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Haubers Bergheu


Geld wie Heu

…so beschreibt eine Volksweisheit bäuerlichen Reichtum. Das mit dem Geld ist so eine Sache, aber Heu mit Reichtum zu verbinden ist richtig. Den Wert unseres Bergheus erleben wir in jährlichem Wechsel auf´s Neue: duftende Kräuter und Gräser, Leguminosen und Wildblumen – eine Augenweide in der Sonne unserer Bergwiesen. Unser Therapieheu kommt von der Sonnenhalde am Landhaus, vom Kuhhimmel und der Bergweide am Adlerhorst auf 980–1007 m über dem Meer. Diese Flurstücke sind am Südhang, der Sonne von morgens bis abends zugewandt. Seit 1984 nicht mehr gedüngt, bietet dort der Boden den mageren und kargen Nährstoffvorrat, den die Blumen und Kräuter schätzen. Für unser Therapieheu ernten wir immer nur den ersten Aufwuchs des Jahres – das Heu. Darin steckt die Kraft aus der Winterruhe der Natur. Die schönste Pracht, die meisten Samen und die duftendsten ätherischen Öle sind im ersten Aufwuchs enthalten. Die Sonne im Allgäu gibt sich zu dieser Zeit größte Mühe, die Südhänge zu erwärmen: Oberund Untergräser, Doldenblütler, der kleine Frauenmantel, Spitzwegerich, Löwenzahnblüte – alle sind sonnenhungrig und bekommen in der Zeit von Mai bis Juni Licht und Wärme zum Gedeihen. 2

Am Kuhhimmel Anfang Juni


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achdem wir unsere 27 Hektar Wiesen und Weiden bearbeitet haben, ernten wir die etwa 1,3 Hektar Therapieheu im vollreifen Zustand. Die meisten Kräuter und Gräser sind verblüht und haben reife Samen ausgebildet. Ein paar späte Margeriten verschönern uns zusätzlich die Erntearbeit. Wichtig ist die Vollreife nicht nur für den späteren Wirkwert unseres Bergheus in den unterschiedlichen Anwendungen im Spa, sondern auch für die Pflanzenvielfalt im Wiesenbestand. Zahlreiche Pflanzen sind „einjährig“, das heißt, ohne den Samen wachsen diese im nächsten Jahr nicht mehr. Ist das Heu vollreif und das Wetter einen Tag schön, mähen wir das Therapieheu mit einem alten, kleinen Handbalkenmäher. Schonend geschnitten legt der Mähbalken das Heu geordnet und flächig auf der 7 bis 9 cm hohen Stoppel ab. Der Fingerbalken des Handbalkenmähers mäht besonders hoch - dies gibt dem gemähten Heu eine luftige Trocknungsunterlage und es verhindert Verschmutzungen durch eventuelle Bodenunebenheiten.

Löwenzahn

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Spitzwegerich

Teufelskralle

Kleiner Frauenmantel

Arnika

Hornklee

Blutwurz


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ittags, so gegen halb zwei, wenden wir die Mähmaden mit dem Bandrechen, gezogen durch den alten 24 PS Fendt, Baujahr 1959, 1800 kg leicht und wendig. Der Fendt kam damals nagelneu auf den Hof und war noch nie woanders. Auf ihm habe ich mit 5 Jahren das Fahren gelernt. Nachmittags fassen wir das angewelkte Heu mit dem Bandrechen schonend zu Schwaden. Locker aufgeladen fahren wir mit dem Ladewagen zum Heustadel, wo das Heu mit der Heuzange in den Trocknungskasten gebracht wird. Hier ist es Martins Verantwortung, das Heu locker in Schichten zu verteilen, so dass die Luft vom Radialgebläse gut durchströmen kann. Das Heu hat nach nur einem Trocknungstag an der Sonne noch eine Restfeuchte von 40 bis 50%. Jetzt gilt es, die Konservierungsfeuchte von unter 10% Restfeuchte zu erreichen. Bei schönem Wetter reicht hierzu die trockene Außenluft dem starken Radialgebläse. Regnet es einmal, so helfen wir mit einem Warmluftofen nach. Nachts lassen wir den Heustock auf ca. 50 bis 55° C Fermentationswärme ansteigen. Dies fördert maßgeblich die heuduftbestimmenden Inhaltsstoffe und erleichtert das Trocknen. Nach ca. 5 Lüfttagen ist das Therapieheu lagertrocken und resch.

Von Menschen und Mäusen… Heute haben wir Gott sei Dank wieder genug Füchse, Dachse und Bussarde, die uns helfen, unsere Wiesen „maushaufenfrei“ und damit das Heu sauber zu halten. Früher war das anders – da mussten wir einmal selbst „mausen“, wie wir Allgäuer zum Mäusefangen auf der Wiese sagen. Man nimmt ein größeres Fass Wasser und lässt mit einem Schlauch am höchsten Punkt der Erdwohnung Wasser einlaufen. So kommen die Nager ans Tageslicht. Hat die mitgebrachte Katze dann keinen Hunger mehr, muss man selbst mit einer Schaufel ran und mit einem gekonnten Schlag die Maus erledigen. Da kann einen schon einmal das Jagdfieber packen, wenn man versucht die flinken Mäuse zu erwischen bevor sie im nächsten Loch wieder verschwinden – fast wie beim Golfen.

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ei schlechterem Wetter müssen wir anders verfahren. Dann kommen unsere Heureiter oder „Huinzen“, wie wir Allgäuer sagen, zum Einsatz. Diese Form der Heutrocknung ist eine sehr arbeitsintensive Methode, die heute kaum mehr verwendet wird. Die Huinzen bestehen aus einem Pfahl (etwa 2 m lang), der in den Boden eingeschlagen wird, und aus 3 bis 4 Querstäben, auf denen das Gras aufgehängt wird. Auf ihnen wird das lose Heu mit der Heugabel so gestapelt, dass sich die Schichten ähnlich wie Dachziegel überlappen. Die Konstruktion ist nicht überdacht, sorgt aber dafür, dass das Heu keine Bodenfeuchtigkeit aufnehmen kann und da sich die Heuschichten überlappen, tropft das Wasser ab und nur die Außenfläche wird nass.

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er Vorteil dieser halbtrockenen Erntetechnik liegt in der besonderen Heuqualität. Ein weiterer Tag Sonne würde das Chlorophyll des Heus stark bleichen – die schöne Farbe, aber auch Wirkstoffe im Heu gingen verloren. Außerdem zerbröckeln bei zu langer Darre an der Sonne die feinen Kräuterblätter wie z.B. Spitzwegerich oder Frauenmantel und bleiben auf der Wiese liegen. Mit diesem Ernteverfahren haben wir alles dort, wo es hingehört – die wirksamen Kräuter und Gräser in unserem Therapieheu und damit Erholung und Entspannung für Körper und Geist bei unseren Gästen. Somit schließt sich auch der Qualitätskreis. „Gerade im Winter, draußen schneeweiß und klirrend kalt, verführt uns eine duftende, warme Heupackung in den Allgäuer Bergsommer. Verzaubert durch die Fülle der Natur begegnet man dem wahren Reichtum – schöne Erinnerungen an früher, an die Kindheit, an die einfachen Dinge im Leben, die wir wieder aufmerksamer Wahrnehmen.“

Heusuppe mit Champagner

Zutaten für 4 Personen: 1 Hand voll frisches Haubers Bergheu 800 cl Gemüsebrühe 30 g Butter 45 g Mehl 100 cl Champagner 3 EL Zitronensaft 1 TL Zitronenschale abgerieben etwas Salz und schwarzer Pfeffer 1 Eigelb 150 g Crème double einige Salbei– oder Rotkleeblüten

Zubereitung: Das Heu mit der Gemüsebrühe aufkochen und zugedeckt etwa 15 Minuten ziehen lassen. Ein Sieb mit einem Küchentuch auslegen und die Brühe durchgießen. Für eine Mehlschwitze Butter im Topf bei guter Hitze schmelzen und aufschäumen lassen. Mehl dazugeben, erst glatt rühren, dann Brühe unter Rühren dazugießen, zum Kochen bringen und 15 Minuten bei milder Hitze zugedeckt köcheln. Champagner dazugießen und mit Zitronensaft, Zitronenschale, Salz und Pfeffer würzen. Eigelb in einer kleinen Schale erst mit Creme double verquirlen, dann etwas von der heißen Suppe dazurühren. Suppe vom Herd ziehen, dann die Eimischung unterrühren und nicht mehr kochen, damit das Ei nicht gerinnt. Suppe noch einmal mit Zitronensaft und -schale, Salz und Pfeffer abschmecken, in vorgewärmte Teller füllen, mit Salbeiblüten oder Rotkleeblüten garnieren und sofort servieren. Guten Appetit!

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Haubers Bergheu  

Was macht das Heu im Alpenresort Haubers in Oberstaufen so besonders? Erfahren Sie alles wichtige über unser Bergheu.

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