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Kampagne

enspraxis. Zwei dieser Betriebe stellen sich hier vor.

Aligro Demaurex & Cie SA

«handeln» 324 0214

Beim Familienunternehmen Aligro haben Menschen mit Migrationshintergund ebenso eine Chance auf eine Anstellung wie ältere Arbeitsuchende. Der HR-Verantwortliche François Burnier erklärt warum. Firmensitz: Hauptsitz in Chavannes-Renens (VD) Tätigkeit: Grossmarkt Gastronomie / Mitarbeitende: ca. 600

Aligro ist auf dem Vormarsch. In Schlieren hat der Grosshändler Ende 2012 seine erste Filiale in der Deutschschweiz eröffnet – mittlerweile betreibt das Familienunternehmen mit Sitz in Chavannes-Renens fünf grosse Abholmärkte. Nicht zuletzt basiert dieser Erfolg auf den über 600 Mitarbeitenden, welche die Firma beschäftigt. Denn wirtschaftlicher Erfolg ist bei Aligro nicht alles, wie der HR-Verantwortliche François Burnier betont. «Wir sind uns der Rolle bewusst, die wir als Unternehmen spielen», sagt er. «Falls möglich, versuchen wir den Menschen zu helfen, die Schwierigkeiten haben.» Das können junge Leute sein, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, aber auch ältere Menschen, welchen der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben schwerfällt. Um die passenden Lernenden zu finden, setzt das Unternehmen auf einen Eignungstest von Multicheck, persönliche Gespräche und Schnupperwo-

chen. Dass sich heute alles um Kompetenzen und Abschlüsse dreht, empfindet Burnier als schwierig für die Stellensuchenden. Man versuche deshalb, nur die wirklich notwendigen Kompetenzen zu berücksichtigen. Chance im Alter Aligro stellt daher auch ältere Menschen ein, die Mühe mit dem Wiedereinstieg in die Arbeitswelt haben. So fand zum Beispiel die heute 50-jährige Rose-Marie Raemy-Favre einen Job in der Filiale in Matran bei Fribourg. Nachdem sie lange in der Gastronomie gearbeitet hatte, hatte sie Schwierigkeiten, eine neue Anstellung zu finden. «Ich wurde oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, aber jüngere Bewerber wurden mir vorgezogen», sagt sie. Daher konnte sie es fast nicht glauben, als sie den Anruf von Aligro erhielt. Mit dem neuen Arbeitgeber ist die Kassiererin sehr zufrieden – vor allem auch, weil ihre Arbeit abwechslungsreich ist und

geschätzt wird. «Das Unternehmen will, dass die Mitarbeitenden vielfältig einsetzbar sind», sagt sie. So arbeitet sie nicht nur an der Kasse, sondern auch in der Bar-Cafeteria und macht manchmal Kundenbesuche. Fremdsprache als Vorteil Auch Flüchtlinge hat das Unternehmen angestellt – zudem arbeiten viele Menschen mit Migrationshintergrund beim Grosshändler. «Das ist schon etwas multikulti bei uns», sagt Burnier mit einem Lächeln. «Ich sehe das aber auch klar als einen Vorteil, schliesslich haben wir auch ein sehr durchmischtes Kundensegment.» Ausländische Kunden, die etwa ein Restaurant führen, würden gerne von einem Landsmann beraten. So schickt Aligro zum Beispiel bewusst türkische Mitarbeitende zum Kundenbesuch in türkische Läden. Wer bei Aligro arbeitet, nimmt regelmässig an Kursen zu den Werten der Firma teil. Letzthin ging es dabei um Respekt – gegenüber den Mitarbeitenden und den Kunden. «Uns ist es wichtig, dass wir diese Werte nicht nur schriftlich festlegen, sondern auch leben», sagt Burnier.

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HEKS-Magazin handeln, Nr. 324, Mai 2014  

Sie fragen sich, wie Themenschwerpunkte in HEKS-Projekten umgesetzt werden und wie die Arbeit praktisch aussieht? Es interessiert Sie, wie H...

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