Page 1

Swiss Intercooperation

JAHRESBERICHT 478’371

Bäuerinnen und Bauern haben ihre Produktion dem Klimawandel angepasst.

469’200

Menschen haben Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen erhalten.

813’661 Menschen haben dank Brücken oder Strassen Zugang zum Markt bekommen.

351’035 Menschen haben Vermarktungskurse besucht.

135’434 Menschen haben Kurse für Demokratie, Verwaltung und Bürgerrechte besucht.

128’367 Kinder und Jugendliche haben eine Primarschule besucht.

567’486

72’263 Jugendliche haben ihre berufliche Ausbildung an die Hand genommen.

EIN BESSERES LEBEN FÜR 3’015’817 MENSCHEN

Bäuerinnen und Bauern haben bessere Produktionsmethoden kennengelernt.


2 Inhalt und Impressum © Flurina Rothenberger

5’000

Hängebrücken haben die Menschen in Nepal bisher gebaut. Diese Brücken sind Impulse für den Handel, und sie fördern kleine Gewerbebetriebe.

Seite 10

© HELVETAS Swiss Intercooperation

50

© Simon B. Opladen

Hektar Land haben Bauernfamilien im Nationalpark Patuca mit Kakao und Edelhölzern bepflanzt. Sie haben damit ein zusätzliches Einkommen und sind nicht mehr gezwungen, den Urwald zu roden.

Seite 14

375

Kinder und Jugendliche holen im Osten Burkina Fasos ihre Schulbildung nach und absolvieren eine einfache Berufslehre.

Botschaft des Präsidenten 

5

Rückblick des Geschäftsleiters

6

Die 33 Länderprogramme

8

Wasser und Infrastruktur

10

Landwirtschaft und Markt

12

Umwelt und Klima

14

Bildung16 Demokratie und Frieden

18

Unsere Leistungen

20

Wirkungsstudie22 Essay: Fragile Staaten

24

Fairer Handel

26

Projekte Schweiz

28

Finanzen30 Partner und Donatoren

HELVETAS Swiss Intercooperation ist ein parteipolitisch und konfessionell unabhängiger Verein, der von 98’604 Mitgliedern, Gönnerinnen und Gönnern sowie 12 ehrenamtlich tätigen Regionalgruppen getragen wird. In den Projekttexten dieses Jahresberichts wird für HELVETAS Swiss Intercooperation die Kurzbezeichnung Helvetas verwendet. Impressum Herausgeber: HELVETAS Swiss Intercooperation, Geschäftsstelle Zürich, Weinbergstrasse 22a, CH-8001 Zürich Telefon: +41 (0)44 368 65 00, info@helvetas.org HELVETAS Swiss Intercooperation, Geschäftsstelle Bern, Maulbeerstrasse 10, CH-3001 Bern, Telefon +41 (0)31 385 10 10, info@helvetas.org Redaktion: Hanspeter Bundi Korrektorat: Kathrin Krämer Bildredaktion: Andrea Peterhans Gestaltung: Spinas Civil Voices, Zürich Layout: Ruth Walder, GrafikWerk, Zürich Druck: Künzle Druck AG, Zürich Papier: Cyclus Offset Recycling

32

Organisationsstruktur34

Seite 16

Spendenkonto: 80-3130-4 Zürich; ZEWO-anerkannt


© Flurina Rothenberger

3’015’817

Menschen konnten im Jahr 2013 ihr Leben verbessern. Zusammen mit HELVETAS Swiss Intercooperation haben sie Trinkwasserbrunnen, Brücken und Wege gefunden. Sie haben sich den Anforderungen des Klimawandels gestellt. Bauernfamilien haben ihre Anbaumethoden geändert und für ihre Produkte neue Märkte gefunden. Bürgerinnen und Bürger haben an Kursen und kulturellen Veranstaltungen erlebt, wie Konflikte friedlich beigelegt werden können. Behördenmitglieder haben gelernt, die Bedürfnisse dieser Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Die Zahl 3’015’817 umfasst auch alle Frauen, Männer und Kinder in Projekten, die HELVETAS Swiss Intercooperation im Auftrag der DEZA durchführt.


© Oriane Zerah

«Früher hat jede Frau das Brot für ihre Familie daheim gebacken und stand dabei stundenlang im Rauch der traditionellen Backöfen. Dann wurden, um Feuerholz zu sparen, die Gemeinschaftsbäckereien gebaut. Diese haben sich zu eigentlichen Treffpunkten entwickelt, und sie zeigen den Menschen, dass es sich lohnt, die eigenen Gewohnheiten hin und wieder zu überdenken.» Sylvaine Rieg, Helvetas-Programmleiterin in Afghanistan


Botschaft des Präsidenten

5

BEHARRLICH

Für viele Mädchen im ländlichen Osten Burkina Fasos hat das frühe Ausscheiden aus der Schule weitreichende Folgen: Sie werden von ihrer Familie jung verheiratet. Diapoa Yonli erschrak, als sie das realisierte, denn eine frühe Heirat wollte sie auf keinen Fall. Im Ausbildungszentrum ihres Dorfes Tansara holte sie ihre Schulbildung nach und begann eine Ausbildung zur Schneiderin. «Das hat mich vor einer frühen Heirat bewahrt», sagt sie heute.

Es sind Einzelgeschichten, doch sie stehen für Hunderttausende von Menschen, die ganz direkt von unserer Hilfe profitieren. Viele von ihnen haben aus eigenem Antrieb schon Schritte hin zu einer besseren Zukunft getan, doch dann stiessen sie auf Hindernisse. Die Schulbehörden ihrer Region hatten es nicht geschafft, das geplante Ausbildungszentrum zu bauen. Den Bauern einer abgelegenen Gegend fehlten verlässliche Kanäle zu den Konsumenten in der Stadt. Der Unterhalt der neuen Wasserversorgung scheiterte am Mangel an Fachleuten. Mit diesem Jahresbericht erhalten Sie anhand einiger Beispiele Einblick in die Arbeit von HELVETAS Swiss Intercooperation. Sie zeigen, dass wir es nicht dabei bewenden lassen, den Leuten «das Fischen beizubringen», wie es ein

Diese Arbeit an Strukturen und mit Behörden, die in der Entwicklungszusammenarbeit immer mehr Gewicht bekommt, ist mühsam, und sie erfordert Beharrlichkeit. Die Erfolge zeigen sich nur langsam, und sie sind meistens auch schwierig darzustellen. Es freut mich, dass HELVETAS Swiss Intercooperation sich durch solch widrige Umstände nicht davon abhalten lässt, auch in fragilen oder gescheiterten Staaten zu arbeiten, da, wo viele andere schon aufgegeben haben. Es freut mich, dass DEZA, SECO und andere offizielle Stellen das genauso sehen und uns mit Entwicklungsmandaten wie mit Programmbeiträgen betrauen. Und es freut mich, dass die vielen Mitglieder, Spenderinnen und Spender, Legatgeberinnen und -geber, Stiftungen und Unternehmen nicht nur den Bau von Brunnen oder Ausbildungszentren finanzieren, sondern auch ihren Unterhalt sichern, indem sie auch Zivilgesellschaften und verlässliche Behörden stärken. © Michele Limina

Bei HELVETAS Swiss Intercooperation lerne ich Jugendliche kennen, die ihr Leben verändern wollen. Ich treffe Dorfbewohner, die endlich, endlich über einen einfachen Trinkwasserbrunnen verfügen, und ich spreche mit Bauern, die mit neuen Produktionsformen auf die Klimaveränderung reagieren. Ich lese von Frauen, die es nach einem Helvetas-Workshop gewagt haben, sich in öffentliche Debatten einzumischen oder sich in ihrem Dorf in ein Amt wählen zu lassen.

konfuzianisches Sprichwort lehrt. Uns geht es vielmehr darum, Strukturen zu schaffen, die Entwicklung ermöglichen – für die einzelnen Menschen ebenso wie für die Gesellschaft. Und wir arbeiten daran, lokale Erfahrungen auch anderen Regionen eines Landes zugänglich zu machen. In Bhutan zum Beispiel sind unsere guten Erfahrungen mit einem Waldnutzungskonzept in die nationale Waldpolitik eingeflossen.

Elmar Ledergerber Präsident von HELVETAS Swiss Intercooperation

Ich danke Ihnen allen im Namen von Diapoa Yonli und im Namen der 375 Kinder und Jugendlichen, die im Ausbildungszentrum Tansara wie Diapoa ihre Schulbildung nachholen und die Grundlagen für einen Beruf erlernen. Und ich danke Ihnen im Namen von drei Millionen Menschen, die auf vier Kontinenten mit Hilfe von HELVETAS Swiss Intercooperation Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung überwinden konnten.


6 Rückblick des Geschäftsleiters

LERNEN HELVETAS Swiss Intercooperation versteht sich als lernende Organisation, bei der praktischen Entwicklungszusammenarbeit ebenso wie bei der Stärkung von Institutionen. Erfolgreiches Lernen findet dort statt, wo Theorie und Praxis sich aneinander reiben.

Z.B. im nepalesischen Tiefland, im Terai, zu Besuch bei einer kleinbäuerlichen Familie, die nicht ausreichend eigenes Land besitzt, um genügend Nahrungsmittel für den Eigenbedarf anzubauen. In einem Kurs lernten sie, aus den Stämmen von Bananenstauden, einem Abfallprodukt, mit einfachster Technologie hochwertiges Papier zu produzieren. Wir begleiten sie in der Vermarktung und bei der Frage, wie das neue Einkommen produktiv genutzt werden kann. So entstehen aus der Kombination eines Abfallprodukts mit einer innovativen Idee neue Lebenschancen, die mit beeindruckender unternehmerischer Energie genutzt werden. Oder in Mali, nahe der Grenze zu Burkina Faso, wo Bäuerinnen in ihren Kooperativen Kurse zu neuen Anbaumethoden mit der unternehmerischen Suche nach neuen Absatzmärkten verbinden. Und das in einem konfliktreichen nationalen Umfeld.

Es sind Geschichten, die von einer besseren Nahrungssicherheit und von höherem Einkommen für die Familie erzählen. Sie berichten aber auch darüber, wie schwierig es für Frauen immer noch ist, sich Zugang zu Land zu sichern. Und wie schwierig es für junge Frauen ist, eine Ausbildung zu machen.

noch mehr anhand von Statistiken und Berichten geplant als aufgrund von Einsichten in den prekären Alltag benachteiligter Männer, Frauen und Gruppen.

Solche Eindrücke sind wichtig, denn sie zeigen, welche Entwicklungsansätze greifen und welche nicht. Gespräche vor Ort, in den Dörfern ebenso wie mit Regierungsstellen, liefern Anstösse, um unsere Projekte weiterzuentwickeln. Denn allzu oft wird auf nationaler Ebene immer © Maurice K. Grünig

Mehrmals im Jahr lasse ich mein Büro in Zürich, die Sitzungen und Berichte hinter mir und besuche eines unserer Landesprogramme. Im direkten Augenschein, bei Gesprächen mit unseren Projektpartnern und Mitarbeitenden vor Ort und besonders durch Begegnungen mit Begünstigten werden Erfolge, manchmal auch Fehlschläge, greifbar. Unsere technisch formulierten Planungen und Berichte erhalten ein Gesicht. Ich lerne die Menschen hinter den Statistiken kennen.

Melchior Lengsfeld Geschäftsleiter von HELVETAS Swiss Intercooperation

Entwicklungszusammenarbeit allein kann ein Land nicht auf einen wirtschaftlichen Wachstumspfad leiten – und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Grundlage für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die tief in der Gesellschaft verankert sind. Internationale Direktinvestitionen sind wichtig, aber breitenwirksame wirtschaftliche Entwicklung lässt sich nicht einfach importieren. Investitionen internationaler Konzerne tragen nur dann zur Entwicklung bei, wenn grundlegende Arbeitsrechte und Umweltstandards respektiert werden. Wo aber Gesetze nicht durchgesetzt werden, Steuern in undurchsichtigen Konzernstrukturen versickern und Gewinne ins Ausland abgezogen werden, bleibt wenig Spielraum für nationale Entwicklung. Entwicklungszusammenarbeit kann dazu beitragen, dass eine Regierung die nötigen Rahmenbedingungen setzt, in denen auch bisher benachteiligte Menschen an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben können. Wo die Rahmenbedingungen stimmen, können sich Entwicklungsmotoren etablieren: breitenwirksame Berufsbildungssysteme, lokales Unternehmertum, Rechtssicherheit, griffige Arbeits- und Umweltgesetze oder soziale Sicherheitsnetze.


Diesen Entwicklungen trägt auch unsere Strategie 2013 – 2017 Rechnung: Sie setzt einen klaren Akzent darauf, konkrete Projekterfahrungen in die Formulierung nationaler Politiken und internationaler Regelungen einzubringen. Neben der Arbeit für das Menschenrecht auf Wasser bauen wir unser Engagement im Bereich Berufsbildung aus. Der Klimawandel bringt häufigere und verheerendere Naturkatastrophen. Wir setzen uns dafür ein, durch vorbeugende Massnahmen die zukünftigen Schäden durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren gerade für randständige und besonders verwundbare Schichten zu verringern. Ausgewogene Entwicklungschancen für Frauen und Männer bleiben ein roter Faden in all unseren Initiativen, und angesichts einer zunehmend ungleichen Einkommensverteilung erhält die Frage sozialer Gerechtigkeit neue Aufmerksamkeit. Die Welt verändert sich, rascher denn je zuvor. Deshalb ist es für uns entscheidend, dass wir kontinuierlich und aktiv aus unseren Erfahrungen lernen und unsere Partner in ihren neuen Rollen stärken. Im dritten Jahr nach dem Zusammenschluss ist die Phase der Zusammenführung der internen Systeme, die einige interne Energie beansprucht hatte, heute im Wesentlichen abgeschlossen. Der Mehrwert aus der Kombination unterschiedlicher Stärken ist heute greifbar. Wir haben nicht nur aus den gegenseitigen Erfahrungen gelernt, z.B. in den Bereichen Klimawandel, nachhaltige Landwirtschaft oder produktive Nutzung von Wasserressourcen. Die gemeinsame Grösse erlaubt auch eine höhere thematische Spezialisierung unserer Mitarbeitenden. Wir sind innovativer geworden, unsere Anforderungen an Qualität sind gestiegen, und wir sind international besser vernetzt als früher. Ende 2013 ist HELVETAS Swiss Intercooperation der Alliance2015 beigetreten, einem Verbund von acht europäischen NGOs. Mit ihnen werden wir auf Länderebene verstärkt zusammenarbeiten. Wir werden unsere Nothilfemassnahmen

© Melchior Lengsfeld

7

Veränderungen. Wenn ein Recyclingprodukt (handgeschöpftes Papier aus Bananenstauden) neues Einkommen schafft.

koordinieren und gemeinsam internationale entwicklungspolitische Kampagnen durchführen, z.B. zu Nahrungssicherheit oder Bildung. Die Kommunikation in der Schweiz bleibt eine wichtige Dimension unserer Arbeit, gerade in einer Zeit, wo trotz Globalisierung und einer Allgegenwärtigkeit von Produkten aus aller Welt die traditionelle Offenheit der Schweiz unter Druck gerät. Für HELVETAS Swiss Intercooperation ist es selbstverständlich, durch Freiwilligenaktionen, Schulbesuche und Ausstellungen aktiv dazu beizutragen, dass auch kommende Generationen sich als Bürgerinnen und Bürger einer Welt verstehen, die sich der Mitverantwortung für unseren Planeten bewusst und bereit sind, dafür auch etwas zu tun – in ihrem alltäglichen Konsum und in der schweizerischen Politik. 2013 haben wir daher eine interaktive Wanderausstellung lanciert, die am Beispiel unserer Nahrung vertiefte Einblicke in zentrale Entwicklungsfragen ermöglicht. «Wir essen die Welt» wird bis 2016 in verschiedenen Städten der Schweiz zu sehen sein. In den kommenden zwei Jahren werden die Millennium-Entwicklungsziele für globale Entwicklung international neu verhandelt. Dabei soll auch die Verantwortung der Industrieländer klarer benannt

werden, unter anderem bei der Energieund Klimapolitik. Auch die Schweiz wird sich mit der künftigen Ausrichtung ihrer internationalen Positionierung und ihrer internationalen Zusammenarbeit befassen müssen. HELVETAS Swiss Intercooperation wird sich dafür einsetzen, dass die Schweiz auch künftig der Versuchung widersteht, ihr internationales Engagement mit Gegenleistungen, z.B. in der Migrationspolitik oder bei der Aushandlung von Freihandelsverträgen, zu verknüpfen. Denn konkrete Beiträge zur Armutsbekämpfung müssen auch weiterhin ein zentrales Element des internationalen Engagements der Schweiz bleiben. Für die gute Zusammenarbeit danke ich allen ganz herzlich, die uns im vergangenen Jahr grosszügig unterstützt haben: unseren Mitgliedern, Spenderinnen und Spendern, den zahlreichen Stiftungen und Institutionen in der Schweiz und weit darüber hinaus. Ein besonderer Dank geht an die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, EuropeAid, die britische DFID und den Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED. Ohne sie alle wären die Resultate, die wir in diesem Jahresbericht darstellen können, nicht möglich gewesen.


8 Internationale Programme

DIE LANDESPROGRAMME 2013 Die Darstellung gibt eine Übersicht über die Landesprogramme in den 33 Partnerländern von HELVETAS Swiss Intercooperation. Das Volumen jedes Programms und die Anzahl der Projekte entsprechen dem Stand vom 31. Dezember 2013.

OSTEUROPA, KAUKASUS UND ZENTRALASIEN 8 BOSNIEN UND HERZEGOVINA 9 ALBANIEN 10 KOSOVO 11 MAZEDONIEN 12 GEORGIEN 13 ARMENIEN TOTAL CHF Projekte

8 9

12

10 11

13

8’279’912 20

14 KIRGISTAN CHF Projekte

1

16

15 TADSCHIKISTAN

3 2

1’935’795 12

CHF Projekte

4

17

1’357’049 8

20 18

LATEINAMERIKA UND KARIBIK 1 HAITI CHF 5’165’190 Projekte

5

19

AFRIKA

13

16 MALI

2 GUATEMALA

CHF Projekte

CHF 2’715’019 Projekte 15

3 HONDURAS CHF 1’152’758 Projekte 5

4 NICARAGUA CHF 1’042’735 Projekte 3

5 EQUADOR CHF – Allianzpartner

6 PERU CHF 3’951’275 Projekte 17

7 BOLIVIEN CHF 5’195’209 Projekte 12

6

7

6’884’469 29

21

17 NIGER CHF Projekte

2’949’228 1

18 BURKINA FASO CHF Projekte

5’944’421 16

19 BENIN CHF Projekte

4’794’836 18

20 ÄTHIOPIEN CHF Projekte

2’569’013 8

21 TANSANIA CHF Projekte

3’723’380 4

22 MOSAMBIK CHF Projekte

3’583’440 14

23 MADAGASKAR CHF Projekte

2’394’529 12

22 23


9 ASIEN 24 AFGHANISTAN CHF Projekte

5’759’428 15

25 PAKISTAN

14

CHF Projekte

15

4’964’455 6

26 INDIEN CHF

24

27 NEPAL

27 28

CHF Projekte

25

19’446’319 29

28 BHUTAN

31

CHF Projekte

29

26

11’144 Allianzpartner

2’571’356 15

29 BANGLADESCH CHF Projekte

32 33

4’144’713 14

30 SRI LANKA CHF Projekte

397’103 4

31 MYANMAR

30

CHF Projekte

117’019 2

32 LAOS CHF Projekte

4’026’913 9

33 VIETNAM CHF Projekte

PROGRAMMAUSGABEN NACH KONTINENTEN Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien CHF 11’572’756 10,8% Lateinamerika und Karibik CHF 19’222’186 17,9%

Afrika CHF 32’843’317 30,5% Asien CHF 43’958’680 40,8 %

2’520’231 12


10 Wasser und Infrastruktur

BRÜCKENGESCHICHTEN In Nepal bringen Hängebrücken Menschen zusammen und geben der lokalen Wirtschaft neue Impulse. 2013 realisierte HELVETAS Swiss Intercooperation im Bereich Wasser und Infrastruktur 55 Projekte und investierte dafür CHF 25’089’319.

Amritha Bhandari zum Beispiel. Zusammen mit ihrem Mann Sankar führt sie in Hariharpur am Ufer des Bheri einen Gemischtwarenladen, wo sie gleichzeitig süssen Tee und einfache Speisen serviert. «Dank der Brücke kommen viele Leute vorbei. So haben wir genügend Kundschaft», sagt sie. Auch Harikala Beka konnte sich mit ihrer Schneiderei für Passanten eine neue Verdienstmöglichkeit schaffen, und seit der Eröffnung der Brücke bieten zwei Jeepfahrer eine Taxiverbindung zur 15 Kilometer entfernten Kleinstadt Surkhet an. So hat die Hängebrücke schon nach kurzer Zeit neue Impulse für private Initiativen und regionale Entwicklung gebracht. Die Hängebrücke über den Bheri ist eine von über 5000 Brücken in Nepal, die seit 1972 mit Hilfe von Helvetas gebaut wurden. Darunter sind kleine Brücken, die ein paar hundert Bewohnerinnen eines abgelegenen Dorfes den Zugang zu

Schulen und Gesundheitseinrichtungen erleichtern, aber auch Brücken, die – wie in Hariharpur – die lokale Wirtschaft gefördert haben. Das Brückenprogramm in Nepal – ein Mandat der DEZA – ist in vielerlei Hinsicht ein Beispiel für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit. Die Anwohnerinnen und Anwohner sprechen mit, wenn Standort und Ausmasse einer neuen Brücke bestimmt werden. Lokale Brückenkomitees sorgen für den Unterhalt und garantieren die Nachhaltigkeit. Während in den Anfängen fünf Schweizer Experten die Planung und den Bau der Brücken organisierten, ist das Programm heute ganz in nepalesischen Händen. Staatliche Behörden sind zu aktiven Trägern des Programms geworden. Die Hängebrücken von Helvetas sind auch ein Beispiel für einen vorbildlichen Wissenstransfer zwischen Entwicklungsländern. Als vor zehn Jahren auch in den zerklüfteten Bergen Äthiopiens eine erste Hängebrücke gebaut wurde, waren es nicht schweizerische, sondern nepalesische Experten, die lokale Fachleute für den Brückenbau ausbildeten. Seither sind in Äthiopien 54 Hängebrücken nach nepalesischem Muster gebaut worden, und im Auftrag der afrikanischen Entwicklungsbank hat Helvetas in Burundi mit dem Bau von sieben Pilot-Hängebrücken begonnen. Auch hier unter Anleitung nepalesischer Fachleute und ohne direkte Mitarbeit schweizerischer Brückenbauer.

Gewerbe. Ein Nähatelier, das dank der Brücke viel Laufkundschaft hat. © Flurina Rothenberger

Schülerinnen und Schüler. Bauern auf dem Weg zum Markt. Kleinsthändlerinnen mit einem Sack Bananen, die sie am andern Ufer günstig eingekauft haben. Ein verletzter Mann auf dem Weg zum Gesundheitsposten. Jeden Tag benutzen in den Hügeln von Westnepal Hunderte von Menschen die Hängebrücke über den Fluss Bheri. Diese Brücke hat ihr Leben einfacher gemacht. Darüber hinaus haben viele Menschen die Chance genutzt und im Umfeld der Brücke ihr eigenes kleines Geschäft aufgebaut.

© Flurina Rothenberger

NEPAL: BRÜCKENKÖPFE FÜR HANDEL UND GEWERBE

Handel. Verkehrswege für den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Ideen.


11 «Dank der Brücke kommen viele Leute vorbei. So haben wir genügend Kundschaft. Am wichtigsten ist mir aber, dass ich meine Kinder jetzt beruhigt zur Schule schicken kann.»

© Flurina Rothenberger

Amritha Bhandari, 42, Ladenbesitzerin und Anwohnerin der Bheri-Brücke im Westen Nepals

40 %

ist der Anteil, den die lokale Bevölkerung in Form von Arbeit an den Bau einer HelvetasHängebrücke leistet.

469’200

Menschen erarbeiteten sich 2013 dank Helvetas Zugang zu sauberem Trinkwasser und/oder sanitären Einrichtungen.

BERATUNGSDIENSTE: WASSERPARTNERSCHAFT Um die vielfältigen Erfahrungen in Wasserfragen zu bündeln, wurde 2012 auf Initiative der DEZA die Schweizer Wasserpartnerschaft SWP gegründet, eine Plattform, bei der staatliche und wissenschaftliche Organisationen, NGOs sowie international aktive Unternehmen ihre Erfahrungen austauschen. Die SWP will den Wasserfragen in der Entwicklungspolitik mehr Gewicht geben. Das Sekretariat wurde Helvetas übertragen. Im Rahmen der Weltwasserwoche in Stockholm organisierte Helvetas Wasserexperte Marco Daniel einen Anlass zur Korruptionsbekämpfung im Wassersektor. Stellungnahmen der SWP wurden 2013 von Schweizer Diplomaten in internationale Verhandlungen eingebracht: zum Menschenrecht auf Wasser, zum integrierten Ressourcenmanagement und zum nachhaltigen Abwassermanagement.

813’661

Menschen haben seit 2013 dank Helvetas besseren Zugang zu Schulen, Spitälern und regionalen Märkten.

Marco Daniel, MA IHEID in Genf; MSc Wasserwissenschaft in Oxford; Studien und EZA in Argentinien, Venezuela und Kolumbien.


12 Landwirtschaft und Markt

MARKTCHANCEN Im isolierten Süden Armeniens verbessern Obstbauern ihre Früchteplantagen und treten in Kontakt mit Abnehmern in der Stadt. 2013 realisierte HELVETAS Swiss Intercooperation im Bereich Landwirtschaft und Markt 99 Projekte und investierte dafür CHF 29’805’171.

In dieser abgeschiedenen Region hat Helvetas im Auftrag der DEZA begonnen, den ehemals erfolgreichen Handel mit Früchten mit einem M4P-Projekt wieder zu beleben. M4P steht für Making Markets for the Poor und umfasst alle Glieder einer Wertschöpfungskette: Bauernhöfe ebenso wie Lieferanten von Saatgut, Werkzeugen oder Dünger, Transportunternehmen, das Baugewerbe, kleine Installateure, Verarbeitungsbetriebe und Grosshandel, Supermärkte und kleine Läden.

© HELVETAS Swiss Intercooperation

«Es ist schwierig, für eine Familie zu sorgen», sagt Sargis Oarvan, Besitzer eines zwei Hektar grossen Obstgartens im Süden Armeniens. Sargis Oarvan untertreibt. Das Leben im abgelegenen Meghri, sieben Busstunden von der Hauptstadt entfernt, ist so hart, dass vor allem junge Leute scharenweise auswandern. Zwei Drittel der 1’800 Haushalte liegen unter der Armutsgrenze, müssen also mit weniger als drei Dollar pro Kopf auskommen. Ehemalige Arbeiterinnen und Arbeiter sitzen ohne Schulung, ohne Hilfsmittel und ohne Zugang zu Krediten in den kleinen Obstgärten, die ihnen nach dem Ende der Sowjetunion zugeteilt wurden. Die Ernten für Khakifrüchte, Feigen und Granatäpfel, die ihre Lebensgrundlage sein sollten, sind zu klein und die Qualität der Früchte ist zu wenig konstant, um den Markt beliefern zu können. Ausserdem sind gewohnte Verkaufskanäle mit der sowjetischen Planwirtschaft verloren gegangen.

© HELVETAS Swiss Intercooperation

ARMENIEN: GRANATÄPFEL UND SUPERMÄRKTE

Marktentwicklung. Qualitätsstandards für Produzentinnen und Konsumenten.

Lagerung. Traditionelle Techniken in neuen, trockenen und kühlen Räumen.

In Meghri werden besonders geeignete Bauern zu Trainern ausgebildet. In Demonstrationsgärten schulen sie ihre Kollegen darin, wie man Bäume schneidet, Pflanzen züchtet und die Spritzmittel möglichst sparsam und effizient anwendet. Die Anbieter von landwirtschaftlichen Werkzeugen, Maschinen und Spritzmitteln werden angeregt, ihre Kunden – die Bäuerinnen und Bauern – besser zu informieren und zu schulen. Drei private Baumschulen liefern dank Helvetas mehr und ertragreichere Pflanzen an die Bauernbetriebe.

von Kühlgeräten. Nationale Banken und Mikrofinanzinstitute werden für die Bedürfnisse kleinster Bauernbetriebe sensibilisiert. Bauern und Händler diskutieren, eingeladen von Helvetas, unter anderem über Qualitätsanforderungen und Preisgarantien.

Die Anschaffung von isolierten Kühlwagen und der Bau von kühlen Lagerräumen werden gefördert. Private Verarbeitungsund Transportunternehmen können so ihren Betrieb ausbauen. Damit wird auch das Kleingewerbe gefördert, vom Bauunternehmen bis zu den Installateuren

Sargis Oarvan aus dem Dorf Alvanqhat hat sich dem Marktprojekt von Anfang an angeschlossen. Seine Obstbäume, sagt er, seien gesünder als früher, die Früchte seien grösser und schöner geworden. Dank finanzieller Hilfe hat er Lagerräume für 13 Tonnen Früchte bauen können. Ganz besonders schätzt er die neuen Kontakte zu Händlern und Besitzern von Supermärkten. «Dabei habe ich gelernt, die Früchte zu sortieren, zu kennzeichnen und richtig zu verpacken. Jetzt kann ich sie 20 Prozent teurer verkaufen als früher.»


13 «Ich hoffe, dass der Obstbau in unserer Region – dank all den Verbesserungen und neuen Kenntnissen – eines Tages nicht mehr als minderwertig gilt, sondern als kreative und interessante Arbeit.»

© HELVETAS Swiss Intercooperation

Sargis Oarvan, Obstbauer in Alvanqhat im Süden Armeniens

209

CHF ist der Wert der Früchte, die in einem Schweizer Haushalt jedes Jahr im Kehricht landen.

567’486

Bäuerinnen und Bauern haben durch Helvetas bessere Produktionsmethoden kennengelernt.

BERATUNGSDIENSTE: GENAU HINHÖREN Oft genug enden Diskussionen über einen Missstand damit, dass man Schuldige sucht und Einzelmassnahmen plant. Ein Beispiel: Produktion und Verkauf von Hühnern in Benin gehen zurück. Verantwortlich sind – wahlweise – die Produzenten von Futtermais, die Geflügelzüchter, die Veterinärapotheken, die Behörden. Eine wirkliche Analyse ist das nicht. In einem M4P-Workshop im November 2013 in Benin hat die Helvetas Beraterin Maja Rüegg zusammen mit Isabelle Dauner 25 Teilnehmende aus NGOs und der DEZA dazu angeregt, genau hinzuhören und die Aufmerksamkeit auf das ganze System zu richten. Wer – zum Beispiel im westafrikanischen Hühnermarkt – die Schwachstellen und Ressourcen erkennt, kann entscheiden, wo Interventionen am ehesten Erfolg versprechen.

351’035

Menschen haben dank Helvetas Kurse für eine bessere Vermarktung ihrer Produkte besucht.

Maja Rüegg, MA am IHEID in Genf und MSc für Entwicklungsstudien in London, arbeitete über längere Zeit in Madagaskar, Tansania und Panama. Nach Tätigkeiten bei ILO und FAO kam sie 2010 zu Helvetas und ist heute Beraterin für Wertschöpfungsketten.


14 Umwelt und Klima

PARKBAUERN Bauern im honduranischen Nationalpark Patuca haben begonnen, Kakao und Edelhölzer zu pflanzen. Das bringt ihnen neuen Verdienst und schützt den gefährdeten Wald. 2013 realisierte HELVETAS Swiss Intercooperation im Bereich Umwelt und Klima 62 Projekte und investierte dafür CHF 10’062’944.

Heute leben Don Jeronimos Familie und 8000 weitere Siedler an einem Ort, wo sie eigentlich gar nicht sein sollten, denn seit 1999 ist das Gebiet um den Rio Patuca geschützt. Mit seinen fast 4000 km2 ist der Nationalpark Patuca ein wichtiges Glied im mittelamerikanischen Biodiversitätskorridor. Für Helvetas stellte sich die Frage, ob sie in einem Nationalparkt tätig werden sollte, wo theoretisch jeder menschliche Eingriff verboten ist. Wasserversorgungen, Schulen, Gesundheitszentren und landwirtschaftliche Beratung – so ein wichtiges Argument gegen das Engagement – könnten den Nationalpark für Neusiedler noch attraktiver machen. Helvetas hat sich trotzdem entschieden, dort aktiv zu

© HELVETAS Swiss Interccoperation

«Da, wo wir lebten, war viel Armut.» «Wir hatten kein Land, das wir bearbeiten konnten.» «Wasser, Nahrung und Brennholz wurden immer weniger.» Mit kargen Worten beschreibt der honduranische Bauer Jeronimo Jasinto die bittere Realität von lateinamerikanischen Landlosen und Kleinbauernfamilien. Zusammen mit seiner Familie wollte er der Armut entfliehen, und zusammen emigrierten sie in die unberührten Wälder am Rio Patuca im Osten des Landes. Hier fanden sie zwar nicht das Paradies, aber doch ein Stück Urwald, das sie roden konnten. Sie pflanzten Mais, Yucca und Bohnen für den Eigenbedarf, züchteten Rinder für den Verkauf, und sie suchten im Fluss nach Gold. Das war vor 22 Jahren.

© HELVETAS Swiss Intercooperation

HONDURAS: NATURSCHUTZ DANK KAKAO UND EDELHÖLZERN

Scheinlösung. Ausgelaugtes Weideland, wo noch vor wenigen Jahren Urwald war.

Ausbildung. Für neue Anbaumethoden, die Verdienst schaffen und den Wald schonen.

werden. «Wenn die Bauern das extensive System von Brandrodung, Viehzucht und Ackerbau beibehalten, wird es in einigen Jahren keinen Nationalpark mehr geben», sagt Daisy Avila, Programmdirektorin von Helvetas Honduras. «Deshalb fördern wir im Nationalpark Mischkulturen, die Waldschutz, Holznutzung und Nahrungsproduktion miteinander versöhnen.» Im Rahmen des Projekts haben Bauernfamilien auf insgesamt 50 Hektar Kakaopflanzungen angelegt, in denen Fruchtbäume oder wertvolle Waldbäume wie Zeder und Mahagoni als Schattenspender für die empfindlichen Kakaosträucher dienen. Auch Don Jeronimo konnte 2012 die erste Kakaoernte einfahren.

schon vor fünf Jahren begonnen, Kakao in Mischkultur mit Edelhölzern anzubauen. Den hochwertigen Kakao verkaufen sie zu Preisen des fairen Handels an die Schokoladefabrik der Coop Schweiz, die daraus eine Gourmet-Schokolade herstellt. In zwanzig Jahren, wenn die Edelhölzer schlagreif sind, werden sich ihre Einnahmen durch den Holzverkauf vervielfachen.

Dass die Rechnung für die Kleinbauern aufgeht, zeigt ein ähnliches HelvetasProjekt im Schutzgürtel rund um den Nationalpark Patuca. Dort haben die Bauern

Die zusätzlichen Einkommensquellen vermindern den wirtschaftlichen Druck, neue Waldstücke abzubrennen, um das Land unter den Pflug zu nehmen. Seit dem letzten Jahrzehnt. als jährlich 5 % des Waldes gerodet wurden, ist die Entwaldungsrate zurückgegangen, doch der Nationalpark Patuca bleibt gefährdet.


© HELVETAS Swiss Interccoperation

15 «Wenn alle, die hier wohnen, Kakao in Mischkulturen anpflanzen, müssen wir keinen Wald mehr roden. Ich träume davon, dass der Park wieder so wird, wie er war, als wir ankamen. Mit dichten Wäldern, mit Leoparden, Vögeln und all den kleinen Tieren, die heute am Aussterben sind.» Jeronimo Jasinto, 68, aus der Dorfgemeinschaft La Palosa im Nationalpark Patuca, Honduras

13 Mio.

Hektar Wald werden jedes Jahr abgeholzt, und 7,8 Mio. Hektar Wald wachsen nach.

390’574

Hektar Land wurden 2013 dank Helvetas mit verbesserten, die Ressourcen schonenden Methoden bebaut.

BERATUNGSDIENSTE: ERFAHRUNGSTRANSFER Seit 1996 übernehmen Dorfgemeinschaften in Bhutan zunehmend Verantwortung für die Pflege und Nutzung des Waldes. Als Berater des bhutanischen Ministeriums für Land- und Waldwirtschaft begleitet Kaspar Schmidt die Übergabe von Verantwortungen und Kompetenzen. Er berät das Ministerium und Helvetas Bhutan bei der Ausbildung von Förstern sowie beim Verkauf von Waldprodukten, und er schafft in der Hauptstadt Verständnis für die Bedürfnisse der Bauern. Schmidt hat festgestellt, dass die Prinzipien der lokalen Waldnutzung heute auch in der zentralen Verwaltung weitgehend akzeptiert sind. Die gemeinschaftliche Waldnutzung ist damit ein anschauliches Beispiel für den Transfer lokaler Erfahrungen in die nationale Politik.

478’371

Bäuerinnen und Bauern haben sich mit Helvetas auf die Folgen von Klimawandel und Katastrophen vorbereitet. Kaspar Schmidt studierte Forstwissenschaften an der ETH Zürich und doktorierte an der Universität Reading mit einer Arbeit zu Kirgistan. Nach drei Jahren als Berater bei Intercooperation (Forstpolitik, Handel mit Waldprodukten) ging er 2009 für Helvetas nach Bhutan. Seit 2013 leitet er das Helvetas-Beratungsteam für Umwelt und Klima.


16 Bildung

LERNERFOLGE In Burkina Faso haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, in lokalen Ausbildungszentren die Schulbildung nachzuholen und eine Lehre zu absolvieren. 2013 realisierte HELVETAS Swiss Intercooperation im Bereich Bildung 33 Projekte und investierte dafür CHF 17’894’202.

Der Staat will in jeder Gemeinde ein Berufsbildungszentrum einrichten, wo Kinder die verpasste Schulbildung nachholen und wo Jugendliche eine Berufsbildung absolvieren können. Doch wie bei vielen anderen Vorhaben fehlt das Geld für die flächendeckende Umsetzung dieser Pläne. Im Jahr 2009 begann Helvetas, die Berufsbildung zu unterstützen, und mittlerweile gibt es im Osten Burkina Fasos vier Zentren, an denen letztes Jahr 375 Kinder und Jugendliche (davon 142 junge Frauen und Mädchen) den entgangenen Schulstoff nachholten oder eine mehrjährige Berufsausbildung absolvierten. Helvetas bezieht die Bevölkerung in die Schulplanung mit ein, fragt, wo die Zentren gebaut werden sollen und auch, was für Berufsleute die Gegend braucht. Gefragt sind vor allem Basisausbildungen für die

Landwirtschaft. Dazu kommen mehrjährige Ausbildungen und Praktika für Schreinerinnen und Maurer, für Schneiderinnen, Coiffeusen und Mechaniker. Für die Mechanikerausbildung arbeiten die Zentren mit der Organisation «Velos für Afrika» zusammen, die in der Schweiz alte, zum Teil defekte Fahrräder einsammelt und an afrikanische Institutionen schickt. Die Ausbildungszentren sind da, doch das heisst noch lange nicht, dass die Kinder und Jugendlichen sie auch nutzen dürfen. In abgelegenen ländlichen Gegenden wie dem Osten Burkina Fasos hat Schulbildung einen schweren Stand. Wie in der bäuerlichen Schweiz des 19. Jahrhunderts können viele Bäuerinnen und Bauern nicht einsehen, warum ihre Kinder für die Arbeit auf dem Feld eine Schulbildung brauchen. Helvetas stützt sich deshalb auf sogenannte Bildungsmütter, erfahrene und geachtete Frauen, die den Eltern im Einzugsgebiet der Zentren die Vorteile und den Nutzen von Bildung erläutern. Davon hat indirekt auch Diapoa Yonli profitiert. «Die Ausbildung zur Schneiderin war meine Idee», sagt sie. «Und die Eltern haben mir erlaubt, die Ausbildung zu machen.» Dazu mag auch der Umstand beigetragen haben, dass die Schule während der Regenzeit für drei Monate geschlossen bleibt, damit die Kinder auf den Feldern mitarbeiten können. Alten Menschen in der Schweiz kommt das

Schneiderinnen. Berufsfrauen, die den Zeitpunkt ihrer Heirat selber bestimmen. © Simon B. Opladen

«Ich habe die Schule früh abgebrochen, um daheim zu helfen», erzählt die 19-jährige Diapoa Yonli. «Doch dann habe ich realisiert, dass alle Mädchen, die ihre Schulzeit vorzeitig abbrechen, rasch verheiratet werden. Ich erschrak, das wollte ich auf keinen Fall.» Und so holte Diapoa die Basisausbildung nach und absolvierte im Berufsbildungszentrum ihres Dorfes Tansara im Osten Burkina Fasos eine Ausbildung zur Schneiderin. Als Schulabbrecherin ist Diapoa keine Ausnahme. In Burkina Faso schliesst nur gerade jedes zweite Kind die 9-jährige Volksschule ab.

© Simon B. Opladen

BURKINA FASO: BERUFSBILDUNG TROTZ SCHULABBRUCH

Mechaniker. Eine Berufslehre als Beitrag zu Mobilität und Entwicklung.

bekannt vor: Noch vor weniger als 100 Jahren waren die Schulen in ländlichen Regionen während der Heu- und Erntezeit geschlossen.


17 «Vorher hatte ich noch nie eine Nähmaschine berührt. Doch jetzt bin ich im zweiten Jahr der Ausbildung, und sie liegt mir. Ich fertige schon jetzt nebenher Kleider, die ich verkaufen kann. Damit kann ich meine Familie unterstützen, das ist auch der Grund, warum ich hier zur Schule gehe.»

© Simon B. Opladen

Diapoa Yonli, 19, Schneiderin in Ausbildung

73 Mio.

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren sind weltweit ohne Arbeit.

72’263

128’367

Jugendliche haben 2013 dank Helvetas ihre berufliche Ausbildung an die Hand genommen.

Kinder und Jugendliche haben dank Helvetas eine Primarschule besucht.

BERATUNGSDIENSTE: STRATEGISCHE FRAGEN

Tengandé François Niada Hanhart, Berater für Bildungsprojekte in Westafrika, studierte Linguistik an der Universität Ouagadougou und Erziehungswissenschaften an der Universität Fribourg. Er arbeitete 20 Jahre lang als Programmleiter und Berater für Bildungsfragen für die DEZA, die UNESCO, Enfants du Monde u.a., bevor er 2013 zu Helvetas kam.

Für die Wirkung von Helvetas-Projekten ist es entscheidend, dass sie in die nationale Politik der Partnerländer eingebunden sind. Doch allzu oft konzentrieren sich die Verantwortlichen vor Ort auf die tagtägliche operationelle Arbeit und vergessen dabei die strategisch wichtige Vernetzung mit den Behörden. Das ist auch im Bildungsbereich so. Als Berater für Bildung bringt Niada die operationelle Ebene mit der strategischen zusammen, damit die Projekte auf nationale Institutionen ausstrahlen können. Er sei «so etwas wie das gute – oder das schlechte – strategische Gewissen für die Projektverantwortlichen, die sich mit Herzblut und Energie in die operationelle Arbeit stürzen», sagt er.


18 Demokratie und Frieden

STAATSBÜRGERINNEN In Guatemala lernen Jugendliche und Frauen, selbstbewusst für die eigenen Anliegen einzutreten. 2013 realisierte HELVETAS Swiss Intercooperation im Bereich Demokratie und Frieden 64 Projekte und investierte dafür CHF 16’970’524.

Rosario Elizabet Ordoñez ist eine indigene junge Frau, und damit hat sie im Spiel um politischen Einfluss denkbar schlechte Karten. Doch sie sagt: «Ich habe gelernt, mich in Versammlungen zu Wort zu melden. Wir Jungen haben Rechte, sage ich dann, und wir brauchen öffentliche Mittel, um etwas aufbauen zu können. Aufzustehen und meine Meinung zu sagen, das sind die wichtigsten Dinge, die ich dank SERVIME gelernt habe.» Das Projekt SERVIME stärkt die Zivilgesellschaft mit ihren Vereinigungen und Interessensgemeinschaften, verbessert die Dienstleistungen der Gemeinden und schult die Mitglieder lokaler Behörden, von denen viele ohne angemessene Ausbildung in ihr Amt eingesetzt wurden. In 40 Gemeinden des westlichen Hochlandes werden insbesondere indigene Frauen und junge Menschen dazu ermutigt, sich aktiv am Aufbau einer Zivilgesellschaft zu beteiligen und sich in Gemeindeämter wählen zu lassen. Mit

Diplomausbildungen für Frauenbeauftragte, Ausbildnerinnen und Dorfentwicklungsräten. Mit der Dokumentation gelungener Aktionen der Zivilgesellschaft. Mit Gesprächstischen, an denen die Jungen gemeinsame Interessen und Aktionen formulieren. Mit der Begleitung von Jugendgruppen, die ihre Ausdrucksfähigkeit mit Theater, Film, Tanz, Kunsthandwerk oder neuen Medien schulen und stärken. Helvetas ist in Guatemala seit 1972 aktiv, in den Anfängen vor allem mit Projekten für Trinkwasser und Siedlungshygiene, zur Verbesserung der Land- oder Forstwirtschaft und zur Einkommensverbesserung. In den letzten Jahren ist es zunehmend wichtiger geworden, auf staatliche Behörden und auf die Zivilgesellschaft einzuwirken. Wie andere Entwicklungsländer hat auch Guatemala wichtige Teile der Verwaltung dezentralisiert. Den Lokalbehörden sind neue Aufgaben in der Planung von Infrastrukturbauten, Gesundheitsversorgung oder Bildung übertragen worden, doch viele Behördenmitglieder sind damit überfordert. Helvetas schult sie dafür, in ihrer Arbeit benachteiligte Bevölkerungsgruppen mit einzubeziehen und der Bevölkerung bei allen Unternehmungen Rechenschaft abzulegen. Um die Wirkung sicherzustellen, arbeitet Helvetas nur mit Gemeinden zusammen, die von sich aus schon aktiv geworden sind und ein Büro für Frauenfragen eingerichtet haben, wie staatliche Richtlinien das vorsehen.

Maskentanz. Theaterleute, die ökologische und demokratische Alternativen aufzeigen. © HELVETAS Swiss Intercooperation

In Guatemala sind staatliche Institutionen und Behörden in den Händen einer kleinen Minderheit. Indigene waren seit der spanischen Conquista von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, und viele von ihnen haben ihr Vertrauen in den Staat verloren. Frauen haben sich erst seit kurzem Zugang zu politischen Ämtern erkämpft. Den Jungen schliesslich wird dieser Zugang verwehrt, und viele wenden sich resigniert vom öffentlichen Engagement ab.

© Flurina Rothenberger

GUATEMALA: MUT FÜR INDIGENE, FRAUEN UND JUGENDLICHE

Aufbruch. Frauen, die sich für eine aktive Rolle im öffentlichen Leben vorbereiten.


19

«Helvetas hat uns die Werkzeuge in die Hand gegeben, unsere Möglichkeiten zu erkennen und uns für die Jugend und die Frauen einzusetzen.»

20 %

aller Parlamentsmitglieder der Welt sind Frauen, im Jahr 2000 waren es noch 14 Prozent.

© Ana Isabel Mendoza

Rosario Elizabet Ordoñez, 22, Jugendaktivistin in San Martin Chiquito im Südwesten Guatemalas

135’434

Menschen haben 2013 dank Helvetas Kurse für Demokratie, Verwaltung und Bürgerrechte besucht.

BERATUNGSDIENSTE: DEZENTRALES ALBANIEN Nach Jahrzehnten des Kommunismus werden in Albanien – in Erwartung eines Beitritts zur EU – demokratische, dezentrale Strukturen aufgebaut. In einem DEZAMandat stärkt Helvetas im Norden des Landes die Fähigkeiten lokaler Behörden. Es geht dabei vor allem um strategische Planung und Budgetierung, Abfallverwertung oder -entsorgung und um elektronische Verwaltung. Zusammen mit nationalen Institutionen bringt Helvetas Erfahrungen aus anderen Landesteilen in den Prozess ein. Sarah Byrne, Beraterin für lokale Verwaltung, analysiert diese Erfahrungen und bereitet sie in einer elektronischen Plattform so auf, dass andere Mitarbeitende davon profitieren können.

1’892

Pläne für lokale Entwicklung wurden dank Helvetas partizipativ erarbeitet.

Sarah Byrne, Beraterin für lokale Verwaltung, hat am Genfer Institut für Internationale Studien und Entwicklung studiert und arbeitet an einer Doktorarbeit an der Universität Zürich. Als Spezialistin für lokale Verwaltung und Rechenschaftspflicht arbeitete sie in Südafrika und im Balkan.


20 Unsere Leistungen

EIN BESSERES LEBEN Afrika

Entwicklung braucht Hoffnung. Helvetas stellt sich an die Seite von Menschen, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und die Lebensgrundlagen für sich und die Gemeinschaft verbessern.

259’223 Menschen

Asien und Osteuropa

182’755 Menschen

Lateinamerika und Karibik

27’222 Menschen

WASSER: EIN MENSCHENRECHT Fast eine halbe Million Menschen haben sich im Jahr 2013 zusammen mit Helvetas Zugang zu sauberem Trinkwasser und/oder sanitärer Grundversorgung geschaffen.

Total

469’200

Menschen

LANDWIRTSCHAFT: NEUE MARKTCHANCEN FÜR HOCHWERTIGE PRODUKTE Mehr als 350’000 Bäuerinnen und Bauern haben in Kursen gelernt, wie sie ihre Produkte besser vermarkten können.

Total

351’035 Asien und Osteuropa

Afrika

154’958 Menschen

Lateinamerika und Karibik

17’820 Menschen

178’257 Menschen

Menschen


21

DEMOKRATIE UND FRIEDEN: EIN GEWINN FÜR ALLE Mehr als 135’000 Frauen und Männer haben in Kursen und Projekten erfahren, was ihre Rechte sind, und sie haben sich Grundkenntnisse in Demokratie und dezentraler Verwaltung angeeignet.

Total Asien und Osteuropa

135’434

Menschen

90’762 Menschen

Lateinamerika und Karibik

28’343 Menschen

Afrika

16’329 Menschen

BILDUNG: FÜR EINE JUGEND MIT ZUKUNFT Mehr als 200’000 Kinder und junge Erwachsene haben dank Helvetas die Grundschule oder Kurse zur Berufsbildung besucht.

Lateinamerika und Karibik

27’910

Menschen

Afrika

130’387 Menschen

Total

94’146

Asien und Osteuropa

42’333 Menschen

106’484

Total

Total

200’630 Menschen


22 Wirkungsstudie

VOM BRUNNEN INS GLAS Verbesserte Trinkwasserbrunnen in marginalisierten Gemeinschaften und die SODIS-Methode. Forscherinnen und Forscher von ETH und EAWAG gehen im Auftrag von Helvetas der Frage nach, wie sauber das Wasser in Gläsern und Trinkschalen ist.

Für die ETH-Studie wurde die Wasserqualität nicht nur direkt bei den Brunnen geprüft, sondern auch bei den Konsumenten, in der Wasserschale sozusagen. Die Resultate lassen aufhorchen. Direkt bei den Brunnen ist das Wasser mit der Sa­ nierung markant sicherer geworden. Die Verseuchungsrate bei den Dorfbrun­nen (43 Prozent) hat sich beinahe halbiert. Bei spital- oder schuleigenen Brunnen ist die Rate von Bakterienfunden sogar um zwei Drittel zurückgegangen. Doch der Hygienevorteil der verbesserten Brunnen schwindet beim Transport und bei der Aufbewahrung des Wassers. Unsachgemässe Lagerung und schmutzige Hände bringen viel Dreck ins Wasser, sodass in der Blechtasse oder der Trinkschale kaum mehr auszumachen ist, ob das Wasser aus herkömmlichen oder aus verbesserten Brunnen stammt.

Brunnenenbau. Der erster Schritt auf dem schwierigen Weg zu sauberem Wasser.

© Stéphane Brabant

Lavabo. Hygiene, damit das Wasser aus dem Brunnen sauber bleibt.

Trinkwasser. Gesund und bedenkenlos konsumierbar überall da, wo gute Infrastruktur und bewusstes Verhalten ineinandergehen. © Stéphane Brabant

Im Norden Benins unterstützt Helvetas technisch, finanziell und institutionell den Bau von Trinkwasserbrunnen in abgelegenen Dörfern sowie in Gesundheitszentren und Schulen. Im Rahmen der Helvetas-Projekte werden bakterienverseuchte Sodbrunnen abgedeckt und mit einer handbetriebenen Pumpe versehen. Innerhalb von drei Jahren konnten im Projektgebiet 152 Brunnen für 230’000 Dorfbewohner und 18’000 Schülerinnen oder Patienten verbessert werden. Das einfache und kostengünstige Verfahren wurde von der Weltbank mit einem Preis ausgezeichnet.

© Stéphane Brabant

BRUNNEN IN BENIN, PET-FLASCHEN IN VIETNAM


© Daniel Valenghi

23

Die Resultate bestätigen Beobachtungen, welche zurzeit in vielen Ländern gemacht werden. Für Wasserfachleute der ganzen Welt sind deshalb die Wege vom Brunnen bis in den Haushalt und die Aufbewahrung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gerückt. So auch bei Helvetas. SODIS in Vietnam Im Jahr 2004 hat Helvetas im Süden des Landes, im Mekongdelta, begonnen, die SODIS-Methode bekannt zu machen sowie in Familien und Schulen die Hygieneerziehung zu fördern. Das geschah in enger Zusammenarbeit mit der vietnamesischen Women’s Union, der partei- und regierungsnahen Frauenorganisation mit 13 Millionen Mitgliedern. 2013 gingen die EAWAG-Fachleute Max Friedrich und Prof. Hans Joachim Mosler in zwei Provinzen der Frage nach, wie die Sensibilisierung für sicheres Wasser und für SODIS bei den Menschen ankommt. Dafür haben sie 649 Haushalte untersucht, zu gleichen Teilen solche innerhalb und ausserhalb des Projektgebiets. Die Befragung ergab, dass in 80 Prozent aller Haushalte sicheres Wasser getrunken wird. Im Projektgebiet lag dieser Anteil sogar bei 90 Prozent. Die meisten Haushalte kochten das Wasser vor dem Konsum ab, oder sie bezogen es aus Grossflaschen, die im Handel für wenig Geld verkauft werden. Im Projektgebiet wurde das Wasser in jedem vierten Haushalt mit der SODIS-Methode desinfiziert.

SODIS. Sauberes Wasser durch die UV-Strahlen des Sonnenlichts und Plakate, die den Vorgang erklären.

Die meisten Frauen haben das Wasser nach eigenen Angaben zwar schon vor der Kampagne behandelt, doch mit SODIS lernten sie eine einfache und günstige Methode dafür kennen. Es sind denn auch die ärmsten Haushalte, in denen die SODIS-Methode überdurchschnittlich häufig angewandt wird. 90 Prozent der Haushalte verfügen über Wasser, und in 95 Prozent aller Haushalte werden die Hände regelmässig gewaschen. Das Bewusstsein für Fragen der Hygiene und der Wasserqualität ist überdurchschnittlich stark ausgebildet. Umso enttäuschender ist die Tatsache, dass nur gerade 56 Prozent aller Befragten daheim eine Toilette eingerichtet haben. Selbst im Projektgebiet, wo Flugblätter, Plakate, Zusammenkünfte sowie Radio und Fernsehen die Hygiene zum Thema machen, liegt dieser Wert bei bescheidenen 59 Prozent. Neuer Fokus Die selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit und das Lernen aus Schwierigkeiten und Fehlern sind Teil der Helvetas-Strategie. Wirkungsstudien ermöglichen einen Blick von aussen, und sie stellen Selbstverständlichkeiten

in Frage. Sie erlauben es, Projektansätze zu prüfen und die Mittel gezielter einzusetzen. Die Resultate der beiden Trinkwasserstudien haben Helvetas veranlasst, die Hygieneaufklärung zu verstärken und zu untersuchen, was genau die Menschen dazu bringt, ihr Hygieneverhalten zu verändern. In Vietnam wird die SODIS-Methode nicht mehr flächendeckend propagiert, sondern auf Arme und auf Haushalte weit ausserhalb dörflicher Wassersysteme ausgerichtet. Dabei werden vor allem jene Mittel zum Einsatz kommen, die sich in der Befragung als besonders erfolgreich herausstellten: Zusammenkünfte sowie Plakate, die in den Haushalten aufgehängt werden. Helvetas hat immer grossen Wert darauf gelegt, die Wasserprojekte in der Zivilgesellschaft zu verankern und mit Hygieneaufklärung zu verbinden. Die neue Wasserstrategie legt zusätzlich Gewicht darauf, dass die Hygieneprogramme auch auf Haushaltebene Verhaltensänderungen bewirken. Damit befindet sich Helvetas in guter Gesellschaft. Die Sensibilisierung für Hygiene hat bei Wasserfachleuten in der ganzen Welt erste Priorität.


24 Essay

WENN DER STAAT VERSAGT Mehr als ein Drittel der Partnerländer von Helvetas sind sogenannt «fragile Staaten», zerbrechliche Staaten also, in denen der Alltag durch Armut, Gewalt und schlechte Gouvernanz geprägt ist. Um diese Länder wirksam unterstützen zu können, braucht es angepasste Vorgehensweisen. Und viel Geduld.

Der Teufelskreis von Staatszerfall, Gewalt und Armut, der heute unter dem Begriff Fragilität bekannt ist, hat in den letzten Jahren mehr und mehr Entwicklungsländer erfasst. Mehr als 1,5 Milliarden Menschen leben in fragilen Staaten. Über ein Drittel der 33 Partnerländer von Helvetas sind auf der OECD-Liste fragiler Staaten aufgeführt. Solche Staaten lassen sich durch eine Reihe grundlegender Merkmale beschreiben. Ihre Regierungen sind nicht fähig oder nicht willens, staatliche Grundleistungen – etwa im Bildungs- oder Gesundheitswesen – zu erfüllen, Rechtsstaatlichkeit zu garantieren und Menschenrechte einzuhalten. Fragile Staaten sind meist nicht in der Lage, die innere oder äussere Sicherheit zu garantieren. Sei es, weil sie das Gewaltmonopol verloren haben, sei es, weil sich eine kleine Minderheit der staatlichen Institutionen bemächtigt hat und reine Interessenspolitik betreibt. In allen Fällen sind Korruption, politische Willkür und Gewalt die Folgen. Der Staat: autoritär oder nicht existent Die Gründe dafür, warum Staaten ihre Leistungen nicht und oder nur ungenügend erbringen, lassen sich an drei Helvetas-Partnerländern aufzeigen. Haiti ist ein Land mit extrem schwachen staatlichen Institutionen. Das Erdbeben von 2010 war nicht die Ursache der heutigen Not. Es hat vielmehr den desolaten Zustand eines Staates aufgezeigt, der für

© Flurina Rothenberger

INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT MIT LANGEM ATEM die andauernde Notlage keine adäquaten Antworten findet. In Afghanistan hat ein 35-jähriger Krieg, der in weiten Teilen der Gesellschaft und des Landes immer noch andauert, nicht nur staatliche Institutionen zerrüttet, sondern auch fast alle Ansätze zu einer Zivilgesellschaft vernichtet und zu starker Unsicherheit geführt. In Laos herrscht eine demokratisch ungenügend legitimierte Partei, die grosse Teile der Bevölkerung ausgrenzt und die Ressourcen des Landes zu undurchsichtigen Bedingungen an Dritte abgibt. Drei Situationen – drei Strategien In fragilen Staaten haben Nichtregierungsorganisationen (NGOs) einen grossen Vorteil: Anders als staatliche Entwicklungsakteure, die fast zwingend auf ebenfalls staatliche Ansprechpartner angewiesen sind, können sie auch dort arbeiten, wo staatliche Strukturen fehlen. Wesentlich ist allerdings, dass sie als unabhängige und friedliche Akteure wahrgenommen werden, unparteilich agieren und zu den lokalen Partnern gute, vertrauensvolle Beziehungen unterhalten. In fast rundum zerstörten Ländern wie Haiti fehlen nicht nur staatliche, sondern auch stabile zivile Strukturen wie Dorfkomitees, Kooperativen, Bauern- und Wasservereinigungen, welche Projekte tragen und ihre Nachhaltigkeit sichern können. Das macht die Übergabe von Projekten in

Haiti. Eigenverantwortung und lokale Initiativen, wo staatliche Strukturen fehlen.

die Eigenverantwortung der lokalen Bevölkerung besonders schwierig. Aufbau und Stärkung von lokalen Partnern oder Basisorganisationen sind in fragilen Staaten also noch wichtiger als anderswo. Solange es kaum staatliche Strukturen gibt, darf, ja muss die Zivilgesellschaft auch öffentliche Aufgaben übernehmen. Doch weil Basisorganisationen den Staat auf Dauer nicht ersetzen können, engagiert sich Helvetas in Haiti nach dem Erdbeben 2010 noch intensiver für die Stärkung der staatlichen Institutionen. Im Rahmen von kurzfristigen Nothilfemassnahmen, die in fragilen Kontexten oft Vorrang haben, fehlt allerdings die Zeit zur Stärkung von Institutionen und für Fragen der Gouvernanz. Deshalb verbindet Helvetas kurzfristige Interventionen, die das unmittelbare Überleben sichern, immer auch mit längerfristigen Projekten, die lokale Selbsthilfe und Nachhal-


© HELVETAS Swiss Interccoperation

25 tigkeit fördern. Diese Arbeit ist in Haiti besonders anspruchsvoll, und vor einem halben Jahr hat der Zentralvorstand beschlossen, das Landesprogramm Haiti in Zusammenarbeit mit der DEZA einer Programevaluation zu unterziehen. In gewaltgeprägten Staaten wie Afghanistan, Mali, Pakistan und Sri Lanka, die von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind, müssen NGOs ihre Arbeit bewusst darauf ausrichten, Konflikte zu minimieren. In solchen Ländern kommt auch das spezielle Know-how im Umgang mit Konflikten zum Tragen, das Helvetas im Lauf der Jahre erworben hat. In Konfliktsituationen achten wir peinlichst darauf, mit unserer Arbeit Konflikte nicht zu verschärfen, sondern zu dämpfen. Wir analysieren vor jeder Aktion, wer die Parteien sind, wo die Konflikte und ihre Ursachen liegen und wie unser Tun sie beeinflusst. Eine grosse Herausforderung ist die Sicherheit der Mitarbeitenden. In Krisengebieten müssen viele Helvetas-Landesprogramme umfangreiche und kostspielige Sicherheitsvorkehrungen treffen, Vorwarn- und Kommunikationssysteme einrichten, die Schutzausrüstungen an Gebäuden verbessern und Sicherheitsausbildungen organisieren. Wichtiger als die technischen Massnahmen ist jedoch die Akzeptanz durch die Bevölkerung. Dorfgemeinschaften, die den Einsatz einer Organisation wertschätzen, setzen sich für die Unversehrtheit der Mitarbeitenden ein, beeinflussen Konfliktparteien und warnen vor bevorstehenden Unruhen. Ohne das Vertrauen der Bevölkerung wäre ein Einsatz in fragilen Kontexten nicht möglich. Dass Helvetas in einem so schwierigen Umfeld wie in Afghanistan über Jahre wirksam aktiv sein kann, ist deshalb auch als Qualitätszeichen zu werten. In autoritären Staaten wie Laos ist die Förderung lokaler, demokratischer Zivilgesellschaften zentraler Teil der Arbeit. Hier setzt Helvetas auf einen möglichst breit abgestützten Dialog mit der Regierung zur Respektierung der Menschenrechte. Entwicklungsarbeit ist immer politisch. Sie greift implizit oder explizit in bestehende Machtverhältnisse ein und fördert

Afghanistan. Friedensarbeit und Entwicklung ohne versteckte Agenda.

die Debatte über gesellschaftliche Visionen. Wir müssen unsere Arbeit als Beitrag zu Änderungen im System begreifen. Dass dies von den Regierungen nicht immer geschätzt wird, zeigt die Ausweisung der Helvetas-Programmleiterin in Laos, die das Land im Dezember 2012 innerhalb von 48 Stunden verlassen musste. Bleiben oder gehen? Helvetas sucht sich für die Arbeit nicht bewusst fragile Staaten aus, sondern orientiert sich an den Möglichkeiten zur Armutsbekämpfung. Umgekehrt verlässt Helvetas ein Partnerland nicht, wenn die Arbeit schwierig wird. Im Gegenteil: Die Hürden, ein Landesprogramm zu schliessen, sind enorm hoch. Erst wenn sich zeigen sollte, dass die Entwicklungszusammenarbeit wenig oder keine Wirkung mehr erzielt oder dass die Arbeit aus Sicherheitsgründen über lange Zeit nicht mehr möglich ist, würde Helvetas einen solchen Entscheid fällen. Doch solange die Möglichkeit besteht, dass die Leute vor Ort die Projekte mittragen und irgendwann übernehmen können, bleibt Helvetas im Land. In Haiti zum Beispiel haben wir uns ernsthaft gefragt, inwieweit die Bedingungen für ein Bleiben gegeben sind. Ob es Behörden oder Bevölkerungsgruppen gibt, welche die Arbeit tragen und später wei-

tertragen könnten. Wir haben uns grundsätzlich für das Bleiben entschieden, auch weil wir wissen, dass echte Veränderungen ein, zwei Generationen brauchen. Wir wollen dazu beitragen, dass dieser Prozess nicht ganz zum Erliegen kommt, sondern dass er beschleunigt wird. Die Geduld, die wir dafür aufwenden, wird auch immer wieder belohnt. Während des Bürgerkriegs in Nepal zum Beispiel war die Arbeit für NGOs zeitweise fast unmöglich. Helvetas hat damals auf die Verankerung in der Bevölkerung vertraut, ist zusammen mit der DEZA geblieben, und heute ist das Länderprogramm in Nepal eines der erfolgreichsten überhaupt. Ausserdem zeigen sich in fragilen Staaten oft unvermutete Ressourcen. In Myanmar, wo Helvetas daran ist, ein Landesprogramm aufzubauen, haben sich unter der Militärdiktatur – von aussen unsichtbar – dynamische zivilgesellschaftliche Organisationen herausgebildet. se sagen heute selbstbewusst: Wir Die­ haben viel durchgemacht, haben uns ohne grosse Hilfe von aussen engagiert, und jetzt wissen wir genau, was wir wollen. Für die Entwicklungszusammenarbeit sind das sehr gute Nachrichten … nota bene aus ehemals fragilen Staaten. Remo Gesù, Co-Leiter Internationale Programme


26 Fairer Handel

EDELMARKE Der faire Handel ist auf Expansionskurs. Mit einer neuen Modelinie positioniert sich der HELVETAS FAIRSHOP erfolgreich auf einem Markt, der stark von Billiganbietern und Luxusmarken geprägt ist.

Verantwortlich für den neuen Auftritt ist die Modedesignerin Eliane Ceschi, die sich mit ihren edlen und schlichten Kreationen über die Schweiz hinaus einen Namen gemacht hatte, bevor sie 2013 zu Helvetas gestossen ist. Vergangenen Herbst konnte der Fairshop die ersten Stücke aus ihrer neuen Helvetas-Kollektion vorstellen: T-Shirts und Jogginganzüge, die sich durch kleine, fein gesetzte Akzente aus der Masse abheben. Mit der Kreation eigener Textilien kann der Fairshop nicht nur das Kundensegment erweitern,

© Tanja Demarmels

Biobaumwolle. Ein Beitrag an die Gesundheit von Menschen und Natur.

Mode. Kleider für Menschen, die Stil und bewussten Konsum zusammenbringen. © HELVETAS Swiss Intercooperation

Fairer Handel macht die Welt besser. Das bezeugen die Kaffeepflanzerinnen oder Kunsthandwerker, Weberinnen oder Baumwollbauern, die für ihre Produkte höhere Preise erzielen. Doch wenn der faire Handel mehr sein will als die kleine, gerechte Alternative für ein paar zehntausend oder hunderttausend Bäuerinnen und Bauern, muss er auf Konsumentenseite zusätzliche Sektoren ansprechen. Unter anderem mit Produkten, die von der Qualität, vom Geschmack und vom Aussehen her auch auf dem mehrheitstauglichen Markt bestehen können. Der Helvetas Fairshop hat das schon früh erkannt und ist zu einem Ort geworden, wo moderne, stilbewusste Menschen faire Produkte einkaufen: Glaswaren aus Guatemala, Lederwaren aus Paraguay, erlesenen Kaffee und Edelschokolade. In einem neuen Schritt auf die Kunden zu hat der Fairshop sein Textilsortiment umgestaltet und verkauft jetzt eigene, unverkennbare Textilien.

© Michele Limina

FAIRDESIGN: SCHRITT IN EINEN UMKÄMPFTEN MARKT

sondern auf ein weiteres Element der Baumwoll-Wertschöpfungskette Einfluss nehmen: auf das Design. Zum Aufbruch des Fairshop im Textilsektor passt ein Grossauftrag der Swiss, die für ihre Business-Class-Passagiere 5’600 Poloshirts aus malischer Biobaumwolle bestellte. An dieser erfolgreichen Bestellung konnte der Fairshop beweisen, dass er auch grosse Aufträge ausführen kann. Für den Fairshop war 2013 auch kommerziell ein erfolgreiches Jahr. Obwohl er auf den Stand am Zürcher Weihnachtsmarkt verzichtete und der Shop in Lausanne geschlossen wurde, stieg der Umsatz leicht auf 3,43 Millionen Franken. Besonders erfolgreich war der Textilsektor mit einem Umsatzplus von 25 %. Der Handel übers Internet gewann letztes Jahr weiter an Bedeutung: Mehr als ein Viertel des Umsatzes wurde mit Verkäufen über das Internet erzielt.

Recycling. Aus gebrauchten Blechdosen entstehen dank fair bezahlter Arbeit Insekten.

Eine eigene Modelinie und Umsatzsteigerungen im online-Verkauf: Ohne das Konzept des solidarischen Verkaufsladens aufzugeben, positioniert sich der Fairshop auch ausserhalb der angestammten Reviere des fairen Handels.


27 «Die Bestellungen von Helvetas sind grösser und bedeutender als alle andern. Wenn alles gut läuft, können wir später vielleicht einmal ein grösseres Haus mit Touristenzimmern bauen.»

© RK Manandhar

Joseph Razanamahefa, Produzent von Blechtieren, Madagaskar

1%

aller Baumwolle weltweit stammt aus biologischer Produktion.

851’107

CHF nahm der FAIRSHOP im Jahr 2013 mit dem Verkauf von Textilien ein, 25 % des Gesamtumsatzes.

PORZELLAN: VON VIETNAM AUF DIE SKIPISTE Skifahren und Snowboarden sind seine Passion. Eine eigene Bar war sein Traum. Erlend Gass hat Passion und Traum zusammengebracht und in Grindelwald ein Lokal der besonderen Art eröffnet: ein altes Postauto, das er eigenhändig zur Bar ausbaute. Im Bus Stop, wie er seine Après Ride Bar nennt, serviert er erschöpften oder auch festfreudigen Skitouristen Kaffee, heisse Sirups und Alkoholisches. Das Geschirr für seine Bar fand er unter anderem im Fairshop von Helvetas. In PhongNha-Tassen aus Vietnam serviert er seinen «Kaffee Motorenöl» und den «Café la Chauffeuse». «Die Tassen aus fairem Handel sind genauso einzigartig wie die Bus Stop Bar», sagt Erlend Gass. «Und sie sind zu einem gefragten Souvenir geworden. Eine Nachbestellung wird bald einmal nötig sein.»

430 Mio.

CHF setzte der faire Handel 2013 in der Schweiz um, 15,5 % mehr als im Vorjahr.

Nach einer Lehre als Hochbauzeichner arbeitete Erlend Gass – vor allem in Grindelwald – in seinem gelernten Beruf, als Snowboardlehrer, als Koch und als Promoter in einer Werbefirma.


28 Projekte Schweiz

SOLIDARITÄT STATT MITLEID Die Vorstellungen der Öffentlichkeit von «Entwicklungshilfe» haben sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert. Die Realität in den Projekten ist heute allerdings eine andere. Soll solidarisches Handeln in der Schweizer Bevölkerung wieder erstarken, müssen die Erwartungen an die Entwicklungszusammenarbeit verändert werden. Dies erfordert vertiefende Informations- und Sensibilisierungsarbeit.

An dieser verzerrten Wahrnehmung sind die Hilfswerke nicht ganz unschuldig. Lange genug förderten wir mit unserer Kommunikation das Bild der machtvollen «Geber» und der dankbaren «Begünstigten». Im Spannungsfeld von Mittelbeschaffungs- und Informationszielen dominieren strahlende Kinder und zufriedene Bauernfamilien. Die Ursachen für Armut, Hunger, Krieg und schlechte Regierungsführung blieben dabei zu oft im Hintergrund. Auch bei Helvetas. Die Darstellung von globaler Armut hat sich seit den Live-Aid-Konzerten in den 80er-Jahren kaum gewandelt. Daran haben weder die Diskussionen um die UNO-Millenniumsziele noch die Petition «0,7 % – Gemeinsam gegen Armut» etwas ändern können. Selbst engagierte Menschen stossen in Diskussionen um fairen Handel, Gouvernanz oder «Aid effectiveness» rasch an Grenzen. Eine im Auftrag der DEZA und der Alliance Sud durchgeführte GfS-Studie warnte bereits 2010 vor «abnehmender Problemsensibilisierung» und zunehmender «Informationsgenügsamkeit» der Bevölkerung gegenüber Fragen der

Entwicklungszusammenarbeit. Das Gefühl von Mitverantwortung und Solidarität nahm gegenüber der Vorgängerstudie 2004 deutlich ab. Gleichzeitig sank laut Studie der Wille, einen individuellen Beitrag an die Entwicklungshilfe zu leisten oder sich mit einem bescheideneren Lebensstil zum Vorteil der Armen zu begnügen. Aufgrund der zunehmend kritischen und oft populistischen Darstellung der Entwicklungszusammenarbeit in den Medien und der darauf folgenden gehässigen Leserreaktionen ist zu befürchten, dass die Unterstützungsbereitschaft der Bevölkerung seit der letzten Untersuchung weiter gelitten hat. Als Reaktion darauf intensivieren und professionalisieren die Hilfswerke ihre Kommunikation. Noch geschieht dies vornehmlich im Fundraising. Mit Erfolg, wie ein Blick auf die Spendenstatistik der ZEWO zeigt. Auch Helvetas durfte 2013 so viele Spenden entgegennehmen wie noch nie. Doch soll die Solidarität von Spendern und Steuerzahlern langfristig erhalten bleiben, ist eine in die Tiefe gehende Informations- und Sensibilisierungsarbeit notwendig, welche sich an der in diesem Jahresbericht abgebildeten Realität der Entwicklungszusammenarbeit orientiert. Deshalb verstärkt Helvetas das Engagement, beispielsweise in politischen Debatten zu Entwicklungsfragen, oder setzt sich dafür ein, dass nachhaltige Entwicklung als Thema im künftigen Lehrplan 21 verbindlich verankert wird. Damit sind in den Medien zwar keine

Lobbying. Petition und politischer Rückhalt für das Menschenrecht auf Wasser. © Michele Limina

Der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit bläst eine steife Brise entgegen. Das abwertende Bild vom «naiven Entwicklungshelfer» wird heute bis weit ins linke Lager bemüht. Gleichzeitig werden an die Entwicklungszusammenarbeit über­ steigerte Erwartungen formuliert. Sie soll dafür zuständig sein, Armut, Hunger und Elend dieser Welt zu überwinden.

© Jessica Valloncini

HERKÖMMLICHE VORSTELLUNGEN VON HILFE ÜBERWINDEN

Irritationen. Künstliche Kothäufchen als Mahnmale für sanitäre Grundversorgung.

Lorbeeren zu holen. Doch um die Solidarität der nächsten Generation mit den Ärmsten dieser Welt zu sichern, bleibt dieses Engagement unerlässlich.


© Thomas Kozlik

29

«Super Thema für eine Ausstellung. Macht mehr darüber publik. Es gibt noch viele Leute, welche etwa darüber lernen könnten. Cool! Super!» Eintrag im Gästebuch der Ausstellung «Wir essen die Welt»

30’635

Personen haben die Helvetas-Ausstellung über Nahrung, Genuss und Umwelt in Aarau besucht.

88’200

Haushaltungen erhielten mit der Zeitschrift «Partnerschaft» Einblick in die Entwicklungschancen von Ländern des Südens.

AUSSTELLUNG: WIR ESSEN DIE WELT Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie wurden sie produziert? Welche Auswirkungen haben unsere Kaufentscheide auf die Umwelt und das Leben anderer Menschen? In der neuen Helvetas-Ausstellung «Wir essen die Welt» sind 30’635 Besucherinnen und Besucher, darunter 6000 Jugendliche aus 284 Schulklassen, diesen Fragen nachgegangen. Auf einer fiktiven Weltreise liessen sie sich erklären, was Spekulation und europäische Schnäppchenmentalität in Entwicklungsländern bewirken. «Wir essen die Welt» wurde acht Monate lang am Naturama Aargau gezeigt und wird auch in Bern, Zürich und weiteren Städten der Schweiz zu sehen sein. Die Ausstellung wurde von der Stiftung Mercator Schweiz, dem SECO, dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst und der Ernst Göhner Stiftung ermöglicht.

20’187

Mal wurden die Beiträge zum Helvetas-Kurzfilmwettbewerb «Clip Award» letztes Jahr angeklickt.

Beatrice Burgherr koordinierte die Ausstellung «Wir essen die Welt». Nach einem Lizenziat in Sprachen und einem Nachdiplomstudium in Kulturmanagement arbeitete sie in Mexiko und als Jugendkoordinatorin von Europarat und EU. Seit 1999 konzipiert sie bei Helvetas Veranstaltungen und Ausstellungen.


30 Finanzen

FINANZEN

BILANZ AKTIVEN

Die wichtigsten Zahlen zur Finanzrechnung 2013: • Dank einem erneut sehr erfreulichen Spendenergebnis von über CHF 28,6 Mio. konnten wir das abgelaufene Finanzjahr mit einem positiven Jahresergebnis abschliessen. • Die Bundesbeiträge der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), mit CHF 73,8 Mio. der grösste Einnahmeposten, entsprachen den vertraglichen Vereinbarungen. • Die Beratungsmandate trugen mit CHF 3,3 Mio. zum Umsatz bei. • In unsere Projektarbeit im Ausland flossen CHF 107,6 Mio., im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von CHF 15,7 Mio. • Für die Koordination und Begleitung der Auslandprojekte wurden in der Schweiz CHF 1,8 Mio. aufgewendet. • Die Ausgaben für Kommunikations-, Sensibilisierungs- und Vereinsarbeit in der Schweiz betrugen CHF 5,7 Mio. • Die Ausgaben für Fundraising und die Geschäftsstelle sind mit CHF 10,3 Mio. stabil geblieben.

31.12.2013 in CHF

31.12.2012 in CHF

31’573’997.15 15’758’610.61 1’592’561.01 972’249.39 17’840’998.46 10’096’455.99 77’834’872.61

32’036’420.86 13’544’774.30 1’518’833.69 825’993.12 12’420’004.70 11’817’120.92 72’163’147.59

607’491.19 1’053’309.96 82’311.95 1’743’113.10

603’200.02 1’151’391.50 40’936.30 1’795’527.82

79’577’985.71

73’958’675.41

3’575’088.06 42’251’726.00 45’826’814.06

2’624’083.57 38’714’565.15 41’338’648.72

1’679’139.48 1’679’139.48

1’598’454.48 1’598’454.48

47’505’953.54

42’937’103.20

1’743’110.89

1’910’383.74

Erarbeitetes freies Kapital Erarbeitetes gebundenes Kapital Organisationskapital

16’710’760.38 13’618’160.90 30’328’921.28

15’493’027.57 13’618’160.90 29’111’188.47

Passiven

79’577’985.71

73’958’675.41

Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen Warenvorräte Nettovermögen in Projektländern Aktive Rechnungsabgrenzung Umlaufvermögen Sachanlagen Immaterielle Anlagen Finanzanlagen Anlagevermögen Aktiven

PASSIVEN Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung Kurzfristiges Fremdkapital Rückstellungen Langfristiges Fremdkapital Fremdkapital

Die KPMG AG hat Buchführung und Jahresrechnung geprüft und für gut befunden. Ihr Revisionsstellenbericht und der Finanzbericht 2013 können auf der Geschäftsstelle von HELVETAS Swiss Intercooperation, Weinbergstrasse 22a, 8001 Zürich, eingesehen oder unter www. helvetas.ch/jahresbericht heruntergeladen werden.

Zweckgebundenes Fondskapital


31 HERKUNFT DER MITTEL

BETRIEBSRECHNUNG

(Total CHF 134’134’354.87) ERTRAG Mitgliederbeiträge Spenden Öffentlichkeit Legate

2013 in CHF 3’008’174.58 21’846’283.53 3’785’676.09

2012 in CHF 3’027’662.93 20’100’386.63 935’681.13

Ertrag Mittelbeschaffung

28’640’134.20

24’063’730.69

Programmbeiträge DEZA Mandate DEZA Projektbeiträge Organisationen Erträge aus Beratungen Ertrag Fairer Handel Andere betriebliche Erträge

10’700’000.00 63’124’859.60 24’226’975.68 3’263’776.75 3’426’173.15 752’435.49

10’700’000.00 53’738’859.86 19’954’828.80 3’414’420.89 3’400’448.62 295’288.79

Ertrag aus erbrachten Leistungen

105’494’220.67

91’503’846.96

Erträge

134’134’354.87

115’567’577.65

AUFWAND Afrika Asien Lateinamerika und Karibik Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien Programmkoordination, -betreuung

32’843’316.84 43’958’679.83 19’222’185.81 11’572’756.00 1’765’223.80

28’863’317.68 37’955’016.38 15’253’825.65 9’851’133.40 1’399’740.91

VERWENDUNG DER MITTEL

Ausgaben Internationale Programme

109’362’162.28

93’323’034.02

(Total CHF 133’800’627.80)

Ausgaben Beratungen Ausgaben Projekte Schweiz Ausgaben Fairer Handel

5’117’235.14 5’675’095.70 3’388’101.90

4’947’404.66 4’735’174.96 3’332’038.32

Geschäftsstelle Fundraising

4’562’183.73 5’695’849.05

4’168’884.65 5’307’961.58

Geschäftsstelle und Fundraising

10’258’032.78

9’476’846.23

Aufwand für Leistungserbringung

133’800’627.80

115’814’498.19

333’727.07

-246’920.54

Betriebsergebnis Finanzergebnis Übriges Ergebnis Jahresergebnis vor Fondsergebnis Fondsergebnis Jahresergebnis vor Zuweisung an Organisationskapital

997’548.30 -280’815.41

616’273.91 14’269.51

1’050’459.96

383’622.88

167’272.85

13’740.28

1’217’732.81

397’363.16

5 67 1 4

2

3

1 2 3 4 5 6 7

Ertrag Mittelbeschaffung 21,3 % Programmbeitrag DEZA 8,0 % Mandate DEZA 47,1 % Projektbeiträge Organisationen 18,1 % Erträge aus Beratungen 2,4 % Ertrag Fairer Handel 2,5 % Andere betriebliche Erträge 0,6 %

7

8

9 10 1

6 5 4

3 2

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Afrika 24,5 % Asien 32,9 % Lateinamerika und Karibik 14,4 % Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien 8,7 % Programmkoordination, -betreuung 1,3 % Ausgaben Beratungen 3,8 % Ausgaben Projekte Schweiz 4,2 % Ausgaben Fairer Handel 2,5 % Geschäftsstelle 3,4 % Fundraising 4,3 %


32 Partner und Donatoren

WIR DANKEN Ohne die grosszügigen Beiträge unserer Partner, Mitglieder, Spenderinnen und Spender wäre die Arbeit von HELVETAS Swiss Intercooperation nicht möglich. Wir bedanken uns bei allen hier erwähnten Institutionen für ihre Unterstützung. Unser Dank geht auch an alle Privatpersonen und an die Institutionen, die nicht genannt werden möchten.

BUND UND KANTONE DEZA, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit • SECO, Staatssekretariat für Wirtschaft • FEDEVACO, Fédération Vaudoise de Coopération • FGC, Fédération Genevoise de Coopération • FOSIT, Federazione delle ONG della Svizzera italiana • Kanton Aargau • Kanton Appenzell Ausserrhoden • Kanton Basel-Stadt • Kanton Bern • Kanton Glarus • Kanton Graubünden, Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement • Kanton Solothurn • Kanton Tessin • Kanton Waadt • Kanton Zürich • Republik und Kanton Genf STÄDTE UND GEMEINDEN Aarau • Baar • Baden • Bioggio • Cossonay • Elgg • Erlenbach • Erlenbach im Simmental • Frauenfeld • Genf • Grenchen • Hedingen • Jouxtens-Mézery • Küsnacht • Lausanne • Lugano • Maur • Münsingen • Muri bei Bern • Onex • Plan-les-Ouates • Rapperswil-Jona • Riehen • Schaffhausen • Sorengo • St. Gallen • Wettingen • Vernier • Winterthur • Yvonand • Zollikon • Zürich STIFTUNGEN Albert Jenny Stiftung • Educasa Stiftung • Ernst Göhner Stiftung • Ferster-Stiftung • Fondation Agnes Delachaux • Fondation Bienfaisance • Fondation Ensemble • Fondation Gertrude Hirzel • Fondation Johann et Luzia Graessli • Fondation Megguy et Charlotte Renard • Foundation for Agricultural Education in Developing Countries • Franco Mambretti Stiftung für Kinder • Fürsorge- und Bildungsstiftung • Gebauer Stiftung • Gemeinnützige Dachstiftung Accentus • Gemeinnützige Stiftung Symphasis • Giessenbach Stiftung • Glückskette • Greendale Charitable Foundation • Happel Stiftung • Hedwig Rieter-Stiftung • Jacobs Foundation • Julius Bär Stiftung • Laguna Foundation • Leopold Bachmann Stiftung • Medicor Foundation • René und Susanne Braginsky-Stiftung • Rosa und Bernhard Merz-Stiftung • Solaqua Stiftung • Stefanie und Wolfgang Baumann Stiftung • Stiftung ESPERANZA – kooperative Hilfe gegen Armut • Stiftung Hoja Verde • Stiftung Lanfrosa • Stiftung Mercator Schweiz • Tarbaca Indigo Foundation • Tibetania Stiftung • Valüna Stiftung • Von Duhn Stiftung UNTERNEHMEN AIL (Aziende Industriali di Lugano) •Bachema AG • BSI Bank Limited • Chocolats Halba • CHUV, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois • Claro Weltladen • Coop Fonds für Nachhaltigkeit • Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen • Fent AG • Frei + Krauer AG • FS Geotechnik AG • Geberit International AG • Hartung Engineering GmbH • Hug Verlag AG • Industrie- und Finanzkontor • Ingenieurbüro Frommelt AG • Loterie Romande • Migros-Genossenschafts-Bund • Philippe C. Biedermann Consulting • Pini Swiss Engineers • Play’n’help AG • Pratohaus AG • Preziofin S.A. • Ricola AG • Services Industriels de Genève SIG • SIGE (Service Intercommunal de Gestion) • Soder R. Baugeschäft AG • Swan Analytische Instrumente AG • Top-Team-Sanitär-Installations GmbH • Victorinox AG • Vivell + Co. AG NGOS, KÖRPERSCHAFTEN UND VEREINIGUNGEN Evang.-Ref. Kirchgemeinde Küsnacht •

Helvetas hat im Tessin einen guten Ruf. Fairer Tourismus als Beitrag zur wirt« «schaftlichen Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich Entwicklung. Helvetas teilt diese Vision mit uns. Deshalb haben wir Helvetas eingeladen, an unserem Fernwehfestival in Bern Produkte des fairen Handels vorzustellen.

bei Gemeinden oder beim Kanton vorspreche. Die Projektbeschreibungen sind verständlich, die Umsetzung der Projekte überzeugt.

Dany Gehrig, CEO des Reiseanbieters GLOBETROTTER TRAVEL SERVICE

Pietro Veglio, Präsident der FEDERAZIONE DELLE ONG DELLA SVIZZERA ITALIANA

»

»


© Flurina Rothenberger

© Christian Bobst

33

Evang.-Ref. Kirchgemeinde Lyss • Frauenfelder 2 Stunden Lauf • Gruppe Welt Oberamt • HEKS Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz • Kath. Pfarramt Küssnacht a.R. • Kaufmännischer Verband Schweiz • Projektgruppe Schlatt • Rotary Club Oberer Zürichsee • SPET, Society for Promotion of Education and Training • Verein El Puente • Verein Ethiopian Enterprises • Viva con Agua Schweiz • WIR TEILEN Fastenopfer Liechtenstein • WWF • ZH2O – drink and donate INTERNATIONALE GELDGEBER UND PARTNER ADA, Österreichische Entwicklungszusammenarbeit • AFD, Agence Française de Développement • AfDB, African Development Bank • Agridea • Agriterra • AIM Association Internationale de la Mutualité • Caritas Luxembourg • CDKN, Climate and Development Knowledge Network • Croix Rouge Malienne • DFID, Department for International Development, UK • EuropeAid, EU • FAO, Food and Agriculture Organisation of the United Nations • FCA • GEF Global Environment Facility • GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit • Government of Ethiopia • Harewelle International Ltd • ICCO, Interchurch Organisation for Development Cooperation • IDB, Inter-American Development Bank • iDE • IDRC, International Development Research Centre, Canada • IFAD International Fund for Agricultural Development • IMC Worldwide Ltd • ITTO, International Tropical Timber Organisation, Japan • IUCN, International Union for Conservation of Nature • KfW Entwicklungsbank • KIT/CFC Royal Tropical Institute, NL • LED, Liechtensteinischer Entwicklungsdienst • NIRAS • ÖAR-Regionalberatung GmbH • OXFAM Hong Kong • OXFAM International • Peru Opportunity Fund • PROTOS, Belgien • RAIN, Rainwater Harvesting Implementation Network • RRI, Rights and Resources Initiative, USA • SIDA, Swedish International Development Cooperation Agency • SNIS Swiss Network for International Studies • Starbucks Coffee Company • UEMOA, Union Économique et Monétaire de l’Afrique de l’Ouest • UNDP, United Nations Development Programme • UNICEF Mali • UNPCB, Union Nationale des Producteurs de Coton du Burkina Faso • US Department of State, USA • USAID, United States Agency for International Development, USA • WCS Wildlife Conservation Society • Weltbank • WFP, UN World Food Programme SPONSOREN Alternative Bank Schweiz • Geberit Vertriebs AG • Globetrotter Club AG • Globetrotter Tours AG • Globetrotter Travel Services AG • Henkel & Cie. AG In der Liste sind institutionelle Spender ab einem Spendenbetrag von CHF 3’000 aufgeführt.

Bäuerinnen und Kleinstunternehmer Was wir essen, beeinflusst die Um«erweitern « dank Helvetas ihre Fähigkeiwelt und die Lebensbedingungen auf der ten. Damit wird das Qualitätsbewusstsein gefördert, nicht das Mitleid. Deshalb engagieren wir uns in unserer Freizeit für Helvetas.

ganzen Welt. Helvetas zeigt, wie jeder im Alltag Verantwortung übernehmen kann. Deshalb unterstützen wir die Ausstellung ‹Wir essen die Welt›.

Cecilia Viscarra, Koordinatorin der REGIONALGRUPPE GENF

Nadine Felix, Geschäftsführerin der STIFTUNG MERCATOR Schweiz

»

»


34 Organisationsstruktur

DIE ORGANISATION Die Entwicklungsorganisation HELVETAS Swiss Intercooperation ist ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein. Oberstes Organ ist die Generalversammlung. Sie erlässt die Statuten, genehmigt den Jahresbericht und wählt den Zentralvorstand. Der Zentralvorstand ist das strategische Führungsorgan.

DER ZENTRALVORSTAND Präsident: Elmar Ledergerber, Zürich, Dr. oec. HSG, lic. phil I, alt Stadtpräsident der Stadt Zürich seit 2010

Françoise de Morsier Heierli, Bern, lic. sc. éco. Entwicklungsexpertin seit 2011

Anita Müller, Zürich, Dr. phil. I, ab 1. Juni 2014 Direktorin des Schweiz. Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) seit 2011

Vizepräsidentin: Therese Frösch, Bern, Sozialarbeiterin, alt Nationalrätin, alt Finanzdirektorin der Stadt Bern seit 2013

Ruth Egger Tschäppeler, Stäfa, Dr. oec. publ., Beraterin für ländliche Entwicklung und den basisnahen Finanzsektor seit 2011

Fenneke Reysoo, Cully VD, Dr. sc. soc., wissenschaftliche Leiterin des Programms Gender and Global Change IHEID seit 2011

Rudolf Baumgartner, Zürich, Dr. oec. publ., Prof. emer. NADELETHZ seit 2011

Richard Gerster, Richterswil, Dr. oec. HSG, Berater und Publizist seit 2009

Oswald Sigg, Bern, Dr. rer. pol., alt Vizekanzler, Journalist seit 2009

Serge Chappatte, Avry-sur-Matran, lic. sc. éco et soc., alt Vizedirektor DEZA seit 2011

André Kuy, Zürich, Dr. iur., Rechtsanwalt, MPA seit 2005

Pierre-Etienne Weber, Rheinfelden, MBA/lic. oec. HSG, Berater für Strategieentwicklung, Unternehmensführung und Kaderausbildung seit 2005

Rudolf Dannecker, Hinterkappelen, Dr. phil. I, Historiker, alt Vizedirektor DEZA seit 2003

André Lüthi, Bern, eidg. dipl. Tourismusexperte, Geschäftsführer Globetrotter Travel Service und Globetrotter Group seit 2009

INTERESSENBINDUNG Guillaume de Buren, Lussy-sur-Morges, lic. rel. intern., Doktorand am IDHEAP Lausanne seit 2011

Dick F. Marty, Lugano, Dr. iur., alt Ständerat, Berater für Rechtsund Wirtschaftsfragen seit 2006

Die relevanten Verbindungen und Mandate von Geschäftsleitung und Zentralvorstand werden im Finanzbericht detailliert aufgeführt.


PARTNERORGANISATIONEN

REGIONALGRUPPEN

Aufgeführt werden gemäss ZEWO-Vorschriften und §29 des NPO-Codes Organisationen, mit denen HELVETAS Swiss Intercooperation einen Rahmenvertrag abgeschlossen hat oder in deren Führungsgremien Helvetas vertreten ist. Agridea Vereinigung für ländliche und landwirtschaftliche Entwicklung • Alliance2015 Alliance Sud • Cinfo • DRR NGO Platform • EAWAG Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz • End Water Poverty Coalition • FoBBIZ Berufsbildung und internationale Zusammenarbeit • HAFL Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften • ICCO Interchurch Organisation for­ Development Cooperation, NL • IFOAM International Federation of Organic Agriculture Movements • KFPE Schweizerische Kommission für Forschungspartnerschaften mit Entwicklungsländern • Knowledge Management for Development • KOFF/Swisspeace • Max Havelaar Schweiz • Skat Consulting und Skat Foundation • Swiss Fair Trade • Swiss Water Partnership • Swiss Water & Sanitation NGO Consortium

Die Regionalgruppen unterstützen die Bestrebungen von HELVETAS Swiss Intercooperation sowohl ideell wie materiell. Sie stärken die Öffentlichkeitsarbeit, indem sie Veranstaltungen und Sammelaktionen organisieren.

DIE ORGANISATION Die Generalversammlung ist das oberste Vereinsorgan und tritt einmal jährlich zusammen. Sie wählt die Mitglieder des Zentralvorstands und bestimmt das Leitbild. Der Zentralvorstand ist zuständig für die Strategie von HELVETAS Swiss Intercooperation. Er hat die Oberaufsicht über die Geschäftsstelle und genehmigt die Geschäftsordnung und das jährliche Budget. Die Geschäftsstelle ist zuständig für Planung und Durchführung der Projekte, Programme und Aktionen im In- und Ausland.

DIE GESCHÄFTSLEITUNG *Mitglied der Geschäftsleitung

DER BEIRAT Der Beirat besteht aus Persönlichkeiten, die das entwicklungspolitische Engagement von HELVETAS Swiss Intercooperation in Öffentlichkeit und Politik vertreten. Mitglieder sind auch Elmar Ledergerber und Dick Marty als Vertreter des Zentralvorstands. Peter H. Arbenz, Winterthur, lic. rer. publ. HSG, Berater für Strategieentwicklung und Unternehmensführung, Ehrenpräsident

Geschäftsleiter* Melchior Lengsfeld

Ko-Leiter Beratungsdienste Peter Schmidt

Mario Fehr, Zürich, lic.iur., Regierungsrat des Kantons Zürich

Stv. Geschäftsleiter/Ko-Leiter Internationale Programme* Remo Gesù

Leiter Kommunikation und Fundraising* Stefan Stolle

Bastien Girod, Zürich, Dr. sc. nat., Nationalrat

Ko-Leiterin Internationale Programme* Annette Kolff

Leiter Finanzen und Dienste* Erich Wigger

Kathy Riklin, Zürich, Dr. sc. nat. ETH, Nationalrätin

Ko-Leiterin Beratungsdienste* Rupa Mukerji

Leiter Fairer Handel Tobias Meier

Géraldine Savary, Lausanne, lic. ès sc. pol., Ständerätin

35


Swiss Intercooperation

HELVETAS Swiss Intercooperation Weinbergstrasse 22a, CH-8001 Z체rich Tel: +41 (0)44 368 65 00, Fax: +41 (0)44 368 65 80 info@helvetas.org Gesch채ftsstelle Bern Maulbeerstrasse 10, CH-3001 Bern Tel: +41 (0)31 385 10 10, Fax: +41 (0)31 385 10 09 info@helvetas.org Bureau Suisse romande Chemin de Balexert 7-9, CH-1219 Ch창telaine Tel: +41 (0)21 804 58 00, Fax: +41 (0)21 804 58 01 romandie@helvetas.org Ufficio Svizzera italiana Via San Gottardo 67, CH-6828 Balerna Tel: +41 (0)91 820 09 00, Fax: +41 (0)91 820 09 01 svizzeraitaliana@helvetas.org www.helvetas.ch

HELVETAS Swiss Intercooperation - Jahresbericht 2013 DE  

Ein besseres Leben für 3'015'817 Menschen.

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you