Issuu on Google+

Freitag, 17. Juni 2011 – Nr. 117

HEADL I N E R Redaktion Tageszeitung „Headliner“: 329/5913560 – redaktion.headliner@gmx.com

<<

Charaktersache von Eva Reichegger

E

s ist viel los in unserem Land, in Punkto Livemusik. So überschneiden sich laut aktuellen Facebook-Diskussionen bereits Konzerte in der Landeshauptstadt und auch der heurige Festival-Kalender enthält ca. 50 Festivals, die über die ganzen Sommermonate und Landesteile verstreut sind. Dass die Jugendzentren zu diesem Festivalaufgebot einen großen, wichtigen Teil beitragen, zeigt auch der vom n.e.t.z. (Netzwerk der Jugendtreffs und – zentren Südtirols) initiierte Dokumentationsfilm „Charaktersache“, der am nächsten Freitag, 24. Juni 2011 um 20 Uhr im Capitol Kino Bozen vorgestellt wird. Das Film-Motto: „5 Südtiroler Openairs, ihre Identität, ihre Geschichte, ihre Hintergründe … erzählt von Jugendlichen.“ So stellten im letzten Sommer 5 Jugendeinrichtungen, die selbst Openairs organisierten, je ein Filmteam und dokumentierten die Openairs vernetzt im gegenseitigen Austausch.

Bereits im Vorfeld besuchten die Projektteilnehmer einen Kurs in der Bozner Filmschule ZeLIG, bei dem die Grundkenntnisse in Dreh, Ton und Schnitt, sowie die Technik des Partecipatoray Video (PV) vermittelt wurden. Unter Partecipatory Video versteht man eine Methode des teilhabenden Filmemachens, mit der aktive Beteiligung schnell erlernt und auch an Dritte weitergegeben werden kann. Mit dem erworbenen Wissen haben die Filmteams anschließend von Mai bis Juli 2010 fünf Südtiroler Openairs besucht und dokumentiert.

Dabei wurden die Identitäten, Geschichten und Hintergründe der Veranstaltungen aus der Sichtweise der Jugendlichen festgehalten: Das Filmteam des Jugendzentrums Jux Lana filmte das Wanderfestival Rock in Dörfl, das vom Unterlandler Jugendzentrum Westcoast, dem Jugendtreff Joy Auer und dem Juze Point Neumarkt organisiert wird und im vergangenen Jahr in Auer stattfand. Die Jugendlichen vom Westcoast und Point wiederum, besuchten und dokumentierten das Gaulschlucht Openair in Lana. Die Filmgruppe vom Jugendtreff Inso-

„CHARAKTERSACHE“: FILMVORFUHRUNG IM KINO (Filmlänge: ca. 60 Minuten, Produktionsjahr: 2010/11) Der Dokumentarfilm „Charaktersache“ wird am Freitag, 24. Juni 2011 um 20 Uhr im Capitol Kino Bozen (Saal 3, Filmclub) vorgestellt. Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen bittet das n.e.t.z. um Voranmeldung unter info@netz.bz.it. Im Anschluss an die Filmvorführung findet im Jugendzentrum Papperlapapp Bozen eine Premierenfeier statt.

Fotos: rhd

5 Teams, 5 Openairs

Haus St. Lorenzen hatte die Aufgabe, das Bozner Art.May.Sound zu dokumentieren. Das Filmteam der Jugendzentren Charlie Brown und Villa delle Rose aus Bozen befasste sich mit dem Rock in Dusty Valley in Sarnthein. Und das Jugendzentrum Hondenada aus Sarnthein schickte ihre Jugendlichen nach St. Lorenzen zum Mai Rock-Openair in den InsoHaus-Garten. Aus den zusammengetragenen Aufnahmen ist in den letzten Monaten nach intensiver Arbeit und unter Einbeziehung der Jugendlichen eine 60 Minuten lange Dokumentation entstanden, die von Reinhold Giovanett und Milena Holzknecht in Bild und Ton aufgearbeitet wurde. Zu entdecken gibt’s im Film „Charaktersache“ nicht nur Einblicke in die Organisation, in den Ablauf und in die sozialen und gemeindejugendpolitischen Beziehungen der Festivals, sondern auch unsere einheimische Festivalkultur als bunten, vielseitigen Teil der Jugendarbeit. Info: http://charaktersache.wordpress.com & www.netz.bz.it


Slowtorch, Gods of Hellfire, Lifer on Tour

HEADL I N E R

To Hell And Back – Teil 2

Freitag, 17. Juni 2011 – Nr. 117

Tag 6

Letzte Woche konntet ihr im „Headliner“ den ersten Teil des Tourtagebuchs der Bozner Stoner/Metal-Band Slowtorch lesen, das Schlagzeuger Andrea Masetti für euch geschrieben hat. Heute folgt der zweite und letzte Teil über die gemeinsame England-Tour mit den befreundeten Metallari Gods of Hellfire und Lifer. (eva)

Während der ersten Tageshälfte schlugen wir uns alle mit dem so genannten Hangover herum. Als wir wieder genug Wasser intus hatten und unser Alkoholspiegel wieder Normwerte erreicht hatte, kam Simon auf die Idee, ein zweites Barbecue zu machen, da er noch immer vorm Vorabend begeistert war. Diesmal hatte jedoch niemand mehr Lust zu trinken, da wir gesehen haben, was uns der gestrige Abend gebracht hat. Stattdessen genießen wir in der Puzzle Hall die gute Musik von zwei lokalen Bands. Dort steht „seit dem Gig von Slowtorch im November 2010 erstmals wieder Heavy Music“ auf dem Programm.

Foto: S.P. Zobair

Sowerby Bridge (Off Day)

Info: www.slowtorch.com

Day 7

Sowerby Bridge – Newcastle Heute sind wir ausnahmsweise mal Frühaufsteher. Das Frühstück im „The Works“ ist grundsätzlich so fettig und frittiert wie nur möglich. Die Tour geht weiter – diesmal spielen wir am weitesten von Sowerby Bridge entfernt: in Newcastle. Meine Schulter tut höllisch weh und ich massiere sie den ganzen Tag und hoffe, dass ich spielen kann. Unser alter Kumpel Mr. Mick Stevenson, den wir von der Italien-Tour kennen, schließt sich uns an und wir trinken im Kleinbus Lagerbier mit mystischen Namen (Brahma) und Superalkohol, den wir von daheim mitgebracht haben. Nach einer Pisspause kommen wir in der belebten Universitätsstadt Newcastle an. Ironie? Diesmal schon. Der Veranstaltungsort ist spektakulär, auch wenn er wie eine Disko aussieht. Aber er ist leer. Es gibt nirgends einen Hinweis, dass ein Konzert stattfindet. Aus Pflichtgefühl gehen wir trotzdem auf die Bühne und spielen vor „wenigen engen Freunden“ und Leuten, die zufällig vorbeikommen. Es macht uns etwas nervös, aber Touren bedeutet auch, mit solchen Vorfällen umzugehen. Die zweite schlechte Nachricht, die zu uns nach dem Konzert erreicht, ist, dass sich ein Freund von uns bei einem Unfall den Arm an 9 verschiedenen Stellen gebrochen hat. Aber die beiden wichtigsten Etappen stehen noch bevor, deshalb wollen und können wir nicht den Mut verlieren.

hält was er verspricht; die Bühne ist super und das Lokal an und für sich ist auch schön. Davon abgesehen wird uns zum erstem Mal ein Catering-Service angeboten. Der Supportact Neva beginnt erst um 23.15 Uhr, wir sind um Mitternacht dran, danach spielen noch Lifer und Gods of Hellfire. Das Lokal ist voll, der Sound ist gut. Im Großen und Ganzen sind alle Bands im Birkenhead gut, wahrscheinlich liegt es am motivierenden Umfeld. Day 9

Sowerby Bridge – Bradford

nun ausruhen und gegen 22.30 Uhr übernimmt Mela das Steuer. Kurz nach Mitternacht kommen wir in Gelsenkirchen an. Day 11

Gelsenkirchen – Heimat Nachdem wir uns bei Stefie für die große Hilfe während der Tour bedankt haben, verabschieden wir

Day 10

Sowerby Bridge – Gelsenkirchen Wir stehen früh auf, nehmen eine letzte Dusche, frühstücken und packen unsere Schlafsäcke und Sachen zusammen. Dann verabschieden wir uns innig von Simon, der ein super Gastgeber war und brechen auf. Die Fahrt ist nicht gerade

In Bradford zu spielen ist inzwischen ein bisschen wie zu Hause aufzutreten. Wenn es eine Stadt gibt, in der wir nach 3 EnglandTours auf „unsere Leute“ zählen können, dann in Bradford. Beim Dragonfest treffen wir Roger,

Day 8

Foto: S.P. Zobair

Sowerby Bridge – Birkenhead Wir nutzen den Vormittag, um uns wieder aufzuraffen. Lifer erzählen Gutes vom Revolver Club in Birkenhead, deshalb sind wir optimistisch. Der gestrige Abend scheint plötzlich vergessen und wir sind wieder on the road, diesmal in Richtung Liverpool. Der Revolver

Mick, Chris und ein paar Leute wieder, die wir hier bei den letzten Besuchen kennengelernt haben. Wir sind etwas melancholisch drauf, weil wir wissen, dass dies der letzte Gig ist, aber Lokal und Publikum sorgen dafür, dass wir das bald vergessen und ihnen gut in Erinnerung bleiben möchten. Achtung, fertig, los. Bruno killt eine Seite mitten im ersten Song. Während er Gitarre wechselt, improvisieren Bass und Schlagzeug. Dann machen wir am selben Punkt weiter, wo wir aufgehört haben und das Konzert wird ein würdiger Tourabschluss. Diese Tour ist jene, in der Slowtorch bislang am meisten Einsatz zeigten. Später schauen wir uns noch die Auftritte von Gods of Hellfire und Lifer an. Am Ende des Abends rufen wir unseren Tourbegleitern aus dem Van „Ciao bastardi!!!“ zu und fahren für ein letztes Bier ins Puzzle.

angenehm, da wir im Stau stecken und die Sonne deshalb ein paar Stunden auf uns brennt. Trotzdem schaffen wir alles pünktlich. Das erste, was ich mache, nachdem wir wieder auf dem anderen Kontinent sind, ist: eine Schüssel Salat auf der Raststätte in Frankreich verschlingen. Ich habe seit einer Woche kein frisches Gemüse gesehen. Dann geht die Reise weiter. Bruno, der während der Tour Dutzende Stunden gefahren ist, kann sich

uns und laden zwei Kisten T-Shirts auf, um sie nach Hause mit zu nehmen. Dann brechen wir gleich auf. Da wir uns am Steuer abwechseln, rechnen wir damit, die Strecke durchfahren zu können. Wir pfeifen noch einmal auf unsere Gesundheit und halten für ein letztes Frühstück bei Burger King. Unsere Fahrtstrategie geht auf und wir überqueren die Grenze zu Südtirol noch vor Mittag: „Casa dolce casa, questa volta davvero.“


Am vergangenen Sonntag, 12. Juni 2011 fand im Kastelruth im Anschluss ans Spatzen-Openair das „Rock am Schlern“ statt, bei dem Rock im Mittelpunkt stand und Frei.Wild erstmals wieder „daheim“ spielten. Susi vom „Das rockt“-Magazin ist für uns nach Südtirol gekommen, um einen Bericht für den „Headliner“ zu verfassen.

HEADL I N E R Freitag, 17. Juni 2011 – Nr. 117

NEWS

Rock am Schlern

Naturns

I will wieder

Sk8 n' jam

hoam

Anfänger? Profi? Lust auf ein Kräftemessen? Die achte Ausgabe der vom JuZe-Naturns organisierten Sk8-Jam bietet euch das mit einem fetten und

D

gleichzeitig entspannten Rahmenprogramm. Austragungsort ist der Funpark in Naturns, der Termin: Samstag, 18. Juni. Die Sk8 n' jam beginnt um 14 Uhr mit den Einschreibungen und dem Training.

Sunseit Fest Laute Gitarren am Schlern: Im Anschluss ans „Spatzen“-Openair wurde heuer erstmals gerockt.

te der Fanclub von Freiwild eine Verlosung mit diversen Merchartikeln von allen auftretenden Bands. Gegen 21.30 Uhr war es Zeit für den Hauptact des Abends: Frei.Wild. Vor der Bühne haben sich beachtliche Publikumsmengen versammelt, man munkelte ca. 2500 Besuchern. Die Band bedankte sich für die letzten 10 Jahre und hat eigens dafür einen Song geschrieben, der hier seine Erstaufführung hatte. Die Securitys hat-

wurde das Frei.Wild-Heimspiel ohne Zugaben, aber dafür mit kleinen Feuerwerkeinlagen beendet. Schließlich stand mit Graveworm noch eine heimische Dark Metal Band in den Startlöchern. Die sechsköpfige Schwermetallerformation zog die Headbanger vor die Bühne, was zur Folge hatte, dass die langen Mähnen nur so flogen. Fazit: Für 15 Euro bekam man hier am vergangenen Sonntag ein sattes alternatives Musikprogramm vor traumhafter Kulisse. Der Dank dafür geht besonders an Albin von den Kastelruther Spatzen, weil er

Alle Fotos: www.lautundwild.de

er Abend wurde eröffnet durch Scrat Till Death, einer jungen talentierten Metalband, die nach ihrem Sieg beim Upload-Festival 2009 in der Sparte „Local Bands“ in den letzten Jahren von sich reden machen konnte. Anschließend präsentierten sich WC (Volxpunk). Mit ihrer Bühnenerfahrung sind sie alte Hasen im Geschäft. Das besondere war eine Kombination aus italienischen, deutschsprachigen und englischen Songtexten. Raven Henley ist ein Künstler, der mit verschiedenen Musikvarianten von Sprachgesang, über hinreißenden Balladen bis hin zu richtig rockigen Nummern alles beherrscht, ohne dabei „überlagert“ oder „halbherzig“ zu klingen. Die Texte deckten die komplette Palette aus dem Leben ab und man konnte sich leicht hinein fühlen. Artig bedankte sich Raven zusammen mit seinem Gitarristen Walter Unterhauser und seiner Band Arm in Arm beim anwesenden Publikum für das Mitmachen und die Unterstützung. Bühne frei für Serum 114! Der energetische Mix bestand aus Schlagzeug, viel Gitarre und einer starken Gesangsstimme kombiniert mit ei-

Nach langer Südtiroler Bühnenabstinenz live in Kastelruth: Frei.Wild stimmten „Eine weiße Rose“ von den Kastelruther Spatzen an.

nem hohen Spaßfaktor. Die Feierstimmung wurde kurzzeitig unterbrochen, als die Sicherheitsleute, im „Feiergetümmel“ vor der Bühne eine vermeintliche Auseinandersetzung witterten und zu hart eingriffen, was eine berechtigte deutliche Rüge diesbezüglich vom Sänger der Band an die Security nach sich zog. Die Situation wurde allerdings schnell geklärt und es stellte sich heraus, dass dies ein Fehlalarm war. Für einen guten Zweck organisier-

Gute Nachrichten: Die Jungs von WC arbeiten derzeit motiviert an einem neuen Album.

ten im Graben sprichwörtlich alle Hände voll zu tun, die Absperrung gegen den Druck der Fans aufrecht zu erhalten. Ein Cover von „Fürstenfeld“ (STS) sorgte für Gänsehautstimmung. Sänger Philipp bedankte sich bei den Kastelruther Spatzen, die dieses Event ermöglichten und stimmte ihnen zu Ehre das Lied „Eine weiße Rose“ an, das überraschenderweise vom Publikum weitergesungen wurde. Nach knapp 70 Minuten

Mit den Fans auf Augenhöhe: Raven Henley wusste mit dem Publikum umzugehen.

das Ganze organisiert hat und damit vielen motivierten Bands ermöglichte, auf einer großen Bühne zu rocken. Das Fest verlief friedlich und sowohl Spatzen als auch Frei.Wild haben gezeigt, dass es trotz „tonkünstlerischer“ Unterschiede einen gemeinsamen Nenner gibt, den alle gleich empfinden: Die tiefe Liebe zur Musik. (Bericht: Susi von www.dasrockt-magazin.de) Ausführlicher Bericht und Fotos unter: www.lautundwild.de

Musik und Feuer Das „Sunseit Fest” findet zum ersten Mal statt. In Graun, oberhalb von Kurtatsch. Das Programm dieses kleinen aber dennoch breiter als üblich angelegten Openairs sieht die Auftritte

von Kultrum (Percussion Beat, Unterland/Trentino), Self-fulfilling Prophecy (akustische Rocksongs, Ahrntal) und Piccole Porticini Scorrevoli per Gatti (Psychedelic/Noise-Rock, Val di Non/TN) vor. Dazwischen gibt es eine kleine Theateraufführung zum früher gefürchteten „Moosmandl” und eine Feuershow. Eine runde Sache, bei der man zelten kann und u.a. Polenta serviert bekommt. Termin: Samstag, 18. Juni, ab 17 Uhr.

Interesse daran, im Headliner zu inserieren? Kontaktieren Sie uns:

redaktion.headliner@gmx.com


Freitag, 17. Juni 2011 – Nr. 117

Der Mann von der Popkomm Berlin

Paul Cheetham

Foto: Loud

D

Loud Live in Aldein

Back On Stage E

s war keine Pause. Die Brunecker AC/DC-Coverband Loud hatte das Handtuch geworfen. Dabei hatten sie sich in den letzten Jahren mit ihrer groß angelegten Show eine große Anhängerschaft erspielt und waren eine Garantie für glückliche Gesichter im Publikum. Loud sind wieder zurück. Am heutigen Freitag, 17. Juni, werden sie auf dem Festplatz von Aldein in der Originalformation auf der Bühne stehen: Reinhold Della Maria, der mit seiner Stimme sowohl Bon Scott-Songs als auch die JohnsonÄra überzeugend bedienen kann, das rhythmische Rückgrat Gerald

Kretschmer (Gitarre) und Walter Mutschlechner (Bass) und die beiden zurückgekehrten Musiker der ersten Loud-Stunde: Matthias Motz Mayr (Schlagzeug) und Gabriel Di Francesco (Solo-Gitarre). Loud werden nicht mehr so oft live zu sehen sein wie in der Zeit vor dem Aus. Sie werden auch ihr Repertoire etwas reduzieren. Der Grund: Sämtliche Musiker stehen mit beiden Beinen im Leben und die Stundenpläne von fünf unterschiedlichen Jobs lassen sich nun einmal sehr schwer koordinieren. Loud werden aber dennoch wieder live zu sehen sein, wie gesagt etwas weniger oft. (rhd)

Falvio Delladio

Song-Export Ist am Sonntag, 19. Juni, ab 18.30 Uhr im Café Gries in Bozen live zu sehen: Country- und Bluesgitarrist Flavio Delladio

Die in den letzten Jahren produzierten Songs zeigen deutlich, dass er sich den Übernamen „Voice” verdient. Der Bozner Gitarrist und Sänger Flavio Delladio hat ein Stimme, die perfekt zum CountryPop passt, den er nun mittels Vertrag mit einem aus-amerikanischen Network in den Vereinigten Staaten (und – weil digital – natürlich auch weltweit) vertreibt. Delladio hat drei seiner Songs für dieses Abkommen freigestellt: sein Remake des Countrysongs „Before You Lie”, die Ballade „Long Desert Road”, zu der er auch ein Video

produziert hat und „If I Could Touch Your Love Again”. Für diesen Song hat sich Delladio Roberta Graná geholt, die bereits für Eros Ramazotti, Laura Pausini und Giorgia an den Backing Vocals auf der Bühne stand. Für die nächsten Monate plant Delladio einige Auftritte im Piemont und in Spanien und für Herbst peilt er Deutschland an. Kurzfristig ist Flavio Delladio an diesem Sonntag, 19. Juni, ab 18.30 Uhr, auf der „Terasse” des Cafè Gries in Bozen zu sehen. Mit dem Bozner Rockdrummer Sandro Giudici und dem Rhythmus-Gitarristen Stevie Bonocuore wird er einen Querschnitt aus seinem sehr breiten Repertoire zum besten geben, das er sich im Laufe der langen Jahre erspielt hat, ein Repertoire, das vom Blues über Bluegrass und Rock'n'Roll bis hin zu (Pop-)Balladen reicht. (rhd) Info: www.flaviodelladio.it www.nbrn.fm

as Upload-Festival ist vorbei. Eine Jury hat sich die Finalisten des Bandcontests vergangenes Wochenende live und hinter verschlossenen Türen angehört und schließlich die Sieger ermittelt. Es ist dies die Gruppe Management del dolore post-operatorio aus Chieti, die im Herbst auch innerhalb der Popkomm in Berlin spielen wird. In der Jury war auch Paul Cheetham, Manager, der sich neben anderen Veranstaltungen, auch um die Popkomm kümmert. Die Popkomm ist eine internationale Musikveranstaltung, die heuer vom 7. bis zum 9. September in Berlin Tempelhof, anlässlich der „Berlin Music Week“ und des „Berlin Festivals“ über die Bühne gehen und unzähligen neuen Künstlern ein Podium bieten wird. Im Folgenden, ein kurzes Interview, das Roland Leitner (Radio Freier Fall/Sender Bozen) am Rande der Jury-Session mit Cheetham für den „Headliner” geführt hat. Headliner: Die Popkomm ist ein großes Musikfestival, das in ganz Europa bekannt ist ... Paul Cheetham: ... man kann durchaus sagen es ist weltweit bekannt. Wir hatten Bands aus Israel, Jamaika, Brasilien, USA, Kanada und aus ganz Europa. Sie reisen sehr viel um sich die Bands anzusehen und auszuwählen. Was ist ihre Aufgabe bei der Popkomm? Meine Jobbezeichnung ist „Musical Manager”, aber ich arbeite wie ein A&R-Mann oder ein Talent-Scout. Es ist für mich sehr wichtig so viele Bands live zu sehen wie nur möglich. Es macht es leichter, die Bands für die Popkomm zu buchen. Darüber hinaus möchte ich sehen, welchen Unterschied es gibt zwischen der Liveperformance einer Band und wie sie sich auf CD gibt. Dieser Unterschied ist manchmal sehr groß. Deswegen reise ich sehr viel. Was sagen Sie zu den Bands, die Sie hier gesehen haben? Die Bands, die ich bei „Upload” gesehen habe, haben mich sehr erstaunt. Jede der dreizehn Bands hätte für mich gewinnen können und wäre für die Popkomm okay gewesen. Ich bin nicht hierher gekommen um Superstars zu entdecken. Veranstaltungen wie „Upload” sind deswegen wichtig, weil sie die Möglichkeit geben, Bands mit Potential zu sehen. Das ist ein sehr wichtiges Wort. Bei der Popkomm spielen Bands mit Potential vor Entscheidungsträgern

aus der Plattenindustrie und vor Festivalorganisatoren aus der ganzen Welt. Können Sie etwas über die Tendenzen in der modernen Musik sagen, ausgehend von der Popkomm? Ich schaue nicht auf Stilrichtungen, sondern auf interessante Musik. Das kann dann irgendein Stil sein, der von irgendwoher kommt. Was mir bei „Upload” gefallen würde, ist, dass die Siegerband auch auf Festivals wie dem holländischen Festival „Eurosonic” oder dem englischen „The Great Escape” auftreten würde. Was ist ihr persönlicher musikalischer Favorit? Da ich schon in die Jahre gekom-

Foto: Upload.bz.it

HEADL I N E R

Singt „Highway to Hell” ebenso überzeugend wie „Back in Black”: Reinhold Della Maria, die Stimme der reaktivierten Loud aus Bruneck.

War heuer erstmals Teil der Jury des Upload-Festivals: Paul Cheetham, Manager u.a. der Popkomm Berlin.

men bin, hat sich das bereits mehrmals geändert. Als Teenager mochte ich The Cure wirklich sehr, später dann Radiohead. Heute ist mein Geschmack sehr breit gefächert, was damit zu tun hat, dass ich seit zwanzig Jahren Musik-Promotor bin. Wenn ich Bands gebucht habe, die mir gefallen haben, habe ich immer Geld verloren. Das Geheimnis ist, alle Arten von Bands zu buchen und zu schauen, was dem Publikum gefällt. Ich versuche keinem Musikgeschmack zu folgen, sondern das zu genießen was ich vorfinde. So wie heute, wo jede einzelne Band eine unterschiedliche Stilrichtung hatte, mir aber aus dem einen oder anderen Grund dennoch sehr gut gefallen hat. Info: www.upload.bz.it – www.popkomm.de


Headliner #147