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Stadt Universit채t Bern


Stadt Universit채t Bern 175 Jahre Bauten und Kunstwerke

Anna Minta | Bernd Nicolai | Markus Thome (Hrsg.)

Haupt Verlag Bern | Stuttgart | Wien


Diese Publikation erscheint anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums der Universität Bern. Mit freundlicher Unterstützung der REHAU-Gruppe, Muri bei Bern.

1. Auflage 2009 Bibiliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-258-07406-1 Alle Rechte vorbehalten Copyright © 2009 by Haupt Berne Gestaltung und Satz: Atelier Mühlberg Basel Druck: Stämpfli Publikationen AG, Bern Jede Art der Vervielfältigung ohne Genehmigung des Verlages ist unzulässig. Printed in Switzerland www.haupt.ch


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Urs Würgler Einleitung

Ein Campus in der Stadt

9

11

Bernd Nicolai Essays

Zwischen Funktionalität und ästhetischem Anspruch Erste Institutsbauten für die Berner Universität

17

Markus Thome

«Stolz darf das Volk auf eine grosse Tat hinblicken»

Das Hauptgebäude und die Repräsentationsarchitektur um 1900

31

Markus Thome

Wegweiser der (städtischen) Moderne

Otto Rudolf Salvisbergs Berner Universitätsbauten

51

Bernd Nicolai

Aufbruchstimmung und Architekturvielfalt Berner Hochschulbauten nach 1945

65

Anna Minta

Stadt- versus Campusuniversität

Der Ausbau der Universität Bern seit den sechziger Jahren

81

Anna Minta

Repräsentation und Selbstdarstellung Kunst an Bauten der Universität Bern

97

Rachel Mader und Selma Käppeli Bauen für die Universität Kilian Bühlmann

115


6

inhaltsverzeichnis

Katalog

1 Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek

130

2 Universitätsklinik für Psychiatrie Waldau

133

3 Botanischer Garten Bern

137

4 Haus der Universität

142

5 Uni Engehalde (ehem.Tierspital)

145

6 Physiologisches Institut, Anatomie und ehem. Chemisches Laboratorium

150

7 Institut für Infektionskrankheiten (ehem. Bakteriologisches Institut)

154

8 Hauptgebäude der Universität

157

9 Loryspital

166

10 Institutsneubauten

169

11 Institut für Biochemie und Molekulare Medizin

174

Hélène Maloigne

Markus Thome

Jörg Matthies

Markus Thome

Judith Berger

Simon Berger

Adrian Dürrwang

Denise Hug und Markus Thome

Anna-Lena Gugger

Jasmine Wohlwend

(ehem. Medizinisch-chemisches Institut) und Theodor Kocher Institut Simon Berger

12 Zahnmedizinische Kliniken

176

13 Sternwarten der Universität Bern, Forschungsstation Jungfraujoch

179

Roman Brunner

und Sphinx-Observatorium Julia Rößler

14 Institut für Exakte Wissenschaften

184

15 Veterinärmedizinische Fakultät – Tierspital

189

Franziska Scheuer

Rolf Christen


inhaltsverzeichnis

16 Bettenhochhaus

194

17 Chemische Institute

196

18 Zellbiologisches Zentrum und Institut für Ökologie und Evolution

198

Christian Féraud

Anna Minta

(ehem. Zoologisches Institut) Raphaela Gysi

19 Institut für Kunstgeschichte

201

20 Institut für Pathologie

204

21 Unitobler

205

22 Studentisches Zentrum Bühlplatz

210

23 Universitäts-Frauenklinik

212

24 UniS (ehem. Frauenspital)

214

Pasquale Zarriello

Christian Féraud

Giacomo Poretti

Nelly Jaggi

Christian Féraud

Michaela Gruber

25 MEM Research Center for Orthopaedic Surgery (ehem. Leinweberei Schwob) 219

Sarah Keller

26 Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO)

222

27 vonRoll-Areal

223

Räumliche Entwicklung der Stadt und der Universität Bern

228

Architektenbiografien

232

Abkürzungsverzeichnis und Abbildungsnachweise

241

Literaturverzeichnis

242

Namensregister

262

Christian Féraud

Bernd Nicolai Anhang

Franziska Rogger und Benedikt Joss

7


9

Vorwort

Als der Kanton Bern sich vor 175 Jahren entschloss, eine Universität zu gründen, konnte der hiesige Wissenschaftsbetrieb schon auf eine mehrhundertjährige, wechselhafte Tradition

der Alten Lateinschule und der Akademie zurückblicken. Doch erst das Jahr 1834 markier-

te die Schaffung einer modernen Volluniversität. Die Universität Bern beschäftigt sich

heute – mit Ausnahme der Ingenieurwissenschaften – mit allen grossen Wissenschaftsgebieten. Sie hat einen vielfältigen Auftrag: National soll sie eine hervorragende Position einnehmen. Dazu gehört auch, regionale Probleme zu thematisieren. Gleichzeitig ist die

Universität in das Netzwerk der internationalen Wissenschafts- und Forschungsgemeinde eingebunden und erbringt exzellente Leistungen im internationalen Massstab. Sie

kann das nicht in allen Bereichen auf gleichem Niveau tun, jedoch in bestimmten, wie

heute etwa der Klima- und Weltraumforschung, der Teilchenphysik oder Bereichen der

Medizin, aber auch in verschiedenen Feldern der Geistes- und Sozialwissenschaften. Hier investieren wir gezielt, um internationale Spitzenforschung betreiben zu können.

Die Universität wird seit 175 Jahren vom Kanton getragen, der es immer wieder er-

möglichte, anspruchsvolle Bauvorhaben für Forschung und Lehre zu realisieren. Der Ausbau im städtischen Raum, nicht zuletzt mit der aktuellen Umwandlung des vonRoll-Areals,

steht für ein enges Miteinander von Stadt und Universität, einer besonderen Form der

«Stadt Universität» mit vielen Vorzügen. Das Jubiläum soll daher gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt und des Kantons Bern gefeiert w ­ erden.

Die vorliegende Publikation ist Bestandteil dieser Jubiläumsfeierlichkeiten. Aus-

gangspunkt war die bauliche Geschichte der Universität Bern, die damit erstmals in

ihrer Verbindung mit der städtischen Entwicklung wissenschaftlich aufgearbeitet und

einem breiteren Publikum präsentiert wird. Das Buch selbst ist ein Produkt aus der

fruchtbaren Verbindung von Forschung und Lehre. Die Abteilung Architekturgeschichte

und Denkmalpflege am Institut für Kunstgeschichte hat es unter Leitung von Bernd Nicolai, der die Anregung zu diesem Projekt gab, sowie Anna Minta und Markus Thome

erarbeitet. Ausgehend von einem Projektseminar, haben die Studierenden die Katalog-

texte beigesteuert. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Die Universitätsleitung hat sich früh dieses Projekt zu eigen gemacht, um den Band

im Rahmen der 175-Jahr Feier zu präsentieren. Dass daraus nicht nur ein wissenschaftlich

fundiertes, sondern auch ein graphisch ansprechendes Buch geworden ist, ist der guten

Zusammenarbeit mit dem Verleger Matthias Haupt und dem Atelier Mühlberg in Basel

zu verdanken. Nicht zuletzt gelang es mit freundlicher Unterstützung der REHAU-Gruppe in Muri bei Bern, den Band in der vorliegenden Weise auszustatten.

Die Universität Bern zeigt mit dieser Publikation ihre Attraktivität mittels der eindrucks­

vollen Geschichte ihrer Bauten. Dass gute Gestaltung und lebbare Räume auch den Inhalt

befördern können, liegt auf der Hand. Die innovativen Impulse, die so manche Architektur bestimmte, sind heute unverzichtbarer Bestandteil der Zukunftsstrategie. Wenn der ­Kanton

uns unter diesen Vorzeichen mit guten Rahmenbedingungen weiter voranbringt, dann werden Kanton und Stadt Bern von der Universität noch stärker als bisher profitieren. Urs Würgler,

Rektor der Universität Bern


Otto Lutstorf, Moritz Emil Vollenweider und Emil Vollenweider, Jubil채um der Hochschule Bern 1884, Blatt mit Bauten der Universit채t und der Stadt Bern, im Zentrum die Alte Universit채t (ehem. Franziskanerkloster), das neue Inselspital und die Waldau; als weitere Universit채tsbauten: altes Physikalisches Institut (Sternwarte), erste Tierarzneischule, altes Chemisches Laboratorium (ehem. Kavalleriekaserne), Frauenspital, alte Anatomie und Botanisches Insitut (StAB TC. Orte 470)


11

Einleitung Ein Campus in der Stadt

Als die Alma Mater Bern 1884 ihr fünfzigjähriges Jubiläum feierte, präsentierte sich die Universität mit ihren Bauten in der Stadt, aber auch als Bestandteil der Bernischen

Architektur insgesamt. Mit Ausnahme des gerade im Entstehen begriffenen Inselspitals,

der Alten Anatomie und dem Botanischen Garten gab es noch keine moderne universi-

täre Architektur. Mit der «Insel» formierte sich ein erstes architektonisches Zentrum.

Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich eine aufstrebende Volluniversität, die um

1900 erstmals die Zahl von 1000 Studenten überschritt – Frauen waren damals noch die Ausnahme, aber doktorierten und habilitierten bereits.

Angesichts des damaligen «Booms» war der Kanton bereit, ein repräsentatives

Hauptgebäude für die noch junge Universität errichten zu lassen, das den gesamten Lehrbetrieb mit Ausnahme der Medizin und Naturwissenschaften aufnehmen sollte

und für 3000 Studierende gedacht war. Unübersehbar war die Konkurrenz zum Bundes­ haus als «Stadtkrone» auf der Grossen Schanze. Damit war der Startschuss gegeben für eine Universität in der Stadt, für die heutige «Stadt Universität», die sich die nächsten

gut 100 Jahre über das gesamte Länggassquartier ausbreiten sollte und den einzig­

artigen Charakter eines «Campus in der Stadt» besitzt. Mit der Strategie 3012 und

dem Ausbau des vonRoll-Areals für eine Universität des 21. Jahrhunderts mit über

20000 Studierenden hat die Universität Bern ein neues Kapitel der Zukunftsplanung im europäischen und globalen Bildungswettbewerb eröffnet.

Kaum einer weiteren Öffentlichkeit ist bekannt, dass die Universität Bern eine

Fülle unterschiedlicher Bauten aus den verschiedensten Perioden vom ausgehenden

18. Jahrhundert bis zur Gegenwart aufweist, die exemplarisch für die Entwicklung im

Schweizer und europäischen Universitätsbau steht. Das gab den Anstoss, sich für das

175-Jahr Jubiläum intensiver mit diesen baugeschichtlichen Hinterlassenschaften zu

beschäftigen und sie in einem grösseren Kontext zu verorten. Die früheren Universitäts­ jubiläen 1934 und 1984 hatten die Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte in den

Mittelpunkt gestellt. Nur der Band von Hugo Marti aus dem Jahr 1932 thematisierte die Bauten selbst.

Von den Anfängen im ehemaligen Franziskanerkloster führt eine erste Entwicklung

über die frühen Institutsbauten am Bühlplatz und in der Engehalde bis zum repräsenta-

tiven Hauptgebäude auf der Grossen Schanze. Selbstbewusst folgt der Ausbau mit den

monumentalen Institutsneubauten in den 1930er Jahren und in noch grösseren Dimen-

sionen nach 1945 mit den Exakten Wissenschaften, dem neuen Tierspital und dem Chemieund Inselhochhaus. Neues Umweltbewusstsein und veränderte Standortstrategien führen

seit den 1980er Jahren zu nachhaltigen Architekturen mit ökologischen Baumaterialien

oder MINERGIE-Standard. Mit der Konzentration auf das Länggassquartier wurde auch ein neues Kapitel durch die Umnutzung ehemaliger Industriebauten beziehungsweise

von «Bauen im Bestand» aufgeschlagen, in dem die preisgekrönte Unitobler als Umbau

der Schokoladenfabrik, UniS, als Um- und Erweiterungsbau der ehemaligen Frauenklinik,

und schliesslich das vonRoll-Areal entstanden beziehungsweise im Entstehen sind.

Die Abteilung Architekturgeschichte und Denkmalpflege des Instituts für Kunstge-

schichte unter Leitung des Herausgeberteams hat im Verlauf der letzten beiden Jahre mit


12

ein campus in der stadt

Studierenden die Geschichte der Bauten und Kunstwerke der Universität Bern erforscht

und ist dabei den Weg zurück zu den Quellen in den Archiven und zu den Bau- und Kunstwerken gegangen.

Aus den Ergebnissen entstand vorliegendes Buch, dessen Katalogteil von den Stu-

dierenden auf Grundlage von zwei Projektseminaren erarbeitet wurde. Abgerundet wird

es durch einen übergeordneten Essayteil, der aus unterschiedlichen Perspektiven die

facettenreiche Bau- und Kunstgeschichte der Universität Bern beleuchtet. Es wurde nicht

angestrebt, eine vollständige Bestandsaufnahme der Bauten vorzulegen, sondern eine

exemplarische Auswahl. Sie betraf auch Gebäude (und Kunst am Bau), die sich nicht in der Trägerschaft der Universität befinden, aber für Zwecke von Forschung und Lehre

genutzt werden, zum Beispiel Gebäude der Inselspital-Stiftung und der Pädagogischen

­Hochschule Bern.

Die Recherchen erfolgten in den kantonalen und städtischen Archiven, deren Mitar-

beiterinnen und Mitarbeiter das Sichten der umfangreichen, vielfältigen Akten- und Planbestände uneingeschränkt unterstützten. Dabei konnten interessante, neue Entdeckungen

zur Bau- und Planungsgeschichte der Universität gemacht werden. Wer hätte gedacht, dass als Ergänzung zu den Deckengemälden im Treppenhaus des Hauptgebäudes auch eine barockisierende Ausmalung der Aula vorgesehen war, die ebenso unausgeführt

blieb wie deren neoklassizistische Neugestaltung mit dominierender Kassettendecke

und einer Ausstattung mit überlebensgrossen Skulpturen in den 1930er Jahren. Einzig

das Wandbild «Volk und Wissenschaft» von Walter Clénin wurde damals ausgeführt,

verschwand aber in den achtziger Jahren wieder hinter einer rekonstruierenden neo­ barocken Wandverkleidung. Wer ahnte, dass die Architekten Salvisberg & Brechbühl

für das Lory-Spital, einen bahnbrechenden Bau der Moderne in Bern, zunächst einen

eher traditionellen, dem Heimatstil verpflichteten Entwurf eingereicht hatten? Be­dauert

heute jemand, dass das Projekt einer Campusuniversität auf dem am Stadtrand gelegenen Viererfeld zugunsten einer im Längassquartier konzentrierten Stadtuniversität

aufgegeben wurde? Von diesen ungebauten oder verworfenen Teilen der Universitätsbaugeschichte ist hier auch die Rede, ebenso wie von den abgerissenen Bauten auf dem

Gebiet des grossen Fluktuationen unterworfenen Inselspitals, aber auch verschiedenen naturwissenschaftlichen Instituten.

Flexible Planungsparameter und langfristige Konzepte kennzeichnen seit mehreren

Jahrzehnten die Entwicklungspolitik der Universität Bern. Kilian Bühlmann hat durch

seinen Essay einen lebendigen Einblick in dieses komplexe Alltagsgeschäft gegeben. In

seinem Auftrag entstand durch Christoph Schläppi ein erster elektronischer Architektur­ führer, der den Blick auch auf zeitgenössische Bauten lenkte. Die Idee eines ausführlichen

Bandes zur Baugeschichte der Universität wurde von Kilian Bühlmann von Beginn an

unterstützt, ebenso wie von Franziska Rogger, der Leiterin des Universitätsarchivs, und besonders Peter Martig, dem Direktor des Bernischen Staatsarchivs. Diesen Kooperationen hat das Projekt viel zu verdanken.

Essays zum architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Kontext der Universitäts-

bauten verfassten Anna Minta, Bernd Nicolai und Markus Thome von der Abteilung Archi-

tekturgeschichte und Denkmalpflege des Instituts für Kunstgeschichte. Den wichtigen

Aspekt der Kunst am Bau, mit teilweise spektakulären Interventionen an und in den ­Bauten

der Universität, bearbeiteten Rachel Mader und Selma Käppeli von der Abteilung Kunst-

geschichte der Gegenwart. Jörg Matthies steuerte als Spezialist historischer Gärten einen


ein campus in der stadt

Beitrag zum Botanischen Garten bei, der auch in Zukunft ein Bestandteil der Universität

sein sollte. Die studentischen Katalogbeiträge lieferten Judith Berger, Simon Berger, Roman

Brunner, Rolf Christen, Adrian Dürrwang, Christian Féraud, Michaela Gruber, Anna-Lena

Gugger, Raphaela Gysi, Denise Hug, Nelly Jaggi, Sarah Keller, Hélène Maloigne, Giacomo Poretti, Julia Rößler, Franziska Scheuer, Jasmine Wohlwend und Pasquale Zarriello. Sie

­mussten erfahren, dass prägnante Texte zu verfassen, harte Arbeit bedeutet. Die Vereinheitlichung der bibliografischen Angaben und der Architektenbiografien lag in den ­Händen

von Maria Brehmer. Simon Berger hat mit grossem Engagement vielfältige Aufgaben übernommen, vom Fotografieren bis zum Scannen grossformatiger Pläne. Die mühevolle Überarbeitung der Texte, die kreative Bildbeschaffung der grössten Teils unpublizierten

Pläne und weit verstreuten Vorlagen sowie die Koordinierung zur Drucklegung leisteten

die Wissenschaftlichen Assistierenden der Abteilung Architekturgeschichte und Denk-

malpflege Anna Minta und Markus Thome. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz hätte das

Projekt in vorliegender Form nicht realisiert werden können, dafür gebührt ihnen ­höchster Dank.

Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen anderer Fakultäten haben Informationen zur

Geschichte einzelner Institute beigetragen und besondere Einblicke in die räumlichen

Gegebenheiten gewährt. Archivmaterialien stellten Andreas Altorfer, Psychiatrie-­

Museum Bern, Verena Gysin und Otto Hegg, Botanischer Garten Bern, Kurt Schopfer und

Simon Lüthi, Institut für Infektionskrankheiten, sowie Peter Wegmüller, Zahnmedizinische Kliniken, zur Verfügung.

Grosszügige Unterstützung gewährten die kantonalen, städtischen und eidgenössi-

schen Stellen, allen voran das Staatsarchiv, Peter Martig, Nicolas Barras, Barbara Spalinger

Zumbühl, Karin Hayoz und Christoph Niklaus; im Stadtarchiv Bern Mario Marti und Margit

Zwicky; in der Denkmalpflege der Stadt Bern Brigitte Müller; in der Denkmalpflege des Kantons Bern Beat Schertenleib und Jürg Schweizer; im Amt für Grundstücke und ­Gebäude

(AGG) Beat Hug; im Planarchiv des Städtischen Bauinspektorats Daniel Streit; sowie die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralbibliothek der Universitätsbibliothek. Zu

Danken ist weiterhin für ihre Hilfe bei der Bildbeschaffung im Kunstmuseum Judith ­Durrer; im Historischen Museum Bern Gabriele Keck und Simona Sala; in der Schweizerischen

Nationalbibliothek Daniela Mondini; in der Burgerbibliothek Bern Claudia Engler und

­Philipp Stämpfli; im Archiv des gta der ETH Zürich Gregor Harbusch und Daniel Weiss. Für die Erstellung von Plänen und Karten Benedikt Joss und für die Mithilfe von Susanna

Krähenbühl, beide Abteilung Bau und Raum, Universität Bern.

Die Universitätsleitung unter ihrem Rektor Urs Würgler hat dieses Projekt von Beginn

an dankenswerterweise grosszügig unterstützt, flankiert von Friedrike Küchlin und

­Nicola von Greyerz. Nicht zuletzt dem grossen Einsatz des Verlegers Matthias Haupt für gute Bücher und dem typografischen Gespür des Ateliers Mühlberg mit Katharina ­Marti

ist der Band in der vorliegenden Form zu verdanken. Bernd Nicolai

Institut für Kunstgeschichte, Abteilung Architekturgeschichte und Denkmalpflege

13


Stadt Universit채t Bern Essays


Otto Lutstorf, Projekt f체r die Tierarzneischule, Fassaden des Anatomieund Administrationsgeb채udes, 1890 (StAB AA III 781-3)


17

Zwischen Funktionalität und ästhetischem Anspruch Erste Institutsbauten für die Berner Universität

Die Bedeutung, die man Universitätsbauten als Aufgabe des Staates in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Bern zumass, veranschaulicht ein 1896 zur schwei-

zerischen Landesausstellung in Genf verö≠entlichtes Album in eindrucksvoller Weise. 1

Im Auftrag der kantonalen Erziehungsdirektion werden darin die in den Jahrzehnten

zuvor errichteten Neubauten für naturwissenschaftliche und medizinische Institute in

Text und Bild einer breiten Ö≠entlichkeit vorgestellt. Wie im Vorwort ausgeführt, sollte

die Publikation Zeugnis ablegen von «der Opferwilligkeit, mit welcher der Kanton Bern

für die Förderung der Wissenschaft, namentlich für die Hebung der Heilkunde und die

Pflege der ö≠entlichen Gesundheit gesorgt hat.» 2

Mit den zwischen 1873 und 1898 in rascher Folge entstandenen Institutsgebäuden

reagierte man auf eine voranschreitende Di≠erenzierung der wissenschaftlichen Diszip­ linen und wachsende Raumanforderungen insbesondere seitens der empirisch for­schenden

Naturwissenschaften. Dabei war es kaum möglich, auf klar definierte Bau­typen zurückzugreifen, deren Ausbildung sich ständig weiter entwickelnde Apparaturen und unterschied-

liche Schwerpunktsetzungen innerhalb der einzelnen Fächer verhinderten. Die entsprechenden Abschnitte des damals im deutschsprachigen Raum weit verbreiteten Handbuchs

der Architektur spiegeln diese Situation deutlich. Die verschiedenen Bearbeiter des 1888

in erster Auflage erschienenen Bandes zu Hochschulbauten konstatieren eine enorme

Vielfalt an Varianten, die es kaum erlaube, allgemein verbindliche Regeln für die architektonische Gestaltung medizinisch-naturwissenschaftlicher Institute aufzustellen.3

Das Ringen um eine möglichst zweckmässige und gleichzeitig architektonisch an-

sprechende Lösung lässt sich anhand einzelner Berner Beispiele exemplarisch nach­ vollziehen. In der Regel war die Gestalt des Baukörpers das Ergebnis eines längeren

Planungsprozesses, an dem die Fachvertreter genauso beteiligt waren, wie verschiedene Architekten und auswärtige Gutachter. Fragen der Funktionalität standen dabei

eindeutig im Vordergrund. Allerdings stand trotz der geforderten Schlichtheit ein völliger

Verzicht auf architektonische Würdeformen wie Säulen und Giebel nicht zur Diskussion.

Zwang der Kostenrahmen auch in einigen Fällen zu einer starken Reduzierung des ursprünglich vorgesehenen Baudekors, wollte man keinesfalls «Baracken» bauen, wie

dies im Hinblick auf eine grössere Flexibilität von einigen Institutsvorständen an anderen

Universitäten gefordert wurde.4

Vereinzelte Neubauten ab 1834 und der Sonderfall Inselspital

Zunächst hatte die 1834 aus der Akademie hervorgegangene Berner Universität die

Räumlichkeiten im ehemaligen Franziskanerkloster am Ort des heutigen Casinos über-

nommen. Dort fand der Unterricht in fast allen Fächern der damals vier Fakultäten statt. Lediglich für die Anatomie entstand in der Gründungsphase 1833 –1835 ein Neubau an

der heutigen Genfergasse, der einen von der medizinischen Fakultät der Akademie ge-

nutzten Vorgängerbau ersetzte. Unter Einbezug der ehemaligen Stadtmauer und des Kohlerturms errichtete man ein zweistöckiges Gebäude über annähernd rechteckigem

Grundriss mit rückseitig angeschlossenem, halbkreisförmigem Hörsaal. Es zeigte eine

schlichte Fassade in streng klassizistischen Formen, die mit ihrem zentralen Giebel


18

erste institutsbauten

­jedoch als anspruchsvolles ö≠entliches Bauwerk gekennzeichnet war.5 Da der Neubau

neben der Anatomie auch das Physiologische Institut und die Veterinäranatomie beherbergte, erschienen die Verhältnisse auch dort bald beengt.

Noch weniger erfüllten die Räume im alten Franziskanerkloster mit der Zeit die

Voraussetzungen, die für eine erfolgversprechende Forschung im Bereich der Natur­ wissenschaften notwendig waren. Mehrfache Umbauten konnten die Probleme nicht

beheben.6 Es fehlte an Räumen mit ausreichenden Abzugsvorrichtungen, Platz für gesonderte Versuchsaufbauten oder die Möglichkeit einer erschütterungsfreien Aufstellung

von Präzisionsgeräten.7 Die seit 1864 kontinuierlich wachsende Zahl von Studierenden

machte schliesslich Neubauten für einzelne Disziplinen unumgänglich. Damit setzte eine Entwicklung ein, die zu einem immer stärkeren Ausgreifen der Universität in den

Stadtraum führte und gleichzeitig der steigenden Bedeutung der Institute als Organisationseinheiten sichtbaren Ausdruck verlieh.8

Schon 1860 –1862 war mit der Anlage des neuen Botanischen Gartens am Aarehang

nördlich der Kernstadt ein erstes selbständiges Institutsgebäude entstanden (Kat.-Nr. 4). Die lang gestreckte Anlage bestand aus zwei, eine Orangerie flankierenden Kopfbauten, die neben einer Gärtnerwohnung auch ein Auditorium und Räume für die botanischen

Sammlungen aufnahmen. An den Dachkanten entlang laufende Zierfriese, die vermutlich aus Holz ausgesägt waren, entstammten dem typischen Formenrepertoire des

«Chalet suisse».9 Auf diese Weise wurde der Bezug zum umgebenden Landschaftsgarten

verstärkt, der nicht allein für Forschungszwecke diente, sondern gleichzeitig am Rande der Stadt eine ländliche Idylle schuf.

Erst die Neubauten des kantonalen Frauenspitals und des Physikalischen Instituts

bildeten jedoch gut zehn Jahre später den Auftakt zu einer verstärkten Bautätigkeit für universitäre Zwecke. Das 1873 –1876 nach Plänen von Kantonsbaumeister Friedrich

­Salvisberg errichtete Spitalgebäude (Kat.-Nr. 24) folgte als kompakte Dreiflügelanlage

dem damals üblichen Korridorsystem.10 Mit einem eigens eingerichteten Hörsaal, der

im Bereich des nach Süden ausgerichteten Mittelrisalits unterhalb von Operationssaal

und Entbindungszimmer angeordnet war, trug der Krankenhausbau der Bedeutung der Lehre auch architektonisch Rechnung.

In unmittelbarem zeitlichem Anschluss entstand 1876/77 das Physikalische Institut

an der Stelle der alten Sternwarte auf der Grossen Schanze (Kat.-Nr.13). Der 1959 abgeris-

sene Bau gehörte zu den frühen für diesen Zweck errichteten Anlagen, die erst seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts überhaupt nachweisbar sind.1 1 Einen ­wichtigen

Orientierungspunkt im Planungsprozess bildete das sogenannte Bernouillanum in ­Basel,

auch wenn es letztlich nicht als unmittelbares Vorbild diente. Der 1872 –1874 nach Entwürfen von Johann Jakob Stehlin über annähernd quadratischem Grundriss errichtete

Komplex beherbergte sowohl das Physikalische als auch das Chemische Institut der

Universität, deren Räume L-förmig um einen grossen Hörsaal gruppiert waren. Der für

astronomische Beobachtungen gedachte «physikalische Thurm» tritt in Basel aussen

als eine Art Belvedereaufsatz des erhöhten, rückwärtigen Flügels in Erscheinung. ­Erdgeschoss- und Kantenrustizierung sowie der durch ionische Pilaster und den breiten

doppelläufigen Treppenaufgang ausgezeichnete Mittelrisalit sorgen für eine repräsen-

tative Wirkung des geschlossenen, symmetrisch gegliederten Baukörpers. Deutlich wird

hier ein ö≠entliches Gebäude inszeniert, hinter dessen Fassade sich auch ein Theater oder ähnliche Institutionen verbergen könnten.

Johann Jakob Stehlin, sog. Bernouillanum (ehem. Institute für Physik und Chemie der Universität Basel), Basel, 1872 –1874


erste institutsbauten

In Bern war zunächst ein ähnliches Programm vorgesehen, das jedoch als Ergebnis einer

im Februar 1874 tagenden Expertenrunde unter Beteiligung von Stehlin wieder verworfen wurde. Der Neubau sollte allein die Physik mit einem zugehörigen Observatorium

aufnehmen, während das Chemische Institut neue Räume im ersten Stock der Kavalleriekaserne am Bollwerk erhielt.12 Das 1875 genehmigte Projekt von August Eggimann

und Eduard von Rodt sah einen zweigeschossigen Baukörper mit niedrigeren, seitlichen

Annexen und einem Turm vor, der als zentrales Gestaltungselement die zur Stadt gerichtete Fassade beherrscht. Auffällig erscheint die reiche Dekoration gerade dieses

Bauteils, der mit seiner Kuppel und der zentral in einer Rechtecknische angeordneten

Figur der Urania mit Globus und Strahlenkranz direkt auf die alte Sternwarte verweist,

obwohl man sich entschieden hatte, das neue Observatorium vor allem für meteorolo-

gische und geophysikalische Untersuchungen einzurichten.13 Di≠erenzierende Rustikaelemente, die in Rundnischen eingestellten Büsten und das Gitter entlang des Dachfirstes

vervollständigen die aufwendige Instrumentierung. oben  August Eggimann und Eduard von Rodt,

Projekt für ein Physikalisches Institut der Universität Bern mit meteorologischem Observatorium, 1874 (StAB AA III 907-1) unten  August Eggimann und Eduard von Rodt,

Projekt für ein Physikalisches Institut der Universität Bern mit meteorologischem Obervatorium, 1875, Querschnitt (StAB AA III 907-2)

Der ausgeführte Bau fiel demgegenüber etwas schlichter aus. Strukturelle Verände-

rungen dienten einer Optimierung für Forschungszwecke und belegen den Einfluss von

Institutsdirektor Aimé Forster, der während des Planungsprozesses eine rege Korrespondenz mit Fachkollegen in ganz Europa führte, um sich über die neuesten Erfahrungen

in der Anlage und Nutzung ähnlicher Institutsbauten zu informieren.14 Ein zweiter, recht-

eckiger Turm über dem Portalrisalit an der Rückseite bot nicht nur eine weitere Beob-

achtungsplattform, sondern auch die Möglichkeit Fall- und Pendelversuche durchzuführen. Die abgerückte Positionierung des Meridiansaals im Norden folgte dem Beispiel

des 1872 –1875 errichteten Physikalischen Instituts der Universität Graz und erlaubte

eine optimale Ausrichtung der Messinstrumente.15 Wie im Grundriss ablesbar, wurde

damit die geschlossene, nach Symmetrie strebende Konzeption des ursprünglichen

­Entwurfs aufgebrochen. Der deutlich abgesetzte Anbau verstärkte gemeinsam mit dem

19


20

erste institutsbauten

halbkreisförmig vortretenden Hörsaal auf der gegenüberliegenden Seite den Eindruck einer additiven ­Struktur, die die Funktionen einzelner Raumteile deutlicher als in Basel

­ablesbar machte. Insofern zeigt der Berner Bau Merkmale, die vor allem ab den achtziger

Jahren des 19. Jahrhunderts für Institutsgebäude kennzeichnend werden sollten.16 Auch

wenn man nicht mehr dem Leitbild des Villen- oder Schlossbaus mit klassischer Risalitgliederung folgte, handelte es sich zumindest um ein stattliches, durch sparsame

­Rustizierungen und den prominenten Südturm durchaus repräsentatives Gebäude. ­Seine

Stellung und der im unteren Bereich polygonale Querschnitt lassen vermuten, dass die

August Eggimann und Eduard von Rodt,

eine Rolle gespielt haben.

der Universität Bern, 1875–1877, Grundriss

Fassade der alten Lateinschule und damit lokale Bezüge für das Gestaltungskonzept

Altes Physikalisches Institut

Die auf dem Gelände des neuen Inselspitals errichteten Institute für Pathologie

(1885 bezogen) und Bakteriologie (1895–1897, Kat.-Nr. 7) zeigten mit ihren ebenfalls verputzten und zurückhaltend instrumentierten Aussenwänden eine ähnliche Gestaltung. In beiden Fällen stammten die Baupläne von Alfred Hodler, der gemeinsam mit Friedrich

Schneider auch für die Gesamtplanung des zwischen 1880 und 1884 ausgeführten

Spital­komplexes verantwortlich zeichnete. Der Berner Chirurg und spätere Nobelpreisträger Theodor Kocher, damals Rektor der Universität, hatte in seinem 1878 vorgelegten Plan für die neue Anlage westlich der Altstadt eine möglichst konsequente Umsetzung des Pavillonsystems gefordert, wie er es auf Reisen in zahlreichen deutschen Kliniken

der Zeit kennengelernt hatte. In Rücksichtnahme auf den begrenzten Umfang der zur

Verfügung stehenden Fläche und aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen wurden schliesslich mehrere grosse Blockbauten und einzelne, meist zweigeschossige Pavillons

in symmetrischer Anordnung zu beiden Seiten einer von Verwaltungs- und Ökonomie­ gebäuden gebildeten Mittelachse realisiert.17 Die einheitlichen Putzbauten entsprachen

zwar im Prinzip dem üblichen Schema der für Krankenhäuser als angemessen empfundenen «Zweckarchitektur», verzichteten jedoch nicht auf eine Gliederung durch

Mittelrisalite und eine Hervorhebung der Eingänge mittels von Säulen gestützten

Altanen.

Das Gebäude der Pathologie folgte dem Typus des Heidelberger Instituts von Wilhelm

Waag (1872 –1876) mit klarer Trennung der Funktionsbereiche, wobei das Lehrgebäude

und die Sezier- und Obduktionssäle als jeweils selbständige Einheiten nur durch einen

Gang miteinander in Verbindung standen.18 In Bern handelte es sich dabei um eine

beidseitig verglaste Galerie mit seitlichen Zugängen. An den grossen Seziersaal schloss ­unmittelbar ein Kapellenraum an, so dass die Leichname von dort aus direkt auf den nahe gelegenen Friedhof gebracht werden konnten.19

In einer für die Berner Staatskasse nicht einfachen Situation nach den konjunkturellen

Rückschlägen in Folge der 1873 einsetzenden Weltwirtschaftskrise und der Belastung

durch den Kauf der in Konkurs gegangenen Bern-Luzern-Bahn 1877, war die Finanzierung dieser Bauten nur möglich, da die Hauptlast von der Inselkorporation getragen wurde.20

Obwohl der Kanton sich verpflichtet hatte, ein Drittel der Baukosten zu übernehmen, wurden die Aufwendungen für Forschung und Lehre als Zweckentfremdung von

Stiftungsmitteln kritisiert. Es hiess, das neue Inselspital sei «mehr eine medizinische

Unterrichts- und Demonstrationsanstalt als ein stiftungsgemäßes Krankenhaus für

Arme».21 Für die Entwicklung der Medizin konnten mit den Instituts- und ­Klinikneubauten

jedoch ganz neue räumliche Voraussetzungen gescha≠en werden, die anderen ­Berner Instituten weiterhin fehlten.

oben  Alfred Hodler, altes Institut für

Pathologie auf dem Areal des Inselspitals, 1884–1885, Südfassade um 1895 unten  Alfred Hodler, Inselspital, altes Institut

für Pathologie, 1884–1885, Grundriss


erste institutsbauten

Funktionale Grundrisslösung und Sichtbacksteinfassaden – Institutsbauten nach 1890

Angesichts der neuen Spitalbauten drängten sowohl die Vorstände der Fächer ­Chemie, Physiologie und Anatomie als auch die der Tierarzneischule auf eine baldige Lösung

der unbefriedigenden Raumsituation ihrer Institute, die der Regierungsrat mit der Ent-

scheidung für die Errichtung von insgesamt sieben Neubauten am 24. November 1890 in Angri≠ nahm. Als massgeblicher Förderer der Hochschule hatte sich der später mit

dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Charles Albert Gobat (1843–1914), von 1882 bis

1903 Erziehungsdirektor des Kantons Bern, für den Ausbau eingesetzt. Eine wichtige

Grundlage für den Massstabssprung in der baulichen Entwicklung der Universität ­bildete ein damals einsetzender Wirtschaftsaufschwung. Mit einiger Verspätung vollzog sich

in Bern in den 1890er Jahren ein rasanter Ausbau der Industrie, während gleichzeitig der

Eisenbahnbau und der zunehmende Tourismus neue Arbeitsplätze schufen.22 Damit einher ging ein regelrechter Bauboom, zu dem auch der Staat und die Gemeinden durch die vermehrten Steuereinnahmen einen wichtigen Beitrag leisten konnten.

Die Diskussionen um die Gestaltung der neuen Institutsbauten konzentrierten sich

primär auf Funktionsabläufe und forschungsspezifische Anforderung an die Gebäude-

struktur. Die teilweise langwierigen Planungsprozesse lassen sich anhand der Bauten

am Bühlplatz (Kat.-Nr.6) exemplarisch nachvollziehen. Zwischen 1891 und 1898 entstanden

dort das Chemische Laboratorium und das Physiologische Institut sowie ein gross­

angelegter Neubau für die Anatomie. Mit dem als Einheit konzipierten Ensemble

leistete die Universität einen städtebaulich wichtigen Beitrag zur Entwicklung des

Läng­gassquartiers. Ausschlaggebend für die Wahl des Standortes war nicht zuletzt die Nähe zu den medizinischen Instituten und Kliniken des neuen Inselspitals. Die

ausgeführten Projekte stammten alle aus der Feder des Kantonsbaumeisters Franz

Stempkowski. ­Allerdings war nicht von Beginn an eine Gesamtkonzeption vorgesehen.

Vielmehr ­setzte der Planungsprozess wie allgemein üblich mit von den Institutsvorständen entwickelten Programmen ein. Diese dienten als Grundlage für ­erste Projektentwürfe, mit deren Erstellung man die Berner Architekten Otto Lutstorf (Chemie)

und Adolphe Tièche (Physiologie und Anatomie) beauftragt hatte. Im Austausch

mit den Fachvertretern und dem Bundeshausarchitekten Hans Wilhelm Auer, der Franz Stempkowski, Chemisches Laboratorium der Universität Bern, 1891–1893, Grundriss (StAB AA III 796-18)

21


22

erste institutsbauten

1890 –1904 eine ausserordentliche Professur für Kunstgeschichte an der Universität Bern inne ­hatte, gelang es Stempkowski jedoch, seine eigenen Lösungen zu entwickeln und durchzusetzen.

Im Falle des ab 1969 schrittweise abgerissenen Chemischen Laboratoriums, konnte

allerdings kaum von einer Einflussnahme der Professoren Arnold Rossel und Stanislas

von Kostanecki auf die konkrete Baugestalt die Rede sein. Wird schon in ihrem Programm­ entwurf eher zurückhaltend darauf hingewiesen, die Auslagen für den Bau dürften nicht

zu Lasten der Inneneinrichtung und des Betriebs zu hoch ausfallen, so veranlasste die

von den Architekten geführte Auseinandersetzung um die Grundrissdisposition die

mehrfach um ihre Meinung gefragten Wissenschaftler schliesslich zu dem Kommentar:

«Das was wir verlangen, wird uns gegeben, mehr wünschen wir nicht, und mit der ­Architektur haben wir uns nicht zu befassen.»23 Hatte der erste Entwurf von Otto Lutstorf einen zweigeschossigen Hauptbau mit dreigeschossigen Querflügeln an den Seiten

vorgesehen, so konzipierte der Kantonsbaumeister in seinem Gegenvorschlag zunächst einen abgewinkelten Baukörper. Dessen als «Krebsschere» kritisierte Grundform ­wandelte

Stempkowski schliesslich in eine rechtwinklige Dreiflügelanlage mit zweigeschossigem

Hauptbau und niedrigen rückwärtigen Trakten für die Laborräume um.24 Rechts und

links des Mittelbaus erstreckten sich die Räume für die Abteilungen der organischen

und anorganischen Chemie in symmetrischer Abfolge. Einen ähnlichen Aufbau zeigte

das 1880–1882 nach Plänen von Josef Durm errichtete Chemische Institut der Universität

Freiburg im Breisgau, das allerdings eine geschlossene Vierflügelanlage bildete.25 Wie

dort wurde die Anordnung der Hörsäle im Obergeschoss auch in Bern zur Ausbildung

von höher aufragenden, die Fassade rhythmisch gliedernden Baukuben genutzt.

Das additive Prinzip, einzelne Pavillons durch niedrigere, flach gedeckte Trakte mit-

einander zu verbinden, gri≠ Stempkowski bei seinem Entwurf für das Physiologische

Franz Stempkowski, Physiologisches Institut der Universität Bern, 1892 –1894, Fassade zum Bühlplatz (StAB AA III 794-14)


erste institutsbauten

Institut wieder auf. Der auf die Ecksituation am Bühlplatz ausgerichtete Baukörper ­folgte

in seiner Binnenstruktur weitgehend dem Programm des Institutsvorstehers Hugo

Kronecker, der auch eine Grundrissskizze vorgelegt hatte.26 Eine Besonderheit stellte

das als kleiner Zentralraum entwickelte Spektatorium mit Oberlicht dar, das Stemp-

kowski allerdings im Gegensatz zu Kroneckers Vorstellungen nicht als die Fassade

­beherrschende Eckdominante einsetzte, sondern an die Rückseite in den Winkel des

Baukörpers schob. Auf diese Weise konnte die Gestalt des Gebäudes vollkommen der des Chemischen Laboratoriums angeglichen und der Ensemblecharakter der ­Baugruppe

betont werden. Als einziges, am Aussenbau auf seine Funktion hinweisendes Element

blieb der kleine Runderker an der Bühlstrasse erhalten, der den Raum für optische

Versuche erweiterte.27 Dominik Avanzo und Paul Lange, Anatomiegebäude der Universität Wien, 1886, Grundriss

Besonders heftig waren die Auseinandersetzungen um die optimale Struktur des

neuen Anatomiegebäudes, dessen Ausführung sich schliesslich um fast fünf Jahre

verzögerte.28 Der Lehrstuhlinhaber Hans Strasser hatte seine eigenen Vorstellungen in ­einem ausführlichen Programm dargelegt, das er mit Skizzen zu Raumanordnung und

Funktionsabläufen versah. Den Ausgangspunkt seiner Überlegungen bildete o≠enbar die nach Plänen von Dominik Avanzo und Paul Lange im Jahre 1886 fertig gestellte

Anatomie in Wien.29 Deren auf der Rückseite geö≠nete Dreiflügelanlage verwandelte

Strasser allerdings in einen kompakten Block mit um einen zentralen Studiensaal gruppierten Räumen. Mit dem Versuch dieses Konzept direkt umzusetzen, handelte sich

Tièche heftige Kritik von Seiten des Kantonsbaumeisters ein, der vor allem den durch ein riesiges Glasdach beleuchteten Raum im Zentrum als unnötig teure und unpraktische

Lösung kritisierte.30 Einen Gegenvorschlag Stempkowskis lehnte Strasser zunächst mit

dem Hinweis auf die Notwendigkeit von grossen Oberlichtern für den Präpariersaal ab.

Erst ein auf Betreiben von Auer bei dem Wiener Institutsdirektor Carl Toldt eingeholtes

Gutachten, das die Ansicht Strassers widerlegte, führte zur Annahme von Stempkowskis

Entwurf. Der Grundriss zeigt ebenfalls deutliche Übereinstimmungen mit dem Wiener Bau, wobei das anatomische Theater in Bern an den rückseitig die Vierflügelanlage

abschliessenden Trakt angefügt ist. Franz Stempkowski, Projekt für ein Anatomie­gebäude, 1895, Grundriss und Schnitt durch den Längstrakt (StAB AA III 763-11)

23


24

erste institutsbauten

Friedrich Bluntschli und Georg Lasius, Neues Chemiegebäude für das Eidgenössische Polytechnikum, Zürich, 1884–1886, um 1889

Um die Ensemblewirkung der Baugruppe zu steigern, wurden die Fassaden weitgehend einheitlich gestaltet. Die Dekorformen beziehen sich auf die Renaissancearchi-

tektur. Über einem Sockel, dessen aus unregelmässig geformten ­Kalktsteinblöcken bestehende Verblendung der Architekt als «Cyklopenmauerwerk» bezeichnete, zeigen

sie Sichtbacksteinmauerwerk in Kombination mit Sandsteinelementen.31 Die Verwendung des unverputzten Backsteins begründete Stempkowski für das Chemische

­Laboratorium nicht nur mit den geringeren Kosten, sondern auch ganz praktisch mit dem Hinweis auf die grosse Zahl der notwendigen Abzugsschächte, die bei einem

Hau- oder Bruchsteinmauerwerk zu instabilen Mauern führen könnten. 32 Das Material galt seit der Renaissance allgemein als kostengünstige Alternative zu dem als hochwertiger eingestuften und deshalb bevorzugten Haustein.33 Aus Backstein

­bestehende Wandflächen verschwanden in der Regel hinter vorgeblendeten Steinplatten oder einer Putzschicht, deren Farbfassung vielfach ein Quadermauerwerk

vortäuschte. Die von Architekten wie Heinrich Hübsch oder Gottfried Semper schon

in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgetragene Kritik an dieser als «unwahr»

bezeichneten Praxis, führte allerdings nicht unmittelbar zu einem grundlegenden

Wandel im Einsatz des Ziegelmauerwerks.34 Karl Friedrich Schinkel errichtete mit der

Bauakademie in Berlin (1832 – 1836) zwar einen im Sinne der Forderung nach Konstruktions- und Materialgerechtheit modernen, gleichwohl repräsentativen Nutzbau

in Sichtbackstein und leitete damit ein Revival des Materials bei ö≠entlichen Bauten

ein.35 Doch hatte dies keinen direkten Einfluss auf das Baugeschehen in der Schweiz.

Unverputzte Ziegelfassaden traten hier im 19. Jahrhundert zunächst fast ausschliesslich an Industriebauten in Erscheinung. Abgesehen von Einzelbeispielen, wie dem an

Schinkels Bauakademie orientierten Schulhaus von Alexander Koch in Frauenfeld

(1876 –1878), entstanden erst nach 1890 vermehrt Schul- und Wohngebäude in Sichtbackstein. Die dann rasch einsetzende, enorme Verbreitung ist sicher auch eine

Folge der in den achtziger Jahren erreichten Verständigung auf ein Normmass bei der ­maschinellen Ziegelfabrikation.36

Die ersten anspruchsvolleren Gebäude mit entsprechenden Fassaden stiessen aller­

dings vielfach auf Kritik und Unverständnis. Die Kommentatoren des 1886 errichteten

Franz Stempkowski, Anatomisches Institut der Universität Bern, 1896 –1898, Mittelpavillon der Fassade zur Bühlstrasse


erste institutsbauten

neuen Chemiegebäudes für das eidgenössische Polytechnikum konstatierten noch einhellig, dass «der Ziegelbau der Stadt Zürich nicht eben zur Zierde gereiche».37 In ihrer

Erwiderung begründeten die Architekten Friedrich Bluntschli und Georg Lasius den

weitgehenden Verzicht auf Haustein ausdrücklich mit dem Hinweis auf ihr Verständnis der Bauaufgabe, die einen kostengünstigen Nutzbau und kein architektonisches

­Monument erfordere: «das Aeussere ist und soll nichts Anderes sein als der architectonische Ausdruck des Innern; er ist, wie schon bemerkt wurde, eben eine monumentale

Fabrik.»38 Allerdings blieben sie dieser Auffassung nicht in voller Konsequenz treu. Schon das unmittelbar darauf, 1887–1890 entstandene Zürcher Physikgebäude kommt mit

seinen wieder stärker mit Sandsteinelementen im Stil der Neorenaissance bereicherten Backsteinfassaden der Kritik entgegen.39

Vor dem Hintergrund der in Zürich geführten Diskussionen sind auch Stempkowsiks

Berner Institutsbauten zu verstehen. Sie folgen dem Prinzip einer Kombination des zu-

nächst vor allem für einfache Nutzbauten verwendeten Materials mit in Sandstein ausgeführten architektonischen Würdeformen. Dabei wird klar zwischen den niedrigeren

Flügelbauten und den Hauptfassaden der Pavillons unterschieden. Letztere erscheinen

deutlich reicher mit klassischen Elementen aus dem Repertoire der Renaissancearchi-

tektur instrumentiert.

Stempkowski hat in seiner Kritik an den von Tièche vorgelegten Entwürfen für die

Institutsbauten mehrfach seine Vorstellung einer von funktionalen Gesichtspunkten geprägten Bauaufgabe deutlich gemacht: «Es kann sich somit bei derartigen Bauten

nicht um die schnelle Anfertigung eines in ästhetischer Hinsicht bestechenden, schön

ausgestatteten Projektes, sondern vielmehr darum handeln, ein brauchbares, den finan-

ziellen und örtlichen Verhältnissen entsprechendes, zweckmässiges, praktisches und in Franz Stempkowski, Chemisches Laboratorium der Universität Bern, 1891–1893, Südostfassade (StAB AA III 796-4)

jeder Hinsicht durchdachtes Projekt zu liefern.» 40 Dennoch machte er nicht den Versuch, eine «monumentale Fabrik» zu errichten, wie dies Bluntschli und Lasius mit dem Zürcher

Chemiegebäude getan haben. Vielmehr wollte der Berner Kantonsbaumeister o≠en­

sichtlich keine Gebäude im «Fabrikenstil» errichten, vor dem bereits sein Amtsvorgänger

25


26

erste institutsbauten

Friedrich Salvisberg in seinen 1870 publizierten Erläuterungen zu den «Normalien für

Schulgebäuden» eindringlich gewarnt hatte.41 Hob Salvisberg die Bedeutung ö≠entlicher Bauten als «Zierde eines Landes» und Zeugnis eines «praktischen und patriotischen

Sinnes» hervor, so betonte Stempkowski die Notwendigkeit einer schönen Gestaltung, damit «solche ö≠entlichen Gebäude sich abheben, hervorragen».42 Um dies zu erreichen,

werden die Universitätsinstitute als Solitäre freigestellt und mit «Brique et pierre»-

Fassaden im Stil der Neorenaissance ausgeführt. Die Wahl des Backsteinmaterials erwies

sich nicht zuletzt aufgrund der zu erzielenden Farb­akzente als idealer Kompromiss zwischen Einfachheit und ästhetisch ansprechender Gestaltung.

Unmittelbar vergleichbar erscheinen die zeitlich parallel, zwischen 1891 und 1895

entstandenen Gebäude der Tierarzneischule.43 Die von Otto Lutstorf konzipierte Anlage

auf dem Engehalde-Areal bildete einen eigenständigen Komplex von um einen zentralen Hof gruppierten Bauten, die mit Ausnahme der Anatomie in Teilen erhalten geblieben

sind (Kat.-Nr. 5). Vor allem das Anatomiegebäude zeigte mit dem seitlich angeschobenen,

halbkreisförmigen Hörsaal und den grossen Fensterflächen des nach Norden ausgerich-

teten Sezierpavillons eine funktional bestimmte Struktur, vergleichbar mit dem alten Physikalischen Institut.

Für den einheitlichen Gesamteindruck des Ensembles sorgten die polychromen

­Fassaden, die wie die zeitgleich entstandenen Institutsbauten am Bühlplatz alle Sichtbackstein in Verbindung mit Sandsteinelementen zeigten. Auffällig erscheint die unmittelbare Kombination der unterschiedlich farbigen Materialien im Bereich von Kanten­ rustizierungen, Fensterbögen oder der Dekoration des Haupteingangs, wo figürliche

Terrakottaelemente eine in Sandstein ausgeführte Wappenkartusche Rahmen. Deutlicher

als bei den Bauten Stempkowskis wird hier auf abwechslungsreiche Farbwerte gesetzt, wie sie spätestens seit der Pariser Weltausstellung von 1878 auch von den Architekten der Ecole des Beaux-Arts gerne zur Bereicherung von Fassaden genutzt ­wurden. Diese

­Auffassung vertritt beispielhaft das 1877/78 entstandene Gebäude der Ecole des arts décoratifs in Genf von Henri Bourrit und Jacques Simmler.44

Innerhalb der Berner Baugruppe war eine klare hierarchische Abstufung feststellbar.

Die gesta≠elten Schopfwalmdächer setzten das Stallgebäude deutlich von den übrigen

Häusern ab. Der Nutzung entsprechend gri≠ man hier Formen der ländlichen ­Architektur

auf.45 Die höherrangigen Gebäude wurden demgegenüber vermehrt mit aufwendigen

Gliederungselementen aus Sandstein ausgestattet. Die Eingangssituation des Verwal-

tungsbaus zeugt noch immer von der punktuell reichen Instrumentierung. Der ­schmale

Balkon über dem Portal und der Giebelaufsatz verleihen dem Gebäude, das wie die

Anatomie durch das zentrale Bernerwappen deutlich als Staatsbau gekennzeichnet ist, repräsentativen Charakter.

Mit ihrer Dekoration im Stil der Neorenaissance folgen die Berner Beispiele einem

seit den 1880er Jahren allgemein feststellbaren Trend im Institutsbau. Entgegen der

auch im Hinblick auf eine grössere Flexibilität mehrfach geforderten Einfachheit ent-

standen etwa mit dem Physikgebäude in Graz oder den Institutsbauten von Hermann

Eggert für die Universität Strassburg palastartige Prachtbauten.46 Die aufgrund ihrer

Sichtbacksteinfassaden gut mit den Berner Lösungen vergleichbaren Institute für ­Chemie, Physik und Physiologie von Josef Durm in Freiburg im Breisgau (1880 –1890)

kennzeichnet eine ganz ähnliche Instrumentierung, wie sie auch das bereits genannte

Zürcher Physikgebäude von Bluntschli und Lasius zeigt.47 Diesen gegenüber bleibt die Aus-

Otto Lutstorf, ehem. Tierspital der Universität Bern (Uni Engehalde), Hauptgebäude, 1891–1895, Portalrisalit


erste institutsbauten

stattung mit architektonischen Würdeformen in Bern ­punktueller, so dass die Zwischenund Seitenflügel beziehungsweise Nebengebäude deutlicher als in ihrem gestalterischen

Aufwand reduzierte Zweckbauten in Erscheinung treten. ­Besonders für diese Teile passt

die Einschätzung Stempkowskis, der zur äusseren Gestaltung seiner Bauten am Bühl-

platz bemerkte, sie sei «der abgelegenen Lage und der Umgebung entsprechend, sehr einfach».48

Neugestaltung und Umnutzung bestehender Bauten

Alle im 19. Jahrhundert entstandenen Institutsgebäude für die Berner Universität zeugen

von dem Bestreben, ihnen als ö≠entliche Bauten repräsentative Gestalt zu verleihen.

Neben den funktionalen Aspekten spielte ein würdiges Erscheinungsbild die entscheidende Rolle. Dafür war mit der Backstein-Haustein-Architektur als einer Spielart der

Neorenaissance der adäquate Ausdruck gefunden. Der gleiche Anspruch ist aber auch

bei der Umnutzung und teilweisen Neugestaltung bereits bestehender Bauten fest-

zustellen.

Die Umbauten im ehemaligen Franziskanerkloster als zentralem ­Hochschulgebäude

betrafen schon früh nicht allein funktionale Aspekte. Gelang es zunächst nicht, einen Neubau zu realisieren, so konnte 1864 zumindest der ehemalige Antikensaal in eine

repräsentative Aula verwandelt werden. Karl Gabriel Haller hatte den Raum 1808 –1810 Bern, Alte Hochschule, Ansicht der Aula mit Blick auf die nördliche Stirnwand, Fotografie um 1902

für die Gipsabgusssammlung der Akademie konzipiert.49 Mit dem mächtigen, kassettier-

ten Tonnengewölbe nahm er dabei unmittelbar auf Ideen der sogenannten Revolu­ tionsarchitektur der Zeit um 1800 Bezug, wie sie Entwürfe von Etienne-Louis Boullée

und Friedrich Weinbrenner zeigen.50 Mussten die Abgüsse antiker Skulpturen auch

27


28

erste institutsbauten

weichen, so zeigte sich die neue Wanddekoration von 1864 in klassizistischen Formen deutlich dem Vorbild der Antike verpflichtet. Die starke Farbigkeit des Dekors und die

als weisse Einzelfiguren vor dunkelrotem Grund erscheinenden Götterdarstellungen re-

zipierten pompejanische Wandmalerei. Mit der Neugestaltung wurde ein Ort gescha≠en,

an dem sich die Universität bei feierlichen Anlässen als Institution der Ö≠ent­­lichkeit prä-

sentieren konnte. Der Antikenbezug verwies direkt auf die neuhumanistischen Ideale, die seit der Universitätsgründung auch in Bern eine zentrale R ­ olle spielten.

Als prominentes Beispiel für die Umnutzung eines älteren Bauwerks für ­universitäre

Zwecke sei abschliessend auf die ehemalige Kavalleriekaserne am Bollwerk hingewiesen,

die ab 1874 das Chemische Laboratorium und in den neunziger Jahren das Pharmazeu-

tische, Zoologische und Geologisch-mineralogische Institut beherbergte.51 Der fortan

als «Institutsgebäude der Hochschule» bezeichnete, dreigeschossige Bau passte mit

seinem flachen, giebelbekrönten Mittelrisalit gut in die damals herrschende Vorstellung

eines durch zurückhaltend eingesetzte Würdeformeln als ö≠entliches ­Gebäude gekenn-

zeichneten Hochschulbaus, wie sie in den zeitgleich entstandenen Neubauten auf dem Inselareal, am Bühlplatz und in der Engehalde zum Ausdruck kam.52

Das eingangs zitierte Album von 1896 zeigte folgerichtig die Fassade der ehemaligen

Kavalleriekaserne genauso wie die des Naturhistorischen Museums der ­Burgergemeinde,

das nicht direkt zur Universität gehörte, aber als Studiensammlung von deren Angehö-

rigen genutzt werden konnte.53 Die Tatsache, dass der Museumsbau von Albert Jahn

Bern, Alte Hochschule,

nochmals die mit der Publikation verbundenen Intentionen: Ganz o≠ensichtlich sollten

Südwand mit Ausblick zu den Alpen, 1864

(1878–1881) zwischen den Universitätsinstituten und Kliniken vertreten war, unterstreicht

Entwurf für die Wanddekoration der Aula,

möglichst repräsentative Bauten vorgeführt werden. Nicht nur das vorgelegte Buch

(StAB AA Bern-Stadt 59-4)

sollte, wie von Albert Gobat im Vorwort betont, als «Denkmal» der staatlichen Bemühungen um Wissenschaft und Heilkunde verstanden werden, sondern vor allem die

darin präsentierten ö≠entlichen Gebäude.54 Sowohl die bauliche Entwicklung der

Universität bis 1896, als auch das damals vorgelegte Album spiegeln deutlich den An-

spruch des Kantons Bern wider, sich mittels der Bildungsbauten wirkungsvoll als dem Gemeinwohl verpflichteter Auftraggeber in Szene zu setzen. Markus Thome

anmerkungen 1

Institute der Universität Bern 1896.

2 Zitat aus dem Vorwort von Erziehungsdirektor Gobat, in: Institute der Universität Bern 1896, o. S.

9 Erwin Huwyler, Vom alpinen Blockbau zum «Chalet suisse». Klischees und Ideologien, in: Heimatschutz/Sauvegarde Nr. 1, 2004, S. 8– 10. 10 Von Tiedemann 1888, S. 420–432; Murken 1988, S. 103–107.

3 Explizit formuliert bei Junk 1888, S. 101– 103 und S. 138–139.

1 1 Junk 1905, S. 202 –235.

4 Junk 1888, S. 137; Schmitt 1888, S. 161.

12 Die von August Eggimann und Eduard von Rodt im November 1873

5 Boschung u.a. 1989, S. 26 –31.

vorgelegten Skizzen eines doppelstöckigen Hauptbaus mit zwei ein-

6 Hofer 1947, S. 276; Hochschulgeschichte Berns 1984, S. 738.

geschossigen Flügeln erschienen wie das zur Verfügung stehende

7 Vgl. etwa die im Handbuch der Architektur im Hinblick auf Physika-

Areal der alten Sternwarte zu klein, eine gesonderte Unterbringung

lische und Chemische Institute formulierten Anforderungen: Junk

der Chemie zudem wegen der bei Experimenten auftretenden Gase

1888, S. 103–134; Schmitt 1888, S. 160 –231. 8 Hochschulgeschichte Berns 1984, S. 424.

wünschenswert, StAB BB X 748. Dazu auch Hochschulgeschichte Berns 1984, S. 741.


erste institutsbauten

1 3 Aimé Forster, Plan für die Umwandlung der Berner Sternwarte in ein

37 Zitat nach: Friedrich Bluntschli und Georg Lasius, Die Architectur des

tellurisches Observatorium (Jahresbericht über die meteorologischen

Chemiebaues vom Standpunkt der bauleitenden Architecten, in:

Beobachtungen der Sternwarte zu Bern für das Jahr 1873), Bern

Schweizerische Bauzeitung 9, 1887, S. 154–155, hier S. 154.

1874.

3 8

1 4 Vgl. Briefe und Berichte Forsters von Mai bis November 1875, StAB BB X 748. 1 5 Junk 1905, S. 216 –218.

Altmann, Physikgebäude, in: Hochschulstadt Zürich 2005,

S. 165– 167. 40 Brief Stempkowskis an die Baudirektion vom 30. Oktober 1890,

16 Nägelke 2000, S. 52 – 54. 1 7 Staub 2002.

Ebd., S. 155.

3 9 Bernd

StAB BB X 716. 41 Friedrich Salvisberg, Erläuternder Text zu den Normalien für Schul-

1 8 Von Tiedemann 1888, S. 391 –392; Nägelke 2000, S. 356.

gebäude, Bern 1870, S. 103.

1 9 Schon Kocher hatte in seinem Bauprogramm für das Pathologische

42 Ebd., S. 109. Zitat von Stempkowski aus einem Brief an den Baudirek-

Institut eine «Stellung so nahe wie möglich gegen den Friedhof»

tor vom 14. März 1891, StAB BB X 716, 1891 –1457 a. Darin geht es vor

gefordert. Zitat nach Staub 2002, S. A–42.

allem um den für eine repräsentative Wirkung notwendigen Abstand

2 0 Rennefahrt/Hintzsche 1954, S. 140 –143; zur wirtschaftlichen ­Situation

des Kantons Pfister 1995, S. 343–344.

zu Nachbargebäuden. 43 Die veterinärmedizinische Lehranstalt war mit Gründung der Uni-

2 1 Zitat nach Rennefahrt/Hintzsche 1954, S. 142.

versität zunächst als «thierärztliche Abteilung» der medizinischen

22 Pfister 1995, S. 344–345.

Fakultät angegliedert worden, hatte aber 1868 den Status eines

23 Brief von Rossel und Kostanecki an die Erziehungsdirektion vom

Hochschulinstituts verloren und konnte diesen erst 1900 o≤ziell

29. Dezember 1890, StAB BB X 716. 2 4 25

wieder gewinnen, als sie als eigenständige Fakultät erneut in die

Vgl. hierzu Briefwechsel und Stellungnahmen im Zeitraum von Oktober

Universität einbezogen wurde. Hochschulgeschichte Berns 1984,

bis Dezember 1890, StAB BB X 716.

S. 680–682.

Nägelke 2000, S. 310–311.

2 6 Auf

44 Neben unterschiedlich farbigem Ziegel und Haustein kamen hier

der Grundlage von Kroneckers Programm entwickelte Adolph

zusätzlich polychrome Marmorplatten zum Einsatz. David Ripoll,

Tièche einen ersten Entwurf, den Stempkowski in einem Brief an die

L’École des arts décoratifs Boulevard James-Fazy 15, in: Winiger-Labuda

Baudirektion vom 16. Januar 1891 heftig kritisierte. Seinen Gegen­ vorschlag unterstützte ein Gutachten von Hans Wilhelm Auer, StAB

u. a. 2001, S. 262 –266. 45 Eine vergleichbare Dachform zeigte schon der 1826 errichtete Vor-

BB X 716. 27 Vgl. hierzu die Beispiele bei von Tiedemann 1888, S. 373 und 375– 382.

gängerbau an gleicher Stelle, Schatzmann u. a. 2004, S. 25–28. 46 Zu Graz: Junk 1888, S. 146 –148; zu den Strassburger Institutsbauten:

In Bern fiel der Erker späteren Umbauten zum Opfer.

Nägelke 2000, S. 445–448. Der Begri≠ «Prachtbauten» schon bei

2 8 Für den Hinweis auf das Aktenkonvolut im Staatsarchiv (StAB BB X 716)

Schmitt 1888, S. 159, vgl. dazu die Kritik von Bluntschli und Lasius (wie

danke ich Simon Berger, der mir freundlicherweise seine BachelorArbeit zum Berner Anatomiegebäude zur Verfügung gestellt hat. 2 9 Von Tiedemann 1888, S. 360– 363. 3 0 In

Anm. 37), S. 155. 47 Nägelke 2000, S. 310–313. 48 Franz Stempkowski, Chemisches Laboratorium, in: Institute der Uni-

Stempkowskis Bericht an die Baudirektion vom 30. Oktober 1890

versität Bern 1896, S. 10–12, hier S. 10.

heisst es: «So fassen wir denn doch die Stellung eines Architekten

49 Hofer 1947, S. 276 und 282 –284; Sandor Kuthy, Einleitung, in: Die

nicht auf, dass er nur dazu da ist, um eine flüchtige Skizze des Insti-

Bernische Abgusssammlung, Kat. Kunstmuseum Bern und Archäo-

tutsdirectors, der sich ja keine richtige Vorstellung über die constructiven und sonstigen Schwierigkeiten machen kann, einfach kopirt.»

logisches Seminar der Universität Bern, Bern 1976, S. 7–17. 5 0 Wulf

StAB BB X 716. 31

Franz Stempkowski, Chemisches Laboratorium, in: Institute der Universität Bern 1896, S. 10–12, hier S. 10.

Schirmer, Grosse kassettierte Tonnengewölbe. Römische Ent-

würfe und ihre Bedeutung im Werk des Autodidakten Friedrich Weinbrenner, in: Revolutionsarchitektur 1990, S. 48–59. 51

Das 1749–1753 erbaute Artilleriezeughaus hatte 1856 dem ersten Per-

32 Ebd., S. 11. Das gleiche Argument führen auch Friedrich Bluntschli und

sonenbahnhof weichen müssen und war, um ein Stockwerk erhöht,

Georg Lasius als Begründung für das Sichtbacksteinmauerwerk des

ein Stück weiter nördlich vor dem westlichen Wachhaus des Aarber-

33 3 4

Chemiebaus in Zürich an, vgl. Friedrich Bluntschli und Georg Lasius,

gertors wieder errichtet worden. Seine Funktion als Standort natur-

Die Architectur des Chemiebaues vom Standpunkt der bauleitenden

wissenschaftlicher Institute behielt das 1965 im Zuge des Bahnhof-

Architecten, in: Schweizerische Bauzeitung 9, 1887, S. 154–155.

neubaus abgerissene Gebäude bis 1931, als die Institutsneubauten

Kramel 1984, S. 3–5; Abri 1992, S. 51– 52.

von Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl an der Baltzerstrasse

Hammer-Schenk 1985, S. 91– 98. Zu Hübsch darüber hinaus: Walther

(Kat.-Nr. 10) bezogen werden konnten. Hofer 1947, S. 238–244; Hauser/

2004, S. 176 –178.

Röllin 1986, S. 461.

35 Klinkott 1988; Abri 1992.

52 Institute der Universität Bern 1896, S. 92.

36 Birkner

53 Institute der Universität Bern 1896, S. 76.

1975, S. 15 und S. 116 – 118; Bernd Altmann, Chemiegebäude

­( heute Studentische Organisationen), in: Hochschulstadt Zürich 2005, ­S.159– 161, hier S. 160.

5 4

Zitat aus dem Vorwort von Erziehungsdirektor Gobat, in: Institute der Universität Bern 1896, o. S.

29


262

Namensregister

Kursiv gesetzte Zahlen verweisen auf Abbildungen.

A

Aebi, Thomas 99 Aeppli, Willy 232

Burckhardt, Lucius 66, 66, 84,

Fietz, Hermann 73, 79, 194,

Gull, Gustav 42

Gut, Marcel 85

86, 95

195, 234, 239

Burgdorfer, Ernst 141

von Fischer, Henry Berthold 131

Gutbier, Rolf 77

Bürgi, Walter 130, 132

Fischer, Ludwig 137, 139

von Gunten, Walter 70, 70

Butin, Hubertus 100

Fischer, Theodor 240

C

Förderer, Walter Maria 70, 71

H

Aeschbacher, Hans 187

von Allmen, Rolf 214, 217, 233

Camenzind, Alberto 85, 85, 95

Amiet, Cuno 93, 202, 202

Candilis, Georges 88

Ammon, Markus 232

Catella, Edouard 85

Anderegg, Ernst E. 182

Ciavi, Erich 156

André, Gaspard 35, 35

Clémençon, Pierre 90, 91, 91, 92,

Andres, Hans 133, 137

Aregger, Hans 86, 88

Clénin, Walter 47, 98, 99, 99,

Ataria, Paul 51, 54, 54

100, 103, 111, 112, 157, 161, 163,

Auer, Hans Wilhelm 21, 23, 29,

164, 164, 165

Gaberels, Rudolf 57

Haller, Karl Gabriel 27

Cocchi, Guido 84, 85

Gantner, Joseph 54

von Hasenauer, Carl 36

Consolascio, Eraldo 212, 213,

Gell-Mann, Murray 188

Hauenstein, Erich 85

Gerber, Kurt 236

Häusler, Friedrich 58, 58

Costa, Lúcio 83

Gerber, Rolf 76, 196

Hebler, Gottlieb 131, 132, 133,

Curjel, Robert 31, 33, 37, 38, 38,

Gerber, Samuel 232

Gerster, Albert 210, 210, 219,

Helfer, Eduard 72, 79

Hentrich, Helmut 82, 82

41, 42, 42, 240

Avanzo, Dominik 23, 23

B

Ballardini, Romeo 92, 93 Balogh, Istvan 192, 193 Baltzer, Friedrich 169

93, 205, 207, 233,

133, 232

39, 48, 166, 197, 237 D

Behrens, Peter 39, 61

Bernhard, Oskar 56

Dähler, Johann Carl 137, 139,

Bétrix, Marie-Claude 212, 213, 232

Beyeler, Hanns 179, 232, 233

Damschen, Karl 235

Bezençenet, Louis 40, 45

Döcker, Richard 56, 56, 57, 63

Blondel, Jacques François 238

Dorer, Otto 45

Bluntschli, Friedrich 24, 25, 26,

Durheim, Carl 31, 135

Dürrenmatt, Ulrich 46

29, 31, 33, 36, 36, 48

Bodmer, Paul 164 Boller, Reto 193 Bösiger, Walter 55, 163, 164, 170 Boullée, Etienne-Louis 27 Bourbonnais, Alain 235 Bourrit, Henri 26, 40 Brechbühl, Otto 12, 29, 51, 55,

57, 57, 58, 59, 59, 60, 61, 67, 73,

75, 93, 166, 167, 169, 170, 173,

176, 177, 178, 179, 194, 198, 199,

212, 233, 234, 237

232, 239

Dusillon, Pierre-Charles 237

Forster, Aimé 19 Frisch, Max 66, 66, 67, 84 von Frisching, Friedrich 142 Fritz, Erwin 232 Füchslin, Adolf 45 Füeg, Franz 69, 69 Furrer, Bernhard 175 G

233, 234

Haberer-Sinner, Otto 43, 44, 44,

45, 49, 160

Hahnloser, Hans R. 98, 112, 201 Haefeli, Max Ernst 51, 239 Häfliger, Beat 215, 217, 233 Hänni, Karl 217 von Haller, Albrecht 161 Haller, Bruno 69 Haller, Fritz 69

134, 234, 237

Giauque, Elisabetz 136, 187

Herren, Daniel 90, 91, 91, 92, 93,

Giedon, Sigfried 51

Giger, Hans 188

Herter, Hermann 42

Girardet, Alexandre 40, 45

Hesterberg, Rolf 232

Giuliani, Lorenzo G. 114, 125,

Hettich, Urs 207

Hitz, Roland 214, 217, 235

233, 213

205, 207, 234

Gloor, Walter 133, 137

Hitzig, Friedrich 33

Gobat, Charles Albert 21, 28, 31,

Hodler, Alfred 20, 20, 30, 33, 33,

45, 46, 49

34, 39, 39, 40, 41, 42, 43, 45,

Gohl, Theodor 40, 40

154, 155, 157, 157, 159, 161, 163,

Eggert, Hermann 26

Gonthier, Alain 94, 94, 210, 211, 233

234, 235

Eggimann, August 19, 19, 20, 28

Gonthier, Regina 94, 94, 210,

Hodler, Ferdinand 99

Eichenberger, Hektor 205, 207

Hoesli, Bernhard 233, 237

Eichenberger, Werner 205, 207

Graf, Hanswalter 179, 179

Hofmann, Gody 207

Einstein, Albert 188

Grand, Heinz 188

Hofmann, Hans 65, 66

Elsaesser, Martin 60

Grandjean, Sonja 154, 156, 233

Höger, Fritz 60

Epitaux, Georges 58, 58, 63

Grandjean, Urs 154, 156, 233

Honegger, Denis 62, 170

van Eyck, Aldo 85

von Greyerz, Hans 184

Hönger, Christian H. 114, 125,

Gropius, Martin 33

Gropius, Walter 51, 83, 169

Horlacher, Charles 86

Grunder, Mariann 96, 105, 105,

Hostettler, Hans 232

Huber, Thomas 107, 109, 110,

E

F

Brocher, Jacques Louis 234

Brönnimann, Arnold 214, 233

Fahrenkamp, Emil 61

Brugger, Frédéric 85

Fahrni, Otto 179, 181, 233

Bucher, Kamenko 179, 180, 240

von Ferstel, Heinrich 35

211, 233

148, 149

Grützner, Peter 130, 132

223, 224, 233

110, 111


namensregister

Huber, Uli 235

Lasius, Georg 24, 25, 26, 29

Hübsch, Heinrich 24

Laugier, Marc-Antoine 142

Nervi, Pier Luigi 83

Risch, Martin 56, 56

Le Corbusier 51, 52, 65, 75, 75,

Netzhammer, Ives 173

von Rodt, Eduard 19, 19, 20, 28,

Niemeyer, Oskar 83

Lefuel, Hector M. 40

Niv, Amnon 82

van der Rohe, Ludwig Mies 83

Liechti, Hans-Peter 232

Nöthiger, Wilhelm 232

Roller, Christian Fr. Wilhelm 134

I

Imhoof, Samuel Jakob 240 Indermühle, Karl 59, 201, 234 Ingold, Otto 157, 163, 164, 234 Itten, Jokob 73, 194, 222, 233, 234

J

201, 232, 237

Lienhard, Hansrudolf 72, 79 Lischetti, Carlo 99, 100, 100 Lissitzky, El 51

N

O

Oncken, August 45, 49 Opladen, Heinrich Maria 162

Richter, Max 85

132, 136, 236

Roller, Robert 237 Roost, Andrea 77, 77, 90, 91, 92,

93, 93, 172, 198, 199, 200, 205,

207, 233, 237

Jaar, Alfredo 110

Loosli, Heinz Hugo 188

Jahn, Albert 28

De Loriol, Roland 86

Jakob, Peter C. 232

Lory, Carl Ludwig 166

Jeanneret, Pierre 52

Lucae, Richard 33

Jenner, Johann Jakob 238

Luginbühl, Bernhard 135, 135

Joos, Eduard 30, 33, 33, 34, 39,

Lüscher, Max 193

39, 40, 41, 42, 43, 157, 157, 159,

Lutstorf, Otto 144, 145, 145, 146,

163, 234, 235

Paris, Pierre Adrien 36

von Rütte, Friedrich Ludwig 39,

Pelli, Cesar 234

142, 144, 235, 237

S

Jordi, Beat A.H. 142, 235 Josic, Alexis 88 Jost, Eugène 40, 45, 45, 46 Juvet, Henri 31, 32, 33, 36, 37, 37,

38, 39 K

147, 147, 235 M

Maillart, Robert 140 Maillol, Aristide 188 Mallwitz, Hans 61 Marek, Raoul 106, 106, 107, 156 Matti, Bernhard H. 67, 176, 214,

Opladen-Oberli, Franzsika 162 Osborn, Max 59 Ostendorf, Friedrich 220, 220 Oswald, Franz 189, 191, 236 Otto, Rolf G. 70, 71 P

Pereda, Raimondo 140 Perincioli, Etienne 140 Perret, August 62 Petschnigg, Hubert 82, 82 Pfister, Otto 179, 182, 236 Pfister, Werner 179, 182, 236

Rossel, Arnold 22 Rossi, Aldo 232 Roth, Emil 51 Rüegg, Arthur 235 Ruegg, Ilona 107, 107 Ruprecht, Fritz 112, 163, 164

Saarinen, Eero 83 Sagebiel, Ernst 61 Salvisberg, Friedrich 18, 26, 137,

138, 139, 214, 214, 215, 237, 239

Kahn, Albert 60

Kahn, Louis 237

Matti, Toni 235

Kasthofer, Karl Albrecht 109

Mauderli, Sigmund 181

Kazis, Nicolas 235

May, Ernst 60

Keil, Ignaz 132

Mendelsohn, Erich 52, 58, 61, 241

Kidder Smith, George Edward 66

Messel, Alfred 39

Klauser, Hans 240

Meyer, Beat 162

Klinger, Max 164

Meyer, Hannes 51, 52

Koch, Alexander 24

Meyer, Julius 34

Rainer, Roland 83

Schäfer, Otto 56, 56

Kocher, Theodor 142, 175

Meyer, Peter 41, 59, 62, 63

Ragaz, Silvio 214, 216, 235

Schenk, Kurt 145, 147, 238

Koesler, Yaakov 82

Moser, Karl 31, 33, 37, 38, 38, 39,

Raschdorff, Julius 33

Schenk, Sylvia 145, 147, 238

Kohler, Hanna 219, 221, 235

48, 51, 54, 166, 167, 168, 197,

Re, Edward D. 104

Schinkel, Karl Friedrich 24, 36, 38

von Kostanecki, Stanislas 22

237, 239, 240

Recordon, Benjamin 37, 40

Schläfli, Ludwig 188

Kronecker, Hugo 23

Moser, Werner Max 239

Reese, Heinrich 36

Schlosser, Peter 232

von Mühlenen, Max Rudolf

Reifer, Rafael 82

Schmid, Laurent 102, 102, 103,

L

Labhardt, André 73 Lambert, André 236 Lange, Paul 23, 23 Langsch, Elisabeth 207, 209 Lanz, Alfred Karl 159 Lanz, Wilhelm 52

217, 235

Piguet, Gustave 101 Pinder, Wilhelm 61 Pini, Alfredo 232 Poelzig, Hans 52, 60, 61, 61 Probst, Werner 86 Pythoud, Jean 69, 69 R

Salvisberg, Otto Rudolf 51, 51,

52, 53, 53, 54, 54, 55, 55, 56, 57,

57, 58, 59, 59, 60, 61, 61, 62,

75, 166, 167, 168, 169, 170, 172,

173, 176, 177, 178, 198, 199, 201,

234, 236, 237

Sansano, Paula 120, 120 Schader, Jaques 69, 69, 186

Reinhard, Ernst 236

Müller, Hans-Chr. 233

Reinhard, Gret 68, 68, 72, 73, 74,

Schmid, Lorenz 130, 131

Müller, Maurice E. 219, 221

Schmidt, Hans 51, 54, 54

Mumprecht, Rudolf 188

Reinhard, Hans 68, 68, 72, 73,

Schmieden, Heino 33

Münch, Max 205

Schneider, Friedrich 20, 234

von Muralt, Alexander 57, 57,

Reis, Kotscha 103, 103, 104

Schneider, Fritz 154

Reusser, Gabi 211, 212

Schneider, Gottfried 205

160, 161

175

75, 184, 185, 187, 236 74, 75, 184, 185, 187, 236

112, 149

263


264

namensregister

Schnell, Samuel Ludwig 160

T

Z

Schnider, Albrecht 200

Taut, Bruno 52, 60, 61

Zaugg, Rémy 202

Schorderet, Bernard 85

Taut, Max 52

Zehender, Ludwig Emanuel 130,

Schürer, Max 179

Tavel, Ernst 154, 155

Schwaar, Walter 64, 70, 70, 71,

Thormann, Philipp 98

Zimmerreimer, Paul 237

Tièche, Adolphe 21, 23, 25, 29,

Zweifel, Jakob 79, 84, 85, 85, 95

Schwenke, Cindy 120, 120

Zwimpfer, Hans 70, 71

Seiler, A. 154

Tobler, Theodor 205, 209

Semper, Gottfried 24, 32, 32, 33,

Toldt, Carl 23, 153

Tralles, Johann Georg 180

189, 191, 238

34, 36, 44, 163

150, 234

Senn, Otto H. 83, 83

Trechsel, Johann Friedrich 181

Serra, Richard 104, 105

Tribolet, Johann Fr. Albrecht 134

Servandoni, Giovanni Niccolò 238 Siegel, Curt 77 Siegwart, Hugo 30

U

Usteri, Emil 48 V

Simmler, Jacques 26, 40

Soane, John 142

Venturi, Roberto 232

von Speyr, Wilhelm 135

Villanuevas, Carlos Raúl 83

Spigai, Vittorio 92, 93

Visconti, Louis T. J. 40

Sprüngli, Niklaus 130, 131, 238

Vogel, Hannes 187, 188, 188

Stadler, August 48

Volkart, Chr. 205

Stam, Mart 51

Volkart, Hans 66

Stämpfli, Jakob 32

Vuilleumier, Willy 140

Stapfer, Philipp Albert 160 Stehlin, Johann Jakob 18, 18, 19 von Steiger, Konrad 133, 135, 136,

137, 139, 167, 214, 239

Steiger, Rudolf 51, 73, 79, 195,

324, 239

Steiger-Crawford, Flora 239 Steinmann, George 17, 108, 108,

109, 109, 110, 111, 113, 218, 218

Stempkowski, Franz 21, 21, 22,

22, 23, 23, 24, 24, 25, 25, 26, 27,

29, 45, 137, 139, 150, 151, 239

Stettler, Eugen L. A. 201, 202 Stöcklin, Armin 33, 35, 35, 36 Strasser, Hans 23, 151 Strasser, Ulyss 72, 79, 233 Straub, Otto 52

W

Waag, Wilhelm 20 Warth, Otto 33 Weese, Arthur 163 Weiser, Armand 61 Weiss, Gian 179, 180, 240 Weiss, Hans 174, 240 Westheim, Paul 53 Widmer, Franz 240 Wilhelm, Günter 77 Witschi, Werner 288, 288 Wittwer, Hans 51, 52 Wolf, Paul 57 Woods, Shadrach 88 Wright, Frank Lloyd 233 Wyss, Robert 205, 207, 209 Y

Streit, Hans 174, 175, 175, 240

Studer, Friedrich 42

Yashar, Yizhak 82

von Stürler, Ludwig 234

Yaski, Avraham 82, 83

Surbek, Viktor 100, 101, 101, 102,

112, 178

131, 133, 240



Minta et al., Stadt Universität Bern