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HU MA N I TÄ RE HIL F E

VierJahre nach dem Erdbeben Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Januar 2010 schliesst HEKS derzeit seine Humanitäre H wässerungskanäle saniert, Strassen wieder instand gestellt, lokale Arbeiter und Bauern aus- und weiter VON VALENTIN PRÉLAZ

Foto: HEKS/Olivier Cosandey

Oben: 2800 Personen in Petit Goâve und Grand‘Anse erhielten ein neues Zuhause. Unten: Rückstaubecken, um das Wasser zu kanalisieren und zu sammeln.

Frühling die Ziele erreicht worden waren, schloss HEKS die Humanitäre Hilfe in Petit Goâve ab. Nur wenige Tage nach dem Erdbeben richtete HEKS in Port-au-Prince Strassenküchen ein. Während 100 Tagen bereiteten 42 lokale MitarbeiterInnen jeden Tag 3000 warme Mahlzeiten zu, die anschliessend in 12 Lagern in Pétion-Ville verteilt wurden. Auch im Südwesten der Insel, im Departement Grand’Anse, war das Hilfswerk kurz nach der Katastrophe im Einsatz. In dieser Region ist HEKS bereits seit Jahrzehnten mit Landwirtschaftsprojekten tätig und unterstützte nach dem Erdbeben Familien, die Verwandte aufnahmen, die aus der Region Port-au-Prince geflüchtet waren. Es verteilte ihnen Saatgut und Werkzeuge, damit sie mehr Bananen, Gemüse und Reis anbauen konnten, um sich und die Neuzugezogenen ernähren zu können. Wiederaufbau in Grand’Anse Trotz einem fragilen Umfeld konnten die Wiederaufbauarbeiten im Januar 2014 beendet werden: HEKS ist insbesondere stolz auf die 406 aufgebauten Häuser, ausgerüstet mit Toiletten, sowie die Infrastruktur zur Bewässerung. Letztere ermöglicht den Kleinbauern, ihre Felder selbst während der Trockenzeit zu bewirtschaften. In Grand’Anse wurden für Familien in 5 verschiedenen Gemeinden wie geplant 25 traditionelle Häuser gebaut, ausgestattet mit Öfen, Toiletten, Wasserzisternen und -filtern. Zudem wurden 23,2 Kilometer Strassen ausgebessert und 1,1 Kilometer betoniert. Daneben wurden Mauern in einer Länge von insgesamt 4,3 Kilometern erstellt, um die Strassen zu stützen. 1046 Schulkinder erhielten ein Stipendium. Weiter bildete HEKS Maurer und Klempner im Häuserbau aus. Auch nach Abschluss der Humanitären Hilfe werden die Projekte in den Bereichen Landwirtschaft und Wissensvermittlung wie bis anhin weitergeführt. Wiederaufbau in Petit Goâve Die meisten im Land aktiven NGO verliessen die Gemeinde Petit Goâve bereits Ende 2011. Einzig HEKS blieb länger vor Ort, um anstelle von temporären Unterkünften permanente Wohnunterkünfte zu bauen. Ein Konzept, das sich bewährt hat: Die bereits gebauten Häuser überstanden die Wirbelstürme im Jahr 2012, und die Begünstigten sind zufrieden. Sie konnten sogar Nachbarn und Angehörige bei sich aufnehmen, die in weniger soliden

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O R M E H R A L S V I E R J A H R E N , am 12. Januar 2010, wurde Haiti von einem Erdbeben der Stärke 7,3 auf der Richterskala erschüttert. HEKS führt seit mehr als vierzig Jahren auf Haiti Entwicklungs- und Soforthilfeprojekte durch und verfügte deshalb zum Zeitpunkt des Erdbebens bereits über lokale Partnerorganisationen sowie ein Koordinationsbüro in Port-au-Prince. Dank diesem Netzwerk konnte das Hilfswerk nach der Katastrophe rasch handeln und Soforthilfe leisten. Beim Wiederaufbau konzentrierte sich HEKS mit finanzieller Unterstützung der Glückskette auf die Regionen Grand’Anse und Petit Goâve. Nachdem diesen

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HEKS-Magazin handeln, Nr. 324, Mai 2014  

Sie fragen sich, wie Themenschwerpunkte in HEKS-Projekten umgesetzt werden und wie die Arbeit praktisch aussieht? Es interessiert Sie, wie H...

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