Page 1

Freitag, 10. Dezember 2010 – Nr. 240

HEADL I N E R Redaktion Tageszeitung „Headliner“: 329/5913560 – redaktion.headliner@gmx.com

<<

Heute, Freitag, 10. Dezember, live im Pippo.Stage in Bozen: Die Präsentation der Debut-EP von Ferbegy? aus Bozen.

Was wäre wenn ... Ferbegy? und ihre „Upload“-EP von Reinhold Giovanett

D

ie Musik, die die Bozner Band Ferbegy? macht, ist etwas anachronistisch. So richtig in die Zeit will sie nicht passen, kein Metal, kein Hiphop, kein Indie, keine Elektronik, kein Reggae, kein Punk ... nichts von all den Stilrichtungen, die für die NullerJahre stehen mögen. Ferbegy? machen rückwärts gewandte Rockmusik, beziehen sich explizit auf die späten Sechziger und vor allem auf die Siebziger Jahre. Ihre EP „What if trees could speak“ unterstreicht diesen Standpunkt, diese Überzeugung klar und deutlich. Abgesehen von der reizvollen Frage des Titels – was wäre wenn die Bäume reden könnten – präsentiert sich diese 6-SongEP als eine schöne, in sich geschlossene Sache. „What if the trees could speak“ ist Teil des Preises, den Ferbegy? beim diesjährigen „Upload“-Con-

test in Bozen als Siegerband in der Kategorie „Local“ eingefahren haben. Wie bereits letztes Jahr die Völser Scrat Till Death, konnten Ferbegy? nicht nur ihre Songs in Ruhe einspielen und als offizielle CD veröffentlichen, sie wurden – was mitunter wesentlich und wertvoller ist – von einem erfahrenen Produzenten während der Aufnahmen begleitet. Und dieser Produzent, David Lenci sein Name, hat Spuren hinterlassen: Die sechs Songs klingen rund und abwechslungsreich und kommen dem Ziel der Band „den Sound der Siebziger mit moderner Herangehensweise zu reproduzieren“ durchaus nahe. Ferbegy? sind ein Vierer: Gitarrist Dario Mondelli, der die Band 2007 als Coverprojekt gestartet hat, Anna Mongelli an der Stimme, Mirko Giocondo am Bass und Thiago Accarino am Schlagzeug. Diese vier Elemente prägen die sechs Songs des Albums, zwar ist die eine oder andere Gitarrenspur gedop-

pelt und es gibt auch den einen oder anderen verzierenden elektronischen Effekt oder Piano zu hören („Nothing To Fear“), ansonsten ist hier aber eine Band zu hören, die so auch auf der Bühne klingen mag, eben wie es in den Siebzigern üblich war. Die einzelnen Songs brauchen etwas um sich zu entfalten. Festkrallen können sich nur „Nothing To Fear“ und „Mary Ann“, zwei riffbetonte, schnelle Songs. Als Anspielstipps seien „Nothing To Fear“ und das atmosphärische „Southern Breeze“ genannt, die das Potential der Band und die musikalische Bandbreite gut abdecken. Anna Mongellis Stimme lässt sich, dem besseren Verständnis halber, in die Nähe von Grace Slick von Jefferson Airplane rücken, wenn die psychedelische Seite dieses Band bei Ferbegy? auch nicht zu finden ist, da überwiegen schon eher zeitgeistige Alternative-Akkorde („Dublin Docklands“). Wer

„normale“ Rockmusik mag, darf sich diese EP ruhigen Gewissens zu Gemüte führen. Ferbegy? waren letztes Wochenende in Faenza, um ihr erstes Album beim M.E.I., dem Meeting delle Etichette Indipendenti, live vorzustellen. Im Februar sollen, immer als Teil des bei „Upload“ gewonnenen Preises, einige Konzerte in Oberitalien folgen. Heute, Freitag, 10. Dezember hingegen stehen sie in ihrer Heimatstadt Bozen auf der Bühne des Pippo.Stage. Wer will, kann sich die CD dort direkt bei der Band um einige Euro holen. Und wer sich schon immer gefragt hat, was zum Teufel der Name Ferbegy? nun wohl bedeuten mag, hier die Erklärung: Als Dario in einem Call-Center gearbeitet hatte, fing er die Antwort des aus Pakistan stammenden Abteilungsleiter auf, der, die Aussprache etwas verfremdend, „Verstehen Sie?” in das Mikro sprach. Ferbegy? Info: www.myspace.com/ferbegy


HEADL I N E R Freitag, 10. Dezember 2010 – Nr. 240

Schuldig

Manuel Cuda, 26, Rapper aus Bozen, hat Ende November sein erstes Album “In tutte le lingue” veröffentlicht. Nach der ersten Demo-CD von 2007, die er noch mit seiner ehemaligen Crew North Steelo produziert hat, setzt Sklero MC nun auf poplastigen Rap mit vielen Gast-Features, in dem er seine Lebensgeschichte verarbeitet. Erhältlich ist die CD in Zeitungsgeschäften und Tabaktrafiken in Bozen und Umgebung. Wir haben mit Sklero MC über sein Debütalbum und die Südtiroler HipHop-Szene gesprochen. Headliner: Quali artisti ti ispirano e perchè? Sklero MC: Il primo artista che ha permesso che io adesso avessi un mio stile, e realizzassi musica è stato Tiso. Aveva rime e testi veri, che descrivevano l'ambiente, le sensazioni, le emozioni che più si avvicinavano alla mia vita quotidiana, andando poi su artisti italiani come i Cor Veleno, dove riuscivano a scrivere canzoni ed emozioni con la rabbia di chi le sta vivendo in quel momento. Sicuramente i Club Dogo dal primo al terzo disco erano semplicemente fantastici, artisti americani quali Eminem, sicuramente commercializzato, ma in poche righe di una strofa poteva raccontare situazioni difficili e vere. Nelly mi ha trasmesso anche molto. Con chi hai collaborato registrando “In tutte le lingue”? Ce ne sono molti, il disco se pur "mio" non avrebbe mai visto la luce senza persone fondamentali, non

tastbar im September ins Studio. Unantastbar machen laut eigenen Angaben Oi-Punk, aber bereits „Rebellion“ hat gezeigt, dass dieser Begriff etwas zu eng gefasst ist. Zu eng wird der Begriff auch für das neue Album, denn, wie Heiss unterstreicht“, „das neue Album wird sicher an den Stil von Rebellion anknüpfen“. „Sie wird etwas härter“ präzisiert Gitarrist Tom und Joggl, der seine Parts bereits eingesungen hat, betont die angehobene Impulsivität der neuen Songs. War die Vorbereitungszeit für die Aufnahmen zu „Rebellion“ länger und die im Studio verbrachte Zeit kürzer, so lief es diesmal genau umgekehrt. Und die zusätzlichen Tage im Studio brachten laut Band auch ein

deutliches Plus für das Album. „Wir werden erst produktiv, wenn wir unter Stress sind!“ bringt es Heiss auf den Punkt, wobei in den beiden Monaten vor dem Studiotermin über ein Dutzend Songs entstanden sind, an denen im Studio dann mit Konzentration gefeilt wurde. Zum komfortablen Arbeiten trägt auch der Umstand bei, dass die Band nicht mehr in getrennten Studios (Dessau und St. Lorenzen) aufgenommen hat, sondern bis auf die Schlagzeugspuren im Studio „Rookies & Kings" in Brixen, direkt neben ihrem Proberaum. Textlich steht das Leben (wieder) im Mittelpunkt, wobei, so Joggl, die Themen wie Liebe und Freiheit, die auch bei „Rebellion“ bedient wur-

Sklero MC über seinen ersten Song von 2001: „Un amico caro ha fatto un incidente e ci ha rimesso la vita, li ho scritto la mia prima canzone. Era registrata su impresa diretta, unica traccia, con ritornelli cantati live.”

Sklero MC

Von Null bis Sechsundzwanzig solo nel disco ma anche nella vita. Avevo quasi abbandonato il progetto a luglio, quando mi rendevo conto che probabilmente non avrei avuto i mezzi per realizzarlo da solo. La prima grande spinta arriva da Jessica, la mia cantante-corista, nonchè mia moglie. "In tutte le lingue" è una canzone dove io le ho dedicato le mie strofe, lei mi ha dedicato i ritornelli. Alessandro Fronza in arte Krono, non è soltanto il rapper che mi affianca ai concerti e che canta con me nel disco, è il mio testimone del matrimonio, nonchè amico, lo posso definire un fratello. Giorgio Buonavia

(premio 1° posto festival di Napoli nel 99, finalista a Castrocaro), presente in canzoni come "Sempre presente", "5 lettere" e "Come vuoi". Lui è il fratello maggiore che avrei sempre voluto avere. Nel disco collabora il rapper Ganja, con una strofa nella canzone "Come fai", e la flygirl londinese Menà nella canzone "Apologize". E parte importante dell'uscita del disco la ha avuta Luca Formigaro, manager e finanziatore dell'intero Progetto. Come vedi la scena hiphop/rap altoatesina? Qualche anno fà, parlo dal 2000 al

den, wieder zum Zuge kommen, aber auch Dinge, die auf Joggl einen Eindruck hinterlassen haben und in Songs verarbeitet werden. Das Album, das voraussichtlich übrigens „Schuldig“ heißen wird, soll im Dezember fertig aufgenommen und gemischt sein und dann wird es sich entscheiden, wie und über welches Label es erscheinen wird. Unantastbar halten sich diesbezüglich noch bedeckt. Ein Hörtest von zwei Songs in Rohfassung lassen ein kräftiges Album mit Punkeinschlag, angezogener Geschwindigkeit und griffigen Refrains erahnen. Wie es wirklich wird, das wissen wir dann 2011, dauert ja nicht mehr lange. (rhd) Info: www.unantastbar.net

Foto: Sklero MC

A

uch wenn das Jahr 2010 in Hinsicht auf die Livekonzerte für Unantastbar gut gelaufen ist, „wäre es diesbezüglich zu toppen gewesen“, meint Heiss, Gitarrist der Band. Dafür dürfte 2011 ein fettes Jahr werden, denn der Name Unantastbar wird auf den Plakaten von gleich drei großen Deutschrock-Festivals zu lesen sein: „G.O.N.D.“, „Ehrlich & Laut“ und „Viva Los Tioz“. Bei derartigen Aussichten ist es schlüssig, wenn die Band, nachdem sie ihr letztes Album „Rebellion“ im September 2009 veröffentlicht hat, eben dort mit neuem Material auftauchen will. Nach einer intensiven zweimonatigen Vorbereitungsphase im Proberaum, begab sich Unan-

Hat sich die Seele bereits aus dem Leib geschrieen: Joggl, Sänger von Unantastbar in der Kabine des Brixner Studios Rookies & Kings.

2006 inizio 2007, era completamente differente per molti aspetti. Chi faceva hip hop in Alto Adige non era soggetto al fenomeno "mondo marcio su Mtv" e quindi era sicuramente più vero. Chi faceva rap lo faceva perchè sentiva di appartenere al rap, sentiva di dover dare il suo contributo. Non esisteva moda per l'hip hop, almeno non in Italia. Dopo l'arrivo della prima volta di Mondo Marcio su “Top of the Pops” le cose sono molto cambiate non solo in Alto Adige ma in Italia stessa. Molti non sapevano il significato di quei pantaloni larghi, di quel capellino ecc. ma lo facevano perchè faceva figo farlo. A distanza di qualche anno abbiamo visto in Italia Fabri Fibra, Nesli. Gente che se prima di quel momento lo faceva veramente perchè ci credeva si è messo a farlo perchè vende e l'Alto Adige non è diverso. Io per qualche anno mi sono estraniato da molte jam perchè l'ambiente era cambiato. Ho visto gente alle jam che non ha mai centrato nulla con l'hip hop venire ai concerti convinti, senza nemmeno sapere chi cantava su un palco. Nonostante tutto credo che in Alto Adige ci siano ancora delle persone che spingano il rap come è giusto fare, che organizzano eventi, che promuovono serate, che credono che questo mondo sia fondamentale. Sicuramente c’è bisogno di una scossa. Ora l'Italia ha sentito che ci siamo, l'Alto Adige deve sentirci. Info: www.myspace.com/sklero-mc

(Interview: eva)

Foto: rhd

Unantastbar im Studio


La Zag

HEADL I N E R

Joyeux Noël

Freitag, 10. Dezember 2010 – Nr. 240

Es ist ruhig geworden um die Gruppe La Zag aus Meran. Franco Ferrarese und seine Band, oder besser, Familie, hat sich mit La Zag über die Jahre hinweg einen gut klingenden Namen aufgebaut. Mittelpunkt der Musik war immer die alte Musik, die Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance, bzw. alles was unter dem Begriff Historical-Folk laufen kann. Aber Ferra-

NEWS Klausen rockt weiter

Rock on 2011 Das zweitätige Rockfestival zum Jahresbeginn trägt den bezeichnenden Namen „Rock on“ und wird vom Jugendtreff Kaos Klausen organisiert. Insgesamt werden am Freitag, 07. und Samstag, 08. Jänner 2011 neun

Jux Lana

Der nächste Stromschlag rese hat immer auch die Gegenwart mit einbezogen. So auch auf dieser CD, die Anfang Dezember erschienen ist. Klassische Weihnachtslieder, einige Volkslieder aus ferner Vergangenheit aber auch neuzeitliche Popsongs wie „White Christmas“ oder „Jingle Bells“ wurden mit Drehleier, Flöten, Trommeln und anderen alten Instrumenten eingespielt. (rhd) Info: www.lazag.it

Electronic-Keller: Peter „Kompripiotr“ Holzknecht ist heute Abend beim „Stromkeller“ im Jux Lana zu hören.

H

eute Abend geht der „Stromkeller“ im Jux Lana in die nächste Runde: Die Konzertreihe wird ab 21 Uhr mit der Electro/Acoustic Stage weitergeführt und von Peter „Kompripiotr“ Holzknecht (Live Electronics aus Bozen) und Die 3 Herren (Akustik/Didgeridoo aus Innsbruck) beschallt; der Eintritt

Foto: rhd

Mittelalterliche Weihnachten: Neues Lebenszeichen von La Zag.

ist auch diesmal frei. Der darauf folgende „Stromkeller“-Konzertabend am Freitag, 14. Jänner 2011 wird dann den „Headliner“Newcomer 2010/11 gewidmet sein, denn Mitte Jänner treten im Jux jene Bands auf, die bei unserer „Best of 2010“-Wahl in der genannten Kategorie auf den ersten drei Plätzen landen. (eva)

„Best of 2010“-Wahl Im letzten „Headliner“ konntet ihr den Zwischenstand zur Halbzeit der „Best of 2010“-Wahl sehen und auch diese Woche geht die heurige (spannende) Wahl weiter. Ihr habt nach wie vor die Möglichkeit, uns eure Favoriten für die „Best of 2010“-Listen mitzuteilen: Einfach den abgedruckten Stimmzettel traditionsgemäß zur Post bringen oder das Online-Formular auf http://headlinerbestof2010.airbagpromo.com ausfüllen. Einsendeschluss ist der 24.12.2010.

Bands im Dürersaal in Klausen (Kapuzinergarten) auftreten; auch ein Second Room mit DJs ist vorhanden. Am Freitag stehen Slow Down, Mr. Sheed, Mr. Blues Elefant und Sisyphos auf der Bühne; am Samstag geht es mit The Origin of Redemption, Scrat Till Death, The Loords, Dread und die deutsche Rage Against The Machine-TributeBand Battle Against The Empire etwas härter zu. Das Gesamtpaket gibt’s für 8 Euro; das Tagesticket für 5.

AlpsKlang

Tradition/ Moderne Am vergangenen Wochenende startete die 5. Auflage des Festivals AlpsKlang, die morgen Abend im Kulturzentrum Meran in die zweite Runde geht. Bereits ab 16 Uhr wird unter Leitung von Roberto Morelli in einer Gesprächsrunde diskutiert, was der alpine Klang ei-

gentlich ist und ob er wirklich existiert. Ab 20.30 Uhr stellen Bardini, Zottino und Holzknecht ihr aktuelles Projekt als Trio vor, das sich zwischen akustischer und rein elektronischer Musik einordnen lässt. Den Abschluss macht das Schweizer Marcel Oetiker Trio.

Interesse daran, im Headliner zu inserieren? Kontaktieren Sie uns:

redaktion.headliner@gmx.com


HEADL I N E R

Jeden Freitag in der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“!

http://radiofreierfall.blogspot.com/search/label/Headliner


Headliner #120  

Headliner - Musikmagazin - Freitags in der Neuen Suedtiroler Tageszeitung

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you