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DEUTSCHLAND: THÜRINGER WALD

AUF SPURENSUCHE ENTLANG DES RENNSTEIGS 22 REISE MOTORRAD 2008/1


Der Thüringer Wald ist eine geschichtsträchtige Region mit berühmten Orten und großen Namen. Das größte Waldgebiet Deutschlands, das darum als dessen „grünes Herz“ bezeichnet wird, begeistert auch durch seine abwechslungsreiche Natur. Dr. Ingrid Gloc-Hofmann (Text und Bilder) und Helmut Hofmann (Bilder und Routing) gingen auf Spurensuche am legendären Rennsteig. REISE MOTORRAD 2008/1

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Fachwerkstraße: schmucke Bauernhäuser und Gehöfte wie hier in Bermbach. wei orangefarbene KTMs glän­ zen im Sonnenlicht. An einem wunderschönen Augustnachmit­ tag breche ich mit meiner 640 Adven­ ture und Helmut mit einer 990 Ad­ venture ABS auf – reizvolle Landstra­ ßen führen uns durch Oberfranken in Richtung hüringen. Dann erreichen wir die ehemalige Zonengrenze. Noch Ende der 90er­Jahre fand der Über­ gang von Bayern ins östliche hüringen recht abrupt statt. Breite Grenzstreifen „zierten“ die Landschaft, Stacheldraht und Wachtürme konnte man noch hier und da erkennen. Und drüben ange­ kommen, holperte man über buckeliges Kopfsteinplaster, immer einen Blick voraus, um nicht in einem der Löcher zu versacken. Nichts von dem ist ge­ blieben. Dass wir uns in hüringen aufhalten, bemerken wir aber sofort. Mit Schindeln verzierte Häuser, Sand­ stein und ein eigener Fachwerkstil prä­ gen die Ortschaften. Wir durchfahren eine liebliche, hügelige Landschaft, das Flusstal der Werra, schmucke Bauern­ dörfer und das historische Städtchen Hildburghausen.

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SYMBIOSE VON OST UND WEST Suhl: Die Stadt liegt prächtig in einem breiten Talkessel am Südwestrand des hüringer Waldes und empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und tollen Ausblicken von der kurven­ reichen, ins Tal führenden Einfall­ straße. In unserer Pension werden wir freundlich empfangen. Dann brechen 24 REISE MOTORRAD 2008/1

wir wieder auf, um die Stadt in Augen­ schein zu nehmen. Das kleine Zentrum besticht mit schön verzierten alten Hausfassaden. An den umliegenden Hängen blicken elegante Villen auf die Stadt. Dazwischen ein modernes Kongress­ und Einkaufzentrum und nicht zu übersehen die klotzigen Plat­ tenbauten, die Mitte der 60er­Jahre ge­ baut wurden. Ein interessantes Zusam­ menspiel von Sozialismus und „west­ licher“ Idylle!

Natürlich hat Suhl noch mehr zu bieten. Wir entdecken das Fahrzeug­ museum, in dem auch historische Motor­ räder gezeigt werden, und das Wafen­ museum, das in einem großzügigen Fachwerkhaus die Produktion von Jagd­ und Sportwafen und die Stadt der Büchsenmacher darstellt. Folgerichtig kehren wir dann in „Die Büchs“ ein, einer gemütlichen, holzverkleideten Gast­ stätte, in der man nebenbei alte Auf­ nahmen von Handwerkern der Wafen­ zunft betrachten kann. Wir genießen thüringische Spezialitäten: Rostbrätl und Würzleisch zusammen mit einem erfrischenden thüringischen Bier. Am nächsten Morgen beginnen wir damit, den hüringer Wald und den Rennsteig zu erkunden, diesen geheim­ nisvollen und legendären Kurier­ und Handelsweg, der am Kamm des hürin­ ger Waldes verläuft, der Ost und West und bedeutende Orte miteinander ver­ bindet. Die Route kreuzt immer wieder die heutigen Fahrstraßen. Dem „Natur­ park hüringer Wald“ folgen wir zu­ nächst Richtung Westen entlang der „Fachwerkstraße“. Dörfer mit Fach­ werkhäusern, die noch sehr an den frän­ kischen Stil erinnern, ziehen an uns vorbei, bis wir Schmalkalden erreichen. Die Altstadt ist ein Juwel, ein fantas­ tisches Ensemble besterhaltener Fach­ werkhäuser. Dann mitten auf der Fahrt durch eine idyllische Landschaft – kur­ venreich folgt die kleine Landstraße bergauf und bergab der Hügelland­ schaft, vorbei an Seen und schattigen Auen – überkommt uns ein Hunger. Und siehe da: An einer Kreuzung ent­ decken wir eine Imbissbude, angeneh­ mer Duft steigt uns in die Nase. Auf ofenem Buchenholzfeuer brutzeln def­ Kulinarische Spezialitäten und deutsche Geschichte: Die Thüringer sind stolz auf ihre Wahrzeichen. Die Wartburg war einst bedeutender Schauplatz der Reformation, und die berühmten Bratwürste gibt‘s an jeder Ecke.


Abwechslung: In der Lutherstadt Eisenach dominiert die Vergangenheit (links). Weite Ausblicke auf den Höhen des Thüringer Waldes begeistern Motorradund Wanderfreunde (unten). Beeindruckend: die Sprungschanzen von Oberhof (u. li.). Moderne Kunst in alten Orten: forsche junge Frau in Ruhla (unten).

tige hüringer Bratwürste, das wohl bekannteste Gericht der hüringer, das wir uns auch richtig munden lassen.

LEBENDIGE GESCHICHTE Schon von weitem erblickt man die Wartburg. Immer wieder lichtet sich die ansonsten dichte Bewaldung entlang der Landstraße und lässt uns erkennen, wie majestätisch die Burg über der Waldlandschaft thront. Eine herrliche Aufahrt kringelt sich den Wartberg hinauf, je höher umso mehr lichtet sich das Laub und lässt die Wartburg im Sonnenlicht erstrahlen. Der von vielen kunstsinnigen Herren ausgestattete und stetig erweiterte Komplex ist ein pracht­ volles Zeugnis deutscher Geschichte – der bedeutendste Burggast dabei war

Junker Jörg alias Martin Luther Mit einem großen Namen ist die Reformation eng verbunden: mit Martin Luther. Er war es, der in Deutschland die Erneuerungsbewegung im Christentum angestoßen hat. Bedeutende Ereignisse der Bewegung spielten sich in Thüringen ab und Luthers Spuren lassen sich in vielen Orten verfolgen. Der junge Luther kam 1498 nach Eisenach, wo er bis 1501 die Lateinschule besuchte. Auf seinem Weg zum Reichstag von Worms und zurück predigte er 1521 mehrmals in der Georgenkirche. Dann wurde die Wartburg ein günstiger Zufluchtsort für den mit Bann und Reichsacht belegten Luther. Auf seinem Rückweg vom Wormser Reichstag ließ ihn Friedrich der Weise 1521 zum Schein gefangen nehmen und heimlich auf die Wartburg bringen. Dort lebte er bis 1522 unter dem Namen „Junker Jörg“, verfasste seine Streitschriften und übersetzte das Neue Testament aus dem griechischen Urtext in ein volkstümliches Deutsch. So wurde die Wartburg zu einem Zentrum der Reformation. Und schließlich wohnte Luther 1537 während des Schmalkaldener Fürstentags in Schmalkalden.

sicherlich Martin Luther, als er 1521/22 hier Zulucht fand. Auch Eisenach, unterhalb der Wartburg gelegen, mit seinen historischen Bauwerken hat eine vielfältige Geschichte vorzuweisen. Die hüringer sind stolz auf ihre bedeutende Vergangenheit. Just an diesem Tag indet rund um den Marktplatz ein Mittel­ alterfest statt, historisch gewandete Per­ sonen lustwandeln durch die Stadt und gesellen sich zu den neuzeitlichen Er­ rungenschaften wie unseren Motor­ rädern – ein wunderbarer Kontrast zwi­ schen Vergangenheit und Gegenwart.

Ein Erlebnis ganz anderer Art haben wir am Nachmittag: Eine dicke Staub­ wolke erhebt sich vor unseren Augen und siehe da – wir fahren in ein En­ durogelände ein. Eine ganze Reihe be­ herzter Jungs brettert über die Piste und führt wirklich professionell spektaku­ läre Sprünge aus. Dann geht es weiter auf Asphalt mit traumhaften Kurven durch die grüne Landschaft, hinauf auf den Kamm des hüringer Waldes. Wir passieren hübsche Ortschaften in Tal­ kesseln gelegen, mit herrlichen Fach­ werk­ und Schieferhäusern. Auf und ab

schraubt sich die Landstraße durch die Hügellandschaft bis wir den Kamm und den Rennsteig erreichen. Herrliche Ausblicke bieten sich auf das saftige Grün, die dunklere Waldlandschaft in der Ferne, auf Täler, endlose Weite und einen beeindruckenden Himmel – Natur pur! Ein Stopp muss sein: in Oberhof. Bis 1900 war der Ort nicht mehr als eine Pferdestation an der Passstraße Rennsteig, heute ist er ein bekanntes Wintersportzentrum und dank seiner Skisprungschanzen ein Ort großer Sprünge. REISE MOTORRAD 2008/1

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Herausgeputzt: Schwarzburg ist ein idealer Erholungs- und Urlaubsort. Auch am nächsten Morgen geht es wieder hoch zum Rennsteig, diesmal aber in Richtung Osten. Oberhalb von Schmiedefeld kreuzen wir den Wander­ weg mit dem Kennzeichen „R“. Die Qual der Wahl: Jede Menge Hinweis­ tafeln weisen in verschiedene Richtun­ gen und zu unterschiedlichen Zielen. Der Osten des hüringer Waldes ist zum einen durch das Schwarzatal ge­ prägt, zum anderen durch die Glas­ und Porzellan­Industrie sowie den Bergbau und das Schiefergebirge im Südosten. Die Landschaft hier ist um einiges lieblicher, ofener, weniger von dichten Wäldern beherrscht. Unweit des Städt­ chens Ilmenau beindet sich das idyl­ lisch gelegene Dörfchen Paulinzella. Die romanische Kirchenruine des ehe­ maligen Benediktiner­Klosters darf man getrost als eine der malerischsten Er­ scheinungen hüringens bezeichnen. 1105 gegründet, wurde das Kloster während der Reformation zerstört und Jahrhunderte später waren Maler und Dichter der Romantik von deren An­ blick zutiefst bewegt.

ROMANTIK PUR In Blankenburg machen wir wieder ein­ mal Halt an einer Imbissbude. Köstli­ che Fleischgerichte brutzeln auf ofenem Feuer. Man sitzt hier zwanglos beiein­ ander, plaudert und genießt das Essen, das selbst einem hervorragenden Restau­ rant Ehre machen würde. Die Schwarza, ein reizvoller Wildluss, zwängt sich im wildromantischen Tal zwischen Blan­ 26 REISE MOTORRAD 2008/1

kenburg und Schwarzburg durch eine tief eingeschnittene Felsenschlucht, deren Verlauf zur Freude jedes Motor­ radfahrers die Fahrstraße schwung­ und kurvenreich folgt. Die Orte glänzen mit blumengeschmückten Fachwerk­ häusern in kräftigen, satten Farben und bilden eine hervorragende Kulisse zum Orange der KTM. Vor allem der Erho­ lungsort Schwarzburg macht einen sehr adretten, geradezu verspielten Eindruck. Hoch über ihm thront das barocke Schloss Schwarzburg, heute eine riesige, aber imposante Ruine. Weiter geht die Fahrt, wieder hinauf auf den Kamm des hüringer Waldes, Kurve um Kurve an Wiesen und Mischwäldern vorbei, bis wir den be­ waldeten Teil verlassen. Ein eindrucks­ volles Panorama breitet sich vor unseren Augen aus, über mehrere Hügelketten blicken wir gen Osten in scheinbar endlose Weite. Dann taucht die Tal­ sperre Hohenwarte vor uns auf, eine kurvenreiche Straße führt uns bergab. Der Stausee liegt traumhaft, eingebet­ tet zwischen bewaldeten Hügeln. Mit wohligem Schauer blicken wir von der Staumauer 75 m in die Tiefe hinab, während auf der anderen Seite Auslugs­ und Sportboote über den blauen See tuckern und Auslügler an seinen Ufern den sonnigen Tag genießen.

SCHMÜCKENDER SCHIEFER „Blaues Gold“ – den Schiefer, wollen wir an unserem letzten Tag etwas näher unter die Lupe nehmen. Die Fahrt durch den Südosten des hüringer Waldes führt uns immer wieder entlang des Rennsteigs. Helmut nimmt den Be­ grif Rennsteig wörtlich und tobt sich noch mal richtig auf seiner KTM 990 Überall willkommen: Wohin es gehen kann, darauf verweisen die vielen grünen Hinweistafeln entlang des Rennsteigs (oben). Auch ein lohnenswertes Ausflugsziel: die romantische Klosterruine Paulinzella (rechts).


Kurvenspaß: eine der zahlreichen kleinen Landstraßen entlang des Rennsteigs (links). Den historischen Schieferbergbau kann man im Erlebnispark Lehesten besichtigen, die schmuckvollen Ergebnisse der Schieferproduktion in Brennersgrün (unten). Der von tiefen Wäldern umgebene Stausee Hohenwarte lädt zur Erholung ein (u. li.).

Gold in allen Farben Thüringen ist ein Goldparadies. Die früheren Bewohner des Schwarzatales pflegten die Goldwäsche und spezialisierten sich auf das Kräutersammeln, zahlreiche Mühlen nutzten die Wasserkraft und später entwickelten sich die Glasbläserei und die Porzellanherstellung. Das bekannte gelblich glänzende Gold kann noch zum Vergnügen an Goldwasch-Plätzen gesucht werden, eine Tätigkeit, die für die Goldwäscher früher harte Arbeit bedeutete. Das „Grüne Gold“ bezeichnet Kräuter aller Art, die man insbesondere für die Herstellung von Heilmitteln sammelte. Einen Namen in Sachen Kräuter hat sich die Ortschaft Piesau gemacht. Das „Weiße Gold“, das Porzellan, etablierte sich seit dem 19. Jahrhundert in der Gegend um Gräfenthal, Lichte und Reichmannsdorf. Die Gräfenthaler Porzellanmanufaktur wurde 1861 gegründet, die Verkehrslage Gräfenthals an der bedeutenden Fuhrmannstraße Nürnberg-Leipzig begünstigte von da an die Entwicklung der Porzellanfabriken. Interessant ist auch die Lippelsdorfer Waldfabrik, die seit 1877 in Familienbesitz, blühende Geschäfte betrieb. Die sozialistische Enteignung machte die Familie dann zu Arbeitnehmern im „eigenen“ Unternehmen. Nach dem Wiederaufbau 1990 konnte das Unternehmen wieder an die früheren Erfolge anknüpfen. Produziert werden kleine, dekorative Porzellanfiguren. Zu erwähnen ist auch die Glasproduktion, die sich seit dem 17. Jahrhundert im Gebiet von Neuhaus und Lauscha entwickelte. Bereits 1607 gründeten zwei Glasmacher aus Lauscha eine Glashütte. Glaskunstgegenstände waren der bedeutendste Produktionsfaktor. Daneben entwickelte der aus Neuhaus stammende Glastechniker Dr. Heinrich Geißler Leuchtstoff- und Röntgenröhren. Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des im Südosten gelegenen Thüringer Schiefergebirges ist das „Blaue Gold“, der Schiefer. Vom 13. Jahrhundert an wurde in der Region um Lehesten Schiefer abgebaut und zu Dach- und Wandschiefertafeln verarbeitet. Das „Blaue Gold“ etablierte Lehesten zu einem Zentrum der Schieferindustrie. Zudem kommt der Griffelschiefer, der sich durch besondere Weichheit und leichte Spaltbarkeit auszeichnet, nur in Ostthüringen vor und ließ hier das weltweit einmalige Gewerbe der Griffelmacher entstehen.

Adventure aus. Wir genießen die vielen Kurven, den tollen Asphalt und einige kurze Schotterwege. Auf einem breiten Bergplateau erreichen wir die Berg­ und Schieferstadt Lehesten, wo man bis 1999 Schiefer abbaute und zu Dach­ und Wandschiefertafeln verarbeitete. Mit dem Auslaufen der Schieferpro­ duktion wurden unter dem gelungenen Motto „Harmonie von Natur und Technik“ ein Erlebnispark sowie das Technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau“ ausgebaut, in denen man den Werdegang des Schiefers von

der Gewinnung bis zu Verarbeitung erleben kann.

WEITE PANORAMEN Das Hochplateau um Lehesten bietet aber noch mehr: Herrliche Aussichten ins Erzgebirge, ins Fichtelgebirge, in den Frankenwald, den hüringer Wald und den Harz. Besonders reizvoll in dieser waldreichen Mittelgebirgsland­ schaft sind die unübersehbaren blauen Tupfen der schiefergedeckten Häuser. Brennersgrün, die jüngste und mit 715 Metern höchstgelegene Ortschaft

der Gemeinde Lehesten, die direkt am Rennsteig entstanden ist, zeigt sich ganz in Blau. Schiefertafeln in verschiedenen Musterungen und Variationen zieren die schmucken Bauernhäuser. Kontrast­ reich heben sich Rasenlächen und bunte Blumen in den kleinen Vorgärten ab. Eine schattige Allee führt von Bren­ nersgrün in südliche Richtung. Dort, nur wenige Meter von der Ortschaft entfernt, durchfährt man einen breiten gerodeten Waldstreifen – die ehemalige DDR­Grenze, über die wir wieder nach Bayern zurückkehren. REISE MOTORRAD 2008/1

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DEUTSCHLAND: THÜRINGER WALD Der Thüringer Wald, das Berg­ und Hügel­ land zwischen Saale und Werra, dem Thüringer Becken und dem Coburger Land, ist das größte Waldgebiet Deutschlands. Es umfasst 1.516 Quadratkilo­ meter und ist Landschaftsschutz­ gebiet. Die Wälder haben teil­ weise den Charakter von Urwäl­ dern, wie sie einst ganz Mittel­ europa bedeckten. Eng mit dem Thüringer Wald verbunden ist der Rennsteig. Er ist mehr als ein Wanderweg, er ist Mythos und Kultur für sich. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit entstan­ den, erlangte der 168 km lange Rennsteig im Mittelalter – 1330 erstmals urkundlich erwähnt – wichtige Bedeutung als Kurier­ und Handelsweg. Auf dieser Route beförderten Geheimku­ riere ihre Botschaften. Hier ver­ läuft auch die Dialektgrenze zwi­ schen Franken und Thüringen.

3 Tage · ca. 690 km

Laden Sie alle Wegpunkte dieser Tour auf Ihr GPS-Gerät – kostenlos im Internet unter www.reisemotorrad.de Höhepunkt: Bei Oberhof liegt der höchste anfahrbare Punkt des Thüringer Waldes. Der Eindruck von der Dimension und Struktur der Region rund um den Rennsteig prägt sich tief ein.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten Der Thüringer Wald bietet eine Vielfalt an Sehens­ wertem. Kultur und Geschichte stellen sich in zahlreichen Bur­ gen, Schlössern und in den alten Ortschaften dar. Die Entwick­ lung von Handwerk und Indus­ trie kann man in Museen und Erlebnisparks erleben. Hier eine kleine Auswahl: • Das von der Waffenindustrie geprägte Suhl beruft sich auf eine lange Vergangenheit als Waffenschmiede, die Büchsen­ macher im 15. Jahrhundert be­ gründeten. Die Stadt hat ein idyllisches Zentrum mit histori­ schen Häusern und Gassen. Das Waffenmuseum, das einzige Spezialmuseum seiner Art in Europa, bietet einen Einblick in die Waffengeschichte aus sieben Jahrhunderten. Es beindet sich im ehemaligen Malzhaus der Stadt (www.waffenmuseumsuhl.de Tel. 0 36 81­72 06 98. Wegen Renovierung voraussichtlich wie­ der geöffnet ab Mitte Mai 2008). Außerdem hat die Stadt eine hundertjährige Tradition im Fahr­

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zeugbau. Im Suhler Fahrzeugmuseum werden ca. 170 Ausstel­ lungsstücke aus allen Bereichen des Fahrzeugbaus gezeigt. Einen besonderen Raum nimmt der Suhler Motorsport mit den Mo­ torrädern von Europa­ und Welt­ meistern ein (T. 0 36 81­70 50 04, www.fahrzeugmuseumsuhl.de. Ge­ öffnet April­September 9­17 Uhr, Oktober­März 10­16 Uhr). • Die Stadt Schmalkalden liegt am Südwesthang des Thüringer Waldes. Sie gilt als Kleinod des Fachwerkbaus. Der alte Stadt­ kern, dessen Bausubstanz über­ wiegend aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts stammt und noch von den Resten der einstigen Befestigung einge­ schlossen wird, gehört zu den bedeutendsten Architektur­ ensembles in Thüringen (www. stadt.schmalkalden.de). • Oberhof: Das bekannte Wan­ der­ und Wintersportzentrum liegt direkt am Rennsteig, auf dem Kamm des Thüringer Wal­ des. In der Nähe beinden sich die zwei höchsten Berge des Thüringer Mittelgebirges: der große Beerberg (982 m) und der Schneekopf (978 m). Sehens­

wert ist der Rennsteig­Garten, ein naturnah angelegter Bota­ nischer Garten. Zu den Beson­ derheiten Oberhofs gehören die Wintersportanlagen, die „Rennsteig­Arena Oberhof“, die Sprungschanzen (die „Hans­ Renner­Schanze“ war die größte Skisprungschanze der DDR) und die „Rennrodelbahn Oberhof“ (www.oberhof.de). • Die Wartburg ist das Wahrzei­ chen Thüringens. Die mächtige Burganlage thront hoch über der Stadt Eisenach. 1067 begann man die Burg zu bauen, über Jahrhunderte hinweg wurde sie stetig erweitert und kunstvoll ausgestattet. Die prachtvolle Residenz ist durch bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse eng mit der deutschen Kultur­, Geistes­ und Religionsgeschichte verknüpft. Nicht verpassen: die Stube, in der Martin Luther 1521 das Neue Testament ins Deut­ sche übersetzte (www.wartburgeisenach.de, Tel. 0 36 91­25 00. Ganzjährig geöffnet). • Eisenach: Das Zentrum mit seinen historischen Bauwerken verdient besondere Beachtung. Eisenach, am Fuß der Wartburg gelegen, ist zudem als Automo­ bilstadt bekannt. 1896 wurden die ersten Fahrzeugwerke ge­ gründet, in der DDR­Zeit hier die „Wartburgs“ hergestellt. Im Automobilbaumuseum wer­ den verschiedene Fahrzeuge aus Eisenacher Produktion gezeigt. (www.ame.eisenachonline.de, Tel. 0 36 91­7 72 12. Geöffnet Diens­ tag­Sonntag, 10­17 Uhr, www. eisenach.de). • Klosterruine Paulinzella: Das Kloster wurde 1105 von

der sächsischen Adligen Paulina gegründet. Der romanische Bau mit langen Arkadenreihen be­ eindruckt durch klassische Monu­ mentalität. Nach der Säkulari­ sierung 1534 veriel das Kloster und wurde als Steinbruch ge­ nutzt. 1963 bis 1969 fanden um­ fangreiche Restaurierungsarbei­ ten statt (www.paulinzella.net). • Talsperre Hohenwarte: Der Stausee entstand 1930 bis 1942 durch Anstauung der Saale mit­ tels einer nahe der Ortschaft Hohenwarte gelegenen Stau­ mauer. Die gekrümmte Gewichts­ staumauer aus Beton hat eine Höhe von 75 m und eine Länge von 412 m. Beim Bau der Tal­ sperre mussten 250 Menschen umgesiedelt werden. Der Stau­ see gehört zu der fast 80 km langen Saalekaskade, einer Reihe von Ausgleichsbecken. Die Seelandschaft ist eine beliebte Auslugsgegend (www.stauseehohenwarte.com). • Die Saalfelder Feengrotten gehören zu den farbenpräch­ tigsten Grotten der Welt, was ihnen sogar einen Eintrag ins Guinness­Besuch der Rekorde einbrachte. Zugleich sind sie ein eindrucksvolles Zeugnis des mit­ telalterlichen Bergbaus (www. feengrotten.de, Tel. 0 36 71­5 50 40. Ganzjährig geöffnet, Januar nur Sa, So). • Thüringer Schieferpark Lehesten: Auf einem 105 Hek­ tar großen Gelände des ehema­ ligen Bergwerks ist ein Erlebnis­ park voller Attraktionen und Freizeitmöglichkeiten entstan­ den. Im Technischen Denkmal „Historischer Schieferbergbau“ vermitteln Führungen den Werde­


gang des Schiefers von der Ge­ winnung im 20 Hektar großen Schiefertagebau, über die Förde­ rung mittels einer in Europa ein­ zigartigen Göpelschachtanlage am Originalstandort, bis zur Verarbeitung in der historischen Spalthütte. Gezeigt werden die einzelnen Arbeitsschritte (www. erholungspark-thueringen.de, Tel. 03 66 53­2 60 52 60. Geöffnet März­Oktober). Anreise Von Süden über Coburg Richtung Hildburghau­ sen oder über Kronach Richtung Sonneberg / Saalfeld. Aus Osten, Nordosten und Südosten über die A 9 München­Nürnberg­Ber­ lin, hier abfahren in Triptis oder Schleizer Dreieck. Aus Westen auf Landstraßen durch die Hes­ sische Rhön oder über die A 4 Bad Hersfeld­Eisenach­Erfurt. Essen und Unterkunft Die Thüringische Küche ist deftig, herz­ haft und bodenständig, geprägt durch die früheren Berufe der Thüringer als Köhler, Holzhauer, Fuhrmann oder Bauer. Allgegen­ wärtig ist die Thüringer Bratwurst, serviert mit Kraut, Püree oder Brot. Als „Meterbratwurst“ ist sie während touristischer Veranstaltungen die Attraktion. Thüringer Klöße aus rohen Kar­ toffeln gehören mit viel Soße zu jedem Braten. Das Rostbrätl, marinierter und dann gebratener Schweinenacken, ist eine weitere Köstlichkeit wie das Würzfleisch, eingelegtes Kalbsbratenleisch mit Champignons und Käse über­ backen. Weiterhin wird Wild angeboten sowie Fisch in allen Variationen, denn Thüringen ist reich an Gewässern. In Sachen Getränk ehrt die Qualität der Biere die uralte Braukunst – jede Stadt hat darin ihre lokale Tradi­ tion. In den Gaststätten werden noch überall die traditionellen Gerichte angeboten. Unser Res­ tauranttipp: „Die Büchs“ in Suhl (www.die-buechs.de, Tel. 0 36 81­ 70 74 57). Campingplätze, Ferienwohnun­ gen, Zimmer in privaten Pensio­ nen und in Sternehotels stehen überall reichlich zur Verfügung. Hotels und Gästehäuser sind in jeder Ortschaft angeschrieben. Zudem helfen einem die örtli­ chen Tourist­Infos gerne bei der Zimmersuche. Gefallen haben uns folgende Häuser: • Pension „Stadt­Kaffee“ der Familie Graeser, ein familiär geführtes Haus in der Innen­

stadt von Suhl. Tel. 0 36 81­ 7 90 80, www.pension-stadtkaffee.de, info@pension-stadtkaffee.de. • Hotel „Thüringer Wald“, ge­ mütliches, nettes Hotel in Piesau. Tel. 03 67 01­6 10 02, www.hotel-thueringer-wald.de, info@hotel-thueringer-wald.de. • Hotel „Zur Kaue“, schön gele­ genes, günstiges Haus mitten im Thüringer Schieferpark Lehesten. Tel. 03 66 53­2 60 50, www.erholungspark-thueringen.de, sp.thueringen@web.de. Empfehlung in der Nähe der Route: • Hotel Sturm, Ignatz­Reder­ Straße 3, 97638 Mellrichstadt/ Rhön, Tel. 0 97 76­81 80­0, Fax 81 80­40, www.motorradhotelrhoen.de. ÜF ab e 31,50. Biker­ Hotel mit speziellen Angebo­ ten und Tourenvorschlägen. Literatur und Karten • Rainer Höh, Thüringer Wald, Urlaubshand­ buch, Reise Know­how, • Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld, ISBN 3­8317­1250­6, e 10,50 • Paul Otto Schulz, Thüringen, MERIAN live!, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München, ISBN 3­7742­0311­3, e 7,95 • Die General­Karte Pocket Nr. 14, Erfurth­Bayreuth­Zwickau, 1:200.000, Mairs Geographi­ scher Verlag, ISBN 3­82972­ 013­0, e 4,95 Wichtige Adressen • Tourismusbüro Thüringen, Tel. 03 61­3 74 20, www.thueringentourismus.de. • Thüringen Info. Urlaubsportal über Thüringen, hier inden Sie Informationen über Städte und Regionen, Reiseführer, Veranstaltungen, Übernach­ tungsmöglichkeiten und vieles mehr www.thueringen.info. • Gut geeignet für die Suche nach Hotels, Pensionen oder Campingplätzen: www. thueringenweb.de. Wertvolle Tipps und Informati­ onen zu Sehenswürdigkeiten, Unterkünften etc. erhält man in jeder Ortschaft an den Tourist­ Infos. Auch liegen in Hotels und Pensionen informative Broschü­ ren über regionale Besonder­ heiten aus. Die KTM 990 Adventure ABS wurde uns mit freundlicher Unterstützung von „Road Star KTM Motorcycles“ in Fürth von der „KTM Sportmotorcycle GmbH“ im oberpfälzischen Ursensollen zur Verfügung gestellt.

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