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HÖREN IST LEBEN

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ÜBER HEAR THE WORLD Hear the World ist eine weltweite Initiative des führenden Hörgeräteherstellers Phonak, die das Bewusstsein für die Themen Hören und Hörverlust fördert. Die Initiative adressiert soziale und emotionale Konsequenzen von Hörverlust und informiert über Prävention und Lösungen für ein Problem, das 16% der Weltbevölkerung betrifft. Bryan Adams, Annie Lennox, Lenny Kravitz, Plácido Domingo und weitere renommierte Persönlichkeiten unterstützen Hear the World als Botschafter. Im Rahmen der Hear the World Initiative hat Phonak die gemeinnützige Hear the World Foundation gegründet, um die Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust durch finanzielle Mittel und die Bereitstellung von Hörgeräten zu verbessern. Die Stiftung engagiert sich sowohl in der Prävention als auch in der Unterstützung der von Hörminderung Betroffenen und deren Familien.

Hear the World im Internet: www.hear-the-world.com Folgen Sie Hear the World auf: http://twitter.com/Hear_The_World Werden Sie Fan auf: www.facebook.com/CanYouHearTheWorld

EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD


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HÖREN IST LEBEN EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

Inhaltsverzeichnis

Editorial 2 Die Methodik 4 Die Befragten 6 Hörverlust und Hörgerät 8 Bedeutung des Hörens in verschiedenen Lebensbereichen 12 Die Sichtweise der Angehörigen 14 Partnersuche und Partnerschaft 16 Familie und Freunde 22 Sport und Freizeit 24 Reisen und Alltagsmobilität 26 Gesundheit und Wohlbefinden 28 Fazit 30 Glossar, Impressum

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EDITORIAL

EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

Das Hören begleitet uns unser ganzes Leben hindurch, es prägt und beeinflusst alle unsere Lebensbereiche. Hören ermöglicht uns die Kommunikation mit anderen. Geräusche begleiten uns durch den Alltag – einige entspannen uns, andere verursachen Stress. Vieles von dem, was wir hören, geniessen wir. Manches nehmen wir im Alltag gar nicht mehr bewusst wahr, anderen Geräuschen möchten wir manchmal lieber entfliehen. Wir brauchen unsere Ohren, um mit anderen Menschen zu kommunizieren und natürlich, wenn wir Musik hören oder sogar selbst musizieren wollen. Dies sind aber nur die bekannteren Facetten des Themas. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Initiative Hear the World haben wir eine grosse Studie in Auftrag gegeben, die auch die weniger bekannten Aspekte rund um das Hören ins rechte Licht rücken soll. Insgesamt haben wir mehr als 4’000 Personen in fünf Ländern zu verschiedensten Themen rund um das Hören in allen Lebensbereichen befragt. Zusätzlich haben wir Experten aus den entsprechenden Fachbereichen um ihre Einschätzung der Studienergebnisse gebeten und sind einmal mehr zu dem Schluss gekommen: Hören ist Leben!

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Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass unser Gehör mit dafür verantwortlich ist, ob wir nachts gut schlafen können, wie häufig wir Sport treiben, an welchen Urlaubsort wir fahren oder wie attraktiv wir uns fühlen? Oder hätten Sie gedacht, dass die Qualität unseres Gehörs auch Einfluss auf unsere persönlichen Beziehungen hat? Darauf, wie glücklich wir in unserer Partnerschaft sind? Unsere Studie zeigt: Mehr als jeder dritte Hörgeräteträger findet, dass sich das persönliche Liebesleben verbessert hat, seit sein Hörverlust mit einem Hörgerät versorgt ist, und auch 81 Prozent der Lebensgefährten und Ehepartner sagen: „Ich bin froh, dass mein Partner ein Hörgerät trägt.“ Ich freue mich, Ihnen in dieser Broschüre einige spannende Ergebnisse unserer Studie vorstellen zu dürfen und wir hoffen, dass am Ende der Lektüre auch Sie zum Schluss kommen: Hören ist Leben! Ich wünsche Ihnen eine vergnügliche und anregende Lektüre,

Ihr Maarten Barmentlo Group Vice President Marketing, Sonova Holding AG

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4’335 Personen aus 5 Ländern wurden im Rahmen der Studie befragt

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DIE METHODIK EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 1: METHODIK • Online-Befragung

• Feldzeit: 23. September bis 11. Oktober 2011 • Länge der Interviews (LOI) ca. 25 Minuten • 4’335 Befragte ab dem 45. Lebensjahr

• Anzahl Befragte pro Land (gewichtet): 867

862 UK

866

Deutschland

854

4’335 Gesamt Welche Bedeutung hat das Hören in den verschiedenen Lebensbereichen? Wie wichtig ist das Hören für die Partnerschaft, für die Beziehung zu Freunden und Familie oder bei der Arbeit? Welchen Einfluss hat das Hören auf unsere Freizeitgestaltung, welchen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden? Fragen wie diese haben uns bei der Konzeption dieser Studie beschäftigt. Methodisch setzt sich die vorliegende Studie „Hören ist Leben“ aus zwei Teilen zusammen. Den Beginn machte eine grosszahlige und international angelegte Online-Studie. In fünf Ländern wurden insgesamt 4'335 Personen ab dem 45. Lebensjahr befragt: jeweils 867 Personen (gewichtet) in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich, England und den USA (siehe Abbildung 1). In einem zweiten Schritt kommentieren renommierte Experten aus verschiedenen Fachbereichen die Studienergebnisse. Ziel der Befragung war es, die Bedeutung des Hörens in den verschiedenen Lebensbereichen herauszuarbeiten. Um zu erfahren, welchen Einfluss das Hören auf die verschiedenen Lebensbereiche hat, wurden einerseits Personen befragt, die zum Thema „Hören“ einen besonderen Bezug haben, weil sie selbst von einer Hörminderung betroffen sind. Hier

USA

897

Frankreich

856

Schweiz

wurde weiter unterschieden zwischen Befragten mit und ohne Hörgerät („Besitzer“ und „Nicht-Besitzer“ von Hörgeräten). Eine Gruppe von Personen, die über ein normales Hörvermögen verfügt, diente dem Vergleich („Kontrollgruppe“). Und um etwas über die Bedeutung des Hörens innerhalb von Familie und Partnerschaft zu erfahren, wurde darüber hinaus noch eine weitere Gruppe befragt: Angehörige von Personen mit Hörverlust. Als „Angehörige“ waren im Rahmen der Studie definiert: Lebensgefährten, Kinder, Eltern oder Geschwister.1 Allen vier Gruppen wurden grösstenteils die gleichen Fragen gestellt, zum Teil auch thematisch spiegelbildlich verknüpfte Fragen. Aus dem unterschiedlichen Antwortverhalten der vier Gruppen lässt sich nun jeweils die Bedeutung des Hörens ableiten. Besonders spannend ist dabei häufig der Vergleich der beiden Gruppen „mit Hörgerät“ und „ohne Hörgerät“ – denn hier lässt sich erkennen, welchen Unterschied es macht, ob eine Hörminderung korrigiert wird oder nicht. 1 Wenn hier im Folgenden jeweils von Lebensgefährten, Partnern etc. die Rede ist, sind stets auch Lebensgefährtinnen, Partnerinnen etc. gemeint. Die Beschränkung auf die jeweils männliche Form erfolgt ausschliesslich aus Gründen der besseren Lesbarkeit.

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DIE BEFRAGTEN EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

68 % tragen ihr Hörgerät „täglich“ oder „fast täglich“ 985 befragte Hörgerätbesitzer

50 % der Befragten mit Hörverlust aber ohne Hörgerät waren deshalb noch nicht beim Arzt 1'137 Befragte mit unversorgtem Hörverlust Werfen wir einen etwas genaueren Blick auf die vier Untergruppen der Studie „Hören ist Leben“ (siehe Abbildung 2).

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Gruppe 1 umfasste zunächst 985 Personen, die angegeben haben, von einer Hörminderung betroffen zu sein und ein Hörgerät zu besitzen. Für die weiteren Auswertungen wurden jedoch insgesamt 70 Fälle ausgeschlossen, die von sich selbst sagen, zwar ein Hörgerät zu besitzen, dieses aber „so gut wie nie“ zu tragen. Damit verbleiben in der Gruppe 1 („Hörgerätbesitzer“) insgesamt 915 Personen. 15% von ihnen besitzen ihr Hörgerät erst seit einigen Monaten, 38% tragen es seit zwei bis fünf Jahren, etwa die Hälfte der Befragten in dieser Gruppe hat ihr Hörgerät schon seit mehr als fünf Jahren. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) tragen ihre Hörgeräte täglich oder so gut wie täglich, wenn auch nicht immer für den ganzen Tag. Weitere 11% tragen ihre Hörgeräte „mehrmals pro Woche“. Was die verwendeten Hörgeräte angeht, so berichten insgesamt, also über alle befragten Länder hinweg, rund zwei Drittel der Befragten, Hinter-dem-Ohr-Geräte zu tragen (67 %), ein knappes Drittel besitzt Im-Ohr-Geräte (30%), zwei Prozent haben sich für Implantate entschieden. Dabei sind allerdings beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern zu beobachten – der Anteil der ImOhr-Geräte schwankt zwischen 17 % in Deutschland und 50 % in den USA, der Anteil der Implantate zwischen 4 % in Frankreich und 0.3 % in den USA.


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ABBILDUNG 2: DIE UNTERSUCHUNGSGRUPPEN Gruppe 1: HÖRGERÄTBESITZER • Hörverlust • Besitzer eines Hörgerätes,

das sie mindestens gelegentlich tragen • n (HG) = 915

Gruppe 2: NICHTBESITZER/ UNVERSORGTER HÖRVERLUST • Hörverlust (selbst- oder

fremd-diagnostiziert) • besitzen entweder kein Hörgerät (n = 1’137) oder besitzen ein Hörgerät, tragen es aber so gut wie nie (n = 70) • n (kein HG) = 1’207

Der zweiten Gruppe („mit Hörverlust aber ohne Hörgerät“) konnten zunächst 1’137 Befragte zugeordnet werden. Auf die Frage, wie sie selbst ihre Hörsituation beschreiben würden, antwortet ein knappes Fünftel der Befragten (18%), ihnen selbst falle keine Veränderung an ihrem Hörvermögen auf, gelegentlich aber würden sie von ihrem Umfeld darauf hingewiesen, dass sie wohl nicht mehr gut hören. 50 % haben ihr nachlassendes Hörvermögen zwar auch selbst schon bemerkt, deswegen aber noch keinen Arzt oder Akustiker aufgesucht. 22% geben an, zwar schon bei einem Arzt oder Akustiker gewesen zu sein, dieser sei jedoch der Ansicht, ein Hörgerät wäre noch nicht nötig. Und 15 % der Befragten in Gruppe 2 schliesslich sollten eigentlich gemäss fachlichem Rat ein Hörgerät tragen, um ihr nachlassendes Hörvermögen auszugleichen, konnten sich aber bislang aus verschiedenen Gründen nicht dazu entschliessen.

Gruppe 3: ANGEHÖRIGE

Gruppe 4: KONTROLLGRUPPE

• kein Hörverlust • haben einen oder mehrere

• kein Hörverlust • keine engen Verwandten

Verwandte mit Hörverlust, z.B. Partner, Elternteil, Geschwister oder das eigene Kind • n (Angehörige) = 1’104

mit Hörverlust • keine Verbindung zum

Thema Hörverlust • n (Kontrollgruppe) = 1’109

In der Gruppe 3 „Angehörige“ wurden insgesamt 1’104 Personen befragt, die zwar selbst gut hören, jedoch eine besondere Verbindung zum Thema Hören und Hörverlust haben, weil es in ihrem engeren Familienkreis eine oder mehrere Personen mit einer Hörminderung gibt. In den meisten Fällen ist es ein Elternteil, der von nachlassendem Hörvermögen betroffen ist (56 %), bei 10 % der Befragten ist Bruder oder Schwester betroffen, in 5 % der Fälle ist es das eigene Kind, und bei etwas mehr als einem Drittel der Befragten der Lebens- oder Ehepartner (36 %). Knapp die Hälfte dieser betroffenen Familienmitglieder besitzt ein Hörgerät (46 %). Um die Antworten der drei genannten Gruppen besser einschätzen zu können, wurde darüber hinaus mit der Gruppe 4 eine Kontrollgruppe befragt. Die Kontrollgruppe, der insgesamt 1’109 Studienteilnehmer angehören, ist hinsichtlich der Merkmale „Alter“ und „Geschlecht“ repräsentativ für die Internetbevölkerung ab 45 Jahren in den befragten Ländern. Sie sind weder von einer Hörminderung betroffen, noch haben sie Angehörige mit einer Hörminderung – ihre Antworten repräsentieren damit die Sichtweise der Bevölkerung ab 45 Jahren in den teilnehmenden Ländern. HÖREN IST LEBEN 7


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49% „Ich hätte mich viel eher für ein Hörgerät entscheiden sollen“ 237 Hörgerätbesitzer in der Altersgruppe 45 – 64 Jahre, Prozent der Top 2 Boxes

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HÖRVERLUST UND HÖRGERÄT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 3: AUSSAGEN VON HÖRGERÄTBESITZERN

ABBILDUNG 4: GRÜNDE, KEIN HÖRGERÄT ZU TRAGEN (GRUPPE 2, UNVERSORGTER HÖRVERLUST)

n (HG) = 915. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu), Gesamt

n (kein HG) = 1’207. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu), Gesamt

17.4 %

76.5 %

81.2 %

„Ich trage mein Hörgerät ganz offen, eine Hörminderung ist schliesslich nichts, wofür ich mich schämen muss.“

61.3 %

„Ich glaube nicht, dass ein Hörgerät viel bringt.“

„Die Reaktionen von anderen auf mein Hörgerät sind in der Regel positiv.“

67. 6%

„Auf mein Hörgerät möchte ich nicht mehr verzichten.“

19.9%

„Ein Hörgerät zu tragen, wäre mir peinlich.“

„Hörgeräte sind zu teuer.“ 11.1%

„Ich möchte negativen Reaktionen aus dem Weg gehen.“

ABBILDUNG 5: GRÜNDE, DIE DAFÜR SPRECHEN, SICH EIN HÖRGERÄT ANZUSCHAFFEN (GRUPPE 2, UNVERSORGTER HÖRVERLUST) „WAS WÄREN FÜR SIE GRÜNDE, SICH EIN HÖRGERÄT ANZUSCHAFFEN?“ Hörverlust wird schlimmer Arzt oder Hörgeräteakustiker empfiehlt ein Hörgerät Hörgerät wird komplett bezahlt / ist umsonst 47.3 Partner / enger Verwandter bittet mich darum 41.3 Hörgeräte werden billiger 29.1 Meine finanzielle Situation verbessert sich 11.4 Empfehlung eines Bekannten 9.6 Presse / TV/ Internet 7.8 Arbeitgeber fordert ein Hörgerät 4.7 Werbung 2.9 n (kein HG) = 1’207 Testimonial / Prominenter trägt Hörgerät 1.1 Top 3 Gründe, Mehrfachnennung Wie lebt es sich mit einem Hörgerät? Welche Gründe sprechen aus Sicht der Hörgerätbesitzer dafür, eines zu tragen – und aus welchem Grund entscheiden sich andere Menschen gegen ein Hörgerät, selbst wenn sie deutlich merken, dass ihr Hörvermögen nicht mehr optimal ist?

Die meisten im Rahmen der Studie befragten Hörgeräteträger fühlen sich sehr wohl mit ihrem Hörgerät. Der Aussage „Mein Hörgerät ist für mich ganz selbstverständlich, ich denke nicht gross darüber nach“ stimmen insgesamt knapp zwei Drittel (63%) aller Befragten in Gruppe 1 (voll) zu. In der Schweiz sind es sogar 69%, in Deutschland 73%. Acht von zehn Hörgerätbesitzern geben an, sie würden ihr Hörgerät ganz offen tragen – schliesslich sei eine Hörminderung nichts, wofür man sich schämen müsse. Gut drei Viertel der Hörgerätbesitzer berichten von hauptsächlich positiven Reaktionen auf ihr Hörgerät (77%) und mehr als zwei Drittel (68%) sagen, sie würden auf ihre Hörgeräte nicht mehr verzichten wollen (siehe Abbildung 3).

78.6 66.1

Insgesamt 40% der Befragten ärgern sich im Nachhinein, sich nicht schon viel früher für ein Hörgerät entschieden zu haben – in der Altersgruppe zwischen 45 und 64 Jahren ist es sogar jeder Zweite, der es bereut, nicht schon eher gehandelt zu haben. Warum also zögern so viele Menschen, wenn es darum geht, das eigene Hörvermögen wiederherzustellen? Interessant ist, dass bei der Entscheidung gegen ein Hörgerät vor allem finanzielle Gründe eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Dass ein Hörgerät „nicht viel bringt“, diese Ansicht vertreten beispielweise nur 17% der Befragten mit Hörverlust aber ohne Hörgerät – im Umkehrschluss sind also immerhin 83% der Meinung, dass ein Hörgerät ihnen wohl durchaus helfen würde. Nur etwa jeder zehnte Befragte dieser Gruppe (11%) gibt an, negative Reaktionen aus seinem Umfeld vermeiden zu wollen. 20% geben an, dass sie es peinlich fänden, ein Hörgerät zu tragen – schliesslich müsse ja nicht jeder sehen, dass sie nicht mehr gut hören. Die bei weitem grösste Zustimmung findet mit 61% aber schlicht die Aussage „Hörgeräte sind zu teuer“ (siehe Abbildung 4).

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56 % „Mein Hörgerät war vielleicht nicht ganz billig, aber es ist jeden Cent wert“ 915 Hörgerätbesitzer, Prozent der Top 2 Boxes

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HÖRVERLUST UND HÖRGERÄT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

„Meine Frau und ich haben lange darüber diskutiert, warum ich so lange damit gewartet habe, ein Hörgerät zu kaufen. Ist es Eitelkeit gewesen? Wahrscheinlich fehlte mir vor allem das Bewusstsein dafür, wie viel Lebensqualität mir ein Hörgerät zurückgeben würde.“ Dr. Ulf Berg, Verwaltungsratspräsident mehrerer internationaler Firmen (Schweiz)

„Mein Mann meint sogar, meine Hörgeräte seien eine der besten Anschaffungen, die wir jemals getätigt haben.“ Tanja Bülter, Journalistin und TV-Moderatorin (Deutschland)

„Wir freuen uns an unseren iPods, Mobiltelefonen und Bluetooth Headsets, benutzen sie dauernd und akzeptieren sie völlig selbstverständlich – weil man uns beigebracht hat, dass das begehrenswerte Technologien sind. In Hörgeräten steckt sogar noch viel mehr und modernere Technik, sie sind viel kleiner als alle Bluetooth Headsets, fast unsichtbar, und werden trotzdem nicht in gleichem Masse genutzt. Warum eigentlich nicht? Am Gerät selbst kann es nicht liegen, wir sind es ja gewöhnt, ständig Menschen zu sehen, die etwas am Ohr haben. Es ist wohl eher so, dass man unbewusst immer noch eine alte und etwas überholte Vorstellung davon hat, was andere über einen denken könnten, wenn man ein Hörgerät trägt.“ Robert Beiny, Audiologe (England)

Einen weiteren möglichen Grund identifiziert Professor Dr. Martin Ohlmeier, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Direktor des Ludwig-Noll-Krankenhauses in Kassel: „Die Gewöhnung an eine Veränderung, in diesem Fall den Verlust des Hörens, ist fast immer von Widerständen begleitet. Gerade im Erwachsenenalter ist es sehr schwierig, sich an Neues zu gewöhnen und sein Leben umzustellen. Selbst positiv zu erwartende Veränderungen, wie die Aussicht auf eine Verbesserung des Hörvermögens, können Stress bringen. Das erklärt möglicherweise, warum viele betroffene Personen oft viel zu lange damit warten, sich ein Hörgerät anzuschaffen.“

weise, welches Plus an Lebensqualität ein Hörgerät schon bei geringen Hörminderungen bieten kann. Und natürlich spielen auch die finanziellen Motive wieder eine Rolle: Beinahe jeder Zweite (47 %) könnte sich für ein Hörgerät erwärmen, wenn die Krankenkasse oder Versicherung die Kosten dafür vollständig übernehmen würde oder das Hörgerät aus anderen Gründen gratis wäre. Vor allem für die Befragten in den USA und in Frankreich ist die Kostenübernahme ein wichtiger Faktor. Insgesamt 29 % der Befragten geben an, dass allgemein günstigere Hörgeräte ein Anreiz für sie wären. 11% warten darauf, dass sich ihre finanzielle Situation verbessert.

Vor diesem Hintergrund interessiert natürlich, was geschehen müsste, damit sich die Befragten aus Gruppe 2 doch noch für ein Hörgerät entscheiden. Abbildung 5 (S. 9) zeigt, dass rund zwei Drittel (66%) sich mit dem Gedanken an ein Hörgerät anfreunden könnten, wenn ihr Arzt oder Hörgeräteakustiker eine entsprechende Empfehlung aussprechen würde. 41% könnten sich ein Hörgerät vorstellen, wenn ihr Partner oder ein naher Verwandter sie darum bitten würde. Ganze 79 % der Befragten in Gruppe 2 sagen, sie würden ein Hörgerät tragen, wenn sich ihr Hörverlust weiter verschlimmert – und unterschätzen dabei möglicher-

Die Hörgerätbesitzer hingegen bereuen ihre Entscheidung für ein Hörgerät auch unter finanziellen Aspekten nicht: Länderübergreifend sind 56% der Hörgerätbesitzer der Ansicht, die Anschaffung habe sich auf jeden Fall gelohnt und die Hörgeräte seien jeden Cent wert. In den USA stimmen dieser Aussage sogar 72% der Befragten zu, in der Schweiz 66% und in Deutschland 63%.

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36 % der Hörgerätbesitzer geben an, dass sich ihr Liebesleben verbessert hat, seit sie ihr Hörgerät tragen 915 Befragte mit Hörgerät, Prozent der Top 3 Boxes

78 % der Hörgerätbesitzer haben wieder mehr Spass an gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, seit sie das Hörgerät tragen 915 Befragte mit Hörgerät, Prozent der Top 3 Boxes Hören ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens – da liegt es nahe, dass eine Verschlechterung des Hörvermögens ganz unmittelbare Auswirkungen auf verschiedenste Lebensbereiche hat. Dass es Betroffenen mit abnehmendem Hörvermögen zunehmend schwerer fällt, Dialogen im Fernsehen, Radio oder im Theater zu folgen, dass Restaurantbesuche plötzlich zur Herausforderung werden, weil man im Stimmengewirr das Gegenüber nicht mehr versteht, dass Hörverlust auch im Berufsleben zu Problemen führen kann – all das ist bekannt. Hörverlust hat aber darüber hinaus noch weitere Auswirkungen, auch in Lebensbereichen, an die man spontan nicht denken würde.

Abbildung 6 zeigt, in welchen Aspekten ihres Lebens Befragte ohne Hörgerät eine Verschlechterung wahrnehmen, seit sie nicht mehr so gut hören wie früher (Top 3 Boxes). An der Grafik ist gut zu erkennen, dass die wahrgenommene Verschlechterung umso grösser ist, je gravierender der (unbehandelte) Hörverlust ist. Selbst Personen, deren Hörverlust in ihrer eigenen Wahrnehmung „leicht“ ist, bemerken zum Teil deutliche Veränderungen zum Negativen. So gibt rund ein Viertel aller Befragten (26%) an, eine Verringerung der allgemeinen Lebensqualität bemerkt zu haben. Unter den12 HÖREN IST LEBEN

jenigen, die ihre Hörminderung als „mittel“ oder „stark“ einschätzen, konstatiert jeder Zweite eine Verringerung allgemeiner Lebensqualität. Negative Auswirkungen hat der Hörverlust auch auf Aufnahmefähigkeit und geistige Fitness (25% Nennungen), auf Beziehungen zum Freundeskreis und Aktivitäten mit Freunden (22% Nennungen), auf das Selbstwertgefühl (21%), das Gefühl von Sicherheit oder die Beziehung zum Partner (jeweils 20%). Und nicht zuletzt: Immerhin 14% der Befragten ohne Hörgerät berichten von negativen Auswirkungen der Hörminderung auf ihr Liebesleben – unter denen mit mehr als nur leichten Hörverlusten sind es 23%, also beinahe jeder Vierte. Dabei läge die Lösung nahe, denn umgekehrt berichten 36% der Hörgeräteträger, dass sich ihr Liebesleben verbessert hat, seit sie das Hörgerät haben. 64% berichten von einem positiven Einfluss des Hörgeräts auf ihr Selbstwertgefühl. Jeweils rund 70 % geben an, ihre geistige Fitness, allgemeine Gemütslage und die Beziehung zu ihrem Partner habe sich verbessert. 78% haben mehr Spass an Aktivitäten mit ihren Freunden, seit sie ein Hörgerät tragen, 73% haben wieder bessere Beziehungen zu ihrer Familie und 83 % finden, dass ihr Hörgerät generell einen positiven Einfluss auf ihre allgemeine Lebensqualität hat (alle Angaben Top 3 Boxes, siehe Abbildung 7).


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BEDEUTUNG DES HÖRENS IN VERSCHIEDENEN LEBENSBEREICHEN EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 6: NEGATIVER EINFLUSS AUF LEBENSBEREICHE (GRUPPE 2, UNVERSORGTER HÖRVERLUST)

leichter Hörverlust mittlerer /starker Hörverlust Gesamtwert Gruppe 2

„WÜRDEN SIE SAGEN, DASS SICH IHR LEBEN IN DEN FOLGENDEN LEBENSBEREICHEN ZUM NEGATIVEN VERÄNDERT HAT, SEIT SIE NICHT MEHR SO GUT HÖREN WIE FRÜHER?“ 22.4 Veranstaltungen 29.4% 52.3 18.5 Allgemeine Lebensqualität 26.0% 50.5 19.7 Aufnahmefähigkeit, Konzentration, geistige Fitness 25.4% 44.4 16.7 Ausgehen (z.B. Restaurantbesuche) 22.9% 43.2 14.3 Freundeskreis, Aktivitäten mit Freunden 22.0% 47.2 16.6 Allgemeine Stimmung, Gemütslage 21.9% 39.2 14.9 Selbstwertgefühl 21.3% 42.3 15.7 Gefühl von Sicherheit 20.1% 34.6 14.8 Partnerschaft 20.0% 37.2 11.8 Beziehungen zu Familienangehörigen 17.9% 38.0 14.6 Körperliche Gesundheit (z.B. Herz-Kreislauf) 17.7% 27.9 12.0 17.4% Karriere 35.4 13.1 17.1% Eigene sportliche Aktivitäten 30.6 10.1 Reisen (z.B. Urlaubsreisen, Geschäftsreisen) 14.6% 29.3 10.0 Gefühl von Unabhängigkeit 14.3% 28.2 11.5 Liebesleben 14.2% 23.0 9.7 Mobilität im Alltag 13.9% 27.6 n (kein HG) = 1’207. Angaben in Prozent der Top 3 Boxes (ein wenig / deutlich / sehr)

ABBILDUNG 7: POSITIVER EINFLUSS AUF LEBENSBEREICHE (GRUPPE 1, HÖRGERÄTBESITZER) „WÜRDEN SIE SAGEN, DASS SICH IHR LEBEN IN DEN FOLGENDEN LEBENSBEREICHEN ZUM POSITIVEN VERÄNDERT HAT, SEIT SIE IHR HÖRGERÄT TRAGEN?“ Allgemeine Lebensqualität Freundeskreis, Aktivitäten mit Freunden Veranstaltungen (z.B. Kino, Theater, etc.) Beziehungen zu Familienangehörigen Ausgehen (z.B. Restaurantbesuche) Gefühl von Sicherheit Partnerschaft Allgemeine Stimmung, Gemütslage Aufnahmefähigkeit, Konzentration, geistige Fitness Gefühl von Unabhängigkeit Reisen (z.B. Urlaubsreisen, Geschäftsreisen) Mobilität im Alltag Selbstwertgefühl Eigene sportliche Aktivitäten Karriere Körperliche Gesundheit (z.B. Herz-Kreislauf) Liebesleben

83.1 77.7 73.4 72.5 71.2 70.6 69.7 69.3 69.3 66.9 65.6 64.5 64.2 44.4 43.9 38.3 35.5

n (HG) = 915. Angaben in Prozent der Top 3 Boxes (ein wenig / deutlich / sehr) HÖREN IST LEBEN 13


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58 %

„Mein Angehöriger führt ein besseres Leben, seit er ein Hörgerät trägt“ 432 Befragte, deren Angehöriger ein Hörgerät trägt. Prozent der Top 2 Boxes

41% „Mein eigenes Leben ist einfacher, seit mein Angehöriger ein Hörgerät trägt“ 432 Befragte, deren Angehöriger ein Hörgerät trägt. Prozent der Top 2 Boxes

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DIE SICHTWEISE DER ANGEHÖRIGEN EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

„Am Ende war es mein Mann, der mich gebeten hat, endlich etwas gegen meine Hörminderung zu unternehmen. Er war ja der Hauptleidtragende. Andauernd musste er Gesagtes wiederholen, und immer wieder kam es zu Missverständnissen. Bei Verabredungen stand ich mal zur richtigen Zeit am falschen Ort, mal zur falschen Zeit am richtigen Ort.“ Caroline Roth, früher Hauswirtschaftslehrerin, jetzt Hausfrau und Mutter von zwei Kindern (Schweiz)

„Ich habe zwei ganz wundervolle Töchter, sie sind jetzt 4 und 23 Monate alt. Aber wenn sie nachts geweint haben, habe ich das einfach nicht gehört. Bevor ich meine Hörgeräte hatte, musste darum immer meine Frau nach ihnen sehen – die ganze Situation und auch der ständige Schlafmangel meiner Frau haben unserer Beziehung nicht gerade gut getan.“ Allen Reid, Mitarbeiter in der Kreditabteilung eines Automobilherstellers (England)

„Inzwischen trage ich seit zwanzig Jahren Hörgeräte, und ich muss sagen, unser Leben hat sich dadurch komplett verändert. Anne, meine Frau, muss nicht mehr als mein persönlicher Hörassistent fungieren. Ich kann wieder selbst alles hören: in der Freizeit, im Beruf, und wenn meine Enkel nach mir rufen.“ Jim Ryun, Gründer und Geschäftsführer einer PR-Agentur, früherer Kongressabgeordneter (USA)

Ein Hörverlust macht sich in der Regel nicht nur bei den Betroffenen selbst, sondern auch in der Familie bemerkbar. „Würden Sie sagen, dass sich Ihr eigenes Leben zum Negativen verändert hat, seit Ihr Angehöriger nicht mehr so gut hört?“ wollten wir von den Familienmitgliedern wissen. Und tatsächlich: Jeweils 29% der Angehörigen berichten von negativen Auswirkungen auch auf ihre eigenen Aktivitäten mit Freunden und auf ihre generelle Gemütsverfassung.

Ein Viertel der befragten Angehörigen (26%) bemerkt einen Rückgang allgemeiner Lebensqualität, 18% eine Verschlechterung im Hinblick auf das eigenen Selbstwertgefühl und die eigene Gesundheit (alle Angaben Top 3 Boxes). Der Hörverlust des Lebenspartners hat dabei stärkere Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Angehörigen als der Hörverlust beispielsweise eines Elternteils oder Geschwisters. Betrachtet man nur diejenigen Angehörigen, bei denen es der Lebenspartner ist, der von einer Hörminderung betroffen ist, dann zeigt sich, dass vor allem die Beziehung neuen Belastungen ausgesetzt ist: rund 42% der befragten Lebenspartner berichten von negativen Auswirkungen der Hörminderung auf ihre Beziehung. Auch Aktivitäten mit Freunden, Konzentrationsfähigkeit und generelle Stimmung der Lebenspartner

leiden unter der veränderten Situation (jeweils rund 34% Nennungen, Top 3 Boxes). Professor Dr. Martin Ohlmeier, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie in Kassel bestätigt die Ergebnisse: „Angehörige haben zu Recht den Anspruch an ihre Partner oder ihre Familienangehörigen, mit ihnen in Kommunikation treten zu können und zu dürfen. In der Praxis kommt es nicht selten dann zu Konflikten, wenn die Angehörigen nicht mehr das umsetzen können, was es bräuchte, um die Beziehung in gewohnter Art und Weise aufrechtzuerhalten. Anders formuliert: Der Partner hat ein gewisses Recht darauf, dass Kommunikation in der Beziehung auf einem bestimmten Niveau funktioniert.“ Kein Wunder, dass unter denjenigen Befragten, deren Angehörige noch keine Hörgeräte tragen, jeder Dritte der Ansicht ist, sein eigenes Leben wäre leichter, wenn das betroffene Familienmitglied sich für ein Hörgerät entscheiden könnte (29%). Dass sie mit dieser Ansicht sehr wahrscheinlich Recht haben, zeigt der Blick auf diejenigen Befragten, deren Angehörige bereits mit einem Hörgerät ausgestattet sind. Sie bestätigen, dass die Anschaffung des Hörgeräts sich nicht nur im Leben des vom Hörverlust betroffenen Familienmitgliedes positiv ausgewirkt hat (58 %), sondern auch ihr eigenes Leben ganz unmittelbar verbessert hat (41 %). HÖREN IST LEBEN 15


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52 %

der Hörgerätbesitzer geben an, dass es ihnen leicht fällt, neue Bekanntschaften zu schliessen – das sind genauso viele wie in der Bevölkerung insgesamt

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PARTNERSUCHE UND PARTNERSCHAFT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

81%

der Lebensgefährten und Ehepartner sagen: „Ich bin froh, dass mein Partner ein Hörgerät trägt“ 100 Befragte, deren Ehe- oder Lebenspartner Hörgeräte tragen Prozent der Top 2 Boxes

Es ist wohl eines der am weitesten verbreiteten Vorurteile in Sachen Hörgeräte überhaupt: Hörgeräte sind hinderlich, wenn man jemanden kennenlernen will.

Damit liegen sie exakt im Durchschnitt der Bevölkerung, denn auch in der Kontrollgruppe geben 52% der Befragten an, keine Probleme beim Kennenlernen zu haben (jeweils Top 2 Boxes).

Unter denjenigen Befragten mit Hörverlust, die sich bislang noch nicht für ein Hörgerät entschieden haben (Gruppe 2), sind länderübergreifend ganze 19 % dieser Ansicht. Besonders deutlich fällt das Votum in den USA aus – hier fürchtet jeder Dritte um seine Chancen beim Kontakte knüpfen. In England ist es immerhin noch knapp jeder Vierte (24%), in Frankreich sind es 15%, in Deutschland 12% und in der Schweiz 11% der Befragten, die befürchten, beim Kennenlernen oder Flirten schlechter abzuschneiden, sollten sie ein Hörgerät tragen (alle Angaben Top 2 Boxes, siehe Abbildung 8, S. 18).

Wir wollten es genauer wissen und haben nachgefragt: „Ist wegen des Hörgerätes schon einmal eine Ihrer Beziehungen zerbrochen?“ Tatsächlich können lediglich 3% der Hörgeräteträger diese Frage bejahen. Zum Vergleich: Auch in der Gruppe der Nichtbesitzer geben genau 3% der Befragten an, dass eine ihrer früheren Beziehungen zerbrochen ist – allerdings nicht wegen eines Hörgerätes, sondern wegen ihres Hörverlustes.

Was ist wirklich dran an diesem Vorurteil? Mit der Studie „Hören ist Leben“ wollten wir der Sache auf den Grund gehen. Zunächst einmal hat uns interessiert, welche Erfahrungen mit diesem Thema diejenigen gemacht haben, die selbst ein Hörgerät tragen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte, nämlich 52% der Hörgerätbesitzer berichten, dass es ihnen leicht fällt, neue Bekanntschaften zu schliessen.

Um das Thema Kennenlernen und Partnerschaft von allen Seiten zu betrachten, darf man auch die jeweiligen Beziehungspartner nicht ausser Acht lassen – auch sie haben ja schliesslich eine Meinung zur Frage „Hörgerät ja oder nein?“. Und diese Meinung ist deutlich. 41% der Befragten, deren Lebens- oder Ehepartner von einem Hörverlust betroffen ist, aber noch kein Hörgerät trägt, wären froh, wenn ihr Partner dies tun würde. Knapp jeder Fünfte (19%) glaubt sogar, dass sie mit Hörgerät eine bessere Beziehung führen würden als ohne. HÖREN IST LEBEN 17


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PARTNERSUCHE UND PARTNERSCHAFT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 8: VORURTEIL (GRUPPE 2, UNVERSORGTER HÖRVERLUST) „HÖRGERÄTE SIND HINDERLICH, WENN MAN JEMANDEN KENNENLERNEN WILL.“

24.2 % UK

12.3%

Deutschland

19.1 % Gesamt

15.0%

33.2%

Frankreich

USA

10.6% Schweiz

n (kein HG) = 1’207. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

ABBILDUNG 9: AUSSAGEN VON ANGEHÖRIGEN (GRUPPE 3, ANGEHÖRIGE)

40.0%

„Ich habe wieder mehr von meinem Partner, seit er ein Hörgerät trägt.“

81.0% „Ich begrüsse es, dass mein Partner ein Hörgerät trägt.“

37.9%

„Unsere Beziehung hat sich verbessert, seit mein Partner ein Hörgerät trägt.“

n = 100 (Angehöriger = Partner trägt Hörgerät). Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

18 HÖREN IST LEBEN


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94 %

„Ich finde, Brillen sind prinzipiell etwas Positives – wenn man dadurch besser sehen kann, soll man auf jeden Fall eine tragen“ 1'109 Befragte der Kontrollgruppe, Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

92 %

„Ich finde, Hörgeräte sind prinzipiell etwas Positives – wenn man dadurch besser hören kann, sollte man auf jeden Fall eines tragen“ 1'109 Befragte der Kontrollgruppe, Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

ABBILDUNG 10: AUSSAGEN BEZÜGLICH ATTRAKTIVITÄT (VERGLEICH HÖRGERÄTBESITZER UND NICHTBESITZER)

29.1%

15.7%

27.9%

22.1%

HG-ms (n = 695)

kein HG-ms (n = 282)

„ICH FÜHLE MICH ATTRAKTIV UND BEGEHRENSWERT.“ Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu) Vergleichswert Kontrollgruppe: 27 %

„ICH BEKOMME HÄUFIG KOMPLIMENTE.“ Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu) Vergleichswert Kontrollgruppe: 35 %

HÖREN IST LEBEN 19


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PARTNERSUCHE UND PARTNERSCHAFT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 11: AUSSAGEN (GRUPPE 3, ANGEHÖRIGE) ANGEHÖRIGER = PARTNER MIT UNVERSORGTEM HÖRVERLUST n = 278 (Angehöriger = Partner mit unversorgtem Hörverlust). Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

70.0%

„Ich würde meinen Partner nicht weniger attraktiv finden, wenn er ein Hörgerät tragen würde.“

ANGEHÖRIGER = PARTNER MIT HÖRGERÄT

ABBILDUNG 12: GEDANKENEXPERIMENT (KONTROLLGRUPPE)

78%

der Kontrollgruppe sagen, es wäre kein Hinderungsgrund für eine Beziehung, wenn der Partner ein Hörgerät tragen würde n = 1’109 (Kontrollgruppe). Angaben in Prozent der Bottom 2 Boxes (würde für mich kaum eine Rolle spielen / keine Rolle spielen)

n = 101 (Angehöriger = Partner mit Hörgerät). Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

71.3%

„Mein Partner ist nicht weniger attraktiv für mich, weil er ein Hörgerät trägt.“

Und wie sieht es mit denjenigen Befragten aus, deren Lebens- oder Ehepartner sich bereits für ein Hörgerät entschieden hat? Für sie ist die Sache noch klarer. Ganze 81% bestätigen: „Ich bin froh, dass mein Partner ein Hörgerät trägt.“ 40% berichten, dass sie mehr Aufmerksamkeit von ihrem Partner erfahren, seit er oder sie ein Hörgerät hat. Und 38% finden, dass sie dank des Hörgeräts eine bessere Beziehung führen als früher (siehe Abbildung 9, S. 18). Die Studie zeigt weiterhin, dass man sich auch um die eigene Attraktivität keine Sorgen zu machen braucht: Beinahe jeder dritte Befragte in der Gruppe der Hörgerätbesitzer mit mittlerem bis starkem Hörverlust gibt an, sich attraktiv und begehrenswert zu fühlen (29% Zustimmung in den Top 2 Boxes), in der Vergleichsgruppe ohne Hörgeräte hingegen sind es nur knapp halb so viele (16%), die dieser Aussage zustimmen mögen. Zum Vergleich: Die Hörgerätbesitzer fühlen sich damit ebenso attraktiv und begehrenswert wie die Kontrollgruppe (27%). Eine solch positive Einstellung macht sich natürlich auch nach aussen bemerkbar: 28% der Befragten mit Hörgerät berichten, dass sie häufig Komplimente erhalten. Unter denjenigen, die sich noch nicht für ein Hörgerät entschieden haben, sind es jedoch nur 22%, die angeben, häufig Komplimente 20 HÖREN IST LEBEN

zu erhalten (jeweils Befragte mit mittlerem bis starkem Hörverlust, Top 2 Boxes. Siehe Abbildung 10, S. 18). Auch die jeweiligen Ehe- oder Lebenspartner finden übrigens, dass ein Hörgerät der Attraktivität des Lebensgefährten keinen Abbruch tut: Sieben von zehn Befragten (70%), deren Ehe- oder Lebenspartner zwar einen Hörverlust hat, aber bislang auf ein Hörgerät verzichtet, würden ihren Partner kein bisschen weniger attraktiv finden, wenn er denn eines tragen würde. Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, beweisen die Lebensgefährten der Hörgerätbesitzer, denn auch hier finden 71%: „Mein Partner ist nicht weniger attraktiv für mich, weil er ein Hörgerät trägt“ (siehe Abbildung 11). Völlig offen gegenüber Hörgeräten sind aber nicht nur diejenigen Studienteilnehmer, die sich bereits mit dem Thema Hörverlust auseinandergesetzt haben, weil ihr Partner davon betroffen ist. Auch wer keinen engeren Bezug zum Thema „Hören und Hörverlust“ hat (Kontrollgruppe), hat viel weniger Berührungsängste, als der eine oder andere Betroffene zu fürchten scheint (siehe Abbildung 12).


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„Ich blicke jetzt auf eine zehnjährige Karriere als Model zurück und mein Fazit ist sehr positiv. Ich habe Selbstvertrauen, ich spreche ganz normal mit allen Leuten und es fällt mir leicht, Freunde zu finden.“ Yoya Vallée, Model und Mutter (Frankreich)

Im Rahmen der Studie „Hören ist Leben“ haben wir mit den Befragten der Kontrollgruppe ein kleines Gedankenexperiment durchgeführt. „Stellen Sie sich vor, Sie wären alleinstehend und würden jemanden kennenlernen“ lautete die Frage, die wir ihnen gestellt haben, „was wäre für Sie ein echter Hinderungsgrund, mit dieser Person eine Beziehung einzugehen?“ Das Ergebnis: Wenn die betreffende Person eine Brille tragen würde, wäre das für 2% der Kontrollgruppe ein Hinderungsgrund für eine Beziehung. Wenn die betreffende Person ein Hörgerät tragen würde, wäre das für 9% der Kontrollgruppe ein Hinderungsgrund. Aber: Würde die betreffende Person zwar kein Hörgerät tragen, aber ganz offensichtlich nicht gut hören, so wäre das für ganze 24%, also jeden vierten Befragten, ein echter Hinderungsgrund für eine Beziehung. Insbesondere die weiblichen Befragten vertreten hier eine sehr dezidierte Meinung: Eine Beziehung mit einem Mann einzugehen, der nicht gut hört, aber kein Hörgerät trägt, kommt für 28% der Frauen auf keinen Fall in Frage.

Und nur der Vollständigkeit halber hier auch noch die andere Seite der Medaille: 78% der Befragten in der Kontrollgruppe hätten kein Problem bzw. überhaupt kein Problem damit, eine Beziehung mit jemanden zu beginnen, der ein Hörgerät trägt (siehe Abbildung 12). Was bedeutet das alles nun für die eingangs erwähnte Vermutung „Hörgeräte sind hinderlich, wenn man jemanden kennenlernen will“? Die Studienergebnisse lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Bei der Partnersuche hinderlich sind ganz offensichtlich weder der Hörverlust noch das Hörgerät – viel eher ist es wohl so, dass dem einen oder anderen manchmal einfach die eigene Unsicherheit im Weg steht. Dabei ist ein Hörgerät heute genauso selbstverständlich wie eine Brille – auch das geht aus den Studienergebnissen deutlich hervor. Dem Statement „Ich finde, Brillen sind prinzipiell etwas Positives – wenn man dadurch besser sehen kann, sollte man auf jeden Fall eine tragen“ stimmen insgesamt 94% der Kontrollgruppe zu oder voll zu. Fast ebenso viele, nämlich 92 % der Befragten finden: „Hörgeräte sind prinzipiell etwas Positives – wenn man dadurch besser hören kann, sollte man auf jeden Fall eines tragen!“ HÖREN IST LEBEN 21


HEAR THE WORLD_STUDIE_DE_HEAR THE WORLD 13.12.11 17:09 Seite 22

86%

der Hörgeräteträger fühlen sich von ihren Freunden so akzeptiert, wie sie sind 915 Hörgeräteträger, Prozent der Top 2 Boxes

„No man is an island“ hat der englische Dichter John Donne bereits im Jahr 1624 festgestellt – der Mensch ist nicht dazu gedacht, alleine durchs Leben zu gehen. Wir brauchen andere Menschen, um uns auszutauschen, unsere Gedanken zu teilen, um Dinge gemeinsam zu unternehmen. Eine besondere Rolle spielen dabei zweifellos Familie und Freunde. Es ist der Familien- und der engere Freundeskreis, in dem wir uns besonders wohl und sicher fühlen, und in dem wir uns so geben können, wie wir sind.

Umso wichtiger ist es, dass man sich gerade hier – im wahrsten Sinne des Wortes – versteht und es nicht zu unnötigen Missverständnissen kommt. Es verwundert nicht, dass der Hörverlust eines Familienmitgliedes ein Thema ist, dass eine Familie sehr beschäftigen kann: 23% der Angehörigen von Personen mit Hörverlust aber ohne Hörgerät berichten, dass der Hörverlust ein häufiges Gesprächsthema in ihrer Familie ist. 29% versuchen häufig oder sehr häufig, ihren Angehörigen zum Tragen eines Hörgerätes zu überreden. Manchmal sind aber auch keine grossen Überredungskünste nötig, und die Familie selbst gibt den nötigen Denkanstoss. Tanja Bülter, eine bekannte deutsche Journalistin und TV-Moderatorin beschreibt den Moment, in dem sie sich entschieden hat, etwas 22 HÖREN IST LEBEN

gegen ihren Hörverlust zu unternehmen: „Ich habe generell Schwierigkeiten auf belebten Plätzen mit vielen Menschen, wo ich häufig die Richtung einer Stimme oder eines Geräusches nicht zuordnen kann. Mir ist es eines Tages passiert, dass mein dreijähriger Sohn in der Menge nach mir rief, ich mich in die falsche Richtung umgedreht habe und ihn aus den Augen verloren habe. In dem Moment habe ich gewusst, dass es so nicht weitergehen kann.“ Ist der Hörverlust erst einmal korrigiert, kommt schnell nicht nur die Normalität, sondern auch Freude an gemeinsamen Aktivitäten wieder. 62 % der Hörgerätbesitzer berichten, dass ihr Hörverlust im Freundes- und Familienkreis (absolut) kein Thema mehr ist, seit sie ihr Hörgerät tragen. 86% fühlen sich von Freunden so akzeptiert, wie sie sind. 74 % halten engen Kontakt zu ihrer Familie und 73% haben Spass daran, Dinge mit ihren Freunden zu unternehmen (siehe Abbildung 13). Dass selbst ein höhergradiger Hörverlust keinesfalls ein Grund sein muss, auf Aktivitäten mit Freunden zu verzichten, zeigt folgende Zahl: Rund 41% der Hörgeräteträger mit mittleren bis starken Hörverlusten sagen von sich selbst, dass sie einen grossen Freundeskreis haben. Von den Befragten mit mittleren bis starken Hörverlusten aber ohne Hörgerät wollen dieser Aussage nur 27 % zustimmen.


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FAMILIE UND FREUNDE EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

„Mein Verhältnis zu meinen Freunden und meiner Familie ist besser geworden, weil ich mich auch an lauten Abenden mehr integriere – früher hätte ich mich einfach zurückgezogen. Das ist sicher ein sensibler Bereich, aber vermutlich der wichtigste. Heute geniesse ich es wieder, in Gesellschaft zu sein.“ Dr. Ulf Berg, Verwaltungsratspräsident mehrerer internationaler Firmen (Schweiz)

„Ich bin eine viel angenehmere Begleitung für meine Freunde, seit ich meine Hörgeräte habe. Ich war früher wirklich laut. Weil ich nie hören konnte, wenn die anderen etwas gesagt haben, habe ich einfach die ganze Zeit selbst geredet und dabei alle anderen ständig unterbrochen. Ich habe das nicht einmal bemerkt. Jetzt irritiere ich die Leute in meiner Umgebung viel weniger!“ Sarah Reygate, Visagistin (England)

ABBILDUNG 13: AUSSAGEN „FREUNDE UND FAMILIE“ (GRUPPE 1, HÖRGERÄTBESITZER)

74.1 % „Ich halte engen Kontakt zu meiner Familie.“

85.5% „Meine Freunde akzeptieren mich wie ich bin.“

73.3% 41.6%

„Ich habe einen grossen Freundeskreis.“

„Ich habe Spass daran, Dinge gemeinsam mit Freunden zu unternehmen.“

n (HG) = 915. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu) HÖREN IST LEBEN 23


HEAR THE WORLD_STUDIE_DE_HEAR THE WORLD 13.12.11 17:09 Seite 24

70%

„Es ist kein Problem, beim Sport ein Hörgerät zu tragen“ 915 Befragte mit Hörgerät. Prozent der Top 3 Boxes

37%

„Seit ich mein Hörgerät habe, habe ich wieder mehr Spass am Sport“ 915 Befragte mit Hörgerät. Prozent der Top 3 Boxes

24 HÖREN IST LEBEN


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SPORT UND FREIZEIT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

ABBILDUNG 14: AUSSAGEN ZU „FREIZEIT“ (GRUPPEN 1 UND 2)

ABBILDUNG 15: AUSSAGEN ZU „SPORT“ (GRUPPE 2, UNBEHANDELTER HÖRVERLUST) „BEIM SPORT KANN MAN KEIN HÖRGERÄT TRAGEN.“

26.0% UK

27.5%

66.2%

„Durch mein Hörgerät kann ich die Natur endlich wieder so wahrnehmen, wie sie ist.“

22.8 %

35.7%

Deutschland

Frankreich

USA

25.3% Schweiz

54.9%

„Dank meines Hörgerätes kann ich meine Freizeit (wieder) so gestalten, wie ich will.“

27.6 %

„Die Natur nicht richtig zu hören, kann im täglichen Leben sehr anstrengend sein.“ *

27.5% Gesamt

n (HG) = 915. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu) *n (kein HG) = 1’207. Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

n (kein HG) = 1’207. Angaben in Prozent der Top 3 Boxes (teils-teils / stimme zu / stimme voll und ganz zu)

Oft sind es die kleinen Dinge, von denen man erst merkt, wie sehr sie gefehlt haben, wenn sie plötzlich wieder da sind. „Wenn ich im Wald spazieren ging, dachte ich oft, dass die Vögel wohl gerade nicht da sind“, erzählt zum Beispiel eine Betroffene, „heute bin ich einfach nur glücklich, wenn ich die Vögel zwitschern höre.“

dung 15) – länderübergreifend ist mehr als jeder Vierte dieser Ansicht, in Deutschland sogar jeder Dritte –, ist das Gegenteil der Fall. Tatsächlich sind viele moderne Hörgeräte resistent gegen Wasser und Schweiss, und selbst Hochleistungssportler tragen bei Training oder Wettkampf ganz selbstverständlich ein Hörgerät. Entsprechend bestätigen auch sieben von zehn Hörgeräteträgern (70%), dass es für sie kein Problem ist, mit dem Hörgerät Sport zu treiben. Mehr als jeder Dritte hat zudem wieder mehr Spass am Sport, seit er ein Hörgerät trägt (37%).

Die Natur nicht richtig zu hören, also zum Beispiel auf Vogelgezwitscher, Regenprasseln und Meeresrauschen verzichten zu müssen, empfinden tatsächlich drei von zehn Befragten mit unkorrigiertem Hörverlust (28%) als anstrengend bzw. sehr anstrengend. Im Gegensatz dazu berichten zwei Drittel der Befragten mit Hörgerät (66%), dass sie dank ihres Hörgerätes die Natur nun endlich wieder so wahrnehmen können, wie sie ist. Mehr als jeder zweite Befragte mit Hörgerät (55%) freut sich, dass er dank des Hörgerätes seine Freizeit wieder uneingeschränkt so gestalten kann, wie er will (siehe Abbildung 14). Die Freizeit wieder uneingeschränkt gestalten, das kann konkret bedeuten: Sport treiben. Während ein erstaunlich hoher Anteil der Nichtträger das Gefühl hat, mit einem Hörgerät könne man keinen Sport treiben (siehe Abbil-

Und mit dem Spass kommt offensichtlich auch die Ausdauer: In der Tat ist es so, dass unter den Befragten mit mittleren und starken Hörverlusten diejenigen mit Hörgerät häufiger Sport treiben als die Befragten ohne Hörgerät: Jeder dritte Hörgeräteträger (33%) gibt an, mindestens einmal pro Woche sportlich aktiv zu sein, aber nur jeder Vierte (25%) unter den Befragten ohne Hörgerät. Unabhängig von der Schwere der Hörminderung betreiben Befragte mit Hörgerät zudem Sport häufiger gemeinsam mit anderen (also zum Beispiel mit Freunden, Familie oder sonstigen Trainingspartnern) als Befragte ohne Hörgerät (50 % bzw. 43%). HÖREN IST LEBEN 25


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84%

„Dank meines Hörgerätes kann ich wieder genau so reisen, wie ich will“ 915 Befragte mit Hörgerät, Prozent der Top 3 Boxes

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REISEN UND ALLTAGSMOBILITÄT EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

„Ich wusste lange nicht, dass die Hörgeräte auf Reisen einen riesigen Vorteil bieten. Wenn ich die Geräte auf Flugmodus stelle, ist das sehr entspannend. Die ganzen Hintergrundgeräusche im Flugzeug wie Air Condition etc. werden dadurch fast komplett ausgeblendet.“ Tanja Bülter, Journalistin und TV-Moderatorin (Deutschland)

Ob man gerne reist, gerne fremde Länder, Sprachen und Kulturen entdeckt, oder ob man das Verlassen der vertrauten Umgebung eher als Stress empfindet, ist zu einem guten Teil wohl von der eigenen Persönlichkeit abhängig. Sicher ist, dass eine Hörminderung das Reisen komplizierter machen kann – aber nicht muss.

Auch die Befragten ohne Hörgerät fühlen sich durch ihren Hörverlust beim Reisen kaum eingeschränkt – aber nur, solange es sich nur um eine sehr milde Form der Hörminderung handelt. Stärkere Hörminderungen hingegen können, sofern sie unbehandelt bleiben, die Freude am Reisen erheblich trüben. Dies zeigt der Vergleich zwischen den Befragten mit und ohne Hörgerät, jeweils mit mittleren bis starken Hörminderungen. Die Unterschiede beginnen schon bei der Reiseplanung: 61% der Befragten mit Hörgerät geben an, ihre Reisen völlig flexibel planen zu können. Befragte ohne Hörgerät hingegen müssen den Hörverlust bei ihrer Reiseplanung öfter berücksichtigen, hier fühlen sich nur 53 % völlig flexibel. Und auch an der Reise selbst freut es sich mit Hörgerät besser: Von den Befragten mit Hörgerät geben 69 % an, ihre Reisen mit allen Sinnen geniessen zu können, von den Befragten ohne

Hörgerät sind es nur 57%. Ähnlich sieht es auch bei den Erfahrungen aus, die man während der Reise macht. 71% der Hörgerätbesitzer berichten hauptsächlich von positiven Erfahrungen beim Reisen, aber nur 62 % derjenigen, die noch kein Hörgerät tragen. Unabhängig von der Korrektur des Hörverlustes hat das Reisen mit Hörgerät oft auch einen weiteren, ganz praktischen Vorteil, den gerade Vielreisende sehr zu schätzen wissen. Tanja Bülter, die als Journalistin häufig beruflich unterwegs ist, beschreibt: „Ich wusste lange nicht, dass die Hörgeräte auf Reisen einen riesigen Vorteil bieten. Wenn ich die Geräte auf Flugmodus stelle, ist das sehr entspannend. Die ganzen Hintergrundgeräusche im Flugzeug wie Air Condition etc. werden dadurch fast komplett ausgeblendet.“ Aber nicht nur beim Reisen, auch in Sachen Alltagsmobilität bietet das Hörgerät Vorteile. 79 % der befragten Hörgerätbesitzer bestätigen, dass sie sich dank ihres Hörgeräts auch in fremden Umgebungen gut orientieren können (Top 3 Boxes). Genauso viele, nämlich ebenfalls 79 % sagen, dass das Zurechtfinden im Strassenverkehr keine Herausforderung mehr für sie darstellt, seit sie sich auf ihr Hörgerät verlassen können (Bottom 2 Boxes). HÖREN IST LEBEN 27


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69%

„Ich glaube, dass mein Hörgerät einen positiven Einfluss auf meine allgemeine Gesundheit hat“

915 Befragte mit Hörgerät, Prozent der Top 3 Boxes „Wenn wir lesen, lesen wir ja nicht wirklich jeden einzelnen Buchstaben und jedes Wort in einem Satz. Unser Gehirn sucht sich die wichtigsten Ankerpunkte heraus und ergänzt den fehlenden Teil, das geht ganz automatisch. Wenn jemand nicht mehr gut hört, passiert etwas Ähnliches: Man versteht nur einen gewissen Teil, und das Gehirn interpretiert den Rest. Das Gehirn muss dabei aber sehr viel mehr Arbeit leisten als beim Lesen, und darum ist es so anstrengend und ermüdend, schlecht zu hören.“ Robert Beiny, Audiologe (England) Was die eigene körperliche Fitness angeht, so bestätigen insgesamt 45% der Hörgerätbesitzer und 44% der Nichtbesitzer: „Ich bin körperlich genauso fit wie meine Freunde und Bekannten.“ Zum Vergleich: In der Kontrollgruppe stimmen diesem Statement 43% der Befragten zu (jeweils Top 2 Boxes). Offensichtlich hat der Hörverlust also keinen Einfluss auf Gesundheit und körperliche Fitness. Oder doch? Betrachtet man nur diejenigen, deren Hörminderung mehr als nur „leicht“ ist, zeigen sich plötzlich deutlich erkennbare Unterschiede. In der Gruppe der Hörgeräteträger sind es immer noch 44%, die sich genauso fit fühlen wie ihre Freunde und Bekannten. In der Gruppe derjenigen, die noch nichts gegen ihre Hörminderung unternommen haben, sind es jedoch nur noch 34%. Einfluss hat das Tragen oder Nichttragen eines Hörgerätes aber nicht nur auf die körperliche Fitness, sondern auch auf das übrige Wohlbefinden. Die Studie „Hören ist Leben“ zeigt, dass diejenigen Befragten (mittlere bis starke Hörminderungen), die kein Hörgerät tragen, sich jeweils häufiger als die Vergleichsgruppe der Hörgerätbesitzer traurig oder deprimiert fühlen, häufiger unsicher oder grundlos wütend sind, häufiger das Interesse an Dingen und Unternehmungen verloren haben, die früher wichtig für sie waren, sich häufi28 HÖREN IST LEBEN

ger isoliert und frustriert fühlen und vor allem häufiger an Schlafstörungen leiden (siehe Abbildung 16). Die genannten Symptome gelten in der Medizin gemeinhin als mögliche erste Indikatoren für depressive Verstimmungen. Dr. med. Annette Menzel, Ärztin für Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie und Psychoanalyse in Kassel kommentiert diese Ergebnisse so: „Die relativ hohen Zustimmungswerte zu einzelnen Depressions-Aspekten bei Personen mit Hörverlust aber ohne Hörgerät überraschen mich nicht. Man kann eindeutig erkennen, dass Menschen, die einen höhergradigen Hörverlust nicht korrigieren lassen, offensichtlich eher unter depressiven Symptomen leiden.“ Eine mögliche Folge der Kommunikationsstörung, die durch die Hörstörung entstehe, so erklärt Dr. Menzel, sei die Isolation des Betroffenen. Menschen mit Hörminderung fehlen die üblichen Möglichkeiten mit anderen in Kontakt zu treten – Folge dieser Isolation können eben eine depressive Entwicklung und erhöhte Ängstlichkeit, aber auch zunehmendes Misstrauen anderen gegenüber sein. Es liegt auf der Hand, dass ein Hörgerät hier schnell Abhilfe schaffen kann. Die Expertin weist in diesem Zusammenhang auf die geringen Unterschiede in der Depressionsneigung zwischen der Kontrollgruppe und den Hörgeräteträgern hin: „Eine


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GESUNDHEIT UND WOHLBEFINDEN EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

mittlerer /starker Hörverlust, Hörgerät mittlerer /starker Hörverlust, kein Hörgerät

ABBILDUNG 16: ERSTE ANZEICHEN VON DEPRESSIONEN 15.2

Ich fühle mich öfter mal traurig oder deprimiert

13.4

Ich fühle mich öfter mal unsicher oder besorgt Ich bin häufig grundlos wütend

7.4

Ich habe das Interesse an Dingen des Lebens verloren, die früher wichtig für mich waren

12.2 13.0 12.0

Ich fühle mich häufig isoliert, als ob ich von der Welt ausgeschlossen wäre Ich bin häufig frustriert

21.9 21.0

17.5

16.7 15.4

19.4 24.1

Ich habe öfter mal Schlafstörungen

31.0

n (HG-ms) = 695 / n (kein HG-ms) = 282 Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (stimme zu / stimme voll und ganz zu)

ABBILDUNG 17: KONZENTRATION (VERGLEICH HÖRGERÄTBESITZER UND NICHTBESITZER) „ICH VERLIERE BEIM ERZÄHLEN DEN ROTEN FADEN.“

4.7 %

14.6%

Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (oft / sehr oft)

10.7%

20.9 %

Angaben in Prozent der Top 2 Boxes (oft / sehr oft)

HG-ms (n = 695)

kein HG-ms (n = 282)

„ICH HÖRE IN EINEM GESPRÄCH NICHT RICHTIG HIN.“

Hörminderung“, so führt sie aus, „führt also keineswegs automatisch zu einer Depression – vielmehr geht es immer darum, wie man damit umgeht.“ Zum grossen Themenbereich rund um Gesundheit und Wohlbefinden gehören weiterhin auch die Aspekte „Konzentration und Entspannung“. Mit beidem, auch das wird in der Studie deutlich, tun sich die Hörgerätbesitzer leichter als die Nichtbesitzer. Zum einen können sie sich besser konzentrieren und verlieren auch weniger häufig den roten Faden, wenn sie eine Geschichte erzählen (siehe Abbildung 17). Zum anderen profitieren die Befragten mit Hörgerät aber offensichtlich auch in Sachen Entspannung. 59 % von ihnen geben an, sich gut entspannen zu können, unter den Nichtbesitzern sind es nur 49 % (jeweils moderate bis schwere Hörminderungen). Dazu meint Dr. Inge Richter, Oberärztin in der Abteilung für Hörgeschädigte im Klinikum am Europakanal in Erlangen: „Gerade wenn eine Hörminderung erst im Erwachsenenalter auftritt, werden die Kommunikationsprobleme gerne überspielt und kaschiert. Dies wird aber mit zunehmendem Hörverlust immer schwieriger. Der damit verbundene Stress kann zu einer wachsenden Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.“ In ihrem klinischen Alltag erlebt Dr. Richter häufig, dass Patienten, die

ihre Hörminderungen nicht mehr ausreichend kompensieren können, als Ausdruck der permanenten Stresssituation über vielfältige körperliche wie psychische Beschwerden klagen. Die Versorgung mit einem Hörgerät, so Dr. Richter weiter, ermöglicht die akustische Wiederanbindung an das Umfeld und trägt zu einer Verbesserung der Kommunikationssituation bei. „Sprache wird besser verstanden, man muss sich nicht mehr ständig so stark konzentrieren. Hörgeräteträger können sich dadurch besser entspannen, erleben weniger Stress und gewinnen Lebensqualität zurück.“ Trotz aller Entspannung ist aber auch Langeweile kein Thema für die befragten Hörgeräteträger. Der Aussage „Ich weiss mich auch in meiner Freizeit gut zu beschäftigen, langweilig ist mir nie“ stimmen knapp drei Viertel der befragten Hörgeräteträger (74 %) zu, das sind ebenso viele wie in der Kontrollgruppe (73 %). In der Gruppe derjenigen, die noch kein Hörgerät besitzen, beträgt die Zustimmung hingegen nur 61 % (alle Angaben Top 2 Boxes, mittlerer / starker Hörverlust). Nimmt man all diese Ergebnisse zusammen, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass insgesamt sieben von zehn Befragten der Ansicht sind, ihr Hörgerät habe einen positiven Einfluss auf ihre Gesundheit. HÖREN IST LEBEN 29


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FAZIT

EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

Mit ihrer grosszahligen und umfangreichen Untersuchungsanlage hat die Studie „Hören ist Leben“ sehr viele spannende Einzelergebnisse geliefert. Interessant ist häufig nicht nur das Gesamtergebnis, sondern auch der internationale Vergleich der Antworten, denn bei vielen Fragen zeigen sich zum Teil sehr deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Abstrahiert man einmal von den zahlreichen Detailergebnissen, so lassen sich auf einer übergeordneten Ebene zusammenfassend drei wichtige Erkenntnisse ableiten: Zum einen bestimmt das Hören so viele Bereiche unseres Alltags, dass besseres Hören vor allem eines ist, nämlich ein Zugewinn an Lebensqualität. Besseres Hören bedeutet bessere Kommunikation – in der Beziehung zum Partner, aber auch gegenüber Freunden und Familie. Von gutem Hören profitiert man daher nicht nur selbst, sondern die positiven Effekte guten Hörens sind auch in der Familie, bei Angehörigen und Lebenspartnern direkt messbar, dies ist die erste ganz wesentliche Erkenntnis der vorliegenden Studie.

30 HÖREN IST LEBEN


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Das zweite wichtige Ergebnis: Besseres Hören ermöglicht es, das Leben sportlicher, gesünder und ohne Einschränkungen zu erleben. Stress wird reduziert oder entsteht gar nicht erst, die Konzentrationsfähigkeit steigt und Entspannung fällt leichter. Auf diese Weise trägt gutes Hören auch dazu bei, das persönliche Wohlbefinden und die allgemeine Gesundheit zu verbessern. Und bezüglich der Wahrnehmung durch Dritte schliesslich zeigt die Studie deutlich, dass das Tragen eines Hörgerätes die Attraktivität keinesfalls negativ beeinflusst. Ganz im Gegenteil sind sowohl Angehörige und Lebenspartner, aber auch die nicht betroffene Kontrollgruppe gegenüber dem Thema „Hörverlust und Hörgerät“ sehr offen und positiv eingestellt, so die dritte und sehr erfreuliche Erkenntnis der Studie „Hören ist Leben“.

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GLOSSAR

EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

Erläuterungen zum Hörverlust Unversorgter Hörverlust Unbehandelter Hörverlust, d.h. kein Hörgerät, Implantat oder ähnliches Leichte Hörminderung Leise Geräusche werden nicht gehört. In geräuschvoller Umgebung bereitet es Mühe, Sprache zu verstehen Mittlere Hörminderung Leise und mittellaute Geräusche werden nicht gehört. Speziell bei Hintergrundgeräuschen bereitet es erhebliche Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen Starke Hörminderung Gespräche müssen laut geführt werden. Gespräche in Gruppen sind nur noch mit viel Mühe möglich Erläuterungen zu den Befragungsgruppen siehe Abbildung 2, Seite 7 Erläuterungen zur Statistik Gewichtung Massnahme, um bei der statistischen Datenanalyse die Stichprobe strukturell an die zu untersuchende Grundgesamtheit anzugleichen. In der vorliegenden Untersuchung wurden die Gruppen 1, 2 und 4 hinsichtlich der Faktoren „Alter“ und „Geschlecht“ entsprechend den Grundgesamtheiten der jeweiligen Länder gewichtet. Zusätzlich wurden für jede Gruppe die einzelnen Länder in ihrem Verhältnis zueinander gewichtet, so dass in die Gesamtwerte je Gruppe alle untersuchten Länder mit dem gleichen Gewicht einfliessen HG Hörgerät Internetbevölkerung Derjenige Teil der Gesamtbevölkerung eines Landes, der via Internet erreichbar ist (z.B. über PC, Laptop, Smartphone oder ein anderes internetfähiges Endgerät) leicht /ms Beschreibt den Grad des Hörverlustes in der Selbsteinschätzung des Befragten: leicht oder mittel / stark 32 HÖREN IST LEBEN

n Anzahl Personen, welche die jeweilige Frage beantwortet haben n (HG) Anzahl Befragte in der Gruppe 1 „Hörgerätbesitzer“ n (kein HG) Anzahl Befragte in der Gruppe 2 „unversorgter Hörverlust“ n (Angehörige) Anzahl Befragte in der Gruppe 3 „Angehörige“

Bottom Boxes Analog werden bei den Bottom Boxes mehrere Ablehnungswerte zu einem aggregierten Ablehnungswert zusammengefasst. Auf der im Rahmen der Studie verwendeten fünfstufigen Zustimmungsskala können bspw. die Prozentwerte für die Kategorien „stimme nicht zu“ und „stimme überhaupt nicht zu“ zu einem aggregierten Ablehnungswert „stimme (überhaupt) nicht zu“ zusammengefasst werden (= Bottom 2 Boxes)

n (Kontroll) Anzahl Befragte in der „Kontrollgruppe“ (Gruppe 4) n (HG-ms) Anzahl Befragte mit Hörgerät und mittlerem bis starkem Hörverlust. Es handelt sich hierbei um eine Untergruppe der Gruppe 1 – es werden nur diejenigen Hörgerätbesitzer betrachtet, die von einem mittleren oder starken Hörverlust betroffen sind

Studienkonzeption und Erhebung: zehnvier research & strategy, Zürich, Schweiz www.zehnvier.ch Projektleitung: Olivier Richard, Elena Torresani (Hear the World) Dr. Kerstin Bolliger, Felix Steinhauer (zehnvier research & strategy)

n (kein HG-ms) Anzahl Befragte, die von mittlerem oder starkem Hörverlust betroffen sind, aber kein Hörgerät besitzen. Es handelt sich hierbei um eine Untergruppe der Gruppe 2 – es werden nur diejenigen Nichtbesitzer betrachtet, die von einem mittleren oder starken Hörverlust betroffen sind

Text: Dr. Kerstin Bolliger, Prof. Dr. Clemens Koob (zehnvier research & strategy)

Top Boxes Zusammenfassung mehrerer Zustimmungswerte einer Skala zu einem aggregierten Zustimmungswert. Auf der im Rahmen der Studie verwendeten fünfstufigen Zustimmungsskala (stimme überhaupt nicht zu, stimme nicht zu, teils-teils, stimme zu, stimme voll und ganz zu) werden bspw. die Werte der beiden obersten Kategorien „stimme zu“ und „stimme voll und ganz zu“ zur Aussage „stimme (voll und ganz) zu“ zusammengefasst (= Top 2 Boxes).

Herausgeber: Hear the World, eine Initiative von Phonak

Art Direction: Antonia Henschel, Sign Kommunikation GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland www.sign.de

Urheberrecht: Der Verwendung der Inhalte ist nur mit Quellenangabe und Zustellung eines Belegexemplares gestattet. Publikationsdatum: Januar 2012 Kontakt: Phonak AG, Corporate Marketing, Laubisrütistrasse 28, CH 8712 Stäfa www.hear-the-world.com info@hear-the-world.com


HÖREN IST LEBEN

DE 037-0154-01

ÜBER HEAR THE WORLD Hear the World ist eine weltweite Initiative des führenden Hörgeräteherstellers Phonak, die das Bewusstsein für die Themen Hören und Hörverlust fördert. Die Initiative adressiert soziale und emotionale Konsequenzen von Hörverlust und informiert über Prävention und Lösungen für ein Problem, das 16% der Weltbevölkerung betrifft. Bryan Adams, Annie Lennox, Lenny Kravitz, Plácido Domingo und weitere renommierte Persönlichkeiten unterstützen Hear the World als Botschafter. Im Rahmen der Hear the World Initiative hat Phonak die gemeinnützige Hear the World Foundation gegründet, um die Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust durch finanzielle Mittel und die Bereitstellung von Hörgeräten zu verbessern. Die Stiftung engagiert sich sowohl in der Prävention als auch in der Unterstützung der von Hörminderung Betroffenen und deren Familien.

Hear the World im Internet: www.hear-the-world.com Folgen Sie Hear the World auf: http://twitter.com/Hear_The_World Werden Sie Fan auf: www.facebook.com/CanYouHearTheWorld

EINE STUDIE VON HEAR THE WORLD

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Das Hören begleitet uns unser ganzes Leben hindurch, es prägt und beeinflusst alle unsere Lebensbereiche. Hören ermöglicht uns die Kommunika...

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