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Nora Nora Bibel

SCHRIFTZUG h 27,5 mm

Bibel


Vorw채rts hoffen oder r체ckw채rts denken | Hope forward or think backward


Nora Bibel Fotografien von vietnamesischen R端ckkehrern | Photographs of vietnamese returnees


L端beck

Moritzburg

Wolfsburg

Berlin Brandenburg

Magdeburg

Dresden

Nordhausen

Gera

Bonn Erfurt

Chemnitz

M端nchen

Leipzig


Vân Xuyên

Th Hà

Hà Nô .i

Kim Thu Nam Đ i.nh

5

Vinh

5

Thanh Hóa

Hà T nh

Qu ng Bình

Thành phô´ H`ô Chí Minh

Hué


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08-09

Wer seine Heimat verlässt,

14-15

Anyone who leaves his homeland

der sucht oder flieht

is either looking for or fleeing

Dr. Ingo Schöningh

something Dr. Ingo Schöningh

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Unterwegssein. Ein Heimatbegriff

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Kristina Stang

20-109

110-112

Fotografien und Interviews Anhang

On the road: a notion of “Heimat” Kristina Stang

20-109

110-112

Photographs and interviews Appendix


Wer seine Heimat verlässt, der sucht oder flieht Dr. Ingo Schöningh

Fast 40.000 vietnamesischstämmige Flüchtlinge siedelten sich ab 1975, im Nach­ klang des Einmarschs der Truppen Ho Chi Minhs in Südvietnam, in Westdeutschland an. Nahezu idealtypisch bewiesen sie, dass die Integration von Menschen aus fremden Kulturräumen in der alten Bundesrepublik gelingen kann – obwohl sich Deutschland oftmals nur zufällig und zugeteilt als neue Heimat ergab, und obgleich die Übersiedlung mit gravierenden gesellschaftlichen Statusverlusten und langen Jahren in prekären Lebensumständen vor dem Aufbau einer neuen Existenz einherging. Insbesondere Akademiker aus dem Süden Vietnams riskierten die Flucht, um sich vor drohenden Umerziehungsprogrammen der kommunistischen Brüder aus dem Norden zu retten. Der sprichwörtliche „asiatische Pragmatismus“ – eine Haltung, flexibel, zukunftsund situationsorientiert auf neue Lebensumstände zu reagieren – mag in vielen Fäl­l en den Neuanfang zumindest ebenso begünstigt haben wie internationale För­derprogramme. Während sich die Flüchtlinge an die neue Realität in Deutschland gewöhnen konnten, wanderte eine große Anzahl vietnamesischer Vertragsarbeiter in das „sozia­ listische Bruderland“ Vietnams, die DDR, ein, um dort bei personellen Engpässen, bei­­spielsweise in den volkseigenen Betrieben der Textilproduktion, auszu­­hel­­fen. Zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung lebten schätzungsweise 60.000 vietnamesische Arbeitskräfte auf dem Gebiet der DDR. Sie wurden allerdings nicht

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in dem Maße in die ostdeutsche Gesellschaft integriert, wie es bei ihren Lands-

vielleicht nicht mehr vermag. Das wirtschaftliche Potenzial der alten Heimat ist

leuten im Westen Deutschlands der Fall war. Diese zum großen Teil aus dem Nor-

stetig ge­wachsen, schon seit Langem werden auch deutsche Bratwürstchen in

den Vietnams stammenden Vertragsarbeiter hatten eine grundsätzlich andere

Hanoi verspeist. Und wie auch viele gut ausgebildete Deutschtürken in die Heimat

Migrationsgeschichte hinter sich gebracht: Ihre Umsiedlung in die DDR erfolgte

der Väter zurückkehren, so zieht es ab und an Deutschvietnamesen der ersten

nach sozialistischer Vorgabe, sie rechneten nur mit einer begrenzten Aufent-

und zweiten Generation wieder zurück an den Roten Fluss oder den Mekong.

haltsdauer, um sich in einigen Jahren in der Fremde ein wirtschaftliches Polster zuzulegen und währenddessen zumeist die daheimgebliebenen Familienange­­hö­

Während im 20. Jahrhundert zahlreiche Gruppen von Menschen aus- und einwan-

rigen zu versorgen: Noch heute sieht man in den Straßen Hanois Mopeds der Marke

derten, so werden sie nun nur noch wandern: heraus, zurück und vielleicht weiter.

„Simson“, gefahren von vietnamesischen Nostalgikern mit nahezu muttersprachlichen Deutschkenntnissen. So sammelte sich eine stattliche Anzahl unterschiedlich motivierter vietnamesischer Migranten in Deutschland. Bis heute treten sie als Botschafter wechsel­ seitigen Austauschs in Erscheinung: Sie holen ihre Nichte zum Studium nach Dresden, schicken der daheimgebliebenen Schwester deutsche Säuglingsnahrung nach Hanoi und verkaufen den Deutschen vietnamesische Suppen in asia­ tischen Restaurants. Sie sind die Nachbarn mit den erfolgreichen Kindern und dem Räucherstäbchen auf dem Familienaltar. Doch was, wenn die Sehnsucht ­zum Stammland der Ahnen – trotz besserer Ausbildungschancen, qualitativ hochwer­ tigerer Pro­­dukte und einer gewissen sozialen Sicherheit in Deutschland – nicht nachlässt? Denn auch das Stammland der Ahnen hat sich verändert und bietet deutsch­viet­namesischen Re-Migranten inzwischen Chancen, wie es Deutschland

Dr. Ingo Schöningh, stellvertretender Leiter des Goethe-Instituts Tokio, arbeitete von 2002 bis 2006 als DAAD-Lektor in Hanoi. Im Jahr 2008 folgte die Promotion über kulturell determinierte Wahrnehmungsmuster vietnamesischer Migranten.


Unterwegssein. Ein Heimatbegriff

Heim und Herd.

Kristina Stang

„Grundbedeutung vielleicht Herdstelle“, vermutet das Wörterbuch über das ger­­­ma­­ nische „heim“. Als sich daraus im Althochdeutschen und weiter im Mittel­­­hoch­­­ deutschen das Wort „heimuoti, heimote“ herausbildete (und zwar „mit der glei­ chen Ableitungssilbe wie Kleinod, Einöde, Armut“), entstand ein Begriff, der weit mehr bezeichnet als den Herkunftsort eines Menschen: Heimat – alles, was je­­mand zu Haus, Heim und Herd als zugehörig empfindet. Dieses Empfinden ist höchst individuell, ja privat. Es lässt sich objektiv kaum bestimmen oder analy­-­ sie­r en, sondern nur fühlen. „Heimat“ verspricht sehr vage und umso kräftiger: Geborgenheit, An- und Zurruhekommen. Verlust Verlust ist Sehnsucht nach hinten. Heimat wird spürbar als verlorene Heimat. Heimat ist Heimweh. An Heimat denken viele, die ihren Herkunftsort verlassen mussten, flüchteten oder vertrieben wurden, manchmal aber auch die, die sich selbst zum Gehen entschlossen haben, als schmerzlichen Verlust. Was aber nicht heißt, dass denen, die bleiben, die einfach da sind, Heimat in ihrer Gegenwärtigkeit als Geschenk spür­bar wäre. Das Heimatgefühl entwickelt sich aus der Distanz, aus dem Gefühl der Abwe­­sen­­ heit. Heimat ist kein Ort, sondern eine Zeit. Heimat ist früher (vielleicht sogar

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ein Früher, das Generationen zurückreicht), vielleicht auch morgen: Wer von

Wer Heimat sucht, ist auf gleiche Weise unterwegs, konkret oder metaphorisch.

Rückkehr träumt, für den ist Heimat der Sehnsuchtsort Zukunft. Orte der Heimat

Nicht, noch nicht vielleicht, angekommen. Das Märchen Heimat handelt vom Ver-

sind nicht Häuser, Dörfer und Wiesen, sondern Gräber der Ahnen.

lust und manchmal von der Rückkehr, manchmal auch vom Finden einer zweiten,

Heimat ist sinnliches Erlebnis, auch oder gerade erst in der Erinnerung. Heimat

einer neuen Heimat. Es handelt vom Unterwegssein. Es gibt keine Wege, die nir-

wird gegenwärtig in Gerüchen, Farben, Stimmungen, Geschmäckern, Bildern,

gendwo hinführen.

Tast­eindrücken. Eine bestimmte Lichtstimmung, ein Gefühl auf der Haut, ein Duft – und plötzlich schmeckt es nach Heimat, liegt für einen flüchtigen Moment ein

Rückkehr Heimkehr ist Vollendung des Weges.

unerklärliches Gefühl von seliger Vertrautheit im Raum. Heimat ist fern. Und Ferne

Erinnerungen sind Wiederherstellungs­u topien.

macht sehnsüchtig.

Heimat ist das Ende der Differenzerfahrung.

Märchen Sehnsucht lebt aus Erinnerung.

Heimat, ob als realer oder als symbolischer Ort, ist der Gegenpol zu kontingen­-

Erinnerungen sind Geschichten.

ter Welterfahrung im Hier und Jetzt. In der Idee „Heimat“ erfährt die idealisierte

Heimat ist Erzählung.

Ver­g angenheit, die gute alte Zeit, eine Verortung. Heimat ist auch im übertra­­ge­nen Sinne die Welt der Kindheit mit ihrem engen sozialen und räumlichen

Heimat entsteht in der Überlieferung, im Erzählen, Besingen: im alltäglichen Trans­

Ra­dius, der Übersichtlichkeit von Wissen und Möglichkeiten, Überschaubarkeit

fer von Realität in Mythos. Mythen brauchen Helden. Helden der Heimat: ein Fuß-

von Erfahrung und Vorhersehbarkeit von Ereignissen. Die Komplexität hat Pause.

ballverein, ein Sohn der Stadt, der Papst geworden ist oder Formel-1-Welt­meis­ter,

Nicht jede Entscheidung muss erst noch getroffen werden. Heimatrequisiten: Erb­

der eigene Großvater, dessen Kindheitsort die Heimat ist. Helden verbinden mit­

stück statt Ikea, Dorfgemeinschaft statt soziale Netzwerke, „Landlust“ statt „Gla-

einander und mit einer Geschichte, Helden machen stolz. Stolz sein heißt: sich

mour“. Unser Dorf soll wieder schöner werden. Heimkehr ist der umgekehrte Weg:

als Teil von etwas zu fühlen. Anteil haben an der Erzählung. Ein Märchen ist eine

von Frucht und Blüte zur Wurzel.

Erzählung, in der der Held einen Weg gehen muss, durch wilde Wälder oder Wüsten im Innern, um am Ende eine verloren gegangene Ordnung wiederherzustellen.


Lebensraum Wurzeln ernähren eine Pflanze und verbinden. sie mit der Erde. Biotop Ich. Heimat ist Aufgehobensein des Ich in Umwelt. Heimat ist mehr als das Land, das Dorf, die Familie, wo jemand herkommt. Das Wort ist dafür da, die familiäre, soziale, kulturelle und emotionale Herkunft eines Menschen zu beschreiben: die Basis seiner Identität, seine Verwurzelung. Verwur­­ze­l ung wiederum verschiebt das Menschsein in den Kontext des Natürlichen. Etwas wunderbar Prä-Zivilisatorisches hängt an der Vorstellung einer Pflanze, die tagein, tagaus, fraglos, wahllos, als notwendiger Bestandteil ihrer Umgebung an ihrem festen Platz steht. Ohne gestaltbare Zukunft, revidierbare Vergangenheit, multioptionale Gegenwart. In totaler Gegenwart das grüne Schilfrohr am Dorfweiher, „sturmfest und erdverwachsen“, auch eine deutsche Vision von Heimat als Ort, der einen festhält. Heimat ist dort, wo einer wachsen kann. Entwurzelt ist, wer an einen Ort verpflanzt wurde, wo er nicht hingehört. Sicherheit Irgendwo hingehören, verstanden werden, sich nicht erklären müssen, ein Liegeplatz im Hafen. Eine heile Welt, ein Ort und eine Zeit, wo alles „heil“ ist, im Wortsinn also ganz, vollständig, einfach nicht kaputt: Auch das ist Heimat. Eine Erfahrung von Ganzheit. Menschen, die heimatlos sind, werden häufig im nächsten Atemzug als zer­­ ris­s en bezeichnet. Der Heimathafen ist immer gleichzeitig Start- und Zielpunkt

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einer Reise, unbeirrt und unabhängig von der Welt-Erfahrung; das Wesen der See-

Heim und Herd?

fahrt ist Rückkehr. Der Kontrast zum Erlebnis von Fremde macht Heimat spürbar:

Heimat ist Idylle und Idylle verdient grundsätzlich Misstrauen. Wo Wege vorge-

Heimat ist da, wo man sprechen kann und verstanden wird, ohne das Sprechen

zeichnet sind, wird Abweichen davon sanktioniert. Nähe heißt auch Kontrolle. Zu-

und das Verstandenwerden zu reflektieren. In der Heimat herrscht Selbst-Ver-

sammengehörigkeit schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch die Basis für den

ständlichkeit. Beheimatet ist man dort, wo man Teil der Normalität ist und nicht

Ausschluss anderer. Wurzeln halten fest und verhindern damit auch Aufbruch,

der Exot. Heimat ist Mehrheitsgefühl. Nestwärme statt Unbehaust­­­heit. Umwelt als

Entwicklung und Veränderung. Die Erzählung verfehlt die Realität, die Erinnerung

selbstverständlicher Teil von Identität: Das Vertraute schafft Sicherheit.

verpasst die Gegenwart. Mythos heißt auch Verklärung von Wirklichkeit, Erinnerung Festschreibung vergangener Zustände. Wo alles bleibt, wie es ist, geht es

Spielräume Sicherheit schafft Spielräume. Heimat ist Gestaltbarkeit.

nie weiter. Wo es um Heimat geht, sind Idylle, Sentimentalität und Verkitschung

Heimat ist ein Dorf, egal wie groß die Stadt ist.

von Wirklichkeit gefährlich nah. Die Grenzen drohen zu verschwimmen: Heimat als Weltflucht.

Heimat ist unmittelbar, nah, direkt, ein Ort, an dem man sich auskennt. Dessen

Aber Heimat hat die seltsame Eigenschaft, vom Sentiment zum Movens werden zu

räumliche, kulturelle und soziale Ordnungsprinzipien vertraut sind. Heimat ist

können. Heimat liegt nicht im Ankommen, sondern in der Aktivität. Nicht in den

regional saisonal ursprünglich und nachhaltig, ist Tante-Emma-Laden statt Spe-

Wurzeln eines Menschen, sondern in seiner Suche danach. Heimat muss dann als

zialgeschäfte für Teilbedürfnisse. Das erspart einem einiges. Ort, an dem man ge-

utopisches Konzept gesehen werden, das sich im Moment seiner Erfüllung selbst

trost auch einmal die Augen zumachen kann vor dem Tosen der Welt. Heimat stellt

auflöst. Die Metapher für Heimat bleibt das Unterwegssein. Sie gehört den nicht

eine Beziehung her zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Sie befreit von

oder noch nicht Angekommenen, sie ist im Wortsinn vorübergehend. Heimat ist

dem „alles kann, nichts muss“ einer medialisierten und globa­l i­sierten Welt. Hei-

nicht Nähe, sondern Überwinden der Distanz.

mat ist da, wo Wege vorgezeichnet sein können, wo es gut ist, wenn alles bleibt, wie es ist. Heimat als Konstante eröffnet Gestaltungsmöglichkeiten. Sich auskennen heißt auch: teilhaben können an Gesellschaft. Prozesse des Wandels nicht nur beobachten, sondern gestalten zu können.

Kristina Stang ist Dipl.-Kulturwissenschaftlerin. Als Dramaturgin und Theaterpädagogin arbeitete sie sechs Jahre am Theater an der Parkaue Berlin, seit der Spielzeit 2011/2012 ist sie als Dramaturgin am Jungen DT/ Deut­s ches Theater Berlin.


Anyone who leaves his homeland is either looking for or fleeing something Dr. Ingo Schöningh

Following the invasion of South Vietnam by Ho Chi Minh’s troops in 1975, almost 40,000 refugees of Vietnamese descent sought refuge in West Germany. They proved, virtually as paragon immigrants, that foreigners’ integration into the Fed­ eral Republic of Germany (FRG) was feasible — despite the fact that Germany in many cases was a chance destination, or one imposed arbitrarily, and despite the dramatic loss of social standing and long years of precarity that generally accom­ panied their new start in a strange country. In particular, South Vietnamese academics took the risk of fleeing abroad in order to evade the menace of reeducation at the hands of their Communist brothers from the North. The proverbial “Asian pragmatism”— a flexible approach to new circumstances combined with the drive and determination to shape one’s future — may often have benefitted the fresh start at least to the same degree as any international fund­­ing program. While refugees in West Germany were growing accustomed to their new reality, a large number of Vietnamese contract workers were en route to Vietnam’s “Social­ ist Brotherland,” the German Democratic Republic (GDR), in order to relieve labor shortages in nationalized industries there, in textile production for example. It is estimated that around 60,000 Vietnamese workers were in the GDR at the time of German Reunification (1990). However, they were far from being as well inte­­gr­a ted into East German society as their counterparts were in the West. Contract

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workers, who mostly came from North Vietnam, had a radically different migration

The twentieth century witnessed numerous groups of emigrants and immigrants,

history. They had settled in the GDR practically by order of the socialist regime, and

whereas people nowadays will simply stay on the move: they will leave, return, and

most of them expected to remain there only temporarily, before returning home

then perhaps head for the next place.

with the fruits of a few years’ labor — after sustaining family and friends in the interim by sending parcels home. To this day one still sees East German Simson mopeds being driven through the streets of Hanoi by nostalgic Vietnamese whose German is so fluent they could be mistaken for native speakers. A considerable number of Vietnamese immigrants thus secured a foothold in Germany, for one reason or another. To this day, they continue to serve as cultural ambassadors, arranging for a niece to study in Dresden, sending German baby food to a sister in Hanoi, or touting Vietnamese restaurants to Germans. They are the neighbors with successful children, and incense burning on the family altar. Yet what happens when — despite the better educational prospects, higher qual­ ity goods, and measure of social stability that Germany may offer — a yearning persists for the land of their ancestors? It too is changing, and now possibly offers more opportunities to post-migration German-Vietnamese than Germany can. Vietnam’s economic potential has increased exponentially in recent years, and German sausage has long since made an appearance on the streets of Hanoi. And just as many well-educated German-Turks now return to the land of their fathers, so too, from time to time, a first- or second-generation GermanVietnamese is tempted to return to the Red River or the Mekong.

Dr. Ingo Schöningh, vice-director of the Goethe Institute in Tokyo, worked from 2002–2006 as a lecturer for the German Academic Exchange Service (DAAD) in Hanoi. In 2008 he obtained his PhD with a doctoral thesis on Vietnamese immigrants’ culturally determined patterns of perception.


On the road: a notion of “Heimat”

Hearth and Home.

Kristina Stang

As a possible root of the Germanic word “heim,” meaning “home,” the dictionary hazards “a hearth, a place for cooking.” “Heimuoti”and “heimote”evolved in Old High Ger­ man and Middle High German to connote far more than simply a person’s place of origin. The current word “Heimat” has come to mean all that a person associates with his house, home, hearth, and also homeland. Such associations are highly individual, private even. They largely defy objective definition and analysis. They provoke an emotional response. “Heimat” holds only vague promise—of emotional security, of arrival, of coming to rest. Yet it is all the more potent for that. Loss Loss is longing in reverse. Heimat is felt most keenly in its absence. Heimat is homesickness. Heimat as a sense of painful loss preoccupies many of those who have had to leave, or perhaps to flee their place of origin, possibly with a foe at their heels, and it sometimes preoccupies also those who have chosen freely to leave. Which is not to say that Heimat is palpable as a gift of the present to those who stay, whose presence remains unquestioned. A feeling for Heimat develops at a distance, in a state of absence. Heimat is therefore not a place but a time. Heimat is “back when” (a “back when” that perhaps was generations ago). It is possibly also tomorrow. For anyone who longs to return, Heimat

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is the face of the future. The loci of Heimat are not houses, villages, and meadows

Return Going home completes the voyage.

but the graves of one’s ancestors. Heimat is sensual experience, also, or perhaps

Memories are utopian visions of restoring what once was.

only ever in memory. Heimat pops into the present as an odor, a color, a mood, a

Heimat is the end of exposure to diversity.

taste, an image, or haptic sensation. A certain play of the light, a prickle of the skin, a scent—and there suddenly is a taste of home: for one fleeting moment, an inexplica-

Heimat, whether as a real or symbolic place, is the counterpoint to contingent exper­

ble wave of blissful intimacy floods one’s being. Heimat is distance. And distance

ience of the world in the here and now. The concept “Heimat” puts flesh on the bones

prompts longing.

of the idealized past, of the good old days. Heimat in a metaphorical sense is also the realm of childhood, with its narrow social and spatial radius: the realm of limited

Fairy tale Longing lives on memories.

knowledge and possibilities, of straightforward experience, of predictable events.

Memories are stories. Heimat is a story told.

Complexity takes a break. Not every decision has still to be made. An heirloom instead of Ikea; a village community instead of a social network; “Country Living” instead of

Heimat is born of stories told, of narrative and song, in the everyday transposition of

“Cosmopolitan”: such are the requisites of Heimat. Home is where the heart is. Going

reality to myth. Myths need heroes, homeland heroes: a soccer club, a son of the city

home is the voyage in reverse: from the fruit to the blossom to the root.

who became the pope perhaps, or a Formula 1 racing driver; one’s own grandfather whose childhood world is Heimat. Heroes bond with one another, and with a story. Heroes fill one with pride. To feel pride is to feel part of something, to have a stake in

Habitat Roots nourish a plant, and connect it with the earth.

the narrative. A fairy tale is a narrative in which the hero must make a voyage, through

I is a biotope component.

overgrown forests or the deserts of the heart in order ultimately to restore a vanished

Heimat is an I held safely in the hands of its environment.

order. Anyone in search of Heimat must likewise make a voyage, be it real or metaphorical—one not, or not yet over. Heimat the fairy tale deals with loss, and some-

Heimat implies more than a person’s land, or village of birth, or family. The word en-

times also with return, and sometimes also with a second, newly found Heimat. It

compasses his familial, social, cultural, and emotional background: the basis of his

deals with being on the road. No road anywhere leads nowhere.

identity, his “rootedness.” The word rootedness in turn posits the human condition in


the natural realm. There is something wondrously uncivilized about a plant that remains in place day in, day out: a requisite biotope component, without question and without choice; with no designs on the future, no need to rewrite the past, and no options in the present. The sheer irrefutability of green reeds in a village pond, “steadfast and earthbound,” to quote a German regional hymn, evokes a notion of Heimat also as a place that holds one fast. Heimat is there, wherever one has room to grow. Rootless is the man planted in a place he does not belong. Security To belong someplace. To be understood. To not have to explain oneself. A safe harbor. An ideal world, a time and place where all is complete, perfect, unbroken: this too is Heimat ­— an experience of wholeness. Speak of someone homeless, and the next word on the tip of one’s tongue may well be “torn.” Always, the home harbor is simultaneously the point of departure, and the final destination. The essence of a sea voyage is the moment of return. Heimat is contoured by the contrasting experience of anything foreign. Heimat is wherever one can speak and be understood, without having to think about speaking or being understood. Heimat is where one’s being is utterly matter-of-fact. One is at home wherever one is part of the normal course of things, as opposed to being exotic. Heimat is when the majority is on one's side, when the environment serves as an intimate part of identity: a warm nest instead of being all at sea. Familiarity creates a sense of security.

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Leeway A sense of security creates leeway.

and kitsch renditions of reality come dangerously close in Heimat: their borders

Heimat is the potential to shape one’s world.

threaten to blur. Heimat becomes flight from reality.

Heimat is a village, however large the city. Heimat morphs easily from sentiment to driving force, however: a remarkable quality. Heimat is immediate, close, direct: a place one knows one’s way around, whose spa-

Heimat is a matter not of arrival but of activity. It lies not in a person’s roots but in his

tial, cultural, and social codes are habitual. Heimat is regional seasonal original sus-

quest for roots. Heimat must be read therefore as a utopian concept whose ful­

tainable, is corner-shop comforts instead of specialized stores for fractions of need.

fillment is likewise its end. Heimat, metaphorically speaking, is the state of being on

That spares one much ado. Heimat is a place one can occasionally close one’s eyes

the road. It belongs to whoever has not, or not yet arrived, and its essence is tran-

to the frenzy of the world. It creates a relationship between a person and his environ-

science. Heimat is not close at hand but it prevails over distance.

ment liberates him from the “anything goes,” and of a medi­a­tiz­ed, globalized world. Heimat is wherever paths have been trodden or traced already, wherever it feels fine when everything remains as it is. To know one’s way around means also to have a stake in society and a role to play, to not merely observe change but to shape it too. Hearth and home? Heimat is an idyll; and idylls deservedly provoke mistrust. Wherever paths have been trodden or traced, a straying step is open to sanction. Closeness also implies control. Belonging not only offers sanctuary for some. It is equally a premise for the exclusion of others. Roots hold firm, and hence hamper departure, development, and change. The narrative bypasses reality; retrospection is blind to the present. A myth is synonymous with idealized reality, memory with a rigid version of past events. Where everything stays the same, nothing new ever happens. Idylls, sentimentality,

Kristina Stang is a cultural scientist, dramaturge, and theater educationalist. After several years at Theater an der Parkaue, Berlin, she is presently engaged by Deutsches Theater Berlin, in the framework of its “Young DT” program.


Nguyen Thi Mai Lan

Nguyen Thi Mai Lan

1956 geboren in einem kleinen Dorf bei Ha Tinh

1956 Is born in a small village near Ha Tinh

In dem Haus, in dem sie geboren ist, lebt sie noch heute. 1987 Ausreise nach Mühlhausen bei Erfurt

1987 Leaves for Mühlhausen, near Erfurt

Lan arbeitete in einer Wäscherei. Ihre schönste Erinnerung

Lan worked in a laundry. Her favorite memory of Germany is of

an Deutschland ist die ans Äpfelpflücken und -essen.

picking and eating apples.

1993 Rückkehr in ihr Heimatdorf

She still lives today in the house in which she was born.

1993 Returns to her native village

Mit der Wende standen die Vertragsarbeiter der DDR vor der Wahl,

After the turnaround in Germany, Vietnamese who had lived in the

3.000 DM Abfindung und den Heimflug anzunehmen oder in Deutschland

former GDR as contract laborers found themselves faced with a

zu bleiben. Lan entschied sich für die Abfindung und kehrte einige

choice: to accept 3.000 DM compensation and a flight home, courtesy

Zeit später nach Hause zurück. Mittlerweile ist sie verheiratet.

of the Federal German government, or to stay in Germany. Yet only

Mit ihrem Mann hat sie zwei Kinder und gemeinsam haben sie ein

those able to show proof of a fixed abode and employment within the

eigenes Zementwerk aufgebaut. Ihr Sohn möchte gern nach Deutsch­ -

next three months would be allowed to stay long-term. Lan decided

land und lernt mit dem Nachbarn, der auch in Deutschland war,

to accept the compensation, and flew home shortly afterward. In the

die Sprache.

meantime she has married. She and her husband have two children, and have established their own cement works. Her son would like to

„ Heimat ist ein schönes Wort. Meine Eltern wohnen hier und

go to Germany, and is learning German with a neighbor who likewise

ich werde die Heimat nie vergessen oder verlassen.“

has spent time in Germany.

“ Home is a lovely word. My parents live here, and I will never forget my home, or leave it again.”

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Tran Van Thuc

Tran Van Thuc

1952 geboren in Hué

1952 Is born in Hué

1977 Ausreise nach Magdeburg

1977 Leaves for Magdeburg

Unglaublich lang war die Reise mit dem Zug von Hué nach Magdeburg.

The train journey from Hué to Magdeburg was incredibly long.

Dort angekommen, machte Thuc eine Ausbildung zum Gießer, arbeitete

Once in the GDR, Thuc trained as a metalcaster then worked for

zwei Jahre in diesem Beruf und wechselte dann in die Jugendarbeit.

two years in a foundry before switching to youth work.

1985 Rückkehr nach Hué

On the bus journey from Hanoi to Hué, he met the woman who is

Frau kennen.

now his wife.

1987 erneute Ausreise nach Magdeburg

1987 Leaves again for Magdeburg

Aufgrund seiner sehr guten Deutschkenntnisse konnte er als

As Thuc spoke German very fluently, he was able to work in the

Gruppenleiter für vietnamesische Arbeiter in der DDR arbeiten.

GDR as a team leader for Vietnamese workers.

1991 erneute Rückkehr nach Hué

1985 Returns to Hué

Auf der Heimreise lernte er im Bus von Hanoi nach Hué seine heutige

1991 Returns again to Hué

Vor allem seiner Frau zuliebe kehrte er nach Hause zurück, denn

It was above all to please his wife that he returned home, for

sie hatte große Angst, dass in Deutschland nach der Wende ein Krieg

she was very afraid that war might break out after the turnaround

ausbrechen könnte. Thucs Tochter, die in Vietnam geboren ist, lebt

in Germany. Thuc’s daughter, who was born in Vietnam, now lives in

heute mit ihrem deutschen Mann in Stuttgart.

Stuttgart with her German husband.

„ Heimat ist eben Heimat und unser Leben in Vietnam ist viel besser.

“ There is no place like home, and our life in Vietnam is much better.

Hier haben wir viele Kontakte mit Verwandten und Kollegen.

Here we are in closer contact with relatives and colleagues. And after

Und das Leben ist doch vor allem die Verbindung mit anderen

all, a sense of connection with other people is what life is all

Menschen.“

about.”

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Pham Quang Trung | 1963 geboren in Quang Binh

Pham Quang Trung | 1963 Is born in Quang Binh

Nguyen Thi Nhan | 1963 geboren in Ha Tinh

Nguyen Thi Nhan | 1963 Is born in Ha Tinh

1988 gemeinsame Ausreise nach Rudolstadt in der Nähe von Gera

1988 Leave together for Rudolstadt, near Gera

Kennengelernt hatten sich die beiden schon in Vietnam. In der DDR

They had met earlier in Vietnam. In the GDR they worked in the

arbeiteten sie dann gemeinsam in einer Spinnerei, mussten aber ge-­­

same spinning works but regulations stipulated they should live

trennt in verschiedenen Wohnheimen leben, da dies Vorschrift war.

apart, in separate dormitories.

1990 Rückkehr nach Ha Tinh

1990 Return to Ha Tinh

Beide waren unsicher, wie sich die Situation in Deutschland

Both were uncertain how the situation in Germany would develop

ent­ wickeln würde, und kehrten mit ihrer Abfindung von 3.000 DM

after the turnaround, and returned to Vietnam, each with 3.000 DM

nach Vietnam zurück. Sie kauften ein Haus und vermieteten es,

compensation. They bought a house and rented it out in order to

um über die Runden zu kommen.

make ends meet.

1993 erneute Ausreise des Mannes, diesmal nach Berlin

1993 Trung leaves again, this time for Berlin

In Vietnam war das Leben noch immer sehr schwierig, sodass Trung

Life in Vietnam was still very hard at the time, so Trung had

wieder versuchte, in Deutschland Geld zu verdienen. Er lebte

another go at making some money in Germany. He lived with

mit seinen vietnamesischen Freunden zusammen, die schon in

Vietnamese friends who were in Berlin before him. They repeat­ -

Berlin waren. Sie gerieten jedoch immer wieder in Konflikt mit

edly ran into problems with the police.

der Polizei.

1996 Returns again to Ha Tinh

1996 erneute Rückkehr nach Ha Tinh

The couple has two children, and still finds it very difficult

Für die Familie mit den zwei Kindern ist es noch heute sehr schwer, in Vietnam zu überleben.

„ In Vietnam geht es nur einigen besser, nicht allen, und manchen

geht es auch schlechter.“

to survive in Vietnam.

“ In Vietnam only some people are doing better these days,

not all of us; and many are doing a lot worse.”

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Le Quang Chau 1955 geboren in Thanh Hoa

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1995 Rückkehr nach Ho-Chi-Minh-Stadt Nachdem sich die Textilbranche auf den Berliner Märkten immer

1972 Ausreise nach Leipzig

mehr veränderte und Chau immer weniger Geld verdiente, nutzte er

Aufgrund seiner sehr guten Noten in der Schule konnte Chau

die Chance, um in Ho-Chi-Minh-Stadt etwas Neues aufzubauen.

in Leipzig Bauwesen studieren.

Denn in Vietnam verbesserte sich seit „Doi Moi“, der vietnamesischen

1978 Rückkehr nach Vietnam

Perestroika, die wirtschaftliche Situation zusehends. Ausschlag­ gebend für seine Rück­­­ kehr war auch das Versprechen an seinen Vater,

1989 Ausreise nach Berlin

sich im Alter um ihn zu kümmern. So kehrte seine ganze Familie mit

Die sehr harten Lebensbedingungen in den 80er-Jahren in Vietnam

ihm nach Vietnam zurück, seine Tochter war damals fünf Jahre alt.

ver­­ an­­­ las­ s ten Chau, in die DDR zu ziehen. In Berlin-Lichtenberg arbeitete er dank seiner guten Deutschkenntnisse zunächst als

„ Heimat ist für mich nicht ortsgebunden. Heimat sind für mich

Sprachvermittler im Wohnungsbaukombinat. Nach dem Mauerfall han­ -

die Sitten, der Lebensstil und vor allem die Familienzusammen­ ge­ -

delte er mit Textilien. Seine Tochter wurde 1990 in Berlin geboren.

hörig­­ keit. Heimat ist schwer zu beschreiben. Man fühlt es einfach.“

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Le Quang Chau 1955 Is born in Thanh Hoa

1995 Returns to Ho Chi Minh City Ongoing changes in the textile sector of Berlin street markets

1972 Leaves for Leipzig

made it increasingly difficult for Chau to earn a living, so he

Chau made excellent grades in school, so he was able to study

seized the chance to start over in Ho Chi Minh City.

civil engineering in Leipzig.

Also, “doi moi” — Vietnamese perestroika — had improved the domestic

1978 Returns to Vietnam

economy appreciably. His promise to his father, to care for him in his old age, was another important reason to return to Vietnam.

1989 Leaves for Berlin

His whole family went with him. His daughter was five years old

Extremely harsh conditions in Vietnam in the 1980s prompted Chau

at the time.

to move to the GDR. His good knowledge of German enabled him to find work, initially as an interpreter in a state-run housing

“ Home for me is not linked to a particular place. Home for me is

con­­ struction company in Berlin-Lichtenberg. After the fall of the

customs, lifestyle, and above all, being part of a family.

Wall he dealt in textiles. His daughter was born in Berlin in 1990.

Home is diffi­ cult to put into words. It is simply a feeling.”


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Dang Thanh Phu

Dang Thanh Phu

1977 geboren in Hué

1977 Is born in Hué

2003 Ausreise nach Bonn

2003 Leaves for Bonn

Nach seiner Ankunft in Deutschland absolvierte er zuerst

As soon as he arrived in Germany he took a language course, so

einen Deutschkurs, um dann an der TU in Dortmund zu studieren.

as to be able to study later at the Technical University (TU) in Dortmund.

2005 Rückkehr nach Hué Am Institut für Auslandsbeziehungen bekam Phu sofort eine

2005 Returns to Hué

gute Stelle.

Phu immediately landed a good job at the Institute of International Relations.

2011 Ausreise nach Dortmund Heute studiert er in Deutschland, um später seinem eigenen

2011 Leaves for Dortmund

Land aus dem Status des Entwicklungslandes heraushelfen zu

He is currently studying in Germany, so as later to be able to help

können.

Vietnam move beyond its present status as a developing country.

„ In Vietnam leben viele verschiedene Generationen zusammen.

“ In Vietnam many different generations live together under one roof.

Tradition empfinde ich als sehr gut. Der Familienzusammenhang

I think tradition is a very good thing. Family support and a tradi-

und die traditionelle Erziehung haben mich zu dem gemacht,

tional education made me the man I am today.”

der ich bin.“

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Tran Bach Diep

Tran Bach Diep

1968 geboren in Hué

1968 Is born in Hué

1986 Ausreise nach Erfurt

1986 Leaves for Erfurt

Während ihrer Ausbildung in der Bekleidungsindustrie wohnte

While training in the clothing industry, Diep lived with an elderly

Diep bei einem älteren Ehepaar, das für sie bald wie Oma und Opa

couple who soon became like a grandmother and grandfather to her.

war. Hier lobte sie immer das Essen, das die alte Frau kochte,

Diep always praised the food the elderly woman cooked, although she

obwohl es Diep selten schmeckte. Bis zur Wende arbeitete sie

rarely liked the taste of it. Until the turnaround she worked as

in einem Betrieb für Herrenmode als Sekretärin und Übersetzerin.

a secretary and translator for a men’s clothing company.

1990 Rückkehr nach Hué

Diep bought a house with the compensation she had received upon

men hatte, kaufte sie ein Haus in Hué, das sie heute an eine fran­ -

leav­ i ng Germany, and now rents it out to a French bakery. She runs

zö­­ si­ s che Bäckerei vermietet. Sie leitet eine Galerie und schreibt

a gallery and writes poetry, some of which has been published.

Gedichte, von denen einige schon veröffentlicht wurden.

1990 Returns to Hué

Von der Abfindung, die sie bei der Ausreise aus Deutschland bekom­ -

„ In Deutschland habe ich vor allem vermisst, mich schön zu machen. Schöne Kleider anzuziehen für eine Hochzeit oder ein Fest, das gab es in meiner Zeit in Erfurt nicht.“

“ What I missed most in Germany was dressing up. When I was in Erfurt,

there were few opportunities to put on fine clothes for a wedding

or a party.”

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Nguyen Van Khoa

Nguyen Van Khoa

1962 geboren in Ha Tinh

1962 Is born in Ha Tinh

1998 Ausreise nach Dresden

1998 Leaves for Dresden

Nach einer schwierigen, illegalen Einreise über Tschechien nach

After a long and difficult journey, Khoa entered Germany illegal

Deutschland kämpfte er jahrelang um eine Aufenthaltsgenehmigung.

via the Czech Republic, and then struggled for many years to

Er arbeitete in den unterschiedlichsten Restaurants und lebte

obtain a residence permit. He worked in all kinds of restaurants,

meistens mit mehreren Vietnamesen in einem Zimmer.

and mostly lived in a single room with several other Vietnamese.

2001 Rückkehr nach Ha Tinh

2001 Returns to Ha Tinh

Als er aus Vietnam wegging, war seine Tochter sechs Jahre alt, bei

His daughter was six years old when he left Vietnam. By the time

seiner Wiederkehr war sie schon neun und erkannte ihn kaum.

he returned she was nine, and barely recognized him. He now sells

Mittlerweile kann er mit seinem Sanitärhandel mehr Geld verdienen

sanitary equipment, makes more money than he did in Germany, and

als in Deutschland und möchte auf jeden Fall in seiner Heimat

feels no desire at all to leave his native country.

bleiben.

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Dang Khai Quang

Dang Khai Quang

1976 geboren in Ho-Chi-Minh-Stadt

1976 Is born in Ho Chi Minh City

1998 Ausreise in die Schweiz

1998 Leaves for Switzerland

Quang ging in die Schweiz, um eine Ausbildung als Heilerzieher

Quang went to Switzerland to train as a curative teacher

zu machen und Französisch zu lernen.

and to learn French.

2002 Rückkehr nach Ho-Chi-Minh-Stadt

2002 Returns to Ho Chi Minh City

Nach Beendigung seiner Ausbildung kehrte er zusammen mit seiner

After completing his training, he and his German girlfriend,

deutschen Freundin, die er in der Schweiz kennengelernt hatte,

whom he had met in Switzerland, returned to Vietnam, and married.

nach Vietnam zurück, wo die beiden heirateten.

2005 Leaves for Lübeck

2005 Ausreise nach Lübeck

He planned to make a life for himself in Germany, and was delighted

Deutsch. Er wollte in Deutschland sein Leben aufbauen und freute

to be offered a job as a curative teacher on Lake Constance.

sich sehr, als er eine Stelle als Heilerzieher am Bodensee bekam.

Unfortunately, the strain of living so far apart ultimately put

Leider hielt seine Ehe den Belastungen der Entfernung nicht stand.

an end to the marriage.

2009 Rückkehr nach Hué

He moved with his wife to Lübeck, and learned German first of all.

Zusammen mit seiner Frau lebte er in Lübeck und lernte erst einmal

2009 Returns to Hué

Ein gutes Angebot als Heilerzieher in Hué und seine zerrüttete

His broken marriage, and the offer of a good job in Hué, teaching

Ehe ließen ihn wieder nach Vietnam zurückkehren.

in a Swiss center for children with special needs, led Quang to return to Vietnam.

„ Ich denke, ich habe großes Glück gehabt, Europa kennenzulernen, weil ich mir so eine neue Meinung bilden konnte. Vor allem mein

Selbstbewusstsein hat sich verändert und auch mein Umweltbewusst-

it helped me revise my views. Above all, I have more self-confidence

“ I consider myself very fortunate to have been in Europe, because

sein. Mitgefühl und Respekt vor den anderen sind meine vietname­ -

now as well as more awareness of environmental issues. Compassion

si­ ­ schen Eigenschaften.“

and respect for others are my Vietnamese characteristics.”

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Truong Quang Hoa

Truong Quang Hoa

1969 geboren in Hué

1969 Is born in Hué

1991 Ausreise nach München

1991 Leaves for Munich

Während der 13 Jahre, die er in Süddeutschland verbrachte,

In the thirteen years he spent in southern Germany, Hoa worked in

arbeitete Hoa in mehr als 25 verschiedenen Restaurants.

more than twenty-five different restaurants. “Young and curious”

„ Jung und neu­ g ierig“, wie er war, träumte er von einem höheren

as he was, he dreamed of attaining a higher standard of living,

Lebensstan­ dard, kämpfte aber all die Jahre um eine Aufent­ - haltsgenehmigung.

but struggled all those long years to obtain a residence permit. 2004 Returns to Hué

2004 Rückkehr nach Hué

voluntarily. Thanks to his fluent German he can work now as a tour

zu kommen, aber Hoa kehrte freiwillig zurück. Seine guten Deutsch-

guide, despite his lack of formal training. He married in Hué,

kenntnisse ermöglichen es ihm heute, trotz fehlender Ausbildung

and is looking forward to soon becoming a father.

als Tourguide zu arbeiten. Mittlerweile hat er in Hué geheira­ t et und freut sich darauf, Vater zu werden.

Hoa was embarrassed to return home without money, but he returned

Es war für ihn sehr demütigend, ohne Geld wieder nach Hause

„ Erst wenn man weit weg ist, merkt man, dass es zu Hause viel besser ist.“

“ It is only when you are far away that you realize how much better things are back home.”

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Nguyen Ngoc Minh

Nguyen Ngoc Minh

1982 geboren in Tho Ha in der Provinz Bac Ninh

1982 Is born in Tho Ha in Bac Ninh Province

2000 Ausreise nach Nordhausen

2000 Leaves for Nordhausen

Seine Mutter lebte schon seit 1988 in Thüringen. 1991 hatte sie

His mother had lived in Thuringia since 1988, and set up her

sich mit einem kleinen Textiliengeschäft selbstständig gemacht.

own small textile business in 1991. After two years in school,

Nach zwei Jahren am Studienkolleg studierte Minh Architektur

Minh was able to study architecture at the Bauhaus University

an der Bauhaus-Universität in Weimar.

in Weimar.

2008 Rückkehr nach Hanoi

It is very difficult for a Vietnamese architect to establish

in Deutsch­­ land selbstständig zu machen. Minh sieht hierfür

himself freelance in Germany. Minh reckons he stands a better

bes­ s ere Chancen in Vietnam, für ein Manko hält er es jedoch,

chance in Vietnam. Innovation and quality count for less there

dass Quali­ t ät und Innovation in Vietnam weniger wichtig sind

than in Germany, however, which he thinks is a major drawback.

als in Deutschland.

2008 Returns to Hanoi

Für einen Vietnamesen ist es sehr schwer, sich als Architekt

„ Meine Mutter ging nach Deutschland, als ich sechs Jahre alt war. Bis ich elf war, habe ich das Wort Mutter nicht mehr ausgesprochen.

“ My mother went to Germany when I was six years old. I never said the word ‘mother’ again until I was eleven. It was very hard for me, and I certainly felt I was missing something. I always felt as­­­­ hamed

Das war sehr schwer für mich und es hat mir eindeutig etwas

of it somehow, in school and with my friends. If the mother was

gefehlt. Ich hatte immer eine Art Schamgefühl in der Schule und

a­ b­ road it meant either the family was very poor, or the parents

vor meinen Freunden. Wenn die Mutter im Ausland ist, bedeutet das

didn’t get along. In our case, it was probably a bit of both.”

ent­ w eder, dass die Familie sehr arm ist, oder dass die Eltern sich nicht ver­ stehen. Bei uns war wohl beides ein bisschen der Fall.“

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Nguyen Quang Phuc (Künstlername Quang Chien) 1941 geboren in Van Xuyen im Bezirk Bac Giang

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1970 erneute Rückkehr nach Hanoi Phuc hätte noch weiter in der DDR studieren können, wollte aber

1955 Ausreise nach Moritzburg

endlich in seinem Beruf als Maschinenbauer in Vietnam arbeiten.

Phucs Vater hatte sich im Widerstand gegen die Franzosen für sein

Sieben Jahre später begann er dann unter schwierigen Bedingungen,

Land sehr verdient gemacht, weswegen Phuc ausgewählt wurde, um nach

für den Schriftstellerverband zu arbeiten. Bis heute hat er

Moritzburg zur Schule zu gehen. Damals fing Phuc an, Gedichte zu

viele verschiedene deutsche Schriftsteller ins Vietnamesische

schreiben. Das linderte für ihn auch ein wenig die Sehnsucht nach

übersetzt, unter anderem Böll, Goethe, Heine, Hesse, Hoffmann,

seiner Heimat. Seine Gedichte wurden einige Jahre später in Vietnam

Nietzsche, Schiller, Seghers und auch Kindermärchen. An der offi­­ -

veröffentlicht. Nach der Schule machte er noch eine Aus­ bil­ d ung zum

ziel­ l en Über­ s etzung des „Faust“ arbeitete er zehn Jahre lang.

Motorenschlosser in Magdeburg. 1962 Rückkehr nach Hanoi Drei Jahre lang arbeitete er in einem Motorenwerk.

1992 Stipendium in Straelen am Niederrhein 1995 Stipendium in der Schwarzwaldstadt Calw Bis heute mehrere berufliche Reisen nach Deutschland.

1965 Ausreise nach Magdeburg An der TU studierte er Maschinenbau. Am Ende des Studiums fing er aus Spaß und für sich selbst an, Goethes „Faust“ ins Vietnamesische zu übersetzen.

„ Da für mich Heimat mit Kindheit verbunden ist, fallen mir Lieder wie ‚Oh Tannenbaum‘ und ‚Hoch auf dem gelben Wagen‘ ein. Diese Lieder haben wir in Moritzburg gelernt und gesungen. Weil man so weit weg von der Heimat war, sind mir diese Lieder besonders als Heimatlieder im Gedächtnis geblieben.“

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Nguyen Quang Phuc (pen name Quang Chien) 1941 Is born in Van Xuyen in Bac Giang District

1970 Returns again to Hanoi Phuc could have continued his studies in the GDR but chose to

1955 Leaves for Moritzburg

pursue his career as a mechanical engineer in Vietnam. Seven years

His father had rendered outstanding service to his country in

later, under difficult circumstances, he began to work for the

fight­ i ng the French, and for that reason Phuc was selected to

Vietnamese Writers’ Union. He has since translated several German

attend school in Moritzburg. It was there he began to write poetry.

authors into Vietnamese — Böll, Goethe, Heine, Hesse, Hoffmann,

It made him feel a little less homesick. His poems were published

Nietzsche, Schiller, and Seghers, among others — as well as

some years later in Vietnam. After finishing school he trained

children’s fairy tales. He worked for ten years on the official

as an auto mechanic in Magdeburg. 1962 Returns to Hanoi Phuc worked for three years in a car factory. 1965 Leaves for Magdeburg

translation of “Faust”. 1992 Scholarship in Straelen, on the Lower Rhine 1995 Scholarship in Calw, in the Black Forest He has traveled to Germany several times for professional reasons.

He studied mechanical engineering at the Technical University. After graduating, he began to translate Goethe’s “Faust”, simply for his own gratification.

“ For me, the idea of home is tied up with childhood, so I recall songs such as ‘Oh Tannenbaum’ and ‘Hoch auf dem gelben Wagen’— the songs we learned and sang in Moritzburg. Because we were so far away from home at the time, I remember these songs especially as the sound of my German home.”


Le Thi Hong Nhung

Le Thi Hong Nhung

1989 geboren in Hanoi

1989 Is born in Hanoi

1991 Ausreise nach Wolfsburg

1991 Leaves for Wolfsburg

Ihre Kindheit verbrachte Nhung im deutschen Kindergarten und

Nhung spent her childhood in German preschool and elementary

in der Grundschule. Ihre Mutter machte sich immer Sorgen, ob sie

school. Her mother constantly worried that her daughter might

jemals richtig Vietnamesisch lernen würde. Mit ihrer Schwester

never learn correct Vietnamese. Nhung preferred to argue with

stritt sie lieber auf Deutsch.

her sister in German.

1998 Rückkehr nach Hanoi

1998 Returns to Hanoi

Nhung fühlt sich bis heute anders als ihre vietnamesischen Freun­ -

Nhung still senses how different she is from her Vietnamese

de in Hanoi. Das heißt für sie: zu leichtgläubig, zu unab­ h ängig,

friends in Hanoi. For her, that means she is too gullible, too

zu draufgängerisch, zu viel zu denken und zu direkt im Reden und

independent, too much of a go-getter, and also that she thinks too

Handeln zu sein.

much, says what she thinks too bluntly, and does what she likes.

„ Ich erinnere mich an viele Kindheitsdinge. Frühling ist für mich,

“ I can remember lots of things from my childhood. Spring for me means

auf der Mauer sitzen und den Blütenhonig der Pflaumenbäume schme­ cken.

sitting on a wall, and tasting the blossom honey of the plum trees.

Bei Sommer denke ich an Hitze und Regen. Herbst, in den Wald gehen

Summer makes me think of heat and rain. Fall, of going into the

und Igel finden, und im Winter Schlittenfahren und Weih­ n achtsbäume

forest and finding hedgehogs; and winter, of sledding and decorat-­

deko­ rieren. Hier in Vietnam bastelt niemand Sterne.“

ing the Christmas tree. No one here in Vietnam makes cut-out stars.”

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Nguyet Van

Nguyet Van

1980 geboren in Ho-Chi-Minh-Stadt

1980 Is born in Ho Chi Minh City

1999 Ausreise nach Berlin

1999 Leaves for Berlin

Ihre Mutter ermöglichte ihr die Reise nach Deutschland, das Studium

Her journey to Germany was paid by her mother; her degree course

an der TU Berlin (Studiengang Bühnenbild) finanzierte Van selbst.

in stage design (at the TU Berlin) she paid for herself.

Eine bleibende Erinnerung ist vor allem der erste Schnee, sie war

The first snow is a lasting memory: she was very surprised to see

ganz überrascht, weil plötzlich alles so weiß war.

everything suddenly turn white.

2004 Rückkehr nach Ho-Chi-Minh-Stadt

2004 Returns to Ho Chi Minh City

Schon aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Berufs gehörte Van in

Alone, thanks to her education and choice of profession, Van soon

Vietnam sofort zu einer Art Mittelschicht. Sie arbeitet heute

belonged to the middle class, so to speak. She is now a successful

erfolgreich als Architektin.

architect.

„ Ich kann vielleicht 20 Jahre in Deutschland bleiben, aber ich werde dort immer fremd sein. Heimat ist für mich Mama.“

“ I can stay twenty years in Germany perhaps, but I will always

be a foreigner there. Home for me means mama.”


Duong Van Mo

Duong Van Mo

1951 geboren in Kim Thu im Bezirk Ha Tay

1951 Is born in Kim Thu, in Ha Tay District

1974 Ausreise nach Magdeburg

1974 Leaves for Magdeburg

Auch Mo durfte in der DDR Bauwesen studieren, da er in der

Mo was able to study civil engineering in the GDR, as he had

Schule sehr gute Noten hatte.

made very good grades in school.

1978 Rückkehr nach Hanoi

1978 Returns to Hanoi

Mo heiratete und bekam zwei Söhne. 1987 erneute Ausreise nach Magdeburg

Mo married, and now has two sons. 1987 Leaves again for Magdeburg

Seine schlechte Finanzlage führte zu seiner erneuten Reise in

Dire financial straits prompted him to return to the GDR.

die DDR. Er arbeitete als Dolmetscher und konnte durch die Pakete,

He worked as an interpreter, and sent gifts home so as to improve

die er nach Hause schickte, die Situation seiner Familie ein

his family’s situation a little. He still keeps in touch with his

wenig verbessern. Bis heute hält er Kontakt zu seinen Freunden

friends in Magdeburg.

in Magdeburg.

1990 Returns again to Hanoi

1990 erneute Rückkehr nach Hanoi

He learned English in those years and now, thanks to his language

In dieser Zeit lernte er Englisch. Aufgrund seiner guten Sprach­

skills, his professional life is going very well.

kenntnisse geht es ihm heute beruflich sehr gut.

He was unemployed for three years following his return.

Nach seiner Rückkehr hatte er drei Jahre lang keine Arbeit.

„ Obwohl es verboten war, ging ich während meines Studiums tanzen. Ich wollte unbedingt Walzer lernen.“

“ As a student, although it was forbidden, I used to go dancing. I was determined to learn how to waltz.”

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Le Thi Thu Hoai

Le Thi Thu Hoai

1960 geboren in Hué

1960 Is born in Hué

1982 Ausreise nach Berlin

1982 Leaves for Berlin

In Berlin-Hohenschönhausen arbeitete Hoai sechs Jahre lang in

Hoai worked for six years in a lamp factory in Berlin-Hohen­

einer Lampenfabrik. Hier lernte sie einen Vietnamesen kennen,

schönhausen. She met a Vietnamese there, whom she later married.

den sie heiratete.

1988 Returns to Hué

1988 Rückkehr nach Hué

Hoai had to return to Vietnam when she became pregnant, as the

Hoai musste nach Vietnam zurückkehren, weil sie schwanger wurde.

treaties Vietnam and the GDR had signed on contract labor strictly

Denn die damaligen Verträge zwischen Vietnam und der DDR ver­ -

forbade Vietnamese to become pregnant while abroad. Her husband

boten Vietnamesinnen eindeutig, im Ausland schwanger zu werden.

pro­ m ised to bring her back to Berlin the following year but it

Ihr Mann versprach, sie nach einem Jahr wieder nach Berlin zu

never came to that. Five years later, they were divor­ ced.

holen, was aber nicht geschah. Nach fünf Jahren haben sich die

Since 2002 their daughter has lived with her father in Berlin,

beiden dann scheiden lassen. Die gemeinsame Tochter ist seit 2002

where he manages several Vietnamese restaurants. Hoai remarried

wieder in Berlin bei ihrem Vater, der mehrere vietnamesische

in 1993, and also has a son.

Restaurants leitet. Seit 1993 ist Hoai wieder verheiratet und hat noch einen Sohn bekommen.

„ Mein Zuhause ist meine Heimat und mein liebster Ort.“

“ My own home is my favorite place, and all the home I need.”


Le Ba Phu 1950 geboren in Hanoi

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2006 erneute Rückkehr nach Hanoi Ihr Sohn hatte Senftenberg schon im Jahr 2000 verlassen, um in

1968 Ausreise nach Leipzig

Vietnam Arbeit zu suchen, Phu und seine Frau folgten dann 2006,

Wie viele andere Vietnamesen hat Phu in Leipzig Lebensmittel­ -

obwohl sie eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung haben.

technik studiert.

In Hanoi star­ t eten sie mit einem Restaurant, von dem sie mittler-

1973 Rückkehr nach Hanoi

weile wesent­ l ich besser leben können als von ihrem Laden in

In Vietnam konnte er erstmals in seinem erlernten Beruf arbeiten,

Deutsch­ l and. Nach Deutsch­­ land fahren sie heute nur noch in den

jedoch verschlimmerte sich die wirtschaftliche Situation auch

Urlaub und um Freunde zu besuchen.

aufgrund des Krieges zwischen China und Vietnam immer mehr. 1988 Ausreise nach Hoyerswerda Phu nahm die Chance wahr, bis zur Wende als Sprachvermittler in der DDR zu arbeiten. Danach machte er sich mit einem Textil- und Geschenk­­ artikelladen selbstständig und holte seine Frau und den jüngeren Sohn zu sich nach. 1997 zog die Familie nach Senftenberg, da das Leben für einen Vietnamesen in Hoyerswerda zu gefährlich wurde. Aber auch in der neuen Gegend hatte vor allem der Sohn viele Probleme mit den Jugend­ l ichen in der Nachbarschaft.

„ Meine Heimat ist eben da, wo ich geboren bin. Hier haben wir auch unsere Großfamilie und vor allem unser Enkelkind. Vor allem wegen ihm sind wir wieder nach Hause zurückgekehrt.“

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Le Ba Phu 1950 Is born in Hanoi

2006 Returns again to Hanoi Their son left Senftenberg in the year 2000 to look for work in

1968 Leaves for Leipzig

Vietnam. Phu and his wife followed in 2006, although they have

Like many other Vietnamese, Phu studied food engineering in Leipzig.

permanent residency rights in Germany. They opened a restaurant

1973 Returns to Hanoi

in Hanoi, which assures them a much better standard of living

In Vietnam he had his first chance to work in his chosen profession,

than their shop in Germany did. They travel to Germany now only

yet the economic situation there was deteriorating rapidly owing

for vacations, and to see friends.

to the war between China and Vietnam. 1988 Leaves for Hoyerswerda He seized an opportunity to work in the GDR as an interpreter. The job ended with the turnaround, so he set up in business, selling textiles and assorted gifts, and had his wife and younger son join him. In 1997 the family moved to Senftenberg because life for Vietnamese in Hoyerswerda had become much too dangerous. Yet the new neighborhood proved difficult, too, and his son, especi­ a lly, faced a lot of bother from local teenagers.

“ Home for me is the place I was born. Here we have our extended

family, and our grandson, above all. It was first and foremost

because of him that we came home.�


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Nguyen Thi Tuyet

Nguyen Thi Tuyet

1959 geboren in Ha Tinh

1959 Is born in Ha Tinh

1988 Ausreise nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)

1988 Leaves for Karl Marx City (now Chemnitz)

In der DDR arbeitete Tuyet als Näherin. Nach der Wende wollte sie

Tuyet worked as a seamstress in the GDR. She was among the few

im Gegensatz zu vielen anderen nicht nach Vietnam zurückkehren,

who chose not to return to Vietnam after the turnaround. She felt

da sie die Hoffnung hatte, in Deutschland bessere Chancen zu haben

hopeful of better prospects in Germany than in her native land.

als in ihrer Heimat. Sie zog nach Berlin und verkaufte Bekleidung

She moved to Berlin, and sold clothing and cigarettes.

und Zigaretten.

1993 Returns to Ha Tinh

1993 Rückkehr nach Ha Tinh

the police who had caught her selling cigarettes. It seemed better

Angst – ebenso vor der Polizei, die sie beim Zigarettenverkauf

then for her to return to Vietnam than to see her savings con­ -

er­ wischt hatte. Für sie war es nun besser, nach Vietnam zurück­ -

fis­ ca­ t ed. In the meantime she has married, and now has two children.

z u­ ­ kehren, als das Risiko einzugehen, dass alle ihre Ersparnisse beschlagnahmt würden. Mittlerweile ist sie verheiratet und hat zwei Kinder.

She was afraid of the German men who wanted to marry her — and of

Vor den deutschen Männern, die sie heiraten wollten, hatte sie

„ Nach Deutschland würde ich gerne in den Urlaub fahren, wohnen bleiben möchte ich in Vietnam.“

“ I would like to go to Germany for a vacation but Vietnam is

where I want to live.”

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Nguyen Quoc Loan

Nguyen Quoc Loan

1949 geboren in Vinh

1949 Is born in Vinh

1967 Ausreise nach Magdeburg

1967 Leaves for Magdeburg

Sein Vater war bei der Armee und Loan hatte Abitur. Das waren

His father was in the army, and Loan had finished school with good

Gründe genug, um im Ausland studieren zu dürfen. Er wusste aller-

grades: reasons for him to be allowed to study abroad. He didn’t

dings vor der Abreise nicht, in welches Land er kommen würde.

know until he left however, which country he would be going to.

1976 Rückkehr nach Vinh

1976 Returns to Vinh

Glücklicherweise bekam er eine Stelle als Dolmetscher in einem

He was fortunate to find a job in a cement works as an inter-

Zementwerk. Er heiratete und bekam drei Kinder.

preter. He married, and now has three children.

1980 Ausreise nach Mühlhausen bei Erfurt

1980 Leaves for Mühlhausen near Erfurt

Weil der Lebensstandard in Vietnam so schlecht war, konnte er in

As the standard of living in Vietnam was very low, he could earn

der DDR als Dolmetscher mehr Geld verdienen. Davon konnte er

better money as an interpreter in Germany. He used to buy toys,

Spielzeug, Bekleidung und Bonbons kaufen und nach Hause schicken.

clothing, and candy, and send them home. His wife then sold them —

Seine Frau verkaufte die Sachen dann weiter — und so verbesserte

and so their situation improved a little.

sich ihre Situation ein wenig. 1990 erneute Rückkehr nach Vinh

1990 Returns again to Vinh After the turnaround he no longer wanted to stay in Germany.

Nach der Wende wollte er nicht in Deutschland bleiben.

He is now again working as an interpreter, this time for a German

Heute arbeitet er als Dolmetscher für eine deutsche Entwicklungs­

development aid organization.

organisation.

„ Ich bin heute zufrieden hier. Ich lebe in Freiheit, meine Kinder haben studiert und ich habe ein kleines Haus. Man braucht nicht unbedingt ein Auto, ein Moped reicht.“

“ I am satisfied here now. I live in freedom, my children have

studied, and I have a small house. One doesn’t really need a car;

a moped is enough.”

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Nguyen Van O

Nguyen Van O

1954 geboren in Hanoi

1954 Is born in Hanoi

1974 Ausreise nach Brandenburg

1974 Leaves for Brandenburg

In der DDR wurde er zum Mechaniker ausgebildet.

He trained in the GDR to be a mechanic.

1977 Rückkehr nach Hanoi

1977 Returns to Hanoi

1988 Ausreise nach Berlin

1988 Leaves for Berlin

Zuerst arbeitete er bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVB),

Initially he worked for the East Berlin Transport Authority (BVB),

die 1992 mit der westdeutschen Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG)

which merged with its western counterpart in 1992, under the name

fusionierten. Bis 1993 konnte er bei der BVG arbeiten, danach war

BVG. He was able to stay on at the BVG until 1993. After that he

er vor allem Koch. Seine Frau und seine Kinder hat er all die

mostly worked as a cook. In all those years he only saw his wife and

Jahre nur einmal im Jahr gesehen, dann allerdings für drei Monate.

children once a year, but then for three months at a stretch.

2006 erneute Rückkehr nach Hanoi

2006 Returns to Hanoi

Heute haben er und seine Frau einen kleinen Frühstücksladen.

„ Auch wenn meine Frau und meine Kinder mit in Deutschland gewesen wären, wäre ich wohl heute wieder in Vietnam. Schließlich leben

Today he and his wife own a small breakfast café.

“ Even if my wife and children had been able to join me in Germany, I would still be here today in Vietnam. After all, my mother still

hier noch meine Mutter, die mittlerweile schon 90 Jahre alt ist,

lives here — she is ninety now — as do my uncles and aunts: all my

und all die Onkel und Tanten, eben die ganze Großfamilie.“

exten­ d ed family.”

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Dao Thien Trung

Dao Thien Trung

1960 geboren in Hanoi

1960 Is born in Hanoi

1982 Ausreise nach Erfurt

1982 Leaves for Erfurt

Neben seiner Arbeit als Elektromonteur und Sprachvermittler hat

In addition to starting work as an electrical fitter and inter­

Trung von Anfang an abends Deutschunterricht genommen. Für ihn war

preter, Trung immediately began evening classes to improve his

es das Wichtigste, in einem fremden Land als Erstes die Sprache

German. In his opinion, the most vital first step in a foreign

zu lernen.

country is to learn the language.

1990 Rückkehr nach Hanoi

He works now in Hanoi for the German development agency DED,

in Hanoi und möchte nicht mehr ins Ausland ziehen. Für ihn hat sich

and has no desire to move abroad. The economic situation in Viet-

die wirtschaftliche Situation in Vietnam entscheidend geändert,

n am has changed decisively in his favor, and as the only son ­

als einziger Sohn fühlt er sich zudem für seine Eltern verant­ w ort­

of aging parents, he also feels he has responsibilities at home.

lich. Seine eigenen Kinder sollen wie er und seine Frau in Vietnam

His children are to study in Vietnam, as he and his wife did.

studieren.

1990 Returns to Hanoi

Mittlerweile arbeitet er für den deutschen Entwicklungsdienst DED

„ Viele der Jugendlichen, die sehr jung im Ausland studieren, ver­­­­ l­ ieren

“ Many of the young people who study abroad at an early age lose a

sense of connection with their home country. Ultimately, they don’t

ihren Bezug zur Heimat. Sie wollen nicht mehr zurück und denken nicht

want to come back, and they don’t think well of their country.

mehr gut über ihr Land. Für meine Kinder wünsche ich mir das nicht.“

I wouldn’t like my children to turn out that way.”

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Nguyen Thi Thanh Hoan

Nguyen Thi Thanh Hoan

1965 geboren in Ha Tinh

1965 Is born in Ha Tinh

1989 Ausreise nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)

1989 Leaves for Karl Marx City (now Chemnitz)

Hoan arbeitete dort bis zur Wende in einer Weberei. 1990 Rückkehr nach Ha Tinh

Hoan worked in a weaving mill until the turnaround. 1990 Returns to Ha Tinh

Von der Abfindung kaufte sie das Haus, in dem sie heute noch lebt.

She used the compensation to buy the house in which she still

Nach ihrer Rückkehr wurden ihre zwei Kinder geboren und sie

lives today. She had two children after returning to Vietnam,

versuchte zusammen mit ihrem Mann, eine Existenz in Vietnam auf­

and tried with her husband to earn a livelihood.

zubauen. 1999 Ausreise nach Bautzen

1999 Leaves for Bautzen Although it meant leaving her two children with their grand­ -

Obwohl sie ihre zwei Kinder bei den Großeltern lassen musste, ging

parents, she returned to Germany in the hope of earning more

sie nochmals in der Hoffnung nach Deutschland, hier mehr Geld

money. She had no residency permit, however, and so repeatedly

verdienen zu können. Ohne Aufenthaltsgenehmigung bekam sie jedoch

faced trouble with the police.

immer wieder Ärger mit der Polizei. 2005 erneute Rückkehr nach Ha Tinh

2005 Returns again to Ha Tinh After all those difficult years, Hoan saw little prospect

Hoan sah nach all den schwierigen Jahren keine Möglichkeit, ihre

of being able to bring her children to Germany, and so

Kinder nach Deutschland zu holen und kehrte wieder in ihre Heimat

returned home. The children’s father still lives in Germany.

zurück. Der Vater ihrer Kinder lebt heute noch in Deutschland.


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Vu Huy Thong

Vu Huy Thong

1974 geboren in Nam Dinh

1974 Is born in Nam Dinh

1998 Ausreise nach Dresden

1998 Leaves for Dresden

In dem Lebensmittelgeschäft seines Bruders hat Thong jahre­­­ lang

Thong helped out for many years in his brother’s grocery store.

mitgearbeitet. All die alten Leute der Umgebung sind ihm sehr

He grew very fond of all the older people in the neighborhood.

ans Herz gewachsen. Leider bekam er keinen Studienplatz an der

Unfortunately, he wasn't able to study at the Technical Univer­­ s­­­ -

TU Dresden und auch keine Aufenthaltsgenehmigung.

ity of Dresden, nor could he obtain a residence permit.

2003 Rückkehr nach Hanoi

2003 Returns to Hanoi

Thong wollte mehr, als ewig in einem Geschäft zu arbeiten.

Thong wanted more than to work in a store forever. He therefore

Deshalb kehrte er nach Vietnam zurück, studierte an der Hochschule

returned to Vietnam, studied at the University of Fine Arts,

der Schönen Künste und schloss mit einem Diplom über Ernst Ludwig

and wrote his graduation thesis on Ernst Ludwig Kirchner and

Kirchner und die Künstlergruppe Brücke ab. Heute arbeitet er

the art movement “Die Brücke.” He is now a successful art theor­ -

er­ folg­­ reich als Kunstwissenschaftler und -kritiker.

ist and art critic.

„ Ich denke, es gibt immer nur eine Heimat. Es ist wie mit einer Beziehung. Man kann sie lieben und irgendwann vielleicht auch

“ I think one can only ever call one place home. It’s like with a

relationship. One can love it then perhaps someday also hate

einmal hassen. Weil ich in Deutschland war, habe ich wahrscheinlich

it. I probably began to think about what home means only because

überhaupt erst damit angefangen, über Heimat nachzudenken.

I was in Germany. Vietnamese abroad probably need a sense of

Wahrscheinlich brauchen die Vietnamesen im Ausland ihre Heimat

Viet­ n am as their home — a lot more than we who live here do.”

viel mehr als alle, die noch in Vietnam leben.“

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Quê hu‘o‘ng Komponist: Giáp Va˘n Tha. ch Gedicht: Đô˜ Trung Quân

Quê hu‘o‘ng là chùm khê’ ngo.t Cho con trèo hái mô˜i ngày Quê hu‘o‘ng là d-u‘ó‘ng d-i ho.c ˛ Con vê ro.‘p bu‘ò‘m vàng bay ˛ Quê hu‘o‘ng là con diêu biêc ˛ Tuôi tho‘ con tha trên d-ông Quê hu‘o‘ng là con d-ò nho ˛ Êm d-êm khua nu‘ó‘c ven sông ˛ Quê hu‘o‘ng là câu tre nho ˛ Me. vê nón lá nghiêng che Quê hu‘o‘ng là d-êm tra˘ng to ˛ Hoa cau ru.ng tra˘’ ng ngoài thêm Quê hu‘o‘ng mô˜i ngu‘ò‘i ch mô.t Nhu‘ là ch mô.t Me. thôi Quê hu‘o‘ng nêu ai không nhó‘ S˜e không ló‘n nôi thành ngu‘ò‘i

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Heimat

Heimat ist eine süße Sternfrucht

Homeland

Homeland for me is the sweet star fruit

Übersetzung: Thao Ngyuen

Die ich mir täglich kletternd pflücke

Übersetzung: Tram Vu

I climbed to pluck each day


Heimat ist mein Schulweg

Homeland is my old path to school,


Auf dem goldene Schmetterlinge flattern

Where golden butterflies follow me home

Heimat ist der leuchtend blaue Drachen

Homeland is the brilliant blue kite, 

Den ich als Kind über dem Feld steigen ließ

I let soar over the field as a child

Heimat ist ein kleines Boot

Homeland is a little ferry,


Friedlich treibt es auf dem Fluss

Peacefully rippling the river



Heimat ist eine kleine Bambusbrücke

Homeland is a little bamboo bridge


Im Schatten Ihres Hutes kehrt Mutter zurück

Where mum, in her hat, returns home

Heimat ist eine mondhelle Nacht

From a long working day

Weiße Betelpalmblüten liegen auf

Homeland is the summer night

der Terrasse

bathed in moonlight, With the scent of areca-nut blossoms


Heimat hat jeder nur eine

Drifting into my sleep 



Wie jeder nur eine Mutter hat Wer die Heimat nicht vermisst

Everyone has only one homeland,


Wird nie zum Menschen reifen

Just as we have only one mum in life. Anyone who does not yearn for homeland,
 Will never mature fully as a human being. 



Index Porträts Index of Portraits

20-23

Nguyen Thi Mai Lan Ha Tinh > Mühlhausen, Erfurt

46-49

Nguyen Van Khoa Ha Tinh > Dresden

72-73

Duong Van Mo Kim Thu > Magdeburg

24-27

Tran Van Thuc Hué > Magdeburg

50-53

Dang Khai Quang Ho-Chi-Minh-Stadt > Lübeck

74-77

Le Thi Thu Hoai Hué > Berlin

28-31

Pham Quang Trung Quang Binh > Rudolstadt

54-55

Truong Quang Hoa Hué > München | Munich

78-83

Le Ba Phu Hanoi > Leipzig

28-31

Nguyen Thi Nhan Ha Tinh> Rudolstadt

56-59

Nguyen Ngoc Minh Tho Ha > Nordhausen

84-87

Nguyen Thi Tuyet Ha Tinh > Chemnitz

32-37

Le Quang Chau Thanh Hoa > Leipzig

60-63

Nguyen Quang Phuc Van Xuyen > Moritzburg

88-93

Nguyen Quoc Loan Vinh > Magdeburg

38-39

Dang Thanh Phu Hué > Bonn

64-67

Le Thi Hong Nhung Hanoi > Wolfsburg

94-95

Nguyen Van O Hanoi > Brandenburg

40-45

Tran Bach Diep Hué > Erfurt

68-71

Nguyet Van Ho-Chi-Minh-Stadt > Berlin

96-97

Dao Thien Trung Hanoi > Erfurt

98-103

104-107

Nguyen Thi Thanh Hoan Ha Tinh > Chemnitz Vu Huy Thong Nam Dinh > Dresden

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Danke Thanks

­ em Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und Barbara D Barsch, die durch ihre Unterstützung das Projekt ins Rollen gebracht haben. Dem Auswärtigen Amt mit dem Veranstaltungsjahr „Deutschland in Vietnam“, in dessen Rahmen die Bilder in Hué gezeigt werden konnten. Allen VietnamesInnen, die so unvoreingenommen ihre Haustüren geöffnet haben, vor allem Do Anh Quan, Le Thi Hong Nhung, Nguyen Hoang Viet, Nguyet Van, Nguyen Quoc Loan, Tran Bach Diep und Vu Huy Thong. Veronika Radulovic für ihre Hilfsbereitschaft und unkomplizierte Vermittlung von Kontakten. All den anderen, die mir im Laufe der Arbeit weitere Personen vermittelt haben. Dem Team von GCREP, durch das ich Vietnam erst ent­deckt habe: Dirk Böhme, Jill Denton, Dominique Guglieri, Nguyen Thi Phuong Thao und Andrea Teufel. Markus Altmann, Dagmar Dunkelau, Andreas Kaizik, Bärbel Möllmann, Sabine Schründer, Hannes Wanderer und Guido Wortmann für ihre Unterstüt­zungen.

To the Institut für Auslandsbeziehungen (ifa: Institute for Foreign Cultural Relations) and Barbara Barsch, without whose support the project would never have got off the ground; and to the Federal Foreign Office, for its year-long program of events “Germany in Vietnam 2010”, in the frame­­ work of which the photographs were exhibited in Hué. To all the Vietnamese who were so open-minded as to open their doors to me, in particular to Do Anh Quan, Le Thi Hong Nhung, Nguyen Hoang Viet, Nguyet Van, Nguyen Quoc Loan, Tran Bach Diep, and Vu Huy Thong. To Veronika Radulovic, for her infinite willingness to help and uncomplicated provision of contacts. To all the many others who helped me on my way with further contacts. To the GCREP team members, through whom I first came to discover Vietnam: Dirk Böhme, Jill Denton, Dominique Guglieri, Nguyen Thi Phuong Thao, and Andrea Teufel. To Markus Altmann, Dagmar Dunkelau, Andreas Kaizik, Bärbel Möllmann, Sabine Schründer, Hannes Wanderer, and Guido Wortmann, for their support.

Nguyen Thao und Ingo Schöningh für ihr schnelles Enga­­ge­ ment. Kristina Stang für ihre fortwährende, inhaltliche Auseinandersetzung mit meiner Arbeit. Sonja Jobs für die grafische Gestaltung und ihre Begeisterung und Liebe zu meinen Bildern.

To Nguyen Thi Phuong Thao and Ingo Schöningh, for their prompt commitment. To Kristina Stang, for her ongoing them­atic involvement in my work. To Sonja Jobs, for all her enthu­siasm, love of my photographs, and hard work.

Und besonders Marei Wenzel.

And especially to Marei Wenzel.

Nora Bibel ist 1971 in München geboren und studierte von 1993 bis 1999 Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld. Seitdem lebt sie in Berlin, arbeitet neben ihrer freien künstlerischen Arbeit als Fotografin im Bereich Reise, Reportage und Portrait und ist als Dozentin tätig. Nora Bibel was born in Munich in 1971, studied photography at the University of Applied Sciences Bielefeld from 1993–1999, then settled in Berlin. In addition to her own art projects and a position as lecturer, she regularly produces commis­si­­o­ned work, primarily portraits, travel features, and photo reportage.


Impressum Colophon

Es erscheint eine Edition mit 20 sig­nierten und nummerierten C-Prints. Nähere Informationen bei Nora Bibel. Fotografie und Interview Nora Bibel, www.nora-bibel.de Endkorrektorat Ilka Backmeister-Collacott Amanda Fernández   Übersetzung Jill Denton Projektmanagement Kerber Verlag Martina Kupiak Grafische Gestaltung Sonja Jobs, www.jobsundboehm.de Bildretusche Guido Wortmann Die Deutsche Nationalbibliothek ver­­zeichnet diese Publi­kation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Gesamtherstellung und Vertrieb Kerber Verlag, Bielefeld Windelsbleicher Str. 166–170 33659 Bielefeld Germany Tel. +49 (0) 5 21/9 50 08-10 Fax +49 (0) 5 21/9 50 08-88 info@kerberverlag.com www.kerberverlag.com KERBER-Publikationen werden welt­weit in führenden Buchhandlungen und Museumsshops angeboten (Vertrieb in Europa, Asien, Nord- und Südamerika). Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung sowie Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil dieses Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert werden oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. © 2011 Kerber Verlag, Bielefeld / Leipzig / Berlin und Autoren © 2011 für die abge­bil­de­ten Werke bei Nora Bibel

A special collector´s edition with 20 sign­ed and numbered C-Prints is available. Please contact Nora Bibel for more information. Photography and Interviews Nora Bibel, www.nora-bibel.de Proofreading Ilka Backmeister-Collacott Amanda Fernández Translation Jill Denton Project Management Kerber Verlag Martina Kupiak Graphic Design Sonja Jobs, www.jobsundboehm.de Image Retouching Guido Wortmann The Deutsche Nationalbibliothek lists this publication in the Deutsche Nationalbibliografie; detailed bibliographic data is available in the Inter­net at http://dnb.d-nb.de.

Printed and published by Kerber, US Distribution D.A.P., Distributed Art Publishers, Inc. 155 Sixth Avenue, 2nd Floor New York, NY 10013 Tel. + 1 212 6 27 19 99 Fax + 1 212 6 27 94 84 KERBER publications are available in selected bookstores and museum shops worldwide (distributed in Europe, Asia, South- and North America). All rights reserved. No part of this publication may be reproduced, translated, stored in a retrievable system or trans­ mitted in any form or by any means, electronic, mechanical, photocopying or recording or otherwise, without the prior permission of the publisher. © 2011 Kerber Verlag, Bielefeld / Leipzig / Berlin and Authors © 2011 Nora Bibel, for all works and words ISBN 978-3-86678-625-7 Printed in Germany

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Heimat – Quê Hương  

Photographs of vietnamese returnees Photographs and interviews: Nora Bibel Published by: Kerber Verlag Bielefeld With a text by Ingo Schönin...

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