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Kurse

Die zehn Gebote des Tai-Ji-Quan Willst Du ins Unendliche schreiten, geh im Endlichen nach allen Seiten. Goethe Das Üben von Tai-Ji-Quan setzt voraus, dass wir mit dem eigenen Körper in gutem Kontakt sind. Meistens nehmen wir unseren Körper jedoch gar nicht bewusst wahr. Eine Körperwahrnehmung muss sich erst ins Bewusstsein drängen, damit wir sie wahrnehmen. Oder wir müssen uns bewusst entscheiden, den Körper zu beachten. Aber selbst dann nehmen wir nicht den Körper als Ganzes, sondern immer nur bestimmte Bereiche und Aspekte wahr. Die Körperwahrnehmung ist der Schlüssel zu einer guten Selbstorganisation. Die folgenden zehn Gebote des Tai-Ji-Quan sind als Anweisungen zu verstehen, den eigenen Körper von Kopf bis Fuß durchzufühlen, damit der Reiz zur Information werde und zur guten Selbstorganisation beitrage.

1. Den Kopf entspannt aufrichten Der Kopf sollte gerade nach oben gestreckt und das Gesicht nach vorne gerichtet werden. Man sagt dazu auch, dass der Kopf wie ein Senklot am Scheitelpunkt aufgehängt wird. Dies geschieht ohne jeglichen Kraftaufwand, da sich sonst der Nacken versteifen kann und so die Blut- und Qi-Zirkulation behindert. Man sollte im Nacken, im Hals- und im Kopfbereich locker, beweglich und natürlich bleiben. Die Lippen leicht geöffnet lassen. Die Zähne sollte man dabei nicht zusammenbeißen. Die Kiefer bleiben entspannt und locker aufeinander liegen. Man atmet trotz des leicht geöffneten Mundes durch die Nase ein und aus und lässt die Atmung auf natürliche Weise geschehen. Die Zunge unter den oberen Gaumen hinter die Schneidezähnen legen. Während der gesamten Übungsform bleibt die Zunge an diesem Ort und schließt den Energiekreislauf.

2. Die Brust zurückhalten und den Rücken lang machen Die Brust zurückhalten heißt: den Brustkorb durch das Hängenlassen der Schultern in seine natürliche und freie Haltung bringen, so dass das Qi in die Tiefe des Bauches und in das Dan Tian (ein Punkt ca. 5 cm unter dem Nabel direkt unter der Bauchdecke) hineinsinken kann. Keinesfalls den Brustkorb nach vorn überstrecken. Sonst drängt das Qi zu stark hinauf in den Brustkorb, so dass der Oberkörper schwer und der Unterkörper 34

Vereinsmitteilung Nr. 167  
Vereinsmitteilung Nr. 167  
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