermanence of our selves, the interconnection of all things. We may say that we have grown up and yet we are not wiser than before. We know how to overcome the obstacles life throws our way, have developed strategies for all sorts of things, but we are not any closer to answering the big question – maybe because we think about it less and less. We continue on our journey, but as soon as we part the curtain inhibiting our view, a new one appears behind it. We begin to realize that nothing is clear

- and maybe it never will be, apart from the finiteness of our earthly existence. It seems almost hopeless. And yet there is no reason to despair. Let us postulate the aesthetics of ambiguity. The beauty of the impenetrable. What causes that sensation of joy rushing through our veins when a new found love walks into our lives? Knowing we have arrived or the experience of conquering new frontiers by thinking less and feeling more? We will never be able to understand everything and yet we keep on trying. Curiosity gives us the energy to continue along our path, the destination of which is unknown to us. We stray from our road only to fi nd it once more, we misplace and reinvent ourselves, we run and we rest, we stagger and stand, we glance over our shoulders and far out into the future, we are bored and yet we cannot believe our eyes. There is no clarity. Only life.


THANK YOU

SPECIAL THANKS TO Viktor Vehreschild • Irmtraud & Jörg Ross Heike Ross & Familie Stefanie Parlar & Familie • Charlotte Schreiber, Matthis Eilers, Lando Bergström, Maurice Kohl, Susanne Hegmanns Julia Unkel & Lisa Ridder • Prof. Cindy Gates & Kai Jünemann Katharina Bödecker, Janina Fleckhaus & Julia von der Heyde


IMPR INT

No part of this content may be reproduced in any form without written permission. Photography & Editing: Henning Ross Layout: Henning Ross Graphic Design: Matthis Eilers Foreword: Lando Bergström • Supervision: Prof. Cindy Gates & Kai Jünemann FH Dortmund, 2012 • Print: SGV REPROSTUDIO GmbH Typefaces: Justus, Gotham Narrow Paper: Lessebo Design smooth bright • Copyright © 2012 by Henning Ross All rights reserved. • www.henningross.de kontakt@henningross.de


PARTS of the WHOLE  

My diploma thesis.

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