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Freitag, 19. August 2011 – Nr. 163

HEADL I N E R Redaktion Tageszeitung „Headliner“: 329/5913560 – redaktion.headliner@gmx.com

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100 Quadratmeter 20 Minuten

Die mobile Larcher-Bühne Es dauert in etwa 20 Minuten, bis die Bühne voll ausgefahren und aufgestellt ist: Die neue mobile Larcher-Bühne ist seit dem Open Air Gaul im Einsatz.

von Reinhold Giovanett

K

urt Larcher ist Gitarrist, spielt zur Zeit in der Punkband Futterneid und war früher u.a. in der Meraner Metalformation Leichnaam aktiv. Kurt Larcher ist aber auch Juniorchef bei Stahlbau Larcher, eine Firma in Lana, die sich auf Bühnenbau spezialisiert hat und diesbezüglich bereits viele Vereinshäuser und Konzertsäle ausgestattet hat. Beim diesjährigen Open Air Gaul kam eine – in dieser Größenordnung – völlig neuartige mobile Bühne zum Einsatz. Der eigentliche Prototyp dieser Bühne ist 2007 entstanden. Im Auftrag des Vatikans wurde ein mobiles und überdachtes Podest gebaut, das maximale Einsicht und maximale Sicherheit gewähren sollte. In der Folge wurden weitere drei mobile Bühnen gebaut, die zwar nicht überdacht sind, aber zur Zeit in Südtirol genutzt werden. Abgekürzt kann man sagen, dass sich daraus jene Bühne entwickelt hat, die zum ersten Mal Ende Mai beim Open Air Gaul in Lana zum Einsatz kam und ebenso im Juli für Nabucco, Max Raabe und Hubert von Goisern auf dem

Thermenplatz in Meran. Kurt Larcher: „Wir sind vom ursprünglichen Design ausgegangen, das für das Papst-Podest entwickelt wurde und bei dem Schlichtheit und Sicherheit mit die wichtigsten Vorgaben waren. Dieses Design und die Funktionalität der Bühne waren uns bei der Entwicklung wichtig.” Ist die Bühne, die in Lana entwickelt und gebaut wurde, voll ausgefahren, bietet sie 100 qm bespiel-

bare und überdachte Bühnenfläche. Der Clou liegt zum einen darin, dass diese Bühne von nur zwei Personen in nur 20 Minuten ausgefahren, sprich aufgestellt, werden kann. Ebenso schnell ist sie wieder „verräumt” und braucht am Ende nur von einer Zugmaschine vom Platz gebracht werden. Konzert- oder Event-Veranstalter erhalten damit ein extrem kompaktes und Zeit sparendes „Werkzeug”. Eine zweite, nicht minder wichtige Besonderheit

ist die Tatsache, dass diese mobile Bühne genau für diese Einsätze konzipiert wurde, d.h. an der Decke sind die Akustik beeinflussende regulierbare Panäle eingebaut, überall sind Strom- und XLRBuchsen für die anzubringende Beleuchtung verteilt, wobei ein von vorne herein vorgesehenes Lichtsystem bereits ein Orchester in die Lage versetzt, zu spielen. Diese mobile Bühne ist zwar kein wirklicher Prototyp mehr, dennoch wird die nachfolgende Bühne noch einmal optimiert: Ist die derzeitige Bühne für 3 bis 4 Tonnen ausgelegt und erreicht das Dach eine Maximalhöhe von 5 Meter, soll das nächste Modell 10 Tonnen und 7 Meter schaffen. Info: www.larcher.bz.it

Fotos: Kurt Larcher

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Reduziert und akustisch, Mainfelt aus dem Vinschgau (v.l.n.r.): Patrick Strobl, Kevin Prantl und Veit Rinner.

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Headliner: Warum löst man eine Band auf, die gerade so gut läuft wie Lookybutnotouchy? Patrick: Also, da die Band Lookybutnotouchy ursprünglich nicht als Band gedacht war, sondern aus einer Jam-Session heraus entstanden ist, hat sich nach einem Jahr Konzerttätigkeit herausgestellt, dass die musikalischen Vorstellungen in verschiedene Richtungen gingen. Es war keine leichte Trennung, und wir hoffen, dass auch dieses „neue” Projekt gut ankommen wird. Es ging ja auch die Rede, dass ihr mit einer deutschen Agentur oder einem deutschen Label in relativ konkreter Verhandlung für ein Album wart. Die LookySongs wurden ja auch schon mit deutschen Texten versehen. Was kannst du uns dazu sagen? Der Schritt Lieder in deutsch zu schreiben, fiel anfangs nicht leicht,

Foto: Philipp Tschaikner

ber den Innsbrucker Blog www.inthatlittletown.at sind bereits vier Videos online, vier Songs, die Patrick Strobl mit seiner neuen Formation Mainfelt spielt. Obwohl Lookybutnotouchy, die Vorgängerband, 2010 eine sehr gute Saison hatte und viele mit ihrer Musik überzeugen konnte, kam – völlig unerwartet – das Aus für die Vinschgauer Formation. Der 25jährige Vinschgauer Liedermacher schlägt jetzt ein neues Kapitel auf und hat mit Mainfelt in relativ kurzer Zeit ein neues Projekt aus dem Boden gezaubert. Grund genug für uns, etwas genauer nachzufragen. (rhd)

Produzierten bereits vier Videos für den Innsbrucker Blog www.inthatlittletown.at: Mainfelt mit Edith Maria Lösch und Stephanie Blaas an den backing vocals.

Lookybutnotouchy isn't anymore, here comes Mainfelt

Neue Konzepte aber mittlerweile finden wir, dass es eine gute Entscheidung war. Schon allein deshalb, weil es unsere Muttersprache ist. Wie die neuen Lieder ankommen werden und was sich daraus ergibt, wird sich zeigen. Du machst jetzt in reduzierter Formation mit Veit am Bass und Kevin am Banjo eigentlich da weiter, wo du mit Looky aufgehört hast. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die vier Songs, die ihr für „In that little town” auf Video gebannt habt. Andererseits sprichst du auf eurer Facebook-Seite von einem neuen Konzept. Was ist neu und was bleibt gleich bei Mainfelt? Bei Lookybutnotouchy haben wir mehrere Genres bedient: Blues, Reggae, Funk... Bei Mainfelt geht

die Musik ganz klar in eine Richtung. Die Instrumentierung ist auch differenzierter. Mit Chor, Mandoline, Banjo und Blechbläser versuchen wir unsere Musik zu vervollständigen. Ein Konzert von Mainfelt unterscheidet sich ziemlich von einem Konzert von Lookybutnotouchy. Ich glaube, wir haben den Musikstil gefunden, der uns am besten liegt. Du warst eigentlich immer schon gleichzeitig mit mehreren musikalischen Projekten aktiv. Wie sieht es diesbezüglich momentan aus? Ja, ich bin immer in Kontakt mit anderen Musikern und wir tauschen uns aus, dennoch ist Mainfelt mein einziges Projekt. Ich hole mir gerne Ideen und Anregungen aus Gesprächen und Jams mit anderen Musikern und Sängern/innen. Ich

experimentiere gern und versuche immer neues ... was sich daraus ergibt, ergibt sich. Dennoch bin ich mit Mainfelt zur Zeit ziemlich ausgelastet und habe auch kein Interesse andere Projekte zu starten, da ich mich mit dieser Band voll und ganz identifizieren kann und glaube, mein Genre und die richtigen Leute gefunden zu haben. Wann sieht man euch wieder live? Im Moment konzentrieren wir uns auf die CD-Aufnahmen und einen Musik-Clip-Dreh. Ab September sind wir dann wieder live zu sehen. Alle Daten findet man auf unserer Facebook-Seite (Mainfelt) und auf der Internet-Seite, die in Kürze online sein wird. Info: http://inthatlittletown.at/mainfelt-video www.facebook.com/pages/MAINFELT/217108584996840

Countryfest Prad

20 Years in the West

Dem Andenken von George McAnthony gewidmet: Das Country-Festival in Prad am heutigen Freitag, 19. und morgigen Samstag, 20. August führt in die Zeit des Wilden Westens zurück.

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or zwanzig Jahren war es noch ein kleines Fest, das im Dorfzentrum von Prad stattfand. Auf der Bühne damals, der am 8. Juli diesen Jahres verstorbene Country-Musiker George McAnthony. Und George McAnthony hätte auch zum 20. Jubiläum des Festivals spielen sollen, und

Neben viel Musik, gibt es einige Reitshows zu sehen: Mit dabei auch Welt-Cup-Sieger Peppy Tschenett und etliche Vinschgauer Reiter.

konsequenterweise ist das gesamte Festival dem Andenken an den Eppaner Musiker gewidmet. Das Countryfestival Prad ist in der Zwischenzeit ordentlich gewachsen, und hat mit der Western-Stadt „Sacramento City” seit 2005 einen fixen Austragungsort. „Sacramento City” liegt außerhalb von Prad.

„Sacramento City” bei Prad: Das Festival beginnt heute um 17 Uhr am Dorfplatz von Prad mit einem Umzug in die nahegelegene Westernstadt.

Diese Western-Stadt war 2005 in nur drei Monaten aus dem Boden gestampft worden, weil das bis dahin als Austragungsort dienende Fort Laramy einem Hotelbau weichen musste. Auf dem Programm dieser zweitägigen Zeitreise: Peppy Tschenett & Market aus dem Vin-

schgau, die Country/Rock-Formation Freeway 1010 aus Bozen, die Meraner Rattlesnake Valley Band, Jambalaya News, die hier ihr letztes Konzert vor einer längeren Pause absolvieren werden und, als Headliner am Samstag, Modern Earl aus den Vereinigten Staaten bzw. Berlin. (rhd)


Displaced Session 2011, Part 2 of 2

Grafik: zIZ

zIZ sind keine Rockband

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orgen, Samstag, 20. August, 20 Uhr. Die alte „Brunecker Rampe”, in der Nähe des Pädagogischen Gymnasiums. Der Verein Verso hat sich diesen Standort ausgesucht, um die zweite der diesjährigen „Displaced Sessions” abzuhalten. Gebucht sind drei Bands: Not Bound By Convention, eine Punkband aus Bruneck, Karmaso, ebenfalls Punkrock, aus Bologna, und die stilistisch schwer einzuordnende Band zIZ. zIZ sind seit den Neunzigerjahren unterwegs und pendeln seither in musikalischer Hinsicht zwischen Soundtrack, Noise, Alternative hin und her, wobei in zweiter Reihe immer etwas Punkfeeling mitschwingt. Von Anfang an dabei ist der Musiker, Medienmann, Künstler und Filmemacher Stefano Bernardi, der neben zIZ mit Sub ein zweites, betont elektronisch gelagertes Projekt am Laufen hat. zIZ bestehen zur Zeit aus dem Ex Ghandi's Eye Fabio Dall' Aglio (Klavier, Bass, Stimme), dem ehemaligen Le

Magreen-Drummer Giorgio Milanesi und Claudio Dellantonio an der Gitarre. Stefano selbst singt und spielt Gitarre (und hat uns drei Fragen beantwortet). (rhd) Headliner: Ziz gibt es jetzt doch schon eine schöne Weile, und wenn man sich den Livemitschnitt von eurem Konzert im UFO Anfang August anhört, so sind zIZ etwas ruhiger geworden. Kannst du uns einen kurzen Überblick zur musikalischen Entwicklung von zIZ geben? Stefano Bernardi: Ich antworte dir mit Heraklit: Panta rhei ... alles fließt. Ja sicher, wir sind alle um die 40, wir sind Eltern geworden, wir lieben verschiedene Arten von Musik, von Indie, Punk bis zum Minimalismus, elektronische Experimente, klassische Musik usw., das fließt natürlich mit ein. Wäre doch langweilig, wenn es keine Entwicklung geben würde. Wir lieben diese Herausforderung. Ich liebe es, Musik zu hören, zu spielen wo ich nie weiß, was auf mich zu-

Experimentieren seit Jahren im Schnittfeld von Alternative, Punk und Noise:zIZ aus Bruneck.

HEADL I N E R

kommt. Jedes Stück ist unerwartet und fordert somit den Zuhörer. zIZ haben mehrfach live zu Stummfilmen gespielt, u.a. Dziga Vertovs „Der Mann mit der Kamera” von 1928 oder Fritz Langs „Metropolis” von 1927. Hat diese Tätigkeit die Musik der heutigen zIZ beeinflusst bzw. verändert? Unser Zugang zu den Filmen ist am Beginn sehr intuitiv. Wir sehen uns den Film zusammen an und schreiben uns mögliche schon existierende Lieder auf, die zu den Szenen passen würden. Dann spielen die Nummern und arrangieren sie so, dass sie mit dem Rhythmus des Films übereinstimmen. Den Rest improvisieren wir solang, bis wir 2 bis 3 neue Themen entwickelt haben. Danach beginnt die Feinarbeit, der rationale Teil: jede Szene wird im Detail arrangiert, die Dynamik zwischen Bild und Ton muss so gut wie möglich übereinstimmen. Am Ende suchen wir Lösungen, um von einer Szene in die nächste zu kommen und dann nochmals vom Anfang solang, bis wir uns sicher fühlen, es live zu spielen. Dieser Arbeitsprozess hat uns musikalisch verändert, keine Frage, wir sind genauer geworden, Fabio spielt auch Klavier, ich habe, je nach Film, mehr oder weniger elektronische Teile in die Kompositionen eingebaut. Rockbands sind meist statische „Wesen”, die ein Leben lang eine Musikrichtung verfolgen, ist auch gut so. Aber wir sind demnach keine Rockband, sondern vier Musiker, die das Fliessen in und um sie, in Musik umwandeln. Ihr werdet bei der „Displaced Session” mit zwei lauten und schnellen Bands auftreten. Habt ihr keine Angst überrollt zu werden? Überrollt zu werden? Nein, wir spielen immer noch einige schnelle und harte Lieder, keine Sorge. Und Ende der Neunziger haben wir mit unserem „Elektro-Punk-Noise" alles was vor und nach uns gespielt hat überrollt. Heute ist unsere Musik eine Einlegearbeit zwischen Harmonie, Rhythmus und Dynamik, kann aber genauso überrollen.

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NEWS Südtirol-Charts

geht offline Im September letzten Jahres haben Aaron Siessl und sein Team ein neues Projekt gestartet und wöchentlich auf www.suedtirolcharts.com Chartlisten zusammengestellt, die von Südtirolern

gewählt wurden. Bereits Ende Oktober gab’s eine neue Website, die Listen wurden immer umfangreicher (bis zu drei Charts pro Woche) und auch Interviews mit einheimischen Bands fanden auf der Website ihr Plätzchen. Besonderen Einsatz zeigte Aaron bei jener Chartliste, die ausschließlich für die Südtiroler Bands reserviert war und ihnen die Möglichkeit bot, Songs einzureichen. Leider war der Aufwand für Aaron, Simon und Clemens nach einem Jahr nicht mehr zu schaffen und somit geht die Website am 06. September offline.

4twenty

live in Budapest Am Samstag, 27. August spielen die Brixner 4twenty im Rahmen des Programms „Kultur“ 20072013 der Europäischen Kommission in Budapest. Das Programm bietet Organisationen und Künstlern die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen,

Info: www.myspace.com/ziz2009 www.myspace.com/verso_verso

Neue Bands

The Suspenders Hosenträger als Bandname, Indierock als Genre: The Suspenders aus Seis am Schlern.

Raphael Gasser. Drei der Mitglieder von The Suspenders waren vorher unter dem Namen End of Silence aktiv und spielten lauten Punk/Crossover (bzw. selbstbezeichneten Partycore). Nun ist daraus die neue Formation The Suspenders entstanden, die laut Bandbiografie Songs „from Indiesound to drunken Partycore“ spielen und u.a. Bands wie Arctic Monkeys, The Subways, The Kooks oder

Foto: The Suspenders

Auf dem abgebildeten Bandfoto sehen sie auf dem ersten Blick so aus, wie junge Indies plus/minus zurzeit aussehen: Karohemden, Hosenträger, leichte Seitenscheitel in strubbligen Haargewächsen, umgeben von der freien Natur. Die Rede ist hier von The Suspenders aus Seis am Schlern, die am vergangenen Wochenende beim „Rock am Pool“ im Schwimmbad Telfen ihr Livedebüt gaben. Die Band besteht aus Lukas Hofer am Schlagzeug, Lukas Rier am Bass und Aaron Neulichedl Timpone sowie Simon Mayrl an den Gitarren und Mikrophonen; gerade neu hinzugekommen ist Bassist/Sänger

Blink182 als Einflüsse nennen. An ersten Demoaufnahmen wird bereits gearbeitet und den nächsten Gig gibt’s am Samstag, 03. September 2011 im Rahmen des „U.M.F. - Urban Music Festivals“ in Telfen. (eva) Info: www.facebook.com/pages/The-Suspenders/ 176636582396525?sk=wall

auf Tournee zu gehen und in anderen europäischen Ländern aufzutreten. 4twenty spielen im Kunst- und Kulturschiff A38, das in Budapest vor Anker liegt und gleichzeitig auch als Schauplatz für die Bilderausstellung der Meraner Fotografin Brigitte Niedermair dient. Der Veranstalter A38 ist einer der 4 Partner im Projekt, an dem sich auch die EURAC beteiligt.

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