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17. Okt — 11. Nov 2017


Grafische Darstellung der Bühne zum II. Akt von Glucks Orpheus und Eurydike (Eingang zur Unterwelt) nach Originalfotos aus der Vorstellung in Hellerau 1912 und Adolphe Appias Zeichnung von 1926.

Grafische Darstellung der Bühne zum III. Akt von Glucks Orpheus und Eurydike (Les Champs Élysées, 1913) nach einer Zeichnung Adolphe Appias von 1925.

EN  Graphic representation of the stage for the second act of Gluck’s Orfeo ed Euridice (Entrance to the underworld) from original photographs of the 1912 performance in Hellerau and Adolphe Appia’s drawing (1926).

EN  Graphic representation of the stage for the third act of Gluck’s Orfeo ed Euridice (Les Champs Élysées, 1913) based on a drawing by Adolphe Appia (1925).

2  FESTIVAL


EDITORIAL Was uns weiter bringt, ist der Mut neue Wege zu gehen, das Bekannte zu verlassen, das Unbekannte zu denken und auszuprobieren. Das gilt für Wissenschaftler genauso wie für Seefahrer, Unternehmer, IT-Tüftler, Politiker und natürlich für Künstler. Die Utopie auf den Boden der Tatsachen zu holen, ist das eigentliche Wagnis. Hellerau und das Festspielhaus sind so und nur deshalb und nur dafür entstanden. Viele haben daran vor über 100 Jahren mitgewirkt  — eher nicht als Kollektiv, sondern als kompliziertes Beziehungsgeflecht grandioser Individualisten und Visionäre — mit einem gewissen Hang zum Drama (im wahrsten und vielfältigen Sinne des Wortes): der Unternehmer Karl Schmidt, sein kongenialer Partner Wolf Dohrn, die Architekten Heinrich Tessenow und Richard Riemerschmid, Émile Jaques-Dalcroze, Adolphe Appia, Alexander von Salzmann und natürlich viele mehr. Viele große Namen wurden in der Folge mit den utopischen Entwürfen dieser Männer assoziiert oder haben sich davon anlocken und verlocken lassen: Paul Claudel, Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Bernhard Shaw, die Wigman und der Nijinski, die komplette Riege der ersten Bauhaus-Architekten, Alexander S. Neill und Oskar Kokoschka, der abgedrehte Walter Spies trug die Utopie nach Bali, andere bis nach Indien — vieles ist belegt, mindestens genauso vieles gehört eher in den Bereich hartnäckiger historischer Gerüchte. Unumstritten ist: Das Festspielhaus Hellerau war kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein wahres Zukunftslabor, ein Magnet für Künstler, Literaten, Intellektuelle, Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Europa. Die Rollen, die Schmidt, Dohrn, Tessenow und Dalcroze dabei spielten, sind vielfach dokumentiert, beschrieben, ausgestellt worden. Die Schöpfer der wirklich bahnbrechenden Innovation, dem völlig neuen Bühnen- und Lichtraum im Festspielhaus, Adolphe Appia und Alexander von Salzmann, wurden dagegen viel zu wenig gewürdigt. Tatsächlich aber haben der Bühnenbauer und Bühnenbildner Adolphe Appia und der Künstler und Lichtgestalter Alexander von Salzmann mit dem Großen Saal des Festspielhauses nicht weniger als den Prototyp einer neuen Theaterbühne des 20. Jahrhunderts geschaffen, das szenische Areal für das Theater der Moderne völlig neu vermessen und gestaltet. Keine Geringeren als Max Reinhardt, Peter Brook, Robert Wilson und EDITORIAL  3 FESTIVAL  3


William Forsythe wurden von diesem Raum inspiriert. Gesehen hat diesen legendären Bühnenraum aber niemand, der heute noch lebt. Deshalb machen wir uns nun daran, diesen utopischen Theater- und Lichtraum, der für die Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts so prägend war, zu rekonstruieren. Eine Mammutaufgabe, die ein Produktionszentrum mit einem kleinen Team eigentlich völlig überfordert. Aber wir wollten ihn selbst sehen, diesen legendären Theaterraum ohne Fluchtpunkte, das schattenfreie Licht von von Salzmann. Mehr als zwei Jahre haben wir recherchiert, die kompetentesten Wissenschaftler als Partner gewonnen, große Persönlichkeiten des Theaters und Tanzes dazu eingeladen, den rekonstruierten Raum wieder zu dekonstruieren. Wir haben viele leuchtende Augen von Wissenschaftlern und Theaterleuten gesehen, wenn wir erzählten, dass wir diesen Bühnen- und Lichtraum noch einmal nachbauen. Das heutige Konzept HELLERAUs wurde von uns nicht frei erfunden, sondern aus der mächtigen Geschichte dieses Hauses in die Gegenwart transformiert. Das Festspielhaus ist für die Bewegung und ihr Verhältnis zur Musik gebaut worden; dafür wurde ein Haus, ein Theaterraum, eine Bühne entworfen, die von vielen Choreografen aus aller Welt als ideal für die Performing Arts des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird. Das ist eine tiefe Verbeugung vor der Größe der Utopie und Vision ihrer Begründer und eine Verpflichtung für diejenigen, die heute in diesem Haus arbeiten. Kein politisches Gremium, keine künstlerische Leitung sollte sich erlauben dürfen diesen Auftrag in Frage zu stellen oder umzudeuten. Das Festspielhaus Hellerau ist zu allererst ein Haus des Tanzes, ein Haus für Utopien und Experimente und ein Laboratorium für internationale Begegnungen. Wir laden Sie ein, diesen legendären Bühnen- und Lichtraum mit uns zusammen zu erkunden und zu erfahren. Wir eröffnen damit im Freistaat Sachsen auch die Feierlichkeiten, Festivitäten und Festivals zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum 2019. Denn hier im Festspielhaus kamen sie ja alle zusammen, die Le Corbusiers und Gropius’ und Mies van der Rohes, noch bevor sie sich und ihre architektonische Vision Bauhaus nannten. Wir danken allen Partnern und Förderern, die uns dabei helfen und unterstützen diesen Traum  — oder besser: diese Utopie  — Wirklichkeit werden zu lassen. Dieter Jaenicke (Intendant) und das HELLERAU-Team 4  EDITORIAL


DAS LEBEN IST ZU KURZ UND UNSICHER, UND DER TOD MACHT UNS EINEN STRICH DURCH DIE RECHNUNG. DESHALB KOMM NACH HELLERAU! OHNE VERZÖGERUNG! KOMM! KOMM! LOS! LOS! LASS DICH AUF DIESEN BESONDEREN ORT EIN — UND DANN KEHR ZURÜCK! ADOLPHE APPIA an seinen Vetter Henri Odier in unveröffentlichten Briefen vom 09., 10. und 19. Juni 1913. Zitiert nach: Beacham, Richard: Adolphe Appia. Künstler und Visionär des modernen Theaters. S. 146. Berlin, 2006


VORWORT DES KURATORS Das Jahr 1912 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Theaterinszenierung. Zum ersten Mal wird eine gemeinsame Arbeit von Adolphe Appia und Alexander von Salzmann vor den Augen eines verwunderten Publikums im Festspielhaus Hellerau aufgeführt. Appias Inszenierungsreformen, sein modulares Bühnenbildsystem, ein diffuser Lichtraum, ein Theaterraum ohne die bis dahin übliche Trennung zwischen Darsteller und Publikum, in dem die Zuschauer zu aktiven Teilnehmern werden — alle diese Innovationen werden mit der Inszenierung des II. Aktes von Glucks Oper Orpheus und Eurydike im Sommer 1912 Realität. Obwohl zahlreiche europäische Intellektuelle — Schriftsteller, Theater­ regisseure, Architekten, Choreografen  — dieser bahnbrechenden Insze­nierung beigewohnt haben und davon fasziniert waren, obwohl kein Künstler der Zeit sich dem Sog dieser neuen Ästhetik und Theorie entziehen konnte, sind die Namen Appia und von Salzmann teilweise in Vergessenheit geraten. Appias Charakter — er selbst beschrieb sich wie folgt: „Das Anonymat liegt in meinem ganzen Wesen“ — und die Tatsache, dass er nach den Hellerauer Jahren nur wenig inszenierte, mögen Erklärungen dafür sein. Seine Visionen und seine theoretischen Schriften sind uns aber geblieben. Alexander von Salzmann, der noch 1913 bei Paul Claudels Inszenierung von L’Annonce fait à Marie in Hellerau beteiligt ist, siedelte 1917 nach Tiflis, wo er den Mystiker Georges I. Gurdjieff kennenlernte. Gemeinsam mit seiner Frau Jeanne Alemmand, eine Schülerin von Dalcroze, folgten sie Gurdjieff auf unzähligen Reisen, bis sie sich 1921 in Paris niederließen.

REKONSTRUKTION DER ZUKUNFT RAUM · LICHT · BEWEGUNG · UTOPIE Ein Projekt von HELLERAU — Europäisches Zentrum der Künste Dresden Intendant ���������������������������������������������������������������������������������������������� Dieter Jaenicke Kurator����������������������������������������������������������������������������������������������������������Héctor Solari Kuratorinnen der Ausstellung Raum der Visionäre — Appia, Dalcroze, von Salzmann��������������� Gabriele Gorgas Claire Kuschnig Programmmitarbeit ������������������������������������������������������������������������� Carmen Mehnert Barbara Damm Frank Geißler 6  VORWORT / FÖRDERUNG


An das Théâtre des Champs Elysées berufen, erweiterte von Salzmann dort sein Hellerauer Lichtsystem. Die technischen Entwicklungen — neuere Beleuchtungssysteme und Leuchtmittel, für die vorhandenen Theaterbühnen besser geeignet als von Salzmanns Konstruktion — lassen sein System langsam in Vergessenheit geraten. 1914, mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, ging die Werkstatt der utopischen Experimente in Hellerau zu Ende; stattdessen begann dort eine Zeit des Nationalismus. Appias Versuch, eine Harmonie der Künste zu finden, entsprach nicht mehr dem damaligen Zeitgeist. Die „Kathedrale der Zukunft“, wie Appia den Großen Saal in Hellerau nannte, war jetzt nur noch Vergangenheit, Sehnsuchtsort einer in alle Welt verstreuten Künstlerschaft. HELLERAU widmet das Projekt Rekonstruktion der Zukunft  — Raum  · Licht · Bewegung · Utopie Adolphe Appia und Alexander von Salzmann, diesen beiden Vorreitern der Moderne. Für vier Wochen wird die Bühne zum 3. Akt von Glucks Orpheus und Eurydike (Les Champs Elysées) nachgebaut — so, wie Appia und von Salzmann sie 1913 realisiert haben. Choreografen, Performer, Musiker und bildende Künstler setzen sich mit Appias Bühne und von Salzmanns originärem Lichtsystem auseinander, gestalten beides neu, lassen sich inspirieren oder tarieren Appias Inszenierungstheorien von neuem aus. Damit wird die Aktualität dieser visionären Ideen gezeigt und — nachdem 1989 das Ende aller utopischen Gedanken gefeiert wurde — die Notwendigkeit für neue Utopien bewusst. Héctor Solari Kurator des Projekts Rekonstruktion der Zukunft

FÖRDERER DES PROJEKTS Das Projekt Rekonstruktion der Zukunft wird gefördert vom Sächsischen Staatsministerium des Innern im Rahmen von 100 jahre bauhaus und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Die Rekonstruktion der Appia-Bühne und des von-Salzmann-Lichtraumes wird gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie durch Fördermittel des Bundes im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, welche auch die wissenschaftliche Recherche und Dokumentation sowie Ausstellungen ermöglichen. Das künstlerische Programm wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

VORWORT / FÖRDERUNG  7


AUSSTELLUNGEN / INSTALLATIONEN ÖFFNUNGSZEITEN AB 18.10.  ( Freier Eintritt )

Samstags ab 16.00 Uhr und an allen Veranstaltungstagen jeweils eine Stunde vor und nach den Veranstaltungen FÜHRUNGEN DURCH DIE AUSSTELLUNG  ( ca. 45 Min.) DO 19.10. 19.00 UHR

Einführung in Rekonstruktion der Zukunft und Führung mit dem Kurator Héctor Solari FR 20.10. 15.00 UHR  Im Anschluss an die 14 Uhr-Führung durch das Festspielhaus Hellerau

SA 21.10. 17.00 UHR FR 27.10. 15.00 UHR  Im Anschluss an die 14 Uhr-Führung durch das Festspielhaus Hellerau

SA 28.10. 18.30 UHR SA 04.11. 17.00 UHR SA 11.11. 17.00 UHR


INSTALLATION   Foyer

LUIS CAMNITZER Unethische Ordnung — Ethische Unordnung Luis Camnitzers Unethische Ordnung — Ethische Unordnung besteht aus einer Textintervention und einer Fotoinstallation. Die titelgebende Textintervention trifft den Kern der Zweideutigkeit jeder Utopie, die als Entwurf einer fiktiven, besseren Gesellschaftsordnung zu verstehen ist: Ausgehend von der Annahme, dass die reale, aktuelle Gesellschaftsordnung falsch ist und auf einer unethischen Ordnung basiert, bedeutet der Prozess zu einer besseren Welt, zur Umkehrung der realen Verhältnisse, eine Phase der ethischen Unordnung. Sobald aber der utopische Zustand erreicht wird, führt dies zu einer neuen Ordnung, die notwendigerweise wieder unethisch sein wird. Appias Utopie eines mitwirkenden Zuschauers, seine Idee einer offenen Bühne ohne Grenzen spiegelt sich in Camnitzers Fotoinstallation — eine Andeutung zu Appias Utopie einer lebendigen Kunst „mit oder ohne Zuschauer“. Der in New York lebende uruguayische Luis Camnitzer ist Autor zahlreicher Standardwerke über die Kunst in Lateinamerika. Er ist Professor Emeritus of Art, State University of New York, College in Old Westbury, repräsentierte Uruguay in der Biennale von Venedig 1988 und nahm an der Documenta XI teil. Seine Arbeiten sind in den Sammlungen von über vierzig Museen repräsentiert. 10  INSTALLATION


EN Luis Camnitzer’s Unethical order — ethical disorder consists in a text intervention and a photographic installation. The text intervention which gives the piece its name cuts right to the heart of the ambiguity of this utopian dream which can be understood as a fictive, improved social order. Assuming that our real, current social order is wrong and based on unethical order, then the process of moving towards a better world, reversing the current situation, will bring about a stage of ethical disorder. However, as soon as utopia is achieved, this will lead to a new order, which will inevitably again be unethical. Appia’s utopian dream of a participatory audience, his idea of an open stage without borders, are reflected in Camnitzer’s photographic installation — a nod to Appia’s dream of vibrant art “with or without an audience”. The New York based Uruguayan Luis Camnitzer has written numerous standard works about art in Latin America. He is Professor Emeritus of Art, State University of New York, College at Old Westbury, represented Uruguay in the Venice Biennale of 1988 and took part in Documenta XI. His works can be found in the collections of more than forty museums. INSTALLATION   Festspielhaus

VIRTUAL APPIA Eine interaktive Installation Das Künstler-Duo BBB_ entwickelt als Erweiterung der Ausstellungen einen Augmented-Reality-Parcours durch das gesamte Gebäude, mit dem das Publikum mit eigenen mobilen Geräten noch tiefer in die Rekonstruktion der Zukunft eindringen kann. EN  The artistic duo BBB_ are developing an augmented reality route through every corner of the building, allowing the public to enter further into Reconstructing the Future on their own mobile devices. INSTALLATION  11


AUSSTELLUNG   Studio West

APPIAS HANDSCHRIFT — Rhythmische Räume und weitere Originalzeichnungen 1902 schreibt Adolphe Appia bezüglich seiner Bühnen­ entwürfe: „Wir sind nicht mehr bemüht, die Illusion eines Waldes zu schaffen, sondern vielmehr die Illusion eines Menschen in der Atmosphäre eines Waldes …“ Die hier ausgestellten Zeichnungen zeigen Appias Entwicklung seiner Bühnenkonzeption, von seinen ersten Entwürfen zu Richard Wagners Rheingold und Parsifal von 1892 / 96, über die zwischen 1909 und 1910 für Dalcroze entworfenen Espaces Rythmiques und die Bühnenbilder, die er für Hellerau 1912 und 1913 zu Glucks Orpheus und Eurydike kreierte, bis zu seinen letzten Arbeiten von 1928. Appias Zeichnungen sind immer „nur“ als Bühnenskizzen betrachtet und verstanden worden. Unsere Ausstellung will sie aber auch als unabhängige Kunstwerke zeigen, deren ästhetischer Wert weit über dem bloßer Illustration liegt. EN  In 1902, Appia wrote of his sketches for stage sets: “We shall no longer attempt to give the illusion of a forest but instead the illusion of a man in the atmosphere of a forest …” The drawings displayed here show how Appia’s ideas for stage sets developed, from his first sketches for Richard Wagner’s Rheingold and Parsifal in 1892 / 96 to the Espaces Rythmiques designed for Dalcroze between 1909 and 1910, the stage sets he created for Hellerau for Gluck’s Orfeo ed Euridice in 1912 and 1913, or his last works in 1928. Appia’s drawings have always “only” been seen and understood as stage set sketches, but our exhibition is also designed to show them as independent works of art whose aesthetic value is far higher than that of mere illustration. Mit freundlicher Unterstützung der Schweizerischen Theatersammlung in Bern. 12  AUSSTELLUNG


Appias Bühnenbildentwurf zu Christoph Willibald Glucks Orpheus und Eurydike ( I I. Akt: Enfers — Eingang zur Unterwelt ) Kohle auf grauem Naturpapier, 1926, 48,2 × 63 cm Schweizerische Theatersammlung in Bern

FOTOAUSSTELLUNG   Foyer west

AVIYA WYSE Körper In Adolphe Appias Hierarchie der Inszenierung — Körper – Raum – Licht – Malerei — nimmt der Körper des Darstellers den ersten Platz ein. Doch Appia hat den menschlichen Körper nie in seinen Zeichnungen dargestellt. Die Arbeit der Künstlerin Aviya Wyse füllt diese Lücke und präsentiert uns fotografische Aufnahmen nackter Menschen. Aviya Wyse verrät uns nichts über deren Persönlichkeit und lässt die Körper das sein, was sie physikalisch sind: Materie. EN  In Adolphe Appia’s hierarchy of staging — Body – Space – Light – Painting — the body of the performer takes the first place. But Appia has never portrayed the human body in his drawings and stage designs. The work of the artist Aviya Wyse fills this gap and presents us photographs of naked people. Aviya Wyse tells us nothing about their personality and lets the bodies be what they physically are: a material. AUSSTELLUNG  13


AUSSTELLUNG   Studio- & Ecksalon Ost / Ecksalon West

RAUM DER VISIONÄRE — Appia, Dalcroze, von Salzmann Inmitten umfassender Reformbestrebungen in der musikalischen Ausbildung und Theaterpraxis Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die Bildungsanstalt Jaques-Dalcroze in Hellerau als Symbol radikaler Veränderungen. Die Visionäre Adolphe Appia, Émile Jaques-Dalcroze und ​Alexander von Salzmann hinterfragten mit dem von Heinrich Tessenow entworfenen Großen Saal des Festspielhauses grund­legend das Verhältnis von Musik, Bewegung, Raum und Licht. Die Ausstellung Raum der Visionäre — Appia , Dalcroze, von Salzmann, kuratiert von Gabriele Gorgas und Claire Kuschnig, rekonstruiert mittels historischem Material wie Briefe, Zeichnungen und Fotografien die Zusammenhänge des Aufbruchs und beleuchtet dabei auch das Festspielgeschehen von 1912 / 13. Umfassend dokumentiert ist das Wirken des Lichtreformers Alexander von Salzmann. Es werden Theaterräume vorgestellt, die die in Hellerau erprobten Ideen aufnehmen. EN  In the midst of sweeping efforts to reform the teaching of music and the practice of theatre at the start of the twentieth century, the Jaques-Dalcroze school was established in Hellerau as a symbol of radical change. The visionaries Adolphe Appia, Émile Jaques-Dalcroze and Alexander von Salzmann used the Great Hall of the Festival Theatre, designed by Heinrich Tessenow, for a fundamental examination of the relationship between music, movement, space and light. The exhibition Space of visionaries — Appia, Dalcroze, von Salzmann, curated by Claire Kuschnig and Gabriele Gorgas, uses historical material such as letters, drawings and photographs to reconstruct this dawn of a new era, also shedding light on the festival events of 1912 / 13. The work of the lighting reformer Alexander von Salzmann is extensively documented. Theatre spaces are presented which pick up on the ideas tried out in Hellerau. Mit freundlicher Unterstützung der Fondation Émile Jaques-Dalcroze Genève und des Institut français Dresden. 14  AUSSTELLUNG


INSTALLATION   Seitenbühne Ost

FRANZISKA & SOPHIA HOFFMANN Zeit — Tiefen — Raum In Appias Bühnentheorie werden die Darsteller und Tänzer als Versinnbildlichung von Zeit wahrgenommen. Dabei erzeugt jede Person in ihrer Rolle durch Handlungen, Positionierung im Bühnenraum, Bewegungen und Gesang eine eigene Chronologie. Diese zeitlichen Aspekte innerhalb einer Inszenierung werden in der begehbaren Installation in Form einer Zusammenkunft von Uhren aufgegriffen: Eine Sammlung von 24 Bahnhofsuhren vom Hauptbahnhof Frankfurt am Main erhält eine neue Zeittaktung. Bisher folgten sie einem gemeinsamen Zeitimpuls — nun erzeugt eine jeweils eigene Programmierung ganz unterschiedliche Rhythmen, die zur asynchronen Rotation der Zeiger führt. Im Rahmen von Rekonstruktion der Zukunft werden die 24 Uhren — wovon jede eine Stunde des Tages symbolisiert — erstmals gemeinsam gezeigt und füllen einen ganzen Raum mit Licht und Rhythmen aus. EN  In Appia’s stage theory, actors and dancers are understood as symbolising time: every single person creates their own chronology through their actions, the positions they take on the stage, their movements and song. The walk-in installation picks up on these temporal aspects within a production in the form of a gathering of clocks: a collection of 24 clocks from the main station in Frankfurt is set to a new rhythm. Once, they all ticked in time — now, each is separately programmed to totally different rhythms, making the hands turn out of sync. The project will be the first time the 24 clocks — each of which represents one hour of the day — are shown together, filling an entire room with light and rhythms. INSTALLATION  15


ICH BIN VON DER SCHÖNHEIT IHRER KONZEPTION, VON DEREN SCHLICHTHEIT UND MACHT TIEF BEEINDRUCKT, UND ICH HABE NOCH NIE RHYTHMISCHERE UND STÄRKER AN RHYTHMEN GEMAHNENDE RÄUME GESEHEN ODER ERLEBT. ÉMILE JAQUES-DALCROZE

Auszüge aus nicht datierten, zwischen 1908 und 1916 von Émile Jaques-Dalcroze an Adolphe Appia geschriebene Briefe. Zitiert nach Denis Bablet und Marie-Louise Bablet: Adolphe Appia, 1862 — 1928. Darsteller – Raum – Licht. Zürich, 1982

PROGRAMM


DI 17.10. 19.30 UHR 15 / 8 €

A 120 MIN.   Grosser Saal

ROBERT WILSON 1 Have You Been Here Before 2 No This Is The First Time Lecture Performance in englischer Sprache Robert Wilson zählt zu den bedeutendsten Theater- und visuellen Künstlern der Welt. Appias Werke haben Wilsons Inszenierungs- und Lichtkonzeption stark beeinflusst. In einer Ausnahmeperformance von fast drei Stunden lädt er in sein erstaunliches ästhetisches Universum ein. Wilson schafft mit der Kombination hunderter Bilder seiner schaffensreichen Karriere ein intimes Selbstportrait seines kreativen Prozesses. Er erinnert dabei an seine besten Bühnenwerke wie Deafman Glance, A Letter for Queen Victoria, Einstein on the Beach (in Zusammenarbeit mit Philip Glass), The CIVIL warS, The Black Rider und an seine Regiearbeiten wie Becketts Das letzte Band, Brecht / Weills Die Dreigroschenoper, Verdis La Traviata oder E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann. In Waco, Texas, 1941 geboren, hat Wilson mit vielen Schriftstellern und Musikern wie Heiner Müller, Tom Waits, Susan Sontag, Laurie Anderson, William Burroughs, Lou Reed und Jessye Norman zusammengearbeitet. Wilson ist der Gründer und Intendant von The Watermill Center, einem Laboratorium für die Künste in Water Mill, New York. EN  Robert Wilson ranks among the world’s most important theatrical and visual artists. Appia’s works have had a major influence on Wilson’s staging and lighting concepts. In an exceptional, almost three-hour performance, he welcomes the world into his amazing aesthetic universe. Combining hundreds of images from his highly productive career, he paints an intimate self-portrait of his creative process. The performance recalls his best pieces for the stage, such as Deafman Glance, A Letter for Queen 18  PERFORMANCE


Victoria, Einstein on the Beach (in association with Philip Glass), The CIVIL warS or The Black Rider, and the works he has directed, such as Beckett’s Krapp’s Last Tape, Brecht / Weill’s The Threepenny Opera, Verdi’s La Traviata or E. T. A. Hoffmanns The Sandmann. Born in 1941 in Waco, Texas, Wilson has worked with numerous writers and musicians including Heiner Müller, Tom Waits, Susan Sontag, Laurie Anderson, William Burroughs, Lou Reed and Jessye Norman. Wilson is the founder and Artistic Director of The Watermill Center, a laboratory for the Arts in Water Mill, New York. Im Anschluss: Publikumsgespräch MI 18.10. 17 UHR 5 / 3 €   Grosser Saal

KINDER DER GRUNDSCHULE HELLERAU Klangbilder Uraufführung Schau und Horch! Ich erzähle Dir Geschichten. Geschichten ohne Worte. Ich male Dir Bilder. Bilder ohne Pinsel. Ich spiele Dir Musik vor. Musik ohne Noten. Komm! Schau und Horch! EN  Look and listen! I’ll tell you stories. Stories without words. I paint pictures. Pictures without brush. I play the music. Music without notes. Come over! Look and listen! Ein Projekt der 84. Grundschule unter der Leitung von Maria Poyiadji-Fink. PERFORMANCE 19


ERÖFFNUNG & VERNISSAGE MI 18.10. 19.30 UHR 10 / 6 €   Grosser Saal

DANIEL LIBESKIND Die Zukunft aus der Vergangenheit rekonstruieren (AT) Vortrag in englischer Sprache An die Zukunft glaubend, die Vergangenheit nicht vergessend: Eine der Maximen von Daniel Libeskind, die schon fast utopisch in ihrem Optimismus klingt, entspricht den visionären Bestrebungen, die vor mehr als hundert Jahren Adolphe Appia und Alexander von Salzmann in Hellerau hatten. Die expressiven Arbeiten des Architekten Libeskind eröffnen neue Perspektiven zur Deutung des architektonischen Raumes und seiner Möglichkeit, Ausdruck der Zeit­ genossenschaft zu sein, und sie erzeugen die nötigen Orte zur Wiederbelebung utopischer Gedanken. Die Zukunft aus der Vergangenheit heraus zu denken und die Vergangenheit als Zukunft zu rekonstruieren sind die Themen, die Libeskind bei seiner Eröffnungsrede ansprechen wird. Der Architekt und Stadtplaner Daniel Libeskind wurde 1946 in Łódź, Polen, geboren. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, 20  ERÖFFNUNG / VERNISSAGE


das kulturelle Gedächtnis von Gebäuden zu evozieren. Inspiriert von Musik, Philosophie, Literatur und Poesie entwickelt er eine einzigartige, nachhaltige, widerhallende Architektur. 1989 gewann Daniel Libeskind den internationalen Wettbewerb zum Bau des Jüdischen Museums in Berlin. Eine Reihe wichtiger Aufträge folgten, darunter das Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück, das Kunstmuseum von Denver, das Contemporary Jewish Museum, San Francisco und das Militärhistorische Museum, Dresden. 2003 gewann das Studio Libeskind den Wettbewerb um einen Masterplan für den Wiederaufbau des World Trade Centers in Lower Manhattan. Daniel Libeskind lebt in New York. EN  Believing in the future, never forgetting the past: one of Daniel Libeskind’s maxims which in itself sounds almost utopian in its optimism, and corresponds with the visionary aspirations developed more than a hundred years ago by Adolphe Appia and Alexander von Salzmann in Hellerau. The architect Libeskind’s expressive works open up new prospects for interpreting the architectural space and enabling it to be an expression of contemporary society; they create the spaces needed to revive utopian thoughts. During his opening speech, Libeskind will address subjects such as taking the past as a source of thoughts about the future, or reconstructing the past as the future. Born in Łódź, Poland, in 1946, Daniel Libeskind is renowned for his ability to evoke cultural memory in buildings. Informed by a deep commitment to music, philosophy, litera­ ture, and poetry, Mr. Libeskind aims to create architecture that is resonant, unique and sustainable. In 1989, Mr. Libeskind won the international competition to build the Jewish Museum in Berlin. A series of influential museum commissions followed, including the Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück, Denver Art Museum; Contemporary Jewish Museum, San Francisco; and the Military History Museum, Dresden. In 2003, Studio Libeskind won another historic competition — to create a master plan for the rebuilding of the World Trade Center in Lower Manhattan. Daniel Libeskind lives in New York. ERÖFFNUNG / VERNISSAGE  21


FRÜHER ODER SPÄTER WERDEN WIR ZU DEM GELANGEN, WAS MAN DEN SAAL NENNEN WIRD, DIE KATHEDRALE DER ZUKUNFT, DIE IN EINEM FREIEN, GROSSEN, VERWANDLUNGSFÄHIGEN RAUM DIE VERSCHIEDENSTEN ÄUSSERUNGEN UNSERES SOZIALEN UND KÜNSTLERISCHEN LEBENS AUFNEHMEN UND RECHT EIGENTLICH DIE STÄTTE SEIN WIRD, WO DIE DRAMATISCHE KUNST BLÜHT — MIT ZUSCHAUERN ODER OHNE. ADOLPHE APPIA

Adolphe Appia: Die Musik und die Inscenierung (Vorwort der englischen Ausgabe, 1918), in Bablet-Hahn (Hrsg.): Œuvres Complètes, Bd. 3, S. 334. Lausanne, 1988


FR 20.10. 18 UHR EINTRITT FREI

A 45 MIN.   Grosser Saal

PROF. DR. RICHARD BEACHAM Adolphe Appia: The Genius Loci of Hellerau Vortrag in englischer Sprache Richard Beacham, weltweit geschätzter Appia-Experte, führt in Appias Werk und dessen Bedeutung für die Theatergeschichte ein. Im Mittelpunkt steht dabei Appias wichtigstes Erbe: Sein Wirken in Hellerau 1911 — 1913. Zudem vergleicht Beacham Appias Visionen mit denen seines „Seelenbruders“, dem englischen Theaterreformer Edward Gordon Craig, der bemerkenswert ähnliche Ideen hatte. Appia und Craig legten mit ihren Arbeiten den Grundstein für die theoretische und praktische Basis des modernen Theaters. EN  Richard Beacham, the leading authority on Appia, offers an introduction to Appia’s work and what it means to the history of theatre. This centres on Appia’s most important legacy: his work in Hellerau from 1911 to 1913. Moreover, Beacham compares Appia’s visions with those of his “brother in suffering and joy”, the English theatre reformer who shared remarkably similar ideas. Appia and Craig’s works laid the foundations for the theoretical and practical basis of modern theatre. 24  VORTRAG


FR 20.10. 19 UHR EINTRITT FREI

A 30 MIN.   Grosser Saal

JANIS ATELBAUERS Light, Movement and Rhythmic Space: Architectural Echoes of Appia Vortrag in englischer Sprache Ausgehend von Appias ursprünglichen Entwürfen für die revolutionären Rhythmischen Räume und deren Konstruktion für praktische Übungen und öffentliche Präsentationen in Hellerau beschreibt der Architekt Janis Atelbauers Appias weit über das Theater hinausgehenden Einfluss auf die innovative Architektur. EN  Based on Appia’s original designs for the revolutionary Rhythmic Spaces and their construction for practical exercises and public presentations in Hellerau, the architect Janis Atelbauers describes the effect Appia had on innovative architecture, extending well beyond the theatre.

VORTRAG  25


FR 20.10. SA 21.10. 20 UHR 15 / 8 €

A ca. 60 MIN. *   Grosser Saal

DANCE ON ENSEMBLE mit Choreografien von WILLIAM FORSYTHE und JAN MARTENS William Forsythe hat in seinen letzten Choreografien Adolphe Appias Gedanken zur Inszenierung und zur Bühnengestaltung bis an ihre Grenzen getrieben. Die Soundscapes und die mit Licht betonten Körper gestalten einen Raum, in dem kein überflüssiges Objekt die Aufmerksamkeit des Zuschauers vom Wesentlichen ablenkt. Auch Jan Martens konzentriert sich in seinen Choreografien stark auf die vom Licht gestalteten Körper und die von der Musik getragenen Bewegungen. Bei beiden Choreografen wird die Bühne nie in eine Guckkastenbühne verwandelt, der Zuschauer wird nie zum Voyeur degradiert. EN  In his latest choreographies, William Forsythe pushes Adolphe Appia’s ideas on presentation and stage design to their very limits. The soundscapes and the dancers picked out with light create a space without a single extraneous object to divert the audience’s attention from the key elements. Jan Martens’ works, too, concentrate on the central theme of the production. the dancers and their movement are shaped with light and borne on the music. Neither choreographer ever turns the stage into a peep show; the audience members are never reduced to voyeurs. * mit Pause

Catalogue (First Edition)

Eine Choreografie von William Forsythe

Es ist „ein aufwändiges, fast barockes Stück“, sagt Choreograf William Forsythe über Catalogue (First Edition). Das reiche „Körperwissen“, das Jill Johnson und Christopher Roman, zwei ehemalige Forsythe-Tänzer, und die frühere Ballettsolistin Brit Rodemund mitbringen, gehört zu dem Stoff, aus dem die neue Arbeit entstanden ist. Forsythe bleibt auf der Suche nach neuen Bewegungsfiguren und -mustern. Er schaut zurück, um sich wieder zu erfinden. 26  TANZ


EN It is “an intricate, almost baroque piece”, says choreographer William Forsythe of Catalogue (First Edition). The rich fund of “body knowledge” contributed by Jill Johnson and Christopher Roman, two former Forsythe dancers, and the erstwhile ballet soloist Brit Rode­ mund are part of the fabric of this new piece. Forsythe is still on a search for new shapes and patterns of movement. He is looking back as a way of reinventing himself. Koproduktion: Theater im Pfalzbau, tanzhaus nrw. Mit Unterstützung der BASF SE. In Zusammenarbeit mit der University of Southern California, Glorya Kaufman School of Dance, Los Angeles.

Man Made

Eine Choreografie von Jan Martens

In Man Made konstruiert Jan Martens aus dem Wissen, der Erfahrung und Empfindsamkeit von fünf Tänzern ein neues choreografisches und soziales System. Das Ergebnis? Ist es eine Illusion? Eine Utopie? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass das körperlich-dynamische System von Man Made eine lebensnotwendige Dosis Naivität enthält. Ein Lichtblick in dunklen Zeiten. EN In Man Made, Jan Martens constructs a new choreographic and social system from the knowledge, experience and sensitivity of five dancers. The result? Is it an illusion? A utopian dream? We don’t know. All we know is that that Man Made’s physical, dynamic system contains a vital dose of naivety. A glimmer of light in dark times. Koproduktion: Kampnagel Hamburg. DANCE ON fokussiert auf die künstlerische Exzellenz von Tänzern und Tänzerinnen über 40, die mit ihren Erfahrungen, ihrer Ausstrahlung und Darstellungskraft, mit ihrem Tanz-Leben auf der Bühne präsent sind. Das DANCE ON ENSEMBLE verändert somit das gewohnte Bild von Tanz. DANCE ON ist eine Initiative von DIEHL+RITTER gUG. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, kofinanziert durch das Programm Kreatives Europa der Europäischen Union im Rahmen von Dance on, Pass on, Dream on. TANZ  27


SA 21.10. 18 UHR EINTRITT FREI

A 45 MIN.   Grosser Saal

PROF. DR. PATRICK PRIMAVESI Unsichtbares Theater — Dalcroze, Appia und der Raum der Gemeinschaft Vortrag in deutscher Sprache Die Entwicklung des modernen Theaters war geprägt von Raumkonzepten, welche die baulich fixierte Trennung von Zuschauern und Bühne überwinden wollten. Der Impuls, den traditionellen Guckkasten durch offene Raumsituationen zu ersetzen, war aber inspiriert durch neue Ideen von kollektiver Bewegung und Gemeinschaft. Hier bildeten die rhythmische Gymnastik von Emile Jaques-Dalcroze und die rhythmischen Räume von Adolphe Appia den Drehpunkt, an dem sich Ansätze zu modernem Tanz und Theater mit der Vision einer organisierten Gemeinschaft bewegter Körper verknüpften. Der Vortrag wird nach den Voraussetzungen und den Folgen dieser Vision fragen, die im Labor der Raumbühne Gestalt annahm und bis heute nachwirkt. EN  Modern theatre’s development was shaped by spatial concepts designed to overcome the structurally fixed separation between the audience and the stage. The move to replace the traditional proscenium stage with open spatial situations was, however, inspired by new ideas about collective movement and community. Émile Jaques-Dalcroze’s rhythmic gymnastics and Adolphe Appia’s rhythmic spaces formed a turning point which connected with approaches to modern dance and theatre with the vision of an organised community of moving bodies. The lecture will examine the preconditions and consequences of this vision that took shape in the laboratory stage and whose effects can still be felt today.

28  VORTRAG


DI 24.10. MI 25.10. 20 UHR 15 / 8 €

A 60 MIN.   Grosser Saal

HAMMER / HERNANDEZ / ROGGAN / TILL Kill Your … ! von und mit Cindy Hammer, Joseph Hernandez, Johanna Roggan und Anna Till Uraufführung Ein Stück in vier Akten: Vier Choreografen, die auch die vier Performer des Stückes sind. Die Bühne als wirklicher und wirksamer Ort. Empfindung schlägt Wissen. Ein Ort der Utopien, ein Spielplatz, der Brücken schlägt. Rewriting the story. EN  A play in four acts: four choreographers who are also the play’s four performers. The stage as a real place which exerts an effect. Sensitivity trumps knowledge. The site of utopian dreams; a playground which builds bridges. Rewriting the story. Am 25.10. im Anschluss: Publikumsgespräch Eine Produktion von Hellerau — Europäisches Zentrum der Künste Dresden. TANZ  29


30  FESTIVAL


WER EINE SONNIGE LANDSCHAFT GENIESSEN WILL, STECKT SICH NICHT IN EINEN DUNKELN KELLER UM DEN SONNENGLANZ DURCH EIN KELLERFENSTER ZU GENIESSEN. DESHALB HABEN WIR DEN GANZEN SAAL — DIE VIER SEITENWÄNDE UND DIE DECKE — IN EINEN EINZIGEN GROSSEN BELEUCHTUNGSKÖRPER VERWANDELT. SO HABEN WIR STATT EINES BELICHTETEN RAUMES EINEN LEUCHTENDEN RAUM. ALEXANDER VON SALZMANN

Alexander von Salzmann in: Ehrhardt Heinold, Günther Großer (Hrsg.) Hellerau leuchtete. S. 282 f. Dresden, 2007

FESTIVAL  31


FR 27.10. SA 28.10. 20 UHR 15 / 8 €

A 45 MIN.   Grosser Saal

RICHARD SIEGAL Model Starchoreograf Richard Siegal setzt sich bei seinen Inszenierungen im besonderen Maße mit den spezifischen Wirkungs­zusammenhängen, die von Bühnen- und Lichtset ausgehen, auseinander. Sein besonderer Inszenierungs­ zugriff war zum Beispiel 2006 bei seinem Solo As If Stranger im Großen Saal des Festspielhauses zu erleben. In Model untersucht Richard Siegal den menschlichen Körper aus unterschiedlichen Perspektiven. Als Referenz­ größe für Identität, als fetischisiertes Objekt ökonomischer Strategien, als Schnittstelle vitaler Energien und als Projektionsfläche für das christliche Konzept der Sünde. EN In Model, star choreographer Richard Siegal investigates the human body from a range of perspectives. As a point of reference for identity, the interface for vital energies and an object onto which the Christian concept of sin is projected. Im Anschluss: Publikumsgespräch Eine Produktion der Ruhrtriennale — International Festival of the Arts. In Koproduktion mit dem Bayerischen Staatsballett, dem Festspielhaus St. Pölten und dem Muffatwerk München in Zusammenarbeit mit dem C. I. C — centre chorégraphique national montpellier languedoc-roussillon. 32  TANZ


SO 29.10. 20 UHR 15 / 8 €

A 50 MIN.   Grosser Saal

JONE SAN MARTIN / AMANCIO GONZALEZ About Clouds Performance basierend auf Clouds after Cranach von William Forsythe About Clouds ist eine retrospektive Performance des zweiten Teils von William Forsythes Clouds after Cranach, ein Stück, das oft als Forsythes Guernica bezeichnet wurde. Forsythes überraschende Dekonstruktionen des Inszenierungsraums, eine Konstante in seinem Werk, spielen bei Clouds after Cranach eine entscheidende Rolle. About Clouds erlaubt einen näheren Blick auf die inneren Wege des Originalstückes: Die Darsteller werden mit einer dramaturgischen Situation konfrontiert, sie analysieren vor dem Publikum, warum und in welcher Art sie tänzerische und choreografische Entscheidungen im jeweiligen Moment des Stückes treffen — um so die Theatersituation zu lösen, die William Forsythe uns für dieses Stück aufdrängte. Mit der Addition eines zweites Ortes, nämlich der Online-Erscheinung des Tänzers David Kern, erweitert das Stück, ganz in Appias Sinn, den inneren Raum der Aktion mit einem undefinierten Außenraum. 34  TANZ


EN  About Clouds is a retrospective performance of the second part of William Forsythe’s Clouds after Cranach, a piece often described as Forsythe’s Guernica. Forsythe’s unexpected deconstructions of the performance space, a constant within his work, play a crucial role in Clouds after Cranach. About Clouds offers a closer look at the inner paths taken by the original work: the performers are confronted with a dramatic situation; right in front of the audience, they analyse why they are taking decisions as dancers and choreographers at a certain moment in the piece, to resolve the theatrical situation which William Forsythe put us in for that piece. Precisely in tune with Appia, the addition of a second place — with the dancer David Kern appearing online — adds an undefined exterior to the interior space of the action. TANZ  35


FR 03.11. 18 UHR EINTRITT FREI

A 60 MIN.   Nancy-spero-saal

PROF. DR. MARION ACKERMANN / PROF. DR. ECKEHARD BINAS / DIETER JAENICKE Utopie Hellerau Moderation: Arnd Wesemann Das Festspielhaus Hellerau, seine Entstehung und Bedeutung lässt sich nur im Kontext des genialen utopischen Entwurfes des Unternehmers Karl Schmidt und seines Partners Wolf Dohrn verstehen. Elemente eines sozialutopischen Experiments (alle Mitarbeiter der Deutschen Werkstätten arbeiten und leben gemeinsam in der Gartenstadt Hellerau, bilden spekulationsgeschützten Grundbesitz und Eigentum) neuen Produktions- und Gestaltungsformen (Neue Sachlichkeit), revolutionäre Bühnen-, Bewegungs- und pädagogische Modelle, visionäre Architektur und letztendlich utopische Gesellschaftsentwürfe (Lebensreformbewegung) waren in Hellerau untrennbar miteinander verbunden. Diesen utopischen Raum historisch auszuloten und auf seine Bedeutung für die Gegenwart zu befragen ist Ziel dieses Panels. EN  Hellerau Festival Theatre, its origins and significance can only be understood in the context of the inspired utopian design by the entrepreneur Karl Schmidt and his partner Wolf Dohrn. Hellerau inextricably linked different elements of a social and utopian experiment (all employees of the German workshops worked and lived together in Hellerau Garden City, acquiring speculation-resistant real estate and property), new forms of production and design (New Objectivity), revolutionary models for the stage, movement and education, visionary architecture and ultimately utopian social designs (the “back to nature” Lebensreform movement). This panel aims to plumb the depths of this utopian space and examine what it means for the present day. DISKUSSION  37


FR 03.11. SA 04.11. 20 UHR 15 / 8 €

A 90 MIN.   Grosser Saal

CONSTANZA MACRAS / DORKYPARK Die Wahrheit über Monte Verità Der Monte Verità im Tessin war im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, ähnlich dem Festspielhaus Hellerau, einer der Pilgerorte von Künstlern und Intellektuellen, ein El Dorado für Anhänger von Reformbewegungen. Auch der Vater des modernen Tanzes, Rudolf von Laban (zusammen mit Mary Wigman), machte hier Station. Die Wahrheit über Monte Verità knüpft an diesen Mythos an und zeigt eine tänzerische, musikalische und filmische Revue in den geistigen Trümmern der Künstler­kolonie. Dabei nutzt Macras mit ihrer Kompanie Dorkypark weniger den titelgebenden Ort als Konkretum, sondern spürt den Zeitkontexten und den überdauernden Resten im kulturellen Gedächtnis nach. Alles ist motiviert von der expressionistischen Stummfilm­ästhetik eines Fritz Lang oder Bela Lugosi. Wo anfangs noch alle beschwingt zu Charleston und Swing tanzen, drängen sich schon bald Melancholie und Machtkämpfe ins Bild, die mittels grotesker Duos und Trios ausgelebt werden. Macras bringt utopische Fragmente wieder zum Vorschein und fragt: Waren diese wirklich weg oder nur verschüttet? 38  TANZ / FILM


EN  Similarly to Hellerau Festival Theatre, in the first third of the twentieth century, Monte Verità, in the Swiss canton of Ticino, was a Mecca for artists and intellectuals, an El Dorado for followers of reform movements. Visitors included the father of modern dance, Rudolf von Laban (along with Mary Wigman). The Truth about Monte Verità links in with this legend, depicting a revue featuring dance, music and film in the intellectual ruins of the artists’ colony. Macras and her company Dorkypark do not so much use the titular place as a concrete location as trace its temporal context and the remains that linger in our cultural memory. Everything is motivated by the expressionist look of silent films by Fritz Lang or Bela Lugosi. Though everyone starts out jiving to the Charleston and swing, melancholy and power struggles soon enter the picture in the form of grotesque duos and trios. Macras digs up fragments of this Utopia and asks whether they have really gone for good, or are just buried beneath the ruins. Am 04.11. im Anschluss: Publikumsgespräch Eine Produktion von Constanza Macras / Dorkypark in Koproduktion mit Schauspiel Leipzig und euro-scene Leipzig. TANZ / FILM  39


40  FESTIVAL


SA 04.11. 18 UHR EINTRITT FREI

A 45 MIN.   Grosser Saal

ANDREW TODD Background: A lecture on spatial ethics, from Appia to Zaha Hadid Vortrag in englischer Sprache “A person without background cannot exist.” Peter Brook Adolphe Appia revolutionierte das Theater des frühen 20. Jahrhunderts, indem er den darstellenden Körper in einem Dialog mit einem dreidimensionalen Raum positionierte. Die Ablösung des Körpers in einen Raum eröffnet eine neue Situation, in der die Beziehung zum Zuschauer neu ausgehandelt werden muss. Der Architekt Andrew Todd folgt Appias Raumvorstellungen und spannt einen historischen Bogen bis hin zu Ariane Mnouchkine und Peter Brook. Seine These: Appias Theater­ revolution verweise auch auf die Krise der zeitgenössischen Architektur, Gesellschaft und Politik: Ist der Bürger ein narzisstischer, selbst referenzieller Schauspieler oder eine tatsächliche körperliche und moralische Instanz in der Welt? Andrew Todd wird die Gefahren einer am Computer konzipierten Welt untersuchen, eine Welt, die über den Bildschirm und soziale Medien erfahren wird statt durch die eigene, sinnliche Wahrnehmung. EN  Adolphe Appia revolutionised the early modern theatre by re-placing the performing body into real-time, three-­ dimensional space, in dialogue with a background. This is to be contrasted with attempts to make the performer dissolve into an illusionistic middle ground. Architect Andrew Todd will follow Appia’s spatial ethos through a historical arc referencing the speaker’s own engagements with Ariane Mnouchkine and Peter Brook. It will also relate Appia’s revolution to a crisis within contemporary architecture, society and politics: whether the citizen is a narcissitic, consuming, self-referencing actor or an actual physical and moral participant in the world. VORTRAG  41


42  FESTIVAL


MO 06.11. 20 UHR 10 / 6 €   Grosser Saal

FEATURE RING Laurenz Theinert Mit Hilfe einer Licht-Klaviatur malt Laurenz Theinert Strukturen, Linien und Bewegungen in den Raum. Er kann in Windeseile auf seine Mitmusiker reagieren. Die Zuschauer entdecken damit den zunächst dunklen Saal des Festspielhauses und die rekonstruierte Appia-Bühne auf einzigartige Weise neu. Gerätschaften, Bühnen, Requisite: Die technische Infrastruktur des Gebäudes wird heute selbst zum Akteur. Theinert und das Ring Trio erforschen mit dem Hellerauer Publikum die Anatomie des Theaters und werfen einen geheimnisvollen Blick hinter die Kulissen. EN  Using a light keyboard, Laurenz Theinert paints structures, lines and movements in space. He can react like lightning to his fellow musicians. As a result, the audience rediscovers the initially dark hall of the Festival Theatre and the reconstructed Appia stage in a unique manner. Equipment. Stages, props: today, the building’s technical infrastructure itself takes on a role. Theinert and the Ring Trio join the Hellerau audience exploring the theatre’s anatomy and take a secret look behind the scenes. MUSIK  43


NUN HABEN WIR SCHON ZWEI WESENTLICHE ELEMENTE: DEN DARSTELLER UND DIE EINRICHTUNG DER BÜHNE, DIE SEINER PLASTISCHEN GESTALT, SEINEN DREI DIMENSIONEN ENTSPRECHEN MUSS. WAS BLEIBT NOCH? DAS LICHT! ADOLPHE APPIA

Acteur, espace, lumière, peinture, in Théâtre populaire, Paris, Januar / Februar 1954. Zitiert nach Denis Bablet und MarieLouise Bablet: Adolphe Appia, 1862 — 1928. Darsteller – Raum ­– Licht. Zürich, 1982


FR 10.11. 18 UHR EINTRITT FREI

A 45 MIN.   Grosser Saal

DR. CARLA DI DONATO To the edge of the invisible, Alexander von Salzmann’s path in the “Laboratory of Utopia” Vortrag in englischer Sprache Alexander von Salzmann benutzte das Licht als Mittel, um an den Rand des Unsichtbaren vorzudringen. Er scheute das Rampenlicht, wirkte aber bei vielen bahnbrechenden Theateraufführungen im Hintergrund. Von Salzmann arbeitete mit den wichtigsten Theatermachern seiner Zeit zusammen; Artaud, Bernard Shaw, Gordon Craig, Rilke, Kandinsky, Buber, Nijinsky, Stanislavsky, Claudel, Pitoeff, Jouvet und viele andere schwärmten von seinem Werk, das weltweit Anerkennung fand. Die italienische Theaterhistorikerin Carla Di Donato würdigt in ihrem Vortrag von Salzmanns Arbeit in Hellerau am Dalcroze-Institut, mit der ihm sein internationaler Durchbruch als Bühnenbildner und Lichtdesigner gelang. EN Alexander von Salzmann used light as a means of pushing forward to the verges of invisibility. He detested being in the spotlight but worked in the background of many pioneering theatrical performances. Von Salzmann worked with the most important theatre-makers of his time; Artaud, Bernard Shaw, Gordon Craig, Rilke, Kandinsky, Buber, Nijinsky, Stanislavsky, Claudel, Pitoeff, Jouvet and many more raved about his work, which achieved worldwide renown. His work in Hellerau, at the Dalcroze Institute, brought him his international breakthrough as a lighting and set designer.

46  VORTRAG


FR 10.11. 20 UHR 10 / 6 € *

A 60 MIN.   Grosser Saal

AVATÂRA AYUSO / ÁNGEL MARTÍNEZ ROGER APPI(A)PPIA Uraufführung Der Theaterwissenschaftler Ángel Martínez Roger, Professor für Dramaturgie an der Real Escuela Superior de Arte Dramatico in Madrid, präsentierte 2004 dem spanischen Publikum Appias Werke in einer großen Ausstellung. Gemeinsam mit der spanischen Choreografin Avatâra Ayuso begibt er sich auf eine Experimentierreise: Ihr Stück APPI(A)PPIA verbildlicht die konsequente Entwicklung von Appias revolutionären Inszenierungstheorien. Avatâra Ayuso und Ángel Martínez Roger reflektieren auf unkonventionelle Art, zwischen Tanz und Diskurs, mit Wort und Bewegungen, über Appias radikale Erneuerungen zu Körper, Raum und Licht. EN  Ángel Martínez Roger, professor of dramaturgy at the Real Escuela Superior de Arte Dramatico in Madrid, presented Appia’s works to the Spanish audience in 2004 in a large exhibition. Together with the Spanish choreographer Avatâra Ayuso, they go on an experimental journey: Their play APPI(A)PPIA illustrates the consequent development of Appia’s revolutionary staging theories. Avatâra Ayuso and Ángel Martínez Roger reflect in an unconventional way, between dance and discourse, with words and movements, Appia’s radical renewals to body, space and light. * Wer APPI(A)PPIA besucht, erhält das Ticket für Tower of Babel zum halben Preis.

Im Anschluss: Künstlergespräch Eine Produktion von Hellerau — Europäisches Zentrum der Künste Dresden. TANZ / DISKURS  47


FR 10.11. 22 UHR 6 € *

A 70 MIN.   Grosser Saal

ROBERT WILSON Tower of Babel Ein vielsprachiges Stück, vorwiegend in deutscher Sprache Das zweite Hörspiel des Theatermachers Robert Wilson bezieht sich auf eine der bekanntesten Geschichten des Alten Testaments: die unvernünftige Utopie einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel zu bauen. Der berühmte Turmbau zu Babel endet mit der Sprachverwirrung der Menschheit und ihrer Vertreibung über der ganzen Welt. In seinem Hörspiel führt Robert Wilson eine überwältigende Vielfalt an Texten, Musiken und Sprachen zusammen. Von altbabylonischen Stadtbeschreibungen bis zeitgenössischen Collagen finden Beispiele der Kunst und des menschlichen Geistes aus vielen Epochen zusammen. In gewisser Weise dreht Robert Wilson mit Tower of Babel die biblische Geschichte um oder vollendet sie, indem er auf die verbindende Kraft der Kunst verweist. EN  The second radio play by the theatre director Robert Wilson is about one of the most well-known stories in the Old Testament: the foolish, utopian idea of building a tower that would reach up to Heaven. The building of the famous Tower of Babel ends with human languages being jumbled up and their speakers scattering across the world. In his radio play, Robert Wilson brings together an overwhelming variety of texts, music and languages. From descriptions of a town in Ancient Babylonia to contemporary collages, he combines examples of art and the human spirit from many different epochs. To some extent, Robert Wilson’s Tower of Babel turns the Biblical story around, or completes it, by revealing the uniting power of art. * Wer APPI(A)PPIA besucht, erhält das Ticket für Tower of Babel zum halben Preis. Tower of Babel erhielt den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2016. 48  HÖRSPIEL


BIS JETZT HAT MAN VOM PUBLIKUM NUR RUHE UND AUFMERKSAMKEIT VERLANGT. GERADE DIESE PASSIVE HALTUNG WIRD DIE RHYTHMISCHE GYMNASTIK UMSTÜRZEN. INDEM UNS DER MUSIKALISCHE RHYTHMUS DURCHDRINGT, WIRD ER UNS SAGEN: DU SELBST BIST DAS KUNSTWERK. ADOLPHE APPIA Adolphe Appia: Die rhythmische Gymnastik und das Theater, in Der Rhythmus. Band I. Jena, 1911


SA 11.11. 15 UHR 5 €

A 60 MIN.   Treffpunkt: Foyer

AMANCIO GONZALEZ Consciousness of the Body in the Space Workshop Von 1999 bis 2005 war Amancio Gonzalez Tänzer im Ballett Frankfurt und anschließend Mitglied in der Forsythe Company. Sein Tanzworkshop richtet sich an alle, die Lust an Bewegung und Körperwahrnehmung haben. EN  Amancio Gonzalez danced with Ballett Frankfurt from 1999 to 2005 before joining the Forsythe Company. His dance workshop is aimed at anyone wanting to get moving and increase their awareness of their body. Anmeldung bei:  Frauke Wetzel  wetzel @ hellerau.org 52  WORKSHOP


SA 11.11. 18 UHR EINTRITT FREI

A 30 MIN.   Grosser Saal

FRÉDÉRIC FLAMAND The Body — Architecture — Traces Vortrag in englischer Sprache Der Choreograf und ehemalige Künstlerische Leiter des Ballet de Marseille Frédéric Flamand arbeitete bei seinen Tanzinszenierungen häufig mit Architekten, Designern und Bildenden Künstlern zusammen, u. a. mit Ai Wei Wei, Zaha Hadid, Jean Nouvel, Hans Op de Beeck und Dominique Perrault. Flamand versteht unter Architektur all das, was zwischen der Haut einer Person und der Haut einer anderen Person geschieht: „Ganz allgemein findet die installierte Beziehung zwischen Architektur und Tanz ein Echo in der Vision, die ich vom zeitgenössischen Körper habe: Ein Körper der verdünnten Identität, hin- und hergerissen zwischen Realem und Virtuellem, mit dem Zerfall der Grenze zwischen Zuschauer und Privatem, Realität und Illusion, Stadt und Land konfrontiert“, sagt Flamand, ganz in der konsequenten Fortschreibung von Appias Thesen. In seinem Vortrag erzählt Flamand von seinen Ideen zu einem neuen partizipativen Inszenierungsraum. EN  The choreographer and former artistic director at the Ballet de Marseille, Frédéric Flamand, often worked on his dance productions along with architects, designers and visual artists such as Ai Wei Wei, Zaha Hadid, Jean Nouvel, Hans Op de Beeck and Dominique Perrault. Flamand understands architecture as being “everything between the skin of one person and the skin of another”: “Very generally, the relationship between architecture and dance is echoed in the vision I have of the contemporary body: a body with a diluted identity, torn between the real and the virtual, confronted with the collapse of the border between the viewer and the private, reality and illusion, the city and the countryside”, says Flamand, consistently taking Appia’s theories to the next level. In his presentation, Flamand describes his ideas about a new, participatory production space. VORTRAG  53


SAMSTAG, 11. NOVEMBER 21 / 11 € *   Grosser Saal

SLEEPING WITH APPIA UNDER VON SALZMANN’S SKY Lange Nacht im Festspielhaus

* Das Ticket gilt für alle Vorstellungen der Langen Nacht 54  FESTIVAL


Raum und Zeit, Architektur und Bewegung, zwei Orfeos suchen vergeblich nach Eurydike — eine fantastische Welt, die in der Vergangenheit die Zukunft findet. Die Lange Nacht als Abschluss des Projektes Rekonstruktion der Zukunft nähert sich Appia und von Salzmann nochmals aus verschiedenen Blickwinkeln: Zeitgenossen der beiden kommen dabei ebenso zu Wort wie Künstler, die ihr Vermächtnis aufgegriffen haben. Eine Nacht mit Performances, Vorträgen, Musik, Interventionen, Möglichkeiten zum Schlafen und einem Frühstück unter von Salzmanns Lichthimmel … EN  Space and time, architecture and movement, two Orfeos searching in vain for Euridice — a fantastic world whose future is found in the past. The Open Night, the conclusion of the project Reconstructing the Future, approaches Appia and von Salzmann once again from different angles, giving the word both to their contemporaries and to the artists who have taken up their legacy. A night of performances, lectures, music, art interventions, and the chance to sleep and have breakfast beneath von Salzmann’s canopy of lights … 55


Sleeping with Appia under von Salzmann’s Sky  Lange Nacht im Festspielhaus

SA 11.11. 20 UHR 21 / 11 € *   Grosser Saal

JONE SAN MARTIN / AMANCIO GONZALEZ / RUBEN PICADO / MARIA JOSÉ DE BLAS Die Appia-Studien Uraufführung, Performance Ein Blind Date zwischen Tanz und Architektur: Die Architekten Maria José de Blas und Rubén Picado treffen die Tänzer Jone San Martin und Amancio Gonzalez auf der Appia-Bühne, um gemeinsam eine Interpretation von Appias innovativen Ideen vorzustellen. Mit Sprache und Bewegung, mit Zeichnungen und Skizzen sowie mit einem Modell von Adolphe Appias Bühnenbild zu Orpheus und Eurydike spielend, entwerfen die vier ein sehr persönliches Bild zu Raum und Bewegung. EN  A blind date between dance and architecture: the architects Maria José de Blas and Rubén Picado meet the dancers Jone San Martin and Amancio Gonzalez on the Appia stage to jointly present an interpretation of Appia’s innovative ideas. Using language and movement, drawings and sketches, and playing with a model of Adolphe Appia’s Orfeo ed Euridice, the four paint a highly personal picture of space and movement. * Das Ticket gilt für alle Vorstellungen der Langen Nacht Eine Produktion von Hellerau — Europäisches Zentrum der Künste Dresden.

TANZ


SA 11.11. 21.30 UHR 21 / 11 € *   Grosser Saal

FRÉDÉRIC FLAMAND Orfeo II Uraufführung In Erinnerung an die von Adolphe Appia, Émile Jaques-Dalcroze und Alexander von Salzmann 1912 / 1913 inszenierte Gluck-Oper Orpheus und Eurydike in Hellerau. Vor einigen Jahren inszenierte der belgische Regisseur Frédéric Flamand Orpheus und Eurydike in der Oper von St. Stephan und in der Oper von Versailles. Für Rekonstruktion der Zukunft wird er eine Rekonstruktion seines Werkes Orfeo II zeigen. Zwei Orfeos (der Sieger, der Verlierer) spielen und verkörpern alle Charaktere der Oper (Amor, der Gott der Liebe, der Hund Cerberus, die Furien, die freudigen Schatten der Champs Elysées), nur nicht Eurydike, die sie verzweifelt suchen. Orfeo II ist der Mythos der absoluten Begierde und des verbotenen Blickes. Flamand verortet den Mythos in einer modernen Stadt, die er mit dem belgischen Künstler Hans Op de Beeck konzipierte und die als Modell aus 500 weißen Zuckerwürfeln, Plasteflaschen und Holzstücken in Filmaufnahmen präsentiert wird. Flamands Inszenierung befragt die heutige Welt, in der wir ständig mit widersprüchlichen Bildern bombardiert werden. EN  Looking back at the opera Orfeo ed Euridice directed by Adolphe Appia, Émile Jaques-Dalcroze and Alexander von Salzmann in 1912 / 1913 in Hellerau. Some years ago, the Belgian director Frédéric Flamand staged Orfeo ed Euridice in the Opera of St. Stephan and in the Opera of Versailles. For Reconstructing the Future he will be presenting a reconstruction of his work, Orfeo II. Two Orfeos (the victor and the loser) play and embody all the characters from the opera (Cupid, the god of love, the dog Cerberus, the Furies, the joyful shadows of the Champs Elysées), except for Euridice, for whom they are desperately searching. Orfeo II is the myth of absolute desire and the forbidden gaze. Flamand locates the myth in a modern city, which he designed with the Belgian artist Hans Op de Beeck and presents through film takes as a model made of 500 white sugar cubes, plastic bottles and pieces of wood. Flamand’s staging questions the contemporary world, where we are constantly bombarded with contradictory images. * Das Ticket gilt für alle Vorstellungen der Langen Nacht TANZ


Sleeping with Appia under von Salzmann’s Sky  Lange Nacht im Festspielhaus

SA 11.11. AB 23 UHR 21 / 11 € *   Grosser Saal

TON-WORT-PERFORMANCE u. a. mit Lukas Ligeti und Simon Stockhausen Musikalische Kompositionen von und mit Lukas Ligeti und Simon Stockhausen, vom Raum inspiriert, bauen sich langsam auf, kreuzen und mischen sich, bis sie am Ende in eine Text-Sound-Improvisation münden. Dazu werden zwei Schauspieler Texte rezitieren, die auf Aufzeichnungen von Appias und von Salzmanns Zeitgenossen basieren, und imaginierte Berichte, die eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft bauen. EN  Musical compositions by and with Lukas Ligeti and Simon Stockhausen, with a spatial inspiration, slowly build up, intermingle and mix until finally they end in improvisation made up of text and sound. This involves two actors reciting texts based in part on the words of Appia’s and von Salzmann’s contemporaries, and in part on imagined reports connecting the past to the future. * Das Ticket gilt für alle Vorstellungen der Langen Nacht Das detaillierte Programm finden Sie ab September auf:  www.hellerau.org PERFORMANCE


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REKONSTRUKTION DER ZUKUNFT

RAUM · LICHT · BEWEGUNG · UTOPIE

Adolphe Appia und Alexander von Salzmann in Hellerau Verlag: Spector Books herausgegeben von HELLERAU — Europäisches Zentrum der Künste Dresden, vertreten durch den Inten­danten Dieter Jaenicke, und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, vertreten durch den Stiftungsdirektor Ralph Lindner

mit wissenschaftlichen Beiträgen und Essays von Richard Beacham, Eckehard Binas, Carla Di Donato, Gabriele Gorgas, Dieter Jaenicke, Claire Kuschnig, Carmen Mehnert, Patrick Primavesi, Héctor Solari und Nina Sonntag, einer Foto­doku­mentation von Heidi Specker, Abbildungen von Zeichnungen Appias u. a. Verkaufspreis Besucherzentrum: 18,— € im Buchhandel: 22,— €

HELLERAU-Team Intendant: DIETER JAENICKE · Künstlerische Mitarbeit der Intendanz: Pauline Halm  · Kauf­ männische Direktorin: SABINE STENZEL · Assistenz der Kaufmännischen Direktorin: SIBYLLE ­KELLER · Programm­ leitung Musik und Musiktheater: BARBARA DAMM  · Kurator Rekonstruktion der Zukunft: Héctor Solari  · Programmleitung Performing Arts: ­CARMEN MEHNERT · Programmleitung Sonder­projekte: FRANK GEISSLER · Assistenz Programm­leitung Performing Arts, Koordination Residenzen: ANNE-KATRIN SCHMIDT  · Audience Development: FRAUKE WETZEL · Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: KATJA SOLBRIG · PR / Marketing / Onlineredaktion: KATJA ZEHRFELD · Leitung Digitale Kommunikation / Sonder­projekte: ULLA ­HEINRICH · Künstlerische Administra­tion, Projektkoordination Refugee Art Center: JUDITH ­HELLMANN · Leiterin Künst­lerisches Betriebsbüro: SIMONE MICHEL · Künstlerisches Betriebsbüro: DANA BONDARTSCHUK · Finanz­management und Con­trolling: FRIEDEMANN ­HEINRICH · Vertrags­management: VICTORIA ESPER · Personal, Verwaltung: SANDRA GRÜNER · Technischer Leiter: KAI KADEN · Assistenz der Technischen Leitung: HENRYK ­BASTIAN · Technischer P ­ roduktionsleiter: ­ANDREAS LORENZ · Konstruktion: TOBIAS BLASBERG · Ton- und Medientechnik: HELGE PETZOLD · Beleuchtungs­ technik: FALK DITTRICH · Bühnentechnik: PETER R. FIEBIG · Besucher­service, ­Führungen: Katharina Lengert & CHRISTINE REICH · FSJ Kultur: Elisa Kneisel · Deutsch-Französischer Freiwilligendienst Kultur: Adèle Jaffredo

IMPRESSUM

HELLERAU — Europäisches Zentrum der Künste Dresden Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden T: +49 351 – 26462 0      F: +49 351 – 26462 23 www.hellerau.org

Redaktion: Katja Solbrig Druck: Druckerei Thieme Meißen GmbH Fotos: Stephan Floß Gestaltung: www.pleasantnet.de


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HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden ist eine Einrichtung der Landeshauptstadt Dresden und wird derzeit gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundes­regierung für Kultur und Medien.

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Vier kaufen, drei zahlen — doppelt freuen. Immer wieder und mit allen nach ­HELLERAU! Nutzen Sie den Preis­ vorteil — für eine oder mehrere Veranstaltungen, so oft und mit wem Sie wollen! Ob viermal allein, zweimal zu zweit oder einmal zu viert — die vierte Karte gibt’s geschenkt.

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www.hellerau.org+49 351 – 26462 46 HELLERAU — Partner Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden · Verein Bürgerschaft Hellerau e. V. · Deutscher Werkbund Sachsen e. V.  · Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH  · Die Scheune e. V.  · Dresdner Kammerchor  · Dresdner Philharmonie · Filmfest Dresden · Heinrich-Tessenow-Institut Hellerau e. V. · H ­ einrich-Schütz-Konservatorium Dresden · Hellerau Grundbesitz GmbH · Hochschule für Bildende Künste Dresden · Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden · Institut Rhythmik e. V. · Komponistenklasse Dresden · Palucca Hochschule für Tanz Dresden · Säch­sisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst · Semperoper Ballett · Societaetstheater · Staatsschauspiel Dresden · TanzNetzDresden · Technische Universität Dresden · Trans-Media-Akademie Hellerau e. V. HELLERAU — Assoziierte Künstlerinnen und Künstler Akram Khan Company · Avatâra Ayuso · Constanza Macras / DorkyPark · ensemble courage · Dresdner Sinfoniker Hotel Pro Forma · norton.commander.productions. · DEREVO Tanztheater Dresden – St. Petersburg · Dresden Frankfurt Dance Company · Thorsten L ­ ensing / Jan Hein · Ulf Langheinrich · Cindy Hammer / go plastic company · The Saxons HELLERAU — Europäisches Zentrum der Künste Dresden ist Mitglied in AIBM Association International des Bibliothèques Musicales · Bündnis internationaler Produktionshäuser · Dach­ verband Tanz · Dance Dialogues Africa · Deutscher Bühnenverein · European Dancehouse Network · ietm European Performing Arts Network · INCD International Network for Cultural Diversity · Internatio­nales Theaterinstitut (ITI) · KlangNetz Dresden · Kultur Quartier Dresden · Tanzplattform Deutschland · THEATRON


PROGRAMM REKONSTRUKTION DER ZUKUNFT 17. OKT — 11. NOV 2017 Ausstellungen / Installationen ab MI 18.10.

Veranstaltungen DI 17.10. 19 : 30

MI 18.10.

17 : 00 19 : 30

FR 20.10.

18 : 00 19 : 00

FR 20.10. / SA 21.10.

20 : 00

SA 21.10.

18 : 00

DI 24.10. / MI 25.10.

20 : 00

Luis Camnitzer Unethische Ordnung — Ethische Unordnung Virtual Appia Eine interaktive Installation Appias Handschrift  Rhythmische Räume und weitere Originalzeichnungen Aviya Wyse Körper Raum der Visionäre Appia, Dalcroze, von Salzmann Franziska & Sophia Hoffmann Zeit — Tiefen — Raum

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Robert Wilson 1 Have You Been Here Before 2 No This Is The First Time Kinder der Grundschule Hellerau Klangbilder Eröffnung & Vernissage Daniel Libeskind Die Zukunft aus der Vergangenheit rekonstruieren (AT) Prof. Dr. Richard Beacham Adolphe Appia: The Genius Loci of Hellerau Janis Atelbauers Light, Movement and Rhythmic Space: Architectural Echoes of Appia DANCE ON ENSEMBLE mit Choreografien von William Forsythe Catalogue (First Edition) und Jan Martens Man Made Prof. Dr. Patrick Primavesi Unsichtbares Theater — Dalcroze, Appia und der Raum der Gemeinschaft Cindy Hammer / Joseph Hernandez / Johanna Roggan / Anna Till Kill Your … !

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Bei Interesse an Workshops, Gesprächen oder Projekttagen für Gruppen wenden Sie sich bitte an Frauke Wetzel : wetzel @ hellerau.org


PROGRAMM REKONSTRUKTION DER ZUKUNFT 17. OKT — 11. NOV 2017 20 : 00

Richard Siegal Model 20 : 00 Jone San Martin / Amancio Gonzalez About Clouds FR 03.11. 18 : 00 Prof. Dr. Marion Ackermann / Prof. Dr. Eckehard Binas / Dieter Jaenicke Utopie Hellerau FR 03.11. / 20 : 00 Constanza Macras / Dorkypark SA 04.11. Die Wahrheit über Monte Verità SA 04.11. 18 : 00 Andrew Todd  Background: A lecture on spatial ethics, from Appia to Zaha Hadid MO 06.11. 20 : 00 Feature Ring mit Laurenz Theinert FR 10.11. 18 : 00 Dr. Carla Di Donato To the edge of the invisible, Alexander von Salzmann’s path in the “Laboratory of Utopia” 20 : 00 Avatâra Ayuso / Ángel Martínez Roger Appi (a) ppia 22 : 00 Robert Wilson Tower of Babel SA 11.11. 15 : 00 Amancio Gonzalez  Consciousness of the Body in the Space (Workshop) 18 : 00 Frédéric Flamand The Body — Architecture — Traces Sleeping with Appia under von Salzmann’s Sky Lange Nacht im Festspielhaus FR 27.10. / SA 28.10. SO 29.10

20 : 00

21 : 30 23 : 00

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Jone San Martin / Amancio Gonzalez / Seite 56 Ruben Picado / Maria José de Blas Die Appia-Studien Frédéric Flamand Seite 57 Orfeo II Ton-Wort-Performance Seite 58 u. a. mit Lukas Ligeti und Simon Stockhausen

Rekonstruktion der Zukunft RAUM LICHT BEWEGUNG UTOPIE  

Für das Projekt Rekonstruktion der Zukunft wird 2017 nun nach über 100 Jahren zum ersten Mal die Appia-Bühne mit ihrem ursprünglichen Beleuc...