Issuu on Google+

Freitag, 9. Oktober 2009 – Nr. 197/17. Jg.

DIE NEUE SÜDTIROLER

Tageszeitung > Redaktion Tageszeitung Headliner: redaktion.headliner@gmx.com – Tel. 329/5913560

30.09.09: Redhouse, Sheffield

Alle Fotos: Stefano Nardelli

Soundtrack: Marduk, Black Dahlia Murder Wir setzen mit der „Pride of Kent“ nach England über, die Cliffs of Dover sehen genial aus. Auf in ein Land mit Linksverkehr, verkehrten Längen- und Flächenmaßen, Pfund Sterling und sonderbarer Küche! Nach einigen Stunden reibungsloser Fahrt (Stau in die ande-

UK Tour von Reinhold Giovanett & Slowtorch

heffield, Leeds, Bradford und London. Vier Gigs in England. Die Bozner Slowtorch haben diese erst vergangenes Wochenende hinter sich gebracht und der Alltag hat sie zwar wieder, aber die UK-Tour 2009 hat sich in den Köpfen der einzelnen Bandmitglieder eingeprägt. Zwar war die Organisation der Tour langwierig, die Abwicklung selbst anstrengend, das Ergebnis aber für die Band äußerst positiv. Slowtorch, das sind Bruno Bassi (Gitarre), Peter Tomasi (Stimme), Andrea Masetti (Schlagzeug), Karl Sandner (Bass) und – im Hintergrund – Stefano Nardelli als Roadie, Fotograf und anderes mehr, haben Blut geleckt. Sie träumen nicht, sondern zeigen, dass sie „palle“ haben. Die Band hat

S

für uns ein Tourtagebuch verfasst, das wir äußerst gerne an euch zur Lektüre weitergeben. Musikalisch liegen Slowtorch irgendwo zwischen Metal und Stoner und haben erst zu Beginn dieses Jahres ihr Demo „From Radiation They Came“ veröffentlicht. Es ist angedacht, dass sie demnächst ein Aufnahmestudio in Verona besuchen werden um drei oder vier ihrer neuen Songs für eine nächste Veröffentlichung einzuspielen. Live zu sehen sind sie hierzulande am Freitag, 23. Oktober im Jugendzentrum „Point“ Neumarkt. Info: www.slowtorch.com

Slowtorch Logbuch, UK-Tour 2009

29.09.09: Bozen-Calais Soundtrack: Motörhead, Lynryd Skynryd

Band und Roadie machen sich um 6.00 Uhr morgens von Bozen aus auf die Reise. Die Fahrt ist lang, der Bierstopp in Aalst (Belgien) mehr als willkommen. Wir erreichen Calais gegen 20.30 Uhr – das Hotel ist anständig, die Stadt weniger. Steak und Bier im Restaurant und ab ins Bett.

re Fahrtrichtung) kommen wir in Sheffield an, und Luke, unser Promoter, spielt Stadtführer für uns: überall Miniröcke und Pubs. Der erste Gig läuft wie geschmiert, wir sind mehr als zufrieden. Als Opener spielen Berserkowitz groovigen Sludge, nach uns geben Gods of Hellfire eine mitreißende Show. Zum Abschluss folgen Lazarus Blackstar mit blackmetallischen Vocals und Riffs à la Electric Wizard. Das Beste: Ein neuer Fan – Mike aus Nordengland hat eigens wegen Slowtorch eine einstündige Autofahrt auf sich genommen!

01.10.09: Royal Park Cellars, Leeds Soundtrack: Warrel Dane, Down Leeds liegt nur etwa 50 Minuten nordwestlich von Sheffield, da bleibt uns Zeit für eine ausgiebige Runde durchs Zentrum. Anschließend geht’s ins Royal Park. Als Opener spielen heute Abend Clear the Sky, fünf Studenten mit soliden Rocksongs, vielleicht noch etwas unerfahren. Anschließend sind wir dran und ge-

ben alles – auf dem Menü: Programm Auszüge aus Adding Fuel To Fire und From Radation They Came, dazu unser neuer Song Lords of Tomorrow. Die Show läuft sogar Fortsetzung >


Freitag, 9. Oktober 2009 Nr. 197 > Fortsetzung

noch besser als in Sheffield, CDs und T-Shirts gehen raus wie warme Semmeln. Nach uns wieder Gods of Hellfire mit tonnenschweren Riffs, einem Savatage-Cover (Hall of the Mountain King – genial!) und headbangenden Boznern im Publikum. Den Abschluss machen heute Threads aus Leeds – ähnlicher Sound wie Slowtorch, aber etwas rocklastiger.

02.10.09: Balanga Basement Club, Bradford Soundtrack: Disturbed, Clutch Nach einer zweiten Runde durch das Zentrum von Leeds geht’s weiter nach Bradford. Die Stadt ist etwas grauer und rauer als Sheffield oder Leeds, steht aber immerhin auf einem Hügel. Das Balanga Basement befindet sich an der Rück-

seite eines Einkaufszentrums und ist der Anlaufpunkt für Bradfords polnische Gemeinde. Bier, Küche, Führung und Kellnerinnen direkt importiert. Als Ausländer unter Ausländern fühlt man sich schnell wie zuhause, der Gig ist dank ausgezeichnetem Sound, wahnsinnigem Publikum und bewährtem Line-up mit Berserkowitz und Gods of Hellfire der wahrscheinlich beste. Sogar Leute aus Leeds sind eigens hergefahren!

03.10.09: The Windmill, London Soundtrack: Black Sabbath, Johnny Cash Die letzte Show spielen wir in Brixton, London, am Metal in the Attic Festival, organisiert von

Louciferspeaks und Toxic Thrash Management. Die Reise südwärts verläuft ruhig, wir haben offensichtlich Glück! Das Windmill riecht förmlich nach Metal. Insgesamt treten 10 Bands auf, darunter Stuka Squadron, Cypher16, Silas und, als einzige Gäste aus dem Ausland, Slowtorch. Das Set ist auf das Publikum abgestimmt – ei-

05.10.09: Bozen nige kennen uns dank der Rezensionen von Louciferspeaks schon. Nach all den Komplimenten zu schließen haben wir uns auch hier trotz überwältigender Müdigkeit gut geschlagen. Bevor’s ab ins Hotel geht, gibt’s noch typisch britisches Dinner: Curry!

I quattro C: Cervello, Cuore, Coglioni, Culo

E

streben und erreichen. Das Hirn ist dann auch von Vorteil, wenn Unvorhergesehenes geschieht, auf das reagiert werden will, wenn sich neue Ziele ergeben, wenn Änderungen im „Fahrplan“ notwendig sind oder sich einfach erbeben. Cuore (dt.: Herz): Musik ist eine emotionale Angelegenheit, hat in allererster Linie damit zu tun, dass man als Teil des Publikums von den Musiker/innen auf emotionaler Ebene etwas erfährt. Was nützt das schnellste Gitarrensolo, was nützt das ausgefeilteste Arrangement, wenn das Stück Musik tot, ohne Herz ist. Es ist vor allem das Herz das imstande ist, das anwesende Publikum von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Fehlerfreies Spielen ist bei weitem weniger relevant, als die Echtheit der

Soundtrack: Turbonegro, Ozzy Calais: Endlich wieder Rechtsverkehr … verwirrend. Nach unzähligen Kilometern französischer Autobahn, Zwischenstopp bei Michl

und Meggi in Freiburg auf Kebabs und Bierchen.

Pop-Theorie

s gibt kein Rezept dafür, wie man es zum Erfolg bringt, keinen Navigator, der mehr oder weniger direkt zum Ziel führt. Wohl aber gibt es vier Zutaten, die zum Erreichen dieses Zieles unabdingbar sind. Die findige und bisweilen unübertreffliche italienische Umgangssprache fasst diese in den 4 C – i quattro C – zusammen: cervello, cuore, coglioni und culo. Cervello (dt.: Hirn): In der Regel denken Bands und Musiker nicht weiter als bis zum nächsten Konzert, spielen dieses, ruhen sich aus und warten auf das nächste. Abgesehen davon, dass fast alle „reich und berühmt“ werden möchten, setzten sich die meisten kaum mittel- und langfristige Etappenziele. Mit etwas Hirn und Überlegung lassen sich realistische Ziele ausmachen, an-

04.10.09: Freiburg

Soundtrack: Black Label Society, Absu Die Heimreise verbringen die meisten von uns schlafend oder meditierend und hundemüde, in wachen Momenten überwiegt die Vorfreude auf die nächste Portion Großbritannien!

Durststrecken, scheinbar unerreichbare Ziele, unüberbrückbare Hindernisse: Im Prinzip keine guten Aussichten für Bands, die den Weg zum Erfolg suchen.

musikalischen Performance. Coglioni (dt.: Durchhaltevermögen): Die Tücken im Leben einer Band sind vielfältig: Interne Streitereien oder Missverständnisse, Bürokratie, Auftrittssuche, der Umgang mit der Presse, der (falsche) Freundeskreis, unvorhergesehene Entwicklungen im Privatleben, Studium, der familiäre Hintergrund, schlechte Auftritte, Kreativitätsstaus und anderes mehr. Dass der Umgang mit derart vielfältigen Faktoren eine komplexe Angelegenheit ist, lässt sich leicht erahnen, wenn man diese Faktoren mit der Zahl der Bandmitglieder multipliziert. Durchhaltevermögen ist diesbezüglich (und im Erreichen der gesteckten Ziele) das einzige Gegenmittel.

Foto: rhd

Tageszeitung

Culo (dt.: Glück): All die bisher erwähnten Faktoren nützen aber im Grunde gar nichts, wenn man nicht hin und wieder Glück hat und im richtigen Moment am richtigen Ort ist. Das beweisen die vielen großartigen Bands, die es nie aus dem Untergrund geschafft haben. Aber dafür haben diese Bands Musik hinterlassen, die sie mit Hirn, Herz und Eiern umgesetzt haben. (rhd)

Unantastbar & Foiernacht

CD Release Party in Wegeleben Vereint zur Release-Fete nach Deutschland: Unantastbar aus Brixen und Foiernacht aus Wiesen/Pfitsch

Interesse daran, im Headliner zu inserieren? Kontaktieren Sie uns:

redaktion.headliner@gmx.com

ie Oi!-Punks Unantastbar und Foiernacht haben kürzlich beide eine neue CD veröffentlicht und stellen diese morgen Abend im Rahmen einer gemeinsamen Records Release Party dem Livepublikum vor. Schauplatz ist die Alte Zuckerfabrik in Wegeleben (Sachsen-Anhalt) und mit dabei sind neben Unantastbar und Foiernacht auch die beiden deutschen Punkbands F.B.I. und Berliner Weisse. Info: www.unantastbar.net

D


Benannt nach der sprechenden Grille: Jimini Cricket wollen das gute Gewissen der Menschen sein, so wie es „Il grillo parlante“ für Pinocchio ist.

NEWS Saitensprung

Matinee in Steinhaus

John's Revolution

Singleauskoppelung John's Revolution haben ihren Album-Track „Pocket Symphony“ im Clipformat verhüllt und stellen diesen am Montag, 19. Oktober inklusive 2 unveröffentlichten B-Seiten zum freien Download auf ihre Website. Der Clip entstand im Stadt-

Freitag, 9. Oktober 2009 Nr. 197

Lange hat’s gedauert, jetzt ist er da: Der erste Longplayer von Jimini Cricket ist auffällig verpackt. Foto: Jimini Cricket

Jimini Cricket

The Singing Cricket imini Cricket aus Völs am Schlern sind seit 2004 in der aktuellen Besetzung gemeinsam unterwegs und haben nun Ende September ihren ersten, selbstbetitelten Longplayer veröffentlicht. „We invite you to copy this cd and give it to as many people as you want“ steht im CD-Booklet, das wie die Scheibe selbst im schwarzen, aufklappbaren Falt-Digipack steckt. Die Musik von Jimini Cricket nach Belieben zu verteilen ist somit also ausdrücklich von der Band erwünscht und sei an dieser Stelle auch empfohlen, denn der vorliegende Longplayer sticht nicht nur wegen seinem Äußeren ins Auge. Hardcorepunk nennen Simon Schüpbach (Bass und Gesang), Daniel Gallmetzer (Gitarre), Christian Baumgartner (Schlagzeug) und Fabian Baumgartner (Gitarre und Gesang) ihren Musikstil mittlerweile, den sie noch vor einigen Jahren als

J

nur schwer einzuordnen beschrieben haben. Das Album hinterlässt einen kurzweiligen Eindruck; die 12 Albumtracks fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen, das Jimini Cricket relativ vielseitig erscheinen lässt: sozialkritisch, von melodisch („Blind and free“) zu rau und punkig („Revolution (Nothing is gonna change)“), von englisch zu deutsch, von wütend hart („Nicht von mir“) zu gemäßigt, fast schon melancholisch („Benedikt Supastar“). Dabei ist „Benedikt Supastar“ – subjektiv gesehen – das beste Stück auf der Platte und handelt textlich von der letzten Papstwahl: „Tränen, Schweiß und Weihrauch vermischen sich in der Luft / und Benedikt sagt leise: Riecht ihr diesen Duft? / Und die Kardinäle nicken eifrig dem neuen Pfaffa zu / Weihrauch für die Könige und der Mächtigste bist du! / Benedikt Benedikt Benedikt / doch in St. Pölten wird mit Kondom ge-

Foto: rhd

Die Akustik-Band Saitensprung, bestehend aus Elli (Stimme), Manuel (Gitarre) und Kurt (Percussion), wird am Sonntag, 11. Oktober, ab 11 Uhr, für die Jugendgruppe Aggregat eine gemütliche Matinee in der Alten Volksschule in Steinhaus/Ahrntal bestreiten. Bei schönem Wetter findet die Veranstaltung im Garten der Alten Volksschule statt. Der Eintritt ist frei.

Tageszeitung

fickt!“ Das Album stellt eine Zusammenstellung von alten und neuen Songs dar, die zum Teil in Bozen mit Christian Pitschl (Chris And The Other Girls) und großteils in Bern aufgenommen wurden. „Es waren immer nur einige Lieder und deshalb nie genug, eine CD daraus zu machen. Wir wollten ja kein Album mit 5 Songs machen, das wir dann zu 10 Euro verkaufen. Jetzt fanden wir es an der Zeit, das alles zusammenzustellen und auf einen Silberling zu packen“, erzählt Fabian Baumgartner. Neben dem ersten Longplayer „Jimini Cricket“ hat die Band 2004 die Split „Lots of Noise“ und das Demo „Blind and Free“ eingespielt, das als Gratisdownload von der Homepage geholt werden kann. (eva) Info: www.jiminicricket.com

ZEK & bank4fun

theater Meran und im Labyrinthgarten Kränzel in Tscherms unter der Regie der jungen „Starship Frequency Studios“ (SFS, Wien/Berlin). Ausschnitte gibt’s am 15. Oktober bei Südtirol Heute; Premiere feiert der Clip am Freitag, 16. Oktober im Rahmen einer Release Fete im Lounge Cafè Goldegg in Lana. Info: www.johnsrevolution.com

Jan Langer

PercussionWorkshop Jan Langer ist unbestritten einer der besten Perkussionisten des Landes. Nächste Woche, am Mittwoch, 14. Oktober von 19 bis 21 Uhr, hält er im Jugendtreff „Delta“ Kurtinig, einen Workshop. Teilnahmegebühr: 5 Euro. Maximale Teilnehmerzahl: 10 Personen. Anmeldung: Tel. 346/9617197 (Verena)

Foto: rhd

Bandcompetition 09

Überzeugte bei der vorjährigen Bandcompetition: Die Death-Metal-Band Eternity Ends.

Eternity Ends, um die es wegen dem Ausstieg ihres Schlagzeugers etwas ruhiger geworden ist, waren die Gewinner der letzten bank4fun Bandcompetition. Auch heuer sucht die bank4fun wieder neue einheimische Nachwuchsbands; diesmal in Zusammenarbeit mit dem Jugendverein ZEK. Die Abkürzung ZEK steht für Zimat (Dialekt für St. Sigmund) – Ehrenburg – Kiens und fasst die drei Jugendtreffs im Gemeindegebiet Kiens unter einheitlicher Bezeichnung zusammen. Und in einem der drei Jugendräume, genauer im Jugendtreff Kiens, geht der Bandwettbewerb am Samstag, 24. Oktober 09 ab 19.00 Uhr über die Bühne, wenn die Jungen dort ihre Originalität, Bühnenpräsenz, ihr technisches Können und musikalisches Zusammenspiel sowie Gesamterscheinungsbild vor Publikum

und Jury präsentieren. Wer auf dem ersten Platz landet, erhält die Möglichkeit im UFO_Studio in Bruneck zwei Songs aufzunehmen; die Zweit- und Drittplatzierten erhalten Gutscheine für Musik-Equipment im Wert von 300 und 150 Euro. Interessierte Musiker/innen können

Zeig dein Tattoo [2] Schickt uns einfach eine schöne digitale Aufnahme eurer schönsten Tätowierung, schreibt uns euren Namen (und eventuell woher ihr kommt) und – wichtig – wo ihr euch das Tattoo habt stechen lassen. Wir werden die einlangenden Fotos dann sukzessive veröffentlichen! Als Kontakt gilt unsere klassische Email-Adresse: redaktion.headliner@gmx.com.

Manfred Plank (Mölten) Studio: Exodus-Tattoo, Bozen

sich noch bis zum 16. Oktober 09 beim Jugendverein ZEK bzw. bei der bank4fun Bozen, Meran, Brixen oder Belluno anmelden, indem sie ihr Demo dort zusammen mit einer kurzen Band-Biografie inklusive Namen, Geburtsdaten, Foto und Kontaktmöglichkeit abgeben. (eva) Info: www.bank4fun.it oder www.zek.bz.it, Tel. 3466690158


Headliner #059