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hauptstadt - 16 Verlassen und Vergessen Hannovers Untergeschoss

hochschule - 34 Urlaub für lau - Von der Weser bis an die Elbe und vom Harz bis an das Meer

auftritt - 50 Bühne frei... und wild Mein erstes Mal auf einem Poetry-Slam

Brüllt der Löwe unterm Schwanz lauter? Hannover vs. Braunschweig

neulich - 32 Endstation Sex Zwischen den Jahren im Paralleluniversum hanns - junges leben in hannover ausgabe 2 - märz 2009 www.derhanns.de kostenlos

it! los. e k ta sten ko


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hanns 02

editorial

editorial

hanns wächst. Das Projekt schreitet voran. Der Weg ist nie gerade. Aber jeder Schritt, egal in welche Richtung, macht neues Land urbar. hanns wird größer. Immer mehr haben teil. Immer mehr machen hanns. Immer wieder neue Ideen. Kommunikationsdesignstudenten bilden das Projekt filmisch ab. Am 03. April tanzt hanns mit Heinz. hanns lebt. Vielleicht auch bald in eigenen Redaktionsräumen? Immer mehr hanns. Mehr.


04 H–BS hannover vs. braunschweig

für lau 34 urlaub von der weser bis an die elbe

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HAUPTSTADT

34

HOCHSCHULE

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AUFTRITT

32

NEULICH

und vom harz bis an das meer

16 verlassen und vergessen hannovers untergeschoss

klischee:

40 verdammt, bin ich heute wieder einem poetry-slam verschleimt!

hanns entdeckt:

22 backe hanns 14 der film

50 bühne frei... und wild mein erstes mal auf 52 hemmungslos

erstaunlich:

zwischen alltag und kunst: die vier-stunden-galerie

einblick:

26 entschuldigung, wo finde ich eigentlich gleis 5?

42 zu gast bei hannibal

zapfsäule:

unterton:

54 gipsy, stripperinnen und randale

in der mensa mit frau freese

28 das centrum

46 studierenden helfen 56 ausgeh‘n

im märz/april/mai

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text: helmut eickhoff fotos: fabian brennecke

Hannover – Braunschweig, 3000 – 3300, 55 – 75, 204 – 192, 518.088 – 245.810. Wikipedia, die Encyclopædia Britannica der Generation 2.0, verrät ein paar Zahlen zu den beiden größten Städten Niedersachsens, aber wenig über ihr Verhältnis. Es gilt als angespannt. Belastet. Im Fußball sogar als aggressiv bis gewalttätig. Aber ist das wirklich so? Klar, Fans von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 können sich nicht leiden. Spielen die Mannschaften gegeneinander, sind die Polizisten nicht selten in größerer Anzahl vertreten als die Fans, die sie voneinander fern halten sollen. Doch abseits des Fußballs riecht die Luft mehr nach pragmatischer Zusammenarbeit denn nach Notaufnahme. Braunschweig und Hannover sind seit 2005 Teil eines kultur- und wirtschafts-


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politischen Verbundes, der sich Metropolregion nennt. Zudem steht auch eine Kooperation der TU Braunschweig und der Leibniz Universität Hannover auf dem Plan: seit dem 1. Januar gibt es nun ganz offiziell die Niedersächsische Technische Hochschule, die beide Hochschulen zusammen mit der TU Clausthal bilden. Doch zwischen Zahlen, offiziellen Verlautbarungen und bengalischem Feuer auf Zuschauerrängen gibt es noch so viel mehr. Stefan zum Beispiel. Er ist in der Lüneburger Heide aufgewachsen, wohnt mittlerweile in Braunschweig, hat aber zu Hannover eine sehr innige Beziehung. Er berichtet in hanns über sein ganz eigenes Verhältnis zu beiden Städten. Und Fabian. Er hat seine Kindheit in Braunschweig verbracht. Heute studiert er Fotografie an der FH Hannover. Er hat einen braunschweiger und einen hannoveraner Studenten durch den Alltag begleitet und in Bildern fest gehalten. Zu guter Letzt ist da noch Stephan. Stephan Weil. Er ist erklärter 96-Fan und vor allem Oberbürgermeister Hannovers. Er erzählt hanns, was er von Braunschweig hält, und das ist nicht wenig.

<< Jonathan raucht eine Zigarette nach dem Frühstück. Fabian sitzt am Frühstückstisch und raucht eine Zigarette.

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Stefan „Jarcek“ Wehrs (27) macht momentan eine Ausbildung zum Biologisch-Technischen Assistenten. Dass er sie nicht in Hannover macht sondern in Nichthannover war mehr Schicksal als Glück. Aber was soll’s im Sommer ist er fertig. Dann soll es nach Möglichkeit endlich in die Landeshauptstadt gehen. Auch wenn ihm Braunschweig doch ein bisschen ans Herz gewachsen ist. text: stefan „jarcek“ wehrs

Bertolt Brecht sagte einmal, dass das Schönste an Augsburg der Zug nach München sei. Sowohl Braunschweiger als auch Hannoveraner machen gerne und oft solche oder ähnliche Aussagen über die wenig geliebte Nachbarstadt. Rivalitäten zwischen benachbarten Städten sind im Grunde nichts Besonderes und überall zu finden. Wie zum Beispiel die Fehde zwischen den Dörfern Villarriba und Villabajo aus den „Fairy Ultra“Werbespots oder auch die extrem starke gegenseitige Missachtung der Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf. Selbst

in der Antike waren sich die beiden griechischen Städte Sparta und Athen nicht besonders grün. Im Allgemeinen wissen die meisten Einwohner aber nicht mehr, warum denn die benachbarte Stadt zum Feindbild erklärt wurde. Es ist vermutlich eher eine Art Urinstinkt mit dem auch Rudeltiere unterscheiden können, wer zur

Familie gehört und wer nicht. Also eine Art weitervererbte Abscheu vor der anderen Stadt. So ist es auch mit der Rivalität zwischen Hannover und Braunschweig. Die meisten Bewohner wissen nur noch, dass sie auf die andere Stadt sauer sind, haben meist aber nicht die leiseste Ahnung warum.


titelstory

Als ich vor etwas über einem Jahr aus dem Allerleinetal nach Braunschweig zog um meine Ausbildung zu beginnen, wurde ich schon von Freunden und Bekannten gewarnt, die aus dem mittelbaren Einzugsgebiet Hannovers kommen. Also aus der gottlosen grauen Zone zwischen Bremen, Hamburg und eben

>

Hannover, jenem Allerleinetal. Ich würde nun in Feindesland wohnen, sagten sie. Im Prinzip war mir das aber herzlich egal. Ich wäre vermutlich auch nach Bagdad oder Kabul gezogen um der tristen Heimat zu entrinnen. Da ich, wie bereits geschrieben, aus der Nähe Hannovers komme, war die

Landeshauptstadt natürlich schon seit Schulzeiten erste Adresse für Konzerte und das abendliche Feiern, da es in meiner Heimat an vernünftigen Weggehmöglichkeiten fehlte. Da viele Freunde nach dem Abitur in Hannover studierten, war ich auch später immer wieder oft in Hannover. So ist es bis heute geblieben. Als ich in den ersten Wochen und Monaten, in denen ich in Braunschweig war, des Öfteren meine Sympathien zu Hannover bekundete, reagierten alt eingesessene Braunschweiger mit bloßem Unverständnis. Weggehen in Hannover? In der Stadt ist doch überhaupt nichts los! Und wie hässlich allein die Innenstadt ist. Solche und auch andere Aussagen begleitet von heftigem Kopfschütteln musste ich mir ziemlich oft anhören. Braunschweiger betreten Hannover eben nur im Notfall und auch Hannoveraner versuchen Braunschweig zu meiden. Irgendwann entschloss ich mich also, den Ursprung dieses Nachbarschaftsstreits zu erkunden, und da ich von meinen Bekannten nur recht dürftige > << Im Atrium der Fachhochschule: Eigenstudium während der Pause. < Zwischen den Vorlesungen: Fabian lernt in der Bibliothek.

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Informationen bekam, beschloss ich im städtischen Museum vorbei zu schauen. Neben Kaffee und Gebäck wurden mir auch einige interessante Details über die Historie dieses Zwists serviert. Es begann alles schon im frühen Mittelalter. Während sich Braunschweig auf Grund der etwas günstigeren Lage zu einer reichen Handelsstadt entwickelte, dümpelte Hannover noch vor sich hin. Das sollte sich aber bald ändern. Hannover wurde zum Königreich und es gab immer wieder kleinere und größere Streitigkeiten zwischen beiden Städten, da Hannover immer etwas neidisch auf den Reichtum der unabhängigen Handelsstadt schaute. Während der Industrialisierung begann Braunschweig als erste von beiden Städten mit dem Bau einer Eisenbahnlinie und zimmerte das Schienennetz schnurstracks an Hannover vorbei. Als Hannover dann seine eigene Linie bauen ließ, wurde Braunschweig konsequenterweise auch nicht daran angeschlossen. Am augenfälligsten für die Rivalität ist aber die ausgeprägte Konkurrenz der beiden größten örtlichen Fußballvereine. Eintracht Braunschweig und Hannover 96 sind sich wirklich alles andere als

grün. Mehr als wahrscheinlich Auslöser für diese Rivalität ist die Tatsache, dass Braunschweig 1963 in die Bundesliga aufgenommen wurde und nicht Hannover, obwohl beide punktgleich waren und 96 das bessere Torverhältnis hatte. Bei einigen Braunschweigern, meist EintrachtFans, geht die Abneigung sogar so weit,

dass sich diese scheuen die Zahl „sechsundneunzig“ laut auszusprechen oder zu Papier zu bringen. Ein Ausbildungs-Kollege benutzt tatsächlich den Ausdruck 95+1 anstelle von 96. Wenn man andererseits in Hannover erwähnt, dass man aus Braunschweig kommt, hat man mit etwas Glück eine miese Unterhaltung über


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die Vorzüge Hannovers im Vergleich zu Braunschweig am Hals. Wenn es nicht so gut läuft erinnert sich der aufgebrachte Fußball-Fan noch an die Ungerechtigkeit bei der Bundesligagründung und macht einen persönlich dafür verantwortlich. Ein Bekannter von mir, der 96-Fan ist und in Braunschweig wohnt, wurde von

einem anderen aufgebrachten Fan mal während einer Fahrt zum Auswärtsspiel fast verprügelt. Auf Grund des schlechten Wetters verzichtete er auf die Fanmontur und als sein Wohnort bekannt wurde, wollte man ihm ans Leder. Abgesehen vom Fußball lebt die Rivalität der beiden Städte auch durch die vielen Unterschie-

de, die sich vor allem im Stadtbild zeigen. Während Hannover, was Investitionen angeht, eher auf großem Fuß lebt und dafür auch einen einigermaßen unausgeglichenen Haushalt hat, achtet Braunschweig mit fast schon schwäbischer Sparsamkeit darauf nicht zu viel Geld für irgendwelche Bauvorhaben auszugeben, was allerdings oft dazu führt, dass am falschen Ende gespart wird. So finden in Hannover auf dem Messegelände etliche Veranstaltungen statt, von denen Braunschweig nur träumen kann. Aber im Prinzip kann man die Rivalitäten gepflegt ignorieren und beide Städte einfach nur gut finden. Auch wenn ich meine Abende und Nächte lieber in Hannover verbringe, kann man auch nachts in Braunschweig auf seine Kosten kommen. Abgesehen vom öffentlichen Nahverkehrssystem, das in Hannover wirklich sehr gut ist, vermisse ich in Braunschweig eigentlich nichts. Naja, vielleicht ErstligaFußball und das „Heinz“. Aber Hannover ist ja auch nur 45 Minuten mit der Bahn entfernt. << „Unter‘m Schwanz“, der wohl bekannteste Treffpunkt in Hannover. < Der Weg zum Plattenladen führt ihn über den Braunschweiger Marktplatz.

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<< „Zweitausendeins“, Jonathan checkt neue Bücher. „Rip-Tide“, auf der Suche nach neuen Scheiben.


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leine und oker Oberbürgermeister Stefan Weil sprach mit hanns über alte Rivalitäten und neue Kooperationen mit den Nachbarn in Braunschweig. interview: laura zacharias

Herr Weil, gerade unter Hannovers Studenten ist es immer wieder ein heiß umkämpftes Thema - wie schätzen Sie das Verhältnis zwischen Braunschweig und Hannover ein? Ich glaube, das Verhältnis ist besser als sein Ruf. Hannover und Braunschweig sind natürlich ähnlich große Städte, die sehr nah beieinander liegen. Es gibt ja viele Beispiele dieser Art für Rivalitäten zwischen Städten, wie Karlsruhe und Stuttgart oder Köln und Düsseldorf. Und Ihr persönliches Verhältnis zu Braunschweig und dem Oberbürgermeister Gert Hoffmann? Also zunächst einmal bin ich ausgesprochen gern in Braunschweig. Und auch wenn der Braunschweiger Bürgermeister und ich anderen Parteien angehören und komplett unterschiedliche politische Linien fahren, haben wir persönlich ein gutes Verhältnis zueinander. Politisch haben wir als größte Städte Niedersachsens ja auch viel mehr gemeinsam als uns von einander trennt. Da ist von Konkurrenz nichts zu spüren. Wenn allerdings Rivalität irgendwo sichtbar ist, dann im Fußball: Was glauben Sie, warum gerade dort? Tja, im Sport geht es eben meistens darum zu zeigen, wer der Bessere ist. Aber eigentlich gibt es ja unmittelbar gar keinen Grund mehr dafür, denn schließlich spielen wir momentan in unterschiedlichen Ligen!

Seit 2005 ist Hannover ja mit Braunschweig und Göttingen und inzwischen auch mit Wolfsburg zur Metropolregion zusammengeschlossen: Ist das eine rein wirtschaftliche Kooperation oder steckt vielleicht auch das Ziel dahinter, ein bürgerliches Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen? Natürlich handelt es sich dabei in erster Linie um ein wirtschaftliches Vorhaben. Das Gemeinschaftsgefühl ist da noch wenig ausgeprägt. Aber wir denken schon da-


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Politikhungrig? 3 3’09 ’0 03’09 9

Einzelheft E in nzelheft eft fftt 9,00 9 00 0 € IIm m AboEinzelheft 5 5,95 5,9 95 / 4,509,00 € € Im Abo 5,95 / 4,50 €

rüber nach, wie man auch das gemeinsame kulturelle Erbe zusammenführen kann: Hannover und Braunschweig hängen ja zum Beispiel beide sehr eng mit den Welfen zusammen. Heinrich der Löwe in Braunschweig, die Hannoverschen Könige sehr viel später: Diesen Bogen zu spannen, daran arbeiten wir. Auch im Projekt „Niedersächsische Technische Hochschule“ sind Braunschweig und Hannover gleichermaßen beteiligt, im Moment bekommen die Studenten von dieser Kooperation aber noch wenig zu spüren. Die NTH ist ja auch derzeit noch nicht mehr als eine gute Idee. Ob daraus mehr wird, bleibt abzuwarten. Bis die Studenten das gemeinschaftlich-niedersächsische spüren, wird wohl noch eine Menge Wasser die Leine und auch die Oker hinunterfließen.

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Steht ja auch im Moment wirklich nur auf dem Studentenausweis. Was halten sie denn eigentlich von dieser Idee? Die Grundidee finde ich wirklich gut. Aber so wie das Projekt vom Landtag beschlossen wurde, hängt es wohl sehr stark vom guten Willen aller Beteiligten ab, ob es „fliegen“ wird oder nicht.

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hanns - der film

fotos: andy spyra (making of)


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Jonathan Winkler, Franz Sickinger, Niklas Graumann und Felix Kahlo studieren Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Hannover – Fachrichtung Multimedia. Sie haben die Aufgabe einen Imagefilm zu machen. Sie könnten einfach irgendeinen drehen, haben aber Lust einen Auftragsfilm für eine konkrete Unternehmung, ein Projekt anzufertigen. Der Film soll „nicht auf irgendeiner Festplatte vergammeln“, sagen sie. Warum nicht einfach hanns? Sechs Drehtage, viele Schnittnächte. Ziel: „Einen untypischen Imagefilm zu machen, der die Idee des Magazins widerspiegelt, ohne zu konkret oder zu plakativ zu sein.“ Gelungen? Seht selbst: www.derhanns.de


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hauptstadt - Titelstory

Hannovers Untergeschoss Vorhänge statt Toilettentüren, Höhlen von Massenmördern, Geisterbahnen Richtung Südstadt – was geht da ab, wo die Nacht 24 Stunden lang, die Luft stickig ist und wo Bauarbeiter das letzte Mal 1970 eine Stulle gegessen haben? text: ulrike hönemann fotos: sandra wildeboer

Der ABC-Schutz-Bunker unter dem Hauptbahnhof Unter dem ErnstAugust-Platz befindet sich der ehemals größte Tiefbunker Hannovers. Durch den Bau der Passerelle in den siebziger Jahren wurde der Bunker zweigeteilt. Der Nordwestflügel wurde zu einem ABCSchutzbunker umgebaut. 2100 Menschen

können dort Platz finden. Schlafen muss man allerdings in Schichten, denn es gibt nur 700 Betten. Der Bunker ist an die städtische Wasser-und Stromversorgung angeschlossen, man kann dort unten 14 Tage autark überleben. Neben einer riesigen Lüftungsanlage gibt es Dieselgeneratoren und ein Wassersystem, das an

einen Brunnen angeschlossen ist. Sogar ein Krankenzimmer ist vorhanden, in dem ambulante Operationen durchgeführt werden können. Die hygienischen Bedingungen sind aber alles andere als gut. Duschen gibt es keine und nur wenige kleine Waschbecken. Vor den Toiletten befinden sich Vorhänge anstatt >


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hauptstadt - Titelstory

Türen. Die Gefahr ist zu groß, dass sich die Menschen bei hoher psychischer Belastung in den Toiletten einschließen und sich etwas antun. Der Bunker war bis vor einem Jahr theoretisch einsatzbereit. In der Zukunft erfolgen allerdings keine Wartungsarbeiten mehr, denn der Bunker soll aufgege-

ben werden. Glücklicherweise waren die ABC-Schutzmaßnahmen nie notwendig, doch der Bunker wurde nach dem Krieg trotzdem einige Male genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg und nach der Maueröffnung war er eine Anlaufstelle für Flüchtlinge. Selbst in jüngster Vergangenheit wurde der Tiefbunker als Übernachtungsmög-

lichkeit genutzt. Bei einem Spiel der mexikanischen Nationalmannschaft während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 waren einige hundert mexikanische Fans am Bahnhof gestrandet. Die wurden kurzerhand im Bunker einquartiert.


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hauptstadt - Titelstory

Die Geisterstation Beim Bau der UBahn in den sechziger Jahren waren vier Tunnelstrecken geplant, verwirklicht wurden aber nur drei. Die so genannte Linie D, die in etwa der heutigen Linie 10 entspricht, sollte am Goethekreisel in einen Tunnel über Steintor und Hauptbahnhof in Richtung Südstadt bis zum Altenbeke-

ner Damm führen und dort dann wieder an die Oberfläche kommen. Aufgrund dieser Planung wurde beim U-Bahn-Bau unter der heute bestehenden Station am Hauptbahnhof in 15 Metern Tiefe eine weitere Station gebaut. Sie wartet noch immer auf ihren Einsatz. Eine fehlende Lüftung und nicht vorhandene Notaus-

gänge machen die Nutzung für andere Zwecke so gut wie unmöglich.


sein Diebesgut, sondern auch seine Opfer aus der Stadt gebracht haben. Heute endet der Gang nach einigen Metern. Es wird aber vermutet, dass er früher bis unter die Kreuzkirche führte und als Versorgungsgang angelegt war.

Der Hanebuth-Gang Am Hohen Ufer, dort wo jeden Samstag der Flohmarkt stattfindet, führt eine unauffällige Tür in den Hanebuth-Gang. Dieser Gang ist nach dem Räuber und Massenmörder Jasper Hanebuth benannt, der Anfang/ Mitte des 17. Jahrhunderts sein Unwesen trieb. Durch diesen Gang soll er nicht nur


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hauptstadt - hanns entdeckt

backe hanns entdeckt:

Ein Leben für den Fußball

Zeugwarte, so vermutet der Fußballfremde dem Wortsinn nachspürend vollkommen richtig, warten Zeug. Sie waschen Trikots, pumpen Bälle auf, sorgen für Getränke am Spielfeldrand und putzen im Idealfall noch die Schuhe der Spieler. Wenn kleine Stars und große Trainer über die Jahre kommen und wieder gehen, bleiben sie. Und wachsen langsam mit dem Verein zusammen. Bis sie nicht mehr wegzudenken sind. So wie Backe. text: helmut eickhoff fotos: shooresh fezoni

Knapp 13 Jahre ist Backe schon Zeugwart beim SV Arminia Hannover. Vorher war er bei den Sportfreunden in Ricklingen. In dem Stadtteil ist er aufgewachsen, wohnt immer noch dort. Es ist ihm nicht leicht gefallen zu wechseln, aber es ging nicht anders: „Alle Behrends-Freunde mussten gehen.“ Rainer Behrends war damals Trainer beim SF Ricklingen und ist es heute wieder. Als er zwischenzeit-

lich aber fort ging, war es auch für Backe vorbei. Backe heißt eigentlich Klaus Adam. Doch seit sein damaliger Chef ihn vor fast 50 Jahren „alte Pissbacke“ genannt hat, nennt ihn kaum jemand mehr bei seinem richtigen Namen. Backe ist eine Institution in der Fußballlandschaft Hannovers. Über 40 Jahre als Betreuer und Funktionär prägen. Steht Backe am Spielfeldrand, ist er omnipräsent und viel gefragt. Er füllt den Spielbogen aus, weist junge Spieler auf ihr Fehlverhalten hin, versorgt die Fans mit Mannschaftsinterna und begrüßt gegnerische Spieler mit Handschlag und Umarmung. „Ohne Backe würde vieles beim SV Arminia Hannover nicht laufen“, weiß Präsident Jürgen „Scholle“ Scholz. Mindestens sechs Tage die Woche ist Backe für die Arminia unterwegs. Lebensgefährtin Gertrud ist

immer dabei. „Die macht mir immer Theater, wenn ich sie nicht mitnehme.“ Anfang 2008 musste sie die Arbeit alleine machen. Backe lag vier Monate im Krankenhaus. Als er vom Wintertrainingslager auf Gran Canaria wiederkam, trieben ihn unerträgliche Schmerzen ins Krankenhaus Siloah. Blinddarmdurchbruch, künstliches Koma, akute Lebensgefahr. Eine schwere Zeit, während der die Arminia ihn unterstützte, wo es nur ging. Spieler und Funktionsträger halfen Lebensgefährtin Gertrud bei den täglichen Arbeiten und besuchten Backe beinah täglich. Mitte Mai wurde Backe entlassen. Was bleibt, sind zwei Monate ohne jegliche Erinnerung und der große Bogen, den er seitdem um das Krankenhaus Siloah macht. Aber nun ist Backe wieder voll da, auch wenn der Rücken immer öfter zwickt.


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Er will weiter für die Arminia da sein. Durch dick und dünn gehen. „Es gibt fette Jahre und es gibt magere Jahre“, sagt Backe. An den letzten richtig großen Wurf kann er sich noch gut erinnern. In der Regionalligasaison 97/98 haben sie Hannover 96 4:3 geschlagen. Den großen Stadtrivalen. Und das auch noch im Niedersachsenstadion. Arminenpräsident Höxermann soll in Unterhosen auf dem Tisch getanzt haben. Heute spielt 96 in der ersten Liga gegen die Bayern und auf Schalke. Arminia Hannover muss in der fünften Liga gegen Nordhorn, Bavenstedt und Meppen ran. Die Zeiten ändern sich eben. Aber Backe bleibt. Für die Fans, für den Verein und weil es eben nicht geht ohne Fußball. Letztes Jahr ist er 70 geworden. „Wenn ich noch kann, warum soll ich dann aufhören?“ Und wenn der Rücken zwickt, müssen eben die jungen Spieler die Wäschekörbe tragen. „Mussten wir schließlich früher auch.“

Kennst du auch jemanden, der das Leben in Hannover schöner macht? Dann schreib an redaktion@derhanns.de

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hauptstadt - erstaunlich

erstaunlich, hannover, wie es nicht jeder kennt:

entschuldigung, wo finde ich eigentlich gleis 5?

Eine ungewöhnliche Suchaktion Hannovers Hauptbahnhof – Fressmeile und erbauliches Einkaufszentrum. Die Zeiten von abgewrackter Junkie-Stimmung sind spätestens seit der Expo 2000 vergessen. Doch bei allem Modernisierungseifer muss irgendetwas schiefgelaufen sein, denn wo sind eigentlich Gleis 5 und 6? text: laura zacharias illustration: caspar david engstfeld

Eigentlich sehr praktisch. Da rennt man vom Raschplatz aus durch den Hauptbahnhof…aha, der Zug fährt von Gleis 4…Mist, drei Minuten noch... Gleis 13, 12, 11, 10, 9, 8, 7…huch? Das ging aber schnell. Und ganz ohne sportliche Höchstleistungen zu vollbringen. Denn Gleis 5 und 6 sind ungewöhnlich schmal ausgeprägt in der Landeshauptstadt, genauer gesagt: Sie existieren nicht. Normalerweise fällt das überhaupt nicht auf, denn es fährt nunmal kein Zug von Gleis 5. Oder vielleicht doch? Ist es etwa ein unsichtbarer Bahnsteig, der die Verbindung in eine fremde Welt darstellt, wie etwa Gleis 9 ¾ bei Harry Potter? Taucht Gleis 5 vielleicht nur einmal im Jahr auf, zu einer ganz bestimmten Uhrzeit, zu der bestimmte Hannoveraner plötzlich verschwinden, um später auf Gleis 6 wieder in die Realität zurückzukehren? Auch im Internet gibt es keine vertrauenswürdige Antwort auf die Frage,

sondern lediglich waghalsige Theorien. So schreibt eine gewisse „Blondes_“ bei „Yahoo Clever“ auf die Frage, warum es Gleis 5 und 6 nicht gebe: „Da ist im dritten Reich immer der Führer mit seinem Sonderzug angekommen bzw. abgefahren und so wie es keine Plätze oder Straßen gibt, die nach ihm benannt sind, gibt es auf einigen Bahnhöfen diese Gleise nicht mehr.“ Interessante These. Den Fragenden mit den Nicknames „Achso OK“ und „Julie“ scheint diese Antwort zu genügen, denn darüber steht „Gelöste Frage“. Aber ist der Führer denn so oft mit einem Sonderzug nach Hannover gefahren? Nein, irgendwie ist diese Antwort doch unbefriedigend. Es könnten ja genauso gut Deportationsgleise gewesen sein, aber dann würde es bestimmt irgendeine Gedenktafel im Hauptbahnhof geben. Allerdings bringt auch eine weitere gründliche Besichtigung des Hauptbahnhofes keinen Hinweis auf irgendeinen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus. Nichts. Auch das Bahnhofspersonal kann leider keine Auskunft darüber geben, warum die Gleise fehlen. In der Uni-Bibliothek brüstet sich jedes historische Buch über den „König-


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lichen Bahnhof zu Hannover“ mit ganzen sieben Bahngleisen, jedoch steht immer die einzigartige romantisch-klassizistische Architektur im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Da hilft nur noch ein Anruf bei der Zentrale der Deutschen Bahn. Die Dame am Apparat bringt nach einiger Recherche endlich eine nicht logische, aber doch einigermaßen befriedigende Erklärung. Die beiden Gleise seien früher Gütergleise ohne Bahnsteig gewesen, sagt sie. Im Zuge des Bahnhofsumbaus hätte man die Gleise 4 und 7 dann allerdings verbreitert, weil auf diesen immer die Intercity-Züge ankämen und damit besonders viele Menschen ein- und ausstiegen. Somit existiert anstelle der Gleise 5 und 6 nur noch ein einziges Abstellgleis zwischen den Gleisen 4 und 7. Warum man die Nummerierung einfach beibehalten habe, das weiß die Dame allerdings auch nicht. Jedoch finde ich selbst noch einen bedeutenden Hinweis in einem Buch über die Bahnhofsgeschichte: Wer der Architekt des Hauptbahnhofes war, steht bis heute nicht genau fest. Vermutlich ist er beim Bau von Gleis 5 und 6 gleich mit verschwunden…

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hauptstadt - zapfsäule

Kuhfell + Plattenteller Wohnzimmer

Das Centrum: Eine Eckkneipe in Linden Ein Hutgeschäft gibt es dort. Einen dieser alten Schlachterläden, von denen immer mehr dicht machen müssen. Am Lindener Marktplatz. Samstags ist dort immer Markt. Und donnerstags Ladysnight. Im Centrum. text: ulrike hönemann foto: sandra wildeboer

Donnerstag, 21 Uhr. Das Centrum ist voll, so gut wie jeder Platz besetzt, aber an einem Stehtisch in der Nähe der Toiletten finden wir noch einen. Donnerstags ist Ladysnight im Centrum, das heißt es wird an Frauen kostenlos Prosecco ausgeschenkt. Jetzt werden viele denken: Ah, diese Art von Marketing-Gag à la Stonegate kennen wir: so was machen ja nur Kneipen, wo normalerweise keine Frauen hingehen, ein Lockmittel, damit die Männer was zu gucken haben. Aber falsch. Hier hat man nicht das Gefühl von lauter anmachwütigen Männern umgeben zu sein. Keine aufgetakelten Teenies, keine gröhlende Männer, nur gutgelaunte Menschen. Die Stimmung ist angenehm. Schon bei der zweiten Bestellung bekommen wir eine ganze Flasche auf den Tisch gestellt. Wir sind begeistert. So braucht man beziehungsweise frau nicht ständig nach der Bedienung suchen oder zur Theke laufen. Nach einem kurzen Flirt mit dem netten Barkeeper brauchen wir nach einer neuen Flasche gar nicht mehr fragen. Die Musik kommt von der Platte und die DJane sieht so aus, als hätte sie einen guten Musikgeschmack, doch leider können wir in unserer Ecke

von der Musik nichts hören. Laut ist es trotzdem. Zum Unterhalten muss man dicht zusammenrücken oder sich durch laute Zurufe austauschen doch unsere ausgelassene Stimmung wird davon nicht beeinträchtigt. Die Einrichtung im Centrum ist bunt gemischt. Da hängt mal ein kitschiger Kronleuchter von der Decke, dann steht eine überdimensionierte Stehlampe in der Ecke, welche einen Tisch beleuchtet, der von Rattan-Stühlen umstellt ist. Daneben quetscht sich einer der Stehtische. Und irgendwo steht dann auch noch ein Ledersofa rum, macht aber nichts. Auch wenn es etwas durcheinander wirkt, verleiht der Stilmix dem Centrum eine gewisse Gemütlichkeit. Das Kuhfell an der Wand irritiert uns allerdings ein wenig. Wie groß doch so eine Kuh ist. Das Centrum ist eine raucherfreundliche Kneipe. Der Raucherbereich nimmt nicht nur die Hälfte des Raumes ein, dort finden sich auch die meisten und vor allem bequemeren Sitzplätze. Die Wände sind rot gestrichen und es steht eine Palme in der Ecke. Auf einer Leinwand laufen schräge Musikvideos und Werbefilme, doch davon scheint niemand Notiz


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zu nehmen. Die Musik ist hier besser zu hören. Trotz nicht vorhandener Tanzfläche stehen von Donnerstag bis Samstag wechselnde DJs hinter den Plattentellern. Das Centrum befindet sich direkt am Lindner Marktplatz und hat außer der jeden Donnerstag stattfindenden Ladysnight noch einiges mehr zu bieten. Es gibt einen täglich wechselnden Mittagstisch und an Samstagen ein Marktfrühstücksbuffet. Aber auch abends kann man bei knurrendem Magen zwischen Salaten, Baguettes oder Klassikern wie Chili, Gulasch und Currywurst wählen. Auch Liebhaber der Stulle sind hier richtig, es finden sich verschieden belegte Brote auf der Speisekarte. Im Sommer werden Tische und Stühle auf den Marktplatz gestellt und mit einem Glas Weißwein und ein bisschen Fantasie fühlt man sich wie auf einer italienischen Piazza. Eine Kneipe mit Wohnzimmer-Atmosphäre möchte das Centrum sein. Und gerade das macht es so sympathisch. Ein Wohnzimmer mit guten Freunden und einem DJ, der für die richtige Musik sorgt. Ein toller Ort, wenn man unter Leute, aber nicht in die Disco oder einen Club gehen will.

Centrum Lindener Marktplatz 3 30449 Hannover Tel.: 0511 2133121

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hanns und herri unterwegs Ein Herri mit guten Freunden trinken, Karten spielen, über alte Zeiten quatschen, über Neue lachen... nicht ist schöner als ein kühler Schluck Herri in den eigenen vier Wänden. Patrick, 27 Jahre, Sozialwissenschaften


unterrubrik

ELEKTROBEATS INDIENEEDS Ska, Soul, Drum‘n‘Bass und Sixties ab 23 h: 1,50 EURO ab 23.59 h: 3 EURO Out Of Bullerbü DJ Team

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Hanns tanzt Béi Chéz Heinz im Kellerfieber am 3.4.

www.myspace.com/kellerfieber


neulich, aus dem leben eines hanns:

Es ist ein warmer, sonniger Dezembertag in Hanover, fast 70 Grad Fahrenheit. Vom Meer weht eine angenehme Brise und die allgemeine Finanzkrise hindert die Menschen nicht daran, wie verrückt Austern zu kaufen. Hanover County wurde nach dem niedersächsischen Vorbild benannt, lange vor dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, als die Briten noch einen König hatten, der kaum Englisch sprach und wann immer es ging von der Insel flüchtete, um in seiner Heimat an der Leine Zuflucht zu suchen. Hier, wie überall im küstennahen Virginia, liebt  man Austern. Man muss nicht zur Oberschicht gehören, um Austern zu genießen. Diese kosten etwa 70 Cent pro Stück. Ich besuche die Familie meiner Freundin und bleibe über Weihnachten und Silvester. An Heiligabend gibt es Austern in allerlei Variationen: roh (aber bitte nicht schlürfen wie diese barbarischen Franzosen), gegrillt, als Auflauf und als Eintopf. Natürlich gibt es auch Garnelen und einen Felsenbarschsalat. Mir wird die große Verlegenheit zuteil, die eigentliche Hauptattraktion zuzubereiten. Das kann ja kein Problem sein, jeder Mensch weiß, wie man einen Wels mariniert. Natürlich habe ich keine Ahnung, aber gebe mir keinerlei Blöße. Mal sehen... Knoblauch schadet nie, ein paar abstruse Gewürze, fertig ist der Wels und kann ab in den Ofen. Möge ihn die klassische Musik besänftigen, den Ort seiner Garung möglichst wohlschmeckend wieder zu verlassen. Das Abendessen erweist sich als kulinarische Seefahrt und dann kommt der pseudo-dekadente Moment: Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben eine rohe Auster essen. Ich nehme die geöffnete Muschel in die Hand, mit der Gabel löse ich das Austernfleisch heraus und führe die Delikatesse zum Mund, ohne Zitrone und doppelten Boden. Niemand redet mehr, alle Augen sind auf mich gerichtet. Das glibberige Etwas in meinem Mund lässt sich leicht zerkauen. Schnell schlucke ich die Auster herunter und zeige mich begeistert, während ich meine spontane Übelkeit geschickt überspiele. Einen solchen Hochgenuss sollte man mit einem kräftigen Schluck Weißwein herunterschlucken. Der Geschmack der Auster sollte mich am Silvesterabend einholen. An jenem 31.12. sammelten wir uns zunächst bei Adam: einem konservativen, republikanischen, marktliberalen, kiffenden, waffenbesitzenden, sehr wohlhabenden, religiösen Juden mit einer Vorliebe für nichtkoschere Produkte aus Deutschland. Adam wohnt in Arlington, außerhalb von Washington DC. „Ja, ich habe zwei Mal Bush gewählt. Es war ein Fehler. Wenigstens gebe ich es zu“, erklärt er völlig unvermittelt während eines Gesprächs über den sich anbahnenden Konflikt in Gaza. „Hast du denn diesmal Obama gewählt?“, frage ich naiv. „No way! Aber jetzt, wo Obama gewählt ist, hoffe ich, dass er erste Schritte unternimmt, weiche Drogen zu legalisieren.“ Ich zeige mich erstaunt: „Warum wählst du Republikaner, wenn du für die Legalisierung weicher Drogen bist? Du scheinst nicht für konservative Werte zu stehen.“ Adam: „Machst du Witze? Ich hasse die Wertkonservativen, die unsere Rechte einschränken wollen. Ich bin Libertarian. Ich glaube an die Selbstregelungskräfte des freien Marktes. Der Staat soll sich aus allem raushalten, auch aus dem Privatleben der Bürger. Die Republikaner verteidigen wenigstens das Recht auf Waffenbesitz. Ich habe auch eine Kanone.“ Ich frage: „Aus Spaß am Schießen oder zur Selbstverteidigung?“ „Nein, weder noch. Ich habe das Recht eine Waffe zu tragen, also tue ich es. Es ist ein politisches Statement. Jedes Individuum sollte das Recht haben, alles zu tun, solange es anderen nicht schadet. Man sollte alle Drogen, egal wie hart, legalisieren“, erklärt er inbrünstig und entschwindet kurzzeitig auf den Balkon. Ich denke mir, Laissez-faire heißt Lass mich in Ruhe! und spinne das Gespräch in meinem Kopf weiter. Adam: „Ich habe Heroin geraucht und Haschisch gespritzt. Das ist ein politisches Statement.“ Ich: „Aber Haschisch kann man nicht spritzen.“ Adam: „Egal, ich habe das Recht dazu.“ Libertarians sind so etwas wie eine extremistische Abspaltung der FDP, in ihrer Marktgläubigkeit und in ihrem Individualismus viel abstruser, dafür aber authentisch und nicht so aufgesetzt und Brechreiz erregend wie Guido W. Bei der Präsidentenwahl ist der Kandidat der Libertarians

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Zwischen den Jahren im Paralleluniversum

endstation sex

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naturgemäß so chancenlos, dass die meisten Libertarians die Republikaner wählen, um aus ihrer Sicht Schlimmeres zu verhindern. Nun soll es zur eigentlichen Silvesterparty ins benachbarte Washington DC gehen. Während die Frauen mit dem Taxi gefahren sind, wollen wir Männer mit der UBahn nachkommen. Wir haben das Recht dazu, auch wenn die Temperatur dramatisch abgesackt ist und bei –9 Grad Celsius liegt. Die Kälte ist ein Schock, Adam drückt mir eine Flasche Whiskey in die Hand und animiert mich, einen kräftigen Schluck zu trinken. Endlich an der U-Bahn-Station angekommen und mit der Rolltreppe heruntergefahren, fällt mir ein Mann auf, der auf der Schräge zwischen Fahrstuhl und Wand liegt. Wie die meisten Obdachlosen in diesem Land ist er Afroamerikaner. Aber wie kann man bei so einer Kälte unter fast freiem Himmel mit einem Schlafsack auskommen? Ich frage ihn, ob er nichts Wärmeres finden kann. Er heißt Andrew und versichert mir, dass er keine Lust hat, eine „Einrichtung“ aufzusuchen. Dann sieht er mich fassungslos an: „Du hast Nerven. Weißt du, dass man dafür verhaftet wird?“ Erst jetzt bemerke ich, dass ich seit geraumer Zeit ganz offen mit einer Whiskyflasche in der Hand unterwegs bin. Andrew hat früher als Journalist für ein Lifestyle-Magazin gearbeitet, aber war seinem Arbeitgeber nicht boulevardesk genug. Welche Lehren hat er daraus gezogen? Während mir bewusst wird, dass meine Begleiter nicht auf mich gewartet haben, referiert er: „Überschriften sollten grundsätzlich das Wort Sex enthalten. Wichtig ist immer, einen Teaser zu haben. Eine sexy Überschrift führt dazu, dass der Artikel von vielen gelesen wird.“ Nun entwickelt sich ein langes und lebhaftes Gespräch über sensationsheischende Medien, bis ich plötzlich vor Schock erstarre: Wie lange stehe ich hier schon? Es ist Silvester, zwanzig vor zwölf in einer fremden Stadt. Ich habe Adam und seine Freunde verloren, was kein so großes Problem wäre, wenn ich wüsste, wo ich hin muss. Auch das wäre kein großes Problem, wenn ich mein Handy dabei hätte. Ich habe Austerngeschmack im Mund. Andrew hat mir gerade erklärt, wie er obdachlos wurde, aber ich habe nicht zugehört. Ich blicke auf meine Whiskeyflasche. Er schließt mit den Worten: „Manchmal geht es schneller als man denkt.“

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text: alim baluch illustration: caspar david engstfeld 33


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hochschule - titelstory

Urlaub für lau Von der Weser bis an die Elbe und vom Harz bis an das Meer hanns zieht los und erkundet mit dem Semesterticket Orte in Niedersachsen und darüber hinaus. Die vorlesungsfreie Zeit will schließlich genutzt werden.

text: alexa brase und imke rueben fotos: alexa brase


hochschule

Möwen, Meer und Miesmuscheln

Ziel #1: Norderney Geschlagene 770 Euro überweist ein Student der Leibniz Universität für das nächste Semester dem Immatrikulationsamt. 770 Euro, was könnte man damit alles anstellen? Nach Sao Paulo fliegen zum Beispiel. Oder sich über und über tätowieren lassen. Den Klodeckel in der WG vergolden lassen. Schöner Traum, aber das Geld ist weg. Doch so kann man das nicht sagen. Man kann sich nicht nur voll und ganz der Bildung widmen, der Studentenstatus bietet zudem etliche materielle Vorzüge: billiger ins Kino, subventioniert ins Ausland und umsonst mit dem Semesterticket durch Hannover. Dieses erlaubt fahrradmüden Studenten den lieben langen Tag ohne schlechtes Gewissen mit den Öffis durch die Gegend zu fahren. Manch einer kann sogar mit Regionalzügen Eltern und Freunde in der Heimat besuchen, ohne einen Cent für die Zugfahrt hinblättern zu müssen, denn das Semesterticket ist in fast allen Zügen des Nahverkehrs in Niedersachsen gültig. Wie heißt es doch so schön im Niedersachsen-Lied: „Von der Weser bis zur Elbe und vom Harz bis an das Meer“. Na das ist doch schon mal was. Schließlich ist es nicht so, dass unser Bundesland

nichts zu bieten hätte. Schade nur, dass es selten über die Theorie der großen Reisen hinausgeht. Nun, der gemeine Student ist ja grundsätzlich unternehmungslustig, jedoch gleichzeitig ständig knapp bei Kasse und daher sehr genügsam. Woran scheitert es also? Vielleicht fehlt es an Ideen und Organisationsfreude? hanns besucht für euch Norderney, Enschede und den Harz, wo ihr mit dem Semesterticket für fast kein Geld hinfahren könnt.

Zugverbindung: ab 05:21 Uhr alle 2 Stunden Fahrzeit: 3:57h Mit Semesterticket gespart: 81,80 € Bezahlt: 14,60 € für die Fähre (hin & zurück) Jugendherberge: VP ab 28,50 €

Wünscht ihr euch nicht manchmal dorthin, wo es Wind, Sand und Meer gibt? Trotz des weniger maritimen Klimas in unserer Landeshauptstadt ist die >

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hochschule - titelstory

L’auberge néerlandaise – Kurztrip über die Grenze

Ziel #2: Enschede (NL) Nordsee nicht weit entfernt. Der Regionalexpress fährt direkt von Hannover nach Norddeich Mole. Die Fahrt von vier Stunden klingt länger als sie ist. Mit ein paar Freunden und dem ein oder anderen, sehr lange nicht gespielten Kartenspiel im Gepäck vergeht die Zeit wie im Flug. Das Seminar-Skript bleibt idealerweise in der Tasche und man kann mal wieder ausführliche Gespräche über den Sinn des Studiums, Nahost oder die psychologische Konstitution Helmut Schmidts führen. In Norddeich Mole angekommen entscheidet man sich zwischen zwei Ausgängen, dem „Ausgang Norderney“ oder „Juist“. Die Überfahrt zur autofreien Insel Juist würde 75 Minuten in Anspruch nehmen, da erscheinen die 50 Minuten nach Norderney angenehmer. Schon die Überfahrt mit der Fähre fühlt sich an wie Urlaub. Es gibt ein Café-Restaurant und ein Sonnendeck. Wer leicht seekrank wird, dem soll gesagt sein, dass es trotz Wind kein bisschen schaukelt. Direkt am Schiffsanleger beginnt der Rundweg am Strand, man kann also einfach loslaufen und die klare Seeluft genießen. Meer lohnt sich immer, auch wenn es richtig kalt ist. Am Stand entlang spazieren, Wel-

len und Möwen beobachten, Muscheln sammeln, durch den Sand hüpfen, auf den Dünen sitzen, eben am Meer sein. An den Weststrand grenzt direkt die Stadt Norderney, in der es alles gibt, was der zivilisierte Mensch zum Leben braucht. Mehr Natur findet man auf der Ostseite der 14 km langen Insel. Um die zu erkunden, nimmt man sich besser ein Fahrrad mit oder leiht eines vor Ort. Ist einem das zu langweilig, kann man aus einem umfangreichen Freizeitangebot wählen: Windsurfen, Kiten, Segeln, Angeln, Reiten und Minigolf – alles, was Strand und Meer hergeben. Wer länger bleiben will, nistet sich in der Jugendherberge oder einer der unzähligen Ferienwohnungen und Pensionen ein. Die Rückfahrt ist ebenso unkompliziert wie die Hinfahrt, nur dass man dann so richtig schön müde ist, wie man es nur nach einem Tag am Meer sein kann. www.reederei-frisia.de www.surfschule-norderney.de

Zugverbindung: ab 06:09 Uhr jede Stunde Fahrzeit: 4:11h Mit dem Semesterticket gespart: 45,40 € Bezahlt: 6,80 € für das NRW Ticket (34 € für 5 Personen) Campingplatz: 5,75 € pro Person im Zelt Bed and Breakfast: 27,50 € (55€ für 2 Personen)

Reisen bildet ja bekanntlich und Städtereisen, so kurz sie auch sein mögen, bringen immer neue Einblicke. Schier unglaublich, dass man mit unserem Semesterticket sogar fast umsonst ins Ausland fahren kann. In unserem schönen Nachbarland, den Niederlanden, liegt Enschede, eine nicht allzu große Kulturstadt ziemlich direkt hinter der Grenze. Über Osnabrück und Münster geht die Fahrt, bis nach Enschede reicht das „SchönerTagTicket NRW“ für 34 Euro und fünf Personen, das man schon in Hannover am Automaten kaufen kann. In Enschede beginnt die Ladenpassage direkt am Bahnhof mit erstaunlich vielen kleinen Lädchen, die nicht internationalen Mo-


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demonopolisten angehören. Zudem stolpert man nicht nur alle paar Meter über den einen oder anderen Coffee-Shop, sondern begegnet auch vielen Menschen unseres Alters. Die Universiteit Twente für Technik und Sozialwissenschaften in Enschede mit ca. 8000 Studenten ist

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die einzige Campusuni der Niederlande. Was das heißt, kann man beim „Batavierenrace” feststellen, einem 185 Kilometer langen Staffellauf zwischen Nijmegen und Enschede, der dieses Jahr am 25. April um Mitternacht in Nijmegen startet. 300 Teams, bestehend aus 7500 >

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hochschule - titelstory

Was Rodeln mit Boxen zu tun hat

Ziel #3: Harz Studenten, nehmen teil und wenn alle Läufer am Abend des 26. April in Enschede angekommen sind, startet die größte Studentenparty der Niederlande mit über 12000 Besuchern. Wenn man mehrere Tage bleiben will, gibt es genügend Übernachtungsmöglichkeiten. Die günstigste bietet der Campingplatz „De Twentse Es“. Wer ein bequemeres Plätzchen direkt im Zentrum sucht, kommt zum Beispiel im „Bed en Brood“ unter, einem kleinen, von Künstlern betriebenen Bed and Breakfast. Nach dem ausgiebigen niederländischen Frühstück am nächsten Morgen bleibt Zeit, die Stadt noch von einer anderen Seite kennen zu lernen: Museen, Galerien, Theater und ein kostenloses Mittagskonzert im „Muziekcentrum“ verkürzen die Zeit bis zum Abend. Und vielleicht bietet sich am Ende die Möglichkeit, die ein oder andere neue Bekanntschaft in unser schönes Hannover einzuladen. www.stadtenschede.de www.batavierenrace.nl www.twentse-es.nl/index_en.html www.a3-art.nl/bed_en_brood.html

Zugverbindung: 06:51 Uhr, dann ab 08:55 Uhr alle zwei Stunden Fahrzeit: ca. 1:20h bis Bad Harzburg ca. 1:46h bis Wernigerode ca. 2h bis Braunlage Mit dem Semesterticket gespart: 35,20 € Bezahlt: je nach Gusto entweder gar nichts oder (jeweils hin und zurück) 6,90 € nach Wernigerode 9,20 € nach Braunlage 24 € für die Brockenbahn (mit mehreren Leuten günstiger)

„Es ist nicht der Berg, der dir zum Klettern so hoch erscheint, es ist der Kiesel in deinem Schuh“, sagte schon Muhammad Ali. Eingebürgerte Hannoveraner, die südlich des Weißwurst-Äquators mit Alpenblick aufgewachsen sind, werden vielleicht schmunzeln, wenn man beim Harz von Bergen spricht, aber für einen Niedersachsen sind das Berge. In Bad Harzburg, dem „Tor des Harzes“, können sportliche Studenten mit gutem Schuhwerk Gefallen am Teufelsstieg finden. Dieser führt direkt von Bad Harzburg aus

über 13 Kilometer und 950 Höhenmeter zum Brocken, auf dem besondere klimatische Verhältnisse herrschen, die mit denen Islands vergleichbar sind. Alternativ kann man für diese Aussicht nach Wernigerode in Sachsen-Anhalt weiterfahren. Von dort aus ist der Brocken um einiges leichter zu erreichen, selbst verkatert und mit Stöckelschuhen. Die Brockenbahn bringt einen nach oben und am idyllischen Talort Schierke vorbei, einem der vielen Orte im Harz, die zum Rodeln und Langlaufskifahren einladen. Damit man auf das Rodeln auch im Sommer nicht verzichten muss, bietet der Ort eine Sommerrodelbahn mit dem Abenteuer versprechenden Namen „Brocken Coaster“. Ähnliche Möglichkeiten gibt es in Braunlage (von Bad Harzburg aus mit dem Bus erreichbar), hier kann man „Monster-Roller“ leihen. Das sind Roller mit großen Stollenreifen, mit denen man die Abfahrt vom Wurmberg wagen kann. Der Wurmberg ist mit 917 Meter der höchste Berg Niedersachsens. Bei Schnee kann man sich in Braunlage für ca. 5 € Schlitten ausleihen und sich dann mit der Wurmberg-Seilbahn für weitere 4,50 € bis zur Mitte des Bergs gondeln


lassen. Hier beginnt die 2000 Meter lange Rodelbahn und wenn alle â&#x20AC;&#x17E;Nochmal!â&#x20AC;&#x153; schreien, kann man, mit oder ohne Kiesel im Schuh, einfach mit der Seilbahn wieder hochfahren.

www.harzinfo.de www.monsterroller.de www.brocken-coaster.de


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hochschule - klischee

Verdammt, bin ich heute wieder verschleimt! Studenten über Studentenklischees Ja, die Kunst ist ein schwieriges Feld. Nur wenige schaffen es sich mit den schönen Künsten ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Konkurrenz ist riesig, der Arbeitsmarkt klein. Da ist die Oper keine Ausnahme. Nicolas (24) hat sein Studium der Germanistik und Anglistik gegen das des Operngesangs getauscht. Er erzählt, was dieses Studium und vor allem die Studenten so einzigartig macht. protokoll: melody garcia brenn illustration: mizzo

Man sagt, ein Lokal, in dem sich eine Gruppe Opernsänger niedergelassen hat, ist entweder innerhalb weniger Minuten geräumt oder aber der Gruppe gehört in Kürze die gesammelte Aufmerksamkeit der restlichen Gäste. Das liegt an der dem Opernsänger eigenen Eigenschaft eben immer noch einen Zacken lauter werden zu können um die eigene Ansicht gegenüber den anderen angemessen zu artikulieren. Dafür ist eine ausgebildete Stimme sowie die gelernte Fähigkeit das Gesagte durch bedachte Gestikulation zu untermalen schon recht hilfreich. Und meistens dreht sich eine solche Unterhaltung tatsächlich rund um das Thema Kunst und Gesang, wodurch natürlich immer mal wieder kleine Gesangseinlagen in die Konversation eingestreut werden können. Darin sind sich Opernsänger schon recht ähnlich. Ansonsten gibt es jede Menge hartnäckige Klischees, die uns betreffen, die wirklich nicht stimmen. Naja, sagen wir fast nicht. Es gibt tatsächlich mehr Frauen als Männer unter den Studierenden, aber die sind natürlich nicht alle übergewichtig oder tragen ganztägig barocke Kleider. Obwohl ich es tatsächlich schon erlebt

habe, dass manche sich einfach nicht von ihrem Bühnengewand trennen konnten. Das Stereotyp des eitlen, stets auf das optimale Befinden seiner Stimmbänder achtenden Sängers ist natürlich auch etwas überzogen, wenn auch nicht ganz falsch. So hört man in den Gängen der Hochschule für Musik und Theater immer wieder so schöne Sätze wie „Verdammt, bin ich heute wieder verschleimt“, und auch der klischeehafte Sängerschal ist kein seltener Anblick. Natürlich muss man auf seine Stimme achten. Die ist schließlich unser Transportmittel und einziges Instrument auf der Bühne. Rauchen und übermäßig viel Rotwein schadet der Stimme und ist somit absolutes Tabu. Ansonsten muss jeder für sich entscheiden was gut für ihn ist, was er tut oder eben lässt. Feiern geh ich natürlich dennoch gerne und neben Klassik steht bei mir auch einiges an Elektro oder Jazz im CD-Schrank. Aufgrund der Zeiteinteilung ist das Studium eigentlich eher nebenjobfeindlich. Da sich ohne Geld viele Pläne nur schwer verwirklichen lassen, muss man eben Wege finden um beides miteinander zu vereinbaren. Für die meisten bietet es sich natürlich an, das im Studium Erlern-


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te gleich zu Geld zu machen. Daher geben viele Operngesangsstudenten Konzerte auf Betriebsfeiern oder Hochzeiten um sich etwas dazu zu verdienen. Das habe ich auch schon öfters gemacht, aber auch als Host und Moderator auf Messen oder als Tankwart hab ich schon gearbeitet. Es lebt sich für uns abseits von Bühne, Schminke und Scheinwerfern also auch unglamourös recht gut. Ich habe mir mit einer Agentur und der Fotografie ein zweites Standbein geschaffen, das es mir ermöglicht finanziell unabhängig zu bleiben. Das war mir immer wichtig, weil ich mir die Freude, die mir der Gesang bereitet, und die Energie, die ich in mein Studium stecke, unbedingt bewahren möchte. Dabei sollen mir einfach keine

Zukunftssorgen im Nacken sitzen. Prägend für Leute und Studium ist das extreme Auswahlverfahren. Von knapp 350 Bewerbern werden letztlich nur zehn angenommen. Wer es aber dann geschafft hat, kommt in den Genuss der Vorteile einer der teuersten Studiengänge überhaupt. Es hat schon etwas Elitäres das außerordentliche Privileg genießen zu dürfen Einzelunterricht zu bekommen. Davon können Studenten, die sich jeden Morgen in überfüllten Vorlesungssälen wieder finden, nur träumen. Vielleicht resultiert daraus das Vorurteil, Studenten des Operngesangs seien irgendwie versnobte Sprösslinge eines akademischen Elternhauses, denen die Klassik schon in die Wiege gelegt wurde. Tatsächlich gehört jedoch für mich

die Tatsache, dass es eben nicht den typischen Operngesangsstudenten gibt, zu den Dingen, die mir an meinem Studium besonders gefallen. Ich denke es gibt wenige Studiengänge, die so durchmischt sind wie dieser. Die Leute kommen aus den unterschiedlichsten Familien, aus den verschiedensten Winkeln der Welt und einige studieren auch ohne Abitur. Ich weiß, dass ich mir mit meinem Fach aufgrund der riesigen Konkurrenz keine leichte Schiene ausgesucht habe. Umso mehr freut es mich, dass es unter den Studierenden gegen alle Erwartungen kaum Neidereien oder Missgunst gibt. Was der Gesang mir bedeutet? Die Möglichkeit den Menschen etwas in Ruhe zu vermitteln, Emotionen zu wecken und Gedankenanstöße zu geben. Eine Welt ohne die Opersänger würde sich natürlich weiter drehen. Aber sie wäre auch ein kleines bisschen weniger bunt.

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hochschule - einblick

Zu Gast bei Hannibal Hautnah bei den Göttern in weiß 9 Kilometer trennen die Medizinische Hochschule Hannover vom Welfenschloss. Nichtmediziner verirren sich nur selten an die MHH. Dementsprechend erschlagend wirkt das 400.000 Quadratmeter große Areal für Außenstehende. Schließlich ist die MHH größer als 50 Fußballfelder. Wie mag es wohl hinter jenen sagenumwobenen Mauern aussehen, in der die zukünftigen Ärzte unseres Vertrauens ausgebildet werden? Um das herauszufinden, begleitet hanns drei Medizinstudenten. text: maria eggers fotos: mirja zentgraf illustration: irene themann

Es ist Nachmittag, Montagnachmittag und ich treffe mich mit der Erstsemestlerin Juliane. Sie ist eine von etwa 2.500 Studenten des Modellstudiengangs Hannibal. „Anatomie am Lebenden“ steht heute auf dem Lehrplan. Statt in der Pathologieabteilung zu sitzen, wie man vielleicht glauben könnte, gehen wir in einen kleinen gemütlichen Seminarraum, der einem Klassenzimmer ähnelt. 25 Studenten befinden sich in dem Seminar. Interessanterweise sind die Frauen hier in der Überzahl. Auf 19 weibliche Medizinstudentinnen kommen lediglich 6 männliche. Insgesamt sind 60% aller Medizinstudenten Frauen. Tendenz steigend. Lustigerweise besitzt die Dozentin von jedem Studenten kleine Kärtchen, die mit Namen und Passfoto versehen sind. Es gibt tatsächlich noch Professoren, die die Namen ihrer Seminarteilnehmer kennen. Nicht schlecht! Die Atmosphäre ist dementsprechend gelöst. Von elitärem Gehabe keine Spur. „Probieren sie es aus“, lautet das Motto. Heute machen die Studenten Abdrücke ihrer Füße. Also bekommt jeder Student eine Box. Es wird gekichert und gelacht. Eindringlich untersuchen die Studenten ihre

Füße. „Hohlfuß oder Plattfuß?“, ist hier die Frage. Spätestens bei diesen Doktorspielchen müssten sich doch die ersten Pärchen gefunden haben. Auch, wenn das bei dem geringen Männeranteil natürlich schwierig wird.


hochschule

Juliane erzählt, dass sie lange den Wunsch hegte Medizin zu studieren. „Schließlich sind nicht nur meine Eltern Mediziner, sondern auch in unserem Bekanntenkreis wimmelt es nur so von ihnen.“ Eine Überzeugungstäterin also.

Dementsprechend glücklich ist sie, endlich dort angekommen zu sein, wo sie schon immer hinwollte. „Auch, wenn es manchmal ganz schön anstrengend ist.“ Am Mittwoch bin ich mit Rosa verabredet. Sie ist schon im fünften Semester. Auch sie will später genau wie Juliane Kinderärztin werden. Mit ihrer lieben und aufgeschlossenen Art sind diese beiden wirklich eine Idealbesetzung dafür. Die Vorlesung trägt den klangvollen Titel: „Pharmakologie und Toxikologie.“ Zu Vorlesungsbeginn um kurz vor 9 befinden sich lediglich vier weitere Studenten im Hörsaal. Finden Mediziner das Thema „Autokonvulsiva, Antidystonika und Missbrauchssubstanzen“ etwa so langweilig? Nein, sie sind einfach nur müde. Denn nach circa 10 Minuten trudeln weitere 15 Studenten ein. Der Dozent erklärt unter anderem, was Absencen sind. Das kommt vor allem bei Kindern im Grundschulalter vor. Sie schließen ein bis zwei Minuten die Augen und sind, wie der amerikanische Wortlaut schon suggeriert, einige Zeit abwesend. Unglücklicherweise erkennen die meisten Lehrer diese Krankheit nicht und deuten dieses

Verhalten als Unaufmerksamkeit. Kenne ich. Diese Absencen hatte ich früher in der Schule auch immer. Vor allem in Mathe und Physik. Allerdings gingen meine Absencen über die beschriebenen zwei Minuten weit hinaus. Es geht weiter mit Medikamenten zur Behandlung von epileptischen Patienten. Nachdem der Dozent erklärt, dass Schwangere manche Medikamente nicht nehmen dürfen, „weil sie die Intelligenz ungeborenen Lebens beeinträchtigen“, schließt sich folgende Aussage an: „Die meisten von Ihnen haben einen IQ von 100 und liegen damit im Normalbereich. Einige von Ihnen haben sogar einen IQ von 130. Ich glaube, dass keiner, der hier sitzt, untere Werte hat. Diese Leute sitzen woanders.“ Ha! Da hat er wohl nicht mit mir gerechnet! Spaß beiseite, dieser Kommentar kommt nicht gut an. „So was,“ erzählen die Mädels später genervt, „hören wir hier von den Dozenten öfter.“ Der Freitag ist mein letzter Tag an der MHH. Doch der hat es in sich. Um 8 Uhr morgens begleite ich Max und seine Freunde, die allesamt im neunten Semester sind, zu ihrer ersten Vorlesung an >

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hochschule - einblick

diesem Tag. Max gehört eindeutig nicht in die Kategorie Kinderarzt. Er wirkt eher wie der Typ zukünftiger Star-Chirurg. Jemand, der Medizin des Ruhmes und Geldes wegen studiert. „Wusstest du, dass ein Chirurg im Durchschnitt nur 58 wird?“, fragt Max seinen Kommilitonen. „Ja dann solltest du dir das noch mal überlegen!“ antwortet dieser. Hab ich‘s doch gewusst. Chirurg. Die Studenten sind gestresst. Schließlich schreiben sie momentan wöchentlich Klausuren. 16 Stück in 10 Wochen. Für einen Neuntsemestler ist das Wochenende sprichwörtlich „im Arsch“. Max erzählt unterdessen, dass die Entscheidung Medizin zu studieren „ein dummer Zufall“ war. Wie jetzt? Eigentlich wollte er ja Pilot werden. Bis er seinen Zivildienst leistete. Als er sich da um alte Menschen kümmerte, hat ihm das solchen Spaß gemacht, dass er sich dazu entschloss Medizin zu studieren. „Um Menschen zu helfen.“ Mist! Schon wieder so ein Lieber. Aber eigentlich auch schön. Langsam wird mir klar, dass das Medizinstudium einfach zu hart ist für Leute, die einfach nur nach Anerkennung lechzen. „Wenn ich so nachdenke“, sagt Max, „haben

wir bisher mindestens 200 Klausuren geschrieben.“ Au Backe! Um das durchzuhalten müssen Medizinstudenten das, was sie machen, einfach lieben. Es ist Mittagszeit. Die Studenten rennen zur Mensa. Max und Co. äußern das erste Mal Kritik. „Viel zu teuer“ sei die Mensa. Und richtig lecker sieht auch anders aus. Da jedoch kein anderes Restaurant in greifbarer Nähe ist, drückt ihr Hunger das Essen dann doch irgendwie rein. Danach ist der Tiefpunkt erreicht. Alle fühlen sich geschlaucht und würden am liebsten eine kleine Siesta einlegen. Auch das noch! Ein Dozent, der locker ihr Opa sein könnte und seit über 12 Jahren emeritiert ist, doziert jetzt „Prophylaxe und Pharmatherapie der chronischen Herzinsuffizienz“. Die Jungs überlegen ernsthaft Zahnstocher einzusetzen, „um die Augen offen zu halten“. Doch zur Überraschung aller erweist sich der „alte Opa“ als erfrischendes Unikat. Er nimmt sein hohes Alter auf die Schippe und spricht frech aus, was die meisten Zuhörer insgeheim denken. „Als ältester Dozent bin ich natürlich prädestiniert dafür über Herzkrankheiten zu sprechen.“ Damit ist das Eis gebrochen. Die Stu-


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denten kleben, trotz ihrer Müdigkeit, an seinen Lippen. Er erklärt, dass es bei der Behandlung von Herzkrankheiten das therapeutische Ziel ist, die Lebensqualität der Patienten anzuheben. „Schließlich ist es ganz schrecklich, wenn Oma und Opa mal krank sind, weil sie doch auf die kleinen Piepsmäuse (Enkel, Anm.

der Red.) aufpassen müssen.“ „Gesunde Ernährung und Sport“, predigt er seinen Zuhörern, „sind die besten Präventionsmaßnahmen.“ Glücklicherweise sorgt bei ihm „sein lieber Wauwau“ für den Sport. Am Ende sind sich die Studenten einig. „Das war die beste Vorlesung, die wir je hatten.“ Opa sei Dank!

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hochschule - in der mensa mit

studierenden helfen In der Mensa mit Frau Freese Hektik, Zeitdruck oder ewiges Aufschieben? Panik vor Prüfungen, Ärger in der WG oder Stress mit dem Partner? Dr. Waltraud Freese ist Beraterin und Leiterin der PsychologischTherapeutischen Beratung (ptb). Sie und ihr Team wissen Antworten auf diese Fragen, Lösungen für diese Probleme. hanns fragt nach: was genau macht die ptb und wie kann sie Studierenden helfen? interview: natalie basedow foto: sandra wildeboer

Frau Freese, wann waren Sie das letzte Mal in der Mensa? Was ist Ihr Lieblingsessen? Das ist schon eine ganze Weile her. Im Oktober habe ich meine KollegInnen nachträglich zu meinem Geburtstag ins Cum Tempore in der Hauptmensa eingeladen. Mittags esse ich ansonsten eher ein Brötchen und trinke einen Tee. Und in der Mensa esse ich am liebsten Salat oder etwas Vegetarisches. Was ist die Psychologisch-Therapeutische Beratung und wer kann zu Ihnen kommen? Die ptb ist eine kostenlose und vertrauliche Beratung für die Studierenden der fünf Hochschulen Hannovers, aber auch Promovierende und Beschäftigte der Leibniz Universität können zu uns kommen. Von ca. 34.000 Studierenden kommen jährlich 600 Ratsuchende zu uns. Viele Studenten würden vielleicht gerne eine Beratung wahrnehmen, aber sie trauen sich nicht. Wie schätzen Sie die Hemmschwelle der Studierenden ein? Die Hemmschwelle ist beim ersten Besuch tatsächlich oftmals hoch. Grundsätzlich ist es einfacher, wenn der Kontakt zur ptb von KommilitonInnen empfohlen wurde, die schon mal bei uns waren. Etwa 30 Prozent der Ratsuchenden kommen auf Empfehlung von KommilitonInnen. Für viele ist das erste Mal ein großer Schritt. Wir sind froh, dass wir uns dieses Gebäude mit dem AStA und der Bibliothek Sozialwissenschaften teilen. Dieser Umstand mindert die Hemmschwelle. Was für Probleme haben die Studierenden, die ihre Beratung wahrnehmen und wie können diese bewältigt werden? Die Ratsuchenden kommen mit studienbedingten und/oder persönlichen Problemen, meistens wirkt sich das Eine auf das Andere aus. An erster Stelle besuchen uns Studierende mit interpersonellen Problemen, das heißt in der Partnerschaft läuft gerade etwas schief, es gibt Probleme mit WG-MitbewohnerInnen, oder Schwierigkei-


hochschule

ten mit Lehrenden. Sehr häufig kommen Zeitmanagementprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Prüfungsangst zur Sprache sowie Zweifel das eigene Studium fortzuführen. In Einzelgesprächen werden dann Strategien zur Krisenbewältigung entwickelt. Und um Hektik, Zeitdruck und ewiges Aufschieben in den Griff zu bekommen und Prüfungsangst mit Ruhe zu begegnen, bieten wir zusätzlich entsprechende Workshops an. Für Studierende, die sich noch nicht persönlich zu uns trauen oder wegen Zeitmangels unsere Beratungszeiten nicht wahrnehmen können, haben wir 2004 eine Onlineberatung eingeführt. Ein Drittel der Ratsuchenden studiert an der philosophischen Fakultät. Womit hängt das zusammen? Ich denke, es hängt sicher zu einem Teil mit der Offenheit und Bewusstheit der Studierenden zusammen, denn unserer Erfahrung nach ist es auch eine Kompetenz, sich Beratung zu erschließen. Für männliche Studenten insbesondere aus dem technischen Bereich ist es oftmals etwas schwieriger die Hemmschwelle abzulegen. Haben Sie das Gefühl, dass die Umstellung auf das Bachelorsystem und die Einführung der Studiengebühren den Druck auf die Studierenden erhöht hat? Das Bachelorsystem bietet für Einige Vorteile, weil die Planung des Studiums vorgegebener ist, und der Übergang vom Schulsystem sich weniger unterscheidet. Während in den früheren Studiengängen die Selbstständigkeit des Denkens schon frühzeitig im Vordergrund stand, liegt der Fokus der Bachelorstudierenden auf der Notwendigkeit, das zu erfüllen, was verlangt wird, mit dem Ziel, entsprechende Credits in einem bestimmten Zeitraum zu erlangen. Somit ist der außenbestimmte Druck natürlich stärker als bei Magister- und Diplomstudierenden. Freiräume konstruktiv zu füllen ist auch eine Leistung und das fällt beim Bachelorstudium eher weg. Und sich Freiräume im Privaten zu erschließen ist so umso schwieriger. >

Um die Sensibilität rund ums Thema zu berücksichtigen, interviewten wir Dr. Waltraud Freese in ihrem Büro, danach ging’s aber noch auf einen Kaffee in die Sprengelstube.

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hochschule - in der mensa mit

Frau Freese, wie sind Sie eigentlich an die Leibniz Universität gekommen und wie wird man Unipsychologe? Ich habe Diplompsychologie in Oldenburg studiert und danach dort an der Uni gearbeitet. Anschließend habe ich in Bremen gearbeitet und promoviert und gleichzeitig eine psychotherapeutische Weiterbildung in integrativer Gestalttherapie und in Verhaltenstherapie gemacht. Und mich interessierte dann sehr die andere Seite - von der Lehre zur Beratung. Mein Vater hat hier an der damaligen TH Elektrotechnik studiert und als ich von der Stellenausschreibung erfuhr, hat es mich sehr gereizt wieder in meine Geburtsstadt zurück zu kommen. Als Psychologin hat man doch sicherlich auch mal anstrengende Tage. Was mögen sie an ihrer Arbeit und was nervt sie? „Nerven“ trifft meinen Arbeitsalltag eher weniger. Aber die Grenzen der eigenen Arbeit zu erkennen ist notwendig und nicht immer einfach. Mit der Zeit lerne ich immer besser, dass es nicht im ersten Gespräch notwendig ist, eine Lösung zu finden. Studierenden und sich selbst Zeit zu geben und genau das auch zu vermitteln in einem Studienumfeld, wo meistens das Gefühl dominiert, dass keine Zeit vorhanden ist, ist eine unserer Aufgaben. Wenn dieser Prozess gelingt, ist es für beide Seiten bereichernd. Zeit ist für uns alle etwas sehr Zentrales. Wir versuchen einen Raum zu schaffen, in dem diese Ruhe auch wahrgenommen werden kann. Und es geht oftmals darum, Wege aufzuzeigen, dass vieles machbar ist, was möglicherweise schon nicht mehr realisierbar schien. Und dass es erlaubt ist, Träume zu haben und diese auf den je eigenen Weg zu bringen. Hätten Sie zum Abschluss vielleicht noch ein paar allgemeine Tipps gegen Prüfungsangst? Ganz allgemeine Tipps sind schwierig….aber jede(r) kann auf unsere Website gehen, da gibt es ein Modul zur Bewältigung von Prüfungsangst und ein Modul zum Zeitmanagement. Auf Selbsthilfebasis kann frau/man sich dort ein paar Tipps holen.

Psychologisch-Therapeutische Beratung für Studierende (ptb) Welfengarten 2C (Theodor-Lessing-Haus) 30167 Hannover Tel. 0511/762 -3799 info@ptb.uni-hannover.de www.ptb.uni-hannover.de


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auftritt - titelstory

bühne frei.. und wild Mein erstes Mal auf einem Poetry-Slam

Sich einem Publikum stellen, Texte vortragen mit sofortiger Rückmeldung, hart aber fair. Keine fade Lesung mit Schreibtisch und Leselampe. Aufstehen, ins Mikro schreien, flüstern, lispeln. Dem Text nachfühlen, das ist die Devise. Willkommen beim Poetry Slam. text: franziska riedmiller

fettige pizzen liegen in glasvitrinen aus, eine mitfünfzigerin, brünett gefärbter kurzhaarschnitt, wartet gelangweilt auf kundschaft.

Mein erstes Mal auf einem PoetrySlam, aktiv versteht sich. Ich will einen neuen, geilen Text schreiben. Einen, der mitreißt. Doch die Zeit rennt, plötzlich sind es noch drei Tage bis zum Auftritt und immer noch kein Text in Sicht. Also krame ich aus Zeitnot eine Kurzgeschichte aus der Schublade, ein halbes Jahr alt, eigentlich zu literarisch für den Vortrag, mehr ein Lesetext. Ich kürze ihn auf vier Minuten.

Es ist so weit, heut Abend geht’s los, ich hetze zum Ballhof. Am Eingang stehen schon ein paar Poeten und Moderatorin Maria. Eine Stunde bis zum offiziellen Beginn. Wir sind zehn Texter, glücklicherweise auch etliche Anfänger dabei. Ich stehe etwas planlos im Eingang, weiß nicht, wohin mit mir und der Zeit, vielleicht doch noch schnell einen anderen Text schreiben?! Die Bühne ist im Foyer aufgebaut. Allmählich trudelt das Publikum ein. Ein regionaler Fernsehsender ist auch dabei. Am Tisch im Eingang werden 10 Gläser aufgestellt. Wir Slamer werden dazu verdammt, ein Selbstportrait zu malen und an eines der Gläser zu hängen. mich überkommt eine unwahrscheinliche lust, unter der absperrung hindurch zu schlüpfen und den koffer zu entwenden. ein neues leben mit einem neuen koffer anfangen.

Moritz kommt aus Kiel und ist beinah professioneller Slamer. Er reist durch ganz Deutschland zu etlichen Veranstaltungen. Jetzt fachsimpelt er mit Maria über Slamer X und Y, ich kenne keinen. Mir wird leicht mulmig. Ich frage mich, was

ich hier mache. Die Slamszene ist mittlerweile ein richtig hartes Geschäft mit Weltmeisterschaften und kleinen Stars. Ich setze mich auf die Bank. Die Glasfassade kühlt meinen Rücken, ich versuche ruhig zu bleiben, betrachte Hannovers Altstadt bei Nacht durchs Fenster. Der Beginn zieht sich, ein weiterer Poetry-Frischling läuft auf dem Gang auf und ab, liest noch mal seinen Text. 19.45 Uhr. Moderatorin Maria betritt die Bühne, es geht los! Hallo bei free-wild. Free-wild ist eigentlich kein richtiger Slam, sondern eine junge Literaturreihe mit immer anderen Themenstellungen. Nächstes Mal muss ein Lied, das das Leben des Vortragenden in irgendeiner Weise beeinflusst hat, für einen Text herhalten. Doch diesmal ist es Poetry! Diese Veranstaltung im kleinen Rahmen ist optimal für meinen Einstieg in die lyrische Öffentlichkeit. Maria erläutert die Regeln: Nur selbst verfasste Texte, keine Kostüme oder Requisiten, maximal fünf Minuten, das Publikum bestimmt den Gewinner mittels Plastikweintrauben. Jeder Zuschauer hat dabei eine Stimme (Weintraube), die er


Die Reihenfolge wird per Losverfahren festgelegt. Vor Aufregung oder Verwirrung gibt es mich plötzlich zweifach. Sisso (mein Spitzname) aus Hannover und Franzi aus München. Damit ist mir schon mal ein Lacher sicher, auch ohne super Text. Ich bin als Siebte an der Reihe. Verfolge mit Spannung meine Vorgänger, beobachte ihre Nervosität, was meine leider nicht lindert. Ein Appell an unsensible Üstra-Mitreisende wird gegeben, ein Gedicht an den Verflossenen. Das Bild eines völlig bedröppelten Exfreundes drängt sich mir auf, der durch die Fensterfront im Foyer seinem Nachruf lauscht. Plötzlich mein Name, erschreckt springe ich auf. Für meine multiple Persönlichkeit werden mir gleich zwei Mikros bereitgestellt. Jetzt oder nie. Ich bekomme

ich bemerke, wie ich in meiner haltung erstarre, der linke arm hält das rotweiße band in die höhe. langsam lasse ich meinen arm sinken und schaue der sich entfernenden zukunft hinterher. der trupp samt koffer ist aus meinem gesichtsfeld im geschäftigen treiben des bahnhofs verschwunden. eine polizistin rollt das band auf. reisende laufen über den vor kurzem noch gesperrten bereich. bald wird alles so aussehen, als wäre nichts gewesen. und: es war ja auch nichts.

Im Zickzack steige ich über die am Boden sitzenden Zuschauer zurück zu meinem Platz. Jetzt kann ich noch die restlichen Slamer genießen. Die Beiträge sind sehr unterschiedlich, von gedichteter Lyrik, bemühtem Hiphop, einem Appell an die Jugend und einem rockenden Religionslehrer, der es auch mal richtig krachen lassen will. Der Profi Moritz entpuppt sich als stilsicherster Slamer und geht auch aus dem Finale als Sieger heraus, ob als Hitler oder sehnsüchtiger Dichter. Erleichtert und beschwingt hüpfe ich nach Haus. Alles in allem ein gelungener Abend, sehr zu empfehlen für alle, die mal nicht nur im stillen Kämmerlein dichten wollen! „Kofferflucht“ Textauszüge aus meinem vorgetragenen Text

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BIS H ARA ESISC N CHI LISCH H C ENG ZÖSIS N H FRA CHISC E H GRI ENISC H C LI ITA WEGIS R NO ISCH SCH I N POL UGIES H T POR EDISC W SCH ISCH N . SPA ISCH R .. K MEH TÜR

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3 Standorte in Hannover Oststadt • List • Linden

erschreckt stelle ich fest, dass ich direkt vor der absperrung stehe und nun das kühle band leicht durch die finger gleiten lasse, streichle. ich bin ist ganz ruhig, hebe die absperrung an. keiner wird mich an meinem plan hindern. werde alles zurücklassen, wie es ist.

kaum was von meinem Text mit, muss ihn vorgetragen haben, denn ich bin an der letzten Zeile angelangt, bin fertig.

w w w . b i l d u n g s v e r e i n . d e

anschließend in das mit Selbstportrait und Namen gekennzeichnete Glas wirft.

auftritt 51 DV DE UN F U R E B IK N AFT TOR TIO SCH IKA RHE ELL S UN SS E U M EN DG KOM E UN DG N R C U U A H T E SPR EEL KUL D S , R REM RPE LS F KÖ H A RNEN C S T E DEU HEN L AC R P S CH

SOZIALES LERNEN UND KOMMUNIKATION E.V. GEMEINNÜTZIGE EINRICHTUNG DER ERWACHSENENBILDUNG WEDEKINDSTR. 14 • 30161 HANNOVER TEL. 0511 / 344 144 • FAX: 0511 / 338 798 42 E-MAIL: info@bildungsverein.de


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auftritt

hemmungslos

Zwischen Alltag und Kunst: Die Vier-Stunden-Galerie

Die meisten Ausstellungen dauern mehrere Wochen. Aber es geht auch anders. In einer hannoverschen Galerie ist schon nach vier Stunden Schluss. Danach gehen die Besucher nach Hause und die Bilder werden wieder abgehängt. text: julia karrasch foto: shooresh fezoni

Entstanden ist das „4h Art“-Konzept, weil sich Dieter Rammlmair immer ärgerte, wie viel Zeit er mit Ausstellungen in seiner Galerie vertat. Für ihn als Künstler verlorene Zeit. „Die Leute kommen zur Vernissage und dann muss man tagelang warten, ob überhaupt noch jemand auftaucht“, berichtet er aus seiner Erfahrung. Als er den Zeitraum einfach kurzerhand auf vier Stunden verkürzte, waren zunächst viele skeptisch - die Freunde, die Besucher und die Künstler selbst. Aber entgegen aller Befürchtungen haben sich alle

darauf eingestellt und loben das Konzept mittlerweile sogar. In der Galerie werden die verschiedensten Objekte ausgestellt: Fotos, Bilder, Skulpturen. Manchmal gibt es Filmvorführungen, Lesungen oder kleine Konzerte. Sämtliche Künstler, die bei Rammlmair ausstellen, sucht er selbst aus. Einige spricht er an, andere melden sich bei ihm und fragen nach. „Manche kommen sogar vier oder fünf Mal in die Ausstellung, bis sie sich trauen zu fragen“, verrät er. Wenn er Künstler ablehnt, dann nur weil sie nicht ins Konzept passen. Über ihr Werk urteilen möchte er nicht. „Ich mache mich nicht zum Richter“. Kriterien, nach denen er die Künstler aussucht, hat er nicht, er geht eher nach seinem Gefühl. „Wo die Leute in der Hierarchie stehen, ist mir ehrlich gesagt wurscht“, sagt er und schmunzelt ein wenig. Hannoveraner oder Münchener, Künstler, die ursprünglich aus Ghana oder Polen kommen, Ältere und Jüngere. Die Mischung ist bunt und gerade das gefällt Dieter Rammlmair und den Besuchern. Auch bei denen ist die Bandbreite groß, „von 16 bis 70“ waren schon Inte-

ressierte da. Schade findet Rammlmair nur, dass die Menschen so große Hemmungen haben, eine Galerie zu besuchen. Viele stehen draußen und schauen neugierig, trauen sich aber nicht herein. Seit über drei Jahren stellt er nun aus und neulich kamen zum ersten Mal die Nachbarn vorbei. Immerhin. Rammlmair freut sich über jeden Kunstinteressierten. Für die Kunst nimmt er auch in Kauf, die Galerie regelmäßig für die Ausstellung frei zu räumen. Zwischen den Ausstellungen sieht diese recht bewohnt aus - ein Sofa, ein Schreibtisch und auch das Spielzeug seiner beiden kleinen Söhne stehen herum. Ab und zu lässt er die Bilder noch ein wenig länger hängen, schließlich schaut er sie selbst gern an. Die Beschäftigung mit Kunst und selbst als Künstler tätig zu sein, das ist für ihn Ablenkung vom Alltag: „Kunst macht den Kopf frei“. Ob sein Sohn das auch so sieht? Der steht jedenfalls nach dem Herumtoben manchmal ganz ehrfürchtig vor den Bildern. Am liebsten sind ihm die mit Tiermotiven.


auftritt

Jeden dritten Sonntag im Monat von 14- 18 Uhr Galerie Rammlmair HindenburgstraĂ&#x;e 7a www.4h-art.de

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auftritt - unterton

gipsy, stripperinnen und randale Der Tanz mit D - Jane Die Ankündigung „Heute Live-DJ“ kann eigentlich alles bedeuten. Das kann auch DJ Klaus sein, der es gerade mal schafft, zwei identische Platten hintereinander zu legen und ein bisschen dazwischen zu grölen. Legen aber drei Frauen exotische Musik auf, begleitet von Feuerspuckern und Dita von Teese, ist das schon etwas anderes. text: birk grüling foto: sandra wildeboer

Über DJs zu schreiben kann eigentlich nur das kalte Grauen bedeuten. Viele halten sich für die wirklich Besten ihres Faches und was ganz Besonderes, obwohl sie oft nichts anderes machen als ein paar Platten hintereinander zu spielen und mit Alltags-Radio-Gedudel betrunkene Partyhorden zum Tanzen zu bringen. Doch ich muss sagen, dass ich von den


auftritt

Mädels von Randale Globale wirklich positiv überrascht bin. „Wir wollen schocken mit der Musik“ ist die Devise der Drei und sie schaffen es. Am Anfang bleiben die Besucher oft stehen und wissen mit russischem Rockabilly und Gipsy nichts anzufangen, aber schon nach kurzer Zeit geht die Bewegung von den Füßen in den restlichen Körper über und sie verlassen die Tanzfläche nur noch, um das Bedürfnis nach Bier zu stillen oder um mal aufs stille Örtchen zu gehen. So wächst die Randale Gang immer weiter. Die Ursprünge des Trios sind so extrem wie ihre Musik. Katze Schwarz, Commandante und Jin-Bin stammen aus Rumänien, Polen und aus der Nähe von Hannover. Katze Schwarz kommt sogar aus einer Zirkusfamilie. „Wir sind mit dem Akkordeon aufgewachsen und auf Familienfesten wird immer wild Musik gemacht. Klar, dass uns da die Zigeunermusik im Blut liegt, oder?“ Ihre DJ-Karriere begann ursprünglich in Peking. Die drei DJanes haben damals in einer WG zusammen gewohnt und wurden von DJs der Gipsy-Szene mit auf Tour genommen. Inzwischen legen die

Mädels selbst in ganz Deutschland auf und lernen immer mehr Künstler kennen, die sie in ihre Partys integrieren. „Wir sind mit der Musik einfach mental und spirituell verbunden. Mit unseren Freunden schaffen wir es immer mehr Leute für unsere Musik zu begeistern.“ Zum Beispiel hat die Randale-Gang in Hamburg bei ihrem Auftritt im Queen Calavera eine Burlesque Gruppe kennen gelernt. Burlesque ist die edle Form des Strippens, ähnlich wie es Dita von Teese performt. Eve Champagne und Leo Lilly werden auf den nächsten Partys für einen heißen Hauch von edler Erotik sorgen. Ein wichtiges Ziel ist es viel Kleinkunst in die Show einzubringen. So treten bei den Partys auch mal Clowns, Zauberer oder Feuerkünstler auf. „Nach jeder Party ist unsere Gang etwas größer. Wer diesen Artikel liest, kann sich ja bei uns melden“, startet Katze Schwarz einen Aufruf. Also wer absolut ungewöhnliche Talente hat, kann sich gern bei den drei Chaotinnen melden.

www.myspace.com/randale_gl0bale email: katze_schwarz@email.de

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auftritt - ausgeh‘n

ausgeh‘n: ausgewählte veranstaltungen aus kunst, theater, lesung und musik

kunst 07. März – 15. April 2009 Di-Fr 15-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr Eintritt frei Nice/Nice Exhibition Space, Deisterstraße 55 www.ilovenicenice.de, Tel: 849 28 38

McBess - The Hairy Octaver / Der in London lebende Franzose McBess ist für seine

14. März – 17. Mai 2009 Di-Sa 12-19 Uhr, So 11-19 Uhr Eintritt Di-Sa ab 3,00 Euro, So frei Kunstverein Hannover, Sophienstr.2 www.kunstverein-hannover.de, Tel: 32 54 94

João Maria Gusmão & Pedro Paiva - Eckpunkt / Die Kurzfilme, Skulpturen und Instal-

20. März - 21. Juni 2009 Di-So 10-19 Uhr, Do 10-21 Uhr Eintritt ab 2,50 Euro Kestner Gesellschaft, Goseriede 11 www.kestner.org, Tel: 70 12 00

David Salle / David Salle zählt seit den 80er Jahren zu den wichtigsten amerikanischen Malern, die, dem Realismus verpflichtet, ihre postmodernen Bildwelten schufen. Seine neuesten, teilweise großformatigen Arbeiten aus den letzten beiden Bildserien, sind in dieser Ausstellung zum ersten Mal in Europa zu sehen.

15. Januar - 22. März 2009 Di-Fr, So 14-19.30 Uhr Eintritt ab 3 Euro Theatermuseum, Prinzenstraße 9 www.hannover.de/theatermuseum, Tel: 99 99 20 40

Grace Kelly – Fotografien / Die Ausstellung erinnert an das Leben und Wirken der

mitreißenden Illustrationen bekannt und lässt sich für seine Arbeiten von Musik, gutem Essen und Reisen von Paris bis L.A. inspirieren. Die männlichen Figuren in seinen Bildern, die wie moderne Comicfiguren daherkommen, sind meist bärtig und stark tätowiert.

lationen der beiden Künstler bewegen sich im Bereich zwischen Mythos und Wissenschaft und erzählen von den Mysterien und der Magie der Natur. In den Arbeiten finden sich dabei Referenzen zu Alchemie und Okkultismus, positivistischen Experimenten und spekulativer Philosophie bis hin zum Absurden Theater und zur Science Fiction-Literatur.

einzigartigen Schauspielerin, die in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre. Mit fast hundert Fotografien aus den 1950er und 1960er Jahren dokumentiert sie den Lebenswandel vom Fotomodell über Hollywood zur Fürstin von Monaco. Fotografen sind unter anderem Milton H. Green und Bob Willoughby.


auftritt

6. Februar - 26. April 2009 Di-So, 10-17 Uhr, Do 10-19 Uhr Eintritt ab 3 Euro, Fr frei Niedersächsisches Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5 www.nlmh.de, Tel: 980 76 86

Wildwuchs - Interventionen aktueller Kunst / Zeitgenössische Kunst trifft auf Werke

24. April -17. Mai 2009 Di, Mi 16-18 Uhr, So 15-18 Uhr Eintritt frei Stadtteilzentrum Nordstadt, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2 www.stadtteil-zentrum-nordstadt.de, Tel: 169 06 94

Bendine Hentschel – Fotografie / Die hannoversche Fotografin Bendine Hentschel zeigt in ihrer Ausstellung ausgewählte Arbeiten aus ihren Projekten, unter anderem ihre Serie „Zimmerinstallation im Wald“, bei der Hentschel ein Wohnzimmer in freier Natur aufgebaut und ein Jahr lang fotografisch dokumentiert hat. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die analoge Schwarzweiß-Fotografie.

der klassischen Malerei. Mit unterschiedlichen Strategien und Techniken – von der Malerei über Installationen bis hin zu Videoarbeiten begegnen zeitgenössische Künstler der Sammlung der Landesgalerie. Auf diese Weise entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen Alt und Neu.

theater 14., 18. März und 1. April 2009 20.15 Uhr Eintritt ab 7,50 Euro Cumberlandsche Galerie, Prinzenstraße 9 www.staatstheater-hannover.de, Tel: 99 99 11 11

hamlet ist tot. keine schwerkraft / Was passiert denn, wenn nichts mehr passiert? Der Himmel ist leer, Mutter träumt vom Muttermord. In einem Beziehungsgeflecht von Familie und Freunden versucht jeder irgendwie durchzukommen, Sein und Nichtsein verliert an Bedeutung. Im völligen Stillstand der Perspektivlosigkeit muss endlich eine Entscheidung fallen: Resignieren oder Agieren?! Eine bewegende, aktuelle Geschichte.

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auftritt - ausgeh‘n

18., 25.März, 22., 25., 29.April und 6., 9., 13.Mai 2009 19.30 Uhr Eintritt ab 9 Euro Mittwoch:Theater, Am Lindener Berge 38 www.mittwochtheater.de, Tel. 45 62 05

Vor dem Ruhestand - Thomas Bernhard / SS Offizier Höller wird nach Kriegsende von

18. März, 5. April 2009 19.30 Uhr Eintritt ab 7,50 Euro Schauspielhaus Hannover, Prinzenstraße 9 www.staatstheater-hannover.de, Tel: 99 99 11 11

Lulu - Frank Wedekind, Alban Berg / Lulu - geschaffen, Unheil anzustiften, zu locken,

21. - 25.März 2009 19-20 Uhr (verschiedene Veranstaltungen) Eintritt ab 5 Euro Theatermuseum, Prinzenstraße 9 www.theatermuseum-hannover.de, Tel: 99 99 29 40

2. Schattentheaterfestival / Bei diesem Festival der besonderen Art laden Figuren-

26. März 2009 19.30 Uhr Eintritt ab 8 Euro Faust e.V., Warenannahme, Zur Bettfedernfabrik 3 www.faustev.de, Tel: 45 50 01

Fooltime - Robert Wicke und Gäste / Hier gibt’s was zu lachen! Der Komiker, Jongleur und Allrounder Wicke bringt Schwung in die Bude und das Publikum aus der Reserve. Ein sicher einmaliger Abend, denn dem fast wortlosen Artisten fällt immer wieder etwas Neues ein, mit dem er die Zuschauer überrascht. Bei ihm verschwinden Schlagzeuge im Mund oder dieser verwandelt sich zu einer lebendigen Beatbox.

seiner Schwester Vera versteckt und macht anschließend als Gerichtspräsident Karriere. Doch im Stillen feiert er noch den vergangenen Nationalsozialismus mit seiner Schwester, mit der er ein erotisches Verhältnis hat. Die beiden missbrauchen die jüngere Schwester, die durch eine Kriegsverletzung halbseitig gelähmt ist, für ihre perversen Spielchen. „Vor dem Ruhestand“ ist ein sarkastisches Stück über die ewig Gestrigen, in dem sich persönliches Schicksal mit politischen Ereignissen vermengt.

zu verführen und zu morden – ohne dass es einer spürt. Lulu ist die mitreißende Geschichte eines Mädchens, dass durch Geschick und die richtigen Männer den sozialen Aufstieg schafft, doch am Höhepunkt ihren Liebsten umbringt und so in einen unaufhaltsamen Strudel nach Unten gerät, bis sie völlig verarmt als Prostituierte von einem Freier ermordet wird. Eine spannende, experimentelle Mischung aus Schauspiel und Oper inszeniert von David Marton.

spieler aus aller Welt uns ein, sich auf eine Reise in fantastische Welten zu begeben. So kann man den kleinen Prinzen begleiten oder mit dem Streichholzmädchen aus dem Anderssonmärchen mitleiden, aber auch Indonesien, ein Mutterland des Schattenspiels, ist mit seinen außergewöhnlichen Pergamentfiguren vertreten und entführt in ein Spiel mit Göttern und Dämonen, verzaubernd!


auftritt

28. März 2009 18-24 Uhr Eintritt einmalig 10 Euro 31 verschiedene Bühnen in Hannover www.schauspiel-hannover.de, Tel: 99 99 11 11

Lange Nacht der Theater / Es ist wieder so weit: Zum achten Mal startet Hannover in den Kulturmarathon der besonderen Art. Hier kann man nach Lust und Laune der Theatersucht frönen und in die gesamte Bandbreite der hannoverschen Bühnen und deren Stücke hineinschnuppern. Die Vorstellungen beginnen immer zu vollen Stunde und dauern ca. 30 Minuten. Um von Ort zu Ort zu Kommen gibt es Shuttle Busse, wer mag, kann aber auch flanieren.

7., 29.März 2009 20 Uhr Eintritt 9 Euro Eisfabrik, Seilerstraße 15F www.commedia-futura.de, Tel: 81 63 53

Himmel und Hölle / Mit Tanz, Theater und Installationen entführt die Commedia Futura den Zuschauer in ein Kaleidoskop des modernen Wahnsinns mit seinen menschlichen Leidenschaften und Eitelkeiten. Die Reise findet in den neu sanierten Kellergewölben der Eisfabrik statt. Sie spielt mit den Räumlichkeiten im Kontrast zu der Bewegung der Tänzer. Dabei geht es um Habgier, unsere Eitelkeit und die unerbärmliche Geschwindigkeit in unserer Zeit.

lesung 24. März 2009 20.15 Uhr Eintritt 10 Euro Schmorl & von Seefeld, Bahnhofstr. 14 www.schmorl.de, Tel: 367 50

Stefan Aust - Der Baader-Meinhof-Komplex / Austs Buch, aus dem er selbst vorliest, hat wie kein anderes das heutige Bild vom Krieg der „Roten Armee Fraktion“ gegen den Staat geprägt und tut dies weiterhin, indem es immer wieder frisch gewonnene Erkenntnisse präsentiert. Es ist keine Anklageschrift, sondern ein Protokoll von der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der Entführung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Lufthansa-Maschine „Landshut“ und den Selbstmorden in Stuttgart-Stammheim.

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auftritt - ausgeh‘n

27. März 2009 20 Uhr Eintritt ab 8 Euro Faust e.V., Zur Bettfedernfabrik 3 www.faustev.de , Tel: 458 24 80

I‘m Waiting For The Man - Velvet Underground, Nico & Andy Warhol / 1967. Die Beatles veröffentlichen mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ das erste Konzeptalbum der Popmusik. 200.000 Hippies feiern beim Monterey Pop Festival Jimi Hendrix, Janis Joplin und Co. King Elvis heiratet in Las Vegas Priscilla Beaulieu. Und nicht zu vergessen: Velvet Underground debütieren mit „Velvet Underground & Nico“. Lesung mit Live-Vortrag des kompletten ersten Albums und Video-Projektionen.

30. März 2009 20 Uhr Eintritt ab 5 Euro Literarischer Salon am Conti Campus, Königsworther Platz 1 www.literarischer-salon.uni-hannover.de, Tel: 762 82 32

Let‘s Make Money – Erwin Wagenhofer / Für „We feed the world“, seinen Dokumen-

27. April 2009 20 Uhr Eintritt ab 5 Euro Literarischer Salon am Conti Campus, Königsworther Platz 1 www.literarischer-salon.uni-hannover.de, Tel: 762 82 32

Das geheime Tagebuch der Carla Bruni / Die Quicky-Liaison eines französischen Prä-

tarfilm über die industrielle Produktion von Lebensmitteln, fiel es Erwin Wagenhofer leicht, dramatische Bilder zu finden: Küken, die über ein Fließband purzeln oder bis an den Horizont reichende Treibhäuser in Spanien. Der Film verzichtete auf jeglichen Kommentar. Mit der gleichen Dramaturgie hat Wagenhofer nun mit „Let’s make money“ eine Dokumentation über die Geldströme im weltweiten Finanzsystem gedreht.

sidenten mit einem singenden Ex-Model wäre pikant gewesen, als noch mit schmallippigem Ernst auf die Trennung von sozialen Sphären geachtet wurde. Da bauten die Herrschaften durch wackere Distinktionsarbeit eine Distanz auf, die der Pöbel mit subversivem Schalk wieder zusammenschnurren ließ – symbolisch wenigstens. Nur sind wir im Zeitalter der medialen Simulation bereit, das Leben als eine Art gigantischer Soap aufzufassen.


auftritt

musik 17. März 2009 21 Uhr Eintritt frei Café Glocksee, Glockseestraße 35 www.cafe-glocksee.de, Tel: 16 147 12

Great Park und Tristan Brusch / Schönes Songwriting aus Berlin. Ruhig und melodiös.

17. März 2009 20 Uhr Eintritt 5 Euro Fire Bar, Knochenhauerstraße 30 www.fire-bar.de, Tel: 215 75 57

Black Rust / Die Band aus der deutschen Provinz schafft es ohne elektrische Verstär-

3. April 2009 22 Uhr Béi Chéz Heinz, Liepmannstraße 7b www.beichezheinz.de, Tel: 21 42 99 20

hanns tanzt – die ultimative Release-Party / Von der WG-Küche ins Béi Chéz Heinz.

9. April 2009 20 Uhr Eintritt 17 Euro Musikzentrum, Emil-Meyer-Straße 26 www.musikzentrum-hannover.de, Tel: 260 93 00

Letzte Instanz / Mit der letzten Instanz kommt die Finsternis ins Musikzentrum. Die Musiker bezeichnen ihren eigenen Sound als Brachialromantik und verzaubern mit ihrem energiegeladenen Folkrock die Gruft zur einer Tanzfläche. Mit Songs wie „Auf Kiel“ sorgte die Letzte Instanz nicht nur in der Gothic-Szene für Ausmerksamkeit, sondern gewann auch den Bundesvision Songcontest. Also hingegen, gruseln und feiern.

Warm und rund. Supported von Tristan Brusch. Popmusik zum Feierabendbier, mal ruhig, mal energiegeladener, ein bisschen Folk dazu, aber immer mit überraschend präsenten Melodien.

ker einen wunderbaren Folk-Sound zu produzieren. Black Rust klingen wie Neil Young und singen sehr schön über Liebe. Bester Americano Folk, bei dem Melancholie ohne Selbstmitleid, Humor, Kraft und gute Musik Hand in Hand gehen.

Heute geht’s keine 101 Stufen hoch zum Redaktionstreffen, sondern sieben Stufen runter in den Salon im Béi Chéz Heinz. Die zweite hanns - Ausgabe ist da und das wird gefeiert. Tanzen, kennen lernen, es einfach krachen lassen. hanns tanzt im Kellerfieber beim Chez Heinz.

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11. April 2009 20 Uhr Eintritt frei Feinkost Lampe, Eleonorenstraße 18 www.feinkostlampe.de

les fragments de la nuit / Wenn die Musik dieser Franzosen ein Film wäre, würde er

16. - 18. April 2009 Uhrzeit und Eintritt werden noch bekannt gegeben Béi Chéz Heinz, Liepmannstraße 7b www.beichezheinz.de, Tel: 161 47 12

Love ist in the Heinz / Beim 11. April-Cover Festival entern die mit Abstand wagemu-

22. April 2009 Uhrzeit und Eintritt werden noch bekannt gegeben Béi Chéz Heinz, Liepmannstraße 7b www.beichezheinz.de, Tel: 161 47 12

Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten / Die Band von der Berliner Songwriterin Dota Kehr ist nach ihrer großen Neuseelandtour auch im Chéz Heinz in Hannover. Dota Kehr ist so etwas wie die Heilige Johanna der Schlachthöfe in der Musikbranche, mit fester Stimme und frechem Sound ist sie ein Gegenmodell zu all dem Castingsshowgirlabklatsch. Frech poppig und absolut tanzbar, mit einem Charme von guter Straßenmusik.

23. April 2009 20 Uhr Eintritt ab 12 Euro Faust e.V., 60er Jahre-Halle, Zur Bettfedernfabrik 3 www.faustev.de, Tel: 45 50 01

Eläkeläiset / ist finnisch und bedeutet übersetzt „Rentner“. Aber wie man sich denken

von Schönheit handeln. Ganz sicher! Und zwar über die Art von Schönheit, die einen verzaubert und einen wegträgt aus dem großen Grau der Realität, in einer bezaubernden, bittersüßen, schwermütigen Windwoge durch den Zauberwald.

tigsten Bands des heiligen Heinzkosmos unsere Bühne. Gespielt werden die von Béi Chéz Heinz-Gästen gewählten Lieder zum Thema Liebe. Und wie auch in der Liebe ist hier fast alles erlaubt! „I‘ll Never Stop Loving You“ von Britney Spears als Metalversion? Grönemeyers „Flugzeuge im Bauch“ von ‚ner Punkkapelle? Es liegt an dir...

mag, täuscht der Name. Die Humppa und Jenkka Band gibt bis zu 100 Konzerte im Jahr und spielt meist bekannte Coverversionen aus dem Pop/Rock Bereich, nur eben in schnell und Humppa. Prädikat: trink- und tanzbar!


Gründer Anke Brandt, Helmut Eickhoff, Natalie Basedow

Layout, Satz, Gestaltung Nikolai Reichelt, Hardy Seiler

Herausgeber Helmut Eickhoff, Natalie Basedow hanns GbR Deisterstraße 17 30449 Hannover

Grafik Hardy Seiler, Nikolai Reichelt

Chefredakteur Helmut Eickhoff Redaktion Stefan Wehrs, Helmut Eickhoff, Laura Zacharias, Ulrike Hoenemann, Alim Baluch, Imke Rueben, Alexa Brase, Melody Garcia Brenn, Natalie Basedow, Franziska Riedmiller, Julia Karrasch, Birk Grüling, Sandra Wildeboer Lektorat Alexa Brase, Tanja Busse, Imke Rueben, Friederike Apelt

Illustration Caspar David Engstfeld, Sascha Bente, Irene Themann, Quintessenz Creation, mizzo Titelillustration Sascha Bente Fotoleitung Sandra Wildeboer Foto Shooresh Fezoni, Alexa Brase, Fabian Brennecke, Mirja Zentgraf Web Nikolai Reichelt

Druck Benatzky Druck und Medien GmbH Karl-Heinz Benatzky (Geschäftsführer) Büttnerstraße 15 30165 Hannover Auflage 1.500 Vertrieb Ulrike Hoenemann, Imke Rueben, Natalie Basedow Anzeigen Natalie Basedow, Imke Rueben, Nikolai Reichelt Veranstaltung Laura Zacharias, Franziska Riedmiller, Sandra Wildeboer, Birk Grühling Kontakt www.derhanns.de Redaktion - redaktion@derhanns.de Grafik - grafik@derhanns.de Anzeigen - anzeigen@derhanns.de Kultur/Veranstaltungen - kultur@derhanns.de Ideen, Fragen und Kritik gerne an: redaktion@derhanns.de


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hanns ausgabe #2