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part.1


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FESTIVAL GUIDE Exemple


Festival guide 2011 FESTIVAL: Eine feierwütige Veranstaltung – Musik – Sonne – Idylle – weibliche (und männliche) Augenweiden – Camping – Ferien – Stars – Möchtegern-Stars – Groupies – die Leckereien von Tante Josianne – Rock – durchnässte T-Shirts – Flip Flops – Spektakel – hohe Testosteronkonzentration – Alkohooooool – Hühnerhaut – und schon wieder das Höschen verloren – Backstage – Annäherungsversuche – zerschlissene Louboutin Stiefeletten – überteuerte Essensstände –Snobs Elektro – splitterfasernackt im Wald pinkeln – Schlamm – Zickenterror – Lärm – fettige Haare – Metaaaal – und schon wieder meinen Freund verloren – Caprihosen verboten – Pilzernten – Besäufnis – lange Haare und weiche Knie – Tanzwut – Mundgeruch – und noch mehr saufen – hast du mir mal schnell einen Zettel? – Hysterie – Erbrechen – Gedränge – und wo ist jetzt schon wieder mein Auto... Wir erklären den Festivalsommer (Part 2) 2011 für offiziell eröffnet! Text: Joël Espi, Ron Lahyani Layout: daïan


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F Das Montreux Jazz Festival brauchen wir wohl nicht mehr vorzustellen. Diese Phrase hört man oft und dennoch wird sie selten wörtlich genommen. Und genau dies wird auch hier der Fall sein. Doch wieso zum Teufel schreibe ich dann, dass wir es nicht mehr vorzustellen brauchen? Na ja, vielleicht einfach um etwas einzuleiten, das „uneinleitbar“ ist. Ein journalistisches Konzept, das sich jedes Jahr aufs Neue wiederholt: man sucht ein originelles Detail das man hervorheben kann, damit man sich nicht sinnlos wiederholen muss. Nicht ganz einfach. 16 Tage Festival, 12 Locations, 10 davon gratis, 18 Stunden täglich geöffnet, doch all das wisst ihr schon. 1‘000 Musiker, 1‘000 Stunden Musik, 230‘000 Besucher, 1‘400 Staff, doch das mögt ihr auch schon wissen… 4‘000 Plätze im Stravinski, 2‘500 in der Miles Davis Hall… nein, es ist zwecklos.

Live Act Einige Fragen an Claude Nobs (den wir sicherlich auch nicht mehr vorzustellen brauchen). Die Besonderheit Ihres Festivals? Seine einzigartige Geschichte und sein geniales Programm. Gibt es noch einen Künstler den Sie gerne einladen würden? John Coltrane, er ist früh gestorben, viel zu früh. Der beste Live Act des MJF? Davon gibt es viele! Einen wahnsinnigen live Auftritt hat ohne Zweifel Aretha Franklin 1971 hingelegt. Ihre Energie und Bühnenpräsenz war unglaublich! Und Ihre grösste Enttäuschung? Missy Elliott 2010. Sie gab ein Konzert das ihrer sonst so genialen Karriere nicht würdig war. Neben ihren Liedern hat sie auch noch die Produkte ihres Sponsors zum Besten gegeben…

Tommy Boy 30th Anniversary (Rap für Dreissigjährige) Tommy Boy ist ein Hip Hop Label das 1981 von Tom Silverman mit gerade einmal 5‘000 von seinen Eltern geliehenen Dollars und viel Mut gegründet wurde. Einige Jahre später wurde es zu einem riesigen Business, an dem Warner 50% Anteil hatte und dann jedoch von Tom 2002 wieder zurückerobert wurde. Um seinen dreissigsten Geburtstag zu feiern hat das MJF ganz grosse Namen wie House of Pain, Africa Bambaataa oder auch Coolio überzeugen können. Um dem Old School Spirit des Hip Hops treu zu bleiben findet man die „vier Säulen“ des Musikstils wieder mit Graffitis auf der Bühne, Tanz und natürlich am allerwichtigsten den MCs und Scratches.


Die Zückerchen des Montreux Jazz Café (gratis) Arcade Fire (Die Herzen in den Augen) Arcade Fire ist der ganze Stolz der kanadischen Folk-Rock Szene (nach Brian Adams of course). Die sieben Musiker aus Montréal liessen es überall krachen, wo sie seit 2003 vorbeikamen und haben sogar den Amerikanern das Brot aus dem Mund gefressen, als sie 2011 den Grammy Award für das beste Album abstaubten. Auf der Bühne bieten sie eine Sintflut an Melodien und ungewöhnlichen Instrumenten, wie etwa Waldhörnern, Harfen, Akkordeons, Cellos, Xylophonen… die sie mit Gitarren und dem Schlagzeug unterstützen. Und uns Zuschauern leuchten die Herzen in den Augen währenddem wir diese kommunikative Energie in uns aufsaugen…

Crystal Fighters (World Wide Music) Sie sind eine weltoffene Band, die mit der World Music flirtet wie es auch das Animal Collective tut. Mit ihrem Mix aus baskischer Musik und Folk gelang es ihnen einen zugleich harmonischen und verwirrenden Mix zu produzieren mit Stücken, die sich zwischen Tapas und Hamburgern bewegen. Die Band hat ein bisschen was von den Neo-Hippies, wie wir sie uns in den Strassen Brooklyns vorstellen und die Dubstep Passagen auf ihrem ersten Album, das 2011 herauskam, erinnert uns sofort an Englands Metropole London. Und wenn sie dann noch in einen beinahe trance-igen Elektro abdriften kann man nicht mehr ruhig stehen bleiben.

Wu Lyf (mysteriöser Rock) Die «World Unite Lucifer Youth Foundation» haben in knapp zwei Jahren und mit einem Album einen riesigen Buzz veranstaltet. Diese Jungs aus dem Reich Ihrer Majestät der Königin verbreiten enigmatische Videos auf der ganzen Welt, voll mit religiösen Symbolen und Revolutionsbildern, die in jeder Hinsicht flashig sind. Und dann geben sie auch so gut wie keine Interviews, vor allem nicht der britischen Presse. Psychischer und kreischender Rock, der mit den undergroundigsten Bewegungen flirtet und der poetisch wie kein anderer jenseits des Ärmelkanals daherkommt. Wu Lyf sind ein Erlebnis der anderen Art.


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ANNA CALVI (marry me) Anna Calvi hat alles um zu gefallen: ein liebliches Gesicht, egal ob mit blonden oder braunen Haaren, die Stimme einer Opernsängerin mit Basstönen die an PJ Harvey erinnern, 28 Jahre Lebenserfahrung, einen blutroten Lippenstift, der teuflisch sexy ist und eine Gitarre in den Händen… Bei ihrem abgedrehten Folk-Rock dachten wir kurz, sie sei direkt einem düsteren Cabaret von David Lynch entflohen. Sie wurde 2010 entdeckt und hatte gerade mal knapp ihr erstes Album fertiggestellt, als das MJF sich bereits auf sie stürzte. Und wir können auch kaum noch warten.

FUNERAL PARTY (überhaupt kein makaberer Rock) In derselben Manier wir Franz Ferdinand oder die Strokes machen diese kleinen Biester einen angenehm tanzbaren Rocksound, den man beim Staubsaugen so richtig laut aufdrehen kann. Oder beim Skaten in einem verlassenen Schwimmbad in L.A., der Heimat der Musiker. Ein cooler Sound mit der androgynen Stimme des Sängers Chad Elliot, der seine grellen Schreie genauso gut drauf hat wie die Slims und verschrammten Pulls. Genauso gut wie Her Majesty the Queen.

www.montreuxjazz.com

Accommodation No Campsite Transportation Free parking with free shuttle Train 10% off during de festival www.sbb.ch Prices Free for the OFF festival Tickets begin at CHF 65.- for the ON festival

Program FESTIVAL ON Jimmy Cliff - Carlos Santana - Santana - Charles Bradley-B.B. King - Lee Ritenour Rumer - Ricky Martin - Paolo Nutini - Ziggy Marley - Milow- Maria Rita - Sting - Asa - Seal - Black dub - Paul Simon - Liza Minnelli - Deep Purple, And Many others…

FESTIVAL OFF Crocodiles - Crystal Fighters - Selah Sue - Make it Pink - Sassy J - Katy B - Voupie - Pantha du Prince - Brigitte - Jamie Woon - Edx - Pascal Tokar - Nicolas Jaar, and many others…


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Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu. Fumer nuit gravement à votre santé et à celle de votre entourage. Il fumo danneggia gravemente te e chi ti sta intorno.


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uf dem Feld der Frauen gibt es dieses Jahr… keine Frauen. Dafür aber Rapper aller Farben, Alter, Stils und Sprachen. Jeder kommt wie er ist. Das Festival das früher einmal David Bowie, Lenny Kravitz oder Brian Adams empfangen hatte, konzentriert sich heute auf die Musik der Knastbrüder. Schluss mit Kuschelrock – jetzt sind es Snoop Dogg, Cypress Hill, Public Enemy oder der WuTang Clan, welche die Massen vom 08. bis zum 10. Juli zum Jumpen bringen. Heute kann sich Frauenfeld mit dem Titel ‚grösstes Hip Hop Open Airs Europas’ schmücken und ist schweizweit nach einem gewissen Paléo Festival das zweitgrösste Open Air.

Die Besonderheit des Festivals? Es ist das grösste Hip Hop Open Air Europas mit einem sehr jungen und motivierten Publikum. Welche Künstler würdest du gern am Frauenfeld sehen? Da gibt es viele. Einige meiner Traumkandidaten konnten wir bereits buchen, wie etwa Eminem oder Jay-Z oder auch Dr. Dre und Snoop Dogg mit seiner Band «Doggy Style». Das waren meine Favoriten für dieses Jahr.

Der beste Live Act und der schlimmste Flop? Das ist keine einfache Frage, denn sie ist sehr subjektiv. Meine Meinung stimmt da sicher nicht mit allen anderen überein. Für mich persönlich waren es aber Jay-Z 2010 und Deichkind 2008. Live Act Public Enemy (legendärer Hip Hop, zum Ersten) Man findet kaum eine Band die mehr Old School mit sich bringt als die legendären Public Enemy. Neben ihrem politischen Engagement und ihrer legendär aggressiven Musik, sind die Mitglieder der Band auch richtige Bühnensäue. Ihre legendäre Flagge flattert auf den Plattentellern der DJs die ihnen vorangehen und sie werden wie grosse Brüder respektieren. Und dann ist da noch der legendäre Flavour Flav mit seiner legendären Uhr um den Hals. Spätestens jetzt ist es um uns geschehen und wir gehen ab wie die Verrückten.

OFWGKTA (Spricht man so aus wie man es schreibt) Die „Odd Future Wolf Gang Kill Them All“ sind ein Kollektiv von 17 bis 24jährigen Jugendlichen, von denen Tyler, the Creator und Hodgy Beats die Leader sind. Die beiden Jungs, knapp zwanzig Jahre alt, stehen mit ihren gruftigen Stimmen und mit von Kreuzen übersäten Hoodies auf der Bühne und geben ihre von Horrorfilmen inspirierten Beats zum Besten. Zum Teil von den Roots beeinflusst, verspricht die Show dieser Liebhaber von Gartenzwergen und makabren Dingen so richtig blutrünstig zu werden. M.O.P (legendärer Hip Hop, zum Zweiten) Zwei echte Kerle mit Catcher-Stimmen – Billy Danze und Lil’ Fame sind aggressiv wie die Neandertaler zur Brunftzeit. Die Geschichte begann 1992 in Brooklyn, als „How about some Hardcore?“ (auf der deine Mutter beleidigt wird) als eine ihrer ersten Singles herauskam. Alles passte zusammen. 2000 hatte die Crew mit der Single «Ante Up» auf der Busta Rhymes gefeatured wird ihren Durchbruch. Ist die Welt bereit für die Brandung der Gewalt? Wir werden es am Open Air Frauenfeld herausfinden.


Atmosphere (und... legendärer Hip Hop, zum Dritten) 1993, Minesotta: Slug gründete Atmosphere mit Spawn und Stress. Aber nein, natürlich nicht mit unserem Stress, sondern Stress alias Aiddiq Ali. Spawn hat die Band darauf ziemlich schnell verlassen, doch gleichzeitig ergaben sich viele Kollaborationen unter dem Independent Label Rhymsayers (und nein, auch das hat nichts mit unserem Apfelsaft zu tun). Und von da an gab es nur noch die heile Welt rund um die Idee super gute Musik zu machen. Richtig guten und etwas chilligen Independent Hip Hop der einen selbst zum Nachdenken anregt. Entdeckungen LDDC (englisch/spanischer Rap aus der Region) „Los Diablos Del Cielo“ ist eine Schweizer Crew die 2004 gegründet wurde und echt sympathisch

ist. Third Eye, der auf englisch rappt und Loco Escrito mit seinen spanischen Lyrics sind die Gründungsväter zu denen sich später noch Tunicolo gesellte. Leider starb jedoch der Junge, der auf französisch rappte nur fünf Jahre später in einem Autounfall. Doch die Featurings gingen weiter und ihre Musik kommt heute um einiges reifer daher. Guter Hip Hop, der dreisprachig zu überzeugen weiss. Marteria (Schönlings-Rap) Am besten sagen wir es wohl gleich zu Beginn: Dieser Typ hat eine ganze Reihe von Eigenschaften, die (mich) sehr schnell nerven können. Eine wunderbar tiefe Stimme mit einem sehr

Friday 8 Snoop Dogg - With special guests performing Doggystyle, Ice Cube, Taio Cruz, Bushido, Kool Savas, Far East Movement, OFWGKTA, Jay Electronica, Atmosphere, Ryan Leslie, F.R. Accommodation No Campsite

Train 10% off during de festival www.sbb.ch

Saturday 9  Cypress Hill, Wu-Tang Clan, The Roots, Lupe Fiasco, Blackstar feat Talib Kweli & Mos Def, Deichkind, Big Boi, M.O.P., Soprano, Yelawolf, Snowgoons feat Outerspace & AG, Cunninlynguists, Tommy Vercetti & Band, LDDC

Prices Free for the OFF festival Tickets begin at CHF 65.- for the ON festival

Sunday 10 Pitbull, Public Enemy, Sens Unik, Ziggy Marley, Samy Deluxe, Marteria, Curren$y, AZAD

Transportation Free parking with free shuttle

sexy Flow, eine Mister Deutschland Visage, sein letzter in China gedrehter Clip mit einer Million Klicks auf Youtube... Und um all dem noch die Krone aufzusetzen war er auch Fussballspieler bei der M17 Mannschaft. Da kann man doch nur neidisch sein. Aber: Er macht einen super coolen und chilligen Hip Hop Sound, der manchmal sogar einen Hauch Elektro miteinbezieht.

www.openair-frauenfeld.ch

Prices 3 Days CHF 179.-, Sa/Su CHF 129.-, CHF Sunday 89.Accommodation Share your Tent (Facebook page), Camping for Free with the Ticket Transportation: Train www.sbb.ch and shuttle bus for free Share your car on the Facebook page Parking not for Free 3days CHF 25.- 2 Days CHF 20.- 1 Day CHF 10.-


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Das Gurten hat alles was ein Festival sympathisch macht. Der Reihe nach (oder auch nicht): Würstchen, drei Bühnen, wovon eine für Schweizer Bands reserviert ist, Mädchen in kurzen Shorts (bei schönem Wetter) oder Regenstiefeln (bei Regenwetter), Schlammwiesen (bei Regenwetter) oder Graswiesen (bei schönem Wetter), eine cooles Programm bei dem vom Chanson über Rock bis hin zum Elektro alles vertreten ist. Und dann ist der Gurten vom 14. bis 17. Juli auch noch voller Berner (und natürlich Bernerinnen). Auch wenn sie etwas langsam sind, so sind sie doch äusserst sympathisch, diese Berner(-innen).

Die Besonderheit des Festivals? Während 4 Tagen und 3 Nächten hoch über Bern in eine andere Welt zu tauchen, fern ab des Wahnsinns und des Alltagsstress, inmitten der schönen Natur mit einer einmaligen Sicht auf die Hauptstadt und die Berner Alpen... «Das Musikparadies»... Welche Künstler würdest du gern am Gurten sehen? Muse, Foo Fighters, Red Hot Chili Peppers, Radiohead Der beste Live Act des Festivals? Kings of Leon Der schlimmste Flop? «No Flop on the Top» (of the Hill)


Live Act Kasabian (echt britisch) Es handelt sich hierbei um 4 hübsche Jungs aus Leicester, mit Bärten, engen Hosen und Pilzfrisuren. So richtig Britisch halt. Mit ihren schweren, eindringlichen und gleichmässigen Riffs spielen sie einen Rock, der auch einen Hauch Elektro und Vintage versprüht. Nach drei Alben in der 12jährigen Bandgeschichte die man gerne neben jenen von Blur oder Oasis einreiht, waren sie letztes Jahr als Vorband von Muse auf Tournee. Da darf man wohl so einiges erwarten bei ihrem live Auftritt am Freitag. Kaiser Chiefs (God save the Queen) Hier die Gründe wieso man die Kaiser Chiefs live nicht verpassen sollte: 3 Brit Awards 2006, darunter jener für das beste Konzert, ihre Majestät die Königin, Ruby Ruby Ruby!, ein neues Album das im Juni veröffentlicht wurde und bei dem man auf ihrer Internetseite 10 von den 20 Stücken auswählen kann, der ehrwürdige 7. Platz der Leeds United nach ihrer Rückkehr in die Championship League, ihr einziges Schweizer Konzert am Gurten, I-predict-a-riot!, der quietschgelbe Anzug mitsamt Hemd von Ricky Wilson auf der Bühne, die Tatsache, dass wir I love you less and less mehr und mehr lieben.

Bloody Beatroots Death Crew 77 (blutrünstige rote Rüben) Der Musikstil der Italiener von Bloody Beatroots Death Crew 77 ist von einer überraschenden Einfachheit: progressiver Acide-Punk Elektro (mit einem Hauch von House), sporadische Ausschweifungen zu French Touch Remixes oder zum Electroclash (da kann man sich wie bereits bei Wikipedia fragen, ob der Electroclash ‚vergänglich oder synkretisch’ ist) und dazu kommen dann noch fette Gitarren-Schlagzeug-Bässe, aggressive Samples und Venom-Masken (da wäre es wohl auch sinnvoll sich zu fragen ob die Benutzung der Masken von den DJs ‚vergänglich oder synkretisch’ ist). Trentemoller (kaltschnäuziger Minimal) Der dänische DJ Trentemoller gehört zu jenen, die sich über die Jahre zu halten wussten und sich dennoch mit immer neuen Projekten frisch hielt. Seit 1997 gibt der DJ in Sachen Electronica, Techno und Progressive richtig Gas. 2006 kam sein erstes Album „The Last Resort“ beim Elektrolabel Poker Flat Recordings heraus. Zuvor gab es eine ganze Reihe von EPs die wir auf verschiedenen Remixes und Radiostationen antreffen und einen Sound der genauso mit Trance wie mit New Wave flirtet. Seither ist er einer der grossen Referenzen in Sachen tanzbarem Minimal.

Entdeckungen 77 Bombay Street (Folk „Up in the Sky“) 77 Bombay Street sind vier Typen aus Basel die Sergeant Pepper dermassen verehren, dass sie sich selbst in den Kostümen des mythischen CDCovers kleiden. Doch da die Beatles der heutigen Jugend nicht mehr genügen lassen sie auch den Einfluss der Beach Boys miteinfliessen. Zwischen 20 und 28 Jahre alt, haben sie alle während zwei Jahren in Adelaide gelebt, an der... 77 Bombay Street. Zurück in der Schweiz hiess es Stadt Adieu und ab nach Scharans im Kanton Graubünden. Die Folk-Rock Band dürfte sich somit auch am Freitag auf der Waldbühne auf dem Gurten pudelwohl fühlen. 7 Dollar Taxi (nicht ganz echt britisch) Alle Zutaten sind vorhanden: die kleinen College Students, die Nonchalance des Sängers, die zu engen Hosen, die Streifen- oder Karohemden und der charmante UK-Akzent. Wir fühlen uns wie bei ihrer Majestät der Königin höchstpersönlich... doch die Jungs kommen aus Luzern und wissen noch nicht mal, dass die Plural von Dollar ein „s“ am Ende hat. Die vier Musiker rocken jedoch die Schweizer Bühnen auf den Tourneen zu ihren drei Alben – deren letztes „Well, it’s about time“ dieses Jahr herauskam – nichtsdestotrotz.


ROCK THE BLOCK AT GURTEN FESTIVAL!!

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Kennt ihr Bümliz? Nein? Und sein Gebäude mit den gelben Storen? Auch nicht?? Aber sicher doch, wenn auch nicht wie erwartet. Doch wenn ihr Party People schon einmal am Caprices oder am Rock Oz’Arènes gewesen seid, dann habt ihr sicher schon einmal Fuss in dieses Gebäude gesetzt. Na gut, das ist zwar bloss eine Täuschung, aber trotzdem! Ihr könnt nun so tun als ob ihr dieses Gebäude mit den gelben Storen von Bümpliz kennt. Auch wenn man bei uns darin tanzt. Und auch wenn man es bei uns ROCK THE BLOCK (und nicht etwa rock ON the block) nennt. Denn seine Ankunft auf Berner Boden wurde angekündigt. Oh ja. Und hier wird das verheissungsvolle Programm enthüllt. Es stimmt: der Block der ROCKT! DONNERSTAG 14:00 - 17:30 EMELY 18:45 - 20:45 SASSY J 22:00 - 23:15 RADIORIFLE 00:45 - 03:00 PEARSON SOUND (London, UK) 03:00 - 05:00 WILDLIFE!

FREITAG 14:00 - 15:45 17:00 - 19:00 20:30 - 21:45 23:15 - 00:30 02:00 - 05:00

EMELY JIMI JULES VANGELINI MERCURY (Gomma Rec.) TILL VON SEIN (Suol Rec.)

SAMSTAG 14:00 - 15:45 EMELY 17:00 - 19:00 TRINIDAD 20:30 - 21:45 MICKEY MORRIS & FAMILY 23:15 - 00:30 ROUND TABLE KNIGHTS (Made To Play) 02:00 - 05:00 CLAUDE VONSTROKE (dirtybird Rec.) SONNNTAG 13:30 - 14:45 16:00 - 17:15 18:15 - 19:30 21:00 - 22:15

beim Block da wird getanzt und getanzt, aber auch gewonnen. Alle Fans der gelben Accessoires sollten ganz klar hier ihr Glück versuchen um einen Look zusammenzustellen der total mit dem Sommer im Einklang ist (der auch gelb ist, für jene die es nicht verstanden haben). Wir zählen auf euch!

www.gurtenfestival.ch

EMELY KENJIRO ULTRAMAGNETIC BABA-G BABA-G & CHOLON

Wenn ihr bereits schon glücklich seid, dann werdet ihr jetzt noch glücklicher werden, denn

The all 4 days also a program under the Bacardi Dome, the Bamboo Bar and Rock the Block Gurten Open Air- Bern Program Thursday 14 Kate Nash-Brandon Flowers- 2Manydjs-The Vaccines-Noah& the whale-Eels-Trentemoller7dollar taxi- Flat Noise Bag-Daliah-Das Pferd

Saturday 16 The Script-Jamie Cullum-Kaiser Chiefs- Jamiroquai- Pendulum- Christophe MaéThe Ting Tings-Plan B-Chromeo- Dead Bunny- Pamela Mendez- Junes-Tommy Vercetti-Bubble Beatz

Friday 15 Royal Republic-Glasvegas-BeatsteaksKasabian-Underworld-I Blame Coco-BlumentopfSophie Hunger-The Streets-Bloody Beetroots Death crew 77-The Bianca Story-Baze

Sunday 17 The National-Beady Eye-Artic Monkeys- Calle 13- Angus & Julia Stone- Aloe BlaccKatzenjammer- Hot running Blood-HalunkeCaroline Chevin-Destilacija

Prices Per day 80.- / 2 days 120.3 days 160.- / 4 days 200.Accommodation Sleeping-Zone Ticket 20.Transportation www.sbb.ch/gurtenfestival Gurtenbahn, Bus, Tram & Shuttle-Bus between the festival parking area in Wabern and the Gurten funicular are inclueded with your ticket. Car parking 30. - Valid 4 days


0, à 9 h0 NTE R U O VE UE J CHAQ ETS MIS EN ME L ê IL M 1500 B UR LE SOIR o.ch e l O a P w.p ente sur ww points de v s les er et dan Ticketcorn Rock / Pop / Folk

THE STROKES - THE CHEMICAL BROTHERS - AMY WINEHOUSE - JACK JOHNSON JAMES BLUNT - PORTISHEAD - ROBERT PLANT - PJ HARVEY - THE NATIONAL AaRON - BEIRUT - THE DØ - YAEL NAIM

COCOON - ANGUS & JULIA STONE - ANNA CALVI - THE BELLRAYS - MORIARTY - NOISETTES - BEAK> LILLY WOOD & THE PRICK - TAME IMPALA - ANIKA - AVI BUFFALO - WILLIAM WHITE - PULLED APART BY HORSES NASSER - BONOBO LIVE - THE BEWITCHED HANDS - SHAKA PONK - JUNE & LULA - MADJO "CONGOTRONICS vs ROCKERS" feat. Konono N°1 - Kasai Allstars - Deerhoof - Girls In Hawaii Juana Molina - Wildbirds & Peacedrums - Skeletons CONCRETE KNIVES - KING CHARLES - MAMA ROSIN & HIPBONE SLIM - OH! TIGER MOUNTAIN - FIONA DANIEL SHEILA SHE LOVES YOU - PIERRE OMER - DANS LA TENTE - CAPTAIN MOUSTACHE & FREDO IGNAZIO - VENTURA THE HILLBILLY MOON EXPLOSION - WELINGTON IRISH BLACK WARRIOR - YOKONOE - GREAT BLACK WATERS ÜBERREEL - LA FANFARE EN PÉTARD

Humour

JAMEL DEBBOUZE "Tout sur Jamel" Groove / Hip Hop / Reggae

PATRICE & THE SUPOWERS - SOPRANO - TARRUS RILEY - STROMAE QUEEN IFRICA & TONY REBEL - DANAKIL SELAH SUE - SOLILLAQUISTS OF SOUND - TRIP IN - IRMA - PIGEON JOHN BINARY AUDIO MISFITS - KARA SYLLA KA - PROFESSOR WOUASSA - MOSQUITO

Electro / Dancefloor

BLOODY BEETROOTS DEATH CREW 77 - METRONOMY - MISSILL DJ SET BEATAUCUE - OY - ROUND TABLE KNIGHTS - WE LOVE MACHINES - THE NATIONAL FANFARE OF KADEBOSTANY

Chanson

EDDY MITCHELL - JEAN-LOUIS AUBERT - CALI - KATERINE - ZAZ - LES COWBOYS FRINGANTS FLORENT MARCHET - CAMÉLIA JORDANA - KARIMOUCHE ALIOSE - MR DAME

Caraïbes!

AFROCUBISM - LOS VAN VAN - CHUCHO VALDÉS - RAUL PAZ - ADMIRAL T BOUKMAN EKSPERYANS - CALLE 13

RENEGADES STEEL ORCHESTRA - THE CREOLE CHOIR OF CUBA - BOMBA ESTÉREO - SYSTEMA SOLAR AURELIO - CALYPSO ROSE - LOS DE ABAJO - YUMURI Y SUS HERMANOS - JOAQUIN DIAZ

Musique classique

REQUIEM DE FAURÉ EVL dirigé par www.paleo.ch Programme sous réserve de modifications

Michel Corboz


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À plusieurs égards on pourrait prendre le Blueballs pour l’avatar suisse allemand de notre Montreux Jazz (appréciez le possessif). Certes, c’est au bord du lac. Ben oui, le lac des Quatre Cantons est bien trop joli pour qu’un festoche lucernois ne se déroule pas à proximité. Certes, c’est indoor pour les riches et outdoor pour les pauvres. Point de chapiteau, de grande scène sous la pluie ou d’autres bablocheries. Le Blueballs squatte les multiples salles et clubs de la ville pour y produire ses artistes. Le bord du lac sera néanmoins au couleurs de l’événement pendant ses huit jours de vie avec les incontournables stands-saucisses, concerts de locaux et night life publics. Certes, ce n’est pas tellement pour les hippies. Moins que le Champs du Gros en tout cas. Certes, c’était un événement de Jazz qui s’est récemment ouvert à de plus larges horizons musicaux. Cocorosie, Rodrigo et Gabriella, Macy Gray, autant d’artistes qui effectivement – et désolé pour la tautologie – ne font pas de jazz. Mainstream l’affiche? Oui, assez. Avec même deux trois écueils du type Justin Nozuka. Enfin, il faut bien vendre des billets. Alors? Pendant alémanique du Montreux, le Blueballs? Pas seulement en fait. A constater que Carlos Santana n’y est pas résident! Ouais! À constater que Claude n’y est pour rien! Ouais aussi! À constater en outre qu’il n’est pas nécessaire de loger dans le palace d’à côté pour espérer croiser le bout d’un artiste: les fin

Le meilleur live-act du festival? The great gig in the sky! Le pire flop? Pas de show! Live act d’après-midi blueballsiennes sont consacrées à la rencontre entre public et musiciens. À constater que l’événement s’est ouvert à d’autres types d’arts, notamment picturaux. Une expo de peintures et photos prendra ses quartiers dans diverses galeries de la ville pendant la grosse semaine du festival. Special guest 2011: le so glamourous photographe Ben Watts. Bref, un festoche très high class, mais très sexy aussi. En même temps, qui a dit que musique devait forcément rimer avec pieds dans la boue et canette tiède? Quelques questions à Urs Leierer, directeur du BLUE BALLS Signe particulier du festival? Nous sommes comestibles! Quel artiste rêverais-tu d’inviter? Pink Floyd.

Agnes Obel – projet solo non clichesque A l’heure où se cumulent les projets solos des artistes rock, le risque du cliché ne manque pas: le méchant chevelu qui pleure sur sa guitare sèche dans des clubs intimistes, la frontwoman mainstream qui vomit un projet expérimental et j’en passe, c’est comme s’il fallait que tout le monde puisse avoir son propre patronyme sur la pochette d’un album. En musique, l’époque est véritablement à la recentralisation du sujet sur l’individu lui-même. So romantique, me direzvous. Au milieu de ce large mouvement égocentrique, Agnes Obel fait figure d’exception en ce que son projet solo ne se pose pas en confrontation directe avec son passé de rockeuse. Délicate chanteuse et pianiste magnifique, l’ex-musicienne de Sohio, semble plus simplement avoir tourné la page après un début de carrière en groupe parfaitement assumé. Aucune revendication narcissique dans sa démarche. L’univers mélancolique et simple qu’elle développe sur philharmonics, son premier album, ne semble pas avoir comme autre prétention que d’exprimer une nouvelle facette des nombreux talents


de la Danoise. Agnes Obel, sur disque comme en live, c’est simplement beau, ou joliment simple, à vous de voir. Coccoon – Folk/panda/gentil/bonbon/gentil Retour de nos folkeux français préférés après un silence d’environ un an. Souvenez-vous, le duo mixte faisait la tournée des festivals européens en 2009, un premier album en poche. Le bien nommé All my friends died in a plan crash, sorti en 2007, avait rapidement projeté le groupe tout en haut des circuits pop-folk français puis mondiaux. Il faut dire qu’il était plutôt sympathique ce disque, avec ses refrains candides, c’est voix fluettes et ses petits arrangements bicolets. En live, c’était un univers de nuages, de barbes à papa et de pandas que les deux Français développaient face à un public retrouvant les bonheurs naïfs de leur enfance pourrie gâtée. Bref, Peter Pan que nous sommes, on a pu que se réjouir de la sortie de leur seconde

KKL Konzertsaal 22.07 Sophie Hunger 23.07 Cocoon 24.07 CocoRosie 25.07 Robert Francis 26.07 Joanna Newsom 27.07 Heather Nova 28.07 Sophie Zelmani, Ólafur Arnalds 29.07 Agnes Obel, Ólafur Arnalds 30.07 Justin Nozuka, Yodelice

rondelle: Where the Oceans Ends. Outre le fait que les nounours sont remplacés par des gentilles baleines, la joyeuse simplicité des Cocoon y est toute à fait conservée. Et on se réjouit de retourner dans leur bulle. Cocorosie – Duo différent À ceux qui préfèrent les choses convenues, à ceux qui veulent de la musique cloisonnée dans des déclinaisons routinières, à ceux que l’étrangeté des mélanges ne touche pas, passez votre chemin. Rien de cela ici, mais plutôt l’annonce du retour d’une des formations les plus atypiques de la scène internationale. Tant dans la prestance que dans la musique, un live de ce band réserve forcement son lot de surprises. Si vous n’êtes pas du genre à aimer être déstabilisés, restez donc au bar!

KKL Luzerner Saal 22.07 Macy Gray, Lenka 23.07 Beverley Knight, Raphael Saadiq 24.07 Erykah Badu, Andreya Triana 25.07 KT Tunstall, The Secret Sisters 26.07 Jonny Lang, The Robert Cray Band 27.07 Rodrigo y Gabriela, Keziah Jones 28.07 Ben Harper, Tom Freund 29.07 Beth Ditto, Marina & The Diamonds 30.07 Jamie Lidell, Kelis

Pour les autres, réjouissez vous de la venue des inclassables sista en Europe! Ouiii! Les CocoRosie are back  avec un cinquième album: Infinite Vertigo Near the End of the World. Toujours aussi ovniesque, cet opus mélange avec toujours autant de brio les berceuses, les voix cassées et tristounes, les beat trip-hop et techno. Sur scène, rien n’a regressé non plus. Les deux frangines sont toujours aussi barrées: mi-ultrahype, mi-clochardes; mi-arty, mi-guignols. Bref, comme toujours, aucune raison de louper un live des CocoRosie, sinon un désir profond de conventionnel.

www.blueballs.ch

Prices CHF 50.- And more on Ticket Corner, Festival-Pin CHF 20.- Valid for KKL Plaza- Konzerte, Video-Lounge, Foto-Expo, Musikfilm, Pavillon-Konzerte, Schweizerhof-Konzerte and Boatshuttle. Accommodation No Campsite Transportation It’s better with train, with car parking at the railway station


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Brot und Spiele! Das hat das Volk damals verlangt. Heute kauft man sich sein Brot in der Migros und der Fernseher kümmert sich um den Rest. Doch in der Arena von Avenches überlässt man die Musikbands auch heute noch der Gnade des Publikums. Mit seinen 8‘000 Plätzen ist das Amphitheater die perfekte Wahl für alle Nostalgiker dieser beliebten Schlachterei der römischen Spiele. Während der vier Tage des Festivals wird ein Programm geboten, das allen Geschmäckern gefallen dürfte: es ist eine wahre musikalische Reise vom Rock über den Folk bis hin zum Elektro. Und seit 1992 wurde (bis jetzt) noch kein einziger Künstler gevierteilt.

ROCK OZ’ARENES (Charlotte Carrel, Festivaldirektorin) DIE BESONDERHEIT DES FESTIVALS? Der einzigartige Standort (ein römisches Amphitheater mit unvergleichbarem Komfort und Tonqualität). Das vielseitige Programm mit viel Rock, wenn immer das möglich ist! TRAUMBAND ODER –KÜNSTLER FÜR DAS FESTIVAL? Red Hot Chili Peppers, Queens of the Stone Age, Bruce Springsteen DER BESTE LIVE ACT? Radiohead, The Cure und Marilyn Manson DER GRÖSSTE FLOP? Sinead O’Connor (eine schreckliche Show mit depressiver Atmosphäre… die Arena hat sich schnell geleert!!!) Terence Trend d’Arby (noch schlimmer, da kam weder stimmlich noch musikalisch was raus!)

Motörhead (rockiger Rock) „We’re Motörhead and we play Rock’n’Roll!“ Jedes Konzert der mythischen Band aus Grossbritannien beginnt mit diesen Worten von Lemmy Kilmister, dem Sänger mit der rockigen Stimme. Mit seiner Standhaftigkeit ist er das einzige Mitglied, das der Band seit 1975 treu geblieben ist. Und wenn es nur seinetwegen und seines legendären Basses wegen ist, den er mit teuflischen Akkorden und Verzerrern spielt, wäre es eine Sünde dieses Konzert zu verpassen. Lord of Altamont (Biersäufer Rock) Es gibt Menschen, denen man die Musik nicht mehr nehmen kann wenn sie einmal durch ihr Blut geflossen ist. Und dies ist genau der Fall für die Mitglieder dieser Band, die ursprünglich alle aus anderen 60er Punk-Garage Bands kommen, welche in den 80er und 90er Jahren ihre Höhepunkte erreicht hatten. Nach den Cramps oder den Bomboras haben sich die Musiker nun zu Lord of Altamont zusammengeschlossen und machen mit dieser Band dem dreckigen, brutalen, depressiven und wunderbaren Rock weiterhin alle Ehre.


Gutes aus der Region Bernie Constantin (Motel Edelweiss) Nach 2006 ist der bekannte Künstler – der ‚Walliser Leguan‘, wie wir ihn nennen – mit seiner samtigen Stimme zurück auf der Bühne des Rock Oz‘. Dort wird er sein neues Album vorstellen, das in einer Koproduktion mit seinen Internetfans entstanden ist. Bernie mal ganz modern. Doch selbst wenn er der Vergangenheit treu bleibt, so ist diese Enzyklopädie des Rock’n’Roll, dieser alte Seebär, der alle Bühnen des Landes befahren hat, bereits über sechzig Jahre alt.

Album herausgebracht. Nach einem mehrmonatigen, einsamen Aufenthalt in einem Haus am See erblickte eine eher melancholische Platte die von einem Symphonieorchester begleitet wird das Licht der Welt: „Hiding with the Wolfs“. Heidi Happy wird diesem Festival der Grobiane mit Sicherheit einen Hauch Sanftheit verleihen.

www.rockozarenes.com

Heidi Happy (Folk, der einem nichts anhaben kann) Heidi Happy ist eine kleine Schweizerin, die ganz gross rauskommt. Die Luzernerin die in der FolkPop Welt zuhause ist hat dieses Jahr ihr drittes

Friday 5 Stephen Marley - Rodrigo y Gabriela Ben Harper - Disagony- Solange La Frange - The Lords Of Altamont - Pee Wirz - Lesley Meguid Lady NooN - Special Guest : Tom Tyger Wednesday 3 Bernie Constantin - Arno - Scorpions Prisma - Karelia - Hyperpotamus - Igor Blaska Thursday 4 Shakra- Clawfinger - Motörhead - Ass of Spades - Sideburn - Katmandü - EyokaTony Big - Marco Smacchia - Marco Giorgianni

Saturday 6 William White - Ben l’Oncle Soul - Olivia Ruiz - Stephan Eicher - Herbalist Crew - Christian Tschanz - Heidi Happy - La Fouine - Repris de Justesse - Caroline Chevin - Monney B - Fred Lilla - Special guest: John de Sohn

Prices 1 Day from CHF 80.-, 1 Day with public Transport between CHF 105.- and 200.-, Fr/Sa CHF 130.-, Th/Fr/Sa CHF 190.-, We/Th/Fr/Sa CHF 260.Accommodation Campsite in Avenches only with ticket. CHF 10.- Per person and per day Reservation info@rockozarenes.com Others campsite and Youth hostel in the region. Transportation Free parking but you have to walk about 5 min. from the parking to the Festival. With Train www.sbb.ch With the Festival Bus more Info on the web site Car sharing www.e-covoiturage.ch for Switzerland www.123envoiture.com» for France and Europe


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F Zofingen ist eine charmante kleine mittelalterliche Ortschaft im Kanton Aargau. Der wohl bekannteste Zofinger ist Erich von Däniken, ein Schweizer Spezialist in Sachen UFOs und Begründer des Mystery Parks in Interlaken. Die Migros von Zofingen ist auch sehr beliebt und hat nicht weniger als 38 Freunde auf Facebook. Da ist es also wenig erstaunlich, dass sich jedes Jahr 35’000 Leute vor einer der drei Bühnen des Heitere Open Airs zusammenquetschen. Vor allem bei dieser etwas verrückten und festlichen Programmgestaltung mit LaBrassBanda, Dizzee Raskal oder Bonaparte. Da gibt es keinen Zweifel daran, dass die Zuschauer vom 12. bis 14. August in Zofingen einige ausserirdische Momente erleben werden.

Live Acts The Hives (Garage aus dem kalten Norden) Wenn es sie nicht schon seit 1993 geben würde, müsste man an eine opportunistische Band denken, die auf der Britpop- und Garage-Welle surft, die seit Anfang des Jahrhunderts seinen Hipe erlebt. Doch die Schweden von The Hives haben durchaus ihren eigenen Stil entwickelt. Tanzbarer Rock und schwarz-weisse Kostüme inspiriert von den 50er Jahren, eine natürliche Coolness, die von Mick Jagger inspirierte Frechheit des Sängers Pelm Amqvist und allem voran ihre Reputation es an den Konzerten so richtig krachen zu lassen. Friska Viljor (Music Therapy) Andere Schweden, anderer Trip. Die erste Platte von Friska Viljor in 2006 präsentierte sich als hautnahes Folk-Pop Album mit tiefem Einblick in

die Eingeweide der beiden Gründer Daniel Johansson und Joakim Sveningsson. Der Legende nach beschlossen die beiden nach einem gleichzeitigen Liebeskummer zusammen zu musizieren. Doch nach einigen Jahren „Musik als billige Therapiemethode“ entschieden sich die beiden Kumpanen nun etwas mehr Freude und Hoffnung in ihren Sound einfliessen zu lassen. Die Ausserirdischen Hayseed Dixie (AC/DC für Bauern) Eine wahnsinnig effiziente Band: Vier starke Typen, die Red Neck Musik à la Iowa machen, wie etwa Banjo-Covers von „Highway to Hell“ oder „Bohemian Rapsody“. Diese Wikinger, die direkt aus Norwegen kommen, können mit ihrem Höllenswing, ihren Violinenklängen, ihren dicken Bärten und ihren Latzhosen auch mit Hunderttausenden Youtube-Klicks aufwarten.


Dieter Thomas Kuhn (Glitzer und Schlager) Er trägt glitzernde Kostüme und seine goldenen Löckchen sitzen perfekt. In Sachen Clips und Vintage-Einstellung steht er Derrick in nichts nach. Seit 1994 trägt er auf seinen Schultern stolz die Verantwortung für die Wiederbelebung des deutschen Musikstils schlechthin: der Schlager. Man kann nur hoffen, dass er am Heitere seinen Erfolg wiederholen kann, den er an der Fussball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit 80’000 begeisterten Zuschauern hatte feiern können.

www.heitere.ch

Friday 12 Nils Burri, Paramount Greyhound, Stahlberger, Ayo, Cluesco and Discostress, Bligg, The Soundtrack Of Our lives, Cypress Hill, LaBrassBanda Saturday 13 AiB & Schpöugroppe, Standed Heroes, Pueblo Criminal, Kellerkommando, Luxuslärm, Friska Viljor, Kid Cudi, The Souds, Culcha Candela, Dizzee Rascal, The Hives, Kool Savas Sunday 14 Tommy Vercetti & Band, Moonraisers, Hayseed Dixie, Irie Révoltés, Dieter Thomas Kuhn, Within Temptation, Bonaparte, Amy Macdonald

Prices Friday or Sunday CHF 70.Saturday CHF 80.-, 2 Days Fr-Sa or Sa-Su 120.3 Days 155.Accommodation Camping Voucher before 30.On the spot CHF 35.Transportation Parking 10.- at arrival www.sbb.ch, Shuttle for free from the rail station Zofingen to the festival


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Die Winterthurer Musikfestwochen sind ein routiniertes Musikfestival, das 12 Tage dauert. Auf drei Bühnen geben sich die Bands das Mic in die Hand ohne das Portemonnaie des Publikums zu strapazieren. Die Mehrheit der Gigs ist gratis, was absolut keine Selbstverständlichkeit ist, wenn man die Qualität der auftretenden Künstler, wie z.B. Anna Calvi, Da Cruz oder die Romands von Solange de la Frange, bedenkt. Und wenn man sein Geld doch noch loswerden will, gibt es auch kostenpflichtige Konzerte, die wie die anderen Darbietungen auch in den Strassen der Stadt stattfinden. Fragen an Jane Wakefield – Programmverantwortliche des Festivals Besonderheiten des Festivals? Mit 36 Jahren Erfahrung gehören die Winterthurer Musikfestwochen zu den alten Hasen der Festivalszene der Schweiz. Man findet hier eine einzigartige Atmosphäre inmitten der Stadt Winterthur, wo drei Bühnen und eine Vielzahl von Ständen aufgestellt sind. 9 der 12 Tage sind

gratis, was Musikliebhabern eine einzigartige Chance gibt, geniale Konzerte von Schweizer und internationalen Künstlern zu geniessen. Traumkünstler, den sie einladen möchten? Jedes Jahr kommen neue Lieblingsbands dazu. Aber eine der Gruppen, die ich jedes Jahr versuche zu engagieren sind Calexico. Leider stimmen ihre Tourdaten nie mit unseren Daten überein. Ich würde ihren Sound gerne eines Tages in unserer magischen Atmosphäre an der Steinberggasse hören! Bester Live-Act? 2009 haben die Kooks ein bemerkenswertes Konzert hingelegt mit viel Charakter, was mich wirklich positiv überrascht hat. Oder 2008 Madruga, die damals ihr letztes Live-Konzert vor der Trennung in der Schweiz gespielt haben – beeindruckend! Nicht zu vergessen sind Perlen, die wir entdecken durften, Gruppen wie 65daysofstatic, die ein geniales Konzert gegeben haben und das Publikum mit ihrer Energie mitgerissen haben. Viele Leute erzählen uns auch immer noch von den unvergesslichen Konzerten von Muse (2001), Radiohead, Beck und den Foo Fighters 1995.

Grösster Flop? 2004 haben dEUS ihr Konzert abgesagt, was viele Leute sehr enttäuscht hat, da sie zu den Headlinern gehörten. Nach 7 Jahren kehren sie zurück an die Musikfestwochen um das wieder gut zu machen. Live Act dEUS (energiegeladener Rock) Glaubt man der Legende, gründet in Antwerpen ein Musiker, wenn er einem anderen über den Weg läuft und sie eine Stunde miteinander verbracht haben, eine Band. Diese florierende Musikszene ist die Geburtsstätte von dEUS, einer Gruppe mit englischen Texten, die die Bühne seit den 90ern unsicher macht. Die Band hat sich mit Haut und Haar der Musik verschrieben und fühlt sich im Rock, Pop und Jazz ebenso zuhause, wie in melancholischen Klängen à la Velvet Underground.


The Darkness (Rock in hohen Tönen) The Darkness, sie klingen ein wenig, als würde Mika mit seinem Falsett plötzlich Rock machen. Die Gruppe scheut sich nicht vor einer anständigen Dosis Selbstironie und flirtet mit dem Glam Rock von Kiss oder Queen. Die Geheimwaffe der Gruppe: Ihr Sänger, Justin Hawkins, der trotz Entzugskur und anderen musikalischen Ambitionen für ein Album und die Tour 2011 zu seiner Band zurückgekehrt ist. Es wird Pailletten regnen! Edward Sharpe & The Magnetic Zeros (Folk) Lauscht man ihrer Musik sieht man Freiheit, Blumen, langes Haar und freie Liebe – ach, die schönen Jahre in San Francisco. Die 9 Millionen Klicks auf YouTube auf das Video zu ihrer ersten Single „Home“ sprechen ebenfalls Bände und man bringt die Melodie tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Die Band mit ihren 10 Mitgliedern und nochmals so vielen Musiker, die zweitweise mitwirken, ist ein überzeugendes Argument sich dem freudigen Hippietaumel anzuschliessen.

Karnivool (Rock) Diese australische Gruppe, die zwei Albums ihr eigen nennen kann, hat schon mehr als eine Tour in der Tasche. Karnivool ist eine Metal RockBand, die mit dem Pop liebäugelt und sich auf ihrem zweiten Opus gerne vom Prog Rock treiben lässt. Die Performances der Gruppe, angeführt vom charismatischen Andrew Goddard, sind bekannt für ihrer poetischen Höhenflüge und Stücke von beinahe 10 Minuten Länge.

www.musikfestwochen.ch

Prices 17-25.08 Concerts are Free 26-27.08 per concert CHF 64.-

Program Free concerts Iron and Wine - Panteón Rococó Karnivool - Hot Water Music - Professor Wouassa - Solange la frange - Mama Rosin - 77 Bomay Street - Alvin Zealot - Anna Calvi - Pamela Méndez & Anna Kaenzig - Swiss Jazz Orchestra & friends

- Edward Sharpe & The Magnetic zeros - Young Rebel set- Pullup orchestra - Bubble Beatz - Da Cruz - Schtärneföifi - Marius & die Jagdkapelle Olli Banjo - PVP - Phumaso & Smack 26.08 Apocalyptica - The Darkness

Accommodation No Campsite, Information www.winterthur-tourismus.ch Transportation: The parking is rare and not for free

27.08 Archive mit Sinfonieorchester Camerata Schweiz - Deus - Absynthe Minded

Train discount www.sbb.ch/musikfestwochen www.sbb.ch/musikfestwochen


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Qu’il est sympa le Fornoise! Alors que les festoches estivaux qui firent de la Suisse l’une des maîtresses européennes de la pratique sont désormais des événements aux proportions pantagruéliques, à Pully, bien que l’on souffle déjà sa quinzième bougie, on a su rester à taille humaine. Trois jours, trois scènes, une trentaine d’artistes, quelques milliers de personnes: vraiment, le tout reste accessible. Situé dans une clairière à deux pas du centre de Lausanne la véhémente, le bucolique du site n’a d’égal que son accessibilité. Niveau prog, rien à dire. Malgré les proportions réduites de l’événement, c’est chaque année une jolie brochette de pointures qui s’y invitent. D’ailleurs, à le comparer aux autres openairs – toutes tailles confondues – le Fornoise 2011 n’est pas loin de décrocher la palme de la meilleure prog de l’été. Éclectique sans sombrer dans le panaché insipide, sexy sans ne proposer qu’un concentré de médiatique, les trois jours de festival proposent année après année ce que l’on peut bien appeler la crème de la musique amplifiée. Jugez par vous même. Death In Vegas – Rock-électro VS Electro-rock Après sept ans d’absence, les Death in Vegas brandissent enfin une nouvelle rondelle: TransLove Energies. Signé comme les deux dernières

chez Drone Record, label personnel du band, cet album confirme l’ascendant que prend chez le groupe l’électronique sur le rock noisy de ses débuts. Depuis le sublime Satan’s Circus, effectivement, l’aspect très lo-fi des premières productions du duo Fearless et Holmes s’est peu à peu évanoui au profit d’ambiances planantes et voluptueuses qui ne sont pas sans rappeler des Massive Attack, Air ou autres M83. Si convenu qu’il soit, le revirement des Anglais reste heureux. Doués en acoustique, ils s’avèrent excellents en électronique, qui ne semble jamais avoir pour but de supplanter les fondements encore profondément rock de leur musique. On augmente le rock, on ne l’annule pas, vous diraientils peut-être. Métamorphose très classe donc, pour un groupe qui a su rester d’une discrétion quasi mystérieuse alors qu’on sait le succès que rencontre leur musique, devenu entre autre un classique de la BO. Trentemøller – Electro Viking Histoire d’éviter les mauvaises surprises et les confusions, peut-être n’est-il pas inutile de rappeler le caractère multiple de la musique de Trentemøller. Autant The Last Resort – voyage sublime au pays de l’électro ambiante pleine de petits bruits qui virevoltent dans nos tête – on l’aime dans son bain, autant le tapageur Chronicles – enchaînement de tubes housy à usage des clubs branchés – on l’aime justement en club branché. Et ce n’est pas tout. Fort de son amour pour le live, le producteur danois propose depuis quelques années des prestations scéniques où son seul laptop est augmenté de myriades d’instruments et d’une mise en scène à couper le souffle: danseurs contemporains, light show

hollywoodien et on en passe. Bref, que sera Trentemøller au Fornoise? Un djset minimaliste pour perchés? Le festival du gros tube électro? Le monstre show électro-rock de la mort ? Seule certitude, vu le talent du viking, ça ne pourra pas être mauvais. Blond Redhead – Indy-Rock!!! Nouvelle tournée Européenne pour le trio Newyorkais et une place de headliner au Fornoise. Après la sortie en 2010 de Peny Sparkle, leur huitième LP, les Blond Redhead obtiennent allègrement le statut de champion de la planète indy-rock. Car oui, voilà un groupe que la critique a allègrement jeté dans le susnommé fourre-tout typologique. Désavantage? Pas forcement. Bocal plein de choses totalement hétérogènes, l’indy-rock a l’avantage paradoxal de ne plus vraiment définir les groupes qu’il contient. Autrement dit, il est si peu évocateur qu’il interdit à l’auditeur de coller une étiquette sur un groupe sans même l’avoir écouté. Du coup, qu’est-ce que Blond Redhead, puisque qu’ils font de l’indie-rock? Et bien, c’est un peu drama, un peu pop, un peu Sonic Youth.. C’est hyper bien hein! Mais je ne saurais pas trop comment les décrire… C’est du indy quoi. A vous de juger. Chapter – anti hard romanesque C’est un peu contre la vague noisy et cracra qui caractérise nombre de formations rocks romandes que semble s’être formé Chapter en 2004 à Genève. Loin de l’image clichesque du


groupe de hard qui chie que l’on connaît à nos régions, le trio pourtant issu de formations à caractère relativement musclé aime évoluer dans les mouvances folk, blues et autre pop. Chapter, en outre, aime jouer avec les concepts, et ce n’est pas pour rien que leur nom évoque le livre. Ainsi, leurs deux albums nommés Prologue et Biographer présentent une somme de morceaux dont les thèmes sont autant de récits de vie et d’aventures que l’on aurait pu lire. Mais plutôt que de page en page, c’est de piste en piste que Chapter décide de nous raconter leurs histoires. Sur disque comme en scène, le groupe parvient donc à vous faire voyager aussi bien que votre roman de chevet préféré. Allez, on sait que c’est Musso, vous n’allez pas nous la faire. Crookers – Electro hypisante Avec leurs potes de Bloody Beat Roots, les Crookers forment pour le reste du monde la façade de l’électro italienne. Et plutôt à juste titre, lorsqu’on jette une oreille au son énorme qu’ils

produisent. Enfin, jeter une oreille, façon de parler puisque leur immense succès fait qu’aujourd’hui, c’est plutôt eux qui immanquablement nous fondent sur les esgourdes. On ne peut plus ne pas les entendre. Radio, pubs, jeux vidéos, l’électro-house boum boum du duo est de toutes les plateformes médiatiques, notamment depuis la sortie de leur remix de Day’n Nite de Kid Cudi. Bref, les Crookers, ce sont un peu les Justice italiens, des types hissés tout en haut de la hype, des types que tout le monde intègre à son Dj set, des types qui font des featurings

avec des groupes qui sonnent trop stylés mais que tu n’es pas sûr d’avoir vraiment entendu un jour, du type Soulwax ou Spank Rock. Crookers, c’est donc assez la classe, d’abord parce que leur musique est bien, mais aussi parce que par les temps qui courent, c’est plutôt classe d’être les Crookers.

www.fornoise.ch


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Das Open Air Gampel hat alles was ein idyllisches Schweizer Festival braucht. Es liegt mitten im Herzen des Wallis direkt neben der Rhone an einem Ort der von Bergen und der grünen Natur umgeben ist. Na gut, zugegeben, die Walliser reden einen komischen Dialekt. Es gehen sogar Gerüchte um, dass sie junge Hunde essen, nie zur Toilette gehen und nicht Weihnachten feiern... Doch wenn es darum geht, von dieser sonnigen Gegend zu profitieren und Tricky, Offspring oder die Chemical Brothers live zu erleben, dann ist man auch gewillt einige Risiken einzugehen. Vor allem, wenn man von 80’000 anderen Festivalgängern umgeben ist, die für die diesjährige 26. Ausgabe erwartet werden!

Bekannte Bands auf feindlichem Gelände Skunk Anansie (szeniger Rock) Nach einer Pause zwischen 2001 und 2008 ist Skin mit ihren Freunden von Skunk Anansie zurück. Ein Best Of, ein viertes Studioalbum Ende 2010, eine Tournee mit Rammstein, Mitwirken am Soundtrack des Filmes «Sucker Punch»... Grund genug um nun wieder auf die Bühnen der Welt zu steigen und dem Publikum die Hits entgegenzuschmettern, denen sie ihren Erfolg verdanken. Sie tun dies mit der altbekannten unglaublichen Energie, durch die ihre Live-Auftritte legendär wurden.

NoFX (Dinosaurier-Rock) Genau wie Greenday, Offspring oder Bad Religion gehören auch NoFX zu den Dinosauriern des kalifornischen Skate Punks. Es kommt hinzu dass sie ihr erstes richtiges Album 1988 mit dem Songwriter der drittgenannten Band komponiert haben. Von der alternativen Presse als „lustigste Rock’n’Roll Band“ bezeichnet – ein Image das von El Hefe, der in der ganzen Rockwelt für seine Imitationen bekannt ist, ganz besonders gepflegt wird – verspricht NoFX richtig abzugehen.


Guano Apes (Festival Rock) Kein Festival ist seines Namens würdig ohne eine echte Hardcore Band auf dem Programm stehen zu haben. In diesem Fall ist es die Blondine Sandra Nasic mit ihrer Band Guano Apes. Über ihr Äusseres mache ich hier lieber keine Bemerkung, denn wenn ich ihre Kraft am Mikro bedenke würde sie mir wohl den Kopf zerschmettern. Die Band ist nach ihrer Gründung 1990 mit ihrem immer noch radikalen Grunge-Fusion auch heute noch wie für die Festivals gemacht.

Gutes aus der Region

Gampel Open Air-Gampel Program

21.08.10 Limp Bizkit, Sido, We are Scientists, King Charles, Lesley Meguid

19.08.10 Stanfour, wir sind Helden, Queens of the Stone Age 20.08.10 Die Toten Hosen, Eternal Tango, Turbostaat, Shantel & Bucovina Club Orkestrar, Blumentopf

Steffe la Cheffe (Hip Pop) Steffe la Cheffe ist der fleischgewordene Swing. Die 23jährige Bernerin ist Schweizermeisterin und Vize-Weltmeisterin im Human Beatboxing. Und dann ist sie auch noch eine echt süsse „Hip Pop“-Sängerin, frisch wie der Frühling, die sich in ihrer Freizeit für den Atomausstieg einsetzt.

Sie wird ganz bestimmt Kisten voll mit Gänseblümchen und Margeritchen wie einen Sommertraum über das Publikum regnen lassen.

www.openairgampel.ch

22.08.10 Gustav, Dada ante Portas, Gotthard Prices 1 day between 59.- et 79.Sa/Su CHF 129.Fr/Sa/Su CHF 159.Th/Fr/Sa/Su CHF 199.-

Accommodation: Camping Free with Ticket Transportation Discount with Train www.sbb.ch/gampel Car Parking 1 day 25.-, 2 days 30.-, 3 days 35.-, 4 days 40.- (with shuttle) Car sharing www.mitfahrgelegenheit.ch


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Hip-Hop is dead? Are you kidding? Obwohl während der vierzig Jahre seit der Hip-Hop geboren wurde, genug Zeit war, das Genre gnadenlos auszuschlachten und in jeder erdenklichen Art zu recyceln, ist es weit davon entfernt die Inspiration zu verlieren. Zeuge davon ist seit einigen Jahren die Entwicklung, dass es in der Schweiz immer mehr darauf spezialisierte Festivals gibt. Wir denken natürlich an das legendäre Frauenfeld Openair oder das Touch the Air in Wohlen. Aber es geht noch weiter. Seit kurzem lädt jeweils im Sommer ein Hip-Hop-Event mitten auf dem Röstigraben ein, nämlich das Royal Arena in Orpund, in der Nähe von Biel. Für dieses junge dem Hip-Hop verschriebene Festival steht erst die fünfte Ausgabe an. Klar, die Lorbeeren müssen noch verdient werden, aber nichtsdestotrotz bietet dieser Event jedes Jahr ein erstklassiges Programm, das sich sehr wohl mit der gestandenen Konkurrenz messen kann. Ein bisschen muss aber doch relativiert werden: Es ist ein solides Hip-Hop-Festival, aber ohne den Anspruch, sich zu sehr zu spezialisieren. Die Headlines des Royal Arena kennt man von MTV und sind für wahre Hip-Hop-Fans nicht unbedingt ein Must. Man muss sich also auch mit Mainstream abfinden, um die Perlen zu finden. Auch eine Frage des Geschmacks. Aber nach ein bisschen aussortieren, habt ihr euren Sound! Ein Blick aufs Programm verrät mehr. Method Man et Redman – Dope song and kind people Die zwei New Yorker Jungs, die ihre Hände übe-

rall im Spiel haben, müssen wir nicht mehr vorstellen. Die jungen kennen sie aus der Komödie «How High», die etwas weniger jungen vom Wu Tang Clan oder Def Squad. Die zwei Prinzen des Hip-Hop mit Markenzeichen fettem Joint und Blödelei sind noch immer die Galionsfiguren des Oldschool-Hip-Hop und alles in allem noch ziemlich die netten Jungs des US-Rap. Mit dem üblichen Gehabe – Cap mit Diamanten, KrokoFelgen und anderen Paraphernalia des GangstaRap – haben Method Man und Redman nicht viel am Hut. Grossgeschrieben steht Oldschool-HipHop mit fetten Beats, THC und – riskieren wir den Begriff – gute Laune. Zusammen haben sie ausgezeichnete Alben herausgegeben: «Blackout!» (1999) und «Blackout! 2» (2009). Bemerkt man die zehn Jahre, die zwischen den Alben liegen, muss man sich für diesen Sommer keine grossen Hoffnungen machen. Aber was macht das schon, was die zwei New Yorker bis jetzt produziert haben, zusammen mit Soloprojekten und ihrem Sympathiepotential reicht schon bei weitem, um eine einmalige Show zu garantieren. Kid Cudi – Aushängeschild? Kid Cudi. Aufgrund der enormen Publicity, die er seit einigen Jahren in den Musikmedien bekommt, müssen wir natürlich seine Teilnahme am Royal Arena erwähnen. Ausserdem gehört er ohne Zweifel zum Mainstream-Hip-Hop, der leider einen Teil des Festivals ausmacht. Auch er surft gerade auf der „Hip-Hop meets Elektro“Welle, mit der Künstler wie die Black Eyed Peas grossen Erfolg haben. Kürzlich hat der junge

New Yorker mit dem Radiohit „Day’n’Nite“, der von den Crookers geremixt wurde, und mit „Pursuit of Happiness feat. MGMT“ von sich reden gemacht. Er gibt beim Label GOOD Music seit 2009 jedes Jahr ein Album heraus, ich lasse euch selbst zählen. Durchmischt mit Kollaborationen mit Kanye West, Jay-Z oder Lady Gaga. Wow. Entschuldigt den mangelnden Enthusiasmus, aber sieht man sich den Rest des Programms an, fällt es einem wirklich schwer zu glauben, dass der Auftritt von Kid Cudi am Royal Arena mit künstlerischen Kriterien zu tun hat. Wären wir ein Wirtschaftsmagazin, könnten wir die Marketingstrategie loben, aber das ist nun mal nicht der Fall. Es gibt Klippen, die man besser umschiffen sollte. Pharcyde – West Coast Hip-Hop trotz allem Um ganz ehrlich zu sein, habe ich diese legendäre Gruppe aus Los Angeles schon lange totgeglaubt. Aber nein! Zu unserer grössten Freude sind Pharcyde mehr als nur lebendig. Gegründet zu Beginn der 90er Jahre hat uns diese Hip-HopCrew bestehend aus vier alten Kumpels aus dem Süden der Stadt der Engel vier Alben und einige legendäre Tracks beschert, die die Weichen dafür stellten, was man heute Oldschool-Hip-Hop nennt. Aber rasch wurden sie in der Szene der West Coast der 90er Jahre zu Aussenseitern, da sie der Gangsta-Bewegung einen jazzigeren und damals typischen New Yorker Hip-Hop und vorzogen. Doch Pharcyde scheinen allen Hindernissen zum Trotz mit Erfolg ein Zeichen gesetzt zu haben. Und Songs, die so groovy sind wie „Drop“


oder „Passing me by“ konnten unmöglich unbemerkt bleiben. Also, Konventionen sind da um umgangen zu werden und Respekt an Pharcyde, dass sie ihren Stil nicht durch geopolitische Unterschiede kompromittieren liessen. Pharoahe Monch Noch ein alter Hase der die Bretter des Royal Arena betritt! Trifft sich gut, beim Hip-Hop mögen wir die älteren Semester! 1999, nach beinahe zehn Jahren Zusammenarbeit mit Prince Po im Kollektiv Organized Confusion, gibt Pharoahe Monch sein erstes Soloalbum heraus und landet einen der grössten Hip-Hop-Hits der USA – aller Zeit und aller Regionen: „Simon Says“ (doch, fetter Beat und das Godzilla-Theme am

Anfang). Für den Amerikaner folgt danach eine hochkarätige Künstlerkarriere, während der er zwei Alben herausgibt und unzählige Kollaborationen macht. Gegenüber den Medien ist der Rapper aber immer verschlossen geblieben. Trotz des Lobs der Kritiker und der Anerkennung seiner Kollegen als einer der technisch versiertesten Rapper seiner Generation bleibt Pharoahe Monch sehr underground und erscheint wenig in den Massenmedien. Sein kommerzieller Erfolg ist dennoch weit entfernt vom Erfolg der Künstler, mit denen er regelmässig zusammenarbeitet, Xzibit oder Eminem zum Beispiel. Vielleicht wisst ihr darum auch gar nicht, was euch erwartet, aber bereitet euch auf ein riesiges Aha-Erlebnis vor.

www.royalarena.ch

Prices 2 days CHF 106.1 Day CHF 68.-

19.08.11 Cee-Roo in “The Flashback”- Redman & Mathod Man- Q-Tip- Wiz Khalifa- The PharcydeRandom Axe- Tommy Vercetti-Qc- Phat Cat & Ckc- Dj Ruck P

20.08.11 Beat Torrent- Xzibit- Kid Cudi- Bun BMarteria- Pharoahe Monch- Hocus Pocus- PMD & Sean Strange- Geiler as du- Evidenzia & ShinsSelladoor- D’iva & Etobasi- Phumaso & Smack

Accommodation Campsite with Festival pass CHF 10.Transportation With Festival Ticket free shuttle from the train station to the Festival.


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Das Jval Rock Festival – der kleine Däumling der Festivals mit seinen 550 Plätzen – findet in einer der fruchtbarsten Gegenden der Schweiz in Sachen Weizenfelder und Open Airs statt: in der Gegend um Nyon. Das Ziel dieses Events, dessen Geschichte 2005 begann: die Weinberge von Serraux-Dessous Begnins zu belagern und sie während drei Tagen in ein Festgelände mit einmaliger Sicht zu verwandeln. Doch selbst wenn das Panorama atemberaubend ist, sollte man auch die Bühne nicht aus den Augen verlieren wo sich ein Programm mit Schwerpunkt auf die Könner des Schweizer Rocks abrollt! J-VAL (Valérie Meusy, Kommunikationsbeauftragte) DIE BESONDERHEIT DES FESTIVALS? Das Festival findet in den Gärten eines Weinanbaugebietes am Genfersee statt mit einer atemberaubenden Sicht über den Genferseebogen und die Alpen. Diese Garden Party bietet dem Publikum einen unvergleichlichen Komfort. Neben diesem einzigartigen Rahmen verfolgt das Festival mit seiner Programmgestaltung eine künstlerische Linie mit vielen Schweizer Künstlern.

TRAUMBAND ODER –KÜNSTLER FÜR DAS FESTIVAL? PJ Harvey!!! Doch wir haben ihre spirituelle Erbin in Verena von Horsten gefunden, einer Zürcher Künstlerin die zugleich wild und wahnsinnig emotional ist und den Freitagabend eröffnen wird. DER BESTE LIVE ACT? In den letzten sieben Jahren hat das Festival viele Künstler gesehen, da ist es schwierig eine Wahl zu treffen, doch die Darbietungen von Eric Truffaz zusammen mit Sly Johnson, Hell’s Kitchen, Thomas More Project, KOLO, Polar, Anna Aaron, Evelinn Trouble oder Pamela Hute blieben uns in sehr guter Erinnerung. DER GRÖSSTE FLOP? Unser grösster Feind ist bis heute der Regen der sich zu unseren ersten Ausgaben selbst eingeladen hat. Das war’s, ich stehe dir jederzeit für weitere Fragen zur Verfügung!

Syd Matters (Schmuserock) Die Franzosen haben definitiv ein Händchen für sanfte Musik und lieblichen Folk der zum Schmusen anregt. Syd Matters ist da keine Ausnahme der Regel mit seinen luftigen Melodien, die sich auf halbem Weg zwischen Instrumental und Trip Hop ansiedeln lassen. Ihre letzten Songs erinnern gar an Sébastien Tellier mit einem Hauch Nostalgie der 70er Jahre. Navel (metaphysischer Rock) Navel ist eine Orangensorte. Und es ist ebenfalls der englische Begriff für den Bauchnabel. Sollte man hinter diesem Bandnamen also eine metaphysische Referenz über den Sinn der Welt sehen? Wahrscheinlich. Der Filmrock der Basler Band Navel, der mit dem Blues und den Bässen der Kills flirtet hat dieses gewisse Etwas, das einen in unbekannte Welten entführt. Manchmal in den Wilden Westen der Staaten. Manchmal in eine Traumlandschaft, die nur das Shakra spürt.


The Deadline Experience (Background Loops) Background Loops. The Deadline Experience bedienen sich der neuen Technologie um ihren etwas dreckigen Rock zu preisen. Background Loops. Wenn der Sound dann schneller wird erinnert er an Black Rebel Motorcycle Club oder an einen etwas psychedelischen Brit Pop. Background Loops. Eine Reise ins Innerste des Rocks. Background Loops.

Honey for Petzi (welscher Post-Rock) Honey for Petzi sind die würdigen Vertreter der fruchtbaren Rockszene Lausannes und gehören wahrscheinlich sogar zu den begabtesten dieser Vertreter. Nach einer langen Reise durch den rein instrumentalen Post-Rock hat die Band im Januar 2011 ihr siebtes Album herausgebracht, das nunmehr poppige Stimmen integriert und ihren Stil, den sie seit fünfzehn Jahren pflegen noch einmal interessanter macht.

www.jvalfestival.com

Prices Presales 25.- On the Spot 32.3 days 65.25.08.11 The Deadline Experience - Navel - Favez 26.08.11 Verena von Horsten - Honey for Petzi - Syd Matters - DJ Moule

Accommodation No camping Transportation Free Shuttle from Gland and Nyon to the JVAL

27.08.11 Trip In - Wayne Paul - Professor Wouassa - DJ: Tudansesmonchou

Car sharing http://e-covoiturage.ch


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F “Pluridisziplinarität“, höre ich Sarah Margot, die Pressesprecherin des Festivals „La Bâtie“ noch immer skandieren. “Pluridisziplinarität und Zugänglichkeit“, betont sie mit Nachdruck. Das ist durchaus gerechtfertigt, bedenkt man, dass dieses älteste aller Genfer Kulturevents jedes Jahr Schauplatz der gehypten Szene der Romandie wird. Es wäre aber schade, dieses Festival der verschiedenen Kunstformen auf das Niveau von künstlerisch-elitären Eskapaden von jungen Angebern, die sich selbst als Botschafter des guten Geschmacks sehen, zu stellen. Möchte das La Bâtie drei verschiedene künstlerische Welten vereinen, die in den modernsten Projekten Ausdruck finden, so ist es aber vor allem eine Gelegenheit das Neueste in Musik, Tanz und Theater zu verfolgen. Prahlerei ist also nicht angesagt, sondern die Freude daran, zu vermitteln, was sich momentan sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene so tut. Das Festival führt ein Nomadenleben und findet statt, wo es willkommen geheissen wird, abhängig von den Lokalen, die in Genf innert kürzester Zeit entstehen oder verschwinden, und der Infrastruktur, die für das Programm notwendig ist. Insgesamt nehmen 40 Lokale teil und es stehen mehr als 50 Konzerte, Spektakel und andere Darbietungen auf dem Programm.

Als Thema konzentriert sich das La Bâtie gerne auf eine bestimmte Bewegung und einen Schauspieler. 2011 steht ganz im Zeichen von Spanien und das Festival sieht sich als Botschafter des kreativen Schaffens der iberischen Halbinsel, dieser seit zehn Jahren so florierenden wie auch zurückhaltenden Szene. Hingegen hat der dieses Jahr eingeladene Künstler nichts Mediterranes an sich: Es ist das Multitalent Boris Charmatz.

erneut mit einer Anerkennung seines Könnens auf. Im Juli präsentiert er ausserdem sein neues Werk „Enfant“. La Bâtie, die kleine Schwester des legendären Events der Provence, lädt den Savoyer 2011 ebenfalls als Ehrengast ein. Neben der Darbietung von „Enfant“ – im kleineren Rahmen –, wird Charmatz Thema einer Reihe von Podiumsdiskussionen sein. Natürlich trifft man ihn auch am Eröffnungsspektakel an.

Als beliebtes Festival möchte das La Bâtie allen zugänglich sein, unabhängig von Alter oder Interessen, denn ein Teil des Festivals ist sogar ganz den Jüngsten gewidmet. Wir hoffen, jegliche Vorurteile zerstreut zu haben und euch Lust auf eine (Neu-) Entdeckung dieses Festivals gemacht zu haben, das nicht ohne Grund bereits das 35. Jahr seines Bestehens feiert.

Thindersticks vs. Claire Denis Musikalische Headliner am La Bâtie sind 2011 die Thindersticks, eine legendäre Rockgruppe aus Nottingham. Doch es wäre zu einfach, bloss eine der melancholischsten Gruppen ihrer Generation einzuladen, nein, das Festival lädt sie ein, um ihrer heimlichen Liebe zu frönen, die sie seit fast 15 Jahren haben: Die Komposition von Soundtracks zu Filmen von Claire Denis. Seit Jahren verbindet diese künstlerische Liebe die Thindersticks mit der französischen Regisseurin. Sechs ihrer Spielfilme werden von der Musik der Engländer untermalt, das will was heissen. Das Festival präsentiert also einen Film von Claire Denis, der hinter die Band auf eine Leinwand ausgestrahlt wird, und live begleitet wird. Diese Darbietung ist in der barocken Victoria Hall zu sehen.

Boris Charmatz Offiziell eingeladen vom La Bâtie ist mit Boris Charmatz ein Tänzer und Choreograph aus Chambéry dabei, der als Galionsfigur dessen gilt, was die Insider des Metiers „Nicht-Tanz“ nennen. Inhaber eines vollen und fehlerlosen CVs, wurde er 2008 zum Direktor des Musée de la Danse in Rennes ernannt. 2011 wartet mit der Berufung zum „Artiste associée“, Mitverantwortlichen des künstlerischen Programms des Festival d’Avignon,


Kornél Mundruczo Dieser junge Ungare ist vor allem als vielversprechender Schauspieler und Filmemacher bekannt, wofür er 2005 und 2008 in Cannes ausgezeichnet wurde. Doch Kornél Mundruczo beweist sich auch als ausgezeichneter Regisseur. Und weil La Bâtie eine Bühne für künstlerische Ausdrucksformen sein möchte, die der Realität nahekommen, so gewalttätig sie auch manchmal sein mag, schien die neueste Regiearbeit von Mundruczo wie prädestiniert dafür. „Hard To Be A God“ verurteilt den Frauenhandel, der in Osteuropa betrieben wird. Schauplatz ist ein Hangar und die Story findet in ihrer Gesamtheit im Anhänger eines Lastwagens statt, der auch als rollendes Bordell fungieren kann und wie sie auf den Strassen von Ungarn unterwegs sind. Ein starkes Stück, aber nichts für die Zartbesaiteten.

Angélica Liddell In Avignon hat ihre Umsetzung von „Richard III“ heftige Diskussionen ausgelöst. Präsentiert als eine Fabel der angedeuteten sowie dargestellten Gewalt, hatte das Stück bei seiner Vorführung einen ähnlichen Effekt wie „Baise-Moi“. Autorin, Schauspielerin und wahre Performerin, spielt die Spanierin Angélica Liddell gerne sowohl mit ihren eigenen physischen Grenzen, wie auch den von andern, um die Brutalität des Alltags darzustellen. Am La Bâtie wird sie zwei Stücke präsentieren, das bekannte «La casa de la fuerza», das das Thema von «Richard III» aufnimmt und unter der Feder der Spanierin eine weitangelegte Verurteilung des Amtsmissbrauchs wird, und „El año de Ricardo“, nicht unbedingt ein leichteres Stück, da es sich um den Femizid in Mexiko handelt… in fünf Stunden (mit Pause).

Amancio Prada & Paco Ibanes - Andrès Garcia & the Ghost - Anna Aaron - Brice Catherin, Justine Bernachon & Corina Pia- Carl Barât - Cascadeur/ Raphelson - Christian Garcia - Hark! - Imperial Tiger Orchestra & Hamelmal Abaté - Jack is dead & son orchestra iranien- Jerrycan - Juliana Snapper - Lynn Pook & Julien Clauss - Mami Chan - Martin Matalon & l’ensemble Contrechamps - Miles Kane - Tindersticks - Veto - Whomadewho/ The amplifetes...

www.batie.ch

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Exemple

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F Ah Lausanne! Diese Stadt ist unheimlich sexy mit seinen super Konzertsälen, seinen erschwinglichen Clubs und seiner echt coolen Kulturpolitik! Mit der Beherbergung von Events wie dem Luff oder Impetus hat die Hauptstadt des Waadtlandes gute Chancen in den Olymp der Locations für städtische Festivals aufzusteigen. Doch das war Lausanne noch nicht genug und so erblickte vor sechs Jahren ein weiteres Event das Licht der Welt: das Electrosanne. Hier eine kleine Übersicht zum Festival und den Highlights von 2011. Auf die Gefahr hin offene Türen einzurennen, wollen wir gerade zu Beginn klären, dass das Electrosanne ein Festival der elektronischen Kultur ist und nicht lediglich ein riesiges Rave. In anderen Worten: das Ziel ist es nicht die Stadt in eine monströse Full Moon Party zu verwandeln (selbst wenn auch das seinen Reiz hätte), sondern vielmehr einen Zugang zur elektronischen Musik im weitesten Sinne zu ermöglichen. Das Programm lässt sich also nicht lumpen, doch das ist nicht alles. Das Electrosanne gibt sich grosse Mühe nicht nur fette Basstöne auf dem Programm stehen zu haben, sondern auch den interaktiven Aspekt nicht zu vernachlässigen, der von dem modernen Publikum bei solchen Events geschätzt wird. Neben dem Clubbing bietet das Festival deshalb diverse Aktivitäten an die mit der

Musik zusammenhängen, wie etwa eine Einführung in die Benutzung von Produktionsoberflächen oder Workshops zum Abmischen. Mit dem stetigen Ziel sich weiter zu öffnen, arbeitet das Electrosanne 2011 mit seinem entfernten Genfer Cousin, dem Mapping Festival zusammen, das seinerseits selbst eine neue Pilgerstädte der Elektroszene in der Schweiz ist. Dieses Jahr laden die Lausanner ihren grossen Bruder und Nachbarn ein, in einer Galerie einige Mappings auszustellen – Objekte, auf die Bilder projiziert werden. Das ist echt cool, ihr werdet sehen. Neben einer langen Liste unglaublich cooler Events will das Electrosanne auch allen zugänglich sein. Das Festival ist deshalb halb gratis, halb zahlungspflichtig und in einen by day und einen by night Part aufgeteilt. Dies erlaubt es auch ‚Nicht-Clubbern’ wie etwa der Familie beim Sonntagsspaziergang vom Festival zu profitieren. By day könnt ihr mitsamt den kleinen Gören gratis in der Innenstadt flanieren die mit Soundsystemen geschmückt ist und an verschiedenen Workshops teilnehmen, und by night, wenn die Kleinen im Bett sind, könnt ihr euch als Nachtschwärmer in einem der fünf Clubs amüsieren, die speziell dem Event gewidmet sind. Die Plattenteller werden sowohl von Schweizer,

als auch von internationalen Künstlern in Schwung gehalten. Ihr dürft also Grosses erwarten! Denn erschwinglich muss nicht mit schlechter Qualität gleichgesetzt werden. Das komplette Programm wird übrigens am 29. Juni veröffentlicht. Kurz gesagt sind das Electrosanne 4 Tage und 3 Nächte in denen das Herz der Waadtländer Hauptstadt im Rhythmus der elektronischen Musik pocht. Da bekommt man doch Lust vorbei zu schauen. Das Electrosanne ist mit allen seinen Attraktionen durchaus verlockend und wird wohl auch sehr gut besucht sein. Für all jene, die by night dabei sein wollen heisst es deshalb den Beginn der Ticketverkäufe nicht zu verpassen! ELECTROSANNE (Bautista Dahl Rocha, Programmgestalter) DIE BESONDERHEIT DES FESTIVALS? Ein Festival der elektronischen Musik, das im Herzen der Stadt integriert ist und es somit allen erlaubt diese Kultur zu entdecken. TRAUMBAND ODER –KÜNSTLER FÜR DAS FESTIVAL? Natürlich gibt es einige grosse Namen der elektronischen Musik die wir gerne einladen würden, doch wir versuchen dem Trend zu folgen


und nicht jedes Jahr dieselben Acts einzuladen… Dieses Jahr hätten wir gerne Nicolas Jaar auf unserem Programm gesehen, doch leider nimmt er im September sein Studium wieder auf und ist an diesen Daten nicht verfügbar… haha DER BESTE LIVE ACT? Live Acts… in Lausanne haben wir halt immer noch eher DJ Sets… doch in diesem Fall würde ich sagen Mathias Kaden 2007, 2008 waren es A-Trak und das Live von Steed Lord, 2009 der Mix aus Zombie Nation und Housmeister und 2010 Aka Aka und L-Vis 1990 die den Place de l’Europe so richtig zum Toben brachten.

DER GRÖSSTE FLOP? Marek Hemmann 2009, das war wirklich ein Flop denn sein Set war echt gut, doch wir haben ihn viel zu früh auf dem Place de l’Europe mixen lassen und so hatte es nur gerade einmal hundert Leute die in den Genuss kamen. Das war schade.

www.electrosanne.ch


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Die kleinen nationalen Festivals werden langsam gross. Das Chant du Gros feiert dieses Jahr seinen zwanzigsten Geburtstag. Das jugendliche Festival findet auf 1’000m Höhe auf dem grünen jurassischen Hügel Noirmont statt und verspricht Zähneklappern (vor Kälte) und Schlamm (vom Regen). Doch das ist egal, denn als erfahrene Festivalgänger die im Sommer gut auf den Komfort verzichten können werdet ihr drei Tage voller Pop, Rock, Chanson und anderen regionalen Spezialitäten geniessen können, wie etwa die schmackhaften Ziegenfüsse. Und falls ihr doch das Hotel oder den Wohnwagen bevorzugt, so schön im Warmen... na dann habt ihr Pech gehabt!

CHANT DU GROS (Gilles Pierre, Festivaldirektor) DIE BESONDERHEIT DES FESTIVALS? Die wahnsinnige Lage auf einem Feld auf 1‘000 Metern Höhe im September. Die tolle Atmosphäre mit den vielen Feuern auf dem Gelände. Der Empfang durch die freiwilligen Helfern bei dem man sich wie zuhause fühlt… am Arsch der Welt. TRAUMBAND ODER –KÜNSTLER FÜR DAS FESTIVAL? Pink Floyd mit „The Wall“ und Bruce Springsteen DER BESTE LIVE ACT? Es gab magische Momente mit The Doe, ein exzellentes Konzert von Keziah Jones und Cali der sich (bei seiner ersten Show) ins Publikum schmiss. Deep Purple – die Leute konnten es kaum glauben und das ausverkaufte Konzert war wunderschön. Jacques Dutronc war auch super… (sehr sympathisch und wahnsinnig nett) ein Kindheitstraum der sich verwirklichte. DER GRÖSSTE FLOP? Aus künstlerischer Sicht: Renaud, denn die stimmlose Show war echt enttäuschend. Aus meteorologischer Sicht: der Schnee im zweiten Jahr und der starke Wind der zwei unserer Bars wegblies… und deren Zelte wir nicht wieder gefunden haben. Die starken Regenfälle die uns zwangen Schiffchen zu organisieren damit wir nicht im Schlamm versanken.

Live Act Australian Pink Floyd (Öhh, die australischen Pink Floyd) Jeder kennt von fern oder nah die majestätischen Konzerte von Pink Floyd, der britischen Band mit Hunderten von Millionen verkauften Alben. Nach einigen internen Streitereien und der Auflösung der mythischen Band hat eine Gruppe gewagter Australier entschieden die ganze Ästhetik der Band wieder aufzunehmen und damit auf Tournee zu gehen. Videoprojektionen, surreale Atmosphären, riesige Light Shows, nichts wird ausgelassen. Aus technischer Sicht sicherlich eine Herausforderung für das Festival. Uriah Heep (grossartiger Rock) Die britischen Dinosaurier von Uriah Heep, Virtuosen der Gitarre und des Gesangs, genossen wohl nicht den Erfolg den sie verdient hätten. Während mehr als vierzig Jahren haben sie ihre langen Hippiemähnen auf der ganzen Welt geschüttelt. Die Band hat zig Male die Musiker gewechselt, mit Bands wie King Krimson und AC/ DC geflirtet und sich schlussendlich bei einem Sound à la Yes oder Deep Purple eingependelt. Guter progressiver Rock mit etwas Acid versehen.


Die Aufsteiger Lilly Wood & The Prick (Pop/Folk und Feenmärchen) Wie es ihr Name schon sagt sind Lilly Wood & The Prick eine junge französische Band die 2006 gegründet wurde und die seit ihrer Begegnung ein wahres Feenmärchen lebt, mit Sternen und Margeritchen in den Augen. Nach einem anfänglichen Erfolg dank Myspace gingen die beiden Musiker bei einem Independent Label unter Vertrag bei dem sie ihr erstes Pop/Folk und Elektro Album veröffentlichen. 2010 staubten sie sogar den Preis der Publikumsentdeckung an den Victoires de la musique ab und feierten dieses Jahr ihren 1. Juni mit einem Konzert im Olympia...

Stupeflip (kranker Rap) „Stupeflip Stupeflip, c’est l’truc stupéfiant. Beaucoup d’travail comme pour un album d’Astérix“ heisst es in einem ihrer Songs. Diese unkonventionellen Rapper haben einen echt verrückten Stil. Sie geben sich komplett ungehorsam mit Stücken wie „A bas la hiérarchie“. „C.R.O.U.“ ist offen punkig und seine Mission heisst die Welt zu terrorisieren. Der maskierte Rächer und seine Gruppe Bekloppter treten am Samstag auf der Scène Déménage auf.

www.chantdugros.ch

08.09.11 Melissmell - Louis Bertignac - Brigitte - Ben l’Oncle Soul - Lilly Wood & The PrickJimmy Cliff 09.09.11 Tweek - Tiken Jah Fakoly - Akhenaton & Faf Larage - Uriah Heep - Shaka Ponk - The Australian Pink Floyd Show - Kiki Crétin 10.09.11 Les Talus - Asa - Piano Club - Dub Incorporation - Stupeflip - Yannick Noah - Fou

Prices One Day CHF 57.- 3 Days CHF 145.Accommodation Free Campsite and don’t forget your sleeping bag Transportation With car or Train


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Währenddem einige Festivals den Jungen gefallen wollen, die während der sommerlichen Lethargie zu Alkoholiker werden, zielen andere eher auf ein Publikum mit guten Seelen ab. Amen. Um ein Openair zu finanzieren werben einige multinationale Energiedrinkmarken oder Banken an, andere versteigern die Turnier-Hose von Roger Federer. Einige Festivals haben zum alleinigen Ziel Jahr für Jahr stattzufinden und andere wollen Spenden für humanitäre Organisationen sammeln. Fazit: die roten Bullen helfen benachteiligten Kindern und Rogers Shorts decken die Unkosten? Seit fünf Jahren versucht sich ein etwas schrulliges Event mit dem Antikonzept durchzusetzen.

Wir vom Gustavmag, stylisch wie wir sind, haben uns daran gewöhnt euch von den hippen Events zu berichten, den Places To Be der Gesellschaft und haben euch eingetrichtert, dass der Besuch solcher Events dem Aufstieg in der Hierarchie gleichkommt. Bernadette: „Ja, ich war am Sonar. Aphex Twin? Cool, wie immer...“ Gonzague: „Woooow“ (Und schon ist Bernadettes Ansehen gestiegen). Doch für einmal haben wir uns entschlossen ein weniger glamouröses Festival vorzustellen, dass dafür umso humanistischer ist: das Openair Bottmingen. Das Festival, das nur wenige Kilometer von Basel entfernt an einem Wochenende Ende September stattfindet hat zum Ziel Spenden für humanitäre Organisationen zu sammeln, etwa für den Schutz von Kindern oder Tieren. Dieses Jahr mobilisiert sich das OAB für Knirpse mit Herzproblemen und gegen... die Misshandlung von Hunden auf Mallorca. Der Zusammenhang? Öhh, gute Frage.

Doch wie genau kann eine Gruppe von fünf Exzentrikern nicht nur ein Festival organisieren, sondern es auch noch so rentabel machen, dass es ein philanthropisches Ziel verfolgen kann? Zuerst gibt es da die Geschichte mit den Shorts und dem Glücksrad. Gut, wenn auch die Versteigerung der Trainings-Hose des besten Tennisspielers der Geschichte etwas anekdotisch ist, so ist die Idee mit dem Glücksrad schon etwas bedeutsamer, da sie es dem Team erlaubt das Festival zu organisieren und eine erste Spende an die auserwählten Organisationen 2011 zu überweisen. Und dann gibt es da noch das Sponsoring übers Internet. Ab sofort könnt ihr Cyber-Mäzenen vom OAB werden. Doch das Beste wird immer noch sein einen Ausflug nach Bottmingen zu machen, die Ruhe von Baselland, die Authentizität des Dörfchens Bottmingen


und die Qualität (das hoffen wir doch zumindest) des sehr regionalen Programms zu geniessen. Es wird eine ZZ Top Neuauflage namens Fuzzbox auftreten, das könnte doch ganz cool werden! Gut. Es ist klar, dass ihr in Bottmingen keine Monster-Headliner erwarten könnt. Noch schlimmer, eure etwas weniger humanistisch angehauchten Freunde werden euch wahrscheinlich auslachen wenn ihr ihnen erzählt, dass ihr am Wochenende ein Festival mit lokalen Bands besucht habt um Köter auf einer Insel zu retten. Doch was macht das schon, denn für einmal seid ihr aus einem

anderen Grund an ein Openair gegangen als euch selbst eine Freude zu machen. Seid ihr es Leid vor den grossen Headlinern im Namen eures eigenen Alkoholismus rumzusüffeln? Wollt ihr nie mehr diese Schuldgefühle und Leberleiden erleben, die so charakteristisch für das Ende eurer Sommer sind? Dann geht nach Bottmingen und trinkt einen Bio Sirup! Im September, gerade rechtzeitig vor der grossen Abrechnung, kann ein gutes Gewissen sicher nicht schaden – das dürft ihr ruhig zugeben!

www.openairbottmingen.ch


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Was habe ich gelacht, als ich die Beschreibung dieses Festivals gelesen habe. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um darüber zu sprechen. Ein Musikfestival in Island gesponsert von… ihr werdet es nie erraten: Der nationalen Fluggesellschaft! Jetzt wo sich die Mehrheit der Mainstream-Bands auf Sommertour befindet, könnte man fast glauben, die tektonischen Turbulenzen, die auf den Radars dazwischenfunken, seien ein geplanter Coup, eine Strategie manischer Musikfreunde der Insel gegen den Luftverkehr, der von Island abhängt. Vor unserem inneren Auge sehen wir sie schon schreien «Við erum að gefa upp!“ und im Krater die Nebelmaschine anwerfen, um zu zeigen, dass Island auch ein Festival, Künstler und ein Ohr für alles was rockt hat. Das Icelandic Airwaves also. Ein Festival internationaler Neuentdeckungen in Rock und Pop. Neuentdeckungen deshalb, weil der Event sich in erster Linie nicht an die tourenden Grössen richtet, sondern an aufstrebende Künstler. An die Jungen, deren Namen vielleicht bald einmal neben denen der heutigen Popstars auf dem Poster des

Paléo prangen werden. Hat man es einmal auf die Bühne dieses Festivals geschafft, geht es darum zu zeigen, was in einem steckt, denn wie das Great Escape Festival steht auch das Icelandic Airwaves bei Programmverantwortlichen und anderen Geschäftsleuten des Musikbusiness hoch im Kurs. Anders ausgedrückt: Wer es in Reykjavík krachen lässt, hat eine gute Chance, die Welt im Flug zu erobern. Beweis dafür sind Perlen wie Crystal Castle, Klaxons, Sigur Rós oder Fatboy Slim, auf die man an diesem wahrlich explosiven Ereignis bisher unter anderem aufmerksam wurde. International ist das Icelandic Airwaves deshalb, weil es im Gegensatz zu Festivals wie dem Spot, die bei, von und für die Skandinavier organisiert werden, ihren vulkanischen Schoss der ganzen Welt öffnet. Ausserdem kann man sich so leicht anmelden, wie sonst nirgends - ein kleines Formular über die Website abschicken und schon ist man dabei und kann eine der in ganz Reykjavík verteilten Bühnen bevölkern. Klar, es wird daneben auch ein Fokus auf lokale Künstler gelegt, aber damit ist keine zweite Wikingerinvasion gemeint. Hast du mit deinen Kumpels also gerade das Schellenschütteln aufgenommen, gibts also keinen Sommer an den Geysiren für dich. Das IA legt Wert auf eher aktuelle Musikstile, sorry. Da müsst ihr euch mit dem örtlichen Chilbizelt der freiwilligen Feuerwehr zufrieden geben.

Zum Abschluss ein Wort zur 12. Ausgabe des Icelandic Airwaves, an dem das Festival mit einem Magma von über 50 Bands in fünf Tagen aufwartet, unter denen sich auch Namen befinden, die man in bereits in Clubs, die was auf sich halten, gehört hat: Black-Pop von Deathcrush, Elektrorock der Suuns oder unsere Favoriten, die jungen Briten der Gruppe Vaccines. Also, gestandene Rocker, neugierige Folkfans, Popnovizen und Elektroanfänger, das Icelandic Airwaves ist wie geschaffen für euch! Hoffen wir nur, dass der lokale Feuerspeier eine andere Anreise als das Hinschwimmen zulässt.

www.icelandairwaves.is


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Die Schweiz hat es in Sachen Elektro-Events richtig drauf. Mit dieser chauvinistischen Behauptung wollte ich diesen Artikel beginnen, auch wenn es überhaupt nicht um die Schweiz gehen wird. Doch ihr werdet es schon noch verstehen. Electron, Electrosanne, Mapping, Love Parade, usw. – wir wissen definitiv wie es geht. Doch auf der anderen Seite der Grenze sind sie auch nicht schlecht. Wer kennt schon nicht das Sonar, das I Love Techno oder Outlook? Da müssen selbst die ethnozentrischsten unter euch zugeben, dass sich Europa als Ganzes dem Elektro verschrieben hat – und das ist cool, meint ihr? Doch welches wäre die Hauptstadt der Bewegung? London ist zu undergroundig? Paris ist zu hip? Berlin ist zu berlinerisch? Und wieso denn nicht Amsterdam? Wenn ihr erfährt was da seit fünfzehn Jahren jedes Jahr abgeht wird euch diese Wahl nicht mehr so absurd erscheinen.

interaktiven Charakter bescheren. Als Weltmeister der Elektroevents befolgt auch das ADE diese neue Regel und organisiert neben dieser riesigen Elektro-Messe auch noch verschiedene Workshops und Konferenzen rund um das Thema.

Amsterdam Dance Event. Hinter diesem Namen der an ein Rendezvous in einer Schenke erinnert versteckt sich in Wahrheit das grösste ElektroEvent der Welt. Wir nennen es Event, da ein richtiges Festival seit einiger Zeit nicht mehr bloss aus einigen Konzerten von unbekannten Regionalbands und den immer selben internationalen Headlinern auf dem Programm besteht. Nein, das ist so 2000er. Heute muss man eine Kommunikationsplattform bieten, ein Forschungslabor, eine Schnittstelle zwischen dem Künstler und seinem Publikum. Es muss also einer ganzen Armada an neuen Konzepten entsprechen, die den Festivals 2011 neben einer ganz neuen Sprache auch einen

Das ADE wurde künstlerisch wie auch wirtschaftlich zu einem wahren Turning Table. Anstatt euren Kater in der Gosse auszukurieren könnt ihr in die Konferenzzentren gehen, die vom Event eingenommen werden und in denen rund 1‘500 Teilnehmer – Künstler, Produzenten, Labels, usw. – über verschiedene Themen rund um den Elektro quatschen. Der Einfluss von dem was da abgeht ist weltweit zu spüren. Man könnte sagen, dass das ADE 2011 der Indikator für die Elektroszene von 2012 ist.

Das sechzehnjährige ADE hat sich über die Zeit von einer Veranstaltung für Dance Music (genau, denn 2011-16=1995) in ein Event für alles das irgendwie mit Elektro zu tun hat verwandelt. Insgesamt kommen über 700 Künstler – internationale Grössen wie auch jung Talente – die während 4 Tagen in nicht weniger als 44 Clubs die Amsterdamer Nächte unsicher machen! Ihr habt richtig gelesen: 700 und 44. Das ist eine ganze Menge… Da kommen wohl alle Boum Boum Fans auf ihre Kosten. Leider sind die Namen für dieses Jahr noch nicht veröffentlicht worden, doch die ersten Teaser werden am ersten Juli angekündigt.

Wir könnten hier jetzt noch über die verschiedenen Workshops schreiben bei denen ihr mit Lon-

doner Künstlern lernen könnt Jungle zu machen oder mit Pariser DJs eine Stirnlocke zu drehen (okay, das war jetzt ein Witz). Oder wir könnten die fantastische Atmosphäre in den Strassen einer der tollsten Städte Europas während des ganzen Events preisen. Und wir könnten ohne Zweifel noch viele weitere Gründe finden wieso ihr das ADE mögen und auch hingehen solltet und wenn auch nur, damit ihr euren Kumpel sagen könnt, dass ihr wie 112‘000 andere Glückliche auch dabei wart. Das ADE ist also eine super Gelegenheit um Amsterdam zur Elektro-Hauptstadt Europas zu küren, denkt ihr nicht auch?

www.amsterdam-dance-event.nl



GUSTAV 20 FESTIVAL GUIDE 2E PART_DE