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Installations- & Gebäudetechnik

Serie – Folge 5

Planung von BACnet-Anlagen Diese Folge 5 erläutert das Grundprinzip der Gebäudeautomations-Funktionen (GA) in Verbindung mit interoperabler Systemintegration und führt in die Anwendung der international genormten GA-Funktionsliste ein. Es werden die offiziellen Begriffe der Gebäudeautomation aus der weltweiten Standardisierung verwendet. Richard Staub Für eine optimale Nutzbarkeit der Gebäudeautomation mit Investitionsschutz, verbunden mit der nötigen Wartbarkeit und Funktionalität, können nur Hersteller mit kompetenten Mitarbeitern bei auskömmlichen Preisen sorgen. Auskömmliche Preise gibt es nur bei rechtssicheren Ausschreibungen. Nur Ausschreibungen, die den zweifelsfreien Austausch von Informationen unterstützen, erhalten den freien und fairen Wettbewerb, vermeiden unnötige Kostenrisiken und sichern die Innovationspotenziale. Leider ist gewissen Investoren daran nicht gelegen, was

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die Menge an Pleiten, Fusionen und unfertigen GA-Projekten der letzten Dekade beweist. Dies hat leider nicht zum guten Ruf der Gebäudeautomation beigetragen und auch fortschrittliche Bauherren oder Betreiber dazu geführt, «LowTech»-Gebäudetechnik neben «High Tech» den Vorzug zu geben. Im Vergleich wäre das etwa so, wie wenn in der Automobilindustrie Airbags wieder abgeschafft worden wären, nachdem etliche davon zum falschen Zeitpunkt geöffnet hätten… Interoperabilität als Zauberwort Interoperabilität bedeutet die Fähigkeit von Einrichtungen (z. B. Geräten), in

Systemen mit denen anderer Systeme eines Herstellers oder anderer Hersteller systemübergreifend zusammenzuarbeiten. Das Gerät steht für Automationseinrichtungen (z. B. Stationen) und Bedien- bzw. Managementeinrichtungen. Mehrere unterschiedliche, zusammenarbeitende Systeme nennt man auch integrierte Systeme. Die Integration geschieht durch Verwendung gemeinsamer Datenpunkte, aufeinander abgestimmte Funktionen und durch den Einsatz des geeigneten genormten Kommunikationsprotokolls an den Schnittstellen. Auch wenn Interoperabilität meistens in Verbindung mit Geräten unterschiedlicher Hersteller gewünscht wird, ist es natürlich auch denkbar, Interoperabilität bei Geräten eines Herstellers in seinem System zu betrachten. Beispielsweise wenn Geräte mehrerer Systemgenerationen von einem Herstellers in einem GA-System zusammenarbeiten. BACnet ermöglicht die Interoperabilität von Systemen/Einrichtungen verschiedener Hersteller, setzt aber keineswegs voraus, dass in einem Gebäude Einrichtungen unterschiedlicher Hersteller vorhanden sein müssen. BACnet hat zum Ziel, die Komponenten verschiedener Hersteller an ihren Schnittstellen kompatibel zu gestalten. Und dies so weit, dass sie, zu einem heterogenen System verbunden, ihre Datenpunkte und programmierten Funktionen gemeinsam nutzen können. Dabei müssen die Koppelpartner die internen Strukturen des jeweils anderen nicht kennen. Ein Hersteller, der seine GA-Einrichtung, z. B. eine Automationsstation, BACnet-fähig machen will, muss hierfür seine internen Gerätefunktionen nach aussen durch die BACnet-Kommunikationsobjekte (Objekttypen) repräsentie1 Mittlere und grosse Gebäude – im Bild das Multifunktionscenter Sihlcity in Zürich – benötigen eine umfassende Gebäudeautomation.

Elektrotechnik 10/08 | 29

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Elektrotechnik, Automation, Telematik, Gebäudetechnik

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