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Heimatschutz Patrimoine

Landschaftsinitiative – Raum für Mensch und Natur Initiative pour le paysage – de l’espace pour l’homme et la nature

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4 2010


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Inhalt

Editorial

FORUM

Landschaftsinitiative – Raum für Mensch und Natur 2 9 10 14

Raimund Rodewald

Mehr Raumplanung und mehr Landschaftsschutz Monique Keller

Für eine Verkleinerung der Bauzonen Adrian Schmid

Zehn Punkte zur Raumplanung Gerold Kunz

Zieht hinaus!

19 Lea, Luc & Miro 26 Frisch gestrichen SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ 29 30 32 33 34

Kulturbotschaft des Bundes Ferien im Baudenkmal Heimatschutz/Patrimoine im Internet Zivildienst zugunsten von Baudenkmälern Schoggitaler-Geschenkpackung

38 Von Menschen und Häusern

Sommaire FORUM

Initiative pour le paysage – de l’espace pour l’homme et la nature 4 6 12 17

Raimund Rodewald

Un aménagement fort du territoire est indispensable Monique Keller

«Il faudrait tendre vers une diminution des zones à bâtir» Adrian Schmid

Dix points-clés pour l’aménagement du territoire Gerold Kunz

Sortez de la ville!

19 Lea, Luc & Miro 27 Peinture fraîche PATRIMOINE SUISSE 28 31 32 33 34 35

«Message Culture» du Conseil fédéral Vacances au cœur du patrimoine Heimatschutz/Patrimoine en ligne Service civil en faveur du patrimoine Ecu d’or en boîtes cadeaux Distinction Romande d’Architecture

39 Des maisons et des hommes Titelseite: Estavayer-le-Lac FR (Bild Yves André) Page de couverture: Estavayer-le-Lac (FR) (photo Yves André)

Zersiedlung stoppen Die Zersiedlung in der Schweiz schreitet voran. Der Verfassungsauftrag, mit der knappen Ressource Boden haushälterisch umzugehen, wird nicht erfüllt. Deshalb hat der Schweizer Heimatschutz zusammen mit anderen Umweltverbänden 2007 die Landschaftsinitiative «Raum für Mensch und Natur» ins Leben gerufen. Diese hat einiges in Bewegung gesetzt. Zurzeit diskutiert das Parlament eine Teilrevision des bestehenden Raumplanungsgesetzes als Gegenvorschlag zur Initiative. Die aktuelle Ausgabe unserer Zeitschrift widmet sich der Frage, wie die Zersiedlung gestoppt werden kann. Sie zeigt die klare Vorstellung des Schweizer Heimatschutzes zur Zukunft der Besiedlung unseres Landes, die auch in einem soeben erschienenen Positionspapier dargelegt wird. Illustriert werden die Beiträge mit Bildern des Fotografen Yves André. Seine Bestandsaufnahme im Kanton Freiburg – «Paysages occupés» – zeigt eindrücklich die fortschreitende Vereinnahmung unserer Landschaft durch Neubauten. In der Heftmitte finden Sie die neue Rubrik «Lea, Luc & Miro», die sich an ein junges Publikum richtet. Sie kann herausgenommen und gesammelt oder weitergegeben werden. Lea und Luc entdecken mit ihrem Hund Miro den Heimatschutz. Sie beschäftigen sich jeweils mit dem aktuellen Heftthema und laden ein zu attraktiven Wettbewerben. Peter Egli, Redaktor

Stop au mitage du territoire Le mitage du territoire suisse s’accélère. Le mandat constitutionnel demandant une utilisation parcimonieuse de la ressource limitée qu’est le sol n’est pas respecté. Patrimoine suisse ainsi que d’autres associations environnementales ont lancé en 2007 l’initiative pour le paysage «De l’espace pour l’homme et la nature» qui a déjà fait bouger les choses. A l’heure actuelle, le Parlement examine le projet de révision partielle de la Loi fédérale sur l’aménagement du territoire présenté comme contre-projet à cette initiative. Comment stopper le mitage du territoire? La présente édition de notre revue se penche sur cette question. Elle développe et clarifie la vision précise des actions préconisées par Patrimoine suisse pour garantir un avenir durable. Ces propositions sont par ailleurs présentées dans une prise de position, qui vient de paraître. Des prises de vue du photographe Yves André illustrent ce document. L’état des lieux dans le canton de Fribourg témoigne du grignotage impressionnant de nos paysages par des constructions nouvelles. Vous trouverez au milieu de ce cahier la nouvelle rubrique «Léa, Luc & Miro» destinée aux jeunes. Ces pages peuvent être détachées, puis rassemblées et offertes. Léa et Luc découvrent le patrimoine en compagnie de leur chien Miro. Leurs aventures ont toujours un lien avec les sujets traités dans le thème principal de la revue et offrent la possibilité de participer à des concours passionnants. Peter Egli, rédacteur


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Galmiz und die Landschaftsinitiative «Raum für Mensch und Natur»

Mehr Raumplanung und mehr Landschaftsschutz Der «Fall Galmiz» führte der Öffentlichkeit die Vollzugsschwäche des heutigen Raumplanungsgesetzes vor Augen. Er war einer der Gründe für die Landschaftsinitiative. Auch und insbesondere die ungebremste Siedlungstätigkeit und der daraus folgende fortschreitende Verlust an Kulturland rufen nach griffigen Massnahmen.

Raimund Rodewald, Dr. Dr. h.c., Geschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL

Der Schutz der noch unverbauten Landschaften ist seit dem «Fall Galmiz» von immer grösserer öffentlicher und politischer Relevanz. Als im Herbst 2004 der Freiburger Staatsrat 55 ha Kulturland im Galmizmoos für einen anfänglich noch anonym gehaltenen Pharmakonzern (Amgen) einzonen wollte, löste dies eine Welle der Entrüstung aus. Der regierungsrätliche Einzonungsentscheid vom 22. Dezember 2004 für die isolierte Arbeitszone in Galmiz enthielt lapidar die Aussage: «Nach Abwägung der verschiedenen Interessen kann festgestellt werden, dass mit der Einzonung weder das eidgenössische noch das kantonale Raumplanungsrecht verletzt wird.» Dieser auch aus der Sicht des heutigen Raumplanungsgesetzes

Galmiz: Das vor Jahren noch negative Image der Raumplanung als unbequeme Aufgabe hat sich gewandelt. (Bild Keystone/Lukas Lehmann) Galmiz: encore négative il y a quelques années, l’image de l’aménagement du territoire, considéré comme une tâche ingrate, a changé. (photo Keystone/Lukas Lehmann)

völlig unhaltbare Entscheid führte der Öffentlichkeit die Vollzugsschwäche des heutigen Raumplanungsgesetzes vor Augen. Glücklicherweise löste sich das Vorhaben aufgrund des grossen öffentlichen Druckes vonseiten des Aktionskomitees Galmiz und der SL in Luft auf. Die Landschaftsinitiative entstand nicht nur aus dem «Fall Galmiz», sondern auch aufgrund des fortschreitenden Kulturlandverlustes als Folge der ungebremsten Siedlungstätigkeit. Sie verlangt in Anbetracht der nachgewiesenermassen stark überdimensionierten Baulandreserven einen 20-jährigen Stopp der Ausweitung der heutigen Bauzonen, einen wirksameren Schutz des Kulturlandes, eine Siedlungsentwicklung nach innen sowie eine stärkere Verantwortung des Bundes und der Kantone. Ohne eine Begrenzung der Bauzonen und ohne Ausschöpfung der bestehenden grossen Verdichtungspotenziale innerhalb der Siedlungen – mit der Voraussetzung aber, dass dabei nicht die Wohnqualität leidet – drohen nämlich eine zukünftig noch beschleunigtere Periurbanisierung und ein damit verbundener weiterer Ausbau der Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur. Der Verlust des Kulturlandes kann schliesslich nur mit einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft und damit einem weiteren Verlust der Biodiversität «erkauft» werden. Der Druck auf das Kulturland überträgt sich (politisch) zusehends nun auch auf den Wald. Gewaltige Baulandreserven Als Hauptherausforderungen für die Raumplanung der Zukunft sind das Bevölkerungswachstum, insbesondere aber der überproportional wachsende Wohnflächenanspruch pro Person sowie die massiv überdimensionierten Bauzonen zu orten. Gemäss Studien des Bundes übersteigt das Angebot von Bauzonenreserven in der Schweiz die Nachfrage bis 2030 unter Ausschöpfung der inneren Baulandreserven gar um das Drei- bis Vierfache! Der Überschuss


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Schwarzsee FR – Bild aus der Reihe «Paysages occupés» von Yves André (vgl. S. 18 in diesem Heft). (Bild Yves André) Lac Noir (FR) – photo de l’enquête «Paysages occupés» d’Yves André (cf. p. 18 de ce numéro). (photo Yves André)

betrifft ungefähr 10 000–25 000 ha, je nachdem, ob die Reserven innerhalb des Baugebietes ausgeschöpft werden oder nicht. Die Forderung der Landschaftsinitiative nach einer 20-jährigen Plafonierung der Bauzonen ist daher keineswegs radikal. Weil in dieser Zeit natürlich trotzdem gebaut werden muss, werden die Kantone damit angehalten, überdimensionierte und schlecht gelegene Bauzonenreserven zugunsten der Entwicklungsschwerpunkte in den Agglomerationen und ländlichen Zentren abzubauen. Als unabdingbares Instrument für die Redimensionierung der Bauzonen ist die Mehrwertabschöpfung zur Finanzierung der allfälligen Entschädigungen anzusehen. Diese besteht zwar seit 30 Jahren im Gesetz, wurde aber nur von zwei (!) Kantonen (NE, BS) umgesetzt. Raumplanung im Interesse der Schweiz Der Bundesrat hat dem Parlament eine Teilrevision des Raumplanungsgesetzes RPG als indirekten Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative vorgelegt. Diese sieht zwar begrüssenswerte Vorschläge vor, ist aber als zu wenig genügend zu bewerten. Aus unserer Sicht muss ein indirekter Gegenvorschlag die Hauptforderung der Initiative, nämlich die Begrenzung der Bauzonen, explizit aufnehmen. Hierfür braucht es eine Pflicht zur Kompensation von

Neueinzonungen und/oder eine konsequente Rückzonung bestehender überdimensionierter Bauzonen. Der Ständerat hat in der Herbstsession den zweiten Weg gewählt. Als unabdingbares Mittel zur Finanzierung dient hierfür eine von uns beantragte und auch überraschenderweise angenommene zweckgebundene Mehrwertabschöpfung bei Neueinzonungen, die im Vergleich zum heutigen Recht verpflichtender ist und einen Abgabesatz von 25% auf den planungsbedingten Mehrwert vorsieht. Auf die Problematik der überdimensionierten Bauzonen und auf die Wichtigkeit der Mehrwertabschöpfung hat jüngst auch die Avenir Suisse in ihrem Kantonsmonitoring hingewiesen. Es ist erfreulich, dass die Landschaftsinitiative von immer breiteren Kreisen und in der Politik über die Parteigrenzen hinaus ernst genommen und als unerlässlich für eine neue, straffere Raumplanung angesehen wird. Das vor Jahren noch negative Image der Raumplanung als unbequeme Aufgabe hat sich gewandelt. Nun erkennen Siedlungsplaner, Tourismuskreise, die Landwirtschafts- und selbst die Immobilienbranche, dass eine zielgerichtete und vollzugstaugliche Raumplanung zur Schonung der Landschaft im Interesse der Volkswirtschaft und damit der Schweiz ist. www.landschaftsinitiative.ch


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Galmiz et l’initiative pour le paysage «De l’espace pour l’homme et la nature»

Un aménagement fort du territoire est indispensable L’«affaire Galmiz» a mis en évidence les faiblesses de l’actuelle Loi fédérale sur l’aménagement du territoire et constitue l’une des raisons du lancement de l’initiative pour le paysage. Plus que jamais aujourd’hui, l’extension effrénée de l’urbanisation et la disparition progressive des terres agricoles qui en résulte appellent des mesures efficaces.

Raimund Rodewald, Dr honoris causa, directeur de la Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage (FP)

Depuis l’«affaire Galmiz», la protection des paysages encore épargnés par les constructions est devenue une priorité politique et publique dont l’urgence ne cesse de croître. En automne 2004, la volonté du Conseil d’Etat fribourgeois de classer en zone à bâtir les 55 ha du Grand Marais agricole de Galmiz pour y permettre l’implantation d’une firme pharmaceutique dont le nom avait été initialement tenu secret (Amgen) avait déclenché une vague de protestations. Le communiqué de la décision fribourgeoise du 22 décembre 2004 d’implanter en zone à bâtir un site industriel isolé à Galmiz faisait le constat lapidaire suivant: «Au terme de la pesée des intérêts en présence, on constate que le classement en zone à bâtir n’enfreint ni le droit fédéral ni le droit cantonal de l’aménagement du territoire». Cette décision en totale contradiction avec les principes de la législation sur l’aménagement du territoire a révélé au public les faiblesses de la Loi actuelle sur l’aménagement du territoire. Heureusement, le projet est tombé à l’eau en raison de la forte pression exercée par le Comité d’action Galmiz et la FP. L’initiative pour le paysage a été lancée à la suite de l’«affaire Galmiz», mais aussi en raison du grignotage effréné des terres cultivables résultant de l’extension de l’urbanisation. Compte tenu du surdimensionnement constaté et avéré des réserves actuelles de zones à bâtir, l’initiative demande un gel durant vingt ans de la surface totale des réserves à bâtir en Suisse,

une protection plus efficace des terres cultivables, l’encouragement d’un développement urbain vers l’intérieur et le renforcement de la responsabilité de la Confédération et des cantons dans le domaine de l’aménagement du territoire. Si la surface des zones à bâtir n’est pas plafonnée et si l’important potentiel à bâtir à l’intérieur du milieu bâti existant n’est pas exploité – dans le respect d’exigences de qualité élevée – le phénomène de périurbanisation risque de s’accélérer, provoquant une nouvelle extension des infrastructures d’approvisionnement et de transport. La disparition des terres cultivables ne pourra alors être «rachetée» que par une intensification de l’agriculture, impliquant une nouvelle perte de biodiversité. Réserves à bâtir considérables Les principaux défis que l’aménagement du territoire doit à l’avenir relever sont la croissance démographique, en particulier la demande disproportionnée de surface habitable par habitant, et le surdimensionnement des zones à bâtir. Selon des études de la Confédération, les réserves de zones à bâtir en Suisse dépassent de trois, voire quatre fois la demande prévisible jusqu’en 2030! L’excédent représente 10 000 à 25 000 ha selon que les réserves sont exploitées dans le milieu bâti ou en dehors de celui-ci. Le gel de la surface des zones à bâtir durant 20 ans, préconisé par l’initiative pour le paysage, ne peut donc en aucun cas être quali-

La volonté du Conseil d’Etat fribourgeois de classer en zone à bâtir les 55 ha du Grand Marais agricole de Galmiz avait déclenché une vague de protestations. (photo Keystone/Edi Engeler) Protest gegen den Entscheid des Freiburger Staatsrats, 55 ha Kulturland im Galmizmoos für einen Pharmakonzern einzuzonen. (Bild Keystone/Edi Engeler)


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Heitenried (photo Yves André)

fié de radical. Il va de soi que des constructions doivent pouvoir être réalisées durant cette période. Par conséquent, les cantons seront tenus de réduire leurs réserves à bâtir surdimensionnées et mal situées pour créer des zones constructibles dans les pôles de développement des agglomérations et les centres ruraux. Le réexamen du dimensionnement des zones à bâtir nécessite la mise en place du prélèvement de la plus-value permettant de financer les indemnisations éventuelles. Cet instrument que la loi prévoit depuis 30 ans n’a été mis en œuvre que dans deux (!) cantons (NE, BS). Un aménagement du territoire dans l’intérêt du pays Le Conseil fédéral a présenté au Parlement une révision partielle de la Loi fédérale sur l’aménagement du territoire (LAT) en guise de contre-projet indirect à l’initiative pour le paysage. Ce projet de révision comporte certes des propositions que nous saluons, mais cellesci sont insuffisantes. Nous estimons qu’un contre-projet indirect devrait contenir des éléments précis sur la revendication principale de l’initiative qui est la limitation des surfaces constructibles. Il faut à cet effet une obligation de compensation des classements en zones à bâtir et/ou une réduction conséquente des zones à bâtir surdimensionnées actuelles. Lors de la dernière session d’automne, le Conseil des Etats a opté pour cette deuxième voie qui né-

cessite comme mesure d’accompagnement la mise en place d’un système de financement que nous avions proposé et qui a été, à notre surprise, accepté: il s’agit du prélèvement à affectation obligatoire de la plus-value résultant du classement en zone à bâtir à un taux correspondant à 25% de la plus-value selon un système plus contraignant que dans le droit actuel. Dans son récent inventaire des instruments cantonaux de maîtrise de l’urbanisation (monitoring des cantons), Avenir Suisse s’est penché sur la problématique des zones à bâtir surdimensionnées et a démontré l’importance de mettre en œuvre le prélèvement des plus-values. Il est réjouissant de constater que l’initiative est prise au sérieux par un cercle de personnes, qui ne cesse de s’élargir dans le monde politique, franchissant les frontières partisanes. La nécessité d’une réorientation plus rigoureuse de l’aménagement du territoire fait ainsi son chemin. Encore négative il y a quelques années, l’image de l’aménagement du territoire, considéré comme une tâche ingrate, a changé. Désormais, les urbanistes, les professionnels du tourisme, les secteurs de l’agriculture et même de l’immobilier reconnaissent qu’un aménagement du territoire prévoyant des dispositions précises et applicables est indispensable pour assurer l’avenir de nos paysages dans l’intérêt de l’économie et donc de la Suisse. www.initiative-pour-le-paysage.ch


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Interview avec Pierre-Alain Rumley

«Il faudrait tendre vers une diminution des zones à bâtir» Ancien responsable fédéral de l’aménagement du territoire, élu de Val-de-Travers. Pierre-Alain Rumley vient de rejoindre le comité central de Pro Natura pour y défendre l’initiative pour le paysage. Entretien.

Monique Keller, architecte EPFL, Patrimoine suisse

Entré en fonction au sein de l’Exécutif de la Commune fusionnée de Val-de-Travers, il y a bientôt deux ans, l’ex-directeur de l’Office fédéral du développement territorial (ARE) se retrouve dorénavant de «l’autre côté», là il s’agit d’appliquer concrètement les directives. Le 1er juillet dernier, l’élu socialiste a rejoint le comité central de Pro Natura ainsi que le comité de la Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage (FP). Comment vous sentez-vous dans la peau d’un conseiller communal? Ne regrettez-vous pas votre statut de haut fonctionnaire? Non, car j’ai une bien meilleure qualité de vie depuis que je travaille à Couvet. J’y habite depuis plusieurs années. Avant, je faisais quotidiennement les trajets jusqu’à Berne. Après huit ans à ce rythme, j’en avais assez. A l’ARE, l’aménagement du territoire restait abstrait. Ici,

je touche aux différentes échelles et je suis confronté à la réalité du terrain, ce qui me convient très bien. J’imagine que, dans votre commune, vous êtes particulièrement vigilant quant à l’application du règlement sur l’aménagement du territoire. Lorsque vous êtes face à un propriétaire qui veut réaliser des travaux non-réglementaires, comme construire un petit poulailler hors de la zone à bâtir près d’une ancienne ferme, vous ne pouvez pas vous contenter de lui dire «ça ne va pas, parce que c’est la loi». Il faut des arguments convaincants et ce n’est pas toujours facile de les trouver. Les urbanistes édictent parfois des règles qui sont logiques sur papier, mais pas toujours faciles à mettre en œuvre. Vous êtes en train de dire que les règles sont trop strictes? La législation hors des zones à bâtir n’est pas applicable de la même manière sur tout le territoire suisse. Nous avons dans le pays des situations très différentes. Certains cantons, comme Obwald ou Appenzell, ont traditionnellement un habitat dispersé. La notion de zone à bâtir est alors difficilement applicable. A l’ARE, je défendais l’idée qu’il fallait fixer des principes clairs au niveau fédéral et ensuite laisser aux cantons une certaine marge de manœuvre pour les appliquer. Ce qui me choque davantage, c’est lorsqu’on autorise, tout à fait légalement, la reconstruction d’une maison d’habitation neuve à côté d’une ferme. Avec le développement de l’agriculture productiviste telle qu’on la souhaite en Suisse, on voit par ailleurs l’apparition dans nos campagnes d’énormes constructions qui modifient sensiblement les paysages ruraux traditionnels.

Pierre-Alain Rumley: «Comme la grande majorité des urbanistes, je suis clairement en faveur de l’initiative pour le paysage.» (photo LDD) Pierre-Alain Rumley: «Wie die meisten Raumplanerinnen und Raumplaner bin auch ich klar für die Landschaftsinitiative.» (Bild ZVG)


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Mais vous dites aussi que les problèmes ne se situent pas seulement en dehors des zones à bâtir … En effet, il existe des secteurs très problématiques comme les quartiers de villas souvent totalement désordonnées ou les zones industrielles. Lorsque vous voyagez en train entre Lucerne et Olten, par exemple, vous êtes frappé par un immense espace de hangars et d’usines, qui s’étend sur de nombreux kilomètres. Les zones villas sont souvent critiquées pour leur manque de densité et leur manque de qualité. Ontelles encore un avenir? La problématique des zones villas est un véritable phénomène de société, car on se heurte au marché. De nombreux propriétaires choisissent leur maison sur catalogue, les plans sont déposés par des architectes qui n’ont jamais vu le site, et pour finir, la réalisation n’est pas faite dans les règles de l’art. Le résultat sur le terrain est très problématique. Les communes devraient davantage travailler avec des plans de quartier et pas uniquement avec des plans généraux d’affectation. Ensuite je suis étonné de voir qu’il y a peu de recherche dans les hautes écoles sur la problématique des quartiers villas. Qu’est-ce qui fait qu’on arrive parfois à de bons résultats ou non? Il serait également intéressant de voir s’il existe un compromis entre architecture de qualité et petit budget. Ici à Môtiers, nous avons fait le pari d’un éco-quartier de 90 logements. Pour avoir une certaine unité, toutes les maisons seront construites par le même architecte. A voir si le projet passe la rampe. Lors que vous êtes arrivé à la Commune de Val-deTravers, vous avez dû fondre les neufs plans d’aménagements des anciennes communes en un seul. La fusion apporte-elle des avantages? Oui, ils sont nombreux. Les différents villages n’ont plus besoin de prévoir tous les types de zones – industrielles, artisanales, de villas – sur leur territoire. On réfléchit dorénavant sur le plan régional, ce qui fait beaucoup plus de sens. Il y a des zones où certaines affectations sont plus adéquates que d’autres. J’ai toujours été convaincu que la fusion des communes pouvait résoudre de nombreux problèmes. Sans oublier l’aspect administratif qui s’en trouve grandement facilité pour les usagers. Dorénavant vous êtes également membre du comité central de Pro Natura. Cela signifie-t-il que vous allez vous engager en faveur de l’initiative pour le paysage? Comme la grande majorité des urbanistes, je suis clairement en faveur de cette initiative, notamment parce qu’elle va permettre le débat.

Il est important que l’on définisse ce que l’on veut et que l’on trouve des solutions. Selon vous, le moratoire de 20 ans sur les zones à bâtir résoudra-t-il le problème du mitage du territoire? En Suisse, il y a de telles réserves de zones à bâtir qu’il faudrait tendre vers une diminution de celles-ci pour réellement voir un effet sur le paysage. Mais le moratoire est aussi un moyen de pression sur le Parlement pour le contraindre à trouver le meilleur contre-projet. La compétence des cantons est également remise en question par l’initiative. Faut-il davantage centraliser? L’initiative pour le paysage ne demande pas de centraliser l’aménagement du territoire, mais exige davantage de poids pour la Confédération. Aujourd’hui, seuls les cantons et les communes sont compétents en la matière. S’il était inscrit dans la Constitution que les cantons et la Confédération sont responsables en matière d’aménagement du territoire, cela faciliterait grandement le travail. Dans votre livre La Suisse demain: utopie ou réalité?, publié en avril, vous dites que le fédéralisme actuel est dépassé et vous plaidez pour une refonte des cantons. Neuf seraient suffisant selon vous. A l’ARE, j’ai pu mesurer les limites du fédéralisme actuel. Lors de certaines conférences, il m’est arrivé de faire face à 26 directeurs cantonaux de l’Aménagement du territoire. Souvent nous n’avancions pas beaucoup, car il était très compliqué de trouver un consensus. Or les collaborations sont indispensables car les frontières fonctionnelles ne correspondent plus avec les frontières administratives actuelles.

PIERRE-ALAIN RUMLEY En quittant la tête de l’Office fédéral du développement territorial (ARE), Pierre-Alain Rumley n’a pas pour autant lâché le devant de la scène. Avec son livre La Suisse demain: utopie ou réalité?, publié en avril dernier, il a lancé le débat sur la nécessité d’une réforme territoriale de la Suisse. Géographe de formation, Pierre-Alain Rumley a poursuivi ses études à l’Ecole polytechnique fédérale de Zurich, où il a obtenu en 1977 un certificat d’aménagiste, puis le grade de docteur en 1984. Tout au long de sa carrière, le Neuchâtelois peut se targuer d’avoir occupé tout les échelons de la planification: du secrétaire régional de la Région Val-de-Travers entre 1980 et 1984, il passe à la direction du Service de l’aménagement du territoire du Canton de Neuchâtel à partir de 1985. Il est nommé professeur à l’EPFL de 1997 à 2000, puis à la direction de l’ARE, fonction qu’il quitta en janvier 2009, pour rejoindre l’Exécutif de Val-de-Travers, une commune de quelque 10 000 habitants.


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Un sujet brûlant est la problématique des éoliennes. Pro Natura Vaud veut un moratoire sur l’installation d’éoliennes, alors que la Commune de Val-de-Travers soutient deux projets de parc éolien, l’un situé sur le Mont de Boveresse et l’autre à la Montagnes de Buttes. Quel est votre position? En tant que conseiller communal, je défends ces projets, même s’il ne faut pas sous-estimer l’impact d’un parc éolien: cela implique la construction de plusieurs mâts de 140 mètres de haut, l’élargissement des routes d’accès vers les installations, etc. Sur le fond, je pense que la problématique de l’éolien mérite un débat démocratique. C’est une forme d’industrialisation du paysage et du point de vue énergétique il n’est pas sûr que la Suisse en ait réellement besoin, tellement l’apport de l’éolien est infime. Sans oublier que la production d’énergie éolienne ne remplace pas toute centrale à gaz ou centrale nucléaire. Il faut donc faire la pesée d’intérêt entre énergie et paysage, et ne pas se précipiter.

Granges-Paccot (photo Yves André)

mains des offices spécialisés, alors que l’ARE aurait davantage une vision d’ensemble. Résultat: l’Office fédéral de l’énergie (OFEN) a fait des appels d’offre dans le cadre des énergies renouvelables sans s’en référer à l’Office fédéral du développement territorial, partant du principe que les problèmes d’aménagement du territoire pourraient se régler ensuite. C’est la raison pour laquelle on se retrouve avec des servitudes signées entre propriétaires et exploitants sans aucune concertation préalable.

Dans ce domaine, la compétence cantonale en matière d’aménagement montre clairement ses limites … L’absence de concertation interjurassienne dans ce domaine, par exemple, est patente. Les plans directeurs cantonaux fixent certes des critères, mais cela ne suffit pas.

Au début de votre carrière à l’ARE, vous avez été très critiqué lors du projet de dézonage de 55 ha de terre agricole à Galmiz. Auriez-vous agi autrement aujourd’hui? Je tiens à préciser que je n’ai pas soutenu la procédure de dézonage du gouvernement fribourgeois. Je ne l’ai toutefois pas combattue non plus. Comme le dézonage était conforme au plan directeur cantonal et que je ne disposais pas du droit de faire recours, je n’ai pas bougé. Avec le recul, j’ai le sentiment d’avoir très mal géré ce dossier. Je me suis contenté de réagir aux communiqués de presse du Conseil d’Etat fribourgeois, ce qui était une erreur. Le plus piquant c’est qu’à l’époque Pro Natura avait demandé ma démission. Autant dire que ce n’était pas une période très drôle!

L’ARE n’a pas son mot à dire dans ce domaine? Les plans sectoriels sont malheureusement en

La Suisse demain. De nouveaux territoires romands. Un nouveau canton du Jura: Utopie ou réalité? Pierre-Alain Rumley. Presses du Belvédère, Lausanne, 2010. CHF 25.–. ISBN 2-88419-177-1.


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Pierre-Alain Rumley im Gespräch

Für eine Verkleinerung der Bauzonen Pierre-Alain Rumley, ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Raumplanung und seit 2009 Gemeinderat von Val-de-Travers, nimmt Einsitz im Zentralvorstand von Pro Natura, um dort die Landschaftsinitiative zu unterstützen.

Als ARE-Direktor hatte Pierre-Alain Rumley eher auf abstrakte Weise mit Raumplanung zu tun. Unterdessen konnte er hautnah erleben, wie die Raumplanung in der Praxis umgesetzt wird. So hat sich gezeigt, dass es etwa bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone nicht reicht, das Gesetz zu zitieren. Vielmehr braucht es überzeugende Argumente, was nicht immer einfach ist. Einige Vorschriften sind auf Papier zwar durchaus sinnvoll, lassen sich aber nur schwer umsetzen. Hinzu kommt, dass die Gegebenheiten nicht in allen Landesteilen und Kantonen gleich sind und der Begriff Bauzone etwa in Regionen, die traditionell Streusiedlungen kennen, kaum anwendbar ist. Für Rumley, der sich für eine Verkleinerung der Bauzonen ausspricht, bieten sich gerade in fusionierten Gemeinden wie Val-de-Travers diesbezüglich klare Vorteile: So muss nicht mehr jedes einzelne Dorf eine Industrie-, Gewerbe- und Wohnzone haben, und die Zonenplanung kann auf regionaler Ebene erfolgen. Landschaftsinitiative als Druckmittel Als Mitglied des Zentralvorstandes von Pro Natura ist Pierre-Alain Rumley wie fast alle Raumplaner und Raumplanerinnen für die Landschaftsinitiative, und zwar insbesondere, weil sie die Debatte fördert. Das 20-jährige Moratorium für neue Bauzonen sieht er nicht so sehr als Rezept gegen die Zersiedlung, sondern vielmehr als Druckmittel, damit das Parlament einen besseren Gegenvorschlag ausarbeitet. Die Landschaftsinitiative verlangt zudem keine Zentralisierung der Raumplanung, sondern will ganz einfach dem Bund mehr Gewicht geben: ein Punkt, den PierreAlain Rumley auch in seinem im April publizierten Buch «La Suisse demain – de nouveaux territoires romands. Un nouveau canton du Jura: Utopie ou réalité?» aufgreift, wo er sich unter anderem für eine Gebietsreform in der Schweiz und eine Reduktion der Anzahl Kantone ausspricht. Als ARE-Direktor hat er erlebt, wie schwierig es ist, mit 26 kantonalen Raumplanungsdirektoren gemeinsam zu einer Eini-

gung zu gelangen. So wurden zuweilen Fortschritte verunmöglicht, weil es schlicht nicht möglich war, einen Konsens zu finden.

Monique Keller, Architektin ETH, Schweizer Heimatschutz

Grenzen der kantonalen Kompetenz Etwas speziell ist Rumleys Haltung zum Thema Windparks: Die Waadtländer Sektion von Pro Natura spricht sich gegen solche Parks aus, während die Gemeinde von Val-de-Travers zwei Windparkprojekte unterstützt. Das Thema Windenergie und Windparks muss seiner Meinung nach aber demokratisch diskutiert werden, auch weil es dabei letztlich um eine Interessenabwägung zwischen Energie und Landschaftsschutz gehe. Gerade dieses Thema zeigt aber auch die Grenzen der kantonalen Kompetenz in Sachen Raumplanung und die Auswirkungen der fehlenden Koordination auf. Dem ARE sind in diesem Bereich die Hände gebunden, da Sachpläne in die Zuständigkeit der spezialisierten Ämter fallen. Angesprochen auf seinen Einstand als AREDirektor, wo er für die Umzonung von 55 ha Landwirtschaftsland in Galmiz harsch angegriffen wurde, zeigt sich Pierre-Alain Rumley selbstkritisch. Zwar habe er das Vorgehen der Freiburger Regierung damals nicht unterstützt, aber er habe es auch nicht bekämpft. Im Nachhinein würde er dies anders machen und eine aktivere Rolle übernehmen. Ironie des Schicksals: Damals verlangte Pro Natura seinen Rücktritt, und unterdessen wurde er gar in den Zentralvorstand des Vereins gewählt.

PIERRE-ALAIN RUMLEY Pierre-Alain Rumley hat Geschichte und Geografie an der Universität Neuenburg studiert, sich dann zum Raumplaner weitergebildet und einen Doktortitel der ETH erworben. Von 1984 bis 1997 war er Kantonsplaner in Neuenburg, danach bis 2000 Professor an der EPFL und von 2000 bis 2008 Direktor des Bundesamtes für Raumplanung ARE. Seit 2009 amtet er als Gemeinderat von Val-de-Travers, und seit diesem Jahr ist er auch im Zentralvorstand von Pro Natura sowie in der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL aktiv.


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Teilrevision des Raumplanungsgesetzes und Landschaftsinitiative

Zehn Punkte zur Raumplanung In einem Positionspapier legt der Schweizer Heimatschutz seine Haltung und seine Erwartungen an die künftige Raumplanungsgesetzgebung dar. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

Die Raumplanung in der Schweiz steht vor zentralen Herausforderungen. Seit Jahrzehnten schreitet die Zersiedlung des Landes ungebremst voran. Gleichzeitig wird auch ausserhalb der Bauzonen trotz allen gesetzlichen Regelungen so viel gebaut wie nie zuvor. Die Planung entlang von Landes-, Kantons- und Gemeindegrenzen entspricht nicht mehr der tatsächlichen Siedlungsentwicklung. Der Verfassungsauftrag, mit der knappen Ressource Boden haushälterisch umzugehen, wird angesichts der rasanten Bauentwicklung in den 1960er- und 1970er-Jahren und der Einführung des Raumplanungsgesetzes in den 1980er-Jahren nicht erfüllt. Da von einem weiteren Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum auszugehen ist, muss eine Neuregelung der Raumplanungsgesetzgebung dringend vorangetrieben werden, um unsere Umwelt für die kommenden Generationen nicht noch weiter zu belasten. Vor diesem Hintergrund lancierte der Schweizer Heimatschutz zusammen mit anderen Umweltverbänden im Sommer 2007 die Landschaftsinitiative (www.landschaftsinitiative.ch). Bereits ein Jahr später konnte die Initiative eingereicht werden. Sie verlangt mehr Bundes-

EINFAMILIENHÄUSER: EIN AUSLAUFMODELL? Eine Fachtagung des Schweizer Heimatschutzes im Rahmen der anstehenden Teilrevision des Raumplanungsgesetzes und der Landschaftsinitiative. Dienstag, 8. Februar 2011 UniS, Bern Die Zersiedlung schreitet voran. Der Verlust an Kulturland und an intakten Landschaften nimmt zu, und der Aufwand für den Ausbau und den Unterhalt der Infrastruktur wird immer grösser. Die stete Erweiterung der gebauten Flächen, wie man sie in der Schweiz seit der Nachkriegszeit erlebt, ist mit dem Boom der Einfamilienhäuser verbunden. 2008 machten sie 70 Prozent der neu gebauten Wohngebäude aus. Was passiert, wenn die Kosten für den Einzelnen (Mobilität) und das Kollektiv (Infrastruktur) massiv steigen? Haben die Einfamilienhausquartiere überhaupt noch eine Zukunft, oder sind sie die Brachen von morgen? Mehr dazu unter www.heimatschutz.ch/veranstaltungen

kompetenzen in der Raumplanung und einen 20-jährigen Stopp für die Erweiterung von Bauzonen, damit vorerst die grossen Reserven in den bestehenden Bauzonen genutzt werden. Ende 2008 präsentierte der Bundesrat einen Entwurf für ein neues Raumentwicklungsgesetz. Dieser erwies sich insgesamt als zu kontrovers und wurde zurückgezogen. Im September 2010 entschied der Ständerat über eine Teilrevision des bestehenden Raumplanungsgesetzes als Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative. Im Frühling 2011 befindet der Nationalrat darüber. Der Schweizer Heimatschutz hat von der Zukunft der Besiedlung unseres Landes eine klare Vorstellung. In einem soeben erschienenen Positionspapier legt er Politik, Bevölkerung, Behörden und Verbänden seine Haltung und seine Erwartungen an die künftige Raumplanungsgesetzgebung dar, die immer auch dem Aspekt einer hochwertigen Baukultur Rechnung tragen muss. Die zehn wichtigsten Punkte: 1. Zersiedlung stoppen: Die negativen Folgen des verschwenderischen Umgangs mit dem Boden sind nicht mehr zu übersehen. Oberstes Ziel muss die Einführung von wirkungsvollen Massnahmen gegen die Zersiedlung und für eine haushälterische Bodennutzung sein. 2. Verkleinerung überdimensionierter Bauzonen: Rund 70 Prozent der Gemeinden weisen überdimensionierte Bauzonen auf. Die Gemeinden sind deshalb zur Verkleinerung überdimensionierter Bauzonen zu verpflichten. 3. Planungsmehrwerte abschöpfen: Eine Änderung des Zonenplanes kann den Wert eines Grundstückes ums Zehn- bis Hundertfache erhöhen. Dieser Mehrwert wird durch politische Entscheide geschaffen und steht daher zu einem guten Teil den Steuerzahlenden zu, die auch die Infrastrukturen der Siedlungen finanzieren. 4. (Bau-)Kultur einbringen: Der Umgang mit unserem Boden, mit der Landschaft, Ortsbildern und Gebäuden ist weit mehr als eine wirtschaftliche Angelegenheit, sondern wichtig für


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Romont (Bild Yves André)

das Wohlbefinden der Menschen. Der Begriff (Bau-)Kultur ist in den allgemeinen Zielen der Gesetzgebung zu nennen. 5. Ortsbilder und Denkmäler schützen: Ortsbilder und Baudenkmäler machen Orte unverwechselbar. Sie schaffen Identität und somit Heimat. Sie sind die prägenden Bestandteile unserer Siedlungen. Das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz muss in den allgemeinen Siedlungszielen zwingend Erwähnung finden. 6. Zweitwohnungsbau begrenzen: Der Anteil von Zweitwohnungen in Tourismusgebieten hat heute an verschiedenen Orten ein verträgliches Mass weit überschritten. Die Nachteile sind augenfällig: Die Grundlagen des Tourismus – die einmaligen Landschaften – werden zerstört. Der Zweitwohnungsbau ist deshalb wirkungsvoll zu begrenzen. 7. In funktionalen Räumen planen: Siedlungen wachsen immer mehr zusammen, während die Planung an den Gemeinde- und Kantonsgrenzen oft aufhört. Die zukünftige Planung des Raumes muss sich mehr am gelebten Leben orientieren als an den politischen Grenzen. 8. Landschaft schützen: Unbelastete Landschaften gibt es kaum mehr, weil überall gebaut wird. Das Nichtsiedlungsgebiet soll grundsätzlich von Bauten freigehalten werden. Die bisherige Konzeption für das Bauen ausserhalb der Bauzonen soll einfacher, aber nicht locke-

rer werden. Wer ausserhalb der Bauzonen baut, soll einen Beitrag zur Landschaftspflege leisten und sich an einer hochwertigen Baukultur orientieren. 9. Mehr Bundeskompetenzen schaffen: Der Bund ist heute ein schwacher Akteur, wenn es darum geht, die Raumplanung zu bestimmen und umzusetzen. Es fehlen ihm meist die Kompetenzen, um die nationalen Interessen in der Raumplanung zu wahren. Es gilt in der Raumplanung, wegzukommen von der Haltung «jeder macht, was er will». 10. Vollzug stärken: Die Einführung eines Beschwerderechtes für Umweltverbände in raumplanerischen Angelegenheiten hilft, den oft nicht ernst genommenen Vollzug der Gesetzgebung zu stärken.

Das Positionspapier kann unter www.heimatschutz.ch/shop bestellt oder unter www.heimatschutz.ch/politik als PDF-Dokument heruntergeladen werden.


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Révision partielle de la Loi fédérale sur l’aménagement du territoire et initiative fédérale pour le paysage

Dix points-clés pour l’aménagement du territoire Dans sa prise de position, Patrimoine suisse expose son point de vue et ses attentes concernant la future législation sur l’aménagement du territoire. Adrian Schmid, secrétaire général de Patrimoine suisse

Villars-sur-Glâne (photo Yves André)

L’aménagement du territoire est confronté, en Suisse, à des défis majeurs. Depuis des décennies, le mitage du territoire progresse à un rythme effréné. Même en dehors des zones à bâtir, on construit, en dépit de toutes les dispositions légales, plus qu’on ne l’a jamais fait. Les études d’aménagement confinées à l’intérieur des frontières nationales, cantonales et communales ne correspondent plus au développement effectif de l’urbanisation. Le mandat constitutionnel d’assurer une utilisation judicieuse et mesurée de la ressource limitée qu’est le sol, tel que le concrétisait en 1980 l’entrée en vigueur de la LAT suite à l’essor fulgurant de la construction dans les années 60 et 70, n’est pas rempli. Comme il faut s’attendre à ce que la croissance démographique et économique se poursuive, il est urgent de repenser la législation sur l’aménagement du territoire, afin

d’éviter que ne se détériore encore l’environnement que nous léguerons aux générations futures. Dans cette perspective, Patrimoine suisse a lancé en été 2007, avec d’autres organisations environnementales, l’initiative pour le paysage. Celle-ci a pu être déposée à peine un an plus tard. Elle demande que la Confédération dispose de davantage de compétences en matière d’aménagement du territoire, et propose un moratoire de 20 ans sur l’extension des zones à bâtir, afin que soient d’abord utilisées les importantes réserves qu’offrent les zones à bâtir existantes. Fin 2008, le Conseil fédéral a présenté un projet de nouvelle loi sur le développement territorial. Celui-ci, s’étant révélé trop controversé, fut retiré. En septembre 2010, le Conseil des Etats a statué sur la révision partielle de l’ac-


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tuelle Loi sur l’aménagement du territoire, lancée à titre de contre-proposition à l’initiative pour le paysage. Le Conseil national se prononcera pour sa part au printemps 2011. Patrimoine suisse a une vision claire de la manière dont le territoire national devrait se développer. Dans un nouveau document, l’association présente sa position et ses attentes envers la future législation sur l’aménagement du territoire, qui devra aussi veiller à assurer la qualité du patrimoine bâti. Les dix points-clés: 1. Stopper le mitage du territoire: Les conséquences néfastes de l’usage peu économe qui est fait du sol sont évidentes. Le but suprême doit être l’introduction de mesures efficaces contre le mitage du territoire et en faveur d’une utilisation judicieuse et mesurée du sol. 2. Réduire les zones à bâtir surdimensionnées: Près de 70% des communes présentent des zones à bâtir surdimensionnées. Il convient donc de les obliger à les réduire. 3. Prélever les plus-values résultant des mesures d’aménagement: Un changement d’affectation peut faire augmenter la valeur d’un bien-fonds d’un facteur dix à cent. De telles plus-values résultent de décisions politiques et devraient en bonne partie bénéficier aux contribuables, qui financent les infrastructures des zones urbanisées. 4. Intégrer la notion de patrimoine (bâti): Une bonne gestion du sol, du paysage, des sites construits et des bâtiments représente bien davantage qu’un enjeu économique. Elle est essentielle pour le bien-être de l’homme. Aussi convient-il d’ancrer la notion de patrimoine (bâti) dans les buts généraux de la législation. 5. Protéger les sites construits et les monuments: Les sites construits et les monuments font toute la spécificité d’un lieu. Ils sont porteurs d’identité et d’un sentiment d’appartenance au lieu. Ils constituent les éléments caractéristiques de nos villes et villages. Il est impératif que l’Inventaire des sites construits à protéger en Suisse soit mentionné dans les buts généraux relatifs au milieu bâti. 6. Limiter la construction de résidences secondaires: Dans diverses régions touristiques, la proportion de résidences secondaires a de loin dépassé les limites du tolérable. Les inconvénients en sont patents: les bases mêmes du tourisme – les paysages exceptionnels des régions concernées – sont détruites. Il s’agit donc de juguler efficacement la construction de résidences secondaires. 7. Planifier à l’échelle des espaces fonctionnels: Alors que les zones urbanisées tendent à se fondre les unes dans les autres à mesure qu’elles croissent, les études d’aménagement s’arrêtent souvent aux frontières communales et canto-

LA VILLA FAMILIALE: UN MODÈLE DU PASSÉ? Un colloque organisé par Patrimoine suisse dans le cadre de la révision partielle de la Loi fédérale sur l’aménagement du territoire et l’initiative pour le paysage. Mardi, 8 février 2011 UniS, Berne Le mitage du territoire s’accélère, la consommation de terres agricoles progresse et les dépenses pour la construction et l’entretien des infrastructures ne cessent de croître. L’accroissement constant des surfaces bâties, observé en Suisse depuis les années cinquante, est en effet clairement corrélé avec l’essor des maisons individuelles. En 2008, 70% des nouveaux bâtiments avec logements construits en Suisse représentaient des maisons individuelles. Que se passera-t-il lorsque les coûts privés (mobilité) et collectifs (infrastructures) augmenteront massivement? Les zones villas ont-elles un avenir ou sont-elles les friches de demain? Pour en savoir plus: www.patrimoinesuisse.ch/manifestations

nales. Il importe donc que la planification se conçoive désormais à l’échelle des espaces vécus, sans plus se cantonner aux frontières politico-administratives. 8. Protéger le paysage: Les paysages intacts ont pratiquement disparu, car on construit partout. Les zones de non-bâtir doivent en principe être maintenues libres de constructions. Il convient de simplifier, mais sans l’édulcorer, l’actuelle réglementation relative aux constructions sises hors de la zone à bâtir. Quiconque construit hors de la zone à bâtir devrait contribuer à la préservation du paysage et se soumettre à des exigences élevées en matière de qualité architecturale. 9. Accorder davantage de compétences à la Confédération: Lorsqu’il s’agit de définir et de mettre en œuvre la politique d’aménagement du territoire, la Confédération est aujourd’hui un acteur faible. Il lui manque souvent les compétences nécessaires pour sauvegarder les intérêts nationaux dans ce domaine. Il s’agit de se départir de l’attitude consistant à admettre que chacun fasse ce qu’il veut. 10. Renforcer l’application de la législation: L’introduction d’un droit de recours des organisations environnementales en matière d’aménagement du territoire aiderait à renforcer l’application, souvent déficiente, de la législation.

Vous pouvez commander la prise de position à l’adresse www.patrimoinesuisse.ch/shop ou la télécharger au format PDF sur www.patrimoinesuisse.ch/politique.


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Der Kalte Krieg und die Zersiedlung der Schweiz

Zieht hinaus! Heute behauptet niemand, dass unsere Stadtgestalt von militärischen Strategien geprägt sein könnte. Ein Blick in die Geschichte lässt jedoch vermuten, dass die Dezentralisation, wie wir sie in der Schweiz kennen, durchaus im Interesse des Militärs lag. Gerold Kunz, Architekt und Denkmalpfleger NW

Stadtgestalt und Sicherheit waren bis ins ausgehende 19. Jahrhundert vom Bild der Stadt untrennbar. Erst mit dem Schleifen der barocken Stadtbefestigung wurde auch das Bild der Stadt revidiert. Die Veränderungen der Kriegstechniken durch die industrielle Revolution machten die barocken Anlagen wertlos. Und weil sie die Entwicklung der Städte hemmten, wurden sie grossflächig abgetragen. In Wien entstand der Ring mit den repräsentativen Kulturbauten, aber auch Kleinstädte wie Solothurn oder Winterthur folgten diesem Beispiel. Die Stadt hatte sich im Zeitalter des Eisenbahnbaus von ihren militärischen Fesseln befreit und eine neue Ausgangslage für die anstehenden Expansionen geschaffen. Stanislaus von Moos hatte den Einfluss von «Turm und Bollwerk», so der Titel einer Publikation von 1974, auf die Stadt der italienischen

Corminbœuf (Bild Yves André)

Renaissance untersucht und im militärischen Bauen eine frühe Form eines internationalen Stils gesehen. In den frontal aufgebauten Stadtansichten des ausgehenden Mittelalters hatten die Türme Symbolkraft: Sie erfüllten nicht nur militärische Zwecke, ihre Ausgestaltung hatte auch eine visuelle Botschaft. Anzahl und Höhe machten von weitem deutlich, dass es hier etwas zu verteidigen gab. Nicht die Kostbarkeiten wurden zur Darstellung gebracht, sondern der Wille, diese notfalls mit allen Mitteln zu verteidigen. Als sich in der Renaissance und im Barock die Befestigungsanlagen wandelten, veränderte sich auch der Blick auf die Stadt: Die Ansicht aus der Luft wurde zum massgebenden «Bild», denn die regelmässig angeordneten Sporne rahmten die Stadt wie das Herz einer Blume ein. Städtchen wie Neuf-Brisach im Elsass


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zeugen noch heute davon, wie augenfällig der Gegensatz der tatsächlichen Stadtansicht und der von dem Schutzring geprägten Aufsicht sein konnte. Noch 1935 zeigten die jungen Architekten Rudolf Steiger, Wilhelm Hess und Georg Schmitt in der Amsterdamer CIAM-Ausstellung «Die Funktionelle Stadt» eine historische Tabelle der wichtigsten stadtbildenden Faktoren. Sie führten dabei neben der gesellschaftlichen Struktur bereits an zweiter Stelle auch die Angriffs- und Verteidigungswaffen auf. Wenn auch der Beitrag auf Betreiben von Walter Gropius schon nach kurzer Zeit wieder aus der Ausstellung entfernt wurde, steht ihre Studie am Anfang der modernen Planung der Schweiz, die wiederholt Gegenstand von vertieften Betrachtungen war. Brandherde und städtebauliche Struktur Unerforscht hingegen ist in der Raumplanungsdiskussion bis heute das mögliche Interesse des Militärs an der dezentralisierten Stadt. Denn eine dezentralisierte Bebauungsstruktur ist weniger anfällig für Luftangriffe. Mit der Raumplanung sicherte sich der Bund, und somit das Militär, ein Mitspracherecht in der kommunalen Zonenplanung, auch in der Absicht, nationale Interessen gegen lokale durchzusetzen. In den 1950er-Jahren war die Schweiz noch weit entfernt von einer umfassenden Raumplanungsgesetzgebung. Der Verfassungsartikel lag 1969 vor, das Gesetz wurde aber erst 1980 gültig, quasi kurz vor Ende des Kalten Kriegs. Zu diesem Zeitpunkt war die Zersiedlung der Schweiz vollzogen. Diese «natürlich gewachsene Stadt» war für das Militär von Interesse. Der Zusammenhang zwischen städtebaulichen Strukturen und Brandherden wurde 1969 im legendären Büchlein «Zivilverteidigung» kurz thematisiert. Lapidar wird hier die Altstadt mit 45–50 Brandherden der durchgrünten Vorstadt mit 6–8 Brandherden je Hektare gegenübergestellt. Was sich als eine militärische Absage an verdichtete Stadtstrukturen liest, kann durchaus auch als Auftrag für die Raumplanung gelesen werden: Dezentralisation! Erfahrungen aus dem Luftkrieg «Ziehen Sie hinaus!», forderte in den 1950erJahren der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright seine Bauherren auf, die Städte zu verlassen und sich auf dem Land niederzulassen. «Nicht die Stadt geht aufs Land, Stadt und Land werden eins», lautete sein Versprechen. Er entwickelte «das natürliche Haus», welches (im Gegensatz zu den früheren Präriehäusern) weiträumigere Grundstücke erforderte, sodass es in herkömmlichen Vor-

stadtsiedlungen nicht länger zu platzieren war. Seine «usonischen Häuser», Prototypen eines amerikanischen Hauses schlechthin, sollten möglichst weit weg von der Stadt gebaut werden. Wright war überzeugt, dass für ein beengtes Zusammenleben keine Notwendigkeit mehr bestand. «In der alten Stadt war jede kleine Stadt eine Festung. Heute gibt es diese Verhältnisse nicht mehr.» Denn die Bedrohung komme vom Himmel «in Form der Atombombe». Wright war überzeugt: «Je weiter Sie sich verteilen und zerstreuen, desto geringer wird die Versuchung für die Bombe.» Wrights Überlegungen stützen sich auf Erfahrungen, wie sie Europa während des Zweiten Weltkriegs machte. In Deutschland, insbesondere in Berlin, hatten die Brandbomben verheerende Schäden in den Quartieren der Gründerjahre hinterlassen. Noch unter Albert Speer wurden erste Studien einer «künftigen Gestaltung der Städte unter Berücksichtigung der Luftkriegserfahrung» unternommen. Das Resultat war die aufgelockerte Stadt, so «dass Brand- und Sprengbomben eine möglichst geringe Wirkungsmöglichkeit erhielten». Johannes Göderiz, dem die Planung unterlag, führte als erste Grundsätze die Dezentralisation, die Zellenbildung und die Auflockerung an, was konkret die «Vermeidung von Riesenstädten und baulichen Ballungen» meinte. Ein Konzept für den Ausbau der Schweiz der Nachkriegsjahre? Die Erfindung der Ausnützungsziffer Konzentrierte Dezentralisierung war im Siedlungsbau der 1950er-Jahre der Schweiz eine wichtige Leitlinie. Die Urbanisierung fand auf

Anzahl Brandherde in der Vorstadt und der Altstadt. (Bild aus dem Buch Zivilverteidigung, EJPD, 1969) Nombre de foyers d’incendie dans la vieille ville et dans un quartier périphérique. (photo extraite du livret de la défense civile, DFJP, 1969)


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dem Land statt. Die Neuerungen im Automobilbau machten den Kauf eines Autos für viele erschwinglich und ein Leben auf dem Land möglich. Dem Aufruf Wrights folgten nicht nur jene Architekten, die in den 1950er-Jahren bei ihm als «fellows» tätig waren. Der «american way of life» wirkte auch in der Schweiz in vielen Bereichen als eine Art Leitkultur, auch wenn das Land in einer konservativen Geisteshaltung verharrte. Städte und Dörfer entwickelten sich unter dem Begriff des «organischen Wachstums», was eine freie und natürliche Entwicklung der Siedlungen meinte. Max Frisch stellte damals lakonisch fest: «Die Freiheit, die schweizerische Freiheit! Die besteht doch gerade darin, dass jeder Schweizer bauen kann, wo er will und wie er will, und dass er keine Planung will, alles, nur keine Planung, sondern Freiheit.» In den Anfängen der Raumplanung wurde viel

Lentigny (Bild Yves André)

über Dichte diskutiert. Es galt, das richtige Mass zu finden, um gestalterische Vielfalt zu ermöglichen, aber auch um gegen die Spekulation wirksam zu sein. «Wenn Dichtezahlen als Hauptmerkmal von Bauzonen festliegen, bewirken sie eine Auflockerung in gestalterischer Hinsicht», schrieb Hans Marti, einer der wichtigsten Vertreter der Debatte 1957. Fündig wurden die Planer in der Ausnützungsziffer. Mit dieser liess sich die Bebauung einfach steuern, und zwar so, dass jedes Grundstück nur mit ca. 20 Prozent seiner Grundfläche bebaut wurde. Denn betrug die Ausnützungsziffer 0.8, konnte viergeschossig gebaut werden, betrug sie hingegen 0.4, resultierte daraus eine zweigeschossige Zone. Diese simple Mechanik hat grosse Teile der Schweiz geprägt. Sie hat jene Stadt entstehen lassen, die wir heute kennen: vermutlich tatsächlich keine «Versuchung für die Bombe». Auftrag ausgeführt!


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La Guerre froide et l’urbanisation dispersée de la Suisse

Sortez de la ville! Aujourd’hui, personne ne prétend que l’aménagement urbain pourrait porter la marque de stratèges militaires. Un regard rétrospectif nous permet toutefois de supposer que la ville dispersée que nous connaissons en Suisse était un concept au service de l’armée.

Gerold Kunz, architecte et conservateur des monument et sites NW

Jusqu’à la fin du XIXe siècle, sécurité et aménagement urbain sont restés indissociables. La révolution industrielle transforme la ville. La modification des techniques de guerre provoque le démantèlement des fortifications. L’espace libéré est aménagé de boulevards périphériques aérés. Le chemin de fer complète la libération de la ville dont l’expansion n’est plus entravée dans des limites étroites. Stanislaus von Moos, qui a étudié l’influence des fortifications sur la ville de la Renaissance italienne, considère les ouvrages fortifiés comme une forme précoce d’un style international. Par leur force symbolique, les tours du Moyen Age remplissaient une fonction défensive. En 1935, lors de l’exposition du CIAM sur la ville fonctionnelle, à Amsterdam, les jeunes architectes Rudolf Steiger, Wilhelm Hess et Georg Schmitt avaient présenté un historique des facteurs ayant contribué à l’aménagement des villes. Les armes offensives et défensives arrivaient en second, après la structure sociale. Cette contribution que Walter Gropius n’a pas tardé à censurer à l’époque donne un aperçu intéressant des débuts de l’urbanisme moderne en Suisse. Risque d’incendie et structure urbaine L’intérêt stratégique de l’armée pour les villes décentralisées n’a pas encore fait l’objet de recherches. Pourtant, les stratèges militaires avaient observé qu’un habitat dispersé est moins vulnérable aux attaques aériennes. La Confédération avait un droit de regard sur les plans de zones communaux et pouvait ainsi défendre l’intérêt national. Dans les années 50, la Suisse n’avait pas encore de législation sur l’aménagement du territoire. L’article constitutionnel sur l’aménagement du territoire a été accepté en 1969, et la loi fédérale d’application n’est entrée en vigueur qu’en 1980, peu avant la fin de la Guerre froide, alors que l’urbanisation du pays était déjà diffuse. Le fameux livret: «Défense civile» paru en 1969, établissait un lien entre les structures urbaines et les

risques d’incendie, et montrait qu’une vieille ville présentait une cinquantaine de foyers d’incendie potentiels par l’hectare, et un quartier périphérique, grâce à son maillage vert, seulement six à huit. Le rejet de la ville dense par l’armée peut être décrypté comme un mandat de décentralisation. Expérience de la guerre aérienne Dans les années 50, l’architecte américain Frank Lloyd Wright a demandé de sortir de la ville et construit ses «usonian houses» le plus loin possible de la ville car l’expérience de la Seconde Guerre mondiale l’avait persuadé que l’habitat dispersé était moins tentant pour les bombes. En Allemagne, les bombes avaient dévasté le cœur historique de Berlin, et des études d’Albert Speer sur la conception urbanistique des villes arrivaient à la conclusion que la ville diffuse protège des incendies et des bombes. L’aménagiste Johannes Göderiz avait fixé les premiers principes d’une décentralisation qui évite le gigantisme des villes et les concentrations urbaines. Invention de l’indice d’utilisation La décentralisation concentrée a guidé l’urbanisme suisse des années 50. L’urbanisation s’est étendue sur la campagne grâce à l’automobile. L’appel de Wright a été entendu, et les villes et villages se sont développés selon une croissance organique. Max Frisch disait (en substance) que la liberté en Suisse, c’était surtout la liberté de chaque Suisse de construire là où il le voulait, comme il le voulait, sans planification, en toute liberté. Au début de l’aménagement du territoire, la densité a fait débat. Hans Marti, l’un des protagonistes les plus influents du débat de 1957, était persuadé que les indices de densité pouvaient influer sur l’urbanisme et a proposé la mise en place de l’indice d’utilisation du sol pour différencier les zones à bâtir. Ce mécanisme a marqué le développement territorial de la Suisse et a donné naissance à la ville que nous connaissons aujourd’hui.


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Cottens (photo Yves André)

L’«Enquête photographique fribourgeoise» 2008 a été confiée à Yves André. Cette sixième enquête intitulée «Paysages occupés» témoigne de l’occupation de plus en plus importante du paysage par des constructions. En 1996, le Service de la culture du Canton de Fribourg créait «l’Enquête photographique fribourgeoise». A l’issue d’un concours, il confie tous les deux ans, à un photographe, la réalisation d’une enquête sur un sujet documenté. Celle-ci fait ensuite l’objet d’une exposition, éventuellement d’une publication. Cette initiative s’inscrit dans une politique d’encouragement à la création et permet également de constituer un patrimoine photographique contemporain consacré à un canton.

2008 wurde Yves André mit der «Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg» beauftragt. Seine Reportage, die sechste dieser Reihe, trägt den Titel «Paysages occupés» und illustriert, wie die Landschaft des Kantons immer mehr von Bauten in Beschlag genommen wird. 1996 hat das Kulturamt von Freiburg die «Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg» ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes beauftragt der Kanton alle zwei Jahre eine Fotografin, einen Fotografen mit der Realisierung einer Reportage. Das Resultat dieser Arbeit wird jeweils anlässlich einer Ausstellung gezeigt und öffentlich gemacht. Diese Initiative entspricht der Politik zur Förderung des kreativen Schaffens und ermöglicht es zudem, ein fotografisches Inventar des Kantons aufzubauen.


Kennst du Lea, Luc und Miro mit ihren langen Spürnasen schon? Luc und seine Cousine Lea entdecken gemeinsam den Schweizer Heimatschutz. Leas Hund Miro ist natürlich immer mit dabei!

Connais-tu déjà ces fins limiers de Lea, Luc et Miro? Luc et sa cousine Lea découvrent ensemble Patrimoine suisse. Miro, le chien de Lea, est bien sûr toujours de la partie!

Lea und Luc lieben es, in Omas alten Fotoalben zu stöbern. Dabei finden sie eine alte Fotografie des Dorfes. Ganz erstaunt stellen sie fest, wie viele neue Häuser seither gebaut wurden. Sie machen sich auf den Weg zum Kirchenhügel und vergleichen das heutige Gesicht des Dorfes mit dem Foto. Lea et Luc adorent feuilleter les vieux albums de photos de grand-maman. Un jour, ils tombent sur une vieille photo du village. Ils sont tout étonnés de voir le nombre de maisons qui ont été construites depuis. Ils se mettent en route vers la colline de l’église et comparent l’aspect actuel du village avec la photo.


Die schöne Eiche wurde gefällt. Früher konnten hier alle Dorfbewohner die Aussicht geniessen. Man konnte Drachen steigen lassen und im Winter Schlitten fahren. Das ist nun vorbei. Und wo soll denn Miro jetzt herumtollen? Auch am Seeufer können nicht mehr alle Kinder spielen, spazieren und baden. Eigentlich schade! Was hat sich sonst noch verändert im Dorf? Le beau chêne a été abattu. Autrefois, tous les habitants du village pouvaient depuis ici contempler le paysage. On pouvait jouer au cerf-volant et faire de la luge en hiver. Tout ça, maintenant, c’est fini. Et Miro? Où peut-il désormais faire le fou? Même au bord du lac, les enfants ne peuvent plus jouer, se balader et se baigner. C’est vraiment dommage! Et sinon, qu’est-ce qui a encore changé dans le village?


Tirage au sort: Comment aménagerais-tu le village? Envoie-nous ton dessin!

Verlosung: Wie würdest du das Dorf gestalten? Schick uns deine Zeichnung!

Imagine que tu habites dans l’immeuble jaune à côté de l’église. Dessine ou peins le village comme tu aimerais qu’il soit. Où pourraient habiter tes copains et copines? De quoi les maisons devraient-elles avoir l’air? Est-ce que le village pourrait même devenir une ville avec de grands immeubles? En tout cas, n’oublie pas de prévoir de la place pour des arbres et des espaces verts. Si tu veux faire un dessin plus grand, tu peux imprimer le modèle sous: www.patrimoinesuisse.ch/lealucmiro

Stell dir vor, du wohnst im gelben Haus neben der Kirche. Zeichne oder male das Dorf so, wie du dir ein Dorf wünschen würdest. Wo könnten deine Freundinnen und Freunde wohnen? Wie sollen die Häuser aussehen? Wird aus dem Dorf sogar eine Stadt mit hohen Häusern? Vergiss dabei nicht, Platz für Bäume und Wiesen zu lassen. Wenn du ein grösseres Bild malen willst, kannst du die Vorlage ausdrucken unter: www.heimatschutz.ch/lealucmiro

Les participants qui seront tirés au sort recevront le jeu captivant «Aqueduc». De plus, les plus beaux dessins seront mis en ligne sous: www.patrimoinesuisse.ch/lealucmiro

Unter allen Einsendungen verlosen wir das spannende Spiel «Aquädukt». Ausserdem werden die schönsten Zeichnungen im Internet zu sehen sein unter: www.heimatschutz.ch/lealucmiro

Envoie ton dessin à: Patrimoine suisse, Case postale 1122, 8032 Zurich

Schicke deine Zeichnung an: Schweizer Heimatschutz, Postfach 1122, 8032 Zürich

Date limite des envois: 15 janvier 2011

Einsendeschluss: 15. Januar 2011

Konzept/Conception: Karin Artho, Thomas Munsch, Gabi Berüter Illustration/Graphisme: Gabi Berüter; Texte/Textes: Thomas Munsch Übersetzung ins Französische/Traduction française: Léo Biétry


Tour d’horizon

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EN BREF Recours des organisations environnementales admis en majorité en 2009 Les 31 organisations environnementales suisses ont déclaré un total de 75 recours bouclés en 2009. Il s’agit plus précisément de 65 cas si l’on tient compte du fait que certains recours ont été déposés en commun par plusieurs organisations. Les dossiers bouclés en 2008 étaient au nombre de 52. Sur ces 75 recours, 50,7 % ont été entièrement admis et 10,7 % partiellement, 5,3 % ont été retirés et réglés par un accord, 13,3 % se sont révélés sans objet parce que la demande de permis de construire a été retirée ou modifiée, et 18,7 % ont été rejetés. Enfin, 1,3 % a été retiré sans aboutir à un accord. Plus de la moitié des procédures a été bouclée dès avant la première instance de recours. Ces chiffres montrent que les recours des organisations environnementales aboutissent fréquemment au succès. Le taux des recours entièrement ou partiellement admis en 2009 est resté pratiquement inchangé par rapport à 2008, à savoir 61,5 %. Les organisations environnementales présentaient cette année pour la deuxième fois les résultats des recours bouclés l’année précédente. Le Conseil fédéral avait exigé cette évaluation après la modification le 1er juillet 2007 de la Loi sur la protection de l’environnement. www.bafu.admin.ch

Les villages de Vrin et de St-Martin primés Les villages de Vrin dans le canton des Grisons et de St-Martin dans le canton du Valais ont été distingués par un prix européen pour le renouveau villageois. Le Prix Européen pour le renouveau villageois est décerné tous les deux ans. Il est organisé par l’Association européenne pour le développement rural et le renouveau villageois (ARGE).

Allianoi en Turquie: les préparatifs avant l’engloutissement du complexe thermal romain ont commencé. (photo Europa Nostra) Allianoi in der Türkei: Die Vorbereitungsarbeiten für die Flutung der römischen Thermen haben begonnen. (Bild Europa Nostra)

Vrin (Prix Wakker 1998) a été primé pour son «développement villageois de qualité exceptionnelle, global, durable et conforme à la devise». Quant à St-Martin, ce sont ses «prestations particulières dans divers domaines du développement villageois» qui se sont illustrées. Au total, 30 projets réalisés en Allemagne, en Autriche, en Belgique, en Hongrie, en Italie, au Luxembourg, aux Pays-Bas, en Pologne, en Slovaquie, en Suisse et en Tchéquie ont été primés. www.landentwicklung.org

La revue du patrimoine vaudois Contrairement à la plupart des autres cantons romands, Vaud ne disposait pas d’une revue consacrée à l’histoire de son propre patrimoine alors que, paradoxalement, son Université est la seule à disposer d’un enseignement dédié à l’étude du patrimoine régional. Des revues historiques existent bien (la Revue historique vaudoise notamment), mais elles ne sont pas adaptées à la publication des textes illustrés propres à la discipline et leur forme thématique retarde parfois longuement la parution d’études originales. Fondée en 2010, la revue d’histoire de l’art Monuments vaudois pallie l’absence de pla-

Vrin (Prix Wakker 1998) a reçu avec St-Martin un prix européen pour le renouveau villageois. (photo Ps) Vrin (Wakkerpreis 1998) erhielt zusammen mit St-Martin einen europäischen Dorferneuerungspreis. (Bild SHS)

teforme de publication pour les recherches libres. Les chercheurs indépendants et confirmés y collaborent (notamment les membres de l’Arham), mais également les personnes récemment diplômées ayant traité un sujet régional dans le cadre de leur mémoire, ainsi que les étudiants ayant réalisé des recherches de qualité durant leur cursus universitaire. Cette revue favorise donc aussi la relève en histoire de l’art régional et l’insertion des jeunes chercheurs dans le milieu professionnel des historiens de l’art et du patrimoine. La Section des monuments et sites du Canton de Vaud, l’Office cantonal de la Protection des biens culturels (PBC) et la déléguée à la conservation du patrimoine bâti de la Ville de Lausanne contribuent également à la revue par des interventions liées à la conservation du patrimoine. www.monumentsvaudois.ch

Allianoi: avenir menacé pour le complexe thermal romain Le 10 avril 2010, les travaux préparatoires ont commencé pour l’inondation planifiée d’Allianoi, un complexe de bains romains remarquable et situé dans une ville proche de Bergama en Turquie occidentale (cf. article p. 2 de Heimatschutz/Patrimoine 1/2010). L’inondation d’Allianoi, étant une partie du plan de barrage d’irrigation Yortanli, aboutira à la perte du site entier, de la ville thermale antique, y compris l’impressionnant complexe qui y est préservé, datant du IIe siècle ap J.-C.. Depuis 2005, Europa Nostra a exprimé à plusieurs reprises, aux niveaux les plus hauts du Gouvernement turc et à la presse, son inquiétude face à cette menace alarmante et bien présente concernant ce site archéologique important. Europa Nostra consacre à Allianoi une rubrique sur son site internet. Celle-ci donne une vue d’ensemble de la campagne avec photos, films, lettres aux autorités compétentes. www.europanostra.org/allianoi


Rundschau

KURZ UND BÜNDIG Luzern – eine Touristenstadt Die bestehende Architektur in Luzern ist in den Führern von Otti Gmür gut dokumentiert. Nun liegt mit «Luzern – eine Touristenstadt», der Dissertation von Dr. Peter Omachen, eine wichtige Publikation vor, die den Einfluss der Tourismusarchitektur auf das Stadtbild von Luzern untersucht. Nachgezeichnet wird die Entwicklung der Luzerner Hotelarchitektur von 1782 bis 1914. Die aus einem Inventarauftrag der Luzerner Denkmalpflege hervorgegangene Dokumentation ist der Kernbestand der Publikation. Sie wartet mit zahlreichen erstmals publizierten Fotografien auf, die anschaulich die Anpassungen des Stadtbilds für den Tourismus wiedergeben. Auch wird dem Luzerner Architekten Emil Vogt gebührend Platz eingeräumt und die Publikation von 1999 mit wichtigen Hinweisen ergänzt. Angesichts der grossen Anzahl an Gebäudedaten wird bewusst, welche wichtige Rolle der Tourismus für die Entwicklung von Luzern gespielt hatte. Ohne die Investitionen in die Hotels wäre der Ausbau der Luzerner Neustadt kaum in der kurzen Zeitspanne zwischen 1890 und 1900 erfolgt. Damals wurde der Gebäudebestand in Luzern um 25 Prozent vergrössert. Omachen spricht von einer «touristischen Neugründung des 19. Jahrhunderts». Die Hotels, die Quaianlagen, die Infrastrukturbauten und der Ausbau der Neustadt haben der Stadt jenes Gesicht gegeben, welches Luzern bis heute prägt. An der Buchvernissage vom 6. September waren denn auch neben Architekten, Restauratoren und Denkmalpflegern zahlreiche Liebhaber der Hotelarchitektur anwesend, die dem gut besuchten Anlass im Zeugheersaal des Hotels Schweizerhof zu Glanz und Ehre verhalfen. www.hierundjetzt.ch

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Buchvernissage «Luzern – eine Touristenstadt», Peter Omachen in Aktion. (Bild Gerold Kunz) Vernissage du livre «Luzern –eine Touristenstadt»: Peter Omachen en pleine action. (photo Gerold Kunz)

Europäische Tage des Denkmals wiederum erfolgreich Mit insgesamt gegen 50 000 Besucherinnen und Besuchern waren die 17. Europäischen Tage des Denkmals unter dem Motto «Am Lebensweg» ein unbestrittener Erfolg. Diese Begeisterung – dieses Jahr besonders für Privathäuser, archäologische Fundstätten und Klöster – bestätigt das Interesse an dem Anlass europäischen Zuschnitts, welcher in der Schweiz jeweils am zweiten Septemberwochenende durchgeführt wird. Der grosse Zuspruch für die Denkmaltage ist ein positives Zeichen für die Erhaltung des Reichtums und der Vielfalt unseres kulturellen Erbes. Diese Aufgabe kann aber nicht ohne finanzielle Unterstützung geleistet werden. Sollte sie im Rahmen von Sparmassnahmen geopfert werden – was derzeit droht –, vermöchten die Denkmaltage künftig sicherlich nicht mehr in dem Masse zu begeistern und zu faszinieren.

Das Psychiatriezentrum Münsingen (BE) konnte während der erfolgreichen Europäischen Tage des Denkmals besucht werden. (Bild Verena GerberMenz) Le Centre de psychiatrie de Münsingen a bénéficié d’une forte affluence de visiteurs durant les journées européennes du patrimoine. (photo Verena GerberMenz)

Den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern wurde bewusst, welche Fülle an Kulturgut das Leben tagtäglich begleitet, ohne dass es einem auffällt. Die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung NIKE freut sich schon jetzt, am 10. und 11. September 2011 zum nächsten Wochenende des Hereinspazierens und Entdeckens einzuladen. Im Zentrum stehen wird dann «Ungewöhnliches Kulturerbe oder: eine Welt unter unseren Füssen». www.hereinspaziert.ch

25 Jahre Deutsche Stiftung Denkmalschutz Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 1985 gegründet. Als grösste private Institution, die sich bundesweit für den Denkmalschutz engagiert, hat sie zwei Aufträge: bedrohte Kulturdenkmäler zu bewahren und das Bewusstsein für den Denkmalschutz in der Öffentlichkeit zu stärken, um möglichst viele Menschen zur Mithilfe zu gewinnen. Publikationen wie die Zeitschrift Monumente, der «Tag des offenen Denkmals», Ausstellungen und Vorträge, Fortbildungszentren für Handwerker und Architekten und ein weites Netz ehrenamtlicher Ortskuratorien sind nur einige Aktivitäten der Stiftung, die der Bewusstseinsbildung für die Bedeutung des Denkmalschutzes dienen. Insbesondere junge Menschen für das Kulturerbe und den Denkmalschutz vor Ort zu begeistern, dieses Ziel verfolgen gleich zwei Projekte: die Schulaktion «denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule» und die Jugendbauhütten. Während mit der bundesweiten Aktion von «denkmal aktiv» Schulen angeregt werden, das Themenspektrum Kulturerbe und Denkmalschutz in den Schulunterricht zu integrieren, können in den Jugendbauhütten junge Menschen ein «Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege» absolvieren. Im Rahmen dieses Freiwilligen Jahres sind die Jugend-


Rundschau

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lichen im Alter von 18 bis 26 Jahren in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros sowie bei Denkmalbehörden praktisch tätig. Über 190 000 private Förderer haben inzwischen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz rund 140 Millionen Euro Spenden anvertraut. Diese Zahl belegt die grosse Bedeutung, die die Bevölkerung dem Erhalt der gebauten Umwelt zumisst. Seit ihrer Gründung konnte die Stiftung über 430 Millionen Euro für mehr als 3600 Baudenkmale zur Verfügung stellen. www.denkmalschutz.de

Rustici im Tessin Der Tessiner Grosse Rat hat den kantonalen Nutzungsplan «Landschaften mit schützenswerten Bauten» im Mai 2010 verabschiedet. Dieser Plan bezeichnet erhaltenswerte Kulturlandschaften und soll damit die Umnutzung von ungefähr 11 000 Rustici ausserhalb der Bauzonen ermöglichen. Nach Bundesrecht ist der Kanton befugt, solche Änderungen vorzusehen, sofern die Gebäude und die Landschaft in einem Nutzungsplan als schützenswert bezeichnet sind. Das Bundesrecht sowie der vom Bundesrat genehmigte Tessiner Richtplan verlangen allerdings ein restriktives Ausscheiden der schützenswerten Landschaften und der darin umnutzbaren Bauten. Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE hat als Aufsichtsbehörde zu prüfen, ob der Nutzungsplan den Anforderungen des Bundesrechts genügt. Aus Sicht des Bundes bedürfen noch einige Elemente des Planes der Präzisierung; insbesondere sind die ausgeschiedenen Landschaften nicht in allen Teilen schützenswert und die Anforderungen bezüglich Schutz und Pflege der Landschaft nicht hinreichend. Um sicherzustellen, dass der Nutzungsplan bundesrechtskonform angewendet wird, reicht das ARE beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Tessin Beschwerde ein. Dies teilte das ARE im September mit. Das ARE möchte allerdings vermeiden, dass der Nutzungsplan insgesamt für ungültig erklärt wird. Es will daher gemeinsam mit dem Kanton nach Lösungen suchen, damit möglichst bald erste bundesrechtskonforme Bewilligungen für die Umnutzung von Rustici erteilt werden können. Das ARE hat den Tessiner Behörden seine Unterstützung angeboten, um die Schwächen des Nutzungsplans zu beheben. Es hat sich auch bereit erklärt, die Beschwerde zurückzuziehen, wenn für die sich stellenden Probleme eine Lösung gefunden wird. www.are.admin.ch

Das historische Hotel des Jahres 2011 Bereits zum fünfzehnten Mal seit 1997 hat die Jury, die sich aus Fachleuten in den Bereichen Denkmalpflege, Architektur, Geschichte, Gastronomie und Hotellerie zusammensetzt, «das historische Hotel des Jahres» erkoren. Aus den eingereichten Bewerbungsdossiers wurde das «Hotel Bellevue des Alpes» auf der Kleinen Scheidegg zum Sieger ernannt und trägt fortan das Prädikat «Historisches Hotel des Jahres 2011». Das «Hotel Bellevue des Alpes» wurde ausgezeichnet für die «beispielhafte Erhaltung eines Hotels aus der Pionierzeit des Alpinismus und des Skisports – ein Juwel am Brennpunkt von Tourismus und Naturschönheit». Ein weiterer Betrieb im Kanton Bern, das «Restaurant Harmonie» in der Stadt Bern, erhielt von der Jury eine «Besondere Auszeichnung». Den von der Mobiliar gestifteten «Spezialpreis der Mobiliar 2011» für ein historisches Einrichtungsstück ging an das «Restaurant Schloss Wülflingen» in Winterthur für die vorbildliche Restaurierung und das Erlebbarmachen der wertvollen Innenausstattung. www.icomos.ch

Umgebautes Rustico im Tessin. (Bild SHS) Rustico transformé au Tessin. (photo Ps)

UNTER HEIMATSCHUTZ? «Guten Tag. Ich möchte wissen, ob mein Haus unter Heimatschutz steht ...?» Fast täglich werden wir auf der Geschäftsstelle des Schweizer Heimatschutzes mit dieser und ähnlichen Anfragen konfrontiert. «Ein Gebäude steht nicht unter Heimatschutz, sondern – wenn überhaupt – unter Denkmalschutz», erklären wir jeweils geduldig und verweisen an die kantonale Denkmalpflege oder die zuständige Gemeindebehörde. Die Verwechslung von Heimatschutz und Denkmalschutz (und damit der Denkmalpflege) ist gang und gäbe. Manchmal wird über die Vorgaben des Heimatschutzes gelästert, gemeint sind die Denkmalschutzauflagen. Oder das Engagement der Denkmalpflege wird gelobt, obwohl das Lob dem Heimatschutz gilt. Oder genau umgekehrt. Unter Denkmalschutz gestellt werden Bauten vom Kanton oder von den Gemeinden. Die kantonalen Denkmalpflegestellen betreuen die Arbeiten an diesen geschützten Bauten, und sie sind zum Beispiel für die Erstellung von Gutachten und die Berechnung allfälliger Subventionen zuständig. Der Begriff Heimatschutz wiederum kann als Oberbegriff für sämtliche Schutzmassnahmen an Gebäuden und Gebäudegruppen verwendet werden. Diese beruhen auf dem Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz und werden unter anderem begutachtet von der eidgenössischen oder einer kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission. Der Schweizer Heimatschutz ist die führende Schweizer Non-Profit-Organisation im Bereich Baukultur. Er setzt sich dafür ein, dass Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen bewahrt werden und weiterleben und fördert zeitgemässe, gute Architektur bei Neubauten. Diese Ziele verfolgt er durch zahlreiche Publikationen und die Verleihung von Preisen. Heimatschutz und Denkmalpflege haben die gleiche Stossrichtung, sie ergänzen und unterstützen sich meist gegenseitig. Was ist aber der wesentliche Unterschied zwischen Denkmalschutz und Heimatschutz? Beim Denkmalschutz kann man nicht Mitglied werden. Beim Heimatschutz schon! Sind Sie bereits Heimatschutz-Mitglied? Dann ist Ihnen dieser Unterschied längst klar. Werben Sie weitere Mitglieder, so werden Heimatschutz, Denkmalschutz und Denkmalpflege weniger oft verwechselt. Peter Egli, Redaktor


Frisch gestrichen

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1957 hat Otto Glaus den zweigeschossigen Bau geschickt ins Terrain eingepasst. (Bilder Jürg Zürcher) En 1957, Otto Glaus a intelligemment intégré au site la construction sur deux niveaux. (photos Jürg Zürcher)

Kursaal Heiden AR

Zurück zum Original Der Architekt Otto Glaus hat vor mehr als 50 Jahren ein Schmuckstück der Nachkriegsmoderne geschaffen. Nun hat man den Kursaal in Heiden wieder poliert. Rückbau statt Umbau war die Devise der Renovation. Ivo Bösch, Redaktor und Architekt

Der Heimatschutz würde sich heute mit allen Mitteln gegen einen Abbruch wehren. Doch in der wirtschaftlichen Blüte der 1950er-Jahre war man nicht zimperlich und riss die Trinkhalle aus dem 19. Jahrhundert ab. Sie war im maurischen Stil gebaut. In Heiden beklagen noch heute einzelne Bewohner den Verlust, wobei sie dabei wahrscheinlich mehr mit dem «neuen» Betonbau hadern als dem Holzbau nachweinen. Inzwischen ist aber der Kursaal von 1957 selbst ein Denkmal. Er sei ein beispielhafter Zeitzeuge der international geprägten Schweizer Moderne der späten 1950er-Jahre, schreibt der heutige Betreiber stolz. Und weiter: «Im Kanton Appenzell Ausserrhoden und in der näheren Region ist kaum ein moderner Bau aus dieser Zeit mit ähnlichen Qualitäten zu finden.» Otto Glaus und die Aeschbachers Urheber dieser Perle ist der Architekt Otto Glaus (1914–1996). Bevor er Architektur studierte, arbeitete er im Atelier Le Corbusiers. «Seine Vorbildung wurde von den Professoren damals jedoch

nicht sehr hoch geschätzt, vielmehr betonte man in den Kriegsjahren die Eigenständigkeit der schweizerischen Architektur gegenüber der internationalen Moderne», schreibt Ueli Lindt im Architektenlexikon. So kommt es, dass Glaus zu Beginn seiner Architektenlaufbahn «regionalistisch» baute und erst später zu seinem Baustoff Beton fand, mit dem er freier gestalten konnte. Unter seinen bekannteren Betonbauten sind das Flughafengebäude in Lugano-Agno (1959), das Thermalbad in Baden (1965) oder der Konvikt in Chur (1969). In Heiden gewann er den Architekturwettbewerb 1956. Treibende Kraft hinter dem Projekt war damals Peter Aeschbacher. Der Redaktor des «Appenzeller Anzeigers» war Präsident des Kurvereins und zusammen mit seiner Frau Huldi nicht mehr von der Idee eines Festsaals abzubringen. Schon 1957, nach zehnmonatiger Bauzeit, konnten sie das Haus einweihen. Es steht in einem kleinen Park und war nur in den Sommermonaten offen. Neben dem grossen Saal konnte man sich im Tanzsaal mit Bar vergnügen, im

Lesesaal ausgestellte Kunst bewundern oder sich im Restaurant «Schwemme» sehen lassen. 1950er-Jahre erleben Seither hat der Kurverein alle 20 Jahre das Haus umgebaut, was Spuren hinterliess. Nach den Umbauten aus den 1970er- und 1990er-Jahren war es also wieder soweit. Angestossen hat diesmal die Planung Roman Arpagaus, der als Architekturstudent eine Arbeit über den kaum mehr benutzten und sanierungsbedürftigen Kursaal verfasste. So beliebt war der Betonbau eben nicht. Trotzdem stimmten 2009 die Heidenerinnen und Heidener deutlich dem Umbaukredit zu. Doch Umbau ist vielleicht das falsche Wort. Es war eher ein Rückbau. «Ein Zurückführen – möglichst in den Originalzustand», wie Projektleiter Stefan Züst vom Architekturbüro Ueli Sonderegger sagt. Das Heidener Büro hat den direkten Auftrag erhalten und beschäftigte auch während eineinhalb Jahren den inzwischen ausgebildeten Roman Arpagaus. Gestalterisch begleitet wurde das Büro vom kantonalen


Peinture fraîche

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Denkmalpfleger Fredi Altherr und den Architekten Paul Knill und Markus Schaefle. 4.5 Millionen Franken kostete die Renovation. Wer den Kursaal vor dem Umbau nicht gesehen hat, sieht kaum, wohin das Geld floss. Für die einen ist das ein Kompliment, für die andern ein Vorwurf. «Wo ist das Geld hin?», musste sich Projektleiter Züst ein paar Mal fragen lassen. Die Küche und 90 Prozent der Haus- und Bühnentechnik sind neu. Die Umstellung zu einem Ganzjahresbetrieb bedeutete Isolieren, wo es möglich war. Und das Geld steckt im Detail. Fast jedes Bauteil haben die Handwerker «in die Hand genommen». So sind zum Beispiel im Tanzsaal unter den Wandteppichen zwei grosse Bilder von Mario Comensoli aufgetaucht. Man hat die mehrfarbigen Parkettböden in den Sälen wieder eingebaut, Türgriffe rekonstruiert und sogar ein zugeschüttetes Fischbecken wieder ausgegraben. Auch die Farbe ist rekonstruiert: Aus dem langweiligen Weiss sind wieder gelbe, blaue, rote und graue Wände und Decken geworden. Grösster Eingriff im Innern war der Einbau von zwei Liften, welche die zwei Geschosse besser verbinden. Und im Äussern hat man beispielsweise auch die Leuchten im Park nachgebaut – die einzige Original-«Laterne» steht auf dem Plätzchen vor dem Restaurant. Huldi Aeschbacher-Graf, die Mitgründerin der Anlage, hat den Umbau be-

gleitet, konnte aber die Einweihung nicht mehr erleben. Auch ein detailliertes Tagebuch ihres Mannes aus der Bauzeit lieferte wertvolle Hinweise auf Materialien, Farbe und Ideen des ursprünglichen Baus. Zank um Restaurant Etwa zur Hälfte wird der Kursaal heute für Seminare, Kongresse und private Anlässe genutzt, die andere Hälfte der Veranstaltungen führen Vereine oder die Gemeinde durch. Einziger Wehrmutstropfen des gelungenen Umbaus: Das Restaurant unter der wunderschönen Pergola war diesen Sommer nicht offen, obwohl damit in der Abstimmungsvorlage geworben wurde. Man könnte sich bestens ein Café oder eine Apérobar vorstellen. Der kantonale Denkmalpfleger ist deswegen auch bereits bei der Gemeinde vorstellig geworden. Die wiederum muss sich mit dem Betreiber, dem Kurverein, einigen. Man sagt es nicht offen, aber die Hoteliers und Restaurantbetreiber fürchten wahrscheinlich Umsatzeinbussen. Doch in Heiden ist man zuversichtlich. Dem Gemeindepräsidenten persönlich ist es ein Anliegen, dass man im nächsten Sommer an den Tischen unter der Pergola mindestens etwas trinken kann. Wer dann noch nicht genug vom Architekten Otto Glaus hat, kann gleich noch ins gegenüberliegende Hotel «Heiden», das er in den 1970er-Jahren baute – auch auf Initiative von Peter Aeschbacher.

LE KURSAAL DE HEIDEN Avec la réalisation, en 1957, du Kursaal de Heiden (AR), l’architecte Otto Glaus a légué à la postérité un joyau de l’architecture d’aprèsguerre. Paradoxalement, la perle architecturale a pris la place d’un bâtiment du 19e siècle dont Patrimoine suisse aurait sans doute empêché la démolition. Aujourd’hui, ce témoin exemplaire de la construction moderne est rare dans le canton. Otto Glaus (1914–1996) a travaillé dans l’atelier Le Corbusier et exploré ensuite les possibilités du béton comme matériau architectural en réalisant entre autres l’aérodrome de Lugano-Agno (1959) et les bains thermaux de Baden (1965). Lauréat du concours d’architecture de Heiden en 1956, il a construit le Kursaal en dix mois, grâce au soutien de Peter Aeschbacher et de sa femme Huldi. Situé dans un petit parc, le Kursaal était un bâtiment en béton peu apprécié du public et défiguré par des transformations successives. La population a néanmoins voté en 2009 un crédit qui a permis de le restaurer dans son état d’origine. Le Service cantonal de la conservation du patrimoine a assuré le suivi de la rénovation devisée à 4,5 millions de francs. Cet argent a été investi dans une rénovation subtile, permettant une exploitation durant toute l’année. Un ascenseur a été intégré, et de nombreux détails importants, en particulier les couleurs indiquées dans le journal de bord de Peter Aeschbacher, ont été restaurés. Seule ombre au tableau, le restaurant est resté fermé cet été. Sa réouverture doit être négociée.

Der Festsaal hat wieder Hängeleuchten und einen zweifarbigen Parkett (links). Der rekonstruierte Tanzsaal im Untergeschoss (rechts). Im Hintergrund ist ein freigelegtes Wandbild von Mario Comensoli zu sehen. (Bilder Jürg Zürcher) La salle des fêtes a retrouvé ses lustres et son parquet bicolore (à gauche). La salle de danse restaurée à l’étage inférieur (à droite). A l’arrière-plan, une peinture murale redécouverte de Mario Comensoli. (photos Jürg Zürcher)


Patrimoine suisse

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Culture architecturale: des projets de sensibilisation et de communication devraient également figurer dans le «Message Culture». Une classe dans la Villa Patumbah. (photo Mathias Arnold) Baukultur: Projekte im Bereich der Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit sollen Eingang in die Kulturbotschaft finden. Eine Schulklasse in der Villa Patumbah. (Bild Mathias Arnold)

Patrimoine suisse critique les coupes dans le patrimoine culturel et les monuments historiques

«Message Culture» du Conseil fédéral Dans sa réponse à la consultation sur le message du Conseil fédéral concernant l’encouragement de la culture, Patrimoine suisse s’est concentré sur le domaine du patrimoine culturel et des monuments historiques. Il critique le projet de réduction des fonds fédéraux de 30 à 20 millions de francs par an et réclame une plus grande prise en considération de l’Inventaire des sites construits à protéger en Suisse et des domaines de la formation continue et des relations publiques. Adrian Schmid, secrétaire général de Patrimoine suisse

En décembre 2009, les Chambres fédérales ont adopté la Loi fédérale sur l’encouragement de la culture. Cette loi prévoit l’élaboration, tous les quatre ans, d’un message financier précisant les axes stratégiques de la politique culturelle de la Confédération. Fin août 2010, le conseiller fédéral Didier Burkhalter a ouvert une procédure de consultation concernant le «Message Culture» pour la période 2012 à 2015. La culture architecturale au centre Dans sa réponse à la consultation fédérale, Patrimoine suisse se concentre sur le domaine du patrimoine culturel et des monuments historiques. Il s’insurge contre le projet de réduction des fonds fédéraux de 30 à 20 millions de francs par an, correspondant à une

réduction d’un tiers du budget en faveur du patrimoine culturel et des monuments historiques. Il réclame par ailleurs une plus grande prise en considération de l’Inventaire des sites construits à protéger en Suisse (ISOS), de la formation continue et des relations publiques. Il demande de nouvelles possibilités de financement pour les nouveaux projets et porteurs de projets, en particulier dans le domaine de la sensibilisation et de la communication. La future Maison du patrimoine de la Villa Patumbah, par exemple, sera un lieu de formation et de découverte, qui devrait pouvoir bénéficier d’un cofinancement sous la forme d’un contrat de prestations. En effet, elle comblera une lacune importante. Les classes scolaires,

les familles, les groupes et les personnes intéressées pourront y découvrir la culture architecturale et approfondir leur connaissance de ce domaine. Patrimoine suisse salue l’élaboration de ce premier message qui présente les axes stratégiques de la politique culturelle de la Confédération sur plusieurs années. Le «Message Culture» constitue un document stratégique de référence de la politique fédérale d’encouragement dans le domaine du patrimoine culturel et des monuments historiques. Ce domaine fait partie d’un ensemble plus vaste, désigné par le terme de culture architecturale. La culture architecturale englobe également l’aménagement du territoire et l’architecture contemporaine.


Schweizer Heimatschutz

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Kritik an Kürzungen bei Heimatschutz und Denkmalpflege

Kulturbotschaft des Bundes Der Schweizer Heimatschutz hat sich in seiner Vernehmlassungsantwort zur Kulturbotschaft des Bundes auf den Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege konzentriert. Er kritisiert deutlich den geplanten Abbau der finanziellen Mittel von bisher jährlich 30 Millionen Franken auf 20 Millionen Franken. Gestärkt werden sollen der Stellenwert des Inventars schützenswerter Ortsbilder der Schweiz und die Bereiche Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

Mitte Dezember 2009 hat das eidgenössische Parlament das Bundesgesetz über die Kulturförderung verabschiedet. Gemäss dem Kulturförderungsgesetz erfolgt die Finanzierung des Bundes zukünftig über eine jeweils vierjährige Kulturbotschaft. Ende August 2010 hat Bundesrat Didier Burkhalter die Kulturbotschaft für die Jahre 2012–2015 in die Vernehmlassung gegeben. Baukultur im Mittelpunkt Der Schweizer Heimatschutz hat sich in seiner Vernehmlassungsantwort auf den Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege konzentriert. Er kritisiert deutlich den geplanten Abbau der fi-

nanziellen Mittel von bisher jährlich 30 Millionen Franken um einen Drittel auf 20 Millionen Franken für Heimatschutz und Denkmalpflege. Grundsätzlich ist zudem der Stellenwert des Inventars schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS), die Weiterbildung und die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Neue Projekte und Trägerschaften, namentlich im Bereich der Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit, sollen auch Eingang in die Finanzierung finden. So kann zum Beispiel auch das zukünftige Zentrum Heimatschutz in der Villa Patumbah – als Ort des Lernens und des Erlebens – mit einem Leistungsauftrag mitfinanziert werden. Dieses neue Angebot schliesst

eine grosse Lücke. Für Schulklassen, Familien sowie interessierten Gruppen und Einzelpersonen wird Baukultur direkt erlebbar und wertvolles Wissen vermittelt. Die Absicht, erstmals ein mehrjähriges Programm für die Ziele und Massnahmen des Bundes im Bereich Kultur aufzustellen begrüsst der Schweizer Heimatschutz. Die Kulturbotschaft ist eine Grundlage für eine planbare und verlässliche Beitrags- und Förderpolitik im Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege. Diese sind Teil eines grösseren Bereiches, der sich mit dem Begriff Baukultur umschreiben lässt., denn Baukultur beinhaltet auch Raumplanung und zeitgenössische Architektur.

Unsere Heimat ist einmalig. Helfen Sie mit, ein Stück Heimat zu bewahren. Schweizer Baukultur für kommende Generationen: schützen, erlebbar machen, weiter bauen. Ihr Vermächtnis – eine Erbschaft oder ein Legat – legt den Grundstein für die Zukunft. Informieren Sie sich bei Ihrem Anwalt oder bestellen Sie die Unterlagen des Schweizer Heimatschutzes: www.heimatschutz.ch. Sie können uns auch anrufen: Unser Geschäftsleiter Adrian Schmid berät Sie gerne persönlich unter 044 254 57 00. !"#$%&$'()$%*+,-!".,&((/0-,1+!"((2345(67'%!"(( +8'%+9:-!"*%8;"$%*+,-!".,&:!"((3<<(5=<(=>(33 ###:"$%*+,-!".,&:!"

Heimat verbindet.


Schweizer Heimatschutz

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Stiftung Ferien im Baudenkmal

Vier Ferienkandidaten Vor fünf Jahren, Ende November 2005, hat der Schweizer Heimatschutz die Stiftung Ferien im Baudenkmal gegründet. Die Stiftung bietet eine Perspektive für Bauten, für die keine andere Nutzung mehr möglich scheint. Die vier vorgestellten Beispiele wurden von verschiedener Seite an die Stiftung herangetragen. Ob sie gerettet werden können und dereinst Ferienwohnungen darin entstehen, ist noch nicht bei allen sicher. Monika Suter, Geschäftsführerin Ferien im Baudenkmal

Kleinbauernhaus im Simmental BE: Rettung vor der Spekulation Das Kleinbauernhaus aus dem Jahr 1556 mit einer Scheune von 1705 ist ein regionaltypisch konstruierter Bau. Das schlichte Holzhaus bildet mit dem vorgelagerten Garten in Dreiecksform eine schöne Gesamtsituation. Die Eigentümerin, um deren Elternhaus es sich handelt, möchte sicherstellen, dass das Haus erhalten bleibt und sanft renoviert wird. Ferien im Baudenkmal wird es die nächsten 30 Jahre im Nutzungsrecht betreiben. Zurzeit ist die Renovation in Planung. Hotel Edelweiss in Beckenried NW: letzte Chance Das «Edelweiss» ist eines der letzten Hotels in Beckenried und ein seltener Zeuge eines einfachen Hotelbaus um 1900. Es ist wegen einer geplanten Wohnüberbauung vom Abbruch bedroht. Der kantonale Denkmalpfleger möchte das Haus unter Schutz stellen,

gleichzeitig sucht er zusammen mit den Eigentümern eine Lösung für eine neue Nutzung. Deshalb hat er Ferien im Baudenkmal kontaktiert. Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Ob das kleine Hotel mit dem auffälligen Turm dereinst für Ferien im Baudenkmal zur Verfügung stehen wird, ist offen. Fischerhäuser in Romanshorn TG: Aus dem Schandfleck werden Ferienwohnungen Die sogenannten Fischerhäuser sind die letzten Zeugen aus der Zeit, als Romanshorn noch ein Fischerdorf war. Die beiden auf den ersten Blick unscheinbaren Häuser stehen seit Jahren leer und galten als Schandfleck im Dorf. Lange Zeit befanden sie sich auf der Roten Liste des Schweizer Heimatschutzes, bis schliesslich die «Denkmal Stiftung Thurgau» die Gebäude nach langwierigen Verhandlungen erwerben konnte. Die Häuser werden zurzeit renoviert und ab

Das Kleinbauernhaus im Simmental (links) und die Fischerhäuser in Romanshorn (rechts). (Bilder Ferien im Baudenkmal) La petite ferme du Simmental (à gauche) et les maisons de pêcheurs de Romanshorn (à droite). (photos Vacances au cœur du patrimoine)

Frühling 2011 durch Ferien im Baudenkmal vermietet. Station Eigergletscher BE: abbruchgefährdete bahnhistorische Zeugen Bei der «Station Eigergletscher» – dort, wo die Jungfraubahn in der Eigernordwand verschwindet – sind noch zahlreiche Gebäude aus der Bauzeit der Bahn erhalten, so die Arbeiterkantine und -unterkünfte, die Remise oder das Haus des Hundewärters. Die Jungfraubahn möchte zwei ehemalige Arbeiterunterkünfte aus den Jahren 1897 und 1910 abbrechen, wogegen sich der Berner Heimatschutz wehrt. Neben den rechtlichen Schritten sind auch Verhandlungen für eine konstruktive Lösung im Gang. In Diskussion ist eine Übernahme und Renovation der Gebäude durch eine neue Trägerschaft. Eine zukünftige Nutzung durch die Stiftung Ferien im Baudenkmal wäre denkbar. Weitere Informationen unter www.magnificasa.ch


Patrimoine suisse

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Fondation Vacances au cœur du patrimoine

Quatre candidats Il y a cinq ans, à la fin novembre 2005, Patrimoine suisse créait la Fondation Vacances au cœur du patrimoine. La fondation ouvre de nouvelles perspectives pour des bâtiments dont tout espoir de réaffectation semblait perdu. Les dossiers des quatre exemples que nous présentons ci-après sont en cours d’examen. Ces bâtiments pourront-ils être sauvés et devenir des lieux de séjour? La réponse est incertaine pour certains d’entre eux. Monika Suter, secrétaire générale, Vacances au cœur du patrimoine

Petite ferme dans le Simmental (BE): sauvetage contre la spéculation La petite ferme datant de 1556 avec sa grange ajoutée en 1705 est un bâtiment typique de la région. Cette sobre construction en bois constitue, avec le jardin de devant en forme de triangle, un bel ensemble. La propriétaire aimerait assurer la pérennité de la maison de ses parents et procéder à une rénovation douce. Vacances au cœur du patrimoine en a l’usufruit pour les trente prochaines années. Les travaux de rénovation sont en cours de planification. Hôtel Edelweiss à Beckenried (NW): la dernière chance L’Hôtel Edelweiss, l’un des derniers de Beckenried, est un rare témoin de l’hôtellerie de confort simple aux alentours de 1900. Il est menacé de démolition en raison d’un projet de lotissement. Le Service cantonal du patrimoine souhaite le placer sous protection et cherche avec ses propriétaires une

solution pour sa réaffectation. Il a contacté à cet effet la Fondation Vacances au cœur du patrimoine. Une étude de faisabilité est en cours. Ce petit hôtel avec sa tourelle remarquable fera-t-il partie de l’offre de Vacances au cœur du patrimoine? La question reste ouverte. Maisons de pêcheurs, Romanshorn (TG): «verrues » transformées en logements de vacances Les maisons de pêcheurs, comme on les appelle, sont les derniers témoins du village de pêcheurs de Romanshorn. Ces deux maisons, qui passent inaperçues au premier regard, sont abandonnées depuis des années et sont la honte de cette localité. Elles ont longtemps figuré sur la liste rouge de Patrimoine suisse jusqu’à ce que la Fondation «Denkmal Stiftung Thurgau» parvienne à en faire l’acquisition au terme de longues négociations. Ces maisons sont actuellement en rénovation et seront mises en location par

L’Hôtel Edelweiss à Beckenried (à gauche) et la station du glacier de l’Eiger (à droite). (photos Vacances au cœur du patrimoine) Das Hotel Edelweiss in Beckenried (links) und die Station Eigergletscher (rechts). (Bilder Ferien im Baudenkmal)

Vacances au cœur du patrimoine dès le printemps 2011. Glacier de l’Eiger (BE): témoins de la construction du chemin de fer, menacés de démolition Aux abords de la station du glacier de l’Eiger, de nombreux bâtiments datant de l’époque pionnière de la construction de ce chemin de fer ont subsisté. La compagnie des Chemins de fer de la Jungfrau souhaite démolir deux anciens logements d’ouvriers datant de 1897 et 1910, projet que combat la section bernoise de Patrimoine suisse. En complément à des démarches juridiques, des négociations en vue de rechercher une solution passant par des travaux de transformation sont en cours. La reprise ainsi que la rénovation de ces bâtiments par un nouvel organisme responsable sont en discussion. Une réaffectation pour des séjours de vacances au cœur du patrimoine serait envisageable. Plus d’informations sur www.magnificasa.ch


Schweizer Heimatschutz

Heimatschutz Patrimoine 4/10 | 32

Neu sind die kompletten aktuellen Ausgaben der Zeitschrift im Internet attraktiv präsentiert. (Bild SHS) Désormais en ligne, l’édition intégrale de la revue est présentée, page par page, sous un jour plaisant. (photo Ps)

Aktuelle Zeitschrift online

Heimatschutz/Patrimoine im Internet Die Zeitschrift kann neu auch direkt im Internet gelesen werden. Auf der Website des Schweizer Heimatschutzes finden sich alle aktuellen Ausgaben attraktiv präsentiert, bereit zum Durchblättern. Peter Egli, Redaktor

Sei es mit dem Handy, dem Notebook oder dem Computer am Arbeitsplatz – mehr und mehr Personen sind praktisch rund um die Uhr mit dem Internet verbunden. Der Schweizer Heimatschutz ist seit vielen Jahren mit einer gut besuchten Website im weltweiten Netz vertreten. Auch die Zeitschrift Heimatschutz/ Patrimoine hat nun ihre Präsenz im Internet ausgebaut. Neu sind auf der Website die kompletten aktuellen Ausgaben der Zeitschrift (ab Heft 2/2009) attraktiv präsentiert, bereit zum Durchblättern. Seite für Seite kann Heimatschutz/Patrimoine so weltweit kostenlos gelesen werden. Einzelne Artikel lassen sich ausdrucken oder per E-Mail weiterleiten. Eine integrierte Volltextsuche erlaubt zudem das zielsichere Ansteuern einzelner Abschnitte.

Auf der Website des Schweizer Heimatschutzes sind zudem alle Forumsartikel bis zurück zur Ausgabe 1/2006 als PDF-Dokumente verfügbar. Und ein Stichwortverzeichnis gestattet das Stöbern nach Artikeln in sämtlichen Ausgaben der Zeitschrift von 1906 bis 2006. Fotokopien der gewünschten Artikel können per E-Mail an info@ heimatschutz.ch für je 5 Franken (für Heimatschutz-Mitglieder) bzw. für je 10 Franken (für Nichtmitglieder) bestellt werden. Die Zeitschrift Heimatschutz/Patrimoine wird natürlich auch weiterhin, wie stets in ihrer über 100-jährigen Geschichte, als Mitgliederzeitschrift in Papierform produziert. Trotzdem rüsten wir uns bereits jetzt für kommende Formen des Austauschs und der Vermittlung. www.heimatschutz.ch/zeitschrift

LA REVUE EN LIGNE De plus en plus de personnes sont connectées presque 24h sur 24 à la Grande Toile. Pour renforcer l’attrait de son site internet qui bénéficie d’une bonne fréquentation, Patrimoine suisse va développer les possibilités de consultation en ligne de la revue Heimatschutz/Patrimoine. Depuis un certain temps déjà, les internautes peuvent retrouver tous les articles de la rubrique Forum, parus de 1906 à 2006 et commander une photocopie de l’article souhaité par courriel à info@patrimoinesuisse.ch pour 5 francs (membres) ou 10 francs (nonmembres). Désormais, ils pourront en outre consulter l’édition intégrale, page par page, des dernières éditions à partir du numéro 2/2009. Forte de sa tradition désormais séculaire, la revue continuera néanmoins à paraître en version papier. www.patrimoinesuisse.ch/revue


Schweizer Heimatschutz

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Gründung einer Stiftung für Arbeitseinsätze

Zivildienst zugunsten von Baudenkmälern Mit Arbeitseinsätzen von Zivildienstleistenden kann ein Beitrag an die Reduktion der Kosten von Restaurierungen geleistet werden. Der Schweizer Heimatschutz gründet deshalb eine Stiftung, welche einen Einsatz für die Erhaltung von Baudenkmälern ermöglicht. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

In der Schweiz gibt es schätzungsweise 60 000–70 000 geschützte Bauten. Die Erhaltung von Denkmälern erfordert ausserordentliche Mittel. Immer wieder stehen Baudenkmäler leer, weil die notwendigen Gelder zur Sanierung fehlen. Die Rote Liste des Schweizer Heimatschutzes (www.roteliste.ch) dokumentiert diese Tristesse. Sollen solche Objekte fachgerecht instand gesetzt oder unterhalten werden, sind umfangreiche Anstrengungen zur Mittelbeschaffung erforderlich. Beiträgen und Spenden von Privaten, Stiftungen und Organisationen kommt eine grosse Bedeutung zu. Anstelle von Geldleistungen kann auch mit Arbeitseinsätzen von Zivildienstleistenden ein substanzieller Beitrag an die Reduktion der Kosten von Restaurierungen geleistet werden. Mit der Abschaffung der Gewissensprüfung ist die Nachfrage nach Zivildiensteinsätzen markant gestiegen. Im Bereich der Kulturgütererhaltung sind nur wenige Einsatzplätze verfügbar. Der Schweizer Heimatschutz gründet

deshalb eine unabhängige und gemeinnützigen Stiftung, welche – analog der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz – Freiwilligen und Zivildienstleistenden einen Einsatz zugunsten der Erhaltung von Baudenkmälern ermöglicht. Die Aufbauarbeit wird vom Schweizer Heimatschutz und der Binding-Stiftung getragen. Projektleiter ist Philipp Maurer vom Büro Bausatz GmbH. Die Stiftung soll dereinst eine Geschäftsstelle führen, welche für die Organisation der Arbeitseinsätze, für ein Einsatzprogramm und für die Durchführung der Einsätze verantwortlich ist. Auf den Baustellen werden die Zivildienstleistenden und Freiwilligen in fachlicher Hinsicht durch Spezialisten betreut. Damit die Stiftung kostendeckend arbeiten kann und nicht auf Betriebskredite angewiesen ist, strebt sie ein Stiftungskapital von mindestens 200 000 Franken an. Dazu wurden alle Kantone, respektive die Denkmalpflegestellen, und weitere Organisationen angeschrieben. Erfreulicherweise wird das Anliegen breit unterstützt.

Immer wieder stehen Baudenkmäler leer, weil die notwendigen Gelder zur Sanierung fehlen. (Bilder www.roteliste.ch) Des bâtiments sont à l’abandon faute de fonds suffisants pour assurer leur rénovation. (photos www.listerouge.ch)

SERVICE CIVIL EN FAVEUR DU PATRIMOINE La Suisse compte 60 000 à 70 000 bâtiments protégés dont la conservation demande des moyens exceptionnels. Des bâtiments sont à l’abandon faute de fonds suffisants pour assurer leur pérennité. La liste rouge de Patrimoine suisse (www.listerouge.ch) en donne des exemples éloquents. L’entretien et la rénovation d’objets patrimoniaux requièrent un travail important de recherche de fonds auprès de sponsors, fondations et mécènes. L’engagement de personnes astreintes au service civil permettrait de réduire les coûts

de restauration. La suppression de l’examen de conscience a entraîné une augmentation de la demande d’établissements d’affectation de civilistes. A l’heure actuelle, peu de places sont disponibles dans le domaine de la conservation du patrimoine. S’inspirant de la Fondation Actions en Faveur de l’Environnement, Patrimoine suisse va créer une fondation indépendante d’utilité publique, qui organise, propose et gère des chantiers de volontaires et de civilistes en faveur du patrimoine. Patrimoine suisse et la Fondation Binding se sont attelés aux travaux prélimi-

naires. Philipp Maurer de la Bausatz GmbH dirige le projet. Cette fondation mettra en place un secrétariat chargé de l’organisation, des programmes et du suivi des missions des civilistes. Un encadrement par des spécialistes sera assuré. Pour pouvoir travailler en couvrant ses coûts, la fondation recherche un capital d’au moins 200 000 francs. Une demande a été adressée à tous les cantons et leurs services de la conservation, ainsi qu’à d’autres organisations. L’adhésion que rencontre ce projet est réjouissante.


Schweizer Heimatschutz

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Rechtzeitig auf die Vorweihnachtszeit sind die Schoggitaler-Geschenkpackungen erhältlich. (Bild ZVG) En prévision des fêtes de fin d’année, Pro Natura et Patrimoine suisse proposent des écus d’or en boîtes cadeaux. (photo LDD)

Taleraktion 2010 für historische Verkehrsmittel

ECU D’OR EN BOÎTES CADEAUX

Schoggitaler-Geschenkpackung

Le produit de la campagne 2010 de l’Ecu d’or, chapeautée par Patrimoine suisse et Pro Natura, est réservé à la sauvegarde de moyens de transport historiques. Afin que ces précieux témoins du passé continuent de fonctionner encore longtemps pour notre plus grand bonheur. D’autres activités de Patrimoine suisse et Pro Natura bénéficieront du soutien financier de l’Ecu d’or. En prévision des fêtes de fin d’année, Pro Natura et Patrimoine suisse proposent des écus d’or en boîtes cadeaux. Joignez l’utile à l’agréable: soutenez la préservation de notre patrimoine naturel et culturel en offrant à vos proches, amis, connaissances ou partenaires d’affaires ces jolies boîtes cadeaux de trois écus au prix de 15 francs (commande minimale: deux boîtes). On peut les commander au Bureau de l’Ecu d’or en retournant le talon qui figure en dernière page. Les écus d’or sont fabriqués avec du lait entier bio suisse ainsi que du cacao et du sucre produits selon les directives écologiques et sociales de Max Havelaar.

Unterstützen Sie sinnvolle Anliegen zum Erhalt unserer Natur und unseres kulturellen Erbes und schenken Sie Ihrer Familie, Freundinnen und Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern hübsche Schoggitaler-Packungen. Brigitte Brändle, Leiterin Talerbüro

Der Erlös aus der Taleraktion 2010 des Schweizer Heimatschutzes und von Pro Natura ist für historische Verkehrsmittel bestimmt. Damit sich diese auch in Zukunft bewegen. Daneben unterstützt der Talerverkauf weitere Tätigkeiten des Schweizer Heimatschutzes und von Pro Natura. Rechtzeitig auf die Vorweihnachtszeit sind die Schoggitaler-Geschenkpackungen erhältlich. Unterstützen Sie sinnvolle Anliegen zum Erhalt unserer Natur und unseres kulturellen Erbes und schenken Sie Ihrer Familie, Freundinnen und Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern hübsche Schoggitaler-Packungen mit drei Schoggitalern

für 15 Franken (Mindestbezug: zwei Packungen). Ab sofort können diese beim Talerbüro bestellt werden. Ein Bestelltalon findet sich auf der letzen Seite dieser Ausgabe. Seit 1946 setzen sich der Schweizer Heimatschutz und Pro Natura mit der Taleraktion gemeinsam für die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen ein. Der Schoggitaler ist eine geschützte Marke und hat das ZEWO-Gütesiegel. Die Schoggitaler werden aus Schweizer Bio-Vollmilch und aus Kakao und Zucker aus umwelt- und sozialverträglichem Anbau nach den Max-HavelaarRichtlinien hergestellt. Weitere Informationen unter www.schoggitaler.ch

www.ecudor.ch


Patrimoine suisse

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Distinction Romande d’Architecture

Un état des lieux passionant Les réalisations lauréates ont été révélées au public en septembre dernier à La Chaux-de-Fonds. Philippe Biéler, membre du Comité d’honneur de la DRA II 2010 – en compagnie de Doris Leuthard, conseillère fédérale, et Jean-Frédéric Jauslin, directeur de l’Office fédéral de la culture – rappelle pourquoi l’architecture contemporaine mérite l’attention – et le regard critique – de Patrimoine suisse. Philippe Biéler, président de Patrimoine suisse

La Distinction Romande d’Architecture (DRA) constitue un état des lieux passionnant de la production architecturale. De ce fait, Patrimoine suisse se doit de s’y intéresser de près. Bien sûr, le premier objectif de notre organisation réside dans la sauvegarde des ouvrages et sites historiques de valeur. Mais nous accordons aussi une grande importance à promouvoir un environnement bâti de qualité ainsi qu’à favoriser des constructions et transformations qui soient de nature à constituer le patrimoine de demain. Notre Charte le dit bien: «Patrimoine suisse accompagne l’évolution de l’environnement construit [...]. L’association préconise une architecture de qualité qui dialogue avec les caractéristiques spatiales, historiques et sociales». Dans cette optique, nous décernons des prix et nous encourageons les concours. Aujourd’hui, nous sommes heureux d’apporter notre appui à la Distinction, dont la vocation est préci-

sément de valoriser des réalisations exemplaires, ancrées dans notre culture romande. Notre soutien tient aussi au fait que nous jugeons essentielle la formation du public à la culture architecturale. De qualité indéniable, le résultat donné à voir de la DRA II me laisse toutefois songeur, plusieurs questions d’importance me paraissant insuffisamment traitées: • L’environnement bâti n’est pas constitué que d’ouvrages isolés, mais d’ensembles construits de façons plus ou moins cohérentes, de quartiers bien ou mal aménagés, de paysages parfois magnifiques, parfois désastreux. Pourquoi si peu de projets porteurs d’améliorations à cette échelle supérieure? • Les ressources naturelles limitées, les changements climatiques nécessitent d’urgence de nouvelles solutions constructives, analysées sous l’angle de leur durabilité (choix des matériaux, limitation des déchets,

incidences sur la «déconstruction», etc.). Pourquoi si peu d’accent mis sur ces questions? • Le parc immobilier existant, on le sait, va nécessiter des investissements considérables pour sa rénovation. Or, quatre transformations sur trente projets nominés à la DRA en 2010, c’est peu! Il me plairait de découvrir davantage d’interventions respectueuses de l’histoire et de solutions ingénieuses pour la conservation du patrimoine et son adaptation au présent. Cela étant dit, la Distinction Romande d’Architecture constitue un excellent outil de sensibilisation et de pédagogie. La DRA est une initiative remarquable, qui contribue à l’amélioration de notre environnement culturel. Bravo à ses responsables ainsi qu’aux maîtres d’ouvrages et créateurs distingués dans cette édition 2010! Retrouvez tous les projets primés et leurs auteurs sur www.dra2.ch.

Deux exemples genevois primés par la Distinction Romande d’Architecture: maison à Frontenex (Charles Pictet Architecte, à gauche) et la transformation de la tour TSR (Devanthéry & Lamunière Architectes/dl-a sa, à droite). (photos Francesca Giovanelli, Fausto Pluchinotta) Zwei Genfer Beispiele, die mit der Distinction Romande d’Architecture ausgezeichnet wurden: Haus in Frontenex (Charles Pictet Architecte, links) und der umgebaute Büroturm der TSR (Devanthéry & Lamunière Architectes/dl-a sa, rechts). (Bilder Francesca Giovanelli, Fausto Pluchinotta)


Sektionen/Sections

STADT BASEL Zonenplanrevision stärkt Basler Ortsbildschutz Der Basler Heimatschutz und die Freiwillige Basler Denkmalpflege begrüssen den Entwurf des neuen Zonenplans für die Stadt Basel. Mit den Korrekturen in den Schon- und Schutzzonen wird der bestehende Ortsbildschutz massvoll angepasst. Die Vergrösserung der Schutzzonen ist ein echter Gewinn für die Stadt. Die Aufnahme von Baumgartnerhäusern und zusätzlichen Siedlungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist sehr begrüssenswert. Die Organisationen bedauern jedoch, dass nicht mehr Bauten aus den 1950er-Jahren aufgenommen wurden. Basel hat mit den geplanten zehn Prozent geschützter Bausubstanz für eine historische Stadt von nationaler Bedeutung aber immer noch einen zu kleinen Anteil an geschützten Bauten. Die beiden Organisationen schlagen in ihrer Einsprache vor, weitere Liegenschaften in die Schonund Schutzzone einzuweisen bzw. nicht daraus zu entlassen. Der grosse Teil der Anträge betrifft Kleinbasel. In den Quartieren ist dort insgesamt wenig historische Substanz erhalten geblieben. Zu diesem Wenigen ist Sorge zu tragen. Zudem verlangen die Organisationen, dass die Kaserne als Ganzes in die Schutzzone eingewiesen wird. Die Freie Strasse soll gemäss den Anträgen des Basler Heimatschutzes und der Freiwilligen Basler Denkmalpflege als Ganzes in die Schutzzone eingewiesen werden. Zudem sollen die Häuser rund um den kleinen Platz bei der Hauptpost von der Schon- in die Schutzzone gelegt werden. Im Breite-Quartier lautet der Antrag, dass diverse Liegenschaften nicht aus der Schutzzone entlassen werden sollen. www.heimatschutz.ch/basel

BERN www.bernerheimatschutz.ch Seit Anfang dieses Jahres präsentiert sich der Berner Heimatschutz mit einem neuen Webauftritt. Die Seite www.bernerheimatschutz.ch wurde komplett überarbeitet. Struktur und grafisches Konzept konnten vom Webauftritt des Schweizer Heimatschutzes übernommen werden – das neue Erscheinungsbild zeigt demnach eine (durchaus gewollte)

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Ähnlichkeit, grenzt sich aber gleichzeitig durch den komplett unterschiedlichen inhaltlichen Aufbau und eine andere Farbwahl der Menupunkte von der Webseite des Schweizer Heimatschutzes ab. Die übersichtliche Struktur ermöglicht dem Besucher das rasche Auffinden von Informationen zu Organisation, Veranstaltungen, Adressen und anderem, wobei der grösste Teil der Informationen auch in französischer Sprache vorliegt. Die Seite wird laufend aktualisiert und erweitert: Die nachträglich aufgeschaltete Funktion «Suche Bauberater» etwa ermöglicht es, mittels Eingabe der Postleitzahl oder der Gemeinde Adresse und Zuständigkeitsgebiet eines bestimmten Bauberaters herauszufinden. Momentan wird die Seite mit Informationen zu den sieben Regionalgruppen ergänzt. Machen Sie sich ein Bild unter

(aktuell in Zuoz). Die Sektion ist klar gegen die Übernutzung unberührter Täler wie der Val Mora im Münstertal, in welcher der Schweizerische Alpenclub SAC die Alp Sprella zu einer SAC-Hütte umnutzen möchte. Dies sind nur einige Beispiele im Rahmen der vielfältigen Aktivitäten des Heimatschutzes. Eine grosse Bedeutung hat auch die Öffentlichkeitsarbeit. Mit vermehrten Publikumsanlässen sollen die Mitglieder direkter angesprochen und in den Meinungsbildungsprozess einbezogen werden. Im Rahmen des Kulturprogramms in NAIRS/Scuol konnten interessierte Einheimische und Gäste an diversen Publikumsangeboten zum Thema Architektur teilnehmen. Der Vorstand selber erfuhr keine Veränderungen, und auch die Finanzen sind gesund. Das Rahmenprogramm wurde durch eine Stadtführung durch Poschiavo auf humorvolle Art abgerundet.

www.bernerheimatschutz.ch, www.patrimoinebernois.ch

Heimatschutz Engadin und Südtäler

ENGADIN UND SÜDTÄLER

NEUCHÂTEL

Der Südbündner Heimatschutz im Puschlav Die Sektion Engadin und Südtäler des Heimatschutzes hat im Oktober im Puschlav seine ordentliche Generalversammlung abgehalten. In einer «Tour d‘horizon» schilderte der Präsident Andreas Weisstanner die aktuellen Geschäfte, mit denen sich der Heimatschutz befasst. Das Kerngebiet der Aktivitäten betrifft die Raumplanung – hier besteht auf kantonaler Stufe Diskussionsbedarf. Das Zusammenspiel zwischen Denkmalpflege, Heimatschutz und ARE (Amt für Raumplanung) muss besser abgestimmt werden. Durch die finanziellen Kürzungen gerät die Denkmalpflege zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass sich auch Organisationen wie der Heimatschutz für die Erhaltung unseres natürlichen und kulturellen Erbes einsetzen. Für den Heimatschutz ist der Lebensraum des Menschen zentral. Dieser umfasst Raum und Mensch – Letzterer wird vor lauter Planung manchmal vergessen. Innerhalb dieses Themenbereichs engagiert sich der Heimatschutz Engadin und Südtäler für eine bessere Lösung bei der wintersicheren Umfahrung in Sils, beim geplanten Ausbau der Hahnenseebahn, beim Uferschutz in St. Moritz oder für eine breite Diskussion der Nutzung von Aclas und Maiensässen

Changement à la tête de la section neuchâteloise Lors de l’Assemblée générale de la section neuchâteloise le 3 juillet dernier, Claude Roulet a annoncé sa démission de la charge de président de section. Le défi relevé par Claude Roulet voici 27 ans était de taille: dans les années 80, plusieurs bâtiments du Haut et du Bas du canton sont menacés de destruction. Si au Locle, malgré l’engagement de la section neuchâteloise et de son président, l’Hôtel des TroisRois sera détruit, suivi bientôt de la ferme La Violette et de l’ancienne usine Klaus, d’autres bâtiments seront heureusement sauvés comme la ferme de La Bourdonnière au Locle, les bâtiments Oscar-Huguenin 12 à Boudry et le Moulin de Bevaix. Cette période sera également décisive pour l’Ancien Manège de La Chaux-de-Fonds: il sera assuré d’un prêt de 100 000 francs de Patrimoine suisse. 27 ans de présidence, c’est donc de nombreux dossiers, des victoires, mais aussi des déceptions. Et tout cela partagé avec une équipe au service du patrimoine neuchâtelois. Claude Roulet continuera d’être actif au sein de cette équipe et plus particulièrement du comité. La relève est désormais assurée par Silvia Rohner, entrée au comité en 2007 comme secrétaire, puis comme vice-présidente. Silvia Rohner détient un Master en histoire de l’art et en histoire de l’Université de Neuchâtel (1999) et un MAS en management culturel de l’Université de Bâle. Tout comme il y a 27 ans, les défis à relever sont de taille. Mais aujourd’hui, comme par le passé, l’engagement et l’enthousiasme de la section neuchâteloise restent invariables. Certaines choses ne changent décidément pas! Merci Claude!

Claude Roulet, der ehemalige Präsident, und Silvia Rohner, die neue Präsidentin der Neuenburger Sektion des Schweizer Heimatschutzes. (Bild ZVG) Claude Roulet, ancien président, et Silvia Rohner, nouvelle présidente de la section neuchâteloise de Patrimoine suisse. (photo LDD)

www.patrimoinesuisse.ch/neuchatel

SCHWYZ Insel Ufnau und Maillart-Brücke Das überarbeitete Zumthor-Projekt auf der Insel Ufnau soll gebaut werden. Das hat die Schwyzer Regierung im Oktober beschlossen. Abweichend von der Einschätzung der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission beurteilte der Regierungsrat alle Bauvorhaben auf der Ufnau als bewilligungsfähig. Zum einen werde dadurch die Aufrechterhaltung der bisherigen Nutzung auf der Ufnau in einem modernen Rahmen gewährleistet und zum anderen würden die Gesamtnutzflächen trotz der geplanten Bauvorhaben nur sehr geringfügig steigen. Auf die Einsprachen zu den Baugesuchen wur-


Sektionen/Sections

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de entweder gar nicht eingetreten, oder sie wurden materiell abgewiesen, zumindest soweit kantonale Zuständigkeit bestand. Den Entscheid des Schwyzer Regierungsrates wollen die Rekurrenten um die Gruppierung «Ufnau ohne Neubau» nicht akzeptieren. Man werde den Fall weiterziehen, nötigenfalls bis vor Bundesgericht. Ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD zur Maillart-Brücke in Innerthal kommt zu einem klaren Schluss: Ein Abbruch der Brücke von Robert Maillart aus dem Jahr 1924 ist «aus technischer Sicht unnötig, aus volkswirtschaftlicher Sicht unverhältnismässig und aus denkmalpflegerischer Sicht nicht akzeptabel.» Die Brücke ist gemäss EKD zu erhalten als vermutlich älteste noch erhaltene Brücke mit versteiften Stabbogen und als wichtiger Zeuge schweizerischer Ingenieursbaukunst. Die EKD empfiehlt eine Sanierung der Brücke und eine Rückführung in den Originalzustand. Der Bezirk March muss sich nun zusammen mit dem Kanton zur neuen Ausgangslage Gedanken machen und abwägen, ob trotz dem klaren Urteil der EKD eine Abbruchbewilligung erteilt und somit ein Eingreifen der Gerichte in Kauf genommen wird.

VAUD Centenaires en fête le 25 septembre 2010 «Le 27 janvier dernier, nous avons commémoré au Palais de Rumine la naissance de notre section, il y a cent ans jour pour jour. Aujourd’hui, nous fêtons en rade de Nyon ce bel anniversaire et, mes chers membres, c’est votre fête à tous. Je suis heureux que nous soyons si nombreux ce soir!» Tel furent les propos de bienvenue que le président Denis de Techtermann adressa à près de 200 membres et invités, venus des quatre coins du Canton. Luc-Antoine Baehni, directeur de la Compagnie Général de Navigation (CGN), ouvrit les feux de la partie officielle et rappela la vocation touristique importante de sa compagnie et l’état de la Flotte Belle Epoque. Quelques instants plus tard, le conseiller d’Etat François Marthaler annonça l’inscription aux Monuments Historiques de cette Flotte Belle Epoque. Ce qui entraîne forcément le versement régulier de subventions pour la maintenance et l’entretien des bateaux à aubes. François Marthaler proposa également la création d’une fondation. Auparavant, le président central de Patrimoine suisse a rompu une lance en faveur du Stade de la Pontaise. L’œuvre de l’architecte Thévenaz est en effet le dernier exemple d’une série de stades remarquables, construits dans les années 50 pour les Championnats du monde de football. Equipé aujourd’hui d’un éclairage et d’un système de surveillance répondant aux exigences de l’UEFA, le Stade de la Pontaise détient d’autre part le record de la piste d’athlétisme la plus rapide d’Europe … Restant dans le domaine du sport, le syndic de Nyon, Daniel Rosselat estima pour sa part que les bâtiments superbes et avant-gardistes, tels ceux de l’UEFA à Nyon, mériteront leur appartenance au patrimoine suisse. Mme Claudine Wyssa, présidente du Grand Conseil vaudois et première citoyenne du Canton, présida la cérémonie de lever de voile de la plaque de la «distinction vaudoise du patrimoine», en présence de Luc-Antoine Baehni, directeur de la CGN, et Maurice Decoppet, président de l’ABVL (Association des Amis des Bateaux à Vapeur du Léman). Rappelons que cette distinction a été solennellement remise par le président Denis de Techtermann, le 29 mai 2010, à

Die Waadtländer Sektion des Schweizer Heimatschutzes hat ihren 100. Geburtstag an Bord der «La Suisse» gefeiert, die dieses Jahr ebenfalls hundertjährig wurde. (Bild Bernard Marendaz) La section vaudoise de Patrimoine suisse a célébré son centième anniversaire à bord du bateau La Suisse, entièrement restauré, centenaire également cette année. (photo Bernard Marendaz)

Lausanne, lors de l’Assemblée générale de la section vaudoise. Cette distinction est décernée conjointement à la CGN et à l’ABVL fondée par Maurice Decoppet. «Elle récompense la restauration exemplaire du bateau La Suisse et de l’ensemble de la Flotte Belle Epoque.» www.patrimoinesuisse-vd.ch

ZUG Brandneue Website Vor einiger Zeit hat der Vorstand des Zuger Heimatschutzes ZHS den Aufbau einer eigenen Website beschlossen. Er entschied sich für einen Webauftritt auf der Basis der Website des Schweizer Heimatschutzes. Für den Zuger Heimatschutz sind Vorstandsmitglied Esther Löffel und Adelbert Schnüriger für den Webauftritt verantwortlich. Sie werden von Peter Egli von der Geschäftsstelle des Schweizer Heimatschutzes begleitet. Martino Decarolis von «eye.communications», Webmaster, übernimmt auch beim ZHS diese Funktion. Ziel ist es, dass die beiden Zuger künftig die ZHS-Website in eigener Regie verwalten können. Dann werden neue Inhalte und Rubriken in die bestehende Struktur der Website eingebaut und gemeinsam eine optimale visuelle Gestaltung erreicht, unter anderem mit grösseren Bildern wie zum Beispiel von Guido Baselgia. Martino Decarolis und speziell Esther Löffel, Adelbert Schnüriger und Peter Egli gilt unser grosser Dank. Sie haben in gesamthaft zwölf Schritten – vom Beschluss des Vorstands bis zur Aufschaltung – eine eindrückliche Website gestaltet. Besuchen Sie uns auf www.zugerheimatschutz.ch

ZÜRICH Sammlung der Inventare des Natur- und Heimatschutzes Die Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz ZVH hat 2009 mit der Sammlung der kommunalen Inventare (Scannen der bei den Gemeinden aufliegenden Inventare) begonnen. Diese grosse Aktion kann noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die nur zum internen Gebrauch bestimmte elektronische Datensammlung hat sich bereits als ein ausseror-

dentlich wichtiges Arbeitsinstrument erwiesen. Um rasch handeln oder kompetent Auskunft geben zu können, wenn jemand die Bedrohung eines vermutlich schutzwürdigen Objekts meldet, muss der ZVH wissen, ob es im Inventar der Gemeinde verzeichnet ist und, wenn ja, welcher Wert ihm vermutlich im Gesamtbestand der schützenswerten Objekte zugemessen werden darf. Der ZVH muss klären, ob es zu einer Gruppe gehört, deren Bedeutung mit seinem Verlust insgesamt wesentlich geschmälert würde, und versuchen, zu bestimmen, welche Aussagen es über vergangene Epochen vermittelt. Zu solchen Fragen finden sich in vielen Inventaren recht gute Informationen. Bei dieser «Scan-Aktion» konnte allerdings festgestellt werden, dass es manche Gemeinde gibt, die nur ein wenig aussagekräftiges oder überhaupt kein Inventar besitzt. Zudem liegen manche Inventare unbenützt und mehr oder weniger vergessen in einer Schublade. Der Kanton Zürich nimmt seine Aufsichtspflicht offensichtlich nicht wahr. Der Missstand ist zum Teil auf die Unkenntnis der Bedeutung der Inventare zurückzuführen. Die Inventare müssen nur von den Behörden beachtet werden. Erst durch ein formelles Unterschutzstellungsverfahren kommt es zu Schutzbestimmungen, die die Eigentümer einzuhalten haben; allenfalls aber auch zu einer Entlassung. Man spricht deshalb im Zusammenhang mit den Inventaren von einstweiligen Schutzobjekten, und oft hört man auch den Ausdruck «mutmassliche Schutzobjekte». Diese Bezeichnung führt leicht zu einem Missverständnis: Warum sollte die Behörde ein Eingriff bei einem Objekt beunruhigen, wenn noch nicht einmal feststeht, dass es schutzwürdig ist? Nun hat das Verwaltungsgericht in einem Rekursverfahren der ZVH gegen Massenentlassungen die Pflichten der Behörden klar umrissen. Es hält fest, dass jede Form von drohender Veränderung eines Inventarobjekts die Gemeinden zum Einschreiten nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Die Schutzwürdigkeit muss definitiv abgeklärt und der Schutzumfang bestimmt werden. Je nach Ergebnis sind Schutzmassnahmen anzuordnen oder das Objekt aus dem Inventar zu entlassen. www.heimatschutz-zh.ch


Von Menschen und Häusern

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Marcel Frey und Andres Gubler und das Hotel «Alpenhof» in Weisstannen SG

Handschriften aus vier Jahrhunderten Seit drei Jahren verwirklichen sich die Zürcher Marcel Frey und Andreas Gubler mit dem «Alpenhof» zuhinterst im Weisstannental einen alten Wunsch: Gastgeber zu sein in einem historischen Gebäude. Marco Guetg, Journalist, Zürich

Kleine Schlösser in Frankreich haben sie sich angeschaut, Bauerngüter in Italien sowie Ritterhäuser und Jugendstilvillen im Osten Deutschlands. Fündig geworden sind Marcel Frey und Andreas Gubler schliesslich aber auf einer gewöhnlichen Immobilienseite. Seit Oktober 2007 besitzen sie das Hotel «Alpenhof» in Weisstannen SG, 1004 m ü.M., 17 Kilometer südlich von Sargans und ganz schön abgelegen. Endstation der Sehnsucht? Ja – aber auch der Beginn einer neuen Lebensaufgabe. Doch der Reihe nach. Am Anfang war ein Wunsch. «Wir wollten Gastgeber werden in einem historischen Hotel», sagt Marcel Frey und nennt ihre Vorbilder: Das «Rosenlaui» im Berner Oberland, den «Palazzo Salis» im Bergell, Orte eben, «wo wir selber auch gerne unsere Ferien verbringen».

Tatsächlich nächtigten Marcel Frey und Andreas Gubler einst während einer ihrer Passwanderungen im «Alpenhof»... Also fuhren sie nochmals hin, schauten sich das Kaufobjekt an, sahen, «dass noch eine gewisse historische Substanz vorhanden war», sagt Marcel Frey. Sie rechneten, redeten mit der Bank – inzwischen ist der «Alpenhof» von Mai bis September an zwei Wochenenden im Monat offen, vergangenen August gar zwei Wochen am Stück. Wirken und werkeln im «Alpenhof» Wir sitzen in der Gaststube und erfahren: Der älteste Teil des Hauses wurde spätestens 1787 gebaut. Der Trakt mit der Gaststube entstand um 1850 – also zur Zeit des Biedermeier. Wir hören hier aber auch die Geschichte von Reinhold Tschirky, einem Sohn der

ehemaligen Besitzerfamilie, der von 1894 bis 1897 in Winterthur Architektur studierte und um 1910/1914 im «Alpenhof» ein Zeichen hinterlassen hat: einen Saal im Stil der Belle Epoque. Und bald wird weiter gebaut. Andreas Gubler holt einen Plan, und wir sehen: Die bestehende Erschliessung zwischen der Gaststube und dem Saal mit seinen Zimmern im oberen Stock soll durch eine neue ersetzt werden. Im «Alpenhof» wird dereinst die Baugeschichte aus vier Jahrhunderten ablesbar sein. Den «Alpenhof» als Gaststätte gibt es seit 1874, und dass es ihn überhaupt gibt, hat seinen Grund. 1860 wurde eine Strasse nach Weisstannen gebaut, so schön und breit, dass man mit Kutschen hinfahren konnte. Weisstannen wurde zum Luftkurort. Seine Blütezeit erlebte der «Alpenhof» in den 1920er-

Marcel Frey und Andreas Gubler: das Hotel als Lebensaufgabe. (Bild Marco Guetg) Marcel Frey et Andreas Gubler: l’hôtel est la tâche de toute leur vie. (photo Marco Guetg)


Des maisons et des hommes

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Hotel «Alpenhof» in Weisstannen: Die alte Substanz wird gestärkt, die Zimmer werden so belassen, wie sie sind. (Bilder Hotel Alpenhof) L’Hôtel Alpenhof de Weisstannen: les éléments historiques seront mis en valeur, et les chambres seront laissées telles quelles. (photo hôtel Alpenhof)

Jahren, erfahren wir in der Gaststube. «Bis in die 1970er-Jahre», sagt Marcel Frey, «kamen die Gäste für zwei bis drei Wochen in die Ferien hierher.» Diese Stammgäste verschwanden mit dem Bau der Calfeisen-Kraftwerke. Der Baurummel tat dem Luftkurort offensichtlich nicht gut. Zu diesen historischen Fakten gehört aber auch: Fünf Generationen der Familie Tschirky haben im «Alpenhof» gewirtet und gewerkt. Dass dabei auch gewerkelt wurde, ist unübersehbar. Der «Alpenhof» hat einige Baustellen. Doch wo beginnen? Einen fixen Terminplan gebe es nicht, sagt Marcel Frey, und überstürzt werde auch nichts. Der Umbau entwickle sich vielmehr «aus den infrastrukturellen Bedürfnissen heraus». Vom Brandschutz ist die Rede, von Betriebsabläufen und von neuen Nasszellen auf dem Korridor. «Die Zimmer hingegen», sagt Marcel Frey, «belassen wir so, wie sie sind, und wir bauen weder Duschen noch WCs ein. Wir wollen vielmehr die alte Substanz stärken und dort, wo sie zerstört worden ist, wieder zurückführen.» Idylle zuhinterst im Bergtal Bei unserem Rundgang durch das Haus sehen wir, wie das zu verstehen ist – in der Stube des ältesten Teils zum Beispiel. Der momentan zweifellos schönste Raum im Haus dient als Auf-

enthaltsraum. Zwei Sofas hat es hier, ein Klavier, einen Tisch, Stühle. Schlichtheit reicht zur Gemütlichkeit. Später erkennen wir: Der unterschiedliche Geschmack der fünf TschirkyGenerationen manifestiert sich in der Wandbeschichtung. Hier und dort wurde das Allerweltstäfer bereits rausgerissen. Zum Vorschein kommt einiges – bis hin zu «Zeitungstapeten», die einst über den Strickbau gekleistert worden sind. Was damit passiert, ist noch unklar. Ein besonderes Cachet haben die Zimmer oberhalb des Saales. Es ist kühl hier oben an diesem Septembertag. Eine Heizung gibt es nicht. Vor den Fenstern kleine Balkone mit Schmiedeisengeländern. In der Nähe orgelt ein Bach. Idylle, ja. Warm wirken die Wände mit ihrem farbigen Täfer. Das wird alles so bleiben, bis hin zur alten Möblierung. Nicht so bleiben hingegen wird der Saal. Dort muss einiges verschwinden, damit der Raum wieder das ausstrahlen kann, was er ist: eben ein schmuckes Beispiel aus der Belle Epoque, entstanden zuhinterst in einem St. Galler Bergtal. Und noch etwas wird beim Um- und Rückbau des «Alpenhofes» wieder erblühen: die Parkanlage rund um das Hotel. Dass Marcel Frey dieser Aussenbereich ein besonderes Anliegen ist, verwundert weiter nicht. Er ist Landschaftsarchitekt.

Das Hotel «Alpenhof» wird auch in der neu aufgelegten Publikation «Die schönsten Hotels der Schweiz» vorgestellt. Das Büchlein kann unter www.heimatschutz.ch/shop oder mit der Karte auf der letzten Seite dieser Ausgabe bestellt werden. L’Hôtel Alpenhof sera présenté dans la nouvelle édition de la publication «Les plus beaux hôtels de Suisse». A commander à l’adresse: www.patrimoinesuisse.ch/shop ou en retournant le talon qui figure en dernière page.

HÔTEL ALPENHOF Après un long périple dans de nombreux pays, Marcel Frey et Andreas Gubler, qui cherchaient une demeure chargée d’histoire, ont acheté en octobre 2007 l’Hôtel Alpenhof situé à l’écart du village de Weisstannen, à 1004 m d’altitude, au sud de Sargans. Quête nostalgique? En tout cas la tâche de toute une vie! Petit hôtel prisé des randonneurs, l’Alpenhof a séduit ses futurs nouveaux propriétaires par son authenticité historique. L’objectif des nouveaux propriétaires est de rendre lisible l’histoire quatre fois séculaire de leur hôtel. La partie la plus ancienne de l’Alpenhof remonte à 1787. L’aile qui comporte la salle de restaurant de style Biedermeier date de 1850. Cinq générations de la famille Tschirky se sont succédées à la direction de cet établissement qui de simple relais de diligence en 1874 s’est transformé en un hôtel. L’Alpenhof connut son apogée en 1920. L’un des fils Tschirky, qui avait étudié l’architecture, a réalisé une salle dans le style Belle Epoque. Les propriétaires ne suivent pas un plan de rénovation précis. Ils entreprennent des travaux selon les besoins qu’ils identifient au fur et à mesure. Ils ont prévu d’installer une protection anti-incendie, des canalisations, des salles d’eau dans les corridors. Par contre, ils ne toucheront pas aux chambres et n’y aménageront ni douches ni toilettes. La salle de séjour de la partie la plus ancienne est pour le moment la plus agréable. Les chambres situées au-dessus de cette salle ont un cachet particulier. Il y fait froid en hiver car il n’y a pas de chauffage. Les fenêtres comportent de petits balcons et donnent sur un ruisseau idyllique. Les propriétaires prévoient également la restauration du parc qui entoure l’hôtel. Architecte paysagiste de formation, Marcel Frey va prendre personnellement en mains cette tâche.


Info-Mix

DER KOMMENTAR

Der Aletschgletscher unter Schutz Gottes Die Villa Cassel thront spektakulär auf der Riederfurka. Sir Ernest Cassel liess sich den Bau viel kosten. Winston Churchill, späterer Premier von England, besuchte seinen Freund vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mehrmals im Wallis. Heute führt Pro Natura in der renovierten Villa ein Zentrum für Naturschutz. Der Schweizer Heimatschutz traf sich im Spätsommer an diesem geschichtsträchtigen Ort für eine Arbeitsretraite und liess sich den Betrieb der Naturfreunde im Hinblick auf das eigene, zukünftige Zentrum in der Villa Patumbah in Zürich erläutern. Grandios ist der Blick auf den grossen Aletschgletscher im UNESCOWelterbe Jungfrau. Ich war tief beeindruckt von dem prächtigen Kiefernwald, der grossartigen Gletscherlandschaft, umrahmt von mächtigen Bergen. Und wo Sonnenschein ist, fällt auch Schatten. Seit 1878 schmolz der grosse Aletschgletscher drastisch. Vier Kilometer ist er kürzer. 350 Meter hat er an Umfang verloren. Forscher sagen das endgültige Verschwinden der Gletscher voraus. Das Klima erwärmt sich. Tourismusverantwortliche von der Riederalp sind deshalb letztes Jahr besorgt zum Papst nach Rom gereist. Sie möchten jetzt für das Wachsen des Gletschers beten. Denn ohne Gletscher hätten die Gemeinden kein Trinkwasser mehr. Die Touristen würden ausbleiben. Die Hotellerie darben. Die Menschen leiden. Vorerst muss aber der Papst ein Gelübde von 1678 aufheben. Damals ist der Gletscher gewachsen und hat viel Ungemach ausgelöst. Die Bewohner von Fiesch und Fieschertal wollten tugendhaft leben und legten vor dem Papst ein Gelübde ab – damit der Gletscher nicht weiter wachse (!). Der Schweizer Heimatschutz setzt die Prioritäten anders. Gemeinsam mit Pro Natura wurde 1999 der Erlös aus dem Verkauf des Schoggitalers für den Schutz des bedrohten Aletschwaldes zur Verfügung gestellt. Damit konnte dieser geschützt und stark vergrössert werden. Und heute setzt der Schweizer Heimatschutz auf die eigene Landschaftsinitiative. Der Ständerat hat sich soeben für eine Reduktion der Bauzonen und die Abschöpfung der Mehrwerte aus dem Liegenschaftsverkauf ausgesprochen. Ich verspreche mir damit mehr Erfolg im Kampf gegen die Klimaerwärmung und zum Schutz unserer grandiosen Kulturlandschaften. Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz La traduction française du commentaire est disponible sur: www.patrimoinesuisse.ch/commentaire

HeimatschutzSauvegarde Patrimoine 4/10 4/10 || 40 40 Heimatschutz

BUCHTIPP Eine Spazierlandschaft der Moderne Entlang des Seeuferwegs in Zürich lässt sich der Kunst des Spazierens besonders gut frönen. Der Weg zum Zürichhorn bietet eine genussvolle Naturerfahrung am See und Einblick in die Gartenbaukunst der 1950er- und 1960er-Jahre. Dieses Schlüsselwerk der Schweizer Landschaftsgestaltung entstand 1963, vier Jahre nach der wegweisenden 1. Schweizerischen Gartenbau-Ausstellung (G/59) in Zürich. Dem Landschaftsarchitekten Willi Neukomm gelang eine Verbindung moderner, funktionaler Gestaltung und anregender Pflanzenvielfalt. Eine Monografie von Brigitt Siegel und Erik A. de Jong widmet sich diesem lebendigen Denkmal. Sie dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Seeuferwegs, die japanischen und skandinavischen Einflüsse sowie Fragen des denkmalpflegerischen Umgangs. Prunkstück der Publikation ist eine Abbildung des Originalplans – eine kraftvolle Bleistiftzeichnung – in Form eines 2,5 Meter langen Leporellos. Eine lesenswerte Publikation, die einen nicht nur in eine aussergewöhnliche Spazierlandschaft der Moderne eintauchen lässt, sondern auch anregt zum Spazierengehen am See. Peter Egli Der Seeuferweg in Zürich. Eine Spazierlandschaft der Moderne von 1963. Brigitt Sigel und Erik A. de Jong, Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 2010, CHF 59.00. ISBN 978-3-85881-250-6

HEIMATSCHUTZ VOR 26 JAHREN Wer schweigen kann, schadet der Heimat «Kürzlich hatte ich in einem Kreise dargelegt, neu freistehende Einfamilienhäuser zu bauen sei wegen der Einwirkungen auf die Besiedlung, auf den öffentlichen Verkehr, auf den sparsamen Einsatz von Energie und aus anderen Gründen kaum mehr zu verantworten. In neuen Baugebieten sollte verdichtet – und selbstverständlich auch viel besser gestaltet, als es heute noch oft der Fall ist – gebaut werden. […] Ein Gesprächsteilnehmer erklärte mir, er baue gerade jetzt in einem Vorort einer Grossstadt ein relativ bescheidenes Einfamilienhaus; er habe dafür aber wegen der grossen Bauabstände, die er nach dem öffentlichen Baureglement einzuhalten habe, 1000 m2 Boden – notabene so teuer, dass wohl die Kosten für den Boden jene des Einfamilienhauses übersteigen! – kaufen müssen. Solche Vorschriften bieten wohl Gemeinden Gewähr, dass nur noch relativ gute Steuerzahler bei ihnen Einfamilienhäuser bauen können, mit einer dem Gemeinwohl verpflichteten Politik hat dies aber nichts zu tun. Da würde man besser schreiben: Die Verpflasterung der Heimat geht weiter. Sind wir wirklich mancherorts nicht in der Lage, endlich zu erkennen, dass es nach dem Beispiel der sechziger und siebziger Jahre nicht weitergehen kann und dass sich Rücksicht auf das gesamte Gut ‹Boden› gebieterisch aufdrängt? Anders als im letzten Weltkrieg müssten wir wohl sagen: Wer (über solchen Unverstand) schweigen kann, schadet der Heimat.» Auszug aus dem Artikel «Haben wir zuviel oder zuwenig Bauland?» von Dr. Rudolf Stähli, Direktor der Schweiz. Vereinigung für Landesplanung in der Zeitschrift Heimatschutz, Nr. 4, 1984


Adressen/Adresses

GESCHÄFTSSTELLE/SECRÉTARIAT Schweizer Heimatschutz/Patrimoine suisse Postfach 1122, 8032 Zürich Domizil/Siège: Seefeldstrasse 5a, 8008 Zürich T 044 254 57 00, F 044 252 28 70 info@heimatschutz.ch, info@patrimoinesuisse.ch www.heimatschutz.ch, www.patrimoinesuisse.ch Geschäftsleiter/Secrétaire général: Adrian Schmid

ZENTRALVORSTAND/COMITÉ CENTRAL Geschäftsausschuss/Bureau Präsident/Président: Philippe Biéler, r. du Village 24, 1613 Maracon P 021 907 82 52, philippe.bieler@patrimoinesuisse.ch Vizepräsident(in)/Vice-président(e): Ruth Gisi, Hochwald SO Severin Lenel, St. Gallen Übrige Mitglieder/Autres membres: Christian Bischoff, Genève Denise Lüthy, Bonstetten ZH Daniela Saxer, Zürich Hans Schmid, Lavin GR

Geschäftsstellen/Secrétariats Sektionspräsidenten/Présidents de section Aargauer Heimatschutz Präsident: Ruedi Weber, Gipf-Oberfrick Geschäftsstelle: Henri Leuzinger, Kapuzinergasse 18, Postfach 358, 4310 Rheinfelden, G 061 831 70 05, P 061 831 69 67 Heimatschutz Appenzell A.-Rh. Präsident: Heinz Naef, Ober Bendlehn 20, 9042 Speicher, G 071 344 26 44 Heimatschutz Basel Präsident: Robert Schiess, Basel Geschäftsstelle: Paul Dillitz, Hardstrasse 45, Postfach, 4020 Basel, G 061 283 04 60 Baselbieter Heimatschutz Präsident: Markus Jermann, Schlossgasse 2, 4222 Zwingen, G 061 761 38 69, F 061 761 42 38, P 061 761 35 10 Berner Heimatschutz Präsidentin: Dorothée Schindler, Bern Geschäftsstelle: Kramgasse 12, 3011 Bern, G 031 311 38 88, F 031 311 38 89 Bündner Heimatschutz Präsident: Jürg Ragettli, Carmennaweg 41, 7000 Chur Geschäftsstelle: Ludmila Seifert-Uherkovich, Lürlibadstrasse 39, 7000 Chur, G 081 250 75 72 Proteziun da la patria d’Engiadina Präsident: Andreas Weisstanner, Via Suot Crasta 38, 7505 Celerina/Schlarigna, P 081 833 81 78, M 076 328 66 88 Patrimoine suisse, section Fribourg Président: Pierre Heegaard, Stalden 20, 1700 Fribourg, B 032 654 91 26, F 032 654 91 08, P 026 322 61 36 Patrimoine suisse, section Genève Président: Marcellin Barthassat, Genève Secrétariat: ruelle du Midi 10, case postale 3660, 1211 Genève 3, B 022 786 70 50, F 022 786 78 07 Glarner Heimatschutz GHS Präsident: Fridolin Beglinger, Oberrütelistrasse 19, 8753 Mollis, G 055 612 22 00, F 055 612 45 36 Patrimoine Gruyère-Veveyse Président: Jean-Pierre Galley, Au village, 1669 Lessoc, Secrétariat: Denis Buchs, case postale 161, 1630 Bulle 1, B 026 916 10 10 Innerschweizer Heimatschutz Präsident: Sepp Rothenfluh, Murbacherstrasse 25, 6003 Luzern, G 041 210 87 80 Patrimoine suisse, section Jura Président: Antoine Voisard, Porrentruy Administrateur: Georges Daucourt, CP 2202, 2800 Delémont 2, T/F 032 422 73 89 Patrimoine suisse, section neuchâteloise Présidente: Silvia Rohner, rue de la Côte 64, 2000 Neuchâtel, B 032 724 09 33

Oberwalliser Heimatschutz Präsident: Werner Bellwald, Postfach 548, 3900 Brig, P 027 939 12 20 Schaffhauser Heimatschutz Präsident: Caro Stemmler, Zum Gelben Haus, Stadthausgasse 21, 8200 Schaffhausen, G 052 624 52 20, P/F 044 836 67 45 Schwyzer Heimatschutz Präsident: Walter Eigel, Zwygarten 11, 6415 Arth, P 041 855 51 66 Solothurner Heimatschutz Präsident: Philipp Gressly, Solothurn Geschäftsstelle: Tanja Baumberger, Ravellenweg 12, 4702 Oensingen, G 032 622 12 26 Heimatschutz St. Gallen/Appenzell I.-Rh. Präsident: Andreas Jung, Rebstein Geschäftsstelle: Davidstrasse 40, Postfach 931, 9001 St. Gallen, G/F 071 222 07 20 Thurgauer Heimatschutz Präsident: Uwe Moor, Oberhofen bei Kreuzlingen Geschäftsstelle: Renate Bieg, altes SBB-Stellwerk Weinfelden, Schützenstrasse 28, Postfach 299, 8570 Weinfelden, G 071 620 05 10 Società ticinese per l’arte e la natura (STAN) Presidente: Antonio Pisoni, Ascona STAN: Piazza Grande 26, CP 1146, 6601 Locarno, U 091 751 16 25, F 091 751 68 79 Patrimoine suisse, section Valais romand Président: Rafael Matos, rue de la Lombardie 10, 1950 Sion, B 027 455 59 61 Patrimoine suisse, section vaudoise Président: Denis de Techtermann, Morges Secrétariat: chemin des Bulesses 154, 1814 La Tour-de-Peilz, B 021 944 15 20, F 021 944 15 89 Zuger Heimatschutz Präsident: Dr. Alex Briner, Cham Geschäftsstelle: Postfach 4641, 6304 Zug, G 041 711 13 18, F 041 711 13 19 Zürcher Heimatschutz Präsident: Ulrich Ruoff, Zürich Geschäftsstelle: Eichstrasse 29, 8045 Zürich, G 044 340 03 03, F 044 340 03 35

Fachberater/Conseillers Anfragen über die Geschäftsstelle SHS/ Consulter le secrétariat de Patrimoine suisse Bauberatung/Service technique: Patricia Schibli, Wettingen Christoph Schläppi, Bern Rechtsdienst/Service juridique: Lic. iur. Rudolf Muggli, Bern

Öffentlichkeitsvertreter/ Représentants des milieux officiels

EHRENMITGLIEDER/MEMBRES D’HONNEUR Marco Badilatti, Denis Blondel, Jaques Bonnard, Ronald Grisard, Dr. Theo Hunziker, Dr. Caspar Hürlimann, Dr. iur. Bruno A. Kläusli, Beate Schnitter, Dr. phil. Rose-Claire Schüle, Dr. Andrea Schuler, Robert Steiner, Hans Weiss, Dr. h.c. Jakob Zweifel

IMPRESSUM 4/2010: 105. Jahrgang/105e année Herausgeber/Editeur: Schweizer Heimatschutz/Patrimoine suisse Redaktion/Rédaction: Peter Egli (Leitung) Elisabeth Kopp-Demougeot (traductions) Irène Bisang (Übersetzungen) Redaktionskommission/Commission de rédaction: Gerold Kunz (Vorsitz), Architekt ETH Peter Egli, Architekt FH/Redaktor Adrian Schmid, Geschäftsleiter SHS Ivo Bösch, Architekt ETH/Redaktor Druck/Impression: Stämpfli Publikationen AG, 3001 Bern Erscheint/Parution: vierteljährlich/trimestrielle Auflage/Tirage: 18 000 Ex. Adresse: Redaktion «Heimatschutz/Patrimoine», Postfach 1122, 8032 Zürich, T 044 254 57 00, F 044 252 28 70, redaktion@heimatschutz.ch, redaction@patrimoinesuisse.ch ISSN 0017-9817 Nächstes Forum-Thema: Tourismus am Vierwaldstättersee Redaktionsschluss: 4. Januar 2011 Prochain thème du Forum: Le tourisme au lac des Quatre-Cantons. Délai rédactionnel: 4 janvier 2011

!"#$%& '$"()*%(+!

Dr. Raimund Rodewald (Stiftung Landschaftsschutz Schweiz/Fondation suisse pour la protection et l’aménagement du paysage)

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Prof. Dr. Georg Mörsch

Gefährdete Baudenkmäler können nicht sprechen. Wir schon!

Dr. Samuel Rutishauser und Gerold Kunz (Denkmalpflege) Lic. iur. Lukas Bühlmann (Schweiz. Vereinigung für Landesplanung VLP, Association suisse pour l’aménagement national ASPAN)

TALERVERKAUF/VENTE DE L’ÉCU D’OR Talerverkauf für Heimat- und Naturschutz Vente de l’Ecu d’or Postfach, 8032 Zürich Domizil/Siège: Seefeldstrasse 5a, 8008 Zürich G 044 262 30 86, F 044 252 28 70, info@schoggitaler.ch www.schoggitaler.ch, www.ecudor.ch, www.tallero.ch PC 80-4943-5 Leiterin Talerbüro: Brigitte Brändle

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WERDEN SIE MITGLIED BEIM SCHWEIZER HEIMATSCHUTZ! Als Dank für Ihre Anmeldung erhalten Sie ein Willkommensgeschenk Ihrer Wahl: www.heimatschutz.ch/geschenk oder T 044 254 57 00 Les bâtiments menacés ne peuvent pas crier au secours. Nous, oui!

DEVENEZ MEMBRE DE PATRIMOINE SUISSE! En remerciement de votre inscription, vous recevez un cadeau de votre choix: www.patrimoinesuisse.ch/cadeau ou T 044 254 57 00


te Auflage e it e b r a r e b ü 3. isée 3e édition rév

DIE SCHÖNSTEN HOTELS DER SCHWEIZ

3 — VS

3. überarbeitete Auflage

DIE SCHONSTEN HOTELS DER SCHWEIZ Der Schweizer Heimatschutz stellt aussergewöhnliche Gasthäuser vor 3e édition révisée

LES PLUS BEAUX HÔTELS DE SUISSE Patrimoine suisse présente un choix d’hôtels originaux

HOTEL OFENHORN Oberhalb des Weilers Schmidigehischere – im Herzen des Landschaftsparks Binntal – liegt das traditionsreiche Hotel Ofenhorn. Initiiert wurde es vom Erner Hotelpionier Josef Schmid und seiner Frau Maria. Obwohl das Haus bis Anfang der 1930er Jahre nur auf einem Saumpfad erreichbar war, lief das Geschäft blendend. Bereits 1897 musste das Gebäude erweitert werden. Besonders Engländer genossen den Aufenthalt im abgelegenen Binntal und verbrachten bis zu drei Wochen im Hotel. Nach den Weltkriegen begann wie vielerorts eine lange Durststrecke. Mitte der 1980er Jahre stand das Hotel vor dem Aus. Der von der Gemeinde gegründeten Genossenschaft Pro Binntal gelang es, die notwendigen finanziellen Mittel für eine Rettung aufzutreiben. Zu Beginn der 1990er-

ORT 3996 Binn

TELEFON 027 971 45 45 WEB www.ofenhorn.ch

30 ZIMMER DZ CHF 122.– bis 184.– ERBAUT 1883

1897. Besondere Schmuckstücke sind die Belle-Epoque-Zimmer mit den originalen Böden, den wiederhergestellten Tapeten und dem historischen Mobiliar.

Jahre konnte die Aussenfassade saniert und 2008 die Innenrenovation an die Hand genommen werden. Die alten Riemenböden sind heute frei-

gelegt, das ursprüngliche BlumenDekor von 1883 ist hervorgeholt und an der Decke bei der Reception ranken wieder die Pflanzen von

Au-dessus de Schmidigehischere – au cœur du parc paysager du Binntal – se dresse le traditionnel hôtel Ofenhorn. Construit en 1883 par Josef Schmid et son épouse Maria, les pionniers d'Ernen, l'hôtel, agrandi en 1897 déjà, connut un immense succès, bien qu'accessible uniquement par sentier muletier jusque dans les années 1930. Les Anglais surtout, appréciaient le séjour

dans ce Binntal éloigné de tout, et logeaient jusqu'à trois semaines à l'hôtel. Après les deux guerres, la situation se dégrada, et vers 1985, l'hôtel arriva à bout de souffle. Il aurait déclaré forfait si la coopérative Pro Binntal créée par la commune de Binn n'était parvenue à réunir au dernier moment les ressources financières nécessaires à son sauvetage. La façade extérieure a été assainie au

début des années 1990, et la rénovation intérieure entamée en 2008. Les anciens planchers sont aujourd'hui redécouverts, les fleurs peintes au chablon de 1883 à nouveau visibles et le plafond de l'entrée a retrouvé le décor végétal de 1897. Un trésor particulier: les chambres Belle Epoque avec sols originaux, tapisseries rétablies à l'identique et mobilier historique. 13

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Sei es in einem Hotel der Belle Epoque, einem alten Schloss oder einem historischen Stadthotel – mit unserem Büchlein in der Tasche sind Sie gut beraten.

Que ce soit un hôtel de la Belle Epoque, un château ancien ou une auberge en ville, avec ce petit guide en poche, vous n’aurez que l’embarras du choix.

100-seitige Publikation im handlichen Postkartenformat mit Fotos und Beschreibungen.

Publication de 100 pages en format pratique avec photos et descriptions.

CHF 8.– Heimatschutz-Mitglieder/membres de Patrimoine suisse CHF 16.– Nichtmitglieder/non-membres

Zu bestellen mit portofreier Karte auf Innenseite oder im Shop unter www.heimatschutz.ch A commander avec le talon ci-contre ou dans le shop sur www.patrimoinesuisse.ch

MIT 20 NEU EN VORSC HL ÄGE N AV 20 NOU EC VE A D RE S L L E S SE S

Heimatschutz/Patrimoine, 4-2010  

Die Zeitschrift "Heimatschutz/Patrimoine" wird viermal jährlich vom Schweizer Heimatschutz herausgegeben. Sie richtet sich an Mitglieder des...

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