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Ganz allgemein: Die Alarmanlage verhindert Schlimmeres. Denn ein schneller, ruhiger, unbemerkter und stressfreier Einbruch – wie vom Einbrecher gewünscht – ist nicht mehr möglich. Im Vergleich zu gewissen europäischen Nachbarländern ist bei uns der Einsatz von Alarmanlagen deutlich geringer. Diese Tatsache verleitet zum Schluss, dass in der Schweiz noch weniger gestohlen wird als anderswo – was auch stimmt. Doch all zu oft wird vergessen, dass Alarmanlagen neben Einbruch- und Feuerschutz auch weitere Aufgaben übernehmen können: • So detektiert eine Alarmanlage über entsprechende Melder ungewolltes Austreten von Flüssigkeiten und Gasen. • Eine Alarmanlage löst durch Betätigung des Überfalltasters stillen Alarm aus und holt unbemerkt Soforthilfe. • Letztendlich organisiert die Alarmanlage im medizinischen Notfall hilfeleistende Personen, Verwandte und Bekannte. Wird eine Alarmanlage mit einem Raumautomationssystem verknüpft, lassen sich z. B. mit dem Scharfschalten der Anlage die Heizung automatisch absenken, die Beleuchtung ausschalten und es wird automatisch eine Anwesenheitssimulation gestartet; Letztere verringert nachweislich die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs. Im Falle einer Alarmierung wird die gesamte Hausbe-

Alarmanlage ist nicht gleich Alarmanlage Wenn von Alarmanlagen die Rede ist, muss erst nachgefragt werden, ob es sich um eine Anlage handelt, die speziellen Auflagen der Versicherungsgesellschaften genügen muss. Es werden 3 Stufen der Risikozuordnung unterschieden: 1. Einfache Geschäfte mit einer Versicherungssumme ‹0,5 Millionen Franken 2. Geschäfte mit Werten zwischen 0,5 ... 3 Millionen Franken 3. Bijouteriegeschäfte, Banken, Versicherungssumme ›3 Millionen Franken

Monatsthema Trigress Security AG

Wozu Alarmanlagen? Eine Alarmanlage kann einen Einbruch nicht verhindern; sie leistet jedoch Folgendes: • Sie schreckt potenzielle Täter ab. • Sie alarmiert bereits nach dem ersten Einbruchversuch. • Sie erregt Aufmerksamkeit und signalisiert den Nachbarn, dass sich ein Unbefugter Zutritt verschaffen möchte. • Sie setzt den Einbrecher unter enormen Druck. Da er ausser der lauten Sirene nichts hört, bemerkt er nicht, ob sich die Polizei nähert. • Sie kann den Einbrecher dazu bewegen aufzugeben. • Sie hilft, den Täter zu erwischen.

leuchtung eingeschaltet. Der Einbau von Alarmanlagen bietet initiativen Elektrofachleuten lukrative Betätigungsfelder. Laut einer Kölner Studie ereignen sich die meisten Einbrüche in dunklen Wintermonaten. In den Sommermonaten wird am wenigsten eingebrochen. Die Hälfte aller Einbrüche findet am «verlängerten Wochenende» (Freitagabend bis Sonntagnacht) statt. Auch die Uhrzeit bei Einbrüchen ist bekannt: Bei Mehrfamilienhäusern und Wohnungen kommen die Täter eher tagsüber (während der Arbeitszeit) und nutzen die Anonymität der Umgebung. Bei Einfamilienhäusern in weniger dicht bebauten Gebieten kommen die Täter meistens zwischen 16.00 und 22.00 Uhr und arbeiten im Schutz der Dunkelheit. Hier liegt die Spitzenbelastung zwischen 18.00 und 20.00 Uhr. Am häufigsten anzutreffen ist der Gelegenheitseinbrecher. Er ist meistens alleine, entscheidet kurz entschlossen und hat keinen Kollegen, der «Schmiere steht». Einem Haus, das mit einer Alarmanlage ausgestattet ist, schenkt dieser Tätertyp kaum Beachtung. Anders der Profieinbrecher, welcher oft in Banden agiert und Einbrüche gründlich plant. Professionelle Einbrüche gibt es jedoch sehr selten und nur dort, wo es auch etwas zu holen gibt. Im Idealfall geht ein Einbruch schnell, leise und unbemerkt vonstatten. Hauptmotiv für den Einbruch sind in nahezu allen Fällen Geld und Wertsachen. Somit ist die Beuteerwartung wie Bargeld, Handys, Schmuck, Kamera ein wesentliches Kriterium für die Wahl des Einbruchobjektes. Eine Alarmanlage ist eine gute Sache, doch es gilt klar zu bedenken, dass zuerst einmal mechanische Sicherungen helfen, dass dem Einbrecher grosse Hürden aufgebaut werden. Diese werden hier aber nicht im Detail vorgestellt, denn diese können von diversen Organisationen und auch von Polizeistellen beschafft werden.

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heit. Der geübte Einbrecher lässt sich von Attrappen nur schwer täuschen. • Mythos 6: Bei mir wird nicht eingebrochen, denn es gibt nichts zu holen! Wahrheit 6: Fast jeder unterschätzt die Werte, die er im Hause hat. Ausserdem weiss ein Einbrecher selten vorher, ob sich der Einbruch für ihn lohnt! Zudem wird der Schaden durch Vandalismus zusätzlich erhöht.

3 2 Typische Einbruchsorte bei einem Einfamilienhaus. 3 Mechanische Sicherungen bewirken schon sehr viel.

Für letztere, stark risikobehafteten Objekte sind zertifizierte, nach strengen Regeln aufgebaute Alarmanlagen nötig. Nur so sind die Versicherungsgesellschaften bereit, über einen allfälligen Bonus zu verhandeln bzw. überhaupt eine Versicherung abzuschliessen. Solche Anlagen müssen von einem zertifizierten Anbieter oder Installateur montiert und abgenommen werden. Im Privatwohnungsbau und bei KMUs ist aber der Einsatz von zertifizierten Alarmanlagen in aller Regel zu kostspielig. Trotzdem führen aber auch hier installierte Alarmanlagen zu verbesserten Konditionen bei Versicherungen. Versicherer und Versicherungsnehmer müssen sich jedoch individuell einigen. Wenn der Entscheid für eine Alarmanlage gefallen ist, bleibt noch die Frage offen, ob es eine Funkoder verkabelte Anlage werden soll. Im Umbau oder in Mietwohnungen haben sich Funkalarmanlagen durchgesetzt, denn diese bedingen kaum eine Installation und beim Umzug wird die Anlage einfach mitgenommen. Wer einen optimalen Schutz seines Objektes erwartet, der sollte einen Fachmann beiziehen, der eine exakt auf das Objekt abgestimmte Lösung ausarbeitet. Funktion von Alarmanlagen 70% der Einbrecher lassen sich durch eine Alarmanlage abschrecken. Sie sollte die «Aussenhaut» des Hauses lückenlos

Elektrotechnik 10/08 | 39

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