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30.07.—22.08. 2010

Reise nach China

     Reise 

Ta g e b u c h    

Freitag, 30.07.2010 

Lissabon nach Zürich. Wir    Eine Reise nach China ist  übernachteten in der Nähe  immer etwas aufwendig.  des Flughafens, um am  Unser erster Flug war von  nächsten Morgen das Flug‐ zeug nach Schanghai zu  nehmen.  Samstag, 31.07.2010 

1. Woche: Schanghai & Hangzhou

Reise nach China

Abendessen wurde serviert.  Danach hatten wir die Mög‐ lichkeit die Beine auszustre‐ cken und uns in den fast hori‐ zontalen Stühlen der Business  Class bequem zu machen und  zu schlafen. 

Gleich nach dem Start in  Richtung Osten, war es uns  klar, dass wir dem neuen  Tag entgegenflogen. Nach  einigen Stunden ging die  Sonne unter und das      Schanghai Busfahrt nach Hangzhou

 

Sonntag, 01.08.2010  Wir landeten am frühen Morgen und schritten noch schlaftrunken zum  Zoll. Nach den Einreiseformalitäten folgten wir der Ausschilderung zum  Busbahnhof im Flughafen.   Um zu den Bussen zu gelangen, mussten wir aus dem Flughafengebäude  auf den Busparkplatz gehen. Die Türen des Ausgangs öffneten sich und wir  wurden das erste Mal mit den doch et‐ was anderen Wetterkonditionen  kon‐ Hangzhou Kongresszentrum frontiert: heiße, stechende Sonne und  extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Wir nah‐ men den ersten Expressbus nach Hangzhou, eine Fahrt von drei Stunden, etwa 190 km  südwestlich von Shanghai entfernt. Hangzhou ist die Hauptstadt der chinesischen Pro‐ vinz Zhejiang und hat über 6 Millionen Einwohner. Hangzhou liegt an der Mündung des  Flusses Qiantang. In Hangzhou beginnt der Kaiserkanal, eine wichtige historische Verbin‐ dung in den Norden Chinas. Der Kanal endet in Peking. Hangzhou ist auch heute noch  eine wichtige Produktions‐ und Handelsstätte für chinesische Seide. Hier wollten wir die  1. Woche unseres China Urlaubs bleiben und zwar in der Wohnung von Ondina, einer  Freundin von Guida. Das Apartment befindet sich im 6. Stock des modernen Stadtteils  auf der anderen Seite des Qiantang Flusses. Am Busbahnhof in der Stadtmitte kauften  wir uns im ersten Laden eine chinesische Telefonkarte für das Handy und konnten damit  innerhalb von China sehr preiswert telefonieren. Das erste Gespräch führten wir mit  Hangzhou Blick vom Ondinas Mann Hsien, der im Apartment sein sollte. Apartment


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Hangzhou

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ten zu Fuß vom Apart‐ ment entfernt. Hier  gab es auch einige  Restaurants. Nach  dem Abendessen und  mit unserem Schlafde‐ fizit, gingen wir früh zu  Bett. Wir stellten die  Hangzhou Westsee

Hangzhou Fast Food Es stellte sich am Telefon her‐ aus, dass Hsien erst am Sonn‐ tagabend von einer Reise in  den Norden von China zurück‐ kommen sollte. Aber wir wa‐ ren unabhängig, Ondina hatte uns in Portugal den  Schlüssel vom Appartement gegeben. Dem Taxifahrer  zeigten wir den Zettel mit der Anschrift und vertrauten  uns ihm an. Nach ca. 40 Minuten brachte er uns ans  Ziel. Er schaffte es sogar bis ganz nahe ans Gebäude zu 

Klimaanlage  auf 24ºC,  sehr ange‐ nehm im  Vergleich zu  den 35ºC  draußen,  und fielen  ganz schnell in den Schlaf, der so  tief war, dass wir gar nicht hörten,  wie Hsien in der Nacht von der  Reise zurückkam.       Montag, 02.08.2010 

Hangzhou Westsee gelangen; es war zwar der  Hintereingang, aber so  konnte wir den Pförtner  umgehen und die lästigen  Fragen am Eingang. 

Hangzhou Kiosk

Jetzt hieß es erst einmal  den Proviant für eine Wo‐ che zu kaufen. Hsien, der  Hausbesitzer, hatte seinen  chinesischen Proviant im  Kühlschrank. Unseren  westlichen Proviant kauf‐ ten wir in einem Super‐ markt ein, ca. zehn Minu‐

Wir trafen Hsien beim Früh‐ stück. Mit ihm besprachen  wir den Ablauf der nächsten  Tage. Gleich bot er uns an die  Besichtigung von Hangzhou  zu begleiten. Wir planten für  die 1. Woche zwei Besuche  auf der EXPO 2010 in Schang‐ hai, am Dienstag und Don‐ nerstag. Die restliche Zeit  wollten wir in der Region  Hangzhou bleiben, bis zum  Weiterflug in die Provinz Yunnan,  am Sonntag. Für die Fahrt zur EX‐ PO2010 gab es jeden Morgen Ex‐ pressbusse, die direkt von Hangz‐ hou Stadtmitte  zum Eingang der     Expo2010 fuhren. Dafür mussten  wir die Fahrkarten am Busbahnhof  kaufen, unser erstes Ziel an die‐ sem Tag. Danach brachte uns  Hsien in die „historische“ Innen‐ stadt, alles ziemliche Entfernun‐ gen mit dem Taxi. In der moder‐ nen Innenstadt wurde nicht alles 

Hangzhou Innenstadt

Hangzhou Schwimmbad dem Erdboden gleich gemacht.  Die chinesische Baupolitik ließ  ein Stück „Altstadt“ bestehen,  mit einer Fußgängerzone, Lä‐ den und einigen restaurierten  historischen Gebäuden, wie  z.B. die alte Hu‐Qingyu Apo‐ theke, eine der wenigen tradi‐ tionellen chinesischen Apothe‐ ken, die bis heute relativ gut  erhalten wurde. Hier sahen wir  auch einen Seidenbetrieb und  wie aus einem einzigen Kokon  ein hauchdünner Seidenfaden  von fast 800 m Länge abge‐ spult wird. Hangzhou ist eine  der klassischen Kaiserstädte  von China und war Hauptstadt  der Südlichen Song‐Dynastie  (1127‐1279). Traumhaft schön  am herrlichen Westsee gele‐ gen, gilt Hangzhou als eine der  schönsten Städte Chinas. "Im  Himmel liegt das Paradies und  auf Erden Hangzhou", sagt ein  chinesisches Sprichwort.      Marco Polo bezeichnete sie bei  seinem Besuch 1280 als  „schönste Stadt auf Erden“.   


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Schanghai EXPO2010

EXPO2010 Haibao Maskottchen Dienstag, 03.08.2010  Ganz früh mussten wir aufstehen und mit dem Taxi zum  Busbahnhof von Hangzhou fahren. Die Abfahrt des Bus‐ ses war pünktlich um 7:00 Uhr in Richtung Schanghai 

zum Eingang der EXPO2010. Um 09:30 Uhr standen wir  am Eingang. Die Weltausstellung EXPO2010 findet vom  1. Mai bis 31. Oktober 2010 unter dem Motto „Eine bes‐ sere Stadt, ein besseres Leben“ – „Better City, Better  Life“  statt. Es nehmen 242 Aussteller teil, davon 192  Nationen und 50 internationale Organisationen.  Das  Logo symbolisiert 3 Personen – du, ich, sie/er, die sich  umarmen und eine große, in Harmonie vereinte Familie  bilden. Es hat die Form des chinesischen Zeichens 

EXPO2010 Mittagspause

„Welt“, und ist verbun‐ den mit der Jahreszahl  2010. Das Maskottchen  hat den Namen „Haibao“  und bedeutet „Meeres‐ Schatz“. Es hat die Form  des chinesischen Zei‐ chens „Mensch“. Das  Expoge‐ lände ist  5,28  Quadrat‐ kilometer  groß und  liegt bei‐ EXPO2010 Portugal Pavillon derseits  des Flusses Huangpu, nur 6 Kilometer südlich des Stadtzent‐ rums. Der geschlossene Bereich, der nur mit einer Eintritts‐ karte betreten werden kann, hat eine Größe von 3,28 Quad‐ ratkilometern, davon liegen 2,38 Quadratkilometer in        Pudong und 0,9 in Puxi. Mehr Infos zur EXPO2010 unter:  http://de.wikipedia.org/wiki/Expo_2010  Der Besucherandrang war gewaltig, wie an fast jedem Tag.  Vor den Pavillons trafen wir bereits morgens auf Wartezeiten 

EXPO2010

China Pavillon


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Schanghai E X P O 2 0 1 0

EXPO2010 Wartezeit 3 Std. 30 Min.

Tage zusätzlich planen. Die Lösung wurde uns  im Portugiesischen Pavillon angeboten. Die  Direktorin des Pavillons, die Guida aus Portu‐ gal kannte, borgte uns für unsere zwei EXPO‐ Tage eine VIP‐Karte, die wir uns umhängen  konnten und an den dafür besonders gekenn‐ zeichneten Eingängen meistens rein gelassen  wurden. So gut ausgestattet machten wir  direkt einen Versuch beim Deutschen Pavil‐ lon. Denkst Du, dass es geklappt hätte? Na‐ türlich nicht. Wir sind nicht reingekommen,  uns wurde aber gesagt, dass ein gültiger  Deutscher Pass hilft die 3‐4 Stunden Warte‐ zeit zu umgehen. Also nahmen wir uns vor am  2. EXPO‐Tag die Pässe mitzunehmen. Beim 

von 3 bis 4 Stunden. Die überwiegend chinesischen Besu‐ cher reihten sich in die langen Schlangen ein und warteten  geduldig auf ein langsames Vorrücken.  Wie konnten wir das  vermeiden? Die Rechnung war einfach: wir wollten in zwei                  Bootsfahrt über den Fluss Puxi Tagen mög‐ lichst viele  Pavillons     sehen. Unser  Ziel war ca. 50  von 242 zu  besichtigen.  Falls wir für  jeden im  Durchschnitt 2  Stunden war‐ ten sollten,  dann müssten  wir noch min‐ destens drei  EXPO2010 Portugal Pavillon

 

den nächsten Pavillons kamen wir über diesen VIP‐Eingang  problemlos rein. So sahen wir die Pavillons von Holland, Ma‐ rokko, England, Norwegen, Österreich, Mozambique, Angola,  Südafrika, viele Südamerikanische Saaten und Italien. In Mai‐ land wird die Weltausstellung 2015 stattfinden, und somit  war der Pavillon von Italien wirklich hervorragend und hat  uns allen sehr gut gefallen. Gegen Abend und schon mit Bla‐ sen an den Füssen, es war nämlich heiß und feucht und das  Schuhwerk rieb sich an der Fußsohle, versuchten wir noch in  den gigantischen Pavillon von  China zu gelangen. Das schafften  wir auch und konnten die ver‐ schiedenen Regionen besichti‐ gen. Die Rückfahrt mir dem Bus  war um 21:30 Uhr vorgesehen.  Wir besorgten uns außerhalb  noch etwas Proviant und sanken  müde in die Sitze. Um Mitter‐ nacht kamen wir in Hangzhou  an, und um 01:00 Uhr fielen wir  nach einem schnellen Duschbad  in unsere Betten. 

EXPO2010 China Pavillon


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Hangzhou Mittwoch, 04.08.2010  Hsien ließ uns ausschlafen. Nach  dem Frühstück hatte er sein Be‐ sichtigungsprogramm parat und  gegen 10:00 Uhr verließen wir  das Apartment in Richtung  Westsee.  Der Legende zufolge  fiel eine Perle, um die sich ein  Phönix und ein Drache zankten,  auf die Erde und bildete den  Westsee. Tatsächlich entstand  der See als Bucht des heute drei  Kilometer entfernten Qiantang  Flusses im 8. Jahrhundert. Da‐ mals, während der Tang‐ Dynastie, wurde der See auf die 

rend der Periode der Östli‐ chen Jin‐Dynastie vom Mön‐ chen Huili, einem der ersten  buddhistischen Missionare  aus Indien, gegründet. Nach  der Überlieferung wählte  Huili den 168 m hohen Berg,  weil er ihn für einen Teil ei‐ nes heiligen Gipfels seiner 

im Kloster gelebt ha‐ ben. Während des  Taiping‐Aufstandes  (1851‐1864) brannte  die Klosteranlage fast  vollständig ab und  wurde erst zu Beginn  Hangzhou Westsee des 20. Jahrhunderts,  also am Ende der  Qing‐Dynastie, wieder aufgebaut.  Aus dem 10. Jahrhundert stammen noch zwei  Sutrensäulen (von 969) und zwei beschädigte Stein‐ pagoden, während sonst alle Gebäude jünger als 140  Jahre sind. In einer der beiden Pagoden sollen Huilis  sterbliche Überreste aufbewahrt sein. Während der  Kulturrevolution (1966‐1976) wurde das Kloster  nicht von der Roten Garden zerstört. Allgemein wird  angenommen, dass dies dem damaligen Premiermi‐ nister Zhou Enlai zu verdanken ist.  Nach einer umfangreichen Renovierung öffnete  1971 das Kloster wieder seine Tore. 

Hangzhou Westsee heutige Tiefe von durchschnitt‐ lich 1,5 Meter ausgehoben und  mit einer Sandbank vom Fluss  abgetrennt.  Der Lingyin‐Tempel, auch als  Lingyin‐Kloster bezeichnet, ist  ein zen‐buddhistisches Kloster  nord‐westlich von Hangzhou,  Zhejiang Provinz, China. Es ist  eines der größten und wohl‐ habendsten Klöster Chinas. Das  Kloster wurde im Jahr 328, wäh‐

Heimat hielt, der „nach gött‐ lichem Ratschluss hierher  geflogen sei“. Diese Ge‐ schichte spielt auf eine Le‐ gende um Buddha Shakya‐ muni an, der das Lotos‐Sutra  vom Berg Ghridhrakuta pre‐ digte, wobei der Berg durch  die Lüfte angeflogen sei.  Die Tempelanlagen wur‐ den im 9. Jahrhundert  während der Buddhisten‐ verfolgung zerstört, doch  danach wieder aufge‐ baut. Im 10. Jahrhundert,  während des Wuyue Kö‐ nigreiches (907‐978),  hatte das Kloster mit 270  Hallen, 18 Pavillons und 9  Türmen seine Blütezeit  erreicht. Bis zu 3.000  Mönchen sollen damals 

Nach Westsee und Lingyin‐Tempel fuhren wir wieder  in die Innenstadt von Hangzhou, wo wir zum Abend‐ essen eine besondere Spezialität der Chinesen, ei‐ gentlich durch Zufall, kennenlernten. Das Restaurant  bestand aus einer Reihe von separaten Essräumen,  für bis zu sechs Personen. Wir suchten uns einen  aus, setzten uns an den Tisch und warteten auf den  Kellner, der uns Getränke anbot und uns auf das  große Buffet verwies. Alles im Preis inbegriffen, 10  US $ / Person. Das Buffet bestand aus einer großen  Anzahl von verschiedenen Gerichten mit Fleisch,  Fisch, Gemüse, etc., serviert in großen Tontöpfen.  Beim ersten Durchgang konnten man gar nicht alles  ausprobieren. Beim zweiten Teller nahmen wir uns  etwas, das übersetzt „geschlagene Eier“ hieß. Es sah  so aus wie die 100 Tage Eier, also etwas dunkel und  ekelig. Als wir mit der Kelle ein Ei auf unseren Teller  legten, wurde uns etwas unwohl. Das aufgeschlage‐ ne, gekochte Ei hatte nur noch die Schale, der Rest  bestand aus dem fast geschlüpften Küken.   


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EXPO2010 Donnerstag, 05.08.2010 

Warteschlan‐ gen vor den  Und wieder nahmen wir früh morgens den Bus zur  Schaltern an.  EXPO2010. Direkt am Eingang besuchten wir die  Es schien so,  Krankenstation, wo Sese´s Fuß behandelt wurde. Er  als ob alle  hatte eine offene Wunde durch die Blasen an den  Chinesen  Füssen, die desinfiziert und verbunden werden  musste. Danach machten wir uns auf den EXPO2010‐ verreisen  wollten und  Rundgang und besichtigten noch eine Anzahl von  Interaktiver Pendel im Deutschen Pavillon sich gerade  heute eine  EXPO2010 Deutscher Pavillon Fahrkarte  unter. Auf der Strasse öffnete  kaufen mussten. Schon bald  er die Tür eines Autos und woll‐ fanden wir heraus, dass alle  te, dass wir einsteigen. Er gesti‐ Züge nach Hangzhou voll waren  kulierte und  und es nur  sagte, er  Fahrkarten  würde uns  für den  zu den Bus‐ nächsten Tag  sen fahren.  gab. Was  Das schien  sollten wir  uns nicht  machen?  geheuer und  Wir fragten  wir schlugen  eine Gruppe  sein Angebot  junger Chi‐ aus. Er be‐ Pavillons. Beim Deutschen Pavillon versuchten wir es  nesen, die  stand aber  wieder. Guida zeigte als Dokument die Kreditkarte  etwas Eng‐ der Deutschen Bank Düsseldorf (wurde anerkannt)  lisch sprachen, nach Hangzhou  darauf, dass er uns zum Bus  und wir unsere Pässe. Am Nachmittag gaben wir die  Fahrkarte für den nächsten Zug,  bringen wollte, wenn nicht mit  dem Auto, dann halt  VIP‐Ausweise der Direktorin des Portugal  zu Fuß. Wir folgten  Pavillons zurück und beschlossen mit der  ihm und kamen  U‐Bahn in die City von Schanghai zu fah‐ nach einem Fuß‐ ren. Wir hatten weder Busticket noch Zug‐ marsch von 10 Mi‐ ticket nach Hangzhou in der Tasche und  nuten an einen Park‐ waren davon überzeugt, dass die Rückrei‐ platz, auf dem zwei  se problemlos verlaufen würde. Von der  Busse standen.  Innenstadt gelangten wir bald an den  Langsam verstanden  Bund, die berühmte Flusspromenade mit  wir die Geschichte.  Blick auf den gegenüber gelegenen Stadt‐ Er war der Schlepper  teil Pudong. Wir  konnten aber keine große Hilfe  für einen nicht legalen Bus. Wir  hatten gehört, dass  erwarten. Doch es vergingen  zahlten den Schaffner, nach‐ es eine schnellere  nur wenige Minuten, da wur‐ dem wir uns bei den Fahrgästen  Zugverbindung vom  den wir von einem Herrn be‐ Südbahnhof aus  fragt, ob wir mit dem Taxi nach  vergewissert hatten, dass sie  auch nach Hangzhou wollten.  geben sollte, der  Hangzhou fahren wollten, für  Nach unserer Zahlung erhielt  von der Innenstadt  200 €. Wir beschlossen das An‐ aus mit der U‐Bahn  gebot abzulehnen, da wir noch  der Schlepper seinen Anteil und  machte sich auf den Weg zum  zu erreichen wäre.  Alternativen ausfindig machen  Das wollten wir aus‐ wollten. Bald schon wurden wir  Bahnhof, um noch weitere Gäs‐ probieren. Um  von einer Frau und einem Mann  te zu holen, die diesmal mit  dem Auto ankamen. OK. Bis  20:30 Uhr kamen  angesprochen, die uns Buskar‐ zum letzten Platz wurden Fahr‐ wir am Bahnhof an.  ten nach Hangzhou für 20 €  karten verkauft, dann ging es  Zu unserem Entset‐ anboten. Wir folgten dem  los. – Glück muss man haben,  zen trafen wir auch  Mann nach draußen und wir  und nicht zu ängstlich sein! Zu‐ hier meterlange  bemerkten, dass es anfing zu  mindest schafften wir es so, um  regnen. Der Mann ging mit uns  01:00 Uhr im Bett zu liegen.     die Strasse zu den Bussen her‐ EXPO2010 Blase an Guidas Fuß


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Hangzhou

  Freitag, 6.08.2010 und Samstag,  7.08.2010 

und Herbst‐Periode) hat man zu‐ erst bei Yangzhou, Provinz Jiangsu,  Der Große Kanal, auch Jinghang‐ einen Kanal gebaut, um das Wasser  Kanal (Kanal von Beijing und  des Yangtse nach Norden abzulei‐ Hangzhou) genannt, beginnt im  ten. In der Sui‐Dynastie (581 ‐ 618)  Norden im Kreis Tongxian in  und schließlich in der Yuan‐ Dynastie  (1271 ‐  Kaiserkanal Brücke 1368) wur‐ Xixi Gaozhuang Villa de er in großem Umfang verlängert,  um natürliche Flüsse miteinander zu verbinden. Dieser Kanal  war die wichtigste Verkehrsader für den Transport zwischen  Norden und Süden während der Yuan‐, Ming‐ und Qing‐ Dynastie. Da die meisten natürlichen Flüsse Chinas von Wes‐ ten nach Osten fließen, spielte der Große Kanal eine wichtige  Rolle für den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwi‐ schen Norden und Süden. Von der Mitte des 19. Jahrhun‐ derts an, als der Seetransport in Nord‐Süd‐Richtung entwi‐ ckelt und die Eisenbahnlinien Tianjin‐ Pukou und Beijing ‐  Hankou gebaut wurden, verlor der Große Kanal als Trans‐ portweg stark an Bedeutung. Viele Abschnitte verschlamm‐ ten. Da der Gelbe Fluss seinen Flusslauf nach Norden änderte, wurde die Wasser‐ Beijing und endet im Süden in  speisung des Großen Kanals in Shandong drastisch verringert. Zur Zeit ist der Große  Hangzhou, Provinz Zhejiang. Er  Kanal in Nordchina nur teilweise schiffbar, während die 800 Kilometer lange Strecke  durchfließt die zwei Städte Bei‐ von Jiangsu und Zhejiang das ganze Jahr hindurch der Schifffahrt zur Verfügung  jing und Tianjin sowie vier Pro‐ steht. Seit 1998 wird der Nord‐Kanal (Großer Kanal bei Beijing) saniert. Danach soll  vinzen ‐ Hebei, Shandong, Jiang‐ der Schiffsverkehr nach langem Stillstand wieder aufgenommen werden  su und Zhejiang ‐ und verbindet  die fünf großen Flusssysteme  Das Feuchtgebiet Xixi liegt im Westen der Stadt Hangzhou, nur fünf Kilometer vom  des Haihe, Gelben Flusses, Huai‐ Westsee entfernt. Xixi ist in der Han‐ und Jin‐Dynastie entstanden und war ursprüng‐ he, Yangtse und Qiantangjiang.  lich ungefähr 60 Quadratkilometer groß. In den darauffolgenden etwa 1.800 Jahren  Mit seiner Länge von  wurde das Feuchtgebiet durch natürliche  1794 Kilometern ist der  Vorgänge und menschliche Eingriffe  Xixi Kanäle im Feuchtland Große Kanal der längste  schwer beschädigt. Um die ,,Nieren der  künstliche Wasserlauf  Erde", wie die Region gerne genannt wird,  der Welt. Der Bau des  besser zu schützen, hat die Stadt Hangz‐ Großen Kanals ist eines  hou im August 2003 ein umfassendes  der hervorragendsten  Schutzprojekt für das Feuchtgebiet Xixi  Wasserprojekte in der  gestartet. Mit einer Gesamtfläche von  Geschichte Chinas. Mit  zirka 11,5 Quadratkilometern ist Xixi jetzt  seiner Geschichte von  als erster Feuchtgebiet‐Park Chinas zu‐ mehr als 2400 Jahren ist  gänglich.   er einer der am frühes‐ Die Schönheit von Xixi wird von Experten  ten gebauten Kanäle  mit vier Wörtern zusammengefasst: ruhig,  der Welt. Im 5. Jahrhun‐ archaisch, wunschlos und vornehm. Eben deswegen gilt Xixi seit jeher als Traumland  dert v. Chr. (Ende der Frühlings‐  der Eremiten. Zahlreiche berühmte Schriftsteller und Dichter haben dort ihre  zweite Heimat gefunden, sich vor Ort niedergelassen und eine große Reihe  von Gedichten und Artikeln hinterlassen. Dazu zählt etwa Gao Shiqi in der  Qing‐Dynastie, der zwischen 1657 und 1664 in Xixi eine Villa für sich bauen  ließ. Diese Residenz namens „Gaozhuang" kann heute mit dem Schiff erreicht  werden. Gao Shiqi war ein hoher Beamter der Qing‐Dynastie und wurde von  Kaiser Kangxi sehr geschätzt. Er hatte umfangreiche Kenntnisse und war be‐ kannt für seine guten Artikel und Gedichte sowie für seine schöne Kalligraphie.  Seine Residenz war damals ein Treffpunkt für Literaten und Kalligraphen.     Teezeremonie

                                              


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2. Woche : Yunnan Provinz Sonntag, 08.08.2010  Am Morgen flogen wir von Hangzhou  in Richtung Westen. Um 16 Uhr ka‐ men wir in Kunming  an, der Haupt‐ stadt der Provinz Yunnan. Am Flugha‐ fen wurden wir von der Reiseleiterin  empfangen. Sie brachte uns ins Hotel  in der Stadtmitte. Wir besichtigten 

Mongolen‐Dynastie erbaut. Die heutige Anlage  stammt aus der Zeit der Qing‐Dynastie. Der  Qiongzhu‐Tempel (Qiongzhu si) steht seit 2001  auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik 

ten. Der umgebende Park auf  dem Mingfeng Hill ist ein natio‐ nales Waldschutzgebiet.  

Kunming Innenstadt

nachmittags noch den Bambustem‐ pel.  Der Qiongzhu‐Tempel oder  Bambus ist ein buddhistischer Tem‐ pel. Er liegt im Nordwesten Kun‐ Hotpot Abendessen

mings. Es ist in Yunnan der erste  Tempel des aus dem Zhongyuan‐ Gebiet (den zentralen Gebieten Chi‐ nas) eingeführten Chan‐Buddhismus  (Chan zong), er wurde zu Anfang der 

Bambustempel

China. Er ist einer der Nationalen chinesischen  Schwerpunkttempel des Buddhismus auf han‐ chinesischem Gebiet. Der Abend war zur freien  Verfügung. Wir entschieden uns, von dem ziem‐ lich zentral gelegenen Hotel in die Innenstadt zu  Fuß zu gehen. In der Innenstadt, ganz  anders als in Hangzhou, sind große Kon‐ traste sichtbar, alt und neu steht Seite  an Seite. Wir streiften durch die Strassen  und Fußgängerzone und fanden ein ein‐ faches Lokal, in einer Seitenstrasse, das  als einziges Gericht „Hotpot“ servierte.  Man bestellt 1 kg Fleisch und sucht sich  Gemüse aus. In die Mitte des Tisches  kommt ein Kochtopf mit kochender  Fleischbrühe, in die man hintereinander  seine Fleischportion kocht, sowie das  Gemüse. Sehr lustig und köstlich zugleich.   

Goldener Tempel Eingang

  Montag, 09.08.2010  Zwei Sehenswürdigkeiten standen auf dem  Plan: Shílín, zu deutsch "Steinwald", ist eine  etwa 120 km südöstlich von Kunming gelegene  eindrucksvolle Karstlandschaft. Die bis zu 30 m  hohen Skulpturen wurden im Lauf der Zeit aus  dem Stein gespült.  Die zweite Sehenswürdig‐ keit war der Goldene Tempel. Der  Goldene Tempel liegt 8 km nord‐ östlich von Kunming. Er ist nicht  groß, aber sehr außergewöhnlich.  Er wurde 1602 gebaut und 1637  zum Mingfeng Hill gebracht. Er  wiegt 250 Tonnen und ist das  größte Bronze‐Bauwerk Chinas.  Im Innern befindet sich die Statue  des Kaisers Zhengwu mit einem  goldenen Jungen und einem gol‐ denem Mädchen an seinen Sei‐

Kind in typischer Tracht Stone Forrest Eingang


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Kunming / Dali /Shangri-La Dienstag, 10.08.2010  Morgens nahmen wir den Flug  von Kunming nach Dali. Kaum  waren wir oben, landeten wir  schon wieder. Mit dem Auto wä‐ ren es 24 Stunden gewesen, we‐ gen der schlechten Straßen und  der Berge. In dieser Provinz gibt  es viele Minderheiten, mit ihren  eigenen Gewohnheiten und Ge‐ bräuchen. In der Geschichte war 

Die Qianxun‐Pagode ist 69 m hoch  und hat 16 Stockwerke, während  die beiden kleinen jeweils eine  Höhe von  Dali Färberei 43 m und  10 Stock‐ werke  haben. Die  drei Pago‐ den reprä‐ sentieren den anti‐ ken Bau‐ und  Kunststil der Bai‐ Nationalität. Im  Laufe der Jahrhun‐ derte entstanden  hier viele buddhisti‐

und sahen eine familiä‐ re Tuchfärberei, die mit  Batiktechnik und Wachs  typische Muster auf  Stoffen erstellte.  Im  gleichen Dorf trafen wir  auch auf ein Straßen‐ theater, in dem für Jung  und Alt Geschichten  vorgetragen wurden.  Beeindruckend sind die Trachten, die  wir auf dem Markt und  bei der Boots‐ fahrt auf dem Erhai See antrafen. Der  sich dem Tal anschmiegende See hat  eine Attraktion: hier wird noch mit  Kormoranen gefischt und wir waren  dabei. Sehr interessant so zu fischen! 

Dali Drei Pagoden Dali typischer Lastwagen Dali eine heilige Stätte des Budd‐ hismus. Die drei weißen Pagoden,  sche Pagoden. Die bekanntesten davon sind  die in der Tang‐  gebaut zwi‐ und Song‐Zeit  schen den Jah‐ Dali Vorleser für Jung und Alt gebauten Drei  ren 822 und  Pagoden im  859, liegen  Chongsheng‐ einen Kilome‐ Tempel. Dort  ter nordwest‐ stehen in ei‐ lich von der  nem Tempelhof  Altstadt Dalis  voller alter Bäu‐ entfernt. Die  me und blühen‐ Anlage besteht  der Blumen  aus einer gro‐ nebeneinander  ßen Pagode ‐ der Qianxun‐Pagode  ‐ und zwei kleinen Pagoden ‐ der  die Drei Pagoden. Steigt man auf die Pa‐ gode, hat man eine herrliche Aussicht auf  Südlichen und der Nördlichen ‐.  Erhai See Mädchen in Trachten die umliegende Landschaft. Die  Dali Marktverkäuferin zwei anderen Pago‐ Erhai See Kormoranfischer den sind symmet‐ risch zur großen  angelegt, eine da‐ von ist nach einem  Erdbeben in eine  bedrohliche Schief‐ lage geraten. Nach  dem Besuch der  Pagoden kamen wir  durch ein Bai‐Dorf 


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Dali / Lijiang Mittwoch, 11.und 12. 08.2010  Am Morgen fuhren wir 3 Stunden zu  unserem nächsten Ziel: Lijiang. Die  Altstadt, die im Jahr 1999 von der  UNESCO in die Liste des Weltkultur‐ erbes aufgenommen wurde, ist eine  besondere touristische Attraktion.  

vergletscherten Berggipfeln verfügt. Der süd‐ lichste Punkt dieser Bergkette, 5.596 m hoch,  ist auch bekannt als der "Jadepfeiler, der in den  Himmel ragt". Die Altstadt von Lijiang, die Groß‐ gemeinde Dayan, ist von engen Kopfsteinpflas‐ tergassen und einem Netz an Kanälen durchzo‐ gen. Sie ist eine der am besten erhaltenen Alt‐ städte Chinas.  

kennenlernen. Es gibt mehrere  Orchester für traditionelle Naxi‐ Musik und lebendige Folklore in  den umliegenden Dörfern. Die  Häuser der Naxi sind in der Re‐

 

Lijiang unser Bus Am Nachmittag des ersten Tages in  Lijiang besichtigten wir den Baisha  Hof, der auf die Ming and Qing Dy‐ nastie zurückzuführen ist.  

Wir besichtigten auch  Dayan. Der Name  Dayan rührt daher,  dass die Altstadt aus  der Ferne wie ein  großer Tuschestein  aussieht. Die alten  Häuser ruhen meist  auf einem Steinfunda‐ ment und Mauern aus  weiß getünchten Lehmziegeln, haben Türen,  Lijiang Altstadt

          

Lijiang Altstadt

Lijiang Altstadt

Balkone und Fensterläden aus rotem Holz und  typisch geschwungene Ziegeldächer. Dayan ist  das Zentrum der Naxi‐Minderheit, welche von  tibetischen Nomaden abstammt, die seit dem  zehnten Jahrhundert in dieser Gegend siedeln. 

Dayan Tugas überall

Die Stadt Lijiang liegt an den südöstli‐ chen Ausläufern des Himalaja, im  Nordosten der Provinz am Mittellauf  des Jinsha‐Flusses. Durch ihre Lage  auf einem 2.600 m hoch gelegenen  Plateau hat sie ganzjährig ein ange‐ nehmes Klima.  Südöstlich des Stadtbezirks Gucheng  dehnen sich fruchtbare Felder aus.  Daneben liegt Lijiang in unmittelba‐ rer Nähe der Yulong‐Bergkette  (Jadedrachen‐Bergkette), die die  Nahtstelle der Qinghai‐Tibet‐ Hochebene (Qingzang) mit der Yun‐ nan‐Guizhou‐Hochebene (Yungui)  darstellt, und über eine Kette von 

gel um einen Innenhof gebaut  und üppig mit mythologischen  Figuren und Fischen verziert.  Die Häuser  sind für die  Naxi von  großer Wich‐ tigkeit und  für deren  Erhaltung  wird auch  viel Geld  ausgegeben.  Hier trafen wir auf ein Kurio‐ sum: ein Portugiesisches Re‐ staurant.  

Dayan antike Hieroglyphen Sie haben die Dongba‐Kultur hervorgebracht.  Da die Naxi Fremden gegenüber sehr offen  sind, kann man die Dongba‐Kultur, die Bauwei‐ se, Schrift und Glauben in Lijiang am besten 


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Lijiang—Shangri-La Beira Strohmattenmacher

Freitag, 13.08.2010  Bevor wir nach Shangri‐La aufbra‐ chen, ca. 180 km von Lijiang ent‐ fernt, fuhren wir noch auf den  Jade Schneeberg, und zwar mit  einer Seilbahn. Auf der Yak Wiese  auf 3.500 m Höhe, von wo aus wir  eine Aussicht auf die weitläufige 

Yak Meadow Käse schnell auf so große Höhe an. Erst sahen wir  noch blühende Pflanzen und Blumen, aber  dann beherrschen schnell die wilden Fels‐ hänge, Nebelschwaden und Wattewolken  das Bild.   Tigersprung Schlucht

Tigersprung Schlucht Tigersprung‐Schlucht am Oberlauf des  Yangtze Flusses auf 3.900 m Höhe. Um‐ randet von mächtigen Gipfeln stürzen  sich die Wassermassen aus über 200 m  Höhe in die Tiefe, zur spektakulären  „Springender Tigersprung“ Schlucht,  der möglicherweise tiefsten der Welt.  An der engsten Stelle soll ein Tiger sein  Sprung gewagt haben.  Tigersprung Schlucht

Yak Wiese Tibetanischer Mönch Hochebene hatten, trafen wir auf  eine Kapelle von tibetanischen  Mönchen und auf die Himalaja  Kühe, die Yaks.  Nirgends in der  Durch malerische  Welt steigt die Drahtseilbahn so  Landschaften fuh‐ ren wir nach  Norden in  Richtung  Zhongdian  oder auch  Shangri‐La  Unterwegs  besichtigen  wir die  mächtige  Yak Wiese Yak mal ganz nah


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Shangri-La / Tibet Samstag, 14.09.2010  Am Morgen besuchten wir das Song‐ zelin‐Kloster, das nach dem Vorbild  des Potala‐Palastes in Lhasa errichtet  wurde. Gegründet vor ca. 300 Jahren  vom 5. Dalai Lama werden die Ge‐ betshallen auch heute noch täglich 

Shangri‐La war, dass hier die chinesische  Hoheit über die Tibetaner zum ersten Mal  zum Ausdruck kam, es marschierten Solda‐ ten mit der chinesischen Fahne durch die  Strassen, als wir ankamen. 

Shangri-La typische Dekoration

Shangri-La Yak-Butter Kerze

Shangri-La Strassenküche und Weberin Shangri-La Soldatenparade von hunderten von buddhistischen  Mönchen genutzt.  Die beiden wich‐ tigsten Gründe für einen Besuch von  Shangri‐La sind die Altstadt und das‐ Ganden Sumtseling Kloster. Viele  Touristen kommen nach Shangri‐La  um von hier aus weiter nach Lhasa in  Tibet zu reisen. Der Mythos von  Shangri‐La wurde im Jahr 1921 mit 

Schild am Am Eingang zum Kloster

Shangri-La Klostereingang Shangri-La Frauen in Trachten dem Roman von James Hilton gebo‐ ren "Lost Horizon".  In seinem Buch  beschreibt Hilton einem paradiesi‐ schen Ort in den Ausläufern des Hi‐ malayas von der Außenwelt isoliert,  wo Menschen  ein harmonisches und  glückliches Leben lebten.  Mehrere  Orte in Indien, Pakistan, Tibet und  China behaupten, James Hilton inspi‐ riert zu haben.  Unser Eindruck von 

Shangri-La Mythologie


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3. Woche: Lhasa / Tibet Sonntag, 15.08.2010 

nach Möglichkeit  mindestens einmal  im Leben gepilgert  sein sollte. 

Jetzt waren wir schon 2 Wochen  in China. Von Yunnan kommend  landeten wir auf der Hochebene  von Lhasa auf einem modernen  Flugplatz. Unser Reiseleiter erwar‐ tete uns mit den traditionellen,  weißen Seidentüchern, auch Taka  genannt. Lhasa  ist die Hauptstadt  des Autonomen Gebiets Tibet der  Volksrepublik China.  Die Stadt 

Wir besuchten auch  das Tibet  Shoton  Festival (10.‐ 16.08.  2010)besuchen.   Das Shoton Festival,  ist ein traditionelles  tibetanisches Festi‐ val.  Aus der ganzen Welt kommen tausende  von Buddhisten.  Das Shoton Festival bedeu‐ tet das Festival, bei dem man Joghurt trinkt.   Die Pilger kommen aus dem Gebirge und  bereiten sich auf den Besuch vor, singend  und Joghurt essend.                        

Lhasa Flughafen

Lhasa Potala Palast liegt in einem Tal umrandet von  den Ausläufern des Himalaja und  wurde bei einem Tempel gegrün‐ det. Besonders heute hat sie gro‐ ße religiöse Bedeutung, selbst  ohne der Anwesenheit des Dalai  Lama. Pilger und Mönche sieht  man überall. Eine wichtige Se‐ henswürdigkeit ist der Potala Pa‐

last, der ehemalige Palast des Dalai  Lama.  Seit 2006 ist Lhasa ans chinesische  Eisenbahnnetz angebunden. Die mehr‐ heitlich von Tibetern bewohnte Stadt  hat im inneren Stadtbezirk einen chine‐ sischen Bevölkerungsanteil von rund  einem Drittel.  

Lasa Barkhor Strasse

Unser Hotel lag im historischen Teil von  Lhasa, zwei Gehminuten  von der Barkor Strasse  entfernt und unmittelbar  am  Jokhang Tempel,  dem bedeutendste tibe‐ tanischen Heiligtum in‐ mitten der Altstadt von  Lhasa. Für die Tibeter  bildet er eine Art Zentral‐ heiligtum, zu dem man 

Lhasa Blick vom Hotelzimmer auf Potala Palast

Lhasa Mädchen in Trachtenkleid


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Tibet

Lhasa Guida mit Fremdhaar

Lhasa Yak Sizzler Montag, 16.08.2010 

Yarlung‐Herrscher. Yumbulagang ist  eine antike Festung. 

Heute besuchten wir den Potala‐ Palast, der im 7. Jahrhundert von  Songtsen Gampo erbaut wurde. Seit  1994 steht das Historische Ensemble  Potala‐Palast in Lhasa als Weltkultur‐ denkmal auf der  UNESCO‐Liste des  Welterbes. Nachmittags hatten wir  Zeit zur Verfügung um die marschie‐ renden Pilger in der Barkhor Strasse  zu beobachten, die mit ihren Gebets‐ mühlen schwingend unzählige Male  im Uhrzeigersinn um den Jokhang 

Lhasa Verkauf von Haarschmuck

775 und 779 gebaut. Das ursprüngli‐ che Gebäude ist nicht mehr intakt,  bedingt durch Zerstörung während  der Kriege und Naturkatastrophen.  Das Kloster wurde jedes Mal wieder  aufgebaut und bleibt das Symbol der  nationalen Identität Tibets. Am  Nachmittag besuchten wir den Yum‐ bulagang Palast, der angeblich ältes‐ te Siedlungsort  Tibets und das Tal  der Könige, der Begräbnisplatz der 

Lhasa Opferkerzen aus Yakbutter

Tempel kreisen.  Und wir nutzten die  Zeit, um im Basar einkaufen zu kön‐ nen.        Dienstag, 17.08.2010  Vormittags fuhren wir entlang des  Tsangpo Fluss zum Besuch des fan‐ tastischen Samye Kloster, das Tibets  erstes Kloster ist. Es wurde zwischen 

Lhasa Shoton Festival

Lahsa Yak Hörner zum Verkauf


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Tibet / Shingatse

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Mittwoch, 18.08.2010  Auf dem Weg nach Shingatse über‐ querten wir den 5.020 m hohen  Kambala Pass am Fuße des 7.109 m  hohen Kharola Gletschers. Wir hat‐ ten Vormittags einen Blick auf den  Yangdrok See am oberen Rand des  Kambala Gebirges. Wir fuhren ent‐ lang des Sees und besuchten nach‐ mittags das Perkhor Tschöde Klos‐ ter.  

Lhasa Verkäufer

 

Shigatse Tashilunpo Kloster

Donnerstag, 19.08.2010  Heute besichtigten wir das Tashilhunpo‐ Kloster (auch Kloster Zhaxilhünbo), das im  Westen der Stadt Shigatse liegt. Es ist der  traditionelle Sitz des Panchen Lama. Es ist  auch der Ort des größte Kloster der Gelug‐ Sekte in Westtibet und der Hauptort der  religiösen und politischen Angelegenheiten  der Panchen Lamas aller Generationen.  Tashilhunpo bedeutet auf tibetisch  "Glückliches Sumera". Die Rückfahrt war  entlang des Yarlung Zsangpo Fluss zurück  nach Lhasa.   Den letzten Abend verbrachten wir in    Lhasa in der Altstadt, in dieser geheimnis‐ vollen Umgebung der Pilger und Mönche.  Freitag, 20.08.2010   Wir nahmen Abschied und begannen den  langen Rückflug nach Lissabon, über  Schanghai und Zürich. 

Kharola Gletscher auf 5.020 m

Lhasa Abschied vom mittelalterlichen Tibet

Lhasa Jokhang Tempel

Lhasa Altstadt


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Reiseroute

Datum 30.07.10 01.08.10 08.08.10 10.08.10 11.08.10 13.08.10 15.08.10 18.08.10 20.08.10 21.08.10

Ort Lissabon - Schanghai Hangzhou Region / EXPO 2010 Hangzhou - Kunming Kunming - Dali Dali - Lijiang Lijiang - Shangri-La Shangri-La - Lhasa Lhasa - Shingatse Lhasa - Schanghai Shanghai - Lissabon


2010 Reisebericht China und Tibet