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Umfahrung und dann? Dorfentwicklung an der BrennerstraĂ&#x;e. Laura Haller Masterthesis 2018 Lehrstuhl sustainable urbanism


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Wie kann man eine Ortsumfahrung als Anstoß für die zukünftige Entwicklung eines Dorfes nutzen, dessen Existenz jahrhundertelang von der Straße geprägt wurde, die nun umfahren werden soll?


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GOSSENSASS IST... Geschichte Gossensaß im Alpenraum Bevölkerung Raumplanung in Südtirol Ist-Diagramme Schatzkarte - SWOT Die Straße

5 6 8 10 11 12 16 26

GOSSENSASS KÖNNTE... Wohnen Straßenraum Leben Gemeindeleben

31 32 36 40 44

UMSETZUNG... Masterplan Der Dorfplatz Der NussBau Dorfladen im Knappenhaus Co-Working am Bach Bouldern im Stodl Die Sockelzone Alte Villa

49 50 66 70 74 78 82 86 90

EIN TAG IN GOSSENSASS... 94


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GOSSENSASS IST...


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GOSSENSASS WAR... Der Weg über den Brennerpass ist seit jeher eine der wichtigsten Routen über die Alpen. Bereits im 3. Jh. bauten die Römer die Straße aus und sie wurde während des Mittelalters zum meist ge-nutzten Weg über die Ostalpen. Dies prägte auch die Siedlungen, die entlang der Straße entstanden. So auch Gossensaß, das letzte Dorf vor dem südlichen Anstieg zum Brennerpass.Im Mittelalter wurde die bis dahin landwirtschaftlich geprägte Sied-lung vom zunehmenden Waren und Personenverkehr entlang der Straße geformt. Es entstanden Gasthöfe und Raststätten sowie Gewerbe die mit dem Verkehr einhergingen. In den Nachkriegsjahren entwickelte sich der Dorf wieder zu einem Tourismusort, besonders in de Sommermonaten kamen viele italie-nische Gäste in die kühlen Berge. Diese änderte sich jedoch mit dem zunehmenden Verkehr, insbesondere durch den aufkommenden Lkw-Verkehr. Der vom Tourismus geprägte Ort litt unter dem starken Verkehr. 1867 wurde durch den Bau der Eisenbahn die zweite Blütezeit eingeleitet. Diese brachte Besucher aus der österreichischen Monar-chie und dem Ausland nach Gossensaß, das sich in den darauf fol-genden 50 Jahren zu einem Kurort für Nobeltourismus entwickelte. Die Weltkriege und die Grenzziehung am Brenner leiteten jedoch das Ende des Nobeltourismus ein. Im 15. Jahrhundert erlebte Gossensaß seine erste Blütezeit durch den Erzabbau im nahe gelegenen Pflerschtal, diese dauerte jedoch nur bis ins 16. Jh. als die Erzvorkommen aufgebraucht waren.

Die Brennerstraße entwickelt sich im 20 Jh. rasch zu einer der Hauptrouten über die Alpen und der Verkehr wuchs rasant. In den 1960er und 70er Jahren baute man die Autobahn, um somit die Staatsstraße zu entlasten. Dabei entstand auch die über 100m hohe Brücke, die seitdem das Dorfbild stark prägt. Bereits in dern 50er Jahren gab es erste Forderungen für eine Umfahrung. Diese hatte jedoch lange Zeit viele Gegner, die befürchteten, durch die Um-fahrung würde man viele vorbeifahrende potenzielle Gäste verlieren. Diese Meinung hat sich in den letzten Jahren geändert. Nun befindet sich die Umfahrung in der Ausschreibungsphase. In etwa drei Jahren soll mit dem Bau begonnen werden.

Quelle: Dr. Kofler, Harald: Heimatbuch Gossensaß und Pflersch, Marktgemeinde Brenner, 2005


200 n. Chr

1204

Die römische Straße, Via Raetia, führt durch das heutige Gemeindegebiet zum Brennerpass.

Erste urkundliche Nennung Gozzensaze.

Ab dem Mittelalter wird die bäuerliche Siedlung zunehmend vom Verkehr geprägt, es entstehen Gewerbe die mit dem Verkehr einhergehen.

15.-16. Jh.

19.

Erste Blütezeit durch den Bergbau im Pflerschtal. Gossensaß wird zum Sitz des Knappenggerichts.

Zweite Blütezeit als Luftkurort für den Nobeltourismus.

Jh.

1918

Südtirol wird italienisches Staatsgebiet. Der Brenner zur Staatsgrenze.

1950

Der Verkehr über dem Brenner nimmt zu, insbesondere der schwere LKW-Verkehr.

er

Die Verkehrsader einst anziehender Wirtschaftsfaktor wurde zum Hauptverursacher des touristischen Niedergangs in Gossensaß selbst.

1973

2020-30

Die Brennerautobahn wird fertig gebaut.

Bereits seit den 60er Jahren gibt es Forderungen nach einer Umfahrung, diese ist nun Planung.

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GOSSENSASS IM ALPENRAUM

Gossensaß ist der Hauptort der Gemeinde Brenner in der autonomen Provinz Südtirol in Italien. Die Gemeinde grenzt nach Norden an Österreich. Südlich befindet sich die Gemeinde Sterzing, welche das Zentrum der Bezirksgemeinschaft Wipptal bildet zu der die Gemeinde Brenner und anderen vier Gemeinden gehören. Hier befinden sich der Sitz der Verwaltung und wichtige Dienstleistungen wie Oberschulen, Krankenhaus und Sozialdienste

München

Rosenheim

Salzburg

Anbindung an die Umgebung Gossensaß

Sterzing

Brixen

Bozen

Innsbruck

Auto

8 min

40 min

65 min

40 min

Bahn

6 min

35 min

70 min

65 min

ja

ja

ja

nein

Radweg

Kufstein

Innsbruck

Gossensaß Sterzing Bruneck Brixen

Meran

Bozen

Staatsgrenze Regions- und Bundeslandgrenzen Südtirol

Trento

Europaregion Euregio Tirol-Südtirol-Trenttino Auotbahn Hauptstraßen

Venezia Verona

Eisenbahn und Bahnhöfe

0

25

50

100km


0

2.5

5

10km

Gries a.B.

Brenner

Pfler

sch

Gossensaß

sch Pfit

Ridn

aun

Sterzing

Trens Staatsgrenze Gemeindegrenze Gemeinde Brenner Autobahn Haupt- und Nebenstraßen Eisenbahn und Bahhöfe Fahrradweg Skigebiet

s

ching

Rats

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BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG Die Bevölkerungszahlen der Gemeinde Brenner erlebten im Laufe des letzten Jahrhunderts große Schwankungen.Ab den Kriegsjahren bis etwa 1961 wuchs die Bevölkerung auf über 2.500 Einwohner. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich an der Lage der Gemeinde an der Staatsgrenze und der damit einhergehenden Präsenz italienischer Soldaten und Beamten. Zusätzlich förderte die damaligen Wirtschaftspolitik Italiens die Arbeitsmigration aus

italienischen Nachbargemeinden nach Südtirol. Dies ändert sich erst in den 60er und 70er Jahren, als man mit der Planung des Autonomiestatuts begann, seitdem verkleinert sich die italienische Sprachgruppe. Seit der Jahrtausendwende spielt zunehmend auch die Zuwanderung aus dem Ausland eine Rolle. 2015 waren etwa 16% der Gesamtbevölkerung nicht italienische Staatsbürger. Gemeinde Brenner Fraktion Gossensaß

2500

2000

1500

1000

500

0

1910

1921

1931

1936

1951

1961

1971

1981

1991

2001

2011

2018

Quelle: Gemeindeverwaltung Brenner


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GESETZESLAGE ZUR RAUMPLANUNG IN SÜDTIROL Im Dezember 2017 genehmigte das Land Südtirol den neuen Gesetzentwurf Raum und Landschaft. Die wichtigsten Ziele entsprechen auch denen der bisherigen Gesetze für Raumordnung und jenes für Landschaftsschutz aus dem Jahr 1972. Den Gemeinden standen bisher zwei Planungsinstrumente zur Verfügung, der Flächenwidmungsplan und der Gemeindebauleitplan. Zusätzlich sollte für die Gebieten der Wohnbauzone A -historische Ortskerne- ein Wiedergewinnungsplan ertstellt werden, dies betrifft auch den historischen Kern Gossensaß. Der neue Gesetzesentwurf für Raum und Landschaft: die Hauptziele: “... nachhaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen, andererseits aber den Bodenverbrauch und die Zersiedelung einzudäm-men....” das wichtigste Instrument: Festlegung einer Siedlungsgrenze ”Innerhalb der Siedlungsgrenzen dominieren Boden-nutzung und Entwicklung, die Gemeinden gestalten diese weitgehend autonom. Hier kann die Bebauung verdichtet werden, Baulücken werden geschlossen, bereits erschlossene Flächen besser genutzt. Auch kann neues Bauland nur innerhalb der Siedlungs-grenzen ausgewiesen werden...”Außerhalb der Siedlungsgrenzen ist das Land zuständig

die vier Planungsinstrumente: - der Landesstrategieplan, der die grundlegen-den Vergaben für die Entwicklung des gesamten Landesgebietes festlegt; - das Gemeindeentwicklungsprogramm, mit dem die Gemeinden die grundlegende Entwicklung auf ihrem Gebiet für zehn Jahre definieren; - der Gemeindeplan Raum und Landschaft, der das Entwicklungsprogramm in die Praxis herunterbricht. - die Durchführungspläne das Gemeindeentwicklungsprogramm: Gemeindeetwicklungsprogramm baut auf Analysen und Erhebungen der Gemeinden: vom Flächen- und Jobbedarf über bestehende Leerstände und Baulück-en bis hin zu Mobilitäts- und Tourismusentwicklung-skonzepten. So entsteht ein Planungsdokument, das die Entwicklungsleitlinien für das Gemeindegebiet langfristig festschreibt.

Quelle: http://www.provinz.bz.it/natur-umwelt/natur-raum/ neues-landesgesetz-raum-und-landschaft.asp


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IST-ZUSTAND


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Gebäudenutzung Mehrfamilienhäußer Einfamilienhaus Ferienappartments Hotel Mischnutzung öffentliche Gebäude Infrastruktur soggiorno montano (Militärkaserne) Anderes (Garagen, Scheunen,...) Leerstehend

1:5000


14

Leerstand, Neubau und Öffnungen zur Straße Neubau (letzten 10 Jahre) Umbau/Erweiterung im Bau befindlich komplett leerstehend Erdgeschoss leerstehend teilweise leerstehend drohender Leerstand Schaufenster öffentlich zugängliche Gebäude (Straßenfassade) Eingänge

1:5000


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Straßen Fußwege Nebenstraße (Dorfstraße) Hauptstraße Brennerstraße (SS12) Autobahn Radweg geplante Umfahrung Bus Eisenbahn

1:5000


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SCHATZKARTE


17 12

12

2

12

2 14

10

6 12

11 3

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3

5 12

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3

1 11

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11 12

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2

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4

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4 12

5

7 1

82

12

3 4

5 3

1 3

räumliche Stärken

11

11

räumliche Schwächen funktionale Stärken

8

funktionale Schwächen 6

Potenziale Gefahren

1:5000


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1

Felder und Wiesen im Dorf

2 Felder und Wiesen am Dorfrand

zentrale Lage im Dorf

räumliche Stärken

funktionale Stärken

bereits teil-erschlossene Flächen; landwirtschaftliche Nutzung

Teil der Natur- und Kulturlandschaft; größere zusammenhängende Freiraumstrukturen

räumliche Schwächen

beginnende Bebauung (Zersiedelung)

funktionale Schwächen

verschärft die Weitläufigkeit im Dorfzentrum

funktionale Stärken

Erholungsgebiet für Mensch und Natur; landwirtschaftliche Nutzung

Potenziale

kompaktes und dichtes Dorfzentrum bei Bebauung

räumliche Stärken räumliche Schwächen

funktionale Schwächen Potenziale

Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft; Dorf mit definierten Grenzen

Gefahren

Zersiedelung durch Bebauung am Dorfrand; Zerstörung ökologisch wertvoller Flächen

Gefahren

Flächen im Dorf

N


19

3

leerstehende Wohnflächen

4 leerstehende Gewerbeflächen

räumliche Stärken

zum Teil historisch wertvolle Gebäude

räumliche Stärken

räumliche Schwächen

verwahrloste und leerstehende Gebäude geben ein negatives Bild von der Umgebung und vom Dorf

größtenteils gut erschlossen über die Hauptstraße

räumliche Schwächen

leerstehende EG-Flächen entlang der Straße geben ein negatives Bild von der Umgebung und vom Dorf; Größtenteils als Wohnflächen ungeeignet; Rückbau nicht möglich da die OG bewohnt sind

funktionale Stärken funktionale Schwächen

Wohnfläche ist ungenutzt

Potenziale

Erhalt historisch wertvoller Gebäude als Teil des kulturellen Erbes; Nachhaltigkeit durch Nutzung bereits erschlossener und verbauter Flächen; Belebung und Aufwertung des Zentrums durch Wiedernutzung des Leerstands

funktionale Stärken

potentiell günstige Mieten

funktionale Schwächen

ungenutzte Flächen die kaum wieder so nutzbar sind wie ursprünglich geplant (traditioneller Einzelhandel unwahrscheinlich)

lange Leerstandzeiten erschweren Renovierung; Ausweitung des Leerstands durch Vernachlässigung (bei teilweise leerstehenden Gebäuden)

Potenziale

Belebung und Aufwertung des Zentrums durch Nutzung der EG-Flächen; Unkonventionelle Nutzung möglich

Gefahren

Andauern der Leerstandsituation; lange Leerstandzeiten erschweren Renovierung

Gefahren

Leerstehendes Wohnhaus

Leerstehende EG-Zone


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5

6 Radwege

Durchwegung

räumliche Stärken räumliche Schwächen

funktionale Stärken

räumliche Stärken Fußwege fehlen, sind mangelhaft, zugewuchert oder versperrt; Topographie macht eine barrierefreie Erschließung des Dorfes schwierig durch den langsamen Verkehr auf den seitlichen Dorfstraßen wird die Verkehrsfläche von Fußgängern und Autofahrern gemeinsam genutzt

räumliche Schwächen funktionale Stärken

touristische Nutzung (Alpenüberquerung etc.)

funktionale Schwächen

Das Radwegnetz wird größtenteils nur zu Freizeitzwecken genutzt - Pendeln findet kaum statt

Potenziale

Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel einbinden (Chance E-Bike)

funktionale Schwächen Potenziale

Fortbewegung im Dorf zu Fuß statt mit dem Auto durch kurze und attraktive Wege; Vermehrte Nutzung des ÖNV durch eine bessere fußläufige Erreichbarkeit des Bahnhofs und der Bushaltestellen

Gefahren

Gefahren

Engstelle der Brennerstraße

direkte Anbindung an das Südtiroler Radwegenetz (Verbindung nach Sterzing, Brenner und Pflersch)

Radweg


21

7

öffentlicher Nahverkehr (ÖNV)

6 Brennerstraße

räumliche Stärken

Bahnhof und Bushaltestellen relativ zentral gelegen

räumliche Stärken

historisch gewachsener Straßenzug mit abwechslungsreicher Raumstruktur (81)

räumliche Schwächen

Bushaltestellen im Freien und teilweise ohne Überdachung

räumliche Schwächen

an sehr engen Stellen fehlt der Gehsteig gänzlich (-> 5)

funktionale Stärken

gute Anbindung und Taktung des ÖNV

Verkehr und Emissionen vermindern die Aufenthalts und Wohnqualität entlang der Straße (82)

starke Nutzung durch Schüler, Studenten und Pendler funktionale Stärken

funktionale Schwächen Potenziale Gefahren

Bahnhof

sanfter Tourismus -> autofreie Anreise und Erkundung der Region mit dem ÖNV

funktionale Schwächen

viele EG Flächen entlang der Straße stehen leer (-> 4)

Potenziale

geplante Umfahrung ermöglicht einen neuen Umgang mit der Straße

Gefahren

unattraktive Hauptstraße lässt Gossensaß verkommen erscheinen

Brennerstraße im Dorf


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9

10 Bildungseinrichtungen

Dorfplatz

räumliche Stärken

zentrale Lage und gute Erreichbarkeit

räumliche Schwächen

weitläufiger Platz ohne klare Struktur und Eingrenzung; der Hauptbereich des Platzes, das (gefühlte) Zentrum des Dorfes, wird als Parkplatz genutzt

funktionale Stärken

Gefahren

funktionale Stärken

Kindergarten bis Mittelschule (3-14 Jahre) im Dorf vorhanden; attraktiver Wohnort für Familien

funktionale Schwächen

es gibt Bedürfnis nach einer Kinderkrippe (0,5-3 Jahre)

Potenziale

Attraktivität Gossensaß´s als Wohnort für Familien erweiterbar

ein kleiner Supermarkt wird wahrscheinlich zum Dorfplatz umziehen

Gefahren

Dorfplatz

Schule und Kindergarten befinden sich zentral im Dorf - Kinder im Dorf können alleine zur Schule gehen

räumliche Schwächen

eine Vielzahl an Versorgungsangeboten befindet sich um den Platz

funktionale Schwächen Potenziale

räumliche Stärken

neue Kindergarten


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11

öffentliche Einrichtungen und Gewerbebetriebe

räumliche Stärken

wichtige öffentliche Einrichtungen befinden sich zentral um den Dorfplatz (->9) (größtenteils im Gemeindehaus)

12

Freizeitangebote

räumliche Stärken räumliche Schwächen funktionale Stärken

viele Freizeitangebote im und um das Dorf: Skigebiet, Wander- und Spazierwege, Radwege, Rodelbahnen, Freibad, Eislaufplatz, Spielplatz, ...

funktionale Schwächen

Leerstand der Sport- und Wellnessanlagen des Palast-Hotels

Potenziale

zukunftsträchtiger Tourismus und Wohnortsqualität durch ganzjährige und vielfältige Freizeitangebote

räumliche Schwächen funktionale Stärken

funktionale Schwächen

Grundversorgung ist gegeben; einige Cafés, Restaurants und Hotels sind im Dorf verteilt wenige Gewerbebetriebe

Potenziale Gefahren

Rathaus

Schließung von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben durch zunehmende Nutzung der Angebote in Sterzing (Gossensaß wird zum Pendlerdorf)

attraktive Landschaft in der unmittelbaren Umgebung

Gefahren

Eislaufplatz


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13

ehemaliges “Palasthotel“

räumliche Stärken

denkmalgeschütztes Grand-Hotel aus der Zeit des Nobeltourismus

räumliche Schwächen

Renovierung durch Größe und Denkmalschutz teuer

funktionale Stärken

14 “Soggiorno Militare“ Militärhotel räumliche Stärken räumliche Schwächen

im Vergleich zum Dorf sehr große Anlage abgeschlossener und unzugänglicher Bereich

funktionale Stärken

funktionale Schwächen

Konzept für eine Gesamtnutzung kaum möglich da heute viele kleine Ferienapartments in privaten Händen

Potenziale

Sondernutzung für Großprojekt

Gefahren

weiterer Verfall

funktionale Schwächen

zivile Nutzung in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich

Potenziale

Integration der Anlage in die Dorfstruktur

Gefahren


25

Dorfgemeinschaft räumliche Stärken

Veranstaltugnsplatz mit Bühne im Zentrum des Dorfes

räumliche Schwächen

Vereinsräume “versteckt” - Vereinsleben nur wàhrend öffentlichen Veranstaltungen sichtbar

funktionale Stärken

Wohnortsqualität durch aktive Dorfgemeinschaft mit vielen Vereinen

funktionale Schwächen

neu Zugezogene nehmen kaum am Vereinsleben teil

Potenziale Gefahren

Schließung der Vereine durch Mangel an Mitgliedern


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DIE STRASSE - IST ZUSTAND Hotel

Wohnhaus

Färberstraße

Kurve

TrIbulaunstraße Wohn und Geschäftshaus leerstehende Fläche

Café Sporthotel

Obergeschosse Erdgeschoss

genutzte Fläche

teilweise oder drohender Leerstand


Wohn und Geschäftshaus denkmalgeschützt

Wohnhaus Wohnhaus

Wohnhaus

Freiabad

Wohn und Geschäftshaus denkmalgeschützt

Dorfplatz

Bach Wohnhaus

Gasthof Moar

Wohnhaus

Durchgang Mühlgasse Wohn und Geschäftshaus 27


Wohnhaus

Wohn und Geschäftshaus denkmalgeschützt

Wohn und Geschäftshaus

Scheune

Mühlgasse

Wohnhaus und Restaurant

Wohn und Geschäftshaus

Wohn und Geschäftshaus

28


29

Wohn und Geschäftshaus

Treppen zur Färberstraße

Wohnhaus

Wohnhaus

Wohnhaus

Wohnhaus

Vereinshaus


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31

GOSSENSASS KÖNNTE...


32

GOSSENSASS KÖNNTE...

… sich zu einem kompakten und nachhaltigen Dorf entwickeln. Durch die Schaffung und den Erhalt vielfältiger Wohnangebote bleibt Gossensaß ein attraktiver Wohnort für Menschen in allen Lebenslagen. Der vorrangige Umbau von Bestand und die Bebauung von Baulücken und dorfinternen Flächen für neuen Wohnraum, schafft ein kompaktes Dorf und schützt den Natur- und Kulturraum an den Ortsgrenzen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Dorfentwicklung mit funktionierender lokaler Versorgung.


33

Eine Siedlungsgrenze definieren um Zersiedelulng und Flächenverbrauch einzudämmen.


34

Die Nutzung und den Umbau von Leerstand fรถrdern.


35

Bei Neubau vorrangig dorfinterne Flächen nutzen.


36

GOSSENSASS KÖNNTE...

… ein Vorbild für alternative Mobilitäts- und Verkehrskonzepte sein. Durch die neue Umfahrung ergibt sich die Chance die Verkehrsplanung innerhalb des Dorfes neu zu überdenken und aktiv zu formen. Durch eine Umgestaltung der Verkehrsflächen im Dorfkern kann die Dominanz der Autos reduziert und die Aufenthaltsqualität stark verbessert werden. Dazu müssen kurze, direkte und fußgängerfreundliche Wege das zu Fuß gehen innerhalb des Dorfes attraktiver machen. Alternative Mobilitätskonzepte sowie die bessere Integration des ÖNV können den privaten PKW, sowohl im täglichen Gebrauch als auch im regionalen Tourismus, ergänzen und im besten Fall teilweise ersetzen.


37

Den Ortskern und die neue Bgegenungszone durch ein einheitliches Material im StraĂ&#x;enraum. Die BrennerstraĂ&#x;e als besondere Fahrspur erkennbar machen.


38

Die Durchwegung und FuĂ&#x;gängerfreundlichkeit im Dorf durch kurze attraktive Wege verbessern.


39

Zusätzliche Mobilitätsangebote, wie Bike-Sharing (Wip.Bike) und Car-sharing der Gemeinde anbieten.


40

GOSSENSASS KÖNNTE...

… die Digitalisierung als Chance zur Etablierung neuer Arbeitsformen im Dorf nutzen. Durch Umnutzung und Umbau von derzeit leerstehenden Gewerbeflächen können ein professionelles und attraktives Arbeitsumfeld für Co-Working, Tele-Arbeit, Workation sowie temporäre Arbeitsplätze geschaffen werden. Nachdem die Umfahrung fertiggestellt wurde, können so die neu angesiedelten Arbeitsplätze zu einer Wiederbelebung des neugestalteten Straßenraums führen.


41

Alternative Arbeitsplätze für Selbstständige, Tele-Arbeiter, Digital Nomaden ect. in Form eines Co-Working-Space anbieten.


42

Eine neue Wohnform f체r tempor채res Wohnen, besonders f체r Digital Nomade, als Zentrum f체r Workation schaffen.


43

Den Co-Working-Space, die umliegenden EG-Flächen und das Workation Haus zu einem kleinen Arbeitshub entwickeln.


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GOSSENSASS KÖNNTE...

… ein aktives und gesundes Gemeindeleben weiter fördern. Der Ibsenplatz ist das Zentrum des Dorfes und soll sich durch eine Umgestaltung und Umfunktionierung vom heutigen Dorf’park’platz zu einem modernen, auf die Dorfbewohner ausgerichteten Platz, wandeln. Durch neue Angebote um den Platz sollen die bereits vorhandenen Angebote ergänzt und neue Orte, auch für spontane Begegnungen, geschaffen werden. Das zentrale, neu errichtete, DorfZentrum wird zum sichtbaren Herz des Gemeindelebens und bietet Raum für Vereine, Freizeitaktivitäten und die Bibliothek.


45

Der Ibsenplatz vom Parkplatz zum Dorfzplatz umgestalten.


46

Ein neues DorfZentrum errichten, dass als Herz des Gemeindelebens dient.


47

Den Bewohnern zusätzliche Orte fßr Begegnungen, durch neue Angebote, bieten.


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UMSETZUNG...


50

MASTERPLAN 1

Nördlicher Übergang zur Begegnungszone

16

NussBau

2

Westlicher Übergang zur Begegnungszone

17

Co-Working am Bach

3

Schule und Theater im Dorfkern

18

Bouldern im Stodl

4

Südlicher Übergang zur Begegnungszone

19

Fußweg am Bach

5

Gehsteig auf Straßenniveau

20

Fußweg zum Bahnhof

6

Umlenkung der Straßenführung

21

Verbindung vom Bahnhof zur Schule

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Gehsteig an der Pflerscherstraße

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Öffentliche Grünfläche

24

Neuer Fußweg

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Die Sockelzone

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Fahrradweg durch das Dorf

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Wip.bike Station

7 8 9

Dorfplatz statt Parkplatz Neues DorfZentrum Bushaltestelle am Dorfplatz

10

Neuer Parkplatz im Zentrum

11

Parken in der Baulücke

12

Dorfladen im Knappenhaus

13

Neue Kinderkrippe

14

Altenwohnen im Dorfkern

28

Alte Villa

15

Kirchenaufzug

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Tennisplätze und Wellnessbereich des Palasthotels


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3

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10 16 9 27

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13

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5

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1:2500


52

1

Nördlicher Übergang zur Begegnungszone Der Belagswechsel der Fahrspur und die Anhebung zum Gehsteigniveau kennzeichnen den Beginn der Begegnungszone im Dorfkern. Die gesamte Verkehrsfläche erhält ein einheitliches Material (roter Porphyr). Die nun schmalere Fahrspur der alten Brennerstraße bleibt durch eine andere Steingröße und -anordnung angedeutet. Sich entgegenkommende Autos können auf den Gehbereich ausweichen.

11

Parken in der Baulücke Die Baulücke an der nördlichen Dorfeinfahrt wird zu einem Parkplatz umgestaltet.

14

Altenwohnen im Dorfkern Die Baulücke unterhalb der Kirche eignet sich durch dessen Nähe zum Dorfplatz und zu den wichtigen Einrichtungen wie Arzt, Dorfladen und Bushaltestelle für einen Neubau mit betreuten Altenwohnungen.

15

Kirchenaufzug Die Bebauung der Baulücke inkludiert einen öffentlichen Aufzug um einen barrierefreien Zugang zur Kirche und zum Friedhof zu ermöglichen.

16

NussBau Das Hotel Nussbaumer wird zur Unterkunft des Workation-Projekts umgebaut. Eine Mischung aus Hostel und Wohngemeinschaft bietet einen temporären Wohnraum für digitale Nomaden, die nach Gossensaß kommen um das Freizeitangebot und den Co-Working Hub zu nutzen.

23

Öffentliche Grünfläche Die Grünfläche wird geöffnet und durch einen Fußweg zugänglich gemacht.


53 15

14 11

1

16

23

1:500


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7

Dorfplatz statt Parkplatz Der Dorfplatz, welcher zur Zeit als Parkplatz genutz wird, wird umgestaltet. Zwei Neubauten, in denen sich das neue DorfZentrum und eine Freilichtbühne befinden, rahmen den Platz ein.

8

Neues DorfZentrum Im ersten Neubau befindet sich das neue Dorfzentrum, dass das Gemeinde- und Vereinsleben in die Mitte des Dorfes rückt. Im Gebäude befinden sich ein Café, Multifunktionsräume, und die Bibliothek, die neben dem Buchverleih auch Lernräume anbietet und zur Koordinierungsstelle des Dorflebens wird. Im benachbarten Neubau befindet sich eine Freilichtbühne mit angeschlossener Schenke.

9

Bushaltestelle am Dorfplatz An der Außenwand der Freilichtbühne ist eine wettergeschützte Bushaltestelle integriert.

10

Neuer Parkplatz im Zentrum Der neue Parkplatz befindet sich auf dem früheren Veranstaltungsplatz. Hier gibt es E-Ladestationen um lokal die Elektromobilität zu fördern und als Lademöglichkeit für Durchreisende.

12

Dorfladen im Knappenhaus Der Dorfladen zieht in die EG-Zone des Knappenhauses auf dem Dorfplatz, wodurch dieser zusätzlich belebt wird. Die Obergeschoße werden saniert und weiterhin als Wohnungen genutzt.

27

Wip.bike Station Ein neues eBike-sharing Angebot der Bezirksgemeinschaft Wipptal schafft ein Mobilitätsangebot für und zwischen den Gemeinden. Die Leihstation in Gossensaß befindet sich sichtbar im Ortskern. Das Fahrrad soll auch als Nahverkehrsmittel wahrgenommen werden.


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10

9 27

8 7

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1:500


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17

Co-Working am Bach Das denkmalgeschützte Gebäude wird zu einem Co-WorkingSpace umgebaut und schafft somit eine neues Arbeitsangebot im Dorf. Die Arbeitsplätze stehen sowohl Einheimischen als auch den Workation-Besuchern zur Verfügung. Bei Bedarf kann der Co-Working-Space auch auf anderen EG-Flächen um den Bach erweitert werden, wodurch sich ein kleines Arbeitshub bildet.

18

Bouldern im Stodl Die alte Scheune wird zu einer Boulderhalle umgebaut und schafft ein zusätzliches, originelles Freizeitangebot im Dorf. Eine große Glasfront öffnet sich zur Straße und lässt somit eine Interaktion zwischen Kletterern und Passanten zu.

19

Fußweg am Bach Der Fußweg, der den Nussbau mit dem Co-Working-Space verbindet wird erneurt. Durch den Rückbau eines kleinen Nebengebäudes, entsteht am Bach ein kleiner idyllischer Platz.


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19

17

18

1:500


58

4

Südlicher Übergang zur Begegnungszone Der Belagswechsel der Fahrspur und die Anhebung zum Gehsteigniveau kennzeichnen den Beginn der Begegnungszone im Dorfkern. Die angedeutete Fahrspur folgt dem Verlauf der alten Brennerstraße.

5

Gehsteig auf Straßenniveau Der Gehsteig vor den Reihenhäußern an der Brennerstraße wird auf das Straßenniveau heruntergesetzt. Die leerstehenden Gewerbeflächen können zu Wohnungen umgebaut werden.

25

Die Sockelzone Die Sockelzone wird in drei Teile unterteilt. Der südliche Teil bleibt als Gemeindegarage erhalten, in der E-Leihautos zur Verfügung gestellt werden. Der mittlere Teil wird zu einer Vereinswerkstatt mit angrenzendem Fahrradverleih umgestaltet. Der nördliche Teil wird rückgebaut und die neu entstandene Freifläche mit rückgesetzten Parkplätzen versehen.

26

Fahrradweg durch das Dorf Der innerdörfliche Verlauf des Südtiroler Radwegnetz wird über den Dorfplatz auf die neue Brennertraße verlegt, wo sie das DorfZentrum, Cafés und die Vereinswerkstatt passiert.


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25

26

5

1:500


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24

Neuer Fußweg Ein neuer Fußweg schafft eine direkte Verbindung vom Hotel Gudrun zum Neubaugebiet an der Alten Postgasse.

29

Tennisplätze und Wellnessbereich des Palasthotels Die ungenutzten Freizeiteinrichtungen des ehemaligen Palasthotels werden saniert und als zusätzliches Freizeitangebot zugänglich gemacht. Der Tourismusverein oder die Bibliothek als Dorfkümmerer könnten diese koordinieren.


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24

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1:500


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6

Umlenkung der Straßenführung An der Abzweigung wird die Hauptverkehrsrichtung der Straße zum Bahnhof gelenkt. Man muss abbiegen um ins Dorf zu fahren.

22

Gehsteig an der Pflerscherstraße Die Pflerscherstraße wird mit einem Gehsteig versehen, und so der Bahnhof mit dem südlichen Dorfteil verbunden.

28

Alte Villa Die Alte Villa eignet sich durch deren Größe für einen Umbau zu mehreren Wohnungen, zum Beispiel als Genossenschaftsprojekt. Durch die prominente Lage unmittelbar nach der Kreuzung, kennzeichnet sie den südlichen Dorfeingang, und gibt somit einen ersten Eindruck des Dorfes.


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28

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6

1:500


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2

Westlicher Übergang zur Begegnungszone Den westlichen Beginn der Begegnugszone bildet die Verbindungsachse zwischen Park und Schule. Hier gehen die asphaltierte Straße und der Radweg in eine homogene, einheitliche Straßenpflasterung über.

3

Schule und Theater im Dorfkern Der einheitliche Straßenbelag integriert die Schule und das Theater in den Dorfkern.

13

Neue Kinderkrippe Das Erdegschoss des Gemeindehauses, gegenüber des gerade neu gebauten Kindergartens, wird zu einer Kinderkrippe umgebaut. Dadurch können Synergieeffekte genutzt werden.

21

Verbindung vom Bahnhof zur Schule Durch eine zusätzliche Verbindung vom Bahnhof zur Schule werden kurze Wege geschaffen und so die Fußläufigkeit im Dorf verbessert.

20

Fußweg zum Bahnhof Durch eine bessere Verbindung für Fußgänger vom Dorf zum Bahnhof soll die Nutzung der Bahn gefördert werden. Die Treppe wird umgebaut und mit einem angenehmen Schrittmaß versehen. Ein zuätzlicher Aufzug ermöglicht die Überwindung des Geländesprungs mit schwerem Gepäck, Kinderwagen und Rollstuhl.


3

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2

21

13 20

1:1000


66

DER DORFPLATZ B

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EG


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+1

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68

AA

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DER NUSSBAU

Der NussBau, wird zum Wohngebäude des Workation-Projekts. Das Projekt kombiniert Arbeiten und Freizeit, insbesondere für arbeitsplatzunabhängige Berufe. Die Bewohner des NussBaus können z.B. morgens Skifahren oder eine Mountainbike-Tour machen und nachmittags im Co-Working-Space arbeiten. Im OG befinden sich Zimmer und Mini-Apartments, im EG eine Essküche, eine Stube und der öffentliche Eingangsbereich mit Bar.

Kurz oberhalb des NussBaus beginnt der neue Straßenbereich der den Dorfkern kennzeichnet. Der Belagwechsel und der sich verengende Straßenraum auf der Höhe des NussBaus weisen die bergab fahrenden Autofahrer darauf hin, dass eine neue Straßensituation bevorsteht. Die Aufmerksamkeit der Fahrer wird erhöht und die Fahrgeschwindigkeit reduziert.


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DORFLADEN IM KNAPPENHAUS

Das alte Knappenhaus am Eck zwischen Dorfplatz und Brennerstraße wird im EG zum neuen Dorfladen umgebaut. Der Zugang erfolgt über den Dorfplatz. Die Wohnungen in den OGs werden saniert und weiterhin als Wohnungen genutzt.

Die Verbindung zwischen der Brennerstraße und dem neuen Dorfplatz wird durch einen fließende Übergang des Straßenbelags hergestellt und die Blickbeziehung zum Gemeindehaus sowie zum neuen DorfZentrum geöffnet. An dem besonders engen Straßenabschnitt vor dem Knappenhaus wird die Fahrspur verschmälert und der Gehsteig erweitert. Sich entgegenkommende Autos haben die Möglichkeit auf den Gehsteig auszuweichen.


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CO-WORKING AM BACH

Das denkmalgeschützte Gebäude der Tiroler Moderne wird zum Co-Working-Space umgebaut. Hier können sowohl Bewohner aus dem Dorf und aus der Umgebung sowie Besucher gemeinsam in Büros arbeiten. Das dynamische Arbeitsumfeld eignet sich besonders für kreative und selbstständige Berufe. Im EG befinden sich ein großer Arbeitsraum und ein Meeting-Raum. Das Obergeschoss kann zu weiteren Arbeitsräumen oder zu Wohnungen umgebaut werden. Bei Bedarf kann der Co-Working-Space auch auf anderen EG-Flächen um den Bach erweitert werden, wodurch sich ein kleiner Arbeitshub bildet.


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BOULDERN IM STODL

Die alte Scheune am Bach wird zu einer Boulderhalle umgebaut. Dadurch wird dieser Straßenbereich neben dem Arbeitshub auch für andere Nutzegruppen attraktiv gestaltet. Die BOulderhalle wird ein Treffpunkt für Einheimische, Workationer und Touristen

Der malerische Straßenraum um den Bach wird durch eine leicht schlängelnde Fahrspur hervorgehoben. Dadurch entstehen vor den Gebäudeeingänge breitere Gehsteig-Bereiche die zur Nutzung des Straßenraums einladen.


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DIE SOCKELZONE

Das zweite Drittel wird zu einer Vereinswerkstatt ausgebaut mit angehängtem MTB-Verleih. Das letzte Drittel wird weiterhin als Garage für Gemeindefahrzeuge genutzt. Hier werden zusätzlich zwei E-Leihautos der Gemeinde zur Verfügung gestellt, welche sowohl für Touristen als auch für Einheimische zur Verfügung stehen.

Ein Teil der Sockelzone wird zurückgebaut und mit zurückversetzten Parkplätzen versehen.


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ALTE VILLA

Die Villa an der südlichen Dorfeinfahrt wird saniert und wiederbelebt. Die Größe des Hauses bietet Platz für unterschiedliche Wohnungen und könnte als Genossenschaftsprojekt zu einem flexiblen Mehrgenetationenwohnhaus mit großem Gemeinschaftsgarten umgebaut werden.


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EIN TAG IN GOSSENSASS

Familie Mair Nachdem Lukas auf die Welt gekommen ist, hat Familie Mair eine Genossenschaftswohnung in der Alten Villa am Dorfeingang gekauft. Die Kinder lieben den Garten! Wenn ihr Vater, Daniel, nicht gerade am Renovieren ist, ist er mit dem Rad unterwegs - oft sogar bis nach Sterzing zur Arbeit. Heute Vormittag ist Daniel mit Alex verabredet. Sie wollen gemeinsam eine kleine Fahrradtour zu den Bunkern auf dem Sattelberg machen und treffen sich beim Radverleih um für Alex ein Fahrrad auszuleihen. Im Dorfladen holen sie noch Proviant und hören von Frau Rosa, dass es nachmittags regnen soll. Nachdem Daniel zurück ist, und die Kinder wegen des Regens aus dem Freibad zurückkommen, geht er mit ihnen in die Boulderhalle. Dort finden die Kinder neue Freunde und Daniel lernt Sergio Bianchi kennen. Die beiden nutzen die Gelegenheit um in die naheliegende Bar zu verschwinden. Dort erzählt Daniel, der Mitglied der Vereinskapelle ist, vom Dorffest. Sergio freut sich und verspricht vorbei zu kommen.


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Famiglia Bianchi Die Familie fährt jeden Sommer in die Alpen zum Wandern. Dieses Jahr haben sie beschlossen, den üblichen Sommerstau zu vermeiden und mit dem Zug nach Gossensaß zu fahren. Dort haben sie neben der guten Anbindung auch Leihautos und Leihräder für Tagesausflüge zur Verfügung. Heute möchten sie jedoch zur Tribulaunhütte wandern. Während sie Proviant für die Wanderung kaufen, treffen sie Frau Rosa, die sie vor dem Nachmittagsgewitter warnt. Am frühen Nachmittag kommt Famiglia Bianchi wieder zurück ins Hotel. Sie können den Donner bereits im Nachbartal hören. Die Kinder sind noch immer voller Energie und der Rezeptionist empfiehlt Sergio mit ihnen zur Boulderhalle zu gehen. Dort finden die Kinder schnell Freunde und Sergio lernt so auch Daniel kennen. In der nahegelegenen Bar erfährt er vom Dorffest und verspricht mit seiner Familie zu kommen.


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Frau Rosa Frau Rosa lebt seit kurzem in einer der Altenwohnungen im Dorf und freut sich nun endlich wieder selbstständig Erledigungen machen zu können. Am Vormittag geht sie wie immer zum Dorfladen am Platz um Zutaten für einen Apfelstrudel zu kaufen. Dort trifft sie Famiglia Bianchi die zur Tribulaunhütte wandern möchte. Da sie für die lange Wanderung bereits recht spät dran sind, empfiehlt ihnen Frau Rosa lieber zur Hühnerspielhütte zu wandern. So würden sie es auch schaffen rechtzeitig vor dem Regen, der immer am Nachmittag kommt, wieder im Tal zu sein. Nachmittags hilft Frau Rosa regelmäßig in der Bibliothek im neuen DorfZentrum aus. Heute kommt Anna vorbei, die für die kommende Woche den Seminarraum reservieren möchte. Später, nach einem schnellen Kaffeetratsch mit Freunden im DorfZentrum eilt sie mit ihrem Rollator nach Hause um den Strudel für das Vereinsfest fertig zu backen.


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Alex Alex ist selbstständiger Web-Designer aus Berlin. Er kommt jeden Sommer nach Gossensaß, da er gerne in den Bergen wandert und Fahrrad fährt. Ebenso wichtig ist ihm im CoWorking-Space einen modernen Arbeitsplatz zur Verfügung zu haben. Am Vormittag trifft er sich mit Daniel, den er bei seinem letzten Besuch kennen gelernt hat. Sie wollen gemeinsam eine Fahrradtour zu den Bunkern auf dem Sattelberg machen und treffen sich vor dem Fahrradverleih. Nach der Tour geht er in das Co-Working-Space zum Arbeiten, wo er endlich den Mut aufbringt Anna auf einen Kaffee einzuladen. Am Abend soll es im Dorf ein Fest geben, er freut sich schon auf ein Feierabendbier.


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Anna Anna ist in Gossensaß aufgewachsen. Nach ihrem Studium hat sie mit einem Freund ein Internet-StartUp gegründet. Sie arbeiten im Co-Working-Space, der ihnen die Firmengründung erleichtert hat. Heute ist Anna Mitorganisatorin des Co-Working-Space. Nächste Woche kommt ein Münchner Architekturbüro für eine Klausurwoche mit anschließendem Wanderausflug nach Gossensaß. Da der Co-Working-Space nicht genug Platz bietet, reserviert sie bei Frau Rosa den Multifunktionsraum im DorfZentrum. Am Nachmittag kommt auch Alex wieder ins Büro, und lädt sie stotternd auf einen Kaffee ein. Um 17 Uhr macht sie Feierabend, da sie noch bei der Organisation des Dorffestes mithelfen will.


Zum Abschluss möchte ich mich bei all denen bedanken die mich im Laufe der letzten Monate unterstützt haben. An Herrn Prof. Michaeli und seinem Lehrstuhl für die herausfordernde und zum Nachdenken anregende Betreuung. An die Bewohner der Gemeinde Brenner, die mir durch konstruktive Gespräche aufschlussreiche Einblicke in das Gemeindeleben gegeben haben. An meine Studiokollegen, für die spannende und meist auch unterhaltsame Zeit. Und an Johannes und meine Familie, die nun Gossensaß genauso gut kennen wie ich.


Umfahrung und dann? Dorfentwicklung an der BrennerstraĂ&#x;e.

Laura Haller, Masterthesis 2018, Lehrstuhl sustainable urbanism

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Umfahrung und dann?  

Dorfentwicklung an der Brennerstraße. Masterthesis Architektur 2018 TU München Lehrstuhl sustainable urbanism

Umfahrung und dann?  

Dorfentwicklung an der Brennerstraße. Masterthesis Architektur 2018 TU München Lehrstuhl sustainable urbanism

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