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Ausgabe Nr. 3

2011

EUR 8 | CHF 10

zusammen wachsen

MENSCH! das Hadassah Magazin Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association Schweizer Freunde der Hadassah Medical Relief Association Österreichische Freunde der Hadassah-Spitäler

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INternational

WIR FÖRDERN HEILUNG. LEHRE. FORSCHUNG. Das Hadassah Medical Center in Jerusalem, eine Insel des Friedens

Jeder Trägt Einen Bedeutenden NAmen, Wenn er etwas Besonderes IN seinem Leben Geleistet hat. Machen Sie Ihren letzten Willen zu einem Vermächtnis. Helfen Sie dem Hadassah Medical Center, medizinische Hilfe zu leisten – einer Insel des Friedens im Nahen Osten.

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Mehr Informationen auf www.hadassah.de und www.hadassah-international.org


editor ial Prof. Shlomo Mor-Yosef ................................ 5 Helaine Ohayon .......................................... 5 Prof. Dr. med. Dr.h.c. Thomas Ruzicka ............ 7 Ellen Frick-Delman ..................................... 9 Susi Shaked .............................................. 9

i nterv i ew Hadassah - Meine Mission Prof. Shlomo Mor-Yosef .............................. 24

Eine Kausalität von Handel und Kunst Dr. Dirk Boll ............................................ 70

Laßt uns die Ärmel hochkrempeln! Regine Sixt ............................................... 30

Malen und Reisen wider der Zeit Nara Jaberi .............................................. 74

Allen Skeptikern zum Trotz Prof. Dr. Eitan Kerem ................................ 42 Grün macht gesund Prof. Renata Schneiter ............................... 80

essay

Der Brückenbauer André Jaeger ............................................ 96

Die jüdisch-christliche Zusammenarbeit Harald Eckert ............................................ 62

rü c kb lic k Starke Frauen Ariane von Dewitz ..................................... 14 Diese Mischung funktioniert Bernice Tannenbaum ................................. 78

r e ise Israel - Ein Land, dem wir uns verbunden fühlen Iris Tanz & Oliver Berben .............................. 48

Welche Zukunft hat der Nahe Osten? Josef Joffe ................................................. 10 Krieg und Frieden Werner Sonne ............................................ 12 Born in Jerusalem Dr. Peter Forster ........................................ 38

ku nst

Eine Friedensinsel im Wahnsinn von Nahost Frido Hütter .................................................. 50

fo rsch u n g Werden unsere Kinder alle hyperaktiv? Ariane von Dewitz .................................... 44

hei lu n g

Theater des Lebens Susi Shaked ..................................................... 84 Ein medizinischer Workshop in Israel Dr. Siegfried Hummel .................................... 86

g en u ss

Das Mehrfachwunder Ariane von Dewitz ..................................... 52

Kosherer Wein Kathja Kaempfel, alefs Weinhandel ............. 88

Medizin für den Frieden Medizinische Hilfe für Palästinenser ......... 56

Gänsebraten - Dallmayerküche Heribert Hanrieder, Dallmayer, München ... 90 Channuka Latkes Yossi Ben Simhon, La Guta, Jerusalem ......... 92 Yin und Yang von Rheinäsche André Jaeger, Fischerzunft, Schaffhausen ..... 94

zu ku n ft Der Sarah- Wetsman-Davidson Tower Wir warten nicht auf die Zukunft ................ 18

cha r it y Hilfe für die Ärmsten der Armen Ein Projekt von Fürst zu Schaumburg-Lippe ... 60 Patenschaft & Spendenmöglichkeit ................. 99 Hadassah Charity Veranstaltungen .......... 116

news News aus dem Hadassah Krankenhaus ....... 98

f e i ertag e Festtagskalender ........................................... 66 Die Bedeutung von Pessach und Ostern ...... 68


e d ito r i a l

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Wir warten nicht auf die Zukunft

wir sind stolz, dass unsere Hadassah Medical Organization in Jerusalem, die aus zwei Krankenhäusern und fünf akademischen medizinischen Fakultäten besteht, einen exzellenten Ruf für Heilung, Lehre und Forschung erreicht hat. Unsere Mission ist es, eine Brücke zum Frieden zu bauen. Es geht darum, Kontakte zu knüpfen zwischen Völkern, Rassen und Religionen, die nach Heilung suchend an unsere Pforten kommen. Für unsere humanitäre Arbeit wurden wir 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert.

es war eine wunderbare Erfahrung für mich, bei meiner letzten Reise nach Europa so viele von Ihnen, Unterstützer und Spender des Hadassah Medical Centers, zu treffen. Ihre Bemühungen, die friedvolle und völkerverbindende Mission Hadassahs in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannter zu machen, haben mir großen Eindruck gemacht. Zudem erfreuten mich die großzügigen Spenden, zu welchen so viele von Ihnen bereit waren: Wir sind Ihnen dafür unglaublich dankbar.

Wenn wir palästinensisches Leben retten, lassen wir Politik außen vor – egal, ob es sich um Kinder mit schweren Herzfehlern oder Selbstmordattentäter handelt. Wir teilen unser medizinisches Wissen mit palästinensischen Ärzten, Krankenschwestern und Hebammen in der Westbank und in Gaza – mit dem Ziel, ihnen dabei zu helfen, ihre eigene medizinische Kompetenz aufzubauen.

Sehr oft hören wir den Bürgermeister von Jerusalem, Israels Staatschef sowie die Generalkonsule der Israelischen Botschaften sagen, Hadassah sei ein großartiges Beispiel dafür, wie Frieden im Nahen Osten aussehen könne – trotz der politischen Realität in dieser Region.

Außerdem betrachten wir es in Jerusalem als unsere heilige Pflicht, medizinischen Fortschritt zu betreiben. Zu diesem Zweck bauen wir den Sarah-Wetsman-DavidsonTower – eine neue stationäre Einrichtung, die dem Anspruch unserer Mediziner gerecht wird. Dieser Turm www.aufbau.eu krönt das fast 100-jährige Engagement Hadassahs für Heilung, Lehre und Forschung. Im Frühjahr 2012, zu Hadassahs Hundertjahrfeier, werden wir die Türen dieses 19-stöckigen Gebäudes für die ersten 200 Patienten öffnen.

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Wir warten nicht auf die Zukunft. Wir und unsere Freunde auf der ganzen Welt gestalten sie gemeinsam!

Prof. Shlomo Mor-Yosef Generaldirektor der Hadassah Me dical Organization

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16.10.2009 16:06:53

Liebe Freunde,

Liebe Freunde,

Hadassah ermöglicht allen Menschen die gleiche, hoch qualitative Behandlung: Ob Juden, Arabern oder Christen. Zudem profitiert die ganze Welt von Hadassahs Forschungsarbeit. Hadassah ist eine Brücke zum Frieden. In den letzten Monaten zeigten sich Besucher erstaunt darüber, wie schnell der Sarah-Wetsman-Davidson-Tower erbaut worden ist. Alle 19 Stockwerke stehen bereits – fünf im Untergeschoss und 14 über der Erde. Das Atrium ist fertiggestellt und der Jerusalemstein an die Aussenfassade angebracht worden. Begleiten Sie uns im Oktober 2012 nach Jerusalem zur Jahrhundertfeier Hadassahs – und zur Einweihung des Sarah-Wetsman-Davidson-Tower. Für Ihre weitere Unterstützung des Hadassah Medical Centers möchte ich mich persönlich bei Ihnen bedanken. Helaine Ohayon Präsidentin Hadassah International

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e d ito r i a l

ZUSAMMEnwachsen Liebe Freunde,

Winner of the 2010 ‘Citizen of the World’ Award: Regine Sixt.

(Sixt is the exclusive car rental partner of Hadassah international. Book a car through the Hadassah website and Sixt will donate 10% of every rental to the Hadassah Ein Kerem Children’s Medical Center in Jerusalem) www.sixt.com/hadassah

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wir blicken auf ein bewegtes und ereignisreiches Jahr bei Hadassah Deutschland zurück. Dank Ihrer großartigen Unterstützung konnten die Deutschen Freunde der Hadassah erfolgreiche Veranstaltungen mit viel positiver Resonanz verzeichnen und die Öffentlichkeitspräsenz deutlich intensivieren. Wir haben im Jahr 2011 viele neue Freundschaften geschlossen und bedeutende Schritte hinsichtlich der Projekte in den Hadassah-Krankenhäusern Jerusalems unternommen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sie alle, unsere Freunde und Förderer, unsere Sponsoren und Spender!

Der Leitfaden unserer diesjährigen Magazin-Ausgabe lautet „Zusammenwachsen – zusammen wachsen“, die Verständigung unter Nationen und Kulturen angesichts der Globalisierung in der heutigen multikulturellen Gesellschaft. Eine Herausforderung, der wir uns alle täglich im Alltag stellen, ob im Beruf oder im Privatleben. Wir wollen Völkerverständigung in unserem persönlichen Umfeld leben, sowohl im Hadassah Medical Center in Jerusalem als auch in unseren Freundeskreisen weltweit. Lassen Sie uns gemeinsam Nächstenliebe und Frieden zu unserem höchsten Gut erklären und auch Sie dafür gewinnen, Heilung, Forschung und Lehre im Hadassah Medical Center in Jerusalem zu unterstützen. Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben alles Gute!

Nicht nur in Jerusalem haben sich Frauen und Männer unterschiedlichster Herkunft zusammen geschlossen, um eine gute Sache voranzubringen, nämlich bedürftigen und kranken Menschen zu helfen – auch in Deutschland sind wir miteinander und aneinander gewachsen. Es geht uns darum, Konflikte und Barrieren im täglichen Miteinander zu überwinden, religiöse Ansichten und Unterschiede der Herkunft außer Acht zu lassen, um gemeinsam die Welt ein bisschen besser zu machen. Mit dieser Mission möchten wir auch Ihr Herz berühren und Sie auffordern, mit uns zusammen aktiv zu werden.

Prof. Dr. me d. Dr. h. c. Thomas Ruzicka Präsident der Deutschen Freunde der Hadassah Me dical Relief Association e.V.

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e d ito r i a l

Liebe Freunde, mit großer Freude überreiche ich Ihnen die erste Ausgabe des Hadassah-Magazins für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ich danke allen daran Beteiligten aus den drei Hadassah-Organisationen sehr herzlich dafür. In unserem Magazin finden Sie Beiträge und Interviews über Hadassah, unsere Projekte und Aktivitäten. Wir sind besonders froh, Ihnen das Interview mit Prof. Shlomo Mor-Yosef, das bei uns in Zürich stattgefunden hat, in dieser Ausgabe zu präsentieren. Außerdem kommen diesmal in unseren Lifestyle-Artikeln einige in der Schweiz lebende Persönlichkeiten zu Wort: Prof. Dr. Dirk Boll, Managing Director Christies Schweiz, 19-Punkte-GaultMillau-Starkoch André Jaeger von der Fischerzunft in Schaffhausen, Verleger und Chefredakteur Dr. Peter Forster, Reporter der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der für einige Zeit aus Israel und Jerusalem berichtete, sowie die Biologin Prof. Renata Schneiter erzählen aus ihrem Beruf und ihrem Leben. Unser Motto lautet „Brücken bauen“, denn wir sagen, „Medizin baut Brücken zwischen Nationen und Menschen“. Wir sind eine Organisation, die sich für die Gesundheit aller Menschen engagiert. Während meines letzten Besuchs in Jerusalem konnte ich sehen, wie der Sarah-Wetsman-Davidson-Tower in den Himmel wächst. Mit dem Bau dieses modernen Gebäudes ermöglichen wir ausgezeichneten Fachkräften, beste Medizin zu praktizieren. Wir sind stolz, dass Hadassah weiterhin eines der weltbesten medizinischen Zentren bleibt – auch für Lehre und Forschung. Wir sind stolz, dass das medizinische Personal von Hadassah täglich Leben rettet, sich humanitär uneingeschränkt einsetzt und zusätzlich Patienten, ungeachtet ihrer religiösen oder ethnischen Herkunft, hervorragend betreut und behandelt. Wir danken Ihnen allen sehr herzlich und aufrichtig für Ihr Engagement, Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung.

Liebe Freunde, wenn wir an Israel denken, kommen uns vor allem die beiden Hadassah-Krankenhäuser in den Sinn. „Hadassah, eine Insel des Friedens“ hat für uns eine besondere Bedeutung, denn Frieden im Nahen Osten ist wichtig für Europa. Das Hadassah-Klinikum zeigt im Kleinen, wie Frieden aussehen könnte. An unseren Krankenhäusern in Ein Kerem und am Skopusberg wird viel Wert auf friedliche Zusammenarbeit gelegt. Juden, Christen und Muslime, Israelis und Palästinenser arbeiten hier Seite an Seite. Patienten sowie das Pflegepersonal kommen aus den verschiedensten Kulturkreisen. So ist die Oberschwester der Kinderabteilung Fatima Husseini eine Muslima, der palästinensische Intensiv-Mediziner Hashem Rawchi ein Moslem: Er hatte nächtelang die Aufsicht über die medizinische Versorgung des ehemaligen israelischen Premierministers Ariel Sharon. Rawchi ist Fellow der österreichischen Karl - KahaneStiftung, die es sich zur Aufgabe macht, Friedensprojekte in Israel zu unterstützen. Jährlich können zehn Ärzte mit Hilfe dieser Stiftung am Hadassah-Krankenhaus ihre Facharztausbildung machen. Danach verpflichten sich die Fachmediziner, einige Jahre in den palästinensischen Gebieten zu arbeiten, um so das erworbene Wissen an ihre Landsleute weiterzugeben. Sehr oft suchen diese dann wiederum fachliche Hilfe bei den Hadassah-Kollegen – und so entsteht ein Netzwerk des Verstehens und der Verständigung. Um der Leukämie und anderen Krebskrankheiten Herr zu werden, haben Hadassah Österreich sowie die KarlKahane-Stiftung die Konzeption einer Datenbank für arabische Stammzellen-Spender unterstützt und finanziert. Die arabische Bevölkerung in Israel begrüßt dies sehr, sogar die Muftis in den Moscheen appellieren zu spenden. Sieben Patienten konnten schon erfolgreich Transplantationen dafür erhalten.

Im Namen von Hadassah Schweiz grüsse ich Sie sehr herzlich und wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen! www.hadassah.de und www.hadassah-international.org

Ellen Frick-Delman Präsidentin Hadassah Switzerland und Liaison Europe Hadassah International

S u s i S hake d Präsidentin Hadassah Österreich

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r e po essay rtage

welche zukunft hat der NAhe Osten? Text: Dr. Josef Joffe

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Die eigentliche Frage ist: Welche Vergangenheit hat der Nahe Osten? Denn die hält Gegenwart und Zukunft im Würgegriff. Ein gierung – Abbas und Fajad –, die erkannt hat, dass die jeder erinnert sich an die Untaten, die ihm der andere Gewalt den Weg zum Staat immer wieder verschüttet. zugefügt hat – wie in einer schlechten Ehe: „Du hast mir...“ – Die beiden haben den Terror gestoppt und bauen staat„Aber Du hast mir doch...“ Und alle fürchten, dass es in der liche wie wirtschaftliche Institutionen auf. Zum ersten Mal fließen die Gelder der internationalen Gemeinschaft nächsten Runde noch schlimmer wird. In der Streitschule lernen die kämpfenden Partner: „Immer nicht in die Korruption, sondern in das Wirtschaftsnur über das jetzige Problem reden und nicht alles wieder wachstum. Die Westbank wächst dreimal schneller als aufkochen, was gewesen ist“. Nehmen wir den kleinen Aus- Deutschland. Es zeigt sich also ein kleiner Engelskreis, schnitt auf der Nahost-Bühne, die jetzt vom Mittelmeer wo immer nur der große Teufelskreis herrschte. Die Frage ist nun, ob die gegenwärtige israelische bis zum Hindukusch reicht: den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. „Zum ersten Mal fließen Regierung aus dem kleinen einen Eigentlich weiß jeder, wie die Lösung die Gelder der interna- größeren Engelskreis machen könnte. Eigentlich ist auch hier die theoretische aussehen wird. Die Palästinenser werden tionalen Gemeinschaft Antwort einfach: „Bibi“ Netanjahu könnte Israel ohne Wenn und Aber anerkennen, nicht in die Korruption, eine große Koalition mit Ehud Baraks das Rückkehrrecht aufgeben und sich mit sondern in das Arbeitspartei und Tsipi Livnis Kadima dem halben Laib zufrieden geben müssen: Westbank und Gaza plus einen Teil von Wirtschaftswachstum.” eingehen. Ariel Scharon würde zustimmen, wenn er könnte. In dieser KonstelJerusalem. Dieser Staat wird noch lange keine militärische Souveränität haben, sondern unter der lation könnte Israel mit den Abbas-Fajad-Palästinensern ins Geschäft kommen – gewiss nicht mit einem einzigen Aufsicht von Israel und Jordanien stehen. Die Israelis werden ihre Träume von Groß-Israel und vom großen Wurf, aber Schritt für Schritt, um das Vertrauen herzustellen, dass von der Vergangenheit systematisch ewig ungeteilten Jerusalem aufgeben müssen. Sie werden sich aus allem minus x Prozent zurückziehen dezimiert worden ist. „Könnte“, „müsste“... Warum nicht? müssen; dieses x sind jene schmalen Gebiete jenseits der Jeder weiß, wie die Lösung aussehen wird. Und: Wer „Grünen Linie“, wo das Gros der Siedler lebt. Dafür werden die Vergangenheit kennt – Terror, Krieg, Intifada – sieht, sie die Palästinenser mit eigenem Land kompensieren dass die Gegenwart, jedenfalls gemessen an der praktischen Koexistenz, noch nie so gut ausgesehen hat. Lauter müssen. Eine Unmöglichkeit? Just das hatte die Olmert-Regierung kleine Würfe summieren sich irgendwann zum großen. den Palästinensern angeboten: Alles minus x Prozent, und dieses x ist eine einstellige Zahl. So etwa wird die Lösung aussehen, und jeder weiß es. Warum nicht gleich? Wir kennen die Gründe. Ob auf israelischer oder palästinensischer Seite – die jeweilige Regierung ist immer zu schwach, um mit ihren Feinden fertig zu werden. Dagegen ist deren Vetomacht sehr stark: Es reichen ein paar blutige Terroranschläge. Oder Moscheenbrände. Oder neue Siedlungen. Oder Hamas-Raketen auf südisraelische Städte. Oder Provokationen der Hisbollah Dr. Josef Joffe ist Herausgeber der ZEIT im Norden, hinter denen wiederum Iran steht. Deshalb und Senior Fellow am Freeman-Spogli Institute for International Studies in bleibt die Zukunft dunkel, aber nicht ganz. Israel hat heute Stanford, wo er auch Politikwissenschaft lehrt. / BilD: Werner Bartsch zum ersten Mal auf palästinensischer Seite eine Re13


essay

Krieg und Frieden: Völkerverständigung in Jerusalem Text: Werner Sonne

„Oft werden im Hadassah -Krankenhaus Opfer von Anschlägen eingeliefert – aber zu den Patienten gehören auch verwundete Terroristen. Dr. Mahmoud Badrijah ist einer der Top -Chirurgen. Sein Credo lautet: „Ein Patient ist ein Patient.“

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Er ist eher ein sanfter Mann. Und er kennt die Welt. Auch einen Konvoi an, der auf dem Weg zum Krankenhaus war, in Berlin war er schon, bei einem Ärztekongress. Und den- und töteten 77 Ärzte und Krankenschwestern – Rache für noch sagt Dr. Mahmoud Badrijah: „Ich hasse es, zu reisen.“ ein Massaker wenige Tage zuvor auf das arabische Dorf 1968 in der Altstadt von Jerusalem geboren, erlebt der Deir Jassin. Palästinenser ebenso wie seine Landsleute, wie hart es ist, Seit der zweiten Intifada ist die Zahl der arabischen wenn man sich zwischen dem Westjordanland und Israel Patienten zwar zurückgegangen, Ergebnis deutlicher bewegen oder gar über israelische Flughäfen das Land Hürden und bürokratischer Hindernisse, aber immer noch sind es auf dem Mount Scopus etwa 50 Prozent. Genaue verlassen muss. „Für normale Leute ist es die Hölle“, sagt er über die Statistiken über die Volkszugehörigkeit werden allerdings Schikanen. Er selbst lebt zwar bei Jerusalem innerhalb der nicht geführt, denn das würde einem Grundgedanken Grenzen, aber auch er braucht bis zu fünf Stunden, wenn des Krankenhauses widersprechen: „Hier gibt es keine er mit jordanischem Pass über den Flughafen Tel Aviv aus- Unterschiede in der Behandlung, ein Patient ist ein Patient“, betont Dr. Badrijah. Es ist dieses Glaubensreisen will. Dennoch fährt er jeden Tag in das von der amerikanisch- bekenntnis, das alle in Hadassah zusammenhält. jüdischen Frauenorganisation Hadassah gegründete und bis Fast wie ein Mantra wird in den langen Gängen der soliden Gebäude auf dem Berg hoch über heute von Spenden unterstützte Kranken„Es ist eine Insel der der Kulisse von Jerusalem von allen haus, und er tut es gerne. Denn das wiederholt, wenn man sie auf die StimHadassah-Krankenhaus auf dem Mount Hoffnung in einem Scopus in Jerusalem ist kein Krankenhaus Meer von Hoffnungs- mung unter den Mitarbeitern anspricht. „Der Hass ist nicht hier“, sagt Dr. Simcha wie andere. Es ist eine Insel der Hoffnung losigkeit.” Shoval, die als israelische Ärztin vor in einem Meer von Hoffnungslosigkeit. 1939 wurde es eingeweiht, gebaut in der Bauhaus-Tradi- allem in der Forschung arbeitet, einem wichtigen Zweig tion nach den Plänen des deutsch-jüdischen Architekten im Hadassah. Sie weist darauf hin, dass das Krankenhaus Erich Mendelsohn. Dr. Mahmoud Badrijah ist dort einer in der Region vor allem als die beste Geburtsklinik gilt der Top-Chirurgen. Jeden Tag operiert er Juden wie und eine Auszeichnung erhalten hat. Araber, ohne Ansehen der Person. Das war von Anfang Viele Eltern, israelische wie palästinensische, treffen sich an die entscheidende Hadassah-Idee: Patienten ohne Rück- erstmals an den Betten der Neugeborenen, kommen sich sicht auf Volkszugehörigkeit und Religion zu behandeln, so näher. „Wir sind eine große Familie“, sagt auch Fyad Barghouti, ein israelischer Araber, der als Labortechniker auf höchstem medizinischen Niveau. Dem Hadassah-Krankenhaus hat das 2005 eine Nomi- seit vielen Jahren hier arbeitet. Auch privat treffe man nierung für den Friedensnobelpreis eingetragen. Auch in sich bei Familienfeiern. Deutschland wird dieser Gedanke inzwischen durch eine Immer wieder wird aber klar, dass es auf dem Mount Scopus Abteilung von Hadassah International unterstützt. Und die heile Welt im Kleinen, draußen aber durchaus auch für diese Grundidee wird konsequent durchgehalten: Oftmals die hier Arbeitenden die brutale Welt des Konflikts gibt. werden auf dem Mount Scopus die Opfer von Anschlägen eingeliefert, aber zu den Patienten gehören auch immer wieder verwundete Terroristen. Das hat freilich palästinensische Extremisten nicht davon abgehalten, das Krankenhaus aus einem benachbarten arabischen Dorf mit Molotowcocktails anzugreifen. An einem Samstagabend wurde 2004 ein Selbstmordattentäter bei der Sicherheitskontrolle am Eingang gestellt, bevor er seinen Anschlag ausführen konnte. Werner Sonne geboren 1947, leitet das Trotz seiner um Brücken zwischen den verfeindeten ParBerliner Studio des ARD-Morgenmagazins. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. teien bemühten Position war das Hadassah-Krankenhaus Soeben erschien sein Roman „Wenn ich immer wieder Ziel schrecklicher Angriffe: 1948, während DICH vergesse, jerusalem“ (Berlin Verlag, 350 Seiten, 19,90 Euro) des Kampfes um Jerusalem, griffen arabische Kämpfer 15


r üc k b l ic k

Hadassah wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA von amerikanischen Jüdinnen gegründet. Ihr Erbe lebt bis heute in unseren Institutionen fort.

Starke Frauen Text: Ariane von Dewitz

Als Henrietta Szold 1911 zum ersten Mal nach Palästina kommt, ist sie begeistert von der Schönheit des Heiligen Landes. Gleichwohl reagiert die Tochter eines amerikanischen Rabbiners bestürzt auf die dürftigen hygienischen Verhältnisse, unter denen Mütter und ihre Kinder dort zu leben haben. Auch nach ihrer Rückkehr in die USA kann die junge Frau die Not dieser Menschen nicht vergessen - und so beschliesst Henrietta Szold zu helfen.

Namensgebung Ihren Namen erhielt die Organisation von der Königin Esther, auf Hebräisch „Hadassah“ - der Heldin des Purim-Festes, die das jüdische Volk vor den Persern rettete.

Ein Jahr nach ihrem Besuch gründet sie gemeinsam mit einem kleinen Studienkreis amerikanischer Jüdinnen die Organisation Hadassah - zum Purimfest. Das Ziel: Sie möchten den Menschen in der Region, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Hautfarbe, Nationalität oder politischen Ansichten die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen lassen – und das zu einer Zeit, in der in den USA noch strikte Rassentrennung herrscht, die Diskriminierung von Minderheiten von allen Gesellschaftsschichten akzeptiert ist und von der Gleichberechtigung der Geschlechter keine Rede sein kann. Doch die Pionierinnen lassen sich nicht beirren. Ein Jahr lang sammeln die unerschrockenen jungen Frauen Spenden. Bereits 1913 treten zwei Krankenschwestern die beschwerliche und nicht ganz ungefährliche Reise nach Palästina an, jene Region, die damals noch zum Osmanischen Reich gehörte. 1918 schließlich gründen die in den USA verbliebenen Schwestern Hadassahs die „American Zionist Medical Unit“ und chartern ein Schiff. Voll beladen mit Medikamenten, medizinischen Gerätschaften und Vorräten segeln

die Frauen nach Palästina. 45 Ärzte, Schwestern, Zahnärzte und Hygienekräfte rufen im Heiligen Land auf ihr Geheiß ein Gesundheits- und Wohlfahrtsprogramm nach amerikanischem Vorbild ins Leben. Kurz darauf werden in Jaffa, Tiberias, Safed und Jerusalem die ersten HadassahKrankenhäuser gegründet. Ein Jahr später folgt die erste Schwesternschule, in der fortan tatendurstige junge Frauen zu qualifiziertem medizinischem Personal ausgebildet werden. 1921 eröffnet Hadassah das erste Krankenhaus Tel Avivs. 1939 folgt das Universitätskrankenhaus am Mount Scopus in Jerusalem. Im auf die Staatsgründung Israels folgenden Krieg gegen die umliegenden arabischen Staaten muss das Krankenhaus vorübergehend geschlossen werden, weil die Sicherheit der Patienten und des Personals nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Klinik wird in fünf Behelfskrankenhäuser rund um Jerusalem verlagert. Schon 1949 aber, nach dem Ende des israelischen Unabhängigkeitskrieges, eröffnet die erste medizinische Hochschule des Landes, die Hadassah School of Medicine, an der Hebräischen Universität in Jerusalem. 1953 dann – der junge israelische Staat steckt mitten im Aufbau – erweisen sich die Schwestern Hadassahs erneut als Pionierinnen. Sie eröffnen ein Gesundheitszentrum für Familien und Gemeinden, das landesweit noch immer als Keimzelle des öffentlichen Gesundheitswesens gilt. Heute ist Hadassah eine international tätige Hilfsorganisation und darüber hinaus die weltweit größte und wichtigste jüdische Frauenorganisation. Seit 1983 ist Hadassah International auch außerhalb der USA mit Büros in zahlreichen Ländern vertreten. Dem Grundsatz der Gründerinnen, jedem Menschen die beste medizinische Versorgung zu Gute kommen zu lassen, ganz gleich welcher Nation oder Religion er angehört, sind wir bis heute treu ergeben. 17


r üc k b l ic k Hadassah setzt weltweit zum ersten Mal vorab genetisch getestete Eizellen erfolgreich in eine Patientin ein. Die weltweit erste Nierentransplantation mit Dysautonomie-Patienten wird erfolgreich durchgeführt. Es gelingt Ärzten, Herzzellen zu züchten, um Herzverletzungen heilen zu können.

Hadassahs Universitätskrankenhaus am Mount Scopus in Jerusalem wird eröffnet.

Israels erste medizinische Hochschule, die Hebrew University Hadassah School of Medicine, wird eröffnet.

Hadassah International wird als globale Spendenorganisation für Hadassah gegründet. Israels erstes Retortenbaby wird erfolgreich implantiert und in Hadassah geboren.

Wissenschaftler des „Sharett Institut für Onkologie“ entdecken hpa, ein Gen, das Krebszellen hilft, sich im Gewebe zu verbreiten; dies schürt Hoffnungen auf eine mögliche Heilung.

Weltweit zum ersten Mal wird eine künstliche Hüfte durch eine computergestützte, minimal - invasive Operation eingesetzt. Wissenschaftler finden heraus, dass Nervenzellen, die aus Embryonalstammzellen hergestellt wurden, die Symptome der Parkinson-Krankheit bei Laborratten mildern.

Das „Patricia und Russell Fleischman Frauengesundheitszentrum“ wird eröffnet. Hadassah wird als NGO – non-governmental organization – anerkannt. Somit kann Hadassah seine medizinische und soziale Expertise der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung stellen.

2008

2007

2005

2004

2003

2001

1999

1998

1992

1991

1989

1986

Die erste erfolgreiche Herztransplantation wird in Hadassah durchgeführt. Das „Inand Jack Kay Hospiz“ wird eröffnet. Hadassah eröffnet das erste anonyme AIDS-Test-Zentrum in Israel.

Hadassah eröffnet Israels erste Trauma-Station für den Schnelleinsatz. Die erste erfolgreiche Lebertransplantation wird durchgeführt. Hadassah führt Israels erste Knochenmarktransplantation durch.

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1983

1980

1977

1976

1970

Hadassah ruft an der Hebrew University die Fakultät fur Ergotherapie ins Leben. Der internationale MasterStudiengang „Öffentliches Gesundheitswesen“ wird eingeführt.

Hadassah führt die erste Doppelbypass-Operation in Israel durch.

Die erste Schwesternschule Israels wird gegründet.

Hadassah weiht das „Judy und Sidney Swartz Zentrum für Notfallmedizin“ ein. Das Hadassah Medical Center wird für den Friedensnobelpreis nominiert.

Hadassah gründet ein Gesundheitszentrum speziell für die Anforderungen jugendlicher Patienten und eine Abteilung für alternative Medizin. Das „Goldyne Savad Institut für Gen-Therapie“ wird gegründet.

1967

1964

1961

1958

Hadassah entsendet erstmals Augenärzte in afrikanische Länder, um dort Augenkrankheiten zu bekämpfen.

Hadassahs Mukoviszidose Zentrum arbeitet mit dem palästinensischen Gesundheitsteam zusammen, um in Gaza ein ebensolches Zentrum errichten zu können. Hadassah ermöglicht dank einer neuartigen Behandlung HIV-infizierten Männern, gesunde Kinder zu zeugen. Wissenschaftler der HadassahKardiologie-Forschung machen die Replikation von Herzzellen möglich. Indem sie Herzgewebe von Mäusen und Ratten verwenden, können die Forscher in grossen Mengen Stammzellen herstellen.

Ärzte von Hadassah stoppen durch das Einpflanzen von menschlichen Embryonalstammzellen eine bis zur Blindheit führende Augenkrankheit bei Versuchstieren. Hadassah entwickelt die weltweit erste Stammzell-Therapie für Patienten mit Multipler Sklerose. Hadassah eröffnet Jerusalems erstes Zentrum für Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt. Wissenschaftler entdecken einen einfachen Atemtest, durch den Leberkrankheiten erkannt werden können. Hadassah führt die in Israel erste Operation mit Hilfe eines Chirurgie-Roboters durch.

Weltweit werden zum ersten Mal Eizellen einer jungen Patientin erfolgreich eingefroren, der eine Chemotherapie bevorsteht.

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20xx

Die Braun Hebrew University School für Gesundheitswesen und Bevölkerungsmedizin wird eröffnet.

Hadassah eröffnet ein neues Krankenhaus in Ein Kerem.

1953

1949

1948

1939

Hadassah muss das Mount Scopus Krankenhaus aufgeben, weil die Sicherheit der Patienten und des Personals in dieser kriegsgeschüttelten Region gefährdet ist. Die Klinik wird in fünf Behelfskrankenhäuser rund um Jerusalem verlagert.

1921

1919

1918

1913

Jerusalem wird wiedervereinigt und ist nun unter israelischer Kontrolle; Hadassah beginnt mit dem Wiederaufbau des Mount Scopus Krankenhauses.

Das Hadassah Forschugszentrum für Embryonalstammzellen wird gegründet. Hadassah ruft das „Charlotte R. Bloomberg Mutter und Kind Zentrum“ ins Leben.

2012

Hadassah führt als Pilotprojekt ein Gesundheitszentrum für Familien und Gemeinden ein, das heute als Modell für das öffentliche Gesundheitswesen in ganz Israel gilt.

Hadassah gründet die „American Zionist Medical Unit“, die mit Medikamenten, medizinischen Geräten und Vorräten nach Palästina segelt. So riefen 45 Ärzte, Schwestern, Zahnärzte und Hygienekräfte ein Gesundheits- und Wohlfahrtsprogramm nach amerikanischem Vorbild ins Leben. Es werden Hadassah-Krankenhäuser in Jaffa, Tiberias, Safed und Jerusalem gegründet.

Zwei Krankenschwestern reisen nach Palästina. Sie wollen Mütter und ihre Babys mit angemessener Nahrung versorgen und die zur Erblindung führende Augenkrankheit Trachoma ausmerzen.

Hadassah eröffnet den „Daniel und Florence Guggenheim Rehabilitierungs-Pavillon“, die „Rosalie Goldberg Neugeborenen-Intensivstation“ und das „Moshe Sharett Institut für Onkologie“.

2010

Hadassah eröffnet das erste Krankenhaus Tel Avivs.

2009

Die erste erfolgreiche Lungentransplantation gelingt im Hadassah-Krankenhaus.

Hier wird man Patienten und deren Angehörigen Therapie und Pflege sowie bedarfsgerechte Krankenzimmer und ein allumfassendes Ressource-Center bieten.

Jubiläumsfeier “100 Jahre Hadassah“ Eröffnung des Sarah Wetsman Davidson Towers, eines 19-stöckigen Klinikkomplexes mit 500 Betten, Operationssälen und einer Intensivstation mit 50 Betten.


zu ku n f t

Der Sarah-Wetsman-Davidson-Tower

Wir warten nicht auf die Zukunft. wir gestalten Sie. Text: Ariane von Dewitz

Vor fast 100 Jahren begründete Hadassah das Gesundheitswesen in Israel und dem Nahen Osten. Im Frühjahr 2012 feiern wir das ehrenvolle Jubiläum dieser herausragenden Pionierleistung. Zu diesem Fest soll der Sarah-Wetsman-Davidson-Tower eingeweiht werden. Der neue Klinik-Komplex ist visionär erdacht und verweist in bewährter Hadassah-Tradition auf die nächsten einhundert Jahre  medizinischer Versorgung und Forschung.  Schon jetzt, knapp ein Jahr vor der Fertigstellung, ist das durchführen. Wir waren die Ersten, die eine Krebsklinik neue Wahrzeichen  von Ferne  in der Skyline Jerusalems und  ein Zentrum für Frühgeborenen-Medizin  aufgebaut zu erkennen. Nähert man sich dem malerischen Ortsteil haben.  Im Hadassah-Krankenhaus wurde weltweit die „Ein Kerem“ im Westen der Stadt über die gewundene erste  künstliche Hüfte mit computergestützter Technik Straße, die sich durch die Hügel von Judäa schlängelt, eingesetzt. Und schließlich nominierte man uns als erste reflektieren die zum Teil schon eingesetzten Fensterscheiben und bisher einzige medizinische Organisation in Israel des  Sarah - Wetsman - Davidson - Towers  die goldenen für den Friedens-Nobelpreis,  denn  bei uns  wurden  von Strahlen der milden israelischen Herbstsonne. Die partiell Anfang an alle Patienten unabhängig von ihrer Nationalangebrachte Fassade aus  beigem  Jerusalemer Kalkstein ität oder Religion medizinisch versorgt. mit  ihrer bisweilen ins Rötlich-Pinke tendierenden   Maserung schmiegt sich in das antike Erscheinungsbild „Hadassah ist ein Beispiel für die Welt, dass Hass und der Heiligen Stadt.  Fast täglich, so scheint es, kann man Misstrauen durch das Engagement von Menschen überdem neuen Turm beim Wachsen zusehen, so fieberhaft wunden werden können“, hieß es in der Begründung des wird an der Fertigstellung gearbeitet.  Gebaut wird rund Nobelpreis-Komitees  für die Nominierung. Doch die um die Uhr, unterbrochen nur von den heiligen Stunden technischen Entwicklungen schreiten voran – und damit des Sabbat vom späten Freitagnachmittag bis zum Sonnen- auch die Anforderungen an uns. Um auch in den nächsten 100 Jahren den höchsten mediziniuntergang am Samstag. Vor kurzem schen Ansprüchen unserer Patienten haben die Arbeiter mit dem Bau gerecht werden zu können, verfolgen des obersten Stockwerks begonnen. wir mit dem neuen Gebäude  auf Noch vor Ablauf des Jahres wird das Sarah Wetsman Davidson engaunserem Gelände in „Ein Kerem“ gesamte Stahlgerüst des Turms fertig gierte sich fast ihr ganzes Leben einen ehrgeizigen Plan. gestellt sein.  Rund 300 Männer sind lang für Hadassah. Sie gehörte zum   auf der Baustelle beschäftigt und engen Freundeskreis der HadassahIm Jahr  2012, pünktlich zum 100arbeiten daran, dass der Turm entGründerin Henrietta Szold. Ihr jährigen Jubiläum von Hadassah steht. Nach zwei Jahren Bauzeit sind  bereits verstorbener Sohn spendete in Israel, sollen die 19 Stockwerke sie  ihrem Plansoll um ganze vier 75 Millionen Dollar für den Bau des neuen Krankenhausturms eingeMonate voraus. unseres neuen Klinikkomplexes. weiht  werden. Einmal fertig gestellt   wird  der atemberaubende Komplex Hadassah steht für Pionierleistungen–  500 Betten, 20 Operationssälen und auch in den kommenden 100 Jahren. Wegweisende Projekte und Errungenschaften haben bei einer Intensivstation mit weiteren 50 Betten Platz bieten. Hadassah Tradition: Wir waren die Ersten, die Schwestern- Doch damit nicht genug. Auch in die Tiefe ragt der schulen sowie medizinische und zahnmedizinische Aus- Turm. Zusammen mit den fünf unterirdischen Geschossen bildungsstätten in Israel errichteten.  Hadassah konnte soll das Bauwerk insgesamt 19 Stockwerke umfassen und als erstes  eine erfolgreiche Herztransplantation in Israel unter anderem einem Herzzentrum und einem Zentrum

Nach wem ist der Turm benannt?

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für Innere Medizin, einer Urologischen, einer Orthopädischen und einer Neurologischen Abteilung sowie einer Abteilung für Plastische Chirurgie Platz bieten. Darüber hinaus kommen dort modernste Techniken und Methoden, wie zum Beispiel in der Gen-Therapie und der Molekularmedizin oder  der roboter- und computergesteuerten Chirurgie zum Einsatz.    Zwei Architekturbüros  –  ein  US-amerikanisches und ein israelisches – haben zusammengewirkt, um den ästhetisch atemberaubenden und hochfunktionalen Turm zu entwerfen, der unserem Klinikareal zusätzlich Eleganz und Schönheit verleihen wird.  Das außergewöhnliche Design des Turms besteht aus zwei dreieckigen Flügeln, die  in der Mitte  durch  einen gemeinsamen Bereich  verbunden sind.  Die dramatisch gestaltete Eingangshalle führt  die  Besucher nach der Fertigstellung in das angrenzende Mutter-Kind-Zentrum und in die „Fannie und Maxwell Abbell Synagoge“, für die der  französische Maler Marc Chagall bereits 1962 zwölf bunte Fenster schuf.    Doch der neue Turm besteht aus viel mehr,  als nur aus imposanten Zahlen.  Unsere  Patienten und  deren Angehörige sollen sich in unserem neuen Klinikkomplex wohl fühlen.  Lichtdurchflutete therapeutische Gärten  über mehrere Stockwerke  fördern mit ihrem  beruhigenden Grün den Heilungsprozess der Patienten.  Darüberhinaus sollen auch unsere Krankenzimmer eine heilsame Umgebung bieten, die einerseits die Privatsphäre der Patienten respektiert, gleichzeitig aber auch  den Kontakt zum medizinischen Personal erleichtert. Darüberhinaus werden die Zimmer so ausgestattet, dass es den Familien möglich sein wird, bei der Versorgung ihrer Liebsten auf Wunsch mitzuhelfen.   Ausbildung und Forschung sind die zentralen Pfeiler unserer Mission.  Damit unsere  hoch qualifizierten Ärzte und Wissenschaftler auch künftig an bahnbrechenden Forschungsergebnissen arbeiten können, sind auch dafür geeignete Räume vorgesehen. Diese Zentren wurden speziell dafür entworfen, dass unser Personal sich ungestört fortbilden kann. Gleichwohl bieten sie aber die Möglichkeit für unsere Ärzte, Krankenschwestern, Wissenschaftler und Techniker, neue Forschungsprojekte zu planen, Forschungsergebnisse gemeinsam auszuwerten und neue Initiativen auf den Weg zu bringen, die sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten sollen. 22

Ihre Tätigkeitsfelder reichen von der Gen- und Stammzellenforschung bis hin zur computergestützten Chirurgie. Mit der Erweiterung und dem Ausbau unseres Klinikkomplexes wird der Austausch von neuen medizinischen Erkenntnissen und Behandlungsmethoden mit Patienten und Ärzten aus der ganzen Welt an Umfang und Bedeutung zunehmen.    Der Sarah-Wetsman-Davidson-Tower des Hadassah Medical Centers in Jerusalem ist für Hadassah mehr als ein Gebäude aus Steinen und Zement. Er steht als ein sichtbares Zeugnis für bisher Erreichtes und zugleich als eine Selbstverpflichtung für die nächsten hundert Jahre.

Was passiert gerade auf der Baustelle? Vor kurzem haben die Arbeiter mit dem Bau des höchsten Stockwerks begonnen. Derzeit wird der Metallguss hoch gezogen, so dass er anschließend mit Beton gefüllt werden kann. Die Aluminiumfassade und die Fensterfront sind auf der Südseite des Turms schon bis zum 8. Stock angebracht. Auf der Ost- und Nordseite  bereiten die Arbeiter die Installation gerade vor. Auch im Turm sind die Bauarbeiten schon weit fortgeschritten. Die Elektrik, die Telefonleitungen sowie die Heizungs-, Lüftungsund Klimaanlagen wurden in allen unterirdischen Stockwerken sowie bis zur 11. überirdischen Etage  bereits  angebracht. Im Moment sind die Elektriker gerade dabei, die Leitungen an die übrigen Gebäude unseres Areals in Ein Kerem anzuschließen. Auch Zwischenmauern wurden in den fertiggestellten Stockwerken  bereits eingezogen und die Wände sind  teilweise  schon  verputzt.  Einige Räume verfügen  sogar  bereits über eine moderne Klimaanlage, die mit kaltem Wasser arbeitet, statt mit Ventilatoren. Diese Technik  ist umweltschonend, leise und effizient. Unten am Boden sind weitere Arbeiter damit beschäftigt, den anfallenden Bauschutt, Zementbrocken, Holzplanken und Bretter, Mörtel- und Kabelreste abzutransportieren.  Selbstverständlich geschieht auch das auf umweltverträgliche Weise.  Die unterirdischen Korridore unterhalb des BenGurion-Platzes sind ebenfalls beinahe fertig gestellt. Sie verbinden den Turm mit dem Hauptgebäude des Areals sowie dem Charlotte R. Bloomberg Mutter-Kind-Zentrum und der Abbell Synagoge mit den von Marc Chagall gestalteten Fenstern. Die Steinplatten des Platzes  werden  die Decke der Korridore bilden, die darunter hindurch führen.

Verfolgen Sie live den Bau des Sarah-Wetsman-Davidson-Tower unter www.hadassah.org.il/english

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Verewigen Sie Sich mit einer guten Tat Durch den Bau von neuen Räumen werden die Kapazitäten in der Behandlung sowie in der Forschung und Lehre stark erweitert. Dazu benötigen wir jedoch Ihre Unterstützung. Nur mit Ihrer Hilfe haben wir die Möglichkeit, unsere Zukunftsvision wahr werden zu lassen. Spenden Sie für die Fertigstellung des Sarah-Wetsman-Davidson-Towers und sichern Sie sich so die Möglichkeit, Ihren Namen innerhalb dieses zukunftsweisenden Projekts zu verewigen.

$ 100.000 – Zwei-Bett-Patientenzimmer

Zwei-Bett-Patientenzimmer sind in beiden Flügeln des Turms vorgesehen. Die Zimmer bieten zwei Patienten Platz und sind mit hochmodernen Krankenbetten und anderen Möbeln, einem gemeinsamen Badezimmer und ausreichend Bewegungsraum für Besucher ausgestattet.

$ 125.000 – Große Schwesternstation

Zwei große Schwesternstationen sind auf jedem Stockwerk der beiden Flügel geplant, auf dem Patienten untergebracht sind.

$ 150.000 – Einzel-Patientenzimmer

Patienten in Einzelzimmern unterzubringen, beugt der Gefahr von Infektionen vor. Das ist besonders wichtig, da die Infektion mit resistenten Krankenhauskeimen heute eines der größten Probleme darstellt, mit dem moderne Krankenhäuser zu kämpfen haben. Auch fördert die Unterbringung von Patienten in Einzel- oder Doppelzimmern die Kommunikation mit den Ärzten und dem Pflegepersonal sowie mit den Besuchern und reduziert den Geräuschpegel.  

$ 250.000 – Tagesraum für Patienten

Diese Räumlichkeiten sind auf verschiedenen Stockwerken vorgesehen und bieten Patienten und ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich außerhalb des Zimmers zu treffen und sich von der Behandlung zu erholen.

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$ 75.000 – Kleine Schwesternstation

Eine solche Station wird es auf jedem Stockwerk geben, auf dem Patienten liegen, so dass das Pflegepersonal in engem Kontakt mit den Patienten steht und sich schnell um deren Bedürfnisse kümmern kann. 

$ 36.000 – Büros der Kardiologen, Urologen, Orthopäden und Neurologen

Diese Büros werden auf allen Stockwerken zu finden sein. Sie bieten unseren Spezialisten Raum, sich um ihre Verwaltungsaufgaben zu kümmern und sich mit Kollegen zu treffen, um die passende Behandlung der Patienten zu besprechen. 

$ 36.000 – Arzneimittelräume

Die Arzneimittelräume werden sich in den verschiedenen Abteilungen befinden. Dort werden die verschiedenen Medikamente gelagert und von den Krankenpflegern für die Patienten zusammengestellt. Jeder Raum verfügt über spezielle Schränke, einen Kühlschrank, einen Schreibtisch, ein Waschbecken, Regale und einen Computer. Um die Medikamente vor unbefugtem Zugriff zu bewahren, können diese Räume gesondert abgeschlossen werden.

$ 18.000 – Stiftergeschenk

(zahlbar innerhalb von drei Jahren) Spender werden namentlich im Gebäude genannt.

$ 5.000 – Hadassah Chaverim

(Hadassah-Freunde) Jeder Spender erhält die Nachbildung der Mezuzah als Erinnerungsgeschenk.

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Über die Pionierarbeit des Krankenhauses

Hadassah: Meine Mission Interview: Peter Goldstein

Der Lebenslauf von Prof. Shlomo Mor-Yosef liest sich beeindruckend. Er studierte Medizin und wurde Spezialist für Gynäkologie und Geburtshilfe. Danach entschied er sich für ein Studium der Verwaltungswissenschaften an der John F. Kennedy School of Government in Harvard – und ist heute Direktor der beiden Hadassah-Krankenhäuser in Jerusalem. Zudem fungiert er als Professor für Gynäkologie, Geburtshilfe und Verwaltungswissenschaften an einer Universität in Jerusalem und in Beer Sheva. Er sitzt in vielen wichtigen Gremien. Darüber hinaus ist Prof. Shlomo Mor-Yosef Vater von vier Kindern und zweifacher Grossvater. Prof. Mor-Yosef, wenn man Ihren Lebenslauf kennt, stellt sich vor allem eine Frage: Wie machen Sie das alles? Ich habe eine zusätzliche Information für Sie: Ich bin jetzt dreifacher Grossvater! Im Berufsleben kann man sich entweder für eine einzige Sache entscheiden, auf die man sich dann konzentriert, oder man entscheidet sich dafür, eine Mission zu haben. Hadassah war für mich, seit ich Medizin studiert habe, eine Mission. Aber irgendwann realisierte ich, dass es nicht genügt, ein Krankenhausarzt zu sein. Ich wollte auch auf nationaler Ebene mehr Einfluss auf das System und die Organisation gewinnen. So musste ich Verwaltungswissenschaften studieren. Als ich dann vor zehn Jahren zu Hadassah zurück kam, wurde ich deren Generaldirektor. Ich habe meine ganze Zeit dieser Aufgabe gewidmet und bin sehr zufrieden damit.    Sehen Sie sich hauptsächlich als Arzt oder als Manager? Ich unterrichte zwar, übe selbst aber keine ärztlichen Tätigkeiten mehr aus. Ich bin schon die meiste Zeit als Manager 26

tätig. Auf nationaler, israelischer Ebene bin ich Direktor des „National Institute for Health Policy”. Ich versuche, das israelische Gesundheitssystem in Form zu bringen. Israel steht für High-Tech und Innovation. Israel bedeutet auch, komplett neue Wege zu beschreiten, um Probleme zu lösen. Was tun Sie, um in Ihrem Umfeld eine Atmosphäre des Zupackens zu schaffen? In so einer grossen Organisation wie Hadassah muss man Prioritäten setzen, und man muss Visionen haben. Ich sehe die biomedizinische Forschung als integralen Bestandteil eines Uni-Krankenhauses. Klar werden in einem Krankenhaus Patienten behandelt. Aber für mich reicht das nicht. Um auf höchstem Niveau Forschung zu betreiben, muss man investieren. Man kann nicht die Abteilungsärzte bitten, mehr und mehr Funktionen zu übernehmen. Nein, man muss die Belegschaft ausbauen und Infrastrukturen schaffen – vor allem zugunsten der medizinischen Grundlagen und angewandten Forschung.Wenn man die Krankenhausforschung 27


mit der Industrie zusammenführen will, müssen beide das erste israelische Universitätskrankenhaus, die erste Bereiche die gleiche Sprache sprechen. Leider sprechen Zahnmedizinische Hochschule, die erste Schule für PflegeÄrzte nicht die Sprache der Industrie. Deshalb personal. Viele der Medizinaltechniken führten wir in Israel als Erste ein. Ich denke, indem wir sehe ich es als meine Aufgabe, die Ärzte „Wir haben uns diese zeigen, dass Forschung bei uns ein inteund Wissenschaftler zu motivieren, mit Rolle selber gegeben: graler Bestandteil der Medizin ist, haben der Industrie Gespräche zu führen, den Standards setzen und wir das Zeug, Standards für ganz Israel industriellen Vertretern innovative Techund dessen Gesundheitssystem zu setzen. nologien zu zeigen und so Finanz- und die Führung in meStrategiepartner zusammenzuführen. Dadizinischen Belangen Zum Beispiel haben wir einen „Cyclotron“ bei uns installiert. Das Gerät mit der Technologietransfer klappt, haben übernehmen.“ funktioniert ähnlich wie ein kleiner wir extra hierfür eine Firma gegründet: „Hadasit“. Das Ziel soll letztlich sein, ein neues Produkt Nuklearreaktor und produziert radioaktives Material, das man anschliessend zur Diagnose und Behandlung oder gar eine neue Technologie auf den Markt zu bringen. bestimmter Krankheiten in den Körper injiziert. Wir sind die Einzigen in Israel, ja im ganzen Nahen Osten, mit so Gibt es dafür ein Rezept? Der Erfolg dabei ist eine Kombination von israelischer einem Gerät! Wir waren die Ersten, die Roboter in den Kultur, die in vielen Bereichen eine Kultur der Inno- Operationssälen installierten. Wir waren in Israel die vation ist, und jungen Menschen mit neuen Ideen, die Ersten, die sich mit der Stammzellenforschung auskeine Angst vor Rückschlägen haben. Wir bestrafen einander gesetzt und klinische Versuche gemacht haben. niemanden dafür, dass die eigene Firma letztlich nicht Wir haben uns diese Rolle selber gegeben: Standards realisiert worden ist. Ich bin der Meinung: Wer einen setzen und die Führung in medizinischen Belangen überErfolg verzeichnen will, muss mindestens in zwanzig nehmen. Darüber hinaus nimmt Hadassah eine weitere Rolle ein - spezifisch für Jerusalem: Wir sind einerseits der Projekte investieren. zweitgrösste Arbeitgeber mit mehr als 5.000 Menschen, welche direkt für die Krankenhäuser arbeiten. Und es sind Welche Rolle spielt Hadassah in Israel? Hadassah übernimmt ganz klar eine Pionierrolle. Diese nochmals unzählige mehr, welche als Zulieferer indirekt Rolle beschränkt sich aber nicht auf die Vergangenheit, für uns tätig sind. In Hadassah zu investieren bedeutet, in sondern geht weiter in die Zukunft. Hadassah baute Jerusalem zu investieren. Andererseits kümmern wir uns 28

als Krankenhaus um die Jerusalemer Stadtbevölkerung. Sie macht zwei Drittel aller unserer medizinischen Dienstleistungen aus.

chend entsorgt. Eines müssen Sie in Israel zudem immer mitbedenken: die Möglichkeit eines weiteren Krieges. Deshalb haben wir alle Operationssäle fünf Stockwerke tief in den Boden verlegt. Wir werden so voll funktionstüchtig sein, egal welche Art von Krieg herrscht. Die anderen vier unterirdischen Stockwerke sind so eingerichtet, dass wir alle Patienten schnell in Sicherheit bringen können.

Das neue Turmgebäude, das in einem Jahr als völlig neues Krankenhausgebäude fertig gestellt sein wird, ist sehr speziell und aussergewöhnlich ... Wenn wir darüber nachdenken, wo die Krankenhäuser in zwanzig Jahren strategisch stehen, kommen wir bald zum Schluss, dass der greifbare, physische Platz heute sehr Ganz speziell zu erwähnen sind ja Ihre grünen Zonen beschränkt ist. Wer über die Bedürfnisse von Jerusalem auf den einzelnen Stockwerken, die Sie „Healing im Speziellen und das israelische Gesundheitssystem im Gardens/ Heilende Gärten“ nennen. Allgemeinen nachdenkt, sieht sehr schnell, dass wir das Wir hatten die Vorstellung, dass das neue Gebäude nicht nur Fassungsvermögen der Gebäude dramatisch erhöhen und aus Räumen und Gängen bestehen solle. So kam die Idee stark in die Infrastruktur investieren müssen. Das Roh- auf, im Gebäude selber fünf Gärten als „Heilende Gärten“ gebäude ist nun fertig gestellt und umfasst 100.000 zu gestalten, echte Gärten mit freier Sicht auf die Hügel und Quadratmeter. Dieses neue Gebäude ist sehr freundlich Wälder Jerusalems, so als würden Sie draussen sitzen. gestaltet und wird sich positiv auf die Patienten und die Umgebung auswirken. „Dieses neue Gebäu- Wie sieht die heutige medizinische AusDer Turm steht für Privatsphäre und de ist sehr freundlich rüstung in einem Krankenhaus aus? Komfort – nicht zu verwechseln mit Luxus. Krankenhausausrüstung ist ein ewiger gestaltet und wird sich Kampf! In der Minute, in der Sie eine Für die Patienten und deren Familienanpositiv auf die Patien- neue Ausrüstung für das Krankenhaus gehörige wird dies trotz der bedrohlichen Klinik-Atmosphäre ein sicherer Ort sein. ten und die Umgebung kaufen, wird bereits ein neueres, besseres Ausserdem betrachteten wir es als unModell davon angefertigt. Ein wirklich auswirken.“ sere Aufgabe, das neue Gebäude „grün“ grosser Fortschritt wird zur Zeit bei den zu gestalten: energiesparend und umweltschonend. Der bildgebenden Verfahren gemacht. Die Zukunft heisst gefährliche Sondermüll wird gut überwacht und entspre- „molekulare Bildgebung“. 29


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Dabei geht es nicht bloss darum, einen Tumor von fünf unsere Kosten aus und wir haben verschiedene VereinMillimetern Grösse ausfindig zu machen, sondern die ein- barungen mit palästinensischen Krankenhäusern in Ostzelnen Zellen zu erkennen und zum Beispiel festzustellen, Jerusalem. All das nenne ich eine aktive Rolle im welche Art von Krebszellen für die Krankheit verantwortlich Brückenbauen, mit kleinen Schritten in Richtung Frieden. sind. Weiter werden im Bereich neuer Therapieverfahren ständig innovative Ideen generiert. Dabei geht es zum Unsere Aktivitäten werden nicht den Frieden bringen, Beispiel um Operationen mit geringstem invasivem Eingriff. aber es ist sehr wichtig, Verbindungen und Beziehungen Oder wie man am besten genau an den Ort des Eingriffes herzustellen, vor allem für eine humanitäre Organisation. gelangt. Hierzu benötigt man perfekt funktionierende Bild- Man kann nicht einfach Patienten ignorieren, die knapp gebungsverfahren. Wir haben zum Beispiel bei uns in den zwanzig Minuten entfernt von uns leben. Wir müssen Operationssälen ein Navigationssystem – wie ein GPS im unseren Leuten beibringen, dass dies die professionelle Auto -, mit dessen Hilfe der Chirurg immer genau weiss, wo Art ist, diese Situation zu meistern. Manchmal gelingt das besser, wenn es draussen ruhig sich sein Messer und der Tumor befinden. „Wer auch immer uns ist. Schwierig wird es, wenn Bomben Zudem verfügen wir über Roboter, die helin dieser Forschung fen, Operationen noch exakter auszufühfallen. Unsere Aufgabe ist es, jederzeit ren. Natürlich müssen Sie sich das nicht zu helfen, und ich bin extrem stolz unterstützt, hilft der wie im Film vorstellen, wo der Roboter gesamten Menschheit.“ darauf, dass alle unsere Mitarbeiter das genau so sehen. Problematisch ist die Operation durchführt. Das macht immer noch der Arzt. Aber mit der Unterstützung der nur, bei Mitarbeiterwechseln diesen Zusammenhalt und Roboter können die Operationsärzte viel präziser arbeiten. Helfergeist aufrecht zu erhalten. Andere Krankenhäuser Eine solche Operation sieht dann so aus, dass der Chirurg in Israel tun das gleiche – einzigartig an Hadassah ist im Operationssal am Computer sitzt und den Roboter jedoch die Anzahl der verschiedenen Gruppen, bedingt exakt durch die Operation führt. So wird man in Zukunft durch den Standort in Jerusalem. Bei uns ist allen klar, dass wir den gleichen Lebensraum teilen müssen. Wir nur noch operieren. Man nennt das „Tele-Medizin“. reden miteinander und kümmern uns auf ganz persönlicher Bei Hadassah arbeiten israelische neben arabischen Ebene umeinander. Viele, die uns besuchen kommen, sind Ärzten, israelische und arabische Patienten werden tief beeindruckt von diesem Ansatz. im gleichen Krankenzimmer stationiert. Ist das eine Botschaft, eine Hoffnung für die Zukunft? Hadassah ist nicht nur ein Krankenhaus, sondern Das ist Teil unserer Einstellung, unseres „Hadassah- auch eine Medizinische Fakultät und ein wichtiges Spirits“. Hadassah ist eine Frauenorganisation, die vor Forschungszentrum. Welche Neuigkeiten gibt es hierzu? hundert Jahren in Amerika ihren Anfang nahm. Unsere Die embryonale Stammzellenforschung ist in der Tat das humanitäre Organisation, die Krankenhäuser, sind gerade vielversprechendste Forschungsgebiet, und wir sind auf hier in Jerusalem, wo verschiedene Ethnien und Religionen diesem Feld führend. Wir haben uns auf das Hirn und leben, immensen Spannungen ausgesetzt. Wir wollen in die Augen als Teil des Hirns konzentriert. Wir kommen unseren Kliniken eine Atmosphäre schaffen, die unab- sehr schnell voran und sind dabei, Heilungsverfahren hängig von der Welt draussen funktioniert. Die einzige zu finden gegen Parkinson, MS-Multiple Sklerose und Priorität, die bei uns gilt, ist die medizinische Priorität. Macula-Degeneration, eine Krankheit, die für die meisWir schaffen diese Atmosphäre aber nicht durch Passivität, ten Erblindungen in der westlichen Welt verantwortlich indem wir warten, bis jemand unsere Hilfe benötigt. ist. Wir hoffen, dass wir binnen zweier Jahre mit den Wir suchen ganz aktiv die Zusammenarbeit mit den klinischen Tests anfangen können. Wer auch immer uns palästinensischen Behörden und den Ärzten der Region. in dieser Forschung unterstützt, hilft der gesamten Wir stellen Behandlungen sicher für Patienten, die bestimmte Menschheit. Behandlungen in der Westbank oder im Gaza-Streifen nicht erhalten und wir sind beständig auf der Suche nach Was auch immer wir bei diesen Forschungen entdecken, Spendengeldern, damit diese Behandlungen gratis geleistet wird global zur Verfügung gestellt, damit alle Menschen werden können. Wir bilden palästinensische Ärzte auf auf dieser Welt davon profitieren können. 30

Auf welche Weise teilt Hadassah sein Wissen jetzt schon mit der Welt? Wir versuchen, unser medizinisches Wissen mit verschiedenen Regionen dieser Welt zu teilen. Ein Beispiel ist das Erdbeben in Haiti. Nach dem Erdbeben war in Israel sofort klar, dass wir einen israelischen Helfertrupp nach Haiti schicken würden. Teile des Helferteams, die Ärzte und Krankenschwestern, kamen von Hadassah. Das israelische Team war dann in Haiti das erste, das einsatzbereit war – mit all den Gerätschaften. Wir teilen unser Wissen mit Afrika und Ost-Asien. Wir haben eine Schule für Gesundheitswesen geschaffen mit einem internationalen Programm, so dass Studierende aus Entwicklungsländern daran teilnehmen können. Wir vergeben Stipendien an auswärtig Studierende, damit sie nach Jerusalem kommen und hier ihren Master im Gesundheitswesen machen können. Mit dem erworbenen Wissen sollen sie in ihre Heimat zurückkehren, um in ihrem Gesundheitssystem eine führende Rolle zu übernehmen. Für uns zählt eine andere Dimension, wenn wir Wissen mit der Welt teilen, wir machen das nicht für Geld – unsere Forschung ist durch Spenden gesichert.

Wie wichtig sind Spendengelder? Hadassah ist ein unabhängiges, nicht-staatliches Krankenhaus. Wir bitten nicht um Spenden für das Alltagsgeschäft der Kliniken. Diese Kosten sind durch unsere medizinischen Dienstleistungen abgedeckt. Aber wenn Sie die zukünftigen Entwicklungen betrachten, merken Sie schnell, dass weitere Forschung, neue Ausrüstung, neue Gebäude und Programme unerlässlich sind. Wer kann schon behaupten, genug Spendengelder zu haben? Als unabhängiges Institut zählen wir auf unsere Spender in der ganzen Welt. Mit den Spendengeldern kann man soviel Gutes tun. Zum Beispiel gibt es im palästinensischen Gebiet keine Möglichkeit, herzkranke Kinder zu behandeln. Wir tun das für sie. Viele der palästinensischen Kinder leiden an einer bestimmten Herzkrankeit. Wir operieren sie – ohne den Eltern eine Rechnung zu stellen. Professor Mo r -Yo s e f , haben Sie vielen Dank f ü r d a s G e s p r ä c h .

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Vom Träumen und Bergsteigen

lasst uns die Ärmel Hochkrempeln! Interview: Ariane von Dewitz

Frau Sixt, als Sie ein Kind waren, was war da Ihr größter Wunsch? Als einziges Kind meiner Eltern war ich verwöhnt wie eine Prinzessin und alle Wünsche wurden mir von den Augen abgelesen. Auch mein größter Wunsch ist von meinen Eltern erfüllt worden: ich durfte als Kind, als Schülerin und später als Studentin, die Welt bereisen. Ich lernte fremde Länder, andere Sitten und verschiedene Kulturen kennen. Wie aufregend war meine erste Reise nach Israel! Die Geschichte Israels und die jüdische Kultur hautnah zu erleben. Es war kurz nach dem Jom-Kippur-Krieg und es flogen uns damals noch die Bomben um die Ohren. Seitdem fühle ich mich Israel zutiefst verbunden und jedes Mal, wenn ich in Tel Aviv lande, ist es, wie nach Hause zu kommen. Sie engagieren sich bereits seit Jahren für Projekte, Kindern in Armut und Not eine menschenwürdige Zukunft zu geben. Was hat Sie persönlich dazu gebracht? Wenn Sie viel herumkommen, die Augen und ihr Herz nicht verschließen, dann müssen Sie einfach etwas tun. Sixt ist mittlerweile in mehr als hundert Ländern präsent. Da ich das Internationale Marketing verantworte, habe ich diese Länder zu bereisen, auch in Afrika, Lateinamerika und Asien. Und da sehen Sie all dieses Elend sprichwörtlich auf der Straße. Wissen Sie: Unser Geschäft sind ja Autos– und wenn Sie in diesen Ländern mit dem Auto unterwegs sind, sehen Sie zwangsläufig, wie schwierig es dort viele Kinder haben. Als Mutter geht mir dieses Leid zu Herzen. Ich muss einfach handeln, so gut es geht. Was in meiner Macht steht, bewege ich, damit diese Kinder eine bessere Zukunft haben. Besonders jene, die krank sind, und nicht wie bei uns auf eine gute medizinische Infrastruktur vertrauen können. 32

Im Jahr 2000 gründeten Sie in München die Regine Sixt Kinderhilfe e.V. und mobilisieren immer wieder große Spenden. Wie steht es heute um diesen Verein? Aus den ersten persönlichen Aktivitäten zur Linderung von Leid und Not der Kinder ist heute eine professionelle Organisation geworden. Die Regine Sixt Kinderhilfe ist genauso effizient aufgebaut wie unser Unternehmen. Soll heißen: Wir haben professionelle Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich um die Hilfsprojekte kümmern, die wir unterstützen. Und jeder Euro oder Dollar, der gespendet wird, kommt auch bei den Projekten selbst an. Dafür stehe ich mit meinem Namen. Wie genau muss man sich Ihre Hilfsprojekte vorstellen? Die Projekte, die wir unterstützen, finden Sie in Ländern der dritten Welt genauso wie bei uns. Nach Indien haben wir zum Beispiel Jeeps geschickt, Mobile Clinics, mit denen die Ärzte für die Dritte Welt in die Slums fahren, um Kindern zu helfen. Ein Projekt, das von der Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler unterstützt wird. Unsere Projekte finden Sie in Afrika, wo wir in Lambarene im AlbertSchweitzer-Hospital ein Hospiz für Aids-infizierte Kinder gebaut haben; in Libreville haben wir ein Kinderheim für 120 Kinder gebaut mit einer Krankenstation und einer kleinen Schule. In Tansania unterstützen wir einen Ausbildungsort für Kinderkrankenschwestern; in Ecuador halfen wir beim Bau eines Kinderkrankenhauses und in Guayaquil, Philippinen, eine Geburtshilfestation. In den Slums von Kapstadt errichtete ich einen Kindergarten für über 100 Kinder und im Hadassah Medical Center in Jerusalem richtete ich eine Schule ein, in der die hospitalisierten Kinder online am Schulalltag teilhaben können. In den Slums von Chicago baute ich einen Kindergarten. 33


Regine Sixt, Nancy Falchuk (re.) v.l.n.r. Judy Swartz (Vors.des Tower-Komitees), Regine Sixt, Nancy Falchuk Prof. Shlomo Mor-Yosef, James Cunningham (US-Botschafter James Cunningham (US-Botschafter in Israel), Gady Gronich in Israel) (Direktor Hadassah Europa)

v.l.n.r. Dalia Itzik (Knesset-Mitglied), Zalman Shoval (Botschafter a.D.), Nancy Falchuk, James Cunningham (US-Botschafter in Israel), Regine Sixt, Leslie Cunningham, Prof. Shlomo Mor-Yosef

Außerdem haben wir in Zusammenarbeit mit der Jerusalem Foundation einen Kinderspielplatz im Armenviertel von Jerusalem gebaut. Selbstverständlich unterstützen wir einige lokale Projekte. Aber natürlich liegt mir vor allem Hadassah am Herzen. Hadassah hat in meinem Herzen einen ganz besonderen Platz, den es für immer behalten wird.

Stein sein mag: Bei meinem Besuch im Hadassah-Krankenhaus wurde ein kleines palästinensisches Mädchen mit einer tödlichen Krebsdiagnose eingeliefert. Obwohl ich ihre Sprache nicht verstand, haben mich ihre großen Augen zutiefst erschüttert. Der Dolmetscher übersetzte mir, dass sie gerne eine Prinzessin sein möchte. Nach meiner Rückkehr habe ich ihr in Deutschland alles gekauft, was sie brauchte, um Prinzessin spielen zu können und es ihr nach Jerusalem geschickt. Keine zwei Wochen später klopfte die Kleine an die Himmelstür. Niemand kann die ganze Welt retten – da ist sicherlich vor allem die Politik gefragt. Aber Ärmel hochkrempeln und sein Herz nicht verschließen, das kann oder sollte jeder und jede.

Sie haben mal gesagt: „Für mich ist ein glückliches Kinderlachen mehr wert, als alles andere und dafür setze ich mich ein – mit allen Konsequenzen.“ Hat das auch damit zu tun, dass Sie selber Mutter sind? Was kann es Schöneres geben, als zwei Kindern das Leben zu schenken und sie in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen! Ehrlich gesagt: Ich bin wahnsinnig stolz auf meine beiden Söhne. Nach ihrer interWarum liegt Ihnen Israel am Herzen? „Aber am meisten hat nationalen Ausbildung sind sie heute in Mir liegt das jüdische Volk nicht am, sonführenden Managementfunktionen bei mich das Zusammenspiel dern im Herzen. Denn was dieses Volk von Palästinensern und in der Shoah erleiden musste, ist von so Sixt. So blicke ich voller Vertrauen in die Zukunft, dass Sixt auch in der vierten einer unermesslichen Grausamkeit, dass Israelis bewegt.“ Generation weiterhin blüht und gedeiht. jeder von uns alles tun sollte, um diesem Denn 2012 feiern wir unser 100-jähriges Bestehen. Volk zu helfen und dazu beizutragen, dass die Vergangenheit nie in Vergessenheit gerät. Ich bewundere das Land und Sie sind bereits viel gereist, haben schon viel gesehen, seine Menschen – wie sie immer wieder, trotz widrigster Menschen auch in schwierigen Situationen erlebt. Gibt Umstände, eine unvergleichliche Nation aufbauen: Tag für es Momente, die Sie besonders berührt haben? Tag, Stein für Stein, gegen alle Widerstände. Und diese Da könnte ich Ihnen bis morgen früh Geschichten erzählen. Jahrtausende alte Kultur und Religion: was wäre die Die großen Augen der Kinder, besonders wenn sie unver- Menschheit ohne sie? Diese alten wunderbaren Werte sind schuldet leiden müssen, treffen mich immer wieder wie ein nicht nur eine zentrale Tradition für uns alle, sondern auch Messer mitten ins Herz. Da kann ich einfach nicht anders, die Basis jeder Innovation. Denn ohne Herkunft gibt es als sie in meine Arme und in mein Herz zu schließen. Und auch keine Zukunft. Ich fühle mich in Israel immer gut wenn es vielleicht auch nur ein Tropfen auf den heißen aufgehoben, wie zu Hause. Alle halten zusammen, wenn’s

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drauf ankommt. Aber man versteht in Israel auch, das Leben zu feiern.

glückliche, friedliche, ja eine „heile“ Welt aussehen kann. Und Hadassah selbst ist für mich und für die ganze Welt ein Symbol geworden, wie wir Streit, Hass und Leid überwinden können. Und wie eine bessere Welt aussieht, ganz konkret. Aber am meisten hat mich das Zusammenspiel von Palästinensern und Israelis bewegt.

Worin liegt Ihre Motivation, Hadassah zu unterstützen? Hadassah ist wie ein Leuchtturm für unsere Welt. Daran sollten sich alle ein Beispiel nehmen. Nicht umsonst wurde die Organisation für den Friedensnobelpreis nominiert, und ich hoffe inständig, dass sie ihn auch noch erhält. Und was wünschen Sie sich für die weitere EntwickHöchste Zeit! Aber neben der Beispielfunktion für ein lung dieser Organisation? friedliches Miteinander sind natürlich die Menschen von Dass sie ausstrahlt in die ganze Welt. Dass sich Menschen aus Hadassah meine wichtigste Motivatialler Herren Länder vor Ort inspirieon: die kranken Kinder selbst sowie „Ich bewundere das Land ren lassen, um dann die Botschaft von die engagierten Ärzte und KrankenFrieden und von Heilung überall dortund seine Menschen - wie schwestern, die sich Tag für Tag mit hin zu tragen, wo es Schmerz und Leid sie immer wieder, trotz unglaublich viel Energie für diese Kingibt. Hadassah ist ja im Kern eine Bewidrigster Umstände, eine wegung von Menschen, die ihren Teil der einsetzen – um nicht zu sagen, sich für die Kinder aufopfern. Vor allem zur Lösung beitragen, ganz konkret. unvergleichliche Nation fasziniert es mich, dass dort über alle Dass diese Vision Wirklichkeit wurde, aufbauen.“ Religionen erhaben gehandelt wird. Bei ist der größte Verdienst von Hadassah. meinen Besuchen sehe ich auf den Gängen mehr arabische als israelische Patienten, die genauso liebevoll – und meis- Im Jahr 2010 haben Sie den „Citizen of the World Award“ tens kostenlos – betreut werden. verliehen bekommen, der Sie für Ihr unternehmerisches und soziales Engagement ehrt. Was bedeutet diese Bei Ihrem ersten Besuch im Hadassah Medical Center Ehrung für Sie? in Jerusalem – was für Gedanken und Eindrücke haben Wissen Sie: ich habe über die Jahre viele Auszeichnungen Sie da mitgebracht? erhalten, für unser unternehmerisches, soziales und auch Neben den Kindern und den Ärzten hat mich die positive mein kulturelles Engagement. Aber der „Citizen of the Atmosphäre der Klinik einfach umgehauen. Die Bilder der World Award“ steht absolut und unangefochten an erster Kinder an den Wänden drücken so viel Hoffnung aus, so Stelle der Preise, auf die ich stolz bin. Wobei diese Ehrung viel Liebe. Und sie stehen in einer perfekten Symbiose mit ja in erster Linie eine Verpflichtung ist, sich jetzt erst recht den wunderbaren Chagall-Glasfenstern in der Synagoge einzusetzen. In einer Reihe zu stehen mit Shimon Perez, der Klinik. Wir brauchen Bilder und Symbole, wie eine Zubin Metha, Richard Gere und Harry Belafonte, noch 35


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dazu als erste Frau und als erste Deutsche, ist die größte denkbare Herausforderung, alles für die Ziele von Hadassah zu tun – in Israel, in Deutschland, und - als „Citizen of the World“ – weltweit!

bahn fahren, das ist unglaublich. Das ist für mich ein persönliches Schmankerl.

Jedes Jahr laden Sie Hunderte einflussreiche Frauen zur „Damenwiesn“ auf das Münchner Oktoberfest ein – auch hier werden Spenden gesammelt. Gibt es ein lustiges „Schmankerl“ aus dem letzten Jahr, das Sie uns verraten können? Dieses Jahr waren es 950 Damen! Unglaublich, was sich da entwickelt hat. Ich freue mich immer wieder, wie viel wir gemeinsam bewegen können. Es ist schon eine enorme Energie im Raum, oder besser gesagt im Zelt, wenn fast 1000 Frauen beisammen sind. Pure Frauen-Power, eingesetzt für die gute Sache. Ich komme mir dann immer so vor, als wären diese wunderbaren Damen, fast alle im bayerischen Dirndl, meine vielen, vielen Sixt-Sisters. Und am Tag darauf gibt´s ja dann immer die Regine Sixt Kinderwiesn. Da vergessen dann kranke, behinderte und rekonvaleszente Kinder für einen Tag ihr oft trauriges Schicksal. Die leuchtenden Augen dieser Kinder, wie sie jubeln wenn wir nach dem Wiesn-Hendl mit der Achter-

Meine letzte Frage an Sie, von was träumen Sie, Frau Sixt? Wissen Sie, ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu dürfen: So vieles, von dem ich in meinem Leben geträumt habe, wurde bereits Wirklichkeit. Vieles davon „beyond my wildest dreams“! Deswegen träume ich nur noch davon, möglichst viele Kinder und Menschen ein wenig Anteil an meinem Glück haben zu lassen. Ich träume von einer Welt, in der das Wohl der Kinder an oberster Stelle steht und dass ich mit meinem Mann noch viele Jahre viel bewegen kann. Wenn wir dies zu unserer Priorität machen, können wir zu Recht sagen: Unser Leben war nicht umsonst – es hat für viele einen Unterschied gemacht, es hat sich gelohnt!

Verraten Sie uns, was Sie am Liebsten essen? Hängt davon ab, wo ich gerade bin: Als Honorarkonsulin Sie haben in Ihrem Leben bereits viel erreicht. Mancher von Barbados liebe ich dort die ganz einfache, ehrliche wird da fragen: Wie schaffen Sie das? Haben Sie ein Küche: Frischer Fisch direkt aus dem Meer mit Gemüse, Erfolgsgeheimnis? das vor einer Stunde noch im Garten war. „Bei mir heißt es: Geht Aber als echtes „Münchner Kindl“ mag Ehrlich gesagt: Hin und wieder frage ich mich selbst, wie ich das alles schaffe, wenn ich´s schon auch mal deftig, vor allem, nicht - gibt`s nicht. ich auf die letzten Jahre zurückblicke. Daran halte ich mich.“ wenn’s auf die Wiesn geht! Meine Kraft schöpfe ich einfach aus dem Zusammenhalt unserer Familie. Unternehmer sein, heißt Sie schenken anderen Menschen das ganze Jahr über nicht mehr und nicht weniger, das Nötige zu unternehmen, sehr viel. Was möchten Sie zu Weihnachten geschenkt einfach anzupacken. Wenn Sie wissen wer Sie sind und bekommen? wohin Sie wollen, verleiht ihnen das unglaubliche Kräfte. Den Frieden auf Erden wünsche ich mir. Die leuchtenden Zugegeben: Ich habe ehrgeizige Ziele, sonst hätte ich Augen der Kinder, die wir vor Weihnachten auf den Krebsweder die Regine Sixt Kinderhilfe e.V. aufbauen noch Sixt stationen vieler Krankenhäuser besuchen und beschenken, mit meinem Mann zu einem Weltkonzern entwickeln sind mir Geschenk genug. können. Es ist wie bei einer Expedition: Wenn Sie auf einen 8.000er wollen, dann brauchen Sie erstens ein gutes Haben Sie so etwas wie ein Lebensmotto? Team, zweitens einen starken Willen und drittens dürfen Mein Motto ist: Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht Sie nicht schlapp machen, wenn Sie am Fuß die erste kleine jetzt! Dabei sollte man berücksichtigen: „Man sieht nur Blase bekommen. Bei mir heißt es: „Geht nicht – gibt´s nicht“. mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge Daran halte ich mich. Und jeder Tag ist ein neues Geschenk, unsichtbar.“ (Antoine de Saint-Exupéry) ist überraschend, ist anders als gestern. Da fühle ich mich immer wieder wie dieses Kind, das die große weite Welt Was war Ihr größter Erfolg? Die Heirat mit Erich Sixt und die Geburt meiner Kinder. entdecken darf!

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Frau Regine Sixt, haben Sie vielen Dank für das Gespräch. Regine Sixt, Prof. Shlomo Mor-Yosef

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Ein NAme Ist Eigentlich nur ein Wort Und das, WAs man damit VErbindet.

Machen Sie Ihren letzten Willen zu einem Vermächtnis. Helfen Sie dem Hadassah Medical Center, medizinische Hilfe zu leisten – einer Insel des Friedens im Nahen Osten. Mehr Informationen auf www.hadassah.de und www.hadassah-international.org


r e po essay rtage

Mein erster Sohn

„born in jerusalem“ Text: Dr. Peter Forster

Mit Hadassah verbinden meine Frau und ich lebhafte Erinnerungen. Im Hadassah-Krankenhaus wurde am 1. August 1976 unser erster Sohn geboren. Wir tauften ihn später in der lutherischen Erlöser-Kirche an der Muristan mitten in der Altstadt von Jerusalem mit Jordanwasser auf den Namen Marc. Bei der Namensgebung schwankten wir zwischen Marc, Matthias (der Name des Evangelisten) und Martin (nach dem heiligen Martin von Tours, der den Mantel teilte). Den Ausschlag für Marc gaben die prachtvollen Chagall-Fenster in der Hadassah-Synagoge. Der Gebärsaal lag damals in deren

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unmittelbarer Nähe – wie es heute ist, wissen wir nicht. Marc ist der Vorname des grossartigen jüdischen Künstlers Chagall, ausserdem erinnert mich der Name auch an Marco Polo, den Entdecker und Abenteurer. So heisst unser Sohn Marc Forster, genau wie der bekannte Filmregisseur. Ich

selber war in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober 1973 ins verdunkelte Tel Aviv geflogen, um für die Neue Zürcher Zeitung über den Jom-Kippur-Krieg zu berichten. Den nächtlichen Flug in den Krieg vergesse ich nie, insbesondere als die Soldaten in der El-Al-Maschine beim Überfliegen der Küstenlinie die Hatikwa anstimmten. Dass Marc an einem Sonntagmorgen und an einem 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, im Hadassah Krankenhaus mit Hilfe einer jüdischen Hebamme von einer christlichen Mutter geboren wurde – das alles ist reiner Zufall. Wir tauften das Kind ja auch nicht Wilhelm Tell.   Unvergesslich bleiben uns die Gespräche am (zeitlich kurzen) Wochenbett meiner Frau. Wir waren befreundet mit Joel Sussmann, dem damaligen Präsidenten des obersten israelischen Gerichtes. Wie alle Richter zu jener Zeit sprach er perfekt Deutsch.   Als er meine Frau im Hadassah-Krankenhaus besuchte, fragte ich ihn: „Weshalb eigentlich kann im Judentum nur die Mutter den Glauben weitergeben?“ Joel Sussmann schaute mir tief in die Augen und antwortete lateinisch: „Mater semper certa, pater semper incertus.“ Wer die Mutter ist, weiss man immer – aber der Vater bleibt ungewiss. Das war, muss man anfügen, noch vor den DNA-Untersuchungen.   Das kleine Baby erhielt ein Bändel um das linke Handgelenk, auf dem in hebräischer Schrift stand: „Sohn von Heidi Forster“. Nach den ersten Buchstaben dieser Aufschrift rufen wir Marc heute noch gelegentlich „Benle“. Wie uns die Krankenschwester erklärte, durfte sie den Namen Marc nicht gleich nach der Geburt auf den Bändel schreiben, da sonst böse Geister das Kind hätten holen können.   Wir hatten vier Jahre das Glück und das Privileg, in Jerusalem leben zu dürfen. Jeden Tag lernten wir mehr über den jüdischen Glauben, selbst im Hadassah-Klinikum. Wir wollten nicht, dass Marc beschnitten wurde. Ohne Mühe gelang es mir, den Rabbinern, die vor dem Müttersaal ihre Dienste für die Beschneidung anboten, darzulegen, dass Marc ein Christenbüblein war.   Unvergessen bleibt uns auch die Bettnachbarin meiner Frau, eine junge Araberin aus Bethlehem. Sie hatte das fünfte Mädchen geboren, ein wunderschönes Kind mit

grossen schwarzen Augen; aber sie weinte den ganzen Tag, weil sie von den Männern ihrer Sippe beschimpft wurde: „Wieder nur ein Mädchen!“ Wir konnten das nicht verstehen, und meine Frau tröstete die junge Mutter den ganzen Tag: „Es ist doch herrlich, dass du so ein feines gesundes Mädchen geboren hast, sei stolz und froh.“ Dann lächelte die junge Frau dankbar. Marcs Geburt in Jerusalem gereicht ihm stets zum Vorteil. 1995 unternahmen wir zu seinem 19. Geburtstag eine lange Reise durch das Heilige Land. Als wir in Lod zum Rückflug eincheckten, fragte ihn die Frau vom Sicherheitsdienst: „Is it your first time in Israel?“: „Sind Sie zum ersten Mal hier?“ „No“, sagte Marc, „I am born here“: „Nein, ich bin hier geboren.“ Manchmal sagen ihm unsere israelischen Freunde: „Du bist ein Sabra.“ Darauf ist Marc stolz.   Als er studierte, bewarb er sich mit Hunderten von Kommilitonen um zwei Semester an der University of Massachussetts. Doch nur vier Studenten wurden ausgewählt. Aus Amhurst kam ein Professor nach Europa, um die Studenten auszuwählen. Er hiess Friedman und sah auf Marcs Fragebogen zuoberst: „Born in Jerusalem“. „Stimmt das?“, fragte er Marc. „Yes, of course“, antwortete dieser – und erhielt prompt eines der begehrten Stipendien.   Wie meine Frau und ich, ist Marc ein treuer Freund des jüdischen Staates Israel, loyal und dankbar für alles, was er in diesem einzigartigen Land, das sich nun schon seit 62 Jahren tapfer behauptet, erleben durfte.

Dr. Peter Forster, von 1973 bis 1977 Israel-Korrespondent Der NZZ-Neue Zürcher Zeitung, heute ChefredaktEur der Militärzeitschrift „SCHWEIZER SOLDAT“.

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Grösste Bank Israels

Was macht die Leumi Bank zu einem so aussergewöhnlichen Bankinstitut? Seit über einem Jahrhundert ist die Leumi Bank die größte und wichtigste Bank Israels. Sie hat sich immer durch außergewöhnliche Innovationen hervorgetan und gilt in vielen Bereichen der lokalen und globalen Finanzwelt als Vordenker: Die Bank bietet regelmäßig spezielle Dienstleistungen an, zum Beispiel einen komplett virtuellen Onlinebanking-Dienst. Auf der internationalen Bühne kann die Leumi Bank auf ein umfangreiches Netzwerk zurückgreifen – weltweit gibt es selbst in kleineren Gemeinden Leumi-Filialen, deren Mitarbeiter sogar teilweise am selben Ort aufgewachsen sind. Auf diese Weise können sie die Leumi Bank in den diversen Finanzmetropolen besonders professionell vertreten – einschließlich in London, New York, Los Angeles, Florida, Palo Alto, Chicago, Zürich, Genf, Luxemburg, Uruguay, Panama und Rumänien. Das besondere Merkmal der Leumi Bank ist, international, national und lokal zu operieren. Außerdem hat sie sich gänzlich den zionistischen Idealen verpflichtet und kümmert sich weltweit um die Belange des jüdischen Volkes. Heutzutage ist die Leumi Bank die größte Finanzinstitution Israels, die bereits über ein Jahrhundert lang den Ansprüchen einer schnell wachsenden Nation gerecht wird. Eine vom angesehenen Wirtschaftsmagazin „Euromoney“ durchgeführte Umfrage hat internationale Banken und Finanzinstitute weltweit verglichen und eindeutig Folgendes entschieden: „Leumi ist Israels führende Bank 2009 im Bereich Privat Banking.“ Diese große Auszeichnung steht in einer Reihe mit vielen anderen Anerkennungen und Preisen, die Leumi bisher erhalten hat: So war Leumi bereits zwei Jahre in Folge „Bank des Jahres“ im internationalen Bankingmagazin „The Banker“ der„Financial Times“-Gruppe. Außerdem wurde sie vom „Global Finance“ Magazin als „Beste Bank Israels“und als „eine der Top 27 Banken der Welt in Entwicklungsländern 2008“ gekürt. Die Leumi Bank ist renommiert für ihr soziales

Engagement und ihren verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. Die Geschichte der Leumi Bank ist eng verbunden mit der Geschichte des jüdischen Staates und spielte in der damaligen Wirtschaft bereits eine entscheidende Rolle. Die Bank war das Wunderkind Theodor Herzls, der im Jahr 1902 in London gemeinsam mit ein paar jüdischen Geschäftsleuten „The Anglo Palestine Bank“ gründete, um die Zionistische Bewegung und andere Entwicklungsprojekte zu finanzieren. Die erste Filiale der Bank wurde 1903 in Jaffa eröffnet. Während dieser Zeit hat die Bank bei nahezu allen staatlichen Infrastrukturprojekten mitgewirkt. Zum Beispiel bei der Errichtung der ersten Vorstadt Tel Avivs im Jahr 1913, der Konstruktion und Einweihung der ersten jüdischen Universität (The Hebrew University) im Jahr 1925 und beim Bau des Hafens in Tel Aviv-Jaffa im Jahr 1936 – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nach der Unabhängigkeitserklärung rief die damalige Regierung die Leumi Bank dazu auf, dem Staat als Zentralbank zu dienen. So waren die ersten legalen Geldscheine Israels mit der Unterschrift des Bankdirektors der Leumi Bank versehen. Rückblickend war die Bank nicht nur in den wirtschaftlichen Sektor involviert, sondern beteiligte sich auch im kulturellen, pädagogischen, medizinischen und wissenschaftlichen Bereich sowie im Hightechsektor. Die Bank deckt mit ihren 256 lokalen Filialen und 80 weltweiten Filialen, Büros und Vertretungsbüros heutzutage über 30 Prozent der wirtschaftlichen Aktivität Israels ab. Aus dieser Perspektive kann man die Leumi Bank als die wahre Bank des jüdischen Volkes bezeichnen: Dank ihres Einsatzes für das Wachstum der israelischen Wirtschaft, dank der Dienstleistungen für ihre Investoren sowie dank ihrer internationalen und lokalen Netzwerke. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Farben des Logos der Bank Leumi denen der israelischen Nationalflagge sehr ähnlich sind. 42

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i nte rv i ew

Lasst uns vom Bösen weichen und Gutes tun

Allen Skeptikern zum Trotz Prof. Dr. Eitan Kerem, Leiter der Pädiatrie und des Hadassah-Krankenhauses am Mount Scopus, über den schönen und traurigen Klinikalltag in Jerusalem

Als Kind wollten Sie so sein wie … ... ich selber! Ich wollte nie mit einer anderen Person tauschen. Als ich noch klein war, wusste ich bereits, dass ich einmal etwas Bedeutendes und Wichtiges im Leben tun würde. Warum sind Sie Arzt geworden? Ich wollte gerne mit Menschen arbeiten – und außerdem gefiel mir die Idee, einen Beruf zu haben, bei dem es darum geht, anderen zu helfen. Hadassah wird manchmal als „Oase des Friedens“ bezeichnet. Was bedeutet diese Organisation Ihrer Meinung nach für den Nahen Osten? Hadassah zeigt uns allen, dass Juden und Araber nicht nur friedlich zusammenleben, sondern auch miteinander arbeiten und sich gegenseitig trauen können – allen Skeptikern zum Trotz. Gab es schon Situationen in Ihrem Klinikalltag, die Sie nie vergessen werden? Wenn ja, welche? Einmal haben wir einen zehnjährigen Jungen aus Gaza behandelt, der an einer schweren, unheilbaren Lungenerkrankung litt. Bei sich zu Hause hätte er keinerlei Überlebenschancen gehabt. Wir behielten ihn darum über drei Monate bei uns im Krankenhaus – bis wir ihm die Lunge eines jüdischen Kindes transplantierten, das bei einem Unfall ums Leben gekommen war. Ich werde nie den Blick des kleinen arabischen Jungen vergessen, als ich ihm von der gesunden Lunge erzählte, die er bekommen würde. Sein Jubel darüber, leben zu dürfen, freute mich unbeschreiblich – doch dachte ich gleichzeitig mit großem Mitgefühl an die grenzenlose Trauer der Eltern des verunglückten Kindes. Ein Moment, den ich zugleich als wunderschön und entsetzlich in Erinnerung habe. 44

Wie ist es für Sie mit palästinensischen Kollegen zusammenzuarbeiten? Es ist einfach wunderbar. Wir arbeiten zusammen, als gehörten wir zu ein- und derselben Nation, als gäbe es die politische Zerreißprobe nicht. Ich bin darauf wirklich sehr stolz. Arabische Patienten liegen im Krankenzimmer neben jüdisch-israelischen Patienten. Ist ein „Zusammenwachsen“ untereinander auf persönlicher Ebene manchmal möglich? Wenn ja, können Sie Beispiele nennen? Es stimmt mich traurig, aber leider kann ich mich an einen solchen Fall nicht erinnern. Trotz der Gelegenheit zu Annäherung und Freundschaft, die sich durch „gemeinsames Kranksein“ bei Patienten mit unterschiedlichem Glaubenshintergrund hier oft ergibt, sehen diese Menschen sich meist nach ihrem Klinikaufenthalt nie wieder. Welche historische Figur bewundern Sie besonders? Herausragend ist für mich Janusz Korczak. Dieser polnische Arzt, Kinderbuchautor und bedeutende Pädagoge begleitete im August 1942 im Rahmen der Aktionen zur so genannten “Endlösung der Judenfrage” etwa 200 Kinder des Waisenhauses, in dem er tätig war, freiwillig in den Tod. Er und die Kinder starben in dem Vernichtungslager Treblinka. Schenken Sie uns zum Abschluss noch eine Lebensweisheit? Möchten wir “Lust zum Leben” inmitten einer Welt des Todes haben und “Gutes sehen”, während wir durch eine Welt des Bösen gehen? Dann lasst uns in Gottesfurcht leben, damit wir unsere Zungen vor dem Bösen bewahren, das andere verleumden oder verletzen würde, und damit wir unsere Lippen bewahren, Trug zu reden, um uns selbst zu entschuldigen. Lasst uns vom Bösen weichen und Gutes tun und, statt mit Gegnern streiten, lasst uns Frieden suchen (…). Psalm 34 45


fo rsch u n g

Aus der Reihe tanzen

werden unsere kinder alle hyperaktiv? Text: Ariane von Dewitz

Keine Fehldiagnosen mehr beim ZappelphilippSyndrom: Forscher am Hadassah-Krankenhaus haben einen neuen Test entwickelt, mit dem ADHS präziser diagnostiziert werden kann

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David ist ein aufgeweckter Junge, er strotzt vor Energie und Selbstbewusstsein. Der Neunjährige ist ein guter Schüler und bei seinen Mitschülern beliebt. Doch das Schuljahr ist nicht einmal zur Hälfte rum, da sind schon wieder zehn Seiten in seinem Mitteilungsheft gefüllt – beidseitig. „David war heute so ungezogen und laut, dass ich ihn vor die Tür schicken musste“, schreibt die Lehrerin darin an seine Eltern. Oder: „David hantierte die ganze Mathestunde lang mit Kleber und Schere herum, anstatt mitzuarbeiten.“ Irgendwann ruft die Lehrerin aufgewühlt bei den Eltern an: David tanze ständig aus der Reihe, sagt sie, immer mache er nur sein eigenes Ding. Die Lehrerin scheint genervt und rät den Eltern, einen Schulpsychologen aufzusuchen. Ein Schock. Früher nannte man Kinder wie David liebevoll „Zappelphilipp“, heute schickt man sie zum Arzt mit dem Verdacht auf eine so genannte „Aufmerksamkeits-HyperaktivitätsStörung (ADHS)“. Die Zahl der ADHS-Diagnosen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Kaufmännische Krankenkasse spricht für den Zeitraum von 2004 bis 2007 von einer Steigerung um 50 Prozent. Eine im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie für Hessen ermittelte von 2000 bis 2007 einen Zuwachs von 45 Prozent.

Erziehern infolge wachsender medialer Präsenz gestiegen. Entsprechend häufiger werden verhaltensauffällige Kinder jetzt bei Fachärzten vorgestellt. Experten warnen aber auch vor voreiligen Befunden. „Wir gehen davon aus, dass häufig zu schnell ADHS diagnostiziert wird“, sagt Rainer Richter, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. Vor allem die jüngeren Kinder einer Schulklasse, die wegen ihres späten Geburtstags gerade noch so reingerutscht sind, würden oft zu Unrecht als ADHSler abgestempelt. Wie eine im Journal of Health Economics veröffentlichte Studie jüngst offenbarte, leben in den USA bis zu eine Million Kinder mit einer falschen ADHSDiagnose. Ihr zappeliges Verhalten wurde offenbar falsch interpretiert. Die Diagnose kommt dabei nicht selten von Lehrern, Bekannten oder den Eltern selbst. Doch auch Ärzte sind vor einer Fehldiagnose nicht gefeit. Besonders schlimm ist das, wenn das so genannte Zappelphilipp-Syndrom mit dem Wirkstoff Methylphenidat, also zum Beispiel mit dem Medikament Ritalin, behandelt wird. Denn das Medikament hat starke Nebenwirkungen: Appetitlosigkeit und emotionale Labilität, bei Einnahme über einen längeren Zeitraum auch Wachstumsverzögerungen. Bei Kindern, die zwar aufgeweckt und aktiv sind, bei denen ADHS jedoch falsch diagnostiziert wurde, ist die Behandlung mit diesem Medikament besonders problematisch.

Werden unsere Kinder also alle hyperaktiv? Nein, meinen viele Experten. Die Anzahl der Diagnosen ist unabhängig von der tatsächlichen Häufigkeit der Krankheit. Vielmehr ist das Bewusstsein von Eltern, Lehrern und

ADHS festzustellen war bislang nicht leicht. Hyperaktivität kann auch durch eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden. Und wenn die Symptome erst mit der Einschulung auftreten, können auch eine Lese- und/ oder Rechtschreib47


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schwäche, Überforderung oder Trennungsangst Auslöser für die Zappeligkeit sein. Auch dem bisher angewandten Test, der feststellen sollte, ob ein Kind tatsächlich an ADHS leidet, sind viele Fehldiagnosen geschuldet. Denn um ein zutreffendes Ergebnis zu erzielen, mussten die Kinder mit dem untersuchenden Arzt kooperieren. Jedoch waren die verwendeten geometrischen Figuren, Ziele und Aufgaben oft langweilig und wurden häufig wiederholt. Häufig fiel es also auch Kindern, die nicht an ADHS leiden, schwer, während der Untersuchung bei der Sache zu bleiben. Darüber hinaus wurde der Test in den USA entwickelt und ist deshalb nicht unbedingt auf Kindern aus anderen Kulturen übertragbar. Dank der unermüdlichen Forschung am HadassahKrankenhaus ist es nun jedoch gelungen, einen Test zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich ADHS viel präziser feststellen lässt. Der Neurologe Dr. Itai Berger entwickelte am Hadassah-Institut in Zusammenarbeit mit Neurotech Solution Ltd., einer kleinen israelischen High-Tech-Firma, ein innovatives Computerprogramm, mit dessen Hilfe sich die Reaktionen eines Kindes präzise diagnostizieren lassen. Der „Continuous Performance Functions Test“ (CPF) besteht aus Geräuschen und Bildern und basiert auf einem arithmetischen Logarithmus. Mit seiner Hilfe lassen sich Aufmerksamkeit, Impulsivität, Hyperaktivität und Reaktionszeit eines Kindes genau messen. „Die Reaktionen eines Kindes auf die visuelle Stimulation, die es auf dem Bildschirm sieht, verschaffen uns ein sehr interessantes 48

und exaktes Aufmerksamkeitsprofil“, sagt Dr. Berger. Die Bilder und Aufgaben seien altersgerecht entworfen und variierbar, so dass der Test auch auf Erwachsene angewandt werden könne. Mit Hilfe des neuen Tests können die Patienten in zwölf verschiedene Kategorien eingeteilt werden, während der bisher verwendete Test nur drei Kategorien unterschied. „Das macht unseren Test viel präziser“, sagt Dr. Berger. Um den Test zu überprüfen, untersuchte Dr. Berger mit seinem Team 58 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. 45 der Kinder waren zuvor bereits als ADHS-Patienten diagnostiziert worden. Die restlichen 13 Kinder waren gesund und dienten als Kontrollgruppe. Mit Hilfe des neu entwickelten CPF-Tests gelang es, gesunde und kranke Kinder präzise zu unterscheiden. Dennoch bedarf es noch weiterer Forschung, um das Testverfahren zu verfeinern, wie Dr. Berger erst jüngst im Israeli Medical Association Journal schrieb. Da die ausgereifte Testmethode internetbasiert geplant ist, wird es bald möglich sein, das Verfahren weltweit zur Diagnose von ADHS anzuwenden. So tragen die Ärzte und Wissenschaftler des Hadassah-Krankenhauses dazu bei, dass künftig weniger Kinder falsch diagnostiziert und womöglich fälschlich medikamentös behandelt werden. Energiegeladene Kinder wie David zum Beispiel, die ein natürliches Bedürfnis zum Toben und Spielen haben und denen es deshalb schwer fällt, sich auf den Unterricht zu konzentrieren – ohne deshalb gleich an ADHS zu leiden.


r e i se

konnte durch „grenzüberschreitende“ Menschlichkeit ein junges Leben gerettet werden. Dieser Fall zeigt wieder deutlich, wie wichtig es ist, trotz aller Differenzen, trotz aller Hoffnungslosigkeit, nach friedensstiftenden Lösungen zu suchen. Eine solche Geschichte zeigt: Es gibt Hoffnung auf Frieden. Zwei Kinder aus völlig verschiedenen Kulturkreisen, die sich gegenseitig als „Feinde“ bezeichnen, helfen sich, sind plötzlich voneinander lebensabhängig. Manchmal können uns Kinder das vor Augen halten, was eigentlich uns allen möglich wäre. Wir dürfen nicht vergessen: Kinder sind die Zukunft.

Iris Tanz & Oliver Berben

ISRAEL – ein Land, dem wir uns Verbunden fühlen

Aus diesem Grund unterstützt Oliver als neues HadassahVorstandsmitglied vor allem die Kinderstation des Krankenhauses und achtet sehr darauf, dass die Jugend unterstützt und gefördert wird. Nach unserem Besuch in Israel initiierte er gemeinsam mit Regine Sixt und Michi Kern eine Spendenaktion für Hadassah: Über 18.000 Euro kamen zusammen. Dieser Erfolg diente auch dazu, ein größeres öffentliches Bewusstsein zu erzeugen – nicht nur für das Krankenhaus, sondern auch für die gemeinnützigen Bemühungen des Staates Israel.

Text: Iris Tanz

Bereits in unserer Kindheit haben wir das schöne Israel immer wieder besucht und empfinden es als ein Zuhause. In den letzten Jahren haben wir uns beide in verschiedenen Bereichen der israelischen Kultur, der Politik sowie in sozialen Organisationen engagiert. Oliver hat seiner Leidenschaft für Israel durch Filme und Dokumentationen Ausdruck verliehen, ich selber habe mich der Anthropologie und der Alternativmedizin gewidmet. Im vergangenen Juli bekamen wir eine Einladung nach Jerusalem – krönender Abschluss sollte ein Besuch im Hadassah Medical Center werden. Ich kann nur sagen: Es war eine der eindrucksvollsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben. Alles, was wir dort sahen und erfuhren, hat uns beide sehr berührt. 50

In „Ein Kerem“ angekommen, begrüßten uns zunächst Direktor Ron Krumer und Professor Eitan Kerem sehr herzlich. In einem Gespräch klärten uns die beiden über verschiedene Aktivitäten des Krankenhauses auf und führten uns anschließend durch einige Krankenstationen. Die Abteilung für Notfallmedizin war besonders beeindruckend. Oliver, der sich für israelische Friedensorganisationen einsetzt, und ich, als Staatsbürgerin Israels und Befürworterin alternativer Therapien, waren beide tief berührt von den vielen Geschichten, die wir vor Ort erfuhren. Insbesondere die Erzählung über eine erfolgreiche Transplantation ging uns nahe: Professor Eitan Kerem berichtete von einem israelischen Kind, das ein Organ an ein palästinensisches Kind aus dem Gazastreifen gespendet hatte. Trotz des andauernden Krieges in diesem Land

Weltweit ist die Bereitschaft groß, Kindern zu helfen. Und wenn man dann noch Erwachsene vor Ort erlebt, so wie die Ärzte und Patienten in diesem Krankenhaus, wird noch deutlicher, wie sehr diese Spenden sich lohnen: Denn ihr positives Handeln kann als Vorbild für Veränderung dienen. Oliver möchte darum intensiv am Aufbau des pädiatrischen Zentrums von Hadassah mitwirken. Mich hat während unseres Besuchs besonders eine Diskussion mit Eitan gefesselt – es ging um die Integration von alternativer Medizin in das Programm dieses Krankenhauses. Das Hadassah Medical Center, das auf Werte wie Gleichheit und Gleichwertigkeit setzt, wäre erstklassig dafür geeignet, einen weiteren integrativen Aspekt anzugehen: Osten trifft auf Westen. Sprich: Ganzheitliche Ansätze mit dem bereits existierenden schulmedizinischen Modell zu kombinieren, würde nicht nur das Gesundheitssystem erweitern und verbessern, es würde auch weitere Brücken bauen.

Oliver und ich fühlen uns geehrt, diese Einladung zum Besuch der Hadassah-Klinik erhalten zu haben und werden uns bemühen, unser Engagement für Hadassah weiterzuführen. Das weltweite Netzwerk der HadassahOrganisation und des Jerusalem Medical Center haben unsere volle Unterstützung. Ich finde, zu Hadassah passt besonders ein berühmtes Zitat von Mahatma Ghandi, einer der größten Friedensaktivisten aller Zeiten: „Sei du selbst die Veränderung in der Welt, die du sehen möchtest.“ Unser Erlebnis am 19. Juli 2010 hat uns gezeigt, dass Hadassah genau nach diesem wichtigen Motto lebt und auch daran wächst. Wir beide, Oliver und ich, empfinden nach unserem Besuch in diesem Krankenhaus tiefe Dankbarkeit und sind hoch motiviert, viel zu verändern. Vielen Dank! Wir freuen uns darauf, die Welt mit Hadassah zu einem besseren Ort zu machen.

Oliver Berben wurde 1971 in München geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst Elektrotechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Berlin. Gemeinsam mit dem Regisseur Carlo Rola gründete Oliver Berben im Feb. 1996 in Berlin die Firma MOOVIE the art of entertainment GmbH, die seit 1999 eine Tochtergesellschaft der Constantin Film AG ist. c Seit den späten 90er Jahren hat Oliver Berben mit der MOOVIE und als Produzent für Constantin Film über 75 Fernseh- und Kinofilme produziert. Seit dem 1. Jan 2009 ist Oliver Berben zusammen mit Martin Moszkowicz und Hanns Beese auSSerdem Geschäftsführer der Constantin Film Produktion GmbH. Oliver berben ist seit Juni 2010 Mitglied im Ehrenkomitee Von Hadassah Deutschland.

IRIS TANZ ist Heilpraktikerin für Chinesische Medizin und ganzheitliche Therapeutin. Sie hat eine Heilmethode konzipiert, bei welcher Akupunktur, Massage, Chinesische Medizin, Reiki und Yoga kombiniert werden. Dieser sehr gefühlsbezogene Ansatz soll das Befinden von Körper und Geist verbessern und wird heute bereits erfolgreich in Deutschland, Israel und den USA angewandt. Iris startete ihre Karriere im Jahr 1996. Seitdem ist sie nicht nur als Heilpraktikerin aktiv, sondern engagiert sich auch für die weitere Entwicklung der Komplementärmedizin. Sie studierte Anthropologie, Akupunktur und ganzheitliche Medizin. Neben ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin arbeitet sie auch als Dozentin und Autorin.

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r e i se

Eine Friedensinsel im Wahnsinn von Nahost Die jüdische Frauenorganisation Hadassah führt Krankenhäuser als Orte der Aussöhnung. Eine Visite im Reich des scheinbar Unmöglichen. Text: Frido Hütter

Es erinnert an das biblische Nadelöhr, das Foyer des MountScopus-Krankenhauses im umstrittenen Ostjerusalem, an der Grenze zum Westjordanland. Es ist eine Art Seuchenschleuse, die die klassischen Gemütskrankheiten des Nahen Ostens, Hass, Misstrauen, Rassismus draußen hält. Wer hier durchkommt, landet in einer Zone des Miteinander und Füreinander. Orthodoxe Juden, Palästinenser, islamische Kopftuchträgerinnen, säkulare Israelis kommen hierher, um Behandlung zu finden: Von Ärztinnen und Ärzten, die ebenso allen Ethnien angehören. Krankheit und Medizin schlagen hier Brücken zwischen den andernorts Unversöhnlichen. So sind beispielsweise der Chefchirurg und der Biochemiker im Mount Scopus beide Palästinenser. „Wir können nicht den ganzen Nahen Osten ändern, aber die Stimmung zwischen unseren Patienten,“sagt Dr. Chaim Brautbar, ein Immunologe, der gemeinsam mit der Palästinenserin Amal Bishara die erste KnochenmarkspenderDatei für Araber aufbaut. Hadassah, 1912 als zionistische Frauenbewegung gegründet, betreibt heute in Jerusalem zwei Krankenhäuser und fünf Akademien. Mit 5000 Angestellten ist der zweitgrößte Arbeitgeber in der israelischen Hauptstadt und eine jener Institutionen, die den Glauben an eine Restvernunft in dieser Region am Leben hält. Eine Million – nicht nur jüdische – Mitglieder, vor allem in den USA, haben 52

allein in den letzten zehn Jahren rund 800 Millionen Dollar für Hadassah aufgebracht. Aber auch die österreichische Kahane-Stiftung spendet reichlich: Mit ihren Geldern konnten zuletzt zwei Neurochirurgen für das palästinensische Ramallah ausgebildet werden. Auch Forschung ist ein vitaler Unternehmenszweig von Hadassah. Sie hat mehrere Nobelpreisträger hervorgebracht und die derzeitigen genetischen Studien im Hadassah Ein Kerem-Krankenhaus finden weltweit Beachtung. Bizarrerweise bieten die oft innerfamiliären Heiraten von ultraorthodoxen Juden und deren Kinderreichtum eine ideale Forschungsgrundlage. Manchmal züngelt das Feuer des Krieges bis ins Friedensreich von Hadassah: Ein Pulmologe erzählt von einem kleinen Palästinenser-Jungen, dem er erfolgreich eine Lunge transplantiert hatte. Wenige Wochen später wurde Gaza bombardiert. Im Rauch der Panzer und Granaten erstickte der kleine Rekonvaleszent fast: „Es war verrückt, per Telefon gab ich dem Vater Tipps, wie er meinen Patienten vor meinen Leuten schützen und durchbringen könnte“. Professor Eitan Kerem, Chefarzt des Mount Scopus, bringt es auf den Punkt: „Unser Feind sind die Krankheiten, nicht die Menschen“. So einfach könnte es sein, in diesem komplizierten Land. 53


he i lu n g

Eine Geschichte der Hoffnung

das mehrfachwunder

Sarah kann ihr Glück bis heute kaum fassen. Denn vor ein paar Monaten hat die 33-jährige gesunde Zwillinge zur Welt gebracht. Das klingt schön, zunächst aber nicht ungewöhnlich – und doch ist Sarahs Geschichte einzigartig.

Text: Ariane von Dewitz

Die Ärzte halten es für ein Wunder. Ihre Familie ist außer sich vor Freude. Sie selbst hört nicht auf zu strahlen. Denn Sarah ist die erste Frau in Israel, die eine Geburt überlebt hat, nachdem sie zuvor eine Herztransplantation überstehen musste. Weltweit gab es bisher erst fünf Frauen, die nach einem derartigen Eingriff gesunde Zwillinge geboren haben. Sarahs Leidensweg beginnt schon in ihrer frühen Kindheit. Als sie ein Jahr alt ist, entdecken die Ärzte einen bösartigen Tumor an einer ihrer Nieren – sie muss sofort operiert werden, es folgt eine schwere Chemotherapie.“Mit 14 wurde mir klar, wie dringend ich mir später einmal Babys wünschte”, erzählt Sarah heute. Wenn sie nach ihren Zukunftsplänen gefragt wird, sagt sie nur: „Ich möchte einmal Mutter werden”. Aber die Chancen für Sarah, jemals schwanger zu werden, verschlechtern sich. Die Chemotherapie vermindert ihre Fruchtbarkeit, zudem ist sie immer häufiger Patientin auf der kardiologischen Station des Hadassah-Krankenhauses: Ihr Herz schlägt zunehmend schwächer, irgendwann versagt es ganz. Doch Sarah hat Glück im Unglück. Sie bekommt ein Spenderherz zur Verfügung gestellt. Es gehörte zuvor einem Mann, der aus der ehemaligen Sowjetunion nach Israel eingewandert war. Mehr weiß sie nicht über ihn. Nach der erfolgreichen Transplantation muss Sarah zahlreiche Medikamente nehmen: Diese sollen verhindern, dass ihr Körper das neue Herz wieder abstößt. Doch all die Chemie erhöht auch das Risiko für Komplikationen 54

bei Schwangerschaft und Geburt.“Hormonelle Veränderungen während einer Schwangerschaft und ein Produktionsstillstand von gewissen Körperflüssigkeiten belasten das Herz noch zusätzlich”, erklärt Dr. David Zechut, Arzt auf der Hadassah-Geburtshilfe-Station und Sarahs ständiger Begleiter. Normalerweise, so Zechut, halten schwangere Frauen diese physische Zusatzbelastung gut aus. „Doch für Transplantationspatientinnen kann eine Schwangerschaft zu lebensgefährlichen Herzproblemen führen”, erklärt er. Und trotzdem: Hadassah erfüllt Sarah ihren sehnlichsten Wunsch, nämlich Mutter zu werden. Nicht zuletzt ist dies Prof. Arye Hurwitz, Chef der In-Vitro-Fertilisationsabteilung des Hadassah-Krankenhauses, zu verdanken. Denn er gibt einfach nicht auf. Nach fünf künstlichen Befruchtungen und einer schwierigen Fehlgeburt ist es so weit: Sarah erwartet Zwillinge. In der 29. Woche der hochriskanten Schwangerschaft kommt sie ins Krankenhaus, die Ärzte wollen das Wachstum der beiden Föten rund um die Uhr überwachen. Bis zur 33. Schwangerschaftswoche geht alles gut. Doch eines Morgens stellen die Ärzte bei Sarah eine Blutvergiftung fest – für Mutter und Babys könnte dies tödlich enden. Es gibt nur eine Rettung: Notkaiserschnitt. Als man Sarah eilig in den OP rollt, versuchen Ehemann und Eltern nicht an deren letzte Operation zu denken – der Tag, an dem sie bereits die komplizierte Transplantation überstehen musste. Ihre Angehörigen wussten damals nicht, ob Sarah den Eingriff überhaupt überleben würde. Jetzt ist es genauso: Das Einzige, was ihnen bleibt, ist die Hoffnung und das Gebet.   55


Eine Stunde und zwanzig Minuten später hören Sarah und ihr Ehemann Gal lautes Babygeschrei. Es ist der Moment, von dem Sarah beinahe zwei Jahrzehnte lang geträumt hat. Sie kann kaum aufhören zu weinen. Ärzte und Krankenschwestern bringen die gesunden, knapp zwei Kilo schweren Babys sofort auf die Neonatologie-Station. Auf ihrem Weg dorthin können sogar die glücklichen Großeltern noch einen Blick auf ihre neugeborenen Enkel werfen. Sie nennen dieses Ereignis seitdem das „Hut-Fest“: Da sie niemals zu hoffen wagten, ihre Tochter könne jemals eine Geburt überstehen, beschlossen sie damals: „Wenn dies irgendwann doch passieren wird, essen wir einen Hut“. Auch Dr. Zachut ist aufgewühlt und kann es kaum fassen. Mit bebender Stimme sagt er: „Sarah hat gerade ein doppeltes Wunder erlebt.“ Erst habe sie eine Herztransplantation überstanden, die ihr selber neues Leben schenkte und dann auch noch ermöglichte, gesunde Kinder auf die Welt zu bringen. Sarah und ihr Ehemann sind ein modernes, religiöses Paar, die an das Konzept von Hashgacha Pratit, die göttliche Vorsehung, glauben. Die beiden sind überzeugt davon, dass alle Ärzte und Krankenschwestern von 56

Hadassah, die Sarah über Jahre medizinisch betreut und manchmal einfach nur die Hand gehalten haben, Boten ihrer göttlichen Vorsehung waren. Schnell verbreitet sich Sarahs Geschichte in ganz Israel und sorgt überall für Freude und Aufregung. Die junge Mutter tritt sogar im Fernsehen auf – und vergisst bei allem Glück nicht das Leid anderer Menschen. „Wir brauchen mehr Organspender“, fordert sie die Fernsehzuschauer auf. Heute kommen viele Frauen in das „Charlotte R. Bloomberg Mother and Child Center“ im Hadassah-Krankenhaus und in die Mutterschafts-Abteilung im Hadassah-Krankenhaus. Es sind Patientinnen mit normalen, aber auch äußerst risikoreichen Schwangerschaften – oder Frauen, die sich für eine künstliche Befruchtung, sowie andere Fruchtbarkeitsbehandlungen entschieden haben.

Für Gute TAten ist es nie zu spät, auch nicht Nach dem Leben.

Hadassahs Angebote für künstliche Befruchtungen sind sehr begehrt. In Israel liegt die durchschnittliche Erfolgsquote einer Schwangerschaft nach einer künstlichen Befruchtung bei 30 Prozent – aber die Erfolgsquote von Hadassah beträgt 40 Prozent. Im letzten Jahr kamen im Hadassah-Krankenhaus 10.594 Kinder zur Welt. Zwei davon waren die Babys von Sarah.

Machen Sie Ihren letzten Willen zu einem Vermächtnis. Helfen Sie dem Hadassah Medical Center, medizinische Hilfe zu leisten – einer Insel des Friedens im Nahen Osten. Mehr Informationen auf www.hadassah.de und www.hadassah-international.org


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Medizin für den Frieden Mit der Initiative “Die Ärmsten der Armen” rettet Hadassah Palästinensern aus dem Westjordanland das Leben

Jana war erst fünf Tage auf der Welt. Da schwebte das palästinensische Mädchen bereits in Lebensgefahr. Die Neugeborene wurde in Hebron mit einem Herzfehler geboren. Im örtlichen Krankenhaus hätte Jana womöglich nicht überlebt. Nun retteten die Ärzte des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem der kleinen Palästinenserin das Leben. Der Grundsatz von Hadassah lautet, dass medizinische Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau allen Menschen zugänglich sein muss, egal, ob sich unsere Patienten diese Behandlung leisten können oder nicht. Deshalb haben wir die Initiative „Die Ärmsten der Armen“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe eines Spendenfonds, den wir unseren großzügigen Unterstützern verdanken, ist es uns möglich, auch Palästinenser aus dem Westjordanland zu behandeln, die sonst keinerlei Zugang zu guter medizinischer Versorgung hätten. Konflikte und politische Einstellungen sind im Hadassah-Krankenhaus nebensächlich. Unseren Ärzten und Forschern geht es einzig darum, Leben zu retten, ganz gleich, welcher Nationalität oder Religion der Kranke angehört. Patienten aller Altersgruppen und aus allen Bereichen der israelischen Gesellschaft wenden sich auf der Suche nach erstklassigen Behandlungsmethoden an uns - darunter sowohl Juden also auch Araber, Muslime und Christen, religiöse Menschen und Atheisten, Menschen aus der Stadt, aber auch aus dem ganzen Land und natürlich einige Touristen. Auch unser Personal ist heterogen: Im Hadassah-Krankenhaus arbeiten Araber und Juden Seite an Seite. Gerade dieser Umstand bedeutete für Jana die Rettung. Einer unserer palästinensischen Ärzte, der in Hebron zu Hause ist, wurde in das dortige Krankenhaus gerufen, um in Janas schwierigem Fall zu helfen. Nach kurzer Untersuchung entschied er, dass das Mädchen nur im Hadassah-Krankenhaus gerettet werden konnte. Obwohl Janas Eltern nicht in der Lage waren, die Behandlung ihrer kleinen Tochter zu bezahlen, zweifelten unsere Ärzte nicht eine Sekunde. Sie veranlassten sofort alles 58

Nötige, um Jana nach Jerusalem zu holen. Dort operierten sie das Mädchen umgehend. Janas Leben war gerettet. Die Operation und alle nachfolgenden Untersuchungen wurden mithilfe des Spendenfonds der Initiative „Die Ärmsten der Armen“ bezahlt. Auch der achtjährige Mahmoud aus Ramallah verdankt dieser Initiative sein Leben. Mahmoud litt an einer seltenen, sich stetig verschlimmernden Nervenkrankheit, dem Addison-Schilder-Syndrom, das durch den Film „Lorenzos Öl“ einem größeren Publikum bekannt geworden ist. Die Erbkrankheit tritt meist im Kindesalter auf und bringt einen schnellen neurologischen Verfall mit sich. Im Endstadium zeigt sich eine ausgeprägte Demenz, die schließlich zum Verlust der lebenswichtigen Körperfunktionen und damit zum Tode führt. Unsere Ärzte stellten fest, dass eine Knochenmarkstransplantation die einzige Rettung für den Jungen sein würde. Mahmouds älterer Bruder Omer war als Spender geeignet. Jedoch lebten Omer und sein Vater in Ramallah im Westjordanland, das von der palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet wird. Von dort kommend dürfen Palästinenser die Sperranlage, die Israel zum Schutz der Bevölkerung vor palästinesischen Selbstmordanschlägen errichtet hat, nur mit einer Sondergenehmigung passieren. Trotz dieser Hindernisse wandte sich der behandelnde Arzt an die israelischen Streitkräfte und ans israelische Gesundheitsministerium und bat um einen Passierschein für Vater und Sohn. Dank der Koordination mit der palästinensischen Autonomiebehörde wurden Omer und sein Vater mit einem Wagen des Roten Halbmonds von Ramallah zum Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem gebracht. Mahmoud erhielt die Knochenmarksspende seines Bruders und konnte kurz darauf wieder nach Hause zurückkehren. Die Spender der Initiative „Die Ärmsten der Armen“ hatten auch ihm, wie so vielen palästinensischen Kindern, das Leben gerettet.

Foto: Knallgrün / photocase.com


www.fr eder ics.eu Frederics Serviced Apartments bietet designorientiertes Wohnen auf Zeit.

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Immer mehr Geschäftsreisende, Projektmitarbeiter, Berufspendler nutzen das neue Angebot in München: Wohnen auf Zeit als günstige Hotelalternative verspricht mehr Flexibilität und Unabhängigkeit. Dies gilt auch für kurze Aufenthalte ab einer Übernachtung. Wohnen wie Zuhause in einer fremden Stadt heißt der neue Trend.

Many business travellers, temporary project employees and commuters use the new offer in Munich: As an economic hotel-alternative, Serviced Apartments promise more flexibility and independence and also the choice of staying long or short for example for one night. Living like you do at home in a different city is the new trend.

Ein erster Blick in die überdurchschnittlich großen ECO, COMFORT, JUNIORSUITE oder SUITE-Apartments in Schwabing oder am Olympiapark zeigt worauf es ankommt. Designorientiertes Wohnambiente mit Komplettausstattung und Full-Service-Leistungen. Ein- und Zweizimmer-Apartments mit moderner und behaglicher Einrichtungsatmosphäre. Geschmackvoll modern möblierte Wohn- / Schlafzimmer mit Arbeitsbereich, eine integrierte komplett ausgestattete Kompaktküche und ein separates weiß gefliestes Bad mit Dusche/WC. Auf Wunsch auch gerne mit Balkon oder Gartenterasse zum Entspannen.

A first look at the more than average size ECO, COMFORT, JUNIORSUITE or SUITE-Apartments in Schwabing or by the Olympiapark show what really counts. A design orientated style of living, fully furnished and with Full-Service. One-and two room apartments are with a modern and comfortable décor. Tastefully furnished living room/ bedroom with a working place, integrated fully equipped kitchen and a separate white-tiled bathroom with shower/WC. Some of the apartments offer a balcony or a garden terrace to relax.

Zusätzliche Serviceleistungen machen das Wohnen noch bequemer. Dazu gehören Telekommunikations-Services, Zimmerreinigung, Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern und vieles mehr. Freiheit, die der Gast braucht – zum Leben, Arbeiten und Genießen in einer wundervollen und lebendigen Großstadt. Im Mittelpunkt von Frederics Serviced Apartments steht ein ausgewogenes Wohlfühlmanagement eben der Wohnwert mit Mehrwert – damit sich der Gast sofort wie in seinem Zuhause fühlen kann und sich schon wenige Minuten nach seiner Anreise auf das Wesentliche konzentrieren kann: seine Unabhängigkeit.

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entscheiden Sie, wann Sie arbeiten oder sich einfach nur zurücklehnen bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Beim Wohn- und Lebensgefühl fängt der Unterschied an. Je nach Anspruch können wir Ihnen vier unterschiedliche Apartment-Kategorien anbieten:

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ch a r it y

Hilfe für die ärmsten der armen Knapp zwei Millionen israelische Bürger leben unterhalb der Armutsgrenze. Eine umfassende medizinische Versorgung können sie sich nicht leisten. Lediglich das Hadassah Medical Center in Jerusalem widmet sich den mittellosen Menschen. Durch den Fonds „Poorest of the Poor“ ermöglicht dieses Center eine optimale Behandlung und Betreuung. Schirmherr des Projekts, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, lud Freunde und Bekannte ein, um über „P.O.P“ zu informieren. So kamen hochkarätige Vertreter aus deutschem Adel, Politik und Gesellschaft am 14. Oktober 2010 in den China Club Berlin, um das Hadassah-Projekt für die Ärmsten der Armen in Jerusalem kennen zu lernen und zu unterstützen. Seit zwei Jahren ist Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe Schirmherr des Fonds „Poorest of the Poor“. „Mir liegt dieses Projekt besonders am Herzen. Es fördert im Nahen Osten das Verständnis füreinander und ist ein wichtiger Baustein für den Frieden im Nahen Osten“, so der Fürst. Seit 1995 verfügen die meisten israelischen Staatsbürger über eine Krankenversicherung, jedoch übernimmt diese nicht alle Kosten für spezielle und notwendige Behandlungen. Bei Hadassah werden sozial benachteiligte Menschen und Personen ohne Krankenversicherung nicht abgelehnt. Dort widmen sich multi-disziplinäre Teams den Kranken und Schwachen. Um den Spendentopf zu füllen und eine anspruchsvolle Versorgung gewährleisten zu können, setzt sich der Fürst persönlich ein. „Es ist wichtig, auch hier in Deutschland

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ein Netzwerk aufzubauen, um langfristig dieses Projekt zu unterstützen“, so der Fürst weiter. Das Hadassah Medical Center versorgt mit seinen 1.250 Betten mehr als eine Million Patienten pro Jahr und ist mit 5.000 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber Jerusalems. Aufgrund der innovativen Behandlungsmethoden und der medizinischen Forschung und Lehre gehört es heute zu den führenden Versorgungszentren der Welt. Hadassah ist nicht nur ein wichtiges Wirtschaftszentrum der Region, sondern auch zugleich eines der bedeutendsten Friedensprojekte im Nahen Osten. In den Universitätskrankenhäusern „Ein Kerem“ und „Mount Scopus“ werden unabhängig von Religion und Nationalität Patienten behandelt und Mitarbeiter beschäftigt. Hadassah fördert die Solidarität und das Verständnis zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Volk.

Monika Griefahn MdB (Ministerin a.D.), Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, Gady Gronich (Direktor Hadassah Europa)

Charity im China Club mit Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe Im China Club Berlin am Pariser Platz stellte Alexander mit dem Hadassah Medical Center für die mediziniFürst zu Schaumburg-Lippe am 14. Oktober 2010 sein sche Versorgung mittelloser Bewohner Israels einsetzt. aktuelles Hadassah-Projekt vor. Zwischen Bellini und „Mit dem Projekt wird auch denen eine Versorgung Brockhaus empfing er in der Bibliothek gewährleistet, die sich keine Kran„Ob finanzielle Unterunter anderem Isa Gräfin von Hardenberg, kenversicherung leisten können. Ob Celia Gräfin von Bismarck und Hagen stützung oder Mitarbeit finanzielle Unterstützung oder MitarGraf Lambsdorff, den israelischen Botbeit - alles hilft“, sagte der Initiator des - alles hilft.“ schaftsgesandten Emmanuel Nahshon mit Abends. Bei asiatischem Finger Food Frau Isabel, Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (CSU) mit Dim Sum und Wan Tan plauderte auch Hieronymus und Unternehmerin Regine Sixt. „Mein Kreis von Berliner Graf von Dürckheim-Montmartin angeregt mit Barbara Freunden“, wie der Fürst betonte. Groth, die das Projekt „unbedingt unterstützenswert“ Seit zwei Jahren engagiert er sich bei den Deutschen nannte. Ingrid Rexrodt, die mit ihrem Lebensgefährten Freunden des Hadassah Medical Centers Jerusalem und Volker Beckord erschien, erklärte: „Finanzielle Unterstütist seit seinem Krankenhausbesuch im September 2009 zung ist das Mindeste.“ Die Gesellschaft zeigte sich überder Schirmherr des Fonds „Poorest of the Poor“, der sich zeugt vom Engagement des Fürsten.

Schließen auch Sie sich den deutschen Freunden der Hadassah an und unterstützen Sie die Ärmsten der Armen in Jerusalem! Ihr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe Merck Finck & Co. Privatbankiers München | BLZ 700 304 00 | Spendenko n to 3 15 7 7 17

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essay

Im Kontext der deutsch - israelischen Beziehungen

Die jüdisch-christliche Zusammenarbeit

Wir alle wissen: Die deutsch-israelischen Beziehungen sind besondere. Das „Normale“ daran ist, dass es keine Normalität gibt – egal, welche Norm man anlegt. Diese Realität, diese Herausforderung beeinflusst die christlich-jüdische Beziehung, wie auch umgekehrt in der Vergangenheit die christlich-jüdische Beziehung maßgeblich Einfluss auf die Beziehung der beiden Völker zueinander gehabt hat: wenn auch leider oftmals unter negativen Vorzeichen.

Tex t : H a rald Eckert / Foto: Israel aktuell

Was nun ist 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts zur christlich-jüdischen Zusammenarbeit zu sagen? Fünf Aspekte seien herausgegriffen:

1. Nach der Shoah: Schweigen. Reue. Dialog. Versöhnung? Die christlichen Kirchen in Deutschland brauchten – von einigen ehrenwerten Ausnahmen abgesehen – viele Jahrzehnte, sich über ihre Mitschuld an der Shoah eine erste Klarheit zu verschaffen und eine halbwegs angemessene Reaktion darauf zu finden. Wenn und wo es sie aber erfasste, dann durchaus tiefgehend. Dieses Erschrecken, die damit verbundene Reue und die darauf folgende Infragestellung traditioneller theologischer Überzeugungen im Verhältnis zum Judentum, führte auf breiter Basis zu einem aufrechten Interesse am Judentum. Nach frühen pionierhaften Anfängen in den 60er und 70er Jahren entwickelte sich daraus ein vielschichtiger, christlicherseits sowohl konfessionell wie überkonfessionell geprägter „jüdisch-christlicher Dialog“, der bis heute anhält. Führte dies zu einer tiefgreifenden Versöhnung zwischen Christen aus Deutschland und Juden aus Deutschland und Israel? Im Einzelfall sicherlich. Gelebte Versöhnung deutlich mehr als ausgesprochene Versöhnung bzw. Vergebung jüdischerseits. Fast 2.000 Jahre christlicher Antisemitismus kann nicht

durch 20 Jahre jüdisch-christlichen Dialog aufgearbeitet werden.

2. Aufblühende Zusammenarbeit Gleichwohl entwickelte sich allmählich ein Klima, in dem es zu unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit kam. Ich erkenne zunächst zwei Hauptströme der Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden in den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges: Der eine Strom entsprang aus dem jüdisch-christlichen Dialog und den daraus erwachsenen Beziehungen. Der großartige Dienst von „Aktion Sühnezeichen“ sei als eines der bekannteren Beispiele dafür genannt. Der zweite, breitere Strom findet sich im Kontext der aufkeimenden positiven Beziehungen zwischen Deutschland und Israel: 1965 kam es zu diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. 1966 wurde die „Deutsch-Israelische Gesellschaft“ gegründet. Nach und nach entstanden Städtepartnerschaften, Schüleraustausch sowie wissenschaftliche und kulturelle Projekte der Zusammenarbeit. In den späten 60er und 70er Jahren besuchten ganze Wellen von deutschen Jugendlichen Israel und engagierten sich in Kibbuzim, Moshavim, Krankenhäusern und mannigfaltigen Sozialeinrichtungen der israelischen Gesellschaft. Viele Christen aus Deutschland waren Teil – oft tragender Teil – dieser Bewegung.

Deutsche Christen verbinden sich zu einem David-Stern am Jesustag 2004 in Berlin

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des, der zehn Gebote und der daraus erwachsenen Kultur der Humanität und der Nächstenliebe. Die darauf gegründete Verbundenheit zwischen Juden und Christen bringt angesichts aggressiver ideologischer und gewaltbereiter religiöser Strömungen, die gleichermaßen Israel und die jüdisch-christlichen Fundamente unserer eigenen Gesellschaft bedrohen, neue Formen der Zusammenarbeit hervor.

3. Der Nahostkonflikt und die innerchristliche Verunsicherung

5. Ausblick

Doch diese Welle begann in dem Maß zu verebben, in dem der Nahostkonflikt zu einem Dauerbrenner in den Medien wurde und die anfänglich breiten Sympathien für den „David Israel“ in dem Maß umschlug, in dem Israel nicht mehr als „David“, sondern als „Goliath“ empfunden wurde. Die Betroffenheit über die Shoah und den christlichen Anteil daran trat zunehmend in Spannung zur inneren Entfremdung vom Staat Israel angesichts dieses Dauerkonfliktes. Dieser innere Widerstreit führte zu Verunsicherung und Verwirrung. Dies wiederum bewirkte ein Nachlassen der Dynamik und des Fortschritts im jüdischchristlichen Dialog und den gewachsenen Formen der Zusammenarbeit.

4. Neue Konstellationen der Zusammenarbeit Zunehmend engagierten sich eher konservativ geprägte christliche Gruppen für Israel. Die in Deutschland beheimateten etwa einhundert Vereine und Einrichtungen aus diesem Flügel der Christenheit entwickelten ein breites Engagement unterschiedlicher Art, oft parallel zu den kirchlich und gesellschaftlich etablierten Strukturen: Finanzielle und praktische Unterstützung für Einwanderung und Integration von Juden aus der Diaspora in Israel. Man könnte dies durchaus als einen dritten, zunächst eher verborgenen Strom jüdisch-christlicher Begegnung neben den beiden schon genannten erwähnen. Ein besonderes Merkmal dieser Bewegung, die in den letzten Jahren immer mehr Gestalt angenommen hat, ist die Solidaritätsarbeit für Israel in Deutschland und Europa. In diesen Gruppen herrscht ein ausgeprägtes Empfinden für die Wertegemeinschaft, die Juden und Christen miteinander verbindet. Eine Wertegemeinschaft auf Grundlage des biblisch verankerten jüdisch-christlichen Menschenbil66

Angesichts der zunehmenden Isolation Israels in der Völkergemeinschaft und öffentlichen Meinung sowie der zunehmenden Entfremdung unserer deutschen Gesellschaft von seinen jüdisch-christlichen Wertefundamenten, sind neue Formen der Zusammenarbeit sowohl innerchristlich, wie auch zwischen Juden und Christen notwendig, erstrebenswert und meines Erachtens auch möglich. Innerchristlich scheint mir eine stärkere Verzahnung der drei genannten, in der Nachkriegszeit erwachsenen Strömungen von Bedeutung zu sein. Der jüdisch-christliche Dialog, das gesellschaftliche Engagement für Israel und das biblisch inspirierte Engagement für Israel hat das Potenzial, sich gegenseitig positiv zu befruchten und konstruktiv zu ergänzen. Dies braucht auf allen Seiten die Bereitschaft zum tieferen Kennenlernen, zum Abbau von Klischees und zur konkreten Arbeit an gemeinsamen Zielen und Projekten.

MAn Muss nicht aufhören Gutes zu Tun, Nur weil man nicht mehr lebt.

Die dadurch wachsende innergesellschaftliche Vernetzung in Deutschland auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene bietet wiederum den verschiedenen jüdischen und israelischen Freunden und Partnern neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Kooperation mit Deutschen Counterparts und könnte neuen Schwung und Dynamik in das jüdisch-christliche Miteinander zur gegenseitigen Bereicherung und zur Bereicherung der deutschen und der israelischen Gesellschaft insgesamt führen.

Harald Eckert, Jahrgang 1960, ist gelerNter Betriebswirt und Theologe. Er ist geschäftsführender Vorsitzender von „Christen an der Seite Israels“ sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied der „Europäischen Koalition für Israel“ und der „Initiative 27. Januar“.

Machen Sie Ihren letzten Willen zu einem Vermächtnis. Helfen Sie dem Hadassah Medical Center, medizinische Hilfe zu leisten – einer Insel des Friedens im Nahen Osten. Mehr Informationen auf www.hadassah.de und www.hadassah-international.org


Festtagskalender 2011 1.1.

Neujahr Erster Tag des neuen Kalenderjahres

6.1.

Heilige drei Könige Katholischer Feiertag zur Erinnerung an die drei Weisen aus dem Morgenland

14.2.

Valentinstag Tag der Liebe Mevlid Geburtstag des Propheten Muhammed

7.3.

Rosenmontag Höhepunkt der rheinischen Karnevalszeit

8.3.

Fastnachtsdienstag Der letzte der närrischen Tage und letzter Tag vor Beginn der Fastenzeit

9.3.

Aschermittwoch Beginn des 40-tägigen Fastens, das an die 40 Tage erinnert, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte

20.3.

Purim Fest zum Gedenken an die Errettung des jüdischen Volkes mit Hilfe von Königin Esther in der persischen Diaspora

19.4.

Pessach Einwöchiges Fest, das an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei erinnert

22.4.

Karfreitag Christen gedenken des Kreuzestodes Jesu

24.4.

Ostern Jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi

1.5.

Maifeiertag Tag der Arbeit

8.5.

Muttertag Feiertag zu Ehren der Mutter

2.6.

Christi Himmelfahrt Feiertag zur Aufnahme Jesu Christi in den Himmel als Sohn Gottes

8.6.

Shawuot (Wochenfest) Der Empfang der zweiten Zehn Gebote am Berg Sinai wird gefeiert

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Simchat Tora Fest der Freude über die Torah

23.6.

1.11.

1.8.

Ramadan Fastenmonat und neunter Monat des islamischen Mondkalenders

9.8.

Fasttag 9. Aw (Tisha be Aw) Fasten- und Trauertag, an dem man der Zerstörung des Tempels in Jerusalem gedenkt

15.8.

Mariä Himmelfahrt Hochfest der römisch-katholischen Kirche der Aufnahme Marias in den Himmel

30.8.

Fastenbrechenfest (id al-fitr) Das Fest markiert das Ende des Ramadans und des Fastens und ist der höchste islamische Feiertag

29.9.

Rosh Hashana Jüdischer Neujahrstag

2.10.

Erntedankfest Traditionelle Erntefeier im Herbst

3.10.

Tag der deutschen Einheit Deutscher Nationalfeiertag

8.10.

Yom Kippur (Versöhnungstag) Wichtigster Feiertag im Judentum, an dem gefastet und nach Umkehr und Versöhnung gestrebt wird

13.10.

Sukkot (Laubhüttenfest) Siebentägiges Wallfahrtsfest, an dem traditionell in Laubhütten Mahlzeiten eingenommen werden

20.10.

Shmini Atzeret Beginnt am Abend des letzten Sukkotfesttages, kennzeichnet den Abschluss des Torahlesezyklus

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Muslimisch

Feb

31.10.

Fronleichnam Katholischer Feiertag, das sogenannte Hochfest des Leibes und Blutes Christi, an dem die Danksagung für die irdische Menschwerdung des Sohnes Gottes und sein Blutvergießen stattfindet.

Christlich

Jan

12.6.

Pfingstsonntag Die Entsendung des Heiligen Geistes wird gefeiert

Jüdisch

Reformationstag Evangelischer Gedenktag an die Reformation der Kirche durch Martin Luther

Allerheiligen Feiertag, an dem aller Heiligen gedacht wird

6.11.

Opferfest Gedenkfest für den Propheten Ibrahim, bei dem es für Muslime Pflicht ist, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern.

13.11.

Volkstrauertag Staatlicher Gedenktag für die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft.

16.11.

Buß- und Bettag Evangelischer Feiertag, an dem eine Umkehr zu Gott angestrebt wird.

20.11.

Totensonntag Evangelischer Gedenktag für die Verstorbenen.

26.11.

Islamisches Neujahr Beginn des neuen islamischen Jahres gemäß des Mondkalenders

Ashura-Fest Fasten- und Rettungstag des Propheten Moses

Nikolaus Festtag des heiligen Nikolaus

Chanukka Acht Tage dauerndes Lichterfest, an dem der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem gedacht wird.

24.12.

Heiligabend Vorabend des Weihnachtsfestes, an dem in Deutschland traditionell die Bescherung stattfindet.

31.12.

Silvester Letzter Tag des Jahres gemäß des gregorianischen Kalenders, Namenstag des Papstes Silvester I.

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Fei e rtage

DIe Bedeutung von Pessach

DIe Bedeutung von Ostern

Für Sie

Für Sie

Als eines der wichtigsten Feste im Judentum erinnert Pessach an die Befreiung der Juden aus der pharaonischen Sklaverei und den Auszug aus Ägypten unter der Führung von Moses. Jede Familie wurde durch das Blut eines Opferlamms vor dem Tod des erstgeborenen Sohnes bewahrt und erfuhr so die Befreiung durch den G’tt Israels. Die Nacherzählung „Haggada“ und die traditionellen Essensrituale wie Mazzen (Brot ohne Sauerteig) verbinden jede neue Generation der Juden mit ihrer Geschichte und erhalten so die Erinnerung an die Wunder und den Schutz des G’ttes Israels wach.

Mit dem Osterfest feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi, des gesalbten erstgeborenen Sohnes. Für die Christenheit bedeutet das Blutvergießen Jesu, dem ‚Opferlamm G’ttes’, das Herausführen aus der Knechtschaft der Sünde. Mit dem Gleichnis des barmherzigen Samariters lehrte Jesus die Menschen, dass Nächstenliebe keine Grenzen kennt und dass religiöse Frömmigkeit ohne Barmherzigkeit und ohne wohltätiges Handeln sinnlos ist. Nächstenliebe soll demnach so gelebt werden, dass man imstande ist, sogar dem Feind zu helfen und ihm Gutes zu tun.

Für uns

Für uns

Die Geburt eines Kindes sowie die Heilung eines kranken Patienten stellen immer ein Wunder für die Betroffenen dar. Auch wir in den HadassahKrankenhäusern glauben an heutige Wunder und möchten auch dieses Jahr zum Fest der ungesäuerten Brote erneut vielen Patienten im Hadassah Medical Center in Jerusalem helfen, aus der Knechtschaft der Krankheit befreit zu werden. Nur gemeinsam können wir das Leid vieler kranker und bedürftiger Menschen in Israel lindern.

Unterstützen Sie uns: Werden Sie Mitglied und / oder spenden Sie an diesem Pessachfest an das Hadassah Medical Center in Jerusalem!

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Auch das Hadassah Medical Center in Jerusalem ist der Überzeugung, dass medizinische Hilfe jedem Bedürftigen zuteil werden soll, ungeachtet seiner religiösen Zugehörigkeit oder Abstammung. Diese Mission, alle Patienten mit der gleichen und besten medizinischen Versorgung zu behandeln, vereint die Herzen vieler Freunde Hadassahs aus der ganzen Welt.

Unterstützen auch Sie die Patienten in Jerusalem durch Ihre finanzielle Zuwendung und / oder werden Sie Mitglied im Freundeskreis des Hadassah Medical Centers 71


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Der Japonismus als Brücke zwischen Europa und Asien

Eine Kausalität von Handel und Kunst?

Paul Gauguin (1848-1903), Les Pêcheuses de Goëmon

Text: Dr.Dirk Boll Katsushika Hokusai (1760 - 1849)‚ Rosa Fuji, aus der Serie Fugaku Sanjurokkei, kolorierter Holzschnitt

Freier Handel ist die Basis nicht nur von nationalem Wohlstand, sondern auch von Verständigung zwischen den Kulturen. Strategisches Vorgehen zur Etablierung und Sicherung von Handel wie auch die Wertschätzung ausländischer Produkte haben oft die Auseinandersetzung mit einer fremden Welt zur Folge, deren Auswirkung auf die eigene Kultur gar nicht unterschätzt werden kann. Trotzdem sind diese kulturellen Effekte in aller Regel schwierig zu erfassen oder gar zu definieren. Eine Ausnahme bietet die europäische Japan-Mode im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Japan war ein gegen die westliche Welt abgeschottetes Land und öffnete unter US-amerikanischem Druck erst 1858 seine Häfen für ausländische Schiffe. In der Folge kam es rasch zu Handelsverbindungen mit Europa und Amerika, die sich zunächst auf die offensichtlichen Handelsgüter wie Tee, Lack oder Seide konzentrierten. Die Kunde von dieser exotischen Welt, die sich so sehr von anderen, bekannteren asiatischen Kulturen unterschied, führte zu einer starken Nachfrage nach japanischen Produkten. Vor allem der Wunsch, diesen Bedarf auch mit heimischer Produktion im japanischen Stil zu stillen, führte zu Gebrauchsgegenständen, deren stilistische Entwicklung eine wichtige Quelle für den späteren Jugendstil wurde.

Edgar Degas (1834-1917), Paysage de l‘Orne

Interessant ist, dass sich der neue Einfluss aber nicht in der Gestaltung von industriell gefertigten Gütern oder Kunsthandwerk erschöpfte, sondern auch in der Bildenden Kunst zu einer grundlegenden Auseinandersetzung mit der japanischen Formensprache führte. Botschafter dieser Gestaltungsprinzipien waren japanische Farbholzschnitte, die zur Verpackung von Handelsgütern eingesetzt wurden und in Europa rasch Verbreitung fanden. Künstler wie Vincent van Gogh, Camille Pissarro, Edgar Degas oder Paul Gauguin wurden von diesem Japonismus stark beeinflusst. Mit den Impressionisten beginnt auf dem Kunstmarkt die Moderne. Nicht, weil die Werke heute besonders hohe Preise erzielen, sondern weil die Bewegung zunächst geringen Erfolg hatte. Da die herkömmlichen Vertriebswege aufgrund der herrschenden Ablehnung ausfielen, mussten sich die Impressionisten um Absatzalternativen bemühen. „Die meisten Leute, die genug Verstand haben, um impressionistische Bilder zu verstehen und zu lieben, sind und bleiben zu arm, um welche zu kaufen“, so die Markteinschätzung von Vincent van Gogh. Auf der anderen Seite hatte besagte Ablehnung zur Folge, dass sich der Künstler vom Geschmack potentieller Auftraggeber unabhängig machte und sich als autonomer Meister zu verstehen begann. Hier liegt dieWurzel der Vorstellung von einer künstlerischen Avantgarde wie auch vom künstlerischen Genie.

Edgar Degas (1834-1917), Après le bain, femme s‘essuyant

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Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das internationale Handelsvolumen (wohlgemerkt aller Märkte) verzwanzigfacht. Von dieser Entwicklung haben einzelne Staaten besonders profitiert, was sich natürlich auch auf den Kunstmärkten niedergeschlagen hat. 100 Jahre nach dem Höhepunkt des Japonismus in Europa führten die erstarkte japanische Ökonomie und diese historische künstlerische Verbindung dazu, dass japanische Millionäre auf westlichen Märkten japonesque Kunst kauften, vor allem Werke des Französischen Impressionismus. Die grosse Finanzmacht dieser Gesellschaft und ihr Geschmack verursachten den bis dahin größten Boom auf den internationalen Kunstmärkten. In den zehn Jahren zwischen 1980 und 1990 stiegen die Preise für impressionistische Gemälde um 940%, ungeachtet des “Schwarzen Montags”, des Börsensturzes von 1987. Dessen erwarteter Einfluss auf den Kunstmarkt blieb zunächst aus: Durch die anhaltenden Preissteigerungen war Kunst zu einer Alternativanlage geworden. Angeheizt wurde der Markt im selben Jahr durch einen neuen Weltrekord: Christie’s versteigerte van Goghs “Sonnenblumen” für 24,75 Mio. Pfund. Der Zuschlag hatte eine Lawine von hochkarätigen Gemäldeauktionen zur Folge, die die Weltrekorde immer rascher brachen. Den Höhe- und Schlusspunkt dieser Entwicklung stellt die Versteigerung eines Werkes von Vincent van Gogh dar: Das Portrait seines Arztes wurde dank eines Bietgefechts, aus dem ein japanischer Sammler siegreich hervorging, zum teuersten Kunstwerk aller Zeiten. Im Mai 1990 kaufte der japanische Papierproduzent Ryoei Saito in New York bei Christie’s das “Portrait des Dr. Gachet” von Vincent van Gogh für 82,5 Mio. US-Dollar. Dieser Zuschlag war damals der höchste, der je in einer Kunstauktion erfolgt war. Zwei Tage später ersteigerte Saito, ebenfalls in New York, bei Sotheby’s Auguste Renoirs Gemälde “Au Moulin de la Galette” für 78,1 Mio. US-Dollar, was jenes Bild zum damals zweitteuersten Gemälde machte. Dies ist beispielhaft für den Boom: Er wurde getragen von impressionistischer

Dr. Dirk Boll, geboren 1970 in Kassel, studierte in Göttingen und Freiburg/Br. Rechtswissenschaften und praktizierte in Stuttgart und Brüssel, bevor er sich mit einem Aufbaustudium »Kulturmanagement« dem Kunstmarkt zuwandte. Er begann seine Karriere bei Christie‘S 1998 in London und ist heute Geschäftsführer von Christie‘s in Zürich sowie European Director des Unternehmens. Dirk Boll ist zudem Inhaber eines Lehrauftrags am Institut für

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Aufbau ist

Vincent van Gogh (1853-1890), Portrait des Dr. Gachet

Kunst und vielfach bezahlt mit japanischem Geld. Kurz vor diesen Rekordverkäufen mehrten sich allerdings die Anzeichen, dass die Entwicklung ihren Höhepunkt überschritten hatte. Viele Einzelfaktoren, wie stagnierende Wirtschaftsdaten in Japan als Vorboten der Asienkrise der 1990er Jahre, steuerpolizeiliche Untersuchungen von Kunstkäufen und steigende Rücklaufquoten auf großen Auktionen beendeten den grossen Boom der 1990er Jahre – es dauerte beinahe eine volle Dekade, bis die Kunstmärkte wieder auf dem Preisniveau von 1990 operierten. Ryoei Saito hatte vor, beide Bilder nach seinem Tod verbrennen und seinem Grab beigeben zu lassen. Beweggrund dieses Planes war einerseits die Überlegung, dass die Erbschaftssteuer für die beiden Gemälde den Nachlass überproportional belasten würde, andererseits der Wunsch nach der Berühmtheit des Fanatikers. Tatsächlich fehlt vom van Gogh-Portrait seither jede Spur. Neuere Nachforschungen wollen den Weg des Werkes über einen Verkauf in die USA nach Europa nachzeichnen. Allerdings fehlt nicht nur für diese Spekulation, sondern auch für die Existenz des Gemäldes bislang jeder Beweis.

Kultur- und Medienmanagement (KMM) der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und publiziert eine regelmäSSige Kunstmarktkolumne im Schweizer Finanzmagazin »stocks« (Springer Media). In seinem Buch »Kunst ist käuflich« (rüffer&rub, Zürich 2009) widmet er sich der Analyse des Kunstgeschäfts, den juristischen und ökonomischen Grundlagen des Kunstmarktes sowie dessen Akteuren. Seine aktuelle Publikation »Marktplatz Museum – Sollen Museen Kunst verkaufen dürfen?« (rüffer&rub, Zürich 2010) gibt der anhaltenden Diskussion um Museumsverkäufe eine neue Grundlage.

Tradition. Bestellen Sie sich jetzt Ihr Probeexemplar unter +41 44 206 42 11 oder über abodienst@aufbau.eu.

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Soshana. Leben und Werk.

Malen und Reisen wider die Zeit Text: Nara Jaberi

„Für mich ist malen wie Tagebuch führen“, liest man über die Künstlerin Soshana auf den ersten Seiten ihrer kürzlich erschienenen Monografie. Soshana. Leben und Werk. – so der Titel, der letzten Herbst im Springer Verlag erschienen ist. Auf insgesamt 320 Seiten wird darin das Schaffen der österreichischen Künstlerin aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und mit eindrucksvollen Bildern den Lesern näher gebracht. Präsentiert wurde die druckfrische Publikation am 12. Oktober in der Österreichischen Nationalbibliothek (OeNB), wo etwa 150 Gäste an der feierlichen Eröffnung durch Generaldirektorin Johanna Rachinger teilnahmen.

Ganz in diesem Sinn offenbart sich die Monografie als ein Zusammenspiel von unterschiedlichsten Zugängen.

Unter den Anwesenden waren auch die Herausgeber Angelica Bäumer und Amos Schueller. Ebenso waren der Großteil der AutorInnen, wie etwa die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz, die Kunsthistoriker Matthias Boeckl, Martina Pippal und Peter Baum oder Christian Kircher, Finanzdirektor des Wien-Museums, erschienen.

Indessen waren für ihre Arbeit vor allem die Jahre, die sie in Paris, New York und Mexiko verbrachte, bedeutend. Daher wird auf diese drei Perioden ein besonderes Augenmerk gelegt. So beschäftigt sich Matthias Boeckl mit dem Einfluss der New Yorker Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Malerin, während sich der wissenschaftliche Beitrag von Birgit Prunner vorwiegend auf den Pariser Informell fokussiert. Prunner warnt vorweg davor, „den künstlerischen Werdegang vorwiegend über biografische Begebenheiten zu bestimmen“.

Schueller, der sich seit 2007 überwiegend mit dem Leben und Werk seiner Mutter Soshana beschäftigt, stellte fest, dass es besonders schwierig war, „die Vielfältigkeit ihrer Kunst zu vermitteln, ohne dabei den Rahmen zu sprengen.“ Beinahe den gesamten Globus bereiste Soshana, weshalb sie sich „nie ganz festgelegt“ habe und „offen für verschiedenste künstlerische und kulturelle Einflüsse“ gewesen sei. 76

Ein Blick in den literarischen Beitrag von Streeruwitz macht deutlich, warum der Weg der Künstlerin sich besonders mühsam gestaltete. „Wenn aber nun immer die Frau, die die Kunst gemacht hat, beurteilt wird und nicht ihre Kunst – dann kostet es alle Kraft dieser Frau, die Kunst gegen die Beurteilung ihrer Person durchzusetzen.“ Tatsächlich bestätigt dies die Biografie, verfasst von Afnan Al-Jaderi. Soshana beklagt in ihren Tagebüchern, dass oft versucht wurde, über den Weg ihrer Kunst an sie als Frau heranzukommen.

Dennoch, bestimmte Stationen spielen für die Malerin zumindest eine inspirierende Rolle. In Mexiko, wo sie 1964 ein Jahr verbrachte, bleibt Soshana „eine Reisende, verwurzelt 77


in ihrem menschlichen und politisch-kritischen Credo für die Freiheit und Unabhängigkeit“, schildert Mexikoexperte Christian Kloyber. Dort habe sie „die letzten Spuren des antifaschistischen Exils“ aufgespürt und „ihre ganz persönliche und leidvolle Erfahrung als Vertriebene“ damit verbunden. Gleichzeitig ist Mexiko für Soshana „ein Land voller Kontraste, Farben und Fantasie“, schreibt sie in ihren Tagebüchern. Es habe „eine Eigenart, die den Menschen immer wieder zurückkehren lässt.“ Von ihrer Flucht aus Wien im Jahr 1938 und den damit zusammenhängenden Erfahrungen bleibt die Malerin geprägt. Neben farbenfrohen, kräftigen Bildern malte sie „Köpfe wie Masken“ mit „erschrockenem Gesichtsausdruck“, schildert

Angelica Bäumer Soshanas Oeuvre in ihrem Artikel„Diese einsamen, abgezehrten Figuren und die maskenähnlichen, fratzenartigen Gesichter sind ihre Todes- und HolocaustBilder. Sie zeigen auf beklemmende Weise das Unsagbare, Einzigartige des Entsetzens, wie es noch nie war.“ Erst 1985 kehrt Soshana nach Wien zurück, wo sie unter ihrer Einsamkeit leidet. Das Leben komme ihr vor „wie eine Reise von einer Station zur nächsten bis zum Grab“, vertraut sie ihren Tagebüchern an. Im Maimonides Zentrum, wo sie derzeit lebt, arbeitet sie immer noch, wenn es die Gesundheit erlaubt. „Wichtig ist nur, was man für die Welt schaffen kann und was man ihr geben kann, und immer ist man nur so wichtig, wie man gebraucht wird.“

Soshana. Leben und Werk. – ISBN 978-3-7091-0274-9 – ist im Buchhandel oder auf www.springer.at erhältlich I nf o r m a t i o n e n zu r Künstlerin Soshana unter www.soshana.com

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r üc k b l ic k

Agentin des Friedens

„Diese mischung funktioniert“ Tex t : B e r n i c e Ta nn e n baum, Gründerin von Hadassah International

Vor 27 Jahren entwickelte Hadassah ein einzigartiges Konzept, das die heldenhafte Arbeit der Hadassah Medical Organization unterstützen sollte.

Die Botschaft war klar: Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität sind universelle Belange; eine medizinische Einrichtung, die das Wohlergehen aller Völker verbessert, ist ein Agent des Friedens. Warum sollten wir dann nicht die Unterstützung unseres Hadassah Medical Centers über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus erweitern? Und so wurde Hadassah International, der globale Ausleger von Hadassah, gegründet. Die Reise begann, nachdem wir mit Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt getreten waren: Sie sollten uns dabei helfen, unsere medizinische Einrichtung der Heilung, Forschung und Lehre immer auf den neuesten Stand zu bringen. In jedem Land trafen wir uns mit den Vorsitzenden der etablierten Organisationen, führenden Vertretern der Ärzteschaft und dem Botschafter oder Generalkonsul von Israel. Wir betonten, dass wir mit diesem Vorhaben in der Lage sein werden, ein positives Bild von Israel, seinen hohen Idealen und seiner westlichen Orientierung in Medizin und Wissenschaft zu demonstrieren. Unseren Führungsnachwuchs haben wir bei Abendeinladungen, zufälligen Begegnungen auf internationalen Veranstaltungen und sogar im Flugzeug aufgetan. Trotz der Entfernung über viele tausend Meilen konnten wir beim Aufbau der lokalen Abteilungen helfen und deren Vorstände unterstützen. Es berührte uns sehr, wie erfolgreich Hadassah International weltweit an vielen Orten zum Leben erwachte. Unsere Führung haben Männer und Frauen übernommen, die unterschiedlichen Religionen und Nationalitäten angehören - und diese „Mischung“ funktioniert! Sehr bald übernahm Hadassah Deutschland diesbezüglich eine wichtige Rolle. Mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Ruzicka, dem damaligen Leiter der Abteilung für Dermatologie am Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universitätskrankenhaus, als Präsident von Hadassah Deutschland,

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konnten Mittel gesammelt werden, um das Hadassah Deutschland Skin Center in der Abteilung für Dermatologie des Hadassah-Krankenhauses in „Ein Kerem“ zu eröffnen. Dank dieser besonderen Beziehung zu Hadassah Deutschland ist Hadassahs Dermatologie-Abteilung weiterhin in der Lage, brilliante Forschungsarbeit sowie die einzigartige Diagnostik und Behandlung verschiedener Hauterkrankungen zu leisten. Im Laufe der Jahre hat Hadassah in den deutschsprachigen Ländern mit Hilfe großzügiger Unterstützung unseres Hadassah Medical Centers geholfen, sowohl Opfer von Traumata, als auch chronisch kranke Kinder zu heilen. Außerdem konnten dank dieser Hilfe Mittel für einen medizinischen Clown bereitgestellt werden, der die Ängste der Kinder während stationärer Behandlungen mindert, bevor sie sich umfangreichen medizinischen Verfahren unterziehen müssen. Hadassah Deutschland hat dazu beigetragen, das „Judy-and-Sidney-Swartz-Zentrum“ für Notfallmedizin zu bauen und war bei der Renovierung der Kinderabteilung des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem ein treuer Partner. Hadassah Deutschland steht uns zur Seite, wenn wir Jerusalems bis jetzt großartigste medizinische Einrichtung bauen - den Sarah-WetsmanDavidson-Tower, Hadassahs neue stationäre Einrichtung, die im Jahr 2012 eröffnet werden soll. Gemeinsam mit anderen weltweiten Ablegern ist Hadassah Deutschland zu einer Brücke in die Welt und ein wichtiger Freund und Fürsprecher für die Zukunft geworden. Wir sollten uns jeden Tag daran erinnern, dass es immer neue Welten zu erobern und neue Barrikaden zu überwinden gilt. Die nächsten Jahrzehnte stehen bevor: Lassen Sie uns sicherstellen, dass wir darauf vorbereitet sind. Es soll eine Welt des Shalom (Friedens) werden. Vielen Dank für Ihre mitfü h l e n d e U n t e r s t ü t zu n g.

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i nte rv i ew

Großmutters Weisheiten neu entdeckt

Grün macht gesund Interview: Peter Goldstein

Frau Prof. Schneiter, Sie sind Leiterin der Fachstelle „Grün und Gesundheit“ des Instituts für Umwelt und Natürliche Ressourcen in Wädenswil (Zürich). Grün und Gesundheit – ist das neu? Grün – damit sind natürlich Pflanzen gemeint – im Zusammenhang mit Gesundheit, das ist an und für sich nichts Neues. Hippokrates hat vor 2400 Jahren bereits sein wichtiges Werk über Heilpflanzen geschrieben. Man nimmt bis heute Bezug auf ihn. Dazu kommen die Werke von Paracelsus, die Aufzeichnungen über die Klostergärten oder auch über die Apothekergärten seit dem 16. Jahrhundert. Natürlich wusste man schon früher, dass der Aufenthalt im Grünen gesundheitsfördernd ist. Erste medizinisch dokumentierte Behandlungen gehen auf die Ägypter zurück. Neu ist eben der Umstand, dass nun wissenschaftlich erhärtet ist, was man schon immer wusste: nämlich dass Heilungsprozesse schneller verlaufen, wenn die Patienten häufigen Kontakt mit der Natur haben. Sie erfüllen eine Pionierrolle. Wie sollen sich die Leser Ihre Wissenschaft vorstellen? Wir setzen gezielt Pflanzen als Medium ein, um therapeutische Ziele zu erreichen. Es sind insbesondere Physio- und ErgotherapeutInnen, die über die Pflanzen mit Patienten arbeiten. In der Gartentherapie geht es um einen physischen Kontakt mit der Pflanze: so zum Beispiel bei den Sensibilitätstherapien und Bewegungstrainings mit SchlaganfallPatienten in der Rehabilitation. Weiter konnten wir zum Beispiel nachweisen, dass bei Schmerzpatienten die Gartentherapie eine Verbesserung der Schmerzbewältigungsstrategien und eine Reduktion der Angst bringt. Oder dass dieselbe Therapie eine Verbesserung der körperlichen Funktionen hervorruft. Diese wissenschaftliche Studie wird demnächst publiziert. Die Studie begann 2006 und wird in der Reha-Klinik in Zurzach weitergeführt. Ich bin zuver82

Prof. Renata Schneiter vor der grünen Wand „Verticalis“, welche am IUNR Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW entwickelt worden ist

sichtlich, dass in den kommenden Jahren noch vermehrt positive Resultate vorzuweisen sein werden. Eine Klinik sollte also eher draußen auf dem Land geplant werden und nicht mehr im Stadtzentrum? Es kommt darauf an, wie die unmittelbare Umgebung ausschaut. Der Außenraum des Gebäudes sollte aber unbedingt durch Vegetationsgrün bestimmt sein. Sie haben die Pläne des neuen Hadassah-Spitals in Jerusalem gesehen, im Quartier Ein Keren in unmittelbarer Nähe zu den Jerusalemer Bergen und Wäldern, sowie die fünf Healing Gardens auf verschiedenen Etagen. Wie reagieren Sie darauf? Ich bin sehr erfreut und überzeugt davon, dass hier in die richtige Richtung geplant wird. Ich denke, dass diese Kombination der Umgebung und der einzigartige Zugang zu diesen Healing Gardens den Umgang mit Stress verbessern kann. Es ist ja eine Tatsache, dass Patienten und Patientinnen im Krankenhaus Stresssituationen erleiden – auch die Besucher und vor allem die Angehörigen. Ich bin überzeugt, dass diese Healing Gardens einen wichtigen Beitrag leisten können zur Verbesserung des Heilungsprozesses. Im Gegensatz zu den Erfahrungen mit Gärten im Freien sind diese Gärten auf verschiedenen Etagen des Hochhauses angeordnet, voll verglast mit Ausblick auf den Wald und auf die Berge. Sehen Sie hier einen Kontrast, einen neuen Ansatz? Im Außenraum wird man von kurzfristigen klimatischen Veränderungen berührt, was bei gewissen Patientengruppen durchwegs heilungsfördernd sein kann. Es ist aber so, dass andere Patienten, zum Beispiel Schlaganfall-Patienten, oft sehr empfindlich auf Wind und kurzfristige Temperaturschwankungen reagieren. In der Reha-Klinik in Zurzach 83


wurde unter anderem aus diesem Grunde ein TherapieGewächshaus realisiert. Man fühlt sich, bei ähnlichen Lichtverhältnissen wie im Freien und umgeben von Pflanzen, so wie in der Natur. Die geplanten Healing Gardens im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem haben viele Parallelen zu einem Therapie-Gewächshaus. Gut umgesetzt, haben sie riesiges Potenzial. Wirken diese Gärten auch positiv auf gesunde Menschen – man denke an die Familien der Kranken? Unbedingt! Stressabbau und Ablenkung konnte tatsächlich beobachtet werden. In solchen wunderbaren Zonen fühlt man sich nicht mehr in der Klinikatmosphäre gefangen. Das Treffen mit anderen Menschen führt dann auch zu sozialen Interaktionen, und man ist nicht mehr isoliert im eigenen Kummer. Welche Bedeutung hat der Geruchssinn? Wir haben ein Geruchsgedächtnis, wobei Erstprägungen entscheidend sind. Das Wahrnehmen von Gerüchen löst unbewusst Bilder und Emotionen aus, die bis in die Kindheit zurückgehen. Das kann auch therapeutisch genutzt werden. Dass eine Klinik solche Zonen mit angenehm duften-

den Pflanzen realisiert, ist spannend. Es ist wie eine Rückkehr ins vorletzte Jahrhundert, wo es obligatorisch war, dass jedes Krankenhaus einen wunderbaren Park hatte. Frische Luft und Grün waren selbstverständlich in den Sanatorien. Dass dieses Prinzip nun wieder aufgegriffen und kombiniert wird mit den Errungenschaften der modernen Technik, finde ich einen sehr vielversprechenden Ansatz. Welche Tendenzen sehen Sie? Wir sind jetzt noch in der Pionierzeit. Diese in der Schweiz nun etwa zehnjährige und weltweit zirka vierzigjährige Thematik hat ein riesiges Potenzial, und zwar in unmittelbarer praktischer Anwendung der Erkenntnisse. Fachleute verschiedener Disziplinen arbeiten nun zusammen – und das mit Erfolg. Ich denke, dass das neue Hadassah-Spital ein wichtiges Zeichen setzt, und bin überzeugt, dass es Nachahmer finden wird – hoffentlich viele, weltweit!   Werden wir Sie zur Eröffnung des Sarah-WetsmannDavidson-Towers in einem Jahr in Jerusalem sehen?  Ja, gerne. Dieser Anlass wäre bestimmt sehr interessant, informativ und auch inspirierend.

Prof. renate schneiter ist Biologin mit Schwerpunkt Botanik (Dipl. phil.II, Universität Zürich) Diplom für das Höhere Lehramt in Biologie Langjährige Dozentin für Biologie an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement N, Wädenswil Leiterin Fachstelle Grün und Gesundheit am IUNR Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der ZHAW Initiatorin und Leiterin verschiedener Forschungsprojekte im Bereich Garten und Therapie. Verantwortliche für diverse Lehrveranstaltungen

Vision eines der geplanten Heilungsgärten im neuen Hadassah-Turm

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Herausgeberin und Mitautorin „Lehrbuch Gartentherapie“, erschienen 2010 im Hans Huber Verlag, Bern


r ei se

Konkrete Poesie

Theater des Lebens Interview: Susi Shake d

Regisseur Hans Neuenfels und Schauspielerin Elisabeth Trissenaar besuchen das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem

Lieber Hans, wir haben kürzlich gemeinsam eine Reise nach Israel unternommen. Was hat Dich und Deine Frau Sissy Trissenaar veranlasst, uns dorthin zu begleiten? Unser Sohn Benedict ist Kameramann und sehr oft in Israel. Er ist begeistert von dem Land und den Menschen. Wir wollten schon lange einmal nach Israel fliegen und haben uns daher sehr gefreut als Du, Susi und Dein Mann, uns eingeladen habt, mit Euch zu kommen und so das Land von einer ganz besonderen Seite zu erleben. Sissy und ich verbringen mindestens einen Monat im Jahr im Mittelmeerraum, in Griechenland – und so haben wir uns sehr gefreut, einmal an den anderen Rand des Mittelmeers zu kommen. Wir haben mit einem Aufenthalt in Tel Aviv begonnen. Ja, die weiße Stadt am Mittelmeer ist eine wunderbare Mischung aus pulsierender Stadt, Bauhaus-Erbe und städtischem Strandleben. Jerusalem war dann auch ein außergewöhnliches Erlebnis. Das kann man wohl sagen. Zuerst einmal ist Jerusalem für mich der lebendige Bezug zum Altertum. Der Gang durch die Altstadt und zur Klagemauer, dieser Wand aus enormen Quadern – ein Teil des alten Jerusalems. Dann die vielen gläubigen Menschen, Touristen und überall Security. Die Security ist ein Teil des israelischen Alltags, für uns war dies aber sehr ungewohnt. Besonders beeindruckt haben uns all die Menschen, die wir in Israel kennenlernen durften. Trotz der gespannten politischen Situation sind sie offen und interessiert auf uns zugegangen: Wir haben wunderbare Freundschaften geschlossen. Wem bist Du begegnet? Wir trafen ganz unterschiedliche Menschen: Literaten, eine Gruppe von Psychoanalytikern, einige Wissenschaftler und Ärzte von Hadassah – und natürlich die vielen jungen Menschen Deiner Familie. Wie empfindest den Besuch im Hadassah-Krankenhaus Ein Kerem? Dieser Besuch gehört wohl zu den außergewöhnlichsten Erfahrungen unserer Reise. Krankenhäuser machen mir immer Angst – insbesondere die Onkologie der Kinderabteilung. Aber Du warst unerbittlich mit mir. Nachträglich betrachtet war das auch gut so. Da Sissy und ich am Theater arbeiten, hat sich eine Hadassah-Repräsentantin die Mühe gemacht, uns mit einer Schauspielerin bekannt zu machen,

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v.l.n.r. Hans Neuenfels, Elisabeth Trissenaar, Susi Shaked, Prof. Dr. Josef Shaked, Mag. Michael Rendi (Österreichischer Botschafter in Israel)

die mit besonders kranken Kindern arbeitet. Sie hat eine hinreißende Methode entwickelt, sich nur mit einem Kind zu beschäftigen. Das tut sie mit Hilfe eines Regenschirms, in welchem Dinge verborgen sind – damit bringt sie das Kind nach und nach in Kontakt. Sie führt das Kind in die Welt der Phantasie und hilft ihm für einige Zeit, die Realität zu vergessen. Um uns ihre Methode zu erklären, hat sie all das auch mit Sissy und mir gemacht und wir sind ganz in ihre Welt eingestiegen. Ich hatte mich nicht sehr wohl gefühlt, bevor ich mit Frau Ashbel, das ist ihr Name, in diese Welt der Phantasie entfloh. Aber ihre Art zu arbeiten hat mich dann sehr erquickt: Ich fühlte mich danach frischer und konnte auch mit meiner Angst vor Krankenhäusern besser umgehen. An diesem Beispiel sieht man, wie konkret Poesie sein kann. Das ist sehr schön ausgedrückt. Ich hatte das Privileg, dabei zu sein und war ebenfalls tief beeindruckt von dieser Methode. Hat der Besuch in Israel und im Hadassah-Krankenhaus Deine Arbeit, insbesondere Deine momentane Inszenierung von Lohengrin, beeinflusst? Ja, das kann man schon so sagen. Meine Inszenierung hatte nichts Weihevolles, wie viele traditionelle Wagner-Inszenierungen. Der König war ein schwankender Mensch und keine Herrscherfigur und ich wollte auch zeigen, dass die Massen oft leicht lenkbar und dirigierbar sind, ähnlich einer Rotte von Ratten. Es tut mir leid, dass gerade dieser Aspekt in den meisten Kritiken, die übrigens durch die Bank voller Lob waren, nicht genug Beachtung fand. Auch ich kann sagen, dass der Besuch in Bayreuth und gerade dieser Inszenierung von Dir zu den bleibenden Erinnerungen zählt und ich danke Euch für diese gemeinsame Reise und die mannigfaltigen Erlebnisse. 87


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Medizinischer Workshop in Israel Text: Dr. Siegfrie d Hummel

Im Oktober letzten Jahres hat sich ein 25köpfiges Kollegium aus Ärzten sowie medizinischem Fachpersonal aus dem gesamten Bundesgebiet zu einem medizinischen Workshop in Israel zusammengefunden. Das Ziel der einwöchigen medizinischen Rundreise war der Austausch über moderne Behandlungs- und Therapieformen sowie ein lebendiger Austausch zwischen Kollegen auf verschiedenen medizinischen Gebieten.

Zu Beginn des Workshops wurde von uns das weltbekannte Hadassah-Krankenhaus in Ein Kerem besucht. Wir erfuhren dort, dass das Hadassah Medical Center heute als eines der führenden medizinischen Versorgungszentren auf der Welt gilt, sowohl in der Behandlung als auch in der medizinischen Forschung und Lehre. Der derzeitige amtierende Generaldirektor, Professor Shlomo Mor-Yosef, sagt über Hadassah, „es stellt eine Oase des Friedens für alle Menschen in einem Umfeld des Krieges und des Terrors dar“. Hadassah hatte sich von Anfang an auch zum Ziel gesetzt, einen wesentlichen Beitrag zum Frieden zwischen der israelischen und palästinensischen Bevölkerung zu leisten. So arbeiten jüdische und palästinensische Mitarbeiter Hand in Hand, um Patienten aus allen Bevölkerungsteilen auf höchstem Niveau zu versorgen. Das durften wir live sehen und erleben. Besonders beeindruckend war die Kinderabteilung – die größte Allgemeine Pädiatrie in Israel. Auf der pädiatrischen Onkologiestation sahen wir, wie die kleinen Patienten in einer farbenfrohen kindgerechten Umgebung betreut und umsorgt werden. Dabei spielen die „Hospital Clowns“ eine wichtige Rolle. Diese im Krankenhaus medizinisch geschulten Clowns treten mit den Ärzten gemeinsam auf, um vor allem verängstigten und oftmals traumatisierten Kindern die Angst vor schwierigen Eingriffen zu nehmen. Weiterhin besuchten wir die hoch spezialisierte TraumaAbteilung, die exzellente Therapieerfolge bei allen Trauma-Arten erzielt. Hier konnten wir das hohe Engagement

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des medizinischen Personals zum Wohl der Patienten erleben. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Hospitation war das Treffen mit Professor Dr. Arieh Ingber, dem Direktor der Hautklinik. Durch seine Forschungen und Lehrbücher ist Professor Ingber weltweit als Spezialist für Hauterkrankungen bekannt. Er berichtete über seine wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Research Institute of the Dead Sea und Herrn Dr. Marco Harari (Ein Bokek) sowie Professor Dr. Thomas Ruzicka aus München. Dieses Institut erforscht die einzigartigen Therapiebedingungen des Toten Meeres bei verschiedenen Erkrankungen. Es werden Patienten aus der ganzen Welt mit spektakulären Therapieerfolgen behandelt. Wir sind Professor Ingber sehr dankbar für seine lehrreichen und interessanten Ausführungen. Insgesamt durften wir während unseres Besuchs im Hadassah-Universitätsklinikum erfahren, dass Hadassah Initiative und Innovation, Bildung und Fähigkeit, Fürsorge und Einsatz symbolisiert. Hadassah ist ein lebendiges Beispiel um über geographische und weltanschauliche Grenzen hinweg zu helfen und zu heilen, mit dem Ziel, das Leben und Denken anderer zu verändern. Ein weiterer Schwerpunkt unseres Workshops war die Hospitation im Deutschen Medizinischen Zentrum, einer Rehabilitationsklinik in Ein Bokek am Toten Meer. Dr. Marco Harari erläuterte, wie sich die natürlichen Heilfaktoren des Toten Meeres auf Hauterkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Asthma und Uveitis positiv auswirken. Da sich das Tote Meer etwa 420 Meter unter dem Meeresspiegel am tiefsten Punkt der Erde befindet, herrscht dort die weltweit trockenste und sauerstoffreichste Luft. Während des Jahres gibt es rund 330 Sonnentage. Durch die klimatischen Bedingungen werden die hautschädigenden UVB-Strahlen größtenteils abgefangen, so dass Langzeitschädigungen der Haut stark vermindert sind. Der hohe Bromanteil der Luft wirkt sich entsprechend auf das Nervensystem aus. Das Wasser hat einen ungewöhnlich hohen Anteil an Salzen und Mineralstoffen (Magnesium-, Kalzium-, Sodium-, Kaliumchloriden und Bromiden), zehnmal höherals beispielsweise das Mittelmeer. Das Magnesium hat eine antibakterielle Wirkung auf Haut und Bronchien und beruhigt gleichzeitig das Nervensystem. Die hohe Salzkonzentration erleichtert physiotherapeutische Übungen im Wasser, so dass Muskel- und Gelenkbeschwerden gelindert werden. Heiße Schwefelquel-

len und Schlammpackungen werden ebenso zu therapeutischen Zwecken genutzt. Wir probierten die BalneoTherapie in der SPA-Abteilung des Kibbutz Ein-Gedi an uns selbst aus. Tief beeindruckt und beschämt besuchten wir auch Yad Vashem, das „Museum zur Geschichte des Holocaust“. In unterirdisch angelegten Galerien wurde uns die Geschichte der Judenverfolgung und der Shoah vor Augen geführt. Anhand von bewegenden Videoinstallationen, Fotografien, Dokumenten und Kunstwerken wird ein sehr persönlicher Eindruck der Schrecken des Holocaust vermittelt. Der Besuch gibt ebenfalls Einblicke in den Organisationsablauf und die Bürokratie einer Medizin, die sich in ihrer vermeintlichen Wissenschaftlichkeit zu perfidem Mord befugt glaubte. Oft waren es NS-Ärzte, die an ihrem Tun nicht zweifelnd den Vernichtungsprozess erst ermöglichten. Sehr bewegte uns an diesem Abend der Lebensbericht der Shoah-Überlebenden und Künstlerin Sara Atzmon, die uns daran erinnerte, dass auch wir nun „Zeugen sind, da wir einen Zeugen gehört haben“ (Elie Wiesel). Überall, wo wir hospitieren durften, wurden wir mit offenen Armen empfangen. Die herzliche Atmosphäre, mit der uns die israelischen Kollegen entgegengekommen sind, war stets überwältigend. So wollen wir dies weitergeben und für die Zukunft hoffen, dass diese Beziehungen fortwährend gute Früchte tragen.

Dr. Siegfried Hummel Chefarzt der Frauenklinik Schleiz Präsident deS Hadassah-Komitees Sachsen

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Gen u S S

Schon seit der Antike

Koscherer Wein Text: Di p l . s c . p o l . U n iv. Ka t h j a Ka e m p f e l

„Denn der Herr, Dein G´tt, führt Dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind, die an den Bergen und in den Auen flieSSen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt ...“ (Deuteronomium 8, 7-8)

Die Vorschriften der Winzer

Koschere Weine sind im Unterschied zu nicht-koscheren Weinen gekennzeichnet durch ihre Anbauweise, das Herstellungsverfahren und die Einhaltung jüdischer Religionsvorschriften (Kashrut-Gesetze) bei den Winzerbetrieben. Das Wort „koscher“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „rein“ oder „gesegnet“. In Bezug auf Lebensmittel bedeutet „koscher“, dass diese Lebensmittel nach religiösen Maßstäben zum Verzehr erlaubt sind. Diese Vorschriften folgen denen des Alten Testaments, deren Einhaltung in Winzereibetrieben durch Rabbiner überwacht wird. Die Gesetze machen deutlich, warum koschere Weine als besonders bekömmlich gelten: sie sind frei von jeglichen tierischen Produkten. Der moderne Weinanbau in Israel wird auf das Ende des 19. Jahrhunderts datiert. Zu dieser Zeit brachte Baron Edmond James de Rothschild die ersten Rebstöcke von Frankreich in das damalige Palästina und gründete im Jahre 1882 die CarmelWeinkellereien in der Nähe der heutigen Stadt Tel Aviv. Derzeit wird Wein in Israel auf einer Fläche von circa 4000 bis 5000 Hektar angebaut. Vor allem das Klima – lange heiße Sommer, kurze kalte Winter – sowie die Bodenbeschaffen-

heiten – vulkanische Böden im Norden (Galiläa und Golan), kalkhaltige Böden in den Bergen um Jerusalem, sowie trockene sandige, teils lehmhaltige Böden an der Küste – bieten den Weinstöcken, je nach Rebsorte, die idealen Bedingungen für sehr gute Trauben. Zu den wichtigsten Rebsorten gehören: Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz/ Syrah, Cabernet Franc, Pinot Noir, Carignan, Chardonnay, Sauvignon Blanc, White Emerald Riesling und Semillon. Die wichtigsten Anbaugebiete sind die Regionen Galiläa, Shomrom, Samson, Judea und Negev. Koscherer Wein wird aber auch in den USA sowie den Ländern Europas angebaut, wie beispielsweise in Deutschland, Österreich oder Frankreich. Jedoch bleibt Israel nach wie vor der wichtigste Lieferant für koscheren Wein. Zu den bekanntesten exportierenden Weinkellereien zählen u.a. die „Barkan Wine Cellars“, die „Golan Heights Winery“ und die „Carmel Winery“. Diese Weinkellereien zählen auch zu den renommierten Weinkellereien Israels, die bereits mit einigen Weinen internationale Auszeichnungen erhalten haben. Die Nachfrage nach koscherem Wein befindet sich derzeit weltweit im Aufschwung. Das Verlangen nach reinen und gesunden Lebensmitteln steigt. Davon profitiert auch der Wein aus Israel, der in Deutschland immer populärer wird.

Die Trauben eines neuen Weinstocks dürfen erst nach dem vierten Jahr geerntet werden

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Im siebten Jahr, dem Sabbatjahr, werden keine Trauben geerntet. Die herabfallenden Trauben dienen dem Rebstock in diesem Jahr als organischer Dünger

Gesunder Wein für Genießer

Alle Geräte, die für die Ernte und Weinherstellung benötigt werden, sind genau gesäubert Enzyme, Bakterien und sonstige Organismen, die den Gärprozess anregen, sind verboten. Nur die auf der Schale befindliche Hefe regt die Fermentation an. Bei der Weinherstellung selbst, der Vinifizierung, sind Gelatine, Kasein (Protein) oder Stierblut verboten Zur Klärung sind nur Papierfilter oder Tonkugeln zulässig Die Flaschen dürfen nur einmal befüllt werden Ein Teil der koscheren Weinerzeugung muss an die Armen abgegeben werden

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In koscheren Weinkellereien dürfen nur strenggläubige Juden arbeiten, die den Sabbat Einhalten

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gen uss

Gänsebraten

Für die Füllung Äpfel, Zwiebel, Orange, Beifuss, Majoran mit Salz und Pfeffer mischen. Die Gans damit füllen und mit Rouladengarn zunähen.

Den Gänsehals und die Flügel grob mit einem großen Messer hacken und in einen passenden Bräter geben.

Die Gans mit Salz, Pfeffer, Beifuss und Majoran rundum kräftig einreiben.

Das Röstgemüse zu den Gänseknochen geben, die Gans mit der Brustseite nach unten darauf setzen und etwas lauwarmes Wasser dazu gießen.

Für vier Personen Ich empfehle eine frische Streuobst - Wiesengans (ca. 4 kg) Für die Füllung: 2 säuerliche Äpfel, z.B. Boskop 3 Zwiebel, grob gewürfelt ½ Bio-Orange 2 EL geriebenen Beifuss 2 El geriebenen Majoran Salz nach Belieben Pfeffer nach Belieben

Zum Schmoren: 4 mittelgroße Zwiebeln 2 Karotten ¼ Sellerieknolle 1 EL Tomatenmark Kartoffelstärke/ Speisestärke nach Belieben zum Binden der Soße 600 ml Geflügelfond

Während die Gans ruht, das Fett aus dem Bräter abschöpfen. Dann den Bräter auf den Herd stellen und den Bratensatz mit einem Esslöffel Tomatenmark kurz anrösten und mit Geflügelfond aufgießen.

Die Gans nach dem Ruhen der Mitte nach teilen. Dann die Füllung in die Sauce hinein geben und ca. 15 Minuten auf mittlerer Temperatur kochen lassen. Sollte die Sauce nicht genügend gebunden sein, kann man sie nach Belieben mit Kartoffel- oder Speisestärke binden. Danach abschmecken und durch ein Sieb passieren.

Die halbierte Gans mit Gänsefett bestreichen und bei starker Oberhitze ca. 10 Minuten nochmal in den Ofen stellen. So erhält sie eine schöne knusprige Haut.

Den Bräter auf die unterste Schiene des vorgeheizten Backofens (160 Grad) geben und die Gans ca. 3 - 3 ½ Stunden garen. Dabei sollte man die Gans auf beiden Seiten gleichermaßen braten. Am Schluss sollte die Bauchseite oben liegen (Keulen zeigen nach oben).

Wenn die Gans gar ist (Tipp: die Keulen müssen sich weich anfühlen), auf ein Gitter legen, mit Alufolie bedecken und ca. 10-15 Minuten ruhen lassen.

Die Gans teilen und auf eine gewärmte Platte geben, die Sauce getrennt dazu reichen.

Als Beilage empfehlen wir Apfel-Rotkraut und Kartoffelknödel mit Röstbrotwürfeln gefüllt.

Gutes Gelingen und guten Appetit wünscht Ihnen Ihr Heribert Hanrie der, Küchenchef im Delikatessenhaus Dallmayr, Dienerstr. 14 - 15 , M ü n c h e n

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Latkes

aus der „La Guta“ Küche von Küchenchef Yossi Ben Simhon

Chanukka feierten die Menschen in der Antike anlässlich der neuen Olivenölproduktion – davon sind Historiker überzeugt. Das Fest fand immer direkt nach der Olivenernte statt, ein Anzeichen dafür, welch wichtiges Gut das Olivenöl damals war. In anderen Nationen und Religionen des Mittelmeerraums begeht man zu dieser Jahreszeit auch Festtage zu Ehren des „flüssigen Goldes“: Damals erleuchteten die Menschen ihre Höhlen in der dunklen Jahreszeit mit Olivenöl. Heute feiert man Chanukka mit allerlei Speisen, insbesondere Pfannkuchen und Donuts sind die üblichsten Rezepte. Doch die verschie denen ethnischen Gemeinden ha ben unterschie dliche Arten, diese zuzubereiten. So werden Donuts in Marokko aus Hefeteig gemacht. Jemeniten essen „Ahazalbeia“, in Honigsirup getunkte Donuts. Bei ashkenasischen Gemeinden stehen nicht nur Kartoffelpuffer, die traditionellen Latkes, auf dem Tisch, auch süße Apfelkuchen oder Käse isst man gern dazu. In den letzten Jahren haben sich Pfannkuchenrezepte mit Süßkartoffeln und anderem Gemüse als Chanukkarezepte verbreitet. Hier finden Sie ein spezielles Chanukkarezept, das sehr einfach zubereitet werden kann – und fabelhaft schme ckt.

Braten Sie die Zwiebeln in Olivenöl, bis sie bräunlich sind. Schälen Sie ein Drittel der Kartoffeln.

Für zwei Personen Zutaten: 1 Pfund Kartoffeln, rote Schale 2 mittelgroße Zwiebeln, klein geschnitten 1 TL Backpulver 1 Ei Salz, Pfeffer Olivenöl

Vierteln Sie diese und zerstampfen sie dann zu Brei (man kann die Kartoffelmasse auch durch ein Sieb laufen lassen). Vermengen Sie nun Kartoffelbrei und angebratene Zwiebeln. Geben Sie Salz und Pfeffer hinzu.

Schälen Sie nun den größeren Rest der Kartoffeln und schneiden Sie diese in kleine Stücke. Geben Sie diese Kartoffelstücke in ein Sieb und waschen diese gut ab. Legen sie die Stücke anschließend auf ein sauberes Handtuch, um den Kartoffeln das Wasser zu entziehen.

Vermengen Sie die klein geschnittenen Kartoffelstücke nun mit der restlichen Kartoffelmasse. Geben Sie das Ei und das Backpulver hinzu und verrühren alles. Erhitzen Sie nun Olivenöl in der Pfanne. Wichtig ist, dass die Pfanne sehr heiß ist.

Nehmen sie einen gehäuften EL der Kartoffelmixtur und geben Sie diese in das heiße Öl. Bringen Sie den Teig mit einem Löffelrücken in die gewünschte Form und Größe (die Puffer sollten etwa einen halben Zentimeter dick sein).

Braten Sie den Teig, bis er goldbraun ist. Legen Sie ihn anschließend auf Küchenpapier.

La Guta Kitchen and Bar, 34 Dere ch Beit Le chem, Jerusalem, Is ra e l

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Gen uSS

Ein Freigeist der Gastronomie

Yin und Yang von Rheinäsche Dies ist ein etwas aufwendiges, aber ganz besonderes Rezept - doch der Aufwand lohnt! Die Zutaten und Saucen können im Voraus zubereitet werden. Typisch André Jaeger: er macht nicht einfach zwei mittelgrosse Rheinäschen für vier Personen. Er macht aus dem gleichen Fisch zwei Gerichte - einmal ganz klassisch „meuniere“- nach Müllerinnen Art und dazu eine ganz leichte Kartoffel-Kürbis Beilage mit einer französischen Sauce. Dann bereitet er den zweiten Fisch gebacken zu und auch da leichtes, raffiniertes Wintergemüse mit einer köstlichen Sauce, asiatisch inspiriert. So hat man für vier Personen zwei Gerichte und wenn sich diese nicht einigen können, welche Version sie bevorzugen - teilen! Es bleibt noch die Möglichkeit, nur die eine Variante zu machen, dann kann man sich auf die nächste Gelegenheit für die zweite freuen. Liest sich komplizierter, als es sich ausführt. Unbedingt ausprobieren! Danke, André Jaeger. Rezept für vier Personen.

Rheinäsche in Butter gebraten mit Thymian-Stampfkartoffeln und leichter Zitronenthymian-Cremesauce 1 mittelgrosse Äsche*) Mehl, Salz, Pfeffer 50g Butter, 30g Erdnussöl 2 mehlige Kartoffeln 20g Butter, 4 Zweiglein Zitronenthymian 1 Scheibe Hokkaido-Kürbis 20g Butter, Prise Zucker, Prise Salz 1 Schalotte, 30g Weißes vom Lauch 30g Butter 1 dl Noilly Prat (franz. Vermouth) 2 dl Fischfond 3 dl Rahm 1 Zitronensaft 3 Zweiglein Zitronenthymian Salz, Pfeffer

schuppen, ausnehmen, waschen, filettieren, mit Pinzette Mittelgräten ziehen Filets halbieren, mit Salz und Pfeffer würzen, mehlieren in Bratpfanne aufschäumen und Fisch darin anbraten, so dass er noch glasig bleibt schälen, vierteln und in Salzwasser kochen Butter schmelzen, Thymian in die Butter zupfen, gekochte Kartoffeln darin mit Gabel zerdrücken, salzen und in Ringen auf Teller anrichten mit Pariserlöffel kleine Kugeln ausstechen, in glacieren und rund um die Kartoffeln anrichten gebratenes Äschenfilet auf die Kartoffeln setzen fein hacken anziehen ablöschen beigeben beigeben beigeben in die Sauce zupfen, alles 20 Minuten köcheln, gut mixen abschmecken, noch einmal mixen, um den Fisch geben

Knusprige Rheinäsche mit Five Spice und kleinem Endiviensalat 1 mittelgrosse Äsche *) Five Spice, Salz, Pfeffer Mehl 6 Endivien-Blätter (Brüsseler) ¼ rote Paprika wenig grüne und rote Daycon Sprossen (oder Rettich- oder Senf-Sprossen), ¼ Rettich 3 El Sesamöl 1 El Zitronensaft 2 El Sojasauce 1 El Mirin (jap. Koch - Reiswein)

schuppen, ausnehmen, waschen, filetieren, mit Pinzette Mittelgräten ziehen Filets halbieren und auf der Fleischseite kreuzweise einschneiden würzen gut mehlieren, abklopfen und in Friteuse bei 170° C kurz vorbacken, vor dem Servieren Öl auf 180° C erwärmen und die Filets sehr kurz und heiß ein zweites Mal fritieren fein schneiden schälen, Gehäuse entfernen, in kleine Rhomben schneiden

mit Gemüsehobel in sehr dünne Streifen schneiden, in kaltes Eiswasser geben, dadurch wird der Rettich wieder hart. in Schüssel beigeben beigeben beigeben und alle Zutaten zu einer leichten Vinaigrette aufschlagen Salat auf Teller anrichten, mit etwas Vinaigrette marinieren und Fisch darauf legen, zum Schluß Rettichjulienne darauf verteilen. Beide Fischgerichte zusammen servieren

*) Anstelle von Rheinäsche kann man die beiden Gerichte auch mit Forelle, Zander oder sogar Egli zubereiten.

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Der Brückenbauer André Jaeger, Spitzenkoch und Denker, spricht über Essen, Kultur, Jamie Oliver, das Bauen von Brücken und Gedanken über die Zukunft. Interview: Peter Goldstein

Herr Jaeger, Sie gehören seit vielen Jahren zum produzieren, die für genügend Menschen zugänglich sind. kleinen Kreis der weltbesten Köche. Wie fühlt man sich Dabei ist es sehr schwierig geworden, diese Produktion in ethisch vertretbarem Mass zu gestalten, so dass die Menda oben an der Spitze? Es kommt darauf an, wie man sich selber sieht. Für mich ist schen von den Nahrungsmitteln nicht krank werden. Bei der Fülle, die uns angeboten wird, ernicht am Wichtigsten, ob ich mit der Weltspitze mithalten kann, sondern was ich „Vergiss nie zu grüs- kennen zu wenige, dass es Sinn machen täglich mache und was ich im Leben will. sen, wenn der Aufzug würde, sich auf die Qualität zu konzentrieren. Vor zwei, drei Generationen Natürlich sind 19 Gault-Millau-Punkte hoch geht, denn du wurde noch mehr gekocht, man hat auch und die Erwartungshaltung unserer Gäste weisst nie, ob du die zusammen gegessen und sich Mühe kein Spiel – und die Fischerzunft, wie sie Person nicht brauchst, gegeben, das Beste zu machen aus dem, heute ist, entstand aus Leidenschaft und wenn es runtergeht“ Charakter, aber auch aus einer Notwendigwas man hatte. Essen wurde zelebriert. keit heraus. Jeder Gast ist der Wichtigste. Man hatte die landesweiten und lokalen Unser Slogan lautet: „The answer is yes – now tell me the Spezialitäten, wie das zum Teil in Italien und vor allem question“. Dazu kommt das Streben nach Neuem und vor auch in Asien noch der Fall ist. Diese Art von Spezialitäten allem das Streben nach Qualität. Ein Stehenbleiben gibt es verschwinden bei uns langsam, weil das Leben ganz anders nicht, und eine tägliche Überprüfung der Richtung gehört verläuft. Man kann es den Menschen nicht übelnehmen, dazu. Eine andere Seite ist aber auch, Bewährtes nicht über der Leistungsdruck wird immer grösser und die Zeit Bord zu werfen. Unseren Hausfisch, die Rhein-Äsche, be- knapper, denn Freizeit und Vergnügen locken. Das Essen, reiten wir nach wie vor nach altem Fischerzunft-Rezept, in das früher zum Kulturgut gehört hat, verliert enorm an Butter gedämpft, zu. Wichtigkeit und verkommt leider bei vielen Menschen zur blanken Nahrungsaufnahme. Und die Lebensmittelindustrie Auf Ihrer Homepage (www.fischerzunft.ch) findet man liefert, was satt macht, aber nicht immer gesund ist. Es gibt die amüsante Geschichte des Verzehrs vom zähen leider immer mehr korpulente junge Menschen, die keine Bärensteak der Höhlenbewohner bis hin zum leichten Freude und kein Interesse mehr an gutem Essen haben. Fisch. Heute ernähren sich die einen immer bewusster Es gibt auch immer mehr Kinder, die nicht mehr wissen, und gesünder und die anderen immer mehr Richtung woher die Milch kommt oder ein Ei. Wir haben hier doch eine „Junk Food“. sehr große Aufgabe, das zu ändern und gegenzusteuern. Wenn wir von Junk Food sprechen, geht es um „leere“ Lebensmittel, die für uns bestimmt nicht bekömmlich oder Sehen Sie sich als Brückenbauer? gesund sind. Natürlich müssen wir heute Nahrungsmittel Brückenbauer, vielleicht! Vielleicht auch als Zeigefinger, 98

Hüter eines Grals. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewach- Er ist der grandiose Botschafter der guten Küche für sen, meine Grossmutter hat gekocht. Den Zyklus der Jahres- die Jugend. Wenn einige Mütter damit Schwierigkeiten zeiten und die damit verbundenen Nahrungsmittel habe ich haben, dann ist dies das Zeichen, dass es für sie zu anquasi in die Wiege gelegt bekommen. Ich will die jungen strengend ist, wenn ihr Kind nach Hause kommt und Menschen, die mit mir arbeiten, motivieren gut zu sein. sagt, es wolle so essen wie Jamie Oliver. Ich denke, in der Hier in der Fischerzunft kochen wir mittags und abends Schweiz sind wir auf einem guten Weg. Die einzige Mutter, auch für unsere Mitarbeiter – wir sind 20 Personen – und die nicht gut für ihr Kind kochen will, ist die Lebensmittelich erwarte, dass wir gut und gesund essen. Wir essen meist industrie. Aber auch dort haben sie gemerkt, dass sie mit einfache Dinge, und ich esse mit ihnen. Ich erwarte, dass gesunden Produkten viel, viel weiter kommen. meine Mitarbeiter die Lebensmittel mit dem grössten Re- spekt behandeln. Und wenn sie nach ein bis zwei Jahren Wir sprachen darüber, woher wir kommen. Sprechen wir hier weiterziehen, soll sich nicht nur ihre nun darüber, wohin wir gehen. Wie Erfahrung, ihr Wissen und ihr Können ersehen Sie die Zukunft? „Es gibt auch immer weitert haben, sondern auch ihre VerantIch erwarte eine gute Zukunft, denn mehr Kinder, die nicht die Natur ist dabei, sich gegen vieles zu wortung und ihre Emotionen gegenüber mehr wissen,woher die wehren, was der Mensch ihr antut. Die dem Essen. Ich finde ja, dass das BAG Milch kommt oder ein Klimaerwärmung, die Verschmutzung, (Bundesamt für Gesundheit) Köche ab einem bestimmten Niveau dazu verpflich- Ei. Wir haben hier doch der BSE-Skandal, die Überfischung der ten und bezahlen müsste, in die Schuleine sehr grosse Aufga- Weltmeere sind ganz offensichtlich. Wir klassen zu gehen und den Kindern beizube, das zu ändern und müssen nur hören, was die Natur uns zu bringen, was gute Lebensmittel sind und sagen hat. Ich denke auch, man darf die gegenzusteuern.“ was ordentliche Ernährung bedeutet. Das junge Generation nicht unterschätzen. Wort Brückenbauer gefällt mir gut, denn Viele von ihnen sind hoch sensibilisiert, das Symbol der Brücke ist etwas unglaublich Wichtiges, um intelligent und selber daran interessiert, für sich zu veränin der Partnerschaft oder in einer geschäftlichen Beziehung dern, was sich ändern lässt. einen Kontakt mit dem anderen Menschen zu pflegen. Die Brücke sollte auch immer bestehen bleiben und nie abgebrochen werden. Meinem 21-jährigen Sohn sage ich immer: Vergiss nie zu grüssen, wenn der Aufzug hoch geht, denn du weisst nie, ob du die Person nicht brauchst, wenn es runtergeht. Gerade in meinem Beruf habe ich eine grosse Verantwortung, das Wissen und die Traditionen weiter zu geben – verbunden natürlich mit der Erkenntnis, dass man sich auch mit Messer und Gabel das Leben nehmen kann. Und das André Jaeger wurde am 12. Februar 1947 als Sohn eines Wirteehepaars wollen wir doch nicht! in Rümikon, im Kanton Aargau   geboren. Mit zehn Jahren wusste er bereits, dass er Koch werden Jamie Oliver ist in die Schulen gegangen und hat verwollte. Einige Etappen: Hotel Beau sucht, den Kindern Lust zu machen auf gutes,gesundes Rivage-Palace in Lausanne; Dorchester Hotel in London; Hotels Essen. Die Mütter hätten sich aber dagegen gewehrt. Eden au Lac in Lugano-Paradiso; Ich denke, dass Jamie Oliver nicht gescheitert ist. Er hat Peninsula Hotel in Hongkong. 1981 übernimmt er die Fischerzunft in etwas ganz Grosses geleistet. Obwohl er - nebenbei bemerkt Schaffhausen. Seit 1995 hält André ein sehr gutes PR-Produkt ist, hat er es geschafft, junge Jaeger 19/20 Gault-Millau-Punkte. Während seiner fernöstlichen Menschen zu begeistern. Er hat das gute Essen und den un- Wanderschaft erkannte er früher als andere die sich anbahnenkomplizierten Umgang mit guten Lebensmitteln der Jugend den Veränderungen und damit die Zeichen der Zeit und liess sich der asiatischen Kultur INSPIRIEREN. ANDRé JAEGER IST BESITZER näher gebracht. Fantastisch! Niemand hätte gedacht, dass von DES RHEINHOTELS „DIE FISCHERZUNFT“ IN Schaffhausen MIT SEINER dieser Ansatz weltumspannend zu einem Thema würde. „CUISINE DU BONHEURE“, DIE KÜCHE DER GLÜCKSELIGKEIT. 99


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Hadassah-NEws ++ Sich selbst helfen ++ Mehr als 1,5 Millionen israelische Araber haben aus sozialen und kulturellen Gründen nicht den gleichen Zugang zu Knochenmarkspende-Registern wie andere israelische Bürger. Hadassah hat es sich deshalb vor einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, diese Situation zu verbessern und startete ein einzigartiges Projekt. Dr. Amal Bishara und Dr. Chaim Brautbar haben dieses Register für Araber etabliert und seitdem große Teile der arabischen Bevölkerung zu Knochenmarkspenden ermutigt. (Quelle: Jerusalem Post)

hat eine exklusive Lizenzoptionsvereinbarung mit „Teva Pharmaceutical Industries“ und der Firma „BioTime Inc.“ getroffen. Es wurde vereinbart, „Cell Cure’s OpRegen TM“ zu entwickeln und zu vermarkten, um altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu behandeln. Das Medikament basiert auf den Forschungen von Hadassahs Prof. Eyal Banin, Direktor des Zentrums für Retina- und Makuladegeneration der Abteilung für Ophthalmologie, und Prof. Benjamin Reubinoff, Direktor des Wissenschaftszentrums für menschliche embryonale Stammzellen im Hadassah-Krankenhaus. (Quelle: Hadassah)

++ Behandlung für Palästinenser ++ ++ AIDS-Initiative im HadassahEine kürzlich von Medizinern publizierte Studie zeigt, Krankenhaus ++ dass die israelische Armee eng mit israelischen Ärzten zusammenarbeitet, um Palästinensern die medizinische Behandlung in israelischen Krankenhäusern zu ermöglichen. Denn seit der Intifada ist es Palästinensern in Judäa und Samaria nicht ohne weiteres möglich, von den Autonomiegebieten nach Israel zu gelangen. (Quelle: Israel actuell)

++ Arzt aus Gaza ++ Dr. Abuelaish, der in den letzten Jahren als „Der Arzt aus Gaza“ bekannt wurde, verlor seine drei Töchter und eine Nichte durch israelischen Beschuss während des GazaKrieges im Winter 2008/2009. Dr. Abuelaish sagt: “Wir müssen realisieren, dass Israel und Palästina wie siamesische Zwillinge sind. Der Schaden an einem wird auch dem anderen schaden.“ Der palästinensische Arzt hat die Stiftung „Daughters for Life“ gegründet sowie das Buch „Ich soll nicht hassen: die Reise eines Arztes aus Gaza“ veröffentlicht. 2010 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert. (Quelle: Al Jazeera)

++ Neues Medikament gegen Makuladegeneration ++ Hadassahs Tochtergesellschaft „Cell Cure Neuroscience“ 100

Seit einem Jahr bietet das Hadassah-AIDS-Zentrum Fruchtbarkeitsbehandlungen für HIV-infizierte Männer mit Kinder wunsch an. Es ist das erste Mal, dass in Israel ein solches Programm angeboten wird. Bei der Behandlung werden die Spermien des Mannes gewaschen, um den Virus zu eliminieren. Mit den gesunden Spermien werden durch intrauterine Insemination oder In-Vitro-Fertilisation die Eizellen der Frau befruchtet. Ein Paar aus Zentralisrael hat sich kürzlich dieser Behandlung unterzogen. Mit Erfolg. Das Paar erwartet nun ein Kind – dank dem AIDS-Zentrum in Jerusalems Hadassah University Medical Center. (Quelle: Hadassah)

++ Gesundes Baby nach Transplantation ++ Arin Nasser aus der Nähe von Sfad musste sich aufgrund einer fatalen Blutkrankheit einer Knochenmarkstransplantation unterziehen. Um sicherzustellen, nach dem Eingriff noch Kinder bekommen zu können, wandte sich die Patientin an das Hadassah-Krankenhaus. Dort entnahm man der jungen Frau Gewebe aus dem Eierstock und pflanzte es ihr Jahre später wieder ein. Vor drei Jahren hat Arin einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. (Quelle: Hadassah)

Ihre Hilfe zählt!

Werden Sie PAte eines PatienteN Schenken Sie den Kranken und Bedürftigen ein wenig Hoffnung, Freude und Licht. Sehen Sie, wie Ihre Spende direkten Einfluss auf einen Patienten haben kann. 1. Helfen Sie, die Seele eines kranken Kindes zu erfreuen - ermöglichen Sie Kindern die Teilnahme an einer Kunst- oder Musiktherapie

Unsere speziell ausgebildeten Musiktherapeuten helfen Kindern, die an physischen und / oder psychischen Krankheiten leiden. Sie ermutigen das Kind, Musik in seiner eigenen Geschwindigkeit zu erlernen. Wir haben eine Auswahl an Musikinstrumenten – auch einige, die für Kinder mit physischen Behinderungen entwickelt wurden. Musik ist eine extrem effektive Therapiemethode. Eine andere Aktivität, die dabei hilft, die Seele des erkrankten Kindes zu entlasten, ist unser Kunsttherapieprogramm. Kunst bietet Patienten die Möglichkeit, sich selbst auszudrücken, zusammen mit einem Lehrer oder Therapeuten, oder auch in Gruppen. Kunst kann therapeutisch, unterhaltsam, bildend und kreativ sein. Manchmal hilft das Kunstwerk des Kindes sogar, den Betreuern Hinweise auf die psychische Belastung eines Kindes zu geben. Ihre Spende von 400 Euro deckt die Kosten für eine Woche Musik- oder Kunsttherapie,für viele erkrankte Kindern. 101


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2. Helfen Sie, die Sehkraft für einen Patienten wiederherzustellen schenken Sie ein besseres Augenlicht Das Hadassah Michaelson Institut für die Wiederherstellung der Sehkraft bietet eine multidisziplinäre Herangehensweise an die Behandlung von Kindern mit eingeschränktem Sehvermögen. Ziel ist es, mit der verbleibenden Sehkraft des Kindes effektiv umzugehen und dem Kind zu helfen, ein möglichst normales Leben zu führen. Es sollte diesen Kindern trotz ihrer Behinderung möglich sein, regelmäßig Schule oder Universität zu besuchen, in der Armee zu dienen oder einen Job anzunehmen. Die frühe Erkennung, das Verständnis für und die Behandlung von Augenkrankheiten bei Kindern sind essentiell, um weitestgehend eine normale Sehfunktion wiederherzustellen. Ihre Spende von 460 Euro ermöglicht es vier Kindern, die unter Sehschwäche leiden, sich einer multidisziplinären Untersuchung und Diagnose zu unterziehen.

Hadassah ist die einzige Einrichtung in der Umgebung von Jerusalem, einem Gebiet mit einer Bevölkerung von über einer Million Menschen, die onkologische Bestrahlungen anbietet. Moderne radiotherapeutische Techniken zielen auf eine hochdosierte Bestrahlung, wenn möglich nur auf den Tumor, während man versucht, das umgebende gesunde Gewebe großzügig auszusparen. Radiotherapeutische Behandlungen, für die man drei hochentwickelte lineare Beschleuniger benutzt, werden nur von Hadassah angeboten. Ihre Spende von 500 Euro ermöglicht einem Patienten, eine radiotherapeutische Behandlung zu erhalten, die eine wichtige Rolle im Heilungsprozess eines Krebspatienten spielt.

unsere neonatale Intensivstation eingewiesen werden, benötigen mechanische Beatmung, intravenöse Ernährung, eine konstante Überwachung der Lebensfunktionen und Behandlungen für komplexe Probleme, die sich aus der durch die Frühgeburt bedingten körperlichen Unreife ergeben.

Ihre Spende von 575 Euro bringt diesen Kindern für vier Tage das Geschenk des Lachens.

Ihre Spende von 550 Euro kann die umfassende Ernährung eines frühgeborenen Patienten für 24 Stunden sicherstellen.

5. Ermöglichen Sie Kindern ein Geschenk des Lachens - unterstützen Sie die Krankenhausclowns

4. Helfen Sie, ein schwerkrankes Frühgeborenes in unserer neonatalen Intensivstation zu ernähren 6. Einwöchige häusliche Pflege für einen sterbenden Patienten

3. Helfen Sie einem Krebspatienten, eine hochentwickelte Radiotherapie zu erhalten

Jedes Jahr werden mehr als 10.000 Babys in den HadassahKrankenhäusern geboren. Fast zehn Prozent davon sind Frühgeburten und fast die Hälfte dieser winzigen Babys müssen hospitalisiert werden. Manche werden mit großen gesundheitlichen Problemen geboren. Alle Babys, die in 102

erkrankten Kinder bei und auch der Belegschaft, die es oft mit schwer kranken Patienten zu tun hat und gelegentlich ebenfalls eine Atempause benötigt.

Krankenhausclowns helfen mit, die Gesundung und Genesung bei einem erkrankten Kind zu fördern, wenn sie gemeinsam mit der medizinischen Belegschaft arbeiten. Wenn ein Kind Angst vor einer Spritze oder einer unbekannten Behandlung hat, kann der Clown dabei helfen, wieder ein Lachen in sein Gesicht zu zaubern und seine Angst zu überwinden. Die Krankenhausclowns tragen auch zur Entspannung und Erheiterung der Eltern der

Hadassahs Anliegen ist es, sicher zu stellen, dass sterbenden Patienten in der Zeit, die ihnen noch zum Leben bleibt, ein würdiges und möglichst angenehmes Umfeld gewährt wird. Für manche bedeutet dies, die Zeit eher zu Hause als im Krankenhaus zu verbringen, egal ob es sich um Erwachsene oder Kinder handelt. Patienten, die sich entscheiden, mit ihren Familien zu Hause zu bleiben, werden täglich von einem Arzt, einer Krankenschwester oder einem Sozialarbeiter besucht. Die Hospizkrankenpfleger entwickeln mit den Patienten und deren Familien ein individuelles Pflegeprogramm; normalerweise beinhaltet es unterstützende und schmerzlindernde Pflege sowie auch psychologische und soziale Unterstützung. Ihre Spende von 750 Euro ermöglicht es Hadassah, eine einwöchige häusliche Pflege für einen tödlich erkrankten Patienten bereitzustellen. 103


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Wählen Sie Ihr Patenschaftsprojekt !

Ja, ich werde patienten-Pate

Ich unterstütze das Patienten-Partnerschafts-Programm am Hadassah Medical Center in Jerusalem

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Ja, ich möchte die Seele eines kranken Kindes erfreuen und ermögliche ihm die Teilnahme an einer Kunst- oder Musiktherapie für 400 Euro.

Ja, ich möchte helfen, dass ein Patient seine Sehkraft wiedererlangt und spende dafür 460 Euro. Ja, ich ermögliche einem Krebspatienten eine hochentwickelte Radiotherapie für 500 Euro . Ja, ich helfe für 550 Euro ein schwerkrankes Frühgeborenes in der Intensivstation für 24 Stunden zu ernähren. Ja, ich möchte ein krankes Kind zum Lachen bringen und unterstütze die Krankenhausclowns mit 575 Euro. Ja, ich spende 750 Euro, um einem sterbenden Patienten eine einwöchige häusliche Hilfe zu ermöglichen.

(Sixt - exklusiver Mietwagenpartner von Hadassah International. Bei jeder Anmietung unter www.sixt.com/hadassah spendet die Regine Sixt Kinderhilfe 10% der Miete an das Hadassah Ein Kerem Children’s Medical Center in Jerusalem)

Deutsche Freunde der Hadassah Medical ReLief AssoCiation e.V.

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Merck Finck & Co München

PATIENTEN PATENSCHAFT

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Regine Sixt - Citizen of The World unterstützt die Kinder von Hadassah.


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Wählen Sie Ihr Patenschaftsprojekt !

Name: ..........................................................................

Ja, ich werde patienten-Pate

Strasse: ........................................................................

Ich unterstütze das Patienten-Partnerschafts-Programm am Hadassah Medical Center in Jerusalem

PLZ, Ort: ......................................................................

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Telefon: ........................................................................ E-Mail: ...........................................................................

Ja, ich möchte die Seele eines kranken Kindes erfreuen und ermögliche ihm die Teilnahme an einer Kunst– oder Musiktherapie für CHF 510.

Ja, ich möchte helfen, dass ein Patient seine Sehkraft wiedererlangt und spende dafür CHF 590.

Ich unterstütze .......... Patienten am Hadassah Medical Center in Jerusalem mit einer Spende von insgesamt

................. Euro. Sie erhalten meine Spende in den nächsten Tagen auf das angegebene Konto gutgeschrieben.

Ja, bitte senden Sie mir ein Paten-Zertifikat als Bestätigung für meine Unterstützung und eine Spendenquittung.

Ja, ich ermögliche einem Krebspatienten eine hochentwickelte Radiotherapie für CHF 640.

Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.

Ja, ich helfe für CHF 700, ein schwerkrankes Frühgeborenes in der Intensivstation für 24 Stunden zu ernähren. Ja, ich möchte ein krankes Kind zum Lachen bringen und unterstütze die Krankenhausclowns mit CHF 735.

St.-Jakobs-Platz 12 D-80331 München

Ja, ich spende CHF 950, um einem sterbenden Patienten eine einwöchige häusliche Hilfe zu ermöglichen.

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DEUTSCHLANd

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MITGLIEDSCHAFT IN DEUTSCHLAND

Name: .......................................................................... Strasse: ........................................................................

Ja, ich möchte gerne Mitglied der „Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.“ werden.

PLZ, Ort: ......................................................................

Ich zahle gerne den Jahres-Mitgliedsbeitrag von 50 Euro als Einzelperson.

E-Mail: ...........................................................................

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Telefon: ........................................................................

Ich zahle gerne den Jahres-Mitgliedsbeitrag von 90 Euro als Paar. Ich zahle gerne den Mitgliedsbeitrag auf Lebenszeit von 500 Euro. Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Merck Finck Bank, München, Konto-Nr. 157716, BLZ 700 304 00. Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Ich unterstütze .......... Patienten am Hadassah Medical Center in Jerusalem mit einer Spende von insgesamt CHF .................. Sie erhalten meine Spende in den nächsten Tagen auf das angegebene Konto gutgeschrieben.

Ja, bitte senden Sie mir ein Paten-Zertifikat als Bestätigung für meine Unterstützung und eine Spendenquittung.

Kontoinhaber ...........................................................................................................................................

Schweizer Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.

Konto-Nr. ........................................................ BLZ ..............................................................................

P.O. Box 2803 CH-8033 Zürich

Bankinstitut ............................................................................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

Deutsche Freunde der Hadassah Medical ReLief AssoCiation e.V.

700 304 00

Merck Finck & Co München

MITgliedschaft / Spende

SWITZERLAND

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MITGLIEDSCHAFT IN DEr schweiz

SPENDENMÖGLICHKEITEn IN Deutschland

Ja, ich möchte gerne Mitglied der „Schweizer Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.“ werden.

Ja, ich möchte gerne ein Projekt des Hadassah Medical Centers mit einer einmaligen Spende von

Ich zahle gerne den einmaligen Jahres-Mitgliedsbeitrag von CHF 100 als Einzelperson.

Hadassah-Blutbank

Hadassah-Zentrum für Schlaganfallpatienten

Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Merck Finck Bank München Konto-Nr. 157716, BLZ 700 304 00. Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Ich zahle gerne den einmaligen Jahres-Mitgliedsbeitrag von CHF 150 als Familie.

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Hadassah-Kinderklinik

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........................................................ Euro unterstützen.

Ich zahle gerne den einmaligen Mitgliedsbeitrag von CHF 300. Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Credit Suisse Bank, Küsnacht, Konto-Nr. 4835-477305-01, IBAN: CH 42 0483 5047 7305 0100 0 Post-Finance Konto 87-671485-1, IBAN: CH 92 0900 0000 8767 1485 1 Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Kontoinhaber ...........................................................................................................................................

Kontoinhaber ...........................................................................................................................................

Konto-Nr. ........................................................ BLZ ..............................................................................

Konto-Nr. ........................................................ BLZ ..............................................................................

Bankinstitut ............................................................................................................................................

Bankinstitut ............................................................................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

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DEUTSCHLANd

Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V. St.-Jakobs-Platz 12 | 80331 München | Deutschland | Tel.: + 49 (0) 89 4800 2906 | Fax: + 49 (0) 89 444 54 355 w w w. h a d a s sa h . d e | info@hadassah.de

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MITGLIEDSCHAFT in Österreich

SPENDENMÖGLICHKEITEn IN Der Schweiz

Ja, ich möchte gerne Mitglied der „Österreichische Freunde der Hadassah-Spitäler“ werden.

Ja, ich möchte gerne ein Projekt des Hadassah Medical Centers mit einer einmaligen Spende von

Ich zahle gerne den einmaligen Jahres-Mitgliedsbeitrag von 50 Euro als Einzelperson

Hadassah-Blutbank

Hadassah-Zentrum für Schlaganfallpatienten

Ich zahle gerne den einmaligen Jahres-Mitgliedsbeitrag von 90 Euroals Paar. Ich zahle gerne den einmaligen Mitgliedsbeitrag auf Lebenszeit von 500 Euro.

Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Credit Suisse Bank, Küsnacht, Konto-Nr. 4835-477305-01, IBAN: CH 42 0483 5047 7305 0100 0 Post-Finance Konto 87-671485-1, IBAN: CH 92 0900 0000 8767 1485 1

Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Bank Austria Konto-Nr. 05210822200, BLZ 12.000, IBAN: AT 53 1100 0052

Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Kontoinhaber ...........................................................................................................................................

Kontoinhaber ...........................................................................................................................................

Konto-Nr. ........................................................ BLZ ..............................................................................

Konto-Nr. ........................................................ BLZ ..............................................................................

Bankinstitut ............................................................................................................................................

Bankinstitut ............................................................................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

05210822200

1 2 0 0 00

Schweizer Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V. P.O. Box 2803 | 8033 Zürich | Schweiz | Tel.: +41 (0) 79 955 7145 | Fax: + 41 (0) 44 420 15 16 w w w. h a d a s sa h-international.org | secretary@hadassah.ch

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MITgliedschaft / Spende

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Österreichische Freunde der HAdassah Spitäler

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Hadassah-Kinderklinik

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CHF ......................... unterstützen.


SPENDENMÖGLICHKEITEn IN Österreich

MENSCH!

Ja, ich möchte gerne ein Projekt des Hadassah Medical Centers mit einer einmaligen Spende von

Hadassah-Blutbank

!

Hadassah-Kinderklinik

Yiddish: mentsch Deutsch: mensch English: human being

INternational

........................................................ Euro unterstützen. Hadassah-Zentrum für Schlaganfallpatienten

Ich überweise Ihnen o.g. Beitrag in den nächsten Tagen auf das Konto der Bank Austria Konto-Nr. 05210822200, BLZ 12.000, IBAN: AT 53 1100 0052 Bitte ziehen Sie o.g. Betrag von meinem Konto ein:

Kontoinhaber ........................................................................................................................................... Konto-Nr. ........................................................ BLZ .............................................................................. Bankinstitut ............................................................................................................................................

Datum, Unterschrift ..........................................................................................

Hadassah International St.-Jakobs-Platz 12 80331 München, Deutschland www.hadassah.de Tel: +49 (0) 89 4800 2906 Fax: + 49 (0) 89 444 54 355 info@hadassah.de

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Herausgeber (V.i.S.d.P) Gady Gronich, Direktor Chefredaktion Ariane von Dewitz Redaktion Deutschland Christian Egerer Cara Wagner

Gesund werden ist gut. Gesund bleiben ist besser.

Redaktion Schweiz Ellen Frick-Delman Peter Goldstein

Österreichische Freunde der Hadassah-Spitäler Hameaustr. 20 | 1190 Wien | Österreich | Tel.: +43 (0) 1 44 05 549 | Fax: + 43 (0) 1 44 055 495 w w w. h a d a ss a h - i n t e rnational.org | hadassah-austria@utanet.at

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Art Direction & Design Agentur milia, Berlin www.miliagestaltet.de Verena Gerst Lille Hummelsiep Sven Hausherr Druck Schwabendruck www.schwabendruck.de Martin Dasch

www.schleiner.de

Redaktion Österreich Susi Shaked

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Österreichische Freunde der Hadassah-Spitäler

Deutsche Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V.

vorstand

beirat

ehrenkomitee

komitee münchen

Präsidentin des Vorstands Susi Shaked

Wissenschaftlicher Beirat Dr. Eva Brownstone Prof. Dr. Christian Dittrich Dr. Christian Egger Prof. Dr. Peter Ferenci Dr. Raphael Glasberg Prof. Dr. Michael Hermon Prim. Dr. Elisabeth Pittermann Prof. Dr. Rudolf Schabus Prof. Dr. Josef Shaked Prof. Dr. Gerald Wozasek Prof. Dr. Daniela Zaknun

Vorsitzende des Ehrenkomitees Regine Sixt

Vorsitzende des Komitees Dr. Marion Gräfin Deym

Ann-Katrin Bauknecht Oliver Berben Maria Brauner Otto Eckart Dr. Josef Joffe Dr. h.c. Charlotte Knobloch Alexander Mettenheimer Axel Milberg Dr. Matthias Ottmann Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe

Dr. med Annegret Barkai Roland Benz Stella Berman Günter K. Böhm Franziska Dannecker Christian Egerer Elizabeth Hörmann Dr. med. Norbert Karasinski Helen Linder

Vizepäsidentin Uschi Fellner Varda Berger Gabriele Braunsberg Miryam Charim Ingrid Grünberger Susi Herz Christian Pöttler Dr. Susanne Rödler Doris Rose Gabor Rose Sylvie Wozasek Kassierin Erika Eder

Schweizer Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V. ehrenkomitee

Vize Präsident, Events Dr. Anita Goldstein Vize PräsidentInnen Genf Monique Cohen-Amon Yvette Lawi

Dr. Yonat Floersheim Daniel Libeskind Rolf Lyssy Noëmi Nadelmann Philippe Nordmann Prof. Dr. Avinoam Safran

Schatzmeister Ernesto Ferro

Präsident Ellen Frick-Delman

Komitee Mitglieder Taly Bollag Emanuel Braunschweig Caroline Garreau Alla Goldsteyn Helena Lyssy Monique Stein Sonja Terangle Simon Urbach

Vize Präsident Zürich Susi Lauer Margolin

Administrator Dr. Gary Scott Koenigsberg

Gründungspräsident Ariella Levin

vorstand

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komitee berlin

hadassah international ambassador

Vorsitzende des Komitees Dr. Ilan Ben-Schalom Dimitri Feldman Jörg-Guido Kutz Wolfgang Pellnitz Monica Chana Puginier Yaffa Roger Diana Prinzessin von Sachsen Ulrike Sommer Maya Zehden

Veronica Ferres

vorstand Präsident Prof. Dr. med. Dr. h. c. Thomas Ruzicka Vize-Präsidenten Nina Blodinger Judith Epstein Elizabeth Hörmann Amir Kassaei Michael Kern Werner E. Klatten Helaine Ohayon Iris Salzberg Dr. Ilan Ben-Schalom

komitee sachsen Vorsitzender des Komitees Dr. Siegfried Hummel Winfried Amelung Winfried Gotter Klaus Holzweissig Christiane Hummel Lydia Hummel Angela Liebers Dr. Kristina Meyer Josephine Nieke Stephan Weichelt

Schatzmeisterin Helga Guttmann Schriftführer Christian Egerer

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ch a r it y

Hadassah Wiener Gala Abend Restaurant Hansen, 22.06.2010

v.l.n.r. Flora Fischer, Dr. Heinz Löber, Heidi Löber, Susi Shaked

Gila und Eduard Deutsch

Prof. Dr. Thomas Frischer und Gattin, Prof. Eitan Kerem

Melanie Euller und Ferdinand Salis v. Samaden, Young Hadassah

Die Unternehmer Erich und Regine Sixt

Hadassah Donor Celebration

Prof. Dr. Dr. Werner Weidenfeld

Hadassah sagt „Danke“ im Hotel Ritzi, München, 08.05.2010 v.l.n.r. Der Gastronom Michi Kern, die Schauspielerin Veronica Ferres und der Filmproduzent Oliver Berben

v.l.n.r. Rachel Pacanowski, Kitty Fischel, Erji Lange, Helen Linder, Dejer Lange

Veranstaltungsort Künstlerhaus, München

Das Schauspielerpaar Max Tidof und Lisa Seitz

Hadassah Charity Sommercocktail Prof. Dr. Dr. Werner Weidenfeld und seine Frau, Prof. Gabriele Kokott-Weidenfeld

Uli Springer, Dr. Dirk Ippen

Oron Barkai, Dr. Annegret Barkai

Künstlerha us, München, 28.07.2010

Moderator Alexander Klaus Stecher und seine Frau Judith Williams

Charity Gala für the “Poorest of the Poor“ China Club, Berlin, 03.11. 2010

Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe, Tita von Hardenberg

Graf Carl von Hardenberg, Gräfin Celia von Bismarck (†), Peter Würtenberger

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Ingrid Rexrodt, Volker Beckord

Frau Dorothee Bär, MdB, Frau Ministerin a.D. Monika Griefahn, MdB

Journalistin Marie Waldburg (Bunte)

v.l.n.r. Der Gastronom Michi Kern, die Unternehmerin Regine Sixt, der Produzent Oliver Berben und Gady Gronich, Geschäftsführer von Hadassah International

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Regine Sixt, Oliver Berben


Merzbacher Dinner

Im Hause Merzbache r, 10.10.2010

Prof. Shlomo Mor-Yosef (l.) und Rudolf und Rebecca von Bachellé

v.l.n.r. Melissa Kaplan, Director Tower-Campaign, Gastgeber Werner Merzbacher, Ellen FrickDelman, Präsidentin Hadassah Schweiz

Begrüssungsworte durch Werner Merzbacher

v.l.n.r. Gabrielle und Werner Merzbacher, Frau Ziva Elgar und S.E.Ilan Elgar, Botschafter des Staates Israel,

Hadassah Meets Jazz I & II at the Eden Hotel Eden au Lac, Zürich 27.04.+ 26.10.2010

Der berühmte Filmemacher Rolf Lyssy am Schlagzeug

Vergnügte Gäste und Sängerin Rebecca Spiteri Dr. Gary Scott Koenigsberg mit der Sängerin Rebecca Spiteri

Tower Benefiz Dinner

Hotel des Bergues Genf, 28.04.2010

Albert Lawi, Jasmine Wollach

v.l.n.r. Yvette Lawi, Antoine Garreau, Helaine Ohayon, Prof. Azaria Rein

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Caroline Garreau (mitte) und Gäste


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Fax +49 (0)89 45 24 38 97

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