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Freitag, 19. Februar 2010 – Nr. 34

HEADL I N E R

12 DJ’s 12 Tracks 12 Weekends von Eva Reichegger

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ird hierzulande von Musik in der Jugendkultur gesprochen, dann ist meistens die Rockmusik gemeint. Das ist schade, denn abseits davon begegnet man viel Entdeckenswertem; wie z.B. dem aktuellen ElektroProjekt „12 dj’s–12 tracks–12 weekends“ für Südtiroler, gestartet von

DeeGray, bürgerlich Alin Gamper aus Müstair, der schon lange in der Elektro-Szene aktiv ist. Der DJ und Produzent hat seine ersten DJSchritten vor 10 Jahren im Jugendraum gemacht und sich langsam ein Studio für Remixes und Visuals aufgebaut. „Meine ersten Versuche, Songs zu produzieren habe ich mit ungefähr 13 gemacht. Ich hab mir Einsteigerprogramme mit fertigen

Foto: DeeGray

Redaktion Tageszeitung „Headliner“: 329/5913560 – redaktion.headliner@gmx.com

Samples gekauft und einfach mal herumprobiert“, so DeeGray. „Einige Zeit später stieß ich mit diesen ‚einfachen’ Programmen an die Grenzen der Möglichkeiten, aber ich wollte mich auf jeden Fall auf diesem Gebiet weiterentwickeln. Mit 14 habe ich mir also mein erstes Keyboard, Mixer, Monitorsystem, und einige Bücher zum Thema besorgt. Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene Hardware und Software ausprobiert, bis ich mich richtig auf das Produzieren konzentrieren konnte.“ Angefangen hat Gamper mit Hand-

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sUp, Trance bis hin zum Italo-Dance; heute orientiert er sich an Electronic Dance Musik. DeeGray, seit 2006 Resident-DJ der Disco Ladum in Prad, hat nun sein eigenes Label „TriMorph - Electronic Records“ gegründet, das gleichzeitig auch als Vernetzung zu sehen ist. „Das Label TriMorph bezeichne ich lieber als Open-Source Label. D.h. es bindet sich so wenig wie möglich an Verträge und ist für alle leicht zugänglich. Allerdings soll TriMorph mehr als nur ein Label sein. Ich habe bereits ein gutes Netzwerk aufgebaut, sodass sich das Label langsam zu einer ‚community’ herausbilden kann. Dieses Netzwerk aus Veranstaltern, Dj's, Produzenten, NetLabels, Herstellern, Marketing- und Werbefachleuten bieten einem Künstler Möglichkeiten, die er allein nicht hätte.“ Aktuell läuft gerade das erste Projekt „12 dj’s – 12 tracks – 12 weekends“, das Anfang 2010 gestartet wurde, um die Zusammenarbeit in der Elektronik-Szene zu fördern. Der Grundgedanke des Projekts besagt, dass Südtiroler DJs und Produzenten (verschiedener Stilrichtungen) an einem Wochenende einen gemeinsamen Track produzieren und fertig stellen. „Die Herausforderung besteht darin, dass jeder Track in nur zwei Tagen entstehen soll, damit im anfänglichen Arbeitsprozess der Fokus auf das Wesentliche gelegt wird. Mittlerweilen habe ich in Zusammenarbeit mit vier verschiedenen Künstlern Tracks aufgenommen.“ Das Ergebnis dieser Initiative veröffentlicht DeeGray laufend auf der Plattform Soundcloud, wo die entstandenen Tracks angehört und an gezielten Stellen kommentiert werden können. DeeGray auf die Frage, ob man heutzutage Musik in digitaler Form verschenken sollte, um neue Hörer zu gewinnen oder ob das nur der einfachste Weg ist, Musik zu veröffentlichen: „Die Möglichkeit Musik digital zu verbreiten finde ich prinzipiell nicht schlecht, allerdings finde ich auch, dass dadurch die Bedeutung und der ‚Wert’ eines Werkes etwas verloren gehen kann. Durch die einfache Massenverbreitung der Musik wird ein einzelner Titel nicht mehr so geschätzt, wie es vor der Digitalisierung der Fall war, als man sich beispielsweise CD’s kaufen musste um gewisse Songs zu erhalten.“ So sollen über „TriMorph“ einige Songs auch auf CD oder LP veröffentlicht werden. Info: http://soundcloud.com/deegray


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Max von Milland: Früher bei zaiocane in Berlin, jetzt solo und hauptsächlich wieder in Südtirol unterwegs.

Freitag, 19. Februar 2010 – Nr. 34

Max von Milland

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er von Milland stammende Max ist zurück und nennt sich auch gleich so. Max Hilpold, 24jähriger, in Berlin wohnhafter Student, hat vor circa einem Jahr seine Pop/Rock-Band zaiocane aufgrund unterschiedlicher Interessen aufgegeben, um nun unter dem Namen Max von Milland seine Akustikgitarre auf einfache Art zu spielen. Nach El Nodo und zaiocane hat Max Hilpold also auch einen musikalischen Richtungswechsel gemacht, wobei Südtirol wieder groß geschrieben wird. „Die Zeit in den Bands war eine sehr coole Erfahrung und genau diese hat mich dorthin gebracht wo ich jetzt bin. Ich habe schon seit je her meine Songs auf der akustischen Gitarre geschrieben und nach der Auflösung von zaiocane wollte ich die Möglichkeit nutzen meine kreative Freiheit auszuschöpfen“, erzählt Max. Erste Songschnipsel, die auf MySpace zu hören sind, erfüllen die (aufgrund der zaiocane-Vorgeschichte) hohen Erwartungen in musikalischer Hinsicht nicht wirklich; einfache Gitarre, Texte über Heimat und Liebe und die aufge-

kommenen Stimmen, dass vor allem die weibliche Hörerschaft darauf stehen wird, reichen für originelles Songwriting hier so nicht aus. Es bleibt der Eindruck haften, dass sich Max nun, da die Berliner Bandzeit vorbei ist, auch ohne Masterplan zufrieden gibt und seine Musik eben einfach wieder „nach Hause“ bringt. Dieses Gefühl wird zudem bestärkt, weil die Liedtexte im Dialekt gehalten sind. Rückbesinnung gilt hier als Schlagwort; die signalisierte enge Verbundenheit zur ländlichen Heimat steht der Großstadt Berlin gegenüber, in der Max lebt. „Ich habe schon früher immer wieder Songs im Dialekt geschrieben und fühlte mich dabei immer sehr wohl. Berlin ist für mich momentan eine Zwischenstation, da ich hier studiere“, so Max weiter. „Unabhängig davon inspiriert mich die Stadt und schärft andererseits auch meine Heimatverbundenheit. Meine Wurzeln liegen definitiv in Südtirol.“ Im Moment zielt der junge Musiker somit wieder hauptsächlich auf die Südtiroler, denn eine kleine Tour mit der Gitarre durchs Land ist gerade in Planung; Konkretes für eine erste Demo-EP/CD gibt’s

Foto: MvM

Heimatkunde

noch nicht, auch wenn ein Tonträger in absehbarer Zeit ins Auge gefasst werden soll. Der ersten Livetermine: 25. Februar im Weekender Cafè Innsbruck, 26. Februar

im Time Out Brixen und 27. Februar im Da Picchio Bozen. Weitere Südtirol-Daten werden bald im Netz bekannt gegeben. (eva) Info: www.maxvonmilland.com

Music meets Maschgra

„Full Maschgra Village“ feiert sein Comeback Spielten bei ihrem allerersten Auftritt vor allem Songs der Band Blink182: Puls aus Kurtatsch

Fotos: rhd

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m vergangenen Samstag fand in Kurtatsch bereits zum zweiten Mal „Full Maschgra Village“ statt. Die Idee: eine Faschingsfete verbunden mit Auftritten von lokalen Bands. Nach der letztjährigen Pause legte sich der Jugendtreff „Joker“ Kurtatsch heuer wieder ordentlich ins Zeug um dem Publikum ein großartiges Festival zu bieten. Und so wurde in diesem Jahr wieder das Zelt am Hauptmann-Schweiggl-Platz im Zentrum von Kurtatsch gerockt. Den Auftakt machte die blutjunge Band „Puls“. Die Vier spielen erst seit knapp drei Monaten miteinander und dies war ihr erster Auftritt in der aktuellen Besetzung. Die Band, bestehend aus Bassist Tobias und Gitarrist Simon Innerkofler, Sänger Philipp Anegg und Schlagzeuger Matthias Sanoll, beschäftigt sich derzeit vor allem mit Covers der US-amerikanischen Band „Blink182“, jedoch arbeiten sie auch an eigenen Songs von welchen sie einen bereits beim Festival präsentierten. Die Band „Hungerstrike“ wurde vor etwas mehr als zwei Jahren in einer Bar in Aldein gegründet. Ihr

Für einige im Publikum die beste Band des Abends: Hungerstrike aus Aldein

erster Proberaum war eine stillgelegte Kläranlage im Wald von Kaltenbrunn. Schon bald jedoch zogen Tscherino (Gitarre), Feli (Bass), Oliver (Gesang, Gitarre) und Fisch (Schlagzeug, Gesang) in die weite Welt hinaus und rockten das Publikum mit ihrem Kläranlagen-Rock. So auch am Samstag. Nun folgte eine absolutes Special: Die Zusammenarbeit der beiden Bands „Ferbegy?“ und „The Loords“ aus Bozen und Steinegg. Sie

präsentierten eine Auswahl an Klassikern und brachten so die kleine, aber gutgelaunte Menge zum Feiern, denn bei jedem einzelnen Song war die Mitsing-Gefahr äußerst groß. Den Höhepunkt bildeten die „The 3 Murphys“, die mittlerweile jedoch zu viert agieren. Bereits beim Rockfestival in Steinegg war Thomas „Hamstr“ Unterhauser an der Gitarre mit von der Partie. Sie präsentierten sich in ausgefallenen

Kostümen und so kam es, dass man an diesem Abend auch einen „Donnie Darko“ mit Bass oder etwa einen blutrünstigen Metzger am Mikro zu sehen bekam. Leider bleibt zu sagen, dass das Festival in Anbetracht der vielfältigen Eventangebote am vergangenen Samstag etwas unterging und sich so nur eine sehr kleine Menge in Kurtatsch einfand. Wer sich jedoch dafür entschieden hatte den Abend in Kurtatsch zu verbringen, verbrachte mit Sicherheit einen einmaligen Abend. (küh) Bildergalerie: www.westcoast.bz.it


HEADL I N E R Freitag, 19. Februar 2010 – Nr. 34

NEWS Slowtorch

Sänger gesucht Da sich Peter, der bisheriger Mann am Mikro von Slowtorch zurückzieht, sucht die Bozner Southern/Stoner-Band einen neuen Frontmann, der „eine starke Bühnenpräsenz, Erfahrung und Zeit für Proben, Konzerte und

Michele Ometto (chitarra), Fiorenzo Zeni (sax), Sandro Giudici (batteria), Marco Facchin (tastiere) e Victor Tirado (basso) formano il gruppo OZ Quintet.

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e ne parlava da mesi, forse un anno, visto che, stilando la mia personale classifica sull’ultimo Headliner del 2008, avevo inserito il nome di questo gruppo tra le sorprese per l’anno successivo. Ho mancato di poco il bersaglio, ma si tratta di un dettaglio minimale, la cosa importante è il disco che ora abbiamo tra le mani, pubblicato dalla casa discografica Nuccia con distribuzione Egea, vale a dire un cd

Lungo le alte vie della fusion

Il pregevole debutto discografico dell’OZ Quintet sabato sera al Masetti

Bildtext: Reperibile in tutta Italia: Il CD „Alta via“

destinato non al solo mercato locale, che verrà presentato sabato 20 febbraio al Circolo Masetti. Sotto il nome di OZ Quintet si celano cinque titolati musicisti altoatesini che pur provenendo da differenti esperienze musicali si riuniscono con successo all’insegna di un suono che può essere benissimo etichettato col termine fusion, ma in un senso a suo modo distante da quello che si intende abitualmente con questa definizione: nella musica del quintetto, forse proprio per via delle differenti estrazioni musicali, la fusione in questione va oltre la familiarità col jazz abbracciando talora elementi più legati al pop, alla musica per così dire etnica e altro ancora. Alla guida del gruppo ci sono il chitarrista Michele Ometto e il sassofo-

nista Fiorenzo Zeni (le cui iniziali sono la spiegazione dell’acronimo nel nome), due che non hanno bisogno di presentazioni, con curriculum roboanti, ma altrettanto degni di nota sono i loro tre compadres: il tastierista Marco Facchin, il bassista Victor Tirado e il batterista Sandro Giudici (che con questo progetto torna in un certo senso alla musica dei suoi esordi con i Funkwagen). Il disco si snoda attraverso dieci tracce composte dai due leader, offrendo una panoramica sonora dai vasti orizzonti, dai toni quasi folcloristici di Azzurro Mediterraneo, al pop di Isadeni, alle sonorità acustiche di Laggiù nel cielo, fino all’evocativa Altavia, brano di Ometto che da anni appartiene al repertorio del chitarrista (è stato anche il nome di un suo vecchio gruppo) e al crossover tra sperimentazione e musica magrebina di Una tira l’altra. E proprio Michele Ometto ha risposto ad alcune domande sul disco e sul gruppo. Headliner: Come è nato questo progetto? Michele Ometto: Si tratta di un progetto nato dalla voglia di fare musica insieme, tra amici di vecchia data: l’idea era lì da tempo, l’occasione è venuta fuori dalla possi-

bilità offertaci da Franco Tamiazzo di musicare un suo documentario. Il progetto si è presto evoluto, purtroppo poi Franco è mancato e questo è il motivo per cui il disco è dedicato a lui e a sua moglie Stefania. Quali sono le maggiori influenze tue e di Fiorenzo in sede di composizione? Per quanto riguarda me, direi che le composizioni riflettono un po’ tutti gli ascolti di grandi artisti filtrati poi attraverso la nostra sensibilità ed esperienza, facendo attenzione a far funzionare tutti gli elementi in modo da far risultare una certa coerenza esplicativa ed armonica. Gli arrangiamenti nascono da qualcuno in particolare o sono frutto di un lavoro d’equipe? Alcuni brani erano già molto definiti altri sono invece stati arrangiati un po’ insieme e in primis da Fiorenzo e me. Molti spunti sono poi nati dal suonare in gruppo tenendo conto dei suggerimenti di ogni musicista. Oltre al concerto al Masetti (20 febbraio 2010) avete altre date in programma? Il 15 aprile saremo al Ca’ de’ Bezzi, probabilmente in formazione acustica, il 13 maggio a Rovereto, c’è una data in via di definizione a Moena, sempre in maggio e poi la casa discografica ci sta organizzando una presentazione a Roma. (crazy)

Tours mitbringt.“ Slowtorch, die bereits auf einige Veröffentlichungen und Auslandsauftritte verweisen können, bezeichnen ihr, ausschließlich aus eigenen Songs bestehendes Repertoire als „laut, rau und dreckig“ und stellen sich in die stilistische Nähe von Bands wie Down, Corrosion of Conformity oder Black Label Society. Wer sich traut bzw. die Chance am Schopf packen will, hier die Kontakte: Bruno Bassi, info@slowtorch.com oder 338/5923209.

Unantastbar

Live in Südtirol Nach zweijähriger Abstinenz auf den einheimischen Bühnen haben die Oi!-Punker nun einen Livegig in Südtirol bekannt gegeben. Gespielt wird am 17. April 2010 bei der Rock-Fete in

der Festhalle in Wiesen; weitere Bands werden noch bestätigt. Vorher geht’s noch zum Bandworm-Jubiläumsfestival nach Magdeburg, wo Unantastbar am 06. März mit Foiernacht und 15 weiteren Labelbands spielen. Info: www.myspace.com/unantastbarrock


HEADL I N E R Freitag, 19. Februar 2010 – Nr. 34

(Zusammenstellung: eva/rhd)

2nd hand

Copy & Pasta

John’s Revolution – Today Your Love, Tomorrow The World (2009)

Screaming Lord Sutch - Lord Sutch And Heavy Friends (1970)

Oasis – Don’t Look Back In Anger (1995)

Chaos Disorder – Under A Pale Sky (2009)

Secco – Vëira (2009)

Liquid Gas - Saturation (2010)

Coheed And Cambria – No World For Tomorrow (2007)

Foto: Markus Prader

Spirit – Spirit (1969)

The Dirty Six (2009)

Thom Yorke – The Eraser (2006)

autumn:downpour:machinery – Fall: Chapter One (2009)

Let Me Introduce You To The End – A Love Of The Sea (2006)

Noisy Royal Dirt (2009)

Foto: Peter Schatzer

Foto: Simon Oberhofer

Sense Of Akasha (2005)

John’s Revolution – Pocket Symphony (2009)

Pamstiddn Kings (2007)

Graveworm – As The Angels Reach The Beauty (2003)

Heavy Metal Magazine, Vol. 19, Nr. 6 (Jan 1996)


Headliner #078