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ROMUALD P��BERGER LEBEN UND W I RKEN

ERSTER BAND

Inaugur aldisser t a tion zur Erlangung d es Dok torgr ades an der Geisteswissenscha f tlichen Fakultä t der Karl-Franzens - Universit ä t zu Gr az

vorgelegt von Helga Drusowi tsch Härz 1 9 7 8


VORWORT

Während der Anfangssemester meines Studiums stieß ich in

Im

verschiedenen Büchern auf den Namen Pater Romuald Pramberger . Jahre 1972 besichtigte ich das Benediktinerstift St. Lambrecht,

in dem Pramberger ja hrelang gelebt und gewirkt hatte. kundemuseum dieses

Im Volks­

Stiftes erwachte mein Interesse für die

Person seines Gründers.

Ich fragte Herrn Hans Frühwald, ob

iiber Pramberger irgen dwelche Arbeiten vorlägen.

Als er dies

verneinte und mir zugleich erste Hinweise auf Quellenmaterial gab,

faßte ich den Plan, Prambergers Leben un d Wirken zum Gegen­

stand einer Arbeit zu machen.

Herr Univ.

Prof. Dr. Oskar Moser

stimmte ohne Zögern zu un d versprach mir jede mögliche Hilfe, die er mir während der Arbeit immer wieder gewährte. Die nun vorliegende Arbeit konnte nur entstehen, weil mich alle Menschen, an die ich mich um Rat wandte, hilfreich unterstützten. Für die Beratung in wissenschaftlichen Fragen möchte ich dem Vorstand des

Graz,

Herrn Univ.

Institutes für Volkskunde an der Universität

Prof.

Dr.

Oskar Moser,

meine tiefe Dankbarkeit

Aussprechen. Die Unterstützung und Förderung,

die mir Seine Gnaden

der Hochwürdigste Abt Maximilian Aichern des Benediktinerstiftes St.

Lambrecht angedeihen ließ, war von Großzügigkeit, tiefem

Vertrauen und höchstem Interesse für die Sache gekennzeichnet. Ohne dieses Entgegenkommen hätte diese Arbeit nicht verfaßt wer den können. Frau Elisabeth Woisetschläger in Mautern,

Steiermark,

die Pramberger durch Jahrzeh nte bis zu seinem Tode betreute, vertraute mir liebenswürdigerweise Prambergers Typoskript "�rinnerungen" zur Auewertung an,

wodurch mir weitere Quellen

für meine Arbeit erschlossen wurden. besonderer Dank.

Dafür gilt ihr mein

Mein Kontakt zu ihr wurde durch Herrn Hans

�'rühwald hergestellt, dem ich dafür und für seine übrige Unterstützung meine Verbundenheit ausdrücken möchte.


-

2 -

Weiters ist es mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle folgenden Damen und Herren aufrichtig und herzlich für ihr Entgegenkommen zu danken . sung von Briefen,

Sie alle haben mir durch Uberlas­

Manuskripten,

Photos,

Zeitungsartikeln,

Tonbändern sowie durch wertvolle schriftliche und münd­ liche Mitteilungen und Hinweise geholfen, meine Arbeit zu vertiefen und zu vollenden .

Dr .

Anna Garnerith; Kustos I .

ner;

Dr .

geb .

Geramb;

Helene Grünnr Baden b . Wien; Kustos I .

Kl .

Erna Moser- Piffll Wien; gen;

Kl .

Oberregierungsrat Dr .

Friederike Herzog,

Elfriede Moser - Rath,

Dr.

St .

Doris Suttner,

Gießhübl b . Wien .

Kapitänr Melk;

und Chorleiter in St . Paul;

Dr.

Salzburg; Hed­

Larnbrecht; Margaretha Sillerr Pöchlarn;

Walter Böck1

St .

Göttin­

Liselotte Perkrnann; Museumsdi­

rektor Senatsrat Dr . Friederike Prodinqer, wig Ritzingerr

Elfriede Grab­

Gundl Holaubek - Lawatsch;

Dr .

Dr .

Dr .

Larnbrecht;

Helmut Eberhart,

Graz; Oberarchivrat Dr .

Rudolf Dermutz1 Kaufmann

Raimund Dielacher1

Stift

Institut für Volkskunder

Fritz Eheimr

NÖ Landesregierung;

Siegtried Eibensteiner, Weißkirchen in Steiermark; Pater Dr .

Alfred Focker

St .

Blasen bei St .

Univ .

Prof .

DDr.

Wien;

Larnbrecht; Hon .

K.

F . Hermann,

Bürgermeister von St . Kalcherr

Bauer,

Lambrecht;

vulgo Moar z'

Josef Klarnbauert ·gen ob Murau;

�ranz Gruber,

Neurnarkt;

Dipl .

Dr. Hanns Koren;

Ing .

Bürgermeister von

Prof .

Dr . Karl Haiding;

Salzburg; Nikolaus Höritzer, Franz Hutter1 Melk;

Lesach,

Bans

St . Blasen; Pfarrer

Pfarrer Theodor Kocherr St .

Heinrich Konopizky,

Johann Kranzeder,

pold Kretzenbacher; Pater Dr .

Linz;

Melk;

Univ .

Geor­

Univ . Prof .

Prof .

Dr .

Leo­

Edmund Kummer, Archivar des Stif­

tes Melk an der Donau; Karl Lebitsch, Gemeindebeamter in St . Larnbrecht; markt;

Dechant Engelbert Lechner,

Josef Leikaufr

Linkenseder; Machata1

Marein bei Neu­

Lambrecht; Pfarrvikar Wilfried

Mautern in Steiermark; Pfarrverweser Gerhard

Frojach;

Volkskultur;

St .

St .

Dr . Hubert Moserr

Leiter des Referates

Landesstudio Steiermark; Johann Moser,

Bauer,


-

vulgo Berger,

3 -

St. Lambrecht;

Hauptschul-Oberlehrer

Anton Narrath, Graz; Pater Erhard Pascher, und Archivar, Stift St. Paul;

Bibliothekar

Pater Benedikt Plank1

Lambrecht; Provinzarchivar P. Dr. Anton Pinsker S. Wien; Prof. Heinrich Pölzl1

Graz;

St. J.7

Johannes Schlacher,

Graz; Hauptschuldirektor Karl Schoder7 Pöchlarn; Mon­ signore Herbert Thomann7 Seckau;

Bischöfliches Ordinariat Graz­

Pfarrer Konrad Troppacher7 Mariahof;

Pfarrer Franz

Tropper, Weißkirchen; Pfarrer Josef Völkl7 Teufenbach; Oberschulrat Dir. i. R. Karl Wais1 Pöchlarn;

Direktor

des Steirischen Volkskundemuseums Dr. Sepp Walter; Pater Minister Josef Wamser7

Innsbruck;

Dr. Dieter

Weiß7 Assistent am Institut für Volkskunde7 Graz; Adolf Witzeling, brecht;

Kaufmann,

St. Blasen bei St. Lam -

Dr. Christian Wölfl7

Graz;

Univ.

Prof. Dr. Ri­

chard Wolfram.

Graz, im März 1978 Helga Drusowitsch


I N H A L T

E r s t e r

n

B a

d

VORWORT I.

E INLE ITUNG

II.

B IOGRAPH IE

7

A. Die Kindheit 1 1

1 . Die Eltern 2 . Unbeschwerte Kindheit

( 1 8 7 7 - 1 8 8 3)

3 . Zeit der ersten Entbehrungen

......

1 6

1 8 9 0)

24

(1 8 8 3 -

B. In der Mittelschule 1 . Im Untergyrnnasiurn ( 1 8 9 0 - 1 8 9 5 )

c.

.

.

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(1 89 5 - 1 8 9 9)

2 . Im Obergymnasium

. . .

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... .. .

.

34 46

Auf der Hochschule (1 8 9 9 -

1 . Das Noviziat

1 9 00)

............... ( 1 900 - 1 9 0 2 )

2 . Bei den Jesuiten in Innsbruck

57 67

3 . Klosterwanderung und Priesterseminar in Linz,

Eintritt in St.

4 . Studien in Rom,

77

( 1 90 2 )

Reise nach Sizilien

(1 902 -

Nordafrika

Paul

und

1 90 3 )

81

5 . In St. Paul und Eintritt in das Stift ( 1 903 - 1 90 4 )

St. Larnbrecht D.

Der Volksschriftsteller 1 . Politik und B체hnengr체ndung 2 . Das Romanjahr

( 1 907 -

(1 904 -

1 908)

1 9 0 6 ) ..

94

.............. 1 0 6

(1 908 -

3 . In der Nervenheilanstalt E.

88

1 909)

... 1 1 7

Werdegang des Volksforschers (1 9 1 0 -

1 . Entt채uschungen und Hindernisse 1 91 1 )

.

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2 . Der Graffels ammler

.

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(1 9 1 1

.

-

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1 9 1 2)

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1 25

......... 1 3 1

3 . Erste Kontakte zu Graz und Begegnung mit Gerarnb

(1 9 1 2 -

1 9 1 4)

4 . Ausbau des Museums

..................... 1 3 6

(1 9 1 3)

................ 1 4 0


- ·5 -

F. Aus der Zeit des Erst�n Weltkrieges 1.

Tätigkeit als Erntekommissär und Beginn des Volkskundewerkes

G.

(1 91 4 -

1 91 5)

2.

Die weiteren Kriegsjahre

3.

Kriegsende ................................

1 51 1 70

.

1 94

.

206

.

224

Aufstieg zur Meisterschaft 1.

Ausweitung der volkskundlichen Forschungen und Vergrößerung des Museums

( 1 9 1 9 - 1 920)

2.

Im Banne des Spiritismus

3.

Das Volksfest in St. Larnbrecht und seine Nachwirkungen

Z w e i t e r

H.

.. ...........

( 1 92 1 )

.

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..

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.......................

231

B a n d

Im Dienste der Volkskunde 1.

Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte mit Per­ sönlichkeiten des I n- und Auslandes 1 92 5)

2.

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2 59

Wirken in Kärnten und Heimatmuseum in Klagenfurt

3.

.

(1 92 2 -

( 1 92 2 - 1 92 5)

........... .. ............

Ausrichb ng bäuerlicher Feste, keit,

3 00

Vortragstätig­

Abfassung volkskundlicher Studien

(1 92 5 - 1 93 8 )

..............................

3 20

I. Im Dritten Reich 1.

Die Zeit der Machtübernahme

2.

Als Kuratbenefiziat in Pfannberg 1 94 3 )

( 1 93 8 )

.........

435

( 1 93 8 -

......................................

443

3 . Als Mitarbeiter beim Ahnenerbe in Salzburg und Existenzkampf der Nachkriegszeit 1 94 7 ) J.

( 1 94 3 -

......................................

4 69

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1.

Als Missar in Weitwörth, rungen

2.

( 1 94 7 - 1 9 5 6 )

Ehrenrente und Eh -

.......................

Letzte Jahre in Steiermark

(1 956 -

1 96 7 )

5 00 535


-

6 -

I I I. PRAMBERGERS BEDEUTUNG FUR D IE VOLKSKUNDE . . . . I V. V.

ZUSAMMENFASSUNG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

549 561

ANHANG A.

Abkürzungen

568

B.

Verzeichnis der benutzten Quellen . . . . . . . .

569

C.

Verzeichnis der Schriften von Pater Romuald Pramberger in chronologischer Reihe

D.

(in Auswahl)

1.

Veröffentlichte Arbeiten . . . . . . . . . . . . . .

571

2.

Unveröffentlichte Arbeiten . . . . . . . . . . . .

579

Verzeichnis der sonstigen benützten Liter atur . . . . . . ..

.

... . .. . . .

.

... .. . . . .. . .

.

584


I E INLE ITUNG

Der erste Schritt meiner Arbeit bestand darin,

mög­

lichst genaue und zahlreiche Informationen iiber Pramberqer einzuholen. Dabei stieß ich auf seine ''Rrinnerunqen", ein Werk aus achtzehn in Maschinschrift verfaßten Bänden, deren Umfang zwischen je 1 00 und 4 00 Seiten liegt.

Im Nachlaß

Prambergers, den das Stift St. Lambrecht im Archiv verwahrt, fand ich 7 3 Tagebücher, die Pramberger "Ein Mik­ rokosmos" benannt hat.

Bei Durchsicht dieses Materials

wurde ich von Zweifeln befallen,

ob eine Analyse von

Prarnbergers Persönlichkeit überhaupt zu brauchbaren Re­ sultaten führen würde.

Sein autobiographischer Nachlaß

erwies sich als eine bunte Mischung von präzisen,

wissen­

schaftlich wertvollen Berichten und Schilderungen von Alltagsereignissen aus seinem Privatleben. Bei weiterer suche nach Quellen stieß ich auf mehrere Dissertationen, die sich mit Uberlieferungen aus der Steiermark befassen

1

Diese Arbeiten stützen sich teilweise oder aroßteils auf Pram­ bergers Aufzeichnungen,

die in 4 5 handgeschriebenen Folianten

mit dem Titel "Volkskunde des oberen Mur- und Metnitztales, Mittel- und Oststeiermark,

Oberösterreich,

Salzburq" nie­

dergelegt und im Volkskundemuseum in Graz archiviert sind. Die Dissertationen waren für mich der Beweis, daß Pramberger auch in wissenschaftlichen Arbeiten Aufnahme gefunden hat.

Nachrufe auf Pramberger,

die ich verschie-

denen Tageszeitungen entnehmen konnte, zeigten mir,

daß

sich namhafte Vertreter der steirischen Volkskunde der Be­ deutung Prambergers für die Wissenschaft durchaus bewußt waren.

Die Niederschrift einer ausführlichen mehrteiligen

Rundfunksendung aus dem Jahre 1 971 obersteirische Volkskunde von P.

mit dem Titel "Eine 2 Romuald Pramberger"

und die dazugehörigen Tonbänder mit Interviews· von Ge­ währsleuten führten mir das breite Spektrum von Frarnhergers Sarnmeltätigkeit vor Augen.

1 2

siehe Verzeichnis der sonstigen benützten Literatur.

Freundlicherweise vom Leiter des Referates Volkskultur, Landesstudio Steiermark, Herrn Dr. Hubert Moser, zur Verfügung gestellt.


-

8 -

Es stellte sich mir also die Aufgabe,

von den Nach­

wirkungen Prarnbergers ausgehend, die Entwicklunq seiner Per­ sönlichkeit zurückzuverfolgen.

Dies erschien mir besonders

im Hinblick darauf als notwendig,

als in allen Arbeiten,

die sich auf Prarnbergers S ammelergebnisse stützen, eine fundierte Darstellung seiner Persönlichkeit fehlt. Im Laufe der intensiven Beschäftigung mit Prarnber­ gers autobiographischen Aufzeichnungen erkannte ich, daß sich das Bild, ist,

unter dem Prarnberger allgernein bekannt

als unhaltbar erweist.

über Prarnberger ist, Original, wesen.

Die vorherrschende Meinung

er sei ein robustes, urwüchsiges

ein lebensfroher,

unkomplizierter Mensch ge -

Wer ihn nur in einzelnen Lebensabschnitten gekannt

hat, mußte sich zwangsläufig ein anderes Bild von ihm ma­ chen,

als jemand,

erkannte,

der seinen ganzen Lebenslauf verfolgte.

Ich

daß ich Prarnberqer und somit meiner Aufgabe nur

gerecht würde,

wenn ich der Darstellung der Entwicklung

seiner Persönlichkeit und seines Wirkens genügend Raum gäbe.

Um Zugang zu Prarnbergers Persönlichkeit zu gewinnen,

versuchte ich,

den verschiedenen Stätten seines Wirkens

systematisch nachzugehen. auf,

Manche Orte suchte ich persönlich

zu anderen seiner Wirkungsstätten stellte ich brief­

liche Kontakte her.

Aus all diesen so gewonnenen Einzel­

daten ergab sich das Bild eines Lebens,

das von Anfang an

von Schwierigkeiten und Konflikten begleitet war.

Prarnber­

ger war von Kind an in eine B ahn gedrängt worden,

für die

er nie geschaffen war,

aus der er sich aber nie mehr hatte

vollständig befreien können. Leben und Werk sind bei Prarnberger untrennbar mit­ einander verbunden. einschätzen,

Man kann seine Bedeutung nur richtig

wenn man sein Leben und seine Entwicklung kennt.

Bei der Analyse seines "Mikrokosmos" und seiner "Erinnerungen" liegt die große Schwierigkeit darin, zwischen objektiver Wahr­ heit seiner Aussagen und subjektiver Färbung zu unterscheiden. Die vorliegende Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, Prambergers Leben so darzustellen, daß man nicht nur seine Biographie kennenlernt,

sondern sich auch der Bedeutung und

der zeitgemäßen Bedingtheiten seines Werkes bewußt wird.


- 9 -

Es soll versucht werden,

zu zeigen,

er zur Volkskunde beigetragen hat,

durch welche Leistunqen aber auch in welcher Hin­

sicht er nicht den Anforderungen eines Wissenschaftlers ent­ sprechen konnte . Pramberger war in eine Zeit hineinqestellt, in der sich die Volkskunde seit ihren Anfängen bereits kräftiq entfaltet, aber zugleich auch schon wieder verändert hatte . Das 1 9 .

Jahrhundert war von zwei Auffassungen gekenn­

zeichnet: von der romantischen Volkskunde, die auf das Mittel­ alter und das germanische Altertum zurückschaute,

und von ihrer

Gegenbewegung, die eine naturwissenschaftliche Einstellung h atte und gegenwartsbezogen war .

Zum Ende des 1 9 .

Jahrhunderts waren

erhebliche organisatorische Leistungen erbracht worden . gehören die Anstrengungen um die Sammlung von Liedern,

Dazu Bräuchen,

Sagen und Märchen,

die besonders von den Anregungen der Brüder 1 Grimm bestimmt waren • Zugleich entstanden die Vereine für Volkskunde und zahl­ reiche Museen .

Die wissenschaftlichen Gesellschaften hatten es

der Volkskunde ermöglicht, eigenständiq zu werden .

I hre Zeit­

schriften hatten die bereits bestehende Fachliteratur erfaßt und boten Informationen über mögliche Betrachtungs- und Arbeits2 weisen . I n der Österreichischen Volkskunde waren zum Teil an­ dere Ausgangsvoraussetzungen gegeben, die bis in das 1 8 . Jahr­ 3 hundert und in die Aufklärung zurückführen . Anregungen kamen hier aber auch aus anderen Wissenschaften wie Altertumskunde, Kunstgeschichte, dgl .

Literaturwissenschaften,

Anthropologie u .

Sie führten schon um 1 9 00 zu einer verstärkten Einbezie­

hung der Realien

(Hausbau,

Gerät)

und erweiterten so mit dem

Beginne der Heimatbewegung das volkskundliche I nteressenfeld beträchtlich. Vieles mündet daher nach dem 1 . Weltkrieg in eine verstärkte und zugleich umfassende Sarnrneltätiqkeit, deren Nie­ derschlag Ortsmuseen oder sogenannte Heimatmuseen waren.

1 2

siehe Günter Wiegelmann, Volkskunde,

Berlin 1 9 7 7 ,

s.

23 .

siehe I ngeborg Weber - Kellermann, Deutsche Volkskunde zwi­ schen Germanistik und Sozialwissenschaften, Stuttgart 1 9 69 . 3 siehe L. Schrnidt, Gesch . d . österr . Volksk . , Wien 1 9 5 1 , Kap. Empire und Zentralismus.


-

10 -

Zunächst set zte die Berufung des Grimmschülers Karl Weinhold an die Gra zer Universität im Jahre 1 8 5 2 für den späteren sogenannten "Grazer Kreis" wichtige Akzente.

Seine Schauspiel-,

Volkslied- und Volksschauspielforschung zeigte erstmals die hi­ storischen Verbindungen auf.

Seine Tätigkeit gab der S ammel­

freudigkeit des Alpenlandes in dieser germanistischen Richtung spürbare Impulse. Weinholds Gründung des "Vereins für Volkskunde" in Ber­ lin im Jahre 1 89 1

hat�e Michael Haberlandt angeregt,

1 89 4 den

"Verein für Österreichische Volkskunde" zu gründen und die "Zeit­ schrift für Österreichische Volkskunde"�beraos zug�be�. Die Vorlesungstätigkeit des Sachindogermanisten Rudolf Me­ ringer an der Gra zer Universität um 1 9 00 war schließlich für den Gra zer Kreis von großer Bedeutung, schöpfte doch Viktor von Ge­ rarnb aus dessen Wirken wesentliche Anregungen. In diesen Zeitraum fällt der Beginn von Prarnbergers Wirken .

Prarnberger war noch in den wissenschaftlichen Bestre­

bungen des ausgehenden 1 9 . ve rwu r zelt,

und beginnenden 2 0.

Jahrhunderts

was sich in seiner umfassenden nach Systematik

ringenden S arnrneltätigkeit zeigt . Da über R .

Prarnbergers Leben wenig in Dokumenten über­

liefert ist, und es auch kaum schriftliche Berichte von Gewährs­ leuten über ihn gibt, ist man in der Hauptsache auf seine eigenen Aufzeichnungen angewiesen, denen er seinen Original­ schriftwechsel mit verschiedenen Persönlichkeiten, darunter auch bedeutenden Wissenschaftlern, beigefügt hat.

und zahllose Zeitdokumente

Bei gründlicher Uberprüfung erweisen sich Frarn­

hergers Aufzeichnungen als verläßlich bei der Darstellung von Tatsachen, bei deren Bewertung aber als subjektiv.


I I. BIOGRAPHIE A. D i e 1. Di e

K

i n d h e 1 t

Eltern Di e Herkunft der Elt ern Pramberge ra i st durch Urkun d e n

belegbar . Die wertvollsten Hinweise zu ihrem Leb en swe g find en

f

sic h aber in Pramb ergers ei e nen Aufzeichnungen.

Im

n

T r a u u

g s b u c h

der St adt p f arre

P ö c h 1 a r n2

steht f o l gender Verme rk: "Copuliert al lhie r am 6 . Juny 1 876

O:rt, Namen und

St . Pech l arn , Nr .

11

dee Hau s e s:

St adt St eyr ,

Traue nder Pri e st er:

Johann Bapt .

B r aut l eute :

Herr Got t fri ed P ramb erger, bürgerl .

Nr.

Nr. 1 1 7 Hackl , Pfarrer

b e h au st er Kaufmann in der St adt Pech larn , e i n ehel .

Sohn d e s s e l . Johann Bapt .

P ramberger , gewe s enen S chul lehrer s z u Pötting i n Ob eröst erreich und d e s sen sel.

ux Josefa, ge b . Prauhinger, bde .

kat h . m it der Maria Gayrhofer im Di en st e bei Herrn Perz in St eyr , einer groß­ jähri gen Tochter d er noch l eb en den Jo s e fa Gayrhofer ,

kat h . Re l . , nun ver­

ehelich t e Gold b erger zu S chadendorf , Pfarre Wi eael burg , 1

Tom.:

V I I , Fo 1 . : 4 0 , R z • : 5 •

e i n e r geb. d e s ael .

2Das "Be c he l aren" d e s Nib el u ngenlie d e s, vermutl i c h d i e e r s t e Resid enz der Bab enb erger. Lt. Auskunft v. H. Ob erarchivrat Dr. Frit z Eh e i z , Nö Lan d e sreg.: "Im 'Hi st orischen Ort snamenbu c h von Niederöaterreich', Band 1 , Wien 1 96 4 , S. 1 99, Nr . B 3 24: Zitate v. 832-1 6 93 ' Pe c hl arn', 16 84 'Pöc hl aren'. Seit 1 8 5 0 , Re i c h s gem ein­ d ege s et z , 'Pöchl arn'. Die Ge i s t l i ch keit hie l t s ich nic ht immer an d i e ge s etzlich fe st gel e gt e S chr e i bweis e."


- 1 2 -

Joeef Gayrhofer ,

gewe s enen Häu s l e r s und

St einbrecher s zu Greinburg , Pf .

in Oberö s terreich u . der s e l . ux Elisabeth ,

Br äutigam• Braut&

Beis tände:

kat h . R .

k at h.

Karl Siller

geb . Brandstet t er .

5 9 Jahre

3 7 Jahre

Grein

Wit wer l e dig

bürgl . Bäckerm eist er allhie r , kat h . Ignaz Anderle

bürgl . Fleis chhau e rmeist er allhier, kath olis ch " .

Gottfried Pramberger ,

Sohn eine s Sch ulmeist ere in Pött ing 1 in Oberösterreic h u nd einer Sal z fert igert ocht er aus L aufen in

Oberöet erreioh , einer Urenkelin von Hammerherren , war z uer st für

den Beruf eine s Lehrers bestimmt , zum Handel s s t an d e durch ,

hil fe in Steyr , zuholen . " 2

"setzte jedoch seine Neigung

säumt e e s abe r nicht ,

al s Handel s ge­

das St udium der Rechtewi ssenschaft privat nach­

Den Vater be schreibt Pramberger im Sippenbuch ,

1 9 3 9 al s Kreissippenp fleger verfaßt e ,

das er

al s einen Mann mit ge­

pfl egtem Äußeren , der e s auch l iebt e , in einem gep flegt en Hau shal t z u leben .

Gutmütigkeit , gut er Wille und wenn e s um das Gut e ging , nach drüo klioh e t e Energie , waren die am meist en hervort re­ tenden Eigensch att en meine s Vat er s . Seine Be scheidenheit l ieaa e s nicht z u , sein loh hervor z u kehren ; seine Un­ eigennüt zigkeit hindert e ihn meist auch das z u verlangen , wozu er b erec h t igt war . 3 1 Brnst Newekloweky , Die Sohiffahrt und Flöß erei im Raume d er oberen Donau , 2 . Band , Lin z 1 9 5 4 , S . 1 4 9J " Al s Pertiger be­ zeic hnete man Schiffahrt e unt ernehm e r , vor allemjene , die im Auft rage d e r Landee herren al s Be sit z e r der Sal zbergwerke • • • das S al z z u Schiff verfrachteten . Sie waren al s o Fräoh t e r ( Schmell er s agt Spe ditor , S al z spe ditor) , wi e sie auch bei der Rheinsohiffahrt vorkamen . " 2Roauald Pramberger , Erinnerungen , Typ o s kript ; zitiert al s: E , Band- und Seiten z ahl {E I , S . 1 ) . 3 sipp�nbuch ,

S . 2 48 .

ab nun


- 13 -

Aue weiteren Schilderungen entnimmt man als Eigenschaf­ ten und Jäbigkeiten Rechtlichkeit, juridische Kenntnisse, die Befähigung, achwere Probleme zu l�sen, weswegen ihn Mitbürger für die Gemeinde zu interessieren suchten. Er war beteiligt an der Instandsetzung des Pechlarner Schulstipendiums, an der Gründung des Schulschwestern-Institutes, "er vermochte sogar die freigebigen Hände der Kaiserinwitwe Karolina Augusta hiefUr 1 zu· �ffnen." Pramberger achreibt seinem Vater eine "unpolitische Ein­ stellung" zu, doch später lesen wirs "· · · war liberaler B ürger, doch 'Deutacher durch und durch' Kurz, in jeder Beziehung 2 eine friedfertige, gerad� ehrliche Natur." • • •

Wenn auch nicht in dem Pormat, wie das meines Vaters, hat auch meiner Mutter Leben seine Geschichte, und dies muS umso mehr gewertet werden, da sie ja in ihrer Jugend vornehmlich sammelte, was sie mich dann als erste und beste Lehrerin in der Volkskunde, im Wissen um das Volks­ tum lehrte. MUtterlein ist als Enkelin einea Bauerngeschlechtes des Moatviertels, als Urenkelin und Nichte von Bauern­ ärztinnen, als Tochter eines Xleinhäuslers, als Tochter des Joaef Galtbarger und der noch nicht vermählten Joeefa Geyrhoter am 3. Jänner 1839 in Grain geboren. Ihre ersten Lebensjahre verbrach te sie unter der Obhut ihrer gewiß nicht b�sen StiefgroSmutter. Als nun ihre Eltern heirateten und in Ober Aschbach ihren eigenen kleinen Hauehalt gründeten, holte die Mutter Josefa ihr T�chterlein "Mariedl" von der StiefgroSmutter beim (1846). Und da nun im kleinen Häuschen und im großen Obstgart�n - verbrachte Mütterlein ihrer Kindheit zweiten Teil.' Mit 12 Jahren verlieS Mariedl die Schule. Sie wollte fort von daheim und trat am 31. Dezember 1855 als Küchenmagd beim Gemeindevorsteher und GroSbauern Schadauer in Wolfsbach in Diensten. Drei gr�Sere Unfälle, die sie dort erlitt, veranlaSten .sie, sich nach 3 Jahren um einen leichteren Posten umzusehen. Der Galtbarger Marie war darum zu tun, etwas Tüchtiges zu lernen, um dann auch einen besseren Posten, etwa in einer gr�Seren Stadt, 1Sippenbuch, S.250. 2 Ebd., S . 25 1 . ' Ebd., S.228.


-

antreten zu

14 -

können.

Bei Prau Stadtsekretär Koller in Waidboten a. d. Ybba lernte Marie Galtbarger bei 3 Gulden Monatelohn er:tekt kochen, weiSnähen und bügeln. Heiratsanträge lehnte eie ab, da sie damals vom Kloster­ leben schwärmte. "Der Wunsch, in einem Prauenkloster zu ater1 ben, verlieae sie das ganze Leben nicht." Marie Galtberger2 wandte eich später nach Steyr und trat eine Stelle im Kaufhaue P ramendcr:ter an. Mehrere Todeställe

in

der

Besitzerfamilie machten den Witwer Perz zum Erben dieses Kaufhauses. Marie verblieb auch, als Perz eich ein zweites Mal verehelichte, in seinen Diensten. 3 Dem Mikrokoemca , Band 1, He:tt 3, ist zu entnehmen, daß Prambergere

Vater, nachdem er wenig Preude an der Lateinschule in Linz ge funden hatte, zu ebendieaem Pramendor:ter nach Steyr in die Lehre kam, wo Marie Galtbarger durch tuntzehn Jahre Köchin

war

(1861 - 1876). 11AIIl 1. April 1837 wurde mein Vater freigesprochen und die nte nun bis 1859 als CommieJ daeelbet erhielt er monatlich 43 :tl Löhnung und 2 fl 30 kr Prühatücksgeld." Gottfried Pramberger ehelichte die Kautmannetochter Carolina Roaenmayer aus Pechlarn, die durch den Tod der Eltern in den Besitz

des Geschäftes gelangte. Aue dieser Ehe stammte der Stiefbruder Prambergera, Joee!, 1861 geboren, 1924 in Amerika gestorben. Das achwer erziehbare Kind wurde zu Perz nach Steyr in Quartier und Verpflegung gegeben. Marie Galtherger hatte ihre liebe Plage mit ihm. Das Sippenbuch berichtet weiters "Ihre aufs ä ußerste an­ gespannte Energie lieS den Buben nicht aufkommen und bändigte sein ungebärdiges

Wesen."

Bei jedem Besuch belohnte Vater

Gotttried die Köchin bei Pramendor:ter reichlich. 1

Sippenbuch, Kap.& Meine Mutter vor 1876.

2 In den

Urkunden wird der Name sowohl mit "d" als auch "t" geschrieben. 3 Romuald Prambergere Tagebuch (in 73 handschriftlich ver­ faßten Bänden), mit dem Untertitel "Ein Mikrokosmos", ab nun sitiert alsa Mikr, Band- und Seiten- oder He!tzahl.

mit


- 1 5 -

Ba mochte ihm freilich vo n A nfang an sch on das blau­ äugige hübeeh e Mädohen mit dem vollen bl onden Haar, deren Jl eii, Sittsamke it und freundlicher Ern st gefallen habenJ er mochte wohl Vergle ich e zwi schen Karolina und Mar ie, b esond ere i n d en letzten Jahren gez ogen und ob sei nes bitteren Lo oees geseufzt haben . 1875 starb Carolina Ro senmayer . Ia aoh i en, als ob Marie auf se i ne Werbung gewartet bättea kein junger Mann hatte Glück bei ihr - sie sah viel zu reif, auf de� unre ife Zeug; s i e hielt eich rei n und ta dellos, um dem hoffenden armen Witwer ale Ehemann allee zu geben • • • Sie bestrebt e eich, Gelerntes im Geschäfte zu Terti efen und durch G ed uld und L eutsel igkeit d i e Liebe d er Kundschaften zu erreichen und bald erfre ute eich das kleine Geschäft ("Gewölb" � e i nes Be s uches wie kaum vorher. Und Gottfried konnte s i ch, da er d i e meisten amtlichen Ge schäfte längst abgeschüttelt hatte, 1 geg e n Aben d eine s Spazierganges erfreu enJ nur Armenvater und Iirebenvater war er gebl ieben. Das Arme nhaue sah ihn fast täglich und er suchte in d em Häuschen beim lrie dhof zu lindern, wo es nur möglich war . 2 Im

Jahr nach der Eheschließung wurde ihr gemeinsamer

S ohn geboren .

1

Gottfri ed Pramberger war von 1 8 6 7- 1 870 Bürgermeister der Stadt Pöchlarn. Aue einer echri ftl . Mitt. v. Oberschulrat Karl Waie, PöchlarnJ nach ei nem Vermerk im Heimatbuch der Stadt Pöchlarn, 8. 1 0 6 . 2

Sippenbuch, S . 245.


-

15a -

Prambergers Geburtshaus


-

16 -

2 . Unbeaohwere t Kißdheit ( 1877- 1883)

1 Im G e b u r t s - u . Ta u f b u c h d er Stadtpfarre :Pö c h la r n steht folgender V e rmerk: ''Jahr, Monat u . Tag

1877, am 1 2 . April geboren u . getauft

der Geburt und Taufe: Namen d es Taufenden:

Pranz Wenzlu, Benefi z iat

Namen d es Getauften :

Juli us

Religi on:

kath olisch

Vaters

G ottfri ed Pramberger

P r a m b e r g e r

kath . Rel., bgl . Handelemann Maria, k . Rel . , Tochter der Jos efa

Mutter:

Geyrhof er, jetzt verehelicht e Gald­ berger, ehl . Tochter des Jos ef Geyrhof er, Klei nhäuslers i n Grei nburg, Ob . Öst . , u . der ux Eli a . , geb . Bran dstätter Orts

Stadt Nr . 1 1

Paten I

Johann Spannagl, Gasthausbe s itzer hier" .

Im Mikr 1, Heft 2 , weiß Pramberger sein Geburts datum auf besond ere Wei se zu deuten: "6 Siebener: Je mehr '7' ohne Rest die Geburts daten eines Mensch en si nd, desto bedeutaamer wir d s e i n Wirken s e i n .

1 T om.: VIII, Fol . s 174, R z . : 32.


-

h

l 7 4

t

=

18 7 7

1 2. Ap ri l

frü h ,

3

+ =

4

8

7 (I), 7

=

-

1

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17

-

1 877 ge b o r e n. =

7 (I I ) ,

7 ( IV) , 77

=

12.4.

7 (V) ,

=

1

+

2

+

4

=

7 (I I I ) ,

(VI ) . 11 1

11Mein hoch g e b il d et er Vat er , d e r auc h sehr musikal i s ch war und n ebst Orgel a u ch Klavi er , Vi oline , Brat sch e und Baß­ geige sp ielt e , war aber auch etwas ab er gläub i s c h und h i e lt viel auf A e t r o l o g i e . " 2 Er l i eß von Jo s eph Berger ein Horo skop fü r einen Sohn e r st elle n , das im Origi nal i m Fam i l i e nb u c h enthalt en i st . 1 877 Jahr unt er d e r R e ge nt s c h aft d er Sonne. Die Kind er d i es e s Jahres s in d h e i ßblüt i ge , jähz orni ge f e u ri ge Ge­ s c hö p fe. Der 12 . Apr i l st e h t unt er d em Ze i c he n d e s Wi d d er s . Ih r Ki nd wird rasch in s e inen Handl ungen sein und rast los in s e i n e n Han dlungen sein und rast l os i n s e inem Vor wärt s st reben , rast l o s fl e i ß i g . Sch on tritt am 12 . April d e r Mond in d ie N e u e über ; d a s b e d e utet , d aß Ihr Sohn e i ne erfi nd eri s c he Nat ur sein wird und was e r s ich vornimmt , wi rd e r auch vo llend en; d a s verspri cht der Donner st ag , in d em e r geb oren i st .

Pramberge rs Vat er zählt e s c h on 6 0 Jahr e , al s s e i n Sohn Jul i u s zur Welt kam , und aus Mut t ers Erzählungen wei ß Pram­ berger in s e in e n Eri nn erungen z u b e ri cht ens Die He b am m e Kr itzel l e gt e mich

(2 Kilo 40 Deka schwer ) erst en Bade heraus vor dem Vater auf eine n Ses s e l hin und t rat zur Mut t er . Er nahm mich an und s agt e: ' I st wohl e i n wi n z iger Bub , ab er er kann gro ß werden.' Dann n e st e l t e e r i n s e i ne r Roc kt ateh e h e r um , ent nahm d em s e l b e n eine n P s alt e rro s e nkranz' und wi c k elt e i hn um aus d em

1

Brockhau s' C onversat i ons=L exikon . Dre i z ehnt e vo ll s t ä nd i g umgearb e it et e Auflage , 1886 , Vi e r z ehnt e r Ban d , S . 789 f: "Si e b en , eine i m hohen Al t ert um b e i d e n Ägypt ern , H e b räern und Gri ec h e n h e i lige Zahl, gal t al s Symb o l der Voll endung und V ol lkomm e nh e it , indem s i e d ie drei u nd vi er , al s zwei i n i hr er Art voll komme ne Z ahl e n (im Raum ans ch aubar al s Triangel u nd Quadrat ) i n s i c h ver­ e i nigt • • • " Johann Heinr i c h Zedl er , Gro s s e s Vol l s t ändige s Unive r s al ­ L e xikon , 1962 , Sp . 9 78s " · · · al s o hab e auc h d i e s i e b e nde Zahl di e Deut ung d e r Voll komme nh eit , d er Beharrl ichke it , d e r Menge und V i e l f ä l t i gk e it • • • " 2 EI,

3

S. 1.

Bro ckhaus' C o nver sat i ons=Lex ikon , a.a . o. , S . 370' "Psal t er (grch . ) • • • Im M i t t e l al t er h i e ß P. der l ange R o s enkr an z , d en d i e Nonnen e i ni ger Or d e n führt en • • • "


-

18 -

mich h erum. An di e sem h i e ng eine Benediktemedaille J war d as eine Vor bedeutung für meine Zukunft ?1 Pramberger konnt e bi s z um Tode seine s Vat ers eine ge­

borgene Kin d heit in wahrhaft l änd licher I dylle verbringen .

In den Kindert agen Prambergers gab e s noch wenig I nd u st r ie.

Di e Bewohner der Städt e waren m eist Gewerbet reibende .

Die

arbeite nde Bevöl kerung set z t e ei c h vornehmlich au s l andwirt­ sc haftlic hen Arbei tern und Angestel l t en der Sch i ffahrt und

anderer Verkeh rseinrich' .. u ngen zu sammen.

In eine m bürgerlich-bäuerlichen Milie u im Kaufmanns haus

P e c hl arn Nr .

2 11 war man um das Kleinkind b e s orgt.

Au s der Er innerung der Mut t er weiß Pramberger ,

daß ihm

als "Zut zel " t ä glich etwa 20 Stü c k hand t el l er gro ße Linne n­

fetzerl dient en , welche die Mut t er t äglich wus c h und mit Semmel­ brösel , Kümmel , J ohannisbr ot und Zuckerkandel füllt e .

" Al s die Zähne kommen wol l t en , hängte Vat er mir ein

Bo ckshörn dl ( J ohanni sbrot) an ei nem Schnürch e n um und i c h nagt e

anst at t a n der Fei genwurz el , ' ben."

d i e spät er die Är zt e vorsch rie­

In seiner " Kit tel zeit " und " der Zeit der er sten S chnell­

feuerho s e ,

an

d e r hinten eine Fahne s t ec kte " ,

Juliu s al s Sp i e l z e ug eine Puppe au s Hol z ,

Häus c hen und Bäumchen aus Hol z .

d i ente dem kleinen

Spanschachtel n ,

Die Sp i el ge fährten waren di e Nachbar skinder , die

Jahre äl t ere S i l l er Maridi ,

um

drei

d es Bäckerm e i st ere Töcht erl ein und

die Anderl e Annerl, To cht er d e s Fle iec hhauerm eist ers . als d as

Dem Buben gal t " Koche nsp i e l e n u n d das Pupp e nsp i el mehr Spiel m i t höl zernen P f erdch en ,

oder Zinnsol dat e n . 114

g e s chweige denn mit H o l z­

Außer den l'wlä.rchen d e s Vat ers und d e r Mut t er " an freund­ 5 lich en Erzähl eraben den " , bereich e rten die Geschichten des

1 2

E I,

Heut e s Regensburgerst raße 2

3E 4

5

f.

S. 1

I,

S . 3.

1 5.

Ebd. ,

S.

Ebd . ,

S. 7 .


-

19

-

Pferdeknechtes Kroi ss d i e Phantasi e d e s Kinde s ebens o wie die abenteuerlichen Erlebnis s e d e s Bäckerburschen Gottlieb, der im­ mer

wied er e inen Wandertrieb in s ich spürte und eich des öfteren

"auf d er 'falz" befund en hatte . Scheu und Bewund erung empfa nd d er kleine Knabe für Johanna

Schaden , "die al t e Guetlin", d eren Mann August (Gu stl) , ein Fähr­ mann, "al l e s versoff und s o di e s e Leute i n bitteres Elend

stürzte. " 1 Die Not zwang si e , in der Jugen d Erl erntes anzuwend en, um

sich auf die s e We i se w e it erzuhelfen . Sie schämte sich d e s

Einlegerw e sens . Sie war e ine vi el gesuchte Bauernärztin und praktizier­ te au s einem ur alten abgegriffen en handge schri ebenen Arz­ neibuch . Dieselbe kannte viel erl ei Kräuter und ging i n d er schönen Jahresz e i t Kräuter, Pilze und Be eren samme ln . Sie bere itete aus Wurzen und Kräutern Salben, die s i e auch i n Apotheken verkaufte, sott aus Be eren Salben, für d i e si e auch ihr e Käuf er hatte und fand für fri sche und vernünfti g getrocknete Pi lze reichliche Abnehmer . Außer­ d em v er stand sie sich aufs Besenbinden und K orbflechten. Und s i e baute Weihnachtskrippen wunderschön auf • • • Ich betrachtete si e al s eine Geheimnisvolle, die mit Gei stern zu tun habe, stand auch mit unter in ihrer Arm enwohnung und lieS m ir Ge sch ichten erzählen . "2 Au s der Zeit, da d i e Mädchen noch auf den Ra senfl ecken

vor d en Häuser n ihre Reigen spi el ten , eri nnert sich Pramberger versch ieden er Kinderre ime wie "Supperl soll t i kocha, hob koan So lz, hob koan Schmolz,

e' Heferl is m a broc ha" . "Derber waren di e Reime, di e i ch damals von ten Buben l ernte, z . B . ' Sog Wogn stong! Bi st mitn Vota kl ogn gonga . - Sog 3 Eisnstong! Bi st mit dem Vota sch • • • • . n Auch "Auszähl sprücherl " notierte Pramberger aus die ser Zeit: "Ini ano o / kaf ma d' nani o/ zizibe zizibe/ trink trank

t ro/

rote

Hosen/ b l aue Strümp f/ p fu i d er Teixl/ dortn sti nktel

I und no an Mon".

1

E I,

2 Eb d

3 Ebd.

S. 16. ,

S. 1 6 •


-

"1

-

1 3,

20 -

ich geh nach W e izen,

und "Spie lsprüch erl ",

z. B.

":Mariechen saß auf einem St ein

o der ein l6.äroh e n in Dau erspr uchform:

"Mein Vat er is a Schuast er,

du gehst nach Korn • • • •"

" D e r W e g zum Himme l " :

der mocht mar a poar Schuah,

ih in Himmi auffigeh n kann. Wia ih aufi kom, to d •

• •

• • "

"1

daß

begegnt ma da

Sehr beeind ruckt be richt e t Pramberger in seinen "Erin­ 2 nerungen" über e in Erl ebnis als vierjähriger Knabe. kast e n,

Auf der Kommode im Wohnzimmer des Ha uses stand ein Gl as­

dessen Glasfenst er versp er rbar waren und gl eichze it ig 3 die Schubladen der Kommode mit abspe rrt en. Das ''Cheasengel d"

von Josef und Ha.nsi4,

Wachskerzen,

der Psal t er,

die Wachsstöcke und Flechtwerk e aus feinen

ein Kreuznagel ,

e in Corpora.le 5 , R ose nkränze,

darunt er

silb ernes Eßbest eck und unt erschiedlich e s Piligran

inte ressiert e n den Kleinen nicht

mehr. Nur eine ro t e gedrechselt e

"verbot en e D o se" übt e st arke Anziehung auf ihn aus.

In einem u nbewacht en Augenbl ick gelang es dem n e u gierigen

Kleinen an di ese heranzukommen.

Sie l ie ss sich leicht a ufdre hen und drinnen fand ich ein St ücklein e ines darmähnlichen Gebildes mit einer Spagat achnur zusammen gebunden und in ein St. Annenbild eingewickelt . I ch war e nt t äuscht und wol l t e den Knopf l ös e n, vielleich t ent d eckte ich dann was Bedeut endes. Da war ich neuerdings entt äuscht . Ich ließ D ose, Lade, Glasschrank, wie sie waren1 zurück und l ief mit meiner Ent deckung in die Küch e. ·�ut t e r, was ist denn das ? 1E I, 2E I,

3

S. l 5. S. 9

f.

Romuald Pramberger, Obermurta l e r Volksl eben. Ins z. d.dt. u. ö. Alp e nv e reins, Bd. 5 / 1 923, S. 1 : " Daheim nun schi ebt die 4 Patin dem Kinde das 'Greßengeld' (wohl Chrisamgel d, m eist eine Silbermünze) in die 'Pat schen' (Wick elband) und läßt in das 'Greßenbad' (in das erst e Bad nach der Tauf e) für d ie H ebamme auch eine Silbermünze fallen." und

am

4 Prambergers Brüderch en, 6 . Oktober 1 878 st arb.

5

das am 25. Juli 1 878 gebo r en wurde

Der G roße Br ockhaus, 1 958, S .73 1 : "(lat .) das, geweiht es Leintuch , au f dem während der Messe Host i e und Kel ch ruhen . Auch im evang. Sakrament sgot t e sdienst vielfach in G ebrauch. _


- 21 -

Ich hab es aufge macht , e s ist dennoch nic h t s weiter e s drinnen.' So s agt e ich zur Mutt er. Die riß mir das darm­ ähnliche Ding aus der Hand und war e s in den Herd. S ine Schul digkeit h att e e s get an.

1

Pramberger beschreibt anseblieBend die übergroße Freude

der ln tern .

Vie l spät er e rlangte ich das Geheimnis der Nabelschnur, sowohl durch Leut e in der St eiermark a l s auch durch meine Kousine Pepi: Wenn das Kind zur W e l t gekommen , und die Nabel schnur abgebunden nach eine r Weile abfie l , knot et e man das kleine St ücker! zusammen un d h o b e s auf. Wenn das lind herangewach s e n , et wa 10 Jahr e al t war, gab man diese abgeb undene und verknot et e Nabelachnur dem Kinde in die Hand. Hat t e dies k ein Int ere s s e , so wird das W e s e n auch int eres s e l o s d urch die W e l t g e h en , kalt und gemüt l o s. Wil l e s den Knot en bezw. die Schnur auf16se n , jedoch bringt es dass e l b e nicht zuw ege , so wird es kein besonderes Geis t e s kin d durch s Leben bl eiben , rech t schwach im Kopf , gering in den Unt er nehmungen , löst e e s aber Kn ot en und Schnur auf , so wird e s geweckt , geistig hervorragend , und je früh er , desto g e istiger wird da s Kind. 'Ihm ist der Knopf sch on aufgegangen'. St olz weis t Pramberger auf seine kindlic h e Wißbegier hin.

Sch on

188 1

ko nnt e er in zwei auf dem Dachboden en t ­

dec kt en Büchern seine e rst en L eseversuche mache n. Es war en dies

"Gemisch Gemaach " u nd "Huy und Pfuy der W e l t " von Abraham a

Sanet a Clara.

Beide aus 1 7 09 ungemein reich mit Kupferstichen ausge­ stat t e t , deren erste s zwar für eine Kinde s s e e l e wege n der Teufelsbilder und - ge sehicht en, die zur Nach t zeit un­ ruhig macht en , was di e Mut t er' 'Fraise l n' nannt e , wenig paBt e , dafür das Huy und Pfuy für mein Les enl e rnen ganz vo rzügliche Dienst e l eis t et e. War e n doch linksseitig ein Kupferstich (Die Sonn , Der Kri eg , D e r M orgen e t c ) und rech t s auaser einem Gedie ht in Hexamet ern a uc h der Titel d e s bet reffenden Kupferstich es. Und daraus l ernt e ich mit Vat ers Hilfe l esen. 2 Der k leine Bub s et zt e e s durc h ,

1 881

daß er s c h on im Jahre

mit einer eigenen Schult afel die Änderle Annerl in die

Privatmädch enschule der Schul s ch we st er n begleit e n durft e , es

ja noc h keinen Kindergart en gab.

1

E I,

2

Ebd. ,

S. 9 f.

S.6.

da


- 22 -

S o wuchs der " kloaboanlerte" Knabe zum Sch ulb u be n he ran,

" nicht klein,

aber schmal,

1

Buben lange Hosen. "

und t rug zum Unt erschied der anderen

Zum Eint rit t in die Knabenvolkssc hule schreibt Pramberger:

Mein Vater set zte mich in die e rste Bank unweit von der Tür, um beim Verlassen des Lehrzimmer s das Drängen für sein zart es Söhnc hen und das Gest oßen- und Geb oxt werden zu ver­ hüt e n. 2 Die e rst en Wochen des Sch ulbesu ches bezeichnet Pramberger

als " reinst e Ferien in der Schulbank" und widmet e diese Zeit vor­ nehmlich der Beobacht ung seiner Schulkameraden.

" loh b racht e eine 3 herrliche Not enskala in meiner Sc hulnachricht heim. " Diesen Erfolg belohnt e der Vat er mit einer Ferienreise

zur Großt ant e nach Klamm bei Grein,

die weit um als t ücht ige

Volkeärztin u nd "Wendterin" bekannt war.

Diese Familie brachte eine beso ndere Eignung für Arznei­ kunde mit sic h, Abbet en 4, Wenden5 , Zahnziehen mit Schlüssel und Terapeut ik LTherapeut i!7, besonders mit Salben und Te g waren ural t e Uberlie!er ung des Geyrhofschen Geschlec ht es. ,

2

EI, S.19. Ebd. ,

s. 1 5 .

3Ebd. 4HDA, Berlin und Leipzig 1927 , Sp. 121 abbeten. A. kann man eine Krankheit, die man als F olge des Anwünschens und der Hexerei oder als durch G eist er hervo r gerufen bet rachtet , da­ durch , daß man ZaubersprUche und Gebet e darüber spricht . Der Aus­ dru ck ist weit verbreit e t . Auch der Ausdruck Verbet en kommt vor. S. Krankheit , Gebet , Zauberformel. 5 Riohard Beit l , Wb. d. dt . Vk., St utt gart 195 5 , zweit e Aufla gea "Wenden, in Oberöeterr. Bez. des Besprechens von Krank­ heiten. " Ders. , s. 90s "besprechen. Die dem Wuns c h u. Wort innewoh­ n ende Kraft äußert sic h in Zaubersprüc hen, in Beschwörungen, am überwält igendst en aber in dem noc h heute über das ganze dt . Sprach­ gebiet fast Ort für Ort verbreit et en. B . von Krankheit en der Men­ schen u nd Tiere. Oft ist das Sprechen von Worten un d Segen beglei­ t et von bestimmter Handl ung , wie Umfahren mit dem Finger, Hand­ auflegen , St reich eh , Blasen usw • • • "

6 EI,

S. 1.


- 23 -

Die F ahrt, die von d er Dampfschiffstation Pöc h larn langsam stromaufwärts ging, war für den kl e i n en Schul j ungen e i n großart i ge s Erle bnis - waren doch " di e Sandbänke verhäng­ ni svol l , dass e i n Matro se vorn am Spi t z de s Sch if f e s mit e i nem St ab hinab ins Was ser fuhr, um zu erme s s en , wi e tie f die Fahrrinne des Sch iffes war." 1 Was gab e s da nicht all es zu b e obac h ten ! 2 in der Enge, im gefürcht eten Strudel , wo das Was ser wild rausch t e, d e r Kapitän schos s, e i n Mat rose e i ne gros s e Fahne schwenkt e, um herabfahren d e Fahrzeuge aufmerksam zu machen im Mas c hinenraum, von wo aus d i e groseen Schaufelräder b e t ri eben wurden . 3 • • •

• • •

Doch schon rüc kt e die Zeit näher, i n der Prambergers Vat er " nicht mehr der fri s ch e Mann " war, der den Kl einen gern auf sein Knie nahm, i hn schaukelte und ihm s c hö ne Ge s ch i ch t en er zählt e . Manc h schwerer Seufzer ent fuhr i hm . Da m o c hten außer unhe iml ichen Schmerzen im Unt erl e i b auch b ö s e Vorahnungen ihn gequält haben . Als um 1881 e s ärger ward, l i e s s er einen Spe zial isten aus Wi en kommen. Aber all di e s e Hei l­ küns t l er konnt en i hm Erleicht erungen, do ch keine H e ilung versch affen.4

1 E I , S. 7 1 . 2 Ernst Newekl owsky, D i e Sch i ffahrt und Fl ößerei i m Raume der o beren Donau , Linz 1 9 5 2 , 1 . Band, S . 349: " Struden und Wir b el waren eins t der Schrec ken der Sch i ffl eute. An d i e s e r Stel l e hatt e d e r St romgott s einen Sitz, d em s e i t der ält e st en Zeit Op f er ge­ bracht wurden. �n behi elt die Opf e r auch in christl i ch e r Z eit bei , nur änd ert e man Form und Zwec k . " 3EI, S.1 7. 4

Eb d , S 1 g f. •


- 24 -

Im Oktober 1 98 3 starb Gottfried Prambe rger .

Das S t e r b e b u c h 1 a r n vermerkt s

1

der

P f a r r e

G r o ß p e c h -

1 7 . October um 1 /2 4 Uhr nachm . 10 Uhr v orm . am 2 0 . Oct ober,

" Jahr, Monat u . T ag des Sterbens s der Beerd i gung:

1 883 ,

Name des einsegn e nden Pri esters•

Herr Jakob Bre it enbaum er Pfarrer zu St . Georgen in Oberö sterreich Mühl Vi ertl

Ver storbene s

Got tfri ed Pramberger Bürger und Kaufmann in Pech larn

Wohnort s

St . Pechlarn Nr . 1 1 vereheli cht, kat h . 67 Jahr Im h ie rpfarrl ichen Gott esacker Laut Besch auzett el s dat . 18. Oct . an Gedärmbrande " .

Alter s Ort der Beerdi gung s Krankheit und Todesart:

am

3. Zei t der ersten �nt behrungen (1 883 - 1 890) Der 2 2 j ährige St i efb ruder Josef, der b i sher in L inz i n e i nem Großhande l ehaus beschäftigt gewesen war, übernahm das Kauf­ mannsgeschäft, " das s t ark ver sc h ul dete Haus aber sollte meiner 2 Mi.ut ter und mir zufalle n . " Den Sti efbruder beschreib t Pramberger i n seinen E I, S . 20 f, al s einen mit Spi eßbürgerstol ze Behafteten , der in töri chter Überhebl i c h keit über Pöchlarn " de n Stab brach " und die d ort igen Kaufleute als '' Pfefferet ö s sel 11 bezeichnet e, s i ch als Herr i m Hause fühlte un d s e i ne r Stie fmutter Vorschri fte n machen wollte . Ei ne vorläufige Lö sung wurde d adurch h e rbeigeführt, daß Mari e Pramberger mit ihrem s ec h s j ährigen Söhnch e n aus der Privat­ wohnung im Parterre auezog und die Wohnung der gekündigt en �ietspartei im 1. St ock bezog . 1

T om . s VI, Fol . s 1 2 8, Rz . : 87.

2

E I, S . 2 0.


- 25 -

Nachdem J os e f anfange das G eschäft nach hint en binaus

vergröiert und es "mit polierten Käst e n und Läden neu einge­

richt et hatte" ,

konnt e sein "unbeständiger G e ist " doch n1.1r kurze

Zeit lre1.1de daran finden , 1.1nd das Geschäft l a g übe r viele Z e it ­

räl.lme hinweg in den Händen der Stiefmut t er.

Er erschi e n da nur am Abend , um Kasse zu machen 1.1nd räuat e einfach die Geldlade aus , ja l ieS nicht einmal so viel drinnen , daß die Mut t e r am nächsten Tag den erst en Kundschaften 'herausgeben' konnte. 1

Der kleine Knabe bewundert e das große Talent für Technik

an seinem großen St iefbr u der , wenn diese r kleine Hammerwerke ,

Mühlen mit Transmiesionen und Mahlkast en , maschine ,

spät e r auch eine Dam�f­

an die er e ine kleine Stampf ansch l oß ,

ttLich t umst rahlt en

bau t e.

Inseln gl eich waren die Reisen , welche

kUt t er lein mit mir an schönen leier t agen machte " ,

die auf den

Kleine n nicht n ur als Nat urerle bnisse großen Eindruck machten,

sondern auf den en er sich b ei V erwandt en auch " wieder ordent l ich anessen" konnte. Auf diesen Reisen fiel Prambe rger schon die

ander e Art der Kind erreime fremder G e ge nden auf u n d er hielt sie in

einem,

von Josef geschenkten , alt en Notizbuch fest.

" Erst e Orgien der Wißb egier" feiert e Prambe rger am

das Josef in gro ßen Bündel n vom Buchbinder Wiek

Makul at u rpapier ,

zum Einpacken d er Waren im Geschäft o der zum Unt erheizen bringen

lieS.

Unter dem Makulat urpapier kam mir auch das Vor wor t t das der Kaiseresohn , der Kronprinz Rudolf , für das Werk 'Ust err. ung. �narchie' geschrieben hat t e u nt er , und ich fand in die sen prächt igen interessant en Randl eist en des erst en Bandes einen R eigentanz abgebild et , der dem Spiel mit meinen Nach­ bareleindem ähnlich sah. Ich zeigt e den Prospekt dem Lehrer. Erst als ich ihn wieder holt fragt e , ob der Kr o nprinz üb er die Tänze u nd Sprüche im ersten Buche schreib en werde , sagt e er1 'Freilich' , der wohl vo n dem We rte dieses Werke s nicht viel mehr verstand , als ich als Bub. Von n un an dacht e ich mirs 'Da werde ich al le Reimereien der Kinder aufschr eiben. Vielleicht kanns der Kronprinz gebrauchen'. 11 2 Im Jahre

1 886 wurde das G emüt des Knab en h e ftigst durch

die Kunde err e gt ,

1E

I,

daß eine Räuberbande in der Ge gend von Föchlarn

S. 21.

2 Ebd. , S . 2 7 .


- 26 -

ihr Unwe s en tre ib e . Man habe Lei chen von ermordeten Dienst mädchen gefunde n . Mit Schaudern verfolgte der verängst igte Bub im Pöchlarn er Jahrmarkt das Auftauchen e ine s bunt geklei deten Manne s , d er eine 1 ri e s i ge " l?ablatschen" aufstellte , auf der e i ne Reihe geme.l t er B il der ersc hienen , Szene n aus dem Leben d e s Räuberhauptmanne s " · · · and sang , von e inem We ib m i t einer Laut e begleitet , i n e i n­ tö ni ger , fast mitlei dhe i schender Stimme d i e Moritaterei de s Mas. n2 s enmo. r d ere • • •

Ale bedeut sam e s Ere i gnis emp fand der j ung e Pramberger e i n e n Au s fl ug d er Feuerwehr im Juli d e s Jahre s 1886 , den er mit s e i ne m Sti e fbruder unt ernehmen durft e t und der ihn über d i e D onau i n d e n Zi egelbachgraben führte . " Me i n Brud er nahm auch daran teil al s e i n Chargi ert er und b e sti eg mit den Verei nsmitgl ie dern den Mut zen 3 . Die Prand­ etetter- und Fankhauserkind er b e st i egen einen Zill en 4 , und i c h s ch l o ß m i ch ihnen an . " 5 Auf e i nem Rastplat z " j austen " di e Ver eins­ mitgl i ed er und d i e Kind er aus " Mit gebrachtem " . Dazwi schen wurde gesungen , auch e i n " L i e d kommers st i e g " und j e d er mußte e i n " Sc hnadahüpfl " s i ngen . " Auch Jos e f . Er san g: ' Dort drobn auf dem Bergerl / Dort pemp ern zwo a Schmi e d 6 d e r oan i b oc ht Kropf a/ Der ondre fri ßt mit ' . " 1

Wal t er Steinhauwer , Slawi sche s im Wienerischen , Wi en 196 2 , S . 1 5 8 ( 6 1 2 ) 1 " · · · t sche c h . pavlac . In Altwi en verstand m an unt er e iner ' Pawl atsc hen ' oder ' Pablat schen ' auch eine ei nfache Bühne für Volks sänger und Volks schaus p i el er , d i e o ft nur aus ei nigen auf Fäs s ern ruhenden Brett e rn b e stand . Di ese Vorstel lung. l i e gt dem heutigen Namen ' Pawl at schent heat er ' zugrund e . Sonst ist das Wort im 2 0 . Jhd . zur B e z e ichnung eine s zerbrochenen Fahrz euge s o d er Gerätes abgesunk en . " 2

E I , S.28.

3 • 4 Ernst Newekl owsky , Di e Sch iffahrt und Fl öß erei im Raume d er oberen Donau , Linz 19 5 2 , 1 . Band , S . 378: " Als Fahr zeuge d er U b e r f u h r e n d i e nt en i n früherer Z e i t Waid zillen z um Oberführen von Personen und Mut zen zur Beförderung von Wagen und Ti eren " . 5E I, S . 26 .

6

Ebd . ,

S. 26 .


- 27

-

Past t ri umphierend beri cht et Pramberger über s e i n erst e s Auft ret en in d er Ö ffentlichkeit , al s auch e r s einen erst en improvi s i e rt en Vi e r z e i l er hinauss c hmet t ert e s "Dort drobn auf dem Bergerl/ Do st eht a Trum Kuah/ Di e mocht , wann der Wind geht/ den Ar sch auf und zua . " 1 Als Pöchl arn erfundenen Li kören und Dro gen des S t i e f­ bruders kein Int ere sse entgegenbracht e , ver st ieg eich Jos e f in den Gl auben , i n Ameri ka s e in Glück fi nde n z u kö nne n . End e Juni 1 887 rei st e er nach Amerika ab , wo er 1 9 24 völlig verarmt st arb . Die Auesi cht auf Marken aus Amerika vermit t elt e Pram­ b erger d i e Freund schaft des jüng st en Sohn e s d e s Buchbinders Wie k . Er durft e i n d e n großen Haufen d e s Makulat urpapiers wü hl e n . Dabei konnt e e r sich über die großen Re i s e n b e rühmt er Forsch er wi e Li v i ng st o ne inform i eren und b e schloß natürl ic h , Afri ka­ forsch er z u werden . Juli us wurde von sei ner Mutt e r s ehr streng gehalt en . Sie überwacht e s orgfäl t i g den Umgang i hr e s Sohne s und b e stimm t e d i e Auswahl s einer Spi el ge fährt en . Trot zdem nahm e n Bub enst reiche ihren Anfang , von denen manch er den Jungen in arge körperl iche oder seelische Nöt e ver s et zt e , und für di e er von der kutt er die " Quitt ung auf d e n Hi nt ern " b e kam . Um Ost ern 1 887 musst e i ch über Wunsch meiner Mutt er über Auft rag d e s Kat ech et en die unverst andenen Mi­ niatri ergebet e l ernen und m i ni st ri eren geh en . Als Unt er­ m ini st rant m u sst e ich Gl ut vom Pfarrho f h olen . Das war etwas bitt eres . Denn der Pfarrer hielt im Hof davor Trudhühner . Un d der Tr udhahn konnte di e rot e Farbe nicht l ei den . Ich aber hat t e einen rot en Kit t el an . Und rich­ t ig , al s i ch einmal ( am We i ss en So nnt ag- Er st komm uni ont ag ) aus dem Pfarrhof mit der Glut trat , schritt der Hahn au f mich z u . Ich aber wi chst e d e m zudri ngl i c h en d i e Gl ut­ pfann e derart Um d en Schädel , dass die Funken nur sprüht en und der Hahn wie ersch lagen we gt o rgge lt e . Bei d e r ersten Kommunion nun , welche der alt e Pfarrer s pendet e , dac ht e i ch s Lieber Herr Pfarrer , wenn d u wUsst e st , das s ich dir h e ut e den T rudhahn erschlagen hab . --­ Nach d em Kommunionamt e wurden wir Erst kommunikant en i n d en Pfarrhof geführt . Dort sah i c h den T rudhahn herum­ spazi eren . Ei n St ein f i el mir vom Herzen . " 2 und

1 2

E I,

Eb d . ,

S . 27. S. 29 .


- 28 -

Das Ministrieren t rug nicht viel ein,

�ut t er b e t racht et e es als eine große Ehre, lich e o nahe zu sein. "

doch Pramb ergers

" d e m Heiland t äg­

Die Messen des Katech et en wurden nicht ver güt e t ,

Messen d e a Pfarre rs mit

zwei Kreuzern honoriert .

di e

" So ech liech

eich a uch hier Fal schheit u nd G ewinnsucht e in. " Tausch händel wurden oft nich t

e �ngehalt en und es kam mit unt er zu wil d en

Auseinandersetz ungen.

I

Ich griff nach dem M essbuch, er liese es nicht aus d er Hand. Da packt e Herr Ge org Perndl, mein Kat e ch e t und Preis­ richt er, mich b e im G e nick, riss die Sakrist eitür auf und warf aich hinaus. Das war mir zu dumm. Ich e rhob mich, wein e n d und vol l Wut schrie ich ihm z u ; ' So mich sobme is e e ns aussi. Und ich hab ni e in d en Minist rant en­ kast en einigachisse n ' - - - Das war ein furchtbar zünd end es Wor t . Denn die Minist rant en, fünf an d er Zah l, wurden einer nach d e m andern vorgenomm en. Sie besch uld igt en einander, nur keine r mich. Auf das hin wurd en al l e Mini­ st rant e n e nt lassen. " 1 Der Versch lag unt er der Orat ori um s stie ge,

in d em di e

Mi n i st rant e n ihr e Gewänd er aufgehängt hat t en u n d wo es nich t ' gerade einl ad end roch, verschwand. Als " gern g eübt es Unt ernehmen" bez eichne t Pra.mberger

das Läut e n d er Kirch englocken,

beso nders dann,

wenn die Bub en

sich anläilich vo n Be gräbnisse n obe n bei d en G l ocke n aufhie lt en . Waren die R e d en d er Buben dort al l es eher als G ebet e, so musst e je d er mit dem B l e ist ift o d er mit d em T asch en­ me sser in e in Herz die eigenen un d die Anfangsb uchst abe n s eine r ' Al t e n ' an e in e n d er Balke n schreiben o der ein­ schneid e n. W e n sollt e d enn ich schreiben. Ohn e übe rlegen schrieb ich R. P. A. A. hin. Es war �ine Art Liebeskomm e rs d er Lä ut erbub en .2 Prambergers Mutt er hat t e n un im Kau fmannslade n kein e

Arbeit mehr,

d a die Frau d es Päch t ers Karl Kell er au c h im von

J os e f verpacht et en Geschäft e mit hal f. Si e konnt e sich dah er ganz d er Erzi ehu ng ihres Sohnes widmen.

Um mich mehr in der Han d z u behalt en, ging m eine Mutt er häufig aus, bald z um Grünst aidl in Röhrapoint , bal d nach Rarl anden z um Hagenau er, bald nach Krumnussbaum zum Rie­ senh ub e r u . a., am häu figst en wohl zum Dorn in Ornding. 1E I,

2

Eb d.,

S. 3 2 . S . 39 .


-

29

-

Und dabei erkannt e ich d i e Ähnli chkeit der Bauernhö f e . Alle hat t en den M i sthof in der Mit t e , auf der einen Sei t e war das Wohnhau s , ihm zur Rech t en der S t adl , zur Linken der Vi ehat all , ihm gegenüber waren Schweine und Hühne r , Pferde unt ergebracht . Es waren F e st ungen , wel che man le t zt l i ch Vi erkanthöfe nannt e . 1 Di e Schul e b er ei t et e Prambe rger ke i nerl e i Schwi erigkeit en . Der Kat al og d er 2 . Klasse Volks schul e Groß Pö chlarn , S ch ul j ahr 1 886 , wei st aus : Kat al og Nr . 3 3 P r a m b e r g e r Jose f , geb . 1 1 . 4 . 1 87 7 in Pö chlarn . Anfang d e s Schulbe such e s 1 . 4 . 1 88 3 . Elt ern s Vat er ge st . Mutt er & Pramber ge r Maria , Kaufmanns­ witwe , St adt Pöchlarn Nr . 1 1 . Gut er Sch ulb esuch , keine längeren Erkrankungen , Not e n s von 1 0 Gegenst änden 6 mit der Not e 2 , 4 mit der Not e 3 . Sch ul j ahr 1 887 . Aus zug aus d em Kat alog der 3 . Kl . Volksschul e mit m eh re­ ren Abt e i l ung e n . Von 1 2 Gegenst ände � 3 mit 1 , 8 mit 2 , 1 m it 3 ( T urnen ) . Gut er Schulbe such . Für seine pri vat e Weit erb i ldung s or gt e der Bildungs­ hungri ge s elb st , über das Makulat urpap ie r , durch " Bl i c k e " ins Lehrmittel zimmer , o d er er holt e von Dachböd en Verwandt er alt e Kal ender und Zeit schr ift en wie den " Hausfreund" o d er den " Wanderer11 • Entl i ehene Büche r schri eb er o ft t agelang ab . Ei n Lehrbuch d er Wel t ge s ch i cht e erwe c kt e s e i n Int ere s s e für d i e Ge schicht e se ine s Ge burt sort e s . Die weit ere Fre i zeit verbrachte Pramberge r nun s c h on m i t ne u gewonnen en Spi elkameraden . B al d fan d ich mich im Schl o s sgart en beim Re i c hebner e i n und ging mit i hm Fischerl fangen . Das führt e dann zum Kopp enst echen 3 mit e iner Spe i s egab el unt er d en St e i nen der Donau , das mi ch der Kramplhub e r Franzl l ehrt e . 1E

I,

S. 33.

2Mit freundl i ch er Genehm i gung d e s derzeit igen Haupt schul­ direkt ors Karl Sch oder , Pöchlarn , von Ob e rschulrat Direktor i . R . Karl Wai s , Ku st o s d e s Pö chlarner H eimat mus e ums , üb ersandt . 3Mi tt . v . Herrn Walt e r Böc k , Kap it än d er Donau Damp f s chi f f­ fahrt s-Ge sell schaft , wohnhaft i n Mel k : 11 Koppen , auch kl eine Grundel n genannt , ung e fähr e i n e H andspanne lang , mit mächt i g em Kopf und schl ank em Kö rper , d i e ne n al s Köd er für Raubfi sche . Buben b e s s ert en mit dem Verkauf di e s er Fi sche ihr karge s Tasch enge l d auf . " 4

E I , S . 37 f .


- 30 -

Di e s e r Franzl war d er Sohn e i ne s Sch i f fm e i s t er s 1 und b e s a � e i ne n e i ge n e n Kahn .

W enn e r d a s tägl i c h e M i t t a ge s s e n d e n " T o c h ert ar b ei t er n " 2

ü b e r d i e Donau g e f ü h rt hatt e , d urf t e J u l i u s d e s ö f t er e n m i t ibm

un d n o c h e i n p aar K am e r a d e n s t romabwärt s nach Go s A am o der

Eb e r s do rf fah re n .

" Do rt t ol l t en wi r he rum , b i s wi r d en K e t t e n d amp f e r 3 l an gsam he ra u f komm en s ah e n , d e r i n d e r Re gel b e i d e n P o n t on s anh i el t . Den Damp f er b e s t i e ge n wi r , h i e l t en uns i n e i n em Eck sch ö n b rav , b i s wi r in P ö c hl ar n wi e d e r a u s - 4 s t e i ge n u nd un s e r angehängt e s Sch i ffl e i n ab hän gen k o n nt en . Di e ver s c h i e d en e n Jah re s z e i t en n ü t z t e n d i e Ki nd e r z um

" lü p e c k en •• 5 i n d e r O s t e rz e i t o d e r z um " Anmäuerln " 6

-

um d i e

we n i ge n K r eu z e r , d i e s i e e ic h fü r Bo t e n gänge v er d i enen k onnt e n . 1 Er n s t N e we k l ows ky , �i e Sch i ffahrt und Fl ö ß er e i im Haume ob eren Do n a u , 2 . Band , L i n z 1 9 5 2 , 5 . 1 3 2 : " Di e s e Sch i f fme i st e r t re t e n uns w i e s ch on erwähn t , bi s i n B 1 7 . J ah rhund e rt gewö h nl i ch unt er d e m � ame n Sch i f fm ann e n tgegen , wä h rend i hr e Ange s t el l t en Sc h i f fkne ch t e h e i ß en . Er s t i m 1 7 . Jahrhund ert bürgert s i c h a l l ­ gem e i n di e B e z e i c h n ung Sch i ffm e i st er fü r d i e Unt e r n ehmer e i n , wä hre nd ihr e An ge s t el l t en al lmäh l i c h a l s Sc h i ffm a nn , Sch i ffle u t e un s e n tg e ge n t r e t en , wen n auch d i e Be z e i c hnung �ch i f fkne ch t e n oc h l an ge n i c h t v e r sc hwand . " der

2Be z e i ch n ung f ü r :

"Die

Arb ei t e r j e ns e i t s d e r K üche " .

3Nach d e r fu it t . v . K api tän W . Böck : "K e t t e n d amp f e r od er K e t t e n s c hi ffe waren s e it en radget r ie b en e ( Sc h aufe lrä d e r ) Sch i f f e . :U i e e ige n e Kr a f t war s t ro mau fwärt s z u s c hwach . Z u r Erh ö h ung d e r L e i A t ung un d z ur b e s s e r e n U b e rwind u ng d er St romh i n d e rn i A s e (Ge­ f äl l e ) , wu r d e i n der Ber gfah rt e i n e a u f d e m St ro m gr un d e l i egen d e K e t t e au fge nomme n , vom Bug a u s ü b e r e i ne d ampfge t r ie b e n e H a sp el o d er W i nd e ge z o g P- n . Di e l o s e K e t t e wu rd e üb e r d a s H e ck wi e d e r a u f d e n St rom g ru n d ve r s e nkt . " 4E

I , S . 33 .

5Mi t t . v . H e i n r i c h K o n o p i z ky , M e l k : "In d e r r e c h t en H a n d h i e l t e i n Bub z w i s c h en Daum e n und r e c h t em Z e i ge f i nge r e i n � i und l i e ß e i n e n s ch m a l e n Spalt fre i . w e r n un ei n en Kr eu z e r i n d i e s en Spalt t ra f und w e s s e n K r e u z e r i m Ei s t e c k e n b l i e b , hat t e Kreu z e r u n d � i gewo n ne n . ' ' 6 De r s . : " i i n Grü berl a n e i n er � a u e r wurd e m i t K ug e l n ( ; .. [J.["Ut � l n ) anvi s i e r t I I •


- 31

-

" Al s d i e Kuger l z e i t k am , da fanden wir , s o lange e s drau a e en schmut zi g war , am Hahn s c he iben Gefal l e n , spät er im 1 Frei en am Grübel sche i b en . " Roßkast ani en d i e nt e n ihnen z um 2 " P e c kelsehe i ben " au f Ki e swegen zwischen den Gart enbeet en . Mari di , die Naehbaret ocht er , hat t e von der Comt e s s e Gret e Wurmbrand e i n Mari onett ent heat er b e komm e n . Damit spiel­ t en d i e Kind er Kasp erltheat er od er führt e n Volks schauspiel e , z . B . 1 " Genovefa" auf . " Zur Weihnacht s z e i t st e l l t en wir e in Weihn ach t e sp i el d ar , und we i l uns ein paar Fi guren f ehlt en , s o zeichne t e i c h auf Re st en vo n Kart onpap i e r " 3 Gefal l en fanden die Ki nd er auch am Theat erspielen in Verkl e i d ungen . Im Sommer badet en si e i n der Erlaf . " An ei nem Münd ungs­ arm der Erl af war e i ne Sandbank mit vi e l L et t en . 4 Dort be­ schm i ert en wir uns , raucht en Wi e den ( Wald rebenst engel ) was zwar arg brandt e . " 5 Der k l e i ne J u l i u e verfügt e üb er e i ne laut e St imme , d i e er auf d i e s t arke Aus b i l d ung d e s Kehlkopf e s zurückführt e . Mi t d i eser konnt e er den bre i t en Donauet ram überschrei e n . Ein Sch i ffmann l ehrt e ihn das " Uuua " schreien , das , j e nach d er Situat i on 1 " Au fp as sen ! Kommt herüber ! Be e i lt Euch I " bedeu t en soll te . • • •

Und wenn kein Schi ffkne cht herüb en war und e i n Pas sagi e r hinüber fahren woll t e , s o benüt zt e man mich d e s ö ft eren zum Hinübe rrufen . Und von e i nem vornehmen fremden He rrn , der mit s e i n er Familie herüben wart et e , bekam i c h für das 1E

I , S . 36 .

2 Mitt . v . Herrn H . Konopi zky : Pe c ke l s c h eiben " Bö c keln und Spannen " . �i t e iner Kugel mußt e man e i ne zwe i t e t reffen . Wenn ni c ht get roffen wurde , mußt e der Ab st and i n Hand spannen gemes s en und so d ie Re ihenfolge d er Si e ger e rmitt elt werden . =

3E I , S . 3 5 .

4 Herders N e u e s Volksl exikon , Freib ur g i m Bre i sgau 1 9 74 , S . 5 4 9 1 "Let t e n m . p la s t . bunt er T on . " 5

E I , S . 37 .


-

32

-

Hinüberrufen Uuua einen Gul d en zett el .

1

Lag der Sch i ffmeist ers sohn krank danieder , durft e Julius " für d i e .Arbeit er j ensei t s von der Küch e " in ei nem großen Korb in Franzl e Boot " Xanthippe " das Es sen tu.hren und in e inem zwei­ t e n Korb das l eere Ge schirr z urückhole n . Da m uSt e i ch natürl i c h e i n groß e s Stüc k längs d e s linken Ufers ( bi s zu e inem Ring ) hinau ffahren . Der Hund 2 zog den Kahn hinauf , ich st i e ß mit einem Hagl ( Gr i e sbei l ) vom Ufer weg . Dann nahm der Hund wi eder an der Spi t z e d e s Sch i nakel s Plat z und i ch fuhr zweirudernd z urück b i s z um Sandrie gel , rast et e dort und d ann um d e n selben herum wi eder z um ' Verschl acht ' 3 zurück . Als der j unge Framb erger e i nmal einen Ert rinkenden aus der Do nau ret t en konnt e , und er " außer ei ner mündlic hen Bel obung noch eine Me daille ( e in Hoc h ze it sbild des Kronprin z e n ) vor der 4 versammelt en Kinderschar erhi elt " wurd e er auch ein paar T age darau f vom Apot heker Prandt st e tt er zu einer Jau s e eingeladen . Nun hat t e ich immer vor d i e sem s eh r gel ehrt au ss ehenden Manne e i nen gro ssen Re spekt , d er d urch d i e versch i ed e nen aromat i sc hen Gerüche s e in er Apotheke nur noch verstärkt wurde . Jet zt kam ich i n heili ger Scheu der Ei nl adung nach . Der Vat er war zum Unt ersch i e d von seinen unart i gen Kind ern ein sehr ac ht barer Mann und führt e mi c h i n das Spe i s e z immer , l i eas mi ch auf e inem we i c h en St uhl e Plat z nehm en un d f ragt e mi c h um diese Held ent at auf d er Do nau genauer aus . 1 Dt . Wb . v . Jac . u . Wi lh . Grimm , S . 1 06 9 s " guldenzett el , m. , ein gul den p apiergeld . W . Hof fmann wb . d . d . spr . 2 , 7 1 8 : ( mi t wort en s o sparsam , al s ob ) j e des e inen gul denzett el ko st e . M . v . Ebner-Eschenbach ges . sehr . ( 1 89 3 ) 5 , 1 46 ; wenn e r d a einer p e r s on mit s e i ne gulden z et t el n d ' augen verpi cken wil l , so i s das natUrl ieb Anz engrube r ges . w . ( 1 890 ) 1 0 , 1 4 9 ; verei n zelt al s n . , s da i st ein ei nspänni g e s guldenzett el . aber wenn die not h l e i denden wi e der zu geld kommen , so musz e s mir erset zt wer­ d en A . Bäuerl e kom . t h eat er ( 1 820 ) 2 , 3 3 ; auch 5 , 8 1 . " 2 Heut e würd e man " Bo ot shaken" s agen . Er i st spit z und wurde von den Fl ö ße rn z um Flößen d er Baum st ämme verwendet . 3»itt . v . Kapitän W . Bö ck s " Versch lac ht , wohl von ver schla­ gen t veracbli c ht en ; auch B ' s c hlacht oder G ' schlacht , e i n Uferbe­ l ag , ein mit St ei nen besch ichteter T e i l des Ufers . " 4 E I , S . 39 . • • •


-

33

-

Dann gab s S c h o k o l a d e , z u d em au c h v om Hofe d i e Bu b en h e r e i n k am e n . N ach d e r s e l b e n fragt e e r m i ch gönnerhaft , was i c h e i n­ mal werde n wol l e . Ich s agt e gan z o f f e n , ' Nat urforsc h er i n Afri ka ' . ' 0 , m e i n J ul i us , d a m u s s t du z u e r s t v i el st u d i e r en ' , e r­ widert e e r . ' Zu e r st noch im Gymnas i um , dann mus s t du eng­ l i s ch o d e r s p an i s ch l er n e n , spät e r e i ne N e ge r sp rac h e , z um Be i sp i e l von d en Ka f f e r n . Dan n m u s st d u auch sch au en un d samm e ln l e rnen , das s d i r n i c h t s e nt gehe . Vor al l e m m us s t d u geaund s e in , d a s s du d i e St rapat z e n a u s hält st , u nv e rwü s t ­ l i ch ge s un d ' • " 1 Der Vol k s s chül e r Prambe rger w u ß t e n u n , Pre i s

d aß er

um

j eden

st udi e re n wol l t e .

�t t er l e i n war d e s Unt e rn e hm en s , w e l ch e m i c h d urch d i e­ s en Wun s ch z u st re bt e , vo l l b ewu s s t . Nur n ahm s i e e i ch v o r , di ese N e i gung ge nau zu ü b e rprü f e n , ob v i e l l e i c ht d i e ser Wun s c h n i cht s an d e r s s e i al s e i n e Ä u s e e r un g des augen b l i c k­ l i c h a u f f l amm e nd en St r oh f e ue rs , d a s k e i n e n l angen Be st and 2 hat . Und n o ch e i nm al mü s s e n wi r P r am b e r ge r s el b st l a s s en ,

um e rm e s s e n z u können ,

sp r e c h en

wi e g e r n e er s t u d i eren wol l t e .

Da fuhr En d e J u n i o d er An fangs J u l i 1 890 m e i n e Mut t er wi e d e r nac h Me l k und i ch m i t i hr . Und da j us t oben i m St i ft e e i n e G l o c k e l äut e t e , s o gi n g s i e h i naus in di e he rrl i c h e Bar oc k e t i ft s k ir c h e . Wir t rat en e i n . Vorn b e i m Hoc halt ar s t and e i n Pri e s t e r i m M e s s e ornat e , d i e Orgel t ö nt e p i an o und vo m Sänge rchore h e r ab t ö nt e h imml i s c h s ch ö n e i n d e u t s c h e s Komm un i o nl i e d . Mut t er s et z t e s i c h i n e i n e n Kirch e n st uhl , i ch b l i e b n e b e nb e i s t e h en un d s ah , wi e a u s h i nt e r e n Bänken j u nge Männer und Knab e n , d i e Hän d e g e f alt e t , z um T i s c h d e s H e rrn vor g i ng e n . Di e s e r Auge nbl i c k ü b e rwält i gt e m i c h . Mit t i e f st er S ehn­ s uc ht s agt e i c h z u r M ut t er : • JY1ut t e r , b i t t e , ich möcht e 3 s t u d i e r en ' • Der Kr e u zwe g d e r M ut t e r b e gann . D e r V ormun d , d er G e n darm 4 S p annagl , war d ag e ge n , " d i e N ac h b ar n h i e l t en bei uns e r e r No t 5 d i e Ge l ds äc k e f e s t v e r s c h l o e s e n . "

1E

S. 43.

I,

2 Eb d .

,

s. 44.

3 Eb d .

,

S. 44.

4

1 9 00 Bürgerme i s t er v . Pö c h l arn J o h a nn Span n agl , v . 1 8 76 ( He imat b uc h d er St adt Pö c h l arn , S . 1 6 4 ) . Er st arb al s Ga s t h au s- un d R e al i t ät e nb e s i t z er i n Erl auf und P ö c h l arn un d al s " Ehr enbür ger '.ro n St adt Pö c hl ar n " ( a u s der Part e v . 8 . O c t ober 1 9 0 1 e r s i c ht l i c h ) . 5

-

E I,

S . 4 4.


-

B. 1.

Im

I

n

d e r

M

i t t e

34

1

-

s c h u 1 e

( 1 99 0 - 1 899 )

Untergym nas ium ( 1 89 0 - 189 5 )

Obwohl d er j unge Pramberge r schon e i n i ge Mal e m i t s e i ne r 1 �ut t e r Mel k , das " •e d e l i k ke '' d e s N ibel ungenl i e de s , b e s u c h t hat t e ersc h i en ihm d o ch aa. 1 5 . Sept ember 1 89 0 all e s ne u . Get re u d er �hnung d e s Apot h e k e r s Pran dat ett er nahm er all e s mit wi ßbegi e r igen A u g e n auf . Prau Ko zell aus Pö c h l arn , d i e �ut t e r d e s Pat e r Gabri e l , war Pramb erge rs Mut t er Füh reri n , Fürspr echerin und Hilf e b e i d er Erl e d i gung al l er Fo rmal i tät en . Der Be s u c h der Präp aranda b l ieb d em angeh enden P ennäle r e r s p art , da er d i e sch r i ft l i c h e Au fnahme prüfung s o glän z e n d be­ st and , d a ß e s e i ner münd l i chen ni cht mehr bedurft e . Sch u l ge l d­ b e frei ung , al s o e i n Frei p l at z , ko st en l os e Bei st el lun� d er Schul­ 2 büc her , v i e r T age fre i e r �it t agst i sch in d er " 0ffi zier" wurden e rwi r kt . Um e i n e Legi t imat i on fü r halben Fahrpre i s b emüh t e s i c h d ie Betr ieb skanzl ei am Bahnhof . " Vo n d a a b kost et e j e d e Fahrt hin u n d zurüc k n u r z e hn Kreuze r , das mach t e im Monat 2 fl 6 0 kr . " Damals s or gt en in d e r �arkt gem e inde Me lk rund 1 5 Ko sthäuser fü r Schül er d e s St i ft sgymnas i um s , " d eren Elt ern nicht i n d er Lage ware n , i hnen d i e � Zi e h ung i n Int ernat en , z . B . im Konvikt , zu b i e t e n . " 3 Si e unt e r s c h ie den s ic h i n vornehme Kost hä u s er , d i e haupt­ s ä c hl i ch Söhne v o n Ad e l i gen b eh erbergt en , u n d solch e , d er en Herb ergsmü t t e r a u s e i n fach e n Fam i l i e n st ammt en . ,

1 Sc h r i ft t um : Ignaz Ke i b l inge r , Ge sch i c h t e d e s B e ne d i kt i ner­ s t i ft e s Jde 1 k , I . 1 9 5 1 Ed u ard Kat s ch t hal e r , Me lk , 1 9 05 , m i t au sführ l i ch em Qu e l l e n - und L it erat urver zei c hni s . Ö st errei chi sch e K un st t opograph i e I I I . 1 909 . Wi lhelm Sc hi e r , Das Be n ed i kt in e rst i ft Me lk , 1 92 9 . Der s . , Ne u e st er Führer von Mel k , 1 9 5 2 . Prid . Kla uner , Die K i rch e von St i ft ruel k , 2 . Aufl . , W i e n 1 9 4 8 . 2Das verballhornt e Wort für " of f i c i n a " . •

3 He i nr i c h Ko nopi zky , Au s d er " gu t e n , alt en Ze i t " . I n : t�i t t e i l unge n e h emal i g e r lne lker St u d e nt e n , Heft 1 2 4/De z emb er 1 q 1 0 .


-

Ko no p i z k y d as d e r al s

s c h i l d e rt

35

-

d a s h art e Leben d er St u d ent en und

" Ko s t s c hacht e l n "

g e s c hmäht en u n d s c h l i e ß l i c h d o c h m i t

f r e u nd l i c h e r Eri nn e r u n g b e d ankt e n s t e l l v e rt r et e n d en Müt t e r . " Es war k e i n e ' gu t e , alt e Z e i t � wo d i e l e rnb e g i e r i �e J u gend m i t k arg e m G e l d n ac h s c h u b von z u Hau s e , o ft n ur a l s Sel bst e r halt e r d u rch N a c h h i l f e s t und e n i n d en Ko s t h ä u s ern ihren Unt erh alt fa n d e n , i h ren Unt erhalt b e i Fra u e n , für d i e e s d am al s no c h n i c h t d i e s o z i al e Für s orge gab , wi e h e ut e . Die grö ß t e s o z i al e T at d e r Z e i t v o r d em Er st e n W e l t kr i e g v o l l brac h t e wo h l das St i ft s e l b s t . Al s Gr o ß grundb e s i t z e r • • • war das St i ft i n d e r Lage , i n gro ß zügi ger We i s e ' s o z i al e H i l f e ' i n gan z gr o ß em Maß e arm e n St u d e nt e n zu l e i st e n . Fü r Me i erhö f e , Ä c k e r und Gärt e n war dama l s an H i l f s arb e i t e rn k e i n Wange l . Au c h n i c ht an Kü c h e n p e r s o nal . Wi e h ät t en s o n s t Während d e s Sc hul j ahre s t ägl i c h 5 0 b i s 60 Ext erni s t en in d e r ' Of f i z i e r ' i h r e n r e i ch l i c h e n M i t t agst i s c h f i n d e n k ö nnen ? "

Mi t gro ß e n Erwart unge n , Bere it s ch aft ,

gut em Wi l l e n ,

S e h n s u c ht u n d Da nkb ar k e i t i m He r z e n b e gann Pram­

b e rger s e i n humani s t i sch e s St u d i um .

Doch s c h o n i n d i e s e r Z e i t

b e gannen s i c h Be gl e i t um s t ä n d e ab z u z e i c h n en , h i n d ur ch

für ihn be s t i mm e n d s e i n s o l l t en .

a u s d er Gem e i n s ch a ft

d i e s e i n gan z e s L e b en

Bal d fühlt e e r s i c h

s e i ne r e i g e n e n Pö c h l ar n e r St u d i e n kam e r a d en

au s g e st o ß e n und fragt e s i c h , Kl e i d un g ,

ehrl i c h er i nn e r er

ob d i e Ur e a e h e i n s e i n e r b e s ch e i d e n e n

s e inem Ä u ß e r e n o d e r i m M an gel a n e i ne m " Von- T i t e r l ''

zu

suchen sei .

Vo n d e r Ko s t f ra u He r z a fühlt e e r s i c h s c h l e c h t er b eh an d e l t al s d i e an dere n : " We n n i c h a u c h al s e r st e r v o n d er Sch ule nach m i t t ags i ns Ko st haus k am , i c h war d z u l et z t m it d em s o ge n annt en Ka f f e e b e d i e nt i n e i n er z e r sp rungen e n S c h al e , während d e r Präp aran d i s t F an khau s er und d e r Pr annt st e t t e r Ge s c h i rrk aff e e erhi e l t e n . I c h war n i c ht b l i nd und sah , d a ß d i e Al t e den anderen d e n Kaf f e e d u rch s e i c h t e , m i r d en Ka f f e e s u d unge s i eb t gab . " �ut t e r Pramb e rge r s o rgt e dafür , h a u e ve rl i e ß und

d a ß i hr Sohn d i e s e s Ko s t ­

i n s Ha u e d e s Gol d arb e i t er s L a z i n a kam ,

w o i hm

fr e u n d l i c h e Behan d l un g b e i ge r i ng e r e r Be zahl ung z ut e i l wu r d e . Bal d s t e l l t e

e i c h a u c h h erau s ,

d a ß d i e Bahnfahrt e n

P ö c b l arn u n d Me l k fü r d e n J u ng e n m e i st p e i nl i c h war e n ,

zwi s c h e P

d a er d en

Bo s h e i t e n u n d St i c h e l e i e n d e r grö ß e r e n Bub e n a u sge s e t zt wa r . t i e f e r em pfand e r d en Fr i e d e n d e s Ort e s , Quäl e re i e n s i ch e r war .

we n n e r v o n d i e s en

Um s o


- 36 -

" • • • u n d e s e r z e u gt e j e d e sm al e i n e z u fr i e d e n e , f ö rm l i c h di cht e r i e c h e St i mmung , we nn i c h d a , o hne e i n Z u e amm e nkonm e n m i t d en Quälge i st e rn z u b e fürcht e n , unt e r d e m Av e g e l ä ut a d e r Markt - und d e r grö ß eren St i ft e gl o c ke n z um Me l k e r B ahnhJf g i ng . "

An e i n e m N i k o l a u s ab en d gelang e s i hm

d u rch

ge zi el t e St ei nwUr f e z u v e rt r e i b en und

drast i sc he Ma ß nahme

für e in i g e Z e i t R e sp e kt

j e d oc h ,

s e i ne Pa i n i g er

s i c h d ur c h d i e sa z u v e rsch a f f e n .

Z u Pramb erge rs haupt s ä c h l i c h s t e n Ge s e l l s c h aft e r n z ä hlt en al s o i mmer n o c h s e i n e gern b e re it , m i t

e h emal i gen V o l k s s c h u l k am e rad e n .

Di e s e waren

i hm S c hm e t t e rl i ng e u nd Kä f er zu s amme l n ,

Au e n Bl um e n z u p flüc k e n ,

in d e n

s i e s orgfält i g zwi s ch e n F i l t r i erpap i e r

zu pr e s s e n o d e r a us Raupen Nach t falt er und S ch wärmer z u zücht e n . S i e st iMmt en a u c h b e ge i st e rt

zu ,

Karn i k e l

z u e r s t e h en

und

deren

J unge au f d e m Dach b o d e n st und e n l an g zu b e o b ac h t en . S e h r z u s ch af f e n mac h t e d em P e nnäl er e i n e al t e Üb er li e f e ru ng , näm l i c h d i e e rb i t t e r t e Fe i nd s c h a ft

zwi s c h e n d en V o l k s s c hü l ern u nd

d e n ü b e r zi eml i c h e Kör p e rkrä ft e v er füg e nd e n L ehrb ub e n d e s Mar kt e e e i n e r s e i t s und

d en U nt e rgymnas i a st e n an d e r s e i t s .

Ge gen d e n Em p fang von " B o s h e i t sb r i e f e rl n " k o nnt e b e rger n ur dadu r ch w e h re n , glüc k l i c h mach t en Vor d em

daß

s i ch Pram­

Üb e r­ 1 " P ax- Z et t el . "

er d i e Bot en v e rprüge l t e .

i h n di e s e l t e n e r e i nlan g e n d e n

zwe i t e n S c h u l j ahr i m Un t er gymnas i um üb e rr a s ch t e

Mari e Prambe r g e r i h r e n S oh n mit

d e r Nach r i c ht ,

daß

s i e d a s Ha u e

d em b i s h e r i ge n Päc ht e r v e r kauft h a b e u n d n ac h Me l k ü b e r s i e d e l n wo l l e ,

u m das S t u d i um b e s se r ü b e rwach e n z u könn e n . Du r c h V erm it t l ung von Fr a u Laz i n a fand Mutt e r Pram b erger

im 2 .

St o c k d e s M e l k e r P o e t h a u s e s , 2 war , Er b p o st m e i s t e r s R u d o l f Ö h l e r i n d e r St erngas s e , 1

das b i s

1 9 02 im B e s i t z e d e s

i m alt e n P at ri z i e rh au s Nr .

22

Q u art i e r .

Ei n Z et t e l ,

worau f n ur d a s �ort " Pax " st an d , und d i e war en , d i e Fr i e d e n m i t i hm s u c h t en , und d en au c h er u nt e r a c hr e i b e n m u ß t e . Name n d e r e r v e r z e i c hn e t

2

Lau t md l . � i t t . v . Fran z H ut t e r , M e l k , Korr e s p ond e nt d e s B u n d e s d e nkmal am t e s und d e s Ve r e i ne s fü r Land e s k un d e v o n N i e d e r­ ö st e rre i c h und Wi e n , ge s t . am 1 8 . F e b r u ar 1 9 7 5 .


- 37 -

"Das gro s e e Z i mm e r h at t e ke inen Ofen , doc h das Kab i ne t t war gut h ei z b ar . Di e Küc h e hi ngegen war e i n f i nst e r e s L e ch , wo i n na s s e n Z e i t e n das Wa s s e r an d e r Wand herab fl o s s , und 1 o b en d re i n war s i e nur durch e i n al t e s S ch l o s s v er s p e rrb ar . " Al e Pramb erger e i ch vo n s e i n e n l an g j ähri gen Kam e r ad e n v e rab­

s c hi e den m u ß t e ,

v er s pür t e er e i n s t ark e s Ge fühl d e r Ver e ins am u ng .

Nach u nd

n ac h z e i ch n et en ei c h aber n e u e G e s e l l sch aft er ab s

di e Sö hne d e s Sch we i ne händl ers Schwar z ,

d e e Bri e ft räg e r e Haarau er

Sprö ß l i nge und der S oh n d e s Gend arm s St u rm re ut er - al l e au s d e m N e u e F o r s c hung s o b j e kt e b i ld et e n Mä u s e o d e r Am e i s e n ,

" St e rngaßl " .

d i e d i e Ki n d e r i n e i ne m vo m Bürgerm e i st er P i s ah in ge r e nt l i e h e n e n gl ä s e rn en T e rrari um u nt e rbracht en .

An h e i ß e n Nac hm i t t agen b ad e t en

s i e in der M e l k o d er gen o s s e n d i e Rom ant i k e i n e s Wi gwam s . St u d i en j ah r mac ht e Pramb erger z um " v o l lwert i gen

Das zwe i t e St u d e n t en " ,

d a e r n un in Me l k wohnt e .

Der Kl ass envorst and ver l as

j ewe i l s z u B e ginn d e s S ch ul j ahre s d i e Di e z i p l i narvor s c h r i !t en , wo nach Unt e rgym na s i as t e n k e i n e n frei en Au sgang hat t e n und s i c h n u r i n Begl e it un g Erwac h s ener i n d er Ö ffent l ichke i t Au s Pramb e r ge r s

" Er i n n e r ungen " e r fah ren wi r ,

d i e s e r Z e it Nat u r g e s ch i ch t e und Math emat i k und die

z e i g en durft en . daß i llm z u

Ge sc h i c ht e e i ne Erqu i c k ung waren ,

L at e i n a b er b i t t er b ö s e St und en b er ei t e t en .

Ze i ch en s t un d e n un d n e nnt s i c h s el b st e i nen

" t r e f f s i cheren

Wi nt er l i ch unfreund l i c he un d r e gn e r i eche Nac h­

P e r s p e kt i v z e i ch n er " . m i t t age v er b racht e

Er l i e b t e

er m it

d enart i gst en Bü c h e r ,

Z e i c hnen und L e s en .

Er l a s

d i e vers ch i e­

wi e d i e s e e b e n gr e i fbar und v e r fü gbar waren .

Pram b e rge r e rwähnt e i ne gro ß e B i b el , " e i n al t e s Erb stU c k 2 a u s d er G e yr h o f e r i a c h e n Fam i l i e " , aus d e r er e i n Ver z e i chni s von " Fehl er n " a u f st el l t e ,

z.

B.

wo h e r Kai n s e i n We i b nahm ,

d a au ß er

d e r F am i l i e s e i n e r El t e rn ni emand auf d er Wel t war . De f o e s "Rob i ns o n C r u s o e " s u ch t e s i ch vo n S t .

ließ

sel bst

Go t t fri e d " .

f i n d e n e b e n f al l s

i n e i n e r Rob i n s onad e mit d em T i t el

Erwähnung ,

auch d eut e e he Üb e r s et z ungen d e s

Kal i d a s a s " Sak unt ala " und Üb e r eet z ng en

" M ahabhara t a " s ind genannt .

1

E II ,

2E

II ,

S. 1 0 .

S. 1 2 .

" De r S i e dl e r

G e r a t ä c ke r und C o o p e r s Wil d we st g e s c h i ch t en

fi n n i sehen " Ka l e wal a " , des

e r " ge s t alt e nd au f s i ch wi rke n " u nd ver­


- 38 -

" Me i ne kl e i ne Bi b l i ot h e k vermehrt e i c h durch Ankau f von Schil l er s Werke n wi e a u ch vo n d er Pracht a u sgabe Shake s p a ar e s ( von Gi l b er t i l l u st r i e rt ) und i c h b e z o g i n 2 0 Li e f er ung en Ivley ers Handl e x i k o n . " Mi t d e n Indi anerbüch e l n gründ et e Pram b erger e i ne k l e i ne Han d b i b l i ot he k .

Von B e kannt e n ,

u nd Gesch i c ht e erkannt en ,

d i e Pramb erge r s Fr e u d e an Ge ograp h i e

e ntl i e h er Büc h e r üb er For s c h ung s re i s en

o d er Be sch r e i b ungen vo n Me x i k o und Pe r u . An sch ö n en T agen mach t e e r m i t flüge n ach d e r P i e l ac hmünd ung , l i e g e nd e Dö rf e r ,

s e i n en n e u e n Kame raden Au s ­

b o t an i s i e rt e o d e r b e s i c ht i gt e an­

d e r e n fränk i s c h e Vi e r kant h ö f e ,

Fl urd e nkmäl e r und

Burgen i h n zu Z e i c hn ung e n u nd S k i z z e n anr e gt en . Im J ah r e

1 89 2

v e rm e rkt P ramb erger i n s e i n e n " Er i n n erungen " ,

S. 16: " H e ut e hatt e Müt t e rl e i n i h r n e u aufgemac ht e s Ko s t ha u s vo l l 1 b e k ommen . Wir b e k ame n v i e r St u d en t en , f r e i l i ch drei z um Aufe nt hal t e t ag sü b e r , e i ner a u c h für s e c h s T age i n d er Woch e , l aut e r Pö c hl arn e r • • • " Al s Pramb er ger d i e

Drame n ,

d i e e r a u f fü hr t e ;

3.

Kl a s s e b e s u c ht e ,

a c h r i e b er kl e i n e

am E i nt r i t t v er d i e nt e er et was Gel d .

Dan e b en b e ri ch t et e r a u c h v o n Bub e n st r e i c h e n wi e d em Ver fa s s e n von " Sp o t t s prü c h e rl n " ü b e r s e i n e L e hr e r ,

wofür er

" vo r d i e K an z e l

kni e n m u ß t e " . " Ho n o rat N ovo e ad e k/ Woa e s vo n d er d e ut s ch e n Spr ach an Dr e c k . " " H o n orat/ Von P o d i e b rad/ S c h i e f gewac h s e n/ Wi ndve rdraht " 2 Di v e r s e Roman v e r su ch e f a l l e n i n d i e s e Z e i t , S agen

zu

er began n ,

s amme ln un d Brau cht um s b e o b acht ungen z u not i e ren .

Ab e r n i c ht i n al l di e s e n Ab l e nk u ngen u n d St r e i c h e n s i eh t Pramb erger d i e Sch u l d f ü r s e i n V er sagen i n d e r 3 .

Kl a s s e ,

s o nd e rn

i n e i nem Mit s chül er . 1

Ko nop i zky , a . a . o . , S . 6 f : " Ei n Ko s t h au s , das sch o n vo n ä l t e ren J ahrgängen b e wo hnt wur d e , war da s Haus P ramb erger , d e r Mut t e r d e s 1 8 7 7 i n P ö c hl arn Geb or en en ; • • • Das Ko s t h aus Pram b e rger , im h e ut i g e n Sch ö n i c k eh a u s i n d er St e rnga s s e , b e s t and vo n 1 8 9 3 an d u rch 20 J ah r e . Di e h e u t e n o c h l e b en d en , st änd i gen Vor zugs s chül e r d e s Hau s e s Pramb erger waren d er h e u t e i m Ruhe s t and l e b en d e Graz er Uni v e r s i t ät s p r o fe s s o r Dr . Han s Ger et i ng e r ( Mat urak ol l e ge m e i ne s um d i e ' Mi t t e i l u ngen ' h oc h ver d i e nt en Dipl . - I ng . Dr . Jaro T o m ai d e s ) ( 1 906 ) und d e r i n Asc hbac h l e b e n d e Ar z t M e d . -Rat Dr . J oh ann D i e n s t l ( 1 9 05 ) . Sie s i nd d i e zwe i b zw . d r e i ält e st en Al t m e l k e r - S t ud e nt en . "

2E I I ,

S. 1 7.


- 39 -

" Der e i n e von me i n e n Kl as s e nk olle gen , d er unauf fäl l i g me i ne n Weg kre uzt e , war Zö t l , d e r s ad i s t i s c h und h i nt erl i s t i g , si ch m it fal sch er Ange b e r e i b e i den Pr o fe s s o r e n s c h ö n zu m ach� n s uc ht e . Er war auc d i e Ur sach e , warum i c h i n d i e s er Klas s e Schi f fbru ch l i t t . "

Z ö t l war e s ,

d er Pramb e rger d e s Di eb s t ah l s e i ni ger Büv h e r

a u s d er Bi b l i ot h e k b e z i c ht igt e . Pramberger mußt e e i ne Wohnung s­ d ur c h s uch ung ü b e r s i ch e rgeh e n l a s s e n . g e f und en wer d en konnt e ,

Obwohl n i cht s

" Unr e c ht e s "

wu r d en d i e Klas s i f i kat i on e n d e r H au s- und

Sch ul arb e i t en s c h l e c h t e r ,

u nd d i e Pr o f e s so r en

" b racht en

es zuwe ge " ,

daS Pramb erger b e i mü nd l i che n Prü f un gen n i c h t ent s prac h . Der K at a­ 2 l og we i st i n L at e i n un d Gri e c h i s c h " ni c ht gen ü ge n d " au s und q u al i ­ f i z i ert d a s

" S it t l i c h e B e t ragen " m i t " e nt spr e c he n d " .

Pramb erge r s Mut t er war ver zwe i f elt und glaubt e d a s Opfer d e s Hau sver kau f e s v e rge b l i ch ,

als man ihr n ah e l e gt e ,

i hr en Sohn

irge n d e i n G ewer b e e r gr e i fen zu l as s en . An d en Wort en i hr e s S chne e s " le b b l e i b .

Der H e rrgo t t wi rd ' s s o mach e n " r i ch t et e s i e s i ch wi e­

d e r au f und h i e l t d e n Knab e n z u f l e i ß i gem Ler nen wä hren d d er Feri e n an .

Z i e l b e wu ßt

ben s ,

s t e u e rt e s i e au f d i e Err ei chun � d e s e r s t en Vorha­

d e r Ab s o l vi er u n g d e s Gymnas i ums z u . Di e f r e i e n St u nd e n b enUt z t e Pr ambe rger z um Anle gen

e ine r

M i ne ral i en s amm l ung , an ger e gt d u rch s e i ne n Pr o f e s s o r C hrys o stomus . De r Hi s sb er g b o t i hm e i ne

ergi e b i ge Fund gr ub e ,

i n d er er Berg­

kr i s t al l e und s o g ar e i n e kl e i n e Am et h yst d r u s e fi nd en k o nnt e . Er t au a ch t e

kl e i ne Karn i ke l ge gen zwe i hu n d ert

Se i d e n raup en

e i n und e r b at d i e Blät t e r d e r Mau l b e e rb ä ume h i nt e r d em St i ftspark a l s Futt er für d i e Ra upe n . m i r d av o n Büc h er ,

" I c h ver kauft e auch Kok ons und

erwarb

wi e i c h auch Schm e t t erl inge und Kä f er , au c h ge­

p re ß t e Pflanze n d e n Konv i kt i st en um Schre ibmat e r i al verhan d el t e . "

Di e Auen b o t en s i c h z um Himb e e rp flü ck en an . Di e B u c h e nwal d u ngen l i e f e rt e n h errl i c he P i l ze und w ar e n s o recht ge e i gn e t ,

dari n

r i c h t i g e Fe s t u ng e n a u s Fl e c h t we rk z u b a u en . 1

E II,

S. 1 6.

2

Ei n s i c h t nahm e freu nd l i c h e rwe i s e v . P . Edmund Kumm er , Arc hi var i n S t i ft M e l k , ge s t at t e t . 3E

II , S . 2 0 .

3


-

40 -

zu Pramb erg er s Verwan dt e n nac h Wang , wohi i h n 1 b rac h t e o d er spät er d er :P o s t waab Wie a e l b ur g da s " Z e i s el wagel " Ei ne Re i s e

gen ,

auf d em n o c h d e r P o st fah r e r i n s e i n P o s t h orn st i e ß ,

den e r s t e n e r nst en Akz ent b e rg er füh l t e , B i t t e und

ge ge n M i c h ?

•••

j ung en Gymnas i as t en . Pram ­

im Leben d e s

daß d i e Großmutt er i h n ab l e h nt e .

Fr age : "

" Gr o ßmu tt er ,

s e i d m i r gut I

b rach d e n Bann .

d i e f urc h i ge Hand und fragt e '

• • •

Erst Pramb e�gers Was h ab t I h r d enn

Si e sah i h n lange an ,

" J ul i u s ,

w e r d e n? " Al s Pr am b e rger v e r s e t zt e :

s e� z t e

r e i c h� e i hm

wi l l s t du e i n Ge i s t l e h er

"Ja ,

Gr e i s i n i hr e Hand auf Pr amb erge r s Haupt 2 u n d Dan k ! "

d a s wi ll i ch " , un d we i nt e l

l e gt e di e

" Go t t

s!i Lob

Das R e p et i eren d e r Kl a s s e i m n e u en Sch ul j ahr war für d e n m i t t e l l o s en Knab en e i n s c h m e r zl i ch e s Er l e b n i s .

S e i n Vorm und und

d i e Gymnas i al l e i t ung ve rwe ig ert en v i e l e r l e i Un t erstüt z ung en , d i e Sch u l gel db e fr e i un g wurde i hm en t z o gen ,

e i ne Zuwe ndung vom Ult er­

e tü t z ungsv e r e i n v e r s agt . Er b e kam k e i ne Be fü rwort ung für di e Fr e i ­ k o s t u n d err e i c h t e n u r mit Mühe d i e Ü b e rl a s s ung al t er Le hrb'i c h e r . Fre u nd l i ch ere T age waren z .

B.

d er

1 3.

Okt o b er m j t dem

an d em nach alt em H e r k omme n wohl hab ende St u dent en ,

Ko l o manimarkt ,

v orn e h m l i c h Ko nv i kt i s t e n , Ko n d i t o r e i führt e n .

i r gen d e i n e n arm e n Kam erad en i n e i n e

A u c h Pr amb e r g e r wurd e m i t T ort en u n d Kl e i nge­

b ä c k b e d ac h t und b e kam ü b er d i e s noch ei n Pac kerl m i t . Mit d em 2 5 .

Okt o b e r

1 89 3

war d em Repe t e nt e n d er T ert i a

a b e r e i n b e s o n d e r s er e i gn i s r e i c h er T ag b e s ch i e d en . Mar i e Fr am b erger h a t t e s ch o n l ang e e i n s o n n i gere s , i hr e n Sohn e r st reb t .

freund l i c he r e s Quart i e r f'ir

An d i e s em T ag war es ihr gel ungen , m i t d em

Be s i t z e r d e s S c h ö n e c kh of e s ,

St ernga s s e 2 5 ,

d em Hut mach er S c l ö ne c k

hand e l e e i n s z u werden u n d d o rt e i ne Wohnung i m zweit e n St oc�w er k d e s H i n t e rt rakt e s z u b e z i e h en . auf e i nen Gart en , an

am B o d en und

D i e n e u e Wo hn ung b o t e i ne n Aus bl i c k

hat t e e i n kl e i ne s " Vo r hä u e erl " ,

au ch e i ne :1 Ant ei l

d er Hol zl a ge .

Um N e u j ah r 1 89 4 b e gann e i ne Z e i t d e ut s c h - nat i o nal e r B e­ s t r e b ung en ,

d i e a uch i n M e l k s pürbar wurd en .

Nur s c h wer k onnt e

Wal t e r St e i n hau s e r , Sl awi s ch e s i m Wi e n e r i s ch en , Wi en 1 9 6 2, S . 2 3 ; " · · · d i e Z u s amme n s e t z ung Ze i s s e l wagen - ' das s i nd Wag':l , wo s ' h e u t M i st und m o r i n g L e ut a u s führn ' • • • " 1

2

.r.;

II ,

S . 22 .


- 41

In t e nt i o n e n i hrer Ko s t gäng er ,

Mar i e Pramb erger d e n haus

e i n e ge ordne t e Kne i p e

und bei

-

T r i nkgel agen

German e nnam e n anz unehn e n

z u gründ en ,

z u p o l i t i s i e ren ,

i n i hr em Kos t ­

e nt g e g e nt r et en .

" Da z u kam n oc h , d a s s uns i n der Kl as s e wi e i n al l e n lehr­ z imme r n d e r Gymnas i al d i r e kt or e i ns c härft e , d a s s e s s chäif e t e n a verp ö nt s e i , Po l it i k z u t r e i b en o d e r gar e i n e Z e i t ung Z L h al ­ t en . " 1 E r s t v e r s u c ht e Mar i e Pramb erger , a b e n de

zu

ge s t alt en .

al l e r Energi e ge gen aufg ehör t ,

für

Ale

B u b en

z i eh e n .

Wi r

er fahre n

aus

P en nä l e r - Kn e i p n am e n

e c hl eppt " , gän g e "

Sau f l o kal

e s da .

wa

ihn

" Ru n dge san g " S t r o phen

z u a lt en

g e gn e n w i r e i n em

z e i gt

" T h o r i emund "

ö ft e r e n

bei

von d i e s em Tr e i b en " zwi s c h e n

l'l u t t e r

un d

ar be i t

und l ärm e n d em Ve rgnü gen " .

s e i n e n Kam e rad e n ,

Gut e s i ch

A u s flüge Z i e l en ,

2

t ri eb

er

s e i n!

brac h t e .

B�im

wen n e :r 1 e u e

U n d imme r wi e d e� b e­

e i nem

" Bi e rsc hwe f e l " o d er

j e we i l i ge s

" bl a s s e s , daß er

näml i ch

rur

zwi s c h e n s ei ne r

" z w i s c h en st i l l er z ufrie d e ne r He im­

Z e ns ur e n i n d ie s em Jah r z ogen fre u nd l i c h e Ost erferi en

und n ac h d em un d Sp i e l e

" Val e t - T af e rl " 2 folgt e

in d en

Au en w i e

S ch l e u d e r b al l we rfen ,

1

s eh e n

ge s c hwäng e rt e A l s­

ganz g e f an gen n ehm e n l i e a s " , st and " ,

),

" i n Kne ip l o kal e Ye-:­

" d i c ht e r i s c h e Ad er " ,

zwe i F e u e rn

ent­

" Das De u t s e h t

wi e

ab e r a u c h s e i n e n Be t e u e r un g e n , " ni e

kon1t e

Vö l ke rführ e r

" p o l i t i sch

e r s ei n

Gan z

1 89 7 Pramb erger s

" i n s Bi e r ve r e ch i e s s "

d em

s ie nit

d e r P o l i t i k n i ch-;

?.u c h s e n ge s e ll -'::: 9

s e i ne

angi b t ,

sein . "

d em

e rwähnt

" b e t runke n e n Komm i l i t o ne n " ,

b l o nd e s Mäd c h en "

nach

( nac h

Bu r s ch e nl i e d er n ver faßt e .

" L i e b e s k omm er a " ,

z e i t we i s e

eben so

man c h a n d e r e

s i ch

zu

mußte

mein Heim ha1 t e

• • •

den A u f z e i ch nungen u m

Unt er d i e

des

"

Zeit

f i n d en i h n i m Ob er gymnasi um

un d n o ch

g bt

Po s s e n ,

s ich

ein

" Ost d e u t s c h e Rund s ch au "

V o l k s b l at t " ,

ge l ang ,

a u ft re t en .

Pramb erger ab er i n d er fol g e n d en

e i ch

di e

d i e s ab er n i c ht

d i e Kne i p e

j unge

di e s e Ab e n de al s A!u f i k­

E II ,

"Räub er

di e

Z e it

s c h öner

Sp e er- und Ke u l enwerf en nac h und Pole "

( P ol i z e i ) ,

au c h

S. 31 .

Das 11 Ab s ch i e d sval et " o d er kur z " das Val et " war e i n al lg e­ m e i n e r Br au ch d er Ko s t hä u s e r . Nach S e m e s t e r s ch l u ß wur d e e i n kl e i ne s F e st e s s en ge g e b e n , b e i dem auch l aun i g e Red en geh alt e n wu raen .


- 42 -

kri e geri sc h er wi l d e r Fehd en zwi s c h en d en Bauernbuben der " Hub " ( Bauernd or f ) und den j ungen St udent en wegen d e s B ot ani s i erans im Pi e l acht al , b e i d en en d i e Schl euder scharfsc hüt zen ge fürcht et waren . Be i Schl echt wet t e r verl egt e man eich auf Gesellschaft s­ spi el e oder Theat erspie le n . I n s e i nen E I I , S . 66 , gi bt Prambergex sein damali g es " p o l i t i s ch e s Be kenntnis 11 wieder : " Übrigens Polit i k . Ich ke hrt e mich n i cht drum Mei n gan z e s p o l i t i sches Glaubensbe kennt ni s war , wenn man m i ch ungerech t vo n oben her b ehandelt e , umstür zleri s ch . Das war all e s . " • • •

Spät er , al s fortwähr ende Drangeal e ihn b ekümmert en , ver­ merkt er s " Ja , i ch hat t e e i ne p ol i t i s c he G e s i nnung bekomman s I c h , war So zial demokrat geworden . " " Nicht ungest raft geni e e s t d er Erdensohn T age d e s Glücke und der Fr eude . Das s ol l t e i ch gl e i ch nac h den ersten Tagen n ac h Ost ern spüren ! " 2 Man verl i e h Pramberger d en b ö hm i s c h en N am e " Pramb ury " ' i n all en mögl ichen Vari ant en al s Spit znamen . Für i hn bedeut et e das e ine t i efe Kränkung . " Ich wehrt e mic h dagegen vom Anfang an , und j e mehr i c h m i c h wehrt e , d e st o hartnäck i ger bl i eb m i r d i e s er N am e und b r e it et e sie h aus . . . Dann verfiel d er Lauebub e Lux au f den Gedanken , m e i nen bre i t krämpigen Hut - i c h armer Teufel hat t e i hn vom Mal er Andri be kommen - vom Kl e i d e rrech en zu nehme n und a n d ie Sch ult afel zu hängen . Darauf fol gt e e ine Balgerei , d i e gefähr l i ch hät t e werden können . Währenddes sen wan dert e m e i n Hut von Bank zu Bank und b e kam e i n häs sl i c h es Aus s ehen , s chmut zig , das Band abger i s sen . Und das t at en d i e reichen K o nvi kt i s t e n , die verzogenen Mut t erbuberl n . " 4 Da dem " lnarKt i st e n " d amal s k e ine recht e !i'reude zut e i l wer­ d e n s ol lt e , b e s ch äft igt e s i c h Pramb erger m i t der Part e i Ö st e rr ei ch s , 1E

II,

2E II

'

S • 1 09 (' . .:>

35 •

3 Wal t er St e i nhauser , a . a . O . , S . 7 9 s die Kart offeln , " In den "Mi tt eilungen eh emaliger wienari s ch sc her zhaft Bramburi Mel ker St ud e nt en" , H e ft 1 03 , Sept . 1 96 5 , S . 3 0 , wi rd Prambe r ger " PraiL ont e " genannt . • • •

4

E II , S . 35 .

" • • •


-

43 -

" di e den Kl as s enunt e r s c h i e d v e rurt e i lt , sei ,

den Rei cht um z u n iv e l l i e r e n .

s o gutmüt i ger ,

• •

und d eren B e et r eben e s

Ke i n Wund er ,

d oc h j äh z orniger Nat ur ,

wenn i c h s o nst

nun z u ha s s e n b e gann . "

D i e F o l ge der Q uäl e r e i e n und d e r S c h impfwort e war , s i c h imm er me hr ab so n d ert e und e i gene Weg e g i n g . naht en e i ch Fr eunde ,

1

daß Pram b erg e r

Dem E i ne am e n

d i e au c h a u s i rgen d e i nem Gr und e ei n s am wa­

r e n und " m i t Bewi l l i g ung i hrer Elt e rn" Umgang m i t i hm s u c h t en . Ei n e s T age s t rat der Kü c h e nm e i st er auf i hn zu und fragt e i hn ,

war um er n i c ht mehr i n d er

" Of fi z i e r " e s s e .

" I c h erwi d ert e : ' We i l i c h e i n Rep e t ent b i n . ' Da wi nkt e er ab und s agt e : ' De r Herr Prälat h at s c h o n g efr agt und d i e Bab e t t auch . Gl eich geh st h i ne i n und kü s st dem Herrn Prä l at en die Han d ! ' I ch t at e s . Der Ab t , der k l e iner war al s i ch , l egt e s e in e R e c h t e auf me i ne S c hult er und sa gt e : ' Arm e r Kerl ! Geh hi n ab i n d i e K u c h l l ' " Der Pr unk f e i e rl i c h e r Anl ä s s e bot wi l l k omm ene Abw e c h s l ung und h i n t e rl i e ß b ei

den Unt e rgymnas i ast e n nac hhal t i gen Eindru c k .

So d i e S i eb z i g j ahrfe i er d e s Ab t e s Al e xan der Karl am 2 . Apr il 1 89 4 o d e r d i e Au e z e i chn ung d e s Abt e s m i t dem Komt u rkre u z e d e s Fran z­ J o s e f- Orden s ,

d i e der St at t h alt er Graf Ki e lm anne e gg vornah m .

Dem s i eb z ehn j ä h r i gen Q u art aner wi d e r f u h r e i ne kur z e ,

ab er

nach wirkende Begegnung m i t e i n em s e c h z eh n j ähri gen Mäd c h e n au s Wi e n ,

d as s i ch auf d em l e t zt en S p a z i ergang i hr er Wei hnac h t e feri e n

in Ifl e lk b e f an d . " Ab e r m i t t a u s e n d Fäden bl i e b m e i n Her z an d i e s e r Fr e m d e n hängen • • • Das Unm ö gl i c h e d er Au e f or s c h un g e i n s eh e n d , b e gan n i c h , als i c h et wa s r u h i g e r g e worden war , Um s ch au na ch d e n Mel ker Bürgerst ö c ht e r n z u halt en • • • I c h s c h aut e weit er he r um un d f an d , d a s s e i n Kau fm anne t ö cht erl e i n nam en e I d a , m e i n e r W i en erin auffal l e n d ähnl i c h s ah • • • I c h b e g �n n die Kau fm anns­ t o c h t e r m i t al l e r I nn i g k e i t z u l i e b e n , so das s ich gan z v er­ gas e , d a s s das ur s p rü ng l i h e I d e al b i l d e i n e m gan z an d e r e n We s e n ange hört e a l s Ida . 11

Pram b erger s Li e b e b e sc h rä n kt e e i c h ab er a uf nad e n " ,

er s p rach k e i n Wort mi t

f l i s s e nt l i ch aus ,

1E

dem j ung en Mäd c h en ,

wi c h i hm g e­

konnt e s i ch aber dennoch n i c ht b e fr e i en .

St ud i um wurd e i hm d o pp e l t wund e rn ,

" Fe n st er p r om e ­

s c h we r .

" Das Her z so v o l l .

wenn d a s D i c ht e rro s s s i c h m i r z um Aus r i t t

II ,

S . 35 .

2E I I ,

S.45.

Sollt e

Das es d a

z ur Ver fü gung


- 44 -

1 s t e l l t e ? " Und Pegas u s t rug ihn h i ne i n in d i e N ove ll i st i k . Novel­ l en vol l von Li ebe s s ehn s u c ht nahme n i hren Anfang und Pramberger erfül l t e a i ch i n ihnen s e i ne HerzenswUnsch e . Auc h Sarkasmu s und Ironie b egann er d i cht erisch aus z udrü cken , d enn e a bel ast et e i hn noch manch anderes Prob l em . Sei n Vormu nd , Bürgerme i st er i n Pö c hlarn , vereit elt e ihm das Pöc blarner Schul­ s t i p e nd i um " p er 3 1 5 Gul den im Jahr " , und am 3 . J uni 1 89 5 f anden Pramberger und s e i ne �utt er des Vat e r s Grab b ereit s umwühlt . D i e Z e i c h enau s flüge m it Prof . Benedi kt Hager bedeut et en währen d der ganzen Gymnasi al zeit groß e Erl ebn i s se für den so s ehr Bedrü c kt en . Er durft e auf Kost en d e s Prof e s sors daran t ei l nehmen . Damp f sch i f fahrt en führt en z u gescbi cht strächt i gen Ort en und Burgen de r Waohau oder i n di e romant i sc h e Ge gend d e s Strudel s und Wirbel s . Dem an der Schönh e it der Heimat rege Int eressi ert en l ie fert en s i e d i e herrl i c h st en �ot iv e und macht en i h n m i t dem rei chen Sagen gut d i e s er G egend b ekannt . I n Gast häus e rn nahmen d i e j ungen Le ute di e " Hi mmel s suppe " ( Kaffee ) e i n oder e r z ielt en Gewi nne bi s z u 2 0 Kreuzer 2 beim Be st kege l sc h e i ben auf der K egel st att . So n ahm di e s e s Sch u l j ahr doc h no ch e i n versöhnl i eb es Ende und Pramberger ruft aus & " .A.de du fremd es Mädch en ! Ade Ida ! Ich fah re ins March feld u nd verges s e . " 3 Di e Elt ern e i ne s Koathau skol l e ge n , d e s Primaners Ant on Sc hm i ed , d er durch Pramb ergera Nach hil f e das erst e Sch ul j ahr gut überst and e n hat t e , l ud e n Pramberger nach Leopoldsdor f ein . Di e Re i s e führt e i hn über Wi en , d as er vorher noch n i e gesehen hatt e , und vo n dem i hm vorge schwärmt worden war , daß di e Häuser vi el höher al s der St i ft s f el e en samt dem St ift s e i en , ja hoch wie der Rie sberg

und der Tafel b erg . Da waren frei li c h die Erwart ungen grö ß e r , al s e s d e n Tat s ac he n ent s prach . Doch das Leben und T re ib en , " d i e rast l o s e Ar t e i ne r Gro s s st adt " imp o n i e rt e Pramberger sehr . Die Sehen swürdi gk e it en macht en i hn st aune n .

1

E I I , S . 46 .

2 ö a t e rr . Wö rt erbuch , Wi e n 9 5 , S . 25 : "Beat das , - s/- e : 1 1 e in ausg e s et z t er Pre i s ( z . B . beim Wet t sch i e ße n ) ; das Be at ­ s c hi e ß e n . " 3 .E I I ,

S . 50 .


- 45 -

Im March feld l ernt e er di e Atmosphäre im Haus e eines ber­ l e hrer a k enne n , i n dem d i e Lehrm it t el und die L ehrerbi b l i ot he k den größten Anzi ehung spunkt für Pramb erger b il d et en . Dort fa�d er auch Umgang mit zwei Arzt anst öcht ern und erfuhr eine ne�erli c h e "Wendung " i n s ei nem Leben durch e i n "kernfri ech e s N at urkind ", der T oc ht er des Bauern N i ed ermayer . Mit d ie s em " l ieblich en Bauern­ mäd c h en " verband i hn e ine zart e Gart enlaubenromant ik und dort ge­ sc hah es erstmal s , daß e ich mehrere j unge Mädchen um d i e Gu�t d e s j ungen St ud ent en bemüht en , " st udi ert e Bürgeret ö c ht er " gege n e i n 1 " ungeb i l det e s Bauernmädel " i nt rigi ert en , u n d er "per Kal e ech e " Au sflüge unt erne hm e n d urft e . In vorangegangenen Darst el lung en , z . B . E I I , S . 4 3 , klagt e Pramb erger noch nach e iner Einkehr i n e i nem Gasthof , wo gersd e 2 e i n '' Winkel t anz " statt ge fund en hatt e s " Um m ich r i s s man sich ni cht so , i ch konnt e j a noch nicht s , war keineswegs hübsch , und Mütt erle in winkt e obendr e i n ab • • • " Der Ni edermayerhof gewährt e i hm Einbl i ck in das bäuerl ic h e Leben , das s i ch vo n d em um Melk i n vi e l e n Ding en unt ersch i eo . Die Bürger st ö cht er erle bt e er i m " Sal on " b e i Häkelarbeit en und Klavi er spi el in geruh s am e r Geborgenh e i t . Mit vi elen Z e i ch n ungen und Ski z zen , gepr e ß t en Bl ume n für s ei n Herbari um und T ageb uch not i z en i n s e inem Gepäc k , trat Pram­ h erger am 5 . Augu st d i e He imre i s e an . " Was nun fol gt e , war ei n r uhe l os e s Herum s uc hen , get ri eben vo n e i nem Heimweh , e i nem Sehnen nach dem Marc hfel de , das e i n uns i nnige s hoffnungslos e s Sal b et quäl en war . 1 Leb wohl ! 1 hat t e i ch ge sagt , auch s i e • • • " 3 Kei ner vor. bei­ d en hatt e gewagt " auf Wi e d er sehn " zu s agen . 1 Walt er St einhau a e r , a . a . O . , S . � 4 : " · • • Beide i n di e Schrift­ s prach e aufgenomme nen Laut ungen , ' Kal e sch e ' und ' Kal e s a e ' , e i nd auch im Bai ri sc h-Ö at errei ch is c h e n d ur c h d en Einfl uß der vom Schriftbild b e ! t ; mmten Verkehr� s p rac h e übli ch , di e erst e in der Aus sprach e khal each n und khal e s ch n al s abfäll i ge Be z e ichnung f� eine ilt e , , wac k el ige Kut s c he , di e zwe i t e i n der Av e sprache khll e sa und k��l e s s a l s altvät erische Be z e i chnung für einen l ei c ht en Halbgede c kt en . " 2Dt . V� . v . J ac . u . Wil h . Grimm , Vi erzehnt e r Bd . , s . ;82 s " wi n kel t anz , m . , an verb o rgener s t ät t e veranst alt et er , unerl aubt er t an z : alle winkelt ent z e nach der ab entmal zeit aue z erhalb d e e raht hau ae a und a n d e rn gewö hn l i c h en ort en , d a man offen t l i e he zücht i ge t en t z e z u hal t en pflegt , s ol l e n abget han und verb o t en s ei n . Sac hsen- Weimarer p o l i ze i ordnung \ 1 5 89 ) p 1 b ; • • • " 3E I I ,

S . 58.


-

2.

( 1 89 5 - 1 899 )

Im Obergymna s i um

Das He i l i ge n g e i st amt ein.

Wi e d e r um

l e i t et e f e st l i ch

s aß P r amb e rger i n

s c hl e c h t er Aug en n i c ht

46 -

wagt e .

der

e i n ne u e s

S e i n Plat z war nah e d er Tür ,

T ü r e ö f fnen m u ß t e ,

d i e T afel

da e r t ro t �

e r s t en B.ank ,

d as T r agen vo n A u g e ng l ä s e r n

Scb u _ j ahr

au s

Fur c h t

vor Spot t

er d e n L e h rern d i e

da

z u r e i n i g en hat t e und d en Profe s s o r en

v e r g e s s e n e Hi l f e bü c h e r od e r Mi ne r al i e n aus

dem Lehrm i t t e l ka� i n et t

h ol e n durft e . N e u e rl i ch

konnt e

e r e i n i g e Ben e f i z i e n

e rwi rk e n u nd m i t

Mühe Nac hhi l f e s ch ü l e r b ekomme n . Im ü b r i g e n hat t e

er

es

i n Mat h e mat i k ,

" Kr y s t al l o grap!l i e " ,

G e s c hi ch t e

und

G e ograph i e z e i c h n e n z u e i n i ge r Me i st er sc haft ge­

brac ht ,

daß

s e i ne Mi t s c hül er d i e s e wohl

und

so

Pramb e r g e r s M i t h i l fe i hm man c h es kl e i ne Pramb e rg e r s

gr o ß e

G e s c he nk e i nt rug.

St i e f b r u d e r in Am e r i ka st el lt e

Ge l d f o r d er unge n .

s c hl i e ß l i c h s o w e it , d e n Quint an e r

z u s c h ä t z e n b e ganne n ,

Di e Armut

daß

der

e i ne s T age s

z uk am u n d d e s sen

imm e r wi eder

Fam i l i e Prambe rger

führt e

d er Gymna s i al d i r e k t er au f

Kl e i d u ng als

S kandal für e i nen

Ob e r gymn as i a s t e n b e z e i c hnet e . Pramb e r g e r e e i c h wohl des

für

e rh i e l t

vom

und e i n e We st e .

S c h n ei der "

Re c hn ung s c h ri e b

er :

fü r St u d e nt e n war ,

Gymna s i al d i r e kt or e i ne

Al s

um kl e i d et e ,

er

s i ch

e r kannt e

s el b st

s c h a f fung e i n .

beim

e i n e Wo c h e e r s i ch

" We i l W e s t '

m i r - au c h e i n e n Ro c k n o c h m ach e n s et z t e s i ch

s e i n b e s on d e r e r Gö n n e r ,

d e n arm e n Jungen b e im D i r e kt or ,

Unt e r s tü t z un g sve r e i n e s

Pramb erger Ho s e

Ze i c h enp r o f e s e o r ,

und

" Al l g e wal t i g en "

St i ft s b e r g h i n au f .

s t au n e n l as s e n -

Be i

e s war d e r

Weni g s p ä t er

schreibt

Anwe i s u ng

spät e r b e i m

h aben . für e i ne " Prei s sl -

ka um m ehr .

Au f d i e

pa s s en/ Hab i ch

Der St � n e i d e r l ac h t e u nd fü r d i e

z u sät z l i ch e An­

wu r d e von s e i ne r Mut t e r m i t und doch

al l e n Pro f e s so r e n m uß t e e r st e Anz u g g e we s en ,

s t ü t z ung av er e i n u n d d er Präl at

d er Obmann

e i nge s et z t

selbst

Fr e u d e nt rän e n emp fangen u n d g i n g d an n s t o l z den

au c h

H o s e n s o gut

las s e n . "

Der n e u Ei n g e kl ei d et e

d er

m oc h t e

e t was b e fangen

e r s i ch b e­

d en

der

Unt er­

g em e i ns am hat t en mac h e n l a s s e n .

P r am b e r g e r i n

s e i n Tageb uc h &


- 47 -

" Und d er Hochm ut , der j e t zt be i m i r al s Obergymnas i 83 t en 1 Plat z zu gre i fe n droht e , wurd e durch m e i n bi t t er e s Erlebn i s s t ar k herab gemi nd ert . Ja i c h war s t o l z o d er b e s s e r g e sagt , h o c hmüt i g gewo r d e n . I c h t ru g s e i t k ur z em e i n sch ö n e s Gewand , me i n e Profe s s oren l obt e n m i c h ob m e i ne r L e i st ungen , und was damit z ue amm e nh i eng , ich konnt e d i e s en Sp ott z u rü c kwei sen , we i l d i e Spö t t e r v o n m e i n e m Kö nnen abhängig ware n . " 2 T r ot z d em waren die fo l g e nden J ah re vo n e i nem st arken Wec h s el zwi s c h en F r e u d e und L e i d , Hoc h s t i mm ungen und D epr e s s i o nen , Mel anch o­ lie ,

Kränkun gen d u rch Mit s chül e r und Empö r u ng ü b e r emp f und ene

Wi l l kür und U ng e r e ch t i gk e i t g e z e i ch ne t . z ermü rb e nden Bemüh ungen

um

E s wi e derho l t e n s i ch di e

Ko st h au s st u d e nt en und Privat schüler

z ur N achh i l f e , vorerst für zwe i Gul d e n im Mo n at .

Der Dir ekt o r

wol l t e Pramb erger s Mut t er immer wi e d er St u d en t en " fü r Got t es Lohn " a u f z wi ngen .

" Ei n e s m u s st e i c h wohl k o n s t at i er e n ,

m an c hem m i t zwe i e r l e i Mas s t ab m a s s s ei n e n

Lat ei np r o f e s so r

o d e r z uungun st en Bri e f e z u l e s en ,

• • •

das s m an b e i

" 3 Pramb erger verdäch t i gt e

d e r Ko r r e kt u r en i n Sch ularb e i t en z ugunst en

d e r Schüle r ,

d en Dir e kt o r d er Schwä c h e , anonym e

an s t at t s i e u ng e l e s en i n d en Ofen z u wer f en .

Ä u ß e r un gen wi e :

" Si e wer d e n n i e mit mir T ac i t us l e se n "

od er " Si e werden I h r Ab i t u r n i c h t machen " ,

waren ke ine Se l t enhei t .

Da gi ng e r m anc hmal i n die so g e nannt e " Of e n s c hU s s el " , z u d em mäch t i ge n Baum ,

den er

" Irmi n s u l " get a u ft hat t e und

"fluchte "

s e i n e n Sch u l t yrann e n . Pramb erge r fühl t e e i ne gro ß e Er l ö s ung , pr o f e s s o r s c hwer e rkrankt e u n d s t arb . furch tbar s t r e n g g e gen mich war , gen ,

h at t e vi el l e i ch t b er e ut ,

war . 11 4 s et zt

al s

als s e i n L at ei n­

" N u n war e s vor b e i ,

der so

h at t e au fgeh ö rt , m i ch z u verfol­

d a s s er gegen m i c h zu h art gewe s en

Obwohl P ramb e r ge r s Erb i t t e ru ng v o n Schul dgefühl e n durch ­ war ,

g e ni e ß t e r di e N i e d e r s c h r i ft

" sü s s e st e Rach e "

Er me int ,

i hn e n d am it

1

und macht s e i ne

s e i ne r " Er i nn e r ung en"

" En t hüll ung e n " nament l i c h .

" Un st erbl i ch k e it " verli ehen z u h ab en .

Pram b e r g e r wurd e vo n s e i n e n �it s c hü l e rn ver sp ot t e t , da er s e i n n e u e s Gewan d n i ch t s el b st g e k a u f t s o nd ern a l s G eschenk 1 e rha lt en hat t e . 2E I I ,

S. 72 .

3 Eb d .

,

s. 67.

bd . ,

S . 95 .

4E


-

48 -

We nn Pramberger t ro s t b e dürft i g war , d i e Dicht kunst .

Er

flücht et e er s i c h i n

s t u d i e rt e Shak e s pe sre s Dr amen ,

d as We s e n e i n e s gut en Dramas e rkennen zu l ernen . s i e b i n Dram e n ,

um aus ihnen Er ver s u ch t e

z u d e nen i h n v e r s c h i e d e n t l ieh e Lektüre i ns p i riert e i

R i t t erg e e c h i c ht en , Kur zge s ch i cht en od er Pos s e n au s Kal ender n , d i e e r d ramat i s i ert e , b l i eben ,

d i e j e d oc h d e s ö ft e r en im Ans at z st e c k e n

im Lau fe der Z e i t auch i n Verl u st geriet en ,

ab er d as

Gut e i n s i e b t ruge n , daß Pramberger Herr s e i ne s Unm ut e s o d er s ei ner " m e l anc hol i s c h en Brüt e r e i en s ehnen

" werden konnt e .

S e i n Li ebe s­

" s ang er i n gri e c h i s chen Ve r s en h i n au s " . Der Somm e r war vo n d em Wun e e he geprägt ,

" au ch i n di e s en

Fe r i en e i n I d yl l z u erleben , m o c h t e auch s chö nen Tagen b i t t e�e 1 Di e Donau r e i s e n a c h Gr e i n s c h enkt e i hm d a s S e hn s u c ht folgen . " " Irme ni dyll 11 •

Di e s e s s c h wärm e r i s c h e Er l ebni s war ab e r b ereit 3 vo n

d em Bewu ßt s e i n d e r Verp f l i cht u ng ü b e r s c h at t et ,

" Ge i s t l i ch e r wer­

d e n z u müs se n " . "

. .

N i e hab i c h so d en Schm e r z empfunden/

.

N i e hab vom Weh i c b ' s s o gewu sst

Da es m i ch quält / da i c h g e f und en ,

Was st et s m e i n I d e al d e r B r u s t • • • " 2

Der S e xt an er - " arm

am

Be ut e l ,

krank am Her z en " - stürzt e

s i c h i n das St u d i um d er got i sc h en Grammat i k u nd v e r s ucht e m i t Ge­ wal t ,

s e i ne nervö s e Unruhe zu üb e rwi nd en .

St urm z e it .

Simroc k s

Die Sext a gl ich e iner

"Deut s c h e Myt h ol og i e " und Kl e e s

" Die alt en

De u t s c h en " b o t en e i nige Ab l e nk ung . I n d i e s e Z e it fal l e n d er .:&.'nt wu r f z um " Armi ni u s ep o s " d i e Gr o ß t at

3

, das

des C h e r u s k er fü r st en i m T e u t ob urgerwald mi t e i ner R e i h e

v o n N eb e nhan d l ungen - im L ager d e r R ö m e r wi e auc h i n d e m d er

Ge rman e n - s ch il dert ,

u nd e in i ge A u f sät z e zu " De r Norn en Bekennt n i s " ,

wel c he Ski z z e n a u s Pramb erge r s d am al i g em L eb en wi e d e rgeben . In al l di esen Vers uchen i st zu e rkenn e n , huhe fan d ,

e i nen P l an z u verwi rkl i c h en o d er ü b e 1 haupt

p o s i t i o n zu End e zu führ e n .

1E 2

3

daß Pramb e rger n i c ht di e

II,

Ebd . ,

92.

Im fu i k r 2 ,

S . 942 u .

Di e­

Üb eral l feh l t es an e i n em geor dnet en

S . 78 . S.

eine

1 0 03 f f e rhalt en .


- 49 -

Di e G e d i c h t e ze i gen oft gu t e An sät ze ,

Au fbau .

werden a b e r

an

v i e l e n St e ll en h o l p r i g . Unt e r d em Ei ndr u c ke vo n Kl op s t o c k s " Me s si a s " e nt st and e i ne Samm l ung von Od en , Rhyt hm e n , 1 901

mit

t e i l s i n kun st v o l l e m Versm a ß , t e i l s i n tre i en

i n d e n e n e r s e i ne Fr e und e verherr l i ch t d e r Bet racht u ng endet :

,

und d i e ei st

" Wi e v i e l e St ü rme s i nd vo rb e i g e z o ge n/ Si e hab e n mar: c h e

Bl ume m i r gekni c kt / S i e h a b e n m i c h u m man c h e s H e r z l e t r og en/ Un d hart man c h s ch ö n e s Aug ' m i r zuge drüc kt • • • 11 1 Seine Tit el

" I rm e nl ie b e " f i n d et i n 80 Nibel unge n st roph e n n it d em

" Pl at o n i s m u s " i hr e n N i e d e r sc h l ag . Hat t e Mut t er Pramb e rger sch o n v i e l e rl e i Lyr i sc h e s ,

t u e t rUb ­

s el i gen St immungen o d e r i m Ü b e r s c hwang d er G e füh l e Ge s c hri E b e n e s , i n d e n O!en ge st e c kt , v e r s ucht e s i e d i esmal ,

d er Di c h t ung 1 hr e s

S ohne s e i n e r e l i gi ö s e R i c h t ung z u g e b e n . Unt e r i hr em Einfl ß u n d Pramb e r g e r s Wuns ch , p o et i s ch

St o ff e aus d em Al t e n od e r N e u en T e s t am ent

zu b eh and e l n ,

e n t st anden 1 8 r e l i gi ö s e Ge d i cht e ,

b e rger s e i n e r Mut t e r w i d m e t e und s pät e r d em Zykl u s

d : e Pram­

" Se e l e ntläng e "

ei nordnet e . Pramb e r g e r v e rwen det e d am al s s c h on e i n P s e u donym " v o n d e r Pram " ,

wie i hn s e i n Gr i e c h i s ch p r o f e s s or b e i g u t e r Laune nannt e . Um d i e s e

s e r d i ch t et e .

Z e i t kam e s Pramb erger s Kol l e gen z u Ohr en , daß d i e ­

Obwohl dadurch e i ne n e u e rl i c h e W e l l e b o s h aft er Quäl­

s u cht d u rch d i e Kl as s e gi n g ,

verfaß t e e r auf V e r l angen Kn e :p­

wi dmu nge n , fü r l u st i g e Fas c h i ngeveranst a l t u n gen die Kl a�p h or n­ 2 o d er v e r s et zt e s i c h für b e st e l l t e G e d i ch t e an d i e A g e b e ­ ver e e taten

s e i n e r Kam er ad e n i m St ad t pa r k i n " warm e Len z- u n d Li e b e s­

s t imm u ng e n " . Ver s e ü b e r " M e l ke r ?iia rk t t rat e ch en " s ch l ug er an d i e Gem e i nd e­ t af e l , was " v i e l Gaud i um und Ärger d er B e t r o ff enen " au s l ö s-; e . 1

2

E II,

S . 1 00 .

Me y e r s E n z y k l opäd i s ch e s L e x i kon , Mannh e i m 1 9 75 , Bd . 1 3 , " S c h e r zv e r e e nach d em ursp rti ngl . von d em Göt t i nger Univer­ s i t ä t snot ar Dan i e l s t amm en d e n M u s t e r : ' Zwe i Knaben gi ngen du rch das Korn , - d er a n d e r e b l i e s das K l ap p e rhorn - er konnt ' e s zwar n i c ht o r d en t l i ch b l as e n , - d och bl i e s e r ' s wen i g st ens e i ni� er­ m a ß e n ' ; e rs c h i e n e n e r st m al s 1 87 8 i n d e n Münch e n e r ' Fl i e gend e n Blät -c ern ' ; z ahl r e i c h e N ach ahmunge n . " ;;i .

74 3 :


-

50 -

s agt e n ab er n i c ht s au s , 1 s i e h o f ft en j a noch manc h e Be l us t i gung . " Eine zanksüc h t i ge Nach­ " Mit s ch ü l e r ahnt en d i e Urh e b e rsch aft ,

b ari n , d i e i hr e n Hund verl o r e n h at t e ,

b edach t e er mit d e r Sat i r e s

" 0 G o t t , o Gott ! / �e i n Hund i st t ot / S c h au n i c h t auf m e i ne s Nach­ b ar s N o t/ Me i n H und i st t ot / 0 G o t t , o Got t / I st so ein Jamme rn 2 n i c ht e in Spott / Vo r G o t t ? " D i e Z e i t d e r V ort räge über Kl as s i ke r i n d e n Deut s c h s t und en f ach t e wi ed er d ie Spot t l u s t

s e in e r Mit schül e r an . Pramb e rger hat t e

e i ne soh l ech t e Au s sprac he d urch e i n e Progeni e . Er st spä t er d u rch d i e Pre d i gt en konnt e er s e i ne Pro n u n z i at i on verbe s s ern . Das H e r z d e s S e p t iman e r s f and �rsat z für Irma i n e i ne r zag­ haft en L i e b e sroman z e mit Paul a .

" Paul i nenl i e d e r " l a s s e n ein B üch­

l e i n im Format der " Se e l e nk l änge " m it d em T i t e l " Ge i st e s k i n d e r " ent st ehe n .

Dari n " erdacht e "

fr em d e Nam e n . Mit

er s i ch für Schwärmere i en au s d e r Fer n e

" Fab i na " und " S uman i t i s " verspann er e i ch i n

s e i ne e i ge n e W e l t . Au ch s e lt e n e g erm an is c h e N amen s c hwirren du rch a e i n T agebuch . Wi e d er brach t e er vi ele d i ch t e r i e c h e P l ä n e und Ent wür f e ni cht z u Ende , z .

B.

d e n Ver s uch ,

e i n e n Roman , ähnl i ch wi e Freyt ag e

mi t d em T it e l " Der Quad e im Hausruc k " z u s c h r e ib en .

" lngo " ,

Ent wu rf e rst rec kt

e i ch n ur auf d en 1 . T e il .

Di e Quaden unt e rwar f e n

d i e ana ä s si ge n Ke lt en und macht en s i e z u S k l aven . t rugen ab er d i e s e Knech t sch aft n i c h t . drüc k er auf und b e s i e gt en d i e

Quaden .

Di e Kelt en e r­

S i e st and en ge gen i hr e Unt er­ Man s ch l o ß e i n e n Vertrag ,

gemäß d em d i e b e i de n Vö l ker unt e re inand er h e irat en sollt en . k i n d e r mach t e n d en Anfan g .

Der

Fürst en­

Auch das Drama "De r St udent " bl i e b ei n

Versuch . " Ei n ni e geahnt e s Bi l d , Fami l i en f e st e erinnert e " ,

d a s an d i e freund! i ch en Bi ed erme i e r­

war Prambe rger 1 8 9 7 durc h di e Ein führung

in das s ogenannt e Konsort i umhaus d e s A r z t e s Jähnl b e s c h i e d en . ir s ol l t e dem T ert i an e r Wi l h e l m Jähnl für d i e Nachprü f u ng i n Lat e i n Nac hhi l f e st unden geben . Pram berger gen oß i n Melk b e r e it s d e n Ru f e i n e s " Di c ht e r s .. und dafi er " sch ö ne Ge sch i ch t en z u e rzählen wi s s e " . kl e i n e S c hwe s t e r n , 1 2

Für Jäh nl s

" Ki n d e r aus b e s s e r e r Wel t " , war er d e r gel i e bt e

E II,

S . 100.

Eb d . ,

S . 1 39 .


- 51

ldärch e no nk e l .

Im Gart enhau s ,

-

" vo n wi l d e m We i n umrankt " ,

d i c h t et e

e r ve r spr oc h e n e Gedi cht l e i n , um s i e dann d e n j ub e l nd en Ki nd ern v o rz ul e s en ,

d i e e i c h " hu s ch e l nd " an ihn drä ngt en und e ic h auf

e e i n e ln i e s et zt e n .

"Hor c h et wi e d i e Wi nd e r a uschen/ Durch der

Zwe i ge d i ch t e s Dach ! /

H orc h en

i c h hör d er �ädch e n Sp rach •

• •

will i c h ,

s t i l l e l a u s c h e n/ Denn

"

Di e s e e " hold e Sp i el m i t d e n drei Ki nd e rn " war aber d o c h n i cht

s o b ek ö mm l i ch für Pramb e rg e r s " stürm i s ch e s l i e b e sb e dürft i ge s d a e s e i n em " Lo c ke n und Ko s en vo n Engel n " gl e i c h kam .

Gemüt " ,

" Da kü s st e st d u me ine m e i n Ki nd , / Der St unden , helle m i r am L i d , / Drauf vom Aug , me in gut e s Kind Die l ung . Das

"

Ic�

Ei nla d u n g d e s Onk e l s i n Wa ng bot

i hm e r s ehnt e Abwech s­

Die Arb e i t i n d e r Landwirt s c h aft d e r Nachbarn t at i hm gut .

E i n k ehr e n " nach den

b e k an n t u nd ,

er b em e rkt e ,

a u s g eü bt wu rd e . ein ,

Wange n/ N o c h t rä um i c h oft davo n , d i e vergangen , / Dann st r ah lt e s t rüb , i et ' e auch gebl i e b e n/ hab , / E i n T r ä nl e in fort g eri e b e n/ " .

K i r c hgänge n m acht e

w i e st ark h i e r d e r Bra u c h d e s Z u t r i nka n s

S e i n Onk el füh rt e i hn i m H a u s e d e s O b e rl e hr er s

wo man b e i T e e und T ort e p l aud ert e ,

d i e Ge h e i mn i e s e

i hn m i t d en Bau ern

u nd manc h e s Mä dch e n i n

d e s P e r s p ekt i v z e i c h n e n s e i ng ewe iht werden wol l t e .

Ma n h i e l t b e r e i t e v i el auf s e i n Wort .

Nac hh i l f e st u n d en in Z e i c hn e n füh rt en ihn i n M e l k i ns

1 1 � e i d l ha u s " , d em Hau s e d er fre u ndl i c he n W i t we nach d e m 1 89 0 v e r ­ s t or b e n e n Kan zl i st en Karl Se i d l und i hren v i er Kind e r n .

Es war

Paul i ne n s Vat e rhaus . " Do rt h i e l t i c h s o man c h en Vort rag über d i e B i b el , über d i e e r st e n �enech en , üb e r das kü n s t l e r i s ch e Leben in Gri e­ c h enl and , übe r die German e n ; d o rt l as i ch au s d e n " Se e l en­ k lä n g e n " und a u s den " Ge i st e s k i nd er n " G e d i cht e vo r ; d o rt r auch t en d i e Mä dch e n verbo t e n e Z igaret t en , u n d d o rt st i c kt e i c h i n e in e m u n b e wach t en Augenb l i c k i n e inen aufge spannt en St i c krahm e n das Wort ' L i eb e ' h i ne i n . Und d ort üb e rr e i c ht e 2 m i r Paul a am K o l omanit ag e i ne R o s e al s K i r ch t ags ge s c h e nk . " Do rt

wagt e man auch mi t Erl a ub n i s d er Mut t er Se i dl e i n

T ä n z c hen b e i kl e i n en Hau s k o n z ert en o d e r e r fr e ut e s i ch am 1 2

E II ,

S. 1 1 7.

Eb d •

S. 1 31 .

,


- 52 -

1 " Paks c he s e sp i el " • Di e j ungen 1\'Jänne r übt en s i ch i m "Mari age­ 2 3 sp i e l " . Das " S e kret ärsp i e l " gab oft Anlaß zu Ei fersüch t el e i en , denn e s b rach t e v i e l geh e im Verb o r�e n e s an d en T ag . Das ro�ant i s ch e , unschuld i g e S c h ä ferspi el i m '' Se i d lkre i s " führt e z u r Gründung e in e s " J ugen d b u nd e s '' u nd v e rm ehrt e Pramb erger s Lyri k um '' Pauli nen - und H i l d e nl i eder " . Im November b em e rkte Pramb erge r , daß s e i ne Mut t er al l e s e i n e Sch ri ft en d urch wüh lt hat t e und aus d e n Auf a c h r e i bu ngen i n s e i nem Bü c h l e i n " Urt ei l e und Ge danken " ü b e r d i e s e Sch äfe r z eit aufg e kl ärt wo r d e n war . Di e Mut t e r macht e i hm h e ft i ge VorwUrfe . Ihnen f o l Rt en hart e Wort e , da e i c h Pramberger n unm e h r k e i n e Vorsc h r i ft en mac h e n l a s s e n wol l t e , " b i s achl i e s e l i e h Mut t e r b i t t er l i c h z u wei n e n h e p:an n . Dam i t war i c b ent waffn et und ve rsprach i h r Lvö l l i gen G ehor s a!!!l • • • u nd ti b e r d i e Pau l i n e nl i e be b e gann s i c h R e i f z u b r ei t en , d i e M u s e 4 s c hw i eg . " " St ör e nd w i rkt e s i c h d e r Apri l 1 89 8 i m Den ke n und Dicht en d ur ch das rüc ks i ch t sl o s e Dre i np f u s c h e n d e s St aat e s au s . u 5 Di e s e W o rt e ge lt en d er Vor l ad u ng z ur A s s ent i erun,g . A l s F e i nd d e s Berufs­ m i l i t äre , d as " s e i n e r Pfli c ht nur im b e s ch e i d en s t en Ma s s e nachkam u n d glaubt e , al s Nac h f olger r i t t e rl i c h e r Tage d i eb e , an S t e l l e d e s öc hwert e a e i ne n l äch e rl i c h e n Säbel a n d e r Seit e , he rum f lani eren , ungest raft d en Dame n d en Hof mac h e n , um hohe Summ en s p i e l en und d em Herrgott d en Tag ab at ehlen z u dürfen " , füh l t e e r e ic h i n Ge fahr , " m i t d i e s er Kl as s e i n dau e rnde Bertihrung 6 zu kommen . " Al s e r f ti r unt augl i c h e rkl ä rt u nd a u fgefor d ert wurd e , d i e Hydr o c e l e ope r i eren zu l a s s en , füh l t e e r s i c h " w i e e i n Hund , d er s e i n Unge z i e fer abgebe u t elt h at " . 1 E i n e Art "�: en sch ärge re d i ch n i cht " . 2 un ge r/Khull , St e i r . Wort s c h . , Gra z 1 9 03 , S . 4 5 0 : " Mari asch und �ari asch sp i el n . , Name e i n e s d em T ar o c k ähnl i ch en Kart en spi el e . " 3 Be i di e s e m Spi e l geht e i n Z e t t e l r e i h um . Di e M it sp i e l er haben d i e Aufgabe , e i nen Bur s c h e n und e i n �lä d c b e n zu b e achrei b en . J e d e r T e i l nehme r s ch re i bt e i n e Z e i le a u f d en Zet t el und falt et d i e s en z u ­ e am� e n , d a ß d e r N ächs t e das Ge s c h r i ebene n i c ht l e s en kan n . Am End e w i rd d er Z ett e l geö f fnet und laut ver l e s e n . 4

E II ,

5 Eb d •

,

S . 1 34 . 5•

1 4 8•

6 Eb d • , S • 1 4 g •


- 53 -

Hat t e n N ach h i l fe s t unden Pramb erger s ch on i n Fam i l ien rer­ s c hi edenet en St andes geführt , s o ö f fn e t e n s i e d em Okt avaner c i e P f o rt en z u Sch loß Sch ö nbüh e l , d em Be s i t z d e s Grafen Vet t er vo n d er L i l i e . Der Grafe ns ohn Gu st i , e i n T ert i an er , s ol lt e s e i n Yrivat­ s c hü l er we rden . roi t e i nigen pädagogi sch en Kni ff e n gelang e s Pramb erger , von d em verwö hn t en Ki nd e ak z e pt i e rt z u werden . D:e En t l ohn un g t ru g i hm e inen Guld e n pro St unde , als Wegen t s c hä d :gu n g zwe i � 1 2 5 Kre u z e r u nd e i n e gut e J a u s e e i n . Pramb erger , d e r z u d i es e r Ze it a u f Grund s e i ne r G e d i c h t e 1 s ch o n " e i ne n gewi s s en N am e n " b e saß , wurd e gerne a l s Di cht er Pram b e rger " auch i n ange s e he ne n , vorn e hm e n und wohlhaben d e n 1am i­ l ien e i nge führt o d er für Fe ri e nt age e i ng e l ad e n . S e i n Ä u ß e r e s hat t e e r durch e i n e n B art v e rb e s s ern k ö nn e n . Auch vi e l e Ad e l s f am i l i e n f i nd e n i n Pramb e rg e r s "Er inner ungen " Erwähnung . Es g e l i ngt L'lm v or z ü gl i ch , die At mo sphär e , d ie Lebensgewohnh e i t en und das Ge sell­ s c h aft ale b e n d i es e r Häu s e r f e st z uhalt e n . Plast i sch s c h i l d e rt e r H a u s m u s i k abende i n d en Sal ons , p rächt i ge Haus bäll e in Ad e l s hä u s e rn u n d di e Be s ch äf t i g un gen d er j ungen Mäd chen wi e Klavi ersp i e l e � , 2 Bt i c ke n und " Kr än z e fl ech t e n aus Parnas e i en . " Et l i ch e Söhne d i e s e r H ä u s e r b e s t immt en für gewi s s e Z ei t ­ r ä ume Pramb erger s Leben s füh rung . Durch d i e s e n e u en Fr eunde konnt e e r s e ine n ge i st i ge n Hor i z ont e r w e i t e rn . Er wur d e auf Rei s e n nit­ genomwen , s o z . B . z ur " J ul ib ä um sau s st e l l ung " , d i e 1 89 8 i n Wi en s t a t t fand . Er e rhi elt auch Z ugang zu versch ie de nen Büc hern , deren Lektüre s e i n e Ge dank e n u nd s e i n e D i cht ung b ee infl ußt e . Mit m anc h en d i e s er Fr e u n d e , von denen s pät er e i ni g e e i nfl ußreiche St el l unge n b e kl e i d en s oll t en , st an d e r b i s i n s h o he Alt e r i n Bri ef w e c h s e l . Und im m e r wi e d er d i cht et e er " i m Banne " d e r manni gfal t ig st en E i n d rü c ke u n d Erl ebni s s e . J e d e s i n der S c h ule b eh andelt e Tb ena d e r Lit erat ur s t ü r zt e i hn i n e i nen Taumel romant i s ch er Be ge i s t erung . "

1 Lt . e i ner schr i ft l . roit t . v . Dr . Al fred Foc ke , Wie n , d em nach Pari s Güt e r s l o h s T o d e d i e Be a r b e i t u ng d e s N ac h la s s e s

anv e rt raut 2 S . 479 :

wu rd e .

E . St r a s b urge r , Lehrb uc h d e r Bot ani k , St ut t gart "Parnas s i a bal u s t r i s , Sumpfwi e s enpflanz e " .

1 95 1 ,


- 54 -

Di e s e fand i h ren N i e d er ac hlag i n Ent wü rf en gr oß angel egt e r Di c ht unge n w i e T ri l ogi e n ,

Ep en , Roman e n , Dram en o d er Roman z e n z y kl en .

In d i e s e n l i t e rar i s c h e n Ve r s uc h e n verwe nde t e e r d ie ver s ch i e d en e n , i n d e r Sch u l e gel e r nt e n Ve r smaß e und - art en . Ge füh l e d u rch Be g e gn ungen m it Li e d e r und B al l a d en .

Im Üb e r s c h wang d e r

" T ö c ht er n de s Hau s e s " ent s t an d en

Im ü bervo l l e n H e r z e n d e s Okt avan e r s gär t e e s .

Di e s e ver sch i ed en en Werke k am e n über den Anfang o d er ti b er d as En t wurf s st ad i um nur weni g hinaus .

D e r d i c ht eri e c h e At em d e s Inhalt e

Ve rfa s s e r s r e i ch t e n i cht für d i e Vol l endunR aus . T i t el u nd

d i e s e r Fragm e nt e s i n d au ß e r d e m v i el e h er b e z ei c hn e n d für e i n e ge­ wi s s e En t wi c kl ungs s t u fe , al s für s e i n e P e r s ö n l i c h k ei t ,

so daß von

e i n e r nähe r en Erö rt e r un g an d i e s e r St e l l e ab g e s eh e n wer d en k ann . J u g e nd - und Di cht erbü n d e wurden ge grün d e t , Kr e i s e m i t Kun st u nd Wi s s e n sc h aft b e s chäft i gt en , z um H a up t zwe ck " hat t en , p fl e gen s ol l t e n .

Do ch

d i e s i ch i m e ngen " n i c ht Tri n ke n

s ond ern Fre u d e an Nat ur , K un st u n d Po e s i e

alle di e s e

" s o f r e u nd l i c h aufgeb aut en " Jugend­

bün d e wur d en d ur ch P o l i t i k unmö gl ich gemach t , we i l di e Ge spr ä c h s­ t h e m e n a u f d i e P o l i t i k üb erginge n u n d s o d i e Gem e i n s chaft z e r ­ s t ö rt e n . In d i e s e n Kre i s en r i e t man Pramberger , nach der Mat ura Germanis t i k und

Ge sch i c ht e z u st u d i e r en .

" Dae war al l e s gut gemeint ,

ab e r d a s t and der s o nd e rb ar e

Dran g i n mir e n tgege n , d er g e i s t l i c h e St and . Und dann f eh lt e j a z u s o l c h e i n e m St udi um das Ge l d . Denn ohne d e n Dokt o r wol l t e i c h ni c ht al s S c h r i ft st el l e r auft r et en . " 1

d e r i n die s en T agen i n s e i n T agebuch s c h r e i b t 2 a c hwer f i el e s auf m e i ne S e el e . I ch hat t e j a k e i n Ge lü b d e Pramb e rger ,

" · · ·

g em ach t , Pri e st er z u werden und auch wen i g Ne igung d a z u

11

b e gan n

s i ch nun d o c h üb e r d a s Le b en im Nov i z i at e z u inf orm i e r e n . " Di e gro s s art i ge Bibl i ot h ek d e s St i ft e s h att e e s m ir an­ get an , e i n L e b en n eb e n so l ch e n Bü c h e rs chät z e n al s r e ch t an­ n ehmbar ab z u s ch ät z en . Z ud em hat t e i c h j a noc h k e i n e n We i t bl i c k i n d i e akadem i s c he Welt hinaus , u n d e i n Ehrgei z war e s � d i e­ s e n m e i n en L e h r e rn e i n ebenbür t i ger Men s c h z u werden ! " :J 1

2 3

E il ,

S. 1 53.

Pramb e r ge r b e z i e ht E II ,

S . 1 66 .

s i ch a u f das Ge spräch mit d er Gr o ßm ut t e r .


- 55 -

So l i e ß

er d e nn die gan z e ge i s t i ge Mac h t der Kl o s t erbt c h ere i

au f s i c h e inwi r ke n und

l i c he

t rä um t e d avon ,

Di nge dem Volke v o r z u t rage n "

auch

e i nmal

" wi s s e n s c h aft ­

und d i e gr oß art i ge n S chät z e

d i e s e r Bibl i ot he k z u verwalt en .

Üb erwäl t i gt v o n d ie s e n Vorst e l l ungen m e l de t e e r s c h l i e ß l i c h

b e i m N ov i zenm e i st er " s e i n e n Wi l l e n an ,

i m St i ft

Me l k um Au fnahm e

anz u s u c h en . " Al s er d i e s en Ent s c h l u ß s e i ner Mut t er m i t t e i lt e ,

s i e s i c h z u e inem l e i s e n Kur zgebe t

s ah s i e mich gut an und s agt e :

vor das Mar i e n b i l d h i n .

' Überle g d ir ' s wohl ! 1 du ke in e n Vorwu rf mache n , wenn es m i s s rät ' • 11

Zum 3 .

Nov em b e r

" kn i e t e

1 89 8 n o t i e rt Pram b e r g e r :

Dann

Mir d arfst

" D er 3 .

N ovaober

führt e m i c h m i t e i ner b erü hmt w e rd enden Per s ö n l i c h k ei t z u s amo e n ,

d e r fre i l i c h d i e An r e gung z u s e i ne r B erü hmt h e i t m i r z u v e r d anke n

hat :

Gü t ers l oh . " Pramb e r ger wur d e vom Konvi kt s d i re kt or d a z u a u s er­

s eh e n ,

d e n v e rwö hn t e n ,

aber unglü c kl i c h en e l f j äh r i g e n Konvi kt i s t e n , 2 i n s e i n e " Br u d erarm e " den Primaner nam e ns Alb ert Ki eht r e i ber

z u n e hm e n . Die Rem une rat i on für d i e s en Konv i kt i s t en , b e t rug im Monat

N ac h h i l fe st und e n hat t e , s pürt e s ehr bald ,

e i n e n Freund

7

bi s

10

d er al l e T a ge

Guld en . Pram b e r ge r

daß d e r Kn ab e weniger e i nen Nachhi l fe l e h r e� a l s

b r a uc h t e .

Pramb erger konnt e z ur Ve rb e s s er un g v o n

Al b e rt e s chle cht en Z e ns uren b e i t ragen und regt e d i e s e n auc b � um Z e i c h n e n und D i c h t e n an .

Al b ert las m i t gro ß er Aufm erk s am k e i t

P ramb erge r s Gedi ch t e und b e s i ch t i gt e auc h d e s s e n Z e i c hnungen .

"· ··

und ward ange st e c kt

kü nft i ge n Beruf ,

l ei st en soll t e . H

3

• • •

E s war d i e

e r st e Anre gung z u � i nem

i n d em al s Di c h t e r und Mal e r er so Gr a s s a rt i ge s

I n e i n em unvo l l e nd e t en Bri e f Güt e r e l c h s an P r am b e rger ne nnt

er ihn " d en i d e al e n Fre und s e i ne r J u g e n d . " 4 1

2

E II ,

S. 1 72 .

w1 e Pari s Güt e r e l ch m it bürgerl i c h em N am e n h i e ß .

3 E I I , S . 1 80 . 4

Sch r i ft l .

� it t

.

d e s P . Alf r e d Foc k e ,

Wi en , v .

6 . 1 2 . 1 9 74 .


-

56 -

1ür d i e Güt e r s l o h - F or s c h ung i st

B e de u t ung al s

ze i t l i e fe rt . "

er

Im Mi kr

1

b e f i nd en

& Sö hne

in W i e n war ,

nal br i ef e d e s Vat e r s ,

An d e r l

fühlt e

als

der

s i c h Jugendb r i e f e

der d er

s e i n e r Mut t e r .

''Mi kro ko sm o s "

u nd

( N e ue

i n F o rm e i ne r D o k um e n t at i on au s Z u s amme narb e i t ,

v e rwe ndet e .

Am 2 7 .

" im mit

Am

1.

J uni ,

Mai dem

n a e i um s

Bi o gr aph i e ,

d em N ach l aß Ei s e n et a d t ,

b e i Ku ch e n und

" N e u n un d vi e r z i g st e

in

Bd .

19,

" Pann o ni a " ,

III .

Jg. ,

Nr .

u nd

Magaz i n

3 - 4

,

Kakao

die

d ur ft e Pramb erge r

Glü c kwüns c h e s e i ne s

e nt ge gennehmen .

Jahre s b e r i c h t

des k .

k.

zu Me l k " v e r ö f f e nt l i c ht e am

S t i ft s g�m ­

Schlu s s e d e s

1 89 8/ 9 9 i n d e r N am e n s l i s t e d e r ap� r o b i ert en Ab i t u�ient e n 1 09 : " Za h l : 8 , N am e : P r amb e r g e r J u l i u s , Al t e r 2 2 �/ 2 J ah r e ,

S c h u l j ahre s

Ge b u rt s ort ,

Vat e r l and :

Gymna s i al st u di e n &

T h e o l ogi e

ö et e rr .

ge s ch müc kt e n He i m "

d er B e ne d i c t i n er

auf Sei te

d i e Poc k e z ur Ab fa s s un g

T ag d er münd l i c h e n Mat ura ,

" gut e n Müt t erl e i n s " Der

d em s i c h Al b e rt m eh r verbund et

b e gann e n di e T age d e r s c h r i ft l i c h en Mat u r a .

1 89 9

e i nem Kran z e

und Origi­

Güt e r e l c h v e rfaßt e für Pramb e rger e

Gü t e r e l o h - B i o graph i e

1 9 75 )

Güt e r e l ch s

St u d i e n-

Al t c h e f d er gro ß en We i ßwaren f i rns

s e i ne J u ge n d b i ograph i e ,

fü r e uropäi sc h e

Dat e n au s Güt e r s l ohs

" b i sh e r kaum b e k annt e

1

Pram b e r ger i n s o f e rn � o n

9

P ö c h l arn ,

J ah r e ,

No t e :

N i e d e rö st err e i c h ,

re if ,

G e wählt e s

Da u e r d er

Be ru fs s t u d i uo :

( Regular - Cl e ru e ) . "

1 S c hr i ft l .

Mit t . Foc k e s v . 2 7 . 2 . 1 9 7 5 . Der o b e n z i t i e rt e Br i e f d e s Gü t e r s l o h - B i o grap h e n n e nnt P r am b e rger " e i n d i cht e�i s c h e s Gemüt " , we l c h e s " Gü t e r e l o h a Bemühungen um d i e Dich t un g u nt er­ s t ü t z t e , s e i n T al e nt f ö r d ert e un d i hn gl e i ch z e i t i g z um St ud i un anh al t e n s o l l t e . "


\:"'

56 a -

1 Pramberger im Jahre 1 8 9 8


- 57

c.

A

u f

d e r

-

H o c h s

c

h

u

1

e

1 . Das Noviziat ( 1 899 - 1 9 00 ) Fe ri en n ach erfolg r e i c h b e st andener Mat urität spni fung fü hr t e n Pramb erger nach Kl amm , Wi e n und Alt enmarkt . " Mi t e i ne r e n ergi s c h e n Abwehr h at t e i c h au ch di e d um m e Bedingung d e s M e l ker 1 Kap i tel s aus dem Weg geräumt . " Di e s e " d umme Bedi ngung " war al le r­ d i n g s e ine aus d e r S i c h t d e s K ap i t e l s b erecht i gt e For d er ung . Pramb erger s ollt e s ic h vor Be gi nn d e s Novi z i at e s e i ner Op e r at i o n unt e r zi eh en , um e i n e n wwaa s erbruch " z·u h e i l en . Da er ab e r i n s e i n e n T agebüch ern n i c ht we i ter darauf ei ngeht , wird n i c ht er s i c h t l i c h o b P ram b e rge r e i ne d ur c h a u s v e r s t ä n d l i ch e Scheu vor d er Operat i on h at t e , oder ob n o c h an dere Gründe mit spi elt en . Gl e i c h z u Anfang der Feri en füh lt e er s i ch zu ei ner Be sch äf­ t i gu ng h i n ge z o ge n , d i e i hn n o c h o ft in ihren Bann z i e h en s o l lt e n äm l i c h d em St u d i um d e r Han d s c h r i ft en i n der St i ft s b i b l i ot h ek . Er l ernt e di e " Gr u n d r e ge l n d er Di p l om at i k ( Lehre v o n d er Ent z i f ­ f e r ung un d De ut ung v o n Urk und en ) und d i e Alphab e t h e d er spät m i t t el ­ 2 al t e rl i c h en M i n u s k e l n . " Ei n gro ß e r T e i l d e s Sommers war d em B e s u ch v e r s c h i e d ener Ve rwandt e r gewi d m et . Be i d e r T a nt e i n Kl am m l ernt e e r drei j unge Mä d ch e n k e n n e n , mit denen er S p a z i e rgänge unt ernahm . Auf e i n e r d i e s e r Wande rungen e nt d e c k t en s i e e i n Wegk r e u z " mit e i n er g e rad e z u grä ß l i c h e n Ho l z s c h n i t ze r e i " . Di e Mädch e n waren ent se t zt , Pram­ b er g e r ab e r v e r t e i d i gt e d en G e s chmack der Bau ern und verfaß t e gl e i c h ei n G e d i e n t a u f d e n ge s ch ni t z t en H e i l an d . E s i st d i e s einer d e r e rst e n H i n w e i s e a u f e i n e b ewuß t e Au s e i nander s e t z ung m i t bäue r l i c h e r Kul t ur . Der 1 7 . J u l i b r a c h t e e i n en Hö hep unkt d er Feri e n . Pramberger f u hr a l s Gast d e r �' am i l i e K i e ht r e i b e r nach Wi e n und b e s i c h t i g t e d i e v e r s c hi e d e n e n S e h en s wü rdi g k e it en . Von Kalksburg a u s unt ernahm e r e i n e n Fußmar s ch nach Si e b enhirt en , um d ort Verwandt e zu b e s u c h e n Dem Onk e l g e g e nü b e r ä u ß ert e e r s eine t ie f e Abn e i gung gegen j e d e Di e

,

,

F o rrL

des

Aa k e t e nt um s .

1 E II I , S . 1 . 2 Ebd .

.


-

58 -

Ei n e Fah rt m i t d e r Damp f t r amway nach Mö d l i ng u nd von d o r t we it e r m i t d er Bahn b rach t e Pramb erger nach Laxenburg .

Er b e z e i c h­

net d i e Pr an z an s b u rg z u t r e f f e n d al s " Sp i e l e r e i d e s Kai s e r a Fran z "

und h e bt h erv o r , daß der Führer d i e B u r g al s aus dem Mit t el al t e r s t amm e n d b e z e i chn et e , w a s nat ür l i c h gan z fal s ch i st . Di e s er Aufen t h al t b e i d e r T ant e b r ac h t e noc h manche Ver­ gnügu n ge n wi e Kr e b a e fan gen ,

e i n Gart e n f e s t i n e i nem l amp i onge­

s c hmüc kt e n Gart e n und e i nen Au s fl ug zur Wal l f ahrt ek i r c h e En z e rs­ d or f . Z urüc kgek e hrt nac h Me l k b e ri e t s i c h Pramb erger m i t d em N ovi z enme i st er d e s St i ft e s üb e r s e i n en z ukü nft i ge n Ord ensnam e n . Er

sprach vo n S i gi b o l d

( e r st e r

Di c ht er in Mel k ) o d e r R i c hard ;

Abt von Me l k

),

Erch e nfri ed

( e r st er

e i ne m erkwü rd i ge Gegenü b er st el l ung

v o n p oet i sch e n u n d al l t ä gl i c h e n Nam e n . In d i e s e r Z e i t e n t st an d en wi e d er Pläne und Ent wUrfe z u Dram e n ,

e i n e r T r i l ogi e ,

B e arb e i t ungen v on T he m e n aus d em Hom e r

und d er german is ch e n Sagenwe l t .

Ab e r " e s h at n i cht fert i g we r d en 1 war i ch d o c h z u v i e l abg e l enkt . "

könne n ,

In d er

zwe i t en Hälf t e d e s Au gu s t fol gt e Pramb er ger d er Ei n-­

l ad u n � e i n e s Fr e un d e s nac h Al t enmarkt .

B e i e inem Spa z i e rgang d u r ch Am Ufer

d e n Wal d s ah er d a s Z u s amme nt re ff e n zwe i e r Welt en .

Teiches ,

i n d e s sen Näh e T el e ph on l e i t ungen verl e gt wurd e n ,

t e t e n H o l zfäl l e r .

e i ne s arb e i­

Pram b erge r fühlt e d en Ge ge n s at z zwi s ch e n Nat ur

u n d T ech n i k und verfa ß t e e i n G e d i c ht

auf die Romant ik d e s Wal d e s .

Der Somm er verl i e f al l e r d i ng e n i c h t gan z s o unb e s c h we r t , w i e d i e s nach d e n ge s ch i ld e rt e n Er e i gn i s s e n e r s c h e inen mag .

Pram­

b e rg e rs Aus e i n an d e r s e t z ung m i t d e n Anf ord e rungen d e s z ukünft igen Ord e nsl e b e n s füh rt e zu e i n e m kr i t i s c h e n S t andp unkt .

Er l e h nt e

sich

i n n erl i c h gegen d i e " Ar m s e l i gk e i t d e s h e ut igen Orden sl ebe n s " auf , ge ge n Ord e n al e u t e ,

d e n e n der Sp e i s e e aal m ehr gal t a l s d i e B i b l i o­

t h e k d e s St i ft e s o d er g egen s o l ch e , D i e gan z e Lab i l i t ät d e s

d i e " ve rrüc kt e A s k et en ''

S e e l e n z u st and e s ,

i n d e r e s hä t t e l e i c ht

z u e i n er Abwe ndung v om O r d en s l e b en komm e n könne n , ab e r n ur i n Träume n , 1

.r.; I I I ,

S.?.

w are n

ä u ß e rt e s i ch

d i e Pr am b e rg e r al s üb erau s l ebhaft u nd an-

.


-

genehm aohi l d ert . Er

s ah

59 -

e i ch als St u dent en d er Jur i sprudenz oder

Me d i zin und Ang ehör i gen e ine r s chlagenden Ver b i nd ung , nie aber a l s T h e o l og e n . Der I nhal t d er Träume st e i gert e s i c h z u t ol l en nä c h t ­ l i che n St reichen , die zu K o nf l i kt en m i t der Pol i z e i führt en und m i t d er Le b en s füh rung ei ne s The ol ogi e st udent en unvere i nb ar war e n . Auc h e i ni ge Mä d c h e n au s früherer Z e i t ersch i enen im Tr aum , ni e ab er Hil de a "Es war , al s ob i ch s i e ganz verge s s en hät t e . " Doch t raf er i n Melk gerade d i e s e s Mä d c h e n wi eder , und d i e alt e Lie b e e rwac hte aufs neue . Bö s er Trat s c h über s e ine Person kam P ramb erger zu Ohr en , gege n den er e i ch z u weh r e n wußt e ' " So hat t e d i e But t erbäuerin ge s agt , daß g e rade d i e dümms t en Ke rl e di e Mat u ra b e st ünd e n . Da l i e s s i ch ihr sagen , ihr Mann möge s i ch fürs kommend e Jahr z ur Mat ura mel d e n , er b e stünd e 1 s i e . Das habe er b e w i e s e n , da e r gerad e s i e geh eirat et habe . " Di es e Ant wo rt z e i gt zwar Pram be rge r s Schl agfert i gke it , i s t ab e r m i t c hr i st l i c h er Demut und Bere i t s c haft zu v er z ei h e n nur s ch l e ch t ver e i nbar . N un h i eß e s ab e r , Ab s c hi e d e be a ucm ma c h en und d en Ko f fer z um Ei nt r i t t i n s Kl o st e r p ac ken . Ge d i c ht e s c h i l d ern di e St immung d i e s e r Ta ge ' Trauer , Sehns u ch t , Ge danken an H i l d e , n i c ht s von Vorfreude auf e i ne künft i ge Ber ufung . Pramberger l e gt e e ic h n o c h e i nmal Rech e ns c h aft ü b e r d i e Mot ive z u s e i nem E i nt ri tt i ns Kl o s t er ab ' Der Wun s c h d e r Verwan dt en , vor al l e m d er Mut t er , der Ehrge i z , e s d e n Prof e s s oren nach z ut un , und d i e Aus s i ch t , di e h e rrl i c h e St i ft s­ b i b l i o t h e k b e nüt z en zu dürfen . A s ke t i sch e Üb ung en fand er n a c h wi e v o r ab st oß end . Got t war fü r ihn der Vat er ,

zu d em er im G e b e t

s pr ech en konnt e . Ihm b rach t e er s e i ne L i e b e z u H i l d e z um Op f er d ar . I n d e n l e t z t en Augus t t agen gi ng er n o ch nach Mari a Tafe rl , um se inen S c hri tt d e r Got t e sm utt er anz uemp fehl en . Am m e i st en

für ch t e t e d er ange hend e Novi z e d i e Be s c hränkung s e i ner Fr ei h e i t . Be a u ehe b e i d er Mutt er wür d e n nur s el t en mögl i c h s e i n , d i e " et ab i l i t as l oc i " v erb ot Wan derung e n und Aus flüge , auch Spa z i er­ gänge im Park d e s St i ft e s waren nur zu b e st immt e n St unden erlaubt , 1

E III , S. 1 3.


- 60 -

W ie sCh on im Gymnas ium fühlt e P ramberger s i ch auc h j e t z t v on den üb r i gen N ovi ze n abgel e hnt u nd ver spott et . Er sah s i ch

s el bs t al s d e re n " en s f o p p ab i l e " . Be s ond er s Frat e r Ot t o ge l t en

an kl agen d e Wort e . 11 Wenn nur d i e s e r Mephi s t o n i c ht gewe s e n wä r e ! " 1 Die trübe St immung wurde etwas gemild ert , als Pramb erger daß

e r f uhr ,

Hi l d e s ich nach i hm e rk und i gt habe , und al s ei nige

Pr o fe s s oren ihm Z e i c he n ihr e s Wohlwo l l e ns gab en . I n den nachm i t­ t ä gl i c he n St unden d er Erhol ung as s i s t i e rt e n d i e künft igen Novi z e n den Pat re s b e im Kege l sp i e l 1m Ga rt e n . Am

3 1 . August 1 89 9 wurd e n d e n N ovi zen d i e Köpfe kahlge­

s c h o re n , und s i e b e zo gen die i hnen z ug ewi e s enen Zimm er . Pramb e rger s o l lt e mi t Ern st Point ner wohne n , d er i hm das Du-Wo rt ant r u g . Frat er R i chard - wi e Pramberger nun h i e ß - hat t e eigent l i c h d i e Ab s i e ht sehabt , eine gewi s s e Di s t an z z u h al t en , konnt e ab er d a s fre und sch aft l i c h e An geb ot nicht gut ab s c hlage n . P o i nt n er war St u­ d en t d e r T h e ol o gi e i n L i n z gewe s en . Eine Krankh e i t hat t e s e i n e n Wec h s e l nach fuelk veranlaßt . D e r e i n st i ge Fr e ig e i s t hat t e s e i n e G e s i nnung e iner Ersch e inung we gen geä nd ert . Pramb erger fand i n i hm e in e verwandt e S e e l e , gl e i ch ihm d er Di cht kunst z ug en e i gt u nd e i n gel i ebt e s Mä dc he n b e im Ei ntri tt ins Kl o st e r z urüc kl as s e n d . Am

1 . Sept ember wurden die Nov i z e n i n d en Hab it u s d er B e n e ­

d i kt i ner gekl e i d et . Von nun an verl i e f e n d i e T age i n s t r e nger

Rege lmä ß i g ke it zwi sch en Got t e s d i e n st , Ge b e t u nd Erhol ung s st u nd e n . I n d i e s e r Z e i t k eh rt e Pramb erger wi e d e r zu s e i ner alt en Ge wohnb s i t z urüc k , s e i n e Ab endandacht m i t e i n em e i nfachen Kind ergeb et an d as 11 J e s ukindlei n 11 z u sch l i e ßen . Bal d erhi e l t er d en Au ft rag , e i nem h al bb l i n d en Pat e r d i e Z e i t un g vorzul e s e n . Di eser - e s war P l ac i du s He lmr e i c h - b e ri ch­ t et e ihm

m anc he s

au s der Ve rgange nh e i t d e s St i ft e s . Pramb er ger

v erwert et e spät e r d ie s e Er zähl ung e n in s e i nen m onasti c ae M el l i c e n s e s 1 1 •

"

Ephemer i d e e

Das Verhäl t n i s z u s e i n e n Mi t b rü d e rn war nicht i mmer gut . " Fast j ed e n Tag

k am

e s z u irgen d e i n em Han e r , zum e i st von Sever i n

o d e r Ernst v e ranl as s t , und ich , üb e rau s empfi ndli ch , l e gt e m anc h e s 2 and e r s au s , al s e s geme int war . " Doc h b al d hat t e Pramb e rger 1

2

E II I ,

S. 1 7.

Ebd . , S . 2 3 .


- 61 and e r e G e s el ls c h aft ,

gann ,

Al b e rt

da das

S c h u l j ahr d e s G y m na s i um s

un d s i c h v i e r Pri vat s c hü l e r fü r ihn f an d e n , K i eht r e i ber .

Am Sonnt ag ,

1 7.

dem

Sept ember ,

Wi l l i b al d

Z i mm e r au f s uc ht e ,

woh l

Ernst ,

i n d em

ge l au s c ht

wi e d e r h i e d e n g e wo rd e n " . e r mit

der

s elbst

hat t e ,

gemal t e n

s c h ei nb a r e n Ru he

Hi l d e n l i e b e ,

s pr ac h

b i ld

al s

Symb o l

H i ld e

l i eß

führt en

zu

E i n fü r d as

Rum o l d i "

Kö n i gs h o f .

Z i mm e r Doch

komm e n d e Jahr zu

e r k annt , und

i n d i e s er

Wüns c h e .

Ver smaß

m an e t ag b e gann d i e Arb e i t

mit

wol l t e

Er

Di e

e i ne L e b e n s­

St i ft s b i bl i ot h e k l i e­ H u go Vard e u e

'' Vi t a

"Dre i z eh n l i n d e n "

Z u e i gn un g . er

1

Am Ko l o­

Pramb e rger wa r i n

d aß

selbst

hat t e Pr am b e r g e r

St roph en f e rt i gg e s t e l l t .

den g l ü c kl i c hs t e n s e i n e s Novi z i at e s b e z e i c h n e t .

der

nun

hat t e ,

e i n Fr e un d gewo r d e n war u nd

fac ht e Pram b erger e Ei f e r

gesch i l d ert , te zu

wi e er vor

e i n e Braut ,

H ilde

die

w i e d e r an .

s e inem

er a b e r

Fü r d e n z we i t e n T e i l

r e i s e i n d e n Or i e n t 1F.

W.

We h e r ,

s el b s t

Ei nt r i t t

d e s Werke s , sol l t e ,

llre i z e h nl i nd en ,

ins

Hi e r

d i e s e n Tag al s

Bi s End e

Novemb e r

an .

Kl o s t er

Ko l oman wurde

l e bt e .

klang wohl

die

1 9 02 .

H i s t ori c a '' ,

Er hat ­

Li e b e

P i l g er­

fand Pram b e r g e r ke i ne

Faderb orn

Ern st ,

d i ch t e n b e gon n e n

d e r von Ko l omans

W e i t e r e H i n w e i s e s i e h e " Mo n u m e n t a Ge rm a n i R e " P a e e i o S . C h o l om a n n i " , 8 . 6 7 4- 6 7 9 .

674:

zu

imm er au f s n e ue

z urü c kl i e ß .

b er i ch t en

I d e al ­

t at s ä c h ­

e i n e r so ü b e rgroße n Hoc h s t imm un g ,

1 6 00 v i er z e i l i ge

In

b e r i c ht et e S age vom i ri s ch en

d em von

der

di e

Ge dan k e n

di e

Mi ß s t imm un g .

" V i t a C o l omani " ,

f o l gt e

d enn

die

Zeit

e rwart e n d e s J ub i l ä um d e s Abt e s

Kol oman v e r f as s e n .

G o t h alms

" Es war

i mm e r m e h r z u e i n e�

das

der

z u ge wi e s e n ,

Pram b erge r h at t e wah r sc h e i nl i ch

und e i ne von S c hramb

Das

i hm a u s .

ä u ß e ren An l a ß -

i n Pramb e rge r e i n en n e u e n Plan r e i f e n &

f e rt e d i e Qu e l l e n s st i

ohne

Zwangsvor st e l l u ng e n

be a ch r e i b un g d e s h l .

mit

auch Er n s t ,

fü r une r fü l l t e

l i c h e Bedeut ung d i e s e r kä d c heng e st alt an

s i ch

Bi l d er n s c h müc kt e .

er d as Mä d c h e n ,

a t il i s i e r t wi r d .

sein

r i e f e r vo l l Ver­

u nd

s c h ö ne re s

e rwach t e wi e d e r -

v i el le i cht

Ge d i c ht e n s c h i l d er t

werden ! "

ihn beruhigen ,

Pramb erger b e k am e i n ne u e s ,

das

z u e i n em

i hn et was spät er s e i ne Mut t e r fan d .

Di e Mut t er k o nn t e

a n d er Tür

ge l an gt en d i e Aue e i ns n d e r­

so d aß Pramb e rger w e i n e nd

d a s wi r d e i n Novi z i at

"Me i n e Mut t er ,

zwei fl ung .

und

darunt er wi e d �r

B e i m Mit t age s e e n k am e s

s e t z unge n z u e i ne m Hö he p un kt . St re i t m i t

wi e d e r b e ­

1\'J G

�uel l en ,

SS IV ,


-

62

-

d i e s i c h d i rekt darauf bez ogen hätt en . Er nahm Zuflu cht z u s ei ne r Phant as i e und erfand , g e s t ü t z t auf e i nige Re i s e handbü c h e r unj Ge­ s c h i c h t swerke , Kol omans Ab e nt euer . Kol omans T od und Be et at t u�g i n Me l k so ll t en den Ab schluß b il d en . In d i e s e n Nov emb ert agen war Ern st wi e d er z u e i n em Pro· l em geword e n . Es hat t e e i c h b e i i hm e i ne Hyp o chond r i e ent wi c k elt . Er wol l t e abe r vo n e in em Ar zt n i c ht s wi s s e n . Pramberger b e sch afft e e i ch e ini ge Lehrbüc her üb e r psych i s c h e Erkrankunge n und b e gann sich

ü b er d i e s e s Ge b i et z u i n form i e ren . Er empfand d i e s e St udi e n

al s angenehm en Au sgl e i c h z ur d i cht e r i ec h e n Tät i gk e it , l e rnt e aber nur we nig "üb e r Ern st e n s e i ngebi l d e t e Krankh e i t . " Ei ne wei t ere Ab le nkung b rach t e d e r erst e Ve rs u ch , e t was üb e r d i e Vor fahren d e r Pami l i e Pramb erger herau s zufind en . Die s e A.bn en:torachung wurde d urch ei ne Not i z i n " Pi lwe i ns T op ographie d e s Lan d e s o b d e r En ns " angeregt , i n d e r d e r N ame " P ramberg '' au ft aucht e 6 Das Kol oman- Ep o s war fert i gg e st el lt , e s gi ng nun d arum , d i e ä u ß e re Aufmach ung f e st z ule gen . Der St i ft s b i b l i ot h ekar Pro f . Rudolf e mp fahl den Wi ener Buchbi n d e r Nagl .

" Ic h b e st ellt e e i n Buch au s

Gr o ß f oli o Mi ni st erpap i er , e in en G e s c h e nkp racht b and i n Le d e r . N at ü rl i c h verl an gt e i c h Gol d sch n i tt u nd a l s Au fdruck i n Gold­ 1 l et t ern s Fr . Ri c hard . De r Mönch von Ini s fal len . " Zur Au s s c hmüc kun g s ol l t en Init i al e n aus d er Z e i t d e r Frühgot i k s o wi e Umrahmungen a u s Li li e n , Rosen u nd Pas s i on s b l um e n d i e n e n . Pramberge r scb reibt s 2 " Da s De di kat i onswe r k l i e gt im St i ft e arc h i v in Mel k . " L e i d er kon nt e e s aber b i sh e r ni cht m e hr au fge funden werd e n . I m J a hre 1 9 7 3 sah e a aus , al s ob e s d o c h noc h a n s T age s l i c ht komm en soll t e . Pat e r E . Kummer , d e r Arc hi var d e s St i ft e s Melk , vermut et e e s i n e inem ver schlo s s e n en Gl as kast e n . Di e Verm ut ung wurd e aber l ei der 3 n i c h t b e s t ät i gt . Nach der an st rengenden Arb e i t an s e inem Epos s uc ht e fr am­ b ar ger Erhol ung in n e u e n L i e b e s ge d i c ht en , die e r s e l bst al s " w ahr e Pe rl e n d e r Di cht ung '' b e z e i c hnet . De ut l i c h läßt s i ch h i e r n o ch d i e 1E

2

3

III , S. 40.

Ebd .

,

S.41

Bri e fe d e s P . Edmund Kumme r v . 1 5 . Apr il 1 9 7 3 u . v .

1 6 . Jul i 1 9 7 3 .


- 63 -

Ho c h s t immung erkenne n , i n die er durch de n Erfolg s e i n e s Wer{ e s ver s et zt word en war . Die H i l d e nl i e b e brach t e i mm e r wieder ein " uns i nnige s Se lbst q uäl e n " . Pramb erger b e schl o ß zwar , d er i rdi sch e n Li e b e zugunst e n der Li ebe zur Got t e sm ut t er z u e nt s agen , doch konnt e e r d i e s e n Ent sch l u ß nie d urchführ e n . In d en ersten J ännert agen s c hri e b er e i n G e di c ht , das er zum erst en Mal m i t d e m Name n " El f e nau 11 z e i ch n et e , d er s e i n kii n f­ t i ge s P s e u do nym werden s ol l t e .

1

Wie w e i t s i c h ab er d i e Hi l d� l i e b e

s c h o n v o n d e r Wirkl i c hk e i t e nt f ernt hat t e und zum bl o ß en Wu� ch­ bi l d gewo rd e n war , zei gt e e ich , a l s er Hil d e i n d er St i ft s s akri st e i s ah , wo si e i hm gar n i c h t m e hr gefi e l . Das Verhältni s z u Ernst kühl t e ab . Pramberg er fühlt e s i c h vere i n samt und s ucht e wi eder i n Ge d i cht en Erl e i c h t erung . D i e n un e nt s t and e n en Li eb e sl i e d e r nannt e e r s el b st " Bl i t z ab l e i t e r l i ede r " . N ov i zenme i st er u n d Vo rge s et zt e ab er s c h i e n e n nich t s vo n d i e s e n Seelenkämpfen z u ahn en . Sie war e n m i t i hm z u fr i e d en , wi e a us de n fol ge nden vo n Pat er Konst ant i n st amme nden Be urt e il urgen vor dem Kapit e l ersi cht l i ch i st : " 1 4 . Ap ri l ( Kars am st ag ) 1 9 00 s Er gi bt d e n and ern e i n gu t e s Be i sp i el . Er führt au s s i ch e i n rel i gi ö s e s L e b en und muß n i ch t e i ge ns dazu angehalt en wer d e n . Der Kan d i d at i st gut t al ent iert und d i c ht er i s ch be gabt ; so hat e r das Le be n des hl . Sch ut z­ p at rons Ko l oman in Versen g e sc h i l d ert . Al s er s i ch mit dem Pl an b e faßt e , das Leben d e s h l . Kol oman in Ver sen zu erzähl e n , hat er al le Bü che r , d i e ü ber d e s s e n L e b e n beri c ht en , t e i ls in s e i­ ner Fr e i z e i t während des T age s , t ei l e in d er Nac ht gele sen . Al l e s n ur zu dem Z weck , d a s L e b en d e s He i l i ge n m ö gl i c h st l e b en d i g und wahrhe it sget reu z u s c h i l d er n . I c h üb ergehe s c hwei­ gend , was m e hr zu l oben i st , s ei n �er o d er s e i n prakt i sch er V ers t and , d er auch o hn e b e so nd e r e Vorbi ld ung i n di e s er Kuns t e t was l ei st en kann . �r . Richard l i e bt u n s er St i ft ; er i st gläu b i g und fromm und er sucht d urch Exerci t ie n di e s en Gl aub en n o c h z u fest i gen . Z uge fügt e Krä nkungen ver z e i ht und vergi ß t er . Auch i st n i c ht z u fürc ht en , daß e r e i nmal e i n t räges o d er genuS süc ht ig e s Leben füh ren wU rd e . In s e i ner Fr e i z e i t be faß t e r s i c h b e s ond ers m i t d em St udi um d er d e ut s c h e n Sprac h e , d i e e r s ehr l i e bt . 1

Pramberger hat t e �� fen immer als gut e Gei s t er ange s e h en . I n s e i n er S e lb st b i ographi e i n d er " Murt al e r Z e i t ung " v . 2 8 . J u ni 1 9 1 4 , b e gründet e r di e Wah l s ei ne s P s e u d onyms d am it , d aß er st et e e i n Freund d er Nat ur war und s i ch al s St u d e nt und Kl eri ker ger n e i n d e n bl umenre i ch en Mel kerauen aufgehal t en hat t e und e i c h i n s e i ne n d amal igen romant i sch en Dicht ungen a l s Walt er ( Walt en d er ) i n d e r El fenau ver s t anden h at t e .


-

64

-

1 2 . J ul i 1 900: Fr . Richard l i e b t uns er St i ft . Unt er Ar.­ l ei t ung des ehrwü rdi gen Seni o r s P . Pl azi dus Helmrei ch ( 1 62 1 1 1 9 08 ) befaßt er sich s e hr fl ei ßig m i t d er St i ft sgeschicht e . " Z u Ost ern erkran kt e Pramb erger , wi e er mei nt e , an R ot l au f • .A.ber e i n anderes Sympt om verur eacht e i hm grö ßere s Unb e hagen s " Mir fi e l s ch on des öft eren damal s auf , dass p l ö t zl i c h m e i n e Ged a�ken 2 st ec k enbl i e ben w i e e i n Bl ut geri ns e l b e i e i ner Emb ol i e . 11 Er n s t trö st et e i hn d am i t , daß e s j e d em Di cht e r so geh e , nur s oweit wi e b e i Hö l de rl i n oder Lenau dürfe e s nicht kommen . Es i s t d i e s di e e r st e Erwähnung e i n e s p s yc his ch en Z ust an de s , d en Pramb erger selb st al s ab norm emp fand . Das Ve rhäl tnis z u Ern st wurd e z unehmen d probl emat i sc h , d a s i ch der e inst i ge Fre und fast v o l l s t änd i g zurück z o g . Pramb e rgers

Be sch äft i gungen i n d i eser Z e i t z e i gen e i ne deut l i ch e T enden z zur Fl ucht vor der Real it ät . Ei ne r s e i t s b egann er s i ch mit Sp i rit i smu s zu b e s ch äft igen - er nannt e d i e s " Int ere s s e für das T ransc e n­ d ental e " - , anderer s eit s wandt e e r s i c h wi e d er d er Ahne nfor sch ung z u . Er fühlt e s e l bst , daß er k e i n e Energi e aufbri ngen konnt e s e i n e vi e l e n Plän e z u En de z u fUhren . En d l i ch kam am 2 0 . J uni das J ub i läum d e s Abt e s heran , das groß e Pe st des St i ft e s . Pramb e rger ü b e rr e i cht e d em Abt s ei n Buch und konnt e v i e l Lob dafü r e rnt en , vor al l em vo n Prä l at Lan d st e in e r . Das Not i zbuch d e s Pat er C onst ant i n Kr umhuber erwähnt Pramb e rger al s Träger d e s Rauchfas s e s beim Hoc hamt z um 2 5- j ähr i gen Ab t j u­ 3 b i l ä um am 2 0 . J uni 1 9 00 . " So vergi ng d er schöns t e Tag d e s Novi­

z i at e s , für mich e i n Tag , der Prof e z e i ung en zu s c hönst er Z u k unft ent h i elt , wenn ni cht ein gehäs si ger Mensc h s i e z uni ch t e gem acht

hät t e . 11 4 1

schr i ftl . Mit t . d e s P . E . Kummer , der d i e l at e inisc h en �i nt ragun ge n ins De u t sche überset zt hat . 2

E III , S . 31 .

3 u • • • d i e Frat res Rie berd und Wi ll ibal d mit Rauch faß t:nd Nav i c ula. Die frat r e s S everi n u . Erne st L e uc ht erträger . "

4 E III , S . 6 0 .


- 65 -

Nach Ost ern k e hrt en di e Schüle r des Gymnasi um s wi e d er zurüc k , u nt e� i hn e n auch Albert Ki e ht rei ber .

�T

war we it erhin ein

s oh le c ht e r S chüler gewe s en , der d em L ernen ni cht viel G e schm ack abgewi nnen konnt e . Er woll t e Dich t er werd en . Pramberger macht e i hm folg e nden Vor s c hl ag s Er wolle i hn in der P oe t i k unt erri cht en , d afü r solle Al b ert s e i ne St ud i e n e i friger b et reiben . Zu Ost ern h at t e Vat er Ki eht r e i be r s e i nem S ohn das Di cht en verbot en . Lange so l l t e d e s s en Au fent hal t i n Melk nicht mehr dauern . Er wurde krank , r e i st e Ende Mai nach Hau s e und kam ni cht mehr z urü c k . Pramber ger al l erdi ng s b l i eb b i s zum J ahre 1 9 1 1 i n bri e fl ic he r V erb i nd u n g mit i hm .

Am 2 2 . J u l i erhielt Pramberger e i nen Be such , d er für ihn

yon grö ßt er Bedeut ung s e i n s ollt e . Seine C o usine Bert h a , " ei ne z i el b ewu ßt e Person" , erkannt e s e i ne Sc hwärmerei für d i e i d e ali­ s i ert e H i l de und ver s uc ht e , i hn d urch real i st i s c he Sch i l d e rung der Ansprüche und des Wesen s e i ner m o d ernen Frau von s e iner L e i d en­ s c haft zu he i le n . " Und s o w e i t t r i eb s i e e s , dass s i e vo n Hi ld en 1 das le t z te I deal e , Schöne von der S e e l e zog. " Di e s e Konfront at i on m i t d e r Re al i t ät war z u vi el . In d er Nacht verfi e l Pramb erg e r in e i n en Z ust an d , den er b i sher noch ni e erlebt hat t e . "Es war e in 2 Sc hl af und doch k e i n Sch laf . 1 1 I n d i e sem Z ustand z e rfet z t e e r

e i ni ge

Konzept e vo n Hild e nl i ed ern . Von di e s em Tag an l i t t er unt er

akus t i sc hen Hal l u zinat i onen und Z wangsvorst el l ungen . 11 Es war eine t ä gl i che Sor g e , dass das Nach t l i cht vor dem Mari enb i l d gehö r i g e s ' Ö l hab e . " Es s ol l an di e s e r St el l e darauf hingewi e s en wer d en , d aß s i c h h i e r das Zentrum der Ge dank e n von Hilde auf die Got t e sm utt er verlagert e wi e s chon früh er e i nm al . Pramberger sucht e wi e d er au s Bü chern d i e Nat ur d ie ser Anfälle z u e r kl ären . Den Vorg e s et zt en v e r s c h wi eg er s i e , au s Furcht , das St i ft verl as s e n zu müs s en . Die Krankhe i t , an der Ernst Point n e r schon s e i t e i nig er Z e i t l i tt , st el l t e e i c h nun doch als s c hwerwi egend h e r au s . Eine Lunge nt uberkul o s e be ende t e s e i ne n Au fent halt i n Melk . ,

2

3

E III ,

S. 63.

Ebd . , S . 6 4 . Ebd .


-

66

-

Am 2 . Sept ember l egt e Pramb erger d i e e i nfac h en Or d e ns ge ­ lüb d e i n d i e Hände d e s Novi z e nm e i st er s ab . r e i st e e r mi t s e i ne r Mut t er nach L i n z ,

Am s alben T ag n o c h

wo b e i d e z u e r st Auf n ah m e

b e i Verwandt en fan de n . Ei ne j unge ent f ernt e C o u s i n e n am e n s B e rt ha s o l l t e i hm in Zukunft als Wi rt sch aft e r i n d i enen . Mut t e r Pr amb erger war di es gar n i c h t recht ,

" wi e überhaupt Müt t e r l e i n i mm e r und

j et zt ums omehr j e gl i c h e Be z i ehung zu ei nem j u gendl i ch e n wei bl i che n 1 We s e n z u verhi nd e rn s ucht e . " Bei e in e m Aus fl ug i n d i e Wal l f ah rt s­ k ir c h e Pö st l i ngberg hat t e Pramb erger w i e d e r e i n Anl i e gen an di e

�ut t ergott e s a Er b at s i e um H i l f e gegen d i e J e s u it e n . Aus e i ne r s p ät eren A u f ze i ch n u ng i st e r s i ch t l i c h , d a ß s c h o n z ur Ost erz e i t St u d e nt e n a u s Inns bru c k s ch r e c kl i c h e Ge s c h i c ht en über das d or t i g e

Ko nv i kt er zähl t hat t en , s o daß Pramb e r g e r voll Ang st d ie s er Z e it e n tgegens ah . In Linz k onnt e e r a u ch s e i n e Ahn e n f o r s c h ung we i t erb e t r e i b e n , d a e i ne V e r wand t e i hm Tagebüc h er e i n e s Onk e l s gab , d i e von

b i s z u d e s s e n T od

1 836

und weit e rhi n vo n e i ner T o cht er b i s 1 89 8 gefü hr t

w o r d e n waren . Die s e Büc h er e n t h i elt en a u c h e i nen Wet t erk al e n d er

U b e r 6 0 J ahre . I n Pö t t i ng fand e r d i e Grä b e r s e in e r G ro ß e l t ern und d a s S c hulh a u s ,

Am 1 2 .

in d e m der Großv at e r Lehrer gewe s e n war .

S e p t ember fol gt e er ei ner Ei n l a d u ng s e i ne s M i t bruder s

Sev e r i n nach Dor f an d er Enns . Z u s amme n m i t e i nem d ri t t en Mönc h unt erna hm e n si e Wa nderu n g e n . Ale s i e e i nm al für B e t t el m ö nc h e ge­

hal t e n wurden , b e s c h l o ß P r am b e r ge r , von nun an in Z ivi l zu r e i sen . Ale

s i e a n e i nem Bau ernhof vo rb e i kam e n ,

wol lt en si e aus d e m Brunnen

Was s er t ri nk e n . Ein hüb s ch e s j unge s Mä d c h e n bracht e i hn e n e i n i r d e n e s Krüge ! . Pramb e rger umfaßt e v o l l Üb e rm ut das Mä d c h e n u n d

kü ß t e e s . Au f s chr e i e n d f l o h e s , der Bauer l i e f h e r b e i und o hr­ f e i gt e Prambe rg e rs Kamerad e n . Da r au f h i n ri e f d as Mädch en s " Ab er Vat er , ni t d em Sch ö ne n , d em S c hi ae h e n ! 11 2 Z um erst en Mal wu rde Pramberger v o n e i nem Mädch e n als hä ß l i c h b e z e i c h net . Am En d e d e r Feri en m u ß t e Pramb e rger

s i c h ei nge s t eh e n , daß

er e i nen groß e n T e i l d e s wen i gen m o naat i s c h en Ge i st e s , ü b e r h a u p t be eaß e i ngebü ß t h at t e . , 1 E III ,

2

Eb d .

,

S. 67. S.73.

den er

Er s c hr i eb es e i nem " T r ä g h e i t s -


- 67 -

p r i n z ip " z u , daß e r den Ord e n n i c ht verl i eß . " Hät t e i ch g e ah n t , wi e s oh l e ch t e e m i r i n Inns bruck geh e n würd e , b e i Got t , i c h h ät t e 1 dam al s d i e Ban d e d e r Gelübde ze r r i a s e n . " Po i nt ner hat t e � e l k verl as s e n , um w i e d e r J u s z u st u d i e r e n �

Di e Kr an k h e i t Am

b rach aber wi e d er a u s , e r st arb i m J ah r e 1 9 0 4 .

3 0 . Sept ember ,

Wal lfahrt na c h Mar i a T af e r l ,

nach e i n e r

e r v e rm e i nt e ,

l i t t Pramb e rger wi eder an H al l u z i nat i o n e n , zu

h ö re n .

Er fü r ch t et e

sich vo r Inns bruck , vor den J e s u i t e n u nd d er z um St udi um n a c h Rom g e s c h i c kt wu r d e .

b e n e i det e e i ne n Kol l e gen , P o i nt n e r

Gl o c k e n

war auch daz u a u s e r s e h e n gewe s en . P r amberger h at t e d en

P r i o r g ebet e n , Wu n s c h wur d e

an

ihm

d e s s e n St e l l e nach

zu dür f en ,

Rom g eh e n

d er

ab er ab g e s c h la gen . Pramber ger d e ut e t e d i e s s o ,

d e r Pr i or mögl i c h s t v i e l e Kan d i dat en z u d e n J e s u it e n s c h i c k e n

daß

wo l l t e , um s i ch b e i i h n e n e i n z u s c h me i c h e l n . 2 . Be i den J e s u i t e n i n Inns b r u c k ( 1 9 00 - 1 9 02 ) Am 4 .

Okt o b e r

1 9 00

mu ß t e er d i e

mehr d a s Fen st e r s ei n e s E i s en b ah n­

V o n Sal z b urg an ver l i e ß e r n i c h t abt e i l s .

Au f i h n ,

d e r n u r d a s Hü ge l l a n d kannt e ,

Anbl i c k d e r Ber gw e l t t i ef e n Ei nd ru c k .

b e d rü c k e n d .

Er füh l t e

s i ch

Tr ac ht t ru ge n . " I h r e k a uOJ verständ l ich . 1 1 2

w i rk

t e auf i h n a l l e r d i n g s

I n I n n s b r u c k ange k omme n ,

V o r d em

er Sal zb urger B a u er n , di e i hr e

Ha l t ung war s t o l z und abwe i s e nd ,

ihre

Sprach e

gi n gen di e an g eh e n d en T h e o l o gi e -

s t u d e n t en i n s Ko l le g d e r J e s uit e n . l i eb

Sie

macht e d e r e r st e

e i n ge s c h l o s s e n und b e e n gt .

St a t i o ns g e bä u d e i n H o c h f i l z e n s ah

'

gefür cht et e Re i s e ant ret en .

S i e wu r d e n an der Pfort e

f r e u nd -

b e grü ß t , a b e r Pramb erger t ra u t e d i e s er Fr e u n d l i c h k e i t d e s

R e ge n s Mi c h a e l H o fm an n n i c ht . u nm ö gl i c h e h r l i ch

P r am b e rg e r z um z u s t e h en

geme i n t

Er fand

sein.

sie

" z u c ke r süß '' ,

Di e s er R e gen s H o fm an n wur d e fü r

I n b e gr i f f d er Ver f o l gung en und L e i d e n ,

hat t e . Er

warf

s i e ko nnt e die

e r au s - ·

i hm " k r i e c h e r i s c h e Veranl agung vor u n d

B e v o r z ugung ad e l i ge r St ud ent en " .

Sein Leben ,

Ei n t r i t t

ist

e i n e s d e r we n i gen Er e i gn i s A e a u s

s e i nem

das i m Pr ov i n z ar c h i v d e r S . J . in Wi en d o k um e n t i e rt i s t . 1

2

E III , S . 77. Ebd . ,

S . 79 .


- 68 -

" ' Cor r e s p o n d en z d e s Pri e st erge b et svere i ne s i m t h e ol ogi s ch e n C onvi c t e z� Inns br�c k ' , S e c hst e F o l ge , N r . 1 5 , Novemb e r 1 9 00 , s . 2 5 2 , i st i m Ab s ch n i t t ' A�s d em engst en Fam i l i e n kr e i s e ' z � l e a e n a ' Das C onvi ct b e h erbergt h e u er 2 04 Herren . N e u ei ng et r e­ t e n s in d • • • • Pr . Pr amb e rge r R i c h ard , Ben . =St i ft Me l k • • • • I n dem j ährl i ch p ub l i zie rt e n ' Cat al ogu s Aud i t or um S . T he o­ l o giae in C . R . Un ive r s i t at e Oen i p o nt ana • s c h e int s ei n N ame an folg: e nden St el l e n a� f & � !neunt e an no s ch ol . 1 9 00- 1 9 0 1 ' I . Al umni C o n v i c t u s s ' T Y • Fr . Pramberge r Ri ch ard . M e ll i c en . O . S . B . , i ngre s s u s 1 9 00 ' . ' !ne unt e anno . Sch o l . 1 9 0 1 - 1 9 02 ' wört l i ch di e s e l b e Ein­ t ragung . Auß er d en o b en z i t i ert en T e xt en i s t im Pr ov i n z ar c h iv nic ht s ü b e r Pramb erger vor h an d e n . " 1 De r T age s ab la u f war st renger geregelt al s in Mel k . Pram­ b e r g e r l i t t vor al l e m unt er d er Vor schr ift , k n i e nd au s z u füh ren . we r d e n ,

s c hwerde

A�c h d i e h e i l i g e Me s s e mußt e kn i end geh ört

was Pr8lll b e rger al s

" rei nen S a d i sm u s " b e z ei ch ne t e .

b e i m Oberpr ä f e kt en h at t e kei n e n Er fo l g ,

an ge rat en ,

und f ehl

am

Plat z .

Au c h d as

z u s c h l ech t u n d z u wen i g . b e d e nk t

s o l c h e Opfer au f si c h z u

,

e r fühlt e si c h dort u nv er s t an d en

E s s e n fand ke ine Gnade . �s war

i hm

Di e s e Kr i t i k gewi nnt an B e d eut u ng , wenn

daß Pra.mb e rg e r e r st e t wa s mehr al s e in J ah r zuvor

j e ne Kl e ri k er ang epr ange rt h at t e ,

de u t et e

e s wu rde i hm

Unt e r d ie e en Umständ e n war s e in Leben i m Konvi kt d er J e­

s u it en von Anfang an unglü c kl ic h ,

man

Eine B e­

s e in L e i den für d i e Sünden d er Welt z u opfern . Pram­

b e r g e r war wed e r g ewillt noch b e r e i t , nehme n .

Geb et e und Bet racht ung en

denen d e r " Sp e i s e s aal m e h r b e­

al s d ie B i b l i ot h e k . "

In

d e n näc h s t en T age n erfo l gt e di e I ns kr ipt i on an d er

T h e o l ogi s ch e n F a k u l t ät und Pramb erger l e rnt e s e i ne n St u n d en p l a n und

'.r h e o l ogen 11 ö det en i hn a n " . Büch e rn d e s Konvi kt s . �u

E r fand k e inen Anschluß . D i e übri gen

di e Profe s so ren kenne n .

Er verbrach t e s e i ne Frei z e i t bei d en

Au f S pa z i e rgängen s c h ult e e r s i ch " unb e wu s s t

e i n e m genauen B e o b a c h t er ,

gi ng ,

d er üb er n i c ht s ober fl äch l ic h h i nw e g­

zu e i n e m werd e n d e n For sch e r " . H i e r fi nd et s i c h d e r e r st e

Hi nwe i s auf d en W a nd el vom Di cht er z um s pät eren Vol k skundl e r . Wilhelm Pi s t l wurd e s e i n Zimm erkol l e ge , e i n freund l i ch e r ,

fü gs am e r M e n s ch ,

unt e rwe rfen , 1 v.

1 <1 .

d e r Pramb erg e r riet ,

was di e s er n u r s c hwer t un konnt e .

Sch r ift l . �i t t . 1 9 73 .

3.

s i ch d en Or d e n sregel n z u Er füh lt e s i c h

d e s Prov i n z arch i vars Ant en P i n s k e r S . J .


- 69 -

fort wä hr e n d hint e r d en Ar i s t o kr at en und d en We lt kl e ri ke rn z urüc k­ ge s e t z t .

Als

Okt o b e r z um e r s t en Mal den H ö r s aal b e t rat ,

er am 6 .

fan d e r auch d ie s e n i n e i nen Raum für Wel t kl e r i ke r u nd e i nen an­ d e r e n für d i e Or d e nskleri ker get e i l t .

Die Vor l e s ungen verl i e fen e nt t ä us c h e n d ,

" e i n e n Ek e l ü b er d ie Ph i l o s o ph i e "

1

d a ß der n e u e St u d en t

e ntwi c kelt e . Um Mit t e Okt o b er

hat t e si ch d ie S i t uat i o n dah i n entwi c k e l t ,

d aß Pramb e r g e r s i ch

mach te ,

ihn n i cht n ur a u s dem

d u rch o ff e n en Wi d e r sp r u c h d e n R egen s z um " unv er s öhnl i c h e n F e i n d " Ko nv i kt ,

der s e i n er M e i n ung nach v e r s ucht e ,

s o n d e rn übe rhaupt aus der Ge i st l i ch k e i t z u v e rdräng en .

Da zu kam n o c h ,

daß d e r e b e nf al l s aus Melk s t amm e n d e Frat er Ot t o

d e n �i t b rü de rn von Pram b e r g e r s G e d i c ht en b e ri cht et e ,

man c h e l u st i g macht e n .

Ot t o b e haupt et e auch ,

ü b er di e si ch

di e Ge di c ht e s e i e n

gar n i c h t vo n Pramb erger und mach t e s i c h überdi e s ü b e r d e s s en

Äu ß er e s l u s t i g .

Das

" e n s f oppab i l e " war Pramb erger aus Mel k h i e r­

h e r g e f ol gt . Er l i t t i n z u n e hm e n d em Ma ß e an d e r B e s c hrä nkung d e s Will ens ,

d i e m i t d e m st r e ng ge r e gelt en Tage sab l a u f verb und en war .

Er k o n n t e den S i nn der v e r sch i e d enen Vor s ch r i ft e n n i c ht

und v e r s u c ht e imm e r wi e d er ,

s i e z u umg e h e n .

e i ns e h e n

Zwang sl ä u f i g geri e t e r

d ad u r c h i n e i nen imm e r t i e f e r wer denden Zwi e s p alt .

D i e daraus

r e s u l t i er e nd e t rüb e St i mm ung wurde noch d ur c h den Föhn ver st ärkt , d e r z u Ko p fschme r z e n

auch e in e n Fr e und ,

und !tie l an c h o l i e führt e .

Pramb erger fand ab e r

Edmund Rut z e r dorfer a us Göt t we i g . B e i e i ne m

Aue fl u g sch l o ß e r m i t i hm

ein

" S c h ut z- u n d T r u t zbündni s " .

Edm u nd

hat t e e i ne Samml ung vo n Sagen v e rfaßt und wol l t e n un gemei n s am

m i t Pr amberger d i e S agen v o n Ni e d e r ö st e rr e i c h e r f o r s c h e n . d er e r s t e Pl an ,

d er s i c h auf Pram b e r g e r s s pät e r e Tät i g k e i t b e z o g .

Ab e r a u c h d i e Samml e rt ä t i g k e i t , sol l t e ,

i n d e r e r spät er Gro ß e s l e i st en

s et zt e e r i n Inn s b r u c k fort s

P fl an z e n . Da a u ch

S e i n Herbari um zäh l t e 1 800

Edmund s t and kurz vor d er Pr omot i on

d e n war ,

" S ub Aus p i c i i s Imp e r at o r i s " .

e r s c h o n l an ge m i t d e r s t r engen Z u c ht

im K onvi kt unzufri e­

l e hnt e er si ch auf und v e r l an gt e grö ß e r e Fr ei h e it .

b er g e r fan d es m erkwü rd i ge rwe i s e h i e r gan z in Ordn ung ,

1

Di e s i s t

E III ,

S . 86 .

P r am­

daß d er


- 70 -

Regen s d i e Dis z i p l i n nicht l oc kert e . Am

2 7 . Nov ember wurd e das Ben e dikt i ne r f e st gefe i ert , zu­

samm e n m i t d er Pr omot i on zwe i e r St u d ent en .

" Al l e B e n e d i kt i ner­

kle r i ke r waren gela d en , n ur d i e Lambrecht er n i c h t . Die waren j a 1 Di e e r st e Erwähnung d e s Ort e s , e i n Bau e rn s t i ft . "

gro B e B e d e ut ung fü r Pramberger hab en sol lt e ,

d er spät er s o

b e t o nt e d e n geri n gen

Rang d i es e s St i ft e s .

Im De z ember verl i e ß Edm und , d er s c h on e i ni g e Z e i t krank ge­ we s e n war , Innsbruc k .

Ein and e r e r Koll e ge bracht e Pramb erger auf

di e I d e e , e i ne Volks bühne i m Ko nvi kt z u gründ en . Der Regens r i e t

i hm d av on ab , d a Pramberger al s St ud ent d o ch z u wen i g Z e i t dafür

wü rd e a ufbr i n gen k önne n . Al s aber andere Konv i kt s an g e h ör i ge d en Ge dank e n a uf gr i ff e n , t at e s Pr amb e rger weh , n i c ht z ur Mit arb e i t e ing e l ad en worden z u s ei n . Ei n e wei t ere Kränk ung b e d e u t e t e auch d i e Z e ns ur i e r u n g d er Br ie f e .

Cous i ne Bert ha droht e d e m Re gen s abe r ,

z u G e r i c ht z u geh e n ,

we nn n oc h e ine r i hrer Bri e f e , wi e di e s vorgekommen war , dem Frat er Ri c h ard geö ffnet und unvo ll st änd i g üb ergeben w e rd e . Di e t heol og i s ch en St udi e n gi ngen n i cht r e c ht w e i t er , was vor

al l elli a uf d i e mangel nd e Fert i gk e it

i n d er l at ei n i sc h e n Sprach e

z urü c k z u führen war . Pramb ergers Pred�übungen wur d e n al s t al e nt ­ l os b e z ei ch net ,

�r selb st mei nt e , m a n hät t e i h n e b en i n d eu t s ch e r

S�rac b e r e d en las s e n so l le n . Es s e i an die s er St e l l e e rwähnt , .N i e d e r s ch r i ft

daa Pramb erger i n der

s e i n e r " Er i n n e runge n " au f fal l e n d v i e l e Fehl e r b ei

lat e i n i s ch en od er gri e c h i sch en Wö r t ern ,

s o gut w i e gar kei ne ab e r

b e i d e ut sc h en mach t . Al s Au sgl e i ch fü r al l d i e s e dü st eren Er e i gn i s s e wandt e er

s i c h wieder d em Di c h t en

zu.

Ei n Roman zykl us

st and , d er 1 300 St rophen umfaßt e .

" De r Fal ke n s t ei n " ent­

Ei n Unt e r n e hm e n s e i noch al s

b e d e u t s am für den sp ät eren Vol k s kundler genannt s

Z u s amm e n m i t e i n em

Fr e und ver s uch t e Pramb erger e i n u nv oll e n d e t ü b e rl i e f e r t e s V o l k s ­ mär c h e n d u rch l o g i s c h es Schl i e ß e n fert i gz ust el l en . Er b e gr i ff aber bal d ,

daß es b e i Vol k s d i ch t ungen n i ch t auf Logi k ,

T rad i t i o n ankommt , 1 E III ,

in d er d er Er zähl e r l e b t .

S . 98 .

s ond ern auf di e


- 71

Da s

-

z wei t e Se m e st er verl angt e e i ne Pramb er ger t i e f ve rh aßt e

Ü b ung , d i e Exe r z i t i e n .

� nann t e s i e " verrü c kt e Auswüc h s e vo n

Obr igke it l i c h em Sad i smus und ü b erfromm e n Fana� i sm u s • • • • gan z 1 b e i s p ie l l os e r Ei ngri f f i n d en f re i e n Wille n . " Pramb erger war ans c h e i n e nd unfäh i g , d e n Sinn d e r Exer z i t i en z u b e gr e i fen , e b en s o­ wen i g konnte e r si ch z u d em Maß e an Unt erordnung ent s c hl i e ß e n , d a s m i t d em L eb en i n e i nem Or d en verbunden i st . Ei ne gewi s s e G e nug­ t u un g brach t e i hm d e r Ab druck mehrerer s ei ne r Ge d i cht e i n Z ei t ­ s ch r i ft en w i e " Eger l and 11 2 ,

" Re i ch s p o s t " u n d " Warnd or fer Blät t er " .

Vor O s t ern wol l t e d e r Regens d en Mel ke r n k e i n e Erl au b n i s ge b e n , ü b e r d i e F e i e rt age i n i hr St ammhaus z u r e i s e n . Pramb erge r st el l t e s i ch nun auf d en St andp unkt , d aS e r a l s fre i er a ka d em i s ch er BUrge r nur z u b e f ol gen hab e , sei ,

was i n d en " C on eut u d i n e s " b e fo hl e n

ni cht ab e r d em Regens auf j e d e n F al l Gehor sam schul d e . De r

R e ge n s m u ßt e s e i ne Ford e rung zurüc k z i ehen , d o c h hat t e d i e s er " Si e g " e i ne n b it t e r e n B e i ge s chmack , d a R e g e n s Ho fmann s i ch vo n nun an Pramb erger gegenü b e r imme r s eh r r e s e rvi ert verhi e l t . D i e s er k on nt e al so Ost ern i n �el k verbri n gen , vo n wo au s e r e in e n Be s u c h b e i Ki eht r e i b e r i n Wi e n mach t e . am 1 2 . Apr i l 1 9 0 1 , wurde Pram b e r ger v oll j ähri g . Er b en üt z t e d i e s en T ag , um s ei nem b i s h e r i gen Vorm un d No c h wäh r e nd d e r F e ri en ,

h e f t i g e Vor wü rfe

z u m ach en ,

daS er ihm d i e Z i n s e n s e i n e s Verm ö g e n s

v o r e nt hal t e n u nd d i e Mut t er s o s c h l e cht b eh and elt hab e .

Wi e d er i n I n n s bruc k , s ch r i eb e r Ge d i c h t e a n Mäd c hen , d i e e r v o n f e r ne o d er b e i den Mai andac ht en ge s e h e n h at t e un d d i e e r au s , d e r Fern e an s c hwärmt e . Auc h s at i r i s c h e Ge d i c ht e e nt st anden , d i e i n i hr e r e p i gramm at i sch en Kü r z e b e s s er s i nd al s d i e l yr i sch en . P f i n gs t en konnt e e r n ach Bo z en rei s en , wo s ei n eh emal i g e r Schü l er Al b e r t Ki e ht re i b e r d as Gymna s i um b e s ucht e . rn.u ß t e e r auf Al b e rt wart en ,

d er b e i

Dort ang e komm e n ,

s e i ne r Fi rlll u ng i n T r i e n t war .

P r amb er g er s ah au f e i ne m T i s ch s ei n Li cht b i l d s t e h en , und i n e i nem Ra h m e n über

1E

dem Be t t h i ng e i n e s s ei ne r Ge d i c ht e :

III,

2 1m Mi kr

S•

1 09

" I ch s ah , d a ß

1 0 , H e ft 5 , s i nd gedru ckt e Aus s ch n it t e au s d e r Z e i t ­ s chr i ft " Eg e r l an d " v o n Ge d i ch t en P r am b ergers m i t d en T it eln " Z um 2 5 j ähri gen Paps t j ub i l ä um L e o XI I I . " , " I n omn i b u s gl o ri fi c et u r D e u s " , " Himw e l s b l um e n " , " Be r u fu ng " , " Me in Gott 1 1 erhal t en . Si e wurd e n von Pramb e rg e r h an ds ch rif t l i c h m i t Dat e n vers e he n , d i e vom 2 2 . 2 . 1 9 02 b i s 2 4 . 5 . 1 9 0 2 re i c h e n .


- 72 -

d er J ung e m i c h vergö t t er t e . "

1

Pramberger b e r i ch t e t we i t er ,

au f A l b e r t au c h we it erh i n gro ß e n Einf l u ß gehab t h a b e und Ext remen b e wahren konnt e " b i s e i n an d e r er

daß e r

ihn vor

( wahr s c h e i n l i c h e i n

Sc ha u s p i e l e r ) Ei nfl uß auf ih n gewan n und i h n m e i ner E r z i eh ung 2 Er b l i e b ab e r w e it e rh i n m i t Alb e rt i n Korr e s p o nd e n z , e nt wand . "

b is

d i e s e r unt er d em Nam e n

"Al b e rt Pari s Güt e r s l oh " s e i n Auf s eh e n

e r r e g e nde s W er k " Di e t an z e n d e T ö r i n "

1 9 1 3 v e rö f f ent l i c ht e .

b e i d e n Charakt ere waren z u ve rsch i e d e n gewo r d e n , z u p f l e ge n .

um

Di e

enge Kon t akt e

Das Seme st erende brach t e e i ne gro ß e Anz ahl v o n Examen ,

Pramb erger al le mit s o g ut em Er fo l g b e st a n d , riet ,

d a ß der Re gen s ihm

b e i s e i ner Begabung d o ch das Dokt orat an z u st r eben .

ohn e Wohlwol l e n s c h e i nt d er R e ge ns ,

di e

So ganz

der v on P r amb erger i mmer al s

I nb e gr i f f e i ne s b ö s art i ge n T yrannen ge z ei c hnet wi rd , g e we s e n zu s e in .

d o c h n i c ht

Di e Feri e n verb rach t e Pram b e r g e r wi e d er i n Me l k .

Auf ei ner

nac h :Mari a T af e r l m uß t e er i n s i c h e i n e " Her z e n shärt e 3 b e t re ff e d er �1ar i e n and ach t n fest st el l e n . Er gl aubt e di e Ur s ach e Wal l f ahrt

daftl r im verfeh l t en S y s t em d er Pr i e st er e r z i e h un g z u fi nd en . K e i nen

Augen b l i c k dach t e er daran , b e ru f e n s e i n kö nnt e .

d aß er vi e l l e i c ht n i cht z um Pr i e st e r

Di e i n Mari a T a f e r l v e r s pUrt e Andach t al o a i g­

k e i t wu rd e i n Mar i az e l l noc h v e r st ärkt :

Mar i e

Zell e i n e Wal l fahrt war ,

" We n n d i e s e Wal l f ah rt nach

dann mac h e n a uc h s o l c h e , wel c h e 4 wege n d e s Wi nt e r s p or t e s d ah i n wal l e n a u ch e i ne . 11 A u f di e s er R e i s e l e rn t e e r e i n j ung e s M ä d ch en ,

bi l d

zu bet en ,

Erna ,

k en ne n .

St att vor d em Gn ad en­

ging er m i t h�na auf Ent d e c k ung a r e i s e n au s .

b e r g e r wol l t e aber vor s i c h sel ber n i c ht

z ug e b e n ,

P ram­

daß Erna i hm

m e hr b e d e u t e t e al s e i n e R e i s e b e ka nnt e c h aft . Am Ab e n d hört e d i e Ge s e l l sch aft a u s e i nem Gast h au s Länd l e rm u e i k . z u s c h a ue n ,

ab er s e ine Mut t e r me i nt e ,

Orde ns kl ei d ni c h t v e r e i nb are n . manc h e Kl i p p e z u überwi nd en ,

"J a ,

Pr amb erger wo l l t e

d i e s l i e ß e ei c h mit

l i e b e Mutt e r ,

b i s u n kri t i s i e rt

s e i n em

da war wo h l

( o d e r nur vo n b ö s en

Ve t t e l n b e kr i t elt ) d e r g e i s t l i ch e Vo l k s k un d l e r a u f d em T a n z b o d en

e r s c h e inen d urft e und gar L ehrer v o n Nat i o n altän z e n wer d e n k onn t e . "

1 2

E I I I , S . 1 26 . Ebd . ,

S . 1 27.

3 Ebd . ,

S . 1 32 .

4

5

Eb d

'

t, 1 )c!

• ,

s.

l )4 •

5


- 73 Auch

d er n ä c hs t e B e s u ch i n d e r

d e r Lage . s Ah

in

Be i m Ab s c h i e d g e s t a n d Ern a i h r e L i e b e .

Pram b e r ger a b er

i b r nu r " e i n e l i e b e R e i s e ge e e l l e ch af t e r i n ,

e r s t d u rc h d i e K o rr e � o o n d en z ,

d i e L i e b e folg t e

o d er s ag e n wi r d i e P s y c h o s e ,

� s m u ß a b e r t a t s ä ch l i c h v o n P ram b e r ger

vo r t ä u s ch t e . 11 1

Liebe

Ba s i l i k a fü hr t e z u ke i n er Änd e r ung

F1 u i d um e i n e r P e r s ö n l i c h k e i t a u s ge gangen s e in . i hm s i ch e r n i c h t d i e

Z u n e i g un g e i n e s Mäd c h e n s

di e das

S e i n Ä u ß e r e s hätt e e i n ge t ragen .

Di e r e s t l i c h e Z e i t d er Feri e n verbrac h t e Pram b e r ger m i t St u n­ d en ge b e n ,

u n t e r a n d erem unt err i ch t e t e

t hemat i k .

Es

e n t s t a n d ab e r au c h e i n � e ihna c h t s sp i e l ,

A k t s c h o n im vergan g e n e n s c hR t z t e

er Al b e r t K i e h t r e i b e r i n M a­ d e s s en

Wi nt e r ge s c h r i e b en wo r d e n war .

er st er

P r am b e r g e r

1v e rk s e h r h o c h e i n , a l s e i n w e i t er e s i n d e r Re i h e 2 d e r e c h t e n H i rt e n s p i e l e . Es w u rd e a u c h a n 1 2 Ort e n a u fge fü hr t .

Aus

di e s e s

d ie s e m S o mm e r f i n d e t s i c h no ch

Ini sfalle n " , un d

Da s

d en

3.

a uf d en

" M ö n c h vo n

d e r Ab t v o n M e l k e i n em Be s u c h e r z e i gt e .

( 1 90 1 / 1 9 0 2 ) brach t e d i e i nne ren K ämp f e für

S ew e s t e r

w i d e r d i e g e i s t l i ch e B e ru f un g d e ut l i ch ans T ag e s l i c h t .

g e r n en n t

st e r t um u n d

s i e K ämp f e

" z wi s c h e n Mu tt er

W e lt l e b e n . 11

al l e Abne i g u n g un d t en .

e i n H i n we i s

und

Ge l i e b t e r ,

z w i sch e n P r ü • -

Der Re gen s w u r d e wi e d e r z um Z e nt r um ,

a l l e r Wi d e r s t a n d g e ge n d a s

Auf d e r a n d e r e n

schr i e b .

3

Pramb e r­

S e i t e war �rn a ,

P r am b e rger b e z e i c hn e t

" J e s u i t i s ch e "

d e r e r K ar t e n und

um d a s krei s ­

Ge d i c h t e

s e i n e L i eb e a l s -p l a t o n i sch :

'' B i ne s

f e h l t e ü b e rh a up t d e r L i e b e od e r w i e m an e s n e n n e n w i l l : d a s s e xu el l e 4 Er s c h o b d e n Ge d a nk en a n e i n e Eh e w e i t vo n s i ch , ab er s c h on M om e n t . 11 d i e Ar t , z e i gt ,

wi e d i e

�h e i mm er a l s e t w a s U nm ö g l i c h e s b e z e i ch n e t wurd e ,

d a ß d e r G e d a nk e z um i n d e s t n i c h t al l z u f e rn gel e ge n s e i n m ag .

D e m rl e ge n s s c h e i n e n

ge k om m e n z u s e i n ; e b e n f Rl l s

e b e n fa l l s

Zwe i f e l

an d e r L a u t e r k e i t d er

e r warf P r am b e rg e r e i n " K u p p el l eben " vo r ,

d e n T a t � a c h e n n i ch t e n t s pr o c h e n h ab en

Ge fü h l e wa s

dU r f t e .

P r amb e r ge r b e g an n i n di e s e n Wo che n s e i n e L e b e n s ge s c h i ch t e

ü b e r d a s G y mn a s i a l l e b e n z u s ch re i b e n , " A u f m e i n e r V e r ga ng e nh e i t " .

1 1i;

lli ,

dam a l s n o ch

unt e r d em T i t el

�r n a h m s ie sp ä t e r i n d en M i kr o k o s mos

S. 1 35.

2 " Di e ' Ge i s t l i c he K o m ö d i e v o n d e r Geb u rt uns e r e s He i l a n des

u n d H e rrn ' , o d e r k u r z b e n a n n t ' Da s r i um , t i e f r e l i g i ö s e s �r l e b e n , w a s

Hi r t en s p i e l ' • • • r.;s i s t • • • My s t e ­ da - a l l e r d i ngs i ns Bä u e rl i ch e ü b e r s e t z t - wal t e t u nd w a s de n gan z U n v er b i l d e t en , ab er eb e n s o d en w i rkl i c h Ge b i l d e t e n n a c k t und h i nr e i ß t • • • 1 1 ( En tnomm e n e i n an i n e i ne r T ag e s z e i t un g e r s c h . Art . " H i rt e n s p i el e " , v e r f a ß t von Dr . v . Ger amb . D i e � e r Art . b e f i n d e t s i ch a l � B e i l a ge i m M i kr 2 1 , S . g . Bs f i n d e n s i c h e b e r ke i n e A n gab en , um we l c h e Z e i t u n g e s s i ch h A n d el t . S i eh e a u c h L e o p o l d Kret z e n b a c t e r , L e b en d i ge s Vo i k s s ch R u s p i e l i n St e i e rm a rk , Wi e n

1 g5 1 .

3 , 4 )� III ,

S . 1 42 , 1 43 .


- 74 -

au f .

Sch wärme r i s ch e Ge d i c h t e ent s t anden i n gr o ß e r Zahl ,

al l e an Er na g e s c hi c kt

Pramb erger w u ß t e ,

wur d e n .

d i e fast

d aß Br i e f e i m

z e ns ur i e rt wur d en und l i e ß s i e s i ch d e s h al b z um Un i v e r si

Konvi kt

De r Re g e n s st ellt e i hn d e s hal b z u r R e d e ,

t ät sp o rt i er s c h i c k e n .

ab e r Pramberger v e rt e i d i gt e e ic h m it grö ßt e r H e ft i gk e i t .

d e n S i n n d e r Brie f z e n s ur n i c h t e in s eh e n ,

auch n i c h t ,

Br i efwe c h s e l m i t e i n e m Mä dch e n z u h ab e n

Er

rech t i n d e n Au g e n s e i n e r Vorge s et zt e n s e i , .

Er k onnt e

daß e s ni c h t

e i n e n s o au s ge d ehnt e n

s c hr i e b s e i ne r Mut t e r ,

d aß i hm d a s Konv i kt v e rhaßt s e i und daß er n ur h i naus wol l e .

ab e r g i ng er i n d i e Kap e l l e , Vorüb e r geh e n d fand e r R uh e .

z e i c hnend d afür ,

s o n d e rn

um

­

Dann

fan d d e n R e ge n s und kü ßt e i hm di e Hand .

Ein E r e i g n i s vom 1 . De z e m b e r i s t b e

­

daß e s P r a mb e rger n i c h t um d i e P e r so n Ernae g i n g ,

d as Mä d c h e n al s Ve r körper ung d e s We i b l i c h e n .

Ei n b l o nd e s

Mädc hen g i n g u n t e r s e i n em F e n st e r vorb e i und warf i hm e i n e Ku ßhand " Di es e s I d y l l s ch u f mir den j un g e n F rüh l i ng u n d d rä ngt e di e 1 Der " J u nge Früh l i n g " war e i ne Novel l e , di e Erne n l i e b e z urü c k . " zu.

ni e vo l l endet wur d e .

aber

Ei n e Ep i s o d e s e i g e s c h i l d ert ,

d a ß d e r Wi d er st an d ge gen

das Ko nvi kt

d i e ge e i gn e t

e i ne s Tage s Vo rhal t ungen ,

n i c ht

gebüh rl i c h g e s e n kt

l an gs am , e i nen

d aß e r

Vo n nun an g i n g Pramb e r g e r so

und s t i e ß e i n e s T a g e s

z u spät kam ,

kl e i ngewac h s e n e n Mi t br u d e r ab s i c h t l i c h vo n d er u n t er s t e n

St ufe e i ner T r e p p e h i n u nt e r , dürfe ,

um

z u s e h en ,

wei l er d o ch di e Au g e n n i c ht h e b e n

wo h i n e r t r e t e .

Die �ut t e r s c h r i eb i hm ,

s i e gl au b e n i c h t ,

a u s d e m Kl o st e r i hm Glü c k b r i ngen wer d e . s i e au f ge j ubelt

S t u d i um aufzuwen d e n ,

Dokt o r at .

fü r i hn .

i hn d er R e ge n s ,

Pr amb e r g e r ab e r me i nt e ,

Fre u n d e n z u i s o l i e r e n ,

1

E III ,

S. 1 51 .

daß

d o c h m ehr Z e i t

fü r

d as

e in D o k t o r a t hab e kei n en Wert

der R e g en s ,

Pram b e r ger vo n s e i nen

z ue r s t von s e i ne m Mi t b rud er S t e p h an , m i t

ch d i e s e r b e s o n d e r s gut v e r t r ug .

t i e f s t e r Traur i g ke i t .

Er na ab er s c hr i e b ,

v o r al l em i n Hi n b l i c k auf ei n kün f t i g e s

Am W e i h n ac h t s ab e n d b e gan n

si

d aß e i n Au e t ri t t

al s si e s e i n e e nt spr e c h e n d e n P l ä n e e r f uhr .

hab e ,

Kur z vor We i hnach t e n b at

d em

De r R e g e ns macht e

daß e r z u s c h n e ll gehe und di e Augen

hal t e .

üb erallhin

z u zeigen ,

und ge gen d en R e g e n s Pramb erger

zu b e i nah e k in d h aft en T r o t zreakt i o n e n fü hr t e . i hm

i st ,

Pr amb erger r e ag i e rt e m i t


- 75 -

Zum N e u en J ah r waren wi e d e r Ex er z it i e n ange s e t z t .

Der

Re ge n s f o r d e rt e al l e T e i l n e hm e r auf , e rn s t l i c h ü b e r i h r e B e rufung n ach z ud en ke n .

Er l e gt e d ie s ganz b e sond e r s Pr amb e r g e r an s H e r z

und f orde rt e i hn auf ,

d en Verk e hr m i t St ephan gan z e i n z ust e l l e n .

Framb e rg e r s c he i nt m i t An gst habe n :

und Gewi s s e n s z we i fe l n r e agi e r t z u

" Es war n i c ht s and e r e s a l s ei ne an Sugge st i on gr en z e n d e

V e rgewal t i gung m e i ne r Wi l l e n s kr a ft .

b r e c h er ge gangen ,

Kur z ,

d e r s t o l z e R e ge n s . "

1

e r war u nt e r d i e Ver-

D i e gan z e Z e i t d er E xer-

z i t i en üb e r s e t zt e d e r Re ge n s s e i ne B e e i nfl u s s ungsv e r s u c h e fo rt , " um m i c h von m e i n e n Mi t b rü d e rn z u i s ol i e r e n und m i c h d u rch

s e i ne

Sp e z i al ku r s e an den N e rven z ugrunde z u r i c h t e n . " 2 Z u d i e s er Z e it

war Pramb e r g e r ni c ht m e h r in d er Lage , e t wa s and e r e s z u s e h en , s e i n e Per s ö nl i ch k e i t .

E i nfl u ß z u s t ehen u nd aus d em

g l a u bt e i hm ,

al s e i n e n v e r b r e c h eri s c h e n Ang r i f f auf

Er h at t e

gan z unt er s e i nem

aber d as Ge fühl ,

er wür d e n i c ht nur a u s d em Konv i kt ,

St i ft sverb and a u s ge s c h l o s s e n werden .

o bwo hl d i e s e Dar s � e l l u ng ni c h t

�vn Er n a k am ei n Br i e f ,

e i n e H e i rat a ust r i e b . Ha u s halt z u führ e n ,

winn e n k�nne .

.

k e i n e n e i g e n en Wi l l e n m e h r z u h ab e n .

Haga n s d r o ht e ihm auch ,

ü b e r haupt

d e n B e müh ung en d e s Regen s

in

den T at sach e n e nt s prac h .

d er i hm d en l e t zt en Ge danken an

S i e s c hr i eb ,

da ß s i e ke i ne Lust h ab e e i nen

d a si e d er H a u e ar b e i t

ke i n en G e fal l e n ab ge­

Eine grö ß ere D i s kr epan z z um B i l d d er u n e rmüd l i c h

Mi t t e Jänner t ei lt e ihm d e r R e g e n s m i t , um

s o nd e r n

Pram b e rger

arb e i t e nd en Mut t er k o nnt e e s für Pram b e rger n i c ht ge b e n .

n i c ht gut

Der

i hn stünd e .

d aß e s

Das N o t i z b u c h

s t an t i n Kr umhub er ,

St i f t �el k

Es m u ß al s o z wi s c h e n Me l k u nd I nns br u c k

e i n e n Br i e fwech s el üb e r i hn g e g e b e n hab en . A m 5 .

P ram b e r g e r b e i m Abt

im

Februar s u c h t e

d e s St i ft e s um s e i n e Ent l a s s ung an . d e s N o vi z enme i st e rs Pr am b erger s ,

e n t hält

f o l g e n d e Eint r agung :

P at er K o n ­

h

bei Reverend i ssimo " Fr e i t ag , 7 . Fe b e r 1 9 02 , um 1 /2 1 2 p r o p t e r e l er i c um frat rem R i c hard um Pr am b e rger , d e s s e n G e s uc h um Ent l as s ung i c h b rac ht e . Dab e i s agt e i c h , i c h s e i s c h o n e i n paar Mal nah e d a r a n gewe s e n , um ].ht h eb ung vom Magi s t e ri um , näml . d e r Nov i z e n u nd Kl e r i ke r z u b i t t e n . Frat e r R i c h ar d , } s p ä t e r P . R om ual d i n St . L am b r e c h t . " 1E

2

III , �. 1 63 .

Eb d . ,

::> .

1 64.

3 Be i e i n e m Be s u c h i n St i ft � e l k am nahm e d ur c h Pat er Edm und Kumm e r gewährt .

9 . 1 2 . 1 9 72

Ei ns i c ht ­


- 76

Kaum getan , w i e er d i e s en

-

fi e l en Pramb erger m e hrere Mögl i c hk e i t en ei n , ab er all e di e s e

Sch ritt hät t e ve rm e i d en können ,

E i nfälle ersch e i n en unreal i st i sch .

Noch am s e l b en Ab e nd widerri e f

Pramb erger i n Br ie fen an den Abt und den Pri o r s e i n An s uchen , oa e r unt er s ugge st ivem Einfluß g e s t anden hab e .

Am

1 3.

Februar er­

h i e l t er d i e Bewi l l i gung z um Aus t r itt au s d em St i ft sverband , n ch t ab er a u s d em Orde n . Pramb erger wol l t e n i c ht i ns welt l i c h e Leb e n zurüc k . 15. um

Febr uar wol l t e d er Regens ihn veranla s s e n ,

Am

auch e in Ans u c h en

Ent b i ndung vom kleinen Gelübd e z u formul i e re n . Pramb e rger h: e l t

ihm das Ant l as e ungsdo kument hi n , ri ef " I ch bi n b e rufen , i c h b i � 1 z u Bod e n . Zum Ab sch i e d äuß ert e n und s ank s c hwindl i g b eru f e n " e i ch al le Profe s s or e n sehr fre undl i ch .

Pramb erger d e ut et e di e s s o ,

daß nur Regens Hofmann an s e i n em Aus t ritt sch u l d s e i . Das Gedenkb uch d e s Ko nvi kt e , 2 Vermerke über Pramberger .

1 . Ban d , N r .

1 26 ,

enthält

" Pat er Romuald Pramb erge r , Be ned i kt ine rst i ft Melk . I n Inn ebru c k ei ng e t ret en am 4 . Okt ober 1 9 00 , ausget r e t el am 1 8 . Peber 1 9 02 . Am 2 2 . Juli 1 9 04 z um Pri e st er geweiht . Die Be urt e i l ung ent häl t Beme rkungen , daß Pramberger s i cl im e r st en Jahr wohlgefühlt hat , iw zwe i t en J ahr ni c ht mehr. E s wi rd ange d e ut e t , daß er s i c h bei Au s gängen mit Frau en tr af . Pat er Hofm ann Mi chael hat i hm gerat en , s el b st um Ent la s­ sun g , n i c h t n ur aus d em Konvi kt , s o nd ern üb erhaupt au s d em Orden z u b i t t en , da ke ine Beru fung zu erkennen war . Al s die En t la s s ung kam , schl ug Pramb erge r e St i mm ung um , er b ereu t e s e i n e n S c hritt . Pramb e rger h at s i c h beim Ab s c h i e d e del b e­ nommen und um Ent s c hu l d igung gebet en . Ei ne weit ere No t i z b e sagt , daß d em Pat er Romual d Pram ­ b e rger i m Jänne r 1 9 5 2 e i n Korr e s p o nd enzblat t nac h St . Lamtr e c h t ge s c hickt wurde u n d mit dem Verm e rk " n i c ht an genomme n " zurü ckkam . Di s Eint ragung en d e s Re gens Hofmann r e i c h en nur b i s P rsm­ b e rgera Au e t ritt aus dem Konv i kt und enden mit d en Wort en ' Go tt s e i mi t i hm ' . Der Schwei ze r Prä lat Oe ech hat e i ne Leben s b e s c hreib u ng ü b er Pat e r Regen s Mic hael H o fm ann g e s c h r i e b e n . "

In Melk mach t e d e r Abt Pramb erger Vor würfe , daß er e i ct n i c ht m i t i hm i n Ve rbind ung ge s et zt hab e .

Da durch s t e l l t e e i ct

daß der Pri or Pramb erge r s Bri e fe an den Abt unt e rsch l agen

herau s , 1 2

E III , Mi tt .

S . 1 70. durch Pat er M i n i s t er Wama er v .

20. 2 . 1 9 73 .


- 77 -

P ram b e rge r h a t t e dah e r d a s Sc hwe i ge n de s Abt e s al s Ver­

h at t e .

d er H i l f e

we i g e r u ng a u ß e r d em

z u t a ge

,

d e u t en m ü s s e n .

daß

Be i d i e s er Un t e rr e d u ng kam

d e r H e gen s d a s B e i c h t e i e gel

g e b ro c h en h a t t e ,

d a er i n e i nem Bri e f a u f e i n e Ä u ß e r ung Be z u g ge nomme n h at t e ,

d i e i hm P ramb e rge r b e i d e r Be i c h t e a n ve r t ra u t h a t t e .

Regen s und

P ri o r h a t t en d a s i h r i g e zum Aus t ri t t P r a m b e r ger s b e i ge t ragen .

Pri e s t e r s emi nar i n L i n z , Eint r i t t i n St . P a u l

K l o s t erwan d e r u ng und

).

( 1 90 2 ) P r am b e r ge r w o l l t e s e i n e r Mu tt e r n i c h t b e s ch l o ß ,

v o n K l o s t e r zu K l o s t e r zu geh e n und

Er b e gann s e i n e n W e g i m Feb r u ar

ten.

e r a b e r a b ge w i es e n d�s

S t i f t um gab .

K o n v e n t d i e n er , i hm .

d en

war

D e r Ab t

n i c ht

wu r d e

1 9 02 i n K l o s t e rn e uburg , wo

di e

" H a u s - und

a nwe s e n d ,

n icht

Di e n äc h s t e

Do r ft rott el " h i el t ,

S t at i o n war L i l i e n fe l d .

Z e u gn i e s e a n z u f o r d er n .

d e s Ans u c h e n s .

Bewer b u n g i n Zwe t t l , t ra c h t e n ,

das

E i n Be gl e i t b r i ef d e s

zu v e rl i e r en ,

z u r M u t t e r z u rüc k z u k eh r en . P ö l t e n z u b ewerb e n ,

gab

Er m u ß t e n u n

su � t er s ol l t en

a l s w e n i g s t e n s vorüb e rg e h e nd

i hm ,

s i ch i n

er wo l l t e ab er k e i n W e l tp r i e s t e r we rd en . St e ph a n , sich

d er s i ch i n St i ft ?r'' e l k

i n L i n z z u b ew e rb en .

f uh r n ach L i n z u nd m el d e t e s i ch b e i Bis ch o f

D e n A u s s ch l a g f ü r d en � nt s c h l u ß ,

p r i e s t e r z u we rd e n ,

Vi e l

S t i f t Z we t t l r i e t

R e i ne n Freund

� ram b e r ge r b e fo l g t e i h n ,

zu

Das

Vi e s er g a b i hm d e n R at ,

Do p p e l b a u e r.

zur

d e n an geh enden F or s c h e r abgewi e s e n z u h ab en .

b l i e b i hm n u n n i ch t s an d e r e üb r i g ,

a u fh i e l t .

f ühr t e a b er

u m ni ch t i n s e i n e m

St u d i um e i n e n e r n s t e n Rü c k s c h l a g z u e rl e i d e n .

er

S t i ft .

P r amb erger ver s u c ht e n u n ei n e s ch r i ftl i c h e

S em e s t er n i c h t

Bi ne s ·.r a g e s t r a f

i n d i e s em

wu r d e a b er au c h h i e r a b g ew i e s e n .

d i e s e S t i ft e b e d au e rn ,

Pram ­

Da z u w a r a b e r not w e n d ig ,

i hn a u f z un e hm e n .

d e r an P ram b e rgere Ber u f u n g z we i fe l t e ,

Ab l e hn u ng

ö ff ne t e

e o d a ß P r am b e rger s e i n Ans u c h e n

v o m er s t e n Au g e nb l i c k a n w ohl

i hm H o f f n u n g ,

I n n s b ru c k

R e ge n s ,

St .

b i t­

Ab er d i e '•v'irkl i ch k e i t s a h a n d e r e a u s. E i n

s t e l l en konnte .

M a n macht e

Bs

zu

Al s näc h s t e s ve r s u c h t e e r e s i n H e i l i gen­

er für d en

b e r g e r f üh l t e e i c h von

.

um Aufnahme

das e r e i c h r omant i s c h vor s t e l l t e der Wal d l an d s c h aft wegen ,

kreu z , die

z u r L a s t f a l l e n u nd

d i e Ü b e r l egun g ,

daß

n u n d o ch Wel t ­

er d a nn s e i n e Mu tt er

s i c h n e hm e n k ö n n e . �r war n un

Al umne i m P r i e s t er s em i na r ,

s el i g e r f a n d al s d a s

St i f t o d e r d a s Ko nv i k t .

d a s er vi e l arm ­ Im a l l gemei ne n f ühl t e


- 78 -

s i eb

Pramberger r e ch t wohl i n L i n z ,

v or al l e m g e n o ß

fr e i er e At mos phäre i m S e m i n ar .

Nach

ne uen Dome s .

i n d i e s e r Z e it

druc k evo l l e F e i e r d er

d er

h� n e gr o ß e S t Ut z e

wo l l e n d e s B i sch o fs , s eh nt e

We ihe

s i c h n ach

den

er al s

O s t e r n e rl e b t e

Gl o c ken e i ne

d e r Ge b or g e nh e i t

Art

eines

und

er die

er die

et wa s

ei n­

d e s T urmkreu z e s d e s

war i hm d a s Wohl­

Fr e un d ans ah .

St i ft e s .

Nac h

Ab er e r

S em e st er­

d en

s ch l u ßprü f ungen m e l d e t e er s i ch au s d em Pr i e st e r s em i nar ab .

Das

Au s t r i t t s an s u c h e n v om

halt e n .

Mat ri k e l b u c h v o n

Im

J ul i

22 .

1 9 02

i st

h an d s c h r i ft l i c h e r­

d e r Phi l o s o ph i s c h - t h e ol og i s c h en

1 9 02

H o c h s c hu l e d e r D i ö z e s e L i n z f i nd et

e i ch

f o l g e nd e K i nt ragung s

P r amb erger J u l i u s

geb . am 1 2 . 4 . 1 877 i n P e ch l arn Nö . El t ern ' G o t t fr i e d Mari a G ymnas i um s M e l k N Mat ura z e u gn i s e i ng et r e t en am 27 . 4 . 1 9 02 früh e r Kl e ri k e r ( un l e s bar ) in M e l k

0

N o t e ne i nt ragu n ge n s i nd n i c ht v o rh and en ; wah r s c h e i nl i c h ke i n e Prü fung en . In t e r e s s ant i s t , d a s s k e in Verm e rk üb er s e i n e n Aus t r it t an gebrac ht i st , s o nd e rn d a s s er e i nfach au s ­ ge s t r i c h e n wu rd e , was s o n s t n i c h t übl i c h i s t . " 1 Mut t e r Pramb e r g e r s war

Die

d em Pri e s t e r s em i nar .

war s i e n i c ht

Auch m i t

e i nv e r s t a nd e n ,

Pramb erger fuhr

g e fi e l .

e n t t ä u s ch t , Z u s t and

als

er d i e

d e s G ebä ud e s

z u ihm ,

was

m an w e r d e Au s k u n ft

Kart e " .

wei l d er

e r k an n t e .

nach Alt enburg

z u d i e s em

St i ft ,

a b z uwe hren

s ch r i eb

Wä hr e n d e r n o ch

t e nb u r g wart et e ,

mach t e

zu

gehen ,

war ab er

s e hr

Gegend und d en ve rwahrl o s t en

�an war auch

I nns b r u c k ü b e r

au s

i hr d er d ort i ge Pr i o r n i c h t

gar n i c ht

Pramb e r g e r al s arge Demü t i gung emp fand .

s i ch i n

e i n e r d i e s er

s e in em Plan ,

d en n o c h

Arm ut

s e hr ge ge n d e n Au s t r i t t

i hn e r kund ig en .

Um

freundl i c h

Er fü rc h t et e ,

e i n e un gü ns t i g e

e r an lte g e n s Hofmann e i ne

" s ch ö n e

a u f di e E nt s c h e i d un g d e s Abt e s vo n Al­ er S p a z i er gäng e

Wand e ru n ge n hat t e

1

i n d i e Um ge b ung .

er e i n Erl e bn i s ,

das

er

Au!

selbst

S c hr i ft l . Mi t t . v . 4 . 4 . 1 9 7 3 , d urch Herrn J o hann Kran z e d er Li i eb e n swü rd i g e rw e i s ü b e r sandt ; e b en s o Ko p i e n d er Exam e n ­ b og en, i n d e nen Pramberger e in get ragen i s t , e i ne Kop i e d e s Au s t r i t t s ge s u ch e s u n d e i ne Kop i e e i n e s Schr e i b e n s Pramb e r g e r s v . 1 . S e p t . 1 9 02 a n d e n Hö c hwür d i g s t en He rrn C anoni c us m i t d e r B i t t e um " e i n e wö rt l i c h e Duple t t e 11 e i n e s Ze ugn i s s e s , d a s e r fü r d i e A u fn ahm e i n St . Paul b e n ö t i g e .


- 79 -

al s

" e rnüch t e r nd " b e z e i c h n e t e .

l oc k i g e s Mädch e n ,

Ein e t wa fünf z e hn j äh rige s ,

er b e z e i c hn e t e

e s al s

Es war di e s das e r st e �1 ,

ü b e r d e n We g .

durk e l­

"Jüd i n " , l i e f i hm nackt daß e r e i n we i b l i c h e s

Er war e nt t äus cht u n d s t e l lt e s i e s i cr i n

W e s e n u nb e kl e idet s ah .

11 vo r . " s on n t äg l i ch e n Kl ei d e rn

Er s c h r i e b ke i n Ge d i c ht ,

d i e Bt: geb en­

Es l ie gt nahe , an z un e hme n , d aß tr d i e s e n E i nbruch d er Real i t ät i n s e i ne I d e alvor st e l l u nge n dam t e r s c h i e n ihm z u " banal " .

heit

w i rk u ngsl o s mach e n wol l t e .

I n �elk , w o er a u f e i nen Be s c h e i d a u s Alt e nburg wart er

woll t e ,

f ragt e ihn s e i n eh emal i g e r Ko l l e g e Di e t r i ch ,

frag e n .

Die s e Anfrage b r ach t e n e u e Quale n ,

mit

H i l d e v e rl o b e n dürfe ,

T re u e hal t e n wol l t e ,

t r i t t b ewege n l i es s " .

di e v e r l an gt h ab e ,

ob er si ch

Pramb erge r e r s t z u

we i l Hil d e i h m d i t

" währ e nd i c h m i c h d u r c h e i ne and e r e z um Aus­ Pramb er g er gi bt h i er Erna al s Gru nd für

s e i n e n Äu st r itt aus d em

In n s b ruc k er Konvi k t an , was n i c ht gatz

d e n T at sac h e n e nt spr e ch e n dürft e .

Er war s c h o n i n Konfl i kt

g t rat en ,

e h e er v on Brna s Ex i st e n z gewuß t hat t e . Auc h h i er kö nnt e e s e i c h

u m d e n V e r s u c h hand e l n ,

s i c h ü b e r d i e wah r en Mot ive s el b st h i nw e g­

z u t ä u sch e n . An Rege n s H o fm ann s ch i c kt e er e i n e n Br i e f ,

i n d ea e r

i h n unv e rhü l l t mit d em H i nwe i s auf d a s g e b r o c h e n e B e i c h t ge h e imni s z u e i n em günst i gen Z e u gn i s b e we gen wol l t e .

f i el and e r s aus .

Ho fmanns Z e u gn i s tber

E s war n i c ht g e rad e unfr e undl i c h ,

W e n d ungen wi e " U b erwal l e n d es Ge mü t s l e b e n " ,

e n t h i e lt tber

" gr o s s e r Hang z ur V e l t "

und " s p ru nghaft in d en En t s ch lü s s e n " . Pramb e rger s and t e n o c h ei ne n

Bri e f an Ho fmann , " l ae s i o s i gi l l i .

s on s t

• • •

d er e i n e r e c h t d e u t l i c h e Dr ohung e nt h i elt ,

Al s o i n H i nk unf t b r av s e i n , 1 Pram. b e rge r . "

H e rr Regen s ,

Z u al l em Üb erfl u ß wol l t e Alb e rt Kl e b t r e ib e r unb e d i ngt G e i s t ­

l i c h e r werd e n .

" So hat t e i c h al s o d i e Aufgab e , d i e s e v er rü c kt e 2 Pram b erge r , d er s e l b s t G e i s t­ I d e e d e m J ung e n aus z ut r e i b e n . 11

l i c h e r b l ei b e n wol l t e , wur d e au fg e f or d ert , ab z uhalt e n !

e i n e n an d e r en davo n

Mit t e August t e i l t e i hm d er Pri or d e s St i ft e s m i t ,

er

h a b e für ihn um Au fnahm e i n St . P aul ang e f ragt . Das d o r t i g e

1 �· I .. I .t. ..L

'

s.

1 97 •


-

Kapi t el b uch ,

Se i t e 9 2 ,

80 -

enthält e i nen Vermerk v .

30 . 8 . 1 9 0 2 '

"Htrr

J ul i u a Pramberger , Kl e r i ker d e s I I . J ahrg . St i ft Me l k u n d Al unn u s 25 .

Mä r z b i s 2 2 . J u l i 1 9 0 2 b i t t et um Aufnahm e . R e s ult at : Pr am-

b er g e r i st aufg e nomm en . "

1

N o c h vo r s e i n er Ab re i s e au s M e l k h at t e e r d i e Gen ugt uu� g , e i n e n e r st en Vor g e s ch m a c k d er B e k annt h e i t z u füh l e n .

Im St ad t ark

t rat e i n j ung e s Mädc hen auf i hn z u und bat i hn um e i n e Eint rabun� i n ihr St ammbuc h , d i e e r st e ,

• • •

da s i e geh ö rt habe ,

d i e mi c h

um

er s e i e i n Di c ht er .

" Es war

e i n Aut ogramm ers ucht e . Wi e vi e l e � olg­

t en i hr no c h , da ich al s Vol ks ku n d l e r we it m ehr i n d i e Ö f f ent ­ 2 l i c hke it t rat . 11 Am

1 1 .

Sept embe r kam e r i n St . Paul an . Er w u r d e ü b erau s

freundl i c h aufgenomm e n ,

e rf uh r ab er , d aß e r s e i ne n N am e n än d ern

m u ß t e , d a es im St i ft schon e i ne n Ri c h ard gab . m arke s ol le

Wegen d er Wäs c h e­

er s i c h ab e r e i ne n N am e n mit d em Anfangs b u c h st ab en R

wäh l en . Pramberger d ac h t e an s e i nen alt en G e o graph i e l e h r er und nahm den N am e n Rom ual d an .

In d er S c h n e i d e r e i t a u s ch t e e r s e i n en

M e l k e rhab i t ge gen den vo n St . Paul . Unt er s e i nen ne u e n Kol l e gen der ähnl i c h wie P ar i a Güt er e l ch al s b i l d en er

b e fan d s i ch e i ne r ,

Künst l er b e ka nnt wurd e ,

Di e s er ge s t an d i hm

d aß er , P ramberge r , auf ihn den grö ß t en E: n­

v i e l e J ah re spät e r , fl u B gehabt h � t t e ,

Suit b e r t L ob i a s e r .

und daß e r i hn wegen s e i ner Me i st e r s c h aft :m

P e r s p ekt i v z e i c hn en b ewund e rt e .

Gle i c h i n d e n erst en T agen s e i ne s

ne u e n Leben s st an d Prambe rger

am

Spa z i ergan g fan d e r S c h e rb e n ,

d i e er al s " m i t t e l al t erl i c h " e i n­

s ch ä t z t e .

Rande e i ne r Ent dec kung . B e i e i nem

" Hä t t e man m i r nach d e r R om- Z e i t Ze it und Fr e ud ge­

l as s e n , i c h hät t e

um

1 0 Jahre vor S t r e h l i d i e vorh i s t or i sc h e

S i ed·l ung e z e i t h i e r ent d e c kt . 11

3

.Lt . Mi t t . v . Pat er Erhard , B i b : i o­

t h e kar und Arc h i var i n St i ft St . Paul s "Ri ch ard St rell i , Abt d e s St i ft e s v . 1 9 2 9 1 9 4 0 , war Arc hä ol oge und Al t p hi l ol o ge . Er hat i n h i s t ori s c h e n Z e i t ­ sch r ift en und i n d e r Carint h i a I publ i z i e rt . Se i n e arc h ä o : o ­ gi s c h en Ve rmut ungen ü b e r kelt i sc h e und röm i sch e S i e dl u n gen s i nd al s Sond erdruc k e e r s c h i en e n . Al s d i e Bau e rn Mün z en -

1

S chrif t l . M i t t . v . 2 6 . 3 . 1 9 73 , v . He rrn Raimund Di e l ac h e r , Ben edi kt i n erst ift St . Paul , l ie b e n swür d i gerwe i s e ü b e r s an d1 . 2 3

E III ,

s. 201 .

lSb d . , S . 2 07 .


- 81

-

gefun d en hatt en , und T e i l e frem dart iger Bauwerke en tde ck 1 wurd en , unt e rnahm Stre l l i i n E i gen regie Au s grab ung en u n d b e ri c ht et e darüb e r . E r w a r b e dacht , auc h al l e Str eufunde ( � Un z e n , V a s en , et c . ) zu s i c he r n . Ab 1 9 39 gab e s ke i ne Gel d­ geber mehr , m an woll t e St . Paul in Spanh e im umben ennen . Di e N ap o l a zerschlug Fund e und T emp elr e st e . Di e Sch erbe n werden i n d e r St ift s s amml u ng ve rwahrt . " 4� S t u di e n i n kow , He i s e nach Si zil i en und Nord afri ka ( 1 90 2 - 1 90 3 )

Im O kt o ber kün d i g t e s i ch e i n gro ß e s Er e i gn i s a n . Pram­ b erger war e i n e r d e r Bene d i k ti ner , di e nach Rom ge s c h i c k t wurd e n , um d o rt am Col l egi o d i San Ans elmo 1 we it er zu s t ud i eren . Pramber ger s e l b s t s ah i n d i e s em Aus l andeau fenthalt d en Anst o ß z u s e iner Zuwendung zur Vol k s ku nd e : "Nun s o l l t e e i n ganz frem d e s Land rl i r d i e H e imat t e ue r m ac h e n und d i e heimi schen Si t t e n und Bräuch e 2 ent gi l t i g forschungswert er s c he i ne n l a s s e n . " Er s ah s i ch i n s e i n e n T rä um en b e re i t F a n d e r Gra ze r Uni ve rsi t ät , aber s i e s 1 1t e n ze rfl i e ß e n . Am 2 q . Okt o b e r r e i s t en di e j ungen Kl er i k er ab . I n k o m wur d e d a s C ol l egi o San Ans el m o auf d em Aven t i n für e i n J ah r s e i ne H e i ma t . Im " M at r i c o l a d e l C o l l e gi a San Ans elmo i n Rom l3. " , 1 . Ba 1 888 - 1 9 3 7 f i n d e t e i ch u n t e r d e r Numm er 2 4 8 ( P agi ne t i on we i st d e r Ban d k e i ne au f ) f o l gen d e Eint ragung : " ( N O.M I r; COGNOM I ) D . RO.MUAL DUS PRAMBEHGER ( GEN TTOR I ) Q o tt fri e d u s e t Mar i a G alt b a rger ( ETA ) 1 2/IV 1 87 7 ( LUO G0 DI NASC ITA ) Gro s s - P e c hlarn ( Au st r i a i nf ) ( MONAST ER O DI PROFES SION E ) M e l k ( nunc p ert i n e t ad S . P aul um i n Car . ) ( GI ORNO D�LL A PROFF S S I ONE ) 2 S e � t 1 90 0 ( ENT HAT O NELL C OL1BGI O ) 1 Novembri s 1 9 02 ( STUDI DA 1'1 ARE ) Th e o l o gi e m i n o r ( O S S �HV .A Z I O N I ) �asc i o i l Coll e gi o i l 30 G i ugno 1 9 0 3 . " 3 1 E.

K at s ch th al e r , Mel k , W i e n 1 9 0 '5 , 3 . 3 '5 6 : " Im Ap ri l 1 89 3 d e r Grundst e i n für das Col l e g i um Ans e l m i anum von Kardi n al Dus� e t ( O . S . B . ) gel e gt . N ach d en Wort en des Pap s t e s s o l l t e es e i n inte r nat i o nal e s C ol le g werd e n und e i n Zen trum des Ord ens für Wi R s e ns c haft und Frömm i gke i t . " w u rd e

2E

I J. I ,

:3 . 20 8 .

3 scb ri ft l . M it t . v . '5 . 1 . 1 9 7 3 v . Fr . Benedi k t P l ank fre und­ l i c h erwe i se ü b er sandt ; e b e n s o e i ne Ko p i e e i ne s Bri e f e s aus d em Arch i v St . A n s e l m o , Schach t e l 79 , Fas z i ke l St . Lambrech t , ge sch r i e­ ben von Ab t Severi n K al ch e r v . 8 . No v . 1 90 3 , in d em d i e s er s ich für e i ne Aufnahme d e R Fr . Romual d Prambe rger a u s St . Paul e i n s e t z t : " · · · der dort l e i d er vo n s e i n en Mi t-C o l l a ge n verfo l gt , j a s o zus agen h i na u sgebi s se n wur d e ". • • •


- 82 -

Doch aus St .

bal d sch on kühl t e s e i n Ve rhält ni s z u s ei n en Mit brJ i ern

Paul ab .

Er m e i nt e ,

s i e s e i en e i fe rsü c ht i g auf s e i ne & el ­

l un g als ält er er ( Se ni orat ) gewe s en , üb e r al l Vort r i t t h at t e . ihm z u o b erfl äch l i c h ,

Di e Ge sprä c h e i n d er Erhol ung s z e it war!n

s o daß er si ch al l e in s e in e n St u d i e n w i dn e t e .

De r Abt fre il i ch l ob t e i hn dafür . i hn

e i n en St reb er .

da er dad urch im Kol l eg

S u i t b ert Lobi s s e r ab er nannte

Im Ei nv er ständn i s mit

s e i nen Kol l e gen sch r ie b

Pramberger an den Ab t vo n St . F aul um Be fürwort ung für sein An­ s u c h en ,

s i ch frei i n Rom b ewegen zu dü rfe n ,

au s gä n ge " ware n al lg eme i n nicht b e l i e b t .

d enn di e " St e c k t afel ­

Di e s e s An s u c h e n wurd e ab er

ftir al l e abgel ehnt . " Den n man hat t e i n St . Faul d i e C am e rada für e i n e n Kunst ­ j ü nger n i c h t als Last erkenn e n kö nne n , da si e n i c ht d as Wes en d e rs e l b e n e i n s ah e n , anderers e i t s hat t e n s i e n ic ht di e Tr ag­ w e i t e e rm e s s e n könne n , was e i n fre i e s B ewe gen für uns e r e künst l er i e ch e Ent wi ck l ung b e d eut en Wti rd e . " 1 In San An a e lm o herrsch t e ab er o hn e b i n e i n fre ie rer T o n al s in d e n Ö st erre i ch i s ch en St i ft en ,

au c h d i e Exer zit i en vol l z o ge n

e i ch o hn e Au fs i ch t u nd Kont rol l e .

Am

16.

N ov e m b er fand im C o l l e gi o e i n e Akad e m i e s t at t ,

bei

der Pramb erger e i n Gedi cht ü ber d i e r e l i gi ö s e Tradi t i on in Ro� v o rt r ug . Er e r nt e t e ü berau s s t arken Ap p l a u s und e i n b e s o nd er e s L o b de a Abt e s .

Noch ni e z uv o r war i hm a us de m Kre i s e s e i ne r Vorge­

s e t z t en s ol c h e An e r k e nnung z ut e i l geword en .

Am 1 6 .

De z e mber fand e n

s e i n e Ko l l e ge n e i ne s s e in e r G e di c h t e i n d er " Kärntn e r Z e i t ung " ab ged r u c kt u nd

grat ul i er t e n i hm h e r zl i c h .

We ihnach t en , rle imat ,

das i n Rom s o ganz an d e r e verl i e f al s i n der

ri e f e i n e wehmüt i ge St immung und He i mw eh h e rvo r .

Bei

s e i n e n Wan d e rungen d u rch d i e St adt Rom f e rt i gt e er Skiz z e n an ,

t e i l s in e i nem S k i z z e nb u ch ,

wurde ,

Paul g e st o hl e n

t e i l s au f Kl o s ett papi e r . Man kann daraus er s e h e n ,

nur we n i g Tas ch e ng e l d

un d

das i hm dann i n St .

z ur Verfü gung hat t e .

d a ß er

Er m u ßt e h a u e h al t en

k onnte s i ch t e ureres Pap i e r n i cht l e i st en ,

a u c h we i l er

e i ne n gr o S e n T e i l s e i n e s Ge ld e s in den Ank a u f von And e nke n , s i ch t s kart e n und Devot i onal i en inv e s t i e rt e ,

d i e dam al s s i c h e r

eb e n s o rei chl i c h f e i lg eb o t e n wu r den wi e h e u t e no c h .

1 E II I , S . 2 1 5 .

An­


- 83 -

Die röm i s c h e Oampagna regt e Pramberger wi eder z um Dielt en an . Er e ntwarf d i e t ragi sch e Ge schi cht e e ine r j ungen , e d l en Röme r i n , d ie e in e n armen Hirt e n l i ebt , aber für ihr Chri sten1 um st i rbt . Von P ari s Güt ersloh kam e i n Br ie f , daS er i n den Orden e i ntret e n woll e . Pr amb erger r i et i hm dri ngend ab , da e s s i c h be: ihm nur um e in St rohfeue r handeln konnt e . Der Frühl i ng z e i gt e Pramb erger d i e gan ze Sch ö nheit der sü d l i ch e n Nat ur . Der Rektor ab er fan d , d i e s e s st arke Hina u e d:äng en i n d i e Nat u r s e i e i n zu starkes wel t li c h e s Empfi nden . Er wol: e d o c h ni cht annehmen , daß gewi s s e Kl e ri ker Kl ö st er aufge s uc ht habe n , um e ine Bas i s , e i ne S i c h erung für d i e Zukunft z u hab e n . P r am) erger b e gann s i ch auf z ul ehnen . Immer wi e der verst i e ß er gegen ver sch i e­ d e ne Vorschr ift e n , di e s e iner �ei nung nach s e i ne Frei h e i t un,öt i g e i ns ch ränkt en . Auch Lob i s ser fühlt e sich b e en gt , d a e r d o c h 1ur i n s St ift e inget ret en s ei , um s i ch in Rom als Mal er au s b i l d e, z u k ö n n e n . Pramberger fand d i e s e s Mot iv z um Eint ritt unrecht . N�ch d em römis ch en Fasching , in dem Pramberger das T reiben der Masken i n den St raß en b eo bach t en konnt e , kam d i e Fast e n z e it und bra� h t e Fi ech auf den t ägl i ch en Mit t agst i sch , " st inke nd e Me erfi sche " . Mit

d em Hinw e i s auf e i ne im November überst and ene F i sc hvergi ft ung ver sch afft e s i ch Prambe rger s o fort d i e Di s p e ns vom Fast e n . Es z e igt e e i c h hie r wi eder das alt e Problem : Pram berger konnt e sich auc h im Anselmi anum n ur schwer e i n o rdnen . Geh or s am fiel i h m s c hwer . "Der Aufenthal t wurde mir mit unt er z ur Pein " . Au ch Lob i s s e r Nar o hne Erl au bn i s ausge gangen und sollt e de shalb aus d e m Coll e gi o e nt l a s s e n werd e n . Pr � b erger gi ng z um Abt und erb at d e s s en Ver­ z e i h�ng . Lob i s s e r hät t e au ch s el b st z um Abt kommen soll en , ab er " b i t t e n konnt e er ni ch t . Das hat er auch al s voll endet er Küns t l e r ni cht gekonnt . " Es s e i hie r darauf h i ngewi e s en , daß Pramberger i n al l den Mo nat en in Rom s ehr vi el e Be s i c ht i gungen unt e rnahm und i n s ei nem " rt i kroko smo e " e i ngehend all e Sehenswürdigkeit en sch i l d ert . I n­ t e r e s sant ist v i e l l e i c ht , daß er in d er Ki rch e " Sant a Croc e " d i e c!ort au sge st el l t en Kre uz-part ikel nur für "Berührungspart i ke l " hi e l t . J edenfalls war e r von i hnen n i c ht s ehr b e e i nd ruckt . Auc h d i e " Sc al a Sant a 11 erst i e g er ni c ht a u f d en Kn i � n , wi e d i e s eigent­ l i c h j ed e r Fr omm e t ut , d er d ort hin p i l gert , sond ern gi ng a uf d en


- 84 -

s e i t l i c h en St i egen hi nauf .

Er be gründ et e d i e s d am i t , daß au ch

�ilat u s und J u das zu Puß ü b er d i es e T reppe ge gangen s e i en .

Di e s e

j ed en fal ls e in en vö l l i gen Mangel a n myst i s c he r E! l eb­

Ep i s od e z e igt n i s fäh i gt ei t .

Das He i m. eh b e gann ihn z u be drüc ke n . di e G e s ch i c h t e Kärnten s , Er wi dm e t e

s e iner ,

I n Rom st ud i e rt e e r

wi e e r m e i nt e , n e u en He i mat .

e i c h ab er auch m i t größ erem Er nst al s z uvor s e i nen � h e o­

l o gi s ch e n St udi en ( s e c h st e s S em e st er ) . Nach O st ern hat t e e r Ge � e ­ genh e i t ,

d i e Be i m st ä tt e al l e r Ben e d i kt i ne r ,

Mont e Caa s i no au fz u s uc h en .

Bi er ent st and auch wi e d er ein Ge d i cht ,

da er d i e St immung d az u fand ' e i ne s wahren Di c ht ert al ent s , z wi ngt .

11

1

Der

1.

d az u f üh rt e ,

d a s Mut t e rklo st er r on

" · · ·

d a s i st

j a da s Ch ar akt eri st J. e c he

das s d i e Mu s e e i n en z um Di c ht en

e i ne n e u e Fr ei he i t , i ie 1 9 04 brach t e Pramb erger daß e r s e i n röm i s c h e s T ag e b uch n i c ht m ehr genau w! i­ Mai

t erfüh rt e un d s i c h b e i d er N i e d erschrift s e i ner " Er i nn e r u ng e n " an

Ge d i c ht e und g e l e gen t ­

d ie s e Z e i t au f Bri efe an s e i ne Mutt er ,

l i c h e N ot i zen stU t z t e . Der Abt l i e ß ihn z u s i ch rufe n . e i n s c h le cht e s G ewi e s e n ,

Pramb e rger hat t e sofort

er e rwart et e , wegen irgende i ne s V er ge1 en e

zur Ve rant wort u ng g e z ogen z u we rden .

al e e r au f d em Ti s ch

Wi e seh r ersc h rak e r e r st ,

d e s Abt e s e i nen Br i e f a u s Me lk s ah : " l c h .!r­ 2 s c hrak u n d h i e l t d a s Sc hr e i b e n für e i ne Lügenep i et el . " So s ehr

nahm er b er e it e al s s e lb st v e rst än d l i c h an , ge e e t z t en nu r Bö s e s

zu e rw art en hab e

e s könnt e a u c h e i n Bri e f

i hm gar n i c ht e i nf i e l ,

z u s e inen Gunst e n s e i n .

e i ne I nt erven t i o n d e s Abt e s von Mel k , d i e Er laubni s b ek am ,

und

daß er von s ei ne n V�r­ De r Bri e f ent h i e l t

auf Gr und w e l c h e r Pr amb erger

in Z ukunft ohne Begl e i t ung auegehen zu dürfe n .

" Bet äubt vor Üb errasc hung kni et e i ch m i c h ni e d e r und kü s st e den 3 Ab t �ri mae d i e Han d und d en R i n g . " Der e r s t e Au s gang i n der ne u­

gewo n n e nen Fre ih e i t s o l lt e z u e i nem Erl e b n i e führen ,

das

" :f'ür

v i e l e s i n m e inem Leb e n b e s t i mmend war . " 4 Pramb erger war ü b e r das

1 E III ,

2

Ebd . '

S

26 0 .

s. 264.

3 Ebd . 4

Eb d . ,

S . 26 5 .


- 85 -

Fo rum Romanum z um Goldenen Hau s ( T i t u st h ermen ) gegangen ,

um

� e­

e e s gena u er z u b e si c ht i gen . Ehe e r e i nt rat , sah e r i m 2 . St oclc­ werk e i n en Mann mit e inem Ski z zenb l o c k i n der Hand . Gl e i c h z e � i g b em e rkt e er Kni st ern und Herabri e s eln vo n Sand u n d St aub . Ohre zu d enke n , ri ef er in d eu t e eh e r Sprac h e h i nauf s " Hall oh , verl a s s en Si e d i e W�l bung , s i e droht e i n zustürzen ! " N oc h e h e d i e M auer wi r k­ l i ch e in stürzt e , konnt e d er Mann z ur Se i t e spri ngen . Vol l Darkbar­ k e i t e il t e d i e s er zu s ei nem Rett er und st el l t e s i ch vor : "Ma er Z at s c hewa ky " . Er sagt e , daß er d i e u ngast l i c h e St adt R om ver aa s e n wol l e , u n d l u d s e i nen Rett e r e i n , i hn we i t e r i n d e n Sü den zu } e gl e i ­ t en . De r Mal e r begl e it e t e Pramberger - ins Coll eg und erwi rkt e b e im R e kt or d i e Erlaubni s zur Re i s e . Pramb erger verab sch i e d e t e s i ch vo n a e i ne n Mi tbrüd e rn , Lobi s se r ab er ergri ff s e ine aus ge streckt e Hand n i cht . Die erst e St at i on d i eser Süd l andr e i s e war N e ap e l , wo E i e am 3.

Mai e intrafen . Es wurden al l e Sehe nswürdi gke i t en b e si cht i 6t ,

d i e s i c h damal s so wie h e u t e dem Re i s e nden darbot en . Pramb er6er war von den Schönhe i t en d er Landschaft b erührt , ab e r S chmut z . Fau l h e it und G e l dgi er d e r Be völkerung st i eß e n i hn ab . Be s o nd eren Ei ndruck macht e der Ve s uv , den die b e iden R ei senden zusammen m i t e i ner grö ß eren Gruppe von T o ur i st en e r st i egen . E i n e U berfahri nach C apri verursach t e bei Prambe rger eine S e e krankh e i t , die er j e doch bal d ü be rwand . Ei ne Dam e d e r R e i s egruppe , e i n e j unge E ngländ er i n , ge st and i hm , si e h abe s i ch vo n Anfang an z u i hm h i n� e z ogen g e fühl t .

Er

w i dmet e i h r e in Ge d i c ht , wo für s ie i hm schwe igend di e Hanc küßt e . I n Amalfi s an dt e :Pramberger e i n " T o ur-Re t o ur-T e l e gr am m " an d en Rek­ i n Rom , i n d em er um Verlängerung s e i ne s Url aub s bat .

Er

wol l t e d i e Ant wort i n Pal ermo e rwart en . In d i e s er St adt e rr e i cht e i h n auch tat sächl i c h di e Nac h r i c ht mit d e r Erl aubni s , e e inen Url a b um t or

e in e Woche z u ve rlängern . Von Pal ermo aus s c h i fft e s i ch Pra�berger mit der gan zen Re i sege sellsch aft z u e i ne r Seere i s e e i n , d i e nach T u n i s fübri e . "Mit dem Schwi nden d e s e ur o päi sch e n F e st l an d e s gi ng aber auc h i n m e i n e m Z e i tmas s e e i ne gan z s ond e rbare Veränderung vor � i ch . Ich fan d mi ch n i c ht mehr zur e ch t , wi e l ange wir au� d em Meere fuhre n • • • Da s i s t m i r ganz aus dem G e dächt n i s ent sc hwun­ den , wi e auch , wi e l ange wir uns in T uni s aufh i el t en . " 1 1

E I I I , S . 2 77 .


- 86 -

Ea i at m ö gl i ch , daß di e neue Umgebung p l ö t z l i c h z u vi31 Fremdart ig e s bracht e , sodaß Pramb erger , d er b i sher ni cht s eh: vi el Abwec hslung in s e inem Leben gehabt h at t e , al l d i e s e n eu !n Ei ndrü c k e n i cht mehr bewält i gen konnt e . Ei n e Einladung bei e1 ne m t u ne a i seb en Ge schäft s ann b rac ht e ihn s ogar m i t 0l)i um i n Ko n:; akt , das in Kaff e e und T abak ent h alt en war . Di e ganze Ge s el l s c haft

vers nk in t ie fen Schla f , je der , wi e e r gerad e d o rt s aß . Frao ­ b erger wac h t e e i nmal kur z auf und mußt e bei d ie s em Anb l i c k a1 di e Bewohn er vo n Pomp e j i denk en , d i e ebenf all e im Schlaf vo n d er Kat a­ st rophe überrasch t worden waren . Di e nächst e St at ion d er Reise war Mal ta , das am 1 0 . Mai errei c ht wurde . A u f der Überfahrt lag Al i c e s ch l afe nd in e inem S e s sel auf De c k . Pramberger b e u gt e s i c h üb er s i e " und hau c ht e i hr ei n flüchtiges Kü s sche n auf i hren etwas geöffnet en Mund . 11 1 Al i c e erwacht e und fragt e ihn , ob er si e li eb h ab e . Br ant wort e t e ni cht . Die Re i s e n e i gt e e i c h d em End e z u . I n T ar e nt nahm man Ab­ schi ed von d er übrige n Ge s e l l s c h aft . Pramberger und s ei n Ga st geber

b e st i e gen den Zug nach Rom . " I ch gedachte der näc hst en Zukunft , wi e d i e gehä s si gen Mit brüder , nun halb geplat zt vor N e i d , ihr e 2 Wut wieder a n mir a usl assen würden . 11 Nicht e von Fre ud e , wi ed er i n s e i n C o l l e g z u s e i nen Mi tbrüder n zurüc k z uk ehren , mi t d en e n er

do c h s ei n we i t er e s Leben verbringe n wol lt e , nur Furcht und Ab­ wehr . "Dann gi ng das Brüt en an , das Sehnen nac h Vergangenem , Me l ancholi e . n :S Glüc kl ich war Pramb e rger in j ener Z e i t nur auf e rh alb d e r Klos t ermaue rn . Bei der Rüc k kehr i n das Colle g erwart eten i hn t at säetl i e h N ei d und Mi ß gunst , b e sond ers von L obi e e er s S e it e , der i h n gl e i c h m it den Wort en empfinga " Ja , unsere ins sol lt mal e n und kann nicht 4 fort fahren , und der kann Re i s en mach en und verst eht n i c ht s ! 11 • Wi l l ibal d , e i n Me l ke r Pat er , meint e s "Ja , Romual d , unt er was für Le u t bi et du in Kärnt en gekommen ! Wäret l i eb er b ei uns gebl i eben ! 1E

2

I I I , S . 2 82 .

Eb d . ,

5 . 2 84 .

3 Ebd . 4

l.t'b d . , S . 2 8 5 .


..

D e r Swi t b e rt ne i d i g ,

87

-

d er He i nri c h grabt vor N e i d I "

1

Di e s e r Ha i n-

r i e b h at t e während Pramberger s Rei s e e i n e n Bri e f nac h St . P al l g e sc hr i e ben , m i t

der Behau t ung , R omual d "vagi e r e h e rum u n d l a s s e

d a s St udium St u d i um s e in . "

Di e Re i s ege s e l l sch aft aus d em Süd en war mit t l erwe i l e auc h nach Rom ge komme n .

Al i c e l ag krank i m Hot el u n d b at Pram b e r � r um

s e i ne n Be su c h . Er s uc ht e s i e

1m Hot e l au f und gab versc h i e d en e

Rat s ch läge ge gen i hr e K rankh e i t .

" Dah e im p ac kt e m i c h d i e

Sehn s u c ht ,

Abe r wo

auch morgen m i t m e i ne n !'re und en h e i mr e i s e n zu kö nn e n ! 11

war er dah e im? Al i c e sch enkt e i hm z um Ab s c h i e d zwei V a s e n ,

P r amb erger

bis

zum J ahre 1 9 4 9 b e s aß u nd

imm e r im

engl i s ch e Fr eu nd i n mit Bl ume n schmück t e .

G e d en k e n

Dann wurd e n s i e

�e

an s ei ne

wi e

so

vi el e s andere " v e rs c hl epp t " . Mi t Lo b i e e er kam e s bald z um o f f e nen Br u c h ,

b e im Rekt or ü b er d i e Fr ei h e i t b e s c hwe rt e , wu rd e ,

ihm ab e r n i c ht .

wi eder

Bri e f e an

e i c h � e e er

d i e Pr amb e r g e r geWihrt

Swi t b ert und Hei nr i ch s c h r i eben auch

den Abt vo n St .

Pramb erger sprac h e n .

da

Paul ,

immer

i n d e n e n s i e s c h l e c ht üb er

In e i ne m Bri e f an s e ine Mutt er kl agt e di e e e r s

i n St . Paul f e s t en Bod e n ge wonn en z u hab en , n un m u s s 3 dass zwe i Mau lwü rfe m e i ne Gr undfe st en unt e rwü hle n . "

" I c h glaubt e , i c h seh en ,

Da Pramb erger k e i n en di re kt e n Ko nt akt m i t

e r e s auch , Obwo hl d i e

r e ch t z e i t ig Pro be p rüf un g

um Zulas s ung z u r

d em Abt h at t e ,

versä umt e

P r i e st e rw e i h e anzusuche n .

z ur v ol l e n Z u fri e d enh e i t a u e g e f al l e n war ,

v e rt rat man i n St . Faul d i e Me i n u ng , m an k e nne i h n n oc h z u wen i g , 4 um i hn z u r Pr o f e ß z u zulae s e n . Al s Di c ht er ab er erhi e l t er di e An e r kennung s e i n er Vorge s et zt en i n R o m .

Anlä ß l i c h e iner

Akadem i e

wurde e r m i t e i n em Lorbeerkranz z um Di c ht er ge krönt . Pramb erger versucht e ,

s i ch m i t L ob i e s er a u s z u s ö hn e n ,

s ch e nkt e i hm e ine aus T unis m i t gebracht e Va s e , d e s Be s c h e nkt e n e rhi e l t " 1

2

E

• • •

nd

wofür e r e i n Aquar el l

das i ch n o c h i n St .

Faul i n m e inem

I I I , S . 2 8 5.

Ebd .

,

S . 2 86 .

' Eb d . , S . 2 9 1 . 4

verm erk im Kap i t el bu c h v . St . Fau l , S . 9 3 a " Das Kap it el ver ­ wah rt s ic h dag e gen , daS d e r z u e r st aus Mel k , d ann a u s d em Pri e s t er­ s em i n ar in Lin z a u sget ret e ne Kl e r i k e r Fr . Romual d , ohne d n .R man Ge l egenhe it hat t e , i hn kenn e n zu l e rn en , zur Pr o f e ß zu g e l a s s e n wi rd ( Kap i t e l vom 2 9 . Ap r i l 1 9 0 3 ) .


- 88 -

Z i mm e r aufmacht e ,

mehr u nt er m � n e n Sach en vo r fan d . Hat t e m an m i r b e i m e i ne r Ab re i s e aus St . Faul di e­ s e s gest ohl e n? '' 1 End e Juni l e gt e Pramberger m i t v i e l Erfolg ve r­ s c hi e de n e Pfl i c h t k o]b qu i en ab , s o d aß d er Rekt or i hm vorsch lug, e r so l l e um da s Bac c al a ureat e d ip l om an s u c h en . " S e it dem ich ssh , w e l ch e Dummk ö p f e e s b i s zum Do kt o r at b r i ng en kö n n en • • • h at t e 2 j e d e s Bege hr , so l o h e Grad e zu e rri ng e n , a u fgeh ö rt . " Man er imere si ch , d a S e r si ch nur e ini ge Monat e z uv or s c h o n an der Univeisi t ät ge s e h e n hat t e ! Mi t dem Jun i ging auc h d i e Z e it i n R om i hr em Ende zu . Sie war fü r i hn e i ne Z e it vol l n e u e r Eindrüc k e gewe s e n , hat t e s ej nen G e schmack g e s ch ult u nd s e i ne B e o b ac ht ung s gab e, war auch e i ne \ar­ s ch ule zur V o lk s ku nd e , wei l s i e i hm G el egen h e it g egeben hatt t , das Le ben d e s Volke s z u st u di e r en . Für s e ine n Glauben war Roo ab er von zwi e spält i ge r Wi r k ung . Er v e r l o r s e i ne n " Jüngl ing sglau b er " , an v i el em m u ß t e e r zwe i f el n . " Man darf n i c ht verge s s e n • • • L L t h e r hat zu s e i ne r Wi d erepänst i gk e i t e i ch i n Rom d i e Kraft g eh ol t . • • " ' Di e Pat r e s au s St . P a u l fuhren i n die Heimat zurück , ' ich 4 e i ner M art e r z e i t e n t g e ge n . " 5 . I n St . P aul

j ed och i n St . Lambr e c h t n i c ht

Ei nt r i t t i n

und

1904)

i n St . Fau l ange komm e n war , wur d e er z u v e r s c h i ed e n e n T ä t i g ke i t e n für das St i ft h e r a ng e z og en . Am wi ch­ t i gst e n für ihn war abe r , daß er e i nm al in d er Kirche St . Be e d i k t Er bl i e b gl ei ch z u am We inb erg e ine F e s t pr e d i gt hal t en m u ß t e . Anfan g st e c ke n , r e d e t e ab e r a u s d em St e gr e i f w e it e r , "wob ei :. e h 5 auch i n s Fe u er k am , s o daß d i e Predigt e i n gro ß e r Erfolg wu r l e . Gan z ü b e rr as c h e nd konnt e e r nac h Mel k z u s e i n e r M ut t e � r e i s e n , d a e r e i ne n unruh i g e n St ud e nt en , der e t w a s s p i nne " , n a c h �ö d l i ng bri n gen mußt e . Er üb er zog ab e r s e i nen Url aub um zwei T a g e , was vo n s e i n e n Fe i nd en Swi t b ert und Hei nr i ch we i dl i ch zur He� z e Nac h d e m Praruberger

"

,

das St i ft St . L amb r e ch t ( l 90 3

"

1E I I I ,

2gbd .

3E b d 4

5

S . 293 .

,

S . 29 6 .

Eb d . ,

S. 297.

Eb d . ,

S . 2 gg .

.


- 89 -

ge ge n i hn ausgenüt zt wurd e . Auch mach t en s i e i hn w egen s ei ne s Aus seh e n s b e i d e n jüngeren Mit b rüd ern z um Gespöt t . Framb erger b e kl a gt e s i c h b i tt er d arü be r , daß vor all e m Swi t b e rt gan z ver­ ge s s en h at t e , daß e r i hm in R om vi e l e Frei h e it e n ver s c h a f ft hatt e , , d i e e r o hn e i hn n i cht geh abt hät t e . Ab er auße r " Un d an kbark e i t , Ne i d und LUge " b ek am er n i c ht s dafür .

S witbert wur d e z um Pr i es t er

gewe i ht , Pramb erge r glaubt e ni cht an die Gnad e b e i Lob i s s e r B Er st l i n gca op:ter .

Im Au gu st k e h rt e Pramberger an den O rt z urü c k ,

an d em er

d a s J ah r z uvor d i e " m i t t e la l t e rl i che n Sch e rb e n " g e f u n d e n hat te . Di esmal gru b er d i e Fragm e nt e e i n e s Kruge s aus . Er s e t zt e i hr zu­ sammen u n d l i e ß i hn bei s e i n e r endgült i gen Abrei s e z urü c k . Wes daraus gewo rd en i s t , Am 9 .

wei ß m an n icht .

S e p t emb er m uß t e Pramberger erfah ren , d a ß He i nr i �

h i nt er s e i ne m Rü c k en n ach Inns bruck geschr i eb e n und von d or t e i n en s e hr ungünst i g e n Be r i c ht üb er ihn erh alt en h at t e .

"•

• •

h ä t t e i ch

m i c h ande rt ha l b J ah r e ü be r al l e Hau s o rdnung hi nwegge s et zt und das d en kbar s ch l ech t e st e B e i s p i e l gegeben

• • •

11

Man warf Frarote rger

a u c h " st rä fl i ch en Umgan g m i t e i ner z we i d e u t igen Per s o n aus Mehr en " vo r . 1

Framberger weh rt e s i c h m i t e i nem geharn i s c h t e n Br i e f r.ach

I n n s br uc k , i n dem er m i t e i nem kano n is c h e n Pr o z e ß we g e n d e s €e ­

bro c h e n en Bei ch t s �e l s droht e . Er gi ng a u c h zum De k an und b e t i c h ­ t e t e i hm vo n d e r Ange l e g e nh e it . do rt auch ni ch t l ei den mögen " .

Di e se r m e i nt e , Di e s e s Wort

" ma n h ab e i hn halt

" a uch " z e igt , wi e Pram­

b erge r m i t t l erwe i l en zu s e i ne n Mit b rüd ern i n St . Fau l st and . Ir b e s ch l oß ,

n i ch t me h r i n St . Paul zu b l e i b e n . Abe r woh i n s c l lt e

er gehen? M i tt e Okt o b e r mach t e i hm d er De kan den Vo r s c h l a g ,

�r

s o l l e e i ch i n St . L am br e ch t b ewerb e n . Der d o rt i ge Abt s e i s e i n Sc hü l e r gewe s en u nd würd e Pram b e rger s i c h e r aufne hm e n . Es k an a u c h e i n e p o s i t ive Ant wo rt , und überd i e s hat t e d e r De kan Vor b e r e i t ungen get r o ff en ,

daß Pram b e rger in Gra z Ge s ch i c ht e u nd Germ ani s t i k s t u­

d i eren könn e . " E s war Got t e s Be st immung , das s n i c h t i m r e i ch e n Lav ar:t t al e , s o nd ern b e i d e n arm e n B e rgba u ern das o b e r s t e i r i s c h e Dornrö s l 6 i n , 2 d i e Volke kun d e geweckt ward . " 1

Ge m e i n t i st wahrsch e i nl i ch d i e Korr e s pond e n z m it Er n s .

2E I I I , S . 3 1 1 .


- 90 -

Am

19.

Okt o be r r e is t e e r m i t der Bahn i n s e ine n e u e He inat .

Dort empfing i hn unwi rt l i che s ,

rauh e s Wett er m it N e b e l und S c hte e­

regen .

" Romuald woh i n b i st du gerat en ! Au s d em Parad i e s i n e i n 1 Ni f e l h e im l " Di e P at r e s im St i ft z e i gt e n s i c h abe r fre un d l i c h ,

bald

er fühlt e s ich Homö o p at h , ·

heimi s ch .

Pat er Ot t o Hage nhofer ,

umarmt e und küßt e i hn .

Sp azi e rgä n g e er s c h l o s s en i llm d i e

Wel t d e r o b e rst e i r i sch en Bau e rn . Er s ah und Arbe i t s g e rä t e . Sage n au s der

Grund l ag e n Sal zb u rg ,

d er gro ß e

zum

e r s t enm al i hr e Häu s er

E i n a l t e r Pf e r d e knecht b e ri ch t et e i hm von a�t en

Gegend . Er s e l b s t

spr i c ht von d en d amal s gel e gt en

zur h e im i s ch e n Vol k s k und e . Abt S ever i n s ch r i e b nac h o b Pramb erger d ort s e i n T heol ogi e st ud i um vol l e nd en k 5n n e .

Der d ort i ge Direk t or war grund sä t zl i c h e i nve rst a n d e n , wi e s ab e� dara u f h i n ,

daß Prawb e rger s ich d e n s e lben Bedi ngunge n zu füge1 h ab e , .

wi e j ed e r andere Kl eri ker .

2

Abe r a uch i n St . Lambrecht

Pramb erger ni cht ohne Fei nde l e b en k ö nnen . hat t e erfahr e n ,

i hn d an n . Ruhe

Regens

H o fmann .

Severin vo n St . L ambrecht .

Men sch l i chkeit . • • •

Am

gab

11

1 6 . Nov emb er b e gann e in e fü r Fraro h erger und für d i e Vol k s­

d a b e i e ine

2

Di e s er s c h r i eb e i n e n B� i e f

Pramberger d e n Br i e f z u l e s en und z e rriß

I c h h at t e g e s i egt .

" Bü ch e r n ,

1

un i

Der Abt ab er r e agi e rt e mit wahr e r

De r Pri o r ri ef Pram b erger i n e i n Z i mm e r,

Z e i tu ng e n ,

Bri efen , N ip p sache n , Kl e i du ng s s tü� ken "

ange fül l t war , u n d b e a u ft ragt e i h n , f an d

e i n J n g ar ,

" Von da ab h at t e i ch vor Bri e f en vo n d i e s e r S e i t e e rrll i ch

kun d e wi c ht i ge Arb e i t .

das m it

Ein � i t b r u d e r ,

daß d i e s er e i nmal i n Innsbr u c k gewe s e n war �

a c hri eb an d e n d ort i ge n

a n Ab t

so l l t e

di e Dinge z u

ordnen .

Pram be rg er

St ahl s t i c h s amml ung und das St . L ambr echt er Urbar i um

E II I , S . 3 1 2 . Be merkun ge n aus d em Tage b u c h d e s Abt e s Wi l l i bal d H a u t hal e r

Pet er , Sal z b urg ( Sign . Archiv St . P et e r , He A 9 6 , s . 2 : ab e n d s 9 Uhr kam Fr . Romu a l d Pramb erge r , we l c h er noch das Eherech t , s owi e Past oral und Kat e c h eti k zu h ö r e n h at . Er war frühe r i n St . Paul und st u d i e rt e d ie üb r i gen t h eol ogi s c h e n Di s z i p l i n en t h e i l s i n Innsbruc k t h e i l s i n Rom . Fü r di e ze itwe i l i ge Unt e r b ri ng un g d i e se s i n un s e r e m Kl e r i k at s e t zt e i ch e in i g e Punk t e al s Vorau ss e t z ung j e d e r and ere fremde Kl e r i k e r fügen m ß . " f e s t , d en e n s ic h er wi e Soh ri ftl . Mit t . v . Un iv . Pro f . DDr . K . F o Her mann , Sal zb urg . D� Ori gi nalbrie f au s St . Pet er , v . 2 . 1 1 . 1 9 0 3 , b efind et s i c h i m Mikr 7 , v on tit . " .Am 6 .

S . 64 .


-

- 91

Be i d i eaen Au fräumung sarbeit en , d i e b i s zum 2 7 .

von

1 461 .

b er

d auert en , l e rnt e er d i e St i ft sgeschi cht e kenn en . Sc h on am

s.

De z e mb e r

übernahm e r e i n e ähnli ch e Aufgab e .

In

e ipi gen K as t e1 si c h Taus ende vo n Akt en . Di e s e waren das alt e Hof- u nd

b e fan d n

Lan dge r i cht s archiv d er St i ft sh errschaft St . Lamb r e c ht . m ac h t e

i hm gro ß e Fre ude , e r unt e rbrac h s ie nur , um a l s

Konvi kt Unterr i cht i n Mat h emat i k , Phy s i k ,

d as

Die

6 . Jänner e rf ol gt e d ie gepl an t e Ab r e i s e

nach

Arb e: t

Lehrer i n Gesch i !hte

G e o graph i e und

zu geb en . In d er Volks sch ule unt erri cht et e er auch Am

N o vem,

Re l i gi o n .

S a lz b ur g ,

d o�t

um

T h e ol o gi est u d i um zu vollenden .

Der d ort i ge Direkt or war zwar p e d ant i s c h genau , d o c h s ee e n s ­ gut . Di e Hau s or d nung kam ihm s o z er s pl it t ert vo r , d a ß e r gl a u b t ! , er wer de n i c h t r e c ht z um Arbei t e n komm e n . Das s t r e ng g e r e g el t e Leb e n mit

al l

d e n ge i s t l i c h e n

Ü b ungen f i el

i hm auf s n e ue

s ch wer,

" we i l i c h e i n e gar n i cht b e t eri e ch ve ranl agt e N at ur , ni c h t

w e g et

B e t e ns u nd Abt ö t en e , s ond ern we gen d er Wi s s e nsch a ft i n d e n ) r d e n e i ng e t r e t e n b in . " In d i e s er Selbst erkennt n i e z e i gt e i c h gan z klar

des

d i e Grund pr o b l e mat i k k e i ne

Pramberge r s : Er konnt e al s Ord e n sge i s t l i char Befri e d i gung f i nden . Di e vol l st änd ige Un t e ro r dnu ng unt er

Rege l n und

d i e Fre ihe i t sb e sc hränkung

Vor s ch rift e n ,

i mm er �ual e n . Nach außen h i n ab er fü gt e e r

d u r c h e rl e i c h t ert

w u rd e ,

daß

er wußt e ,

Die Fas t en z e i t brach t e

bleiben.

di e

s i ch ,

essen ,

zu

For d er ung d e s

K re uzweg z u Fi sch

warm ,

( wan

und

Tuchent z u s c h l a f e n

ohn e

b e t en .

d enke an

d ie

an

Ord en sb e rufun g

in

die

al s d er P rüf e r

j ed e W oc h e

dah i nt e r ?

Er

m o ch t e k e i n e n m

ge b et e t .

Vo rge s et zt en

i h n e n wah r s ch ei nl i c h b e r e c h t i gt e Z wei f e l

d e s j ungen

T h e ol o gen aufg e s t i e gen .

e r krankt e .

Fe r i e n fahren könnt e , ab e r

�e l k z u r A c h t z i g j a hrf e i e r

einen

d i e T u c h e nt war ihm

wu s s t e kei ne r " . W enn s e i ne

Im Mär z h at t e e r s i ch s ch on auf rei tet ,

da­

Di r e kt or s , e ic h

j e d e Wo ch e i m Kr e u zgang von al l e n

gewußt hätt en , wär e n

der

i hm auc h

Er gel ob t e , k e i n e n

und

i n Rom ) ,

Fr e i tage

Kr e uzwe g w ur d e

" Di e s e H i n t e r g e dank e n

d �v o n

s t e c kt e

Was ab e r

was

er wer d e n u r e i n hal b e s Jahr

s e l b s t gewäh l t e B e s ch r änkungen aufzuerl e g e n . F i s ch

ihn

b e r e i t et e

Es

die

s ah s o

Past oralprüfu ng

ob er n i cht Ei n l adun g d e s St ift e s

aus ,

da kam e i n e

v orbe­

als

d e s Abt e s .

Di e O s t e rfe ri e n v e rg i n gen m i t Pram b erge r s Mu t t e r v e rl e t z t e

sich

B e s u c h e n und

am A r m und war

Sp�z i e r gä ng e n.

d arü be r

so

trauri g ,


- 92 -

" a l s alhn t e s i e ,

d a s s s i e b al d

d er Rü �k re i s e war

s t e rb e n wür d e . " Am

s ch m e r zl i c h .

16.

De r Ab s c h i e d vo r

Ap r i l l e g t e Pramber ger

Seme s t e rpr ü f un g i n d e r P a s t o ral m i t Au e z e i c h n u n g ab . b e gann � zu geb

S t und e n i n Arc h i vk u nd e un d

i hm n.

war v o n grö ß t e r B e d e ut u n g .

.

A b t W i l l i b al d

i m L e s e n vo n H a n d s c hr i ft en

Auf Ans u c h en d e s Ab t e s v o n St .

a u ch fr e i e n Au s gang

b e r ge r

die

L am br e c h t e rh i e l t P r am­

�i n Au e fl u g d e r T h e o l o g en n a c h L i e f e r i n g

Das d o r t i ge Mi s s i o n s h a u e b e s a ß

kl e i n e s M u s e um m i t Gege n s t än d e n a u s N e upomm er n . P ramb er ger

ein d ach t e :

" Wenn d i e W i l de n a u s Me l an e s i e n wer t s i n d , d a s s i hr e a l l ­ t ä gl i c h e n G e b r a u c h s g e ge n s t än d e i n ei n e m Mus e um a u s g e s t e l l t werden , um s o m ehr i s t d a s h i e s i g e B a u e r n vo l k wer t , d a s s s e i n e Gerät s ch a ft e n i n e inem Mu s e um a u s g e st e l l t wer d e n , d a d o c h d i e �aach i n e n u n d f ab r i kmä s s i g h er g e s t � ll t e n Gerät e und Gefä s s e i n ab s e h b ar e r Z e i t d a s Al t h ergebrac h t e v e r dräng e n we r d e n . " Hi er z ei 5 t s i c h P ramb erger s We i tbl i c k ,

d e r w e n i ge n d i e

Die

Z e it

B e dr o h u n g d er b ä u e r l i c hen K u lt ur . Sal z b u r g n e i gt e s i ch d em E n d e

in

�rü f u n ge n s t a nd e n k u r z b e vo r . wi n d e n

..

D e r D e k an t e i l t e i hm m i t ,

t ei

d e m We g t

Ab t

ge sch a f f t

z u hab e n .

Se ver i n d i e s e m m i t ,

zu .

Di e l e t z t en

N o c h ab e r war e i n H i nd e r n i s

zu ü b e r ­

d a ß d i e P rü f ung a u s J:; x e g e s e f eh l e .

P r am b e r ger s c hr i e b d i e s s e i n e m Ab t , aus

er e rk an n t e al s e i n e r

d i e s er s c h e i n t

das H i n d e rn i s

I n e i n em Sc h r e i b e n an P r am b e r ge r

d aS

d a s h o ch würd ige K a p i t e l P r am ­

b e r g e r s Z u l as R un g z u r Ab l e gun g d e r f e i e rl i c he n G e l üb d e b e w i l l ig t h a t . P ro :f e ß .

Am

8.

Jul i

1 g 0 4 b e gan n e n

d i e E x e r z i t i e n für d i e

f e i er l i c h e

P r am b e rg e r p ro t o k o l l i er t i n s e i n e n '' E r i n ne runge n " :

1 1 Am

1 2 . J u l i um 8 Uhr m o rge n s gi ng i ch i n d e r K u k ul l e. h i n ab i n d i e Sa k r i s t e i , wo s i e d e r Z e r e m o n i är Ho fm e i s t e r V i k t o ri n i n ßmp f a n g nah m . Da nn t rat e n wi r , a l s wi r d e n Abt ko mm en h ör t e n , h i n a u s i n d i e K i r c h e z um H o c h al t ar . Do r t kn i et e i c h au f e i ne m we i c h e n Sc h e mm e l und wohnt e d e r Me s s e d e s Ab t e s b e i . Wäh r e nd d e s O f f er t o r i um s k n i e t e i c h m i ch vo r d e n A b t h i n u n d l a s d i e P r o f e s s ur k un d e l an g s am herab , wor a u f e r m i r fü r m e i n e U e b e r gab e m i r " v i t a ae t e r n a " ve rspr ac h . Dann b e t e t e n d i e P a t r e s d i e Gr a d ua l p s al m e n , wä h re n d i c h unt er d em Bahr­ t u c h e l ag und d i e g ro s s e G l o c ke t ö n t e . H i e r a u f n ahm d i e Me s s e i h r e n F o r t g an g . I c h k omm u n i z i ert e . Und he rnach gab e n m i r al l e i hr e n Bru d e rk u s s , d er z i tt e r nd e l i e b e P . Ot t o , d e r K o l l e g P . �ctt h a rd w i e a u ch d e r un s a u b e r e P . F r a n z , d e s s e n vo n S c h n u p f­ t ab ak ange r u s s t e s Mund s t ü c k n i c ht l u st i g z u kü s s e n war . N ach d e r Me s s e ab er w u rd e n m i r , da d e r K ap i t e l s aa l g e r a d e a u s ge m al t wur d e , i m N ov i z i at e v o m P r i o r v o r d em K o n v e nt e a l l e lt e c ht e e i n e s K ap i t u l ar e n übe rt r ag e n • • • " 1

1 .h;

I IJ ,

S. 3.


- 93 -

N ac h d e r P r o f a ß t a f e l t e l e graph i e rt e P r amb e rger ü b e r gl ü c k­ lich

he

an

s e i n e �utt er :

" P ro fe s s ge m ac h t ,

f ol gt e n V or b e re i t un ge n auf

s t a t t fi n d e n

Am

d e r We i he

di e P r i m i z ,

d ie in

e n t ge g en ge h e n d . " St .

L am br e ch t

s oll t e .

1 6 . J u l i fuhr Pramb e rge r nach Gra z , um do rt für di e 1 b e i d e n L a zari s t e n Wohn ung z u n ehm e n . d re i f a c he n � x e r z i t i e n J u l i wurde i ch v o n B i s c ho f Sc hu s t er z um Subd i a k o n , z um D i ak o n u nd am 2 4 . J ul i um 7 Uhr vo n Bi schof Ur . L eo p . S c h u s t e r mi t etwa e i ne m V i e rt e l h un dert a nderen K an d i d a t en z um P r i es t e r g e w e i h t 2 • • • So kam der 2 6 . J u l i , d e r 3t . An n e n t a g , d e r P r i m i z t ag . " 3 am

" Am 2 0 .

22.

Da s

Juli

ie i h eb u c h

1 89 8 u s qu e ad An num

4

P r o t o c ol l um Or d i n um

,

• • •

e n th ä l t

Sus c e p t o r um Ab Anno

a u f S . 5 g f d i e V e rm e r k e :

-

Dom i n o P r i n c i p e " 1 9 0 4 a C e l s i s s im o ac R e v er e n d i s s im o Dom i n o Ep i e c op o S e c c o v i e ns i , Th e o l o g i a e Do c t o r e i n e c c l e s i a C at h e d r al i d i e 20 . J ul i i i d e e t f e s t o S . Mar gar i t ae V . M . p r o m o t i s un t a d o r d i n e m S u b d i ac o n a t u s • • � 5 " Fr . R o m ual d u s P r am b e r g e r e x P ö c h l arn d i ö e c . S anh i pp o l y t a n a e e s t c l e ri c u s s o l em n i t e r p r o fe e s u s . O r d in i s S . Be n e d i c t i i n m o n a s t e r i o a d S . L am b er t um r i t e d im i s s u s e t o r d i na t u s a d t i t ul um m o nas t e ri i . Prom o t i ad o rd i n e m D i a c o n a t u s d i e 2 2 . J u l i i , i d e s t f e s t o s . Ma ria e &a gd el e n a e p o e n : 2 7 d i sp e n s at i ab i n t e r s t i t i i s e t e x er c i t i o O r d i n i s . i i d em 1 P r om o t i a d urd i n em Pr e e by t e r a t u s . d i e 2 4 . J u l i i 1 g 04 , qua e fuit Dom i ni c a I X . p o st . P e nt . , e t f e s t um s . Fran c i sc i S o l a n i C . i i d e m 1 - 2 7 d i sp e n s a t i ab i n t e r e t i t i i s e t e x e r c i t i o O r d i n um , e t i n quant um o p p o r t u i t a d e f e c t u a e t a t i s c a n on i c a e . "

8 . 60/26 :

.

-

P ramb e r g e r s N o v i z e nm e i s t e r

6

hi elt

für

da s K ap i t e l

fe st :

" Fr . R i e ber d P r a m b e r ge r , g e b . 1 8 7 7 , 1 89 9/ 1 9 0 0 N o vi z , 1 900 Fe b r u ar Kl er i k er d e s St i ft e s M e l k , v e r ö f f e n t l i c ht e al s K l e r i k e r i n d en ' St ud i e n u nd M i t t h e i l unge n ' 1 90 1 , I . H e f t , S . 1 6 3 u n d 1 64 e i n Ge d i c ht : • Fre i th o f b l um e n • . N a c h s e i n em Au s­ t r i t t e s t u d i e r t e e r im Somme r 1 9 0 2 i m L i n z e r K l e r i k a l s em i na r , gehör t e 1 9 . S e p t e m b e r 1 9 02 b i s Herb s t 1 9 03 d e m S t i f t s ve r b a n d e St . Paul , K är n t e n , an , d a n n d e m St i ft e St . Lamb r e c h t , w o e r al s P . R o m u a l d am 2 6 . J u l i 1 9 0 4 s e i n e Pri m i z f e i e rt e . G er e c h t i gk e i t u n d B i l l i gk e i t e rh e i s ch e n e s , d a ß i c h a n d i e s e r St e l l e au c h dre i er N o v i z e n g e d en k e , we l c h e ü b e r m e i n e n A u f t rag i m Lau f e i h r e s ti ro c i n i um e e i ch s e h r müh evol l e n Ar ­ b e i t e n m i t gro ß e r A u s d a u e r u n d G e w i s s e nh a f t i gk e i t un t e r z og e n h ab e n , o b gl e i c h d i e Arb e i t e n , d i e f a s t i h re gan z e n N o v i z i a t s­ M o n at e i n A n s p r u c h nahm e n , n i c h t i n Dr u c k ge l an gt en , s o n d e rn b l o ß h a n d s ch r i ft l i c h vo rh a n d e n s i n d . "

1 90 2

(

)

We i h e e x e r z i t i e n , 4

Gr � z ,

Ei n s i c h t n a h m e

ge st a t t e t . 5

Es

6P .

f o l ge n

2 3 • E IV ,

S. 5 , 6 .

vo n Mo n s i gn o re

Thomann ,

vi er z eh n Al um n e n d e s

K o n s t a n t i n K r umh ub e r ,

H e ft

B i s c h ö f l . Or d i nar i at

G ra z e r P r i e s t e r s em i na r e . 26 ,

S . 31 f .


- 94 -

D.

1.

St .

D e r

V o 1 k s s c h r i f t s t e 1 1 e r ( 1 904 - 1 90 6 )

Politik und Bühnengründung

Prarnberger ha t te also i m Benediktinerstift 1 in der Steiermark Aufnahme gefunden. Lambrecht

der F ahrt von

Schon auf

Salzburg in seine neue Heima t war er gehobener

Stimmung gewesen,

h a t te er doch das Gefühl,

"endlich der

ständigen Verfolgung von gehässigen Kräften ledig zu sein"

2

und " die Unsicherhei t meiner Existenz ward durch das Gelübde aufgehoben. " Auf dieser Fahrt gedachte er auch der Armut seiner Mit telschulzeit und seiner Kameraden, die es alle ber eits zu etwas gebracht ha t ten. ganz verhängnisvollen Fügungen

• . •

" "

3

und ich dank der

Schon aus seiner Kindheit hatte Pramberger von Zeichen sei ner künf tigen Größe berichtet. Auch am Tage der Primiz ereignete sich Ähnliches :

Ein Herr tra t auf ihn zu und sag te :

" Müßt wohl ein gar Gro ßer werden im Stift, weil um Mit ternacht 4 d i e Erden gebebt hat. " Aber auch nach der Messe sprach ein M i tbruder zu ihm: " Lieber P.

Romuald, der erste dieses Namens

i n unserem Sti f t,

ihr mü ß t e i nmal ein Gewaltiger bei uns wer­ 5 d en, weils in der Nacht das Stift so gerüt telt ha t. " In der P r i mizrede lobte der Abt den neuen Pater für seinen Eifer beim Ordnen der Sammlungen des Stif tes und für sein T alent in Geschichte, Volksgesth i chte und Dichtkunst. sc hwor sich,

" alles daran zu setzen,

Pramberger selbst

um das Stift St.

L ambrecht

so herauszuheben, dass es noch von den stolzen Melkern be­ 6 ne idet wird. " D ie Kränkung en und Zurücksetzungen, denen sich Pr amberger in seinem Heima tstift ausgesetzt gesehen ha t te, waren nicht vergessen.

1

St. In :

schri f t t um : Benedikt Plank, Geschichte der Abtei Lambrecht, St . L ambrecht 1 9 7 6 . Siehe Won isch - Bibliographie v . Johannes Schlacher. Z. H . V . Stmk. 1 9 6 2. 2 3 ' E I V,

S. 1 .

4 5 ' Ebd . ,

S 6

6

Ebd . ,

S. 9 .


- 95 -

A le er i n d en leri e n , die auf d i e Primi z folgt en , nach Me l k f uhr und d o rt die Me e e e l e een wollt e ,

ze i gt e e i c h , wi e

wen i g ihn no ch mit d i e s em St ift verband . Er hat t e s e i nen Wuns c h zwar angemeldet , durft e j edoch nur an ei nem S e it enal t ar z e l e br i ere n . Einer der Melker " Edelknaben d e s hl . Bene d i kt " II

l i e S d i e i roni e eh e Beaerkung !allen , daS e s Pramberger we it : 1 gebr&cht h abe , ud be sei chnet e iba ,;egenüber das St i ft St . Lam­ brecbt als • Bauernst i ft • . Pur Pramberger war d i e s e i n AnlaS , se ine n Vo rs at z , der neuen Heimat durch s e i n Wirken Ehre z u mac he n ,

z u ver st ärken . Lan gs am l ernt e er das Volkeleben um St . Lambrecht k en­

nen .

Be i s o ge nannt en "Xuhalmpart i e n " auf d i e Gr abenzen schmückt e

e r in fröhl i c h er St imm ung s e inen Hut m it Enzian , genannt ,

" Gu ggat z e n "

und l i eS s i ch vom Almhalt er Bart l Marak m i t Schaf­

m i l c h b ewirt e n . und Almrau s ch ,

Di e Sch önh e it d er Auebli c ke nahm ihn gefangen , Kchl rö s e rln und Anemonen b e glückt en ihn .

Er ri cht ete s e i n Zimme r wohnl i ch e i n . Zwe i P ap agei e n , L ore und I ndra , l e i st et en i hm Ge s e l l schaft . Es wur d e z u e i n em ge wohnt e n Bi ld , daS Pramb erger s i e auf d er S ch ult er i n St . 1:>-am­ b r e c bt und auf s einen Wanderungen und Re i e en m i t t r u g . Erst e kurze Abb erufu ngen gab e s nach Zeut s chach und St . Mare i n b e i N e umar kt . Dort ministriert e i bm der spät ere Vi z e kan z l er von Ö st err e i c h , K arl Hart le b . In d e s s en Vat erhaus l ernt e er ei nen al t en ,

st reng n ach alt em Brauc h l e b en d e n Bauern kenne n "mit

i rch ene n Hos e n un d l e dernen knöp f e l b aren St ö s s e ln '� Beim Ki rch­ w i h f e et i n We i S kir c h en mach t e e r sich bere it s auf For schungs­ wege . We i t ere e r st e Eindrüc ke vermit t e l t en ihm das L e o nhard i­ f e st i n Pll l a u , al s d er P farrer und er mit Böl l e r s chü ssen wil lkomme ngeh e i S en wu rden , und Pramb erger die Kos t b arke it en , d i e meh rere Kramläd en b e im lirchhof ausge st el lt hatt en , be­ wundert e .

Das Trei ben der viel en Menschen , die aus d er Um ge­

b ung z u s amm e nge strömt waren , erregt e s e i ne Aufmerk samke it . Durc h Gasth aus b e s uche wurde er mit Bürgern b ekannt und er

b eri cht et erfreut ,

daß er die Bürgerme i st ersgat t i n S ofie

Spre i z e r und Frau Lei kauf in s e i nem freund l i c h en Z i mme r mit Punsch und Kle i ngebäck bewirt en durft e .


- 96 -

Mi t 1 .

Sept e mb er 1 9 04 nahm er s e i ne Arb e i t al s Lehr er

im St i ft s gymnas i um auf .

Gle i ch z e i t i g b egann e r , Or dn ung in

d e s St i ft e s zu bringe n .

� kümm ert e s i ch auc h um d e n ho chb e­

d as unbe s ch r e i bl i che Durch e i nan der der Mi neral iens amml ung t agt e n Bom�opat h e n P.

Ott o Hagenhofer , mit dem man s i c h manch

d er b e n Spaß erlaubt e . P.

der gerne vormi t t ags b e im T or­

Ott o ,

w irt saß und e ine R i nd suppe m i t Ei und Semmel al s zwe it e s Frühstück aß ,

erwart e t e Pramberger al a G e s e l l s chaft er .

en tdeck t e i c h n un e i n e s Tage s e i ne Men ge Fl i egen schwamme n . d i es bedeut e .

' Ja ,

v e r s et z t e mir ott o . krei s .

• • •

,

" Da

das s i n de s Grei s e s Suppe

I ch fragt e d en Halbbl inden , was

da h at m i r der Wirt Wei nb e erl n e i n i t an ' ,

' Das s o l l s ehr gut für d e n Magen s ei n ' . "

1

Sc hon b al d ent et an d e n Span nungen i n Pramb erger s Wi rkung s­

Er verspät et e s i ch ö f t er s Eum Chorgebet , was ihm manchen

Ve rwei s e intrug ,

d er i hn al l e rd i ng e ganz ungerührt l i e ß .

In

d er Erinnerung an di e s e Z e it ent schuld i gt er s ich dam i t , daS e r d em

" gedanke n armen od e r gar

z ume s s en konnt e ; �t .

:a

l os e n " Chorgebet ke i n en Wert

d urch das " m aß l os l angsame " Chor b e t en i n

Pet er s e i e r " abges t um p ft " wor den . Das Chorgebet war ihm

v i e l zu l ang um dab e i andäc ht i g bl e i be n z u können , anderseit s 1 wu rd en lat e ini sc h e Gebet e verri cht et , d i e für Pramberger o ft un ve rständli ch ware n .

" Wi e k onnt e da d er Gei st m it t un beim

Lipp engebet ? Die s e e Herab s i nk e n e i n e s i nt el l ekt en , gebi l d e t en

Men s c h e n zu e in e r G e b e t smühle kri t i si ert e i ch damal s und di e gan z e Z e i t , d a i ch v e ru rt e ilt war , beim Chor mit zumach en . 11 2 Au ch i n d i e Sch u l st und e n k am er oft z u spät .

Unt e rr i c ht u m

8

Er sollt e d e n

Uhr b e ginne n , we il er ab er " er st n o c h früh­

stüc ken m u ß t e und der n erv� s e Herr Präfekt k e i n akad em i s ch e s ' Di e ernst est e n Vi e rt e l kannt e " , m ußt e e r m anc hen Tad e l hinnehmen . Au s e i nanderset zungen hat t e e r aber m i t d em R egens c h ori , m i t de

s e n .Ar t d er Kirch enmu s i k er ni cht e inver s t anden war .

der Sängerc hor ,

den er st r e ng c aec i l i anisch h i e lt·� e i ne Ma z art­

m ea s e wäre e i n r ot e s T u c h gewe sen ,

1�

IV,

S. 1 3.

,

S . 26 f .

2 Eb d . 3

Ebd . ,

S.

" Denn

16.

ebenso ein deut sch e s Mes el i e d ) ;


-

97

-

d i ese Di nge haben die Musikheroen tur die Luft geschrieben , wie die verrUc kten Caec ilianer meinten. • 1 Pramberger bl i eb anscheinend ungerührt , e a kümmerte ihn nicht , wenn der andere 2 "eine Woche lang mockte." Die alte Angst vor Verspottung scheint aber wieder aufgetaucht zu aein . Pramberger bemerkt , d a ß ei n anderer Lehrer und ein Novi ze ihn zum "ens foppa b i l e " mac hen wollten, was er ihnen aber austrieb. I n dieser Ze it versuchte er e i ch auf einem Gebiet der li t erar i eeb en Tätigke i t , daa tur ihn ganz neu war. Ein ungarische r N ovi ze

ü bersetzte e i ne ungarische Dichtung i ns Deutsche . Pram­

berger versuchte, a ie in Verse zu bringen , gab aber bald au f, d a er ei nsah , daß man be ide Sprachen beherrschen müsse, um ei ne g ute Nachdi chtung zustande zu bringen. Am 2 4 . September übergab der Abt ihm ein kle ines ( " au s l aut er Ersp arni s rU ck s i c ht en

t en " ) ,

statt eines

Buch

mächt igen F o l i an­

in

welches die wichtigen Erei gnisae im Stift eingetragen waren. Praaberger sollte diese Stiftschronik fortführen. Er wunderte sich über die unsystematische und nach l ä s s i ge Art d er Aufze ichnungen. Einige Ze it später An s i ch t ,

kam

er darüber

h i na u s

zur

daß St. Lambrecht s ch o n vor 30 0 Jahren ei n Ba u ernst i ft gewesen war, " wo nur Beten und i'resaen was gal t " . 3 Der Grund fü r diesen är gerl i c h en Au s b ruch Prambergers war der Zustand d e r St i ft s b i bl i ot h ek , deren Bände in ungeordneten Haufen auf dem Dachboden des St i ft e s lagen. Der Pri or, der zugleich Archivar war , verl an gt e vo n Pramberger, er s o l l e nachprüfen, welche d i e a e r BU c h er noch ni c ht e ingetragen waren. " . . . aber Bi bl i o­ t h e ka r werdene deswegen nit • Pramberger verrichtete diese Arb e i t willig , da er hoffte "wenn man sein Arbeiten er ken n t " , doch Arch i var oder Bib l i ot he kar werden zu k�nnen. " Wie es im • • •

Ar c hi v

aussah, hatte ich damals keine Kenntn i s , weil mich der

Prior noch ni cht hineinschauen l i es . • 4 Prambergers Tätigkeiten fanden n icht überall Be i fall . Es hieB , er solle sich mehr um 1 E IV ,

2 Ebd .

5. 17.

3 Bbd . , 5 . 20 .

4 Eb d . ' S . 1 9 .


98 -

-

d i e Sch ul e nur

au s es

i n s e i n em

n o c h w art e n u n d ge d u l d i g s e i n .

••

2

i h n ab e r

s e n i or P .

für d a s

Eh rge i z

i hm m a nc h e r l e i

K o l um b an ,

g e l � hm t war .

St i f t und m i c h war e r­

vol l k omme n mac h en .

v er w i e s

ihn a u f d e n

und

W i nk el

zu s am m e n ,

" v o n i h m �rzäh l t e s u nd v i e l l e i c h t

d a f ü r s pä t er P . wu rd e n

1 9 32

T h t i gk e i t ,

d i e e inen

das

in

t r u r, a l l e r l e i

Gr un d s t e i n d e s kuns t ­

verkauft . das

auch

O t h m ar Wo ni sch

der

s c h l e c h t en

N i c ht n u r d a s

für s e i n e n

d i e s e n Jl: o n at en V e r s t ä rk ung .

er

Er d u r c h s u ch t e

P ramb e r ge r b e z eic h ­

z u r e c ht a l s d e n Grü n d e r d i e s e s h u s e um s ,

s i c h dami t

l un c s s t ü c k e

d e s St i ft e s und

d e s S t i f t e s d ar s t e l l t e n .

U u s e um R

h i R t o r i s c hen

�t i f t s­

e i n en S c h l aganf a l l r e ch t s s e i t i g

" un gem e i n v e rdi e n s t vo l l " b e z e i c h n e t e .

K u n s t ge g e n R t �nd e

s eh r

" St r a z z a bü c h e l "

fe s t .

v e r s c h i e d e ne H � um e

d e n Ruhm

und

wa s Pramb e r ge r

O k t o b e r b e gan n Pramb e rg e r e i n U nt e rn e h m � n ,

En d e

sel bat a l s

d er d u r ch

Pr amb e r g e r h i e l t

s o n s t V e rg e s e e n e f; "

J ah re s

Da s w ar e t w a s ,

dar i n al l e s m ö gl i ch s t

e r zä h l t e

vt to

"Der

das

Br n ah m d i e .l!:i n t r a g u n g e n i n d a s

Er wo l l t e

er n s t .

in

WAS

" ge r i ng ge ac h t e t e St i f t 1 s e i n e r V e rga nge nh e i t h e r vo r z u z e r r en . " Ab e r v orl ä u f i g h i e ß

wac h t .

n et

b e s t ä r kt e ,

�;nt s c h l u l3

n u r s c h w e r g e l an g .

Y.

um s o l c h e " Ex t r a v a g an z e n " ,

k ümm ern a l s

e i n st r i ch .

o b wo h l

Die

A u s st el ­

wi r t s c haftl i c h e n L a g e

de s

In t e re s s e für m u s e al e

sp�t eren

W i rk u ng s b e r e i ch

Au f e i n em d e n k wür d i g e n

erfuhr

Spa z i e r­

g a n g i m N o ve m be r t r a f Pram be rg e r e i n

" a l t e s arm e s W e i b l e i n " , 3 d a s i hm d a s �1är c h e n vom H a h n e n g i gg e r l e r zäh l t e , e i n :Er e ig n i s

und

Er l e b n i s

d a s P r am b e r g e r n i c h t m e hr

,

z ur Ruh e

k o mm e n

ließ.

d em P ;:, d u l l e r g u t e n a hm m i c h d e r 'Na l d a u f u n d gar l an g , g e l A n gt e i c h z u e i n e m u n g l a u b l i c h f r e u n d l i c h en Wa l d t e i c h i nm i t t en d e s h e r b s t l i c h e n L ä r c h en wa l d e s . �s ü b er ­ k am m i c h e i n e ge r a d e z u e l e g i s c h e St imm un g , d i e d a d urc h n o c h g e s t e i gert wu rd e , a l s i c h un we i t d avo n au f e i n e m B a um s t r u n k e i n a l t e s , ar m e s We i b l e i n i n St e i r e r t rac h t s i t z en s a h . �a s s c h war z e H i n t e rb un d t ü c hl e i n a u f d em K o n f • • • e i n Bü n d el l a n g e s K l au b h o l z vo r i h r e n Fü s s e n . " 4 " Hi nt e r

n i ch t

·

ll i e s e s

" p ra c h t v o l l e l'v�i-i r c b en "

s o l l t e Pr amb e r g e r i n s e i n e n

fü n d i g s t en F o r s c h e r j ah r e n e i n e große li i l f e w e r d e n .

1 ' 2 �·

..:.J

T V .&- .

S•

'

i.

22

3 Si eh e V i k t o r v . S t e i e rm a r k 1 1 ,

4 F..

IV

Gr a z ,

f-i 2 4 •

1 948, •

Ge ramb , S . 4 1 ff.

"

K i nd e r - und H au smi:irch e n au s d er


-

P.

99 -

Ott o w i e s i h n darauf h i n ,

wü ß t en .

n i c ht s . "

" Darum 1

fru c h t b ar e n Der

h i nau s a u f d i e

• • •

Wi e

N ovemb er

P.

d i rekt

Ot hmar

un d

Am

b e e i n f l u s s en .

b eben ,

f u rch t "

Woni sch

i nd i re k t

das

ausl ö st e .

St .

Im Kre i se

i mme r n i c ht , s ol l t e . zu

d em

d e r Han d ,

kam

1 9 04 ,

k e i n en

wom i t

i ch

s c hw e r e

zwar

Es

i st

Im Ort

l an g s am h e ran ,

e r d as

die

er b e i

e r st en Mal m i t

d e m okrat e n .

2

Die

e i ne

daß

S . 25 .

Eb d . ,

S . 34 .

ab e r

zu

Ehren b r i ng en

s e i ne r Mut t er

daß

er

in Me l k verbrach t e ,

" d en n i ch h at t e n i c ht s i n prahle n ,

e s war am

4.

das s wir gro s s e

De z embe r ,

wur d e

p ol it i s c h e n Pr a gen k o n f r ont i e rt .

e r n i cht vo n s i ch a u s s ol ch e P r ob l em e s e i n Z ut u n h i n e i nge z o gen wur d e .

d i e Chri st l i c h- So z i al e n ,

di e

et wa gl e i ch

d e r B a u e rnbund ,

nur auf Bau ernhö fen h at t e , s o nd e rn auc h

Anhän g e r s c haft v e r fü gt e ,

" bün dl e r i s c h e

IV ,

E

ze i gt

führt e s o w e i t ,

d o c h n i cht 2 Sau e n zü c ht en . 11

d e r s e i n e Anhänger n i c ht

1

St i ft

der Un s i ch e rhe i t

I c h k on nt e

näml i ch

im Mar kt e ü be r

Ge gend

un d P ramb erger wußt e n o c h

L amb re c h t b e s t an d e n d r e i Part e i e n ,

s t ar k waren ,

er

e i n angst a u s l ö s e n d e s Ere i gni s rat i onal

s o n d e r n d a ß e r ohne

St .

11 Kat ast roph e n­

d e n s t o l z e n Edelknab e n Em er an und Paul us

b em e r k e n s w e rt ,

a u fs u c ht e ,

E r so l l t e

s i ch wi e d e r e in Erd­

in ke i n e r We i s e halt b ar ,

I n der Vorwe i hnach t s z ei t ,

Pramberger z um

e ing e kl e i d et .

s ei ne r Mi t b rU d e r e nt w i c k e l t e

Be s u c h ab st at t et e ,

imp oni e r e n konnt e . Oc h s e n u n d

St ift

e i n b e deut s am e r

Di e Annahme v on T em p e r at u r s c h wank ungen als

G e fühl

We i h nac ht e n St i ft

im

a u f welc h e We i s e

Di e s e s

e s e i nz uge st eh e n ,

auf

wenn e r au c h

Ent s t e h ung s o lc her B e b e n i n d er

d e ut l i c h d en V e r su c h , Der W i n t e r

für P ramb erger ,

aber i n Pramb erge r e i n e Art

Lam brech t .

z u bewä l t igen .

da h er i n erfragt man

f i el d i e s er Rat

N ovemb er e r e i gn e t e

U r s ac h e vo n Be b e n i st gan z

i st ,

wurd e

e i n e Hyp ot h e s e ü b e r d i e

von

Ga s se n ,

Pramb e r g e r s Ent w i c k l ung gan z we s ent l i c h

30 .

d i e smal

i st

1 904

� p ät er n i c h t d az u b er e i t Tag.

Be t t el l e ut e v i e l z u e r zähl e n

s i c h Doch z e i g e n so l l t e ,

Bo d e n .

8.

daS

Grö ß e "

und d i e

So z i al ­

war d er m ä ch t i ge Bau er


-

Z e dl aob e r ,

1 00 -

d i e Ri val en um d as grö ß er e Ans eb e n im Ort

waren

d e r " s t r e i t aü obt ige wi s s ens st ol ze Hofm e i st er P at er V i kt or i n un d d er Kaufm ann Dermut z . N Am Nac hmi t t ag d e s 4 . De z emb er 1 9 04 wu rd e Pramberger z u e ine r Ver sammlung d e r ohr i st l i e h en Arb e i t er­ s o haft

eingeladen .

ir ging hi n , obwohl er , wi e er s agt ,

e i n ireund von Part e ipoli t i k " war .

1

Die v e r s c hi e den en Reden

m a ch t e n au c h k e i ne n gro ß e n Eindru c k auf i hn . e in R e dn er ü b e r " S o z i al p o l i t i k " ,

Dann abe r sprach

näml i c h üb er d i e s c h l imme

w irt s c h a ft l i c h e L age d er Bau ern in früh erer Z e it . s c hr i eb s i c h auf ,

was g es agt wur d e .

s i c h a ls n ä ch st e s d i e Frage ,

s ol l t e .

"nie

P ramb erger

In di e s e r Ve r s amml ung erh ob

wer d i e W e i hnacht s fe i er arran g i er en

Di e Wah l f i e l au f Pramb erger ,

führers t el lvert ret e r gewäh l t wurd e .

d e r üb er d i e s z um Sch r i ft­

" S om it war i c h urpl ö t z l i c h

m i t t e n i n das Ge t ri e b e d e s Vol ke s h i n e i nge st el l t , m i r war das In strument i n d i e H an d gege b en , um wi e d e r die Üb e rmacht der 2 St i ft s f e i n d e n i e d erz udrü o ken . " ( Duroh d i e s e T ät i gk e i t l e rnt e er

b e re it s d ie

für ihn sp ät er s o wicht igen Gewähr sl e ut e kennen wi e

d e n a l t e n " Hamme rarb e i t e r d e r Hämme r im Thayagrab e n " ,

Brunn er ,

vo n v i e l e n " Marod e nhan s e l e " gea annt ,

fan gke hr e rfam i l i e Chri st oph Krumh o l z .

namene

und d i e Rauoh­

Er st im De z em b er

1 9 06

v e r z e i chnet Pramb erger d i e e rst e Einladung in da s Z e hent hof erbaue ( Schmi ede

),

d ie

Erfol g s s t ät t e d er spät eren J ahr e ) . Di e s er Sat z

zei gt m i t größ t e r Deut l i ch k e i t , d e r Sach e s e l b st war , i n d er Part e i b e wo g .

T ä t i gk e i t ,

daS e s k e i n er l e i I nt ere s s e an

d as Pr amberger z ur Üb er nahme e i n e s Amt e s Er entwicke lt e ab er e i n e e r f o lgrei che

d i e e i c h j ed oc h a u f unp ol i t i s c h e Geb i et e b e z og wi e

d a s Arrangi eren vo n �ei ern und Bühn enaufführ unge n . t ät e n o t ,

" Ei ne F ahne

um d as Zu samm e ngehörigkeit s ge fühl z u h e b e n " , m e i nt e

man i m Ve re i n .

" Ab e r e i ne F ahne ko st et G eld ,

v i el Ge l d .

Woher

s o l l man aber d a s nehme n?" Pramb erger sch lug S amml ungen und Ve ran st al t u ng e n vo r ,

d i e im Wint e r al s T h e at ervor s t e l l ungen

un d im Somm e r al s Gart e nfe st e g e st alt et werden s o l lt e n • .Bal d mußt e er e rkenn en ,

d aS er " d en fremd e n P art ei verbänd e n


-

i n St .

1 01

-

Lambreeh t gefährl i c h" wurd e .

zu e rnt en gl aubt e ,

führt e daz u ,

1

Der Undank , d e n e r ü b erall

daS s i eh Pramb erger recht b al d

wi eder von d er Pol i t i k i m e ngeren Sinne abwend et e .

I m Febru ar

1 9 05 d ankte d er Obmann d e s Arbeit erver e i n s dem " j ungen Arb ei t er­

führer " j e do c h anläSli ch s e in e s Name nst age s h e r zl i ch :rur s ei ne

Täti gk e it . we sen .

An p ol i t i sc h en Agi t at i onen war e r n i e i nt ere s s i ert

Der Arbe it e rvere i n b ot i hm ab er d ie G e l egenh e it z u r

Gr ünd u ng e iner Bühne .

ge­

Sch on z u We ihnacht e n 1 9 04 wol l t e e r s e i n

Weihnacht e s pi e l von d e n Schü l e rn d e s Konvi kt s au ffü hr en l a s s e n ,

wu rde ab er von Pat e r B orb ert t i ef gekränkt ,

daran geh i n d ert . Pramb erger war

daS s e i n Ver s uch ,

zu h eb en " , mi ßl ungen war .

" das St i ft aus s e i ner L et hargi e

Schon h i er z e i gt s i ch et was Ähnl i c h e s

w i e in s ei n er Betät i gung i m Arbei t erver ei n s Pramberger wollt e

d i e Le ut e und si ch au frü t t el n ,

si e au s dem gewohnt e n Trab rei ß e n

un d z u ne u en Akt i vität e n an spornen .

Im J änn e r 1 9 0 5 fand e r i m Arb e i t erverei n d a s F o r um für

s e i n e Bühne ngrün d ung . Pramb erger wol lt e d urch T h e at e rauffü hrun­

gen Gel d für d en Arbeit erve rei n b e sch affen . Z war h at t e er we der

ge ei gnet e Schausp i el er n o c h e in Stü c k z ur Verfü gung ,

d e n n e i n e Bühn e . Dennoch verpfl i ch t et e er

e i ch

,

gesc h wei ge

in 6 Woch en

e i n e Au fführung z u s t ande z u b ringe n , was i hm auch ge l a n g .

Al s Stü ck wäh l t e e r das au s s e iner Gymnas i al z e i t st amme nd e

" Br uno und Hert h a " .

De r Pri or ab e r verbot di e Auffü h rung d i e s er

" Li e b e l e i " . Pramberger m uß t e e i n and e r e s Stü c k suchen ,

n i c ht er s e l b st gesch r i eben h at t e .

d a s ab er

Im Februar wurde e i ne BUh n e

g e z im m e r t , und Pramb e rger s chri eb auch noch e i ne P o s s e , " Der

ab gewi esene Frei er " , von d e r er s i ch gro ß en Erfolg b e im P ub l i kum

v e rsprach .

P r am b e r g e r b e s c hre i bt e ine h e kt i s c h e Z e it , di e m i t

R o l l en s chre i ben ,

ge ftillt war .

Rollenvert e ilen , Le s e- u n d Sprachpr o b e n au s­

"Di e G e gn e r nahmen nur z u s c h n e l l wahr ,

dass der

der verlach t e , veracht e t e , s i ch u nh e iml i c h un d g e fähr­ 2 D i e Zahl d er M i t gl i e der st i eg spr ung­ l i ch zu rü hr e n b e gann . "

Ve re in ,

h aft an .

" Und s o b e gannen Z e i t u ng s sk r i b l e r im Bündl er u n d im

Arb e i t e rwi l le a u f d e n Vere i n zu s p uc ken •

1

E IV, S. 35 .

2 Eb d . , S . 3 8 . 3

Eb d .

• •

" ' Ei n Btindle r nan nt e


-

1 02

-

s e i nen Kont rahe nt e n e ine n " chri st l i c h s o z i alen T ogger " . Das gan z e Frü h j ahr gi ng m i t gegense it i gem Anfle geln dahi n . Am 4 .

Mär z 1 9 05 , dem Faschi ngs sonnt ag , fand d i e e r st e

Au fführung statt . Der Erfolg war überaus groß . Als näc h st e s s chri eb Pramb erger e i n dramat i s c h e s Märch en , d a s ab er , wi e er sagt ,

"in nervö ser Spannung geschr i e b e n war " und

d e shalb v i e l e Fehle r hat t e . Wie so v i e l e s ander e gi ng auc h d i e­ s e s Man u s kr i pt i n d e r Ze it nac h dem 2 . Welt kri eg verl or e n . Aus d e m F rüh l i ng 1 9 05 st ammt ein we it eres Märch enspi el ,

zu d em

Pramb erger d i e Pab e l fre i erfan d , d i e er aber n i cht gut au s ar­ b e i tet e . Die Prob e n standen unt er e i nem Unst e rn . Um e i n Gewi tt er d ar z u st el l e n , wurden bengal is che Bl i t z e verwendet .

Ei ne der

Laiensp i el e rinnen war schon s e i t länge rer Zeit l unge nkrank ge­ we sen u n d st arb noch während der Prob en z eit .

Sofort verbreit et e

e i oh im Ort das Gerü cht , s ie s e i an den Folgen d e s Einat mens der Dämpfe des bengalis chen Feuers ge st orbe n . Pramberger war

a u fs äußerst e n i edergesch l agen und

fühlt e s i ch v on Fe i nd en um­

ge b en . Daz u kam noch die Ent t äu s ch ung üb er d e n Und an k d e s Ar­ b e i tervere i ns , d er i hm ni cht e i nmal s e ine Aus l agen refundi e rt e . 1 E s b l ie b b e i e i ne r e i nmal i gen Auffü hrung d i e s e s Stüc ke . Ei n Art i kel im " Graz er T agbl att " vom 5 . Mai 1 9 05 mag Auf schluß ü b e r d i e Grunde vo n Pramb ergers Ent t ä u s ch un g geben . " Der Kat hol i s che Arbe i t er-Recht e s c hut zver e i n St . Lambrecht nimmt e i n en gro ß e n Auf schwu n g . S e i t n e u e st er Z e i t wird n un der Ver e i n , z um groß en T e i l au s überkat hol i schen Jun gfrau e n und Jüngli ngen b e st ehend , von s e i nem Oberh aupt e , P at er Romual d auch auf den gl at t en Boden d er Kunst geführt . Ei ni ge Stücke - Urdi cht ungen Pat er Romual d s - wurd e n bereit s mi t groß em Erf olge a ufgeführt . N ur mö cht en wi r Herrn Pat er Romuald b i t t e n , künft ighin auf j e d em The at erz ett el z u be­ merke n , ob das aufzu fU hrende Sp i e l ein Lust- od er Trauer­ s p i e l i st , damit wir uns d e ment spre c h e nd während der Auf­ führung verhalt en . Vor kurzem s o l lt e e in Volke stüc k Pat er R oaual d e au fge führt werdena " Wi e d er Di kt l ( Be n e d i kt ) e i n­ rüc kt " . Unt e r Di ktl haben wir uns u ns eren Herrn Prä l at en vor z ust e l l e n . Das Stück sollt e d en Zuhörern e i ne Dar st e l ­ lung d e s Leben sga ng e s d e s Herrn Prä l at en d arb i e t e n . Mit grö ßt er Sp annung sah man der Auf führ ung ent gegen . Pat er Rom ual d s n e u e st e s Kuns t produkt b il d et e all ent h al be n das Tage a ge apräch . Doch mit d e s Sc hi c k s a l s Mächt e n i st k e i n enger Bund z u flech t en . Am Au fführungst age verbre it et e sich 1

E IV ,

S.

50.


-

1 03

-

plöt zli ch die N achri cht , der Herr Prälat habe di e Aufführung d i e s e s Stüc ke s kurzerhand verbot en . So war ' s auch . All e MUhe , all e r Fl eiß ums onst , ums onst d i e vielen Prob en b e i Pat er Romual d . Trauri g l ie ß en d ie JUnger und Jüngerinnen Tbali e n s i hr e Köpfe hänge n , vol ler Erbitt erung über d i e se Beraubung d e s ao sicheren Bei falle e . Ja , in Lambrecht er­ zAhlt man e ic h sogar , der Katholische Arbeit er-Recht s schut z­ verei n wol l e wegen d i eser Vergewalt i gung s e it en s d e s Herrn Präl at e n vol l zähl i g 1 l oe von Rom • werden . " Pramberger b e z e i c hn et d i e s e Ze it ung al s " Sud elblatt " . Das F e st d er Fahnenweihe bracht e wi eder eine kränkende Si t uat i on . Am 2 7 . Mai 1 9 05 begannen die Feierl i c hke it en . Pram1 b e rgera Verdi enst um die B e schaffung d er Fahne wurde i n d en Fe st red e n ni c ht erwähnt ; auc h der Ers at z versc h i e dener Ausl agen , d i e er für d as F e et gehabt hat t e , st i e ß auf Sch wi erigkeit en . " Dam it begann i c h m i c h vom Arbeiterverein wegz uwenden Ich 2 st re i ft e auch langsam d i e P olit i k ab . " Am 1 2 . J uli wurde er al s Del egi ert er z um Arbeitervere i n nach Donswit z geschi c kt , d e a s e n rege Täti gke it ihm s o gef i el , d aß er s i ch beinahe wi eder d e r Pol it i k z ugewendet hätt e , ab er d er Gedanke an das "We it er­ 3 wurst e l n d e s Verei nes in St . Lambrecht " h i elt ihn davon ab . Pramb erge r wol lt e mit Pol i t i k von nun an nicht s mehr zu t un haben . Pramberger s chre ibt noch , daß d i e Bühne i n S t . Lambrecht al s Verei nst h eat er i hre Be d eut ung gänzl i c h verlor und schließ­ l i c h i n ein Kino um gewandelt wurd e . Pram berger begann , sich a ch l i e ß l i e h vom Arbeit ervere in zurückz u z iehen . " N och mußt e ich z we i Del egat i onen mitmachen , dann war i c h frei und pfiff bi s 4 he u t e a u f Polit ik . " Sonnt ag , der 2 5 . J uni 1 9 05 , sollt e e in für die wis s ens chaft­ l i c h e Betracht ung d e s Volkst ums b e deut end er Tag werden . Pramberger • • •

war z u r Aushi l fe i n d er Kl e inen F e i et ri t z . Wi e e s seine Gewohn­ h e i t war , mach t e er auch an di es em Tag e i nen Aus fl ug , d i e smal 1

Ei n i nt er e s s ant er Schri ftverke hr , die Be st ell ung d er Fahne b et reffen d , v . 8 . 2 . 1 9 05 u . 1 1 . 3 . 1 905 b efindet s i ch im Mikr 5 , S . B24 u . 8 . 837 . 2 . E IV , S . 5 0 . 3 Ebd . , S . 5 4 .

4

Ebd . , s . s o .


au f d i e St u b al p e . s c h o s s e n e n Bild .

1 0 4 "':'"

Do rt ent d e c kt e e r e i n Kr e u z m it E i n a l t e r Mann ,

der i hn b egl e i t et e ,

i hm d i e Gesch i c ht e e i n e s· Wi ld erers ,

e r z äh lt e

d e r i n Wut das B i l d z e r­

Nach s e inem T o d wurd e d a s Grab m ehr ere Mal e

s c h o s s en hab e . ge ö f fne t ,

z er­

e i n em

d er Le i c hn am s e i

d a d e r T ot e e in

j e d e smal unverwe s t gefun d e n wo rd e n ,

" Gfrert er " war . 1

An l ä ß l i ch e i ne s Auf e nt h al t e s

i n M e l k s u ch t e P r am b erger i n d e r St i ft s b i bl i ot h e k nach 11

Be d e u t ung d e s Wort e s

G fr ert " ,

al s o

" Ge froren " ,

d er

" d oc h we d er

S c h m e l l e r , n o c h Ad e l un g n oc h Gr i mm sagt e n e t wa s d arü b e r . Au s Pramb e r ge r s B er i c h t l ä ß t s i c h e i ne Ä hnl i c h k e i t

e r k e nn e n .

Di e Ei gentüml i ch k e i t d e s V amp ir s l i e gt

Le i c h e n i c ht v e rwe s t ,

i s t . 3 De r " Gfr e rt e "

n2

z um Vamp i r i sm u s

dar i n ,

daß

s e i ne

da k e i n vo l l s t änd i g er T od e i ng e t r e t en

und

der 11 Vam p i r " s i nd b e i d e Ve rk ö r p er u ng e n

d e s Bö se n . Das

I n t er e s s e an d i e s e r " an d e n .M yt h o s gren z e n d e n Sage "

l i e ß Pramb erger n i c h t m e h r r uh e n .

Er s e l b st

b e z ei ch n e t

die ses

E r le bn i s al s d en Be g i nn s e i n e r e rn s t h aft en P o r sc h ungsarb e i t :

und

" Zwar h at b er e i t s E r z h z . J o hann , R o s egger und Me i xn er 4 Kra1nz 5 ge f orsch t , d och b e i er s t erem war e s nur

IV ,

3 . 56 .

Eb d . ,

S . 60 .

1 r; 2 lVi Ö d 1 i np;

3

vgl .

1 967

Hu b e r t Gu n d o l f , , S • 2 1 6 ff •

" T o t e nkult

und

J e n s e i t sgl a u b e " ,

4Ant on Me i x ner . wurd e am 1 0 . Mai 1 839 i n St . Ge o rg e n an d e r ;.:>t i e f i ng g eb o r e n und st arb am 2 9 . D e z . 1 9 2 3 i n Gra z . Er wu c h s i m D o r f s c hm i e d e ha u s a u f und v e r b r a c h t e s e i ne St u d i e n z e i t i m Gr a z e r P r i e st e r s em i n ar . Se i ne s e e l s o rg e r i sch en und h e imat k dl . T ät i gke i­ t e n e r s t re c kt e n s i c h auf das G e b i e t zwi s c h e n Raab und Mur . Se i ne Hau pt arb e i t i st di e H an d s ch r i f t e n s amml ung , d i e im St e i e rm�rk . IJan d e s ar c h i v v erwahrt wi rd . Si e b e i nhal t e t st e i r . Vo l k s l i e d e r­ t e x t e , Myt h e n , Sage n , Mä rch e n , T auf- , Eigen- und Hau s n am e n , Hau s ­ m a r ken , Wet t er r e ge l n , Fund b e r i c h t e , V o l k s sprti c h e , h i s t or . N o t i z e n u nd mun dart l . Au f z e i c hn ung e n . S i e s i nd s orgf äl t i g m i t Qu e l l e n ­ h i n we i s en v e r s eh e n . 5

Krai nz J oh a nn , P s e ud onym Han s v . d . Sann , Sch u lmann , Sch r i ft s t el l e r und Vol k s kun d l er , geb . am 6 . 9 . 1 84 7 i n C i ll i , Unt e r­ s t m k . , ge s t . am 24 . 4 . 1 9 07 i n Gra z . An s e i n e n v i e l e n D i e n s t ort en u n d a u f a u s g e d ehn t e n St ud i e n f ah rt e n samme l t e er d i e i m V ol ke n oc h l e b e nd en Myt h e n , L e ge n d en , Sa ge n , Li eder un d Volk s sp i e l e . S e i n Hau p twerk : " Sage n au s d er grü n e n Mark " . ( Ent n omme n au s " Ö st e r­ r e i c hi s ch e s B i ograp h i s c h e s L e x i ko n 1 8 1 5 - 1 9 5 0 " , h g . v . d . Ö st e rr . Aka d em i e d er Wi s s e n s c h a ft e n ) .


-

1 05 -

1

b e im zweit en war e s im Di e nst e s e i ner bel l e S p i e l ere i . i t en , Me ixner und Krai n z aber waren Sagen­ Arbe at ach�n i t ri von allen t r ieb die F orschung s o gründ­ ner Kei 2 . eoher for l ieh , wenn au c h drauien im Volk , nicht beim Schr e ibt i s ch beim warme n Ofe n aus d en Bü chern andere r . So e in er i st ke i n e cht er Vol k s f or eoh e r , mögen auch s e i e L eu t e n o c h so energi s c h � e i nen Hexent anz u m ihn auffUhren • • • " Pramber ger gibt h i e r zwe i we s e nt l i c h e Merkmal e der Vol ks­

kun de al s Wi e s ensch aft an s

Si e m u S Selb st zweck s e i n , was b edeu­

t e t , daS i hr e Aufgab e n i cht i n d er Unt erstüt z ung and erer Wi s­ s e n s c haft e n b e s t eht .

Ihr e grundle gen de Met h od e b e s t eht i m Auf­

s u ch en d er For s c h ungsob j ekt e b e im Vol k . N ur d as Hi nausgehen i n s Vo l k ,

ni cht das Sit z en " am Sch r e i bt i sch beim warmen Ofen "

ka nn d en Z ugang z um Volk bri ng en .

Das Erle bni s auf d e r St ubal pe führt e daz u , daß s i c h Pram­

b e rger von nun an immer ! wi eder mit Probl emen der Vol ksme d i z i n ,

m i t Däaoaengl auben und �hnlich e n Di ngen b e schäft i gt e . Au s d em Reich t um d ie s er Aufz e ic hn ungen s c h ö p ft e Hans-Joachim Müll er

Mat erial für s e i ne 1 9 5 4 an . d er Univers i t ät in Marb urg an d er Lahn e i ngerei ch t e Di s s ert at i on " Dämone nge st alt en der st ei ri schen Volksüberl i e ferung " .

" Und e s ge l ang mir ,

gerade i n die s e s

s c h wi er i ge Kap i t e l d e r Vol kskun de s ehr t i ef e i nz udr i ng en ,

was

v i e l e ob e rf l ä ch l ic h e Anhänger von Bächt old- St äubli z u wen i g s c hät z e n . " 4 Im e i n z elnen n ennt P ramb erger folgende Ge b i et e , d i e er unt ersuc ht e s

" Sc h at z gl aub en , Di eb s segen ,

Wol fs e gen " . 5

Das I nt e r e s s e an der Vo l ks kunde wurde aber n o c h für

e i ni ge Z e i t i n den Hint ergrund g e s c h ob en . Am 1 0 . Jul i 1 9 05 e rfuhr Pramb erger ,

daß d er

Abt

" l i e b e r a•1 s m ir einen gut en Arch ivar , al s e i n e n gut en Arbe i t erführer h ab e n wol l e . Und er hät t e di e Ab s i ch t , m i ch iz komm en d e n Jahr • • • i ns Hi st oriograph i sch e In st it ut 1 • 2 Die s e Einsch ä t z ung d er vol ks kundl . Arbe i t d i e s er Persö nl i ch k e i t e n kann n i c ht al s ob j e kt i ve s Urt e i l b et racht et werde n . 3 E IV , S . 5 6 .

4 Eb d . , S . 7 . 5

5

Eb d .


-

1 06 -

und a uf di e Uni v e r s i t ät nach Wien z u s c h i c ken . Di e s e N ach­ r i ch t s ch l ug gewalt ig bei m i r ein und drückt e , was s i c h s c hon al s Haupt i nt ere s s e d u rc hgerungen hat t e , neuerd i ngs z urück . Un d so e rwart et e i ch j e d en Tag , dass der Abt mich hinaus nach Wi en s e nden wer d e . " 1 Pramb erger wart et e auf e i ne Einl ö s ung d i e s er Z u sage , doch Der Pr i or t e il t e i hm n ur mit , daS man für das Arch i v 2 n i chts m e h r brauc h e .

verge b l i ch .

2.

Das Romanjahr ( 1 9 0?/1 9 0t ) Am

12.

S ept ember 1 9 0 5 wurd e Pramberger z um Abt g eruf en .

Di eser m ach t e i hm Vorh al t unge n , daS er wege n d er P o l it ik gan z v o n s e i n er e i gent li ch e n Berufung ab gekomm en s e i . Da das St ift we ge n der v i e l e n Se e l s o rgerp o et en an P ersonalmange l l e i de , habe er b e sch l os s e n , Pramberger als Se e l s orger nach �ri ahof z u s c hi c ke n .

Im d arauffo l g e nden J ahr könne e r d an n z um Arch i var

a u e geb il det werde n .

3 Pfarrer i n »ar i ab o f war Pat er Al e xander Schaffer ,

e in

b e kannt er Orn i t hol oge . Di e n e u e Umgebung b racht e e i ne b emerkens­ wert e Änd e rung in Pramb erger e volkekund l i ehen Int ere s s en . Er hatt e b i s z u d i e s e r Zei t s e i n Au ge nmerk auf Burgen u n d auf Bürgerh ä u ser gerich t et .

Jet zt ab er

" b e gann s i ch i n m ir das Intere s s e für Archit ekt oni k z u wan de l n • • • d i e k l e i n e n o f t r ech t ärmli chen Bau ernhö fe • • • d i e He imat von vi el en e i nh e im i s c h en Ge sch l e cht ern m it alt em Braucht um • • • t rat i n d en Vordergrund • • • " 4 Noc h b et rach t et e Pramb erger d i e B e schäft i gung m i t d er

1 2

E IV , S . 5 9 f . Eb d . ,

S. 6 0 .

3

sch affer war der N ach f olger von P . Bl as i u s Hanf ( 1 90 91 89 2 ) , d e r von 1 8 5 3- 1 8 9 2 Pfarrer i n Mari a-Hof war und i n d er Umg e bung d ie s e r Pfarre voge l kundl i e he Beobacht ungen macht e . I hm v erdankt d a s St i ft St . Lambre cht d i e umfas sende , vogel kund l . Samml ung . Sch affer s et z t e s e in Werk fort . Er st arb 1 9 08 auf e i ner P i l ge rre i se i ns Hl . Land . 4

E IV , S . 6 7 .


-

1 07 -

V o lke kun d e al s Zwi s c he nspi e l , b i s e r e nd l i c h z um Arc h ivar au s­ g e b i l det wü rd e . z eu gung kam :

E s s o l lt e n o c h daue rn , bi s Pramberger z ur Üb er­

" Denn d a s alt e H er komm en haust n i c ht i n d en Bur ge n ,

n i c ht i n d en St ädt e n ,

s ond er n in d e n u ns c he i nb ar e n Hö fen d e s

Bergvol ke s . " Vor l ä u f i g wol lt e e r s e ine For s c h ungen n ur " in d en . 1 lJi e n s t d er Vol ks b el l e t r i st ik " st e l l e n . Pat er Al exand e r Sch affer e r f uhr von Pramb e r g e r s Ve r s u ch e n als Di c h t er , d i e er ab er n i c ht s eh r h o c h e i n sc h ä t z t e und ü b er d i e e r b e l e i d i ge n d e Wort e w i e 11 d i e We l t v e r u nr e i ni ge n m i t

Ge s e u f z e und Ge fühl s d u se l e i "

au s s p rach .

" Und v o n da ab v e r s et z t e e r , wo e s n ur anging , 2 m e i n er Di ch t ung e in e n Hi eb . " S c h o n im J ahr e 1 9 02 h at t e P ram­ b e rge r e ini ge G e d i c ht e und das Epo s " Eni d " z u r Beur t e i l un � an 3 g e s ch i c kt , d e r ihm auch ant wort et e . Br i e f e Kral i ks H i c hard Kr al i k 4 5 v om 9 . 5 . 1 9 0 2 geben Au f sc h l u ß üb e r d e s s en und vom 1 6 . 5 . 1 9 02

M e i n un g un d vi el l e i c h t

d o ch e i n e g e wi s s e Qu al i fi kat i on von

Pram b e rger s d i c ht e ri s ch em Sch affen : " �it d em grö ß t e n Int ere s s e , m i t Rü h rung und Ergr i ff enhe i t habe i c h I h r e � Eni d ' gel e s en . Ich finde die Anlage , d i e C om p o s i t i o n , d i e St immun g , d en St o f f s e lb e r , al l e s s eh r t re f fl i c h . Z ur Vol l komm e nh e it f e hlt n u r h i e u n d d a e i n i ge f o rm e l l e C or r e c t h e i t , i n d e r Sat z fügun g , im R e i m , i m Rhyt hm u s , I c h we i ß n i ch t , o b und wi e S i e WÜn sch e n , daß i c h I h ne n das , s o we it i ch e b en kan n , z e i ge . I c h b e halt e dar um I hr M s . n o c h b e i mi r . Mit b e s t e n Grüß en Ri c h ar d Kral i k Wi e n 9 . 5 . 02 " 1 2

E IV,

S . 74 .

Ebd .

3R . v . Kral i k ( 1 8 5 2 - 1 g 34 ) geb . i n L e o norenh e i m i m B ö hm er­ nach Ho c hsch u l j ah re n in Wi e n l eb e n d s e it 1 9 00 . Er s ch rie b Drame n für Fre i l i c ht bü h n e n und Lai en s p i e l e sowi e N e u di c h t ung en von S age n . " In s ei ne r V i lla z u Wäh r ung h at e r i nmit t en e i ne s wec h se l n d e n und b e st än d ig e n Kre i s e s v o n Schülern und Freund e n f or s ch end , d i c ht end , m us i zi e re nd , vo rt ragend e i n Leben f a s t nac h at t i s c h e m Z u s ch n i t t wahrh aft au & gel ebt • • • " ( Vgl . J o s e f � ad l er , Ge s ch i cht e d e r d e u t s c h e � Lit erat ur , Wi en 1 9 5 1 , S . 8 3 6 f . ) . wal d e ,

4 5

Ent h al t e n im Mi kr 6 , S . 4 1 . Ent ha l t e n im Mi kr 6 , S . 1 0 1 .


-

s o s ch re i b e n ,

1 09 -

daß d a s Vol k e s l i e st . Pramb erger b e gann nun

St udi e n zur Ge s ch i c ht e und z um S agengut d er Gegend z u b et r e i b en . Er st u d i ert e d i e Chron i k d er Pfarre Mariah o f s ow i e das St e i r i s che

Sagenb u c h v on Krai n z und d a s Hi st or i sc h - t op o graph i s c h e L e x i k o n von St e i ermark .

Im De z em b e r 1 905 l a s e r " Da s Hoc h g e r i c h t i m

.Bi rkac hwal d " v o n Fr i d o l i n vom Fr e it h a l ,

d as ihn " ungem e i n b e­

e i nflußt e " . Das J ah r 1 9 06 kann al s d i e Z e i t b e z e i c hn et werden , i n d e r Pramb e rger zum Vo l k e s c hr i ft st e l l e r wurd e . d a s We s en d e s

Es i st ni cht l e i cht ,

" V o l k e s c h ri ft et el l e r s " z u erfas s e n . Er i st n i c h t

unbedi ngt e i n Sch r i ft st e l l er , d er au s d em V o l k kommt , aber e r s c h re i bt fü r d a s Vol k . und Roman e .

V o l k s bü c h e r s i n d Be arb e it unge n alt er Sagen

Ihre Wur z e l n l i e gen i m 1 5 . und 1 6 . J ah rh un d ert .

I n der Z e i t d e r R omant i k wur d e n i h r e T h em e n von Di c ht ern wi e Ti eck und Sch wab v erarb e it et . bü c her s i n d

• • .

1 " Geme i ns am e Ke nn z e i c h e n der Volks­

e i n d i e All geme inhe i t ansprech end e r Ge hal t und

e i n e kunst l o s e , • • • Form , • • • dab e i st arke Unm it t e lbarke it d e r 2 W i r kung . " Al le di e s e Merkm a l e t re f f e n a u f Pram b er g e r s Pro s a­ w e r ke z u .

Di e Inhalt e st amm en au s L e b e n s b e r e i chen , wel c h e d i e

Be v ö l ke r ung a u s e i ge n e r An s c hauung kannt e .

Di e e i nf a c h e Form

d e r Spr ac h e wi rd v om Herau e g e b e r s e i ne r " �r o h e n aus St ei e rmark " ge rühm t a " Er v e r s t eh t e s , d i e Mär c h e n i n sc h l i c ht e r , e c ht v o l k s ­ tüml i c h e r Art n ac h z ue rz äh l e n , d i e e i n e r s e it s d e n st e i r i s ch en Ch ar a k t er wahr t und doch n i c ht d ur c h zu st ark e s Bet o ne n d er Mundart e in e wei t e Ve rb r e i t ung d er Märc h e n b i nd ert . " 3

M an kann Pram b e rg e r auc h e i ne Unm it t e lbar ke i t d e r Wi r kun g z u sp re c h e n .

Man d e n ke nur d aran , daß e r i mm e r wi e d er durchau11

gl a ubhaft e rzäh l t ,

und d i e äl t e r e Gen erat i on b e st ä t i gt es auch ,

wi e gern d ie Z uh ö r e r , l a u s ch t en .

Benno R o t h ,

b e s ond e r s d i e Ki nd er ,

s e i ne n Erz ähl ungen

d e r H e r a u e g e b e r von Pramb e r g e r s

1

Wi l he l m Ko s ch , D e u t s ch e s L i t erat ur=Lexi kon , Hal l e ( Saa l e ) 1 9 3 0 , Sp . 2 8 3 8 .

Zwe it er Band ,

2

G e r o von Wi l p e rt , Sac h wö rt erb uch d e r Lit e rat ur , St ut t gart 1 9 :J 9 , 2 . Aufl . , S . 6 77 . 3

der

R omual d P ram b erger , Märc h e n au s St e i ermark , Bene d i kt i n erab t e i Sec kau , 1 9 3 5 , S . 3 .

V erlag


-

1 10

" B urgeagen au s St e i ermar k " m e i nt s d e rung

• • •

-

"•

• •

d i e l e b e nswarm e Sch i l­

h at P . Pramb erger fü r s e i n G e b i et m e i s t e r h aft ge­

t r o ffen . Und d aher s ind d i e ' Burgsagen ' e i n ' Vol ksbüchl e i n ' im wahr s t e n S inne d e s Wort e s geword en . "

1

Pramberger s e lb st b e z ei c hnet den " Pfl eger auf St ei n " al s s e i n erst e s V olk s b u c h . Di e s e s Wer k er s c h i e n in d er Graz e r Verl ags­ buc hhandl ung St yri a in der R e i h e " Vol ksbüch ere i " . Ü b e r d en Zwe c k d i e s er Schri ft e nreihe i st aus d er Verlags ankünd i gung folgend e s zu entn ehme n : " Di ese i m J ahre 1 9 02 gegründ e t e S amm l ung i st e i ne Hau s­ und Volkebüc herei • • • d i e mög l i c hst v i e l e n Kre i s e n Unt er­ halt ung , Bel ehrung und F ort bi ld ung ve rm i tt e l n un d Geri ng­ wert i ge s verdräng e n s ol l . Ohne daß Engh e r z i gk e i t und G e­ bun denh e i t im e i n ze lne n b e i der Auswahl walt e n werd e n , sol l d o ch alle s dem C hri st ent um ausge spro c h e n �e i ndl i c h e , !erner al l e s s itt l i c h Sc hä dl i c h e au s ge s chl os s en s e i n • • • Di e Re dakt ion r i ch t et ihr Haupt au genme rk b e s ond e r s auch au f Schöp fungen , d i e weni ger b e kannt s i nd und d o c h i hr e s Wert e s wegen Verbre it ung verdi e n en • • • " 2 Unt er d en Aut oren , d i e in d i e s er Büc here i vertret en s i nd , f i nd et m an N am en w i e Gri l l p arzer , St i ft er , Ro s egge r , aber auc h E. T . A.

Hoffmann . Da s l ä ßt d arau f sc h l i e ß en , daß das l i t erar i s c h e

N i v eau e i n gewi s s e s Maß ni c ht unt erachr itt en h at . Im He rb st

1 9 07 hat t e Pr amb erger e i n Exemplar s e i ne r Er zähl ung

aus

d en

s t e i ri sch en Bergen nach Sagen und ge s ch i c h t l i c h en Qu e l l en , "De r Pfl eger auf St e i n " an Ot t okar von Ke rnst o c k ge s c h i c kt , d e r i hm i n e i nem Br i ef vom 1 4 . 1 1 . 1 9 07 ant wort e t e : " · · · Ic h hab e d a s Buch ge l e s e n und mi c h h e rz l i c h über Ihr sch ö ne s Er zählert al e nt und die glü c kl i ch e Art g e freut , m i t d er S i e h is t or i sche Wah rh e i t und p o et i s ch e Pi kt i o n z u ver­ e in en wi s s en . �s wä re aufri cht i g zu wünsch en , d aß auf di e s e Wei se d i e vat erländ i sc h e G e s c h i c ht s k e nnt n i s , d i e b i sher so z i eml i c h All einbe s i t z der a�ad em i s ch Ge bi l det en war , z um Gem e i ngu t d e s Volke s würd e . I hr alt e s u nd b e rü hmt e s St i ft , das auf e i n e R O e hren- und t at enrei che Ve rgang e nheit z u­ rü c kbl i ckt , w i r d I hn en gewiß no ch S t o ff z u b i s t or i s eh e n

1

Rom u al d Pramb erger , Burgsage n au s St e i ermark , Sec kau , 1 937 , S . 4 .

2 w. El f en au , Abt Hartmann , Vo l k s bü c h er e i N r . 2 4 3/ 2 4 4 , Ver­

l ag s o uc hband l ung St yri a , Re dakt i onst e xt .


-

1 1 1

-

N ov e l l e n b i et e n , d i e Ihn e n e i n en ehr envo l l e n Sch r i ft st el l er­ n am e n e i n t rage n , d e n L e e e rn aber zu Nut z und Lehr gere i c h e n wer d e n • • • " 1 Die s e r Brie f enthält als o neb en d em Lob für Pramb erger au ch noc h e i n en H i nwe i s auf e i n we s e nt l i ch e s Kri t eri um d e s � o l ke b u ch e e , näml i c h auf d en pädagogi s c h e n Au ft rag . Kern st o c k

m e i nt , d as Volke b u ch s o l l e n i ch t n ur unt erhalt en , so nd e rn auc h b e l eh re n . Es s e i ang e fügt , was Pro f .

Han n s K or e n ü b er d i e Vol ks­

bü c h e r im al l geme i nen und ü b er den "Pfle ger auf St e i n " i m be­ s on d e r e n zu beri c h t e n we i ß :

" Dünn b r o s c h ü rt e He ft e waren e s , ab er auch s t at t l i c h e Bände i n grü nem Pap i e r o d er L e i n e n gebund e n , m i t st e i r i s c h ab gewandelt e n J ug e nd st i l ornament e n ge schmü c kt , d i e u nt er d em Re ih ent i t e l ! Volksbüchere i ' von der Ver l ag e b u c hhandl ung St y r i a in Gra z i n d en e r s t e n J ahr z e hnt en d i e s e s J ah rh und ert s au fgel e gt und ü b er d as gan z e d e ut e e h e Sprachgeb i et h in a u s v erkauft wurd e n . Das s i e h t m an al l e i n au s d e n j e d e m Buch vo rgedru c kt en Pre i s angab en d er e i n z el n e n Exemplar e . Si e war e n i n Kr on e und Mark unt ersch i e den . Ab er di e Zi f fern .

waren

di e g l e i ch e n . Un d d i e ' Ge d icht e ' d er Anet t e Dro st e v . Hül s h of f m i t Bi ld der Di c ht eri n , Ei nl e it ung und Anmer­ kungen ko st e t e n 9 0 Hel le r o d e r e b e ns o vi e l e P f enn i g e . Pre i s­ we rt u nd fü r d e n damal i ge n Z e i t ge schmack gefäl l i g und an­ s p re c hen d au sge st att et , hat t e d i e s e ' V o l k s bü c h e r e i ' al l e Chanc e , wi e man z u sagen pfl e gt e , das ' gut e Buc h ' z u fö r­ d er n un d unt e r die b re it e Mas se zu b r i ng en . Man s ucht e , d em Vol k sge s chmac k entgege n z u komm e n , war a b e r wohl b e dacht , d as T ri v i al e z u Terme i d e n un d d en B l i c k über L and u n d Gegen­ wart zu ö ffn en . S o w i e Sch i l l er , Gri llparz e r und St i ft er h ol t e man auch mit b e sonderer Vor l i ebe Werke frem d er Sprac h e n i n g ut e n U be rs e t z u ng e n he ran , d i e fast als Mod e sch ri ft s t el l er i hr er Z e i t , Be st s e l l e r wür d e m an h e u t e s agen , anz u s ehen waren , wie d i e ' Ko s aken ' von Tol st o j , n e b e n and eren Erz äh­ l un ge n • • • Nun ab e r hat t e e s m i r von al l d i e s en grü n e n Bänd e n am m e i s t e n d er ' Pfle ger vo n St e i n ' ange t an , ' e i ne Er zähl ung a u s d e n st e ir i sc h e n B e rg e n nach Sag e n und ge­ s ch i cht l i c h en Qu elle n von �omual d Pramberger ' . Di e s em Unt er­ t it e l hat t e er fre i l i c h unt erl a s s e n anzufü ge n : auch au s e i ne r ü b e ra u s blühe nden und s c hi er gren zenl o s en Phant asi e , Die s e span n e nde G e sch i cht e m i t i hr en Bö sewi c ht en und S ch i nd e r­ k n e c ht e n , di e z um End e d och dem Ed e ls inn un d d er m en s ch­ l i ch en Grö ß e unt e r l ag e n , mußt e n i c ht nur d em i n d i e He i mat ­ wel t al lmäh l i c h i mmer l i e b e r und t i e fer h i n e i ns c h auend en

1 Mi kr

8 , H e ft

13,

S. 635 .


-

1 1 2

Knab e n s o w o h l ge fal l e n h ab e n ; d er L e s er kr e i s bl i e b zum gr o ß e n T e i l auf d i e St e i e rmark b e sch ränkt . Ab er d en noch m uß t e d em Bü chle i n , das 1 9 06 z um e r st e nm al aufge l e gt wurd e , 1 9 2 7 wie d e r e i n e �uflage f o l gen , d i e das e l ft e T au s end vollmaoh t e . Das Buch gehö rt gewi ß n i cht z ur gro ß e n L i t erat ur . Ab e r e s gab d em Vol ks g emü t , was e s verl angt e , und i n e i ner s ch l i c h t e n , man c hmal um f e i e rl i c h en und s al b ungsvo l l e n T o n b emüh t e n Sprach e , u n d b e l e bt e e i ne d er r e i zvol l st en Lan d ­ sch aft e n d e r St e i e rmark s d a s bre i t e F el d an der Mur , wo auf d e r ei n e n S e it e d e r Wö l z e rbach und auf d e r anderen d i e Lambrech t e r T h a y a i n das H aupt t al münd e n , auf das d i e mächt i ge R u i n e d e s St e in s c h l os s e s h e r unt e r s c haut und i hr gegenüb er d a s Puxerl o c b s e i ne Gehe im n i s s e hüt et . " 1 In St .

Pau l wü rd i gt e man d en " Pfl e ger auf St e i n 1 1 nach

Ub e r s e n d ung e i n e s Exemp l ar e s m i t Wor t en wi e " · · · das s d i e f e s s el nd e L e kt ü re n i cht l äng e r d a u ert •

• •

i st m ir l e i d , Si e , Hoch­

wü rden , T e rst e he n e s , N at ur und Mens c h en zu s c h i ld ern , C harakt ere 2 z u z e i c h n e n • • • ..

Im Fe b r u ar 1 9 06 l a s P ram be rger Wer ke von Gangh a f er und

Fr e y t ag . Die s e L e ktüre l i e ß i n i hm d e n Plan z u s e ine m näc h st en

Werk e n t st eh an s " Wi e wäre e s , w e n n i c h auch e i nen Z y k l us ü b e r 3 d i e Ge s ch i ch t e vo n St . Lambrecht u nd Umgebung verfas s en wür d e ? " Pramb erger b et r ie b um fan gr e i c he S t u d i en über d i e Ch ri st i a n i ­ s i e rung d e r G e gend , ü b e r d a s gl e i ch z e i t i g n o ch b e st eh e n d e s l awi s ch e He i dent u m , ü ber al t s l oven i s c h e Myt h o l o gi e un d üb er c hr i s t l i c h e Mä rt yrer .

D as Man u s kript war i n ü b e rau s kur ze r Z e i t f e rt i g ,

näm l i c h s c hon

am

12 . Apr i l 1 9 06 . E s t ru g d en Ti t el " Lamb e rt u s z el le "

un d s ol lt e e i n T e i l e i n e s insge s am t z e hnt e i l i ge n Zykl us s e i n . T at sä chl i c h wu rd e n n u r f olgen d e We rke ausgeführt s Nore i a , Lam­ b e rt u s z e l l e , di e T ri l og i e & Mar i e nmi nne ; T ü c ke und Gl aub e n , "• . .

m al

wol lt e d em s c h u ft i ge n Vorg e h e n d e s R egens Hofmann e i n Denk­ set zen ,

das g e d e c kt e i n für a l l emal s e i nen sch u ft i g e n Cha­

r a k t e r , bl o ß st e l l e n so l l t e .

I c h . mach t e i hn

• • •

z um Ver t r e t er

In s

"liloment aufn ahm e n "

d e s b ö s e n Pr i n z i p s , " 4 Sch ul d und Sühne , Bau ernhaß und Bau e r nl i e b e ,

Gra z

1

Hann s Ko ren , 1 9 75 . 2 3

4

Sch r e i ben v . E IV,

S.

96 .

Eb d .

S.

1 1 3.

,

" R om uald Pram b e r ger " . ·

1 0 . J u l i 1 9 07 , Mi kr 8 , Heft 1 2 .

r


-

1 1 3

-

De r P f l ege r auf St e i n . All e d i es e Werke dürfen aber n icht al s

hi st ori eeh e Darst e l l unge n aufgefaSt werden . Si e sol l e n vi e l m e hr den Le ser i n d as Zei tgefühl der vergang enen Epoch e n e i nführen . Pramberger s e lb st me int daz u : " Ic h s ch r i e b j a n i c h t e i ne Ge­ sch i cht e , s onde rn e ine Erzähl ung . Und der Di cht er h at sich um 1 di e hi st or i s c he Wahrheit ni cht z u kümmern . " Dem Pfarrer von Mari ah o f b l i e b Pramb ergers Tät i gke it ni c ht verborgen . Er l i e ß an e i n er Pi cht e , unter der Pramberger e i c h gern e aufhi e lt , e i n e T a fel m it der In sc h ri ft " Di c h t e rwi nke l " anb r i ngen u n d e i ne n T i s ch und e i n e Ban k a ufs t el l e n . Prambe rger war aber s o st a r k m i t s ei n e n St u d i en fü r d e n Z y klus und mit d em Manu s kr i pt d er " .Lrurt b e rt u e z e l l e " b e sch äft i gt , da.ß e r d i e s en P l a t z n u r s e l t en au fs e

Di e

cht e . End e J u l i b e s u ch t e d e r B i s c h o f das St i ft St . Lambre c h t . Murt al e r Zei tung we i ß z u beri ch t e n : S e . f . =b . Gn a de n am S am s t ag i n St . Lam brecht E s ei ne n inzug , am Begi nne des Markt es von der Gei s t l i c h­ ke it , der Gemei ndeve rt ret ung , den Ver e i nen u . s . w. b e­ grüßt . Ei ni ge Mädch en t rugen e i n vom h ochw . H er r n P . Romuald P ram berger i n We c h s e l s t r o p he n v e r f a ß t e s f o r mvo l l e nd e t e s und s c hwungv o l l e s B e gr ü ß u n g s g e d i ch t v o r . " " · · ·

hi e lt

,

Pramb erg e r h at t e Ge l e genh e i t , dem Bi s c h o f vo n s e i ne r " Lamb ert u e z e l l e " z u beri cht e n . Der Bi s ch of m e i nt e s "Di e s e wer­ d e n Si e doch i n der Styria verl e gen , daß wir auch e t was davon 2 z u l e s e n b e kom m e n . " Das We r k wur d e t at s ä c hl i ch in d i e " Vo l k s­ bü c here i " d e r S t y r i a a u f g e n o m m e n . Im " M ikrok o smos " f ind e t s i c h d i e Verl a p; s ankü nn i p; un g s

" Di e Lamb ert u s z e l l e , Er zähl ung aus der Zeit d e r Chri s t i an i ­ s i erung d e r �t e i e rm a r k . • • D i e s e i nt eres sant e Er zähl ung

behandelt

d a s N e b e n e i n an d er l e b e n d e r ver sch i ed e n en Vö l ke r ­ w el c h e u m d i e Z e i t d e s 8 . J ah r h u n d e r t s i n de r St e i e r­

r e et e ,

mark vorhand en war e n : der Ure i nwohner , der Kelt en , d er e i n ge drungenen Sl awen u n d d e r e i ngewandert en Bayern , welc h e um j en e Zeit d a s St i ft St . Lamb recht gründ et en und d i e Ku l tu r i n uns e r Land brac h t e n . 11 3

K o r e n me i n t i n s e i n en "Mom e nt a u fn ahm e n " :

1

r.;

IV ,

2Bb d 3

• ,

Mii !Cr

S . 87 .

S. 8,

i 02 • H e ft 6 .


-

1 14 -

" Pram b e rger h at noch andere Ge s c h i c h t en herausgegeben , wi e di e ' Lamb ert u s zel l e ' , d ie in d er Früh z e i t der Chri et i an i­ a i erung erbaut wor den is t , von Ge sch ehni ssen umran kt , d i e , wei l d i e Quell en fehlt e n , von der Fab u l i erfreu de d e s j ungen Lambrech t er Bene d i kt ine rs s o ge s ch i l d ert worden s i nd , wie es s i ch abge s p i el t hab en könnt e . " Am

1 0 . De zember 1 9 07 s c hri eb d er Verl ag St yr i a , daß das 1 W e rk ab N e u j ah r 1 9 08 im " Sonnt agsbo t en " ersche i nen werde . 2 Di e Buch au sgabe folgt e i m J u l i des s e l b e n Jahre s . Pramb erger wi r d auß erd em zur Mi t arbei t im " St . J o s e fk al ender " e i ngeladen . Di e "Lamb ert us ze l le " war in .Mari ahof ent st anden . Am 3 1 . 1 0 . 1 9 06 wurde Pramb erger wi e der nach St . Lambrecht z urüc k­ b ern f e n . Dort begann er m i t d en Vor st u d i e n zu e i ner Tri logi e . Er e rwog e i ne Ze i t lang , d as We rk i n Form e ines Epos i n m i t t el­ h o c h d e ut s c h er Sprach e z u s c hr e iben , s ah aber bal d e i n , d aß er dafür kaum e i n en Verl e ger finden würd e . Im De z ember verfaßt e er e ine Reihe von Ge d i ch t en , d i e auch im Druck erso h i enen . Di e Woche n u m d i e J ahre swende vergi ngen m i t i nt ens iver Arb e i t a n d e r T ri l og i e , d ie am 1 1 . J änner 1 9 07 fert i g war . " Ich hat t e d i es e große Arbe i t i n etwa e i n e m Mo nat ( d i e Vorst udien abge­ rech net ) ge sc h affen . " 3 Der T i t e l d er Tri l o g i e , d i e we i t aus­

hol en d die Ge s c hi ch t e d er Ent s t ehung von Mari azell und d es Gnadenb i ld e s b eh andel t , war "Mari enm i nne " . Pramberger nennt d i e s

e i nen

" T it e l , der z u t r i f ft . Denn im erst en Tei l ' der Kreuz fahr er ' mach t Di et mar , der Held d e s R oman s , d as Gelöbnis an Mari a , i m zwe i t en Tei l ' Abt Hartmann ' schn i t z t er i n Erfüll ung d e s Ge lüb d e s d ie �ri en st at ue und d er dri t t e T e i l ' Mari e nm i nne ' bri n gt d e n Tri umph z ug d er Mari azelle rmari enst at ue . " 4 Der er st e T e i l we i st zwar h is t or i s c h e Per sonen au f , i s t a b e r vornehml i ch a u s Sage n aufgebaut . D er zweit e T e i l mag al s d er h i st or i e e he b e z e ichne t wer d en . Die Per sonen Abt Hart m ann , Ab t Berth o l d , Frau Ava , Br uder He i nric h , Herzog He i nr i ch und 1 Mi kr 8 , He ft 1 3 , 3 . 6 4 8 . 2 Eb d . 3

E

IV ,

4 Eb d .

,

8. 1 1 1 .

S• 1 1 2


-

s e i n e G emahl i n L i ut gard a , s ind

1 1 5

-

f e rn e r Abt Jakob und

h i s t or i s ch e P er s o n en .

S o f i e v on S c h al a

H i s t ori s c h i st fe rner d i e B e s c h e n k un �

d e s Ko nv en t e s mit r e i ch e n B e si t z ungen ,

d er Ü b e rr i t t Hart manne

ü b e r d i e Al p e n ,

d e r B e n e d i kt i ne r f l e i ß

Adm ont al s Brandr u i n e ,

i n d er S c h u l e und d er Bas i l i k a .

i n Schre i bst ube ,

d a s C ho r ge b et ,

Dah i n e i n f l i cht P ramb e rg e r die Ph ant asi e s

T e uf enb ach e r D i e t m ar ,

v o n T e u fe nb ac h .

Im dri tt e n T e i l i st ge s ch i c ht l i c h , w i e e i e h i ngebracht w i r d .

Juli

1 9 08

i s t z u ent n e hm e n ,

d i e s er Z e it d a s M an u s kr ipt b u c h h and l ung n ach

" St y r i a "

daß di e

l e ge n d ä r i s t d i e

Der Phant a s i e ent s t ammt

d i e �r z äh l ung ti b e r d i e �do nna i n K i n d b e r g . St y r i a v om 2 9 .

die

St at u e und d i e Ent d ec k ung d er Burge r b en

kar i enat at u e n ach M ar i a z e l l gebrac h t wurd e , und We i se ,

d en

d e r i n alt e n N ek r o l o g e n au f s c h e i nt ,

Sag e n d e r Ent st e h u n g d er

Art

d i e Er r i c h t u n g

E i n e m Br i e f d er daß Pramb e rger z u

" D i e Kre u z fahrer " an d i e Ver l a gs­

e i nge sch i c kt h at t e .

Der Ver l a g fragt e

d e n an d e r e n b e i d e n Te i l en .

u n t e r d em P s e u d onym

a b e r n i c ht

" El fe nau "

s o r ech t g e f i el ,

Pram b e r ger verl angt e d as Wer k 1 z u verö f f en t l i c h en , wa s d em Ver l a g

wi e e i n em Bri e f vo m

2 3 . 9 . 1 908

" Zwar wä re u n s e i n and e r e s ( Ps e u d o n ym ) l i e b er , 1 d i e s e s e t wa s fremd kl i ngt • • • "

n e h m e n i st l

zu ent­ da

Ko ren s chr e i b t d a z u i n s e i ne n " Mom e nt a u fn ah m e n " : " Fü r s e i ne T r i l ogi e • �ar i e nm i nn e • hat e r e i n P s e u d o n ym gewäh l t : Wolf gang 2 v . El f e nau . Abe r u nt e r s e i n e m o ff e n e n N am e n l i e ß e r n i c ht ohne St o l z u nd ge r ech t f ert i gt e s S e l b s t ­ b e wu S t s e i n s e in e ' Märch e n u n d Burgs agen au s d e r St e i erm a rk ' ersch e i n e n . Da s war 1 9 3 6 . " Pramber ger s c he i nt , ve rn ehm en s et z t e ,

d en Wun sch n ac h e i n e m T i t e l vor s e i n e m Au t o r en­

n am e n g e ä u ß e rt z u hab en , n i c h t übl i ch , 3 z u n e n n en .

1 2 3

M i kr

a l s er s i c h m i t d em Ver l ag i n s Ein­

d en n d er Verlag s c h r i eb i h m ,

es s e i

b e i b e l l et ri st i s c h e n Werken d i e T i t el d er Aut or en

9 , S . 22 8 .

R i ch t i g s

Walt e r v .

El f e nau .

Bri e f d er k . k . U n i v e r s i t ät s - B u c h d r u c k e r e i u n d V er l ags­ b u c h h an d l ung " St yr i a " vom 1 7 . Ap r i l 1 9 07 .


-

Anf an g Mär z

1 1 6

-

1 9 07 b egann Pramberger s e inen R oman " Sch ul d

u n d Sühn e " . Le i d er s i nd s owoh l Ent wurf al s auch Text verl or en­ gegangen . Aus Pramberger s Auf z e i chnungen erfahr en wi r , daß d a s We rk von d er Li e b e e i ne s Rit t e r s z u e i nem Baue rnmädch en erz ählt . De r Verlag St y r i a s ah s ic h au ß er st and e , das Manuskr ipt z u d r u c ke n , " da e inem Be sch l u s s e uns e r e s A u s s c h us s e s gemäß e i ne langsam e r e Ersc hei nungswe i se e i ngehal t e n werden s o l l . " Im Mai

1

1 9 07 konnt e Pramb erger d r e i Romane vorwe i s en , d i e

e r in erst aunl i ch kur ze r Z e i t g e s c h r i e b en h at t e und vo n d en e n

zwe i m i t Erf o lg v e rle gt wor d e n

waren . Er erkannt e ab e r ,

d aß e r

n i cht wei te rb i n s o ras c h und ange st r e ngt arb e i t en k � nn e , und die Vor st udi en zu s e i nem näch st en Roman " Di e Baue rn " 2 l an gsamer durch zuführ en . Es s o l l t e e i n Werk über d i e l e i b e i genen

b e s ch l o ß ,

Bau ern werd en u nd i n d er Z e it d er Re f o rm at i on und d er Bauer n­ kri ege s p i ele n . Dazu wollt e e r Bau ern au s der Gegend b e frage n , wi ev i el s i e d avon n oc h wüSt en . Eine Bäuerin , Vi kt ori a Trattne r , l i efert e i hm wi c ht i ge I n f o rm at i one n . Pramberger b e z e i chnet s i e al s " d ie e r st e und wertvo l l s t e Di kt an t i n i n m e i n e r werd enden 3 Vol ks kun d e . " Was al s Vorst udi e z u einem neuen Roman geplant war ,

e rwi e s s i ch als Rü c kkehr z ur vo l ks kund l i c h e n Tät igke i t .

Das Romanj ahr war vorü b e r . He ute s ind Pram b e rger s R omane verge s s en , vi el l e i cht z u We r s ie h e ut e l i e st ,

Un r e c ht .

kann di e s m i t Gewi nn i n zwe i e rl e i

Hins i ch t t un a Di e We rke b r i ng e n e i ne Fül l e von Det ai l s üb er d i e Ge � e n d von St .

Lambrech t und d i e Oberst e i e rmark , wie man s i e

k a u m i n e i nem an d e ren Bu c h find en wi r d . Au ß e rd em gewi nnt m an e i n e-n gut en Ei nb l i c k i n d i e Art , wie i n d en J ahren vor d em Er s t e n Wel t k r i e g g e s c h i c ht l i ch e Er e i gn i s s e r omanhaft

u n d d am i t

d em Vol k nah e gebrach t wur d e n .

1 Mi kr 1 1 2�

3

, S . 76 0

IV,

S. 1 2 1 .

E bd . ,

S . 1 22 .

aufber e i t e t


-

3.

In der Nervenh e i l anstal t Der Herb st

1 9 07

1 1 7

-

( 1 9 08 - 1 9 09 )

war fü r Pramberger ke i n e glü c k l i eb e Z e i t .

Im St i ft h at t e e r wi e d e r b i tt e r e Kränk ungen h i n z u nehm e n .

Al s

Rel igi o n s l ehrer i n d e r Vol k s s c h u le h at t e e r Schwi e r i gke it en mit

den Ki n d ern .

Die s e fan d e r

" zum e i st gei st i g mi n d erwert i g und vi el roher und r e s p e k t ­ l o ser al s i n and eren Gegen d e n , we i l a u c h d i e Elt er n n i ch t ge i st i g h o c h st e he n , z um T e i l d e ge n e r i ert s i nd , Schna f. s 1 t r i nk en und den Kind er n S c hnap s i n d i e Mi l ch m i s ch en . ' Es nimmt Wun d er ,

d aß Pramb erger gerade i n d i e s e n Mo nat en

d i e K i n d er s o verä n dert f an d .

V i e l l e i c ht emp fand er i hr Verhalt e n ,

das er frühe r t o l eri e rt h ab e n mag ,

auf Grund s e i n e r e i genen

gedrü c k t en St imm un g al s u n e rt rägl i c h .

Mi t

gab es versch i ed e ne Au s e i n an d e r s et z un ge n , imm er wi e d e r z urü c k ge s et zt müd et und überarbe i t et .

s e i n en Mi t b rüd ern da Pramberger e i c h

und ver sp ot t et fühlt e .

Er

war ü b er­

S e i n e Augen war en ange�ri f f e n , m uß t e er

d o ch al le Sch r e i barb e it i m L i c h t e i n er P e t role umrundbren n e r­

l am p e erl e di ge n . Al s

Im i dyll i s c h en Mar i ah o f war er glü c k l i c h gewe s en .

Sohn d e s Donau l an de s ,

an Hei mweh

zu l e i d e n ,

al s S o nnenkin d ,

e i n e s Hüg e l l and e s ,

hat t e e r j e d e s Mal

wenn e r i n d a s G e b i rge k am .

Er s ah s i c h

" d as n i c ht g e n u g So n ne b e kommen konnt e

war i c h ab s o l ut k e i n Herd e nv i eh , e i n e Ptihrernat ur •

• •

"

2

• • •

Da z u

s o nd e rn s e it m e i n e r K i n dh e it

Der Pfarrer i n Mar i ah o f war i h m e i n

" l i e b e r äl t e r e r Bru der "

geword e n ,

" e i n e Re i he von Kommandan t e n " .

i n St .

Lamb rech t hat t e er

Ei n gewi s s er T ro s t wa r i hm d er

Bri e f Ot t okar von Kern e t o c k s ,

d e n d i e s er i hm über d e n

a u f �t ei n " ge s c hr i eben hat t e .

Vom Ve r l ag St yr i a füh l t e er e i c h

u ng e r e c h t b e h a nd e l t , ein

v i el

"Pfl e ge r

da er s e i ner hle i n ung n ach fü r s e i ne We r k e

zu ge r i ng e s Hono rar erhal � en hat t e . Die Arb e i t an

" ßa u ernhai un d B au e rnl i e b e " wol lt e n i cht vorangeh e n . Am 2 4 .

A- o r i l.

1E

�. 1 3 1 .

IV ,

2 Eb d •

,

S • 1 3S •

1 9 08

wurd e Pram berger z um Abt ger u f e n .


1 1 8

-

-

" I c h glaub t e , nun werde d i e e r s e hnt e S e nd ung nac h Wi en au f d i e Un i ver s i t ät e r f o lg e n . Er • • • s agt e m i r , er hab e s i ch e n t s ch l o s s e n , m i c h aus d e r L amb r e ch t e r Vo l k s s c h ul e und aus d e m Konvi kt z u ent h eben u n d m i c h al s Kap l an na ch Atl e n z zu ent s e nd e n . I ch e r schrak b i s in das He r z h i n e i n ; me ine Hof f nung s ah i c h i n T rümm er g ehen . Was we i t er d er Abt s agt e , we i s e i ch n i c h t ; i c h hab e n i c ht mehr au fgep a s s t . I ch kn i et e m i c h v or ihm n i e der und T ränen stürzt e n m i r a u s d e n Augen s ' B i t t e s c h ö n , s c h i c ken S i e d e n Pi us h i n au s , der hat e i n e Fr e ud e d am i t , 1 mi c h aber s en d e n Sie nach W i e n ' . I c h b at v e r ge b e n s • • • " Pramb e r g e r war von e i n em Gefüh l d e r Ver zwe i f l ung e r fül l t , " Mit d em De kret ,

ab e r er mußte d e n Be f e h l au sfUh r e n . m i r üb ergab ,

d a s d er Ab t

war e i n s c h ö n er T raum z e rf l o s s en . " B e i m Ei np ac ke n

s e i n er Hab sel i gke i t e n vergaß er d a s M an u s k r i p t von " Bauer nh a ß d a s d amal s e t wa 8 0 Seit e n umfaßt e .

und Bau ernl i e b e " , es

e r st

im Jahre

hat t e er m i t d en

191 1

wieder .

d er Vol k s s c h u l e in Afl e n z ab er n i c h t m i t

d en

d e nen e r z ur Be l o hn ung fü r gel e i s t e t en Geh o r s am

s e i n e G e sc hi c h t e n e r zähl t e .

D e r Prä l at e nd i e n er K napp h at t e i h n

" vo r d e n Lump e r e i en i m .War kt

e i n l u s t i ge s V o lk , war

an

SchU l e rn S chwi er igke it e n ,

K i nd e rn i n T h ö r l , s c h o n gewarnt

Au ch

Er fand

• • •

Di e A fl e n z e r s i n d

das ge rn s e i ne He t z hat u n d d er Dr auf z ah l e n d e

b i sh er imme r d er Kaplan

2 Gehn ' s l i e b e r i n d a s Ba ue rnvo l k . 11

• • •

Am 6 . M a i 1 9 0 8 wi d er fuhr ihm e i n f o l ge n s c hwerer Unf al l o Er wu rde v on e i n em R i n d ange gr i ffen , d ert e ,

da s i hn

s od aS e r d a s B ewußt e e i n verl o r .

l ang b ewu ß t l o s ge l e ge n z u s e i n .

zu Bod e n s c h l e u­

Er s c h i e n m e h rer e St u n d e n

Wi e d er z um Bewuß t s e i n ge k omme n ,

ü be r gab er s i c h u n d l i tt unt e r h e ft i gem Kop f s c hm er z . Symp t ome

d e ut e n ,

s ch ü t t erung h i n .

wi e e r s e lb st e rkan nt e ,

wo h l

Erst e i n e Bemer kung s e ine r Mut t e r

s pät e r we c kt e e i ne und eut l i c he Erinnerun g .

s c h i e n e t wa s b em e r kt

zu h ab e n .

Ni em and

Pramberger s el b s t v e r� ut e t e ,

d a ß e i n Fl e i s ch e r .d a s Ri n d n i cht und

a u f e i n e G e h i rn e r­

D i e Kopf s c h m e r z e n wi dh e n j ahr e l a n g n i c h t ,

ab e r vergaS e r d en Unf all . v i e r J ah re

Di e s e

ent s pr ech e nd ve rwahrt h at t e ,

d aß man n u n d ie s e n F l ei s c h e r n i c h t v e r ant w o rt l i c h m ac h e n

wol l t e . Von d i e s e m U n f al l an l i t t Pram be r ge r an An fä l l e n v o n 1

2

E IV ,

Eb d .

S . 1 39 .


-

1 1 9

-

BewuSt a ei net rtibun g- , " daß i ch st undenl ang , j a t agelang n i cht s 1 Aus d i eser Z e i t gibt e s auch ke i ne von mi r s e lb st wuß t e Tagebuchn ot i z e n . Ei ne Fr au au s d em Ort war ungewollt Z e ugin e i n e s d i e s er An fäll e . Pramberger sche i nt grimas s i ert und si nnl os ge lac ht z u haben . Ei n we iterer Zwi sc henfall erei gnet e s i ch e i n paar Tage spä t er . Pramberger b e st ell t e , ohne s i ch d e s s en b e wu ßt zu s ei n , b e i m Vertret er e i ne r Münchner Wasche firm a e i ne gro ß e 2 Anz ahl von Wäsch e stüc ke n , di e er gar n i c h t brauch t e . Pramb erger be saß auc h z u di e s e r Zeit e i nen Papage i , dem er i n e i ne m An fal l Sc hwan z f e d e rn au sri ß . Es fäl lt sc hwer , al le d i e s e Sympt o me auf e i n e Geh i rnerschütt erung zurü c kz uführ en . Wahrsche i nl i c h b i ld et e d i e s e n ur den Au s l ö s er für e i ne t i e fere s eel i sche St örung . Pramb erger konnt e in die sen Tagen den Unt err i c ht n i c ht m ehr ab­ hal t en , ohne st ar ke Kop fschmer zen zu bekommen . Der 1 8 . Mai • • • "

brac ht e i hm et was Fre ude und h ob s e i ne gedrü c kt e St imm ung s d er Ve rl ag St yri a bat um d i e Erlaubn i s , " Di e Lamb ert u s z e l l e " i ns Sl owen i s c he ü bert rage n z u dürfen . Gl e i c h faß t e er wi eder d en P l an z u ei nem Roman zenkranz , d e r ab er n i e ausgeführt wur d e . Der Sc hul sch l uß t rennt e ihn von se inen Schül e rn , b e s ond er s von j e ne n in Thörl , m i t den en er gut en Kont akt gehabt hat t e . " I c h war e i n s am geword e n . Die A fl enzer moch t e i ch s c h o n lange n i ch t mehr n ur d i e parad i e s i ech s ch ö ne Nat ur war mir geb l i eben . " ' Wenn er An fälle von Kop f s chmerz e n hatt e , gab er den Afl e n zern die Sch uld daran . Sein �i ßt rau en zent ri e rt e sich bal d u m d i e Per s o n e i n er " buc k l i gen Schn ei deri n " u n d u m d en Gem e i nd e s c hrei ber , • . •

1

E

IV, S . 1 4 3 .

2 Pramberge r sche i nt vers uc ht zu haben , di e B e s t ell ung z u s t orn i eren , d a s i ch i m Mikr 9 , S . 4 2 , e i n Bri e f der Fa . J . Wol f , Wä s c h e- Versandt München , Re i c h enbac h s t raße 3 1 , f i nd et . " • • • s e l bst verst ändl i ch d i e Ware i n Arb e it gegeben und gel i e fert wird . Wen n Si e n i c h t s hät t en b e st el l en wol l e n , hätt en S i e n i c h t s unt er­ s c hr i eb en . Ich sehe so gar n eben Ihrer Un t erschri ft d e n ei genhänd . Ve rm e r k s ' 36 S k zus ammen best ellt ' - weshalb i c h Ih n e n rat e , s i ch j a ke i ne ravaganzen zu le i st en , d enn ich b i n s on s t gen ö t igt , e inen Advokat en zuHil f e z u nehm e n • • • "

i§t

3E I 'I , S • 1 4 7 •


- 1 20 -

vo n den en e r s i c h v er f o l gt füh lt e . Er a c h r e i bt s e l b s t , d a S s e i n Ged ä cht n i s damals " d ur ch b eginnenden Ver folgungswahn ge­ t rü bt war " . 1 Pr am be r g e r wur de m ens c h e n s c h e u un d s ehnt e s i c h nach 2 s e i ne r Mutt er , d i e " de n ne rven kranken Sohn kuri er e n " könnt e . Er l e r n t e e i ni ge F am i l i e n ke nnen , d i e zur Sommerfri sche i n Afl e n z wei l ten und s e i n e " j unge Sc hr i ft s t e l l e re i " an erkennend l obt en . Von d en T ö c h t e rn d i eser Famil i e n hat t e e r i mm e r d en E i ndru ck , s i e s e i en in ihn v e rl i ebt . D i e M utt er e i ne s d i e s er Mäd chen mach t e i hn darau f a u fmerk sam , daß e r b e i B e grü ß un gen d i e Händ e d er 3 Mä dc hen un d Frauen i mme r l änger festhielt al s di e d er Männe r . Von Illi t t e Augu st an nahm en s e i ne Ang st z u st ände z u 11 • • • d o c h gri f f 4 s ch on d e r Wah n s i nn • • • auch auf vö l l i g wache St unden über11 b e obac h t et e r rü c kb l i c ke n d . Dem Br evi erbet en s c hri eb e r e i ne " B an ngewal t " z u . Er v e rgl e i c h t d ie W i r k ung , d i e d as Brev i er d am a l s a u f i h n ausübt e , m i t d en Zaubersprüchen i m Vo l k s glaub e n . 5 Eine Wal l fahrt m i t s ein e r Mut t er nach Mar i a T a f er l bracht e ke i ne Er­ l e i c ht erung . S chwe rmüt i ge und düst ere G e d icht e z e ugen von s e i ner d amal i gen S e e l ennot . Der A bt von St . Lambrecht erfuhr schl i e ßl i ch , i n w e l ch em Zus t an d s i c h Pramberger be fand , und r i e f i hn i ns St i ft ..ck• 6 z uru

S ept em ber 1 9 08 hat t e s i c h Prambergers Le i d en d er­ maßen ver schl i mmert , d aß der Abt i hn ins Krankenhaue der Barm­ h e r z i gen Brü d e r n ac h Gram b ri ngen l i e ß . De r P ri o r w u rd e b e a u f­ t ragt , i hn d ort h i n z u b e gl e it en . In Bruck gelang e s Pr am b e r g er �i t t e

abe r , d en Zug nach Wi en zu b e st e i gen . Gegen Ab e n d g e l angt e er d ann - von e inem Wage n m i t geno m m e n - nach Mar i a z e l l , wo er s i ch

i n d ie

Kirc h e f1 ücht et e . Der Abt vo n Mar i a z e l l war

von

St . Lambrecht a u s s c hon ver st änd igt word en . Pramberger klagt e i h m s e i n e Le i d en s­ ge s c h i c ht e , erwähn t e ab er n i c ht d en Unf all , d er all e s au sge l ö st h at t e . Dem Abt ge lan g e s , Pramberger d a z u zu b e wegen , nach Graz 1 E IV , 2

S

1 48.

Ebd . , S . 1 5 1 •

3 Pramb erge r s ch e int i n d i e s e r Z e i t au f Wärme e i nflü s s e gün s t i g au f Kä l t e j e d o c h ungünst ig reagi e rt z u h aben , was e i c h i n e i ner d am a l s gedi c h t e t e n Bal l a d e " Di e F j ordenfee " ausdrüc kt . 4E IV , S. 1 5 5 . 5 Eb d . 6

Eb d . ,

S . 1 c:j 8 .


-

1 21

-

um s i ch beim dort igen San i t ät s o b e r i n s p e kt o r z u m e l den . Er wurde nach Wet z al sdor f in das Sanat o r i um Schwe i z e r h o f ge ­ bracht , daa Primari us Dr . Sc arpat et t i l e i t et e . Der Ar zt konnt e gl eich Pramberger s Vertraue n gewi nnen . Pramb e rger l it t i n den erst en b e i d e n Monat en noc h unt er Anfäl l e n von Angst und Ver­ zu

fahr en ,

d ie im Okt ob er aber s chwäch e r wurd en . Sc arpat et t i nah m i h n z u d e n all wö c hent l i c h en BUrgert agen mit , z u d en en die Honorat i oren vo n Wet z el s d o rf kame n und d em " Di cht e r P ramberger " Gehör s c h e nkt e n . In großer Ge s e l l s c haft b e gab m an s i c h auch m i t "Ro del s c h l i t t e n " auf den " Kri e glweg " . Schneebal l sc hl acht en s ol l t e n d i e Kranken aufl ockern . Ei ne , wi e Pramberger s agt , " r ohe Be fragung" durch d e n .Amt sarzt b e wi r kt e wi eder e i nen Rüc k­ f o l gungswah n ,

N ovember 1 9 08 lernt e Pramb erger e i ne j unge Pat i e nt i n kennen , e r nennt s i e i n s e inen E . Frä ule i n Mel an i e . Di e s e Be­ gegnung führt e zu " ei n e r d e r schö n st en Roman z en " s e i n e s Leb e n s . 1 De r Ar z t erlaubt ihn en gem e i ns am e Spa z i e rgänge , all e r d i ngs imme r in Begl e i t ung ei n er Wärt erin . Pramberge r konnt e wi e d er d i cht en . Er s c hu f 2 2 Ge d i ch t e , d ie er in e i nem Alb um unt e r d em Tit el " S t immen der Seel e " vere inigt s e i nem Arzt sc henkt e . Auch �el ani e s o l lt e z u We i hnacht en e i n Al b um mit Gedi cht en bekomm e n . Die Woche v o r We i hnacht e n brac h t e E inkaufsgä nge mit Mel an i e und ver s c h i e­ d e n e Vo rb ere it ungen z ur Fe i e r . Mel an i e fuhr am H e i l i gen Abend in ihre He imat , kam aber s c h o n zwe i Tage spät e r wi e d er z urüc k. Ihre Lung en waren ange gr i ffen . Unt er d em T it e l " Chry s ant h em e n und Vei l c hen " s c hri eb P ramberger 1 2 Ge dicht e , d i e e r i h r schenkt e . � i t t e Jänner aber s ol l t e kel anie um ihrer Ge s un d h e i t wil len fa l l .

Im

nach d em Süden rei sen . " Al l die Hei l er f o l ge , wel c h e Melani e auf ihr Ko nt o hät t e buchen könne n , waren f a st verni cht e t . " 2 S i e bl i eb n o ch e in i ge Woch en i m Sanat ori um und t raf d i e Vorb e r e it u ngen z u i h rer Abre i s e . Pramberger plant e wi eder e i n en Roma n , der " Dämon und Enge l " h e i ß en sollt e . Er wollt e das " wahnwi t zi g e F o rdern d e r k at h o l i seh en Wel t von d er Ehel o s i gke i t d e s Pr i e st er s " Rn kl agen . 3 Am 3 . Februar rei st e fuel an i e ab . Pr amb erger ver such t e 1E

IV ,

s . 1 66 .

2 �b d . ,

S. 1? 1 .

3 Eb d .

S. 1 73 .

'


-

1 22

s e i ne n Ab s c h i ed s s c hme r z

dur c h

w i nd e n .

D e z emb e r

Er

" i st

seit

Ecker

und

t r äg t

wu rde

P r ambe r g er

l o s ig k e i t und

d er

das

in mir

den

der

zu

gründen .

trat Dr .

d i e s en 3 bald Wahnb i lder .

w i eder

Juni

als

von

sch ü s s e l

Ruhe ­

Ung ebund e n he i t 2 z u wer f e n . "

e i n e A c k e r b a u s c hu l e

dauerte

se ines am

z u konsu l t ieren . n ichts

n i c ht

r e c ht woh l ,

P r amb e r g e r

Z u s ta nd e s 18.

Juni

l a ng e .

d o c h ba l d ein . n a c h W i en ,

Mer kwürd i g e rwe i s e

s e i n em U n f a l l . D a s 4 P a r a no j a " . " E s war wo h l am

" unhe i lb a r e

al s

e i ne n

g e s u nd ,

k am ,

ihn

b l e i be n ,

von

Da

e r f uhr

war

g l ü ck l i ch .

er :

f r ap p i er t ,

im Stift

auch dort

S o r g e g e habt

2 4

6

IV I

I

'

3 5

s. 1 76 . '

s . 1 77 .

E bd . ,

5 . 1 82 .

E bd .

Ebd. ,

S . 1 7 8a .

d en

daß

er

zu d en

so l l te .

und

ger n

ein 6 können ! "

Barmher z i g e n

j edo c h

im S an a t or i um

f üh l t e

s ich

g e ha b t .

s c hon

oft

Aber

c hr i s t l i ch e s Es

scheint ,

P r amberger würde

" So hat

Rück f ä l l e n .

r ühr enden Ab s c h i ed

S a n a tor i um

ha t te ,

fühlte

P a te r V i ktor i n

P r amb e r g er wo l l te

bleiben

er h i e l t ,

P r amb e r g e r

neuer l i chen

ehr l i c h

Kopf

e i n e vo l l e Wa s c h­

vor

A l s V i k tor i n d en

daß das

auf

i hn g ewo r f en .

P a t i en t e n b e l i e b t

Pr i e s t e r t um u nt r e u werden .

E

hatte

werden

" Ma n h a t S i e d o r t

hättens

1

auf

P r amberg e r ,

b e i d en

S ch l ag

J emand

Ka i nbach gebracht

e i n i g e rm a ß e n

hat mich

H a nd f eg er

h i n z ubeg l e i t e n .

er

sagte

he f t ig e n

aber d e r Ar z t w a r n t e

1 90 9

na c h

um

e r e i n en

e i nem Wa s s ergu ß .

B r üd e r n

man

d i e s er

Go t t und

u nd

Im Aug u s t

ist .

I m Mär z

s e i ne Vor s e hung m i r ha l f , o d e r hat e twa 5 Ar z t m i t g e ho l fen " . P r ambe r g e r s a ß auf d em B a l ko n d e s

gefolgt

sah ,

Rück f a l l

auch d o r t

1

no ch v e r nün f t i g e n P l änen wur den

s i c h P r amb e r g e r

r e i ste mit

l au t e t e a u f

S an a to r i um s ,

s ich

Die ser

übe r ­

d e r F r a u Anny

" Be i

von m i r

Mar t i n

zu

P fr imb er g " .

n a c h vo l l er

St .

e i ne Ver s c h l e c h t e r u ng

P r amberger

G u t a ch t e n

in

Romans

im Be s i t z e

S ta nd

imme r h i n

e i ne n P s y c h i a t e r

er z ähl t e

d er

f üh l t e

S carpatetti

um d o r t

22 .

Au s

E nd e M a i

seine s

befal l en .

D r a ng

g e i s t l i c hen

s p i e l te m i t d em Gedank e n ,

Gegen

1 927

Ruhe l o s i gk e i t

Er

aber

B e e nd i gung

Autor e n p s e ud o n ym Rud o l f

von

e rwuc h s

Wun s c h ,

1 .

-

das

Haus daß

s e i n em

r e l i g i ö s er F an a t i s -


-

1 23

-

m u s das Glüc k von Me n s c h e n zer s t ö rt .

n

1

Sorgen d e s St i ft e s

Die

waren ab e r n i c h t un b e gründ et , wenn man b e d en kt ,

daß Pramb erger

t at s ä c hl i c h das Pri e st e ramt h at t e au fgeben wol l e n . Pramb erger f an d d e n Au f ent halt al s er e rwart e t h at t e .

i n Kai nbach ange nehme r ,

Er hat t e mehr Fre i h e it al s i m Sanat or i um .

S e i n e Mit p at i e nt e n g e h ö rt en all e d em gei st l ic h e n St and an . Er v erbrac h t e z e i ch n en d v i e le

St un den .

Am 7 .

Sept emb er

1 909

ent ­

d e c kte e r i m Bal k e n e i ne s al t e n Bauernhau s e s d i e e i nge s ch ni t zt e 1 4 87 "

Jahre s zah l

Das imp onie rt e m i r • Hä u s e r • Ge g e n d .

• •

3

" 2 Er

v i e r Jahre vor d er Ent d e c k ung Am er i ka s .

. •

Von d a ab be gann d er Gl au be

• •

an

uralt e

z e i c hn e t e v er sc h i e d e ne Hö f e und Dö rfer d i e s er

Vom Au f e n t h alt

i n Ka i nb ach n ahm Pramberger wertvo l l e

N o t i z e n üb er e rl e b t e s Brauch t um i n d e r O st st e i e rm ark m i t . Vo� Ve rl ag St y r i a e rh i e l t e r d i e Nac h r i c ht ,

Der Roman " Sc h u l d und Sühne " werde b a l d

b e r e it s g e d r u c kt s e i . f o l gen . g e l ehnt .

4

d a ß di e " Mar i e nm i nn e "

" Däm o n und Enge l " wurde spät er al s z u s e nt i m e n t a l ab­ Den Ent wu rf z u " Ba u ernhaß und Bau e rnl i eb e " arb e i t et e

Pram b e rger b i s End e F e b r u ar z u e i ne m Roman aus .

Dafür ent l i eh

er et l i c h e Büc h e r ü b er d e n Bau ern kr i eg a u s d er Un i ve r s i t ät s­ b i b l i o t h ek .

Dr .

Mac ht ,

e i n Anst alt sarzt ,

l as den Roman und fand

ihn

" g r o ß art i g , t r e ff l i c h i n s e i nem Au fb au , aber zu s c h n e l l 5 g e arbe i t et . " Ei n e s orgfält i ge Ü b erarb e i t ung wü r d e Vor zü gl i ch e s b r i nge n .

Pram b erger s c hi c k t e d i e s e n Roman über d e n ob e r st e i ri s c h en 6 Ba u e rn a u f st an d , ohne i hn zu ü b e rarb e i t e n , an d i e St y r i a , d i e 7 i hn ab e r n i c h t annah w . Von N o v e m b e r an arbe i t et e Pram b e r ger an e i ne r Chro n i k v on

K a i n b ac h ,

�r i e st er t rak t ,

d i e e r unt e rt e i l t e i n : T ra kt

d er Pfl egl i nge u . a . m •

i m Arc h i v z u samme n und war am lE

2 3

IV ,

S • 1 7 Sa .

Eb d . ,

S . 1 8 0a .

z e i c h n un g e n

4E

5

IV ,

S . 1 84 .

Eb d . ,

S . 1 85 .

Konvent ,

im

12.

Mär z

1910

Wirt s c h aft ,

Er s u ch t e d a s Mat e ri al d amit f e rt ig .

" fii1 i kr o ko sm o s " erh alt e n .

6

Au s r e d en " Hi n d ern i s s e " : Kran k e n b e s uc h e , �e J o p fe r s , Sonnt a g s pr e d i gt en .

7 Br i ef d e r S t y r i a

vom

22 .

�ä r z

1912.

F e i e rn d e s


-

1 2 4.

-

Imm er m e hr wurde er auch z ur S e e l s orge i n d er Anst al t und bei d en uml i e ge nd e n Bauern herange z ogen . In d e n Früh j ahr smonat en hal f er i n Ne st a l b ach und Kumberg aus . 1 Auch dort b edacht e er i hm l i ebe Menschen mit lyri s c he n G e d i cht en . Es sch e i nt , al s hab e er e i ch d i e smal an fünf Wi dmung sbüc h e rn , d i e e r m it rührender S o rgfal t vorber e it et e und ge st alt et e , i n d em er ge­ p re ß t e Bl ume n h i n e inklebt e und Ini t i alen malt e , ge s un d ge­ s c h r i eb en . Es half ihm , s i ch s e l b s t s agen zu dürfen , d aß er n un d o c h vi e l erl e i zu hnde ge führt habe . Dann erh i e lt er vom Präl at en aus St . Lambrecht e i ne n Br i e f , i n d em ihm gerat e n wurd e , er s ol l e s i ch b e i d e n Ot t il i e ns ern al s Mi s s i onar nach Korea b e­ 2 werben . "Denn s i e brauc h e n Leut e von Ihrem S c hl age - Nat ur­ forsc h ernat uren . " Pramberger war t i e f gekränkt , er hat t e ni cht zu Unrech t d en hi ndru c k , man wol l e ihn ab schi e b e n . Er s p i el t e m i t d em Gedanke n , b e i d en Barmherz igen Brüdern e i nz ut re t en und 3 � di z i n z u st udi eren . Dann wi e d e r wol l t e er versuchen , im Verlag St yria unt e r z u komme n od er einen "�es sele s erp os t e n " anzunehmen . Er wol l t e n i c ht n ach St . Lambrecht zurü c k , da er s einen Traum , d o rt d as Arc h i v zu übernehm en , aufgeb en hat t e mü s s e n . Im August b e s u c ht e Pramberger zwe i St . Lambrecht er im Kran kenhau s und s p rach mit i hn en über s e i ne P l äne , d i e einer von den b e i d e n d em Prälat e n brie f l i c h h i nt erbrach t e . Di e s er r i e f P ramberger am 2 3 . Augu st 1 9 1 0 i ns St i ft zurüc k . Sei n Ab sch i e d wurde im St e i n ergast hau s auf der R i e s gefei e rt . Dann emp fahl er s i ch bei den Fami l i en , b e i d e n en e r Eingang gefunden hat t e . S i e f e i ert en s e i n Sche i den mit Bedau ern und groß er Herzl i c hk e i t . Als Pat i e nt en und � e raonal ihn z um Wage n b e gl e i t et en , sp i e lt e man i hm das L i e d 11 Zu d i r z i agt s mih h i n " . Ein Barmherzi ger Brud er s agt e z um Ab sch i ed zu Pramberger : " Al l e h i e r h ab en S i e l ie b gewonne n ; .e s wi rd Ihnen auc h n i c ht s chwer s ei n , d ort d ie L e u t e zu gewinnen . " 4 Am 3 1 . Augu st 1 9 1 0 fu hr Pramb erger nach St . Lamb recht z urüc k . 1 E IV , S . 1 9 5 . 2 .l!;bd . ' S . 1 q 6 . 3 Ebd . 4 Ebd . , S . 2 00 .


- 1 25 W e r d

E. 1.

e g a n g

d e

V o 1 k

e

En tt ä u s c h u nge n u nd H i n d e rn i e s e

g e r am

1 .

und Fre u de b i n i c h g e s u n k e n

sch r i e b d e r d am a l s 3 3 - j ä.hr i ge Pr a mb er­

S e�t e m b e r 1 9 1 0 i n s e i n T agebu ch .

Das

i hm n a c h s e i n er Ank u n ft i n St .

Z i mm e r emp f an d

er a l s

" Sträfl i n gs z e l l e " ,

" gr R u en P f e r d e k o t z e n " al s u n z um u t b ar . g e s c h i rr l i e ß er

W or t e n

d u rch

zurü c kb r i ng e n ,

st el l en ,

f o r s c h e r s

( 1g10 - 191 1 )

" A u s e i n e m .P a ra d i e s d e r L i eb e i n b o d e nl o s e E i ns am k e i t " ,

e

Lambr e c h t z ug e w i e s e n e d a s Mob il i ar u nd d i e

Das an ge s c h l ag e n e K a f f e e­

d e n Di e n e r an d e n P a t e r H o fm e i st e r m i t d e n " er mö ge d a E' Ge s c h irr i n d a s Gl a s k a s t el

a l s An d e n k e n ,

d as s i c h darau s g e ge s s e n . " P e r s ö nl i c h e

Di n g e b e kl agt e er a l s " g e s t o h l e n u n d v e r sc h e nk t " . Di e i hm z ur K e n n t n i s g e b r ac h t en V e rfü gu n ge n z u d e n R e form­

b e s t r e bungen

1

i gn o ri e r t e er .

Pramb e rger f e i e rl i ch ,

d a ß er

s e i n Ge lüb d e g e m a c h t h ab e , 1

a s k e t i s ch e K o m ö d i e n 1

verka u f e n ,

• ''

e i ne m s türm i s ch e n K ap i t e l e rkl�rt e

1 9 0 4 a u f d i e �i nr i c h t ungen i m St i ft e

" n i c h t a u f s �ät er e i n z u fü h ren d e

Da s Ve rbo t ,

St i f t s we i n n ac h a u ß e n z u

b e z e i c hn et e e r a l s " n e i d i ge Ei n füh rung ,

Vol k s k un de ans rle r z g ri ff " . s e i ne

In

Bi l l i g ung .

S e i n e H o f f nu ng , z u b e k omm e n , t u n s o llt e .

e i ne

Der

d i e d er

j ung en

" z e l o t i s c h e Sad i smu s " e r f uh r n i c h t

" s e i nem T al e nt e e n t s p r e c h en de S t e l l e "

war z e r s t ö rt wor d e n ,

u n d e r üb e rl e gt e n u n ,

was

er

W e i t e r Schri ft s t el l er e i b e t r e i b e n ? T i e f na gt e i n i h m

d i e .c.n t t ä. u s c h ung , daß e r " n o c h s o w i r ks am e Hom a ne s c h r e i b e n , n oc h s o arbe i t e n

2 n i C .1 t. s . ·

Die

1 i n Gr� z ,

t re t e n :

i n d e r V e r e i n s me i er e i " mo ch t e ;

er ga l t

i m St i ft e

K o n v e n t u a l e n hatt e n b er e i t s e i n e " C l i qu e " g e b i l d e t ,

Lt . Au skun f t v . Herrn J o h a nn e s Schl ac h e r , St a n d e s b e am t er 1 9 5 6 i n d a s St i f t St . L a m b r e c h t e i n g e t re t en , 1 9 60 a u s g e ­

" Dr . Lau re n z Z e l l er , Ab t v . S t . M at h i as i n T r i e r , u n d Simon K o nr a d Land e r s d o rf e r , Ab t v . Sc h e y e r n ( B ay e rn ) , war e n 1 9 2 8 s c h l i e ßl i c h z u V i s i t Atoren d e r Ö s t e rr e i c h i s c h e n B e n e d i kt i ne r K o n gr e gat i o n e r n a n n t w o r d e n , um d i e s ch o n e t wa s ge l o c k e r t e n m o n as t i s c h e n R e gel n w i e d er z u f e s t i g e n . D i e a l t e n � ö nc h e f Uh l t en s i ch i n i h r e n al t h ergebrac h t e n Re ch t e n b e s ch n i tt e n , s o d a ß d i e PrA x i s ergab , d a ß d i e a b 1 9 3 0 � i n ge t r e t e ne n s i c h d e r R e f o rm g e ­

b e u gt h ab en . " 2

Al l e

a n ge fU h rt e n Z i t a t e aus d e n � V , S . 1 f f .


-

1 26

-

" wenn di ese auch noch ni c ht d en Nam e n ' St ammt i s ch ' führt e . Doch all e Sonnt age i n e i n e m Ga stbau s s i c h t raf m i t der ' Haut voll fl ö b ' i n St . Lamb r e c h t 11 1 ( R entme i st e r , Fa b r i ks d ir e kt o r d er Dynami t fabri k , Apot heke r ; s pät er der Arz t Dr . B i nd e r , d e r For s t verwalt er Koll ik , d er Obe r l ehrer Rubi s cb , di e Volk s sc h u l l ehrersch aft et c . ) . Pramb erger fühlt e s i c h wie tt au sgedro s c h e n e s Mai s st ro h " und s eh r v e re i ns amt . Der Grabeh " m i t s e i n em kur zen Tag , s o wenig Sonne " e ngt e i h n s e el i s ch e i n . In d ie s er Ze i t des Su c he n s e nt st and en d i e Vorau s s et zunge n für � r amb e rg e r s zukün ft i ge Tät i gke it und s ei n Wi rken . Über di e e h ema l i ge Ver e i ns sc bausp i el er i n Anna Krumhol z wurd e e r wi e d er i ns Hau ch fan gke hr erhau s �ebet en , dem er spät er s o manch e v o l k s kund­ l i c h e Not i z verdankt e . De r 70- j äh ri ge Hamme r sc h m i e d arb e it er J ohann Brunner , d as " Hamme r Han s el e " , für den b e i d en Bauern i mme r " et was zu h o l e n " war , führt e i h n wi eder b e i d en oberst e i r i sc h e n Bauern e i n . Be i so manchem was s erhel l en S e l b s t gebrannt en b egann Pramber­ g e r a uf z uh o rch e n , zu fragen und zu erkenne n , d a ß es s i c h l ohnt e , au f z u s c hr e i b en , was das Volk wußt e . Als Pri e st er b e grü ßt e man ihn 2 i n di e s e n Kr e i se n mit Fr euden . 3 Ost ern 1 9 1 1 , d i e er al s Exkurrens i n der Kare hau verbracht e , z o ge n i hn mäch t i g i n d en Bannkre i s d e s al t en , h e imi s c h e n Vol k s t um s . Auf s e inen

Sp a z i e r gä n g e n

b egegn e t en i hm all e rort s Ge ne a­ l ogi e Hau s kund e , Vo l k s t um , S i e dl ungsge sch i c ht e . Er b e gann das Bauernhaue z u e r k e n n e n " die Rauc hst uben und Rau c h kü c h en z u e r­ gründe n . Al s e r s i c h i � Archiv über Al t er u nd B e s i t zverhä l t ni s s e d er Ba u e rnhäu s e r i nform i eren wol l t e , st el l t e s i c h i hm vorer st n oc h e i n große s Hind e rn i A i n d en Weg . De r Prior wi e s i hm n ach , wel c h e Büc h e r e r d er Bib l i ot he k noch schuldet e . Mit d en Wort en : " Wol l n ' s l e i c h t d en sc hwungh aft en Büc he rhand e l w i e d er a n f ang e n ? " wur d e i hm d e r Arc hi vsch lüs s e l v e r we i gert . 4 Verb i t t ert b e kl agt s i ch Pram b e rg er , ,

"

1� '' Segen

,

V' S . 3 .

2

Di e Ba u ern m e i nt en , daß der Be such e i ne s Pri e st er s i mm e r b ri n ge .

3Pramb e r g e r war z e i t l e b en s n u r Exkurre n s , da er d i e er for­ d er l i c h e Pfarrk o n k u r s p rü f u n g n i e abgel e gt hatt e . 4 Angebl i ch hat t e Pramb erger 1 9 08 , anl R ßl i c h s ei ne r Abre i s e a u s St . L amb r e ch t , d e n K o nvent di ener beauft ragt , d i e Büc h er aus s e i n e m Z i mme r i n d i e B i b l i o t h e k zu t ragen .


-

d aß

1 27

-

er ni cht e i nmal m e h r m i t s e i n en " s t umme n Preund en " i n d er

Bibl i o t h e k u n d im Ar c hi v ver kehren durft e . Be i T i s c h wurd e i hm d er Vo rwu rf d e s Büc h e rd i ebst ah l s gemach t . N i c ht s e lt en galt en i hm Wort e wi e " hal t d e i n �1u l ros s " o d er "mit Ihnen r e d e i c h n i cht ,

s i n d n i c h t n or m a l " .

Sie

Die Tät i g ke it al s Gy m n a s i a l l ehr e r b rac h t e i hm wi rk sam e

Ab l en kung . Du rch d i e Lektüre von " Welt all u n d M e n sc hh e it " l i e ß e r e i c h vo n d e r Ku l t ur d e r St e i n- und B ro n z e z e i t gefange n n e hm e n und p l ant e wi eder e i n b e l l e t ri s t i s c h e s Werk ,

das s ch l i e ß l i c h e i n Roman

w i e d er um j ah r e l ang l i e g e n b l i e b . We it ere Beruh igung s u c ht e er i n d er Er i n n e r u n g , in d er Hi ngab e an s e i ne

von 5 2 0 Sei t en

wurd e ,

ab e r

Tagebü c h e r und i n d er Ko rre sp o nd e n z mit l i eb e n B e kannt en . P ramberger wol l t e s e ine müh s ame n Ver s u c h e z u r " Ei nführ ung "

b e j d en " h o ch nä s i g e n u n d zyni s c h en Mit brüdern 11 durch "Ka sp e rl ab­

geb e n '' und Wi t z e m ac h en verge s s e n ,

d i e K r ä nk u ng , daß Pat er Ot hmar

Won i s ch d e r " b eglü c kt e Ar c h i v s chül e r " geworden war , unt erdrüc ken . I Bi s d i e s e r " zum Me i st e r wurd e " , war er , Pramb erger , " s i ch erlich

auch

sch on so we i t , das S e i n i g e z e i gen zu könn e n " .

Di e Sp ott l u st s e i n e r M i t b rü d er und s e i ne I s o l at i on durch

d as Au sge s ch l o s s e n s e i n vom " St ammt i s c h " waren die Tr i e b fe d e r zu n e uem T at e nd r a n g . Se i n e b e l l et r i st i s ch e n Arb e i t e n s ah er al s o abg e l e h n t .

" Gan z j ung und ungegoren war d i e Vo l ke- und H aue ku n d e d er Heimat .

Da w u c h s e n

noch

ke i n e m

!Sr brauc h t e

1 n d e r Et hno l o g i e

v o r m i r L o r b e er en •

k e inen Lehr e r .

• •

"

1

" I c h war m e i n e i gener P r of e s s o r

und me i n e i gener Do kt or , i c h b r a u c h t e

ke i n

Dokt orat , n ach d em s o vi el e hasch t en , d i e we i t dümmer waren al s ich

u nd

e s doch e rr e i c ht e n .

Am

15.

"

S e pt e m b e r 1 9 1 1

2

ge s c h ah e s , d aß der alt e Br unn e r vor

Pramb e rger zwe i erl e i Hu fei s en h i nl e gt e .

Da s e i n e b e st and aus z w e i

T e i l e n und war e i n Oc h se nhufei sen , d as andere war gro ß u nd b r e i t

u n d m u ß t e e i n P f e r d e h u f e i s en gewe s e n s ei n . We nn d a s ni ch t Gl ti c k bri ngen s ol lt e ? Brunner e r zäh lt e ,

1E

V,

2B v ,

S . 28 .

s. g .

daß " Age nt e n " s ch on vi e l e J ah r e h i nd ur c h


-

1 28

-

i hr Unwe s en t ri e b en und d i e h i e s i gen Baue rn um i hr e s c h ö ns t e n Sac h en b e t rö gen . Wertvolle Gegen s t ä nd e wurd e n i hnen um Spot t pr e i s e abge handelt

und

u m t e ure s Ge l d v e rkauft . Wenn man l ange zuwart e

und d i e Leut e n i ch t aufkläre , wür de bald d as le t zt e Stü c k dah i n s e in . Pramb e rger b e s c h l o ß , d i e Bau ern b e i s e i ne n H ausbe s u c h e n ü b e r d e n Wert i hrer S ach e n auf z u klären . Ei ne Au s h i l f e i n Mari ahof b rach t e i hn noch ei nmal i n Ge­ wi s s en skonfl i kt e . I n d i e s er Pfarre verkeh rt e auch der Adel , d i e Barone von T e u f e nb ac h und von Prank . S c h l o ß Pux b e grüßt e s e i nen Be s u c h , d en n Prambe rger h at t e in s e inen Vol k s büc h ern der ä l t e s t en T e u f e nb a c h er wohl gedach t . Der Ad e l fühlt e s i c h d ur c h s e i n e T r i l og i e ge e h rt . I m Kre i s e d e s Ad e l s füh l t e e r s i ch noch e i nmal " zwi s ch e n zwe i Feu e rn " , zwi sch e n der L i e b e z u h i st o r i sch en He i mat roman e n und d er j un gen V o l k s - und Hau s k u nd e . Di e Ent s c h e i dung l ag vor i hm : h i st or i s ch - b e l l et ri st i s c h e r S c h r i ft s t el l e r o der Volks f or s ch e r z u werden . Gerne wollt e e r nac� b ereit s verdi ent en Lorb e er e n " nach we it eren L o rb e erkrän z e n s t reben 11 • Au s d i e s em Dil emm a b e­ f r e i te e r s ich z unäch st d urc h vi er Romanm anu s kr i pt e , d i e ab er ver­ gebl i ch d er V e r ö f f ent l i ch ung h arrt en , da s i e t ei l we i s e al s z u s e n t i m ent al abge l e hnt wurden . " Z u r Z e i t v o n Go e t h e s Wert h e r hä tt e 1 m an di e s e n Roman ohne weit er e s ge druc kt " , klagt Pramb erger . In d e r " b ri e fl i ch e n S e l b st b i ograph ie " an d en Re d akt e u r d er " Ivlu r t al er Z e i t ung " vo m 2 8 . J u n i , 1 2 . Jul i und 1 9 . J u l i 1 9 1 4 b e­ m er k t Pramb erger z u s e i n e n Er s t l i ng s schö p fu ng en : " · · · i ch h at t e d o c h z u w e n i g vorst u d i ert , h at t e Anac hron i s men gebrac ht , d i e e i n n i c h t h i s t or i s ch gebi l d et er �ann h at fi nden könn en , we nn er i n St . L arn b r e c h t au fgewac h s e n i s t . " Auß e rd em verm e i n t Pramb erger n ac h

gewonn enem Ab st an d , d en Bau ern s e lb st recht gut gesc h i l d er t ,

j e d oc h e inen Ö s t erre i c h e r , k e i n en S t e i rer ge z ei c h n e t z u hab e n . Zu

d i e s e r s pät eren

Zeit

b et rach t et e Pramb erger i n s e i ner Aut o­

b i o graph i e i n s b e so nd ere d en R oman üb e r den Ba uernkr i e g al s v er­ f e h l t u n d b e z e i ch net e d i e s e " En t d e ck ung " al s den Anl a ß , d e r i h n der

V o l k s kund e u n d d er H e im at fo rsch un g " i n d i e Händ e fü hrt e " .

Die alt e Kul t u r d e r Ba u e rngeh ö f t e brac ht e Pr amb erger zum Bewu ß t ­ s e i n , da ß d i e l e t zt en Spuren d i e s e s e i nf ac h en Vol k swe s e n s i n

1E

V,

S. 28.


-

1 29

s e i nem G eb u rt sgau , i m Donaulan d ,

-

" Un d

l ä n g s t v e r s c hwund e n war e n .

wi e d o rt d ra u s s e n im Donaul ä n dc h e n ,

s o wi rd ' s a uc h e i nmal h i e r

werde n b e i d e n W al d b auern der St e i ermar k .

D i e s e r Ge d a n ke wurd e

m e in L e i t e t e rn u nd l i e s s mi ch au f m e ine Er z ä h l u n g e n v e r g e s s e n . "

1

Be i s e i n em n e u e n Vorh ab en wu ß t e e r v e r s c h i e d e n e H i n d er ni s s e , d ie

s i c h i hm im R ah m e n d e r R e f o rm i n d e n We g st e l l t en ,

hilfe

z u b e s e i t i gen .

Zu d e r Erri cht ung e i n e r ne uen Kl au s ur ,

i hn i n s e i ne m F or sch erdrang h i nd ert e , t uale n e i nb e z o gen wurd en , vorge komm en , wohnt

. • •

a c h impft er :

i n d i e ab e r n i c ht al l e Ko nven­ "

• • •

wo i st d e n n d as s c h on

kurz erhan d d i e Q u e rl e i st e d e s R i e g e l s ab u nd

war f das S c hl o ß d e s Gi t t er s i n den Kan al .

A u c h h at t e

er

" Be s s e r e s

al s b e i m v o rge s c hr i e b e n en C h or d e n " C horwü r z e l "

zu t un" ,

die

das s d e r Pri o r c l a u s t ral i s a u s s erhalb d er Kl a u s u r

Er brach

"

d urch S e l b s t ­

zu spie­

l en . Di e Bau e r n waren s e i ne Kut s c h e rn

G e s e l l s c h aft .

und Wi rt s c h aft e r i n n e n .

Er hat t e Um gang m it

Be s u c h e b e i arm s e l i g s t e n Keu s c h ­

l e rn u n d kl e i n e n Wi rt shä u s l e rn l i e f e rt e n au s g i e b i ge s Mat eri al . S e h r ans c h au l i ch s ch i l d e rt Pr am b e r g er i n s e i n e n " Er i nne r ungen " nach aus

und n ach

s e i ne

b er e i t s z u L e g e n d e n g ewo rd e n e n G e wä h rsl e ut e

d er gan z e n Um g e b ung ,

d e ren Leb e n s raum und - gewohnhe it e n . " Hu n d sm o i dl " ,

In et wa

Eri nn e rung gebrac ht s e i e n

nur d i e

e i ne d am al s

s e c hz i g j äh r i g e B e t t l e r i n ,

d i e i n Lump e n g ehül lt , m it m e h r er e n

Hund e n d a s ober e lnu rt al d urch wand ert e , der '' krumpe Ho i s 11 , d e r " b l i n d e H i rt l " u n d d e r " Z imme r e r Pet e r l " , " �r ch e ner zähl e r "

d e n en er i n s e i ner S k i z z e

e i n f e i nfühl e n d e s G e d e n k e n b e wahrt .

�i ne Be s c h r e i bung al l d e s unbe rü hr t en Brau c h t um s , i n ä e r Kare h a u b e g e gn et e ,

d er Kont akt e z u S o n d erb e r uf e n ,

s c hi e d e n s t en Gewä h r s l e ut e , gut u . a . m . üb ermit t e l t en ,

d i e i hm Vol k s h e i l m it t el , d i e i hn

Ä u ß e r u ng e n

s pren gen .

d er ver­

Tänze ,

Erz äh l­

d e s Vo l k s ab er gl au b en s

k e nne nl e r n e n l i e ß e n und m i t unt e r e c h t e '' Ori g i nal e " waren , d e n Rahm e n d i e s e r Arb e i t

d em e r

wU r d e

Al l d a s m a g nac h gel e s e n s e i n

i n d e n 4 5 v o n Pramb e rger h a n d g e sc h r i e b e n e n Fo l i an t e n m i t d em

W

T it e l :

11 V o l k s kund e d e s o b e r e n M u r- u n d M e t n i t zt al e s , M i t t el - un d 2 O e t s t e i ermar k , Ob e rö s t erre i c h , Sal zb urg " , d i e i m St e i r i s c h e n

V o l k s kund em u s e um i n Graz a u fb ewahrt wer d en . 1 2

" Nlu rt al e r Ze i t u ng " v . Ab

12.

nun z i t i e r t al s V K ,

Juli

1914,

Band- u .

S. 1

f.

S e i t en z ah l .


-

1 30

-

Einladungen zu Hau s b e suc hen b ek am P r amb erger i n d e r Folg e au c h aus Gründen , d ie z u s e i ner For s c h e rtät i gk e i t k e ine d ir e kt e Be z ieh ung hatt en . Di e s e Be s uc h e wußt e er aber für s e i ne Intere s s e n zu nUt ze n . So manch er kannt e s i c h b e i d er Ste u e rvors chr e ib ung nicht au s , oder e s gal t Sch w i er i gk e i t e n b e i Be s i t z ant e i l e n z u me i st ern un d Kranke z u verar z t e n . Dabe i s k i z z i e rt e , z ei c hnet e , mal t e er , b e­ ach t e t e alle Det ai l s an Trämen oder Kache l ö f e n u nd not iert e uner­ müd l i c h . Z u d ie ser Z e i t hat t e Pramberger a u ß e r d en Abhandl ung e n Mer i ngers und Gerambe über d as Bauernhaus noch k e ine w i s sensch aft­ l i c he n Bücher üb er Vol k s k und e zur Verfü gu n g . In d e r V K 1 , S . 3 40 , b e k und e t Pramberge r , d a ß er d en P l an , Forsch ungserge b n i sse i n di e­ s em we it e n Um fan g f e s t zuhal ten , nur s ich s e lb s t und d en Bau er n ver­ dank e . Er erwähn t , d a ß Geramb i n Ri ehl e i nen Anreger , i n Mer inger e i n en Lehrer gef u n d en h att e , er s e lbst e i ch aber s e i ne n Weg s el be r s u c h e n m u ß t e . V i e l s p ä t er h abe er er st a us Büchern Meri ngers , Mi e l k e s , We i nhol d e und anderer ersehe n könne n , daß er " auf dem r e c ht en W e g " war . We i t ere H i l fen , " um das Volk ganz gründl i ch au s zu p ump e n , s e i e n i hm Büc h e r w i e " Bauernl ehr und B auernwe i s " , " De u t s c he Spr i c hwö rt e r " und " 600 Schnadahüp fe l n " gewe s e n . Er s t 1 9 1 7 s e i i hm d e s L ehrers Jos e f Bl au Anl e i t ung z u h e imatkund ­ l i e be r Arbe i t " D e r L ehr e r al s Heim at fors c h er " , er sch i enen 1 q 1 5 i n 1 Prag , i n d i e Hän d e gefal l en . Gas t haue be s u c h e i n St . Lambrech t brac h t e n i h n auch m i t Bürge rn i n Berühru n g . Dort sprach man schon s e h r e i ngehend übe r d e n "He imat e c hu t z " . Prambe rger vertrat dab e i d i e An s i cht , daß d i e v i e l en i nt er e s san t en Überl i ef e rungen u n d Überr e s t e d i e s e r Gegend d i e Gründung e i ne s O rt smus e ums erfor d er t en . Nach anfäng l i ch e r Bege i s t er ung für d i e sen Gedanke n , kam e s �ber b e i den folgenden Gem e i n d erat e s it z unge n z u k e iner Ent s c h e i d ung . Vom St i ft e rwar t e t e Pramb erger k e i ne Unt e r s t ü t z ung . De r 1

Di e R e c hnung ü b e r d e n Erwerb d i es e s Buc h e s t rä gt das Dat um

? 5 . IV . 1 9 1 7 und b e f i n de t e i ch im M i kr 1 7 , S . 1 09 . Di e Inhal t s­ Ü b er s i c h t ze i g t d i e V i e l fal t der I n f o rm at i on sm ö gl i c hk e i t en auf . Das Buc h i s t " Sr Hoc h woh l geboren dem H errn k . k . Un i ver s i t ä t s­ v.

o r o f e s sor Dr . A d o l f H a u f f en i n Prag, d e r z u er s t d ie Le hrerschaft D e u t a c hbö hm e ns z u r p l anmä ß i gen Arbe i t a u f dem Geb i et e d er Vol k s­ u nd H e i mat Kund e ange l e i t e t , i n Vere hrung und Dan kbar k e i t gew i dm e t v orn V e rfas s er . " Geram b h at t e d i e s e s Buch ala e i n e n d er e rs t e n Bände für d i e B i b l i o t h e k d e s Vol k s k un d em u s eums z u e i ner Ze i t erwo rb e n , al s d ie H e imat f o r s c hung i n Gang gebrac h t wu rd e . E s t rä gt d i e N r . 1 5 . Der V K i s t au ß er d em z u en tnehm e n , daß Pramberger sch on 1 9 1 4 die k an nt e . Z ö V


-

1 31

-

Konv e nt wollt e i hn nun e i nmal z um " en s foppab i l e " h erabwürd i gen , d e s s en " ket z eri sch e s' T ageb uch nach s ei ne m T o d e verbrannt wer d en s ollt e . Pramberger war s i c h d e s Au smaß e s der Arb e it al s Vol k s f or­ sc h er b ewuß t , woll t e er " Bahnbrecher und We gber e it er für d i e Ep i go nen i n d i e s e r n o c h nicht aner kannt en Wi s se n schaft " s e i n . W ohl s ch ri eb er n o c h .mit unt er l yri sche G e d i c ht e aus St i mmungen herau s ; auc h kam e r dem Angeb ot des Re da kt e ur e d er " Tauernp o s t " , J o e e f S al e ey , Mi t arb e i t e r s e i n e r Z e it ung z u werden , mit e i n i gen gesch i cht l i c h e n B e i t rägen üb er das T haiat al u nt er d em P s e u d on ym 1 W . E l f enau nach , doch Poe s i e un d Be l l e t r i st ik wurd e n n un für J ah rz e hnt e zugunet en der Volke forsc hung z urü c kge st e l l t . 2.

Der Graffel samml e r ( 1 9 1 1 - 1 9 1 2 )

Sc hul j ahr 1 9 1 1 / 1 2 v erm erkt e Pramb erger i n sei nen " Eri nne rungen " das W i s s e n um Gerambe " e r st e St u d i e n in d e r Vol k s­ 2 k:und e . 11 3 Gelegentl ich konnt e Pramb erger P . Ot hmar Woni s c h üb e r Im

s e i ne Ab s i ch t , d i e Ge sch i c h t e d e r B au ernh ö f e d er Umgebung zu er­ forsc h en und d i e Ergebn i s s e s e iner Fo r s c hungen i n H e ft en i n 1

Eine Art i ke l f olge i n d e r Z e i t v . 7 . 1 0 . 1 9 1 1 - 20 . 1 . 1 9 1 2 1 Ei n Spa z i e r gang d u rc h das T hai at al , 2 . Das T h a i at al z ur Römer z e i t , 3 . Di e Sl aven im T hai at al , 4 . Di e He rren d e s Thaiatale s , 5 . Di e Herzogsb urg i m T haia� al , 6 . Di e l et z t en Epp e nst e i n e r , 7 . St . Lam­ b r ec ht , das Er b e d er Ep p en st e i ner . 1 .

2 z ur Hund ert j ahrfe i er d e s J oa nn e um e , 1 9 1 1 , an d em Ger am b d i e Sekret ärst e l l e i m Kurat o r i um d e s J oann e um s innehat t e , h i e l t e r e i ne n e r fo l gre i ch e n Vo rt rag über d i e B e d e ut ung Erzherzo g J ohann s . 3 . Das Bi ogramm d er St e i r i s c h en Bib l i ographi e d er Land esb i b l i ot h ek l aut et : 1 1 Won i s c h , P . Ot hmar Le opol d , 0 . S. B. , Dr . p hi l . , Sti ft e b i bl i o t h e k ar d . St i ft e s St . Lam b r e c ht , St mk . , geb . 3 . 3 . 1 88 4 St . Anna am A i gen , St m k . , Re i fe prü fung 8 . 7 . 1 9 0 3 b i sc h ö fl . Gymn . Gra z . St u d ium an der Un i v . G r a z , I nn s bruc k u . Wi e n ( Tb e ol . , Ge e ch . , Kun s t ge s ch . ) . Prom . 1 9 3 0 Dr . pbil . an der Univ . Graz . Eintri tt i n d i e St i ft s b i b l i ot h e k St . Lambrecht 1 9 1 2 , St i ft sb i b l i ot h e kar 1 q 4 5 . 1 9 6 0 V e r l e i hung d . ö et e rr . Eh renkr e u z e s f . Wi s s e n s c h aft u . Kuns t . � i rc henhi st o ri ker , a . o . � it gli e d d . ö st e rr . h i at or . In s t . i n R om , Kap i t u l ar u . Arc h i var , 1 9 4 5 fUrst b i s c h � fl . Di ö z e s a n Arc h ivar i n Gra z . " I n d e r Z e i t sch r i ft d e s H i st ori sch en V e r e i ne s für St e i erm ark 1 9 6 2 , gi b t Karl Amon e i n e n aueführl i e h e n L e b e n s b e r i c h t üb er P . Ot hmar W on i e ch mit e i ner Wan i s ch-Bibl i ograph i e vo n J ohann e e Sc hl ach e r .


-

1 32

-

�uart f o rm at ei n z utr agen , unt e rri cht en . P . Othmar war gerad e d aran , e i n e St i ft sge sch icht e vorzubere it en . Pramberger s ah nun eine Mö g­ l i c hkeit , in dae Arch iv e i nzud r i ng e n , um di e für i h n erforder l i c h e n St udi en betre i ben z u k ö n nen . Es gel ang i hm , an d i e Urbar i en 1 4 9 4 und 1 4 6 1 her an zu k omm e n und d i e Be s i t ze r s eri e d er versc h i e d enen Höf e u nd H ä u e e r s owi e die Verpfli c ht ungen i hrer Bewohne r h e r au s z u­ s ch r e i b e n . P . Othmar gestat t et e i hm , d e n grö ß t en T e i l d e s Wint e r s i n s e i ne m warme n Zimme r z u arb e i t e n , so d aß Pramb erger s i ch e i ne n um f a n gre i ch e n Zett e lkat al og an l e g e n konnt e . In d e r " br i e fl i c h en S el b st b i o graph i e " , " �u rt aler Zeit ung " v . 1 2 . J u l i 1 9 1 4 , gibt Pram­ b e rp;er e in e n T e i l s e i ne s " L e i t fadens " b e kannt . " Der h i st ori s c h e T e i l d e s Le i t fad e n s umfaßt 3 9 H e f t e und behan d e l t i n gan z kur z e n Z i t at en , d ie auf d i e Urkun d e naus züge h i nw e i sen , alt e R e c ht s an ­ s c hauungen ( z . B . Kau frecht , Burgrech t , Hofrec ht , Bannr echt ) , d i e Mar k t ge schich t e , d i e Ge sc h i cht e d er Kirchen und d i e Ri c h t er- , Amt mann- u n d Pfarr e rrei he n , wel che d i e Gem e i nd en St . L am b r e c h t und St . Bla s e n b e t re f f e n . " Au s e i nem Fami l i e nb uc h , 1 7 80 a ng e l e gt , m�c ht e Pramberger v i ele Ab schrift en . Die ält e st e n Urkund en d e s Arc hivs l i e f er t e n i hm i nt e re s s an t e Det ai l s au s d en Anfängen d e s 1 lXlar k te s . Au s d i eser Z e i t der g e m e i ns am e n Arb e i t und g e l e g e n t l i c h e n Spazi ergängen mit P . Ot hmar Won i s c h dürft e Pramb erger s ehr v i e l gewon n e n hab e n . Al s P . Othmar nach Wi e n mußt e , b l i e b Pramberger d a s Arch iv w i e d e r versch l os s e n . I n d er soge nannt en " Glaskamme r " j e d o c h , n e b en d em a l t e n St i ft sarre st , las er i n al t en Akt en und Büc h e rn , d i e a u s d e m Rentam t e dorthi n gebrac ht word en waren . E i n L age rb uc h und e i nige St e uerbü c h e r aus d en Jahren 1 8 3 2 - 1 89 2 wert e t e e r für s i c h au s . l'rJ i t Iiil f e d e s There si an is ch en Urbar i ums konnt e er d i e Lage �r ver s ch i e d e n en �arkthäus e r s e it 4 00 J ahren b e st i mmen und z e i c h n et e e i n e n gro ß e n fua rk t p l a n in d em al le Ve rä nd e r ung e n er­ s i c h t l i c h ware n . E r s t u d i e r t e e i fr i g Trauungsmat ri ken , T au f b ü c h e r S t e u e re i n b e ke n nt n i s s e , S t al l re c h n u ng en vom Hofm e i st eramt und b e zog kul turell I nt ere s s an t e s au s n i e d ergeschri ebenen Pre d i gt en , R e i s e b e sch re ibun gen , Ka l e n d ern un d Pos t büch el n . ,

1

Di e s e Tä t i g kei t führt e 1 9 3 2 F am i l i e n ge s c h i c h t e d e r Ge m e i n d e n St

w o f� r

Pramb erger

v erl i ehen wu rd e .

1 9 5 4 von

beiden

zur Verfas s un g d er H aus- und . L ambrech t und St . Bla s e n , Ge m e i nd e n d i e Ehrenbürg e r s c h aft


-

1 33 -

Auc h der Abt b egann s i ch p l ö t z l i c h für Pramberge r s T ä t i gk e i t z u i nt e re s s i er e n .

�r l ud i h n z u e inem Spazi er gan g e i n un d m ach t e

ihn auf Ger am b e B e i trag " Das Ba ue rnh a u s i n St e i erm ark " i n d er z .

H.

V.

St mk

a ufme r k s am . Konnte Pr am b e r ge r d i e s e s Werk a u c h fe s s el n

.

und s e i n l eb h a ft e st e s Int ere s s e erwe c k en ,

ihn s c ha u e n u nd s eh en

l e hren , d i e Termi ni t echn i c i Geramb e hat e r d e nno ch n i c h t ü b e rn om­ men .

Ger am b e " Ei nh o f " , z . B . , b l i eb b e i P ram be rger d er " Ei n d a c h h o f 11 • I m D e z e mb e r 1 9 1 1 bracht e Joh ann Brunne r ,

der al t e H amme r­

s ch mi e d , a u s s e i ne n G erät s ch aft en e i n F e u erroß m i t den Wor t en z u Pramb e rger : " Das könne n s Ihnen g ' h al t e n , wanns a Fr e u d d am i t 1 Di e s em Augenb l i c k s ch r e i bt P r amb erge r d e n Beg i nn ge­ hab ' n . " zi e l t e n Samm eln s z u . Kein Hoch b o den , ke i n K a s t e nb o d e n und K e ll e r , k e i n e K emet ' n b l i e b i n d e r F·olge z e i t. unge s c h or e n . s t el l ung d e r Bau ern ver traue n d ,

Ge t ro s t d er E i n­

z u wa s das a l t e Gra f f e l 2 ni c ht n o e h gut i s t " , s t i e ß e r auf w ahre F un d grube n . Brunner b e l ehr t e i h n :

11 wer we i s e ,

" Was in Küc he und St uben dri nn e n i s t ,

das i s t ge­

wöh nl i ch dem Baue rn n i c ht f e i l . Da he i s st es h a n d e l n ; m i t Wei n und Pho tographie r e n l ä s st s i c h was m ach e n . Bra u ch t ' s d ö s ? mü s s t ihr frage n und wann ' s h e i s st : N ei n , d ann s agt ' s n u r : G e h t ' s geb t s mi rs .

Sie o der er wer n lach en und e u ch das a l t e Graff e l g e b en gan z 3 um s o nst , u n d ihr e r spart e u ch Z e i t und MUh . V e rs u ch t e s . " . Pramb erger b e z e i c hnet d i e s e Z e it

d e s S amm e l n s und

d er Ha u s­

b e a uehe b e i d e n Ba uern al s d i e Z e it s e i n e r M u s e um s k u n d e . B e im Erwerb d e s al t e n Hausrat e s , d er e i ch in r e i c h s t er PU l l e bo t , r e sp ek t i e r t e P r amb erger imm e r d e n Ahne ngl aub e n . 4 "Be zhptm . E s e b e ck h at t e a uf dem Gö g l wu rg e ine S t a t u e ge­ fund en , d i e e r dem Ba u ern abb e t t el t e . Der B a u e r gab s i e i hm . Do ch f and d e r Baue r k e ine Huhe darob , d a s s e r s i e h e rg e geb e n , e in p aar kl e i ne Un fäl l e und e r gl aubt e , das s d i e ü b e r e i l t e Hingabe der S t at u e s ch ul d an d i e s e m E l e nd s e i . S e in W e i b gi ng d e s h al b z um Behptm . und ho l t e d i e St at ue zurü c k . " 5 1 w.

Z e i t un g " v .

El fenau , E i ne bri e fl i c he S e l b st b i ograph i e , 1 9 . Juli 1 9 1 4 .

"Murt a l er

2

Heut e n o c h er z ähl e n L e u t e d e r ält e r en Gen erat i o n i n Lambre c h t un d Umge b ung , wie Pramb erger s K l e i d ung vo n d en ver ­ s t a ub t e n Wink e l n der Dac hböd e n o ft b e s c h m ut z t o d e r m i t S p innweb en b eh ange n war . St .

3

4

E V,

S . 36 .

T ro t z e i fri ge r Umfrage im B e z irk Murau i s t d e r Be gri ff " G ö gl wu rg " ( Haus- o de r Fl urnam e ? ) n i c h t z u k l äre n . 5 E V , S. 32 f.


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1 34

-

Mi t e i nem Sc hl it t en und e i nem s ch we r e n R o ß d avo r g i ng e s zu W e i hn ac ht en 1 9 1 1 w i e d e r i n d i e Karc h au . In P e l z e gehül l t , di e Kot z e n

Fü ß e i n

gewi c kelt , krach t e n i hm s c h on wi e zur Ost er z e i t

d i e B öl l er e n t g e gen , m i t denen d i e Kare h a u e r von Pram b e r ge r s K omm e n v erst ä n d i gt

w u r d en .

Wi e d er m ußt e e r s i c h auch z u d e n Kirch enprö b st en ge s el l e n , was e r

ab er n ur i m Hi nbl i c k d ar auf t at , d aß " da s J e s u k i nd erl a u c h

zwi s c h en O c h s und E s e l ge l e ge n i st " . Se i n e S amml u n g v o n Exp o n at en um e i n

und

Au f s c hr e i b u n ge n ko nnt e e r

Vi e l fach e s b e r e i c h ern . Von alt e n B e i ns al b en b i s z u Hirt en ­

l i e d erbüc hern u nd Pe st b r i e f en " e rb at " er , was n i cht m e hr g e b r a u c ht

wurd e

und

''

e rh an d e l t e " , was noch i n Ge brau ch war . Er k onnt e T rä ger

alt e r Vo l k sü b er l i e f e r u ng e nt d e c k e n und b e z e i c h n et d i e e r st en Er­ werbungen für s e i n .IY1 us e um al s " Sam en d er L i e b e " . Er k ä m p f t e um e i n " Sy s t eru " und l e rnt e nur l an g s am a u s d er 1 �rax i s , was er b e i a l l d ie s e n S t u d i e n zu b e ac h t en h at t e .

Spät er g i b t Pram b e rg e r z u , daß e r v i el " V erg e s s e n e s " n a c h ­ z u s t u d i eren und man c h e " fal s c h e F ährt e " z u korr i gi eren h at t e . Die

S t i mm u� d er

Ko nv ent u a l en i m St i ft e gegen P r amb e rger

wurd e immer ge sp annt e r . Er wurde al s " Narr " , " Dummkop f " u n d ange s e h en , m an s ch ämt e s i c h d e s "

N arr h e i t

"

P r am b e r g e r s ,

ja,

"

Gra f f e l s " , s c h ämt e s i c h d e r

"

De p p

"

fürch t et e , d a ß Wan zen m i t d em alt e n

" Gl um p " i n da s St i ft g e s c h l eppt werden könnt en . Der Hofm e i st e r wurd e i n Ne umar kt w e gen d e s durch den " Sc h e rb e n samml e r " l ä c h e r l i ch gem ac h t e n

"H e f e r l s t i ft e s " v ers p o t t e t .

F or sch un gs- u n d Samm a l gänge u nb e i r rt

f ort .

D i e N o t i zbü c h er h ä u ft e n

Das Samme l g ut wuch s . Ke i n Weg d urch Kot und Ei s war i h m z u

sich .

we i t ,

ke i n e Al m z u e nt l e g e n . M i t S c h l it t e n und Pferd o d er e i ne r

Ro d e l ,

mit

" Hand wagel n " , huc ks ack o d e r " Kraxe n " s c h l ep p t e Frarn­

h e r g e r un e rmü d l i c h v o l k s ku n d l i c h e s c h e i n u ngen v ert r i e b Ot t c

D och P r am b e r g e r s e t z t e s e i n e

Schät ze h er an . Kran kh eit s er­

er m i t h om ö op at h i s c h en Mit t e l n , d i e P at er

Hage nhofer h e r ge st el l t h at t e . Ei ne s T a g e s b e s ucht e i hn d er Abt un d g e s t at t et e i hm , s i c h

d i e Ko st e n und

!Y� at e r i al

vom

Ren t am t e ver gü t e n

s e i n De p ut at an St i ft s we i n fü r s e i n e v o l k s k un d l i c h e n For s c h ung e n 1

häl t

für phot o graph i s ch e s

S e i n e M e t h o d e d e s For s c h e n s , d e s O r d n e n s u nd R eg i s t r i e r e n s Pramb e rger i n d e r V K 1 , 8 . 3 39 f f f e s t .


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1 35

-

au f Ke l l e r r e c h n u ng s e t z e n z u l as s e n . s e i n e r Mu t t e r i nv e s t i e r t e

J e d e kl e i ne Unt e r s t ü t z u n g

s e i n e F o r s c h u ng u n d l e bt e s e l b s t

er i n

ä u ß e r et b e sch e i d en . " unt er d em S c h ut z e d e s

Pr amb erger füh l t e s i ch allmäh l i c h

Abt e s " . We i t ere B e s u c h e r , l o bt e n s e i ne n Ei f e r

d er B e z i r k s ha upt m an n B a r o n Es e b e c k ,

z.B.

und d e n a ufgehä uft e n Samm e l s c h at z .

Ei n e Auf f or d er ung d e s V erlag e s N e e f i n Es e l i n g e n s e i ne Samml e rtät i g ke it für e i n Adre ß b uch z u d o k um e nt i e ren ,

g ab i hm Mut ,

we i t e rz um ach en .

Au f d i e Frage d e s Hofm e i s t e r s ,

z u r B e l u s t i gu n g d er L e u t e b e r g e r f e st :

1

wi e lan ge er d i e s e s T r e i b en

n o c h fort s e t z e n woll e ,

" Ei n M u s e um wi l l

i c h m ac h e n

11 ,

an t wo rt et e

Pr am-

w o r a u f i hm , d em

" Pl eh e j e r " , he l l e s G e l ä ch t e r d e r " Pat r i z i e r ' ' e nt g egen s c h l u g , u n d

s ie

i hn e i n h e l l i g Es

" re i f für das I rren hau s " e r k l ä rt e n .

war s e i n

Abt ,

d er s i c h s c hüt z end vor d e n Verhö hnt e n und

Verf e hmt e n s t e l lt e : " Er s am m e l t me i n e r

He i m at .

.

Un d was e r s amm e l t ,

Da s d arf man b e i d e r

s t ammt a u s

gan z e n S ac h e n i c h t v e r ge s s e n ! "

" Gra z er V o l k s b l a t t " v . 2 . 4 . 1 9 2 1 , v e r­ ö f fen t l i c h t e Pramb e rger unt e r d em T i t e l " De r Graff e l s am ml e r " Ge­ In

d an k e n

e i nem Ar t i ke l

im

u n d Erl ebni s s e d i e s er P i on i e r z e i t . Pramb e rg e r wu r d e

n un vo n

v e r s c h i e d e n en S amml e rn b e s uc h t ,

v o n al l en S e i t e n b racht e m an i bm A l t e r t ü m e r i n d a s St i ft , und e s

bot e n

s i c h M i t arb e i t e r fü r s e i ne F o r s c h e rt ät i gke i t an . I n e i ne r l e e r s t e b e n d en Kammer v er s uc ht e e r , d a s Samme l gu t

s y s t e m at i s ch

z u or dn en ,

und

e rfre ut e s i eb d er h ä u fi g e n Ergä n z ung

von S amm l u ng und F o r s c h ung . P farr a u sh i l fe n g e wäh r t e n i hm Einb l i c k e i n v i e l e Ort e d e s

o b ere n M u r t a l e s . Eu c h ar i st i sc h e Ko ng r e s s e o d e r P a s t o r al k on f e r e n zen

b e n ü t z t e 6 r st et s , um in Ar c h i v e n z u grab e n o d er P art e n u n d Grab­ i n s c h r i ft e n z u s t u d i e r e n .

" De r

nact

H e i m l:i t s ch ut z arr.

verei n "

ü b er

d err Pro gramm u nd Vorb i l d d e s Deut s c h en B u nd e s

2 . t.�" u n i 1 9 09 " g e g rü n d e t e " St e i r i s c h e H e i m at s c h ut z ­

v e rans t alt e t e d u rch s e i n e O r t s gr u p p e n v i e l e r o r t s V or t r ä g e

d en H e iruat s c hut z , z u d e s s e n

Au f g a b e n au ch

" d e r S c h u t z d er

1 1m F a s c h i n � r i e f e n di e Ki nd e r , wenn Pr a m b e r g e r m i t v o l l ­ b e l a d e n e� Sch l i t t e n z um St i ft k am : " Kommt s h e r ! D o k i mmt a Fos c h i n ggogg " .


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1 36

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b ewegl i ch e n Werke d er Vol kskunst und d i e Fürsorge fü r d i e Er­ hal t u ng volkstüm l i c h e r S it t en , Gebräu c he , Tracht en u n d Fe st e " 1 zähl t e . Der j unge Dokt o r Semet kowski , d er am 2 . Juni 1 9 1 2 i n St . Lambreeh t e i ne n Vort rag über Heimat s ch u t z hi elt , konnt e Pram­ b erger n icht üb er zeugen , da er s e i ne r fue i nung nach " n o ch ni cht s el bst gef or s c ht hat " , und "man c h e s ein e i nfac h er Baue r v i e l 2 b e s s e r gewu s s t hät t e " . Di e l'eri en i n Me l k l i e ß en i hn b e r e it s " vergl e i c h en d e Vol ks­ kun d e 11 b e t rei ben , und Pramberger krit i s i ert d i e Arb e it d er d ort i gen He imat kundl e r a " Si e gingen nicht u nt er das Volk , s o nd e rn i hr e Arbe i t b e st an d d ar i n , aus m ehreren Büchern e in en Art i ke l z u s amm e n z u s chust ern u nd he raus zugeben ! " 3 Pramb e rger b eklagt 1 9 1 2 d e n s ic h bre i t m ac h en d en Forts c hr i t t , i n d e m "wundersame Vermächt ni s s e aus d e r Ahn en z ei t " ke inen Pl at z mehr h at t e n , ins Feuer geworfen wurden o d er " zum alt en Ei s en " und d ann zum 11 J u d en " gel an gt en , und d am i t m an c h alt er Brauch , " manch al t e t raut e Mär " m i t d em alt en Hau s rat v e r s ank . Prambe rger s ah al s o , daß man s i c h b e e i l e n mußt e , Üb erkom­ m e n e s noch z u rett en , da auch dem " Hä u s e r s chlach t en " n i c ht Einhalt gebot e n wu rde . .

, . Ers t e Kontakt e zu Graz und Begegnung m i t Geramb ( 1 9 1 2 - 1 9 1 4 ) Der Ruf von Prambergers For sc her- und Samml e rt ät i gk e i t war 4 nach Graz g e d runge n . Im Mikr 1 1 finden s ich d i e e r st en Bri e f e Dokt o r Vi kt o r von Gerambe an Pramberger . Geram b war z u d i e s er Z e i t 1

Wal t er von Semet kowski , Au fsät z e u n d Aufz e i chnungen au s s e c h s Jah rz ehnt e n , 1 9 6 9 , S . 1 1 1 . Bi ogramm d er St e ir . Bibl i o graph i e : " Semet kows k i , Walt er vo n , Kuns t h i s t ori ker , geb . 2 6 . 8 . 1 9 86 Pett au , L e h rt ät i gkei t an d er Bun deslehran st alt für B au fach u . Kunst gewerb e , Lan de s kons e rv at o r fü r S t e i erm ark , wir kl . Hofrat . " Das o b e n ange­ führt e We rk e nt hält e i n au sführ l i c h e s L e b e n sb i l d ü b er Semet kows ki . 2E V , S . 5 9 .

in

3 Eb d . , S . 6 2 . 4 Di e s g e s ch ah über Pat er Ot hmar Wonis c h , d e r m it Ger amb Verbind ung st and .


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1 37

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Sekretär d e a Lan d e s - �use um s " J o anneum" und b eauftragt , e i ne volke kun dl iehe Abt e i l ung zu schaffen . �r hat t e schon e inige �al e v ergeblich versuc ht , Pr am b erg e r persönl i c h im St i ft an zutreffen . Aue d i e s e n erst en Br i efen vom Sept ember 1 9 1 2 , 2 3 . Okt . und 1 2 2 . N ov . 1 9 1 2 , i st ersi cht l i ch , daß Pramberger mit dem von Geramb im Au ft rage d e s st e i ermärk i s ch e n La nde sau ssch u s s e s verfaßt en Führer und zugl ei ch mit dem Programm für e i ne vol k s kundl i c h e Abt ei l ung vertraut gemacht wu rd e . We i t ers wurden ihm von Geramb d i e " Blätt er zur G e sch i c ht e und Heimat kund e " der J ah r gänge 1 9 1 0 und 1 9 1 1 üb e r ­ m itt el t , und Kl o e p f e r s B uch " Vom Kai na c hbod en Ei n B u c h d er He imat " wärmst e n a empfoh l e n . Auß e r d em wurd e er au f d i e Häu s erge­ s c hi ch t e des Markt e s Kö f l ach , verfaß t v o n Dechant St ampfer , " al s d as voll endet st e " , was e s auf d i e s e m Geb i et e h i e r zu land e gab , au f­ m e r k s am gemach t , mit der Bem erkung d e s Bedau e rn s , daß si e wegen d e s Umfan ge s ni ch t ge druc kt werden könne . 2 Geramb mach t e Pramb erger i n d i e s e n e rst en Bri e fen au sgi e b i g mit s e i nem G edankengut be kannt und l e gt e s e ine Arbeit au s d er J oan n e um s f e st schri ft b e i . Im Sch r e ib e n v . 2 2 . Nov . 1 9 1 2 for­ d ert Geramb Pramberger auf , kurze Ort s g e s c h i cht en für d i e " Blät t er z u r G e s c hi c h t e und He imat kund e " , di e d amal s al s Be iblätt er d e s " Grazer T agbl at t e s " e r s c hi e nen , z u schreib e n , nöt i genfal l s u n t e r Verwer• dung e ines P s e u d onyms . " Ü bri gen s w i r d d a s T agb l at t j et zt v i e l ruhiger un d vornehmer und d er n e u e Chefredakt eur Dr . Wi e d e n­ h o f e r i st e i n v e rnünft i ge r fuann . Wir s u c h e n j a au ch j eden Chauvi­ n i smus strenge fern z uhalt en und i ch i n s b e so nd ere mö c ht e s o woh l fü r die Blät t er , al s auch für d i e h i s t o r i s c h e Z e i t s c hr i ft � gern e , d i e lvit arbe i t d e r Gei st l i c h ke it heran z i e h e n " Di e I d e e zu d i es en B l ät t ern war vom Archivad j unkt en Dr . K . Hafner ausgegangen . Ge ramb b i t t et Pramberger i n den ob en erwähnt en Br i ef e n , i hm Hand­ s c h r i f t e n v on bäuerl i ch e n We ihnacht s sp i e l e n und Vol k s s chausp i e l e n l e ihwe i se z ur Abschri ft z u überl as sen und i hn i n s e i ne n Best rebungen a w J o an n e u m z u unt er stüt zen , da er ohne Unt erstüt zung Gl eichge-

• • •

1 Genaue Ab s c hr i ft d i e s e r Bri e f e i n d e r V K 1 , S . 36 3 f . 2 Durc h di e s e Wort e hat t e Geramb s c h o n damals über Fraru­ h er g e r s umfangr e i c h e Fo l i ant en d a s Urt e i l ge spr o chen .


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1 38 -

e innt er ni cht s erre i c hen könne . 1 Vom Pri o r hat t e Pramhe rger z uvor d en Wink erhalt en , Be i­ t räge an das " Gra z er Vo l k sb l at t 11 z u l i e f ern :

kam j e do eh d i e s em W u n eehe n i c ht n ach ; denn s o vi e l ". Sel b st änd i gkeit hat t e i c h , d a s s i c h mir n i c ht kommand i eren l i e ss , i ch müs s e d i e s e s o d er j e ne s Blatt unt erstüt zen , und überhaupt das Graz er Volksb l at t s c h on gar ni cht , das d en Ge i st l i c h e n d i e Art ikel s chäbi g , mir üb erhaupt nicht h onori ert e , we i l di e Redakt ion glaubt e , e s s e i P fl i c ht der kat ho l i s ch e n S c hr i ft st ell e r , nur ihr d i e Pr o du kt e e i nzus enden "2 • •

• • •

Der Mi kr 1 2 en t h ä l t al l e r d i ng s " für t reue Mit arb e i t " e i n

Dan k es s ch r e i b e n d e r Schri ft l e i t ung d e s " Grazer Vol k s b l at t e a " v . De z emb er 1 9 1 2 a n Pramb e rger . Ans c h e i n e n d wollt e P ramb erger e s s i e b s e i ne r Pläne wegen durch k e i nerl ei Unvor sicht igke it m i t d em St i ft e v e r d e rb e n . Im J ahre 1 9 1 2 b eglüc k t en Pramb e rger d i e Wort e Ger amb s : " Si e glaub en gar nicht , w i e ehrl i ch i c h mich fre u e , Ihr Int e re s s e " , denn i m St i ft und Ihre wertvolle Mit arbeit gewo nn en zu haben hat t e e r ke inen " fe st en Freund " , war d en Launen " ni e dr i g d en k e n d er �ens c h en h i l fl o s au s ge s et zt " , w i e e r m e i nt e , und P . Othmar Won i s c h d ul d et e n ach An s i c ht Prambergers " keine Gött er neben s i ch I n s e i ne r Y K 1 , s . 36 3 , b e kennt Pr8lll b erger , " vo r Fre u d e gan z nerv ö s '' gewe sen z u s e in . In s ei nem 1 9 2 1 verfaßt en Führer d urch das Vol k s k und emuseum in St . Lambrecht n ennt er ihn auf S . 3 d en " Herold " s e i ne s erfolgrei ch e n Unt ernehmens . In s ei n e n sp ät e r ent s t and en e n E V , S . 76 , al s er sch on vi el e �ntt äu s c h un ge n erl ebt und s o manch e Hoffn ung begraben hat t e , läßt • • •

11

er

eich

e i fersü cht ig ü be r Geramb e " jüngere s Konkurrenzunt ern ehm en " a u s und b ekrit t elt , daß man " St adtm ensch e n " mit s o l c h en Aufgaben b et raut e , " d i e für s i cn s u ch e n und samme l n l i e e s en und d ann e i ch h o c ht rab e n d al s d ie Ent d e c k er b e ze i c hnen " . Dur c h Gerambe Emp fehl ung d er o b en e rwähnt en Lit erat ur füh l t e s i ch Pramberger , al s er bereit s Re fl exi onen ange st el l t h at t e , unt erbewert et , g e d e n kt i n s e i ne n E V abfä l l i ger Kri t i ken

1 Damit m e i nt e Geramb S ammel g u t , d a s Pramberger für ihn

e rwerb en so l lt e . 2E

V , :3 . 5 3 .


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1 39

-

Geram b e über Pramb ergers B e l l et ri st i k und spricht vo n " Kne c ht e s­ d i e nst en '' , di e er e i nem " Glüc k s p i l z , d er ü b e r ihn hinau s st re bt e " , l e i st e n s ol lt e . Das " e l egant e '' Sch r e i bp ap i e r Geramb e veranl aßt ihn s pät e r zu de m b it t eren Vergl ei c h mit s e i nem Z ett e l kat al o g , d e n e r au f " arm en Papierfet zen " vorber e i t en mußt e . " Das merke di r , 1 grüne St e i ermar k ! 11 Pramberger k a� ab er 1 9 1 2 d en Wünsc h e n Geramb e freudig nach , d enn ; 11 Gerambe Yiort galt viel im St ift e " . Am 6 . J änner 1 9 1 3 fand d i e erst e pe r s ö nl i che Begegn ung Pramb ergere mit Dr . Vikt or von Geramb s t at t , als d i e s er i hn mit s e i ne r Gat t i n und d e m German i s t en Dr . Karl Polheim 2 b e s ucht e . Di e s e r e r st e Be s u c h der " Graz er " und d i e Be s i cht i gung d e r Mus eums­ k amm e r t rug Pramberger " r e i c h e Frücht e " e i n . Eine unb ek annt e Hand s pend ete d en erst en .E.'hren eold von " Fünf goldenen Zehnkronen stüc ke n " , und d er Ho tm e i st er s t ellte ?ramberger das Wint erre fekt o r i um zur Err i c h t un g d e s Bau e rnmuseums in Au s si ch t . Ge nährt d u r ch d i e s e Unt er stüt zung und An erkennun g der Grazer Herren , vervi e l fach t e s ic h Pramb e rgers Ei f e r im For sch e n und Sam­ m el n . Rüc ksprach en mit Geramb führt en auch z u e i n em gewi s s en Kon­ zept , nach d em er das Vo l k i n al l e n s e i nen Äuß erung en fe st h al t en w ol l t e . Dazu z ählt e e r T änz e , V o l ks l i e d er , Vo l ks sagen , Bräuche an d en verschiedenen Tagen i m J ahr u nd b e i vers c h i e denen Ge l e ge nh e i ­ t e n , Spe i s e n , Kl e i d e r , Lö h n e , Prei s e , Volks s p i el e , Gemei nl eben , Vol ksme d i z in , Volkskuns t und das B au ernhaus mit s e i nen Gerä t en . Bi tt e r b eklagt s ic h Pram b e r g e r i mme r wi eder , d aß e r ke i n e D i s p e n s vom C hor errei ch e n konnt e . l!:b e ns o s t ö rt e i hn das " Ein­ e c hr e i b bü c h e l 11 b e im T orwart .

1E

V,

S . 76 .

2 Leopold Krat z enbach e r w i dm e t i hm i n d er Z ö V , 1 q 6 8 , S . 1 1 3 f , e i ne n N ach ruf : " In m e m o r i am Karl P o l he im ( 1 88 3 - 1 9 6 7 ) " . R . � e i ch l , Ö st e rr e i c h e r d er G egenwart , 1 9 5 1 , S . 2 3 5 : ' ' Dr . phi l . o . Uni v . Profe s so r f . D e u t e eh e Sprache u . Lit erat ur an d . Un i v . Gr a z 1 9 29 - 1 9 4 5/ 4 6 , geb . 2 8 . 6 . 1 88 3 Graz . "


- 1 40 -

4, Ausb·au. des Muse um s

( 1 9 1 �; )

Ei ne m eh rmonat i ge Aus hi l fe i n St . Blas en eröf fn e t e i hm n e u e rl i ch e in we it e s Fel d . Di e L i s t e d er unt er sch i edl ich s t en Ge­ 1 währs l e ut e wuc h s an , wenn Pr am b e r g e r auch s ch on ei ni�e s i eb ne­ gat i v a u swi rke n d e Beobacb t un�en mach e n mußt e . D i e Knec h t e in den St ub e n , d en en P r a mb e rg e r gern e lau scht e , fan d en s i ch z um " l e i d i gen Kar t e n s p i e l z u s am�en , das , kaum in der Umgeb ung au fge komm en , " j e d o ch w i e Kl e e s e i d e d i e gan z e Umgeb ung überwuch ert e " . Das Ve r b ot d e s Bö l l e r e c hi e ß e n s d ur ch d e n St at t h al t er "macht e das Vol k gan z kop fsch eu " , nahm e s doch vi el e n " g u t g e. s inn t e n Bu rsch en d i e F r e u d e an d e n Ost erfe i ern , den Sonnwe ndfeu ern , am Hofrech t auf r i c ht en 2 u . a . " Vergnügungen wi e das Ba d e s t u b e nl eben , das St i e ge lrau f en 3 ( da s St i e gel i st der Üb e r s t e ig bei Zäunen ) , das Hahnschlagen , das �/e t t rennen wu rden von den Behör d en ve rb o t e n . Di e F ol g e z e i t l i eß v i ele " he imat flüc h t i g " wer den und i n die St adt oder Fabri k "

geh en . Prambe rge r b e gann s i c h nun auch Ge dank e n üb er s e i n geplant e s

Vo l ks kund e- b z w . Ba u e r n m u s e um z u mach e n . Es s ol l t e " d en Be schau er

mi t

auc h

al l e r Arb e i t d e s Bau e rn b e k annt mac h en , nich t

n ur

im

Hau s e ,

i m St al l e und a u f d em F e l d e . Es mu ß t e vor al l e m vo l l s t änd i g s e i n . 11 4 F e l d g e rä t e , Pferde- , R i nd er- und Sc h a f k ri t;rp e n war en für

1V

2 f.

Kk . ,

3

K,

Al s

6 ,

39 .

Au fwar t ung z um N am e n st ag ( s i ehe 1 9 28 , 3 . 9 2 - 9 5 ) .

V.

v . G e r am b , Blt .

wb . d . dt . V k . , Dri t t e Auf la ge , 1 9 74 , S . 3 1 9 s "Hahne n­ s c h l a g e n . Du rch di e T ö t ung d e s Korn gei st e s ( Wolf , Hahn , d er Alt e , d a s .k.oggenwe ib ) b e i at Schn e i d e n d e r l e t z t e n H alm e ode r b e i m 1' . Dri sch e l s ch l ag so l l t e d em A c k e r d i e Frucht barkeit wi e d ergegeb en qd e r d e r T ö t e n d e s e l b st i n d en B e s i t z d er Le b en s kr aft d e s T i e r e s g e b racn t werde n . Vor al l e w war e s d e r H ahn , d e s s e n T ö t ung ( m it gewo rfenen Si c hel n , m i t Dr e sch fl e ge l n ) i n z a hlr e i c hen erkenn­ baren Ersat zhandl ungen , di e zulet zt n ur noch al s Sp i e l v e r s t an­ d e n wurde n , in Brauch bl i e b • • • " 4E V ,

�.

87 .


- 1 41 e i n e n Mus e umsraum zu gro ß . Pramb erger b e sch l o ß , Gerät e , Zäune , kl eine re Bau ernhöfe i n M odel l e n aufzu s t e l le n . Er m u ß t e mehrere Sit u at i ons pläne ent werfen , wi e das Wint erre fekt orium , das schon geraume Z e i t als J a u s enra um für die L e i che nwächt er b e i verst orb en en Ko nv e nt u al e n verwendet worden war , am b e st e n z u nüt zen s ei . Der Prälat behiel t s i c h d as Nnt s c h ei d ung srecht vor . Das H e ima t g e b i et dee Abt e s , d i e Karchau , und St . Blasen wurd e n ihm fü r s ei ne For s c h e r- und Sammlert ät i gkeit z ugängl ich gemach t . Er wurde mit H o ch z e it sbräuch e n , Bräuch en bei Wal lfah rt en , 1 d e s Br e c h e l s ch re c ke ns un d d en Bräuc h e n bei Begräbn i s s e n b e kannt , er e rwarb handge schr i ebene li.. e d i z i n- und Li e d erbüch er , di e o ft sch on von Mäu s e n an gefr e s s e n ware n , Kup f er s t i c h e und Hol z s c h n i t t e , Al t d ru c ke ( Bild c hen und Gebet e ) , e nt d ec kt e Dev o t i o n alkas t en , n o­ t i er t e Vol ks l ie der , di e i hm vo n s ange sl ust i gen Bauernt öcht ern vorges ungen wu rden , upd schaut e b e im Lei nö lpre s se n und S c h l acht en der Ost er s au z u . E i n l e ger h obe n Al t er s wußt en vi el erlei zu b e­ ric h t e n . Bei al l en Bauern war er z u e i nem �ssen oder e ine r Jau s e e i nge l ad e n , u nd e s e r s c h e i nt s c h i e r u nf aßbar , was Pramb erger an e i n e iD Tage ver zehren konnt e . We d e r s ommers noch wint ers macht en d i e Fa hrt en z u d i e s en Pfarre i en Be sch werden , d a Pramberger e i n �ins pänn erwagen , b zw . e in Schl it t en z u r Verfügung st and . Das St i ft s t e l l t e d as Pferd samt Gefährt , Hafe r un d Heu für das Roß m u ßt en di e B l as en er l ie f ern . I m Früh j ahr waren di e Wal d we ge abe r brüchig 2 und ein Fahr e n nur mit grö ß t e r Vor s i cht mögl i ch . 1 unger/Khu l l S t e i r . Wort s ch at z , 1 9 03 , S . 1 1 0 : " Brec h e l ­ sch rec ken n . , s ubst . I nf . , e i n �umm e n s c h an z ; ' das s og en . P re c hl s ch r ö c ken gehet im Ju d enburger Kre i s i n S chwung , neml i c h e n dem v o n j ede m Ba uer z ur Flac h sausbrechlung b e stimm t en Tag wi rd v on all en hi e zu aus der Nachbar sc h a ft e i ng e l aden wer denden Wei b er n und Mägd en d i e S ch ö nst e z ur Prec hel braut erwähl et , wo s ohin um 1 0 oder 1 1 Uhr nac ht s d er selb e n Aman t nebst mehreren Bau e rn =P ur s c h en in Ange s icht verl ar vt e r um di e Bra ut ri ngen und d em j e n ig en , d er hie rb e i di e Oberhan d erhält , vo n d er Prechl braut mit e in em Pusch en und ei n em Schnupft uch nach d e n e n Vermö gen sum­ s t ä n d en d e r s e lb en g e sch en k e t w i rd , d ie übrige j unge L eu t e aber e i nen Pr e c b l kra p f e n i n grö ß e e ine s Z i nndel lers erhal t en ' . Curr ä . Kre i sam t e s Judenburg v . 1 2 . Dec em b e r 1 785 . Vgl . Krau ß E lv� 1 , 43. " Ei ne a u s fü hr l i c he Beschr ei b ung über d a s Brech e l achr e c ke n si ehe V . v . Geramb , " Si t t e und Brauch i n Ö . " , 1 9 4 8 , S . 1 85 ff. ·· 2 Alt ere Leu t e erinn e r n s i ch noch l e bh aft a n Pramberger s Wag e n und P ferd " La d y " . ,


1 4 1a -


- 1 42 -

D e a ö f t eren konnt e s i e b Pram b e r ger für d i e Bau e r n ein­ set z en .

Dem " unt eren Et t i ng er " z . B .

h al f er ,

e i ne n H an d el wi e d er

rüc kgäng i g m ach e n . D i e s e r h at t e e ine al t e wurmst i c h i ge St at u e auf d e� Alt ar s e i ner Kap e l l e ge g e n ei n e ähnl i ch e , e i n e a gefäl l t e n B i rn b aum e s g e s ch n i t zt e ,

au s e i n e m Stü c k

e i n get a u s ch t .

" De r Bau er

war d e s s e n n i ch t z u fr ie d en , we i l er n i e au f d en H e i l i g e n , a u f d e n Bi rnbaum b ei d e r Woch e n an d ac h t dacht e . 11 1

s o nd ern

Pramb erge r s et zt e s i c h auch e n e r gi s c h gegen diver s e g e p l an t e

Unt ernehmungen w i e d ie Erri ch t ung e i ne s S t a u d am m e s ei n , wodurch al l e alt en muhl e n auß er Bet r i eb ge s et z t worden wä ren . Man h i el t d i e alt en H au smühl e n fü r e i n e Spi e l er e i und s � rach vo n Ent e i gnung . Praw b erger ver wie s d i e B e am t en

i ns St i ft sarch iv , wo d a s Müh l r echt

d er e i nz e l ne n B a u e r n i n d e n Ur b ar i en u nt er d e r Rub r i k " Mti hl l au f e r­

gel d " b i s z u 4 00 J ahren Dau e r v e r an ke rt , u nd e i ne Ent e i gnung d ah e r unmö gl i ch war . Ne b en b ei b e t ät igt e e r s i c h n o c h al s Präs i d ent . b e i m s o ge­ nannt e n " Kl amm kom i t e e " ,

d as e i n e Ve r sc h ö ne r ung der Kl amm e r s t r e bt e ,

un d l i e ß s i ch b e i · �r Generalv e r s am m l u n g d e r Fr e i wi l l i g en Feu er­ w e h r a l s Kas s i er wähle n .

Se i ne Au f z e i c h nung e n z e i gen noc h vi e l e

an d e r e Tät igke it en au f , was zahlr e i ch e i n s e i n e T agebüch er e i n­ g e kl e bt e Mit gl i e d s kart en b e we i s en . Au s Br i efen d e s Ve rl age s " St yr i a " i st auch e r s i cht l i c h ,

daß

Pram b er ger s i ch no c h i mm e r um d i e Ve r ö f fe nt l i ch un g s e i ne r Romane " Bau er nha.ß und Bau e r nl i e b e " , wor i n e r ü b e r d as b e we gt e Z e i t al t e r d er T ür kene i n fäl l e und d er B a u e rnkr i e g e b e r i c h t e t , un d " Sc h u l d und Sühn e " b emüht e ,

der auf e i ne r Sage v o n Sch l o ß St ei n b a s i e rt u nd

das 1 4 . J ahrhund ert z u ch ar a k t e r i s i e r en ver s ucht . Der V erlag war a b e r " an ge s i ch t s d e s gros s e n Vorrat e s an erworbe n e n Man u s kr i pt en " n i cht a n N e ue r we rbungen i nt er e s si e rt u nd m e i nt e ,

daß e s " Eu er

H o c h wU rden n i c h t g e d i ent i s t , d i e Sac h e ad c al e n d a s gra e c as h i nau sz u sch ie b e n " . l'ra.m b e r g e r e r h i e lt s e i ne Man u s kri�t e z urüc k , f U r di e v ora u s ge z a hl t en Hon orare e r b at m an kür z ere vol k stüm l i c h e 2 Er zäh l ungen für d en St . Jos e f kal e n d e r . Der 9 . 4 . 1 9 1 3 brac h t e K o n t akt e m i t d er Sc h r i ft l e i t un g d er 1E 2

V, S. 98.

�i kr 1 1 ,

S . 640 f.


- 1 43 -

i l l u s t ri ert e n "Murt al e r Z e i t ung " i n J ud en bu r g ,

1

d em Lo kalb latt

fUr das obere M ur t al und die Nachb art äle r .

Es e nt wi c kelt e s i c h 2 e i n reger Sch ri ftwe ch s e l m i t d em Re da kt e ur J o e e f Dai gl , der auch Pram bergere �ut t er i n Mel k e i n Frei exemp lar der Z e i t ung z ukomm e n l ie ß . Pramb erger sammelt i n der F o lg e z ei t vi ele Z e i t ungsau s s c h n i t ­ te ,

i n d en en s e i ne Fe der u nv erkennb ar i s t ,

" St B la s e n ( Do p p e l t rau ung )

• • •

wenn b e r i ch t et wi r d :

brach t e m an d i e al t en Hoc h z e i t s­

brä u c h e i n Anwend ung , s o der S e gen d er El t e rn und Gä st e , das Kraut ­ ' 4 sal z en , der Brautt an z • • • Manch S c h e r z wü r z t e d i e Unt e rhal t u ng und H e rr ? . Rom ual d h i elt e i ne Ansprac h e ü b e r d e n St amm d er

Wei ß o fn er , die üb e r e i n h alb e s J ahrt au e e nd i n u ns e r em T al e an­ säs s i g

• • •

" 5 o d e r "Prob at b e i Murau .

Am

10.

J uni b e s ucht e d e r

He i m at fo r s ch e r Herr P ramberger uns e r e wal d um gü rt et e Gemei nd e o d e r " St . L am b r e ch t .

( Wal l f ah rt )

• • •

• • •

"

6

wi e al l e J ahre d em weit ent­

l e genen Zi el e unt er der Führ un � d e s He rrn P . Romu al d z u

• • •

"7

1 Im

J ah r e 1 9 1 2 e rwarb der Kat h ol i sc h e Preßv er e i n d en kaum l eb e nsfä h i g e n " Ob er s t e i r i sch en Ve r ke h r e an z e i ger " u n d mach t e d i e s en al s " iriurt ale r Z e i t ung " zu e i n em b el i ebt en H e i mat b l at t . ( Der J u b i l ä um s au egab e v . 9 . Juni 1 9 6 2 e nt n omm e n . ) 2

s e i ne T ä t i gk e i t v . 1 9 1 2 - 1 9 3 8 al s R e d akt e ur , Vol ke t an z­ l eh r e r u nd Brauch t ums f orsch er fi nd et ver d i e n t e Wür d i gung i n d e r o b e n e rwäh n t en Jub i l äum sa u s gab e . 3

Vi kt or v . Ge ramb , Si t t e und Brauch i n Ö s t e rr e i ch , Graz 1 9 4 8 , " We it er v erb r e i tet i st d i e S it t e d e s ' Krau t s al z e n s ' . Di e Bra u t be gibt s i c h i n di e Küc h e , um das ' Kraut z u s al z en ' , das h e i ßt , s i e w irft e in Tri n kgel d fUr d i e Kö c h i n i n e inen b e r e it gehal t e n e n , m i t Saue r kraut ge ftill t en T op f . "

S . 26 2 ;

4

un ger/ Kh u l l , St e i ri s c he r W or t sc h at z , Graz 1 9 0 3 , S . 1 1 0 : " Bra ut t an z m . ' e i n e Art Menu e t , d i e e i n e n s ehr l angwe i l i gen Gang h at ; d i e �as , m i t wel Ch e n er get an zt wir d , ge s c h e h en a uf so h 9 l p e ri c ht e Art , das s d e r T an z l äch e rl i c h au ffäl l t ' • • • " Pramb e rger wei st in s e i n e n E V I I � S . 1 4 3 , al s er 1 9 2 1 das Vol ks f e st i n St . Lam br e c ht v orber e it et e , darau f h i n , daß " m i r d er Vat er d er Braut e i n e n Tag nach dem Fe st e Grob h e i t en an d e n Kop f war f , wei l er gl aub t e , i c h v e r sp ot t e d i e alt en Bräuc h e • • • " Di e s e T at s ach e gi bt e i n e n Hi nwei s , daß v i el e Bauern zu i h r en e i g e n e n Brä uche n b e r e i t s d i e Be z i ehung v erl oren hatt en . 5 6

�r s c h e inung s d at um n i c h t ers i ch t l i c h . " M.urt ale r Z e i t ung " v .

7 Ebd . ,

v.

6.7. 191 3.

1 5 .6. 1 91 3.


-

1 44 -

oder " St . L amb re ch t . ( P . Romuald Pr am berger ) , d er b ek annt e Romanc i er ( W . E lfe n a u ) und Heimat forsch er i st am 1 8 . Juli an d en Strand der blauen Donau abgere i st , um i n d em he rrl i chen , alt en well enumspült en �el k sei ne He imat forsch ung d urch ver gl e i c h end e St udien z u v e rti ef en . 11 1 Unver kennb ar s i nd auch Pramb e r g e r s Init iat iven zu v i el en folgenden B er i c h t e n über Lokal e r e i gn i s s e , d i e Prambe rger wi cht i g e r s c h i en e n , o d e r a n d eren Be kanntmachung e r i nt e r e s s i e rt war . Auf s e in en g e l e g e n t l i c h en Ferienfahrt en n a c h Mel k u nd z u s ei nen Verwandt en nach Oberöst erre i c h und S al z bur g , w o e r s i ch Anregungen für sein gepl ant e s Unt e r n e hm e n h o l e n wol l t e , b e s u c ht e e r s t e t e d i e St adtmue e en , die s e i t ihrem Be et ehen groß e Fort achri t t e mac ht e n , d e n bäu erl i c hen Abt eil ungen abe r z u w en i g Bea c h t u ng s c h e n kt e n . Di e Wort e Geramb e in dem Schre ib en vom 2 3 . Okt ober 1 9 1 2 s " • • • d as s e s e i ch b e i e i ne r wi s sensc haftl i ch e n v o l ksku n d l i ch e n Samml ung n i cht um p r u n kv oll e Schau etüc ke und b e so nd er e Alt ertümer , s on d e rn u m j ed e Äuss erung d e s Vol ks l ebens in Sac h en und Wort en handel t , au ch wenn di e s e noch so unscheinb ar s e i n s o l l t en • • • " s c h e i ne n b e i Prawberger nachhalt igen Ei n dr u c k hint erlas s e n z u h ab e n . I n s e i ne n " Er inner u ngen bemer kt er , daß d i e Ansi cht , die Exp o nat e mU ß t e n Lehrgege n st and , n i ch t Al t ert um s ei h , noch nicht d urchge­ drunge n sei . Äuc h fand er , daß d e r n o c h h e r r s c h e n d e K l a s s e nge i s t e i n gro ß e s Hi n d e rn i s b i l d et e . Pri vat sammler i nform i ert en i hn über s eh ens wert e vo l k s kund­ l i c h e S p e z i al s am m l un g en . Er i nt er e s s i ert e s i c h fü r das S ch i c ks al d er Adels fami l i e n u m !fel k , versä umt e e s ab er n i cht , d i e He i l i ge lY.e s s e i m Arm e n ha u s z u l e s e n und s i c h Einb l i c ke in die Bauernwal t z u v e r s c h af f e n Dem d ort i ge n H e i m at s c h ut z v e r e i n gab e r An r e g u n g en W e � a � u l e n u n d W e gk r e u z e z u r e n ov i er e n . �it d em Schri ft s t e l l e r e h e p aar N e wald - Gra e s e fü hrt e e r l an g e Ge s p rä c h e ü b e r d i e Z e i t s c h r i f t " De u t sch e G a u e " u nd d a s " K r o n p r i n z e n w e rk " u n d e r f u h r , daß das Eh e p aar au ch d i e Frage­ b o ge n der " Bayr i ec h en Akademi e d er Wis se nsch aft en " erhalt en h at t e . "

.

1

" .Murt al e r Z e i t u ng " v .

,

27. 7. 191 3.


-

Pr am be r ger ,

d er

1 45 -

d i e Manni gfalt i gk e it

d e r F or s chu ng s gä ng e

not wendi g für e i n en etwai g e n Erf o l g di e s e s Unt ernehmens e r­

als

kannt hatt e , beläch elt e

mi

t l e i di g d i e Eins t el l ung der Dame

des

di e Bau e rn s t uben m i t ihrem " Un gez i e fer und Hühnern auf

Hau s e s ,

erregend" fan d . Pram­ berger wuSt e nur z u g ut , wie o ft e i n F or s c h u ng s gang ve rgeb l i c h war , wi e mü h s am , w en n " ei n a l t e s , kons ervat iv e s Bauernhirn " i hm o ft wi e e i n "Ar c h i v m i t unzäh li gen Akt enschät z en , doch ohne Regi st er " er s c h i e n , mit unt er " e c ki g , unb ehol fen , in d en Wi n k e l n d u rc h Ver ge s s l i c h k e i t v er st aubt " . Der Unt e rsc h i e d z u d e n " st u­

T i sc h n

u nd Bänk e n

u n ap p e t i t l i c h

und

Ekel

d i e rt e n , i n d i e s e Sach e verb o hrt en St adtmens c h e n " war für Pram­ b e rger nicht zu üb erseh en . Pram b e rger , der mit d e r Ni e d e r s c hr i ft s e iner " Erinne r u ng en " erst

1 9 5 0 un t e r

Ve rwend ung s e i n e r T agebüch er b e gonnen hat t e und

s e i n e n e xakt e n T agebuch angab en bere i t s rüc ksch auend g e g en üb er­ s t an d ,

b e dau ert e , daß er " wertvol l st e Forsch ungsbeut e n " d i e s en

" W ö r t e rb u c hf e x en

Der :P{i kr

z um

13,

Opf e r "

S . 35 5

11 K a i s er l i c hen Ak ad em i e

in

'Ni e n

I V. ,

gebrac h t h at t e .

ff , ent hält e i nen Bri efwe c hs el mit der

d e r Wi s s e n s ch a ft en "

( Wört erbuchkommi s a i on )

F a v o r i t e n s t r a ß e 5 , von Mai bi s De z emb er

1913.

Un a u s­

s i nd beigelegt , vo n denen s i ch zwe i um " g e wö hn l i c h e und ache r zhaft e B e n e n n u n g en " fü r den Kopf b e müh e n , e i n e r d avon d i e O s t e rwo c h e e r f o r s c h e n wi l l . Ei ne Be i l age gibt

g e fü l l t e Fr a g eb o g e n

" &.!i t t e i l ungen an u ns e r e Samml e r " . �i nge d e nk s e i n e r Arb e i t i m Di e n s t e d e r Vol ks kund e hab e e r a n d l e s e K om m i s s i o n g e s c h r i e b en , ob e s fü r e i n e n " e i frigen �it ­ a rb e i t e r i r g e n d e i n e n T i t e l a l s B e l o h nung geb e , z . B . Korre spo n­ d ent " . Al s ke i n e Ant wort g e k o m m e n s e i , habe er d i e ei n g e l a u f e n e n Fra g e b o g e n b e i s e i t e ge l e gt . " I ch b i n k e i n H e n d l , d a s s i ch d i e 1 e ch d n st e n Federn ohne we it ere Beacht u ng rupfen l ä s s t . " Ei n Bri e f d er Ko mm i s s i o n v . 2 2 . De z ember 1 9 1 3 d rü c kt d as B e d a u ern aus , vor l äu f i g a u f Pramb ergers Mit arbeit v erz i c h t e n z u mü s s e n , s i e WÜrd en v o n d e r " l i e b e n s wü rd i ge n Einlad u ng " auf ihren Di a l e kt r e i s en Gebrau ch m a ch e n . • • •

1

1!; V ,

S. 1 04•


-

146

-

J e d e nfalls m u ß Pramb e r g er schon z u r damaligen Z e i t e i ne gewi s s e Sel bstüb ersch ät zung gehabt hab en , da er e i ch gemUSi gt fühlt im Mi kr 1 3 , S . 3 7 3 , s e i n " Sc h ne i d e rm a e s " d e r N ac h w e lt zu hint er las sen . Be i s einen Verwandt en i n Ob ert rat t nach in Ober ö st err e i c h konnt e e r den Brau t ka st e n s e i n e r Urgr o ßmut t e r Bl i s ab e t h erwe r b e n , den e r naoh und nach m i t al t em F am i l i e ngut fül l t e . Er nannt e i h n " Ahne nkaa t e n 11 Als t et e ,

un d führt e

Pr am b erger ,

bei d er Ank unf t

Ei ns pänner für ei ch

erre ge n ,

abe r &

s e i n e M ut t e r e rwart et

es

mit

war m i t

Z i mm er l e u t e n

ki n d war di e Rau c hst ube , w e rd e n

zü n d e n d en App el l

h al t en

die

2

gab

Maur e r n ,

ich die sen

des­

große S c hwi e r i gk e i t en

denn Pramb e r gers Li e b l i ng s­

d ann a u c h d i e

für d e n Be i t r i t t

e r s t e m u s e al e Ra u c h s t u b e

Haus e .

die

un d

d e s Sp ot t e s

wo h l m i t

e rü b r i gt

.M u s e u�r, b e f e st i gt

h at t e ,

Auch P r amb erge r s

" Ahn enka s t en "

nahm

z u b e r i ch t en .

daß

ihr

Sohn Ob j e kt

"mit

wu r d e

der

drä ngt e e s wi e d er n a c h

e i n Wan d k r e u z al s e r s t e s

sie

einen

dem t i e fen Ei nfüh l ung sver­

Ko nv ent s war ,

de s

z u h aben ,

" Kat h ol i s c h e n Arb e i t erver e i n "

hab en m o ch t e ,

N ach d e m s i e m i t A n d ac ht

fu us e um ,

z um

Zeit

und w e i t erhi n ü b e r L o kal e r e i gn i s s e

e i ne r Mut t e r e r kannt

Mi ß gun s t

St ü c k i m

i nnigem Mut t erbl i c k " Ab s c h i e d . aufge st e l l t

und v e r bl i e b

im

s ol ang e Framb e r g e r d e s s e n Vor st an d war . Ge l ege nt l i c h e

Adm o n t ,

i n d em

k n ö p fen

s e rv i ert en " ,

e i ne n

al s

für das künft i g e Mus eum ,

Es

i m m e r noc h

er

i�ri e Pramb erger ,

m ö ge n

und

1

s ol l t e . T ro t z d e m sc h e i nt

zu

Arb e i t en

und Einr i c ht ung e rfül l t .

Hel fern ,

e r ke i n Au f s eh en

j e d o c h b e i get ragen ,

hinab stürzt e . 11

s t o l z e n I'ilann vom Präl at en st uhl s e n A u f b au

Inhal t s .

wur de , war er a u f s

wollt e

Se i n e s Mu s e um s w e gen

" • • • 1 9 3 1 hat

Di e Fol ge z e i t

I n v e nt arl i st en d e s

den s e i n e Mut t e r auf d e r Heimrei se b e gl e i­ i n der St at i on St . Lambrecht " n ur " von e i nem

und

s c hwe r s t e get rof f en .

s or g s am

Info r mat i on s b e su c h e Framb erger s

" Di en e r d a s

Es s e n i n s c hwar z er L i v r e e m i t

v e r u r s ac h t en

s t il l en Vo rwu rf ge gen

v e rm e i n t e ,

1 2

E

ha ft et e

V,

s e i n em

S . 1 09 .

'1Mu rt al e r

das

St i ft

Gem e i nt

Z e i t u ng "

im

i hm

h e i m l i c h e n Ärge r ,

" Ba u e r n s t i ft " ver s pürt e .

Si l b er­ da er Wi e

n o c h i mme r d i e s e r G e r u c h an .

war d e r damal i g e Hofm e i s t er . v.

St i ft e

7 . 9. 1 91 3.

er


-

1 47

-

Okt o ber 1 9 1 3 , nach d em Pont i f i kal - Schl u ß amt zur Bee n d i gung d er j ährl i c h e n Exer z it i en , l ud Pramberger d e n Konvent und d i e Gäst e i n das Mu s e um , das noch Arbe it e st ät t e war . Pram berger b e schre ibt Be ge ist erung , Anerkennung u nd L ob : Am

1 0.

" Es war e i n Sie g , s o durchschlage n d , wi e n i c h t bald e i n e r war für mi c h frei lich e i ne ergre i fe n d e St u nd e , al s d er Ab t m i r b eim Mit t a�et i sc h mit fei n st em Wei n e i n Glaserl z u­ brach t e und eagt e s · · Si e G, o s s er i m St i ft e , i c h dank ihnen al s Vorstand d i eses Hau s e s ' . " Das

• • •

Pramb e rger sch i ld e rt auch d i e " Be stürz ung" Geramb s , da das St ift St . Lambrech t t rot z Geram b e " Aufru f e n und Aufklär u ng en " i hm z uvorgekommen war . Di e erst e Re z e ns i on über Pramb ergere Lei st ung schri eb Geramb i n d er "Murt aler Z e it u ng " v . 1 8 . 1 . 1 9 1 4 . Gerambe Ar t i k e l bewi rkt e e i ne grö ß ere Wert sch ät zung Prambergers vo n s e it e n s e i ne r Mit b rü d er. In e i n em Br ie f an V. v. Geramb v. 2 8 . J änne r 1 9 1 4 2 bri ch t Pramb er­ g e r in verhal t e n en Jubel aus : " ' Unverdi en t , u nverd i ent ' , so fl üst ert e i ch mir z u , al s i ch Ihren w. Art i ke l in d er ' Murt a l e r Z e i t ung ' l as . Fürwahr i ch h ät t e e s m ir nicht e i nm al im Traume e i n1' al l e n l as s e n , daß m e i n Unt ernehmen solche B edeut ung haben wU rde • • • " Pramberger be kennt s i ch i n d i e s em Bri e f zur An s i c ht Ger amb s , d aß e s He imat l ie be u nd d i e Bege i st erung für d as alt ehrwürdige Vo l ks t um war , das i hn s amme ln h i e ß und t au b u nd b l i nd gegen Ver­ hö hnunge n mach t e . Lob konnt e Pramb erger b e flügel n . Mit noch m ehr Eifer und e i n i ge r von Geramb d a z u erworbener Sachk ennt n i s , s et zt e er d i e Samm al t ät i gke it fort . E r vermi t t el t e Geramb , w i e au s d em weit eren Br ie fv erkehr z u entn ehme n i st , noch manc h e s gut e Stück für Gra z . Pramb erge rs Ant wort en verzögert en s i c h nur e inige Mal e " wei l i c h " ' Die "Zeit schr i ft s o zu sagen n i c h t mi t l e eren Händ en kommen wol l t e für Ö s t err e i c hi sch e Vo l ks kund e " , XX . J ahrgan g 1 9 1 4 , S . 5 1 ff bri ngt e i n e n e rwe it ert en , ä u ß e r st i nformat iven Beri c ht Geramb s , der e i n g u t e G .J.e s am t b i l d über " Ei n vo l ks kund l i ch e s Museum im Benedi kt in e r­ s t i ft ::it . Lambrech t i n Ob erat e i er " giht . • • •

1B V,

2

S. 1 16.

Al l e Bri e f e Prambergers an G eramh wur den m i r gro ß zügi gerwe i s e v on Frau Fr i e d a Her zog , d er Toch t er V. v . Geram b s , zur Ve r­ fügung ge st el l t . 3 Aus e in em Br i e f Pram b e rgers an Geramb v . 1 3 . Okt . 1 q 1 5 .


- 1 48 -

Im Mär z 1 9 1 4 verzeichnet Prambe rger d i e B e gegn ung m i t d em 1 Vol k s s ch r ift st elle r J o s e f St e i ne r - Wi s ch e nb art , d e r um Mit ar­ be i t e rsch aft für s e i n " Obermurt al er Ehr enbuch " , e i n He i mat l exi kon über " Ob e rm u rt a l e r Kün st ler u . Schrift st e l l er , Pat ri ot en , V olks­ u nd He imat fre und e " , mit d em Sub s kript i on s pr e i s v . K 3 . - warb . In e inem Bri ef v . 6 . J uni 1 9 1 4 b e klagt Wis c h enbart s i ch üb er P . Ot hmar Woni s ch , daß d i e ser keine Z e i t fand , i hm auch nur e i ne Bi o graph i e e i n es Lambrecht er B ene d i kt iners b e i z u st el le n . Pram b er­ ger s Kommen t ar s " I st s ein Erb stück d er alt en ge d i egenen Och s en­ z u c ht ? N i x für Wi s se nsch aft ? " l?ramberger l i e fert e i hm einige Bei­ t räge . W i s c henbart widmet Pramberger i n der "Tau ernpo s t " v . 1 8 . April 1 9 1 4 , N r . 1 6 , in e i nem Art i kel über den Mal e r I gna z Raffalt an e r­ k e nn e n d e Wort e üb e r s e i n He i mat museum und macht d en Vor s c h l ag , dar i n das Murau er " B e z i rksm us e um " z u i ns t al l ie ren . " De r Lei t er d e s Heimat m us e um s i n St . Lambrecht i st ei n s achkundi ger Mann , d e r auch das ' Be z irksmus e um ' mit Um si c h t u n d P i e t ät ordnen , l ei t en und be schüt z e n würde . " Darüber bem erkt Pramberger i n s ei nen E V I , S. 17: " e ine vo rüb ergeh end e I d e e aber s i e fi eng nie Feu e r , we i l d e r Promot or d e s ganzen Unt ernehmens kein Beharr l ich e r war . " Geramb beri ch t et l?ramberger i n e i nem Bri e f v . 7 . 3 . 1 9 1 4 über d i e Rauch st ube und ei n Stübl , die e r vo n d er Pack h e runt e rbri ng en l i e ß , und daß e r di e Ab s i ch t habe , Ost ern mit Z ac k " ( vi e l l e i c ht au ch Dr . Kl oepfer ) " nach St . Lambrecht z u kommen , "vor al l em wegen d e r Kri pp e n- und T ot en l i e d er " . Geramb b i t t et l?ramberger , für e i ne Verab redung mit d en Sängern zu so rgen . Eine Kart e Fri e d a v . Geramb e 2 erb i t t et sch l i e ßl ic h Qu art ie r für Polheim , Zack und G eramb für den 9 . 4 . 1 9 1 4. • • •

• • •

1 Bi o gramm d er St e i r i s c h en B ibl i ograp h i e i n d er L an d e sbi­ b l i o thek Graz : " St e i ne r - Wis chenbart , Jos eph , geb . 1 3 . 3 . 1 876 Ob e r zei ring , ge st . 1 4 . 7 . 1 9 4 8 Graz . War B e amt er , dann R e dakt eur seit 1 9 1 0 i n Gra z . Leb� e z ul e t zt i n St . L ambrecht . S chrift s t e ll e r . 2 Vi kt or Zac k war Le hrer , C hordi rigent und e i n ver d i ent er s t eir . Vol ks l i edfor sch er . Er wurde am 1 3 . 4 . 1 85 4 i n Vor d ernberg g e b o r en und st arb am 26 . 1 . 1 9 39 in Gra z . " Di e Mus i k in G e sc h i ch t e u n d �egenwart " , Al lgemei ne En zyklopä d i e d er Mus i k , 1 96 8 , Bd . 1 4 S . 9 7 1 : " · · · Zack erh i e l t d i e mu s . Gr undaus b i ld u ng als Säng er kna b e in d en Kl ö st e rn Admont ( St e i ermark ) und Sei t en s t e t t en ( Ni e d er ö s t er­ r e i c h ) und s t u d . N u s i k seit 1 87 3 im S c h u l d i en st , z unäc h st i n Vor d e rnbe r g , 1 88 2 - 1 9 1 5 i n Graz , w o e r 1 888 - 1 9 0 5 d en Deu t s ch en Akad . Gsg . -Ve r . " Go� h i a " und 1 89 4 - 1 89 7 den Si ngver . d ir i g i e rt e . 1 89 7 - 1 9 2 1 z e i ch n et e e r i n 5 6 Ort en der St e i ermark m eh r al s 1 600 Vl 1 . au f , w o fü r e r '1 9 1 6 z um Pro :f . e r nannt wur d e " • • •

• • •


-

-

1 49

Be rich t e Framb er ger s , u nt e r d em Fseud onym W. El fenau i n 1 s c h i ld ern das Erl e b e n der Ost er­ d er " T au e rnp o s t " ver ö ffe n t l i c h t , bräuc he i n e i ne r vo l ksverbun d e ne n und sachkund i gen Spr ac h e , d i e b e we i st ,

d a ß d er N i e d erö st e rr e i c he r Framberger b er e i t s i n der

St e i ermar k Wurz e l n g e s c h l agen hat t e . In d i e s en B e i t rägen fäl l t auf , daß Pramb e rger ei n e ch t er Ke nner d er Bevö l k e rung ge w o rden

war

s i c h e in profun d e s Wis s e n üb e r d as "Volk " ange e i gnet hatt e .

und

Vo l k s kund l i ch e T erm i ni t ec h n i c i er kl ärt er i n Fußnot en . T i e f e Ergr i ffe nhe it i st au s d en Wort en spürbar : S o l c h e i n B i ld z e i gt e s i ch au ch an di e sem Ab e n d . I n " · • • l autl o s er St i l le sas s e n v i el e L e u t e b e n b e i d em ärml i ch en L i ch t d re i er Ker z en a u f den Bänke n und d e n B e t t e n h erum , j a a u c h auf d e r Di e le und horcht en auf Li e d e r , wäh rend aus i hr en Au gen d i e r e i n e Fre ud e l e u c h t e t e . Un d v o rn e b e i m T i sch i m Ker z en s ch e i n s a s s e n d i e dre i H erren a u s Graz , Dir e kt or Zac k schri eb d i e W e i s e n , d en T e xt st e nograp h i ert en Dr . G e r am b un d Dr . Pol h e i m . Und wi ed e rum , we nn d i e Sän g e r k a u m d i e zweit e St r ophe ge sun­ gen , l i es s d i e gle i c h e Mel o d i e d e r gre i s e M e ist er d e s Vol k s­ l i e d e s a u f d em H arm oni um h ö r en , und das gl e i c h e freu d i ge St a u­ n e n gl ä n zt e a u s d en Au ge n al l e r wi e dro b e n im Hof i n d e r ·r e c h a • • . " i n M i nn er ung V o l k s kund e ,

s c hö n b i st

F ot o s

B VI ,

s einen

In

al s G e r aw b

d i e Arm e

s t ei r i s ch e s

a u s b r e i t et e

H e im at l a nd

!'

• • • "

u n d au s r i e f :

h i s t o r i sc hen Ar t i k e l

wi e

Im M i kr e i ngekl e bt e

des

H.e dak t e ur s

d e r Ob e r en " wegen d e r o b e n e rwähnt e n , d e r " l i b e r a l e n T a u e r n p o s t " u nd

in

Dai gl ,

d er

b a r g e r gl e ic h

m i t d er:

Tit el

a n s ch l i e ß end e i n e n B e i t rag b e i d e n Hafn e r " , i n

" Di e

urwü c h s i g e

F r amb e r g e r wi r d d ar a u fh i n

an

d elll

Vol k s ge s t al t en s k i z z i e rt

Z e i t un� " d i e b e r e i t s

z ur B e r u h i ­

'' s c h on eine Unt reue m u n ke l t e

e i f e r sü c h t i g a u f u n s e r e S c h we s t e r i n T am s we g "

zwe i

' 0

z e ug e n vo n d i e s en B e g e b en h e i t en . Z u r " Ve r s öh n u ng

g u n p:

" Es war e in e We i h e s t und e d e r

d i e s e s Er e i gn i s :

an

du ,

S . 1 2 , ü b e r kommt e s F ramb e r g e r n o c h imm e r

.3

wa r ,

die

2

und

s andt e F r am ­

"IY1urt al e r

Z e i t u ng ''

e r i n kra ft v o l l e r

Snr . ac h e

auch gebet en , d er " lv1ur t al e r

e r wä hn t e S e l b s t b i o graph i e e i n z u s e n d e n .

N r . 1 7 v . 2 5 . Ap r i l 1 9 1 4 , Nr . 1 8 v . 2 . lV1ai 1 9 1 4 , N r . 1 9 9 . ivi Fli 1 9 1 4 u nd N r . 2 2 v . 3 0 . M a i 1 9 1 4 u n t e r d em T i t e l " O s t er n 1

v .

i n d e r Karch a u " ,

V o l k s l i e d e r ab e n d .

I.

2 Kart e l.Jai gl s

n ach Karc ha u : I I . Au f e r s t e h ung ; O s t e r n a c h t . IV . Ei n O s t e rmorgen .

Au f ,

III . an

P ram b e rg e r v .

3 " �•u rt al e r Z e i t ung " , v .

1 7.

l•1a i

1 2 . Mai 1 9 1 4 1914,

S. 1 .

ein

( I�1i kr 1 3 , S . 6 84 ) .


- 1 50 -

Ei n w e i t erer V orst oß i n d i e Ö ffent l i chke it war al s o

gel un-

gen .

Pramberger war schon zuvor e i ng e l aden worden , dem " Verban d kat h o l i s c h er S ch r ift st e l l e r und Schr i ft st e l l e rinnen Ö st errei c h s "

m i t d em Se kret ar i at

Wi en I V . ,

in

u n d m an war " erfre ut ü b er d e n Der

Vi kt o r ga s s e

Be i t r itt

"

1 8/ 1 5 , bei zut ret e n ,

.

für He imat kund e , H e i mat s c h ut z und d e ut sch e s

Ver e i n

Ku l ­

i n Ö st erre i ch "De u t s c h e Hei mat " , Wi e n , VI I . St i ft gas s e 1 5 , e r s u c ht e Pramber ger um ei nen Art i k e l " ü b er d i e Freuden im For e e h e n

t ur l e b e n

u n d SA.mme l n " und über s e i n 1r

••

Gaumus e um 11 •

Ge ramb b l i eb w e i t erhin mit Pramb erger i n p e r s ö n l i c h e m K on t a kt . b e r i c ht e t Pr amb erger am 8 . M a i 1 9 1 4 ü b er das Vorh ab e n e i ne r

v i e rwö c h i g e n S t u d i e nr e i s e

d urch De ut s ch l and , b i t t et um we it e r e

Verm i t t l ung z u r Erwe rb ung

von

Abt e i l ung

am J o ann e um ,

büc h e r n mit

Zac k ,

Gra z ,

Pr i va t d o z e nt

Bxponat en für d i e volks kundl i c h e

um weit ere l e i hw e i s e Üb erlas s u n g vo n T ext­ u nd Ost erl ie d e r n für Direktor Vikt o r

" We i h n a ch t s-

Kr e u z g a s s e 4 6 " und um " Vo l k s s c h au spi e l e für He rrn

Karl

P o lhe i m

Gra z , Hadet z k y st raße 1 5 11 • hat ebenfalls

Polheim ,

s elbst

" e i n S c h i p p e r l Bi t t en • • • S i e G lüc kl i c h er s it z en an d e r �u el l e J ab e r w i r s i nd Ihn e n und d em güt igen Sc h i c k a al d an kb ar , d as e inen s o t ü ch t i gen und l i e b en swürdi gen fuann an d i e recht e S t e l l e g e s e t z t h at . I ch b i tt e n u r : b l e i b e n Si e uns auch weit e r hi n gewog e n und unt e r e t ü t z e n S i e uns e r e Arb e i t e n • • • " 1

h at t e also auch erreicht , d aß Wi s se ns c h aft l e r

Pram b e r g e r

i n e i nem

zi eml i ch

r e gen

Br i e fwe c h s e l

m i t i hm

fac h l i c h e Fragen

e r ö r t e rt e n . Es

s c h e i nt d i e s

e i ne

Ze i t

h e r g e r g e we s e n z u s e i n , d e n n d e r 2 grap b.. i e end e t m i t den Wort en : " . dem

Sa mml e r

d u rc h m e i ne

an

aus

H and

fre i en

S t ü c k en

st o l z e n Gl ü c k s ge fü hl s fü r F r arn ­

l e t zt e T e i l s e i ne r S e l b st b i o ­ . •

-

und s o vi el e s b i e t et das Vol k fürwahr

d as V o l k

schrei bt

s e i n e G e s ch i ch t e u nd s c h afft d urch m i c h ei n

s e i ne r H e i m at k u n s t . "

Denkmal

1 2

Sch r e i b en "

v.

5.6.

lll u r t a l e r Ze i t u ng 11

u . 28. 1 0 . 1 9 1 4 v.

19.

Juli

( Mi kr 1 3 , S . 7 3 u . S . 7 2 7 ) .

1 91 4 , S . 1 .


-

F. A u s

d e r

W e

1 t

1 51

Z e i t

-

d e s

B

r s t

e

n

k r i e g e s

1 . T ät igkeit al s Ernt e komm is s är und Beginn d e s Volkekund ewerkes ( 1 9 1 4 - 1 9 1 5 ) Pramb erger s E VI s ind e i ngel e it e t v o n langen , emot i one l­ le n , ab er kl ugen B e t rach t ungen der Grü nd e , d i e s c h l i e ßl i c h zum Z u s amm enbruch e i n er Monarch i e fUhren s o l l t en . Sein Haup t i nt e re s s e galt j e d oc h wei t er h in d er Vol ks kund e , dem Erwerb von Samm el gut und d er Ver.grö ß er ung d e s Mus eum s . Woh i n Pramb erger m i t s e i n e r " Fu hr " kam , b e ge gn e t e man i hm M it fre un dl i c h em L ach e n , das k e i n e swe gs mehr e i n " Ausl ach e n " war . Seine Rodel war " zuver l ä s si g wi e e i n Hund , gehorcht e d em l e i s e st e n Wink , gab laut durch e i n e fau st gr o s s e Ros e rol l e und l e u c ht et e i n der Fins t erni s durch e i n Ö l l at ernc h en vorn an d er t�u erle i st e " 1

I n s e inem Sam m a le i f e r b ot e r Anlaß zum Ent st eh en von An e kd ot e n . " Am 5 . Febr u ar b e such t e i c h d a s Sch aff ergut und e rh i elt e in en Ban d l we b s t uhl mit St af fel n , also m i t vi er Fli e s e n . Beim Ro d e ln d r e ht e h i n t e r me inem Rü c k e n s i ch der wi d er­ s p ij, n s t i ge Web st uhl s o l ange , b i s i c h i hm al l e v i e r Haxen au sgeri s s e n h at t e . "

�in i ge Ta ge s pät er kon nt e P ramb erger i n e i ne r Wirt s ­ st ube e inen von e i nem Kre i s e Neugi er i ge r umgebenen alt en Mann

e r z ä h l e n h ö ren s

" Wi e i c h i n f i nst erer N ac h t h e imfahr vo n d er Hol zarb e i t und das e i ngehol t hab , wa s i ch i n d er Frü h versäumt hab ' , d a hab i c h i m Wald u nt e rm Albl er ga nz s c h i ach j aunzen ge­ hört und wi e wenn st i e r b rül l n t ät en und Hund b e l l e n und Kat zen m i aun , i mm er näh e r i s t s d ah er k ommen , und da i st s au c h sch on dagewe e en . E i n gro s s e s feuri g e s Aug h a t d i e G j oad gehabt u n d gr o ss e Hö rn e r u n d h i nt e n a u s s i e i nen l ange n Sc hwe i f . Und w i e s m i t s c h i aeben Gs chroa d a war , so s c h nell i s t ' s au c h schon wi e d er fort gewe s en . R i c h t i wahr , i c h hab ' s gs e hn . " 2 1 wi

J<.; V I ,

3. 7 .

2Die Z i t at e s i n d wortwört l i c h und h u c h st ab en�et reu ed erpc;eg e b e n . ( E V I , S . 8 . )


So das

hat t e e i n e r al s o i n d er K ar e h au " d i e wi l d e G j o ad " ,

s ch r e c kl i e b e G e s p en s t

s c hwä n z e n s 11 g e r ü gt ,

Fo r s c hen und

" t at s ä c hl i c h " g e s e he n .

im S t i ft e wege n d e s s t ä n d i ge n " Cb o r ­

W u r d e P r amb e r g er

Die

1 52 -

gab er z u r Ant wo rt :

Bl as n e rd i e ns t

o d er C h o r g e h en un d Tagd i eb e r e i ! " 1

" T i t e l s u c h t d e r an d e r e n " b e s c h ä ft i gt e i hn wei t e rh i n . vo n M i t b rü d e r n b e d ach t e e r m i t

" De k o r i e r u n ge n "

w e r d en n d i e m e i s t e n T i t e l i n S t . " I m S c h wa i gh o f ,

l au t e t e :

An t w o rt

1 1 t;nt we d e r M u s e um ,

" Rä t s e l n " ,

L am b r e ch t h ab e ;

d i e Fad l s a u !

"2

z . B.

wo rau f d i e

Kränk un ge n d u r c h s e i ne M i t b rü d e r n ahme n i h r e n For t gang .

Wenn a u ch wu r d e n ,

d ie b i sh e r i g e n S c h i m p fnam e n n i c ht m eh r g e b r a u c h t

s o e rfü l l t e n a u s w e i c h e :n K o rnbro t g e dr e ht e K ü ge l ch e n ,

m i t d en e n m a n P r am b e rg e r b e i F e s t e s s e n b ew ar f , 3 i h r e n Z we c k , näm l i c h i h n z u v e r t r e i b e n un d d am i t s e i n e n Ant e i l a n d e r T af e l ver s p e i s e n

z u k ön n e n .

Z e i t un g s b e r i ch t e ü b e r d a s M u s e um wur d e n

i hm v e r h e iml i c ht . g e ge n :

L i e b l o s i gk e i t s ch l ug i hm b e i K r a nk h e i t e n t ­ 4 5 " K r e p e t z er , d e r al l e w e i l g l u n s e n tut . "

W i d e r �rwar t e n hat t e P r am b e rg er d i e P f arre vo n St . üb e r d i e b i t t e r e Kr i eg s z e i t h i n a u s säm t l i c h e P f l i c h t e n d e r St .

zu b e t r e u en und

B la s en

e rfü l l t e

Bl a s e n e r und K ar e h a u e r Se e l s o rge .

I m St i ft e d u rft e e r d a s l an g e r s e h nt e Ec k z i mm er n e b en d e r

J o s e f t k ap e l l e , w o e r d i e b e n h at t e ,

" M ar i enmi nn e "

wi ed e r b e z i e h en .

und an d e r e Rom a n e ge sc h r i e­

Do rt r i ch t e t e e r s i ch

g em ü t l i c h e i n

un d b e s ch ä ft i gt e s i c h i n s e i n e r Fr e i z e it m i t d e m Anl e g en e i n e r We l t k r i e g s s A m m l un g ,

fro mm en

Wun s c h e :

Mar k e n

m ar k e n ,

die

" Go t t

au s K r i e g s k a r t en ,

s t rafe t; n gl an d !

für H i l f s ak t i o n e n ,

Kr i e v, s ab z e i c h e n i m Di e n s t e

11 ,

s o rg f ä l t i g f ü r

W e h r s c h ut z - und. Domb a u­

R e k l am e m ar k e n , V i g n e t t e n und

d e r Wo h l t ä t i gk e i t b e s t an d .

a u s s c h n i t t e n l e g t e e r e i n e vo l k s ku n d l i c he I m Mu s e u m ,

K r i e g sm ar ke n m i t d em

" S i l va r e r um "

s e in em " O r t d e r B e g e gn unge n " ,

w·o c h e

1

ein.

.b; V I

2E

V,

3 "J a ,

(::� V , S . 3 ) .

,

an .

n o t i ert e er

i h n w i c ht i ge o d er e h r e n d e M us e um s b e s u c h e .

" D i e dr e i Gra z e r 1 1 l u d e n s i c h f ü r d e n e i ne

Au s Z e i tu ng s ­

Sie

ho f ft e n ,

22 .

J ul i

1 9 1 4 auf

f u ß e n d a u f d em gro ß e n Erfolg von

S 9• •

S. 6.

m e i ne L a rv e n h a t m i c h n i c h t r e komm an d i e rt "

4 u n g e r/K h u l l , St e i r . W o r t s ch at z , G r a z 1 9 0 3 , S . 305 : " G r e 'J oe t z e r • • . a l t e r , s c hwa c h e r Mann , d e r k a um m ehr s t e i gen k ann . " 5 u n g e r/K h u l l , a . a . O . , S . 3 9 6 : " K l u n z e n und k l um z en , • • • wi n s e l n , we i n e n , j amm e r n , kl a g e n • • • "


-

Oet �r n ,

1 53

-

a u f we it e r e gü n s t ige F or sch u ng e er gebn i s e e .

Pramb e rg e r we ge n d er Ernt e arb e it en B e d e n k en hatt e , und Ge r amb mi t i h r e n Gat t i n n e n und Dr . P o l h e im .

Obwohl k am en Z ac k

Wi e d er konnt e n

s i e Auf z e i ch n un g e n vo n Vol k s l i e d ern mach en , d i e d e r " Ac kerl " und

di e

" Se ebäuri n " vors a ngen , von Schäfer- und H i rt e n l i e der n ,

v o n J o dl ern , d i e d e r " Ge i gl er " und d i e " Gr a s s e r i n " z um b e st en gab e n ,

und Ärwerb ungen fü r das V o l k e kund emus e um i n Gr a z t ät i gen .

S c h wi e r i gke i t e n ,

d i e e i ch d urch d e n Di a l e kt e r gaben , konnt e

Pramb er g e r b e s e i t i ge n . Di e Gra z er pr i e s en d en Au f e nt halt als e i n e c h t e s Vol k s f e s t ,

das auch d en Re i z des Un ge s uc h t en in

e ic h b ar g . Pram b e r g er d ur ft e abend s n i c ht h e i m , d en n d er Ort n e r S e p p f an d :

" Ohne i hn a h at e k oan Sch i c k ! " M i t e i nem Br i e f der

Gra z e r e rb at e r im St i ft e die Verlängerung der Di s p e n s . Man hal f b e i der h e u e rn t e , nahm e rst b e i S onn e n unt e rgang e i n spät e s Mi t t agemahl e i n u n d ü b e r nach t et e i m Sch ul- und Sc h u l l ehr er­ z i mmer .

Di e N a c h ri c ht ,

e r k l är t h ab e ,

daß Ö st e rr e i ch d en Serb e n d e n Kri e g

v e r an l aS t e d i e Be s uch er j e d och z u s ch l e un i ger

He im fahrt . d e r 2 9 . J ul i 1 9 1 4 brach t e s c h l i e ß l i c h das , JY1an i f e s t S e in er k . und k . Ap o et o l i e c h e n JYla j e st ät Fran z J oe enh : �ittwoch ,

'' A n m e i n e

Vö l k e r ! " Das Bi l d d e s Vol k e l e b e n s änd e rt e e i ch .

An g s t und b ö s e Ahn u ng e n drüc � e n auch i n Pramb e rge r e Umg eb ung d i e St i mm un g .

" Mo ch t e n d i e So l d at en i n d en Waggons n o c h so s eh r 1 H e l d e n l i e d er p l ä r e n ; si e s c hr i e e n i hr El end von d e r S e e l e . " Oft m i ß l ang e n nun F or sch ergän�e .

Di e L e ut e gab en Pram­

b e r � e r k e i n r e c h t e s Ge hö r . Er h at t e

j e d o ch Glü c k . And r e a e Pach e r ,

d er b l i nd e al t e

H i rt lb a u e r , ü b e r s i e d e l t e z u s e i n e r S c hwe s t er nach Sauw i nk e l . I h n n ahm Pramb erger für vi el e St und en i n s e i n Z i mme r m i t . Bei

e i n e m Gl a s We i n und

e i ne r Semm e l er zählt e " d er b l i nd e Hirt l "

v o n län gst v e rge s s e n e n Di ngen .

Die l anger s ehnt e S c h r e i bma s c h i n e ,

d i e Pramb e r g e r e n d l i c h vom Abt b e kommen hatt e , l e i s t et e wert­ v ol J e Di e n st e .

De r Kr i e � s e r kl ä r un g H u ß l an d s an Ö st e rr e i ch f o l gt e e i n al l gem e i n er kob i l i s i e r ungsa ufru f . Pr amberger v e r n ahm erl e i ch t e rt

1�

VI , ::1 . 2 3 .


-

d i e Kun d e ,

1 54 -

daß s e i n Pfe rd v o r d e r h and vo n e i ne r As s e n t i erung

b e f r e i t war . Er b l i eb w e i t er h i n " d er kut s c h i er e n d e G e i s t l i c h e im

Ord e n s kl e i d " .

Angere gt d urch h e ft i g e De b at t en a n l ä ßl i c h d e r Erm o r d ung des

'

1

fran z ö s i s c h en S o z i a l de m o kr a t e n Jaure s 1 e n t wi c ke lt e Pramb er ger

d i e I d e e e i n er " Nat i onal e n S o z i al d em okrat i e " , in d e r al l e De u t s c h e n ,

o b Arb e i t e r , sein

D e u t s ch e

z u erst

sollt en ,

i n Bet racht z u z i ehen .

Bür g e r ,

Ba u e rn ,

Be am t e o d er Ad e l i g e

dann erst Konfe s s i on un d Part e i

um

Nur " b e i d e n De ut s c h e n hüb en und drüben

d e s Inn " gelte die Part ei z u e rst .

Im

Früh j ah r

e rl i t t e n .

a n f al l

1914

P r am b e r g e r s M u t t e r e i n e n S c h l a g­

h at t e

Pramb e r g e r wagt e d i e B it t e an d en Abt , i hm

i m �i nv e r s t än d n i s mit d em Kap i t e l z u ge s t at t en , s e i ne Mut t e r

nach St . L amb r e ch t n ehm e n z u

d ür f e n .

De r Abt sagt e d i e s em Ent­

s ch l u s s e kind l i c h e r Dankb arke it s e i n e Unt erstüt z ung zu - al s Dan ke s b e z e u gu n g für di e Gründ ung d e s M u s e um s .

ber ,

b i s P r a mb e r g e r

s e i ne

Mut t er n ac h

Es wurd e S ep tem­

L am b r e c h t

St .

h ol t e ,

i m S c h w e s t e r n h a u s i n e i ne m Z i mm er z u s amm e n m it d e r al t en

Almpr ent le r i n �o i z , d u rft e .

woh n en

h al t e n ,

ob Als

si e

Es s e n

s e e l e ng u t e s L e ut '' ,

mit

so l l t e

St i ft sküc h e e r­

s i e von der

" Der

l i e �e n .

a rb e i t e t e od e r n i c h t .

wu rd e

i hm r e g e s

�1ö n c h vo n

I nt e r e s s e fü r s e i n M u s e um z ut e i l ,

ga l t

das

d em

Tisch

des

B i l d i n M e l k geä n d e r t .

Ki n d e r " .

F r a u N e wa l d

-

Gras s e ,

d er W ö r t e rf o r s c h u n g v e r s c h r i e b e n h a t t e ,

B e t r e u u n g d e r S o l d a t e n un d

Ve rwu n d e t e n .

l i c he s Ri ngen u m d i e V ol k s k u nd e . Er f o l g " ,

s a gt e

sie

bei

" Je n e s

h at

Es

Z e u ge n

Al l e s

An F en s t e r n

die

s o r gt e

" pat r i ot i ­ s i ch nun fü r

war e i n vergeb­

n ur im Fr i e d e n

Pr am b e r g e r s Ab s c h i e d sb e s u c h .

d i e v o n Ha u P z u Ha u s ge s c h i c kt wur d en ,

geb e t e ,

Spr e c h z i mme r s

weh t en k l e i n e far b i g e P a p i e r f a h n e n ,

Sp i e l z e u g d er

b i s l a ng

s i ch

auf

"

d e n Land k art e n d er Kr i e g s s c h a u p l ät z e .

von Ba u e rn h ä u s e rn s ch e s

I n i s f al l e n

An s o n st e n hat t e

I nt ere s s e

al s

e i g e n em Mob i l i ar

e r s ah e i n le t zt e s Mal s e i n b e r e i t s e rwähnt e s De d i ka t i o n s ­

we r k

di e

ein

Pramb e r g e r d e m Abt i m �t i ft me l k e i n e n Ab s c h i e d s b e­

s u c h m a c ht e ,

un d

Das

"

di e

K e t t e n­

n ahm Pr a mb e r g e r

der Kr i e g s p s yc h o s e an s i ch .

I m St i ft e b i l l i g t e m a n , d a ß J a u r e s von d e r R e gi e r u n g �rh a l t u ng d e s Fri e d e n s for d e rt e , d o ch wan dt e man e i n , d aß e r e i n S o z i al d em o krat g e we s e n s e i . ( N a c h Anga b en P r a m be rge r s i n den E VI , S . 27 . )

die

1


-

Am Grab

1 55 -

d e s Vat e r s gedach t e e r noc h a l l e r Un g ere c h t i g­

k e i t e n , d i e i hm i n Me l k und � ö c h l arn wi d e rfahren war en . Dort w a r es e i n t ra ur i� e s Ab ach ie d n ehm e n , da wen i g Hoffnun g b e s t an d , b al d wi e d e r nach � e l k

Fra ge .

z u k omm en � De r Kri e g s t el l t e al l e s i n

Ans on s t e n f i e l i hm der Ab s ch i e d n ic ht s c hwe r .

wa ndt e � e l k l e i c h t

.

d en Rüc k e n .

m e i n Arbe i t s f e l d g e f un d e n

• • •

"

1

" Ich

in der St e i e rmark h at t e i c h

Ja ,

Di e N ac hri c h t e n a us d er gro ß e n kr i egsgefähr d e t e n We l t

e rw e c k t e n i n P r am b e r ger das V e rl a n g e n , a u s d em b e e n g e n d e n G r a b e n h i naus

zu

gen ,

komm en . E r nüt zt e j e d e Ge l e g e n h e i t ,

in

O r t e z u gel an­

d i e z um i nd e s t an e i ne r Ei s e nb ah n gel e gen wa r e n , wo d a s groß e L e b e n p u l s i e rt e , w o e r d i e B e wi rt u n� v o rü b er fahrend e r S o l d at e n

b e obach t e n konnt e , ab er a u c h

" d as G e k rä c h z e od er Ge l � rm b e t run ke n er s c h r e i e n d er �o l d at e n , di e n i c h t a u s B e ge i st erun g , s o nd ern au s Ra u s ch H o ch Ö s t e r r e i c h un d n i e e r m i t den Se rb e n und Ru s s e n s ch r i en od er grö h l t e n . "

Gast p re d i gt e n - Pr amb erger gel t a l s gu t er Pre d i g e r fü hr t e n i hn n ach N e um ar k t un d Fr i e e ac h , von wo e r m i t s e i ne m

Ei n s pännerwagen d i e F a h n e d e s Jungfrau enve r e in e s z u r W e i h e am g r o ß e n F r a u e nt a g n a c h St . Lamb r ec h t bringen s o l l t e . Es wur d e d a� al s

k e i n e Pr i v at frac ht zwi s c h e n Kärnt en und St e i e rmark b e ­

f ö rdert . Prawb e r g e r d ur f t e ab e r d i e m i l i t är i s c h e Gr e n z wa c h t i m V i ad u k t b e i � i n ö d u n b e h e l l i gt p a s s i e r en .

Ub erall fand e r Anla ß , s i c h Ge d an k e n zu m a c h en . S o e r st aunt e i h n d ie Ve r� fl e g u n g b e i d e n D om i n i ka n e r n i n Fr i e s ac h . V i el f r i s c h e s G emü s e gab e s d o rt .

I n St . L amb r e c h t wur d en d i e

�t i ft s l e u t e au ch i m Sommer mit S a u e r kr a ut

,

Kart o f f e l s o ß e od e r

Semm e l kr e n vern fle gt , we i l d er St i ft egärt n e r d a s fri s c he Gemü s e an

.L e u t e

at and "

des

i m k a r kt e u n d

w u rd e

n i c h t �i n h a l t �ebot e n ,

Kat h o l i s ch e n

�"'b d

• '

3 Ebd .

" w e i l d er Gärt n e r

Arbe i t e rver e i n e s war " . 3

1 .r.: V l , S . 3 5 . 2

a n Ga s t wi rt e ver kau ft e . Di e s em " Üb el -

s . 28 •

Obm a nn


-

Al s

d i e M e ns c h e n s i ch

1 57

-

vo n d e r e r s t e n Er s c hü t t e r u n g de s

K r i eg e b egi n n s e t wa s g e f a ß t h at t e n ,

k o n nt e P r am b e rg e r au c h wi e ­

d e r ve r e i n z e l t For s c h un g sr e s u l t at e a u s mü n dl i c h en Q u e l l e n e r­ z i e l en .

S t ö rarb e i t e r gab en

ihm w er t vol l e H i nw e i s e .

Pramb e rge r l i e f3 e i ch a u c h i n d en

Un t er r i c h t s p a u s e n n a ch K i nd e r r e i m e n

au s z u fr ag e n ,

wo f ü r e r v e rwarnt wu rd e .

" un s i tt l i c h e L i e d e r '' l e h r e n , n ur Re l i g i o n s u n t e r r i c h t P ramb e r g e r f i e l

n oc h

B i l d e h e n g e s c he n k t , b ac k für s i e ,

11

so

d am i t

Das C h o rg e b e t

um

d i e K i nd e r we d e r

s o l c h e fragen ,

e i n a nd e r e s

" b ewä hr t e s M i t t e l "

d en

s o nd e r n

e r von

sp ar t e

i h n e n das M a ul s c hwä n z t e

zu

n u n a n B i sk o tt e n o d er auf

er auch

und an

Ba u er n wu ß t e e r s t e t s

Zwi e­ 1 den Al t e n z u g e h t 11 •

Sonnt agn a ch m i t t ag e n , H o f f nung s vo l l e

z u nü t z e n .

b e l oh n t e s i e f\IT i h r e Be r i c ht e m i t E r z äh l ung en Erl e b n i s s e n o d e r S a g en .

ein ,

Hat t e e r b i s h e r d e n K i nd e r n

e n t l ege n e r e Ba u e r ng e h ö ft e a u f s u c h e n z u k ö n n e n .

St imm u n ge n b e i

Sc h u l k i nd e r

und W i e g e nl i e d e rn

Er s o l l e

s ie

di e

e rt e i l e n .

For s c h ung s e rg e b n i s s e n z u k o mm e n .

um

daz u v e rl e i t en ,

G e s ch i c h t e n üb e r d a s

P r amb e r ge r

vo n l u s t i ge n

1 1 Fr e i th o f hü t en 11

2

zo g e n d i e Z uh ö r e r i n i h re n Bann . Die s c h we r n i s . in

St .

R o ra t e äm t e r b e d e u te t e n f ü r P r a m be r ger man c he B e ­ I n d e � Ad v e n t z e i t m u ß t e

Bla s e n ü b er na c h t en ,

v e rb u nd e n war . k!· an k ,

r i c ht e t e

�c h r e i b e n V i k t o r v o n z e i g e n sol l ,

i n d er Kar e h a u o d e r

wa s o ft m i t u n l i e b s am e n Ab e n t e u e r n

S e i n Hhe u m a l e i d e n u n d hä u f i ge Hal s e n t z ünd ung en

wac b t e n i h m i n d e r K ä l t e und

e r o ft

daf3

ar g z u s ch af f e n .

De s

ö f t e r e n e r s c h ö p ft

e r s i c h ab e r i mm er w i e d e r b e gl ü c kt Ge r am b e

r.re r am b

auf ,

an

d em

d e s s e n Abl i c h t u ng h i e r a u f­

d am al s o ff e n s i c ht l i c h P ra mb e rg e r p r i va t

u n cl

i n s e i n e n w i s s e n s c h aftl i c h e n B e s t r e b u n g e n v e rb u nd e n w ar ,

daG

er

dAs

B e dti rfn i s h a t t e ,

s i c h ihm

i n s e i n e n Vor h ab en mi t ­

zu t e i l e n ,

und

i n d i e s e n a u f P r amb e r ge r s M i t h i l fe

1 .t;

VI ,

S. 47 .

an ge w i e s en war .

2 Lt . M it t . v . n e. n s Frühwal d : " D i e S e e l e d e s l e t z t e n V e r s t o rb e n e n e i n e r F ar rü l i e war t e t am Fr i e d ho f s t o r a u f d en nä c h st e n . fu u ß e r ü be r S i l v e s t e r wart en , s o s a gt d a s Vo l k , e r m ü s s e n oc h e i n J a t . r d a s � r i e dh o r' s t o r hü t e n . "


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Volkskundliche ftbteilung

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1 58

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Pramberger , der nach lan ge n Jahren wi e der m i t s ei ne m "�üt t er le i n " We i hnach t e n f e i e rn durft e , nahm z um Au skl ang d e s Jahres Gerambe W or t e : " Al s o C onfrat er , l aboremu e ! E s g i l t e i ne h e i l i ge Arbe i t ! " al s L e i tgedanken i n d i e folgenden schweren J ah re mit und st reckt e Geramb "bere itwi l l ig d i e Hand ent gep:en 1 z ur geme i ns am e n Arbei t üb er unser s c h ö ne s St e irerl and • • • " Privat d o ze n t Dr . Karl P o l h e i m be schl i e ßt das Jahr 1 9 1 4 mit e i ne r Kart e an Pramberge r vow 3 0 . 1 2 . 1 4 , auf d er er ihm m it ­ t e i l t , daß er a l s waffend i enet t augl ich abge st el lt s ei , di e Ei n­ b e r u f un g e rwart e u nd d ie Pr i ed ensarb e i t en z u rü c k st e ll e n mü s s e . De r Anl aß s e i ne s Schrei b e n s war , Pramb e rger und all e n l i e b en Lambrech t ern , Bl as nern u nd Karehauern 11 alle s Gut e zu wün s c h e n " und um " freu n d l i c h e Ge s innung für spät er " z u bi t t en . " Wenn i c h h i n a u s muß , d e nke n ::li e fre und l i ch an Ihren Karl Pol heim 11 • P o l h e im b ed ankt e Pram be rge r s Mithilfe un d Vermit t l ung s­ d i e nst e im " B e r i ch t ü b er d i e m i t Unt erstüt z ung der kai serl i c h en Akademi e d er Wis s e n sch aft en unt e rnomm e n e n Vorarbei t en z ur Her a u s­ gab e s t e ir i s c h er Vol k s e ch au sp i e l e , W ie n , 1 9 1 6 " , Se i t e 7 , mit d en Wort en : " Au ß er d e n u nm i t t e lbar e n A u f n ah m en bracht e d i e s e er­ gebni s re i c he Fah rt • • • e n d l i c h d i e wertvolle p e r sö nl i c h e Bekannt sc h aft m it d em um d i e st e i r i s c h e Vol k e kund e reich verd i e nt en P . Romual d Pramberge r , d er d i e l i t erari sch en Be ständ e s e i ne r ungewö hn l i ch r e i chhalti gen St i ft i s ch en Volk s kund e eamml ung , i mm e r e n t geg e n komm e n d , d arb ot . " s.

1 1 :

" . • • Un t er d e n Schät zen , d i e d er u n e rmü d l i c h e Durc h­ fo r sc h er s e i n e s Wi r k un g s b e re i c h e s , P . Romual d Pramber ger O . S . B . , Pfarrer in St . Bla s e n und Karehau bei St . Lambrech t , b e ibrach t e , wu rde ' Ei n Sc h a u s p i e l vo m b ayri sch en H i e s el 1 92 8 ' und e i n P a s t or e p i e l , i n d em Past or , Sch ulme i st er und H u s ar a u f t re t e n , au s d em Ori gi n a l abg e s c hri e b e n • • • " Aus e i n er " Bi l anz " , d i e P r am b er g e r Anfang 1 9 1 5 in sei n em 2 Verwögen z i e ht , e r f ä h r t man , daß er 1 0 00 Kronen in d er S�arka s s e 1

Aus e i n em Br i e f P ram b e r g e r s an G e ram b v . 7 . 1 . 1 9 1 5 , l i e b e n swürd i ge rw e i s e v . Frau Fr i ed a Her zog , d e r T ocht er Vi kt or v o n �eramb s , z ur Ve rfü gung ge s t e l l t . 2 .c;

VI ,

S.5 1 .


-

1 59

-

1 00 Kro n e n dem Ro t e n Kr e u z g e sp e nd et , 1 00 Kro n e n Kr i egea n l e i h e ge z e i c hn e t und 80 Kro nen d em P . Fri dol i n

e i nge l egt , al s

ge l i e h e n hat t e . Pram b er g e r b e s u ch t e s e i ne Mut t er t ä�l i ch . D e r Mi kr 1 4 ,

5. 1 8 ,

e n t hält d e n Fr ac h t br i e f i h r e s Um z ugsgut e e , a u f S e i t e 1 9

f i ndet s i c h e i n ge nau e s Ver z e i c h n i s i hr e s Eigen t um s und e i h e Sk i z z e i h r e s Z i mrue r s . s i ch

n un wohn t Mütt e rl e i n un d sch e i nt

" Da

j et z t r e c h t wo h l z u fühl e n " . D i e l än d l i c h e St i l l e i nm it t en

u n ruh i ger Z e i t e n i n

d er Nähe

d e s Sohn e s m o c h t e s i e b e glückt

hab e n . " Mü tt e rl e i n i s t ge s u n d und s t r i c kt , t ägl i ch k e h rt s i e aus , m ac ht i hr Be t t , s t a ub t ab . S i e wäs c ht s i ch i hr e Wäs c h e s e l b er und r e i bt al l e Sam st ag i hr Z i mm e r Einem Dornrö s c h e n gl e i c h wohnt das P o e t e nmüt t erl e i n , s o s c h l i ngt der gr o ss e ko s e n s t rau ch an d e r Wan d um s F e n st er h e r um und macht üb e r d a s Z i ergärt c h en , d i e Ha u s wa n d s e l b er zu e i nem Gart e n , n e b e nan b i l d e t e i n wi ld er We i n e i n e kl e i n e Laub e . " 1 .

Ei n

Tisch

e r mi t gebrac h t e e r l a ubt e , sie wo

im

am Fe n st er di en t e Pramb e rge r al s P l at z , an d em

unt e r nahm e r Au s flüge m i t s e i ne r Mut t er u n d n a hm

" Bl as n erwa g e r l ''

au c h

sie

Bl ume n od e r S i e hat t e

mi t

.

Er führt e s i e b e i d en Bau ern e i n ,

fre und l i c h e Au f na hm e fand und b e wi rt et wurd e . üb st

i m me r

wu rd en i hr i n ein

das

S c hwe s t ernhaus ü b e r b r ac h t .

o f f e n e s Ohr und Auge für d i e For s c h ung s­

i n t e r e s s e n i h r e s Sohn e s . a uch

e rl e d i �t e . Wenn e s s e i ne Z e i t

Sc h r e i barb e i t en

Prawb e rger und s e ine M u t t er b e s uc h t en

d i e St ri c ke r i n n en , v o r n e hm l i c h Sc h ulmä dc h e n des St r i c k er i n ne n­

kurse s , d e n

die

I n d u s t r i e l e hr e r i n Le i kauf i ns L eb e n geru f en

h a t t e , u nd d e r s i ch i m Di ens t e der S o l d a t e n glä n z e n d b ewäh r t e . . 2 z e i gt d i e St ri c k eri n n e n d e s St . B l a s en e r � i n Gr up p e nb i l d v a t e r l änd i s ch e n

St r i c kkurs e s u n t er d e m

b e r g e r e r zählt e d e n fl e i ß i ge n

Bi l d

Mädch e n v i e l e

d e s Kai s er s . Pram­ s e ine r

g e s amm e l t en

�;i:i rc he n . I n St . 1ambrecht v er f o lgt e man das Kr i e gs g e s c h e h e n auf K r i e gs s c h a u p l at z k art e n

1 �1 kr 2 IvJ i kr

in e i nem S c h auka st en vo r d em Hau s e d e s

14,

S . 5 7 6 und E

14,

S . 2 32 .

VI ,

S.

69

.


1 60

-

Bü rg e r me i s t er s ,

wo

j ewe i l s

gram m e Fäh n c h e n d i e

-

nach Ei n t re f f en

j e we i l i g e Lage au f d e n

d e r Kr i e g st e l e­

Kri e gs s c h a uplät z e n

a n z e i gt e n . B e i d e n mar kt l e ut e n ,

T eu erung

b e g ann s eh r bal d d i e in

b e s o nd er s b e i d e n arm en Ke u s c h l e r n , u n d d e r M a n g e l an L e b en s m i t t e l n

das L e b e n e i n z u g r e i fe n . D i e b e r e i t s s t ark v e r kl e i ne rt e n

S emm e l n d u r f t en

nur m e h r a u s Kr i e g sm e hl g e b a c k e n wer d e n ,

häuf i g

ab e r o b e n dr e i n n o c h l i e f e rt wu rd e .

ge­

I n m a nc h e r K e u s c h e k o n n t e P ramb erger b e ob ac h t e n ,

d aß man v o n Kart o ff e l n u n d

sich

b e re i t e v e r d or b e n d en Bäc ke r n

das

Ge i ß m i l c h l e b t e .

Langsam st el l t e

e i n ��ngel a n männl i c h e n Arb e i t skr ä ft en e i n .

f ab r i k m uß t e g e s ch l os s e n we rd e n ,

i h re Arb e it er

Sp re n get o t f ab r i ke n na c h Grü n au o d e r P r e ß b u r g f e h l t e s c hl i e ß l i c h

wur d e n i n a n d e re

verset z t .

Läut erkne c h t en

a n Me s n e r n ,

Dyn am i t­

Di e

Es

und Mi n i s t r an t en .

fuä d c h e n m u ßt e n d er en Di e n s t e v e r s e h e n . Au c h d e r Ar z t v o n

Dr .

Ka i s e r

� e um a r k t ,

au s

Pram b erger ,

St .

L a mb r e c h t m u ß t e e i nrü c k e n .

d e r b e re i t s üb e rb e l a s t et

l e i ch t e r e Kr ank h e i t s f ä l l e

b e ri c ht e t ü b e r s e i n e Tät ig k e it e n : B e u rt e i l un g e n

K e n ntn i s s e ,

zu behandeln .

P ul s füh l e n ,

b at

Pra m b e rger

Therm omet erab l e s en ,

Z un ge un d Auge n an s e h e n , At m ung 1 e rwo rb e n en m e d i z i n i s c h en 1 909

U r i n und Kot ,

von

a b h o rc h e n u sw . ,

war ,

wob e i

i hm d i e

Vo l k s a r z n e ibüch e r ,

" e r e rbt e r ä r zt l i c h e r Spü r s i nn 1 1

e r fr agt e Vol k s h e i l k u n d e und e r h e b l i c h e Di e n st e l e i st et en .

". . .

un d z a h l t e s o d e m Vo l k e s o m a n c h e s z u rü c k , 2 m e i n e F or s c h u n g e n p: e h o l fe n h at t e " .

wa s e s

m i r fü r

Pramb e r g e r b e r i ch t et v o n " H et t unge n vom H e r z s c h l a 12: " ,

Be h a n d l u n ge n v o n

an

Z &l-i n z i eh e n ' 1 m i t Dr .

ßin In

Typ h u s Er krankt e n un ct H i l f e l e i s t u n g e n d u rc h

Re i bm ay e r s

" Ha u p t h e i l m i t t e l "

F äl l e n " . 3 Ar z n e i kun d e wa r d er Alau n .

Zang e r l n i n 2 76

s e i ne r

Forw v e rwe n d et e e r i hn g e g e n e i t e r n d e Wun d e n ,

l ö s l i c he r

Sal b e b e i Be i n h a ut e n t zü n d u ng e n u nd g e b r a nnt e n Alaun

r;i n s t a u b e n vo n b ra n d i gem Fl e i s c h .. .

1

Als

b e s u c ht e e r l.i r a z . 2 ·r.;

er

Vl ,

3 �b d .

bei

e i n i ge �. 53 .

al s

" z um

d e n Barmh e r z i ge n Brü d e rn i n Kei nbach war , m e d i z i n i s c h e Vor l e s un g e n an d e r Un iv e r s i t ä t


- 1 61 -

Ar z t

we n di g e n

z i mp e rl i c h "

o d er

p rü d e

" n i c ht

au c h b e i

Bru st wi c kel n ,

d en n b e i

s e i n d u r ft e ,

n ot ­ s i ch

er

du r ft e

j un g en Mä d c h e n ,

Er w u ß t e Ma e e rn 1

st ö r en l a s s e n .

" v o n lü s t e r ne n Ge danke n " n i c h t

Fl ec kt yp h u s v o n s t ark e n Höt e l n z u un t e r s c h e i d e n

v o n Sch arl ac h ,

grö ß t en

un d l e gt e

e r b e i d e r B e t ät i gung al e

d aß

Praw b e r g e r b e r i c h t et ,

a u f fach k un d i ge R e i n i gu n � ,

W e rt

od er Eke l

Krankhe it e n z u ü b e r t r agen

um n i c h t

}

s e i ne n Kr ank en b e a u e hen

bei

z u e rr e ge n .

ein.

z um e i st

i n d a s H e r z m a nc h e s Mä dc h e n s

e i ch

b e s c hr e ib t ,

Al s i m nerb st

1g1 5

�ram b e r ge r mas s i ve Vo rwürfe b e o b ac h t e n

l i e ge n bl ie b Nach v e r kün d e t e ,

daß

h ab e ,

e r klärt

e i ngest e l l t wu rd e

d em M a n i f e st

s � e c he n "

B ot s c h aft e n

v er h it t ert e n k P- i n

Die

,

h ab

Di e Kr i e g sn ot

i c h :fü r

E VI ,

den

Sä c ke n 23 .

k e imt e .

M ai

It al i e n Ö s t e r r e i c h und

al l e Post-

1915,

das

Kr i e �

den

P e r s o n e n zU g e Pr am b e r � e r

ei n g e s et zt .

" Hat

ihn

d e r Herrg o t t

Tag ,

"

S ch w e i n e ­

Bau ern mit

für m i c h h e u er

ke i n O st er f e u e r . " '

brach t e b e r e i t s

a l t e � r o p h e t e nbü c h l e i n a n d e n

1

aus

Ost erbr� u c h e w u r d en v o n d en

Wort e n abget a n :

W e i h fl e i s c h

g e s amt en

an M a st f ut t er hat t e · e i n · al l g em e i ne s

z u r F o l �e .

vi e l e

i n L a g e r h ä u s ern

für fu i l i t ärt ran s p ort e v erwe n d e t .

Der �1a ng e l

Pram­

ange s agt

d e s Ka i s er s v o m

d e r Kö n i g v o n

für e i l i ge

l an d wi rt s c ha ft­

d i e Ab l i e f e r un� d e s

w u rd e n v o rü b e rge h e n d

und

a ch t l o s

die

bei se i t e

gewo r f e n e

n u n w i e e i n Evang el i um

5. 54 .

2

Die Dur c h s c h r i ft e i n e s S c h r e i b e n s " An d i e h o h e k . k . B e z hpt m s ch . oo u r au " hint e r l ä ß t Pram b e r g e r i m Mi kr 1 5 , S . 3 2 5 .

3 h VI ,

::3 . 5 6 .

1

wurd en , r i c ht et e 2 Er hat t e s c h o n a n d i e Be h ö r d e n .

" f in g e rl a ng "

und

dazu

st and e n d en Ba u e r n

d e r ab g e l i e f e rt e H a f e r

wi e

mü s s e n ,

bei

" Ub er e ggt e "

�gge n und

Er s at zm i t t e l

und

H a f e r s g e f o rd e rt

vor

" Lad y "

b e r ge r s -p an n t e s e i n e

f e s ch e ,

i mm er we n i g e r H a f e r fü r d i e T i e r e .

gab

es

z u r Ve r fü g u n g ,

" l aut e r

e i n z us c hl e i c h e n " ,

Imm e r wen i g e r P f er d e

l i c he n Arb e it e n h e l f e n .

G e b i rg st e l

k a um b � a art i g ,

St r a a e n b a u arb e i t e n u n d

mußt en i m

G r u n d st ü c k e .

Pr aw b e rge r al s gut h e rz i g u n d

Ker l e ,

st arke

gros s e

an � et an ,

d ie

Gefan ge ne ,

Hu a e i s o h e

m eh r i n d a s

i mm er m eh r und

z op,

Di e Kr i e g s n ot


- 1 62 -

ge l e s e n wu r d en .

N e u e Kr i eg s g e b e t e ,

Si e b e n s c h l o ß g e b et e ,

Sc h i l d wac hbü c hl ei n 2 f and en r e i ß e n d e n Ab s a t z . 3 Z i ge u n er i n ne n b l ü h t e j e t z t d a s K o rn " . V i e l Au fr e gung

gab e s um

e i ne P re d i gt

"· · ·

1

fü r g e r i e b en e

in St .

L a m br e ch t ,

i n d e r g e g e n al l er l e i Ab e rgl a u b e n g e we t t e r t wu rd e u nd d ab e i s o wi e d er K o l o man i s e g en Erwähn ung

ve r s c h i e d e ne Am u l e t t s Unm u t s ä u ß e r un gen ge gen Fe s t t ag s r e f o rm .

d en P ap s t gab e s ü b er d i e g e f o rd e rt e

Di e B e v ö l k e r u n g wo l l t e

ni cht

nehm e n l as s e n .

t r o t 7.

al l e n llii an ge l s n i c h t l a s s e n .

di e

Be h ö r d en

s t r u d el m i t

mit L u n ge n s t r u d e l ,

d an a c h

z u l et z t K a f f e e und

n o ch

Be i H o c h z e i t e n m u ß t e ,

der üb l i c h e Sp e i s e z e t t e l

Zwe t s ch k en p f e f f e r ,

Ap f e l k om p o t t ,

s i c h d i e M ar i e nf e s t e

Auch wol l t e man v o n m a nc h e n a l t e n B r ä u c h e n

z u s t i mm t e n ,

S u p pe

we rd e n :

f an d e n .

Krapfe n .

e i n ge h a l t en

R i n d f l e i s ch m i t K r e n ,

Ap fel ­

S c hw e i n e b rat en m i t Sal a t

" ge z i m t e t e

S t i e rm i l c h "

s o l ange

u nd

B e i m L e i c h en s ch m a u s waren

und

" Gu gl h up f " , d a s Ri n d ­

f l e i s c h zur K r en s o ß e und Brat e n ü b l i ch . " Be i m

St e i g e r m u s s t e i ch

bei

e i n em amt l i ch e n Gang am

1 g . O k t o b e r ü b e r d en Z a un v o r den n ac h e i l e n d e n B r e c h l e r i n n e n fl üch t en , u nd mi r dann do ch d e n B r e c h l we i z g e b en la s s e n , d e n i c h fr e i l i c h a ne t a t t m i t ' H a l s e l e ' q u 1 t t i e rt e . " 4

e i n e m St i ft s we i n m i t e i n e m

Ern t e komm i s s i o n s s i t z ung en , Ge t re i d e - u n d Vi e h a u fnahme n 5 e r f o rd er t e n vi el Z e i t . E s gab P r o t e s t v e r s amm l u ng e n g e gen d i e N a c h k o nt r o l l e d u rch � i l i t är und

Ge ndarme r i e .

1

L en z Kr i s s - R e t t e n b e c k , B i l d e r und Z e i c h en r e l i g i ö s e n V o l k s gl a u b e n s , Mü n c h e n , 1 9 6 3 , S . 1 1 3 : " Si e b e n - S ch l o ß- Ge b e t . Ac h t s e i t i g e r G e b e t s z e t t e l 1 8 . / 1 9 . J h . So g en a nnt , w e i l m a n s i ch m i t 7 Ge b e t e r. in 7 Geh e im n i s s e und �i g e n s c h af t e n G o t t e P " v e r­ s c h l i -e ß t . 2 H lJ A , Ban d I I I , Sp . 5 6 6 f : 11 Ge i s t l i c b e r Sc hi l d . s i eh e ' De r wab r e G e i s t l i c h e Sc h i l d , s o v o r 300 J a h r e n v o n d em P ap s t 1 eo X . b e s t ä t i gt w o r d en , w i d e r a l l e g e f äh rl i ch e b ö s e Me ns ch en s o wohl , a l s a l l e r H e x e r e i una T e u f e l s w er k e n t g e g en g e s e t z t • • • i s t d i e d e ut s ch e J b e r e e t z ung e i n e s l a t e i n i s ch e n G e b e t b ü c hl e i n s a u s d e m 1 6 . Jh . , d a s no c b s t ärker al s d e r Ant i d o t ar i u s an i m a e d e s S al i c e t u n d d er H o r t ul u s a n i m a e vo n a b e r gl ä u b i s c h e n St o ff e n d u rch s e t z t i st • • • ' " 3 � VI , S . 4 2 . 4 E b d . , S . 9 5 f. H a n s Frü h wal d : " M i t ' Ha l s e l e ' i s t e i n e U m a rm un g g e m e i n t . ' ' 5 r n P r am b e r ge r 8 M i k r b e f i n den s i c h e i n i ge Mu s t e r von Anm e l d P b l � t t e r · fü r d i e ver s c h i e d e n s t e n Vor r ä t e .


-

Abt

1 63

-

Max im i l i a n Ai c h e rn we i ß

a u s �r zäh l u n ge n d e r e i n­

h e i m i s ch e n B ev ö l k e rung z u b e r i c h t e n , Arb e it

d a ß Pramb e r g e r s e i n e

a l s Ern t e k omm i s sär s e h r g e n a u g e n omm e n h at .

Das m a g

wohl Pram b e r ge r s Be r i c h t e ü b er " üb l e Verl e um d u n g s a ffär e n " �e gen i hn e r k l ä r e n ,

d er

" v o r e i n e m Gr o e sb a u er n n i c ht h a l t mach t e . U n d s o s e t z t e s ic h wohl d e r G e d a nk e f e s t , m i t m i r mü s s e al s B l a s n e r­ n fa r r e r ab g e f ah r e n we rd e n . Vi el l e i c ht wär e m e i n N a c h f o l­ g e r g e fü gi ge r - m i t e t l i c h e n St amp erl S el b s t b r e n n t e n . " 1 P ralli b er ge r h at t e m it

an

u n s i nn i gst e n B e h a u pt u ng e n "

der Gemei n d et a fe l "

a u s g e t r a ge n )

P r am b e r p;e r a

( an

z u käm p f e n . Rach e

s i ch e r ,

b e r g e r n i e v e r l e ge n . s i o n e n n ic h t

imme r

E s i st und

d en Kr i e g s j ah r e n g e g e n

in

und

" Be f e t z u n g en i n An s c h l äg e n

i h r wur d e n a u s ge s p r o c h e n e

d en n um e i n e

o b j e kt i v

g e w e s en

F eh d e n

" Lü g e n g e w e b e n " war

De n Sp i nnern v o n

" Re v a n c h e 11 war P r a rn­

Z w i sch e nd u rch g i b t e r z u ,

a n z u n ehme n ,

" Br i e fl e i n

b e i d en Ko mm i s­

zu sein.

d a ß i h n s e i n u n b ä n d i g e r Arb e i t e e i f e r

n i c h t z u l e t z t s e i n V e r lan gen n ach fusc h t

a l s �rn t e komm i s sä r t ä t i g zu s e i n .

d a z u b e w e gt e ,

S e e l­

Funkt i o n e n a l s

Seine

a uch

s o rger und Ernt e k ommi s sä r war e n s i c h e rl i c h o f t n i c ht m i t e i n an­ d e r z u v e r e i nbar e n , s c h ert ijt i gk e i t

Pramb e r g e r

a u f d i e Gu n s t

er

i n s e i n em

er

von

a l l e m fü r s e i n e F o r­

i st

j e d oc h e r s i c h t l i c h ,

daß

He r z e n g a n z a u f d er S e i t e d e r Ba u er n s t a n d , wenn

" G i m p e l n 11 au s "

vor

d e r B a u e r n an g e w i e s e n w a r .

s e i n e n Au fz e i c h n u n ge n

Aue

T i s ch

z um a l

un d " Grü n s c h n äb e l n "

s p r i c ht ,

d i e v om

" grü n P. n

d en Ge t r e i d eb e d ar f d e r Ba u e rn b e r e c h n en wo l l t en .

P r amb erge r b e r i ch t e t v o n d e r T ä t i gke i t ä r a r i s c h e r V i e h ­ e i n kä u f e r ,

die

den

Ba u e rn

n i c h t f r agt e n ,

s o nd e rn i hm d a s V i e h e i n fach

wollt e ,

b e z H h lt e n ,

bej

d e n B e f eh l ,

d e r Er n t e a u f d en Fe l d e rn s t a n d e n ,

vern i c ht et e

vi el

an

P a t r i o t i s ru u s

d a s G e t r e i d e mü s s e

obwo h l d i e Ba u er n n o ch mit

den Wo r t e n :

i m He r z e n d e s V o l k e s •

d e r B a tl e r , b i s h e r Kö n i .c;r a u f s e i n effi Ho f ,

1�

2

v e r kau fen

ab f ord ert e n u n d d en Pr e i s

vo l l e n d s au s ge d ro s c h e n w e r d e n ,

d enn

er

d e n s i e fü r g e ge b e n eracht et e n .

Pr am b e r g e r k omm e n t i e rt

s ofort

ob

VI ,

Eb d

. ,

S. 45 . d . 68.

sei

" Es . •

2

o hn e h 1 n


-

1 64

-

" 1 Da s " Dr e i nr e d e n sch on d u rch d a s Dr ei n r e d e n g e st ö rt ge nug unwi s s e n d e r Kat h e d erme n s c b e n " b e z e i ch n e t P ramb e rp:er al s " e r st e •

.

Ve r s ue b e der Z er st ö rung d e s Bau e rnt ums " . Du rch d i e s e Komm i s s ions arb e i t en h at Pramb erger j e den f al l s ec ht e n Ei nb l i c k . i n das Wi rt s c h aft s l eben d e r B e r ,q:b au ern ,q:ewon n e n . Er

h at An s as t und Ernt e k enne n �e l ernt , ab e r au c h d i e Bauern

i n i hr e r Sch l ä u e . S i e verst anden e s , d i e �rnt e er ge b ni s s e kl e i ­ n e r z u mach e n . ( Di e �r gi eb i g ke i t d e s G e t re i d e s wur d e b ei m Dru s c h durc h vo rh e rge h en d e s he im l i c h e s Au s s c h m e i ß en - Au s sc h l agen am 8c hragen - v er r i nge rt . ) So e rwarb e r au s ehr l i ch e n od e r un e hr­ l i c h en Einb e k ennt n i s s en vi e l an M e nsch e nkennt n i s und konnt e a u f s e i n e Art C h ara kt e r st u d i en b e t r e i b e n . Er war i n s e i ne r Dop p e l ­ funkt i on al l d e n Kl agen d er Bau ern ausge s et zt . Um " wah re R e su l­ t at e '' e r z i e l en zu kön n e n , h i el t Pramb erger f a s t j e d en Sonnt ag e i n e Ve r e a.mml unpr, m i t d er B e grün d un g ab , ü b e r d e n Ei nl a u f d er Er lä s s e zu sprech e n . Dam i t wol l t e e r zwe i Fl i e ge n auf e in en Sc h l a g

erl ed i gen . Es gab Ba u ern , " d i e d i e Ki r c h e J ah r und T a g

n i c h t v o n i nn en s a h e n " . Di e s e brach t e e r d urch s e i n Unt ernehmen n i c ht n ur in d i e Ki rc h e , so nd e rn a u c h z ur Pred i gt . Nac h d i e s er ve r kü n d e t e e r di e h e ab s i c h t i gt e n Vol k s- o d e r Ba u ernve r s amm­ l u ngen o d e r ge s ond e rt e Be s pr ec h ungen m i t d en Di e n st bot en und b e st i mmt e d en Ve r s amml ung s o rt . Do rt l a s er i h ne n a u c h unfr e i ­ w i l l i g komi s c h e Vo rwü rfe d e r Behörden v or , wenn m a n i hn rü gt e , er

ü ab e

he u e r

be 1 s e i n e r �i n gab e unt e r l as s e n an z ugeben , wi e v i e l Gri e ß a n g e b a u t wU rd e , od er man s o l l e d o c h b e i d e r B e l e g ung d er

Kü he d i e Brun ft z e i t d e r St i e r e b e rü c k s i c ht i ge n , od e r e s feh l e d a s H i nb e k e nn t n i s 1 w i ev i e l Hafe r im Herb st e an�eb a u t wu rd e . �i n i ge fual e s c h r i eb Praru berger unt er s e i ne �i nga b e n an d i e K:ri e � s �et r e i d ege s e ll sc haft f ol g e n d en S at z : " Um mi c h si t z e n ach t z i g B au ern , d i e i hr e B e r gh e i mat p:ut k e nn e n , v i �l b e s s er al s i c h , v i e l b e s s e r a u c h � l s j e d e r , d e r i n der St a d t v or e i n em Kan z l e i t i s ch s i t zt u nd s e i ne r "� � e i n un g e i n fRoh Au s d r u c k v e r l e i ht •

.

P ra� b e rge r e rr e i c ht e dam i t , daß man e s v e rm i e d , d e r 1

.s

vi

2 r;h d •

,

s.Eq

'

s.g2


-

1 65

-

Brnt e komm i s e i on mit j e d e m Un s i nn l ä s t i g z u f al l e n . Trot z Arbe i t sü b e rh ä u f un� i nf o rm i e rt e e i ch Pramb erger aus g i ebi g aus d em " We lt b l at t 11 , d er " Re i ch s p o s t " , Vol k e b l at t " ,

d em " Graz er

d er " T a uern p o st 11 und d e r " M u r t a l er Z e i t u ng " .

�e i s t e rs t au nl i ch , m i t we l ch e r T r e f f s i c h e r h e i t e r d i e Er e i �­ n i e e e bele u ch t et , ü be r M i ß s t änd e i n f orm i e rt i a t u n d s e i ne Be o b a c h t un gen m a c h t .

S e inem ohnmäc h t i gen Z orn ge gen It a l i e n gibt e r i n e i n em Ge d i ch t " Den wäl ech en H u nd e n " Au sdruc k . Daß d i e s e s G e d i c h t ge rad e ke i n e Tal entpr ob e war ,

Pra w h e r g e r e r s i ch t l i c h . a u s um Z a u nm o d e l l e ,

G e r am b

ist

a u s e i nem Br i e f Ge r am b e an

b i tt et am 1 5 . 6 . 1 9 1 5

v e r spro c h e n h at t e , 1 g e m erkt e T i s c h t ü ch e r v om A c k e r l , d i e

d i e i hm d e r Ac h a z

um e i n e B e t t e i nr i c h t u n g ,

M o s er

Wi e g e n e i nr i c h t u n g d e r �oarl e e e r i n u . a . m rühr e n de r We i s e u m das mUht .

v o n L i g i st

�r i s t ab er a u c h in

o b e n ge n a nnt e Ge d i c h t Pramb e r ger s b e ­

Di e d elL Br i e f b e i l i e g e n d e " K ri t i sc h e Recht fert i gung d e r

vo rge s c hl a ge n e n Än d er u n g e n " , v e r f a ß t v o n Ob e r f i nan zrat Dr .

A.

v.

D r a s e n ovi c h

,

z e i gt ,

we l c h e Au s d rü c k e i n P r am b e r g e r s

Ge d i c ht d e r m i l i t ä ri s c h e n Or d n un g wi d e r s pr e ch e n , w e l c h e Au s ­ d ru c k s we i se n u r m u n d art l i c h

n i cht

4 0 J ah re

zul ä s s i g s e i ,

d a ß d e r Dr e i b u nd

( g e s ch l o s s e n 1 89 3 erwe i t ert 1 99 7 )

w e l c h e Formul i er u ng e n k e i n s pr a c h ü b l i c h e s Bi l d Z e i l e n e i c h g e d ankl ic h z e r r i s s e n ,

s t at t

" S e l b s t v e r s t ä n d l i c h b l e i b t d a s Ge d i ch t

Hü c ks e nd un g ,

" d am i t w i r e s i m

D e n Ge b ü hr e nu r l a u b Währ e n d e r s t i mm u ng sv o l le

ö e r d urch er

• •

w el c h e was

G e r am b s c h r e i bt : a u ch wen n s i e

Ih r e s ,

" Er e rs u c ht um b a l d i ge

G r u ß ab d r u c k e n k ö n n en " .

b e gann P ramb erger i n Gr a z .

Kr i e g s s i t u at i o n s b i l d e r ü b e r d a s L e b e n

d e n Kr ie g v e rän d e rt e n St a d t v e rm i t t e l t ,

f a s t a n d äc ht i g den

t o rr.a s e e .

1915

11

e r gä b e n ,

wa s ü b e l kl i ng e n d war ,

konn t e u . a . m

al l en Än d e r u n g e n z u s t i mm e n wür d e n •

b e st a n d e n h a t ,

w e l ch e Z e i t wö rt er t r ans i t i v

i nt ran s i t iv v e rw e n d e t wur d en ,

z u � i ßv er s t än d n i s s e n füh r en

32 ,

Ge ramb i n d e r Pa u l u s ­

e r s t en B e s u ch b e i

Fü r d e n Ha u s ha l t ü b e rb r ac h t e

s c h i ld ert

er Herr e np i l z e ,

"d er

k l e i n e n Fr i ed a 1 1 w ar e n Sc hwar zb e e r e n z u ge d acht ,

d err: Hau s h e rrn

ü b err e i c h t e e r e i n i g e M u s e a l g e g e n st !=i. n d e :

e i n e n Dr u d en f u s s ,

1

Kr e u z s t i ch a rb e i t

"


- 1 66 -

e i n e n S chre c k st ei n , kün st l i ch e Ost e r e i er , e inen T ot enbri e f , g e k nüpft e Sp i t z en

• • • ••

1 Pramb e rger z ol l t e d em " ge s chmackvo ll

e i nge r i cht e t en Zmp fan gs- und Sp e i s e z imme r " g ebühren de B ewun­ d e rung . Tro t z d e r " s o rgfä lt i g e n Bewi rt u n g " d rängt e ihn d i e Ne u g i er d e i n d a s V o l ks ku n d e m u s e um , das d i e ge s amt e St ei e rm ark

umfaß t e . Obwohl er Ge ramb um d i e v i e l e n Räume d e s eh emal i g en Kap u z i n erkl o s t e r s und d i e gro ß e A n zahl der An s chauungsob j ekt e b e n e i d e t e , not i er t e e r s pät e r : ' 1 • • • i n d e n ver s c h i e d e n e n T ä l e rn f e hl t e damal s s c h o n d i e »ög l i c h k e it , e i n e n s y s t emat i s c h e n Ü berb l i c k über j e g­ l i c he s Bra u ch t um i r gen d e i n e s Tale s od er Bergrü c k e n s z u gewinne n . Man s ah di e Müh e , d i e s e s mö gl i c h s t an sc haul i ch z u mac h e n , ab e r e s kon n t e b e i d e r Enge d e s zur Ver fügung s t e hend en ( i m Vergl e i ch z ur R e i c hhal t i g k e i t d e s s t e i ri schen Braucht um s in al l e n Brache n u nd Re gi onen ) unmö gl i c h d i e s e s Z i e l errei ch t werd e n . S o sah 1 ch. wa s m i c h a m me i st en z urü o k st i e s s , n eb e n d e r Gei gl e r i s c h e n Gsött ert ruhen e i nen r i e s i gen St roh korb aus dem s t e i r i sch e n Unt erland . " 2

Der St o l z Geramb e war di e e ch t e Rauch st u b e im M u s eum , d i e e r mit vi e l Uüh e und Ko st en von d er Pac k gebracht hat t e . " · · · e i n Stüc k h e i m l i ch e n Z an ke s zwi s c h en ihm und m ir ; d e nn er h at si c h z ur sl av i s c h e n Ent st ehung d i e s er St u b en­ f o rm b ek annt , i ch ab er b i n b i s heu t e bei d er german i s c h e n Urf o rm d e s H e r d e s geb l i e b e n . " 3

Sympat h i s ch b erüh rt e Pramb e r g e r d i e Be z ei c hn ung " Karc h au er �ch la fst ub e n" . Di e B e s i c ht i g ung fü hrt e Pramb erger s o recht s e ine n e i g e nen Kampf mit dem Raummangel vor Augen . Ei n Bri e f Pram b ergers a n Ge rarub vom 1 3 . Okt . 1 9 1 5 ent hält d i e Bi t t e : " V i e l l e i cht , l i eb e r Herr Do k t or , s i n d S i e durch e i n gele gent­ 4 l i c he s V'lort mi r b e h i l f l i c h ? B i t t e s c hö n . " Pramb erger z e i gt s i ch

i n s e i ne n Au f z e i ch n u n ge n " s t o l z , n i c ht s o s ehr m at e r i e l l

Fil s g e i s t i g anr e ge n d " am Gra z e r V o l k s kund em u s e um m i t geh ol f en :0 u

I

habe n ,

" ab er e s h at auc h i n m i r das Bewu s st s e i n gan z b e s o nd er s ge s t är kt , d a s s me i n e Samm l ung e i n e gan z b e d e ut e n de i st j e t zt 1 E VI ,

2 3

�.

71 .

Ebd . Eb d .

,

S. 72 .

4 Al l e z i t i e rt e n Br i e f e Pramb e rger s an Vi kt or von Geramb w u r d en m i r gro ß zügi gerwe i s e von Frau Fri ede Her z o g , d er T o cht er V . v . Geramb s , z u r Verfü gun� ge st e l l t .


- 1 67 -

i n d er Z e i t de s Ums c hwunge s , d e s Welt kr i e ge s , nach d em d i e s e j ung e Wi s s e n s c h aft : D e u t e e h e Vo l ke kund e a u f b l ü h e n wird und m e i ne Arb ei t g e wü rd i gt we rd e n w i r d m eh r al s j e t zt , wo s i e d o ch s ch on j et zt j e d ermann s c h ät zt . Wi e m an d e n n m i t e i n e r Wi e e e nec h aft , vo n d er man v or v i er J ah r e n n u r 1 e i n s c hwach e s Ahn e n h at t e , s o z u s amme nwach s e n ko n nt e • • • " " H o c h e rr e gt und fr e u d i g ge st i mmt , e i n i germas e e n b e r a u s c h t 2 v o n d e n v i e le n E i n d rü c k e n " b e gab s i c h Pramb e r g e r i n B e gl e i t u ng G e r am b e z u Vi kt o r Zack b e e i n d r u ck t e i hn ,

und

in d i e Kr e u z gas e e .

Di e

" .Mu s i ke r wo hnung "

er l ob t e d i e K o c h kü n s t e d e r Hau s f r a u ,

d i e Lai b c he n b er e i t e t e ,

" d i e wi e F l e i s c h s ch m e c k t e n und 3 ke i n s o l c h e s e nt h i e l t e n , n u r d a s we n i ge Bac k f e t t " .

dennoch

Dur ch Ge r am b e Be fü rwort ung konnt e P r am b e r g e r d a s J o an ne um , s e i n e P f o r t en g e s c h l o s s en h at t e ,

d a s währ e n d d e r K r i e g s z e i t

b e­

s i ch t i g e n . Er b e s u ch t e v i e l e al t e

h e r z i gen Brü d e r i n Kai nb ach , d en

�r i nne r u ng s s t ät t en , wo e r z u t i e f s t

Grä b e rn al t e r l i e b e r B e kann t er st and .

�c h i c k s a l e

e r schütt ert vor

E r l i e ß s i ch ü b e r d i e

e h e m a l i ge r Pat i e n t e n b e r i c h t e n .

Di e Er inne rung an die so

s o d i e Barm ­

t raurig

" Stätt e n j e n er s e e l e n d u n kl e n Tage ,

un d d oc h s o romant i s c h war e n " ,

• • •

führ t e i hn n a c h

Wet z el s d o r f' , w o e r a b e r al l e s i m Di e n s t e d e s Kr i e ge s v e r änd ert v o r f a nd .

Ei n e Be g e g n u ng m i t

li ac k h e r d e n km a l

ge s e h e n

e r ka n nt " h at t e ,

O t t okar vo n Ke rn et o c k ,

" und

e rwähnt

s o f o rt a u s

dem Bi l d e

Pramb e r ger i m M i kr

d er i hn b e i m e i n e r Z e i t u ng

1 5 , S.91 .

V o n e i n er B e s i c ht i gu n g i n �t i ft R e i n b er i c h t e t P ram b e r ger voll

und

B e ge i st e ru n g .

Di e St i ft sb i bl i o t h e k ,

nan d s c h r i ft e � b e e i nd ru c k t en i hn .

" s t i m m un gs v o l l en Ab e n d " ,

d en d i e

Kl ä n g e n

d e ru Spr uch

" S i e g u nd

An s i c ht s kart e

i m lv i kr

1 .r... V I s . 7 2 ' , ,

" M ann au s �i s e n "

s e i nen S o l d .

d e r tU l i t ä rm us i k s c h l ug e r fü r zw e i Kro n en unt er He i l fü r Ö s t e rr e i ch und D e ut s c h l a nd ,

e i n e n .b; i s e n n ag e l

H u r rah ! "

�r b e r i cht et ü b er e i n e n

Sä nger kn ab e n b e r e i c h ert e n .

P r am b e r g e r s p e n d e t e a u ch d em Unt e r

d i e wert v o l l e n In k u n a b e l n

" i n d e n wucht i g e n Ho l z l e i b " .

Ei n e

1 5 , S . 6 1 , z e i gt d en St e i r i s c h e n L a n d

-


-

s t urmmann i m Ei sen ,

1 68 -

erri c h t e t vom Ver e i n " Gr a z e r Herb st me s s e "

m i t Wo rt en von P et er Rosegger :

n nu · Nagel , das Schlagel/ i s t n i cht

dir vermeint / i ch s ch la g d i ch au f ' s Haupt / Wi e d er Land st u rm d en F e i nd . " Die Sp end enbe it räge b e l i e fen s i c h a u f K - . 5 0 für e in en Ei s e nriage l , K 2 . - für e inen Kupf er nagel u n d K 5 . - für e i ne n Si l b e rnage l .

Der Be su ch i n

Gr a z hat t e e i ne Erwi d e r ung z ur Folg e .

G eramb v e rbrach t e Anfang Sept embe r m it s e i ner Fam il i e e i ne n

1 4 t ägi gen Url aub i n St . Lambr e c h t . Fü r Pram b erger b e d e ut et e d i es viel erl ei Ar b e it . Er ent war f wi e d e r e i ne n For s c h ungs p l an , d e r für be ide Männer s i ch t l i ch en Gewi nn e rb r ac ht e . Wäh ren d Pramb erger s i c h um d e n Prob edru sch sorgt e , d e r " e i n m i s erab l e s he s ult at " erbrac ht e ,

" a u s 7 2 Sch ö b e rn wur d e

1 nur 1 0 Hekt o s ch ön e s Korn u nd 7 Hekt o h i n t e r e s K orn ge d r o s ch e n " , s c hwärmt e Geramb v on d er Sc hö nh e it d i e s er G egen d ,

" di e e r n i cht

so grandi o s wi e das Ennst al '' fand , " d o c h l i e bl ic h im D e t a i l " . An e i nem For sc hung st ag m i t Ge ramb i n d er Laßn i t z ,

z u d em

s i c h a u ch Z ack ge s e l lt e , konnt e d i e s er wi e d e r r e i c hl i c h Mat e r i al au s dem Li e d e rr e i ch t um d i e s er Gege n d s ch ö p f e n und auß er Hi r t en­ l i e d ern a uch &e l o d i e n au s dem Para d e i s- und H i rt e n sp i e l und d em Ge n o fevas p i e l au f z e i ch n e n .

sp i e l '

" Di e Li e 4 e r v om ' S i eb e n Haupt stind en­ 2 bli eben ung e su n ge n " , d a d er Sänger Ebn erwa s t l krank

im Bett e l ag .

" Und Zack? " s c h r e i bt Pramb er g e r ,

" Hät t e i ch gewußt ,

wi e weni g Dan k d i e s er gu t e Man n gegen m i c h k e n n e n wür d e ,

ich

hät t e d i e s e s Un t e r n e h m e n m i t i rge n d e i n e r Unpä s s l i c hke it ver­ 3 h i n d ert . " Pram b e r g e r b e z i c ht i gt Zack i n s e i n e n E VI , S . 1 35 , d e s " l it erar i sc h e n �go i smus " . Tat s ä c hl ic h i s t z u beobacht e n , d aß Z a c k i n d er F o lg e z e i t Pra m b erger mi t Auft räge n ü b erhä u ft und w i e d erh olt Auskü nft e erb i t t et . Wen n er i n e i n e m Br i e f v .

b e gi nn t :

7 . 1 1 . 1 9 1 5 au c h m it d en Wor t e n

" Lan g b ra u c ht e , b is d e r s c h u ld i ge Dank kommt

�ram b erge r s wer tv ol l e Unt e r st ü t z un g bet ont :

h R ft i � e i n wa s

in

"•

• •

• • •

" und

d a kommt wahr­

s ch ö n e r Pack b e s t er u n d wertv ol l s t e r Sac h e n z u s A mm e n ,

d i e s e a: ivja ß e wohl ni c ht o hn e I h r e l i e b e Führ ung m ö gl i c h 11 ,

s. 85 .

Eb d . ,

S . 87 .

1�

2 3

Eb d .


-

gewe s e n

wä re " ,

s o e n t hä l t

r e i c h e A u f s t e l l u ng " Di e

1 69

-

e r n i c h t e d e s t ow e n i g er

v on L i e dan f ä n g e n m i t

umfan�­

d e r Be merkung : die

s i nd

unt erst r i c h en e n N umm e rn

eine

w i c h t igs t e n ,

da

in and ern Bü c h e r n ( Pa i l l e r , We i nh o l d ) n i cht v o r ­ f i nden . N r . 1 , 3 , 4 , 5 und 1 3 s i nd i n d e n ge s am t e n Sammlu n g en , s ie

eich

vi ell e ic ht aber i n anderer Fas s u ng ! ? • • • Wenn Si e b e i l i e ­ ge n d e L i s t e an s eh e n , b r a u c h e i c h n i c h t s Näh e re s z u s agen . Al s o b i t t e s ch ö n - di e T e xt e - w en ig st e ns für d i e u nt e r­ stri ebene n An f ä n ge , dam it i c h d i e Sac h e n au s ar b e i t en k a n n . .E i n B r i e f v o m

" fre un d l i c h e

( o hne

al t e s s t e i r i s c h e s

weit ere s .

komme n t i ert P ramb e r g e r e n t t ä u s c h t An ga b e

des

Dat u m s

),

L a mb r e c h t

St .

" M e i n e r e rwähnt

u. a . "

z u r Au f fü h r u ng

das

d e r G e ramb n i c h t s "

Für Pr am b e r g e r i st 1 9 1 5 e i n

d o ch

der

1 8.

Au ß e r d e n

Sept ember

al l ab e n d l

mit

" Direktor

Sc h i l c h e r i n

a u fg e z e i c h n e t b r i n gt ,

e i n en

d em üb e r e i n

in

i n e i n e m abg e l e ge n e n Bau ernh a u s e b e i m i n s g . Bla s e n b ei

Da n k " d i e

" b e s t em

W e i h na c h t s l i e d b e r i c ht e t w i rd ,

Fra n z i s kane r ki r ch e

"

um

b i tt et

1 5 , S . 4 29 ,

Z e i t un � s au s s ch n i t t

St .

und

S e n d u n g"

Im M i kr

Zack

2 6 . 1 1 . 1 q 1 5 b e s t i:i. t i gt m i t

"

h at u nd

d en

in

der

Wort en :

.

d e n kwü rd i �e s

Jahr ,

b r i ngt

1 9 1 5 d e n G e b u rt s t a g s e i ne s Vo l k s ku nd ewer k e s .

i c h e n E i nt r ag u n g e n

d er T ag e s n o t i z e n i n

sei nem

ll'.:i k r o k o sm o s " mach t e Pramberge r d i e m e i st e n L i e d e r k op i e n auf

l os e n , Li n e s

e i n s e i t i g b e s ch r i e b en e n Bl ät t ern

T a ge s

f r a gt e

i m Z imm er wa r um

s e i n e b e t agt e M u t t e r ,

er

s e i ne r Mut t e r .

d i e s e L ie d e r

a b s c h re i b e . '' Dam i t

i c h s i e v o rrät i g h ab e ,

wen n i c h

s i e d an n z u s amm e n­

s ch r e i b e n w i l l . I c h w i l l näml i c h e i n gr o s s e s Werk s c h r e i b en , v i e l l e i c h t v o n 5 od er 6 F o l i o b ä nd e n , s o ähnl i c h wi e d er D e c hant S t a d l e r 1 i n K ö flach . " " Di e we i s e

Püh r e r i n

s e i ne r K i nd h e i t

b e r�e r s e i n e M u t t e r l i e b e v o ll p fl e � e ,

wo l l t e we i t e r w i s s en ,

s c h re i h en m e i n en

d aß

es

ged e nk e ,

Ko p f u n d

a n e r kenne n d

J u g en d " ,

" l e gt e i h r e d ü r r e ab g e ar b e i t e t e H an d

v i el l e i c h t

kann s i c h

an . "

hun d e r t

Al s Pram b e r ger

u nd

m eh r

wi e

Pram­

z u b e s c h r e ib en

wievi ele L i e der e r noch

s a h m i ch l i eb evoll

no c h vi e l e , 1 �e

und

und

ab ?J u­ auf e rw i d ert e

s e i n �i r d e n ,

nu r um De c h a nt L u d w i g St amp f e r h a n d e l n .

,


-

1 70 -

fo r s ch t e Pramb erge rs Mut t e r we i t e r :

" Und d i e wil l s t d u d an n

al l e wi e d e r i n d ie gro s ee n Bü c h e r s ch r e i b en? " Al s Pram b erger ant wo rt et e : U J a , d a s w i rd e i ne gro s s e Arb e i t werden " , r i e t s i e ihm : " We i s st d u , J u l i u s , was i ch a n d e i n e r St e l l e t ät e ? Ich s ch r i eb e ein L i e d wie d a s andere a u f gro s s e Bö gen fein s äu b e r l i c h a u f , wUrde d ann d i e s e or d n e n

• • •

" Al s P r amberger ums t ändl i c h

über legt e , d a ß s i c h d a s d e s we ge n n i c h t verwirkl i ch e n l i e ß e , we i l fua.l

e r e i nm a l e i n Hi rt e nl i e d , darau f e i n Mari enl i e d , e i n an d er e s e i n Kr ie g s l ie d , e i n Al m l i e d , e i n H e r z Je sul i e d ab z u s c h r e i ­

b e n hab e , wan dt e d ie rat i on e l l d en k e n d e Mut t er e in , daß e r e i n e Gat t ung Li e d e r au f e i ne L a ge , e i ne a n d e r e Art a u f e i n e näc h s t e Lage s c hr e i be n , a i e Lagen o rd n e n und s i e dan n b i nden s ol l e , d a der St off i n s e i ne r M e n ge i hn s o n st erdrü c k e n wür d e , e r aber , d a e r e inm a l ange fangen hab e m it d e m großen Werk , al l e T ag e e t wa s d aran arb e it e n könn e . Pram b erger fo l gt e i hrem Rat . "Dan kb ar nahm i ch i hr e Han d und küs st e s i e , di e rast l o s e H a n d

Vi e l

spät e r s o l l t e s i c h h e ra u s st el l e n , wi e w i c ht i g d i e s e Wen-

d u n � für i hn war . 2.

Di e w eiteren Kr i egsj ahre Da s Kr i e g s j ahr 1 9 1 5 b e s ch e rt e Pramb erger a u c h d en zw e i t en

s P. i n e r

t re f fl i c h st e n OOä r ch e n e r zähle r , d en " k r um p e n Ho i s " . Pram­

b e rRer wurd e a uf d e n kr umm e n Fl i c k s c h u st er Matthäus Sp e r l auf­ ge m ach t

mer k s am

u n d l i e ß s i c h im R a u c h f an gk e h r e rbau e von d em

" arm en s ch l i c h t e n , d och klar d en k e n d e n Man n , präch t i ge Märch e n '' e r z ähle n . Di e Be s u c h e rl i st e d e s Mu s e u m s erf uhr erfr e ul i c h e B e­ rei ch erung . Unt e r vi e l en anderen b e grüß t e n ihn fünf Pr o f e s s o r e n au s

8t . P a u l ,

dar u n t er S u i t b e rt L o b i s s er , stürm i s c h . S i e fa n d en

i hr e lS:rwa rt u ng e n üb e rt r o ff en . !ii i t b e s o n d erem St ol z e r f ü l l t e i hn Lob i s s e rs Lo b : " Du has t e i n .t e rk vol l b ra c h t , das j et z t woh l s c h o n ge­ s ch ät z t u n d geach t et w i rd , d e s s e n Wert ab e r e r s t i n 1 0 b i s 2 0 J ah r e n e r kannt we rd e n wir d , wenn m an an d e m s t u d i e r e n 2 ·vi rd , w a s d u g e s ch affen hast . "

S. 224

1 f

� V I , -=> . 99 ; a u ch a u f e i n e m " Sc h a l tbl at t " i m M i kr 1 5 , f e s t ge h a l t e n .

c 2"

VI '

.. , . \:)

83

"

1


- 171

-

Er

z e i gt e s i ch , l au t Pramb e rger s Be r i ch t , b e so nd er s ergri f­ f e n ü b er d i e Ä u ß erungen d e r Vol ks kuns t , h i elt s i ch l ange üb er d e m Ban d mit H o l z s c h n i t t en , Kupf e r st i c h en un d Aq uarel l e n au f a uf und b e z e i ch ne t e d i e B i l d er s amml ung al l e i n s ch on a l s e i n 11Wer k von k ol o s s al em Kun s t - u nd Lehrwert " . 1 Be s o nd e ren Ve rme rk f i n d en a u ch Pro f . Ranft l und Pro­

P e r g ame n t

f e s s o r Ferk , d er

i hm

s agt e , d a ß Pramb erger i n d er " genauen

s y s t emat i sc h e n Durch führung der �at e r i e d em gr o s s e n Mus eum in

d e r Lau d onga s s e i n Wi en we i t voraus s e i 11 und e s i hn gar

n i cnt wun der e , wenn " Dr . Geramb e i n frö hl i c h e s He i mwe h " nach Pra�b ergers Mu s e um hab e . So rg f� l t i g

verwahrt Pramberger a u c h e i n e bri e fl i c h e

Au f f orde rung v o n "Degene r ' s Ze i t g e no s s e nl e x i kon ' Wer i st ' s ' , b e gründ et 1 g 05 i n Le i -p z i g " , den b e i l i e ge nd e n Fragebo g en m ö �­ 2 l i ch st v o l l st ä n d ig gena u a u s g e fül lt rü c kz u s enden . Au ch i n d i e s em Jahr unt e rnahm Pramberger a u s gi e bi ge For s ch unge n i n

m it

L a ß n i t z . Er b e s c hr e i bt s e i ne Wand er ungen 3 Z e t t e l kat al o� und L i ch t b i l d p l at t e n , und we i lt e o ft a l s der

1

Dr . J oh ann rlanft l ; uo z en t für c h r i st l . Archäol ogi e un� Kuns t ge s ch i ch t e an d er Grazer U n i v er s i t ät und Pro f e s s or i m b i s ch ö fl . Knab e n s em i n ar i n Gra z ; Herau sgeber d e r " Kuns t ­ h i s t o r i sch e n St ud i e n , geb . 1 9 6 5 , ge s t . 1 g 37 . Am 2 2 . J u l i 1 8 99 wu rd e e r z um Pri e st e r gewe i ht . E i n e Fül l e v o n B r i e f en au s se inem Nach l a s s e be z e u gt s e i n e v i e l fac h e n Be z i e h u ng en zu d e n l i t erar i s c h T ät i g e n s e i ner Z e i t . Er war e i n e i f r i g er Fö r­ d e r e r au f s t r e b e n d er T al e nt e , z . B . �nr i ka von H an d e l - Ma z et t i . Ei n e lie i he von Br i efen b e s t ä t i gt s e i ne Fr e u nd s c h aft zu Pet er H o s e �ger und P a ul Kel l e r . ven Jahre s b e r i c ht en 1 9 3 6/ 3 7 un d 1 9 5 2; 5 3 d e s Gymnasi ums am Fü r st b i s c h ö f l i c h e n Kn ab e n s em i nar C a r o l i n um-Augu s te u m i n Gra z entn omme n . K ar l Polhe i m erwähnt ihn a l s Q u e l l e abge schri e b en er S t . Lambrech t e r Ha n d s ch r i ft en . 2 1Y i kr 1 4 , S . 27 2 .

3 n i e Pl at t e n s i nd heut e n o c h z um Gr oßt e i l b e i s e i ne r l a n g j äh r i g e n B e t r P. u e r i n Frau El i s a b e t h Wo i s et s c h l äger i n n;.a u t e rn , a u fb e wa h r t .


-

1 72

-

Gas t b e i Pfarr e r He i n r i c h F u c he b i c h l e r . Ho l z e r ,

e i n e Bn k e l i n d e s

v or sänge r i n ,

Vol k e ar z t e s T r e p e t e c h n i g u n d K i r ch e n - ·

ü b e rgab i h m b e r e i t wi l l i g h a nd s c h r i ft l i ch e Ki rch e n­

l i e d e rbü c he r und s p rü c h e

Di e H e b amme L i n a

e i n T o t e n l i e d er b u c h z ur Ab s c h r i ft .

" B e ut e " .

und Me d i z i nbü c h e r e r gab e n e i n e we i t e r e 15,

D e r Mi kr

5 . 1 96 ff ,

e nt hä l t

Ab b e t ­

Be s ch r e i bu ng e n v o n Wan d e r u ng e n

i n St e i r i sch La ß n i t z und v om W e g i n d a s Kärnt n e r i s c h e L a ß n i t z . P r am b erg e r m a c ht e s i c h N o t i z e n ü b e r v i el e De t a i l s wi e Gangl­ m u s t e r o d e r Br u n n e nk ö p f e und

h i elt

h e u t e l äng s t

zu Rar i t ät e n

p e w o rd e n e Ba u d e nkm ä l e r w i e Dopn e l müh l e n od e r Ho l z kn e c h t hüt t e n

a u f s e i n e n P l at t e n f e s t . noc h

in

An s i c ht s k a r t e n u n d P h ot o s

s c hl e ch t e r T e ch n i k )

( wenn

a u ch

z e i ge n Ba u e rnhä u s e r d e r d am al i g e n

Z e i t m i t i hr e n Bewo h n e rn . Be i

e in e m Au s f l u g m i t R o ß u n d W agen

am

7.

O kt o b e r f i el

Pr a � h e rg e r e i n n e u e r Typ v o n o b e r st e i r i s c h e m B a u e rn ha u s a u f . Was

s e in e

" Sp ü rn a s e " b e im " St al l = S t u d i um " a u ß e r d e n t yp i s c h e n w �t a l l ung e n d e s zw e i g i e b e lh o f e s • und d e s � i nd a c h h o f e s� w o d i e

fia u s l ab e n d i e . ac h t e , an

Fort s e t zun g d e s & i t t e rh o f e s i st ,

aus f i nd i g

s e i al s Ab l i c h t ung a u s d em b e r e it e e rwä hnt e n S ch r e i b en

G e ramb v om

13.

Okt .

1 9 1 5 au f g e z e i gt .


-

1 73 -

Geramb konnt e P r am berger aber n ur mi t

e i ne r Kart e

1

2 0 . 9 . 1 9 1 5 ant wo rt en , a u f d er er � hm u . a . m it t e i l t , d a ß e i n e

v.

s c hwere Augeni nf e kt i on

i hn an

e i ne r f e i erl i c h e n Mu a e um s er ö f f­

nu n� h i nd e re . Da e r s i c h noc h suh onen mü s s e , s e i nur e i ne be­ s ch e i d e ne Be s i cht i � ung d u rch Pramberge r s

T a �e bü c h e r

Jen

Lan d e s a u s s c h u ß vorge s eh en .

e n t h a lt e n b i s z um J ahre

1 g1 6

b p r e i t e vi ele Dokumen t e , d i e im D i e n s t e d er Wohlt �t i gk e i t wä h r e n d d e r Kr i eg s z e i t a u s g e p: e b e n wor d e n s i nd . e n t h e b u n g e k a rt e n "

" Ne u j a h r swun s c h ­ A u f­

h a l f e n d e m Hot e n Kre u z , Programme z u

fü h r u n ge n d er Bühne d e s Kat h o l i s ch e n Arb e i t ervere ine s

we i s e n

daß d i e Re i n e rt r ägn i s s e d e r " h i e s i gen S uppe nanst al t "

c1 R r a u f h i n ,

o d er d em Inva l i d e nfond s d e s Ver e i n e s z ufl o s s e n . Schül e rauf­ führ ungen , al s

an denen auch d i e Sängerknab e n m i t wirkt en , wurd en

" 'Vat e rländ i sc h e Sp i e l e " d e k l ar i ert .

Ein

" �rinnerung sbl a t t "

be s t ä t i gt , d aß Pramb erger " v on Vat e r l a n d e l ie b e gel e i t et , d en Wi t we n und Wa i s e n d er im Kr i e g e ge fal l e n en He ld en " e i ne Sp e n d e wi d met e . Der

lSr l ö s

v o n 1Y1ar k e n

für Hi l f s a kt i on e n d e s Kri e gs­

fü r so rgeaa.t e s s orgt e für " Kä l t e s c h ut z " , l!:i nl a d ung e n z u " P a t r i ot i sch e n Fe i e rn " h al f en d en, " Kr i e g s fü r s o r g e amt " . Brot - ,

l1 e b l -

un.1 Ka ff e e k art e n o d e r " Auswe i s e über d en B e z up: von F et t ­

p ro d u k t e n o d e r S� e i s e ö l en , b e z w . R o h f e t t en " , Zu c ke r - Z u s at z ­ � a rt e n

f ü r Ob st v e rwer t u n � u . d gl . m e h r s i n d Be l e Re für d i e L e b e n s ­

fe � r u n g i m Kr i e � .

F el dp os t korre s p o nd e n z ka rt en m it d em Vermerk " Z en s ur i er t !

Zur

Be f ö rd e rung

� a t r i ot i sc h e z. B.

g e e i ,Q;n e t ! "

h ä u fen s i c h w i e a u c h s op:enannt e

An s i c h t s kart e n z u guns t e n v o n Woh l t ät i gk e i t s zwe c k e n ,

m i t d em B i l d An dreas H o f e rs u n d d er Au f sc h r i ft : " Fü r Got t ,

K R l. -s er un d ·vat e r l a nd ! " ze

i

Di e �an d s t urmle g i t i mat i ons b l ä t t e r d er d i v e r s e n M u st e r u n� e n � e n d as " �r g e b n i s d er .lvJ u s t e rung " a u f Grund e i ne r B e st ä t i g u n,g

des

Abt e s

Sev eri n

Kal c h e r , d aß " d er h oc h wü rd i g e H e rr

P.

Rom u al d

�rRi.ü b e rger Kap i t u l a r d e s St i ft e s St . LaJilbrecht i st u nd d i e 2 s om i t Bx k u rr enz st e l l e n a c h St . Bl a s e n und Kar e bau v e r s i e h t ,

nach

W. G.

§ 29 d . 1

n i c h t h e r a n z u z i e h e n " i st .

I't! i kr 1 4. , � . 5 8 7 .

2 �b d

t

s.

320


1 74 -

-

�ufru fe

zu

Kr i e g s =IVJet all s amml ung e n "

" P at r i ot i s c h en

u n t e r v e r e oh i ed e n t l i c h e n Prot e kt o rat e n und

Art i k e l

i n T a g e s­

z e i t un ge n ü b e r " d a s m o b i l i s i e r t e Kü ch e ngerä t " b r i ng e n d i e Ab l i e f e r un g ep f l i c h t v o n Hau s h a lt s g e g e n st änd e n au s Kupf er , N i c kel

und

M e s s i n g i n �ri nn e r un g .

Ap p e l l e zü n d e n d e

z u � e i ch n u n g e n v o n Kr i e g s anl e i h e n

W o rt e :

Vat erl an d

"

.

Sch a f ft

d i e M i t t e l h er b e i ,

z ur K r i e � s fü h rung n o t wen d i � b e d ar f ! "

1

e nt h al t e n

d er e n d a s D i e Kr i e g s an­

l e i h e n f o r d er t e n a u ch v o n Pr amb e r g e r e i n e n h o h e n T r i b u t . �i n

3ch r e i ben

23. ). 1 g 1 6

i m Iv.i kr

16,

S . 75 .

b e we i st ,

d a ß Pramb erger am

7 0 0 0 Kr o n e n Anl e i h e d e r S p a rkas s e i n Me l k üb e r s an d t

hat .

Pramb e r g er v e r f o l gt

i n s e i ne m

" Mi k r ok o s m o s "

auch sämt­

l i c he P r e i s e rb ö h u n g e n . Im M i kr

16,

S . 375 ,

'•wi e n V I I . ,

1 1 De u t sch e H e i m at " ,

e i n S c h r e i b e n d e s Ve r e i n e s

b e s t ät i gt

IV1a r i a h i l f e r s t r a ß e 4 6 - 4 8 ,

h e r ger s M i t gl i e d s ch aft u n d d e n .cq. h al t In

der Z e i t s c h r i f t

1g1 3,

d e s J ah r e s b e i t r age s

" De ut s c h e He i m at " ,

Band

S,

He f t

5- 8 ,

1 q1 5 .

Wi e n

v e rö f f e nt l i c h t e Pramb e r g e r e i n e Ab ha n d l u ng ü b er d i e

" F a d s t u b e '' ,

i n d e r e r d er " k o l p o rt i e rt e n llie i n ung ü b e r d i e

B en ü t z un g d er v on

F r arn ­

' .t' A d a t u b e n ' "

ab

" b äh e n "

und

b e w e i st ,

Au c h n i rge ndwo i n d er Nähe

e nt g e g e nt r i t t .

Er l e i t e t

des

Was s e r s l i e g e n .

di e Nr .

Ve r e i n für ö s t e r­

2 4 7 u n d d e n Jahr e s b e i t r a g

v o n 6 Kr o n e n a u s . Die PrR mb e r g er

Wor t

d a ß i n s e i n e r G e g e n d d i e F a d s t u b en

lii e Wi t gl i e d s k art e P r am b e r ge r s für d en r � i c h i s c h e V o l k s k und e w e i st

d as

e b e n fa l l s e i n �e kl e b t e Vi s i t e n ka r t e G e r am b s o f f e n 8 i c h t l i c h v er a nl a ß t ,

s t a t t l i c he B e s u c h s k a.r t e z u z u l e gen .

auch s i ch

Ivian

s el b st

2

h at P i ne

li e s t :

Rom u al d P ramb e r ger , O . S . B . ( W . El f en a u ) S c h ri ft s t e l l er , Ku st o s d e s Vo l k s k un d e - fuu s e um s d er St • .Lamb r e c h t " 3 "P .

d ie

D e r 1'd kr 1 4 e n t hä l t Anm e l d e s c h e i n e Ö s t e rr e i ch i s c h en Kri e g s a n l e i h en . 1

2lVl i kr

3 .i!.b d .

15

,

'

:::> .

45 .

35•

Abt e i

un d R e c h n ung e n für


-

1 75 -

Al s s o l ch er füh lt e er s i c h a u c h " b ewogen , d er hi e s i ge n Gau b evö l ke rung ü b e r d en St an d me iner Vol ke l i e d erfor s c h un g 1 Be r i c ht z u e r st at t e n . " Er b e r i c h t et ü b e r d i e genau e An z ahl d e r in

s e in e r S amm l ung vorh an d e n e n münd l i ch üb erl i e fert en

o d e r aus L i ed erbüch e rn u nd L i e d e rbl ät t e rn ab ge schri eben e n Vo l ks l i eder au s

dem

1 8.

J ah r h u n d e rt ,

l i eder , T o t e n l i e d e r , S c hä fer l ie d er ,

d i e Anz ahl d er

H i rt e n­

�u e l l e n , d ie b i s 1 6 1 4

z urüc kr e i c h e n , im Vol k e erfragt e 2 0 00 " T an z l a " , g e gen 1 5 0

K ind e rre i m e r e i e n , ung e f äh r 40 W i e genl i e d e r unn Sch l umm er­

s prü cherl , 80 Au e zä h l r e i me , 5 2 V o l k s rät e e l , ferner Hal t e rr u f e , �ahdersprüc he , Rüc klaru fe , T e nn s p rü c h e rl , Graß hac k er , P i l ot e n­ a ch l ager u . a . ll.l ehr . " Ich danke m e i n e n l i e b e n He i mat genos s en für ihr Vertrauen u nd i hre vi e l fält i gen Angab en z u G unst en m e i ner F o r s c h un g e n und b it t e s i e , auch fernerh i n in d i e s e m Sinne

mir

b e h i l fl i c h z u s e i n . "

Au c h für s e i ne k ult urh i st or i s c he Samml ung we ndet e r

( s i ehe

e i ch m i t e i n er " Ö ffent l i c hE!'l B i t t e " an d i e Bevö l k e r un�

um s e i t i ge Abl i c ht ung ) . Im Ve r s u ch , Z e u gn i e s e d e s Hand el s und Gewerb e s , P l akat e

m i t W are nan kü nd i g un g en zu e i n e r Z e i t z u s amme ln ,

in der das

Int ere s se d er Ö ff e nt l i ch k e i t s i c h n o c h n i c ht d i e s e r Art v o n

Grap h i k zugewe n d et hatt e , z e i gt s i ch der Forsch e r , d e r v or a n d eren gem e rkt h at t e , daß man a u c h d i e s en Di ngen sei n Aug en­ merk z uwen d e n m u ß .

Heu te b il d en s o l c h e Samm l ungen e i ne we s ent ­

l i c he Ber e ich e rung k u l t urh i st ori e e h e r Mu s e en . �ere i t s kur z n ach d i e s e m Auf ru f kommen z a h l r e i c h e Ange­ b o t e , d i e Pram b erger s Vo rst el l un gen ent spr ech e n . auc h

Man

s en d et i h m

we i t e rh i n Exp onat e versch i e d e n st e r Art , L i ed er , d arunt er

fre il i c h a uch " Ga s s enhau e r " und " z e rs ungene L i e de r " . Imm er m e �r Ar b e i t ,

a u f Pram be rger h e r ei n .

Aru

e i ne Fül l e v o n Au ft rRgen st ü r zt e 3. 5 . 19 16

e r g i ng e i n Er l a ß d e r Be z irks­

ha upt man nsch aft �u rau , unt e r z e ichn e t v om k . k . St at t h a l t er e i rat , an

al l e G e m e i n d ev e r t r et un g en .

Di e Ernt e k ommi s s i on wu r d e b e a uf­

t r agt , in d er G e m e i nd e Um sc h au zu ha l t en , ob al l e anb aufäh i g en Ac k ergründ e , d i e n i c h t al s Ni e s e b e nüt zt wurd e n ,

Nr .

59

v om

1 . 3. 191 6 ,

1 T " aue rn p o st "

angeb a u t war en . v

. 6.2• 1g16 .

gem ä ß

R . G . Bl .


-

l

1 7 5a

-

�-"3.;x?� ��nrn

· ;;t · i!n�Dt'�d}i.·: . · <o·� f f e.� t r i � e � i t t �Y.... · �n gto�e .nrirg unb · mit i9ut bie gtDBe· .8rit . . :·: ;· :}•::,::';:r unfenn ·· ; · ; :,\�'1:':·:� �: ��f hr uni . fo bide S � (en f�(ul!1mtttett,: o.uJgelöft, . io llo-r aUeur �Cli . .· : ':·,� · �.f.:'-:� ·: ::· f8 e 1» u. 6 t f e t n. . b e ! e t g e n e u 5S o 1 U w n t e!. > · · · �.::�:-:·.-:� .\ �n .Smaug bn Sd�ftn�allung �ot ben iaanm··. : : ::-it�>�;l:�-; �_ ftcnb· un� in ba� txlagn, lä n gii tle������- .Si�· - . :..:·...2 .�.; . ge� eat. ba� �uf�aun bet flinfu� fmabn <it• :.. :> ��j;,_:.��; �at auaf 'un\ett' : 3nbufttie (tto� bd . ,· .. '. : :>::; :-·< .\ltaf��nt3�se�. AUt) 8atei1anbJ'Dtt_t�igun g) gan5 . .. . . J>i-·_ >:;� t1 a uy lmlcn (i r 3 eug· . · '· :,7:·:�·, ·> � ,_ 6ebeutri1b gegoben. So niffea &i� 1914 nn! ftnnbe �lnnnt�. �-�.lt_ :.:�\ ./•?,t;·:��i .;_ nuf .Sanrn, mlotlt_ . �UCJlZUltel!, 2nöpfe, �!e$.:.. .. . -� t:} ·.· :>. : .. ·�-:·. : · .�.1 znittd, <S�mieg�Ol'in u. 4. =. i)iet 9at 1916 au.m gtoaen �eil aufgt�ött, t>idlti�t fiir iuun�. ' . -., . �nb uun ift e� an bet ßeit, bie J{lt g neUen biefn f'cembrn fiitmen, fomie aucfJ bie etfien ija'&titJ.o marlen b� ein�eimifd}en ijitmen �n fammeln, beo . ' . ,. .. . . . :· l)or fu b e-cm or f e n tunben unb ffit immn t>e-r• · . '. lonn ge�en. 3cf} fautmte frit '!Beginn b� , . ·(: · . ·. . :ritgei biefe SDinge, bodj, tuenn meine 6a m miuu g . ·<:·-:·-:-·-. · .: -;,: . > >. ·:::::.: .' : aucf} &enit$ an 1000 6tüd 6ä�ft, fo .. ijl bCli na� meinem s:lafiit�alten nocfJ fe'§r, fegt m en ig. : . · . . . . - : · .. ::.� ·.. Un� fo bitte i:f) bie 2efn be-r .. �uttatn 8eitung� :. · :...· ��>'\;. . auf bi c fem !ill � ge, mit fou;e .8d!e{ famutt(n an ·. ' · :.: :. ,·-��:. =�- ' . f.} · '..< � · �etfm, tDie .8tDhnfputen, Soßfndut� Bünb- ··· · r �o�fdjad}tdn, l:u�jtüden, .6tädtDoteu unb iSafcfJ• ·. < :\f:· ·: �,��;;_ mittchr, fieig(nfJffer, Wle�[fcichn !ljtD. tJorlommen,. . . �-�· . <- :."· >"·:.�; m e au� �lafate, bie engUfcf}e ob� ftan��fif�e. · ·/-� <!� :,;;·;:: '. . .·..· :,. ;�,:;� :: , mlamtllnlünbigungen tnt�a{ten. Ci&enfo �a&e wa�tgenommen, . bLl'ä �nftcf}t.itattcu (mit ()rt- :��>�> � , . :·,_� :, fcf}aften, Qiegenbm), · �titglaufidjtJfcrctm, r,e;,._:.:·. �r:'\::.�� ��. f�ne&en e ijetbpojttarten XJettDo�fen toerb�. �rln; . : �s · - .-. :. ::: · tiebr"'finuube ! Stid}t bettuetlen, · ni�t t>et9ei3en:.--:- · :·��--��-· ·-�:;;· t . �e�m ben �f\nbe( · übnf(üjfiget Rarleu unb · ·. · . ·: . : :--- :··: : fd}icft �e mit. 3d} otbne fte 11 11cq �in bmt un� . . ' : .: _· : !Be3idcn in meine topograp�i!c!Je Sammlung ein, · ... .: ·.: . .\ ·._. .'. icf) bemogte 5hieg� unb fidbpoftlarten füe bie · · ·\ (: .' ':-.�,� macgllldt auf. . iltju . �dft mif fam m eln, �iwe_' > . ��- .. ffrennbe ! . P. ffi ll nt u a l b � t a m & e : g e r . :..' :. . .., - ·: ·. : ::\ • -_ : 1 ) . ·. r.-: t ol;<lmut. o. t. """' t::! t\••ft >;;> "'Jl . c : :· ;_ , .' ': :. : .: · , ::.�;: ;.:; · ! . >;;> ,,_

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" Murt a l e r Z e i t un g " , 2 2 . Ap r i l 1 9 1 6 , Se i t e 5 .


176 -

-

" Di e Be s it z e r n i c h t angebau t e r F l ä c h e n s i nd z u v e r h a l ­ t e n , s o fort mi t d em A nbaue z u b e gi nne n u n d s i nd b e s o n d er s d i e Gr u n dst ü c ke d e r Gr o ß grundb e si t z er u n d j e n e r Gr u n d b e ­ s it z er , d i e , o bwohl s i e g en ü ge n d Ack e r grü n d e h a b en , d e n n o c h Br o t kart en be z i ehe n , für d e n An b au z u b e st i mm e n . U m Saa t ­ gut kann h i eramt e ange s p r o ch e n werd e n . Di e Ern t e k omm i s s i o n hat h i e rü b e r unm i t t e l bar ku r z b i nne n l ä n g s t en s 8 T ag e n z u b e ri ch t e n . " 1 I n e i n e m Sch r e i ben

vom ? .

ge rijt e

J ul i

d er k . k .

B e z i r k e haupt m an n s c ha ft Mur a u

1 9 1 6 w u rd e Pram be rger m i t d e r Abl i e f er u ng d er Met a l l ­

für Kr i e g e z wec k e b e f a ß t .

e i n Eh r e namt war ,

Al e V e rt rau ens mann ,

h at t e e r d i e b e i l i e ge n d e Ge l ö b n i s f or m e l

Ei n De kr e t vom

k o mm i e e är e i n ,

und Pramb e r ge r m u ß t e m i t

z u Hau e g e hen un d a l l e s Kup f e r ,

e i nem Sac h v e r st ä nd i ge n Z i n n od e r s o l c h e L e ­

gi e r u n g e n b e s ch l agn ahme n .

Pramb e rger wol l t e s i ch

l i c h e n A u f ga b e e nt z i e h e n ,

u m d i e Bau ern n i c h t n o c h m e h r z u

" Es nU t zt e n i c ht .

re i z e n .

I ch m u ßt e e i n f ac h ,

das Vert rau e n z u m i r h at t e . "

2

Pramb e rger k onnt e d i e

d i e B l a s ne r Gl o c k e n " f i e l e n d em Kr i e g sm ol och E i n Sch r e i b e n d er k . k .

14 .

Mär z

d i e s er p e i n­

w e i l d i e Beh ö r d e

K i r ch e ngl o c k e v o r d em Z e r s c h l a g e nwe r d e n r e t t en . und

zu

1 2 . J u l i s et �t i h n z um �et al l ­

unt e r f e rt i ge n .

v o n Hau s

d e s s e n Am t

gro ß e

D i e an d e r en z um Op f e r " .

B e z i r k e h aupt m a n n s c h a f t v om

1 9 1 6 an u ämt l i c h e � c h ul l e i t u nge n d e s p o l i t i s c h e n

Be z i r k e s un t err i c ht e t über d i e G o l d e i nl ö s ung gegen Z ah l u n g s ­ m i t t e l d e r Kr one nwäh r u n g . un d S i l b e r g e rät e , ö s t e rr. - u ngar .

D i e fr e i w i l l i ge Ab gabe p r i vat � r Go l d ­

S c h m u c k et c .

s o l l t e " d en Go l d s c h a t z d e r

� o narc hi e u n d d am i t

d i e me t a l l i s c h e Gru n d l age

d e s G e l d we s e n s ver st ärken . " Au f r e gu n g für d i e Bau ern und gro ß en Ei n s at z v o n e e i t en P r a mb e r g e rs v er u r s ach t e d ie v e r fü gt e Hau smüh l e n s p e rr e . " I ch n a hm m i ch

( wi e

vo r d em Kr i e � e um d a s Mü h l wa s s e r ­

rec ht ) j et zt um d a s Mü h l r e c h t d em St a t t h a l t e r g e g e nüb e r

an , d a v o n i hm d i es e u n s i nn i �e n Ve r fü gunge n s t ammt e n . I c h e r w i e s , d a s s i n Bl a s e n s ammt d e n Hau s mü h l e n 2 0 I'iiü h l ­ �ä n ge d a s G e t r e i d e d e r B e v ö l ke r ung b i s h e r g e m ah l e n h at t en ' n un aber nur v i e r Gä nge d e r zwe i h�u t mü h l e n d i e roe h l v e r s o rgu n g d u rch fü h r e n s o l l t e n • • • " 3 1

h11 k r

2 .r.;

3

VI ,

16,

S 73 •

3. 1 1 3 .

.r.b d . , S . 1 27 .

f.


-

177 -

Mit d e r Z un ahm e von Pram b e r ge r s Au f gab e n w u c h s en e �c h

d i e Snt t äu s c hunge n .

" Man l i e s s m i r ' s s pür e n ,

dass i ch in ihre

T e nn e n h i ne i ns c h au t e , i c h galt i n i hrem M i s st rau e n 1 a::. a i hr Fe i nd . " Di e E i fe :-:- s u c ht d e r Karc h a u e r , d a Pramb e r �er St ä l l e und

n u r für d i a Bl a s e n e r d i e

b ra c h t e b e im Abt St . i hm .

B l a s en )

Ei n b e ken nt n i ss e s e l b s t s ch r i e b ,

e r­

( e r war d er Bru d e r vom M ay r z u L e s s i ac h i n

Be s c hwe-rd e n ,

" d e r s e i n e m Br u d e r m e h r g l a u b t e "

als

'' De sh al b v e r s c h af f e

i ch m i r d u r c h d i e s e N i e d e r s c h r i ft 2 b e i i h ren K! nd er n Genugt un g . " Pr amb erge r t ru g z e i t we i s e s c h wer an und

s e i n e n Ernt e ko mm i s s i o n e n

s u c h t e a u c h z w i sch e nd u rc h um En t h e b ung a n ,

b e z ü gl i c h

fand ab e r d i e s­

v orläu f i g ke in Ge hö r .

Oben d r e i n h at t en d i e B a u e rn i n d ie s e r Z e i t

gr o ß e Ve r l u s t e

d u r ch s c hwe r e Hag e l we t t er z u b e kl a� en . S o gab e s Au s e i n a n d er­ s et z unge n m i t

" j äh z or n ig e rl' El t e rn ,

wenn Pramb e r g e r d e n e i n en

o d e r and er e n Bu b e n al s n i c h t wü rd i g b e f and , un d Komm un i o n z u g e h en .

zur Er st b e i ch t e

Si e wiir d e n " d en Baum s c h o n s t u t z e n " ,

d r o h t e e i n K i rch en p r o b s t ,

" w e n n e r h o c h b i n a u s wo l l e " .

Be s o n d e r s t r a f i h n d e r " zw e i t e H i e b " unt er d em e r " n o c h s chwerer

z u s ammenk n i ck t e " :

" · · · t rat der S c h an i z u me i n e m Wagen un d g a b m i r e i n e b äuerl i ch e Han d s ch r i ft m i t d e m Re i ft ä n z e r s c hwank u n d s p r a c h d ab e i et wa s z u m i r . Da s ch al l t e vo n d er H a u s t ü r e h e r d e r R u f d e r al s g e 1 z i g v e r s c hr i e n e n B ä u r i n ( d i e i n d en v e r ­ gan ge n e n Ad ven t t ag e n n i cht e i n � i fü r m i c h geh abt ) l a u t z um Sch an i i � ' G eh komm h e r , S c h a n i , l a s s d e n ! Er v e r st eh t d o c h n i x ' . 'u

B e b e nd t r i e b Prambe rger Bn ,

s e i n � f er d

zu s c h n e l l e re m T em p o

da i h m d i e Au g e n n a ß g e wo rd e n war e n u n d s c h mü c k t e

W a ge n m i t e i n e m Almraus ch . n o c h Fr e u d e . " \'ii e

s e i ne n

" We n i g s t e n s d i e Bl um e n m a ch t e n m i r

s o o ft h o lt e e r s i c h au c h d i e smal T r o s t b e i

d e r alt e n S e e b ä ur i n . " E'r o z z e l n " krä n kt e i hn e b e n fal l s

s e hr .

Al s

e r e i nmal

un t e rwegs Le ut en f r e un d l i c h e rwe i s e m i t t e i l e n wol l t e , 1 2

E 'li ,

S. 1 1 3.

Eb d

• ,

S . 1 02

s• 1 1c

3 J<;b d

'

daß

der


- 1 78 -

S e g e n s c hon vorüb er

e r s t dre i . eine

sei ,

Da wa r e wohl gu t ,

Uhr

ri cht i gge h e nd e

w e n n d e r P f ar r e r

e in s t e c ke n t at en ,

A l e .Pramberger b e l e i d i gt d av o n f u-h r , " De r Pfarr e r h at

s e i n e m M u s e um

aus

" Dr obn a u f d e m T u rD.1 w i r d e

m e i nt e n s i e :

Al t e r s s c hwäc h d a s R e n n en d e k r i egt .

n ä c hst e m al

e i n Zwi e f e l hap p e l " .

h ö rt e e r n oc h d i e W ort e : a.

Uhr g ' h o l t ,

J uh u i ! "

und r a s c h v er s ö h nt

Hoc hbe g lüc kt

al s

' e

1

ä u ß e rt

d i e h at v o r

e i c h Pr a m b e r g e r

immer dann , w e nn s i c h i r ge n d j e m a n d f a n d , d er d a s Ei s " N i x m e h r l a uni s e i n ,

He rr P f o r a l " u n d n ac h u n d n ac h

b rac h :

" al l e s

v e r s ö hn e nd ''

n a c h s e i ne r Re c h t e n gr i f f u n d Pramb e r g e r wi e d e r

L i eb e sgab en

für s e i n e Mu t t e r e r h i e l t .

Ihn p l a gt e a uc h d i e

Ei f e r s u c ht

au f d en Ob er l e h r e r Rub i s c h ;

a b g e s e h e n vo n d e r v e r ge b l i eb e n Hof f n u 'tg au f L i e d. a u fn e h m e n m i t ihm ,

d e r vom M i l i t ä r d i en st

.Pre.wb e r g e r

d en

" b e häbi gen Mann "

n i c h t daz u

b e we g en

s e i ne n Ma n g e l an m us i k al i s c h e r Aus b i l d u n g .

bereute i hn ,

k onn t e

d er S c h u l e wegen en t h o b e n wa r •

wenn Hub i e c h ,

der bei

2

Es v e rl e t zt e

d e n Get re i d e a u fn a hm e n al s Sc h r e i b e r

b e i d e r B e w i rt u ng d a s s ch ö L e r e Ge s c h i rr b e k am ,

fun gi ert e ,

ab e r e i n m i n d e r e s o d e r " s o Rar h ä n k e l l o s ge s p r un g e n e s " . Bev o rz ugu np.

b e i L i e b e s gaben

konnt e P r am b e r ge r b i s

an

i ns h o h e Al t er n i c h t v e r ge s s e n .

um d i e R o l l e n a l s A u f n e hm e r un d Sch r e i b er , Sc h l i e ß l i c h

er

Di e

d i e Fami l i e d e s Ob e rl eh r e r s

p:e f o rd e rt e Bo d e nma ß a u fn a hm e n e rgab e n e i n e n s t ä n d i � e n

Begl e i t e r war .

und

Neu e r l i c h " IY: ac h t kampf "

we l c h er " n u r " d e r

f l ü ch t et e Pramb erger i n d i e Kr an k­

hei t . Zu

a l l e m U b e r d r u ß ge s c h ah e s

in der Zeit ,

in

d er

seine 3 d a ß d i e Sc h l i t t e n k at z

N e rv e n a u f s ä u ß e r s t e ange s p an nt

w a r en

nicb�

un d i m St u r z e d i e r ec h t e An z st ang e

hi e l t ,

1

E VI ,

s e i n Pf e rd s t ü r z t e :;;) • 1 1 2

,

2

De r Yol k s l i e d f o r s c h e r , Vo l k s l i e db e ar b e i t e r und C h o r­ l e i t e r Di r . Al o i s St e i n er , e i n g ebürt i ge r St . Bl a s e n e r v o m S e e b a u e rnh o f u n d Säng e r knabe i m St i ft St . Lam b r e c ht , h at t e �ra mb er g e r al s Re l i gi o n s l e hr e r . Er e r i n n e rt s i c h d ar an , wi e d i e Bub en l a ch t en , w e n n Pramb e r g e r i n d e r ke s s e fa l s c h i nt o n i e rt e . St e i na r s Wü r d i gu n g d e r Ve r d i e n st e P r am b er g e r s w i r d n o c h ge­ a o n n ert zu b e h and e l n s e i n . Ei n � e t a l l s t ü c k m i t Z a c k e n , d a s h i nt e n a n d e r K u f e b e­ f e st i gt w i rd und a l s Brem svo r r i cht ung d i e n t . 3


-

1 79 -

abbraoh . Ale e s a u c h w e i t e rh i n m i t der d afür v er an t wo rt l i ch en Sch raubenmutt er n i c h t m i t recht en Di ngen z ugi ng , b e st i e g e r d en Wagen n urme hr m it e i n em " I n Go t t e Nam " und v e rl i e ß e i ch a aß j a s e i n MUt t erl e i n fü r ihn bet e t e .

d ar�u ! ,

T rot zdem fal l e n i n die s e s J ah r wi cht i ge For e c h u ng e erReb­ n i s s e . Mi t t e Augu st d urchwan d e rt e Pramb e r g e r d as G e b i e t um Pöl l au .

� e i n Ru c ks ac k ent h i e l t Me ßwe i n un d Ph ot o p l at t en ,

e t wa s

Wäsch e z um We ch e e li1 u nd d i e n o t wen d i ge n Leb e n s m i t t e l , um s i c h d i e Sp ei s e n i n Gast häu s ern schmackhaft er zub er e i t en l as s en z u kö nn en . In s e inen E V I , S . 1 1 6 ff , gi bt Pramberger m i t r e i ß e n d e Sc h i ld e runge n ü b e r d i e Erge bni s s e d i e s e r Wan d er ung e n und hat d am i t w i r kl i c h e " Ve rgan g e nh e i t " f e st gehalt en . An fan g Sept e mber unt e rn ahm e r a u s g e d e hnt e Wan d er unge n i m �ungau . Dort b e t ri eb e r i nt e n s i ve St u d i e n .

S e i ne B e ob ac h t ungen

u n n vergl ei c h e n d en Bet rach t un ge n dürfen al s b e ac h t e ns w e rt be­ z e i c hnet wer d e n . Z we i we i t er e Be gegn ungen m i t Ge ramb v e r z e i c h n e t Pram b e r­ und 1 4 . Augu st 1 9 1 6 .

ger am 9 .

m ar k t

Geramb war i n Jud e n b u r g und Neu­

al s Kuns t sac hver s t ä nd i ger fUr d ie Met al l s amml ung ei ng e ­

s e t z t . Au f e i n er Kart e a u s Ju denb urg v . b e rg e r m i t d e r roi tt e ilung ffiut ,

2 3 . 7 . 1 9 1 6 g i b t e r Pram­

d aß Mus eum s gege n s t ä n d e n i c ht ab­

z u l i e f e r n s e i e n , wohl ab e r d i e Me s s i ngt e l l e r d e s R e f e k t o r i umA . G e r e.rn b e r kl är t e s i c h b e re it ,

für das " Kupf erge f ä ß ( 2 5 c m h o ch ) "

e i n e Be s c he i n i gun� zu s ch r e ib en . Pramber ger , d e r b e i di e s en

Samml ung e n s e i ne Be obacht ung e n mach t e , n ot i ert i n s e i n e n E VI , �. 1 1 6 :

m i r t at d a s H e r z weh , a l s i c h d i e ural t en Z i nnm o d e l n

" · · ·

d e s Leb z el t e r s sah , l e b m ach t e

Geramh d ar a u f au fmer k s am . V i el l e i c ht hat e r s i e i ns

� u s e um geret t e t • Zac k , mit

(v.

d i e d ie s er d em Vat erland zum O p f e r b r a c h t e .

• •

"

der b e r e it s p e n s i o n i e rt war ,

" ab e r - w i e s i e s e hen -

Gä n s e fü ß c h en " , v e r s i eh t Pramb e rger , d em e r i n z we i B r i e f en 5 .2.

und

20 . 7 . 1 q 1 6 )

s e i ne Wün sch e m i t t ei lt , wi e d er au s g i e b i g

m i t Arb e it . We nn Z a c k i mme r w i e d e r " e i ne Quä l e r e i " e i nf äl l t " .fJu v e r f l uam st ! " d ann z wi n gt e r Pramb erger i n s e i n e n Bri e fen � we i fe l l o s z u ernst haft er

bere i ch

Au s e i nan d e r s e t z un g m � t d i e s e m T e i l­

der Vo l k s k u nd e . �an gi bt Pram b e rger r e cht ,

wenn e r ü b er


- 1 80 -

d e n Sch r e i b e r e i n e s Art i k el s z u r P fl e ge d e s V o l k s ge s an ge s u r­ t ei l t :

"

• • •

d e r e i n e o d er

und d ann anfi en g ,

zwe i H e nn e n i n s e i n e r Kü c h e h i e l t

b e l eh r e n d e

Wort e ü ber Hüh n e r z u ch t z u s ch r e i ­

• • • " Di e Be s ch ä ft i gung m i t

ben

a l t em L i e d g u t v e r a nl a ßt e P r am­

b er g e r z ur Ab f a s s u n g e i n e s A uf s at z e s ü b e r Sä n� e r s c h ule "

1

"

" D i e St .

Blasner

o

• • • Di e Haupt stüt z e d e s k i r c h l i c h e n Vo l k s g e s an ge s ab e r waren b i s h e ut e d i e P fa rr d o r f s ä n g er s ch u l en , wel c h e b e s o n­ d er s i n ab s e i t s g e l eg e n e n Geb i rg s gräb e n i n gerad e z u au f ­ fäl l i g e r We i se s i c h e rha lt e n h ab e n • • • "

In P .

Hugo v o n Sch e l v e r fand Pramb e r ger

�a c h e i nt er e s s i e rt e n Mi t b r ud e r .

s i n d v e r merkt .

wen P r am b e r g e r a l s V o l k s ­

d e n L e h r e r o d er d e n Ge i st l i c h e n ,

Pra � b erge r l e i d e n s ch a ft l i c h

für

seine

E i n i g e Di s kus s i o n en m i t i hm

Au f S c h el v e r s F rage ,

k un d l er b e v or z upe ,

e i n e n für

set z t

d e n Ge i s t l i c h e n e i n :

11 e r i n d er R e g e l n i ch t· z u faul wäre •

N u r e r k ön n e ,

"

• • •

z .B.

s i ch wenn

Gl a u b e n

v o n Ab e rg l aub e n t r e n n e n , " s owe i t s o l c h e r l e i ü b e r haupt mö gl i c h s e i ; aber a u c h um d a s Vo l k d ar i n a u f z u klär en , wi e s ol ch e Di n g e , Am ul et t e , Se ge n , B e s pr e c h bü c hl e i n z u h an dhaben s e i e n , aber n i c h t u m i n t ö r i c h t e m Fanat i sm u s d e m Vol k e a l t e r erbt e s h e i l i g e s Vo l k e gu t z u e n t r e i s s e n un d z u v e rn i c ht e n . Da s i st a u s s c h l i e ß­ l i c h Re s s o rt d e r Ge i s t l i c h e n , d am i t n i c h t s o l c h e r U n s i n n g e sch e h e w i e i n · �n n st a l er i s c h ' , wo d er Vo l k s kund l e r Gl a u b en 2 u n d Ab e rgl aub e n w i e Kra u t und Rüb en d u rch e i n and e r wi r f t " •

lebte

Pra1n b e r g e r s T h e ori en ge f i e l en

alli 9 . De z .

Gr a z e r " 'f a ge s p o s t "

11

d e n d am al i g e n

von

Vom Ba uernm u s e um d e s St i ft es

gi bt

l.Tr i f' f e " t u n 1 ,..,

ge b .

S e i t wan n i s t

St .

L am b r e c h t " .

d en n d e r Bau e r m u s e um s ­

er e i n e n we rt v o l l e n i nf o rm at i v e n Ei n b l i c k

fle r amb un d L o b i R s e r ,

v e rl e i he n ,

11

8t a n d d e s fuu s e um s .

d i e B i l d e rs a mml u ng zu

er­

H u g o von Sc h e l v e r b e r i ch t et i n d er

P.

iYli "t ·d em Au sru f b e g inne nd : in

Pramb e r g er

1 9 1 6 d i e Fr e u d e , d a ß e r von e i n em K o nv e nt m i t ­

gl i e d g e wü r d i gt w u rd e .

fä h i � geword e n ! "

S ch el v e r .

Er v e rwert e t e d ar i n Ur t e i l e

d e r w i e d er h olt

z u st ud i e r e n und

wi e P r am b e rg er

'' d i e s e

i n das

S t i ft kam ,

um

s e i n e r Ve rwund e r u ng Au s d r u c k ungl au bl i c h �l ti c kl i c h en

konn t P. .

Verö f f e nt l i c h t i rn " Gr a z er V o l ks b l at t " v .

'" Ge m e i n t i st d e r am Karl. � e i t e r e r .

5 . 5 . 1 9 20 .

1 7 . � e p t . 1 86 0 i n St . P e t e r i m S ulmt al


- 181

fü h r er

)

der sich schon 1 9 1 4

Ed u ar d St e p an ,

Dr .

-

an Pr am b e r g e r gewandt h at t e ,

b i tt et

( noch

al s

ihn 1 9 1 6

Sc h r i f t ­

a l s He r a u s ­

ge b e r d e s

B l a t t e s fü r d e u t s c h e s L e b e n u n d d e ut s c h e Arb e i t " De ut t:Jo h e s Vat e r l an d " " um M i t a rb e i t am d e u t s c h e n Vat er l an d "

un d

fü r d a s B l at t .

We r b ung

N o v e mb e r ,

Den 2 1 .

1

d e n T o d e s t ag d e s Ka i s e r s ,

b e r g e r a u c h an ge s i c h t s d e r T at sac h e , un t ü c h t i g war , d ü n kt e " .

und

b e kl a gt Pram­

daß d e r Nac h f ol ge r n o c h

d i e He e r e s v e rwalt u ng n un t at ,

" wa s i h r g u t

Ei n e R e i h e n e u e r V e r or d n u n g e n iiber H e u u n d G e t re i d e

un d d e s s e n An b au st i ft et e i mm er m e hr V e r w i r ru n g .

Da s We i hn a ch t s f e e t b e s c h e rt e nur w e n i g e n K i n d e r n e in 2 Ob r i s t b ä umc h e n " u n d s o m an c h e s t r ug n u r e i n Ke r z c h e n " . Au c h i�

�t i ft e

e n t f i el e i n e o ff i z i e l l e

Fe i e r .

" le b h at t e i m Z i mme r m e i n e s Müt t e r l e i ns v o r d em P a p i e r­ kri p p e r l fün f b r e n n e n d e Ker z e b e n ange s t e c kt . Un d d ab e i t ra n k en w i r warm en We i n • • • So s c h l os s e i n s c h i c k s al s r e i c h e s

unru h i ge s u n d fre u d e narm e s J ah r , für m a nc h e war e n d i e s e We i hn ach t e n d i e l e t z t e n s e i n e s L e b e n s , au c h f ü r m e i n .Mtit t e r­ lein . "3

Di e Ka r l

anfn n gl i ch e n Fr i e d e n s h o f f nung e n ,

an geb ah nt ,

wu rd en

fü r ?ram b e r ger n a h e .

N1a n

wo l l t e

d o r ""G

d en

wu c h s ,

S i e gf r i e d e n h ab e n . 1 1 4 P r am b e r ger s

al s d i e Er nt e k omm i s s i o n e n w e i t erh i n

Di e P fl i c h t e n b e i

d e r Re q u i r i e r un g d e s H e u s g i n g e n

s c h o n ü b e r Pram b erge r s Kräft e .

vi elen

z upr e s s e n

Hage 1 s ch läge n ,

M an v e r l an gt e v o n i hm ,

tie i ma t s c h ut z ge d an k e n " ,

" un b e s c h a d e t m e i n em

wa s in s e i n e n Aug e n den gan z e n Ei d au fh o h •

. �r mach t e d ie s e n N a c h s at z s e i n e s Gel ö b n i s s e s g el t e n d , fU r s e i n e

�r

B e gr i ffe

b e ga n n n un ,

1 Au s 2E

3 Eh d . 4 �b d .

un s i n n ig e

V e r o r d n u nge n

wo

S. 1 31

er

annul l i e re n w o l l t e .

d e n L e ut en b e i d en Ko nt r ol le n z u h e l f e n .

e i n e r P o s t kart e v .

VI ,

nach

d e n Ba u e rn a u c h n o ch d a s L e t z t e h e r au s ­

..b; r e r gän zt e d i e Ei d e s f o rm e l m i t

Di e Ur s a c h P. d afür l a g

d i e J�. i l i t är v e rwa l t un g " h i n t er d em H a f e r h e r war wi e

un d

d e r T e u f el " . n un

j un g e n Ka i s er

" L ud e nd o r f f und d e r p r e u s s i s e h e M i l i t a ri sm u s .

d u rc h a u s e i n e n

Ho f f n un g sl o s i g ke i t

t a p;t e n ,

s eh r b a l d z e rst ö rt .

1 9 1 7 v om

2 0 . 1 . 1 9 1 6 e r s i c ht l i c h .

Sein


- 1 82 -

ge sc hult e s Au ge b e m e r k t e s o f or t , w e nn e i n Ver sc hlag , wo e t l i c h e �ä c k e Ge t rei d e Pl at z h ab e n kon nt en ,

get arnt war . Er wußte au c h , wi e das M i l i t är ab z u l e n ke n war . Er r i e t d e n Bl a s n�rn u nd 1amh re c h t e r n , d ie l a n g g e d i e h e n e n Br en n e e s el n ab z umäh e n w n d al s H e u au s z u g e b e n . �r z e i gt e e i n Her z für d i e Arm e n und d i e j e n ig e n , d i e s e l b st ke i ne Fe l d er hat t en , i n d em er �r l ä ase für s i e e i n fa c h d u r c h k r e u zt e Di e Hau smüh le n waren t r o t z Pramberge r s Bemühungen ge­ s p e rrt wo rd e n . Wenn k l e ine r e Ba u ern i h r l et zt e s Getreid e , das s i e vi ell e i c ht n i c h t an ge m e l det h at t e n , z u r Mautmühle b rach t e n , un d s o g e n an n t e �"üh l e n k o n t r o l l o r e s i e überwac h e n wo l l t e n v e rwi e s e r auf e i nP n an d er �1ühl e nt ür an�ebrach t en Zett e l " Unbe fugt e n i s t das Be t r e t e n der .M üh l e v e r b o t en " . Auswe i s e d er Beamt en komDJ ent i e rt e er m i t : " Wann s n i t gefäls cht i st " . B i s di e Ko n­ trol l or e z ur Ge n darm e r i e f u h r e n , um s i c h zu b e s chwer e n , hat t en d i e Ba u er n i h r n i c h t gemeld e t e s Get r e i d e o d e r Mehl l ä n g st v e r­ st e c kt . Bau er n , d i e e s v e r ab s äumt hat t e n , au ß e r rast enden Brac hen 1 ve rhal f er zu ver s�äte­ al l � s un b ebau t e La n d zu b e w i rt sch aft e n , t e n. Saat gut . Au f d i e s e W e i se konnt e e r de s ö ft er en d i e Kri e � s n ot d e � M u s e um d i e ns t bar mac he n , w e i l ihm d i e dankb ar e n Bau e rn v e r sc hi ede n e Di n g e f ür s e i n �u s e um b rach t e n . & an ruh t e n i c h t , d em Bod e n n o c h mehr abz ur i ngen . M a n w o l l t e es n o c h g rü n d l i c h e r mac hen u nd m it e i ne r Kat ast e rr egu­ l i erung b e g i nn en . Da zu wen i ge G e omet e r z ur Verfü gung s t an d e n , mu ß t en auch dafiir d i e ..i:irn t e k ommis s ä r e "herhal t en " . Prarnb erger muß t e m i t d em ne uen Lehrer , Ebn e r , z ur d i e sb e zgügl i c h en Unt er­ we i s u n � na c h N e u m a r k t fahren . Dort e rh i el t e n si e von j ed em B a u e r n d i e Gr un dbe s i t z b o � e n u nd d i e G� m e i n d e m app e n . Be i d i e s en ::5 t u d i e n l er n t e P r a rn b e r g e r e i n e M e n ge int er e s sant e r Fl urnam e n k e n n e n und nahm e n e �g i sch g e ge n n un e r s i ch t l i c h e Grenzver s c h i e­ b u n ge n zwi s c h en d e n We id en e i n z e l n e r Bauern St e l l un g . Pr amb erge r hat e s s i c h i n d i e s e r Z e i t s i c h erl i ch n i c ht l e i c ht g e m a c h t . In e i n e m Sc h re i b e n an Ger amb v . 2 6 . 9 . 1 9 1 7 m it Kart o f f e l n

.

,

1 r m rv,i kr 1 7 , S . 1 2 8 , b e f i n d e t s i ch e i n e An l e i t ung für d i e �rh e bun g d e r An b a u f l ä c h e n u n d d e s S aat e nstand e s im Jahr e 1 9 1 7 .


- 1 83 -

b er i cht e t

er

a

um G e w i ß b e i t üb e r d a s t.'r nt e e r g e b n i a e i n e s

". . .

j e d e n Hau s e e z u hab e n " , geführt

zu h abe n .

den Prob e dr u s c h i n j e dem Ac k e r d u r c h ­

1 5 P r ob e d r u sc h e 2 6 6 Pr o b e ­

" Da s i s t s t at t

n un k omwe n n o c h d i e Kart o ff e lpr ob e gr ab ungen • • • "

d r u s ch e ,

Pramb erge r s c h i l d e rt t i o n e n al l e r Art .

s e i ne

Be o b a c h t ungen ü b e r Korru�­

Be i d e n V e r s c hl e i ß e r n v e r s c hwand e n W a ren ,

i n Lage rhä u s e rn v e r d a r b e n d i e Gü t e r .

t at e n e s i n Fä s s e r und l i e ß e n d i e s e

das rohe Fett

abl i e f e r n ,

s t e h en .

"

bis

b e gan n .

Der Kaf f e e wu rd e l ä n g s t m i t

• • •

F e t t komm i s sär e l i e ß e n s i ch

d i e Ma s s e w i e f a ul e n d e s Fl e i s c h "

z u r i ec h e n

Sa c b ar i n g e s ü ß t ,

ab er

" im

Surr ogat ka f f e e b e f an d e n s ic h Kä f e r h ax e l n " . Dan eben l i e f d i e K r i e g s o p f e r für s or ge . l i e h d e n l e t zt e n F a d e n Sc ha f w ol l e s amm l e r k l o p f t e n an a l l e T ü r e n . wan d t e n

ab l i e f er n

" Man s ol l t e w i r k­ • • •

" Al t w3. s c h e ­

Ve r s c h i e d e n e I n s t i t u t i o n e n

e i c h m i t B i t t e n u m Z uw e n d u n � e i n e r Gabe an P r am b e r ge r ,

" a l s güt i ge n Fö rd e r a r d e s pat r i o t i s c h e n Unt e r n ehm e n s " . Pr am b e rge r l i e f e rt e m u � t e ab e r f e s t s t e l l e n , wu r d e n . "

daß

1

" ge p f e f f e rt e Art i k e l " an d i e Z e i t u ng e n , " d i e s c h är f st en St e l l e n g e s t r i c h e n

.JJ e r hl i kr 1 7 e n t hä l t we i t e rh i n Erlä s s e d e s St at t halt e r s und

Es e b e c k ,

P ramb er g e r h at t e we i t e r b i n " gefäl l i gs t v o n d er

• • • " Ein e L e gi t imat i o n b e r e c h t i gt e :Pram­

Ka n z e l z u v e r :ru n d e n b e rger , auch

" i n d e n Be t r i e b s

=

V o r rat s

=

un d

s o nst i g e n Rä um e n ;

Woh n r ä ume n d e r �r o d u z e nt e n B e s i c ht i gungen v o r z u n e hm e n u n d

Wi r t s c h af t s

=

u n d Ge s ch ä ft s a u f z e i ch n u n g e n e i n z u s e h e n . "

Au ß e r �r ob emah d e n und K o nt r o l l a u f n ahm e n k am e i n e n e u e Aufgab e au f Pr am b e rger

zu ,

n äml i c h d i e d e r Ernt e e i n s ch ät z u n g .

Di e Ern t ek omm i s s är e m u ß t en z u r Bah n st at i o n d o rt Anw e i s un ge n ,

wie

d i e s e T ät i g ke it

. " Da s agt e n d i e Ba u e r n t at s ächl i c h : we il

komm e n

und e rh i e l t en

d u rch zufüh r e n s e i •

' Je t z t wi r d d e r Kr i e g b al d

aus

s ei n ,

d i e Komm i s s ä r e s c h o n d i e K ö r n d l i m Fe l d zähl en ' . "

Di e

& n t e k omm i s s ä r e m u ß t e n " e i n e n T s chüp p e l Ä h r e n

v o r.

e i n e r Gr u n d f l ä c h e v o n e i n e m � u a d rat m et e r i n d i e l i n k e

Han d n ehm e n u nd

kl e i ns t e n Äh r e 1

VI ,

( b e zw

Häl m e ) "

mi t d e r r e ch t e n d i e Kö r n e r d e r grö ß t e n u n d zähl en .

S. 1

32

Di e Erg e b n i s s e m u ß t en i n Dr u c k s ort e n

der


-

e i nget ragen ,

1 84

-

un d a u ß e rd em d i e d ur c h s c h n it t l i c h e H ö h e d e s H a l m e s

au f d e n unt e r s c h i e d l i c h e n F e l d er n und d i e Län g e d e r Äh r en ge­ me s sen und s ch r i ft l i c h f e e t geh alt e n werd e n . N e b e nb e i l i e f Pramb e rg e r s Ko rr e s p o n d e n z we it e r . Am

4 . Apr i l 1 9 1 7 wi rd Pr8.Ill b e rg e r i n d er " Sc h ar d er

He i m at l e r " h e r z l i ch w i l l komm e n geh e i ß e n . H e i m at f orsc h ung

Pr am b e rge r m i t

" De u t s c h e Gau e " " He i l u nd

1

Di e Z e i t s c h r i ft

( Bay e rn )

i n Kau fh e u r e n

S i e g un s er em l .

Nac h d em m an 11 s o fre i war " ,

grü ß t

R e i c h un d Ö s t e rr e i c h " .

Pr amb erger d i e Grü n d ung d e s

"C h r i s t l i � h s o z i al e n V e r e i ne e für St e i e rm ark " m i t z u t e i l en i h n zu b i t t e n , den ,

d er

und

Mit gl i e d und Vert r a ue n sm ann d e s Ver e i n e s z u wer ­

" b i s h er ab e r s e i n e Be it r i tt s e r k l ä r un g v e rmi St e " ,

a c hl ie ß l i e h d er M i kr 1 7 ,

S . 229 ,

wei st

P r am b e rge r s M i t gl i e d s k art e fü r

d e n C hr i st l i c h s o z i a l e n Ve r e i n fü r St e i ermark m i t

1 47

d e r Nr .

b e s t ät i gt d e n B e it rag für 1 9 1 7 v o n 2 Kr o n e n . Pramb er g e r , wi r d i n e i nem �ch r e i ben d e s Ve re i n e s 2 um ve rmehrt e We r b e arb e it au s und

gehet en .

Dr .

S em e t k ows k i i m k . k .

He i n r i c h s t raß e 8 ,

ist

Land e s kons ervat o r e namt

" h o ch g e e hrt

und

e r f r e u t " ü b e r d i e Be i t r i t t s­

e r klärung Pramb e r g e r e z um Ve re i n für He imat e c h u t z . Sc hr e i b en v .

1 3.

Juli

1 9 1 7 3 b e da nkt um

I n d i e s em

s i c h Seme t ko ws k i a u c h fü r

e i n e n wertv ol l e n Hinwei s üb e r d i e K i r ch e n r u i n e

IYl i t t erb e rg un d b i t t e t

i n Gra z ,

St .

J a k o b am

An gab e e i n e s gee i � et e n Z e i t p un kt e s

z u r B e s i c ht i g un g d e s Vo l k e ku n d e - Mu s e um s . Der Ve rlag " Al p e nh e i m " ,

Gr a z ,

b e d an kt

1 9 1 7 für d e n hh r en e ol d v o n 5 Kro n e n und

v.

O s wal d b e i Z e i ri n g ,

Geramb und

Jän ne r

J o h a n n S e i l er ,

Sc h u l m e i s t er s

1 856 ,

" um d i e

Si e

Z a c k b e n e i d e n mü s s e n " .

Au f e i n e r P o st kart e

v.

1 8 . 1 . 1 9 1 7 d er Re d akt i on d e r Z e i t ­

s c h r i ft d e s Ve r e i n s für Vo l k e k un d e i n

lJr .

1 .

s c h i c kt Pram b e r g e r al s

G e ge n gab e N ot e n vo n Li e d e rn aus d em N a c h l aß d e s vo n . �t .

am

sich

B e r 1

i n

t e ilt

F' r i t z B o e hm Pr amb e rger a u f d e s s e n An f rage d i e Be d i n g unge n

z uw Eint r i t t 1 2

3

i n d e n 11 Yere i n f ü r Vo l k s kun d e " m i t .

Sch r e i b e n i m �i kr M i kr _Eb d . ,

17,

S . 22Q .

S . 22 5 .

17,

S . 1 09 .

Ba l d d a r a u f


1 85 -

-

�x Roe d i ger a l s Mit gl i e d d i e s e s

wird Pramb e r g e r v o n Dr . V e r e i n e s b e grti ß t .

Am 6 . F e b r u ar 1 9 1 7 wurd e n ihm d i e Sat z u n p; e n

d e s Vere i n s für V o l k s ku nd e ü b e r s andt .

1

Ei n we i t erer Sc hri ft v e r k e h r b e st ät i gt Pr am b e r g e r s Be­ um

müh u n g

Aufn ahm e i n

Ant h r op ol o g i e ,

B e r

di e

1

G e s e l l s c h aft fü r

i n e r

Et h n ol o gi e und Urge s c h i c h t e i n Be r l i n S W . 1 1 ,

Kö n i ggrät z e r St ra ß e . 1 2 0 und d a s Ant h r o p o l o gi s c h-Et h n ograp h i e eh e

k . k . U n i v e r s i t ät

I ns t i t u t d e r

DT •

.H.ud o l f � ö c h ,

in

W i

e n . Der Vor st an d ,

Pro f .

f i nd e t an e r ke nn en d e Wor t e ü b e r Pr amb e r g e r e

v e r s i c h e rt i h n d e r Un t er s tüt z ung i n der n äc h s t en 2 S i t z u n � d e r Ge a e l l s c h aft . Der Se kret är Dr . B o uc h al t e i l t P ram­

T ä t i gke i t

und

aw

26 .

h e r �e r

J un i

1 9 1 7 mit ,

daß

d i e s er al s w i r kl i c h e s M i t gl i e d W i e n

i n d i e Ant h ro p o l o gi s c h e Ge s e l l s c h aft i n

w o r d e n i st .

s c h aft , S.

De r Sc hat zme i st e r d e r An t hrop ol ogi s c h e n

B e r

t i p. e n ,

a u fg e n omme n

n

1 i

,

b e e hr t e s i c h ,

Ges e l l ­

Pramb e rger z u b e n ac h r i c h ­

d a ß e r a u f Vor s c h la g d e s He rrn Di r e k t or s G e h e imrat

B � r kh ar d t a l s �i t gl i ed d er Ge s e l l s c h aft

17,

De r � i kr

S . 2 34 ,

b e i nh a l t e t d i e J ah r e s kart e

p o l o g is c h e n Ge s e l l s c h aft Hrr P •

Lamb r e c h t " .

St .

1 9 1 7 d e r Ant h ro­

daß Pr a m b e r g e r

Die s e umfas s e nde Ko r r e sp o n d en z z e i gt , z u d i e s er

3

" für d as wi rkl i c h e M i t gl i e d

in Wi e n

.H. om u a l d P ramb erger ,

b e re i ts

auf g e nomm e n i st .

Z e i t v e r s u c ht e ,

n at i ona l e und i nt e rn at i on a l e

Be z i eh ung e n h e rz u st e l l e n . den

Pram b e r g e r e &1ut t e r h at t e s c h on m i t e i n e r g e w i s s en Un r u h e Ap r i l h e r b e i g e s e hn t ,

12.

l ie re n

zu

kö n n e n .

u m i h r e m S o hn z um Ge h u rt s t ag grat u ­

4 0 J a h r e w a r d i e s e r al t g e wo r d e n u n d M ar i e

P r a m b e r g e r fühl t e s i c h an d i e s e m F e e t t ag wohl .

23.

Apr i l

e r k r an kt e s i e s c h we r .

t i e rt e e i n�

G e h i rn e rn b o l i e ,

z u d e r n o c h e i n Lungen ö d em

e r s t e n Ban d m e in e r Vo l k s kun d e ! " 4 Am 2 8 .

" I c h bl i e b b i s s pä t

Ap r i l

b e r g e r s e i ne Mut t e 1· n i cht m e h r l e b en d an .

li. i kr

18, 2 3

" Di e n o c h warm e Hand

S. 5 .

S ch r e i b e n v . s ch r e i b e n S.

1

30.

A or i l

i rn Mi kr 37 .

17,

1 9 1 7 i m � i kr �. 223 .

d en

1 9 1 7 t ra f P r am­

Di e M i t gl i e d e kart e für das Jahr 1 9 1 8 b e f i nd e t

4 r� VI �

kam •

i h r un d b e g a n n i h r Den kmal z u s ch r e i b e n ,

Nac h t b e i

1

s c h on am

Der h e rb e i geru f e n e Ar z t k o ns t a­

. Der Ar zt gab P r am b er g e r wen i g Ho ffn un g .

in der

Doc h

17,

S . 1 25 .

sich im


- 1 86 -

nahm i ch und führt e s i e , kni e n d , i n Kre u z e s form über m e ine St i rn . Sie s o l l t e m i c h s egn en fU r a l l e Z ukunft . " Pramb erge r , der i n s e i nem � i kr 1 7 Part e , Tra u e rb i l de r , sämt l i c h e ke c hn ung en , d i e i m Z usamm enhang m it d e r Be er d i gung s t and en , s ow i e d i e Rec hn ung des st adt st e i nmet zme i et er s Fal e s c h i n i in J u d enb urg , B e i l e i d s­ s c h r e i ben , Dan ksagun ge n an d i e Be v ö l k erung und das St i ft und sämt l ic he Ze it un p,snot i z en über d e n T o d s e i n e r Mut t e r verwahrt , ' sc hri eb inni ge und s c hm e r z e r fül l t e T ra u e rge d i ch t e . Er fühl t e e i c h uverwa i st • • • Wer das b egre i ft , d as h erbe Wort • • • " In e i ner .Mar i a ::ell er Wal l fahrt ege s c h i c h t e " Zwe i Müt t er " , das u . a . im u.Ma.r iaze l ler Gl ö c k l ei n " , I . J g . , veröffent l i c ht wurde , und i n '' JX.�e i ne Mut t er " , " Graz e r Vo l k sb l at t " v . 1 3 . 3 . 1 9 2 1 , h at Pramb erger s e i ner Mutt e r e i n überaus ehrende s G e d enken b e wahrt . Es ver ging durch mehr al s e in J ahr ke in Tag , o hne d a ß e r das Grab s e i ner lvl ut t e r b e s u c ht e . Sr

s e ine n K l agel i ed e r n b at er um i hr en Be i s t and .

In

kni et e und b e t e t e auf e inem s e lb s t g e z i mm e rt e n Bet sch eme l

und arbe i te t e i n d er Nähe d e s Grab e s , i n e i n e r L aube , u m auch i n s e i ne r Arbe i t a e i n e r Mut t e r n a h e z u s e i n . Bal d n ach d em T o d e s e i n er Mut t er hat t e Pramb erger d i e N ac hr i c ht erhalt en , daß e r z um ord en t l i c h en kit gl i e d d er Ant hro p o l o gi s c he n Ge s e ll sc h aft i n Wi en e rnannt worden war ,

1

s ow i e d i e berei t s e rwähn t e Bro schüre d e r Ka i s er l i c he n Akadem i e d e r Wi ssensc haft en i n Wie n m i t dem Be r i c ht v on Karl P o l h e i m . " War e n d i e s e be i den Zu s ch r i ft en n i c h t e in e M ahn ung , das s i ch

m i c h n i ch t z u v i el

im

d e r Vol k s kun d e a uc h . 11 2 Und

Sch m er z verl i e ren s ol l t e ; d en n i c h geh ört e

e r gehö rt e ihr wirkl i c h z u e i n em gr o ß e n T e i l . Se i n

� u 3 e um hat t e s eh en e i n en we i t en R u f e r l a ngt .

Es

war z um St o l z

d e r Obe rm urt al er Bevö l k e runR geword e n . Imm e r w i e d e r über m i t t e l ­ t er. Bege i st e rt e " e i nen kl e in e n Be i t rag 11 z u Pramb erge rs Samm-

l un ge n . Län gst h at t e s i ch a u c h der Saal al s zu kl e i n e rwi e s e n . Im

o h en

gibt

e rwähn t e n Br i e f Pram b e rg e ra an Geramb v . 2 6 . q . 1 9 1 7

Pram berge r sei n e r l!'r e u d e Au s dr u c k , daß s i c h s e i n

rtom u a l d

1

LT ahre a k art e 1 9 1 7 fü r das wi r kl i c h e I';ü t gl i e d Hrr . Pram berger , St . Lambrech t , � i kr 1 7 , S . 2 34 .

2 _t:;

VI

,

S . 1 38

:P .


- 1 87 -

d ah i n

" H e rr Prä l at

( woran d i e R ö m e r s t e i ne b e f e st i gt

t u rm

m u s e um h e rge r i c h t e t w i rd , Frü c ht e

s o h at

ge t r a g e n " . P . H u go v .

b erger e ine

Sch alver O . S . B .

s i nd )

I h r e Anr e gu n g e r f r eu l i c h e ( St .

L amb r e c h t ) wi d m et P r a m ­

" Das Ba u e r n m u s e um d e s

S t i ft e s

d a s e i ne h e rv orragen d e Dok um e nt at i on d ar s t el l t ,

Lambrech t " ,

d a d as �ua e u m

1 9 3 8 w e i tgeh e nd

1 9 1 7 fan d a u c h d i e

B e t t l e r i n lluar i a Fe l l ach e r ,

z er st ö rt

und b e r a u bt

e r s t e B e ge g n un g m it d sr ge n ann t

b a u e r s c hwer e r kr an kt ,

wurde . gr e i s e n

" di e Hund smo i d l " , ·

Ihr v e r d an kt Pr am b e rge r v i e l e lv�rch e n .

I n Fr o j ac h ,

ab z u l e ge n .

st a t t .

b e i m S t i e gen­

wün s c h t e s i e i hn zu s p r e ch e n ,

" G e n eral b ei ch t e i h r e s Le b e ns "

sie

für d a s V o l k s k und e ­

i l l u s t r i e rt e Art i k e l s e r i e in d er J u g e n d z e it s c h r i f t

" Le u c h tt urm fü r St u d i e r e n d e " 1 '

St .

d em Kri e � e d e r Sc h l o ß ­

d a ß nach

e n t s c h i ed e n ,

Anf a n g Mä r z

um d i e

1 9 1 9 wur d e

L a ß n i t z 3 8 a u f d e r Kr e u z e rhub e n e r f r o r e n u n d v er h u n g e rt

in

a u f g e f un d en .

Di e Hun d e ,

d i e b e i i hr wacht e n und s i e s ch o n v or

H un ger an � e f r e s e e n h at t e n ,

m u ßt e n e r s c h l a g e n werd e n . V'

D i e s l o w en i s c h e Z e i t ung '' St r a z a " i n Marb urg an d e r Dr au 2 b e s ch ä ft i gt s i ch i n zwei For t s et z un g e n m i t Pramb e rg e r s B a u e rn­ m u s e um .

Unt e r d e m '.r i t e l s

i m Ba u er nm u s e um )

" Oh i s k v

km e t s k em m u z e j u "

b e r i ch t e t d e r Sc hr e i b e r K .

( d a ru n t e r e i n sl owaki s c h e r Fe l d kurat )

d e m fhar k t e Zie l .

St .

Le.mb r e c h t f uhr en ,

S i e war e n ,

wie

( Be s uc h

ü b er dr e i R e i s e n d e ,

d i e m i t d e m P o s t wage n n ach

j e d e r v o n i hn e n m i t

eigenem

ei c h h e rau s st e l l t e ,

" dr e i v e r s t e c kt e S l aw e n ( m i t d e ut e e h e r Um ga n g s s p rac h e ) au f e i ne r P o s t k ut s c h e • • • Di e s i s t un s er Sc h i c k s a l . Wi r s i n d v e r s t r e u t e Fragme nt e , au f d i e S e i t e g e s c h o b e n , a b e r w i r s i n d h i e r • • • J e t z t s i nd im gan z en T al 3 v e r s t r e u t e s l o wen i sc h e un d kr o at i s c h e S o l d at e n und r u s s i s c h e G e f a n � e n e . . V e r stre ut e s l a wi s c h e Fragm e nt e ! Ab e r d a s s la w i s c h e El em e nt i st s ch o n l an ge h e i m i s c h i n d i e s e n d e ut s c h en Ort en . H e u t ­ zut ag e mü s s e n wi r s e lb st v e r s t ä nd l i ch m i t d em Di c h t e r s a ge n : Un s e r s i nd n u r d i e Gräb er . Ab e r d a s s l ow e n i s c h e El e m ent l i e ß s i c h n i c h t ganz a u s r o t t e n , es l e b t n o c h j e t z t in un­ z ähl i gen Ort s n am e n , im Wo rt s c h at z d e s h i e s i g e n Vo l ke s • • • i m G e b r a u c h v on v e r s c h i e d e n e n F o rm e n d e s W e r k z e u �e s , i n d en Hä u s ern und im Sc h m u c k • • • " 1 An h e i e r ,

Il l u s t r i e rt e Hal b m o n at s sc hr i ft . Ko nv i kt s d i r e k t o r i n T r i e r , 1 0 .

2

Am 2 .

3

Gem e 1 n t i s t

u.

9.

J uli

1g17

H e r au s g e g e b e n v o n P e t e r

Jg. ,

( s i n n g em ä ß e

d a s o b e r e � u rt a l .

H.

12.

Ü b e rs e t z u n g ) .

.


-

1 88 -

k e nne n . K . b e rger s , li-rab e 1 1

Se s s e l ,

d u r ch l ö c h e rt e b e we gl i c h e

i n we l c h e n d i e Ki n d e r ge h en

B e s ond e r s ang e t a n z e i gt s i c h K .

d e r Tat s a c h e ,

von

n i c h t nur Einr i ch t un gs g e g e n s t ä n d e f ü r Wohn u n g , Gart e n b e rü c k s i ch t i gt s i nd , fi n d e t .

Nagn er e i ,

gl e i c h e m i t

d aß we i t e r e H o f und

St �l l ,

der

v e rt r et s n d u r c h Er z e u g n i s s e u n d T ö p fe r e i ,

Sat t l e r e i

••"

Zaun A u fm e rk s am k e i t

der

s o nd e r n au ch

Di e Ba ue rn i nd u st r i e ,

Web e re i ,

St amp f e •

K i n d e rmüh l e m i t

daru n t e r e i ne

Ki n d er s p i e l z e ug ,

l er ne n ,

z um

Mal ere i en ,

und

b e s o nd e r e n F o r m e n

in

" Wi e ge n

näm l i c h

z e i gt e ,

Wi e g e b i s

der

bäue r l i c h e L e b e n von

ga n z e

" d as

die

Samml ung P r am­

die

s i c h s eh r b e e i n dr u c kt ü b e r

z e i gt

e r­

a u s g e s t o rb e n e r Ge s c h l e ch t er

län g s t

s l o we n i sc h e Üb e rr e st e

k o nn t e d e r S c hr e i b e r

L am b r e c h t

St .

im Vol k s k u n d em u s e um i n

Au c h

v e r an l a ß t

Ver­

i hn ,

s e i ne r H e i mat an z u s t e l l e n .

e i n p aar i nt e r e s s a n t e al t e B e kannt e A u s N e u g i e rd e hab e i� g e f r a gt , w i e d i e h i e s i gen Le u t e im Di a l e kt d a z u s age n . ' C ut r a ' , ant wor­ t et e m i r der Pat e r un d b em e rkt e , d aß d i e s e s Wor t · wah r s c h e i n­ l i c h s l o wen i s c h er ' He r k u nf t i st . ' Se l b st v e�t ä n d l i c h ' s a gt e i c h , ' i st d a s un s e r e o er � d i e k r oat i s c h e C u t ura o d e r n a c h d em H u r f e l d e r i e c h e n ' d z u rc ' . Dan e b e n st an d n o c h u ns e r ' St u c ' o d er d e u t s c h St ö z l . • • 11 " An

Wan d h ä n g e n

der

c ut ar e ( Fe l d fl a s ch e n ) .

De r Abt e i l un g b e s o n d e r e B e ach t u n g .

kl e i n e n hlu s e um s " erneut

K.

b e s u ch t e

auch das

d e n Ei n d r u c k ,

und Ap ot h e k e " s c h e n kt K .

" Ba u e r nm e d i z i n

f r i s c h e n E i n d rü c k en

11 m i t

Vo l k s k u n d e m u s e um i n

w i e s eh r

Kult u r i st .

Unt e r et e i e rm ark i n e i n e m Ba u e r nb u c h v e rt r e t en , d e u t s ch e m Dr u c k .

und g e wann

Graz

d e r B a u e r n s t an d T rä g e r u n d

gerade

B e s c hüt z e r d e r V o l k s e i g e nhe i t e n u n d

K.

die

fand

ab e r

" De r f r em d e B e s u c h e r w i r d g l a u b e n ,

nur i n di e

daß

s i nd ,

S l o w e n e n i n d e r 3t e i e rm a r k e n t we d e r l a u t e r An a l p h ab e t en s i e b e s t eh en ü b e rh aupt

od er

d i e Ü b e r z e ugung n ach

m u s e um für d i e und

e i ch

t &. t

Pfl i c h t

kümm ern mü s s e n

geh abt und

Ist

• . .

a n d e rs s p r ac h i ge

b i s h er viel

viel

e s ni cht

Lan d s l e u t e

•••

z u weni g

hä t t e n ,

d aß

H au s e b r i n g e n ,

"

K.

eine um

höher e

g e s t r i t t en ,

Schande

für

Vol k s k u nd e-

uns ,

un s e r e n at i o n a l e

e m p f i nd e t ,

S i n n für

e i n e i gene s

" e i n l e b e n d e s Be dürfn i s

s t e i r i s c h en Sl owen e n

ist

k o n n t e v on d i e s e r R e i s e

K.

n i c h t . ''

daß

di e

St e i r e r s l o w e n e n

Ku l t u r und

p ol i t i si ert

unseres

Vol ke s

und

daß

I n d i v i d u a l i­

i d e al e Arb e i t

u n d g e j am m e r t

n o ch m e h r " z ut:l Wohl e d e r H e i m at " g e t r u n k e n h ä t t e n ,

ci e e l e

des

Rei c h t um u n s e r e r Erd e h a b e n

" di e

di e

Frem d en


- 1 89 -

s t u d i eren mü s s e n . ",

••

K . a ch l i e ß t s e i ne Bet rac ht ungen m it d e n ""

"

11 0 e l e t o z a l e t om i zvrzemo m i l i j on e t u j im z gan j ar n am

Sät zen :

.

i n p ivovarn am , s i pac l ah k o o s krb i m o t u d � pr o s t or z a m uz e j , k i V

j e p o n o s v s a k e ga k u l t urnega n aro d a . Ce nas j e krvav i v o j n i c as ...

...

k a j i zuc i l , o t r e s im o s e frazar s k e ga , krcmar s k e ga n arod n j a st va , o s ebni h p repirov i n b o j ev t e r s e l ot im o n a r o d n j a �t v a 1 d e 1 a . 11 i n 11 Vor

z n a n j a

Pram b er g e r k a nn auch e i ne vol k s ge s c h i c h t l i c h e St u d i e , !l undert J ah re n " , i m " Grazer V o l k s b l at t " v. 2 2 . 4 . 1 9 1 7 ver­

ö f f ent l i ch e n .

I n e i n e m Br i ef" v . 2 5 . 6 . 1 9 1 7 s c h r e i b t Ge ramb w i e d er v o n s e inen " Sc h m e r z en " . D a e r gerad e d aran i s t , " en dl i ch " s e i ne Hau c h et u be narb e it n i e d erz u s c hr e i b en , b e n ö t i gt er Pramb erger s H i l f e d u r c h Angaben ü b e r d a s b e s on d e r s i nt er e s s ant e Kegl erhau s i n Unt eral m . I n d i e s em Brie f st e l l t Geramb Pramb e r ger i n Aus­ s i c h t , d ur ch G e ram b e I nt ervent i o n am L ande s k o n s e rv at orenamt z um Korr e spond e nt e n d e r Zent ral komm i s s i on e rn annt zu werd en .

Bin

�ch r e ib e n Pr amb erge r s v . 3 0 . De z ember 1 9 1 7 an Ger amb gibt j e do c h s e i n e r �nt t ä u s c hu ng Au s d ru c k , d aß 1 1 a u a d er Er n ennung n i c h t s gewo rd en i s t . Wenn d i e Herren r e c h t m i t t e l mä ß i g e n Ku nst kenn e rn , wi e i n Ob er s t e i er e i n paar s i n d , d e n T i t e l e i n e s Cer r e s p e n d ent en n a c hwerf e n u n d für m i c h e i n en s o l ch e n ni cht h ab e n , s o s o l l e n s i e i h n e n d en­ s e lb e n be h a lt e n • • • " 2 In e in e m

Br i e f

v.

2 6 . 9 . 1 9 1 7 s ch r e i bt Pramb e rger an

Ge. ramb :

'' D i e B e s ch re i b ung d e s Rau c h s t ub e nh au s e s h a b e i ch noch i mm e r n i c h t f er t i g s t e i l e n könn en und b i n n ur b i s h er b i s z um 1

wenn wi r J ah r um Jahr �i ll i o n e n fü r fremd e Schnaps­ b r enne r e i en und B i e rbrau e re i e n au swerfen , könn e n wir uns auch e � n e n Pl at z fü r d a s Mu s e um , wel ch e s d e r St o l z j ed e s Kult urvo l k e s i s t , b e s c h aff e n . Wenn uns d i e bl ut i g e Kr i e g s z e it was gel e hrt h a t , � c h üt t e l n w i r d a s p h r a s e n haft e Wirt s h au sv o l kst um , p e r sö nl i c h e St r e i t ig ke it en und Kämpf e a b u n d b e gi n n e n wi r m it d em Vo l k s t um d e s Wi s s e n s un d d er Arb ei t ! 2 De r � i kr 1 8 , S . 1 70 ent hält e i n e n Br i e f d e s k . k . L an d e s­ d e n kmal amt e s v . 1 3 . J u l i 1 9 1 8 , der s e i ne vorge s c h l a g e n e Ern e n­ n un g z um Ko rr e sp o n d e n t e n d er k . k . Z e nt ral komm i s s i on fü r De n km a l ­ p f l e g e z um Inhal t h at , und i n d e� �elliet k o ws ki Pramb e rger m i t ­ t e i l t , d a ß dere n Vo l l z u g a b e r n oc h e i n i g e Z e i t d au e rn wür d e , d a " h i erü b e r d e r h ö c h s t e Pr ot e k t o r d e r Z e nt ral komm i s s i o n Fl\1. Er z­ h e r z o g �u g e n en t sch e i d et , d o c h i s t e i n e a ufrech t e Erl e d i gung m e i n e s Ant rage s w o h l auß er j ed em Zwe i f e l . "


-

1 90 -

h i s t or i s c h e n T e i l g e k o mm e n . I c h s e n d e Ihnen e i ns t w e i l e n d i e s e n und e r s u c h e Si e 1 . ) u m Ihr Gu t ac ht en d e r H y p ot h e s e , 2 . ) m i r d en Ar t i k e l wi e d er z u rü c ke en d e n z u wo l l e n . D i e Be s c h r e i bung s e l b s t fo lgt i m Sp ä t h e rbst • • • "

Das S c h r e i b e n

P r am b e r g e r s v .

end e t m i t d e n Wo rt en : b i s h e ut e in

3 0 . De z .

1 9 1 7 a n Ger amb

" Z u m Art i ke l ü b e r d as Kegl e rh a u s b i n i c h

n i c ht g e k o mm e n .

Es

"

ist

an z un e hm e n ,

d a ß G e r �mb s i ch

s e i n em Brie f v . · 2 . De z . 1 9 1 7 auf e b e n d i e s e Arb e i t b e z i e h t :

" · · · Nun z u I h r e r Ar b e i t

ni s " ,

d aß

s e i n e Ar b e i t

•••

"

"ein

G e r am b mac h t d ari n

G e s t änd ­

" O s t g e rm a n i s c h e Sp ur e n i n St e i e rm a rk "

wi r kl i c h en Be i fa l l n u r i n L a i e n kr e i s e n

ge f u n d en

h ab e .

"Die e i g e n t l i c h e n F ach ge no s s e n ab e r , vor al le m d i e Hi st ori ker , h ab e n e n t we d er s t i l l g e s c hwie gen und - wo h l au s Hö fli ch ke i t - n i c h t s z u m e i n e r Arb e i t g e s a gt o d e r ab er , wo i c h si e d ar um b at - d i r e k t ab ge l e h n t . Daß M a r i n g e r di e Ar­ b e i t al s v e r fe h l t b e z e i c h n et e , m ach t e mir wen i g e r Ei nd r u c k , we i l e r j a ni ch t Hi s t o r i ke r i st " , a b e r a u c h an d er e h ä t t en

e i c h s e i n e n Abl e i t u n gave ra u ch e n n i c ht

an z u s ch l i e ß e n verm o ch t . G e r am b t e i lt w e i t er m i t , da ß e r d i e s e Ar b e i t n ur al s

" Ve r s uc h " b e z e i ch n e und

z e i c h en g e s ch l o s s e n h ab e .

s e l b st m i t

e i n e m Frage ­

G e r amb fü h l t e s i c h v er p f l i c h t e t , d i e s e

Tat s a c h e n P r am be r g e r m i t z u t

eile n ,

" d am it Sie s ich ni c h t v e rl e i t e n l a s s e n , s i c h a l l z u s e h r auf me i n e Arb e i t z u st ü t z e n . D e s h a l b b i t t e i c h S i e , i n Ihrer Ei nle i t ung m e ine P e r son w e n i g e r s t ark z u b e t o n e n und e i n fach z u s age n : Dr . v. Ge ramb hat in H e f t • • • , d er Z e it ­ s ch r i ft d e s h i st or . V e r • • • e i ne Ar b e i t ' Ost g e r m a n . S p ur e n • g e s ch r i e b e n und d ar i n u . a . au f N r 9 g e s ag t ' B e s o nd er e wi cht i g i s t e s ab e r für u n s , d a ß um 4 0 1 ' • • • " Al s z w e i t e V o r a u s s e t z ung r i et i hm G e r am b d i e

• • '

Verwe n d un g

d e s · Ort s namen - Bu c h e s v on F ö r s t emann u n d a u ß e r d e m " n oc h e i ne n

v e rläßl i c he n G e rm a n i s t e n b r i efl i c h z u frage n , ob a u s Vandak Van d i l e t c . wohl b e s t immt e i n Ort e- o d e r Hau snam e Wan d o l n H c h den

f e s t e n La u t � e s e t z e n w e rd en kann '' .

b e r g e r g e f u n d en h a t t e , r i e t er ,

i n t e r e s s an t " s ch i e n en . W e i t e r s neue

A u s gab e

d er

1 ivton .

S p ur e n ,

z u u nt e r s u ch e n , em p f ah l

Ge rm an i s e 1 ,

v i e l f a c h s ch o n v e ral t e t s i nd . "

We i t e r e

da s i e i hm " s ehr

e r Pramb e r ger ,

da die

d i e Pram­ " e i ne

Z i t at e b e i Iv.tu c h a r


- 1 91

-

" We n n S i e n un a l l e d i e s e V o rau s s et z u n g e n wU r de i ch Ihn e n rat en , di e Arbe i t unt er d em al ter o b e rst e i ri s che r B a u e rn s i t z ' od er d gl . daß S i e z u e r st i m H a u p t t e i l e g a n z r u h i g u n d

e rfü l l t h a b e n , T i t e l : ' Ei n s o ab z u f a s s e n , s ac h l i c h e i n f ac h Hau s u n d Ho f m i t a l l e n Rä um e n , Raumt e i l en un d B e n e n nun � e n s am t Ha u srat gen au b e s ch r e ib e n , B i l d er u n d g u t e Pläne b e i ­ l e ge n und d a nn i m 2 . T e i l z u n ä c h s t a l l e si ch eren h i s t o r i s c h e n Nach ri c h t e n üb e r d en Ho f au s Urbaren e t c . z u s amme n st el l e n . Er st z u l e t z t u n d n ur a l s A n ha ng wü r d e i c h d ann r a t en , d i e Hypot he s e u . zwar au s drüc kl i c h m i t d e r Be z e i c h nung ' Ve r s u c h ' au f z u st el l e n • • • "

Di e Au s führl i chke it d er W i e d e r gab e d i e s e s Br i e f e s e r­ s c h e i nt d e swe gen v on Wi c h t i g k e i t , d a d i e v o n Pr amb e r g e r b e ab­ s i c ht i gt e Abh a nd l u ng n i e m e hr e r wähnt wu rd e . E s war s c h o n d a­ mal s z u e r k e nn e n d aß Pr am b e r g e r a u ß e r d em unb e i rrbaren Gl a u b e n , d a ß d as , was er mach t e , r i c h t i g s e i ( et wa d er Au fbau d e s Mus e um s ) j e n e i n t e l l e k t u e l l e n Grun d lage n , di e e i n e n Wi s s e n s c h aftl er ausmac h en , nur i n u n ge n ü g e n d e m Maß e b e s aß . Geramb sch r e i b t im o b e n g e n ann t e n Br i e f : " Gan z b e s ond e r e gut gef i e l mir d ab e i vo r a l l em d er An f an g , w e r i n n en S i e s e l b s t d i e m ö gl i c h e n E i nw e n d u ng e n ge gen I hr e Ab l e i t u ng ' W o n d u l v o n ' Ya n d i l i ' an f ü h re n • • • " Sc h o n i n Pr am b e r ge r s G e d i c ht en war a u f ge fal l e n , d a ß d e r j e w e i l i g e ,

,

'

B e g i n n s t ark i n d e r Au s s age war , nicht

a u s r e i ch t e ,

b e e n d e n . So

di e

b e gi n n t

Gedi cht e

s i ch

a u s r e i ch t en ,

D e r B ri e f we c h s e l

d en

lädt

di e

e r g e b e n w i e d er v e r sc h i e d e n s t en

ein

der

Z e i t v om

fü h r e n s ol l t e .

daß

" V o l k s ku n d l i ch e Sk i z z e n "

und

es

zu

P r am ­

od e r kl e i n e

d i e e rh a l t e n e n Dokume n t e d e s J ahr e s

Bi ld

v o n Pr am b e r ger s B e s c h äf t i g ung auf

G e b i e t en .

G e r am b Pr am b e r ge r in

ab z u z e i c h n e n ,

I nt e n s i t ät

zu

a b z u f as s e n . 1919

d ur c h h alt e n d er

j e do c h

s c h r e i b e n , s e i n e F ä h i g ke i t e n ab er f u n d i e r t e w i s s e n s c h a f t l i c h e A bh a n d l u n g e n

" V o l k s kundl i c h e St ud i e n " n i c ht

in

auch j e t zt

b e r ge r m e i s t e r l i c h v e r s t an d ,

d i c h t e r i s c h e Kraft

die

Sch r e i b e n v .

e i n em

9 . 8. 1 9 1 8

z u e i ne r v o l k s ku n d l i c h e n Ex ku r s i on e i n , von

bis

z um

22 . 8 .

B ri e f

i st

d e shalb

1 8.

�i e e er

In

Gurk

nach

Mi l l s t a t t

e rwä hn e ns wert ,

wei l

er

d am a l i g e n Schwi eri g keit en d er V er p fl e gu n g b e i s o l ch e n Un t e rn e hm un g e n g i bt . Ger amb rät Pramb e r ger , E i e r , Wur s t , Kon s e rv e n u . d gl . m e hr , vo r al l em Brot m i t z unehmen . �r gib t i hm rl i e b e a b s i c h t i g t e W a nd e rr o u t e m i t t e l s Sp e z i a l k a r t e n an un d

Au s k u n ft

ü be r

di e


-

erbitt e t G e s c hi ch t l i ch e s ,

1 92 -

Kult urge s c h i ch t l i c h e s ,

Sagenkund l i -

e be s u n d Vol k s kun d l i c h e s d i e s er O rt e au s d er St i ft sb i bl i ot h e k . Er e r i n n ert

an das e r f o rd er l i ch e Wand ernot i zb u ch , Ph ot o app arat

un d Pl att en .

wenn Geramb am 1 5 . 8 . 1 9 1 8

Es i st n i c ht v erwund erl i c h ,

nach e i ni ger Üb e r l e gung zu d em Sc h l u ß kommt , ab z u s agen .

Di � von i hm err e ch n et en Ko s t e n v o n 1 2 0 - 1 5 0 Kro nen

e r s ch i en e n i hm s c h .li e S l i c h z u h o c h m e i ne m Gel d sehr s p aren m u ß . braucht

• • •

d i e " Sch i nd e r e i "

" • • •

u m s ern ehr al s i ch mit

I ch hab e s c h on s c h an dvoll v i el ge­

" Al s Er s at z s c h lägt e r Pramb e r ger v o r , d e n vom

P r äl at 6 n s c h on gewährt en �t u d i en ur l a u b a u f Sep t ember o d er Okt o b er z u versc h i eben ,

Geram b e �us eum z u st u d i er e n und an Ge ramb e v o l k s­

kund l i c h em Le h r kur s " Grund r i ß d er d eut s c h en Vol k skund e mit b e­ s o n d er e r B e rü c k s i ch t i gung d e r St e i e rmark" t e i l z unehm e n . Unt er wi dri gst e n Bah n- u nd V e rp fl e g u ng sv e rhält n i s se n r e i s t e Pramberger !Vl i t t e A ugust z u G e r am b nach Gra z , wo e r wi ed er i m " L ambrech t er h o f " am

Fra n z ens p l at z Qu art i e r b e z og .

Die Me s s e l a s e r t ä gl i c h um

s e c h s Uhr i n d e r Haus kap el l e . Der Hausm e i s t er m i n i s t ri ert e i hm . In Gra z b e s u ch t e P r am be rg e r d i e r öm i s c h e und prähis t or i sc h e Ab t e i lung d e s J o an n e ums , zu

u m ei ch üb e r d i e Fund e i m ob e r en Mur t al

i nf ormi eren u nd d e n C or p u s i n s c r i pt i on um durch z u s e h en

( K u at o s Dr . Walt er S chrui d ) . M it

Ger am b fuhr er n a c h St . Mart i n b e i Graz , wo Dir ek t or

J o se f St e i nb er ger , Vor st a n d d e r Ge s c h äf t s s t el l e d e s Ver e ine s fü r b ä ue rl i c h e J ugendb i l d ung v .

15.

S ep t .

e r s t en v ol k späd ago gi sc h en Fe ri al k ur s

cic h l o a s e

S t . �art i n abh i el t . De r Mi kr

bis 2 .

O kt .

1 9 1 8 d en

fü r Vol k s s c h ul l e hrer i m 18,

S . 249 ,

d e t ai l l i e rt e s Pro gramm d e r Vo rt räge v o n Dr .

ent hält

Vi kt or R .

v.

ein Geramb ,

Vo rst an d d e s v o l k s kund l i c h e n Mu s e um s i n Gra z , J o s e f St ei nb e rg e r ,

Fran z �am p r e ch t s am e r , Sc h u l d i r e kt o r i n G ö s t i ng , Ant en J e nt s c h , D i r e kt o r d e r Lan d e s-Ack e r b a u s c h ul e Gro t t e nh o f , Fr an z Wit z any , F �c hl eh re r u n d L e i t er d er S a at z u c ht st at i o n an der Lan d e s- Ack e r­ h a u s c bu l e Grott e nh o f , in

Vo l k s l i e d f o r s c h e r Vi kt or Z ac k ,

S c h u l d i r ek t or

Graz , u n d Dr . Wal t e r v . S e m e t k o ws ki , Amt sl e i t er d e s k . k .

Lan d e s d en km al anJ t e s i n Graz .

Dem Programm i s t d i e Li st e d e r

3 2 ·r e i l n e hm e r an ge sch l o ss e n . i hn

Prarn b erger not i e rt i n s e i ne n � VI ,

d am a l s

5 . 1 82 ,

daß Geramb

un d s pä t er in s e i n e n Vorl e s ungen erwähnt e :

"•

. •

di e


-

1 93 -

b i s her i gen Vo l k s kun d l er ahnt e n d ie Vol k s s e el e , Pramb erger aber kennt s i e b erei t s

• • •

"

Ger amb l u d Pramb erger e i n , Vort räge z u

hal t en , u nd an imi e rt e i h n z u e i nem St u d i um an d er Univer si t ät . Da b e i l i eß Geramb d ur c h bl i c ken , daß e s s ehr wahr s c he i nl ic h s e i , daß i n weni gen J a hr en di e Vo l k sk und e auch d i e Lehr ka n z e l n d er phi l o soph i s c he n Fak ul t ät e n b e z i eh e n wer d e , was Pramber ger ver a n­ l aßt , i n s e i n en " :r4- in ne rungen " wi e d er e i nmal ausgi e b i g üb er di e " Dokt orwü rd e , di e au c h Gi mp e l n haben " z u p o l em i s i eren . I hm , d em 11 Schul b u b en b ei d e n Bergba uern , b e i s ch l i c ht e n We i b e l n und Man d e ln 11 , so l lt e z u e ine r " Grö s a e v er h o l t e n werden , wogegen d er T i t el

' Dokt or ' e i n :lchmarrn " s e i .

Pram berger war a u ch b ei St ei nb arger Mit t ags gast . Bei Z ac k l er n t e er Dr . Kl o e p f e r kenne n . " N ac h d em i c h b e i Geramb e e i n e n Tü rkent ome rl mi t g e dün s t e t e n P f l aume n z um Aben dmahl ge spe i st , erzäh lt e i ch d er b e reit s i m Be t t e l i e gen d e n kl ei n en Fr i e d er l 1

das �Järch e n von d e n Vöge l n Phö n i x und Fl ori b unda . " Hoh e Gäs t e w i e der d amal ige I nne nm i n i st er He i nr i c h Mat a j a , St at t hal t er ülary , und d e s s e n " b ö s er Ge i s t " , Lande s k ult ur­ i n s p e k t or P e t e r , .iiü n i st e ri al s ekretär Led erer waren für .Pramberger 2 " h o h e Herr e n m i t v i e l S e i fenb l aa e nb i l d ung" . Mi t Ge nugt u ung verm e rkt Pramberger in s e i n en � VI , S . 1 84 , daß Di r . St ei nh e rger St e i n er - Wi s ch e nb art e i n e n " w i s s e ns c h af t l i c h e n Hoc h st ap l er 11 3 na.n n t e . Pra.m be rger e rh i e lt im Herb s t 1 9 1 8 d i e Erl a u b n i s s e i ne s Abt e s , i n Graz z u st u d i er e n . Ge ramb grat ul i ert Pramber ger z u s e i n em Vo rh ab en u nd i n form i e rt i hn

am

1 . O kt ober

1918

ü b er

I n s kr ipt i on und I mm at ri kulat i on , a u ch über das Vorl e s ung sver­ z e ic�ni s , d a s e r si ch b e i d e r St y r i a b e st e l l e n s o l l t e . Er s c h l ägt Pr am berger b e st immt e V o rl e s ungen vor und u nt err i ch t et i hn üb er d i e Themen b e i Sc al a , Erb e n , Srb i k , K a i nd l , P i rch e gge r , S i e ger , �c hm i dt , P o l h e im , C u n t z und Egger . Der M i kr 1 8 , 6 . 3 5 3 , e nthält e i n e n Bel egach e i n d er p h i l o s op h i s ch en Fakult ät b e i Pro f . Dr •

.R .

mi t

v.

Srbi- k für " De u t s c h e W irt s c h aft s ge s c h i c h t e " und d e n 1 E VI ,

S.

2

s . 1 84 .

3

.... ·"'b d. ,

1 8 3 . S i e h e " D e ut s c h e .Mä�ch e n a u s d em Donaul and e " ,

Jena 1 9 26 , S . 5 7 ff.

wi s c he nbart i st noch i n d e n näc h st e n J ahren s p o ra d i s c h Pram berger i n s c hr i f t l i ch er Verb i nd u n g .


-

Sc hon s e it

1 95 -

1 9 1 5 hat t e Pr am b e rger d i e s e s Thema b e sch ä ft i gt ,

u n d e r h at t e auch Vor t räge d arü b er ge h alt en , s ch l o � ,

bi s er s i ch en t ­

den L e ut en über d i e Pe st e i n e in d r u c k svo l l e s s ze n i s ch e s

B i l d z u sch affe n . s t ü c ke s ,

Das Pr o gramm d i e s e s h i s t o r i schen H e i m at ­

d a s i m J ah re 1 7 1 5 s p i elt

Vo r sp i e l e i nge l e i t et wi rd ,

und m i t

e inem a l l e gori s ch en

i st i m M i kr 1 8 ,

S. 1 45 ,

erhal t e n .

Beri cht e und Re z en s i on e n üb er Prob en und Au fführung i n d e r " hlurt a l er Z e it u ng " v .

" T aue rnp o st " und

22 .

J u n i und

6.

J ul i

1918

l a s s e n Pramberger al s d e n Verfas s er d e r s el ben u n s c hwer er rat e n . Di e T ät i gke it i m Di en st e d er Vol k s kund e ged i eh i n s o fern , al s Pram berger und

am

16.

V K b egann .

am

6.

J änne r zwe i Sagenbänd e f ert igge s t el lt hatt e

Jänner b er e it s m i t Am

6.

d e r Märch en - A u f sc hr ift s e i ne r

A ugust v ermerkt Pramb e rger d ie 2 0 0 .

Se i t e an s e i ne r Vo l k s gl aube narb e i t ,

ge e �h r i e b ene

und d e r f a st regelmä ß i g e

b'ort gan g d e r F or s c hungen l i e ß i h n am 2 5 .

Au gust d as 1 3 . 1 8 2 .

i n s e i ne n Not i zbüc h e rn ,

zäh le n .

" Di ct a " g e n annt ,

Di kt at

B e i d e r Le ktü re d er T a ge s z e i t ungen wurd e Pramb erger auf d i e Bewe gung d e r st e i r is ch e n Ar b e i t e rs c haft aufmer k s am . Er la s v o n d er e n Au fs t ä nd e n .

Ihr Begehren war e i n dau ernd er Frie d e u nd

gere c ht e Vert e i l ung d e r Vorrät e .

In Fabri k s ort en _ sch l o s s en s i ch

i hn e n auch Bürger und Bau e rn an .

Hun ger und al lgem e i n e Unz u­

fri edenhe it waren d i e grö ß t e n Gefah r e n für den St aat .

Di e

v erwirrend et e n Gerücht e v eruns i c h e rt e n d i e B ev ö l k erung . e n t fach t e Empörung ,

Es

wi ev i e l e Unt e rnehm er s i ch a u f Ko st en d e r

Bau ern u nd d e r Arb e i t e r b e i G e t r e i d e - Zuc ker- M i l c h - Fet t , 1 1 u n d zul et z t He uli efe runge n b e re i c h ert hatt en . Pram b er ger h ält in s e in e n Auf ze ichn ungen f e s t , wi e Kri eg s gewi nnl er ei ch a u s d em apgerung en en Metall und au s z e r schl a g e n e n Kirch engl o c k e n e i n Ve rmö gen g e sc haff en hat t en .

Di e Erb i t t er ung gegen d i e Verwalt ung

d e s gegenwärt i ge n Regi me s s c h i en z u wach s e n .

Von Lab o r ant en

b i s zu Sc h n ap s r e i s en de n waren s i e z u - " He u kund i ge n " ge wor d en , T u c hhänd ler z u H e uüb e rne hm e rn , ü b ern ahme rn e t c •

O ffi z i e r e z u M i l ch- und Hafer­

Di e Men s c h e n hat t en al s o m i t an s ehen müs s en ,

wi e v i el e Güt er frevl e ri sch z u gr u nd e ger i c ht e t word en waren .

Au s nu ß l an d war di e Kund e g e d r unge n ,

d aß das Vol k d urch Auf ständ e


-

1 96 -

und Unruhe n e ich d e r Para s it e n e nt l e d i gt h at t e . Pram b e r ger m e i nt , daß d i e Arb e it er ,

d ie für Ö st err e i c h das s el b e ert räumt e n , üb e r­

s ahen , d aß ihn e n e b e nd i e s e Paras i t e n i n i hren e i genen R e ih en i n Ver s amml un ge n Kom ö d i en v or s pi el � en und s i e au s sau gt e n . Pramb erger b egann d i e Unr uh e n auch als Vorläufer e i ne s gro ß e n St u rm e s z t� fürc ht e n und für d i e Kl ö st er z u b angen . in den en man d ar ang i n g ,

Er hört e Vor t rä ge ,

" das Volk z u v e r p; i ft e n durch Lüge und

Verl e umd ung g e gen da s Kais erh aus " .

Der j un g e �o narch wur d e al s

Trunk enb ol d h i n ge st e ll t und d e r Kai s er i n nac h ge s agt , daß s i e l i e b er m i t i t al i e n i sc h e n

Krie g s ge fange n e n v e r kehr e , al s m i t d em

e j nhe i m i a c he n Mi l i t är . Pram berger macht e s i ch s e ine e i g e n e n Ge d an ken ,

da i hm d i e " unl e id i ge Sac h e von S ixt u a vo n Bo urb on Parma •

verfl i xt e i ne m Ho c hv errat ähnl i c h s ah " .

So s e hr Pr ambe rger l en

j ungen Kai s e r l i e bt e , gab e r n un " ke i n e n P f i fferling" m e hr a u f den Be st an d d e r fuon arc h i e . E r s ah d e n Unwi l l e n d e s Vol k e s b e r e it e übe r sch äumen . Der

p o 1 i t i s c h

i n di e s e m Jah r he i ß e G e f ec ht e .

t _ä t i g e

Pramberger l i e fert e

Es war s c h o n 1 9 1 7 z u h i t z i gen

Debat t e n u n d Drohunge n g e k omm en ,

da d i e Ernt e ergebni s s e s o

s c hl ec ht gewe s e n waren , d aß das Lan d unmögl i ch d am i t a u skomn e n kon n t e . " Di e Ungarn hätt e n , ab er s i e geb e n n i c h t s l h e rrl i ch e s We i z e nmehl , ab e r s i e f re s s en all e s s e l b er • • • D i e Ru s s en l e id e n s e l ber N o t und d i e It al i e n e r ni c ht wen i ger . Und d i e 1 un s b e l i efern k ö nn t en , d i e h al t en an i hr er Bl o c kade f e s . " Vi e l e Bau ern h at t e n de swe gen e i nf ac h i n all e r Ei l e i hr Ge t re ide aus s c h l agen las s e n ,

s o daß Pramberger k e i nen Pr o b e c r u ach

mehr v orn ehm e n konnt e . So s p i t zt e e i c h 1 9 1 8 d i e Si t uat i on d e r art zu , d aß Pran ­ b e rger d i e Vermit t l errolle zwi sc h e n Bau ern u n d st aat l i ch e n Re n­ t ro l le n n i c ht m eh r z u b e wäl t i gen s ch i en .

In der Me i n un g ,

e s mit

unb ere cht i gt en Komm is s i one n z u t un z u h ab e n , z e i gt e er d i e s e b e i d er Beh ö rd e als Ei n aus führl i ch es ,

" Sc hwin d e lban d e ,

hö c h st i nd i gn i e rt e s Sc h r e i b e n d er Be z ir ks­

haup t m ann s c h aft war d ie F o l ge , k omm is s i on i n St . 1

E VI ,

d i e s i c h he rumt r e i bt " en .

i n d e m i hm als Obm ann d er H e U­

Bl as en "Man gel a n j e gl i c he r I nformat i on "

S. 1 5 5.


- 1 97 -

v o rgewo rfen wu rd e ,

und m an " d aher vom bel e i d i ge nd en I nh a l t e "

ke inen Gebrauc h mac h en wo l l t e . E s geht d arin auch u m e i ne

d ub io s e Raubfut t e rau fn ahm e b e i Jul i an a Kal c her . Di e Aufnahme wu rd e von der Land e s f utt ermi tt e l s t e l l e al s wer t l o s b e z e i c hne t und ni cht ane rkannt . Pramberger wur d e al s L e i t er e i ne r Komm i e si on abgele hnt .

" I c h gl aub e ab er ,

das s i c h d e sh al b m i r d i e Au e z e i ch­

nung v e rs c he rz t e . .Denn i n Ö st e rr e i ch ' i st Kai s er , P ap st und 1 J u d e d i e Dr e i fal t igkeit ' ( Sp ot t ged i c ht ) . " Mi t e inem Art i ke l im " Gr a z e r Volksb l at t " , Nr . 1 4 1 , v . 1 0 . �ä r z 1 9 1 8 z og e i ch P ram b er g e r w e i t erh i n d e n Unwi l l e n d e s k . k . St att h a l t e r e i r at e e Eeeb e c k z u . I n " Zu r He urequ ir i erung i m Ob erland e " e rhebt P ramberg e r unt er anderem d i e Be s c h u l d i g un g , daß d i e Aufnahme- u n d R e qu i r i e r u ng sk o mm i e e i onen wil l kürl i c� s eien ,

" rü c ks i cht s l o s und unve rnünft i g" vorgi ngen , u n d d a s Vo lk

unm ö gl i c h Vert rau en h ab e n könne u e w • i n d e r Nr .

In

e i nem G e g e n art i ke l

1 5 3 wi rd die vö l l ige G rund l o s i gk e i t d i e s e r B e ha upt un­

gen darge le gt . I n e i nem we it e r e n Soh r e i b e n v . 1 3 . Mär z 1 9 1 8 , i n d em Pram b erger e i ne Ab s ch r i ft d e s P rot o k o l l e z ur Ü b erprü fung der

Au fn ahm e

der Raubfutt erv orrät e b e i Frau J ul i ana Kal o h e r

mit

d e n Wo rt e n " Kommentar übe rflü s s i g " üb ersendet wir d , d i s t an­ z i ert si ch Eseb e c k von we i t eren B e haupt unge n Pramb erger s . Die s er

kon nt e e s ni cht l a s s en , Mi ßst änd e aufz e i gen z u wol l e n ,

d enn am

Mär z 1 9 1 8 s c h r e i b t Pramb erger i m Morgenblatt d e s " G razer Vo l k sbl at t e s " , 5 1 . J g . , S . 4 , b er e it s wi e d er unt e r " Be m er k ungen 17.

z u r Zent ral wirt s c h aft " in h ö ch s t i r o n i s c h em T o nfal l .

Da r i n i s t

u . a . v o n e i n em Be s i t z e r d i e Re d e , d e r z we i H ub en und i n b e i d en e i ne ge wi s s e Anz ah l Vi e h hält . Au f d er e i ne n Hub e h at e r j e doch z u w e n i g He u , auf der anderen ergi bt s i c h e i n Ü b e r s oh u ß . Dam it kö n nt e er d e n Ab gan g auf der e r s t e n Hub e d e c ken . 11 Der g e s un d e Men sch e nv e rst an d s agt n un , b e i e i n und dem­ Be s it z er mü s s e e i n Au s gl e i ch a � at t find en . N e i n ! Di e Fut t erm i t t e l s t e l l e s c hre i bt v or s Der Ub e r s ch uß auf d e r zwe i t e n H u b e m uß abge l i e fert wer d e n - und d i e Fo l g e i et s Das V i e h auf der e r st e n Hub e muß v erhungern . Das i st d o c h wahrl i c h e i ne mu st ergült i ge Wirt sch aft ! Be s c hwer d e aus­ s i c h t el o s • • • "

s el b e n

1 � VI ,

S. 165.


1 98 -

-

Da e s ab e r Bau ern gab ,

d i e ü b er Pram b e r g e r l a c ht en ,

"dass

e r d en KUrzer e n g e z og e n hab e " , h i e l t Pramb er ge r d e n Blasnern am

1 9 . Mär z wi e d er e i nmal e i ne " ge p f e f f er t e Pr e d i gt üb er Und ank 1 un d Sc haden fre ude " und 11 warf d i e Ernt e komm i s särst e l l e z urüc k . " . " Vom Be z ir ks h aupt mann ward m i r am 2 1 . Mär z e i ne vo l ls t än d i g e Rehab i l i t i er ung ,

d e r Abt s uc ht e e i n e s s e i n e r s c h ö n s t e n Ans i ch t s­

kart enalbum s h e rau s und b r ac h t e e s m ir . 2 m e br . " Im Mi kr 1 8 , �em e ind e St . Ve r d i e ns t e Den

S . 1 82 f ,

b ef i n d e t s i ch

Bl as e n a n P r am b erge r " •

• • •

grö ßt e r Wohl t ät er

e n s c h e n

i n groß e Gewi s s e n s konfl i kt e .

• • •

S.

• •

das Danks ch r e i b e n d e r

für I h r e u n s c h ät zbaren

d a u ernd e s De nkm al

• • •

"

Pramb e r ger b rac h t e das J ahr 1 9 1 9 Er s o l l t e e i ne der T ö cht er d e s

S c hm i ed eme ist e r s J o s e f Z e h e nt hof e r , Burger sch ule vo r b e re i t e n .

V om He u war k e i ne Re d e

d i e 1 5 j ährige P e p i , a u f d i e

Pramb e rger h i nt e rl ä ß t i n s e i nem M ikr 1 9 ,

1 37 , e ines s e i ne r spät e r g e s c hr i e b e n e n " Sch alt b lätt er " m i t d em

T i t el " An de n Le s e r " .

In di e s e n Erk l ä r ungen beke nnt

er s i ch i n

prägnant er Z u s am m e n fas s ung " i n d e n B an d e n d e r Li e b e ver st ri c kt , von d e nen e s k e in L o swerd e n z u g e b e n s c h i e n " .

Di e s e Be z i eh ung

s p i e ge ln auß er d em s e i ne g e na u e n Au f z e i c hnungen im Mi kr , be i ge l egt e Br ie fwe c h s el m it P e p i ,

d e r dort

d i e Prod u k t e d e s " Erwach e ns

e i n e s n euen Li e de rfrüh l i n g e " s ow i e Au s führ ungen i n s e i n en " l:!;r i n n erunge n " w i d e r . Di e Kr i e gs e re i gn i s e e ,

e i nige auß e rg e wö h n l i c h e Nat urere i g­

n is s e und verme i n t l i c h e H imm e l s e r s c h e i nungen l i e ß en " b eher zt e Männ e r " z us amme nt ret en .

Si e l u d e n d i e Vert r e t e r d e s ob eren Mur­ 3 t al e s z ur Kons t i t u i er ung e i n e s De ut eeh en V o l k erat e s für d en 21 .

Jul i nach J ud e nb urg e in .

vor st e h ung St .

In e i n em Schr e i b en d e r Gem eind e­

Bl as e n wird Pramb erger gebet en ,

" d i e St el l e e i ne s

Vert rauen smann e s i m Vol k srat e für d i e Gem e in d e S t . Bla s en an­ z un e hm e n " .

In d i e s em Sch r e i b e n werden n oc hm al s al l e Ver d i en st e

Pramb ergere um di e Gem e i nd e und 1 2 3 fti r den

E VI ,

S. 1 65.

Sb d . '

� . 1 66 .

s e i n e Fähi g ke it e n he rvorgeh o b e n ,

Der M i kr 1 9 , S . 1 9 5 e nthä l t a l s B e i l age d i e " Gru nd zti�e Au fbau e i ne s De u t s c h en Vol ks rat e s für Obe r st e i e r " .


- 1 99

die

ihn fü r d i e s e s

aufge zählt .

-

Amt gerade z u " b erufe n ersch e i nen " l i e ß en ,

Pram berger ,

der

fre i von j e der P o l it i k s e i n wollt e ,

fuhr ac hl i e ßl i e h n ach der Gründung d e s Ort srat e s al s Obmann­ st el l v e r t r e t e r

am

8 . Sept . 1 9 1 8 auf Änrat e n d e s Abt e s nach

J u d e nb urg. " Vi e le ent st i egen dem Z uge und wir wurd e n au f dem Maree he z ur T u rnhal l e von allen H äus ern mit Ko rnblumen ü b ers eh ü t t e t . . . " 1

D i e " M u rt al e r Z e it ung " v . 2 7 . J ul i 1 9 1 8 , Nr . 30 , 7 . J g . , S . 1 , b eri c ht et unt e r d em Tit el " Der De ut e e h e Volket ag i n J ud e n­

burg " über " d i e Geb urt d e s d e ut s c he n Einh e i t egedanken s " . Al s S e e l e d er Veran s t al t ung w i rd Rech t s anwalt Dr . Wal t er Pfr i m er genannt . B e i d i e s e m Tr effen wurde e i n B i l d der p o l it i sch e n Lage gez e i c hnet und das 11 hoc hverrät eri e c h e T re i b en der T s ch ech en un d d er Sü d s l awen " angeprangert . Die p o l i t i s ch e For d er ung der Deut­ s ch en nach "unb e d i ngt em Fe st h al t e n am Bündnis s e m i t De ut s ch l and " wird dargel egt • .Man wendet s i c h gegen ver j ud et e Z ent ral e n , ge­ gen das jüd i s c he Gr o ßkap i t al , das das V o l k a u s l a ugt e . " An St e l l e des wegen Krankh eit v e rh ind ert en Rech t e an­ wal t e s Dr . Mravl ag sprang He rr Dr Vi k t or v o n Geramb a u s Graz e i n , d e r s e ine vol kskundl i c h e n �fahrungen d em Vol k s ­ t age of f e nb art e u nd an d i e St adt l e ut e und Bauern i n gemüt ­ voller Art e i nd ri ngl i ch e und b eherz i ge n swert e Wor t e r i c h t e­ t e , ihne n damit e i ne Brücke z ur Verst ä nd i gung baut e . S e i ne Re de fand e i n e s ehr freundl i c h e Aufnahm e . "

Der N ot ar Ur . b�x Re i c h b e ant ragt e e i n e Ent sch l i e ßung , i n d er er a u ch " i n Treu e uns ere unt erst ei r i schen Lan d s l e u t e " grü ßt e , und v e rl an gt e fre i e Bahn z ur Adr i a und d e ut eehe S e e gel t ung in

·:r ri e st un d dem gan z e n Kü st en l an d . " Nach dem m arki gen Schl u ß ­

we rt e Dr . Pfrim e rs durch braust en d i e Kläng e d er · ' Wach t am Rh ei n ' d i e Hal l e •

• •

"

Pramb erger unt erl i e ß e s i n der Fo l g e z eit ab si c h t l i c h , · di e Z e it ungen z u l e s en . Er sah a u s den Mienen d er Ko nven t u ale n , d aß d er Fri ed en s sch l u ß d er Bu lgaren s i e s c hwer get roffen hatt e . Am

5 . Okt o ber brach t e e i n T e l e gramm d e s " Gra z er Vo l ke ­

b l at t e s " e i ne n St imm ung sums c hwung d er ge s am t en Bev ö lkerung. 1

E

VI ,

S.

1 80 .


- 2 00 -

" l'ri edenes c hr i t t d er Mitt elmäc ht e um Waffen st i l l s t and und Fr i ed e n s unt erh and l unge n d ur c h den a c hwe d i s ch en Ge sandt en W i l e on e rf o l gt . " 2 m i t d er Not ! "

,

an

" Aus i et e

Man verfi el i n e i n e n Fr e u d ent aum e l :

I n Gra z b e gann e s j e d oc h um Mitt e Okt ober unr uhi g z u we rden . " De r St at t.halt er C l ary hat t e b er e it s r e i s sau e gen omme n , und h i nt e r ihm war s o manc h er n ac h gepurz elt , d er e h e d em daa hohe Ro s e geri t t e n hat t e . Ane h d e r Be z irkshaup t m an n von Jud e nb ur g s ol lt e damal s bald v e r a ch wun de n s e i n • • • Eae b ec k künd i gt e Ver sammlungen an , d er Neumarkt e r Be z i r k s ­ richter wurd e b edroht • • • Ei ne Anarc h i e hat t e e i ngeri s s en , da d a s ni e dr ige Volk , d ie S o l d at e ska , ke ine St rafe fürcht et e und s i ch n un an ihren Vo rge s et z t en revanc h i e rt e . " 3 ·

Das G e ld v e r l o r an Wert .

Kluge Haus frauen kauft en i hr e n

blO n at a b ed arf gl ei c h nach Erhal t d e s Gel d e s . Man glaub t e d e n Ze i t u ng en n ic ht mehr . Ge schüt z e n .

Von d e n Karawan k e n hört e m an d e n

Lärm

von

Wi e d e r s c hwirrt en d i e s ond erbarst en Gerü c h t e d urch

d i e G e gend um St .

Lambrech t .

Ei n e Inva s i on wurd e b e fürc h t et ,

m i t Ent s e t z en wußt e m an z u e r zähl e n , d a ß i n d er s c h war z e T o d a u s gebroch e n s e i .

i n d i e Reg ie r u n g e i n " . d e r Unt ät i gk e i t .

d a d i e s e e i ne Güt e r k o n f i s­

um d e n h ungern d e n Wi enern

e i n e Ab at i ft un g .

:Man b e fürch t e t e

der

Im St ift e hat t e man Ang st vor

d e r neuen republ i kan is c h en Re gi erun g , kat i on ver fü g e n k ö n nt e ,

Laßnit z

zu

h el fen .

"Der en e rgi e e h e Abt Hau s e r t rat

Ba war v o rb e i m i t

dem Tre i b e n l a s s en und

Pramberger w urd e von der all geme i n e n St i mm ung

an ge st ec kt u nd b e s prac h fü r den Fal l der Ab st i ft ung b e r e it s �uart i e r und St e l l un g ,

i n d er Karch au . St i ft e

s e i e s b e i d e r P o s t o d er al s Sc h ul l e i t er

Er woll t e b e i geri ngst er Veranla s s ung au s d em

au s t r et e n .

Am 2 .

N ovem ber kam e i n e �i nl a d ung d e s Kre i s o b manne s

�r . Pfr ime r zu

e i ne r

S i t z un g nach Jud enb urg ,

wo d i e Er r i cht ung

e i n er Nat i o nal gard e z ur Au fr echt erhalt ung der Ordnung b e s ch l os­ s en werde n s ol l t e .

Am 5 .

un d N e um ark t für e i ne

1E

2

VI ,

S . 1 96 .

Ebd .

3 h'bd . ,

S. 1 90.

N o vember sprach man m c h in �t . L am brech t

" No t st and s garde " für den ganz en Ge r i c h t s-


- 201

-

b e z irk aus . Al l ee b e gann n ach Sch u t z z u rufen . Kre i d e fe u er z ur N acht z e i t , dre i S c hü s s e z ur Tage s z e i t s o l l t en Raubüb erfä l l e an­ z e i gen . Wei t e r e Ge rü cht e verun s i c h e rt e n di e M e n s ch e n . " Das gro ß e Kom� d i e ns p i e l ,

das m it den Vert rägen vo n

�ai nt - Germa i n e t c . s e i n End e f an d , k ehrt e m i ch ge nau s o weni g 1 wi e d i e o hri st l i e h e L i e b e Wi l s o ns . " Am 1 2 . Novemb er t raf d i e

Ku nd e in St . Lambr.eoh t e i n , d a ß der Ka i s er a u f die W e it e r führung se i ne r Age nden v er z i c ht et hab e . Es herrscht e Ers c hü t t erung i m

St i ft e . N u n s ol l t e n N e uwah l en komme n .

Di e Ge i st l i c hk e it wol lt e

m i t al l er Kraft gegen di e So z i al d emokrat en arb e i t en . Der Unt er­ ri o ht sm i n i st er wurde als Kle r u s f e i nd b e ze i chnet . Wi e d er b e t ont Pramberger , im Fal l e e i n e r St i ft saufhebung n i c ht mit s e i n e n Mi t brüd ern z u geh e n , s on d er n i m Markt e Ve rt rau en u n d Ver st änd n i s z u suc hen . Nach e i n e r wahren Schimp fk an onade auf s e i ne Mit ­ b rü d e r , l e gt e e r s ic h d en Plan z ur ech t , dem Lan d od er St aa t s e i n Mu s eum al s wi e sen e oh aft l i ob e e Gan z e s an z ub i et en , um d afür d i e An st el l ung al s Vor st and d i e s e r Samml ung z u b e komm e n . 2 v . 1 6 . 1 1 . 1 9 1 8 wi l l Pramb erger t r ö s t en . Ein e Kart e Geramb s "Kommt Ze i t ,

Ab e nd .

kommt R a t

• • •

e s i st n oc h lang n i c h t al l e r Tage

Da s s i n d 2 gut e al t e Vo l k s we i s h e i t e n , d i e ich mir j e t z t

t ägl i c h 3 mal vor sage u nd di e a u c h für S i e gelt en soll en .

11

G eramb hofft , daß di e j et z i ge St aat e f orm ble i bt , i n der al l e

Stände

gerecht un d en t sp rec h e n d ve rt ret en s i nd und daß e r i m

ü b ri ge n wart en woll e , b i s s i c h a l l e s e i n wenig " ge s et zt " hab e . Im " Gra z e r T a gb lat t " v . 2 8 . 1 1 . 1 9 1 8 , Nr . 3 2 7 , 2 8 . J g . , s ch r e i bt Ge ram b e inen a u s führl ic h en Au f s at z m i t d em T i t e l " Der

He imat ge dan k e im N e uau fb a u d e s St aat e s " . Er endet mit d en Wort e n : " Ee muß wi ed er h e i m e l i g wer den i n d er Heimat ! Au f z ur Arb e i t ! Der de u t s c he Go tt und St . Mic hael wer d en s i e segnen !

Gra z ,

Gründ un gst age d e s J o anne ume 2 6 . N ov ember 1 9 1 8 . "

am 1 07 .

Äl s Pram berger 1 9 1 9 i n Zivil n ac h Kar ohau und St . B l a s en z um G ot t e s d i e ns t f uhr , wün sch t e man i hm n i c h t ei nmal e i n gu t e s Ne u j ahr . An geb l i c h hab e s i c h das Ge rü c ht verbreit et , daß e r aus d e m St i ft e a u s t r e t en u n d h e irat en woll e . 1 E VI ,

2

S . 2 00 .

ili kr 1 8 '

s . 47 1

" Der D an k d e r Bla e n er


- 20 2 -

hat t e nur f i n g er n a g e l l a n g g e l angt trat sc henz ent r al e . "

. • •

1

d a s war e i ne Mar kt -

P r am b e r g er i n Z iv i l kl e i d u ng nach Graz , um Vor l e sunge n zu b e s u c h e n und s i ch di e Fre qu e n z z u hol en . Di e Waggon s ware n o hne Licht , d i e F e n st er m it Br e t t ern ver­ s c h l age n . An der Un iv er s it ät b e s uc h t e e r Ebners V o r l e s ung , d a s h i st oriee h e Sem i n � u nd � be n s Urkun d e nle hr e , Srb i ks Vorl e sung Am 1 2 .

J än n e r 1 9 1 9 fuhr

über di e Fugger ,

wo i hm

An e rk e n n un g z ut ei l wur d e , da er d e s

:Pr o fe s s ors De f in i t i on d e s di e

Wo rt e s

" Urb ari um " wi derl e gt e ; w e i t er s

V o rle s un ge n b e i Pro f . S i e g e r u n d P r o f . C u nt z . P r am ber g e r

fühl t e s i c h geehrt , daß d i e Hö r e r au f i hn au fm erk s am und e r auf­ �e f o rd e rt wurd e , üb e r s e i n v o l k s kund l i c h e s T un z u b e ri cht en . Er t raf

sic h des öfteren m i t Le u t e n wi e S e m et k o w s k i , Bau rat Muhry , Pro f . L e p u s ch i t z Pro f . Drobny , Arch i t ekt I n f fe l ,

un d Pro f . Kl ernen s Frömm el . Di e s e T r e f f e n fanden i m Wi n t erbi erh au s s t at t .

in

d er

Ge r a m b gab s e iner M e i n ung Au s dr uc k , daß e s e i ch er l i eh Ab s ich t d er n eu en

Re g i e r u n g

l i e ge , d e n P r i e s t e r n m eh r

S e l h ständ i gke i t z u geben . An l ä ß l i ch e i n e s

V o r t rag e s

i n d er Bur g ,

u m d i e s o z i a l e Au fgab e d e s H e i ma t s c h ut z e s gi ng u n d Geramb die " u n e i g e n nü t z i g e P i o n i e rar b e i t P ram b erge r s un d d e s e b en f al l s anw e s en d en Dr . K l o e p f e r h e rvorhob , t rat Ger amb m i t dem Wun s ch e an Fr am b e r ge r h e ran , i n Gra z V ort räge z u halt en , um Ge ramb z u en t l aat e n , " z um a l i ch n e b en i hm der b e d e u t e n d st e Vol k s k un dle r i n d e r S t e i e rm ark s e i und u n g l a ub l i c h e Popul ari t ät b e i al l en

wo e s

"

was sgeb e nd e n Vol k s fre u n d e n gen i e s s e . " a u ch

2

b e g ab , üb erall wurde p o l i t i s i ert und p o le m i s i ert . " Die V o l k e b e we gu ng war . wegen d er b ev o r s t ehend e n Wah l e n vi e l regsamer u n d n e r vö s e r . Pramberger wu rde z u Agi t at i one n g e drängt . Er w i c h p o l i t i s c h e r T ä t i gk e i t m i t Vo r t räge n ü b er Heimat sch ut z u n d H e i mat wer k a u s . Di e er st e Wahl d er j ungen Re p u b l i k am 1 6 . F e b r u ar 1 9 1 9 erbrach t e i n St . Lambrech t e i n Wahlr e s u l t at v o n 3 3 3 Chri stl ich­ s o z i al e n , 89 Bau ernbündl e rn , 64 So z i al d em o krat e n , 3 5 De u t a c h ­ d em o krat e n und 3 0 N at i o n al dem o krat en . I n öt . B l a s e n hat t en di e Woh i n

imme r s i c h P r aw b e rger i n d i e s e r Z e it

"

1 E VI ,

S. 203 .

Eb d •

s . 2 06 •

2

'


203

-

Bau ernbündle r ge s i egt .

u nd

Abt

-

Konvent waren m i t

d i e s em

R e su lt a t

n i c h t z ufrie d e n . ot .

Di e Z e i t u ngen wurd en nur

drei mal

in

der Woche nac h

Lawbrec ht gel i efert . Es mange lt e al lgeme i n an Z ugaver­

b i n dungen . Güt e r züge führ t e n e i n i g e Pers o n en wagen , d o c h ke i ne P o st . Di e Ki n d e r s an ge n : " E e e , d i e Mu t t er k o c h t uns T e e ; ohne Zuc k er , ohne . Br ot ; a.m

Auc h

ist

das nicht

d i e H un ger s n o t

b e g an n d i e N o t

" Herren t i sch " i m St i ft e

• • •

"

an zukl opfen .

Kart offelvor rät e waren verzehrt , di e Re s erv e n an Se l c h fl e i s c h gingen d em End e z u . So gar d i e Be sch affu ng von Ö l b e r e i t et e

Di e

Schwi er i gke it e n .

�an

k o n n t e d en Pfal;"ren das dr e i fac h e Ö l

den Gründonner st ag n i c ht m eh r zuk omm en l a s s en . Z e ugn i e

vo

fii r

I n s e r at e g e b en

n den wirt sch aft l i c h e n Schwi e r i gke it a n s

" Zu t au sc h en ges ucht Wer gi bt Bu tt er fü r Pet r o l e um? Briefe an Erna Kopp en , Bahns t r . Nr . 8 , Part e rr e , 1 3 3 1 - 7 • • • Z uc ke r un d P etro l e um we rd e n gegen B u t t e r ei n � e t a u s c h t . H e r zog Fri e dri c h s t r . 26 , 1 . St o c k . 1 4 4 7 - 7 • • • 3 0 gu t e Z i garr e n , e b e ns o lc h e n P f e i f e n ­ t ab a k gegen Bu t t er , S c h m al z , e i nz ut au schen . Mül l e r st raß e 5 3 , Hochparterr e . Ab e n d s . 1 4 3 8 - 7 • • • Wi n t e r j a c k e u n d l anger Dam e nkragen ( Rei nwol l e ) ge ge n Leben sm i t t e l e in z ut au s chen . Inns br u c k , Dr e ihe i l i gen straß e Nr . 1 1 , 1 . St . 1 4 2 3- 7 • • • 1 L i t er T af e l ö l ge be i c h ge gen 5 Ki l o M e h l od er gl e i c h e s Quant um R e i s , �rb s e n , F i s o l e n , Hirs e . Anna L o t t er s b er ger , Ku fst e i n . 9 4 1 2 . " End l i c h k o n nt en d i e H o l z z o g g e l n i n

d i e Ec ke ge s t el l t

werden , d a e s w i e d er g e n a g e l t e St raß en s c h uhe gab . Obwo hl n i c ht fü r

a u ch

e rh ö h t w u r d e

vi er

J oc h

na c h d e r Re i ch s r at swahl d er S t i ft s p ach t z i ns

( der

Bäck e r

z ah l t e

1 70 Kr o n e n

Gr und st e u er ,

),

fan d en s i ch ,

St i ft s grund al s Pacht 1 00

Kr o n e n

wi e Pram be r g e r me i nt , d o c h L e u t e m i t kommun i st i s c h e r Ge s i n n un� z u s amm en ,

d i e fü r d e n Bergwi nk e l d a s

Graz l e r n e n

d ur c h ,

es

wo l l t e n .

kö nnt e

das

" Re v o l ut i o n m a c h e n "

I mm e r w i e d e r k l i n gt Pramb e rge r s Ang s t

St ift

d ur c h e i n e n R e g i e r u n g e a kt

wer d en . S e i n e P l ä ne gi nge n s c h o n s o we i t , daß e r a u c h b e im

in

a u f g e h o b en b er e it

war ,

Z e h e nt h a f e r das S c hm i e d e h a n d w e r k z u e r l er n e n . P r am b e r ger

hört e v on

e i n e r Ab s i c h t ,

die

E> r wi e e i n e

" Früh l i ng s b ot sch aft "

vernahm , n äm l i ch e i n e n P r i e s t e rr at z u s c h a f f e n , u m d i e ab so l u t e o d e r m i t unt er

d e sp o t i s c h e

Ge wal t

d e r H i erarc h i e z u b r e c h en .


- 20 4 -

j a e i n e rb i t t ert er F e i nd v o n Kl a u s u r - C h or -

Pr am be r ge r war

und Br evi e r zwan g un d d e m Z ö l i bat .

Ko nnt e d i e Ge fahr e i n e r

St i ft s a u fh eb un g a uch

ge b annt werd e n ,

eine

d er B e s i t zung e n ,

'' Z e r s t Ue k e l un p: "

fü rch t e t e m a n i mme r n o c h d a d e r n e u ge gründ e t e

sUd s l awi s c he St aa t al l e We i ngärt en i n ö s t e rr e i c h i s c h e m Be s i t z z u v e r s t aat l i c h en ge d ac h t e . Das Hart ge l d war n ah e z u gan z v e r s c h w un d en .

di e d en A u f dr u c k 11 De u t s c h­

m u ß t e n i n Sch e ine umgewe c h s e l t werden ,

An d i e St e l l e d e s Hart ge l d e s wa r d a s N o t g e l d

Ö • t e rr e i ch " t ru ge n . get r e t e n .

Dur c h s e i ne b unt e �� nn i gfalt i g ke i t for d er t e e s Pram­

b e rger g e r a d e z u h e rau s , Am

Dr .

Am

D i e Ban kn ot en

1 2 . Ap r i l

5 . Mai b at e r

1919

um

s i ch a l s Samm l er zu bet ä t i gen . f e i e rt e Pr amber ger s e i n e n 4 2 .

G eb u rt s t ag .

bn t h e b ung v o n d er Bl a s n er S e e l s o r g e .

l ü c h ar d Kral i k l ä d t Pramberger

z u der Ge n e r a l ve r s amml ung d e s

am

21 .

l';;a i

1919

Ve r b and e s der k at h .

schrift lich Sc h r i f t st el l e r

und Sc h r i ft s t e l le r i n n e n Ö s t e rr e i c h s e ih , d i e s i c h z um Z i e l e

a et z t ,

und

d en Sc h r i ft s t e l l e rver b an d auf e i ne Gr un d l a ge z u st e l l e n

" Pl äne fü r e i n w i rk s am e s E i ngr e i fe n i n d i e K ul t ur arb e i t

u n s e r e r Z e it " z u f a s s e n . D e n l e t zt e n Di e n s t al s Seel s or g er i n der Kare h a u v e r s ah P raru b er g e r

am

3 1 . Au gu st

1919.

Dem

d e r ü b e r Pram b e rger e r zählt hatt e : T e st am e n t ver a chwin d en l as s en " , gl ä ub i s ch en L e u t e gl a u b t e n , auc h d i e Kr i egsnot

" e rbwah n s i nn i ge n Ge i g l e r " " Unhe i m l i c h war e r .

v e r gab er n i ch t .

Er hat s

Di e ab e r­

d a ß m i t d em Ab s c h i e d P r amb e r g er s

" v e r s c hw i nd e n " wü rde .

Di e Lan d e s gr e n z e n war en g e s p e rrt

und

kon n t e n n u r m i t

e i n e r Be s t ä t i gu ng p a s s i e rt wer d e n • .

Di e al t en Vo rrä t e wu r d e n lan gsam au s den Ve r s t e c ke n d e r

�aga z i n e i n d i e Ka u fl äd e n z urü c k geb r ac h t . Uf e rl o s e .

Di e P re i s e st i e gen i n s

" Di e s e n N i e d e rgang d e r Währu ng s c h i enen ab er d i e

s o ge n an nt e n Si e ger n i ch t ge s ehen z u h a ben , e i n en grä s s l i ch en Gewa l t fr i e d e n , 1 d en Z e it ung e n b e r i ch t et en . "

s o nd er n s ie

wi e uns d i e s p ä rl i ch

d i kt i e rt e n e r sch e i n en­

We i t ere Gerü c h t e gingen um v o n d e r Be s e t z un g d e s L av a n t ­ t al e s d u rch d ie 1

E Vl ,

Se rb e n ,

S . 222 .

vo n grä ß l i c h e n Greu e l t at e n wi e Ab be i z en


- 20 5 der

Ba uernhö fe ,

Sch änd un ge n ,

von Mo r d e n an Grei s en ,

di e an d e r T ag e s o rd nu ng s tü n den , und d avo n ,

s i ch in Wi en m i t d e r Ab s i ch t t rü ge , zu r ufe n ,

Fra uen u nd K i nd ern , vo n d a ß man

e i ne Rä t e rep ubl i k i n s L e b en

was i m K o n ve nt e i ne ge drüc kt e St imm ung h ervo r r i e f .

Man sprach s o gar davo n , d a ß e i ch d ie St e i ermark i n d ie s em F al l e los r e i S e n wür d e .

Vul k an ,

"

M i r k omm t v o r , a l s eä s ee n

wi r a l l e a u f e i ne m

d er j e t z t u nd j e t z t a us b rech e n kann " .

1

Pramb e rg er s c he i nt d e n Kärntner Abwe hrkamp f m i t e in i gem In­ t e r e s s e verfol gt zu haben . Er h i n t e rl ä ß t i m M i kr 1 9 , Sc hr i f t l e i t ungs-Be i l age z u Nr .

S . 1 2 7 , e i ne

2 0 vom 1 6 . Mai 1 9 1 9 der " Al l gem e ine n

Ba u e rn z e i t ung 11 m i t P ar o l e n wie " Rühr e t u ns e r K ä rnt en n i c ht

an ,

denn

wir wol l en ein un z e rr e i ßb ar e s Kärnt en und ein un z e rr e i ß b a r e s Ö s t e r­ re i c h h ab e n ! " und e i n e n Sp e n d en k o upon d er Kärnt n e r L a n d sm an n s ch aft i n Graz " für d i e Flü c h t l i nge und d i e Vol k e ab s t i mm ung i n Kärnt en " . Al l e d ie s e Sch r e c ken s na ch ri ch t en wu rden mit wuc h e r nder Phant as i e we i tergege b en u nd dra nge n b i s in d i e Wei l er d e s Ob e rl a n­ d e s . Pramb e r g e r v e r s u c h t e , ruh i ge n .

d i e M e n s ch e n i n s e ine n P re d i gt e n z u b e ­

Br fand , d a ß " d i e s e u ns i nni ge P o l i t i k " vi e l Unh e il ang e ­

r i c ht et h att e . Di e Ba ue r n h at t en d e n Glauben verl or e n und waren F e in­ d e d e r Ge i st l i c hke i t gewor d en . Der L ehrer war e i ne ange s e h e n e P e r­ s o n im Do r f e geworde n .

" Wäre n L e h rer B a u ernbün d l P. r o d er C h r i e t l i c h­ 2 s o z i &l e gewe s en , h ä t t e e s m i t d en Ba ue rn k e ine Ko n fl i k t e ge geb en . 11 3 Wäh r e nd b e i d en �ahl erve ream m l un ge n fü r di e Gem e i n d e w a hl e n " d i e M e n e ch e n Hym ne n a uf di e e i ge n e P ar t e i s a ngen , d en Ge gn e r ab er

mi t Sc hmut z b e warf e n " , kümm e rt e s i ch Pram b e rger ni c ht m e hr u m di e Pol i t i k . Er s c hri eb t ä gl i c h s i e b z ehn Fol i o s e i t e n über d en Vol k s ­ bra u c h und

h i el t Vor t rlge übe r d i e My t h en d er St . Lamb r ech t er

Gegend od e r ver gnü gt e s i c h i n e in em Sk i o p t i ko n und an Vor st el ­ l u n ge n d er g e r a d e gas t i e re n d e n L i l i p u t an e r .

Al s i n d en Bürgerhäu s e r n d a s e l e k t ri s c h e L i cht i ns t al l i e rt

wu rd e ,

s c hr i e b P r amb e rg e r im Z e h e n t hof e rb a u e an d e r Si e d l ung s ­

ge s c h i ch t e s e i ne r V K ,

i m St i f t e a m Ban d " Vo l ksgl au be n " .

L an g s am b e gan n d i e Vol k s k und e w i e d e r a u f z ublühen ,

'' n a c h d em

s i e " , w i e P r am b erger e m p f an d , n u r " tr ö p f e lwe i se d urch d ie gan z e 4 Kr i eg e z e i t ve ge t i e rt h a tt e . " 1 2 3

E VI ,

Ebd . ,

S. 222 .

S. 224.

.Pramb e rge r h i n t er l ä ß t im h:li k r 1 9 , S . 1 20 , g e d ru c k t e " Vfahl­ G ' s t a n z ' l n vom D ac h s t o a s ep n " : " Ch r i s t u s wor da e r s t e So z i • . • "

4E VI , S . 22 5 .


- 206 -

G.

1 .

f

A u

s t

i

e g

M

z u r

1

e

s t

e r

e c

h

a f t

Au s we i t ung d e r vo l k e kun dl i e h e n For s c h ungen un d Vergr ö ß er u ng d ee �useum s

( 1 9 1 9 - 1 9 2 0/ 2 1 )

Ab d em J ah re sein

Sch ri ft we ch s e l

1919

und

z e i ge n Pramb erge r e Auf z e i c hnung en , Z e i t un g s b er i c ht e e i n e d e ut l i c h e Au s ­

d eh nu ng s e i ne s F or sch ung s ge b i e t e s un d e i n e Vert i e f un g i n di e v o l k skun dl i ch e n T e i l b e r e i c h e . PUr s e i ne kün ft i gen For s c hungen werden s

bev or z u gt e

Er

Z iv i l kl e i d u ng ,

kann gen e re l l

um

ges agt

e i c h d en Le ut en

am

Wi rt ehau et i sch

b e kannt zumach e n und s i e über s e i ne Ab s i c ht en , zu unt erri ch t e n • Al e Pri e st er b e t rach t et e er e i ne gut e Pr ed i gt

al s

" b e et e Legit imat i on tu r d en

für s e in e Z weck e e i n übr i ge s .

j ewe i l s

V e r s e hgänge

Auf s e i n e n Wa nder un gen ,

Not i zbu c h u n d di e

zu gewi nne n .

Vo l ks ku nd l e r " ,

i hr e n Häu s e r n und

St ub e n ,

l unge n ,

i hr e m H a u srat ,

d i e Art

der H al t ung und

ihren

Er v e rs t an d er

es ,

das Volk m i t

d i e �en s cb e n z um

d e r Ge s c h i ch t e

Ar t

und Gebräuc he

zu

Im L a u f e

l i c h e Lo st age

und

ent l o c ke n .

s ch e i nt ,

al s

t e re s s ant

g e b a ut e r

Sch e i t e l h au fen ,

ob i hm n i c h t s

e b e ns o e rwä hnt

" e i ngem a u e rt e r Mühls t e in ,

1

das

u nd

St a l ­

d e n Hauegeb räuch en ,

des

Kart o f f e l n ,

Rü b en

Er zähl e n e u nd

d i e Art ,

b e kannt m a c ht e ,

und

der

T än ze ,

Ze i t

i hr e

Sit t en

wu r d e n i hm

sämt ­

V o l k sme inungen ve rt ra ut .

Es

IVohnha u s ,

genau e st e

Spr e ch e n z u bri ngen und i hn en a u f d ie s e W e i s e i hr e L i e d er

w i rd

st e t e R u c k s ac k ,

s e i ne r He imat

i hr vi e l fä l t i ge s Er zäh l gu t ,

Hah n "

er

i hr e n B ewohne r n ,

Lagerung v o n Kraut ,

s e ine

M en s c h e n

Wal l f ah r t en t at en

Wi rt s c h aft e ge bäu d en

d e m Arbe it s ge rät ,

d u rch

di e

nahm e r a u f s

G e gen d e n m i t

wahr .

wie

auf d i e

" Pla t t e nap parat " m i t nahm ,

u n t e r s ch ie d l i che n

und

um

" i n d en

wi e

ein

e nt gangen wär e .

ge z i e rt

mit

e i nem h ö l z e r n e n

s i nn i g e r Hau e sp r u c h ,

d e r al s H e r d b e nü t zt

St al l

" Ei n i n­

h i n e i ngebaut "

war .

ein

wurd e " wi e

ein

Pramb e rg e r sah

S e i n e L e u t s e l i gk e i t und s e i ne v o l ks t üml i c h d er b e Ur­ wü c h si gk e it wu rd e n v on al l e n Ge währ s l e ut en b e st ä t i gt .


-

( G e h sc h ul e )

d i e T r e nd l

-

n o ch i n Gebra uch .

s a g e n um s p i e l t e H ä u s er ,

d e n kmä l e r ,

soll " ,

207

o d er

L e gen d en umwo b en e

Fl ur­

" di e d e r T e u fel g e b aut h a b e n

sage n um s p o n n e n e Alm e n fa s z i n i e rt e n i h n .

P ram b erge r

h l e lt i n Sk i z z e n und P h ot o s E.ä u s e r m i t i hr en Ra u c h et u b e n f e s t , d i e s p ät e r v er f i e le n o d er d em Fe u er z um Op f e r fi e l e n .

Seine

�en a u e n W e g b e sc b re i b un �e n wi r ke n ä u ß er st ansch aul i ch .

W e n n er

a u c h e in e

v � rm ag , ein

�y nt he s e d e s e r f or s ch t e n � at e r i al s n i c ht

so i s t

e r s t e t s e i n me i s t er i m Be o b a c ht e n d e r De t a i l s .

St ö r arb e i t e r ,

St ü c k i h r e s

I n f ormat i o n en .

d i e � r a u f s e i ne n we i t en Wan d er u n g e n o ft

We f!.e S b e g l e i t e t e ,

ga b e n i hm w e i t er h i n we r t v o l l e

B r s uc hiP i n d e n Ort s- u n d Sc h u l c h r o n i k en n ac h

Q u el l e n u n d wu ß t e

p r i v at e

�amm l u n ge n ,

h an d ge s c h ri e b e n e Sag e n­

s amm l u ng e n s owi e a l t e H o finv e n t ar e a u s zuf o r s c h e n .

erwo rb en en Sach gü t e r , �e l a�ert wu rd e n u nd waren ,

z u e r s t el l e n

d i e n u n sch on a u f

v er sp e rrt e n

n i c h t m e h r fü r b l o ß e Da nk e swort e

l i e ß e r m i t F u h rwe r k e n n ach A u f d i e s en

Di e

� an d e r un ge n

St .

j e we i l s

Dach b ö d e n zu erst ehen

Lam b r e c h t b r i ng en .

s c h i e n P r am b e rger glü c k l i c h .

Da s

T rage n d er Z i v i l k l e i d ung l ä ß t al s äu ß e r l i c h s i c h t b ar e s Z e i c h e n di e

i n n e rl i c h

z u n e hm e n d e Be z i e h ung sl o s i gk e i t z u m P r i e st e r st and

e r k enn e n .

Rüc k b er u f u n ge n i n d a s St i f t l i e ß e n i hn d a s " J o c h d er

fre iheit "

e mp f i n d en .

Bl ic kes" ,

was

De r Grab e n p:e wä h r t e i hm " ke i n e Fr e i h e i t d e s

o f f e n s i ch t l i c h al s Sym p t om s e i ne s

sch e r Be e n gt h e i t

Un­

z u w e rt e n i s t .

Ge fti h l s

p s yc hi­

I n s e i n e r i mm e r w i e d e r k e h r e n d e n

I s o l i e r t h e i t i m S t i ft e e n tst a n d e n e n t we d er " L i e d er d e r S e hn­

suc ht " ,

Di e

o d er e r st i l i s i e rt e Ko r r e s p o n d en t i n n en

zu

I d e al b i l d er n .

St u n d en i m K�nv i kt e b e la s t et en i hn .

"

S o war i c h d e n n w i ed er Ko nv i kt sl e h r er • • • d o c h war i c h j ed er z e i t s pr u � b ere i t ; wenn m ir e t wa s wi d er d en St r i ch gi n g e , wür d e i c h n i cht m e h r u nt erri c h t e n g e h e n . A u c h ha t t e i c h m i r au s b e d u ng en , d a s s d i e Ko nv i kt s t un d en m i c h i n m e i n en F o r sc h u ng e n n i c h t b e h i n d er n d ü rfte n. . So war i c h n a c h In gol a t �ü am 2 7 . �e p t . �e ga n �e n , o h ne m i c h um d a s Konvikt z u sch eren . " 1 Fro h war e r i m m e r ,

wen n e r " e i n e m Ge gn e r un d V e r ä c h t er

e i n e n gu t e n Tr u m p f z u rü c k ge b e n .. konnt e . lli e Kl a u � ur b i ld e t e 1 � VII ,

S. 1 7 .


- 208 -

das häu f i gst e St re i t ob j e kt " fa nat i s ch b ehü t et und e i ngeh alt en 1 v on P . Ko l umban , m ehr al s j e d e s G e b o t d e r Nücht e rnh e i t " • Al s nun e i n e e Ta p:e s d i e Tür o ffen bl i eb ,

" s ah P . Kol umban b ei

m e i ne r Zimme rtü r e i n paar Per s on P.n s t e h en , d ar unt er e i n paar Dam en •

.Vi e e in Habi c h t auf d i e B e ut e st ü r z t e er h i n

• • • "

Pram­

b e rger st e l l t e P . Ko l umban als " Kl a u e u r-Af f " vor • .De s ab end s voiD Abt wegen der Fr e c hhe i t und Bl o ß st el lung zur R e d e g e s t el l t , st e l l t e s i c h Pra mb e rger v e rwund ert : of f i zi al ,

" Ic h nannt e i hn Kl ausu r­

ge kürzt Kl aue ur o f f " .

Al l s e i n e Sc h wi e r i gk ei t en führt en zu e in er Fl ucht i n d i e Arbe i t , e iner n immermüd en Tät i gk e i t an s e i n er V K . er

am

n a ch

S o konnt e

6 . Sept e mber 1 9 1 9 d i e e rst en d re i z e hn Volk s ku n d e bän d e N e umarkt z um Buch b i nd er v o n Sc i o s e n d en ,

um s i e m i t " L e ­

d e rrti c ke n und Go l d aufd r u c k " b i nden z u l a s s e n . Am 2 2 . N ovemb er s t e l l t e e r d en vi erz e hnt e n Ban d ( Vol ks br ij u c h e ) fert i g . Dan ach an

gi ng er

d ie Be arbe i t ung d er M e d i z inbüch e r . Be i s e i nen A u f­

en t halt en i m St i ft b e arb ei t et e e r d i e a nge s amme l t en Not i z en ,

b e s chäft i gt e s i ch im Mu s e um od er wi dmet e s i ch s e i ne n v e rsch i e­ d e n e n Samm l un �en . l un g und

Be s ond ere Fre ude mach t e i hm d i e Not gel d s amm­

d ie d er An s i cht s k art en aus al l d en Gegend e n , d i e e r

a u f s e ine n Forsc hung sre i s e n b e s u cht hat t e . hi n Be su c h i n kar i ahof bot re i c h l i c h f l i e ß ende Que l l e n , d a e r d i e Le ut e ,

darunt er gut e Brauc h ke nne r , a u s dem J ahre 1 9 05

kannt e . Au f s e ine n we i t en Wan d er unge n m i t Ruc ksack und L i c h t ­ b i l dapparat e rh i e l t e r " gu t e J a u s en " und wu rd e oft m it Fr e u d e a l s Verfa s s e r d e s Romans " De r Pfl eger a u f St e i n " b e grü ßt . :Pram b e r ge r b e kla � e d am al s am

" Gro ß b a u ern h o f s t i l " , daß di e

" l i e b e n swü rdi ge Trad i t i on " durch Fremd enverkehr und

" Prot zent um "

s eh r ge l i t t en h a b e , d a ß " • • •

auch alt er H a u srat h in a u e f l o g un d 2 tn od ernem T and od e r ni c ht v e r st an d e n er Mod e P l at z mach t e " • Pramb erger spri cht vo n " brut al e n Hä u s e r e ch lächt ern" . We it ere For schung s zi e l e waren ·.Ve i ß ki rch e n , Obd ach , Ve i t e c h i m lftürz t al

1 1!:

2

und l�J.et n i t z .

VII ,

Eb d . ,

S. 1 4 .

S. 7.


An l ä ß l i c h berger Das

das

s e ine

Tini

erste j ed e s

Kaplans

P.

F r i edr i c h

per iode

i n Obd ac h

Pr ambe r g e r

die

später

le itete

ein .

Es

au s .

e i ne

k am e i nem

w e n n e r vom

u nd von d e r

b e g rü ß t .

e in e n

" Da s

kenne n ,

ja

W i l h e lrn Aue r ,

e i ne

O f ne r

au s

l i c he

B e s t r ebungen

S a lvator .

b e r g e r wurde t rägen

er

Hebemme

für d i e Folge

Der

e r s te n Vo l k s ­

Lehrer

au s

au s We i ßk i r c he n ,

Lornb r i no s

Tr i e b e ndor f ,

und d e r

S c hu l e n d i e n s tb a r mache n .

ist die

rumpe l te

u nd

in

E r f ahr ung

zu

Au s h i l f e

Lehrer v o l k s ku nd ­

P r am ­

e in gutes

polterte " , br i ng e n .

ge b l i e be n .

K i r ch e

S on n t a g e n

Das

Entgegen

se inen

o r i e n t i e r te

i n f or mi er t e

s ich bei

Dr .

Kau fmann ,

S.

38 .

j edoch

B e f ü r c ht u n g e n war " der

die

Be i c h t s tu h l

in

gut

l e r n te

P r ambe r g e r " eh e

es

er

kennen .

Se ine

S t e i nb a c h

au s

d em M i tbegründer d e s

au f z e i c hn e n ,

" i n d em

n i c h t s Vo l k s kund l i c h e s

e r vom S ch u l hau s

d i e Magne s i t i ndu s t r i e ve r s c h lungen f ü r c h te t en

er

v o r n e hmen Ne l t "

" De u t s c h e r Vo l k s q e s ang " .

d e s Ve i t s c h e r Vo l k s t urn s

u nd

I�

i n G r o ß Ve i t s c h ,

d e r Chr i s t l i c h s o z i a l e n

" M i tg l i eder d e r

Wande r u n g e n

verm i t t e l t .

A l tv e i t s ch e r Vo l k s turn war

z i em l i c h vo l l

I n Ver s amm lungen

e r fuhr .

Ge s amtb i ld

vermochte

z u Vor ­

im B e rqwe r k s o r t Ve i t s c h

F u ß e d e s Mag ne s i tb e r g e s

ung e s t ö r t

E V I I,

B e r ühmthe i t ,

Lehr e r i n n am e n s

ein

se inen

e i nq e l ad e n ,

es

1

auf

f üh l te

f ü r H e imatkunde

am

ja

Er

Unte r r i c h t s s t unden

We r k s g r aben

vere ine s

u n d wurde

auch v i e l e r l e i von d e n K i nd e r n

u nd

( e i n e Art

e r z äh l te .

1

was

Orte

v o n dem e r

d e n Ar z t

gle ich ,

Z e i c he n d e r

eine

kranken

i n v e r s c h i ed e n e

i m Mür z ta l ,

besucht " .

das

für

häu f i g

Bemer k e n s we r t

an

bald

f r ag t e

Manche L e h r e r wo l l t e n P r ambe rge r s

in der

i n den

wodur c h

" S i e g e s z uq "

d i e man n i c h t k e n n t " .

au s

Kuttner ,

S ie

r e i c he F o r s c hu n g s ­

" Be r c h t l g l ob a "

ist

he i r a te t e ,

" H ahneng i g ge r l "

f o l g te n

Ranten o b Mu r au ,

P r am ­

D i e V e r t r e t u ng d e s

übe r a u s

k u nd e ko r r e spond e n t i n

Justine

e i n e n Ar z t

h er z l i c h wi l l k ommen g e he i ßen

f r eu d i g

daß viele

Aue r ,

erre i chte ,

s i c h ü b er a l l

Obd a c h v e rme r k t

" Vo l k skund e - K or r e s pond e n t e nwe s e n s " .

" Be t t e lwe i be l "

Rumpe l s t i l z c h e n )

in

" Vo l k s kund e k o r r e s ponde n t i n " .

P r amber g e r

Wegen

Au f e nt ha l te s

E i n f üh r e n d e s

S tu benmäd e l

wu rde

s e i ne s

209 -

ode r

Bunde s ­

konnte e i n Gutte i l G e f ahr

z u we r d e n " .

S chon

lief ,

durch

ahnten ,


- 210 -

di e s mane he Bau e r n .

" • • • ab er n i c ht n ur d a s Brauch t um , a uch L an d w irt sch aft und V i eh z ucht i n d e r Ve i t s c h . De nn d er F ab ri k s ra u c h v e r­ n i ch t e t l an g s am , d o c h s i c h e r d i e V e g e t at i o n • • • und b er e i t s d am al s war der Ar b e i t e r H errs c h e r i m O rt , n o c h frie dfer t i g un d d em Baue rnvo l ke n i c h t ab gen e igt , a uch c h r i stl i ch , d o c h i h r fremde s V o l k s t um wi rd m i t d e n J a h ren e i n e Gef ahr für d i e al t e n he i m i s c h e n Trad i t i o n e n . " 1 Pür di e s en Auf e nth al t i s t

z u · b e me rk e n ,

den Ha usc harak t e r d e r V e i t sch a u f z e i c h n e t e , S t al l ,

d a ß P ram b e r ge r

den " ge ma uert en

a uf den e i n w u ch t i g e r K o rb s t a l l a ufge s e t z t war " u nd d i e

dam a l s n oc h b e nü t z t e n �auch s t ub e n .

Er b e s ch r i e b d i e Ha u s i n­

du s t ri e d e s S� i nn e n s und Web e n s un d d ie N e u e i n führ u ng en wi e Rö h r e nl e i t un ge n ,

d i e V e rwendu n g e i ne s Gö p e l s für d ie Dr e s c h ­

mas c hi ne o d e r e i n en Be r gwe r k s h u n t a u f e i nem Draht s e i l ,

St al lm i st au f d a s F e l d l i e f e rt e . b egonn e n ,

Der B a u e r h a t t e al s o b er ei t s

s i c h d i e I n d u st r ie gerät e fü r s e i n e Zwe c k e nut zbar z u

m ac h e n . P r amb e r g e r b e o b ach t e t e , t e n z u T al gebra c h t wu r d e , der T abak sbl ä t t e r k e n n e n . erwe rb e .

Bei

wi e d a s Be rgh e u m i tt e l s Sc h l i t ­

und l e r nt e d i e d o rt übl i ch e B e h an d l ung Di e Z e i t ums t änd e erfo r d e rt e n N eben­

e i nem Ar b e i t erb e grä b n i s s ah e r Z e r emon i e n ,

d e n Bau e rn b e grä b n i s s e n n i c h t übl i c h waren : Ge s angvere i n e s , mann e s ,

d er d en

Ab s c h i e d s l i e d d e s

Re d e n d e s V e re i n s obmann e s u n d d e s F e u erweh r h a up t ­

Ve r s e nk e n d e s S ar ge s

( W e r km u e i k )

di e b e i

un t e r d e n K l ängen d er Arb e i t sh y m n e

u n d Nac hwe rfen v o n B l um e n d u r ch K i nd e r u n d Erwach s e n e .

Er s t u d i e r t e d i e P f ar r c hr o ni k ,

I n s c hr i ft s t e i n e und am

He i l k rä u t er we i h e

i n s c hr i ft en .

Die

e i n e r al t en ,

n u r i n d er Ve i t e c h ge b rä uc h l i c h en Form vor nehm e n •

.Dur ch - Er z ä hl e n d e s

A u gu st m u ß t e er nac h

" Hahn en g i gger l 11 v e rm o c h t e er b e i Hau smä g d en

und K i n dern Re i me r e i e n z u e rfragen d e r J un gfraue nko ngre gat i o n i h r en

th i em i t t el k e nn e n .

15.

al t e Grab ­

und l e r nt e b e i

Ge i s t e rgl aub e n u n d ihre Sym�a­

Er konnt e e i ner Sch uh�l at t l er�robe b e i wo h n e n

un d d e n Ve i t s ch e r O c h s e ngal o p p f e s t hal t en . i hm z u al t e n Ge b e t büc h e rn und B i ld c h e n . 1

J<; VI I ,

e i nem Aus f l u g

S. 54.

V e r s e h gän ge ve rhal fen


-

21 1

-

all en Au e h i l fen n e u e For s c hu ngsp e r i o d en

So waren m it

ver b u n de n .

I m De zemb er

1 9 1 9 schre ibt Pramberger s

" P . Burch ard , d e r Präfekt , hat t e e i c h h e rau sgenommen , m i c h während m e i ne s Unt err i cht e s zu i nspi zieren . Kaum war e r 1 m L e h rz i mmer und hat t e au f d em e i n z i gen S e s s e l P l at z genomm en , gri ff i ch nach mei n em St o c k und Hut und s agt e : ' Ah , e i n gut er Ersat zmann . Da b i n i c h frei l i c h überflü s s i g ! ' Un d d rau s e e n war i ch . Al l e s Red e n , i ch s o l l nicht fad s ei n , nUts t e ni cht s . Ich ging i n s Ko nv i kt n i c ht m ehr z urüc k . " 1

S o mußt e Pramb erger al s Auehilf e nach Wei ßkirch en , wo i h n d e r P farrer P . N o rb e rt mit s e i ne r " Launenhaft i gk eit und N e rvo­ s i t ät , s ei ner unb e h errs ch t en Arb e i t e u nl unst u n d s e i n e s s t und en­ l angen Brevierb e t e n s " st ö rt e . Auc h h at t e er es dort m it ei ner " b o shaft e n un d s ad i st i s ch en " Wi rt s c haft erin au fzune hm en . Die Krankenp fl e ge b ei m Kap l an b e t rach tet e er al s Z e itverschwendung

( " Pfl e ge

l as s e i ch d em P . J o s e f gl e i c h v i e l anged e i h en , al s i c h

in St . Lambrech t gehabt hab e . Näm l i ch b e i 4 0 Grad F i e b e r gar k e i ne "

)

und üb ert rug d i e s e Pfl i cht der Hebamme Sch war z enbru nn e r .

N a oh ei ni ge n Kämp fen

( " do ch

gab i ch ni cht s o l e i cht au f " ) e rr e i ch­

t e er e in e Z e i t ei nt ei lung nach s ei nem S i nn . Das Verhä l t n i s zu d en Ki n d er n i n Wei ßkirch en wurd e ein s o h e r zl i ch e s , daß e i ni g e 2 Sch ü l er i hm i h r e L i e b e n i cht nur i h r e gan z e Gymna s i al z e i t h i n­ d urch ,

s o nd ern d arü ber h i naus b i s z u r l et zt en St und e vo n P ram­

b e rgere Provi s or i um i n We i ß kirch en i m J ahre 1 9 37 bewah rt en . 3 Da i hm " e i n i nf e r naler Bo she i t sakt " d e s Pat er J o s ef s e inen Na­ me n s t ag ,

der am 7 . Februar hät t e gef e i ert werden s o l l e n ,

" v e r­

p f u s ch t " h at t e , nahmen nac h e i nem Vort rag Pramb e rge r s ü b er h un­

d ert Kinder von i hm Ab sch i e d , b e gl e i t et e n i hn z Um P farrhof u nd st re i ch el t en und küßt e n s e i ne Händ e .

J e i ß ki r c h e n . " 4 1

" Ei n Stück Her z bl i eb i n

E VI I , S • 2 4 •

2 11 Ä.m

2 8 . De z ember wichs t en m i c h wohl an d i e 2 0 0 Kind er , d i e m i r gerad e z u m e i n Z i mmerl stürmt en , und d e n en i c h für ihr Wi ch s e n B i ld eh en gab • • • " ( E VI I , S . 2 6 ) .

3 so b e z e i c h n e t Pramberger d i e T a t sach e , d aß P . J os e f s c h o n am 3 . Februar ge sund gewor den war . 4 E VI I ,

S . 3 3 . Die Wei ß ki r e bener Vol ks kunde i st i m 1 . Band d e r Er gä n z ungen s e i ne r V K fest gehalt en .


- 21 2 -

Geramb , d e r Pramberger vo n Z e it e rt e Eut i e f et ,

zu Z e i t b e s u c h t e ,

b e dau­

daß das Mus e um i n St . L am bre c h t du rc h s ei ne B e­

engt h e i t zu ei ne m sch einb aren St i ll s t an d verurt ei l t war . Al s d i e r us s i sc hen G e f angen en d a s im St i ft sb e r e i ch g e l e g e n e ,

al s

Kas erne b enü t z t e Gebäud e verlas s e n u nd i n e i n gro ß e s Samma l l ager

z i eh en moS t e n , wurde Pramb e rger d i e Benüt z ung d i e s er Räume i n

Au e e ich t gest e l l t . Er ging s o fort d aran , e i nen P l a n zu e n t werfen .

Man muß te e i c h b e ei l en , da di e fre i gewordenen Räum e b e i Ver­ gr ö ß e r u n g d e r Dy namit f abrik z ur Unt erbri ngung d er Arb ei t e r d i e­

ne n sol l t e n . P ram b e rger mach t e s i c h fi e b erhaft an di e n ot wen­ d i ge n Arbei t en . Di e e rforder l i c h en Handwerker wur d en e i ng e s et zt , 1 d i e lrauen Ir ra u s c h , P u gan i g g und Lei kauf half e n b ei m Put z e n . Prambergers Tät i gk e i t als L eh r er - s e i ne schul i s c h e Tät i g ke i t

hat t e e r imme r s ch on al s zwei t r angi g ang e sehen - t rat nun vo ll ­ kommen i n d en Hint ergrund . Er sagt s elb st :

" • • •

hat t e i ch di e

J ugend g ehö r i g aus genü t zt , b e i d e r Ü b e rt ra gu ng m e i n e s Mu s eum s . "

2

Be fragt ma n h e ut e ehemal i ge Sc hü l e r Pramb ergers über di e s e Ze i t , erfährt man ,

daß s i e m i t St ol z am We r d en � e Mu s e ums - m it g ewi r k t

hab en , daß P r am b er g er d urch s e i ne Mä rch e n er z ä hl u ng e n d i e H er z en d e r Ki nd er i m S t u rm e erob ern und s i e z um Samm eln und B ast el n

vo n Mod el l e n für

wu rd e

das Mu seum a n e i fern konnt e . Am 1 5 .

Ap r i l 1 q 20

das l et z t e St üc k aus d em a l t en i ns ne u e Mu s e um ü b e rt rage n .

Di e Ge st alt ung da uert e b i s i n d en Wint e r . Ei n

von

Pr amber g e r

verfaßt er FUhr e r " Da s Vol ks kund emu s e um in St . Lambr e ch t " , Graz 3 1 9 2 1 , gibt e i n e n kur zen ge sch i c h t l i c h e n Üb erbl i c k , e i n e Ski z ze

d er E i nt e i l u ng u n d e i n en Plan d e s Mus e ums

J '

1---I-i

! I

.,_____..J

1

Si e war di e Tocht er de s v er st o rb e n e n St i f t s gärt ners Rat h und P r ambe r g e r e i ne gut e Que l le für Vol ks b ot ani k ( Hei l - und G eWti r zkräut er ) .

2E 3

VI I ,

S. 1 7.

Me h rere �xemplare d i e s e s Mu s eum s führ er s b e fi n d e n s i ch im Be s i t z e d e r Ve rf a s s e ri n d i e s er Arb e i t .


-

21 3 -

auf d em noch zwe i le ere Räume auf s ch e i nen , di e Pramb e rger al s " Kachl e t ub e " u nd " Kucb l " zuge sagt wu rden , was e r j e d o c h n i ch t 1 v e rwi rkli c h e n dur ft e . Ei n Fü hr er durch d i e drei Räume e rkl ärt dae in Sch ränken au fbewah rt e Samm e lgut . Währ e n d s e i ner Arb e i t en i m �ua eum k am en fast t ä gl i c h B e s u c h e r . Die Rau c h et ub e gefi el al l e n b e s ondere gut . Bald h a t t e s i c h der N ame " Knusperhäu s c he n " d afü r e i n ge bürger t . Am 1 . Mai ver z e i c hn e t Prambe rger den Be s uch von Lan d e shaupt mann Pr o f . Dr . Ant on R int el en u� d Di r . St e i nb e rge r . " Er s t erer b e z e i c hnet e d as �u s e um al s eine ' he rvorragen de Le i st ung ' , St e inh e rger aber fre ut e s i ch , m e i n Mus e um zu s eh e n und b e z e i c hne t e e s a l s e i n wer tv ol l e s Unt ernehmen , d as u m s o höh er an z u s c hlagen s ei , d a e s d u rchau s Ori g i na l arb e i t s e i . Markart , d er Send l i ng d e r B un d e al i cht et e ll e , füh l t e s i ch be- 2 wo ge n , am 2 4 . Apr i l me hr e r e Aufn ahm en vom �u e e um z u m ach e n . " Von n un an regi s t ri e rt e Pramberger m it St o l z j e d e s Ech o , d a s s e i n Mus e um i n der Ö ffent l ich k e i t fand . P . ot hmar ent t ä u s ch t e i hn , d a e r e i n eo, gegebenen Ver sprech en , i n e i ner Z e i t ung ü b e r di e Über s i e d l ung des Mu s e ums z u b er i c h t en , n i cht nachkam . Da e i n e geplant e o f fi z i e l l e Erö ffn ung sfe i er n i c ht s t at t­ fan d - "we i l f e i nd l i che Kräft e di e s h i nt ert ri eben " - , b e t rach t e t Pram b erger d e n e r st en J ahre st ag d e r Gründ ung der Rep u b l i k , d en 1 2 . Novemb e r 1 9 2 0 , al s d en Tag der e i gent l i ch e n Erö ffn u ng e f ei er . �i ne kl eine po l i t i s ch e Fei e rst und e im K onvi kt nahm Pramb e rger z um Anl aß für e ine Ans pr ach e . Dari n t ei lt e er s e i ne Mus e um s ge­ d an ken m i t , " d a s s al l e wi l d en Vö l ke r b e i uns d i e Ehr e vo n �u s e en g e n i e se en , gerade d as e i ge ne ni ch t " . ' In

der Fol ge e rbat en z ah l r e i c h e Sch ule n vo n nah und f er n

Führ ungen . D e r Münc hner Pr i vat d o z e nt Dr . Z inne r st au nt e ü b e r d a s " m i t s o vi e l Ge l eh rsamke i t aue ge s t at t et e Nat urk i nd " . In der nun · f o l g e nden Fl ut d e r Be sucher b e fand e n s i ch auch vi e l e j unge . Mädch e n . n Be i m Ab s c h i ed d rü c kt e das Mä dch en m i r f e s t und andau ernd d i e 1

" Di e Inf lat i on hat t e d i e s e w i e s o viele Pläne z u ni ch t e gemach t " ( E V I I , S . 4 5 ) .

2 E VI I ,

3

Eb d , •

::) •

S

41

23


- 21 4 -

Rech t e u nd b e i t e n. ,

' Ac h , m i t I h n e n h i e r i n d em Ba uernm u s e um ar­

s agt e :

mü s s t e g ö t t l i c h s e i n ' " ,

od er

" l e gt e s ic h e i n w e i c h e r Arm

um me i n e n N ac k e n u nd wi e i c h d e n K o p f wen d et e , Mäd c he nl i pp e n au f d e n me i n e n " , S. 46 ,

f e st .

bäl t Prambe rger i n s e i nen

D i e B eg egn unge n m i t

1 7 J ahre al t " ,

fü hlt e i c h wei c h e E VII ,

" al l erl i e b s t e n Bl on d i n en ,

l a s e e n Pramb e rger s e u f z e nd f e st st el l e n :

e t wa

" Be i

d a s s i ch Ekke h ard b i n . "

m e i n e m B e r u f e t ri fft e s e i ch m i t unt er ,

Di e b er e i t s f e rt i gge s t e l l t en F o l i ant e n w urd en b e s o nd er s gewü rd i gt , u n d P r am b e rger prot o k ol l i ert p e i nl i c h gen au , w i e o ft un d v o n wem er al s

" Ge n i e " b e z ei c h n et wur d e .

war e n dazu anget an , m i c h s t o l z z u mach e n •

• •

" S o l ch e L o b e s h ym n e n

"

Ein boh er Gr ad a n Be kan ntbe it s ch o n z ur d am a l i g e n Z e i t ,

i st Pramb e rger d ur c ha u s z u z u s pr e ch e n .

Er s e l b st

dürft e ab e r d i e

ö ff e nt l i c h e M e i n ung d o c h e t was ü b e r e c hät z t h ab e n . Das " Ge n i e " , d as vi e l l e i ch t i n m an e b en Fäl l en al s H ö fl i c h ke it s fl o s k e l g em e i nt war ,

nahm e r fü r b ar e Mü n z e . In s e i ner Fr e i z e i t und b e i g e l e g en t l i e b e n Au shi l f e n be­

s i ch t i gt e Frawb e rge r k l e ine ange l e gt u n d d en fand ,

Samml unge n ,

d i e s c h l i cht e Bür g er

St ädt en v er kau ft od er h i nt erla s s e n h at t en .

Er

d a ß a l l e d i e s e ver d i e n t e n Män n e r u n b e l ohnt gebl i e b e n war e n .

" Wi e a nd er s d o c h i m M i t t e l al t e r ,

i n d e n Adel

da man h ochver d i en t e P e r s o nen

e rh o b und d i e Fam i l i e d urch J ahrz ehnt e N ut z e n z o g . "

1

Prambe rger dü rft e d a s Sch i c k s a l d e r bäu erl i ch en Tr a di t i o n i m Z u s amm enh a n g m i t

s o z i al e n Um s ch i c h t ung e n er kannt h ab e n .

Er wuSt e s e h r wohl ,

daß d i e n i e d e r e n s o z i al e n Sch i c h t en d i e

T ra d i t i o nen b e wahrt en .

Er wend e t e s i ch an s i e und n i c h t an d i e

Gr o ß b au e rn , w e i l e r d i e A b k e hr d er bäu erl i c h e n Ob er s c h i c h t v o n d e r Tr a d i t i o n erl ebt e . Be s t an dt e i l

S o l a nge d i e Tradi t i o n e n l ebt en u n d e i n e n

d e s Al l t ags b zw .

d er Fe st e u n d Fe i e rn bi l d e t e n ,

wu rd e n s ie v o n d er b ä u e rl i c h e n Ob e r s c h i ch t bewahrt . Da nn ab er v e r l o r d i e Ob e r s c h i c ht d i e Be z i e h u ng z u d i e s en alt en Tra d i t i o n e n und wan dt e e i c h d em N e u e n z u . im A u e t a u s c h

d e s a lt en Ha u e rat e s g e gen ne u e i n der Fabri k an­

g e f e rt i gt e �ö b e l .

Praffib e r g e r e r kannt e ,

d e r bä u e rl i ch e n U nt er s c h i c ht

1 .t:

Di e s er Pro z e ß z e i gt s i ch z . B .

VI I ,

S . 36 .

daß d i e Angeh ö r i g en

d e n a l t e n Ha u s rat u nd d i e al t e n


- 21 5 -

Trad i t i onen b e wahrt en . Di e s er Hauerat wurde al lerdi ngs n i ch t �nehr benüt zt , s ond ern nur au fb ewahrt , we il - " wer wei ß , z u was das alt e

Graffl n i cht n oc h gut i s " . In neuerer Z e j t hat di e s o z i ale Ob erschi cht d e s Bür�ert ums den emot i onell en Wert d i eser al t en bäu e rl i c h e n Gege n st änd e ent ­

dec kt und b emüht e i ch nun , i n den Be sit z d i e s er Dinge z u k omme n . T e i l we is e ve r s uch t man auch , d i ese Di nge n i ch t nur al s Z i e rge­ gen st ände auf z u s t e ll e n , s o nd ern ihnen au ch e i ne Fun kt i on z uz u­ we i s en . Da d i e ursprüngl iche Funkt i on an den bäuerl i ch e n Lebens­ raum gebunden war , mü s s en n e ue Funkt i onen gef un d e n wer d en , die e ich mit dem Leben i n der St adt verei nb aren l as s en . Daraus i s t z u erklären , warum et wa e i n Kumm et a l s Spi e gelrahm e n od er e i ne bä uerl i c he Wi ege al s Blument opf verwendet wi rd . Durc h d i e s en Pro z e ß wir d sehr v i el bäuerl i ch e s Gerät erh al t en bl e i b en , d as sonst der Z erst ö rung zum Op fer fal l e n würde . Di e s er Funkt i onswandel kann al s e i n i n drei S t u fen ab­ l a u f e n d e r Pro z eß d arge st ellt werden : Z uerst wird d er b ä u erl i c h e Ha u s r at im t ä gl i ch e n Lebe n verwendet . Äls näc hst e s v er l i ert e r se i n e Funkt ion , wi rd aber aufbewahrt . Di e drit t e St ufe bri ngt e i n e neu e Verwendu ngsart , d i e ab er eine zwe c � entfrem det e i st und der u r sprüngl i c h e n nicht m ehr ent spri cht . Im Sommer 1 g 2 0 führt e i hn s e i n Weg z u d en wi ch t ig en Bene­ di kt i ne rst ätt en �ar i a z el l , Me l k und Admont . In Maria z el l z e i gt Pramb erger e inen An flug von Ant i s em i t i sm u s i n d er Form von Pau ­ s c hal urt e i l en wi e z . B . ,

daS die Fremdgläubi gen d i e Wal lfah rer in ihr e r And ach t s t ö ren und " Ei n b e s c h e i d ene s We sen l i e gt �ar ni cht im h ebrä i sch en Charakt er" . Pramb erger f and e s gan z rich­ t i g , d a ß J ud e n i n Mariazell e ine Ni ch t ar i erst e uer z ah l e n mußt en . Der Me s n er Grabn er verhal f Pramberger z u e i ner Bere i­ oher ung d e s Mu s e um s . Di e Ka ufläden b e i m H e i l i genbrunn bot en vi ele Art en von Amule t t en " und an derer abergläubi s c h er Di n,; e " wi e Sch r e c k- und Fre i e st e i nch en , Fa uet fe i gen , Alraunen , J ohan­ ne e h and , Hirsch kuge l n , M e erhir se und Vi ehpac keln an , deren Fül l e Prawberger d a s Her z h ö h e r s ch l agen l i e ß en ; d en n di e Ge i st l i ch ­ k e i t pfl egt e z ur d am al i gen Z e i t m it d i e s en Di ngen " geh ör i g B u f­ z ur� um e n " . Der Kräm e r Buech e k schenk t e Prambe rger e i n Ver z e i ch n i s a l l e r G e g e n st ä nde , wel ch e d i e Ver kaufsl äd en während d er J o s e fi-


- 21 6 -

n i e e b en Z e i t führ e n mußt en .

Pramb er�er erwarb a uch

An zahl kl e i ne r G e b et e zett el , t e r l und

Lukae z e t t e rl ,

s o e i ne n T ob i ae s e gen ,

e i ne gro ß e a u ch Eß z e t ­

e i n Nol f gangi h ac k e l u nd e i n e n wi n z i g en

S e bae t i an i pf e i l . N ach B e s i ch t i g ung d er m e c h a n i s ch en Kr i p n e , d e r e n Ant r i e b d urcb Gewi cht e ,

ähnl i ch e i ne r Uhr ,

er s e i n e �e rb unge n durch d en An kau f v o n

e r f o l gt e ,

A fe l k e r z e n ,

k o nn t e

Glü c k s­

p i l z e n , Ri ng en u nd Mau l wu rfkramp erl n v e rvo l l k ommn e n u n d v e rl i e ß Mar i az e l l m i t we i t ü b e r 1 00 G e g e n s t än d en ,

d i e d em S up e r i or

" e n t gang e n war e n " .

Au f d e r R e i s e nach Me l k wurde er t r o t z Z i vi l kl e i d u ng vo n e i n i g e n P a s s ag i e r en

" a l s V o l k s k un d l e r " er kannt u nd m u ß t e ü b er

d a s Mu s e um er zähle n .

Di e S c hi ld er ung ,

d i e Pr amb e r g er i n d e r F o l g e

v o m St i ft Me l k g i bt ,

i st e i n e s d er v i el en Be i sp i e l e d afür ,

Pr am b e r g e r i mmer s e i n e P er s on z uw e n i g g e wü rd i gt an an d e r e n Ort en d a s g e s e h e n hat ,

emp f an d ,

daß

i mm e r

was d a s Z i e l s e i ne r Wün s c he

war un d dann d i e i n ne re Unruh e und Un z ufr i e d e n h e i t n ach a u ß e n verl e gt e .

Er mu ß t e

s i c h st et s v e r kannt g e fühlt h a b e n .

" I c h s ah d i e Kl aus ur m i t i h r em Gi t t e r , das o f f en st a nd . Doch di e Hälf t e d er Herren wohn t e ü b e r ha upt n i c h t i m K o nv e n t , s on d er n i m G a s t t rakt , m e i n eh emal i g er Di r ekt or Herman n Ulbri c h im präch t i gen Di et m a y r z i mm e r . Put zwe i b e r h i e l t en d i e Gänge d er Kl au s u r r e i n , Kran ke n s ch we s t e rn p fl e gt en d i e Kran k en n i cbt nur a u s s e r d er Klau s u r , a uch i m Ko nv e n t . S o ki n d i s ch d umm wi e d ie Lamb r e c h t e r war e n d am a l s d i e M e l ke r n i ch t , d i e gerad e d i e B e d e u t e n d st en i n s Git t e r s p e rrt en u n d unt ät i ge o d er dumme K e r l e Z immer a u s s e rhalb d er Kl a u s ur a nwi e s en . Är ge rl i c h s agt e i c h P . Th e o dor d arü b er : ' B e i u n s i n St . L ambre ch t hat e i n röm i sch er Mo ns ignori d r e i nr e d en dürfe n , und wir h ab e n d en Sch erm au f ' . Man m u s s e b e n d a s b e d e nk e n , das s e s i n Me l k ke i ne Pat r i z i e r und k e i n e Pl e b e j er gab , wi e P . W i l h e l m Zöhrer i n s e i n em gr en z en l o s en H o c hmut e s i e s c h u f . Denn a uf i hn gi ng d i e s e gan ze u n fru c h t b ar e S ach e z urüc k . Auch d i e Me l ker h at t e n e i n e n S t o l z , a ber d er b e z o g s � ch a u � d as g an ze St i ft , ni cht a uf e i n e b e so nd e r e Grupp e , n 1 c ht e 1 nmal au f d i e Eint e i l ung Pro f e s so r e n und S e e l s o r g e­ � ri e s t er . �b er d a s s man gerad e m i ch ' ni e d er t r at , 1 d er s o l c h e Wert e d em :::lt i f t e e i nb rach t e , das i s t emp ö r en d "' . Sch on Me r i n ger h at i n s e i n e n St u d i e n z ur german i s ch e n Vol k s ku nd e i m 2 3 .

Band e d e s Jahr e s

1 99 3 i n d e n Mi t t ei l ungen

d e r Ant h ro p o l o g i s c he n G e s e l l s ch af t i n W i en au f " d a s gr o ß e Ver d i e n et


- 21 7 -

hi ngewie sen , d as s i ch �t i ft Adm ont erwerben könnt e , wenn e s i m Ans ch l u sse an s e i ne berühmt e Ha uch kü c h e auf �ch l o ß Frauenb erg e i n e �amm l ung vol ks kund l ich er Gegenst änd e aus dem bäuerl i ch e n Be s i t z seiner Umgebung zusamme nt ragen u nd z ur Ausst e l l ung bri n­ 1 gen würde . 11 Auch Pramb erger wol l t e den Konvent von Adm ont d a z u bewe ge n , e i n vo lks kundli c h es Mus e um zu sch affen , " da s s d i e Bräuche und Arb e i t en des .Enn st al er Volke s il l u s t r i eren sollt e " . N!an war n i c ht abgenei gt , d och gl aubt e man , d i e nöt ige Z e it dafür n i c h t a ufbri ngen z u k ö n n e n . Se i t di eser Re i se i ns Donauland wird i mmer st ärker spürbar , daß Pramberger dem Ben e d i kt i nerord e n ei nen neuen B i l d ungsau ft rag z uw e i s e n mö ch t e , näml i ch die Pfl ege der Volkskunde al s kult ur el le • • • al s e i n Z e i ch en , d a s s d ie uralt e Ei ch e d e s Ben e­ Auf g abe , d i kt inerord ens noch ni c ht verd orren s e i . • • " 2 • Es m ach t e i hm n icht s aus , daS er vorderhan d au f Wi derst and st i e ß , war e s i hm i n St . Lambrech t d oc h anfang s ni cht anders ergangen . Er set zt e e s s i c h i n den S i nn , d en vol ks kundl i c h e n Gedanken z u propagi e ren , wo i mm er e s ging . "

" Ich wu s s t e die St ubenh erger Gesch icht e und kannt e d en b i sch ö fl ich en �i gen sinn . Aber m i c h wurmt e e s , das s dur c h di es en Unst er n die Gei st l i ch k e it h i nt er der b e st rebsamen Lehrers ch aft h int en st ehen musst e , u nd wol lt e wenigst e ns d i e Vol k s kunde für di e Ge i s t l i ch k e it , vor allem für d i e Kl ö s t er al s vornehml i ehe Kult urstätt e ret t en . " 3 Nac h e i ne r Aus sprac h e m i t s e i nem Abt verfaß t e er i n n i ch t e i nz u dämm ewder Be ge i st erung e i ne n Aufruf an d i e Gei st l i ch k e it , in d em e r gegen das Be st reb e n der Lehrer sch aft , den akadem i s c h geb i l d e t e n Pri e st ern d e n Rang ab z ulau fen , �t ellung b e z o g . D i e Pfl ege d er Vol ks kunde st el lt e er al s geei gn et e s Mi tt el d agegen h i n . Bevor e r d i e s e n geharn i s cht en A ufruf j e doch h erausgab , l e gt e ihn dem e rf ahre n en Pri e st er Dr . Hanftl v or , d er gerade s e i ne 1e ri en i n M ar i ehof verbrach t e . Ran ft l riet i hm , d i e Volks kund e er

1

Dr v . Geramb , Ei n vo l ks kund l i ch e s Mus e um im Bene d i k­ t i ne rst i ft �t . Lambrec h t in Ob P. rst e i e r , ZÖ V , XX . J g . 1 9 1 4 , s . 5 1 . .

2E V I I

,

S. 57.

3 Eb d . , � . 5 8 .


-

21 8 -

n i c h t z um St re i t ob j e kt herab zuWÜrd i ge n und s i c h nicht m i t d en Lehrern anz ul ege n . Er ver sprach i hm e i nen Art i kel über d as M u s eum i n der Re i ch sp o st . Pramb e rger nahm eich e i nen Au fruf ohne Po l emi k vor . Unt er v i e l en prominent e n B e s uc h ern k onnt e Pramb erger i m Sep t ember 1 9 2 0 auc h wi e d er Ge ramb b e grü ß e n , der m i t Dr . Sem et­ kowski n a ch Laßni t z unt erwegs war . Ihre Be gl e i t er i nnen , daru nt er Li e e l ot t e St oc ker , ze i gt en e i c h vom �us e um , vor al l e m von den Fol i ant e n äuße ret anget an . Am 5 . Sept ember verz e i ch net Pramb erger d i e Be gegn ung m i t Dr . Wilhelm Ko s c h . Der Universität spro fe s s or , d er i n C z e rnowi t z Re dakt eur d e s E i c hendorff - Kal ender s , e i n e s homant i s ch en Jah rb uch� gewe s e n war , hat t e d i e �ch ri ft l e it un� d er Ze i tsoh r 1ft " .Uer Wäc h t e r "

1

i nne . Er hi e lt an der .Mont ani s t i-

s c h e n Hoc h s ch ul e in Le oben Vort räge und t rug e i ch mit d em G e­ d ank en , s ic h d ort an zus i e del n . Dort h i n wo l lt e er auch s e i ne um­ fan �e i c h e Bibl i ot h e k t ran s f e r i eren . Ge ramb k an n t e er vom Ei c hend orff - Bund aus . Auch Koech h i e l t d i e Fol i ant e n , d i e er übe raus an e rk enn en d b e urtei l t e , fü r zu um fangre i c h , um s i e in Druc k ge ben z u kö nn en . Er erkl ärt e e i ch aber b er e i t , T ei l e d avon i m " Nächt e r " und i n der in Wi e n e r sc h e i nend e n Woch e n s c hr i ft " Da s n eue Re i c h " zu veröffent l i ch e n , " um d em gr os e e n Pub l i kum e i n e n V orge schmack vo n dem zu b i e t en , wa s i n d e s groe s en wa nn e s 2 st i l l e m Laborat ori um ge s c h affen wurd e . " Au f Ka sch s Frage , o b d a s Werk s ch on abge s c h l o s s en s e i , er zählt e Pramberger , d aß e r anfan ge ge ho fft h a t t e , den gan z e n St off in sech s bi s acht Fol i o­ bänd e n unterbr ingen z u können . Nun glaubt e er , daß fünf zehn Bänd e et wa di e Hälft e d e s Ge s amtwerk e s ausmac h e n dürft en , und e r m i t e inem 2 0- bänd igen Haupt werk und 1 0 Ergän zungsbä nd en d as Au e l ang e n f i nd en könnt e . Es wuc h s j a i mmer wi ed er durch For­ s c h u ngsergebn i s s e i n ne u en Ge b i et en a n . Für Ko sch war e s kaum zu fas s e n , daß Pramberger d i e Auf schre i b ung en s e i t dem J ahre 1 9 03 e r st s e i t 1 g 1 5 s y s t emat i sch in Re i ns ch r ift gebrach t h a t t e . Pram b�rger wurd e a uc h mit der Fam i l i e von Dr . Ko s c h bekannt . 1 Ei ne Z e it sc h r i ft für al l e Zwe i ge der Kult ur , Verlag Pe r c u s · � Co i n Münch e n . Ko sch h at t e s e i ne n Wohns i t z in Eb e l sburp. b e i L i n z a .i.) •

2

r.; V I I

,

S. 60.


-

2 20 -

l i e f e n m i t d e n Gren z e n d e s B e z i r k e s . I c h h ab e i hm d i e s en Un s i nn s ofort wid erle gt . Und we gen d e s Ass i st en z- und Chorsc hwän z an s h at t e i ch d i e Ant w or t : ' Ve r gl e i c h t m ei n e Arb e i t d o ch n i ch t mit eurem halb en N i c ht st un � . , Es t rat eben d ie O b e r f l ä c h l i ch k e i t der S c h wach ge i s t e r mir ent �e­ tt 1

�e n .

Al s Ko e ch e i ch det e , b eglei t et en hof .

Es

�.

am 1 5 .

Okt o ber von Pramb e rger v e r ab s ch i e­

Ot hmar und Pramberger ihn b i s z um S c h wa i �­

entwi c k elt e s i ch e in h er z l i c her Br i e fwech s e l m i t d er

Fam i l i e , und Ko s ch v e r anlaSt e Verö ffent l i c h ungen vo n Pram b e r­ ge r s Ged anken i n d en i hm z u gängl i c h e n Z e i t s ch r i ft e n . '' Der Ab z u g d er Fami l i e Kos c h e r z e u gt e i n .P . Ot m ar und mir eine L e e r e , d i e i ch am 5 . O kt ob e r n ac h m i t t a g s durch e i n e n For s c h u ng sgang w ettma c h e n wol l t e , d er m i c h s e i t l an gem e e h r i nt er e s s i ert e , der Gang z um Kö h l e r Pet er ( La n z e r ) b e im Ke r s c hbaum e r Koh lw erk � Wa l d e srand gegen d i e Las s n i t zer ­ s t ras s e . I c h bracht e ihm e i n e n Lit er St i ft sw e i n ge g e n Ko hlöl und s et z t e m i ch z wei St und en zu i hm und fragt e d i e s en r u a s i gen , langb ärt i ge n �nn über s e i ne Au fgab e , ü b er d i e �i n r i ch t ung e i ne s Ko hl wer k s und d i e Bere i t ung d e s Kohl öl e s au s un d v e rt i eft e dad urc h d a s bere it s Er fragt e b e d e ut en d . Im gl e i ch e n He rb st n oc h ergän z t e noc h d e r Al ble r s o h n Ben e­ d i ktb eim An l e g e n e ine s Kohlwer k s u nt e r d em B e r ger gut e au f s gen au est e d i e Kenn t n is v o n d i e s em h oc h i n t e r e s s ant e n G e ­

werbe . " 2

De r Ve rkehr m i t Ko ech b racht e au ch Pramber ger und P . OthmR r

e i n a nd e r

näh e r .

" . • • und 1 1 e f e n nun z u!L Huhm d e s St i ft e s und z um Woh l e d e s Vol ke s wi e z w e i z u s amme nge s p annt e e d l e kräft i ge Pfer d e . oo z u n o c h , wi r h at t en M ut be komme n , mit uns e r en · Arbe i t en un ge sch e ut i n d i e Ö ffent l i c h k e i t z u t re t en . Wir hat t en un­ en d l i ch v i e l an Se lb stvert rau e n gewon nen . " 3

Man gewi nnt d e n Ei nd ruc k , daß Pramberger na ch den vi e l e n An regunge n , d i e e r s e i n en M i t b rü d e rn verge b l i c h gege b e n h at t e , n ur noc h s i ch und P . Ot hmar al s gee i gnet und WÜ r d i g e m p f and , Ku lt u rt rä ger de s St ift e s z u s e i n . Durc h Frem d e nbe such e und Ze i t ung s b e r i cht e wuc h s d e r Ruf 1 2

3

E VI I ,

S.64.

Eb d . ,

S. 6 ? .

Eb d . ,

S. 66 .


-

d e s Mus e um s .

Di e

St u d i e n u nd

Au e u f e r ung

-

Der N ame P r am ber ger h at t e au c h i n d en S c h u l e n

e i n e n g ut en Kl ang . kund l i c he

221

Ve r ö ffe nt l i c h un gen Pr amb erge r e , Ber i c ht e üb e r i h n n e hme n z u .

d er v o rl i e gen d e n Ar b e i t z u v er m e i d en ,

z e l n e n au f d i e

vol k s­

Um ei n e

s e i i m e i n­

d er Arb e i t ang e s c h l o s s e n e B i b l i o gr a ph i e v er ­

w i e s en . P r am be r ger b en ü t z t e

j e d e fre i e

Z e i t z um K o p i e r e n d e r

v o n M e t ni t z m i t gebrac h t e n V o l k s s c h a u sp i e l e und L i e d er büch e r . Zwi s c h end u rch

zog e s i h n h i n a u s ;

auc h i mm er w i e d er nach O b d ac h .

I n d er Wal k er we rk s t ä t t e d er L o d e nwal k e r e i b e k am e r e i n e Sp i el ­ h an d sch r i f t d e s P ar a d ei s sp i e l e s . d i e h al bm y th i s c h e

D i e a l t e Frau V o gl wu ß t e ü b e r

" Arm e s e el s t a n z e l "

1

zu b e r i c ht en .

Wi e d er b e k a.lli P r am b e rger Sc h w i eri gk a i t en m i t s ei n e n M i t ­ b rü d ern , e i nfach

d ie f ü r di e v i e l e n Fre i h e i t en , nahm ,

Ant wort e n ,

we ni g V e r s t ändni s h at t e n .

" d as s Lac hen u nd

d i e s i ch P r am b e r g e r P r am b e rger g a b gro b e

S-p ot t e n i h n e n ver gi ng " .

"Vo n d em K o nven t wand t e i ch m i c h na c h d ie s em Erl e b n i s am 2 9 . Ok t o b e r w i e d e r dem � ar k t e u nd den Bau ern z u . Ich ward w i e d e r s c hw e i ge�! b e i T i � c h wi e e i n F i s c h , und vo m C h o r b l i eb i c h weg , wen n e s m i ch fr e ut e . I c h s a h e i n , d a s s Ko sch r e ch t h a t t e , a l s er s ag t e : ' I n s o l ch e r Umg e b u n g w e r ­ d e n s i e nie z ur R uhe komm e n . ' Sch o n g e d ach t e i c h m i r , d a i ch ü b e rdach t e , was i ch al l e s g e t a n ha t t e f ü r d a s S t i ft u nd d e n Und ank d ag e gen au fst el l t e , i ch wo l l e d i e s er K o mm u n i t ät e i ne n F u s e t ri t t geben und m i ch a n d e r s wo n i e d e rl as s e n , -­ wenn d a s Grab me i ne r M u t t er ni c h t g e w e s e n wä r e . Und d a m u s s t e i ch a m Al l e r s e e l e n t a g wah rne hm e n , d a s s d a s Grab m e i n e s g u t e n Mü t t e rl e i ne b e s t oh l e n wo r d e n war . Man h a t t e d em Grab e d i e K un s t bl um e n g e r a u b t und au f d a s Gr ab e i n e s M a rk t s p i t al e r B ge s t e c k t . ' I s eh n u r d e r Rom u a l d ' . I c h h a b e e s k en n en gel ern t , das s un t er d e m e d l e n We i z e n f ü r d i e Vo l k ekund e s o man c h e s s c h äb i ge Unkr a u t d a zw i s c h e n wu c h s . '' 2 Di e s e Erl e b ni s s e nahm P r allib e r ger z um Anl aß , b i t t e rt "

zu s ei n ,

d a ß er s i ch

n i c h t k ümm ert e " u n d ,

o hn e

F o rs ch u n g s z i e l e a u f s u c h t e .

" um d a s

St i ft

s i c h ab z um e l d e n , Ni cht

und

11 d e r art e r­

d e n gan z en Gr a b e n

O r t e s ei n e r näc h s t en

s e l t e n l i e ß er s i c h vo n Drai ­

s i n e n z u d e n An s ch l u ß zügen b r i n ge n . 1

E i ne S e m i n ar arb e it üb e r d i e " Arm e n s e e l en s t an z e l " w ur d e W i n t e r s em e s t e r 1 q 7 3/ 7 4 d e s I n s t i t u t e s für Vo l ks k un d e vo n M a g . S i e gr i ed K l a f t e n egg e r v e rfa ß t .

im

2E VI I ,

S . 70 .


- 222 -

Fü r den 2 6 .

De z em b e r 1 9 2 0 hält Pramberger s e i ne n B e s uc h

de s La nit z er H i r t e n s p i e l e e f e s t . heit

Er b e r i c h t et üb er d i e Anw e s en ­

der Be zi r ke haupt l e ut e L e nnkh und Es e b e c k ,

Geramb u nd

ZP c k m i t Gatt i nne n ,

d e s Dr ogi s t e n und

d e s Kompon i st e n Pe t e r s . 1

Ir o a t h a us GTa z und

der Vol k skun d l e r Ka ufmanne s

Z uge gen war en

auc h andere Gra ze r au s dem Ge ramb e e h e n Kre i s e . � e der d e r La s s ­ nit z er wo l lt e m i r d i e Hand s ch ü t t e l n , s o da s s Z ac k m i r er­ kllrt e a ' Si e s i nd der r e ch t e Vol ks p farrer • • • ' . " 2

"• • •

Da g ab e s e i n Händ e s chü tt e l n al l ent h alb en ;

t un gen ,

Pram be rger n o t i ert e währ en d d e s Sp i e l e s s e i ne B e o b ac h­ daß die

Spi e l er " ohne

�at h o s g e s p r o ch e n , ni c h t

um

ohne

n u r fü r s i c h u n d die Z u s ch au er z ur Erb au u n g ,

z u gefal l e n g e s p i elt 11 hätt en .

s i ch t i g en ,

les•

j e gl i c h e Eff e kt h asch e r e i ,

" Wü rde e i ner e s b e ab­

s o e rfü l lt e er n i c ht den Z wec k des ge i s t l i c h e n Sp i e­

Pramb erger fühlt e s i c h d urch d i e e i nfache Aus s t at t u n�

• • •

un d d i e e b e ns o e i nf ach e u nd v e r s et zt , w o e s

offene Art d er Sp i e l e r i n d i e

Zeit

" i m d e ut s c h en Vo l k ü b e rh aupt n o c h k e i n T h e at er ,

e b e n n ur i n d e r K i r ch e �yst e r i e ns p i e l e und au e s erh alb d er s e l b en Vol k s s p i e l e o hne

Bü hne gab . " 3 Ge ramb war üb e r d i e Me i n ung s­

ä u ß e r un gen Pr am b e r R e r s so b e ei ndru c kt ,

d a ß er a u sr i e f s

" I s t ungla u b l i ch , wa s d em Rom u a l d al le s auffä l l t . Er i st hal t tu r d i e Vo l k e kund e gebo ren und s pUrt a l l e s . Da l ob i o h mi r n oc h i mm e r , dass i c h es b e i m P räl at en durch �e­ s et z t hab , das s er n u r für di e Vo l k s kund e mehr i st . " 4 m u s e um ,

Auch l o bt e e r Pram b e r g e r e Auffas sung v o n e i ne m V o l k s kund e ­ d a s e r st

s e i n e n Zwe c k e r fül l t ,

wenn i n i hm das bä u e r­

l i c h e und bü rg e r l i c h e Han dwer k vom Anfang b i s z ur l e t zt e n Au s ­ füh ru ng j ed e r D i s z ] p l i n z um Au s d r u c k komm t .

a u c h d en

Nuns c h ,

Pramberge r h e gt e

Ac k e rgerät und Wagenpark d e s Bau e rn , wenn au c h

nur i n N a c h b i ld unge n ,

s e i ne m Mu s e um e i n z uv e rl e i b en .

" Wo h l b e e i n-

1 Gui d o Pet e r s , s i e he : W ol fgang Supp a n , St e i r . � u e i kl e xi ­ kon , Graz 1 9 6 2 - 1 9 6 6 , S . 4 2 8 . Ge d e nkr e l i e f am H a u s e Ec ke Ha rt i �­ ga s e e - Karmel i t erplat z . 2

E VI I ,

3 E.'b d . ,

4

�'bd .

�::> . 75 . S . ? r; .


- 2 23 -

:· 1 u s s t

tTe r an.b

von

un d

fü r me i n e Au s ,ga b e n

�r brach t e da b e i

G e s i nnung s �enos s e n ü b ergab m i r d e r Vo r j ah r i m D i e n s t e d e r Vo l k s k u n d e

im

zum

Ab t K. "

500

Au sdruc k , d a ß d i e Ur eae h e d e s gegenwärt i gen Mu s e um

huhmee d e s St i ft e s d a s

s e i , und d i e s e s n ach Au s s agen

v o n Ge l ehrt An e i n en u ns ch ät zbaren W e rt rep r ä s e n t i e r e . In

e i � e m B_ i e f

v.

2 9 . De z ember 1 9 2 0 b i tt et G era m b

� e rger um d i e g e s �Lt e Organi s at i o n d er Unt erbri n gung von

P r a ffi ­ acht

�e r s on en z u� �e t n i t z e r Kr i p p e n sp i e l .

" An d a s

Laßnit zer m i r e i � e n t i e f en r e n e i ne n d o ch st ark w i r b e s ch e i d e n e r , i n hat

Am Polheim

9 . ,T änner 1 9 2 1

und

S p i e l d en k i c h wohl m i t And ach t . Das �i n druck gemach � . Solc h e Sp i e l e füh­ wei t er i n d er Erk e n nt n i s , o d er s agen d er Ah n ung d er Vo l k s s e e l e . " konnt e Pram b e r ger

G a t t i n , ruax Mel � , Dr .

h e i m a t f or e e h er K o nrad

Ab e n dt i s c h

b r u d er . 11

2

Das

Lw u rd �

• • •

ich

" Kä r n t n e r T a gb l a t t "

in

mit

Ge ramh ,

u n d d e n " A u s s e er

G e ramb u nd

in

m i t i hn e n

b e i wohn e n .

Sal vat o r

alt e

Fr i e sach

b e gr ü ß e n u nd

b e r i c h t et

vat or ( �a s Hi rt e n s p i e l ) " ü b e r d a s das

Wi e n "

Mau t n e r au s

d e r Auf f ührunr d e s H i rt e n s p i e l e e d em

Re i c h er

in

P ol h e i m

1

d em Art i ke l

b i bl i sc h e

" Nach Dut z ­ " St . S a l ­

V o l ks stü c k

,

die Sp i e l ge s e l l sch aft A u e I n go l e t a l , b e st eh end aus Bau er n­

s ö hnen , Be s it z e rs t öcht e rn und l andwi rt s c h aft l i c he n D i e n s t b ot e n , i u.

gro ß e n �aa l e d e s Gast h a u s e e

v o l kstüml i ch e r We i s e unt er au f ge füh rt h ab e .

" k ö rt l " " i n 4

d e r L e i t u n�

s ehr anregen d e r ,

d e s H errn J o s e f Wi e t i nger "

In d e m bi s a u f s l et zt e P l ät zch en b e s et z t e n Z u s c h au­ " · · · erraume bem e r kt e man auch H e rr en , d ie auf d em G e b i e t e d e r Vol k e k u n d e Kapa z i t ät en s i nd , wi e z . B . den h o c h wti rd . H e r rn P . Rom u al d Pram be rger a u s d em St i ft e St . La m b r e c h t , e i n e n e i fri gen For s ch er und Samml e r d e r Vol k skunde , f e rn e r Herrn Dr. Vi k t or Ge ramb , Vo l k s k und e f o r s c h e r au s Gra z , Herrn Dr . Maut n e r au s Wi e n • • • Di e gen an nt e n Herr en hab en d e n 1

rn e i nem Br i e f v . 2 9 . 1 . 1 9 2 1 ( ru i kr 2 1 , S . 6 ? ) dankt P o l h e i m P r amb e rg e r mi t warm en �ort en '' für d i e s c h ö n e n Frie s eeh er T a ge • • •

Au c h knüp f e i ch d i e Hof fnung d aran , d aß uns ere s ach l i c h e u n d fach­ l i c h e Ver b i n d ung s i ch e r n e u t , und d a ß das r e i n m e ns ch l i ch e Ban d , � a s s i c h wi e d e rum f e s t er ver knün ft hat , noch we n i g er a b r e i ß e ! " N e b e n v i e l e n f a c h l i c h en Bit t en e r s u c h t P o l h e im a u c h um Quart i e r für e i n e Somm erfr i s ch e fü r d i e Fam i l i e v o n �ax R i n t e l e n , P ro ­ f e s s or d e r deut s c h e n Re c h t e ge s c h i c ht e an der Un i ver s i t ät Gr a z . � o l h e i m künd i gt e i nen b e ab s i ch t i gt e n z e hnt ägi gen A u fe nt hAlt i n rl anno ver an . " Ho f f e nt l i ch fäl lt De i ne Gra z er A n w e s e n b e i t n i c ht j u s t i n d i ese Z e i t , d enn i c h fre ue m i c h s c h o n , davon auc h e i n i g e s z u g e n i e ß e n • • . De in s ehr e rgeb e n e r P o l h e i m . " ·

2 !!;

VI I ,

� . 77 .


- 224 -

T e xt d e s Hi rt en s p i e l s m ! t st e nograp h i e rt und v o n d e r Dar­ s t e l l ung a u c h e i ne L i c h t b i l d a u fn ahme g e m a c h t • • • "

Geramb

1

gi b t

e i n e n ä u ß e r s t i n f o rm at i v e n B e r i ch t i n d e r

Gra ze r Mo n t ag s z e i t un� un t er d e!Il Ti t e l

11 Hir t e n ep i e l e " .

dari n üb e r di e erfreul i ch e Ersch e inun� d e s le b e ns d e s He i m a t l i c h e n in St a d t u nd Lan d .

s t ar k e n Er we i st

Er s p r i c h t

Wie de-ra.uf­ au f d i e

j ub e l n d e Aufnahme d e s He im at sp i e l e s vom " Hamme rh e rrn " ,

d er

Vol ks l i edab�n de , d e r Kr i p p e n - u nd Hi rt en l i e d er und n un auch der

�ufer st ehung der Bauern gräbe n h i n .

ural t �n N e i hn ac ht s sp i e l e in ab g e l e g e n e n

i s t farb i ge , kr äft i g e , h e r z e r q u i c ke n d e Vol k s p o e s i e • • • �c haup l at z i st e i n u ngl aubl i c h kle i ner Fu ß b o d e n f l e c k , d e n d i e d i ch t ge drängt e 2 � J b i s 300 Kö p f e zähl e n d e Z u s c h a u e r­ z ah l , n ah e z u au s s ch l � e ß l i c h Ba u e rn und Ki nd er , i n d e r M it t e e i ner an s i ch d u rc h a u s n i cht geräumi gen W i r t s st u b e , d e r en Pe nster m i t 'rü c h ern und Kot z e n ver hängt s i n d , fre i l ä ßt . Da s Spi el , d a s i n Laß nit z d rei , i n St . Salva t o r gar v o l l e v i e r St und e n d a u ert e , wi rd gr ö ßt e n t e i l s i n �un dart � e s un­ g e n , r e z i t i er t und �e s p ro ch en . Di e Wort e , d ie Wei s en , d i e i n Quart en s ic h b ewegend e n Re z i t at ive , al l e Sch r i t t e und j ed e Han db e we gung s i nd s t r e n ge · utml t e Üb e r l i e f e r u n g • • • "

Der

2.

Im

" Es

Banne des

Das

Spirit i s mus

unr uhi g e L eb e n w ar Pramh e rge r s k ö rpe r l i ch e m B e f i n d e n

n i c ht b e s on d ers zut rä gl i ch .

als

s o n st .

Nac h s e h � �

S e i n I s ch i as l e i d en p l � i hn ä r� er

Er s u c h t e Z u f l uch t z u öymp at h i emi tt e l n .

fa n d

Pram b e r g e r e i n M i t t e l ,

B e i m e i l i F en

d a s i hm z u z u sagen sch i e n :

1 Im o ben ge n� nnt en Brie f v . 2 9 . De z . 9 20 b e r i c ht et e r 1 PralL he rger ü b er " t äg l i �h 6 s t ünd i ge n �.u s e ums d i e n st , 1 1 6 ( e i n ­ h un d e r t s e c h z e hn ! ) Vor t r ä g e , 97 � i t z u n g e n u n d et l i c he 3 0 Mu s e u m s ­ f ü h r u n ge n • • • " im J a h r e 1 9 2 0 . Au s e i n em Br i e f v om Ro s e n kep: e l b e i St a i n z er fährt man , d a ß G e r amb d i e gan z e ge i s t i ge S ü d mark Arb e i t ne u organ i s i e rt h ab e un d auß erd em Vor st and d e s Ve r e i n e s f . He im at s c h u t z g e wo r d e n s e i . I n d i e s em Br i e f erkl ä rt Ge ram b s i c h b erei t , w e ge n e i n e s V o r t r a g s Pramb er ge r s i n d er Uran i a o d er i m He i m at s ch ut zvere i n nach z u frage n . E r ri:i.t i hm au c h " i n Ih rer Ge­ ge n d ( Murau , Oberwö l z , St . L?� b re c h t , N e um a r kt ) an l � ßl i c h v o n Sü dm ar kab en den u . a . vol k s kun dl i c h e Vort r äge " zu h a l t en . ' ' Da s wäre nat i onal v i e l wi c h t i ge r a l s d i e b i s h e r üb l i c h e n ' nat i o na l e n ' F e st r e d e n m i t Hurrahk i t s c h . Dari n b e st eht j a a u ch d e r ge i s t i g e W and e l , d e n wi r i n d er Sü d m ar k z u s c h af f e n ho f f en • • • "


-

225 -

" B e i wac h s en dem ll� ond u nd wac h s en d em 'f ag e i n kle i ne s �a a e n s t ü c k el a u s st e c h e n , h i n e i nwi s c h e l n u n d den Ra s en w i e d e r d ara u f st e c ke n , di e Wur z e n i n d i e H ö h . For t g e h e n un d n i c h t u m s eh e n . "

So g i ng e r d en n am

25 .

S t ö c ke n h i na u f z um Sch l o ß� ark

N ov em b e r v o rm i t t ags m i t

z wei

un d

" h ab m i t M ü h P dRs M i t t e l get an und b i n dann f o r t ge gangen . N oc h t rug i c h d a s P i c k e l i n s M u s e um zurü c k und e i l t e i ns S t i ft . Be i d e r P f o rt e n ahm i c h wah r , d a s s i c h m e i n e zwei St ö c 1\H z urü c k ge l as � c n habe und k e i n e n S c h m erz m e h r spürt e . N un w ol l t e i c h d i e s i n m e i ne n N o t i z e n v e rz e i chn en , fan d 1 e s ab er l ange n i c h t , e ndl i c h al s M i t t el ge gen Gelb s u c h t . "

N un k o n n t e e r e ndl i c h n ac h T e u f e nbac h und N i e d e rw ö l z . Der b e rü hm t e B au e rn ar z t Mand l t h o m a gab i hm S al b e nr e ze p t e , Z o a s e r i n N i e d er wö l z , ihn

e i n b e k an n t er Bei nbru c h h e i l er , 2 d a s U m re i ß e n m i t e i n e r L u c h s k r al l e • P r am b e rger h � t t e s ch on s e i t

d er

l e hr t e

s e i n e r K indh e i t b ei

B e s uch e n

b e i s e i n e r Gro � t � n t P F a n n i Geyrh o f er i n K l amm vor u n l ö sbaren rtä t s e l n g e s t a nd e n ,

a l s e r an

e eh e re i " b e m e rk t e .

P r am b e :- ge r l e rnt e i m L a u f e d er

Ab b e t er i nn e n k e n n e n . und

a uch

ihr d i e

" u nh e i m l i c h e Ga b e d er H e l l ­

Al s e i ne Art Ab b e t en fand e r d a s Umr e i ß e n

d i e Syru p at h i em i t t e l .

U n k l ar ware n i hm a u c h di e ve rs c hi e ­

d e n e n w ir k s am e n K rä f t e d e s F o r t gi e ß e n s , s t r e i c hen s . s c h i c h t en Roß

zu

Z u d em

Zeit viele

d e s Ve rgrab en s und

w u ß t e d a s Vol k e i n e gr o ß e Z ah l

e r zähl en .

P r am b e rger e r l e b t e

selbst ,

Ge s p e n s t e rge­ daß e inmal

an e i n e m b e Mi c h t i gt en K r e uz n i c h t vo r b e i wo l l t e .

K i n n b e i t ·1 1 at t e e r e i n e n " ge h e n d en z u komme n .

i n d e r N a t u r vo n Ri e g er ,

1 t.: V I J , 2

sei n

I n s e i ner

Sch em e l " ge s eh e n .

P r am b e rg e r spürt e e i n gro ß e s Ve rl an gen ,

s e n a u f d e n Gr u n d

·W e g­

d i e s e n Ge h e i m n i s ­

Er h a t t e s ch o n v i e l ü b e r G eh e im n i s s e

V i r c h o w und W e i nh o l d ,

üb er S u gg e s t i o n

S. 7 1 .

unge r/Kh ul l , S t e i r . Wort s c h at z , S . 60 6 : "Umre i ß e n n . , s u b � t . I nf . , N am e f ü r e i ne Art z a u b e r h aft e r Krankh e i t s b eh an d l un g , b e i d e r d e r B e h a n d e l n d e m i t L uc h s z ä h n e n o d e r T o t en b e i n en d en K ö r p e r an v e r s c h i e d e n e n St el l en kr e i s fö rm i g b e s t r e i c ht u nd b e­ s t r e i ft ; vgl . Fe s s e l Vo l k sm . 1 5 7 u n d Gr z . Vo l k s b l . 1 888 Nr . 1 9 1 .


- 2 26 -

von Sp i egel und W un d t und ü b er Sp i r i t i sm us vo n Guther l et ge­ l e s e n . Pramberger b er i c h t e t i n s e i n e n E V I I , S . 2 7 , v o n e i � e r " Vo r s t e l l ung au f d em Ge b ie t e der T e l e p at hi e , Sugge st i on u nd d e s hypno t i s c he r. T i efschl A fe s " , di e d er Exp e rim e n t e u r A . Sch affer i n W e i ß ki rc h e n gab . P ramb erger hat t e d aran t ei l ge nomm e n . Di e s e V o rs t e l l ung h at t e Pram b e r g er s o s t ark b e ei nfl uß t , daß

er

äh n­

l i c h e Erp e r i m e n t e s e l b s t du rch führ t e . Im Ma i d e s Jah r e s 1 9 2 0 l i e ß s ich Pram b e rge r im Haus e Z e h enthof e r v o m T orwi rt s oh n Fran z hypnot i s c he Ver s uc he vorführ e n . Di e s e ko nnt e n i hn ab er n i c h t b e­ fri e d i ge n ,

wei l er ke in Mi t t e l d ari n s ah , das ihm das Abb e t en

o d e r Abbl asen erklären konnt e .

I m S e p t embe r

1 9 2 0 we i l t e Pram­

b e rger b e im O berl ehr er Ferrari i n � e t n i t z zu Be s u c h , wo man auc h auf Symp at hi emi t t el und auf das T e l lerrück en zu spr ech en kam , d a s man d ann auc h ver suc ht e . " I c h h i e l t d i es noch für e i n Erge b n i s d e s t i er i sch en M a gn e t i smus , nur mach t e mic h das He l l s eh e n d e s gan z e n Vor gan ge s s t ut z i g ; e s s c hi e n m i r , al s o b e ine un s i ch t bare P er son d e n ·r ell e r auf b e st imm te Buch s t ab e n z urüc kt e . " 1

Auch

bei

e i ne m s e i n e r Auf e n t hal t e i n Obdach b er ic h t e t

Pram b er ger ü b er Vers u c h e d e s T e l l errüc ke ns .

'1 Als d i e Mäd el n s ah e n , da s s d er kl e i n e T el l er a u f d em Boge n P ackp ap i er o hne Sc h i eben b a l d au f d en , b al d j e n en B u c h e t ab en zukam , da wol l t en s i e wi e s e n , ob und wann s i e h e i rat en wU rd e n . Un d i c h gl aub e , d a h at t e das T e l l er z i em­ l i c h gu t p ro fe z e i t . N e u gierde t r i e b nun d i e T e ilnehm er a n , zu frag en , wer all di e s e An twort en hatt e , al s vo n o b en her ei n K i n derwe i nen er s c h o l l , und i m N ach t h emderl das Re s erl , das b i sher ni e die Tür s e lb e r geö ffne t h at t e und d i e s t e il e We ndel treppe n i e h erab ge st i e gen war , l a ut we inend b e i der Tür h e re i nkam . Al s d i e Mut t er das Kind e t was b e ruhi gt h at t e , erzähl t e R e s er l : ' Ei n hlon i da gewe s en , ro t e s Moni , h at Hu t e rl auf ghab t , gro s s e s Hut erl • • • ' " 2 .? ramb erger bet r i eb d i e " Sp i el e rei " d e s T e l l errü c kens m i t , wi e er s agt , '' s o n de rb a ren Erfo l g en " . Er wol l t e d i e se Art " Unt er­ hal t un� auc h be im Ra u ch fangke hrer e i n führ en , do c h " · · · h i el t sich

di e

1 2

alt e Anna d a g e g e n auf , e s s e i e i n T e u fe l s ze ug • E VI I ,

Ebd .

,

S . 64 . S. 68.

3 Eb d • , S • 7 3 •

• •

"3


- 2 27

-

Pramberger b e dauert i n s e i nen � VI I , � . 7 2 , daß er n o c h � i e Ge l e ge nhe it

ge h ab t hab e , s p i ri t i st i sc he n S i t z ungen b e i zuwohne n , I

o bwo hl er wu ß t e , daß d�r S i l bert z irkel i n Graz okku l t e Seanc e n �i t s e i n em u ns t i ll b aren Int ere s s e für okkul t e Vor�änge

ab h i e l t .

und der

mit s o l c h e n P h ä n om e n � n m i ß ac h t et e Praffi­ b e r�er e i n ki r ch l i ch e s Verb ot . Er s o l lt e n o c h e i n s c h r e c k l i c h e s Be s ch ä ft i gung

Erl ebni s

mit

we i t r e i ch e nd en Folgen hab e n :

Am 2 . De z ember 1 9 2 0 st i e g e i n j u nge s

P aa r ,

e s galt a l s

Eh e p aar Karl und M art ha K . , b e im Kal t e i e i n St . Lambrecht ab . �u 7 . De zember l e r n t e Pramb e rger d i e b e i den b e i e i ne r Füh rung

d u rc h das St i f t k e n n e n . Er freundet e s i ch m it dem j ungen Pa ar a n u nd s ch l ug b e i e i ne r gemüt l i c h e n J au s e das Tel l e rrück en vo r . Im L aufe

d e r n äch s t en

T age erf uhr Pramb erger , daß Mart ha T e i l­

d e s S i l b e rt z irk e l s war und al s Er sat zme di um d i ent e . � �r s ch reck e n S i e n i c h t und wenden Si e i h r e b i sherige Sympat h i e

n e hme r i n

u n s ni c ht ab , wen n i e h Ihn e n ge st ehe , wi r s i nd Sp i ri t i et en " b at fuart ha . �ram b erger ersch rak n i ch t , s o nd ern fre ute e i ch , end l i ch e i nmal i n d i e s e Ge sch e hn i s s e Einb l i c k gewi nnen z u k ö nne n . Mart h a e rz äh l t e vo n d e r Fre undsch aft Kar l s z u Ge org Ot t o Hub er , d e r v or m e h r a l s 3 J ah r en gefal l e n s e i . Mit d i e s em p fl e gt en s i e regen s p i r i t i st i sc h en Ver kehr und erführ e n auf d i e s e We i s e l e i ch t e r Di n g e �s

aus d em J e n se i t s als durch das mühs e l i ge T e l l e rrü c k en .

g e s ch e h e d i e s i ru T ranc e zu st an d d ur c h an fangs krampfha ft e s ,

d an n fl i eß e n d e s Sch r e i b e n auf Pap i e r . Pramh erger war s ehr b e e i n­ d ruc kt v o n den Er gehn i e s e n d e s Ve rkehrs m i t d em J e n s e i t s . Er brac h t e au ch i m St i ft das G e sprijch a u f Sp i r i t i sm u s , was natür l i c h a u � h e ft i gst e n W i d er st an d st i e ß . In h isher

e i n em rle d e k amp f

e rk l ärt e

er , daß Sp i ri t i sm u s e i n e s d e r

un e r f or s ch t en Ge b i et e s ei , und d i e Ki r ch e gerad e z u d i e

P f l i cht h a b e , d i e s e s d u rc h Pri est er u nt e r s u c h e n z u l as s e n , wi e d i e Är zt e d i e Au fgabe h ät t en , di e Symp at h i e m it t e l z u Ge gen s t ä nd en i h rer Beobach t u n� zu �ach en . Pri e st e r s e i e n i n s e el i sc h er , Är z t e in

l e i b l i c her und n e ur o l o g i e e h e r Be z ie h ung we i t e h er b e fä h igt , z u Re s u lt at en zu gel angen . " · · · I c h b et rach t e d i e Mei nun g , das s m it d em l e t zt en Se­ m e st er T he o l o p i e d i e gan z e Aufgabe d e s St u d i e rens abge s c h l o s ­ s e n s e i , al s vo l l s t än d i g i rri g . �an mü s s e erst a u f d i e s e s F u nd am ent a u fb a u e n • • . " 1 1 E VI I ,

S . 76 .


- 228 -

Di e ser V e r A u c h , Au t gab e wa n d ,

aer K i rch e

um

sein

s chob

lich

e i g G ne

s ei ne

M e c h a n i sm u s

z u m a c h en ,

e i genes

P r am b er g e r

d i e U n t er s u c h u ng w ar

Int ere s se

für

e i n e B e grün d u ng

ist

F a s z i nat i o n

in

im

Be i

in

e i ner

d e n e n e i n Ge i st

di eser

M e d i um .

In

i hm

T a ge b u c h

zu

das

Si t z ung en

d e r N a c ht a us

g e n omm en

Sp i ri t i sm u A

n i c ht

um

al s

zu

e i n Vor­

Gr u n d ,

zu mü s s e n .

und M ar t h a

d e r H an d

er

Di e s e r

s i c h P r amb e r g e r

Hand

und

b e f oh l e �

f ührt e .

s el b st

e i n e n A ng s t t r a um ,

g er i s � e n

1

s p i r i t i s t i s ch e

r. em e n s Ab d u l l ah M ar th a s

d ar a u f h at t e

näm­

R� t i o na l i s i er u n g b e k a nn t .

K a rl

b e tät igte

zur

r e ch t f e rt i ge n .

d e n wah r e n

z u ge b e n

P r amb er g e r v e ran s t al t e t e m i t S i t z un ge n ,

Sp i r i t i sm u s

Gru n d e

vor,

d er P s y c h o l o gi e

des

Rls

i n d em

wu r d e ,

es

v e rn i c h t e n .

" · · · s o n s t wü rd e m e i n M u s e um z e r t rümm e r t , d i e V o l ks k und e v e r n i ch t e t , m e i n R u hm ve rwi s c h t u nd m e i n e S e e l e a u s g e l ö s ch t . S e hwe i s e g e b a d e t s t and i ch au f , und z a u d e r t e m e h r e r e T ag e , o b i c h n i c h t d i e N i e d e rs c h r i ft v e rn i c h t en s o l l t e , l i c h g e g e n En d e J ä n n e r i c h m i c h b e r uh i gt e . " 2 Der brec h t Be i d e ich

19.

J ä n n er

�s

sein .

p i n t e rl i e ß

wo l l t e n a u f

unruh i g

s ol l t e

und

e i ne

fragt e

d e r l e t zt e

P r �n b e r g e r

W o c h e n ac h n o ch

T ag

des

e inen

d en

P a ar e s

fröhl i c he n

" Am 2 1 .

N e um a r k t .

e i nm a l

bis

S p här e nge i s t

in

e nd ­

S t . L am ­

Br i e f .

Jän n e r unrt

war

er h i e l t ,

was

i c h m i r d a ch t e , a l s Ant w o r t : I n N e um ar k t . E s g e h t i hn e n 4 3 Am 2 2 . J ä n n e r 1 9 2 1 e r r e i c h t e P r am b e r g e r e i n T el e gr amm gu t . ' ' mit

d em

T e xt :

v e rm u t en

Gra z

11Bit t e

selbe

au f

Att e m sga s s e

i n � e um ar k t

� a ch fo r s c h un ge n

d e r Greb e n z e n

6".

E.'h e p a a r K o b l i z e k

G e s c hwi s t e r

P r am b e r g e r a n t w o rt e t e ,

a u fh al t e .

N ach

daß

S i e h e Al b e rt Gö rre s , fah r u n gen d er P s y c h o a n a l y s e ,

Ekr i c h b a um

s ich

v e rg e b l i c h e r N a c h s c ha u

1

2E V I I ,

t ot .

w e g en

( ! )

d a s P aar

i n N eu m a r k t

Ge i s t u n d P sy c h e , M e t h o d e Mü nc h e n 1 9 6 5 , S . 1 5 0 .

u nd

Er­

S. S1 .

I n d i e s e � T ra um � a n i f e s t i e r en s i c h d i e c h a r a kt e r i A t i s c h e n S c h wi e r i gke i t e n d e s T r ä um e r s . D e r T r a um e nt h i l t e i n e d e u t l i c h e War n ung .

3E

Siehe

VII ,

4 Mi kr 2 1

Al b e rt

S . S1 . ,

S. 51 .

G ö rr e s ,

a. a . O. ,

S . 2 37 .


- 2 29 -

wol l t e Pramberger 1 1 Abd u l l ah 11 n ach d ew. Auf e nt halt der b e i d en be­ frage n , 11 n ahm den Bl e i s t i ft und set zt e mich z um Schre i b t i sc h . Da gri ff es auch s ch on wi eder mit Rie s enkraft nach m e i n em Arm , n ach me i ne r Hand , und i ch schri e b unwill kürl i ch : ' Au f d er Greb • • ' . n 1 Er

Nun galt e s für Pramb erger z u rett en , was z u rett en war . m ob i l i s i ert e eh emal i ge Schül er zur S uche nach d en Ab gä n g i gen .

S i e macht e n si eb auch unv erzügl i ch mit Sch i ern und Sch l it t en auf d e n Weg . Prambe�ger erh i e lt i n d i e sen St unden e i ne n Expre ß b ri e f , e i ne n Ab soh i edebri e f Karl s an Pramb erger , der si ch i n dem von Karl n ach Hau s e ge s c hi c kt e n Gepäck gefunden hat t e . Dar i n t ei lt e Karl Pramb e rger m i t , daß das j unge Paar geme i n s am au f d er Gr a­ b e n z e n i n den T o d gehen wol l e und bat ihn , s i e i n e i nem gem ei n­ s am e n Sarg am Ort s fri edhof beerdigen z u l a s s e n . Di e Kund e vom Ab s c hi ed sbri ef verbre i t et e s i c h mit Ei l e , und das S �h ic k s al d e s Paar e s erfu hr di e unt er sc h i e dl i c hst e Be urt e i l ung , v o n Mi t l e i c b i s au gra u s am er Abl ehnung . Ei n Te il der Bevö l ke ru ng ab er ahnt e da s e i der T e u fel s c h ul d von den spiri t i st i sch en Sit zung en : a n dem Selb stmord • • • " " · · ·

Es wu rd e Pramberge r beri cht et , wie man s i ch um den üb er­ l eb e nd e n Karl b emühen mußt e , der s i c h gewehrt hat t e , d en P l at z z u verl as s e n , an dem s e ine fuart ha gest orben war . Man k o nnt e i hn n i e d err i ng e n u nd auf e in em Hol zs ch l it t en z u Tal b r i ngen . Pram ­ b e r ger konnt e Karl n ur m i t Mühe vo n e i nem Selb stmord z urück hal t en . Di e Aufbahrung Mart has b e im Plat zwi rt erregt e phant ast i s c h e Fur ch t d e r Bewohn e r . ' Pramb erger ve rwah rt e im Mi kr 2 1 , S . 7 1 , e i nen Z e i t ung s­ art i ke l , in d em d er Vat e r d e s Karl Kobl i zek , Di s p o nent d er Puch­ werke A . G . , Aufklärung gab . Di e an Wahns i nn grenzende Tat s e i au f �i nwir kung vo n Hypn o s e z urüc k z u fü hren , schrieb er . Gle i c h ­ z e it i g d an kt e er '�ü r d i e aufopferun� sv o l l e und u ne i gennüt z i ge .tli l f e P . ltomualcl Praruberger , ei nem Fre und m e i ne s Sohn e s • • • " Der Abt wol l t e ��rt h a �laker e i n kirch l ich e s Begräbni s i n ge­ we i ht e r Erde verwe i gern , d o c h Pramberger k onnt e b e i Ge ndarm e ri e , 1

E VI I , S . 82 .


- 2 30 -

di e T at a l s n i ch t fr e i ­

Be z i r k wger i ch t und St aat sanwal t sc h aft wi l l i g� , aond ern u nt er

aufklär e n .

p o s t hypn ot i s c h em Zwang erfolgt e H an d l ung

E s war Pram b e rger b e kannt ,

Er st e n We lt kr i e g e s m i t g e we s en war ,

d er s i ch

Me d i um b e nüt z t hat t e .

da ß Mart ha währ e n d d e s

e i n em h olländ i s c h e n Me d i z i ne r b e kannt Hyrnot i s i e r e n v e r s u c h t und M art � a al s

im

Er h at t e d a s Mij d c h e n vö l l i g b eh e rr s c h t .

Al s Karl i n den Kr e i s i h r e r Verehrer t rat , ihm z u .

�r bat

Der verrat e n e L i ebhab e r

�rt h a ,

ertrug d i e

wan dt e s ic h Mart ha Z urüc k s e t z u ng n i c h t .

i hm n o c h e i n e Sit z u ng z u gewäh r e n .

ah n un gsl o s z u .

S i e s agt e

In d i e s e r Si t z ung b e fahl Fl amm erd i ng e ,

d e r j un ge M a nn ,

a u s Rac h e s e i n em M e d i um ,

in

so hieß

e i ne m Jahr m i t d e m

Brä ut i gam Karl a u f d i e Al p e üb e r St . Lambrecht z u geh en u n d d r o b e n in d e r e i n s am e n Almhü t t e i hr e r be i d e r Le b e n m i t M orph i um e i n En d e z u b e re i t e n . t i gt war ,

d i e i n e i n em Zahnat e l i e r b e s c h ä f­

be gann v e rst o h l e n Morph i um z u s amme l n .

a u c h z u b e r i ch t en , ge l o bt 1 ·hat t e ,

Pram b e rger wu ß t e

d aß d a s M ä d ch e n n i ema l s d e n Elt ern Kar l s vo r­

wo r d e n war ,

gest ellt

fuart h a ,

und s i c h das

j ung e P aar i n d e r Grab e n k i r c h e

e i n and er wi e Man n und h a u an z ugeh ö r ·t m . Be i d e

s c h i e n en von d er Gül t i gk e it d i e s e s Kont rakt e ü b e r z e u gt g e we s e n zu sei n . Prambe r g er h i nt er läßt i m � i kr 2 1 , v.

1 3. 2 . 21

d e s Vat e rs Kob l i z e k .

b er g e r K 1 0 00 . Anl i e ge n ,

e i n Br i e f vo n

man m ö g e Mart has

p fl egen l as s e n .

e i n e n Dan ke s b r i e f

2 . 2 1 überwe i st d i e s er Pram­

11 fti r Ihre Samml ung P- n für ' s Vo l k s k und e -Mu s e um •

Au f S . 2 1 7 b e f i n det s i c h dem

Am 2 4 .

S . 79 ,

Gr ab du rch d e n St i ft sgärt n er s e i n e an fä n g­

d i e s c h l i e ß l i c h e i ner Ge n e s u ng Plat z

I n al l e n Bri e fen wird dri n Re n d um d e n B e s u c h Pram b e r g er s

mach t e .

g e b e t e n . Karl s Br i e f e d o kum e n t i e ren , Hi l f e üb e r e i n e n l än ge r e n

daß Pramber ger Karl

s e el i s che

Z e i t raum h i nweg ange d e i h e n l i e ß , wa s

v o n d e n El t er n Kar l s m i t grö ß t e r Dankb ark e i t b e z e u gt wu rd e . "Mi r ab e r war d i e s e s Er l e b e n n i cht o hn e t i e f n ach h al t i g e W i rk u n g vo rü b e r gegan ge n • barger

"

Fr au Irm a K o b l i z e k m it

Ei n e Folge v o n Br i e f en Karl s g i bt

l i c h e Ver zwe i fl ung wi d er ,

• •

• •

"1

I n d e r Rü c k s c hau wi l l s i c h Fram­

" d i e s e s p i r i t i st i s c h e Ge s c h i c ht e " al s Trugb i l d e i nr e d en , 1

E

VII ,

S . 95 .


- 231

-

spri cht v o n e ine r h y s t er i sch Kranken , " v i e l er l e i vermoc h t e " , war .

d i e i n di e s em Z u st and

a l e o hypnot i s c h e n Ei n f lüs s e n z u gängl i c h

Pramb e rge r b e fre it e s i ch vom Sp i rit i sm u s n i c ht a u s Ü b er­

z e ugung U ber d e s se n U n s i nni gk e i t ,

s o nd er n a u s Ang st v o r d er

Verwi c k l ung i n p s y c h i s c h e Pb Rnom e n 3 ,

i n d er er d i e Kont rol l e

ü b e r e i c h ver l i eren könnt e , u n d a u s Furcht v o r m ö gl i c h en Ko n­ s e quen z e n .

Pram b erger h at t e im St i ft e in e n 11m i t wi s s e n d en M i t ­

b r u d e r " d er m e i nt e ,

d a ß P ramb e rger e s nur s e i n e m Pr i e st er t um

s o gl imp fl i ch d en Fe s s e l n d e s S� i ri t i sm u s e n t ­

verdanke n dürfe , k omm e n z u s e i n . 3.

Das Vol k e f e et i n St . L ambrecht und s e i ne Nach wi r kungen In d e r N r .

4 9 d e s Gra z e r Vol k e b l at t e s v . 1 . 2 . 1 9 2 1 gi bt

Ge ramb unt e r d em T it e l " De r Vol k e kund i ge von St . e i n d ruc ksvol l e

( 1 921 )

Wur d i gung P r amb erge r s .

Lambr e c h t " e i ne

Ih r e Ke rn sät z e werden

n o c h an e rf o rd e rl i c h e r St e ll e w i e d er z u � e b e n s e i n . Am

8 . 2 . 1 9 2 1 wi rd Pram b erg e r s sch r i ft l i c h e s L e b e n s werk

i ru " .L i n z e r Vo l k eb l at t " u n t er de m T i t e l " Vorb i l dl i c h e Arb e i t i m D i e n s t e d e r Vol k s k un d e " anal y e , ert . Dr .

H. L .

R o s e gger h at t e Pram b erger s c hon am

2 7 . 7 . 1 9 20

s c h r i ft l i ch zu Be i t rägen i m H e i m gart en auf gemunt ert . Das Mot z e t r .

" De u t sc h e Au e l a n d s- Se kr et ar i at 11 i n B e r l i n W .

30 ,

2 2 , war b e auft ragt , " e i n m ö gl i c h s t · vol l s t änd i ge s

Verz e ic hni s d er d e u t s c he n Au s l and s ke nne r a u s al l e n d e ut s c h e n B e r u f s kr e i s e n z u s amme n z u s t e l l en " .

Man s t rebt e

" ei n u m f a s s e nd e s B i ld d e s i n De ut sch l an d a uf p o l i t i s c h e m , wi s s e n s ch a ft l i ch e m , k u l t u r e l l e m un d wi rt s c h aft l i c h en G eb i e t vorhan d e n e n Wi s s e n s z u gewinnen . Ihr Name i st u n s al s d er e i n er d er b e s t e n Kenner Ö st err e i chs be k annt " . Man b it t e t Pram b e rger um An�ab� " e h e n s o '.r i t e l ,

Ort

und

s e i n e r S p e z i a l �eb i et e ,

Ze it e t wa i g e r Verö ffent l i c h ung e n " .

A . L u d wi g De g e ne r ,

Ve r l ag e b u c hhan dl un� Le ip z i g ,

b at am

2 3 . 7 . 1 9 2 U fü r di e V I I I . Aus g ab e um Au s fü l l ung b e i ge l e gt e r Frage­ b o gen : 11 B e i d e r B e d e u t ung I h r e s Wi r ke n s für we i t e Kre i s e wi rd d a s Feh l en Ihr e r B i o grap h i e , auf das i c h a ufm erk sam g ema c h t er d e , m i t R e c h t al s e i n M a nge l e� pf und e n • • • "


-

23 2 -

" loh nahm ge rad e z u d en Fl üge l s c hlag d e s nahenden R uhme s wahr . " Am. 2 5 . Febru ar f uhr Pramberger nach Graz . D i e G e s c h i c h t e d er P e s t u nd i hr8 Ü b e rl i e feru ng nahm e i n en Gro ß t e i l s ei n e r 1

Ko rre s p on de nz mit v i e l e n Pfarren d e s o b e r en Murt al e s e i n und war

auc h imme r wi e d e r Z i e �. s P.i. ner

:r.r 'i-Ch forsch u ng e n

i n H e rrsch aft s- ,

Markt- und St ad tar c h i v e n . Di e smal s o l l t e das Land e s ar c h i v Aus­ kun ft geben , wo i hm Dr . Dobl ing e r b e hi l fli c h war . Ei n Br i ef de s Ste i e rmärki sch e n Lan de sr egi erung s ar c hi vs v . 1 8 . No v . 1 9 2 2 , un t er ­ z e i c hn e t v . St aat sar c h i vd irektor und Hof r at Dr . Vik t o r Th i el , b e s tät i gt e i n e Über send ung an Pramb e rger . Es hande lt s i c h d ab e i um " di e b e il i ege nden Ho fkamm erakt en au s d ·3m J ah z·e 1 7 1 3 , d i e P e s t b e treffend ( 2 2 Bl . ) • • • z u r Be nüt zung • • • auf d i e Daue r 2 von 4 Woch e n • • • " P . Udalrich , Re dak t e ur d e s Gra z e r Vol ks b l at t e s , d rängt e ihn zur A u swe c h s l ung s e iner Krie gsanl eihen . Pramb erger b edaue rt , geh orch t und s i c h ni cht um Wal d- o d er Er z b er ga kt i e n umge s e h e n z u haben , d en n e r s t a un t e ni c h t n u r über d ie gro ßen Abzüge , di e man i hm mac ht e , so ndern m u ß t e a uc h nach e i nem J ah r z ur Ke nnt nis n e hme n , d a ß d ie St e irerb ank fal l i er t e . " S o war i c h 3 vor d e r Infl at i o n m e i ne s Ve rm ö ge n s l e d i g " • I m Ar c h i v t ra f P ram­ berger d e n G ra z e r Drogi s t en Kroat h , e i n e n b ege i s t er t en Al t e rt ums­ s amml er und For s c h e r wi e d er , Di r . Dr . Ant o n Uell , Dr . Hafn er und Han s Ludwi g Ro s e gge r . Wi eder e rwäh nt Pramb erge r ei n e abfäl ­ l i ge Beme rkun g üb e r St ei ne r - W i s c h enbart , d e n m an a1 s " 1 1 t e rari ­ sc he n H oc h s t ap l e r " u nd "hi stori sch en Sch n o rrer " b e z e ic hne t e , d e r o ft " rück s i cht sl o s i n sei nen ?f.i tt eln mit u n te r Revol verp o l i ­ 4 t ik t rei b e " • P ramb er ge r l ä ß t e i n e. n an s c h e i ne nd u n s c h ö n e n Mach t ­ kamp f d u rch bl i c ken . 1 E VI I ,

2

S . 86 .

?YLi kr 2 2 , S . 5 6 7 .

3 Dem

s i nd K o ntoaus züge d er St e i r erbank A . - G . Graz b i s z um Z e itp unkt des Z u samm e nbruc hs d er Bank b e i gel e gt . Im Jahre 1 9 1 9 g i b t Prawb erger i n e inem Br i e f an P ep i Zeh e n t h a f e r ( :W i lcr 1 9 , S . 3 70 ) e i ne Auf st el l ung s e ines Vermög e n s vo n 1 6 . 8 1 2 Kro n en , wov on 1 2 . 1 0J Kro nen an Kr i eg s an l e i h e n gez e i c hn e t waren . 4

M i kr

E VI I ,

S . 85 .


- 233 -

" So hät t e er L'St e iner - W i s c h e nbary üb er Ger amb , d e r i hn o ffen � r o t e gi ert e , i n e i n er Z e i t u ng ge s c hr ie b e n , e r s e i e i n alt er Ha hn , der sch o n abge s c h o s s e n ge hö r e . Und wi e S e m et kows ki Lan d e s ko n s ervat or wur d e , h ä t t e St e i n e r d i e St e l le e i n e s Kan z l e i d i re kt o r s ge fo rdsrt . Mi c h h at t e e r ü b r i gen s i n e i n em Schm i erb l at t e l i nfam angegr i ff e n , und warum ? We i l i c h i hm z war fü r � e i n vat e rlän d i s c h e s ' Eh r e n b uc h ' m e i n e B i o graph i e i n KUrz e s c h r i eb , j e d oc h e i n e M i t arb e i t d ab e i a n P . Ot hmar Wo n i sch ab s c h o b . "

Pramb e rge r s u c h t e b e i d i e s em Gra zb e s u c h au c h Dr . We i ngerl 1 auf , um üb er s e i ne Mit arb e it am Vol k s ­ im B o t an i se h en G art en p f l an z ennamen swe r k z u ve rhand el n . Po l h e im s t and e n au f d em Programm . Arbe i t e n am " Hamme rherrn - S p i e l "

2

B e s u c h e b e i Ge ramb ,

Zac k und

Z a c k war gerade m i t

i nt e n s i ven

b e s c h ä ft i gt ,

Ger amb i n

St . �rt i n um d i e Aufführung d es " J e d erman n s p i e l e s " d er St e i n­

b e rgerbauern b emüht . b r i efe d urc h , " Ei n e Arbe i t ,

Au ß e rdem arb e i t et e er gerade alt e St e c k ­

um

nach Angab e n ü b e r V o l k s t rac ht en z u s u c h e n . 3 d i e i ch ihm s pät er n a chmacht e " . Am 4 . ll'iärz be­

s u c h t e Pramb erge r gem e i ns am m i t Ge ramb ,

P o l h e im und �aut n er

d i e St adt t h e at e ra uf fü h rung " De r s t e i r i sch e Hammerh e rr " . " Am Sch l u s s e mach t e das Volk uns Vo l k s k undl ern e i n e j ub el n d e Ovat i o n . Z u e rst r i e f m a n Ge r amb an , dan n K l o e p f er , d a nn f i e l d er Ruf Romual d Pram b e rger , u n d unt er stürm i s ch em 4 Hä n dekl at s c h e n und T ü c h e r s c hwenke n ward au c h i c h g e f e i ert ! "

N ach d e r A u f führung t Taf s i c h d er Geramb ' s c h e Ho t e l Er z h e rz og J ohan n .

Zirk e l i m

Pap e s c h ma c ht e Pramb erger d a s Angeb o t ,

1

Ei n Br i ef v . 1 4 . 2 . 1 9 2 1 der " B o t an i s c h e n S e c t i o n d e s nat urwi s s e n s c h aft li c h e n Ve r e i n e s für St e i ermark " , von Dr . H e rm ann We i nge r l u n t er z e ichne t , g i bt Au s k u n ft , d a ß d i e s e r von Geramb au f P ram b e rge r s Samml ung vol kstüml i c h e r Pfl an z e nnamen au fmerks am gem a ch t w orden war . We i nge rl b i t t e t Pram b erge r um Mi t arb e i t an e i n e m � amm e l we r k ü b e r " v o l k s tüml . P f l a n z e nnam e n un d - s agen au s �anz St e i e rmark " . 2 Pape s e h ,

Der s t e ir i s c h e Hamm e rh err , Mu s i k v o n Vi kt o r Zac k .

3E VII , S . 97 . 4

Eb d . ,

S . 89 .

e i n H e i m at sp i e l von J o s e f


- 234

-

s ei n Stü c k "Die Pe st von St . Lambrach t " für d i e Bühne z u be­ arb e it e n und i m Land e st h e at e r Gra z

Z 'lr

Au f führ u ng zu bri ng en .

Auch be i die s em Zus amm e n s e i n konnt e Pram b erger d i e gan ze Ge s e l l­ s c h aft m i t hr zäh l un gen von l u st igen Erl e bn i s s e n i n s e i n en Bann z i eh e n . Mit t o Mär z 1 9 2 1 entwarf Pramberger e i n B i l d d er männ­ l i c he n J ug e nd , wor i n er e ntwur z el t e Ba u � rnsöhne s c h i l d ert e , d i e al l e Ab ende d i e Ga st st uben d er W i r t shäus er fül l t e n . 11 Jung e e männl i c h e s Vol k war e s , H e i mkehrer , d i e durch Jahre i n d e n Schüt � e ngrä b en das N i c ht s t u n p r a kt i z i e rt hat ­ t en und d i e G e s e l l i gke it b e i Kart ensp i e l und and e ren Ze i t ­ fre s s ern , wenn nicht gar b e i U nf u g . Un d d e r Nac h wu c h s , d i e zwi d ere n N i keln z�i s c he n 1 4 und 20 Jahren , d i e auch s c h o n w e r s e i n wol l t en , s u cht en e s den He i mkehrern gl e i c h z u t un . Doch wi e d i e Ba ue rnmä del n d as Tr e i ben der Brü de r od er Kam e r a­ den s ah e n , wol lt en au ch s i e n i c ht dah e im b l e i b e n , r i s sen wi e wil d e Pferde an den St rängen • • • u nd drau s s e n auf d er Kege l st at t r o ll t en di e Kege lkuge l n und k l ö s cht en . d i e K egel , un d da wet t et en d i e Bur s c h en und s p i e lt en um v i el Ge l d . Un d wen n s i e ke ine s m ehr hat t en , ert r ot zt en s ie s i c h sol c h e s von d e n �l t e rn • • • " 1 Pramberger " t at das H e r z weh " , al s e r d i e s e s Ergebn i s d e r Nach kr ie g s z e i t zu e r kenne n gl aubt e . I n sei nem " Mi krokos mos " s amm e lt e er Ze it un gsau s sch n i t t e m i t T it e l n wi e " R i ngende Jugen d " o d e r B e r i c h t e über d e n " Lan d j ugen d- und He imkehr e rb u nd " . Er wu St e nur , daß man n i cht all e s s o l A ufen l as s en dürfe , daß man , wi e man e inem Ki nd e das M e s s er aus der Han d nimmt und " e i n e gl ä n z ende R o d e l gi bt " , auch d em J ungvo l k e in en e nt sp r ech end en Er sat z b i st en mü s s e . " Abe r , wo war d e r gl än z e nd e � s at z für das 2 tägl i c he He rabl aufen i n d en Markt • • • wo? " . .Pram b e rger wol lt e h e l f·e n , wußt e ab e r n i c ht wi e . Er s ah d ie Auflös ung d e r alt en Ord n ung , ab e r e s b o t s i c h n oc h ke ine neue Leben s fo r m an . Da ergab e s s i ch , daß .Praffi berger e i nen Lunge n s p i t z en­ kat arrh b e im Koc h er i n der Laßnit z a�s kuri e ren ko nnt e . Fri e dr i c h Ko c h e r war Nat i onal rat " von st ar k er Be d e u t ung " . E r h at t e d i e Erb i n d e s gro ß en Bach ergu t e s , Sefa Bach e r ( Sefa i n der Auen ) , 1 2

E VI I ,

S. 9 O.

Ebd . , S . 9 1 .


- 235 -

gehe i rat e t und t et .

in S e f a e Vat e r h a u e e i n e Gro ß m o l k e rei

e in g er i c h -

Eine Mil c h ku r so l l t e Abhi l f e b� nge n . P r am b e rger f a n d

Kocher s o r e c h t ge s ch af f e n für e in gro ß e s G u t ,

ab e r a u c h g e­

s chaff en fü r e i nen V o l k s vertr e t er . K o ch e r b e kämp ft e d i e L a n d­ Er war b e L � r e b t ,

fl ucht a u f s e i n e We i s e . ansch l u ß

z u b i e t en ,

a n Fe i e rab e nd e n , b erger s ah ,

d em G e s i n d e F a mi l i e n­

b o t i hm al t e n p at r i arch al i s ch e n H a u sbrau c h

im B e t en ,

im ga s e n ,

i n d er B e l u s t i gung .

daß d1. e Di e n st l e ut e a u c h am S on n t ag ei n H e im h at t en

und e s s i e ni c h t n ach Wirt s hä u s er ,t ve1·:. angt e . s e i n en L e b e n s ra um , vom Ho fe l oc k e n ,

D a s G e si nd e h at t e

war s o z i al e i ng e b e t t e t . L i e ß e n s i c h w e l c h e

k ehr t en si e ,

wie d e r z urüc k . Pra� b e r ger s ah gut g e g enüb e rge s t el l t .

vo n He imweh g e t ri e b en ,

gerne

e i c h ei ner r e i c h e n Fül l e an V o l k s ­

De r Kr akauer Hau em o ar Jak ob Erwe i n e r­

zähl t e i n d e n St uben übe r d a s Kraka uer F a s c h ing r enn e n . P o anh ar d e n ,

P r am­

e i nem al +.en Baue rnhau s ,

B e im

fand Pr amberger u n t er alt en

Schri ft en ein T e xt b u c h des H i r l andas p i e l e s ,

alt e L i e d e r h e ft e ,

al t e n Hof r e c ht spr uch u nd Re e t e e i n e s P r as s er ep i e l e s .

ei n en

I n d er

St uben Bach e r s l ernt e er b ei H a u s b e l u s t i g un ge n e i n e Unme nge vo n St ub en s p i e l e n ke n n e n ,

z.B.

Web e r n ,

8 mal

L e o nh Rrd i anb e t e n ,

fahren , L i ch t a u s l ö s c h e n , V o n e i n er Gr e i s i n ,

das Ka s dr u c ke n , Kr ei e s pr i ng en , um

d en S c hu st er s t uh l , Kanon e n­

S c hua s t e r u n d s ei ne Ge s e l l e n u . a . m •

d e r 90 - j ähri gen Ro c h e rl i n ,

l e rnt e er d a s

Sp i n d e l s p i nne n . D a s Krac h en e i n e s Böl l er s m ach t e d ar a u f a u f­ m er k s am ,

daß

a u fmach t e n " .

" d i e Kr t � z e r ie c h e n i h re m Hau svat er das H o f r e c h t Man e r zäh l t e Pramb erger üb e r das Sch imm e l e i n -

1 " wi e d er e t w a s Urwü c h s i g e s und für m i ch gan z Ne u e s . 11

r e i t en ;

Be i e i nem Aus fl ug m i t K o c h e r z ur Z uhuben i n d e r kärn t ne r i s ch e n L a ß n i t z s t u d i e rt e und z e i c h ne t e Prambe rger al t e Gebä ud e ,

"di e

k e i n H e r ump f u s ch e n a u fwi e s en " . K o c h e r t e i l t e P ramb e r ge r a u f d i e s e m �e g s e i ne p o l i t i s ch en An s i c ht en m i t und gab s ei ne r Ho ff­ n un g A u s dr u c k , würd en .

daß d i e Bauern w i e d e r b e i

hart e r Arb e i t zu fr i eden

" Wen n Sie d i e s e s V o l k s l eben j e t z t d u rch s e t z e n wü r d e n ,

h ä t t e n S i e e i ch d e n N am e n d e s grö ß t en Woh l t ät er s ve rd i e nt " ,

1

E VI I , S . 9 4 .


- 236 -

me int e er . Di e " gl än z ende Rod el " s ch i e n gefu nd en . Do ch P ram­ ber ge r gab w i eder di e !rage n ac h dem Wi P. z u den ke n , nach d em Weg , wie d er I d e al e i n di e Her z e n d er bä u erl i chen J u gen d z u p f l an z en . P ramb erger d u rft e daA Wie fi n den . Pro f . J an e e ch i t z Kri egl , Mi t gl i e d d e s Bund e s der De ut e e h e n z u r Erhalt ung ihr e s Vol k stum s " Südmark " , p l an t e e i n gro ß e s Jugen dfe st im O b e rland . Den harmon i sc h en Ab sch l uß s ol l t e di e Vorführ ung e i ne s ech t e n Volk s sp i el e s b i l d e n , und Pramb e rge'"7 e o l l.t e der V erm i t t l er s e in . Pramb erge r f üh l t e nun gan z d e ut l i ch , e in Fe s t grö ß eren St il s könnte s e i n e Ab si ch t , das Jungvol k vo n s e i nen Abwegen ab zu­ b r i n ge n , zwe ck di enl i ch s e i n . Ab er welch e r Anl aß zu e inem Fe s t ? Es m ü ß t e e i nen Grund geb en , e i n groß e s Fe s t i n s L eben zu r u f en , " das m i t e i n em Ruc k e i nen G u tt e il d er Jungen i n rech t e Bah n e n l enkt " . Da h al f i hm P . Ot hmar Woni s ch . Er gab Pramberger den s o ge nannt en " Aufhänge r " für e i n Vol k s f e s t . "Lau t P e t e r We ixl ers 1 Chron ik 11 w ur d e n es i n d i e s em Jahr 4 00 Jahr e , daß St . Lambrech t aus Kärn t e n s V e rband i n d ie St e ie rm ark gek omme n war . Die Gre n z e d e r Fri e s ach e r Graf sch aft hatt e d am al s b i s üb er di e M u r h i nau s ge re i c ht . Dann t rat d i e Gre n z e b i s zur Greb e n z e n z urüc k , und St . Lawbrech t wurde s t ei r i s ch . Prambe rger war wi e t ru nke n . F:i n e i n z iger Gedanke b e s e e l t e i hn : " Es so l l e i n Vol k s f e s t wer ­ d e n , das das ze rrüt t e t e Volk aufri cht en so l l " . Z um b e s seren Ve r s t ändni s d e r Pl anung sarbe it so l l d i e e n dgül t ige Fe st ordn u ng h i e r vorwegge nommen werden .

1

8i ehe Z ahn J . 11 Ü b e r P e t e r W'9 i xl e r ' s Chro n i k vo n s . Lambrech t " . I n : Beit räge zur K un d e s t e i e rmärki e ch er Ge s c h i cht e q uel l en 1 0 ( 1 87 3 ) , :3 - 2 3 .


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�ltb btt 1l & n b v o u f r: tlif•fo atab RrcamtJnl. 8 U � t o . r 1l b I : �ifJeatfelltr mit nUm 8•atlllUellb.rlllcfJen unb 1\lafbl)ornfon�tct.

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- 237 -

Wenn man d i e s e s u m f a s s ende Pro gramm s i eht , durch das Pramb er�er o :t:' f e nsi cht l i ch mögl i ch st v i e l e .BrFi.uc h e für Kinder und hlrwac h s en e au f l e b e n l as s en wol lt e , w i rd klar , mit wel c h enorm en Sc hwi er i g­ ke i t e n u n d Entt ä u sch ungen Pramb erger b e i den Vorb er e i t ung en z u kämpfe n hatt e . A u s d em Ge l i ngen d i e s er Vo l k s f e s t t age l ä ß t s i c h d i e En ergi e und Auf o p f erung Pramberger s erm e s s e n . Z um erst e n nahm s i ch Pramber ger vor , d en Rat d e s s ch e i ­ d en d en P . Rud o l f z u b e fol gen , n i ch t al l e Vorhab e n s e i nen Wi d er­ sachern zu ve rrat en . Dann galt e s , t at kräft i ge lliä nne r z ur Mit­

hi l fe an d e n Vorb e r e it u ngen z u f i nd e n . Der R e i ft an z brac h t e erst e Pro b l em e . Wo hl sagt e d er " st ol ze Z immermann Zöl e st i n St e i ne r , vulgo Se ebauer " al s Re i f t an zle hrer z u . B e i der Auswahl d er T ä n z e r ergab e n s5. ch j ed o c h s c h o n unerwart et e Schwierigk e i t en . E s z e i gt e

e i ch ,

daß

d i e J u ge n d i n e i n e Un zahl vo n Part e i e n aufg e s p l i t t e rt

war . Eine s o z i al e Spalt ung war ebenso z u erkenn e n . Bürger s ö hn e , Pabr i lcs arb e i t er , J u gend a u s der " Vor st adt " bi ld et en Gruppe n , d i e unt ere inander n i c ht i n Kont akt st anden . Die Bauerns ö hn e sahen a u f d i e Di e n st b ot e n herab , Hol zknech t e und Bauer s l e u t e waren zer­ ra uft , und e in Let z t e s t at en unüberwi n d l i ch s c h e i ne n d e F am i l i en­ zwi st i gkei t e n . Wi e nun d i e s e L e u t e z u e i n em Fe st ver e i ni gen? E s m ußt e al s o e i n a l l s e i t s b e l i e b t e r j unger Mann z ur Tän z e rwer­ bung h erange zoge n werde n . Pramb erge r m a c h t e s i c h m i t Helfern an d i e Arbe it . Er versc h afft e s i c h zwöl f zweimet e rl ange Wei d e n­ o d e r Has elru t e n , l i e ß s i e i n Halb kr e i s e spannen und i n s Was s er l ege n und b e st el l t e für d e n Pfi n� s t s onnt a� d en Seebauer und d en Fl a d n i t z e r Spi e lma nn m i t d er Z i ehharm oni ka z um T orwirt . J ungvol k au s al l e n Sch i c ht e n war auch b e r e i t . Bevo r e s n och z u e i ner Rau fere i komm e n konnt e , l i e ß P ramb erger aufsp i e len und f e u P.rt e di e j ungen Le u t e an . Al s s i e d i e Gri f f e , d a s Ü b er spri ngen und

di e Yiruren kenn e nl e rnt en , war aller Grol l b e graben . Zu gu t e r Let z t s aß e n s i e a l l e froh vere i nt i n der Wirt s s t u be n . Da r i e f d i e F ö r st ers frau d e n Tä n z e rn z u , si e wüßt e e i nen schö n e n T an z , den Band l t an z . Wer m i tt u n woll e , müs se e i ne Tänzerin m i t bri n� en . Ra s ch fand en s i ch a u c h d a für Tän zer , u nd der Bandl e t e c k wurd e in

d e r T i schle re i b e st ellt . Pramb erger vers ucht e i n d en Sch u lpau sen K i n d e r sp i elprob en

und fand fre u d i ge n Wi d e rh al l . Bal d b e gann s i ch d er gan z e Ort


- 238 -

m i t d em gep l an t e n Vol k s f e et z u b e sc h ä ft i gen , und v e r s c h i e d e n e Anre gungen wur den a n Pram berger h erangetragen . So m e i nt e d e r Sat t l e r Horner , o b e r n i ch t e i ne grö ß e re An zahl Kör b c h e n au s Fi c ht e nri nd e , inne n m i t M o os und St rohb lumen au s ge kl ei d et , für d as �o lks f e s t mach e n s o l l e . So m anc h e r. wU rd e ei n s o l ch e s R i nd en­ körb c h e n als And enken erwerben . Es s e i n i cht Ge wi nn s u c ht , s o nd ern Fre ude am Fe st . Wi e e i n Bl i t z d urch f uhr Pramb erger d er Ge d an ke , d i e s e n i cht n u r am Sp i e lp l at z , s o nde rn auch i n e i ne r Jah rm arkt­ b u d e zu verkau fen . Un d we i t er spann e r s e ine Ge dank en s Wenn e i n kl e i n er J ahrmarkt v on ei nheim i s c h e n Gewerbet re ib en d e n t e i l s Se l b s t e r z eugn i s s e , t e i l s War en , z . B . Zuc kerwerk , Sp i el z eug od er An s i ch t s kart en wi e an e in e m Ki r c h t ag z um Ve r kau f anböt en , könnt e man

d i e Fre iun� a u s tragen , d en Bann s c h ab aufst ec ke n . Zahl l os e Bräuche könnt e e r i m Vo l k s fe st unt erbri ngen . Auc h f i e l i hm d i e Grat zlmach eri n im Armenh a ue e i n , d i e mi t Spülbe e er l n e i n paar Hel l e r verdi e nt e . Be i m Anb l i c k d er Le b z e ltmod e l im Mus e um faßt e e r d e n Bnt s ch l uß , b e im N e umarkt er L eb z elt er '' Bl as i l e b z el t en " fü r d a s Fest z u b e st el l e n , d i e i m '' süß en LU ck el " m i t Met ver s c hm i ert s e i n s ollt en . Al s nächst e s b e gab s i c h Pramberger in d i e Laßn i t z . Er

wo l l t e gerne das Pras s er sp i e l und das Sp i e l vom gedul d i gen J ob a u f fü hr e n . Wi e t i nger war gegen e i ne Verpfl anz ung d i e s er S� iel e .

Am

Markus t ag führ t e Pramberger d i e Marku s ? ro z es s i on i n Laß n i t z

an und beobac h tet e das Sch imm el e i nrei t en . Den H o frecht spruch l i e S e r ei ch d i kt i er en : " Ge st ern au f die Nacht/ Hat m i r ein En ge l d i e Bot sc h aft brach t . / I c h roat h i n , i ch roat her , / Wa s denn d aa für e ine Bot s c h aft wär

• • •

"

1

Dann z e i gt e m an Prarub erger

das Golt afl i c k en u nd noc h 25 andere St ubenspi e l e . Beim And erl in Sc hwarze nbach be kam er das T ext b uch d e s Bayr i s c h e n Hiasl­ s� i el s , d as der alt e �t i ft s p f ö rt ne r Ve it vor 3 0 J ahren i n St . Lam­ brecht a ufg e führt h at t e . Di e s er sagt e s e i ne Mit h i l f e z u . Er s t muß t e Pram berger d i e Rol l e n für d i e s e s Vol ks s chausp i e l s ch r e i b en , d ann gal t e s , die Gegen s ät z e i n d er Lambrecht er Bev ö l k er u ng z u überwi nden . Es gab '' bo shaft e El ement e " , d i e gegen Prambe rger i nt ri �i ert e n . Fast wol lt e e r ver zage n , doch nach ei n ig em Rollen­ wec h s e l konnt e Pr amb e rger auch d i e s e Hür de ü b erwi nd en . Ü b er al l 1 E V I I , S . 1 Ov .


- 2 39 -

warb Pramberge r

um

T än z er ,

d ie

s i c h na c h und na ch z ur M it w i r kunR

b e re i t e r klärt e n . h e im ,

Um d e n

1 0 . Mai kehrt e d e s Für s t e r s Z i e h s o hn Aug u s t F u gani g g

der Prawbe rge r s e i n e � i t h i l f e anb ot und i hm e i n e gan z gro ß e

Stü t z e wu rd e .

Am

26 .

s t u n d e d i e CL r i s t i

Mai vert e i l t e Pr am b e r ger i n d er Re l i g i o n s ­

L e i den - Wer k z e uge ,

Schü l e r i n d as b e ge h rt e st e Stü c k , Dorne nkro ne b e k am .

Am 26 .

e r s t e k o nst i t u i e r e n d e

wob e i d i e b ravst e

n äm l i c h d e n P o l s t e r

m i t d er

M a i f and a uch i m L ö wenwi rt s h a u s d i e

Si t z ung d e s V o l k e f e s t au s s c h u s s e s s t at t .

Dab e i b e gann s i c h s c h o n e i n i ge Au fre gung b e i d er Bev ö l k e r ung b e m e rkb ar z u m ach e n , s ol l t e •

• •

" · · ·

daß e s e t wa s

' ganz Gr o ß e s '

wer d en

" Prambe rger führt e al s " Ve r an st al t er und Ei nb er u f er "

d en Vor s i t z .

Er w u r d e a l s

a kkl ami ert " .

Er b e h i e l t e i ch au c h d i e L e i t u ng d e s Sp i e l a u s s c h u s s e s

" Obmann d e s Gan z e n a u f da s l eb h aft e st e

vor und e rn annt e fü r d i e T ä n z e u n d P.

Ot hmar wur d e Sc h r i ft führer und

Sp i e l e

s e i n e St el lv ert r e t er .

Obmann d e s Pre s s e d i en s t e s und

s o l l t e für Ankündi gungen des V o l k s f e st e s in ver sch i e d e n en Z e i t u n�en s or g e n .

Der H o fm e i st er wurd e O bmann d e s land w i rt scha ft l i c h en

F e st z u g e s

.

Di e Kas s i e r s t e l l e

s c h u s s e s wur d en

und

di e L e i t un g d e s V e rpfle g e a u e ­

e b e n fa l l s verg e b e n ,

d e r J ahrmarkt unt er d i e Obh ut

des Fabri k e ö l m e i e t er s g e s t e l l t ,

a l s Obmann fü r d e n Ve r k e hr d e r

BUr g e rm e i s t e r L e it n e r b e st e l l t ,

fü r d i e Be s or gung d e r Unt e r künf t e

d er Al t bü rgerm e i s t e r Dermut z v er a nt wort l i c h gemach t . klärung s au e s ch u ß b P k am e i ne Fü hr ung , wähl t .

De r Au f­

d e r Mu s i kau e s c h u ß wur d e ge ­

Di e Ob sorge für d a s Kind e r sp i e l wur d e d e m Ob e rl ehrer L e i k a u f

üb e r t rage n , F r a u Le i kauf s ol lt e für d i e De ko rat i o nen s o rgen . Den Her o l d s d i e n s t

s o l lt e auch

e i n �ann d e r Fabri k l e i t en .

b e r g e r s ch l u g Männe r a u s al l e n Sc h i c ht e n vo r & �n d Le u t e au s d e r Dynam i t fab r i k , v e rh i n d er n su c ht e . d i r e kt or ,

Bü r ge r ,

P ram­

Bau er n

wo d urc h e r Q u e rt r e i b e r ei en z u

Oh n e b e s o nd e r e n Auft rag wu r d e n d e r Fabri ks­

der Arzt Dr .

B i nd e r ,

D i r e kt or Rub i s c h a ls C h orme i s t er

d e s G e s an g av er e i n e s und vi e r Bau e rn i n d en Au s s c h uß b er u f e n .

Al s ßhr e nprä s i d e nt e n

s c h l u g P r am b e r ger Abt

Sev e r i n vo r .

Um di e

Üb e r nahm e d e s Pr o t e kt o rat e s s o l l t e W o n i s c h d en L an d e sh a upt m an n ersuc hen ,

da e s

d oc h e i n L and e s f e s t

wurd e n d ie Äbge or d n e t en h i e gl e r , schuß

aufge nomm e n .

sei .

Al s hb renm i t gl ie d e r

Hart l e b und Koch e r i n d en Au s­


- 2 40 -

Fe st ge s et zt wur d en n un auch Z e i t u nd Ort d e e Vol k s f e st e s :

8 . , 9 . , 1 0 . und 1 1 . Sept e m b e r 1 9 2 1 auf d er Trat t enho febene .

Di e int en s i ven Prob en s o l l t en am 1 2 .

J uni b e gi nne n .

N e b en al l

d i e s en V or b e r e i t un ge n k op i e rt e Pram b erger d i e ent l i eh enen Volk s­ s c ha u s p i e l e ,

arb e it et e am b ere i t s e�wähnt e n Mus e um sführ er u nd

mach t e Führ ungen du rch das Mu s eum und das St ift . Da s genü gt e ans c he i ne n d i mmer n oc h n i ch t .

s e i n e For e c h a ngen a u s . Am 2 0 .

P farrers nach St .

J e d e fre i e Zei t nüt zt e e r fü r

Juni f uhr e r au f � i n la d u ng d e s

Ge erge n ob Murau .

Der Kat scher Bürgerme i s t er

l ud i hn nach Kat ach e i n . Pramb e rger wan dert e auch nach Fr o j ach .

In den

j �we i l i gen

Gas t st uben unt e rh i el t e r s i ch m i t Kne cht en

und erfragt e a u c h d e� Sc hwabe n t an z .

" · · · Dann gi nge n wi r e s � n , drei Männe r und zwei W e i b er : ' Wi r t an z en h i a z d e n Sc hwobent o n z , wi r t cn z e n w i a d B Sohwo b e n , Und w e i l ma unsre zwe i e s ei n , so mU s s m a n u oan hobn • • • ' Und d a b e i s angen d i e zwei A lt e n mit kl angl o s en Jt i mme n e ine e i genart i ge ltle l od i e , das T an zl i e d·. Dr ei - vi er­ m al t anzt e n w i r , ic h im Habi t z wi s c he n der Alt en und d er Jungen , u nd l i e s s m i c h au s d. em Kr e i s h i nau s st o s se n , währ e n d am Sc h l u s s j e d e smal d e r J o kl mit dem ße se n d as Aus keh ren vorn ahm . " 1

Der Sc hul l e h r er Ge nta wu rd e aus d em Bett e get r i e b e n und mußt e mit Ge ige und Not enpap i e r z um Wint e rwirt k ommen , kal od i e au f zun ehme n .

um

die

Während Pramberger s i c h i n Kat a ch di e n e u

e n t d e ck t e n Römergräben und d e n s ogenannt en i n d e n Fel s en e i nge­ s p r e n gt en Röm e rwe g an sah ,

e rfuhr er i n St .

Ge ergen e i n i ge s ü b e r

das Z e h e n t we s e n u nd b e ge i st e rt e s i c h b e im Kla u z ne r ü b e r d a s " v ol k s kund l i ch we rtv oll st e Ha us " ,

d e s s e n Schät z e d urch d en b e-

sch e iden e n Bau e rnsohn J o hann St o ck überl i e fert wor d en waren :

Alt e �ext- u nd rtol l e abüc h e r von Vol k e e c hausp i el en , z u d en e n auch d i e alt e n Ko stüme noc h vor han d en ware n .

" Da sah i c h di e Ge s amt a u srü st u n g für das H i rt e n s p i e l v om Zögger m i t O c h s und Es e l bi s z u den T e u feln , alt e Kap ut rö c k e , R i n gs t e ck e n , Alben und �änt el . Daz u n oc h d i e Büc h er d i e s er Sp i e l e und e i n P a s s i on s s p i elbuc h , das vor fast e inem J ah rhund ert ge s c h r i e ben wor d e n war • • • "

1�

VI I ,

S . 1 0g .


- 24 1

-

Pramber ge r ergeht eich b e i die s em Anbl i c k i n Bet rac h t un­ ge n. Wi e t i nger , ein s c h l i c h t er Z imme rman n , nicht Z i mme rm e i st er , hat t e 4 i e Tradi t i on e n d e s Pas s i ons s p i e l e s t r e u bewahrt , wie e r e s al e

Bub

gelernt hat t e . Ei n s c hl i ch t er Kne cht war TrRger d er

Üb erlie ferungen des Parad e i s- und Hirt e n s p i el e s i n d er L aß n it z , d i e e r dan n d e n Sct uhmach e r Ho l z und d en Wi e t i nger l ehrt e . lii e gl e ic h e n Trad i t i onen beherrsch t e der fast e i nfäl t i ge Bau e r� sohn in �t . Ge o rge n . Ei n ehemal i �er R i nd erhirt in St ad l , d ann " Sc hwoage r kn e ch t " in St . Lambrecht , zule t zt St i ft s p fö rt n e r , b e ­ wahrt e d i e T rad it ion d e s Hi asl ep i el e s � Pramb erge r h at t e al so erkannt , daß ohne d i e s e B ewah r ungsf unkt ion der so z i al ni e d r� g ge st e l lt en Sch i ch t en vi el e s gä n z l i ch i n Verge s s enh e it gerat en wäre ; daß d i e s e �en sch e n e i ch Di ngen an genommen h ab en , fü r d i e an dere ke ine Z e i t gefund en hät t en , und m i t dene n s i e e i c h i hr e e i gen e We l t a u fgebaut h aben . Pramb erger ge ht aber i n s ei n en T he o ri en e o we it , Ger am b und s i ch s e l b s t m i t die sen e i nfält i �en Bau e rn e öhne n , d ie o ft a l s Ve racht et e die Tr ad i t i on e n bewahrt hab en , in e i nem At em z l.l g zu n ennen . Sol l t e für ihn Verach t et e e i n e i n gem e i ns am e s Me rkmal d er Vol k s forsch e r sein? Es i s t v! e l l e i ch t e i n Versuc h Pram berge rs , s e i n e i g e n e s Sch i c ks al a u f z uwer t en . " De r gr oe s e Ge ramb wu rde s e l b s t v o n s e i n em Vat er al s Kind n i c ht v o l l wert i g ange s ehen , und m i c h bat man im G ymna s i um wi e a u c h i m St i ft e al s e i n En s foppab i l e behand e l t • • • " . 1 Im " m i t Wen i gem z u fr ie d e n s ei 1 " sah Pramberger das ganze GlU '-' k.

"Es i s t e i gen­ art i g , wi e der Herrgo t t s e i ne wahren Vol k s fre und e s i c h macht ! "

Ei ne Ei nl ad u ng in Rot t e nt u rm o b Jud enburg b e i wohl hab en d en B au er sl eut en b e nüt z t e e r auch zwi s ch endurch zur Ent spannung , was b e i Pramb erger nat ürl i c h e i ne m " For schungs b e s u c h tt gl e i ch kam . Er l i e ß s i ch die z u �t . Lambre ch t unt ersch i e dl i che Be rei t ung

v on Be ins al b e n

( �a lben aus Kno c h e n zub ere it et ) erklären . Ku pf er­

st i ch e , T r uhe nd e c ke l , e in al t e s K a st en kripp erl konnt e er fü r s e i n e Samml ung erwe rb en . Im Mos ch i t z graben b e s u cht e e r d i e Ebn e r i e ch e Hamme rh errnfamil i e und b e s i c ht i�t e d i e R u i n e n der Werkshä u e e r , di e d ur c h di e gro ßen Unt ernehm ungen d er Al p i n

1 Is VI I ,

S. 1 1

o.

_


- 242 -

Mont an

G e s e l l ach aft v ern i cht et word e n waren . " Di e Hammerherrn­ fam i li en , e in R e st alt er romant i s cher , a u s Arb e it her�us �e ­ wac h sen e r Herrl i ch kei t , veget i e r en e i g en t l i c h nur mehr auf den -

" Für die St allungen , di e v i el Re sten ihrer ererbt e n Güt er Ähnl i chke it m it d en en i n We i ß kirchen h at t e n , üb ernahm e r den • • •

Namen "Landl e rst all " . Di e St al l u n gen beim Kerschbaume r und Stü b l e r , an d e n en Pr amberger b e s o nd er s d i e doppel t e Ei nf ahrt , " e i n e i n d i e T e nn un� e i ne i n d i e Tafe l " imponi ert e , b en annt e er " Bergl er st al l " . Zu all d i e s e r Arb e i t kam noc h , daß Geramb und Jan e sch i t z Pram b er g e r um M i t wi r kung an der Jugendt agung am 28 . Mai i n d e n l

Ruinen der Fraue nburg und auf Sc h l oß St e i n ersu cht en . Er s o l lt e d e r J ugend Burgsagen er zähl e n . Pramberger vermit t el t e für das Jugen d t re f f e n das Parad e i s spiel m i t den Laßnit z ern .

Z e i t ung s­ b e r i c ht e n z u f o l ge , abe r auch nach A u s s agen von T e i lnehm ern war e s n i c h t n u r e i n gel ungene s Jugend f e st , sond ern e i n z e i t l e ben s unauslö sch b ar e s Er l e bn i s . Dr . Pr i e dr i c h Reinhard Birringer s c hr e i bt i m Gra zer Volk sblatt v . 7 . 6 . 1 9 2 1 über das Fe st d e r Wan d e r j u g e nd au s gan z Ö st erre ich und d em Re i c h . Er spri cht s i ch dari n gegen cli e h ö c hst e i ns e i t i ge , d i e rei n " i nt el l ekt u e l l e " Bi l du n gsmethode der l e t zt en Jahrz ehnt e i n d en Sc h u l e n au s . " Man hatt e e s fast verge s s e n , daß der Mensch von Got t

auie r mit e inem Gehirn au ch n o ch m it e in em Her zen begabt wurd e , al s d em Sit z d e s warm e n l eben d i gen Lebe ns , daß i n s ­ b e s ond ere d e r De u t sc h e n e b en e i nem gut en Ver st and i m Kopf noch ein zwe it e s gan z Wesent l i che s und Ei�enart ige s in s e i n e r Brust hat s d en halben Ed e l st e i n , das d eut s c h e G emüt . Hie r ab e r i n d i e s em d urch unser b i sherige s Schulwe s en ganz ver­ acht e t e n Kämm e rl ei n wohnt die t i e f e , d e ut sche Rel i gi o s i tät . �s i st k l ar , da� s i ch e i n so ure i ge nt l i c h e r d e ut scher We s en s­ z ug au f die Dauer n i cht unt erdrüc ken läßt . Er bri cht s i c h i n u n s e r e r J ugen d be we gung mit Macht wi eder e i n en Weg i ns Li ch t . Was i s t d e nn di e s e Ju gendbewe g ung? Si e i st e i ne i n Ei ne nat ur­ Bewegung gekommene Kraft d e s d e ut s c h en We sens get r i e benen d eu t ­ n ot wend i g e Gegenbewegung d e s i n die Enge Di e Jugen d b ewegung i st e i n Bru ch m i t d e r sc hen Gemü t e s 11 v o m kalt e n Ve rst and e sgö t z en b er 19 rrscht en Schul e a1 t er Ar t • • •

• • •

• • •

Das Pe st wu rd e mit e i ne r F el dme s s e im Burghof erö ffn e t . Di e Wort e d e s Bu rgp f arr ers " voll von i nn i gem chr i s tl i ch e n Got t e e­ gl a ub e n 11 verfehlt e n n i ch t ihre Wirkung . Al s e ine sch arfe Ab sage 1

R.u i n e St e i n s ch l o ß bei T e u f e nbach i m oberen Mur tal .


- 243 -

a n d en " uns e l i gen I�I at e ri al i sm u s 1 1 d er Z e i t s i eht d e r Schr e ih e r die

L i e be z u alt en r el i gi ö s e n L i e d e r n und geh a l t v o l l e n An spra­

c he n " a n v i e l e s Gr o ß e und Erhabene " . Das groß e S c hwe i gen nach d e n e i n z e l n e n L i ede rn b e i m Fe u e r

am

" d u n k e l n st e r n e n fr o h e n

Ikta i e n ab e n d i m roma nt i s c h e n , alt en Bu rgh of " e rgr i ff a l l e T e i l ­ ne hme r .

Am

n äc h st e n �o rgen s e t zt e d i e Wande rung

v on

d e r Fra u e n­

b u rg nach Sch l o ß St e i n e i n . "Dort hor c h en s i e , di e T a u s en d j un �e n Seel en , m i t i n n i �e r H in gab e a u f Ge ramb e H e imat b ot sc h a ft . Dan n k ommt d er j u g en d ­ frohe , l i ebe n s wü rd i ge B e n e d i kt in e r - P at e r Romuald v o n S t . Lamb rech t u n d e rzählt e d e m j ungen Vo lk e i n e n präc h t i �en Kran z H e i mat s a gen . War das e i n L e b e n u nd Dr ängen um d en v o l k s t üm l i ch e n �r zähl er . Immer ' n oc h was ' wol l t en s i e h ö ­ r e n • • • De n Ab s ch l uß d e s J u gen df e s t e s b i ld et e n d i e v o n d en Bau e rn i n M ari a - H o f auf geführt en Para d e i s - und H irt e n ­ s pi el e . �it ü b errasc h e nder H i ngabe u n d Einfüh l ung folgt e d i e gan z e groß e J u ge n d se h RT d i e s en uralt en , wund erbar ei nn­ vo l l6 n , r el i g i ö s en Sp i e l e n • • • M1 t We hm u t d ac h t e i c h an me i ne J u gen d z e it , in der wir m i t Häc ke l s Wel t rät e e l • • • d u r c h s L eben g€h e n wol l t en • • • " ßi n i n Pramb erge r s � i kr 2 1 , S . 1 9 9 , e i ng e kl ebt e r Z e i t ung s­ a u s sch n i t t ( ohn e An gab e d e s Ur sprungs

) b e r i c ht et :

'' · . u n d Dr . Vi kt or Gera.mb , e i n �ann mit glüh e n d em H e r z e n , s p rac h v o n s e i n e r J ugen d , von Vol kst um und He i mat . De r J u b el a l l e r h at i hm recht ged ankt • • • Und Pat er rt om o a l d v o n St i ft St . L am b r e ch t e r zählt e uns Sagen und fuärch e n v o n Sc h l o ß St e in , daß u n s d a s Herz v oll wu rd e , - d enn Pat e r Rom oal d e r zählt e s o , wi e e i n er , d e r gan z t i e f und e c ht i n d i e s e r H e i m at e rd e wu r z e lt • • • " �

Pram b er ger k omm en t i e rt d i e s e n Z e i t un � s art i ke l :

" Es war d i e s

d a s e r s t e wah r ha ft gro ß e Wagn i s i n d er J ugendbewe gung Deut s ch ­ ö s t er r a i ch s , d a s e r st e I-:a l ü b e r bü n d i s ch e s Z u s amme nwi rk en , d a s erst e

Mal

M u t u n d bnt ach l os s e nh e i t •

• •

"

B e ge i st e rt e Sch r e i b en an Pramb erger aus al l e n Bevöl kerungs­ e ch 1 cht e n , B i t t e n

um

Führungen durch d a s lvt u s eum und Dank e s­

sch r e i b e n d afür , H i nw e i s e auf e rh alt e n e s Brauc ht um und Ang ebo t e v o n Exp o n at e n für das Mus e um waren d i e Folge d e s M it wi rkan s an d e r J u ge n d be gegnun � . aber auch B i t t br i e f e um Verm i t t l ung en für �uart i e re W i ki n g

in

I

der N ähe von St . Lam brec h t , z . B . von d er Ort s gr u p p e Ö s t erre i ch i sch e r Wan d e rvö ge l , Wi e n . Dr . Kurt H. B u s s e


- 244 -

in

Wü r z b ur g Sch r i ft l e i t er d e r " U ni v er s i t ä.t s- Ze i t u np;" m it

l i c h en Mi t t e i l u n ge n , b i t t e t in

St e i e rm a rk ,

um t;r l au bn i s ,

" ü b er

am t ­

d i e Ei nd rü c k e

a u c h v on I h r e n Be st r e b u n g e n " b e r i cht en z u dü r f e n .

R o h re gg e r Al o i s ,

Fü r s t l i c h Sc h warz e nb e rgs c h e r O b e r f ö r s t e r ,

b i tt et

11 d e ut e c hv ö l k i s ch e n Z u samm e n s e i n au f

P r amb e r ge r ,

b e i m n äc h s t en

St ei n s ch l o ß

im L a u f e d e s N ac hm i t t a g s d i e Anwe s e nd en m i t ähnl i c h e n

Vo rt räge n z u e r fr e u e n " .

Ko s ch

läßt

" Kü r z l i c h l a s i c h i n d er W i en e r

e s s i c h n i c ht n e hm en :

' Tage s z e it ung ' ,

wi e S i e au f

Sc h l o ß St e i n u n d i n Ma r i e h o f d e r s t e i r i s c h e n J ug en d i n n om i n e 1 Ab b a t i s d a s H e r z z u rü h r e n s u ch t en . " Be i d i e s e r Ge l e g e nh e i t b i t t e � K o s ch Pralli b e r ge r von

um

N ach r i c h t ,

wi e e s u m d i e Grü n d un�

�i c h e nd orff - J u gen d gru ppen in d e r St e i e rm ar k b e s t el l t

sei ,

un d l e gt i hru d as �r ogramm d e r Ei c h e n d o rff - J � �end gruppe n d a r . d i e J u g e n d � e i t s c h r i ft fü r d i e d e ut sch e V o l k swa n d er­

" S t u rwv o l k " , b e we gun g ,

ger . 2

r i c ht e t b e g e i st e rt e

Di r e k t o r H .

Ver l ag ,

Fl e c k e r ,

Hort e d e r Dankb ar ke i t an Pram b e r­

L e i t e r d e r Abt .

s p r i c ht d e n Wun s c h aus ,

z u l e rn e n .

Pädagogi k im Le y k � m ­

P ram b e rger p e r s önl i c h kennen­

" Se i t l ä ng e r e r Z e i t v e r f o l p: e i c h m i t b e s o n d e r em

Int e r e s s e

I h r e s c h ö n e n W i e d e rg e b u rt s b e et r e � u ngen au f d ew G e b i e t e st e i r i ­ b i � I hn e n dafür h e r zl i c h dankbar •

s c hen Vo l k s l e b e n s und

••"

Ber i c h t e ü b e r Pram b erge rs Mu s e um mehrt en s i c h e b e n fall s . I n e i n e m Bri e f d e s V er e i n e s Sü d mark ,

m e n d e s J ugend fest e s

Kri e gl

ge f ö r d er t h at t e ,

d er das Z u s t and e kom­

b e d an kt

s i c h J a n e sc h i t z -

p e r s ön l i c h fü r Pram b e r ge re M i t wi r ke n s

" H o c hwür d e n h ab en un s m i t I h r e r h e r zl i c he n Fre undl i c h ke i t s o e r f r e u t , e i n e so u nm i t t e l b are s e e l i s c h e V e r b i nd u ng z w i ­ s c h e n I h n e n und u n s he rz u s t el l e n v e r st a nd e n , d as s d e r gan z e G e i st au f St e i n s c h l o ß und i n � ar i aho f d av on b e s t i mm t war • • • S i e h a b e n e s s e l b st am unm i t t e l b a r s t e n g e füh l t , w i e I h n en d i e J u g e n d zu f l og • . • " 3 W�h r e n d Pr am b e rge rs Abwe s e nh e i t

kam e s unt e r d e n Sp i e l e rn

un d Tä n z e r n i mme r wi e d e r z u Di f f e ren z e n ,

1 JwJ.i kr 2

21 ,

Bb d . '

3 h"b d .

,

::> • 2 1

8 . 5 '1 7 .

::> . 2 0 3 .

1

u nd P r amberge r m u ß t e


- 245 -

ständ i g das Sp i elpe r s onal au swec h s eln .

Im

St i ft gab e s au ch

l a u f end S c hwi er igke it en , da Pri or u nd H o fm e i s t er i hn zu Vert r e­ t un gen zwinge n wol l t e n .

Im

� i kr 2 1 , S . 2 73 , verwahrt P ramb e r ger

di e Durc hs c hri ft s e i n e s ver zwe i fel t en Bri e fe s an den Abt : � • • • heben S i e ent we d e r d i e Kl au s u r auf oder geben Si e m i r e in e Wohnung außerhalb d e r s e l b e n • • • Sol l t en Euer Gn a d e n m i t d er Ant wort· zö gern o d er m e i ne B i t t e ab schlagen od er m i ch mit Ver s pr ech ungen h i nhalt en - s o gre i fe i c h b e i j en em An­ t rag z u und un t e r s c hre i be d e n Kont rakt u n d der Vol ks f o r s c h er Pramberger i st sammt s einen Sc h r ift en und se in em Al1u s e um für immer unwi d erruflich d em St i ft e St . Lambre c ht ver l or en . "

Pramb erge r b e z i e ht s i c h h i er au f Unt e rh andl unge n " m i t e i n er wel t l i c h en An s t a l t , d i e m i r v o r etl i c he n Mond e n e i n s eh r p.:ü ns t i ge s Anerbi e t e n s t e l l t e " . Di e versö hnl i ch e Ant wort d e s Abt e s v . 9 . 8 . 2 1 k am au s M �r i a z e l l :

"N ur n i cht s ü b e rstürz en . Wen i c h nach Hau se k omme , werd e i c h Ihne n a u ß e r der Kl au s ur e i ne Kan z l e i versch affen , wo Si e arbe i ten , Ihre ge i s t i gen Sc h ät z e a u fbewahr en und wo S i e Ihr e Ve rnehm er ( ? ) em p f an g e n könen . " Prambe rge r b er i e f e i ne Ba u e rnver samml ung e in , i n d er e r di e Bau e rn ü b er d e n � w ec k d e s V0l k s f e et e s au fkl ärt e , d a ß e r d a s J unp-v o l k wi ed er z ur H e i m at freu d e , z u r Fr e ud e an ihr em V a t er h a u s h i n f ü h r e n woll e ,

da� e s vor al le� '' e i n Tr i umphzug d e s h e i m i s ch e n

Bau 8 r nvo l k e s werden " s o ll e , d a ß e i n Auf z ug alt er landwi rt s c h a ft ­ l i c he r Gerät e vo rge s eh en s ei , e in Ge sc h l e cht erfe e t zug und Bau ern­ s p i �le , Ba u e r n t än z e und Volks l i e d e r , z u let zt noch e i ne Bau e rn­ h o c h z e i t a u s al t�n Tagen ge p l a n t s e i . Pram b erger hat di e dam a l s v o r h and en en Ze i t e t r ö m u n ge n , v o r all em d i e Bemühungen u m Vo l k s­ t um s w i e d e r erw e c ku r� a u fgegri ffen und b enüt zt , die B ev ö l ke r unp.

in

s e i n e m Um kr e i s

Er wol l t e di e fü h r en .

a nz uregen , ihr Br a uc ht um we i t er zu p fl e gen .

J u g e nd

s e i ne r He imat i n di e s en Z e i t ge i s t h i n e i n­

Für i hn war Zweck d e s Vo l ks f e s t e s n i c ht d i e B el u s t i gung ,

s o nd ern d i e p ä dago� i sc h e Aufgabe , d i e J u gend wie der au f d en rech t en W e g zu führen . P r am b e r ge r k o n n t e m i t s e i n e n R e d e n B e ge i s t e rung ent fach en .

Bei d e n v e r s c h i eden e n P r o b e n gin� e s wi e d e r bes ser voran .

uur ch das Ver bo t , die Sp i e l e a u f d er Tr att e nho f e b e n e

s t at t fi n d en z u l as s e n , " we i l d a s Gra s z u v i e l zu s a mm e n g et r e t en


- 246 -

konn t e Pram b e r g e r d ur c h Droh u ng e n und Kamp f

wü r d e " ,

h o f d a für e r o b e rn , s eh en h at t e .

de n St i f t s­

d en er sch o n l äng e t i m geh e i m e n d a für a u s e r­

Ab e r e r s t e i n gan z s c h wer e s Unwe t t er m it

Wolk en­

b rü c h e n u n d Bl i t z- und Hagel ec hl ag brac h t e i h n a n d a s Z i e l s e i ­ n e r Trä ume .

Der i hm a u fg e z wu n gen e Sp i e l p l at z i m St i ft e ho f wu r d e

d u r c h d i e s e Unwe t t e rk at ast r o ph e m i t Z ie ge l n , v e rm ur t . p.

De r Abt b e f ah l :

Hom u al d h ab e n wi l l . "

St e i � en

und

" Der Sp i e l p l at z wird d ort s e i n ,

"Er d e wo i h n

" Un d i c h wol lt e i hn i n d e r M i t t e d e s

gro e s e n H of e s ha b e n . " N e b e n o rgan i s at o r i s c he n Arbe i t e n w·i e d en Pr ob en , nach

e i nem "e r f a h r e n en �e i et e r i m Br ec h � l a c h r e c k e d�

ü b er

die

mit

d er e n

d e r Au f s i c h t

l i e ß er auch d i e al t e L am b r e c h t er Fr e i u� vom

s c h af f e n .

Dar ü b e r h i n a u s m ußt e n or g an i s at o r i s c h e F r a g e n

d e n Be hö r d e n b e wäl t i gt we rd e n .

s c h aft

Su c h e

B e e c h af f u nR s ämt l i c h e r Ut e n s i l i e n für d i e v e r s c h i e d e n e n

T ä n z e un d Sp i e l e , Dac h b o d en

d er

�e gal t ,

d i e B e z i rk s h R u p t m ann­

z u b e n ac h r i c ht i g e n und m i t d er San i t ä t s b e h ö rd e z u v e rh a nd e ln , s a n i t ä t ep o l i z e i l i c he

Be f und e a nfang s w e g en e i n i g er Ru hr­

fäl l e p o s i t iv g e we s e n waren . D e r Gr a z e r T i e r s c h ut z v e r e i n h a t t e i n e i n e r An kü n d i gu ng d e s " N e ue n Gra z e r T a gb l at t e s " ge l e s e n ,

z um Vo l k s f e s t

daß u n t e r a n d e r em

'' S o n nt ag am 1 1 • :::i e pt . auc h das ' Hahn s c h l a g e n ' z u r Sch a u­ s t e l l ung gel a n� e n s o l l . Da s H ah n a c h l a g e n i st e i n alt er o b er­ st e i r i sch e r B r a u c h und w i r d h e ut e n u r n o c h i n w e n i gen d o r­ t i ge n G e g e nd e n geübt . Ke i n g e r i ngerer al s P . K . Roe e gg e r h a t d arü be r i n e i n e r Sch r i ft , V o l ks a u e ga b e I . Se r i e , S e i t e 3 3 2 , Ve rl ag St eakmann i n L e i p z i g , e i ne b eh e r z i g e n e wer� e Abh a n d ­ l u n g ge s c h r i e b e n und auf d i e ent s i t t l i c h e n d e ä u s e e r a t t i e r­ q u ä l eri s ch e Gra u s amke i t d i e s e r S ch a u et e l l u n� v e rwi e s e n . Da s ' H ah n a ch l a g e n ' i st s om i t e i ne n i c ht wü r d i g e Un s it t e , d e r e n v e r r ohe n d e n u nd v e r d e r b l i c he n Ge �alt b e s o n d er s d i e a m Sn i el e b e i wo h n e n d e J u g en d z um Opf er fä l l t . D i e V e r e i n s l e i t un � e r­ l a ubt s i ch dah e r vom T i ers c h ut z st a ndp un kt a u fmer k s am z u ma­ c he n , da s s das ' Hahn e c h l a ge n ' im Si nne d e s • • • v e rb ot en i st • • • " M an v e rl a n gt e ,

d a s Hahns c hl agen v om Pro gramm a b z u s e t z e n .

" Da s e t z t e i c h m i c h z u r N eh r e u nd s c h r i e b d em T i e r sc h ut z­ v e re i n i ro n i sch nach Gra z , ob er dar i n e i n e T i e r q u äl e r e i an s eh e , we n n man m i t e i ne r P e i t s c h e a u f e i n e n -- He f e n s c h l ä gt . Di e s e r v e r s t e c kt e Sp o t t wurde d ad urch prompt e r wi d er t , d a s s m a n Ro s e gg e r s Be e c h r e i b un� d e s Hahn s o hl a gen s m ir z u s c h i c kt e • • • '�


- 2 47

-

Prambe rger wet t e rt üb e r H o s e g�e r : " Mag s e i n ( wah rsc h e i nl i c h e o �ar ) , das s m a n f rü h e r a u f e i ne n Hah n s ch l u g und i h n dann we gt rage n konnt e . Ab e r i n d er V o l k s k und e d e n Di c h t e r Ro s e gger z i t i e ren i st e t wa s gewagt . �an n mü s s t e d i e Be e c h � � i b ung d e s S o n n � �t emp e l e i n s e i ne m . R om a n ' Got t s u c he r ' a u c h d e n Tat s ac h e n en t & prech e n • • • "

Um für d a s �' e e t Pr o p agan d a z u m ac h e n , e i n i g e Art i k e l für Tage s z e i t u nge n , 7.

b l at t " S ki z z e ,

un d " Ki n d erre i m e " , Mit P .

für d i e

S . 1 23 ,

d as " Gr a z e r Vol ks­

" T age e p o et " v .

er

3 1 . 7 . 1 9 21

4 . 9 . 1 9 2 1 '; St e i r i s c h e T än z e " .

ot hmar Wa n i s c h b er i e t

er d e n T e xt d e s Pr o gramm e ,

i n J u d e nburg z u r Dr u ck l e gun� g e l a ngt e .

bestell t e

für

7 . 9 . 1 9 2 1 " De r b ay r i s c h e H i a s l " , e i ne v o l k s k un d l i c h e

" B ä u erl ic h e St u b e n ep i e l e " und v . das

so z . B.

a c h r i e b Pr am b erger

i n Gra z b e i der Dru c k ere i

Di e Ei nt r it t sk art e n

St y r i a .

I n s e i n e n E VI I ,

l e gt e r e i n en Lagep l an d e r Ö rt l i c h ke i t e n für d a s Vo l k�­

f e s t d ar .

Im &i kr

2 1 s i n d von S . 3 9 9 b i s S . 495 g e n a u e s·c e Au f­

z e i c hn u n ge n üb er d e n gep l an t e n Ab l au f d e s Volks f e s t e s z u f i nd en . Auch i n d en pro b e ,

S . 1 2 5 ff , s i nd Vorb ere i t ung en , d i e Ge ne ral ­

E VI I ,

b e i d e r d ie i m Mi kr

2 1 b ewah rt en Fot o s vom Jud enb urger

F o t o gra f e n Ku b al l a gem ac h t wu rden ,

b e s c hr i eben .

und al l

das Organ i s at o r i s ch e

Dem 1Yii kr i s t auch e i n Ver z ei ch n i s d er l&l i t zu füh­

r e n d e n Ac k e rg e rät e b e i ge l e gt . Au s e i n i g e n im iY•i kr v o rh an d e n en Ant wort s c h r e i b e n n e r - Wi s c h e nb art

v .

7 . Sept .

( Stei­

1 9 2 1 , Konrad Maut n er v . 2 6 . S e p t .

1 9 2 1 , �ax �e l l v . 2 . Sept . 1 9 2 1 , Geramb v . 4 . 9 . 1 9 2 1 ) geht h e r­ v or ,

d a ß Pram be rger vi el e !ii n l a d u ngen a u s ge s an d t hat .

meld ete

" Zac k ,

L i e s e l o tt u .

Prof .

M a ri nger u .

T o ch t e r ,

v i e l l P i c h t M au t n er u .

S p am e r a u s Mü n c h e n "

an .

Geram b

wah rsc h e i n l i c h au c h

Me l l a u s Wi e n u .

Pro f .

Er s c h ri e b unt e r an d e re m :

n • • • M e ri n� e r wi l l haupt s ä c h l i c h Dich u . De i n Ivlu s e um k e n n e n l e r ne n . �s i s� für m i c h s e l b st e i n e gro ß e Ü b e r­ rasch ung , daß d e r fuann , d e r s e i t m e hr al s 1 0 J ah r e n Graz n i ch t v e r l as s e n h at , n un s i ch o hn e we i t e r e s zu d i e s er R P i s e en t s ch l o s s e n h at • • . "


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- 248 -

Z um e r s t e n Gä st e nach

St .

V o l k s f e st t ag war e n b e re i t e vi e l e

Lam b r e c h t gekomm e n .

l e t zt e n Winkel

b e set zt " ,

Al l e

au s wärt i � e

Ga s t h ö f e war e n

" b i s z um

zahlr e i c h e Gä st e wur d e n b e i i hren B e ­

k a nnt en unt erge b ra c ht . " U n d d i e Fu t t er n ö d en vom T o rwi r t , Vasol d , Ka_l t e i e und i n der nä c h st en U mg e b ung , auc h d e r S c h w a i gh o f o hn e Brla u b n i e d e s H o fm e i st e rs d i e nt e n für d i e h e u t i ge Nacht a l s Sch l a f­ l o kal e , d a m an j a k e i n gut e s Be t t , d o c h e i n e n sch ö n e n Tag erho fft e • • • '' Di e l e bh aft en Sch i l d e r ungen d e s F e s t v er l a u f e z e ugen v o n e i n e r A Kt i v it ät , un d An sp annung ,

e i ner gerad e z u f i e b e rh af t fre ud i gen Err e gu ng d e r en Pramb e rger nur d u r c h d en Genuß s e i ne r

" Le i b z i garre Bra s i l " H e rr z u werd e n v e rmo cht e . t i ge Ab l enker a l l e r N e rv o si t ät " ,

" S i e war e n p r ä c h ­

g e s t e h t Pram b e rger üb er rl e i n e

Z i ga rre n e i n .

Da s Pro gramm war ge st al t e t wi e d e r Ab l a u f e i n e s

Bau e r n le b e n e .

Sch e r z und

In

Ern st i n st e t e r Abwe c h s l un g .

s e i ne r An s p r a c h e b e kund e t e Pramb erger ,

l aß t hatt e ,

was i hn ver an­

d i e G e l egen he i t d er J ahrhund e r t f e i er z u e i n e m gro ß en

Vol k e fe st z u nüt z e n : " • • • um d i e durch di e Kr i e g sn ot n e rv ö s und h e i ma t fl ü c h t i g u n d arb e i t e u n l us t ig geword e n e V o l k e j u g e n d n e u e rdi n g e au f d e n Ne g d e r H e i mRt fre u d e , au f di e L i e b e z u h e im i s ch e m V o l k st u m , z ur Arb e i t el u st z urüc k z u führ en • • • Da s ah i ch a u c h d e n Be­ z i r ks h a up t m a nn u nd d i e Gra z e r Dr . Ger am b , Zack und Mel l u n d r i e f s i e b e grü ß e n d an . De r Abt a b e r w i n kt e m i ch z u e i c h , gab m i r d i e Hand und z og m i c h , ü b e rwä l t i gt vo n d e r Grö s s e d e r �t u n d e an di e Bru s t . �as war d a e Si g n a l z ur Ent f e e s e l un� d er B e g e i st e r u ng d e s Vo l ke s • • • '' V om Ki rc h e n z u � d er a l t e n Ge s c h l e c h t e r s c h i e n Ge r am h t i e f b e e i n druc kt z u s amm e n . b annt

gewe s en z u s e i n :

D a s war e i n z i � .

d i e Lan d f l u c h t "

seinen � VII ,

S . 1 39 ,

"Rom uald ,

Da s st ac h e lt d en Bau e rn s t o l z a n und

hält Pram b erge r d u r c h a u s g l a u b wU rdi p; i n fest .

Geramb h i e l t

d r i n p l i e b e n Vor t rag u n d �prach f e s t e s und e i ne

s o was b r i ngst n u r d u

" ti b e r d e n Wert d e s h i e s i g en Vo l k s­

e i n e Dan kan s p r ach e an m i c h .

nat i onal e G r o s s t at ,

e i n e n k u r z e n a b e r e i n­

Er b e z e i c hn et e e s al s

e i ne n i c h t g e n u g e i n z u s c h ä t z e n d e

h e i m i s c h e Ku l t u r t at • • • " Da s Fe st war v o n m e hr a l s r e g i o na l e r Be d e ut u ng . P e r s ö n l i ch ke i t en wi e Dr . ti.ay e r - P i t s c h ,

G e r am b ,

A . L e s k y , I ng . O t t o L awat s c h , lv1e l l wür d i gt e n e s .

B e k annt e Dr .

I n d e r " Graz e r

G i s ela


249 -

-

.M o n t age z e i t ung "

spricht

1 9 . 9 . 1 92 1

v.

Geramb v o n e i n e m Be et r e b en

P ram b e rger s :

" Wa s wir V o 1 k s f

s c ho n gan z v e r l ern t h a b en - w i r k 1 i c h e e s t e w i e d e r i n s Da s e i n z u r u f e n • • • Fü r u n s e r w u c h s d ar a u s e i n wei t er e r Gewi n n : Wi r k o n n t en un e n d l i c h v i e l flir u n s e r V o l k e - u n d T ra c h t e n f e e t l e rn e n , d a s wi r vo n d er Südma r k-H e im at grupne a u s �m 2 . O k t o b e r im Sc h l o ß p ar k z u E gg e n b e r g v e r an s t a l t en wo l l e n • • • " Di e

s i nd

d e ut 1 i ch

si nken

Kind er , i hm

w e s e n t l i c h e n Bewe ggrü nd e zu

e r k e nn e n :

z u l as s e n ,

ge l u n g e n ,

auch

W i c h t i gk e i t

Vors t el l ungen und �n e r gi e

e i n er des

Ab t e s

St i ft k e i t en

.r;r

d es

wi e

b e wah re n .

d i e g e wä h l t e n i hn m i t

d u rc b ge h a l t e �

seine

Vol k e s

zu

St o l z

Fest

und

al t e m T u n "

rv: a x M e l l

R u n d s c h au u

,

wi e

di e

sch r e i b t ,

n a nnt e ,

e i n em

No ve m b e rh e f t

Bay r i s c h e n H i e s l

"

t at s ä c hl i ch

nä c h st en in

er

J a h re

Wort e

h a b en

das

� l l e r W i d e r wä r t i g ­

di e

mit

sei ne

Er fo l g e •

" Ero b e r un g

gan z gr o ß em

z e i g e n so l l t en .

Feu il leton

1 92i ,

Di e

Rom u al d

h at P .

s ei n e

und

"Di e Herren

i h n m e h r al s wi e

und

Er hat

e i n e r H i ngdb e

G en u gt uu n g :

" M e i s t er e c h af t s p rü f ung " ,

a l t em

Er s t ar ren

v e r w irkl i ch t .

trot zdem

b e gl ü c kt e

i st

v o m B e wu ß t s e i n

D a ß Pr amb e r g e r t ro t z

h �t t e ,

Es

K o nf ro nt at i o n m i t

Aufgab en m i t

St a c h e l s c h w e i n e , "

die

s e i ne r Ak t i v i t ät e n .

i n d i e s em

v er ­

Vo l k s t um h i n e i n z u fü h r en ,

Er war e rf ül l t

u n d Hi c h t i g k e i t

g e f ü h rt .

�� fo l g b e s t a n d e n

vom

zu

e r fü l l t en

z um Ruh m e

h att e

sc h en

n i c ht

a l t e T r ad i t i o n

al t e s V o l k s t um v o r d em

o h n e gl e i c h en

g e s t rä u b t

sich

das

in

d i e M e n sc h e n d u r ch

z u b e re i c h e r n un d

vo r Verge s s en he i t die

d i e M e n sch en

die

J u g e n d und Erwac h s e n e d ari n ve r e i n i g t z u s eh en .

Vo l k s gu t

um

näml i c h

Be s t r e b u ng e n

z u Pramb erger s

un t er

der

d em

"Öst errei c h i ­

T i t el

"Das

Sp i el

:

" · · · d a s Sp i e l i s t a u s . Und P a t e r Rom u�l d , d e r d i e A u f­ f ü h r ung a n g e re g t h at , e rh e b t s i c h : er i s t a l s g i n s a ger , � l R ' Bu e c h h al t e r ' a u f d e r Bü hne g e s e s s e n u n d h at e i ch a um kö s t ­ l i ch un t e rh a l t en • • • Di e s e F e i e r R l s r i c h t i ge s Vo l k s f e s t d e s be z i r k e s z u g e s t al t en , i s t P a t er R om u a l d P ramb e rger s , d e s rüh r i ge n V o l k s k un d l e r s , Sorge und L i e b e g e w e s en . Er h at a u f d i e s em F e s t e r i n n e r n wol l e n , wa s b o d e n s t än d i ge , l a u t e r e Vo l k e l u s t vo n al t e r s h e r war , u n d , wi e d a s E i n ve r s t ä n d ni s d e r B e v ö l k er u n g , vo r a l l em d e r B a u e r n , z e i gt e , d u rch a u s n oc h

h e ut e

i e t • • . ''

" M i ch ab er h a t t e a uf d ie s e m o n at e l ange E r r e gt h e i t , j e t z t w o i ch vo r mi r e i n N i c h t s t u n s ah , e i ne M e l anc h o l i e e rfa s s t . I ch fü r ch t e t e d i e nä c h s t en T ag e , wo i c h n i c h t s z u t un h a t t e

a l s r a s t en . Den n l o re n er T A. g " , s c hr e i b t

fü r m i c h

i st

j e d er

P ram b e r g e r i n s e i n e n � V I I ,

u nt ä t i ge

S. 1 45 .

T a g e i n ve r­

,


- 2 50 -

Er verfolgt e j ed o c h e i ne neue I d e e . Ihm s c hwebt e di e

Gründung von Vere inen fü r Vol ks t um - Wi e d erbel ebung vor . E s exi s t i ert auch ein d i e sb e zügl i cher S� h r i ft we c h sel mit der St e iermär k i sch en Lande eregi erun� , Z ahl 8 2 f05 1 92 1 . Die Vere ine

s ol l t e n " He imat freude " genannt und vorerst i n St . Lambrecht und Obd ach i n s Leben geru fen werd en . Di e j un�en Ver e i n e , auf l os e St at ut en ge stUt zt , l oc kt en anfan gs v i e l Publ i k um an . Pramb er�er konnt e we it ere Tänze w i e d en Obd ach er Sp i e ge l t an z , di e Sepperl­ pol ka und St uben sp i e l e neu bel eben . Ein j a hrel ange s B e et ehen s c hi e n ge s i c h ert z u s ei n . Dor. h sch on d er nächst e Fasching for­ dert e i n Obdach s e ine �e cht e , und e i ne Vorl i eb e fü r Plö s ch tänze 1 bere itet e dem B e s t eh en d e s Vere ine s im Sommer 1 922 e i n frü h e s &nd e . I n St . Lambrech t s et zt e d e r Vere in d i e erst e T at d urch d i e Mi t wi rkun� am Heimat - , Volks - und Tracht enfest in Graz im Sch l o ßpark zu �ge n b�rg am 2 , Okt ober 1 9 2 1 , veran st al � e c anl ä ß ­ l i c h d er Graz er Me s s e vo n d er Heimat grup"Oe de s Bund e s " Sü dmark " . Es s c h e i n t di e s aber fi i cht ohne S c hwi eri gke it en mögl i c h gewe s en

1 P l ö scht ä n z e : " Ge wöhnli c h e Tanz unt erhalt ungen " . Sie he Oe kar Mo e er , Von T an z h uree h en und T an z echa ffern , Ei ni �e Be it rä �e z u r G e sch i cht e d er Tan z s itt en und d e s Vol ket an z e s in Kärnt en . In : T anz und Brau c h . Kärnt ner Mu s e um s sc hri ften , Band 1 9 , Kl agen­ fu rt 1 9 5 9 , S . 1 3 7 - 1 7 2 .


- 251

I n e i n em w e i t e ren Pramberger d ri nge n d

um

-

Sch r e i b e n v .

2 8 . 9 . 1 92 1

g e naue Mi t t e i l un g ,

b i t t e t Ger amb

w i e v i e l e Per s o n e n

z um F e e t komm en wer d e n , d e r b er e i t z u st el l e n ­ 1 d e n L e gi t imat 1 o n e n fü r h a lb e H i n- un d HU c k fah rt u n d B e s o r gu np

von St .

Lambrecht

v o n Quart i er e n weg e n .

Geramb bri n gt Pr aw b e r g er al l e m i t z u b r i n­

ge n d en Ut e ns i l i e n i n �ri nnerun g .

" • • • h i er f r e ut s i c h s ch on d i e gan z e St a d t au f d i e Lambrech t e r . D i e N ach r i c ht ,. d aß s i e k oiii e n u . h i er t an z e n und s p i e l e n wer d e n , wurd e üb e r a l l m i t J ub e l b e grü ß t . Ho f f e nt ­ l i c h komm s t a u c h � e i eh e r m i t . D u b i st a u c h i ns Pre i s ge­ r i ch t fü r d i e T rach t e nsc hau b e st i mmt . B i t t e dri nge n d um Nach ri c ht ! • • • " Mit v i er z i g L e u t en mac h t e s i c h Pramb er ger s c h l i e ß l i c h a u f d i e Re i s e ,

d i e an Trag i k om i k n i c h t s z u wüns c h e n ü b r i g l i e ß ,

ab e r l et zt l i c h d o ch z u e i nem v o l l e n Erfo l g führt e . i n �gg e n b e r g hat t e n

;' · · ·

d i e Haup t bühne

g e h ab t

i n ne

d u rc h 2 St und e n •

11 2

Ln at t enf

Be i m F e e t d i e Lambr e c h t er

Abl i ch t ung s i e he ums e i t i g . V e r gl e i c ht m a n d i e Pro gramme d er b e i d e n F e s t f o l gen v o n St .

L am brec ht und

St .

Lamb re ch t er F e s t z e i gt e d i e or i g i nal e n Br ä u c h e d er St .

b r e c h t er G e g e n d , Es

gab

�ra z ,

e r k ennt m a n e i n i g e Unt e rsch i e d e .

v e rm i t t e l t

ke i n e n Pr o gr sm m p un kt ,

T ra d it i o n e rwac h s e n war . d e s Bu n d e s

Das Lam­

d ur c h d i e e i nh e i m i s c h e B e v ö l ke r u n g . d er n i c ht au s d e r b od enst ä nd i g e n

Dem H e i m at - ,

Vo l k s - und T r a c h t en f e s t

" Sü d m a r k " f e hlt e d i e s e e i nbe i t l i ch e L i n i e .

IV.an b e a c h t e

nur d i e Al t - Wi e n er Ha u s- u n d St r e i c hm u s i k i n en g e r N a c h b ar­ s c haft m i t s t e i r i sc h e n Tä n z e n un d n o r d i s c h e n J u g e n d s p i e l en . Di e U r s ach e fü r d i e s e une i nh e i t l i c h e Fe st f o l g e i st i m Z wec k d e r Veran st al t u ng

z u s e h en ,

b a rg e r ver f o l gt h at t e ,

d er e i n an d er e r war ,

näm l i ch d i e P f l e ge d e s N at i o n a l ge i st e s

un d n i c ht d e r b ä u er l i ch e n T rad i t i o n ,

1

al s i hn Fram­

d e s V o l k s ge i e t e s .

Beim

Re i se-Legi t imat i o n f ü r A u s s t e l l e r u n d B e s u c h e r d e r G r a­ z e r M e s s e 1 9 2 1 fü r P . Romual d Pram b e r ger u n d an g e fü hrt e Be­ gü n s t i gungen i m �i kr 2 1 , S . 5 2 5 , e rh a l t e n . 2

li: VI I ,

S. 1 51


1:' ..., \ �efcz ff

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Vo rder s e i t e

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- 251b -

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- 251 c -

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3 bis

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tän3e Dtrfd)irhrnn �ruppt'n, u. a. �ti f ta n.s, � anbl ta n3, CUltftrirtrtana. 'Uufittr• unb G;runblfrer·�än�t, J'tämtnrr �än D (e r , e. .. :"Jurg rr 2.Hm t an3, 6trdtmton.;. <ßößler Wifd;tan,, , J'tö rbrlta n3 unb 6tirgrltana.

�nf bn- 5ugenbltt itfe : S>eutjd:)r unb n o rbifcf)e 5u genb jpi elr, �eigen, ·�

�än3e unb �irbrr, .f)ans 6acf)s·6piele.

�rim �empd : �olkslitbtrj(ngen unter �citung brs .f>trm s:>ir. �- 3 a ck.

'21m 2UalbfJom�ügd : Walbi}ombläjer aus �rudl a. mt, 5oMer unb .fti:imtnrdieber.

<Huf bm �an3� un::t 6piebl'iefen : �ol!tstän3r e i n 3 el ner G;ruppttt, � a u em fpi elt, u. a. ,f)a�nenfd:)Iagen, G3o nes re nne n, e5tubmfpitlt, 9'tabd· ja�nen, � efe n fu m p em , �ampil)upfrn u. o. a., ®öß l e r .f)ol.sknrrl)tfpiele, roejtjtririfct)e unb a l tfttiri jd:)e 'Eauemfpiele, �lattlertän3t.

'2luf bn 5tini>tl'll' i tft : �in'tltrrrigen, .Rajptrltt)euter, .ft i nb erj p ir l e u. �i rbe r.

CUm aUg emeinen �an3bo'i>n. : Wrei . fiir W a l ,) er, '.l3olka u. �timifdJe 'r ö n3 e ,\t;r a U geme i nen �tnü�img fä m t l id) e r �ejttdmt) mer. (�nooerne

au.;länbijct)e �ÜnJe auc:,gefcf)lojjen.}

Sm �cn-orit � <:J,} av iU on : 2Ht•<ßrii!;er .Ra ffeef)au-;, (t)eine C13etränke), 'Ult·Wiener .f)aus.. un'b a:rricf)mujil(.

Jn bn �ud)ms'UU�� : 5al)rmarkt mit $ü d) er , �eb31.'lttr•, �ädtereh . 6ü'bmark .. • , .�riegcrben k m al·

11.

a. 6tönbm.

�uaerbnn 5 223irtsl)Au!n:6d}ntktn (aud) mit 3aufen jpeijen) ii�er bl.'n g an3 e n �ark D tr t e il t . �ei allen �nujiken.

�alb

5

Ul}r :

�rad)trnid)au am �umie�lc§ mit 'l)reisgerid)t un'b �reisoerteilung . _

.ßolb

.7. Ul)r :

6d)luü bt5 �ftts. Cllbmarfd) mit .�ufik in 'bie 3nbuf.t�i�aUe. .

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Elfaer&rr $erpuaiik, 'Pitfc�Jtoflft' • .lta,dlt, etttrtt' . 5tQJtllt, iirief•� (8l'Una::ati•, 9BNMlrct,llft f)MibrtttlfJ'itlt!', •tJ,I'ert �aaodtlft'ar.,pa., tfnnl&ft' tDeQ(Jona_.autttt, StrtidJ� bn

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2 52 -

St . Lambre ch t er V o l k e f e st hat t e d i e h e i m i s c h e Lev ölker ung fü r s i c h s e l b st ge s p i e l t . In Gra z waren e s o rt s fremde Grup pen , d i e das Programm truge n , d i e Gra zer Bevöl kerung war vorwi e ge n d al s Zu s c ha u e r b e t e il i gt . Es war e i n e Propagi er ung d e s d e ut sch nat i on al e n Bewuß t s e i n s . Pramb erger er zählt i n s e i nen E V I I , S . 1 5 2 , wi e man i n d e r ::it a d t al l ero rt e d e n " Lambrech t er Sp i e l führer " e rkann t e u n d i hm �hr e n e rwi e s .

Am

Morgen nac h d em Fest grat u l i ert en ihm i m H o t e l

" Kai s e rkrone " vi e l e 0 d e r ang e s e h en eren Leut e , darun t er d i e Lande srät e P aul un d Ga s s und Dir . St e inberger , und j e d er s agt e , i c h hät t e d ur ch m e i n furcht l o s e s Auft re t en der c h r i st l i ch e n Sac he e inen u ngeh euren .l)i. en e t erwie sen • • • " Beim Ab e ndt i s ch i n der " Kai s erkrone " , woh in " a u c h Semet­ kows ki ,

M a u t n er ,

Kroat h , �!üll er , Ge ramb u . a . kame n " , t an zt en

Pram be rg e r s Le ut e i hnen n oc h den Kö rb e rl- , d e n Kohlfüh rer- , d e n St e c ken- u nd Kruc k e l t an z wi e au c h d e n Kran zl- und Braut t an z vor .

Auch ooaut ne r z e i gt e e ini ge Fi gu ren . N ac h d em d i e Lambrec ht e r

" d i e Re i fe n un d den Ba.ndl s t oc k wi e auch d a s St i egl • • • d em Ge ramb i s c h e n hJ u s e um üb e rl a s s e n " hat t en , e i l t en si e z um Zug , d E>r s i E'! nach St . L am brecht z urü c kbrac h t e . " Si ng end und j auch z end m ar s c h i e rt en wir b e i schönst em Wett er wi e d er in den �arkt u nd ::>t

i t't z urüc k , übe ral l fr e ud i gst b e grü s s t .

11 1

Die Südmark - H aupt l e it ung d an kt e i n e i n em Schr e ib en v . 1 � . Okt o b er 1 9 2 1 Pr am berger he r zl i e h s t fü r d i e � i t wirk ung an i hr em Fe e t " m i t d e r Bi t t e , uns Ihre Kräft e auch i n Z ukunft b ei 2 ähnl i ch e n Anlä s s e n z u wi dm e n . " framh erger e rfuhr nach die s e n F e s t en v er sc h i e d en t l i e h e Wü rd i g ung e n .

A . Leut hner b e sc h ä ft i gt e e i c h i n d er T ag e sp o st u nt er

d em Ti t el " Z ehn J ahre ras t l o s e n Sch affens " m i t e i ner "d e r m a rkan­ t e s t e n Ge s t al t e n d e r ge ge nwärt i gen St ei erm ark 11 , b e sc h r i e b d en " Z au b e r kast en s e i n e s litu s e um s " , d i e " rast l os e For ech ert ät i gke i t " , ll) d a s Fol i ant e nwe rk , " e i n Que l l e nwert für d e u t s c h e Vol k s kund e , das wo h l ke i n e s s e i ne s gle i ch e n f i nd et " und Prambe rgers Anl i e gen , 1E

2

V I I , ::> . 1 5 2 .

�1 kr

21

,

S.

563.


- 2 53 -

N e ube l eb u n g al t e n

d ie

Volkst ums .

n N i ch t b i s z um Vol k s f e st , d e s s en S e e l e e r war , so nd ern wei t er fort i n e i nem Vere i n wi l l er d em j ungen u nd alt en Volke al t e Sit t e n , Bräuch e , L i e d er , Sp i e l e und Tänze Wo c h e tür Woche , J ahr für J ahr auf s n e u e e rwec k e n ; und wa� e r i n St . Lambrech t t ut , d a s wi l l er i n al l e n Ge m e i nd e n d e r o b e r e n St e i e rmark unt e rn e hme n & rast l o s durch d i e Bele bung al t e n Volks t um s das V o l k z u r Zufr i e d en h e i t fü hren . Helft mi t ! Aber v or al l e m , St e irer , t ut e uch au f , den Mann an s e i nem F e s t t ag z u eh ren , der d ur c h z e hn J ah r e i n une i gennüt z i g�� er We i s e e u e r Wohl im Herz e n und im Auge t r ug. " Di e s er Art i k e l b rach t e Pr�b erger

" Z uw

z e hn j ähr i gen J u b i lä um

d er Volks-

u nd

vi ele

e r f o l gr e i ch en

He i ma t kund e "

Grat ul at i on e n

Sc h aff ens

auf

dem Ge b i e t e

ein.

Di e V o l k e f e st e hat t en a l s o e i n po s i t i v e s Ech o i n d en Z e i ­ a u c h z ur

t u ngen gefund e n . S i e hat t e n

�re i ch un g d e s pädagogi sch en

Z i e l es b e i getrage n : d i e j u ng e n �ens c he n von G a s t häu s ern u nd ab z ul e nk en .

Svi e lkart en in

der

denen er zwe i f el l o s d e n Bo d en a us

Au fruf "Herau s ging

El e n d "

d em

T e u eru ng ansah .

me i nt e er ,

die

he im i sch e

Währ un� zu s t üt zen . Er

� t t ä u s c h u n g u n d Kr ä n kun g ,

ffi U ß t e ,

d aß

e n t st an d dad ur ch ,

v. 1 5. 10. 1 q21 )

s e i en d a z u

hi e lt

ang e t a n ,

t at sä chl i c h

gegen d i e I n f l at i on .

d i e Prawbe:;.:·ger

d aß

Ideen ,

e r das Kart e n s p i e l sogar

He i m s p i e l e

Tän z e für e i n � i t t e l

.i n

Real i t ät v e rl i e ß . I n ei nem

( M urt al er Z e i t un�

er i n s e i nen T h e o ri e n s o we i t ,

al s Ur sac h e der und

Doch Pr�b e r ger ver st i e g s i c h

in

Brä u c h e Man c h e

se i n e ru Leben

e r d u ld en

e r so wie h i e r gute Gru nd i d e e n

vö l l i g unpas s e n d er We i s e a nw e n d e n

wol lt e und

d am it

in

S ch i f f b r u ch

erl e i d en m u ß t e . Pramb erger konnt e nicht b e gr e i f en , daß di e Wirt­ s c h aft s kri s e an dere Gründe h a t t e als d i e Fre i z e it gewo hnh e i t en d e r B�vö l ke rung . Se i n V{i r kl ich ke i t s s i nn s c h i e n i h n m an c hm al z u v er l as s e n . Prambe rger mußt e spät er d e s öft eren erfahr en , daß s.e i n e o fta.als z e i tfre m d e n Bemühung en Sch e i t ern ver urt e i l t waren , m i t t e l für

i st

d i e Gegen wart

ke i n e Lö s u n g ;

das

d aß

n i c ht

Rad de r

Zeit

n i cht nur e rh a l t e n ,

gr u p n e au ch v e r gr ö ß e rn .

s ch u le n ,

daß

sie

au c h

Er

Vergangen h e i t

l ä ßt

.Pramb erger wol l t e s e i n e n Vere i n b r e crJ t

Ver g ange n h e i t a ls Al l h e i l­

e r di e

b e t rach t et e .

s e lt e n dadu rch z um

s i c h n i ch t

al le i n a b e r

z u rü c k dr e h e n •

" He i mat freu d e "

in

s o nd ern d ur c h H i n z u fü ge n e i ne r wollt e d i e

T ä n z e r und

St .

L am ­

K i nd er­

an d e r e M i t gl i e d er

i m st ande wä re n , i hr Können an dere n z u

v e r-


- 2 54 -

m i t t el n . Er wo l l t e si e hinaus s c hi c ke n ,

je

nach Ver l angen von

Ve r e in e n w ie " Süd m ark " o d er O s t marko rt sgru p p e n und Sä n gerv er e ine n ,

damit s i e do rt ihr T an z- und Spi el gut verbre i t e t en . Er wol l t e Propagandafahrt e n i n St e i ermark un d Kärnt en , j a G a st spi e l r e i s e n nach W i e n , Melk und P ö c h l arn unte rne hm e n . Dam i t wol lt e er e i ne e n t sp r e c hend e

fi n an zi el l e Grundl age sch affen für e i n " weltl iche s O be r amme rga u , d em au c h My s t er i e ns p i e l e m i t Ei nbez i e hung der "

Laßni t zer an g e gl i e dert s e i n s ol l ten . Die s e Z i e l s e t z ungen z e i ge n d eu t l i ch , daß Prambe rger s ei ne Mö g l i c hk e i t e n üb e r s c hä t z t e , vo r al l em d i e Fähigke i t e n der b e ­ t e i l i g t en P er so n e n . Di e s e fühl ten s i ch einer so l ch en Au fgab e in k e iner We i s e gewach sen . Auch gab es St imme n , d i e ni c h t e i n­

ver st anden waren , daß Pramber ger T an zkurse in Frohnle i t en u nd Graz abh i el t . S i e wo l l t en i h r K ön nen al s Monop o l gehüt e t wi s s en . Di e Üb e r f o rd e ru ng führt e l et z t en Endes z um Z e r f all de s Ver e i nes . Di e Gr u n d i d ee der Ver e in e grU n d un g

war

im Rahme n der Mögl i c h k ai t en gel e ge n . Pramb erger h at t e j e do ch d urch s e ine un d u rc h f ühr b a r e n Pläne di e Grund i d e e z um Sche it ern gebrac h t . Der Zusammenbruch s e iner I d e e n l ö s t e i n P ram b erge r Schwer­ mut und t i e f s t e �n t t ä u sc h u n g a u s . D a s J ahr 1 9 2 1 ze i gt deu tl i c h di e a n fän g l i che H och s t immung mit Sch affen sfre ude und T at en dr an g bi s

zur trb e r e t e ig e r un g i n unr eal i s i e rbare Pläne . De r Abfall war

um s o h e fti g e r und führt e zu Krankh e i t un d D epr e s s io n .

Wi e andere al s du rch inten s i ve Arb e i t hät t e Pr a mb e rg e r s ei ne r M e l an c hol i e H err werd e n k ö n n e n ? For sch en , Sammeln , Rei n­ s c hri ft s e i n e s Vol k sk und ewer kes wu r d en fort geset z t . Am H ori zont z e i g t e e i ch e i n n e u e s Un t er nehm e n für Pram ­ b e rger , d a s Jahre h i ndurch s e i n L eb en b e st i mm e n sollt e : Be l ehrung d e s Vo l k e s d ur c h Vorträ ge und Kurs e ; und d ab ei konnt e er da und do rt verge s senes Vol k s t um erw e c k e n u nd b el e b en . S o geh ört e n d ie er s t e n w'oc tl e n des O kt o bers v o rn ehml i c h der Z u samm ens t el l ung e i n e s V o r t rage s ü ber Vol k s m e di zin . Da s l e t zt e Viertel d e s J ah ­

re s 1 9 2 1 we i st ber e i t s e i n e n r e gen S c h r i ftwe c h s e l m i t dem Vol k s -


- 255 -

1 bildungshaue Grazer Urani a aus . Der erst e Vort rag war für d en 2 2 . Okt ober ange set zt . Au f der Rei s e n a ch Gra z b e s u c ht e e r d en Gastwirt Je itler i n Ni kl a s d or f , e i nem Fabriksort . Di e me i st en Be s u c h er e ines dort st at t f i nd end en T rach t e nf e st e s war en Arb e i t er , en t st ammt en al s o e i n e m St and , der bi s d ah i n we n i g In t er e s s e an he im i schem Brauch t um gez e i gt h at t e . Pramberger wund ert e s i c h , al s J e i t l e r " al s e i n u rkern i g e r Bau e r d e s h i nt e rst en Grab er s " ers c hie n . Durch d ie s e s Ere igni s wurde Pram berger p l ö t z l i c h k l ar , daß m ö gl i c herwe i s e i n d i e Arbeit ersch aft l e i cht er b od e n s t än d i ge s Br a u c h t uru hine i nz ut ragen wäre , a l s s ol c h e s i m " f e st s i t z e n d e n Bau e rnt um " wi eder z uerweck en . Er ge d acht e e i n iger e i friger Fabriks­ arb e it er i n St . Lalli b recht , di e s i c h i n d e n Di e n s t d e s V o l k s f e st e s ge st ellt h at t e n . Er e rkannt e p löt z l i c h das Bedürfni s d er Arb e i t er , am sc hönen Br a u ch t um t e i l zuhab e n . Pramberger muß t e s e i ne frühe re ffie i nung t at sächl i c h korri gi e ren , d enn e r s o ll t e bald Gel egenhe it haben , " r e i nem Arb e it ervo l k ni c ht c hr i st l i cher G e s i n nung Nat i o­ na l t ijnze z u l ehren " . 2 Au f d i eser R e i s e s t at t et e e r auch d�m 3 Bahnbeamt en Si e gfr i e d Pri nke in Frohnle i t e n , d er mit Pramberger bere i t s in Br i efwe c h s e l st an d , einen B e s u c h ab . Pramb erger wurde g e b e t e n , Pr i nke in s e i ne n B e s t r e b ungen z u unt e r stüt z e n , " i n d i e ­ s e r v e rwal a c ht en Z e i t wi eder deu t s c he S i t t e n und Gebräuche zu n e u em Le b e n z u erweck en " . Ihm s e i e s rel at iv l e i cht g e l u ng e n ,

1 Grazer Urani a : S i ehe We s e n u n d �ntwi c kl ung d er " Graz er Uran ia " , Almanac h 1 9 2 4 , S . 76 f und : 2 5 J ahre Uran i a , Mit t e i l unp,en d e r Ö st erre i ch i sch e n Urania für St e i e rmark , Nr . 3 , O kt ob e r/N o­

vem b er/ De z ember . Kern d e r e r st en 3 . 'Mär z 1 8 88 gegrün det )

In st it ut e i n Hamburg und B erl i n ( am war e i ne Uran ia- St ernwart e , d er e i n " nat u rwi s s e n sc haft l i c h e s Theat P.r " mit e ine m Exp e r im e nt i er e a a l , Sc h au - und V ort ragsräume ange sch l o s s e n waren . Di e Mu se d er Ast ro­ n om i e al s o hat e in e r Rei he von Volks b i l d ungs e i nr i c ht ungen d en Name n gegeben . " ( Au s e i n e r schrift l . Mit t . d er Ö st e rr . Urania f . St e i e rm ark v . 1 4 . 3 . 1 9 7 3 ) . Der Almanach 1 92 4 , im Auft rage d e s Vor st and e s d e s Vol ks­ b i l d ungshau s e s , zusamm e n ge st el lt und red i g i e rt von Di r e kt or Dr . Fri t z Gernot , we i st Geramb a l s Vorst an d sm i t gl i e d und ehr enamt l i c h korres � ond i e rend e s Mi t gli e d d e s Vo l ks b i l d u ng s h a u s e s au s .

U ra n i a

2E 3

VI I ,

S.

1 55

" W i e n er

ver öf fe nt l i c h ungen P r i n k e s s i nd im Styri aca-Kat al og d er Lan d e sb i bl i othek v e r z e i c hne t .


- 256 -

e i n e n Erwec k ungsver e i n z u gründen . Vort rag über d en

Dort h i e l t Pr amh e rger e i nen

�e rt d er V o l kst ums p fl e ge u nd fordert e d en

Theat ervere i n a u f ,

d i e s e P f l e g e a u c h i n s e i n Programm au f zu n e hm e n .

Er m acht e a u ß e r d em T an z pr o b e n m i t d en b e ge i st ert en Mi t gl i e d er n .

Der 2 2 .

Okt o b e r war für Graz e i n unruh i ger Tag ,

d o c h Prot e s t v e r s amml un gen ,

gab e s

"we il e s Kö n i g Kar l v er s u c h t h a t t e ,

i n Ungarn d as Kö n i gt um w i e d e r h e r z u a t e l l e n 11 • Man s t el l t e P r am­ b e rger dah e r k e i ne n z ahl r e i c h e n· B e s uc h s e i n e s e rst en abend l i c h en Vo rt rage s b e i d er Uran i a i n Au s s i c h t • b e rger wi eder zu Ga st war ,

r i e t i hm ,

a l s au f e i n e �t u n d e anz u b er aume n , V o r t räg e s t ark ab g e f l au t s e i . die

Auc h Geramb ,

bei

dem Pr am­

d en Vor t rag n i c h t l äng er

d a di e He ge i st er ung für s o l c h e

Ent g e g e n d e n Be fü rcht ung en ver s p r a ch

" l ange Sc hl a n ge " a n d e r Ka s s a d e s gro ß en Sa al es d er Hand e l s ­

a k a d em i e e i n vo l l e s Ha us .

" An fang s war i c h woh l

et wa s b e fangen , obwohl zwei Pac k e r ! Zigarre n v o rh e r m i r Zuver s i c ht z ug e s p ro c h e n h at t e n . J e d och , e s g i n g m i r a uch h i er wi e b e i d e r er s t e n Pre d i gt . �e i n e �t imme h ö r e n und d e r �ut war z urü c kg e ke h rt . Ic h h at t e wohl m e i n Skr ipt um v o r m i r auf d em P u l t , ab e r i c h b ed u r ft e d e s s e n fast n i c h t . Aus d em St e �r e i f g i n g e s b e s s e r . Ic h war in m e i nem �l e m e n t QDd sprach , wi e m i r d e r Sc hnab e l ge wac h s e n war , und d en T on wi e au c h d i e vol kstüm l i c h e Ausdruck swe i s e b e z e i chnet e Geramb al s gerad e z u phänomenal • • • 11 1

mit

Trot z ungün st i ger Konst el l at i o n hat t e Pramb ergers Bel i e b t ­ he i t ge s i egt . Der Vo rt rag wu rd e e i n groß er Arf o l g ,

b e t r u g d ah e r s t at t

wi e übl i c h

das Honorar

200 Kro ne n , 500 Kr o nen . N ac h h e r

gah e s wi e d er e i n Tr e f f e n m i t namhaft en P e r s ö nl i c hke i t en i m " Kl e i n e n St e ir er h o f " . Di e Rüc k k e h r nach St . Lambrecht b rach t e apermal e h e r b e l!.nt t ä us c hungen .

Dr . L e ut h ners d urch e i n )1i ßver st ändn i s a uf

1 0 J ah re f e s t ge l egt e s

" ra st l o s e s Sch affen " Pram b e rger s

j a we i t vorh er b e g onnen

)

( es

h at t e

h at t e Pram b e rger w i e s ch on e rwähn t ,

z ah l re i c h e Glü c kwU n sc h e e i ng e t ragen .

So e r h o fft e e r s i ch au ch

v om n oc h lose be st e h e nd e n Ver e i n ·"He imat freud e " e i ne kl e i ne li-rat u lat i o n ,

et wa e i n Sc h imm e l e i nre i t e n ,

u n d war d e shal b verfrüht he imgefah re n . 1

E VII ,

;j .

1 57.

"wenn s c h on n i c h t m e h r " ,

Er wu rde e n t t ä u s c h t .


- 2 57 -

A u c h das St i ft würd i gt e i hn n i c ht w i e e rwart et . "Und hät t e i ch n i cht j e d em d er Pat re s e i n V i er t e l W� i n vom e i genen De n u t at g e z ahlt , s o h ä t t e man gan z ver ge s s e n . In �raz hät t e man m i c h f e i ern wol l e n , ich h i n zur Fe i er h e imgeei l t . Di e s�al hab i ch am Abe nd vor Le i d gewei nt . Das i st der Dank d e s St i ft e s . " 1 Be

s ol l t e aber n o c h s c h l immer komm e n .

tt Wohl d er ' Sch r i ft st e l l er ' St e i ne r hat Geramb u nd m i c h i n e i n e m e l e nd e n Sud e lb l at t verri s se n . P . Hugo h at t e e s ent d e c kt un d d i e s e N ach r i c ht h eraufgebracht nach St . Lam b r ec h t , und e i n an derer m i s egüns t i ge r N e i dl i ng h at t e d e n L e u t e n i m �rkte davon e r zäh l t . Da s i s t ( od er war ) n o ch d er s ch ön e re Dank • • • 11 2 Nac h e i ner b ewe gt e n Somm e r z e it war e n e s al s o wi e d er e i n­ s am e T age für Pr�un b erger g e word en . Ei n Ge rü c ht ,

d aß Ö st e rr ei c h get e i lt und d i e St e i e rm ark

e n tweder an It al i e n od er J ugo s l aw i en g e gl i e d er t w er d e n s o l l t e , " we i l s i ch das kl e i n e St aat swe s e n d o c h n i c ht erhole n k ö n nt e " , l i eß wi eder e i n e Kat ast rophe für d a s St i ft b e fü r cht en . Das Vor­ haben d e s Konvent s ,

in corpore nac h Ü b e r s e e au swandern z u wo l l e n ,

v e r an l a S t e Pramberger

z u s e i ne r Ei n t ragun� i n s e i n T ag e b u c h :

" Ic h t u e ni ch t m i t . Di e H e i mat v e r l a s s e i c h n i ch t . I c h fühle m e i n He i lli st gefühl stärker a l s al le Or d en e gelüb d e , al s Chor und Klaus u r , von d e n e n i c h d an n e n d l i c h erl ö st m i c h wü s st e . ' Ub i n o n e st b e n e f i c i um , e t i am non e st o f f i c i um ' , war für m i c h Axi om . " Im übri gen b ewi e s er d e m Konv e nt d urch e i n i ge Auf sä t z e i n Z e i t schr i ft en ( s i eh e Bibl i o graph i e ) , daß e r noch n i c h t " e i n­ ger o st et " war , wen n er a u ch "woch e nl an g b e i T i s c h ni c h t r e d et e " . Prinke au s Fr ohnl e i t en b at Pramberger Mi t t e De z emb er , d e n h'hre n s ch ut z fü r s e i n Vol k skränz c h en z u ü b e r n ehmen , au s Gra z e rh i e l t e r W e i hn ach t sg e sch e n kr> , d a s J un gvol k au s M ari abo f " rüh r t e s i c h " , e s wol l t e das Genove fas o i e l au f fü hren ,

d e r Kn i t t el fe l d e r

G e b i rgst racht e nvere i n wol l t e d e n Sc huhp l at t l e r erl e rn e n ,

i n St .

B l a s e n t at e n s i c h e i n i ge j unge L e u t e z u ei nem Br e ch e l a c h r e c k en z u s Ammen . Di e L a ß ni t z e r , 1

I n go l s t a l e r u nd fuet nit z er bl i e b en b e i

B V I I , S . 1 5 3 u n d fui kr 2 1 ,

2 ...L uy r 1

9

l:i . "

1 5 '-l Q

.

S. 6 1 9.


- 2 58 -

ih rem Parad e i s- u n d H i rt en s � i e l . I n Pu s c h ac h e n im

Sec k au e rge­

b i e t ersucht e man Prawb erger um T an zb e schre i b u ngen und Unt er­ r i c ht

i n v er sc h i e d e n e n Tänz e n . Di e Grazer Uran i a erbat e i n e

weit ere Folge v o n Vort räge n . " · · · Di e N ach frage b e i m Pub l i kum i s t e i ne d erart r e ge , d a s s wi r imme r und imme r w i e der die L e u t e vert r ö s t en mü s s en • Ihr Vort rag h at e b en den grö s st e n Be i fal l gefu n d en • • • I n geldli cher Be z i eh ung b i et en wir I h n e n d as Dop� e lt e wi e l et z t h i n fü r j e d e n e in z e l n e n Vort rag • • • " 1

• •

Au s Obdach e rre i cht en den " s e h r gee hrt en Herrn Ehrenwart " n o c h Ve re i ns grüß e und ge nau e Pr obenberi ch t e , i n St . Ve i t an der Gl an e rh o fft e man im Rahme n de s Volks b i ld ungsver e i n e s e i nen Vort rag Pramb e rger s . Persönl i ch e Bi t t e n u n d Angeb o t e au s der Bev ö l k e rung b e we i se n Prarub erge r s Pop ul ari t ät . Wenn Pramb erger s i ch auch z um Jahre s sc h l uß aufs ä u ß e r st e b e s orgt m i t s e i nen b e droht en Ge l dm i t t el n b e sch äft i gt , so e r fü l l t e i h n d o ch , ein G e fü h l t i e f en Fri e d ens am Chri s t ab en d , d e n e r t e i l s b e iw Zehent h of e r , t e i l s beim Kr umh o l z v erbrac h t e . " Dort m us s t e ich

a u ch al s H a u svat e r durch

Ha us

un d Ho f mit d em We i hbrunn

sprenge n , während die Ki nd er d i e Gl ut p fanne im Vo rh aus h i e l t en . "

1

6 .

Be br e i b e n des Vol k s b i ld ung sh au s e s Gr a z er Urania v . De z . 1 9 2 1 i m Ivli kr 2 1 , 3 . He ft , S . 6 8 1 . 2 :B V I I , S . 1 6 1 .

2


lll llllilillllll +8121 9685 1 04


Romuald Pramberger, Leben und Wirken - Erster Band  

Drusowitsch, Helga, Romuald Pramberger, Leben und Wirken - Erster Band, Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der Geist...

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