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Das Magazin des Schweizer Handels Digitalisierung

Aussenhandel

Beste Lernende

Andere KMU und der Handel im Vergleich. Seite 4

114 neue Fachkräfte – fit für den Erfolg. Seite 8

Top-Nachwuchs bei Coop, Manor und Valora. Seite 12

3 17

Freier Impuls vs Bremsweg Unsere aktuelle Umfrage zu den

USA, Grossbritannien, Indien und

Themen Freihandel und Pro-

Russland ganz oben. Die Digitali-

tektionismus zeigt: Freihandel

sierung und die Verschiebung der

bringt der Mehrheit der Handels-

Nachfrage ins Ausland fordern die

unternehmen konkrete Vorteile:

Unternehmen. Zoll und Transport

Einfacheren Zugang zu Innova-

stellen weitere Knackpunkte für

tionen, mehr Produktivität und

sie dar. Die zunehmenden Regu-

sichere Arbeitsplätze. Zwei Drittel

lierungen behindern den Erfolg.

der Befragten setzt im Freihandel

Die Politik unternimmt nach Auf-

auf bilaterale Verhandlungen statt

fassung der befragten Unterneh-

auf multinationale Vereinbarun-

men zu wenig dagegen. Nur 8%

gen. Auf der Wunschliste für neue

der Unternehmer vertrauen der

Freihandelsabkommen

Politik in diesem Punkt. Seite 2

stehen

Weiterbildung 2018

Tag des Handels

Design im Büro

Wissen für eine gute Zukunft: Themen und

150 Gäste blickten über den geographischen

Smarte Plattformen für Produkte und

Termine.

Tellerrand.

Möbel.

Seite 7

Seite 10

Seite 15


Umfrage

Editorial Weg frei bitte! Der Freihandel ist in aller Munde. Viel

Unternehmen zu betrachten, haben wir unter

Aufmerksamkeit bekommt das Thema im

den 3’700 Mitgliedern von Handel Schweiz

Zusammenhang mit den Handelspartnern

eine Umfrage durchgeführt. Was die Zukunft

der USA und von England. Jedoch ist der

anbelangt, ist die Mehrheit (85%) der Han-

Freihandel allgegenwärtig im Schweizer

delsunternehmen zuversichtlich. Sie geht von

Handel. Zum Teil funktioniert er so gut,

einer Fortsetzung der heutigen Lage bzw. von

dass man meint, ohne ihn auskommen zu

einer positiven Entwicklung im Handel aus.

können. Und doch besteht noch sehr viel

Nur knapp 16% der Befragten schätzen die

Potenzial.

Zukunft des Handels als negativ ein.

Deutschland und China. China weitet den

Aus der Sicht von Handel Schweiz sollte das

Vorteil Freihandel

Handel aus und verfolgt grosse Projek-

Thema Freihandel im Zusammenhang mit

Für die Mehrheit der Unternehmen (70%) ist

te wie beispielsweise die Seidenstrasse.

den globalen wirtschaftlichen und gesell-

der Freihandel wichtig bis sehr wichtig.

Die weltwirtschaftliche Lage kommt dem

schaftlichen Entwicklungen gesehen werden.

Als weniger wichtig bzw. unwichtig wird das

Schweizer Handel zugute. Die USA sind

Damit es dem Handel und der Schweiz auch

Thema Freihandel von rund 10% der Befrag-

nach wie vor eine starke und verlässliche

zukünftig gut geht, braucht es weltweit ge-

ten gewertet. 18% gaben an, zum Freihandel

Volkswirtschaft und auch politisch ein sta-

sehen stabile Verhältnisse. Es braucht eine

eine neutrale Haltung einzunehmen. Kon-

biler Partner. Seit den Wahlen in Frankreich

Schweiz, die innenpolitisch den Handel nicht

kret profitieren würde jedes zweite Un-

sind die Aussichten in unserem Nachbar-

drangsaliert, sondern vielmehr weiter offene

ternehmen, wenn in seinem Markt mehr

land sehr gut. Wenn es Präsident Macron

Türen und ein offenes Spielfeld bietet. Das

Freihandel herrschen würde. 30% sehen

gelingt, den Arbeitsmarkt zu liberalisieren,

bedeutet den Abbau von Handelshemmnis-

Vorteile in einem zunehmenden Protektionis-

wird Frankreich eine positive Entwicklung

sen. Es braucht den liberalen Arbeitsmarkt,

mus in ihrem Bereich.

erleben. Für die Schweiz ist es zentral, mit

die gute Ausbildung, den Freihandel und ein

England wie mit der EU rasch verlässliche

ganz stabiles Verhältnis mit und zur EU.

Der Welthandel ist gut unterwegs. Treiber sind nach dem stabilen EU-Raum vor allem

Spielregeln zu definieren. Die Beziehung

Bilaterale Erfolge Wer mehr Freihandel will, sollte sich auf bila-

zwischen der Schweiz und EU sind gut; sie

Wachsende Zuversicht

terale Abkommen konzentrieren. Jedenfalls

müssen auch gut sein und gut bleiben. Da-

Um das Thema Freihandel aus der Sicht der

empfinden zwei Drittel der Handelsunterneh-

ran führt kein Weg vorbei. Am 8. Juni 2018, dem Tag des Handels 2018, werden wir über die vielen guten Wege in die Zukunft des Handels sprechen. Merken Sie sich diesen Termin unbedingt vor! Ich wünsche Ihnen eine anregende und informative Lektüre!

Kaspar Engeli Direktor Handel Schweiz Der wachsende Online-Handel entspricht einem Kundenbedürfnis.

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Wir handeln 3/17


Umfrage

Die Vorteile des Freihandels sind allgegenwärtig, doch für viele fast zu selbstverständlich. Sie kennen nur eine Welt mit funktionierendem Freihandel.

men diese Art der internationalen Vereinbarungen als schneller als

USA, England, Indien, Russland

WTO-Runden und G20-Gipfel. Vor allem eignet sich der bilaterale Weg

Falls die Schweiz neue Freihandelsabkommen vereinbaren würde,

für kleinere Länder. Das denken 42%.

versprechen sich die Handelsunternehmen am meisten von einem Abkommen mit den USA und Grossbritannien. Jeweils knapp zwei

Multinationale Vereinbarungen werden eher mit negativen Attri-

Drittel der Unternehmen begrüssen ein Freihandelsabkommen mit ei-

buten in Verbindung gebracht: Machtpoker (41%) und langsam (30%)

nem der beiden Länder. Fast gleich viele Befragte sind an Freihandels-

werden am häufigsten genannt. Rund ein Viertel der Antworten ent-

abkommen mit Indien (41%) und Russland (39%) interessiert. Der

fallen jedoch auf positive Bilder: Global, was in diesem Fall als frie-

Iran kommt für 22% der Befragten für ein Freihandelsabkommen in

densstiftend betrachtet wird.

Frage.

Der Freihandel im Spannungsfeld von Digitalisierung, Protektionismus, Regulierung und Bürokratie Die grössten Herausforderungen sehen die befragten Unterneh-

Fast 80% der befragten Handelsfirmen gehen davon aus, dass die

men im technologischen Fortschritt mit der Digitalisierung (71%)

Regulierungsdichte zunehmen wird. Dazu passt, dass 82% der

und dem Online-Handel (67%), dem Einkaufstourismus bzw. der

Unternehmen finden, dass die Politik zu wenig gegen die Regulie-

Verschiebung der Nachfrage ins Ausland (60%). 70% der Han-

rungen unternimmt. Nur knapp 8% vertraut dagegen der Politik in

delsunternehmen erkennen zudem grosse Herausforderungen in

diesem Punkt.

den Bereichen der wachsenden staatlichen Regulierungen (40%) und der zunehmenden Protektion (33%). Jede zweite Antwort fällt

Auf die Hindernisse im eigenen Unternehmen angesprochen, wer-

auf «Protektionismus führt zu unproduktiven Branchen». Fast so

den vor allem die überbordende Bürokratie (71%) und die Vor-

viele Unternehmen finden, dass Protektionismus Innovationen

schriften (61%) genannt. Der Zoll macht mehr als jedem zweiten

verhindert (46%). 27% sind der Auffassung, dass Protektionismus

Unternehmen zu schaffen. 27% nennen die Transportkosten. Mit

Arbeitsplätze kostet.

dem Wissen ist man offensichtlich zufrieden, denn nur 6% sehen im fehlenden Know-how ein Hindernis.

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Digitalisierung

Besonderheiten im Handel Die «Digitalisierung» führt in allen Branchen zu Veränderungen,

ten zurückgreifen kann, besteht ein enormes Potenzial in der Verbes-

jedoch mit grossen Unterschieden in Ausmass und Geschwindig-

serung der individuellen Beratung.

keit. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) besteht eine grosse Unsicherheit darin, worauf sie sich bei diesem Thema kon-

Herausforderungen der Digitalisierung

zentrieren sollten.

Aus Sicht des Handels stellt der verstärkte Preiswettbewerb aufgrund höherer Markttransparenz die grösste Herausforderung der Digitali-

Eine schweizweit durchgeführte Untersuchung der FHS St.Gallen

sierung dar (vgl. Abbildung 2). Fast jedes zweite Handelsunterneh-

(KMU-Spiegel 2017) beschäftigte sich mit der Frage, welche Chancen

men nannte diesen Punkt. Die Befürchtungen sind nachvollziehbar.

und Herausforderungen Schweizer KMU im Rahmen der Digitalisierung

Schliesslich ist der Preiswettbewerb mit dem direkten Wettbewerb für

sehen. Was verstehen sie unter dem Begriff Digitalisierung? Welche

viele Produkte nur einen Mausklick entfernt. Die zahlreichen Preis-

digitalen Projekte treiben die Unternehmen aktuell voran?

vergleichsportale machen es dem Handel nicht leicht, mit dieser Problematik umzugehen. Weitere Gefahren gehen von neuen Wett-

Chancen der Digitalisierung

bewerbern sowie fliessenden Branchengrenzen aus, die im Vergleich

Die befragten KMU nehmen die Digitalisierung in der Gesamtbetrach-

deutlich wichtiger erscheinen. An dieser Stelle sind es vor allem die

tung tendenziell eher als Chance wahr. Bei der Analyse der Ergebnisse

grossen Online-Anbieter, die als neue Wettbewerber in fast alle Berei-

aus dem Handel zeigen sich einige Besonderheiten (vgl. Abbildung 1).

che bis hinein in den Lebensmittelhandel vordringen.

Auffällig ist, dass der Effizienzsteigerung eine vergleichsweise niedrige Priorität beigemessen wird. Umso wichtiger sind in der Branche

Fazit

marktbezogene Aspekte, wie die Gewinnung von Neukunden und die

Die befragten KMU nehmen die Digitalisierung insgesamt eher als

Erschliessung von neuen Vertriebskanälen. Im Handel geht es beim so

Chance wahr. Unternehmen aus dem Handel sehen bei marktbezoge-

genannten «Omni-Channel» Ansatz darum, mehrere Vertriebskanäle

nen Aspekten wie der Gewinnung von Neukunden und der Erschlies-

gleichzeitig zu nutzen und miteinander zu verknüpfen. Beim Handel

sung neuer Vertriebswege die grössten Chancen. Die Herausforde-

spielt auch der direkte Kontakt zum Kunden eine wichtige Rolle. Das

rungen bestehen in der erhöhten Markttransparenz und steigenden

verwundert nicht. Schliesslich zählt die Nähe zum Kunden mit gutem

Wettbewerbsintensität.

Service und kompetenter Beratung zu den klassischen Stärken des stationären Handels. Wenn der Verkäufer im richtigen Moment über

Download der kompletten Studie: www.fhsg.ch/kmu-spiegel

Smartphones oder Tablets auf die passenden Produkt- und KundendaWelche Chancen sehen KMU im Handel?

Welche Herausforderung sehen KMU im Handel?

Welche Chancen sehen KMU aus dem Handel?

Welche Herausforderungen sehen KMU aus dem Handel? In %

In %

Effizienzsteigerung durch Automatisierung von Prozessen

33

Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftskonzepte Gewinnung von Neukunden ausserhalb des bestehenden geographischen Marktes

42

31

24

Direkter Kontakt zum Endkunden Nutzung von Kundendaten zur Individualisierung von Leistungen

Gesamt

35

34

Fehlende Kompetenz der Mitarbeitenden

22 29

26

9

20

18

Auflösung von Branchengrenzen

16

Fehlende finanzielle Ressourcen

9

Handel

48

28

23 23

Veränderung des Kerngeschäfts

38

43

36

Verstärkter Preiswettbewerb aufgrund höherer Markttransparenz

Eintritt neuer Wettbewerber, z.B. Startups

Quelle: KMU-Spiegel (2017)

4

40

Fehlende technische Voraussetzungen

24

Erschliessung von neuen Vertriebskanälen Höhere Markttransparenz auf Lieferantenseite

60

24 22

44

24

Hoher Investitionsbedarf

43

32

Höhere Bindung von Kunden durch Intensivierung der Geschäftsbeziehung

Datensicherheit

55

Gesamt

28

26

18

Handel Quelle: KMU-Spiegel (2017)

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Publireportage

Internationaler Handel

Erfolg im Währungshandel Ein Unternehmen global aufzustellen ist in den letzten Jahren für KMU zu einer immer grösseren Herausforderung geworden. Neben den wirtschaftlichen Risiken rücken zunehmend politische Faktoren, rechtliche Fragen und Restriktionen in den Fokus. Internationale Vernetzung und softwaregestützte Prozesse sollten die Stephan Kandelhardt,

Unternehmen dabei unterstützen. Aller-

Head of ICLM,

dings liegen gerade in diesen Bereichen

Commerzbank AG

die grössten Innovationen noch vor uns.

Digitale Verarbeitung ist Alltag

ders komfortabel wird dies, wenn das Unternehmen die Konten auch

Ein Blick in die Bankenwelt veranschaulicht sehr gut, dass der Wandel

international bei der Commerzbank führt. So werden Währungstransak-

bereits eingesetzt hat. Er fordert allerdings sowohl bei den Banken, als

tionen von und nach China oder Russland plötzlich ganz einfach.

auch bei den Kunden ein Umdenken. Vor nicht einmal 20 Jahren wurden Überweisungen grösstenteils noch manuell erstellt und über den Post-

Intuitive Bedienung für vielfältige Anforderungen

weg mühsam zur Ausführung an die Bank gegeben. Mittlerweile ist die

«Die positiven Reaktionen unserer Kunden zeigen uns, dass derartige

digitale Verarbeitung direkt über das eigene Treasury-System Alltag in

Plattformlösungen den Nerv der Zeit treffen», ist sich Stephan Kan-

Schweizer Firmen. Das spart nicht nur Zeit und schafft freie Ressourcen

delhardt, verantwortlich für das Corporates Sales Management in der

im Unternehmen; es ist auch weniger anfällig für Fehler. Seit einigen

Schweiz, sicher. «Unsere Kunden wollen Transparenz über die Märkte,

Jahren ist dieser Trend auch bei anderen Geschäftsfeldern zwischen

um schnell reagieren zu können und haben dabei immer weniger Zeit,

Kunde und Bank zu beobachten. Dabei steht der Tausch von Währungen

dies in ihren Tagesablauf zu integrieren. Währungsplattformen reagie-

ganz oben auf der Wunschliste vieler Unternehmen.

ren auf diese Anforderungen und stehen dem Nutzer in einem System zur Verfügung.» Dabei müssen die Systeme den Spagat zwischen in-

Online Währungen tauschen

tuitiver Bedienung und breiter Abdeckung verschiedenster Kundenan-

Die Commerzbank bietet hierfür den Schweizer Firmenkunden eine

forderungen meistern.

komfortable Onlineplattform. Mit dieser Software kann der Treasurer bequem die Entwicklungen seiner relevanten Währungen vergleichen,

Automatisierte Prozesse

sich über das bereitgestellte Research informieren sowie mittels weni-

Das Jahr 2017 hat gezeigt: Internationaler Handel muss die wirtschaft-

ger Klicks Währungsgeschäfte abschliessen und verwalten. Dazu steht

lichen Entwicklungen und die entstehenden Risiken für das eigene

dem Commerzbankkunden eine grosse Auswahl an Produkten zur Ver-

Geschäft enger begleiten; das gilt zum Beispiel auch für aufwertende

fügung: Vom Kassageschäft für den sofortigen Kauf oder Verkauf über

oder abwertende Währungen. Um diese wichtiger werdenden Neben-

Termingeschäfte für die Absicherung gegen ungünstige Währungsent-

wirkungen globalen Handelns möglichst effizient managen zu können,

wicklungen bis hin zur Orderfunktion kann das Treasury des Unterneh-

arbeitet die Commerzbank bei Transaktionen zunehmend mit auto-

mens selbstständig agieren. So werden zum Beispiel positive Kursent-

matisierten Prozessen – auf Unternehmens- wie auf Bankenseite. Die

wicklungen nicht mehr verpasst.

real-time Weitergabe von Zahlungs,- Währungs- und Termininformationen ist der Schlüssel zum Erfolg und betrifft Auftraggeber, Auftragneh-

Für internationale Geschäfte

mer und die Bank. Für eine solide Jahresplanung 2018 ist die selbststän-

Die Konzentration der Commerzbank auf international tätige Unterneh-

dige Planung und Durchführung von Währungsgeschäften der erste sehr

men spiegelt sich in diesem System wider. So kann der Kunde über die

wichtige Schritt.

Plattform die Währungen aller seiner internationalen Konten verwalten

Kontakt: Tel. 044 563 6959

– mit nur einer Anwendung und inklusive Tochterunternehmen. Beson-

stephan.kandelhardt@commerzbank.com

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Publireportage

SISA

Ihr IT-Partner im Handel

SISA Studio Informatica SA ist der führende Softwareanbieter für

Alle SISA-Lösungen zeichnen sich durch eine sehr hohe Stabilität,

Schweizer Zollabwicklungssoftware und Speditionssysteme.

Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit aus. Zusammen mit der ausgeprägten Praxisorientierung sind dies die Hauptgründe, welche

SISA wurde 1972 in Lugano gegründet und hat sich gezielt auf die

die SISA-Lösungen für mittelständische und grosse Unternehmen so

Entwicklung und die Beratung von Software für internationale Logis-

attraktiv machen.

tikdienstleister und seit 1984 auch für die Schweizer Zollabwicklung spezialisiert.

Stark gefragt ist der Bereich Cloud, in welchem SISA die Systeme als Software as a Service (SaaS) im Schweizer Rechenzentrum anbietet.

Heute arbeiten gegen 60 motivierte Mitarbeiter in Lugano und Basel

Zahlreiche mittelständische und Grossfirmen nutzen dies, um die Zoll-

für das innovative Softwareunternehmen und betreuen etwa 250 Kun-

systeme auszulagern und so die eigene IT-Abteilung von diesen Spe-

den, welche auf die SISA Software Produkte setzen.

zialthemen zu entlasten. SISA SaaS stellt die professionelle und zeitgerechte Pflege der SISA-Applikationen sicher, ohne dass Investitionen

Die SISA Declare-it Software erlaubt Exporteuren und Importeuren,

in eigene IT-Infrastruktur und den IT Ausbau getätigt werden müssen.

alle Ihre Anforderungen an die Schweizer Zollabwicklung umfassend zu erfüllen. Dies für e-dec Export, e-dec Import, die eVV Abwicklung,

Das umfassende Know-how der SISA-Mitarbeiter in den Bereichen Zoll-

Transitverfahren (NCTS) sowie offene Zolllager. Darüber hinaus er-

abwicklung, Spedition und IT macht SISA zum kompetenten IT-Partner

möglichen standardisierte Schnittstellen die nahtlose Anbindung an

für Industrie, Handel, Zollagenturen und Logistikdienstleister.

ERP-Systeme wie SAP und weitere Software-Applikationen. Weitere Informationen zu SISA, den SISA Produkten und DienstleistunDie Trans-it Speditionssoftware ermöglicht Schweizer Spediteuren alle

gen erhalten Sie unter den folgenden Kontaktangaben.

Geschäftsprozesse durchgängig abzubilden und zu optimieren. Die SISA Systeme erfüllen damit alle Anforderungen eines internationalen

SISA Studio Informatica SA

Tel. +41 61 716 94 44

Logistikdienstleisters an eine ganzheitliche Softwarelösung.

Kägenstrasse 17

Fax +41 61 716 94 40

4153 Reinach

info@sisa.ch

Der modulare Aufbau der SISA Software ermöglicht den Einsatz ein-

www.sisa.ch, www.dutax.ch

zelner Lösungskomponenten sowie die Kombination abgestimmter Module als kunden- und branchen-spezifische Gesamtlösung.

6

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Wissen

Weiterbildung für Sie Der Handel transformiert sich. Noch nie hatte eine so rasante

Viele Mitgliederverbände von Handel Schweiz leisten Grossartiges in

Strukturanpassung unsere Branche im Griff. Wissen ist hier die

der Branchenausbildung ihrer Mitgliederfirmen. Dieses Angebot will

wichtigste Ressource!

Handel Schweiz ergänzen. Der Fokus liegt dabei auf Aktualität und Bezug zum Handel.

Die Digitalisierung der Prozesse, die Anforderungen der Einkäufer unserer Kunden, Onlinekanäle oder der Kaufkraftabfluss ins Ausland: Die

Sie und die Mitarbeitenden Ihres Unternehmens gewinnen: In den

Einflüsse auf die Geschäftsmodelle sind enorm und unsere Mitglieder

Kursen finden Sie aktuelles Fachwissen, von erfahrenen Praktikern in

extrem gefordert. Innovative technologische Entwicklungen verdrängen

zeitgemässer Form vermittelt. Ihnen steht immer weniger Zeit zur Ver-

ganze Produktpaletten über alle Grenzen hinweg. Bisher unbekannte

fügung? Deshalb bieten wir Halbtageskurse, Frühstücks- und Abend-

Dienstleistungen lösen gut funktionierende Geschäftsmodelle ab. Be-

veranstaltungen wie auch Webinars. Vor allem die digitale Form der

rufsbilder verändern sich markant und erhalten im Zuge dieser Entwick-

Kursvermittlung werden wir erweitern.

lung strategisch wie operativ einen enormen Bedeutungszuwachs.

Termine 2018 19.01.2018 Bauhandwerkerpfandrecht – Welche Rechte hat der Händler? 25.01.2018 TQS-Vertriebsschulung: «Der Angebotsprofi – so gewinnen Sie effektiv mehr Aufträge aus Ihren Anfragen und Angeboten!» Hotel Sommerau-Ticino, Dietikon 26.01.2018 TQS-Vertriebsschulung: «Der Preisprofi – Preisverhandlungskompetenz für den Verkäufer»

Hotel Sommerau-Ticino, Dietikon

01.02.2018

TQS Vertriebsschulung: «Praxistag – Das erfolgreiche Angebot»

Handel Schweiz, Basel

«Das Seminar regt an, sich über seine tägliche Arbeit im Verkauf noch einmal vertieft Gedanken zu machen und gibt gute Tipps, an welchen Punkten man die eigenen Prozesse noch verbessern kann.»

«Eine tolle Veranstaltung im Dialog. Die Teilnehmer konnten ihre eigene Erfahrungen einbringen.» «Ich habe den Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern sehr geschätzt.»

«Ein sehr informatives Seminar. Die Leiterin ist sehr auf die Wünsche und Bedürf- «AHA-Effekte und Wiederauffrischung von nisse der einzelnen Teilnehmer eingegan- bereits Gelerntem haben sich angenehm gen und hat viele gute Beispiele aus der abgewechselt.» Praxis gebracht.» Originalstimmen Seminar «TQS Vertriebsseminar – Der Angebotsprofi»

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Aussenhandel

Neue Energie In der Schweiz weisen die Exporte mit plus 4.4% einen neuen Re-

und -männern ebenfalls den ersten Rang belegt. «Die Komplexität

kordstand auf. Die Importe liegen mit plus 4.8% auf dem höchs-

nimmt in der Welt des Handels immer mehr zu. Hervorragend ausge-

ten Wert seit acht Jahren. 119 Fachkräfte im Aussenhandel sehen

bildete Fachkräfte können diese nicht nur besser bewältigen, sondern

die Chancen der Branche und haben sich deshalb zu Aussenhan-

den Handel auch generell besser fördern.», sagt die Graubünderin, die

delsfachfrauen und -männern sowie zu Aussenhandelsleiterin-

schon seit sechs Jahren im Export tätig ist. Aufgrund der Karrierechan-

nen und -leitern weitergebildet. Darunter sind sieben Absolven-

cen sieht sich Caroline Jäggin in Zukunft in der gleichen Branche. Das

tinnen und Absolventen aus der Romandie.

kann sich auch Yvonne Kleger vorstellen, sie ebenfalls auf dem ersten Rang. Seit ihrer KV-Lehre arbeitet sie in einem internationalen Umfeld.

«Ein Beruf im Handel ist spannend, da er vielseitig ist. Man hat mit

Mit der Weiterbildung konnte sie sich nicht nur persönlich weiterent-

Kunden, Lieferanten, internen Prozessen zu tun. Es handelt sich um

wickeln, sondern auch nützliche Anregungen für die Zukunft sam-

eine übergreifende Tätigkeit, die man in jedem Bereich und in je-

meln: «Unternehmen brauchen kompetente Mitarbeitende, die auf

der Firma brauchen kann», findet Daniela Rücker, frisch gebackene

dem neusten Stand sind. Dank der Weiterbildung kann ich grössere

Aussenhandelsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis im ersten

Zusammenhänge erkennen und dadurch nicht nur Prozesse optimie-

Rang. «Routine existiert nicht», stimmt Séverine Mérinat, Aussenhan-

ren, sondern auch neue Aufgaben wahrnehmen und Kunden kompe-

delsfachfrau aus dem Wallis, zu. Ihr gefällt vor allem der Kontakt mit

tent beraten», sagt sie stolz.

Klienten aus der ganzen Welt. «Der Multikulturalismus ist faszinierend», bestätigt Maurice Peremoud aus Genf. «Ich kann vor allem von

Séverine Mérinat konnte dank der Weiterbildung ihre Kompetenzen

der Internationalität und vom Treffen mit Leuten aus verschiedenen

im internationalen Handel erweitern und kann deshalb fortan mehr

Kulturen nur profitieren».

Verantwortung übernehmen. «Jede Person kann sich durch die vielfältigen Möglichkeiten im Aussenhandel in ihrem präferierten Bereich

Weiter auf der Karriereleiter

spezialisieren. Ich persönlich sehe mich in Zukunft in der Beratung, da

Nebst der Freude am Beruf begeistern die insgesamt 119 Absolven-

ich dadurch Unternehmen helfen und Prozesse im Import und Export

tinnen und Absolventen auch die Chancen im Aussenhandel. Dies vor

verbessern kann», erklärt sie. Der Absolvent Maurice Perrenoud sieht

allem dank der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung – so zum

sich in Zukunft im internationalen Handel sogar in einer Führungsposi-

Beispiel Caroline Jäggin, die unter den 101 Aussenhandelsfachfrauen

tion, denn: «Nebst der erhaltenen Validierung durch die Weiterbildung

Die Aussenhandelfachfrauen Yvonne Kleger (1.v.l) und Caroline Jäggin (2.v.l. ) erreichten den ersten Rang.

8

Wir handeln 3/17


Aussenhandel

Gastredner Rolf Broglie betonte, dass Weiterbildung auch Sicherheit schaffe.

Rund 300 Gäste freuten sich in Aarau über 119 Diplomanden.

sehe ich auch finanzielle Vorteile. Neue Türen werden sich öffnen»,

Er betonte: «Weiterbildung öffnet nicht nur Türen in der beruflichen

erläutert der Genfer seine zukünftigen Karrierechancen.

Karriere. Vielmehr gibt sie auch Sicherheit: Durch das fachtechnische Know-how können sich die Fachkräfte an die veränderten Bedingun-

Nebst den 101 Aussenhandelsfachfrauen- und männern freut sich die

gen anpassen.» Der gleichen Meinung war Mike Mahler, Mitglied im

Branche auch über 18 neu diplomierte Aussenhandelsleiterinnen und

Expertenteam der Aussenhandelsfachleute: «Aufgrund verschiedener

-leiter. Eliane Meienberger, die das zweitbeste Resultat erzielte, arbei-

politischer Situationen und wirtschaftlichen Reglementen wird Flexibi-

tet bereits seit fünf Jahren im Aussenhandel. Auch sie sieht in der Wei-

lität der Schlüssel sein, um auch in Zukunft erfolgreich unterwegs zu

terbildung eine Investition in die Zukunft. «Die Weiterbildung hat mir

sein.» Ueli Stursberg, Präsident der EPAH-EFCE ergänzte: «Nebst An-

nicht nur nützliches Wissen für meinen Alltag mitgegeben, sondern

passungsfähigkeit sollte man aber auch Spass und Freude an der Ar-

auch viele praxisnahe Informationen. Diese kann ich gebrauchen, um

beit haben. Nur so können die Diplomanden ihr ganzes Potential nut-

mehr Anerkennung und Respekt in der Branche und in meinem Unter-

zen und sich künftigen Herausforderungen im Handel stellen.» Spass

nehmen zu erhalten. Aber auch um mich in der Karriereleiter hochzu-

an der Arbeit hatten auch die vier Saxophonisten von Quadrosax, die

arbeiten». So kann sich Eliane Meienberger gut vorstellen, in einigen

die Feier musikalisch begleiteten.

Jahren ein kleines Team zu leiten und weitere spannende Aufgaben zu

Video auf facebook.com/HandelSchweiz oder

übernehmen. «Das beste ist, dass man von den Unternehmen unter-

youtube.com/HandelSchweiz

stützt wird, um weiterzukommen», sagt sie zufrieden. Feierliche Diplomübergabe Die insgesamt 119 Absolventinnen und Absolventen haben an der EPAH Diplomfeier im Kultur & Kongresshaus Aarau ihre Diplome erhalten. Die Verantwortlichen von EPAH, Handel Schweiz und Swissmem, Akteure von Schulen, Experten und Gäste waren bei der feierlichen Übergabe mit dabei. «Nach einem spannenden Prüfungsjahr ist die Diplomfeier heute der krönende Abschluss», sagte Prüfungsleiter Stefan Würth begeistert. Er empfiehlt den Diplomanden, ihren mit Wissen gefüllten Rucksack nun auszupacken: «Sie sollen sich aus Eigenitiative den Herausforderungen stellen und ihr Wissen als Teil der Veränderung sehen, die sie in ihrem Unternehmen hervorrufen können. Und: Sie sollen sich den Anspruch stellen, immer weiterzukommen.» Gastredner und ehemaliger Leiter des Handelsunternehmens Chromos AG Rolf Broglie war vom Willen der Diplomanden, nebst der Berufstä-

Prüfungsleiter Stefan Würth empfahl den Diplomanden, den mit Wissen gefüll-

tigkeit eine zusätzliche Ausbildung zu absolvieren, stark beeindruckt.

ten Rucksack nun auszupacken.

Wir handeln 3/17

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Tag des Handels

Über die Grenzen hinweg Wie jedes Jahr folgte der offiziellen Delegiertenversammlung von Handel Schweiz der informative Teil. Diesmal fand der Anlass neu unter dem Namen «Tag des Handels» statt. Fatma Samba Diouf Samoura, Generalsekretärin von der Gastgeberin FIFA, liess es sich nicht nehmen, über die wichtigsten Entwicklungen und Pläne der Organisation der FIFA zu berichten. 2018 ist WM-Jahr! Diesmal findet die Fussball-WM in Russland statt – Russland war deshalb auch Schwerpunktthema am Tag des Handels. Der neue russische Botschafter Sergei Garmonin für die Schweiz zeigte in seiner Begrüssung ausführlich auf, dass die Schweiz für Russland ein wichtiger wirtschaftlicher Partner ist. Béatrice Lombard-Martin zeichnete ein Bild des Russisch-Schweizerischen Dialogs, der auf ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen beruht. Sie hat vor einigen Jahren das Swiss Russian Forum gegründet, um eben diesen Dialog Die FIFA ist im Wandel – Fatma Samba Diouf Samoura nannte die Schwerpunkt-

zu fördern. Dies geschieht beispielsweise, indem sich Fachleute aus

themen und Massnahmen.

beiden Ländern an Workshops austauschen. So bestehen in den The-

Gegenseitiger Respekt

«

Im Interview: Beatrice Lombard-Martin

Welche Chancen sehen Sie für Schweizer KMU in Russland? Russland hat sehr gute Universitäten und bietet sehr gute Ausbildun-

Was macht die Schweiz-Russische

gen in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in der Inneren Me-

Handelskammer?

dizin. Was noch fehlt, ist der duale Bildungsweg, wie wir ihn in der

Wir sind da für Schweizer Unternehmen

Schweiz kennen.

«

in Russland wie auch für russische in der Schweiz. Wir zählen heute ungefähr 200

Wie sehen Sie denn die Chancen für ein Freihandelsabkommen?

Schweizer Firmen mit Geschäften in Russ-

Ein Freihandelsabkommen ist ja bereits ausgearbeitet worden; es wur-

land. Das entspricht einem Investitionsvolumen von ungefähr CHF 9,4

de wegen der Sanktionen und Ereignisse der letzten Jahre auf Eis ge-

Mrd. – damit ist die Schweiz der neuntgrösste Investor in Russland.

legt. Nun hat der politische Austausch wieder angefangen: So waren zum Beispiel Staatssekretärin Ineichen, Bundesrat Schneider-Ammann

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Russland und

und parlamentarische Delegationen in den vergangenen Monaten in

der Schweiz?

Russland. Damit rückt ein Freihandelsabkommen immer näher.

Es gibt natürlich gesellschaftspolitische und kulturelle Unterschiede, die durch die Geschichte geprägt sind. Während der Sowjetzeit war

Wie gewinnt man das Herzen und die Überzeugung der Russen?

Russland lange isoliert, während im Westen eine grosse Entwicklung

Um mit Russland ein Geschäft und Beziehungen aufbauen, ist es emi-

stattfand. Doch wir haben auch sehr viele Gemeinsamkeiten. Die Rus-

nent wichtig, dass man die Russen so respektiert, wie sie sind. Die

sen lieben die Schweizer; sie schätzen an uns die Zuverlässigkeit, un-

Russen sind uns zum einen sehr ähnlich, aber sie sind nicht gleich.

sere Bescheidenheit und eine gewisse Demut.

Deshalb ist der Dialog so wichtig.

10

Wir handeln 3/17


Tag des Handels menfeldern Recht und Finanzen, Gesundheit sowie Politik und Gesell-

teilnehmen können. Nach der engagierten Aufbauarbeit von Béatrice

schaft Programme, in denen aus der Sicht beider Länder die Gemein-

Lombard-Martin, heute Co-Präsidentin des Swiss Russian Forums, liegt

samkeiten und Unterschiede präsentiert und diskutiert werden. Der

seit 2016 auch die Schweizerisch-Russische Handelskammer in den

Suworov-Preis zeichnet zudem innovatives Unternehmertum mit grenz-

Händen des Swiss Russian Forum: Sie ist vom Seco anerkannt.

überschreitender Wirkung aus, an dem Firmen aus beiden Ländern

Die rund 150 Gäste vertraten Handelsunternehmen, Politik und Verbündete von

Jean-Marc Probst, Präsident von Handel Schweiz, reiste kürzlich mit Bundes-

Handel Schweiz.

rätin Doris Leuthard nach Indien. Das Thema: Das Freihandelsabkommen zwischen den beiden Ländern.

Aufgeschnappt

«

Michael Cantzler, Wirtschaftsreferent der deutschen Botschaft in der Schweiz

«

Roland Müller, Direktor des schweizerischen Arbeitgeberverbandes

«Die weitere Entwicklung des Handels zwi-

«Generell ist die Bevölkerung vom Handel

schen Deutschland und der Schweiz sehe

betroffen: wir konsumieren. Die Entwicklung

«

«

ich positiv. Ich denke, man besinnt sich auch

hängt jedoch vom Wohlstand in der Schweiz

in beiden Ländern wieder darauf, dass die

und von der Digitalisierung ab. Wir haben bis

nachbarschaftliche geografische Lage doch

jetzt noch gute Rahmenbedingungen; daran

auch eine sehr große Chance für den Handel

müssen wir allerdings weiterarbeiten und

bietet. Handel Schweiz möchte ich gerne mit auf den Weg geben,

die Technik entsprechend zulassen. Das führt auch für den Handel zu

weiterhin so aktiv für ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem zu

Herausforderungen – nicht zu einem Stellenabbau insgesamt, sondern

arbeiten.»

vielmehr zu einer Verlagerung, zu einer Anpassung auch der Stellen-

«

profile.» Constantin Kostyal, Program Manager Swiss Import Promotion Programme «SIPPO hat den Auftrag vom SECO, in elf verschiedenen Ländern die Business-Sup-

«

port-Organisationen vor Ort zu stärken, damit die Exporteure ihre Ausfuhren vergrössern. Schweizer KMU können dort andocken, damit möglichst direkte Kontakte zustande

kommen. Kaspar Engeli ist der Präsident des Fachbeirats. Das Gremium bringt Fachwissen ein von Personen, die Tag für Tag aktiv im Handel tätig sind. Das ist ein sehr grosser Mehrwert für SIPPO.»

Das von Tilla Theus gestaltete FIFA Gebäude war eine beeindruckende Kulisse für den Tag des Handels.

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Ausbildung

Wir gratulieren!

Marcia Kleiber, Rowena Tschan und Mégane Villemin (v.l.n.r.) zählen zu den besten Lernenden 2017. Herzliche Gratulation!

Mit Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Wissen ist der Nach-

nur für seine Prüfungen, sondern auch während der Ausbildung sein

wuchs des Handels fit für die Zukunft. Auch die drei besten Ler-

Bestes geben. Ich habe viel Zeit in die Arbeit investiert, war immer

nenden des Jahrgangs 2017 strahlen Zuversicht und Tatkraft aus.

interessiert und habe viele Fragen gestellt; manchmal vielleicht sogar zu viele», sagt sie lächelnd.

Marcia Kleiber, Rowena Tschan, Ricardo Altermatt und Mégane Villemin haben ihre Lehre in ganz unterschiedlichen Unternehmen absol-

Offene Türen in die Arbeitswelt

viert; trotzdem haben sie einiges gemeinsam: Sie haben während ih-

Die so gewonnenen Fähigkeiten waren nicht nur für ihre Abschluss-

rer Ausbildung viel Disziplin, Verantwortung und Neugierde bewiesen.

prüfungen wertvoll – sie öffnen Türen in die Arbeitswelt. Sie erlauben,

Alles Eigenschaften, die es braucht, um mit der Schnelllebigkeit des

auch in Zukunft anspruchsvolle Tätigkeiten in einem Handelsbetrieb

Handels umzugehen. Aber auch, um zu den besten Lernenden des

erfolgreich zu meistern. Rowena Tschan beschreibt ihre Erfahrung bei

Jahrgangs zu gehören. Die 23-jährige Rowena Tschan belegt mit ihrer

Coop Basel: «Durch die Einblicke in verschiedene Abteilungen konnte

Abschlussnote von 5.8 den ersten Platz. Für die Abschlussprüfungen

ich vielfältige Erfahrungen sammeln: In der Personalabteilung habe

hat sie viel gelernt; doch ist ihr die kaufmännische Berufsmatura nicht

ich alles über die Personaladministration gelernt. Im Marketing habe

zu schwer gefallen, denn: «Ich habe schon einmal eine Lehre gemacht

ich Aktionen abgewickelt und auch in der Disposition gearbeitet. Aus-

und auch bereits die Berufsmatura in der technischen Richtung abge-

serdem war ich im Support der Direktion des Beschaffungsmarketings

schlossen. Deshalb konnte ich viel Wissen als Grundlage mitbringen»,

tätig und habe im Einkauf mitgeholfen». Am meisten hat es ihr gefal-

erklärt sie. Die 24-jährige Marcia Kleiber hat mit ihrer Note von 5.7

len, die Resultate ihrer Arbeit in den Verkaufsstellen zu erleben: «Das

den zweiten Platz belegt. Sie begründet ihr Resultat so: «Ich habe

war für mich ein gutes Gefühl – eine Bestätigung, dass ich etwas rich-

während der Lehre viel Verantwortung übernehmen können, gelernt,

tig gemacht habe», sagt sie stolz.

in Stress-Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und mir Ordnung

sowie Struktur in der Arbeitsweise aneignen. All das hat mir auch bei

Marcia Kleiber hat während ihrer Ausbildung einen vertieften Ein-

der Prüfungsvorbereitung geholfen». Mégane Villemin betont, dass

blick in den Convenience-Anbieter bei Valora Schweiz bekommen. Sie

nicht nur die Prüfungsvorbereitung, sondern auch der persönliche Ein-

versteht heute, wie mit kleinflächigen Ladenkonzepten an Hochfre-

•satz während der Lehre zum guten Ergebnis beiträgt: «Man soll nicht

quenzlagen Produkte für unterwegs angeboten werden. Sie erklärt:

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Ausbildung «Im Innendienst hatte ich viel Kontakt zu den Verkaufsstellen und den

Neue Herausforderungen im Handel

Endkonsumenten. Beides war sehr spannend. Ich war aber auch im

Da der Handel stets im Wandel ist, kommt in Zukunft einiges auf die

Marketing und in der Personalabteilungt», meint sie zufrieden.

drei jungen Frauen zu. Rowena Tschan sieht die grösste Herausforderung in der hohen Kundennachfrage: «Die Kunden möchten gerne

Mégane Villemin war während ihrer Lehre bei Coop Renens in der

günstige Produkte zu bester Qualität, und das geht nicht auf, denn:

Kommunikation, den Human Ressources und in der Servicetechnik

Auch im Handel muss man etwas verdienen. Die Kunden zufrieden

tätig. Dabei hat sie gelernt, sich zu organisieren und selbständig

zu stellen und gleichzeitig Gewinn zu erzielen, das ist die Herausfor-

zu arbeiten – Eigenschaften, die sie auch in Zukunft brauchen wird.

derung».

«Spannend war, dass ich in jeder Abteilung verschiedene Aufgaben erledigen konnte. In der Kommunikation durfte ich Artikel für unse-

Marcia Kleiber ist der Meinung, dass die nächsten Veränderungen

ren internen Newsletter verfassen oder neue Projekte recherchieren.

im Handel vor allem mit der Digitalisierung zu tun haben werden:

Bei der Servicetechnik war ich für Projekte zuständig, die mit dem

«Online-Shopping ist immer mehr gefragt. Obwohl es für den Handel

Unterhalt und der Modernisierung unseres Geschäftes zu tun haben»,

nicht einfach ist, wird er sich in die digitale Richtung entwickeln, um

erklärt sie.

weiterhin auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen». Mégane Villemin ergänzt: «Trotzdem sollte sich der Handel in Zukunft mehr auf die

Botschaftlerinnen für die Zukunft

Umwelt konzentrieren und Kundenwünsche nicht höher stellen als die

Es gibt viele Gründe, weshalb sich eine Ausbildung in der Handels-

Bedürfnisse der Welt».

branche lohnt. «Das Gute am Handel ist, dass man überall arbeiten kann. Ausserdem hat man mit der ganzen Welt zu tun und kann nicht

Mit ihrer Ausbildung und Arbeitserfahrung sind die besten Lernenden

nur Sprachen lernen, sondern sie auch in der Praxis anwenden», sagt

bestens für diese Herausforderungen vorbereitet. Damit das aber auch

Rowena Tschan begeistert. Eine Lehre im Handel empfiehlt sie des-

so bleibt, möchten sie sich fortan weiterbilden: Rowena Tschan wird

halb allen, die Freude am Kundenkontakt haben, gerne mit anderen

berufsbegleitend Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschu-

Kulturen zu tun haben und Sprachen mögen. Auch Marcia Kleiber kann

le studieren, um sich den Einstieg in die Verpackungstechnik zu er-

einen Beruf im Handel nur weiterempfehlen. Ihr gefällt besonders die

leichtern. Auch Mégane Villemin weiss heute schon, dass sie mehrere

Abwechslung: «Je nach Abteilung sieht der Arbeitsalltag anders aus:

Weiterbildungen machen möchte, wie zum Beispiel die der Höheren

Entweder stellt man Aufträge fertig, bearbeitet E-Mails, führt die Kor-

Fachprüfung. Weiterbildung ist auch für Marcia Kleiber ein Thema – sie

respondenz oder arbeitet an verschiedenen Projekten – es ist immer

wird sich umsehen, was für sie am besten passt.

sehr vielseitig».

Am Tag des Handels überreichte Kaspar Engeli den drei Top-Lernenden neben einer Urkunde auch einen Reisegutschein. Impressum Herausgeber: Handel Schweiz, Postfach, Güterstrasse 78, 4010 Basel • Auflage: 5'500 Ex. • Sprachen: Deutsch, Französisch Inserate/Werbung: Tel. +41 61 228 90 30, E-Mail: werbung@handel-schweiz.com Konzept, Design, Redaktion: Iris Wirz c&p communications, iriswirz.com

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Fotos: / 1: © Jemastock - Fotolia.com • © istockphoto.com / nd3000 • © istockphoto.com / AJ_Watt • © istockphoto.com / peshkov | / 2: © istockphoto.com / William_Potter | / 3: © istockphoto.com / serts | / 6: © SISA | / 7: © istockphoto.com / nevarpp | / 14: © istockphoto.com / kupicoo | / 15: © istockphoto.com / monkeybusinessimages | / 16: © istockphoto.com / HowardOates

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Arbeitssicherheit

Sicher mit AWARE

Arbeitssicherheit ist eine grosse Herausforderungen und Verantwortung. Mit AWARE geht alles etwas einfacher.

Arbeitssicherheit für den Handel – eine Branchenlösung für alle

Mit AWARE verfügen die Verantwortlichen über ein Werkzeug für eine

Handelsfirmen: praxisnah, flexibel, webbasiert.

massgeschneiderte Analyse und die Planung von unternehmensspezifischen Massnahmen. Besondere Vorteile sind

Im Rahmen ihrer allgemeinen Pflichten haben alle Arbeitgeber für

• webbasierte, unabhängige Plattform

die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmenden zu sorgen. Des-

• modulare Struktur der Checklisten

halb müssen die Betriebe allfällige Gefährdungen ermitteln sowie die

• freies Konfigurieren der Checklisten

erforderlichen Schutzmassnahmen und Anordnungen treffen. Sie tun

• einfache Erweiterbarkeit und Einbindung neuer oder eigener Fragen

dies aufgrund der anerkannten Regeln der Technik. Regelmässiges

und Checklisten

Überprüfen ist Teil dieser Aufgabe – insbesondere bei betrieblichen

• Vergabe von individuellen Benutzerrechten

1

Veränderungen. Die Branchenlösung Arbeitssicherheit des Handels sieht alle drei Jahre Überprüfungen vor. Allen Betrieben steht dafür

Zur Verfügung stehen:

das online tool AWARE mit aktualisierten und neuen Checklisten zur

• das online tool AWARE (aware-asi.aeh.ch) mit Bedienungs-

Verfügung.

anleitung • aktualisierte und neue Checklisten, die den heutigen Stand der

AWARE ermöglicht:

Technik widerspiegeln

• die systematische Ermittlung von Gefährdungen und Belastungen

• Support des Branchenlösungssekretariates AEH

im Betrieb mit Checklisten

(Tel. 044 240 55 50 und aware-asi@aeh.ch)

• die daraus abzuleitende Planung von Massnahmen • die Möglichkeit, die mit der Umsetzung der Massnahmen

Betriebe, die bis jetzt noch keine Arbeitssicherheitslösung haben,

beauftragten Personen per Mail zu informieren

können mit AWARE kostengünstig und praxisnah die gesetzlichen Vor-

• die Dokumentation der einzelnen Schritte

schriften erfüllen. Mitgliedsfirmen von Handel Schweiz profitieren von attraktiven Konditionen. 1gemäss Art. 3-10 VUV und Art. 3-9 ArGV3

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Mitgliederverband

Inszenierte Bürowelten

«

Auch am Arbeitsplatz wird Design immer wichtiger: Aus Sicht

Wohlfühlbüros konzipiert, zum Beispiel mithilfe der Farbgestaltung,

der Mitarbeitenden wie aus Sicht der Unternehmen.

einer modernen Einrichtung oder mit Konzentrations- und Kommunikationszonen. Den Unternehmen geht es vor allem darum, mit mög-

Interview mit Albert Denz, Präsident des

lichst niedrigen Kosten eine hohe Rendite zu erwirtschaften. Deshalb

Büroeinrichtungverbands bueroszene.ch

sind auch Desksharing-Konzepte und Smart-Working in aller Munde.

Wie wichtig ist das Design einer Büroein-

Wie entwickelt sich die Branche Büroeinrichtungen?

richtung?

Die Entwicklung hat in den letzten Jahren stagniert. Während es von

Sie kennen das aus der allgemeinen Kon-

2007 bis 2012 noch einen Aufwärtstrend gab, ist der Umsatz in der

sumwirtwschaft: Design wird immer wich-

Schweiz 2016 sogar auf das Niveau von 2007 zurückgefallen.

«

tiger. Mittlerweile kann es sich fast kein

Unternehmen mehr leisten, seine Produkte ohne professionelle

Warum haben Sie den Verband Bueroszene gegründet?

Designer zu entwickeln. Nur so kann das Gesamtkonzept inklusive

Als ehemaliges Vorstandsmitglied von SWICO wurde mir bei dessen

Arbeitsabläufe, Farbgestaltung und neuste Trends harmonisch in ein

Umorientierung bewusst, dass sich auch die Büroeinrichtung selbst-

Gebäude integriert werden.

ständig gegen aussen präsentieren muss. Auch nach dem Verkauf aller Aktien der Denz AG, meinem vorherigen Unternehmen, wollte

Was macht eine gute Büroeinrichtung aus?

ich mein Wissen der Branche zur Verfügung stellen: Um Endabneh-

Für die Mitarbeiter ist es wichtig, sich im Büro wohl zu fühlen, in Ruhe

mer umfassend informieren zu können, habe ich deshalb 2004

arbeiten und trotzdem eine gute Komunikation mit den Arbeitskol-

officebase.ch und buerowissen.ch ins Leben gerufen.

legen pflegen zu können. Diesbezüglich werden heute immer mehr

Desksharing und Smart Working sind in aller Munde. Wohlfühlbüros liegen im Trend.

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Jetzt vormerken Tag des Handels 2018 8. Juni 2018 Kursaal Bern

Der Handel ist im Wandel. Bewegen Sie mit! Als Mitglied von Handel Schweiz nehmen Sie Einfluss auf die Entwicklung. Sie stärken die Stimme des Handels. Sie treten für faire Rahmenbedingungen im Handel ein. Sie gewinnen konkrete Vorteile über Dienstleistungen.

Handeln Sie jetzt und verlangen Sie unser Angebot. Handel Schweiz ist der Dachverband des Handels, dem 33 Branchenverbände

Der Handel ist mit 680'000 Mitarbeitenden der wichtigste private Arbeitgeber

mit insgesamt 3’700 Unternehmen angehören. Handel Schweiz vertritt eine

der Schweiz. Im Handel werden über 38'000 Lehrstellen angeboten, mehr bil-

liberale Politik und setzt sich für eine starke Schweiz ein.

det keine Branche aus.

acebook.com/HandelSchweiz

twitter.com/HandelSchweiz

.com/HandelSchweiz

Eine Mitgliedschaft bei Handel Schweiz bringt eine ganze Palette von Dienstleistun-

geniesst das Mitglied administrative und so-

träge, bei denen jedes Mitglied und dessen

gen mit sich: die politische Interessensver-

ziale Vorteile. Ein zentraler Punkt von Handel

Angestellte, das Personal der Mitgliedfirmen,

tretung, die bis zur Rechtsberatung gehen

Schweiz ist die Ausbildung. Dezentral werden

von Krankentaggeld und Krankenpflege pro-

kann oder bis zur Hilfestellung im Umgang

in der ganzen Schweiz KV-Lehrlinge ausgebil-

fitieren können. Weitere Dienstleistungen im

mit Behörden. Zu den geldwerten Dienst-

det. Die Lehrlinge werden in Handelsfragen

Sachdienstleistungsbereich: Brokerdienstleis-

leistungen zählen insbesondere das Sozial-

geschult und als Kaufleute fit gemacht. Ein

tungen oder ein DPD-Rahmenvertrag für den

werk, die Ausgleichskasse, die BVG-Stiftung

weiterer Bereich sind Dienstleistungen im

günstigeren Paketservice.

und die Familienausgleichskassen – bei allen

Versicherungsbereich,

Mehr unter handel-schweiz.com

etwa

Kollektivver-

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Wir handeln #3/2017  

Wir handeln #3/2017  

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