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Automation & Robotik

Automatisierungstechnik: Vertrauen ist gut, Kontrolle verlangt der Gesetzgeber

Sicherheitsanforderungen an Anlagen Anlagen und Maschinen können bei gefährlichen Ausfällen und Fehlfunktionen zu Risiken für Personen, Umwelt und Sachwerten führen. Gemäss der IEC 61511 und IEC 61508 werden Anlagen und risikoreduzierende Massnahmen in jeweils vier Sicherheitsstufen unterteilt: von SIL 1 für ein geringes Risiko bis SIL 4 für ein sehr hohes Risiko. Je höher das Risiko, desto zuverlässiger müssen die Massnahmen zur Risikoreduzierung durchgeführt werden und um so zuverlässiger müssen die in der jeweiligen Automatisierungskette eingesetzten Komponenten sein.

Jörg Heilmann Technik einzusetzen bedeutet immer auch ein gewisses Sicherheitsrisiko. Ausfälle und Fehlfunktionen von Maschinen und Anlagen können zu Risiken für Personen, Umwelt oder Sachwerte führen. Sicherheitsrichtlinien, die bereits bei der Konzeption entsprechender Einrichtungen beachtet werden, sollen diese Risiken minimieren. Doch was das konkret für die automatisierungstechnische Praxis bedeutet, ist nicht immer leicht nachzuvollziehen. Zuerst einmal gilt es zu klären, was eigentlich unter dem Begriff Sicherheit zu verstehen ist. Der angelsächsische Sprachgebrauch beispielsweise differenziert zwischen «Safety» und «Security». Letzteres meint Schutz vor zielgerichteten und böswilligen Angriffen von innen und aussen, während unter «Safety» z. B. Systemausfälle, Leitungsausfälle, Verschleiss, Bedienungsfehler, kurz gesagt: «Technisches und menschliches Versagen» einzuordnen sind. Der deutsche Begriff «Sicherheit» bietet diese Differenzierung nicht, sondern 1 Schön, wenn man sich so sicher sein kann wie auf einem Kettenkarussell. Damit dies auch für öffentliche Räume und besonders gefährdete Arbeitsplätze zutrifft, sind immer neue Gesetze zu beachten. 2 Die zutreffenden Normen unterteilen Anlagen und risikoreduzierende Massnahmen in jeweils vier Sicherheitsstufen: von SIL 1 für ein geringes Risiko bis 4 für ein sehr hohes Risiko. 3 Wie wahrscheinlich darf ein Systemausfall sein, um das vertretbare Risiko einzuhalten? Der Risikograf nach IEC 61508 ordnet den einzelnen Stufen eine prozentuale, zulässige Wahrscheinlichkeit zu.

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52 | Elektrotechnik 10/08

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Elektrotechnik, Automation, Telematik, Gebäudetechnik

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