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Installations- & Gebäudetechnik

5 5 Eine ausgefüllte Funktionsliste nach EN ISO 16 484.

(als Informationen bzw. Kommandos) in der GA-FL bestimmt. Die GA-FL wird als Kalkulationstabelle zum Dokumentieren und Aufsummieren von GA-Funktionen genutzt. Die Funktionen sind Bestandteil komplexer Programme, welche die Informationen zugewiesener Datenpunkte verarbeiten. Es wird unterschieden in physikalische Datenpunkte mit direkt an das betrachtete GA-System angeschlossenen Sensoren und Aktoren sowie in kommunikative, aus einem Fremdsystem kommende, gemeinsame Datenpunkte. Damit ist es möglich, die Automations-Hardware für einen ISP rationell zu bestimmen. Das kommunikativ verbundene Fremdsystem bekommt eine eigenständige GA-FL für seine physikalischen Datenpunkte. Beispiele sind M-Bus, Modbus, LON oder KNX-Einbindungen (auch LON- oder KNX-Feldgeräte können als Datenpunkte dargestellt werden). Aufbau der GA-FL In der GA-Funktionsliste steht die Datenpunktbezeichnung des Planers in einer Zeile der ersten Spalte, in Textform oder als Kennzeichnung in der Struktur des vorgesehenen Adressie-

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rungssystems. Für weitere Angaben sollte ein entsprechender Kommentar in der Spalte «Bemerkungen» eingetragen werden – falls erforderlich, auf einem gesonderten Blatt. Die weiteren Spalten führen die diesem Datenpunkt zugeordneten Funktionen auf. Bei Datenpunkten mit Ausgabefunktionen (Schalten und Stellen) kann in der Bemerkungsspalte als Referenz die Zeile der zugehörigen Verarbeitungsfunktion angegeben werden. Ein Kommunikationsobjekt (BACnet, KNX oder LonMark) kann auch als Datenpunkt in der GA-Funktionsliste dargestellt sein, in homogenen Projekten als «physikalische» Ein-/Ausgabe, in heterogenen Projekten als «gemeinsame» E/A. Die GA-FL ist in vier Hauptabschnitte unterteilt, in denen die anlagenspezifische Zuordnung der GAFunktionen festgelegt wird: a) Eingabe- und Ausgabefunktionen, unterteilt in physikalische E/A und gemeinsame, kommunikative E/A b) Verarbeitungsfunktionen, unterteilt in Überwachen, Steuern, Regeln, Rechnen und anlagen- bzw. systemübergreifendes Optimieren

Dokumentation der GA-Planung Die vier wesentlichen Komponenten zur Dokumentation der GA-Planung sind: 1. das Automationsschema je Anlage nach GA-Weltnorm 2. die GA-Funktionsliste nach GA-Weltnorm 3. die Steuer- und Regelbeschreibung, z. B. als Zustandsgraph 4. LV-Texte Diese Dokumente sind neben weiteren, dem LV zur Kalkulation beizufügen. Der GA-Planer erstellt weitere Dokumente für die Massenermittlung/Ausführungsplanung, z. B.:

• Adressierungsschema • Netzwerkschema • Systemstruktur • Schnittstellenliste für Systemintegration • Geschossschema mit Informationsschwerpunkten • Schaltschrankliste und -pläne • Liste der elektrischen Verbraucher • Messwert- und Kontaktgeberliste • Ventilliste, Klappenliste, Brandschutzklappenliste • Kabelliste etc.

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