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nale Vorgaben mit entsprechenden Optimierungsmöglichkeiten durch die guten Systemintegratoren – wirklich spielen. Heute lautet aber die Regel des unfairen Wettbewerbs: Billig vergeben, teuer abrechnen (dank vielen Regiearbeiten aufgrund ungenauer Festlegungen). In erster Linie wäre es hier die Aufgabe der Besteller und Nutzer sowie deren Vertreter (Bauherrenvertreter), hier endlich Abhilfe zu schaffen! Und eine sinnvolle Planung und Auschreibung der Gebäude- und Raumautomation kann nur auf der Grundlage einer LifeCycle-Betrachtung erfolgen, d. h. die Vorgaben für die spätere Optimierung und den Betrieb (wie und wer macht z. B. das Energie-Monitoring?) erfolgen. Auch in dieser Beziehung ist der Markt noch weit von einem echten Preis-Leistungs-Wettbewerb entfernt! In 90% der Fälle entscheiden nur die Kosten für die Erstinvestition! Die GA-Funktionen Die GA-Funktionen gliedern sich in Ein-/ Ausgabe-, Verarbeitungs-, Managementund Bedienfunktionen (Bild 4). Die Handhabung für die Eintragung von Funktionen in die GA-FL ist sowohl in der Weltnorm als auch in der VDI 3814 1:2005 beschrieben. Es ist wichtig, dass der Informationsinhalt für einen Eintrag in der Liste bei den Kommunikations-, Bedien und Managementfunktionen projektspezifisch festgelegt wird, denn viele der BACnet-Properties (Informationen) bei den Kommunikationsobjekten nach BACnet-Standard sind zwangsläufig als «optional» gekennzeichnet weil nicht immer alle Objektinformationen benötigt werden. Die Anzahl an einzelnen Informationen je Datenpunkt, die Informationstiefe, wird durch die Angabe der zu übertragenden und darzustellenden Objekt-Properties

Rationalisierung der GA-Planung Es gibt CAD-Tools, mit denen sich Automationsschemata, Schaltpläne, Schaltschrankansichten bzw. -aufbauten, Kabellisten und viele andere Dokumente rationell erstellen lassen. Leider ist ein komplettes, durchgängiges, neutrales Tool für die Planung der Gebäude- und Raumautomation vom Entwurf bis zum Aufmass noch nicht im Markt verfügbar. Mit XML werden jedoch die Möglichkeiten für einen Datenaustausch unterschiedlicher Anwendungen einfacher. Eine automatische Generierung der GAFunktionsliste aus dem Automationsschema der Gewerkeanlage heraus ermöglichen z. B. die herstellerneutralen Computerprogramme «TRIC», «Webproject» oder «WSCAD» – auch einige

GA-Hersteller haben C-Tools für die Planung entwickelt und freigegeben. Aus den so generierten GA-FL entstehen die Motoren-, Feldgeräte- und Kabellisten etc. Damit sind Änderungen in den Gewerkeanlagen endlich kein grosses Problem mehr. Die Summe der GA-Funktionen stimmt immer – auf Mausklick. Diese Summe geht nach räumlichen Schwerpunkten (Informationsschwerpunkt) geordnet als Masse in ein LV ein. Die Anforderungen an die notwendige Hardware werden getrennt beschrieben. Die systemspezifischen Hardware-Teile muss dann der Anbieter aus seiner Systempalette selbst bestimmen und im Angebot darlegen. Nur so ist eine systemneutrale GA-Ausschreibung möglich.

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Elektrotechnik 10/08 | 31

Installations- & Gebäudetechnik

Funktionslisten. Leider war es bis heute nicht möglich, einen Konsens in der Schweizer Branche zu finden, wie diese Vorgaben hier sinnvoll umgesetzt werden können. Demzufolge wird weiterhin nach der alten Methode der Zählung der physikalischen Datenpunkte kalkuliert, ergänzt durch einen mehr oder weniger genauen Funktionsbeschrieb. Besonders unbefriedigend ist in dieser Hinsicht allerdings die Raumautomation und hier wiederum insbesondere die Elektrogewerke wie Beleuchtung und Beschattung. Abgesehen davon, dass es durch die frühe Trennung der Planung von Elektro- und HLK-Gewerken ohne Fachkoordination kommt, was eine intelligente und smarte Raumautomation von Beginn weg verunmöglicht, findet man hier auch bei Ausschreibung mit modernen Bussystemen fast immer Hardware-Leistungsverzeichnisse, ohne entsprechenden Funktionsbeschrieb. Dabei liegt heute der bedeutende Aufwandsunterschied in den verlangten Funktion, d. h. in dem daraus resultierenden Engineering. Dies kann nun einfach mal unmöglich mit der Position «gesamte Programmierung und Inbetriebsetzung» sinnvoll ausgeschrieben werden. Völlig ungeeignet ist auch die Ausschreibung der Gebäude- und Raumautomation in mittleren und grösseren Projekten als Teil der Hauptgewerke (im Elektrobereich durch die entsprechenden BKP-Positionen). Die Automation muss als eigenständiges Gewerk mit eigenständiger Ausschreibung und den entsprechenden Verbindungsstellen geplant und ausgeschrieben werden. Ob vom gleichen Planer oder ausführenden Unternehmer ist schlussendlich eine Frage des Marktes, aber nur durch separate Behandlung kann der Markt – ergänzt durch saubere funktio-

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