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F O R U M F Ü R D I E P O LY U R E T H A N I N D U S T R I E

PU MAGAZIN

02/2011

März/April

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„Was meinen Sie Watson?“ [1] Vielleicht sollte der exzentrische Detektiv und Chemiker Sherlock Holmes in Zukunft nicht mehr seinen Freund und Mitstreiter aus Fleisch und Blut fragen, sondern seinen Namensvetter aus dem Hause IBM. Der Supercomputer Watson schlug Mitte Februar mit seinen 90 3,5 Gigahertz getakteten Prozessoren und 16 Terabyte Speicher seine beiden menschlichen Kontrahenten in der amerikanischen Quizshow Jeopardy. Ein Durchbruch in der Computerprogrammierung. Ein weiterer Durchbruch an einer anderen Front ist auch zu melden, denn Forschern von RWE, Bayer, der RWTH Aachen sowie dem gemeinsam betriebenen CAT Catalytic Center ist es gelungen einen Katalysator zu entwickeln, der die effiziente Nutzung von CO2 ermöglicht. „Bayer geht neue Wege zur Produktion hochwertiger Kunststoffe mithilfe von Kohlendioxid (CO2) aus der Energiewirtschaft. Im Chempark Leverkusen wurde eine Pilotanlage in Betrieb genommen, um das neue Verfahren im technischen Maßstab zu erproben. Dort entsteht ein chemisches Vorprodukt, in das CO2 eingebunden wird. Diese Substanz wird zu Polyurethanen weiterverarbeitet, die in vielen Dingen des täglichen Lebens Verwendung finden. Das klimaschädliche Abgas CO2 findet so nachhaltige Verwertung als Rohstoff und Erdöl-Ersatz.“ [2] „Heureka“ [3] möchte man rufen... Doch Moment: „Der Einsatz von CO2 als Rohstoff für Polymere ebnet den Weg zu einem Wandel der Rohstoffquellen – weg von fossilen Energieträgern hin zu alternativen Quellen“ [4] muss ich in einer anderen Firmenschrift lesen. Ja Potz Blitz und Zauberklotz! [5]... ist da etwa durch das Verbrennen fossiler Braunkohle (unromantische Gemüter mögen es Oxidation und damit Umwandlung von chemisch gebundener Energie in Strahlungsenergie nennen) CO2 nicht fossiler Herkunft entstanden, das dazu verwendet wird fossile Rohstoffe wie Erdöl zu sparen? Des Weiteren sollte jedem klar sein, dass wenn man eine Molekülkette durch Verbrennung zerstört oder in CO2 umwandelt um Energie zu gewinnen, man die gleiche Energie aufwenden muss um wieder zu einer Molekülkette zu kommen. Da kann der Katalysator noch so gut sein. Einzig und allein die Aktivierungsenergie kann gesenkt und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht werden. Die Energiebilanz muss also zwangsläufig negativ sein. Die Thermodynamik lässt sich nicht umgehen. Kann es sein, dass hier eine Eulenspiegelei mit erheblichen Steuermitteln katalysiert wurde? Und was ist mit der bezaubernden, wenn auch einfach strukturierten, Lieschen Müller, die durch jahrelange hysterische CO2-Debatten indoktriniert wurde und nun denken könnte: „Oh Gott, jetzt baut die chemische Industrie klimaschädliche Killergase in unsere Matratzen, weil sie nicht mehr wissen wohin damit.“ [6] „Was meinen Sie Watson?“ [1] Mit freundlichen Grüßen Frank A. Gupta

Um sämtlichen eventuellen Plagiatsvorwürfen vorzugreifen habe ich alle Zitate umfänglich referenziert. Alle nicht näher referenzierten Worte finden Sie in der 24. Auflage des Duden ISBN 3-411-04014-9. z. B.: Vielleicht (Seite 1085); sollte (Seite 943); der (Seite 310) usw. [1] Sir Arthur Conan Doyle, „Der Hund von Baskerville“, Seite 59, 1987 Delphin Verlag, München, ISBN 37735311841 [2] Pressemitteilung Bayer AG, 17.2.2011 [3] Archimedes (griechisch ᾿Αρχιμήδης) von Syrakus (* um 287 v. Chr. vermutlich in Syrakus auf Sizilien; † 212 v. Chr. ebenda) [7] [4] http://solutions.bayertechnology.com/fileadmin/user_upload/sat_pages/technologyImpulse/Artikel/Ein-Traum-wird-wahr.pdf [5] Otfried Preußler, „Der Räuber Hotzenplotz“, ISBN 3522105907 [6] Lieschen Müller, 2011 [7] http://de.wikipedia.org/wiki/Archimedes

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAHrGANG 11

47


Magazin Seite.50

MäRZ/APRIL.2011

INHALT

Editorial.............................................................................................. 47 Magazin

Interview Colin.McKendrick Seite.64

. . . . .

Wirtschaft....................................................................................... 50 Technik.......................................................................................... 54 Personelles..................................................................................... 58 Rezensionen.................................................................................... 60 Termine......................................................................................... 61

Interview

Colin.McKendrick,.Global.General.Manager.PO,.Shell.Chemicals.......... 64 Bayfomox.–.Ein.innovatives.. PU-Sprühsystem.... Seite.68

IAC.Group.erteilt.Großauftrag.an.KraussMaffei..................................... 66 Neues.Hennecke-Kundencenter.für.. großserientaugliche.RTM-Anwendungen............................................... 67 Bayfomox.–.Ein.innovatives.PU-Sprühsystem.. für.Brandschutzbeschichtungen........................................................... 68 Tieftemperaturbeständige.Isocyanat-Prepolymere.–.. Ein.führung.eines.kontinuierlichen.Reaktionsverfahrens......................... 70 O. Urbanek

Antizipieren.–.Kunst.oder.Methode?..................................................... 73 H. Ottensmann, M. Dimmers

Neue.aliphatische.PU-Boden.beschichtungen.. auf.Basis.nachwachsender.Rohstoffe................................................... 77 TPU.und.Silicon.vereint........................................................................ 82 Kunststoffverarbeiter.zunehmend.in.der.Rohstoff-Zwickmühle.............. 83 Recht.aktuell....................................................................................... 83 Tieftemperaturbeständige.. Isocyanat-Prepolymere Seite.70

Im.Jahr.2011.sind.bei.den.Autozulieferern.. die.Weichen.auf.Wachstum.gestellt...................................................... 84 Recht.aktuell....................................................................................... 87 Kunststoffe.contra.Treibhausgase.und.Erderwärmung........................... 88 Preisdruck.auf.Kunststoffverarbeiter.wächst.weiter.............................. 89 Blowing.Agents.and.Foaming.Processes.2010...................................... 90 TPE.2010............................................................................................ 91

TPU.und.Silicon.vereint Seite.82

Innovative.Systemlösung.für.elektrische.Flächenheizungen................... 92 B. W. Naber, G. Behrendt

Recycling.von.PUR-Weichschaumstoffen.–.Teil.2................................... 94 Recht.aktuell....................................................................................... 97 Bezugsquellennachweis....................................................................... 98

48

Recycling.von.. PUR-Weichschaumstoffen.–.. Teil.2 Seite.94

Impressum........................................................................................ 102

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAhrGANG 11


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Deutsche Produktion (Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes)

Jan. – Juni 2010 1 000 EUR

Polyurethane in Primärformen, als Klebstoff bestimmt

Veränderung zum Vorjahr

60 783

+ 49,5 %

andere Polyurethane in Primärformen

800 532

+ 33,1 %

Anstrichfarben und lacke auf der Grundlage von PU

157 137

+ 7,6 %

kunstharzgebundene Putze f. Fassaden, Innenwände u. Decken

65 208

5,6 %

Schmelzklebstoffe

105 297

+ 10,5 %

synthetische Klebstoffe, wasserlöslich

273 849

+ 8,5 %

synthetische Klebstoffe in organischen lösemitteln

80 630

+ 0,8 %

andere zubereitete leime und Klebstoffe

207 936

+ 27,0 %

Tafeln und Folien aus Polyurethanen

410 797

+ 9,0 %

64 461

+ 16,4 %

aus faserverstärkten Kunststoffen

86 981

aus anderen Kunststoffen (ohne PE, PP und PVC)

50 487

+ 14,2 %

153 020

+ 30,1 %

aus faserverstärkten Kunststoffen

148 252

+ 5,9 %

aus anderen Kunststoffen

560 806

+ 27,4 %

Fenster- und Türprofile (ohne solche aus PVC) rohre und Schläuche nicht biegsam:

rohre und Schläuche, biegsam (ohne PVC, PE und PA)

1,8 %

Kunststoffteile für den Maschinenbau:

Kunststoffteile für elektrische Geräte: aus faserverstärkten Kunststoffen

86 254

+ 25,0 %

149 180

+ 57,5 %

311 625

+ 35,0 %

759 724

+ 39,0 %

2 400 286

+ 29,2 %

15 386

+ 1,8 %

aus anderen Kunststoffen Kunststoffteile für andere elektrotechnische Erzeugnisse Kunststoffteile für Straßenfahrzeuge: aus faserverstärkten Kunststoffen aus anderen Kunststoffen

Wirtschaft Proseat plant Werksschließung in Belgien Die Proseat Group plant die Schließung seiner belgischen Produktionsanlage in Hulshout. Mit aktuell 153 Mitarbeitern werden in der Anlage Autositze aus Formkaltschaum gefertigt. Laut Proseat habe die Anlage in den letzten Jahren die Auswirkungen der Krise in der Automobilbranche voll zu spüren bekommen. Die Entscheidung sei die Konsequenz der Entwicklungen auf dem Sub-Contracting-Markt in der Automobilbranche, insbesondere in Belgien. In den letzten Jahren hätten sich noch mehr Automobilhersteller

und Autositzhersteller entschieden, Schaumstoffkissen selbst zu produzieren (Insourcing), so das Unternehmen. Darüber hinaus habe General Motors in Antwerpen seinen Standort geschlossen und Ford in Genk habe die gesamte Produktion von Autositzen, einschließlich der Herstellung von Schaumstoffkissen, an die Lear Corporation übergeben, so heißt es. Unter diesen Umständen sei das Geschäft in Hulshout nicht mehr profitabel, argumentiert Proseat. online

+

Kunststoffteile für Schienenfahrzeuge: aus faserverstärkten Kunststoffen aus anderen Kunststoffen

3 759

Kunststoffteile für optische u. ä. Messinstrumente

Lage wichtiger Absatzmärkte (Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes)

296 473

8,1 %

+ 19,3 %

November 3. Quartal 2010 2010 gegenüber gegenüber November 3. Quartal 2009 2009

Kraftwagen und

Auftragseingang (Wertindex)

+ 23,8 %

+ 20,1 %

Kraftwagenteile

Nettoproduktion (Index)

+ 21,5 %

+ 17,3 %

Umsatz (Index)

+ 21,7 %

+ 16,7 %

Auftragseingang (Wertindex)

+107,2 %

+ 31,4 %

Nettoproduktion (Index)

Umsatz (Index)

+ 15,9 %

– 21,8 %

Auftragseingang (Wertindex)

+ 31,7 %

+ 36,0 %

Nettoproduktion (Index)

+ 26,7 %

+ 14,5 %

Umsatz (Index)

+ 25,4 %

+ 12,9 %

Büromaschinen,

Auftragseingang (Wertindex)

+ 36,0 %

+ 21,9 %

Datenverarbeitungsgeräte

Nettoproduktion (Index)

+ 18,7 %

+ 18,2 %

und -einrichtungen

Umsatz (Index)

+ 19,3 %

+ 22,9 %

Elektrische Ausrüstungen

Auftragseingang (Wertindex)

+ 14,5 %

+ 22,3 %

Nettoproduktion (Index)

+ 17,4 %

+ 21,3 %

Umsatz (Index)

+ 20,2 %

+ 21,2 %

Auftragseingang (Wertindex)

+

3,7 %

+ 14,0 %

Nettoproduktion (Index)

+

6,4 %

+ 11,4 %

Umsatz (Index)

+

9,1 %

+ 9,3 %

Auftragseingang (Wertindex)

+

0,5 %

Nettoproduktion (Index)

+

6,9 %

+ 3,7 %

Umsatz (Index)

+

5,9 %

Sonstiger Fahrzeugbau

Maschinenbau

Gebrauchsgüter insgesamt

Baugewerbe

Gummi-

Auftragseingang (Wertindex)

und Kunststoffwaren

50

1,6 %

5,0 %

1,2 % 0,2 %

Nettoproduktion (Index)

+ 10,7 %

+ 9,1 %

Umsatz (Index)

+ 15,0 %

+ 14,1 %

Proseat ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Recticel (51 %) und Woodbridge (49 %). Der Hersteller von Schaumteilen für Autositze hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von rd. 22 %, verfügt über acht Standorte in Europa (Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen, Spanien, Tschechien und England) und beschäftigt rd. 2 100 Mitarbeiter. Laut Unternehmen kommen in jährlich rd. 4 Mio. Fahrzeugen Teile von Proseat zum Einsatz. 2010 erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von rd. 233 Mio. EUR, dazu trug der Standort in Hulshout rd. 17 Mio. EUR bei.

Evonik und GACL planen Kooperation in Indien Evonik Industries und das indische Chemieunternehmen Gujarat Alkalies and Chemicals Limited (GACL) planen gemeinsam ein neues Millionenprojekt. Kernstücke dabei sind der Bau einer neuen Anlage für Wasserstoffperoxid durch Evonik sowie die Errichtung einer neuen Anlage für Propylenoxid durch GACL. Ziel ist es, Propylenoxid nach dem von Evonik und Uhde, gemeinsam entwickelten HPPO-Verfahren (Hydrogen Peroxide to Propylene

Oxide) herzustellen. Die beiden Unternehmen unterzeichneten für das angestrebte Projekt in Dahej, im indischen Bundesstaat Gujarat, eine entsprechende Absichtserklärung. GACL beabsichtigt eine Lizenz für die Herstellung von Propylenoxid nach dem HPPO-Verfahren zu erwerben. In unmittelbarer Nähe zu der geplanten neuen Propylenoxid-Anlage wird Evonik das für die Produktion nötige Wasserstoffperoxid herstellen und GACL damit beliefern.

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Vorbild für die Kooperation in Indien ist die weltweit erste großtechnische Anlage zur Herstellung von Propylenoxid nach dem HPPO-Verfahren: 2008 hatte sie

das koreanische Unternehmen SKC mit einer Jahreskapazität von 100 000 t in Ulsan, Korea, in Betrieb genommen.

BMS eröffnet Polyisocyanat-Anlage und investiert in neues Forschungszentrum Bayer MaterialScience (BMS) hat in Ankleshwar im indischen Bundesstaat Gujarat eine Produktionsanlage für Polyisocyanate in Betrieb genommen. Mit der Investition in Höhe von rd. 20 Mio. EUR möchte BMS sein Geschäft für Beschichtungen und Klebstoffe in Indien ausweiten. Die Anlage wird mit rd. 35 Mitarbeitern Desmodur N auf Basis von aliphatischem HDI für Automobil-, Industrie- und Kunststofflacke herstellen. Außerdem werden dort Desmodur L-Typen aus aromatischem TDI für Holz- und Möbellacke sowie zur Formulierung von Klebstoffen für flexible Verpackungen produziert. Die Anfangskapazität wird 15 000 jato betragen und soll in den kommenden Jahren stufenweise erhöht werden. Zudem investiert das Unterneh-

men rd. 5 Mio. EUR in ein neues Forschungszentrum in Dormagen. Das Hydriertechnikum soll im Herbst dieses Jahres bezugsfertig sein. So zieht das Anilinlabor aus Uerdingen nach Dormagen um und auch die TDA- und die TDI-Verfahrensforschung wird in dem neuen Gebäude untergebracht. Damit wird die Verfahrensforschung Isocyanate von BMS an einem Ort gebündelt. In den neuen Laboren werden künftig technische Abläufe zur Produktion der Isocyanate MDI und TDI sowie zur Herstellung der benötigten Vorprodukte von PU-Weichschäumen erforscht und optimiert. Bayer MaterialScience stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 7A, Stand 129.

Axson Technologies investiert in China und Indien Axson Technologies, ein weltweiter Anbieter von Epoxid- und Polyurethanharzen, eröffnet eine neue Produktionsstätte in China für den Markt der Nichtleiter und der Windkraftanlagen. Mit dem neuen Werk wird das Unternehmen seine Produktionskapazität im Vergleich zu seiner bestehen-

Das

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den Anlage in Shanghai verdreioder vervierfachen. Zudem plant man Ende 2011 einen weiteren Standort in Indien zu eröffnen. Neben der Entwicklung von Harzen in Zusammenarbeit mit Kunden bietet das Unternehmen den weltweiten Technologietransfer an, u. a. zur Anpassung an die

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Rohstoffressourcen des Landes. Seit Axson sich 1994 von der Hexcel-Gruppe getrennt hat, baut das Unternehmen sein Angebot durch die geografische Präsenz auf drei Kontinenten (Europa, Amerika und Asien) und durch seine vier Geschäftsbereiche Modellbau, Klebstoffe, Verbundwerkstoffe und nichtleiten-

de Harze aus. Mit rd. 310 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen 2010 einen Umsatz von 55,3 Mio. EUR. Axson verfügt derzeit über 12 Tochtergesellschaften, sechs Produktionsstätten (Frankreich, Slowakei, Mexiko, USA, Japan, China) sowie sechs F&E-Zentren.

Purplan weiter auf Expansionskurs Der Anlagenbauer Purplan GmbH aus Hollage/Wallenhorst bei Osnabrück plant sich auf dem chinesischen Markt weiter zu etablieren und beabsichtigt in der technischen Entwicklungszone in Hefei einen Vertriebsstandort einzurichten, mit späterer Ausweitung durch eine Produktionsstätte. So wäre das Unternehmen dann nicht nur mit personellen Kapazitäten, sondern auch mit den eigenen Erzeugnissen direkt vor Ort. Purplan hat neben der Shanghai Purplan Mechanical Engineering Ltd. auch Handelsvertretun-

gen in Ägypten, Saudi-Arabien und in der Türkei. Im Jahr 2011 soll zudem ein Produktions- und Vertriebsstandort in Nordamerika entstehen. Geplant ist auch eine Kooperation mit einer russischen Firma in St. Petersburg. 2012 will das Unternehmen auch mit einem Vertriebs- und Wartungsstützpunkt in Indien präsent sein. Mit mehr als 120 Mitarbeitern weltweit, hat sich das Unternehmen international etabliert, wird seinen Hauptsitz aber weiter im niedersächsischen Wallenhorst belassen.

Purplan wurde für den „Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis“ sowie den „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar-PatzeltStiftung nominiert, mit denen mittelständischen Unternehmen in Deutschland eine außergewöhnliche Aktivität im In- und Ausland bescheinigt wird.

Dennert Poraver übernimmt kanadisches Lizenzunternehmen Der Blähglasgranulat-Hersteller Dennert Poraver aus dem bayrischen Schlüsselfeld hat vor kurzem das kanadische Lizenzunternehmen Poraver North America aus Innisfil nahe Toronto übernommen. Die Kombination beider Produktionsstandorte eröffne insbesondere in Canada, USA und Mexiko neue Wachs-

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tumschancen, so heißt es. Des Weiteren ermögliche der Technologietransfer eine Optimierung der Entwicklungsarbeit und Anwendungstechnik. Dennert Poraver stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 9, Stand 228

Clariant plant Übernahme der Süd-Chemie Die Schweizer Clariant AG plant den Erwerb einer Kontrollmehrheit an der Süd-Chemie AG und hat dazu Vereinbarungen mit dem Mehrheitsaktionär One Equity Partners (50,4 %) sowie den Familienaktionären (ca. 46 %) getroffen. Die Transaktion hat einen Gesamtwer t von 2,0 Mrd. EUR, der reine Firmenwert liegt hingegen bei etwa 1,4 Mrd. EUR. Im Jahr 2010 erzielte Süd-Chemie einen Umsatz von 1 225 Mio. EUR. Mit rd. 6 500 Mitarbeitern in 40 Ländern betreibt das Unternehmen zwei profitabel wachsen-

de Geschäftseinheiten mit global führenden Positionen bei Prozesskatalysatoren und Adsorbentien. Darüber hinaus verfügt SüdChemie über eine starke Forschungs- und Entwicklungspipeline, bspw. für innovative Materialien für Lithium-Ionen-Batterien und Biotechnologie. Die Akquisition verhelfe Clariant zu wachstumsstarken und weniger zyklischen Geschäftsfeldern und öffne Zugang zu neuen Märkten, so heißt es. Clariant erwartet, dass die Transaktion im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen sein wird.

Wachsende Nachfrage nach Kuraray PU-Rohstoffen Die Business Unit Chemicals der Kuraray Co., Ltd. vermeldet Rekordproduktionszahlen für ihr MPD (3-Methyl-1,5-Pentandiol). In der Anlage im japanischen Kashima waren die Kapazitäten Mitte 2010 um 40 % erhöht worden. MPD ist ein amorphes Diol, das für die Produktion von Polyurethanen, Polyestern und Diacrylaten

eingesetzt wird. Kuraray sagte, dass die Nachfrage nach MPD ständig wachse. Besonders hohen Bedarf gebe es in den Bereichen PU-Klebstoffe, Druckfarben und weiche TPUs. Kuraray stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 9, Stand 545.

Repi erweitert Laborkapazitäten Aufgrund der gestiegenen Nachfrage des europäischen Marktes nach qualitativ hochwertigen PUFarbpasten investiert der italienische Farbpastenhersteller Repi S.p.A an seinem Firmenhauptsitz in Lonate Ceppino (nahe Mailand) über 1 Mio. EUR in die Erweiterung seiner Laborkapazitäten. Mit dem Bau der zusätzlichen Laborflächen wurde bereits Ende 2010 begonnen und das Projekt wird voraussichtlich Ende April dieses Jahres abgeschlossen sein. „Diese Investition war ursprünglich erst für das Jahr 2012 vorgese-

hen. Durch die positive Geschäftsentwicklung der letzten zwei Jahre wurde jedoch die Notwendigkeit dieser Maßnahme immer dringlicher, so dass wir uns für das Vorziehen des Projektes entschieden haben“, erklärte Michael Rath, Repi. Damit stehen zukünftig zusätzliche 500 m2 Laborfläche zur Verfügung, die das Unternehmen schwerpunktmäßig für die Entwicklung von neuen Produkten für die Einfärbung von Polyurethanen und anderen Kunststoffen nutzen möchte.

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Das Gefühl für Qualität. Automotive Solutions. Performance Passion Success Polyurethan – einer der vielseitigsten Werkstoffe unserer Zeit – garantiert Ihnen selbst in schwierigsten Anwendungsbereichen eine konstant hohe Materialqualität, detailgenaue Darstellung, exzellente Abbildung von Narbung und Konturen, enorme Designfreiheit, sowie eine hervorragende Haptik und besonders matte Optik. Elastoskin® und Elastollan® für Instrumententafeln, Mittelkonsolen und Türmodule. BASF Polyurethanes. Alles andere ist Standard. Weitere Informationen zu Elastoskin: manfred.michl@basf.com, Elastollan: stefan.arenz@basf.com, PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAhrGANG 11 www.pu.basf.de/oberflaechen

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Technik Nachhaltiges Polyol für aliphatische PU-Systeme Alberdingk Boley erweitert seine Albodur-Produktgruppe der 100 % PU-Polyole auf Basis nachwachsender Rohstoffe mit der neuen Type Albodur 955 VP. Dieses Bindemittel wurde speziell für aliphatisch vernetzbare Systeme entwickelt. Anwendungsgebiete sind lichtstabile Beschichtungen im Innen- und Außenbereich wie bspw. dekorative Böden, bei denen gute mechanische und chemische Beständigkeiten gefragt sind. Zudem bietet Albodur 955 VP durch gute Verarbeit-

barkeit und Haftungseigenschaften Vorteile in aliphatischen 2KSprühsystemen für Metallschutzanwendungen oder auf GFK-Substraten, so heißt es. Das neue Produkt zeichnet sich durch seinen hydrophoben Charakter aus und ist mit sämtlichen gängigen aliphatischen Polyisocyanaten (HDI, HDI/IPDI-Mix) vernetzbar. Alberdingk Boley stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 8, Stand 211.

Pigment-Präparationen für farbige Beschichtungen Arichemie präsentiert sich auf der European Coatings Show in Nürnberg mit einer Vielzahl an Pigment-Präparationen. Die wässrigen VOC-haltigen Pigment-Präparationen der „klassischen“ Vocaflex-Reihe setzen durch organische und anorganische Pigmente starke und brillante Farbakzente. Die hohen Licht- und Wetterechtheiten der eingesetzten Pigmente zeigen besonders im Bereich der Gelb-, Rot- und Orangetöne gute Beständigkeiten. Unter Vocaflex-LF sind VOC-freie bzw. -arme wässrige Pigment-Präparationen zusammengefasst, die für Dosier- und Mischanlagen geeignet sind. Für die technischen Anforderungen

der Spielzeugnorm EN 71 wurde die Reihe mit Vocaflex-EN weiter ausgebaut. Diese wässrige Pigmentpaste ohne Benzisothiazolon (BIT) ist in 20 Farbindizes erhältlich und bspw. für Kindermalfarben geeignet. Bei vielen auf Harz basierenden PigmentPräparationen setzt Arichemie auf nachwachsende Rohstoffe. So z. B. bei Vocaplast-P, das das „grüne“ Polyol Sovermol enthält und in Zusammenarbeit mit Cognis entwickelt wurde. Vocaplast-L ist eine auf Leinöl basierende Paste, die gute Transparenz in Holzlasuren in verschiedenen Farbtönen erzielt. Aricolor-N ist die neueste Entwicklung des Unternehmens, die auf Rizi-

nus- oder Rapsöl aufgebaut ist oder mit einem Träger, den der Kunde vorgibt. Die UV-härtenden Pigment-Präparationen der Reihe Vocaplast-UV bauen auf kundenspezifischen Trägerharzen auf. Sie werden bevorzugt in Druck-

farben und Beschichtungen eingesetzt. Arichemie stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 9, Stand 528

BASF präsentiert neue Lösungen für Beschichtugen Auf der European Coatings Show stellt BASF bewährte und neue Lösungen für Möbel- und Fußbodenbeschichtungen vor und präsentiert seine Produkte für die Druck- und Verpackungsindustrie. Durch die Urethanacrylatdispersionen Laromer UA 9060 und UA 9064 erhalten Holz- und Kunststoffoberflächen eine gute Kratz- und Chemikalienbeständigkeit. Auch die Acrylatdispersion Laromer WA 9057 verfügt über eine gute Chemikalienbeständigkeit und zeigt eine geringe Vergilbung im Lack. Im Bereich der 100 %-UV-Bindemittel stellt das Unternehmen mit Laromer PE 9074 und PE 9079 zwei monomerfreie UV-Harze vor. Joncryl OH 8312 ist eine Zweikomponentendispersion auf Wasserbasis für industrielle Möbellacke, die sich bspw. mit Basonat LR 9056 für eine gute Aushärtung kombinieren lässt. Efka 2010 ist ein neuer siliconfreier Entschäumer für lösemittelbasierende Systeme. Zudem präsentiert BASF mit Cromophtal, Cinquasia, Irgazin und Heliogen Pigmente für die Formulierung von Laminat- und PVC-Druckfarben. Für den Bereich Druck und Verpackung hat das Unternehmen Pig-

mente im Programm. Mit Irgalite Yellow BXFL, Irgalite Rubine 4BGL und Irgalite Blue GLVO bietet man Azo- und Phthalocyaninpigmente an. Cinquasia Jet und Cromophtal Jet sind Pigmente für Inkjet-Anwendungen; die transparenten MicrolithPräparationen und die Farbstoffe Basacid und Orasol vervollständigen das Angebot für den Digitaldruck. Auf der ECS wird auch das Angebot an MetasheenMetallicpigmenten und an Perlglanzpigmenten zu sehen sein. Für kompostierbare Kunststofftüten zeigt man mit Heliogen Blue D 7460 ein metallfreies Phthalocyaninpigment. Darüber hinaus präsentiert BASF ihre Jonycryl FLX-Produktlinie an Styrolacrylatharzen und -emulsionen für wasserbasierende Farben. Das Unternehmen wird auch seine Irgacure-Photoinitiatoren und Laromer-Harze für den Druckund Verpackungsbereich vorstellen. Des Weiteren werden die neuen Efka-Dispergierhilfsmittel 7701, 7731 und 7732 für den Hochleistungsdruck vorgestellt. BASF stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 7A, Stand 411

Vollständig biobasierende Polyesterpolyole Croda Coatings & Polymers hat 100%ig biobasierende Polyes-

54

terpolyole für „grüne“ PU-Anwendungen auf den Markt gebracht.

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAhrGANG 11


Nach Angaben des Unternehmens beruht die neue Priplast-Produktpalette auf natürlichen Fettsäuren und folgt dem Industrietrend zu Materialien auf biologischer Basis ohne Einbußen bei der Leistung eingehen zu müssen. Die Modifikation von Harzen mit PriplastPolyesterpolyolen bringt laut Croda folgende Vorteile: • Haltbarkeit: eine einmalige Kombination von thermooxidativer, UV- und Hydrolysebeständigkeit

• Wasserabweisende Wirkung • Flexibilität • Haftung auf einer Vielzahl von Substraten, einschließlich Kunststoffen mit geringer Polarität • Gute Fließeigenschaften mit effizienter Substratbenetzung • Erneuerbare Inhaltsstoffe Croda stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 9, Stand 425.

matischen Probenwechsler für bis zu 64 Proben kann das Gerät auch für die Qualitätssicherung und Schadensanalyse im Temperaturbereich von –180 °C bis 700 °C herangezogen werden. Für Routineanwendungen im Polymerbereich, aber auch für die chemische Industrie hat Netzsch die einfach zu bedienende Thermo-Mikrowaa-

ge TG 209 F3 Tarsus im Programm. Sie ist ein geeignetes Einstiegsgerät zur Untersuchung der Thermostabilität sowie der einzelnen Bestandteile von Lack- und Klebstoffsystemen bis 1 000 °C. Netzsch stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 6, Stand 221

Photo-DSC 204 F1 Phoenix

Prüfgeräte für Lack- und Klebstoffsysteme Die Aushärtung von Lacken und Klebstoffen wird das Hauptthema der Netzsch Gerätebau GmbH auf der European Coatings Show sein. Mit der Photo-DSC 204 F1

185x130_D_PU_MON:Layout 1

Phoenix bietet das Unternehmen eine Lösung zur Untersuchung von UV-Härtungen lichtaktiver Harzsysteme, Klebstoffe, Lacke, Coatings und Dentalmassen. Mit dem auto-

09.03.2011

12:33 Uhr

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Pur(e) Fascination... ... wie auch immer Sie es drehen – mit Hennecke Maschinen- und Anlagentechnik legen Sie den Grundstein für überlegene Produktqualität und effiziente Rohstoffnutzung. Setzen Sie auf innovative Technologien mit einem hohen ökonomischen und ökologischen Nutzen. Für unzählige Anwendungen aber vor allem für faszinierende Produkte auf Basis Polyurethan.

Jec / Paris 29.03. - 31.03.2011, Stand K31

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Interzum / Köln 25.05. - 28.05.2011, Halle 9.1 · B037

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Umweltfreundliche Produkte für Lacke, Farben und Klebstoffe Perstorp wird seine neuen Entwicklungen und Lösungen auf der European Coatings Show präsentieren. Das Hauptaugenmerk wird auf Produkteinführungen mit Fokus auf umweltfreundlicher Verwendung liegen. Die Produkte des Unternehmens finden Anwendung u. a. in der Harzproduktion für Lacke, Farben und Klebstoffe sowie in deren Formulierungen. Das Portfolio umfasst bspw. Tolonate aliphatische Polyisocyanate, die als Härter für Polyurethanlacke und Klebstoffe verwendet werden, sowie Capa-Polycaprolactone, welche den Bedarf an Lösemittel aufgrund ihrer niedrigen Viskosität reduzieren und einen guten Abriebwiderstand und Elastizität auch bei niedrigen Temperaturen bieten. Das Produktprogramm enthält auch die wesentlichen Bausteine für Polyurethandispersionen, wie Monomere für Dispersionen (BisMPA, Ymer N120), Polyole (Oxy-

mer-Polycarbonatdiole und CapaPolycaprolactone) und Isocyanatmonomere (HDI, IPDI, TDI). Darüber hinaus wird Perstorp Voxtar präsentieren, das weltweit erste Pentaerythritol welches auf nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien basiert. Laut Unternehmen reduziert Voxtar die eigene CO2Bilanz um bis zu 65 %. Des Weiteren stellt Perstorp Easaqua vor, ein selbstemulgierendes hydrophiles Polyisocyanat, das als effektiver Härter in umweltfreundlichen PU-Wasserlacken als Alternative zu konventionellen Polyurethanlacken eingesetzt wird. Auf der ECS wird das Unt e r ne hm e n e ine n n eu en Easaqua-Härter präsentieren. Perstorp stellt aus auf der ECS 2011 in Halle 7A, Stand 427

oberflächen. So ist Trapylen laut Unternehmen eines der am häufigsten verwendeten Haftvermittlersysteme in der Kunststofflackierung. Insbesondere wenn hohe Ansprüche an eine dauerhafte Lackhaftung gestellt werden, kommen die chlorierten Polyolefine (CPO) zum Einsatz. Neben den bekannten Produktreihen stellt Tramaco auch neu entwickelte, acrylatmodifizierte Polyolefine (APO) vor. Diese Produkte können für halogenfreie Beschichtungen zur Anwendung kommen.

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Abgerundet wird das Sortiment durch Lackadditive und Modifizierungsmittel wie Mattierungskonzentrate, Vernetzer, UV-Schutzmittel, Slip- und Antiblockadditive. Rowa und Tramaco stellen aus auf der ECS 2011 in Halle 9, Stand 105

Polymernetzwerk und Netzwerk Oberfläche NRW bringen Schüler zur ECS 2011 Schüler für MINT-Fächer zu begeistern und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist das Ziel der Schülerveranstaltungen der Netzwerkprojekte Polymernetzwerk und Netzwerk Oberfläche NRW. Eine Exkursion zur European Coatings Show nach Nürnberg bietet 22 Schülern aus Recklinghausen die Gelegenheit, sich auf einer der weltweit bedeutendsten Messen der

Lack- und Farbenindustrie über Berufsperspektiven in der chemischen Industrie zu informieren sowie einen ersten Einblick in die Branche zu erhalten. Fachlich vorbereitet wurde die Exkursion durch Prof. Koch von der Fachhochschule Gelsenkirchen mit einem Labortag zum Thema online „Kleben erleben“.

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Sonderhoff stellt Mold‘n Seal-Verfahren vor

Haftvermittler und Primer für dauerhafte Lackhaftung Die Tramaco GmbH und die Rowa Lack GmbH, beide Mitglieder der Rowa Group, präsentieren gemeinsam auf der European Coatings Show ihr Produktprogramm. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen Haftvermittler für Farben, Lacke, Druckfarben und Klebstoffe. Mit den Marken Trapur und Trapylen ist Tramaco nach eigenen Angaben seit über 35 Jahren ein europaweit führender Hersteller von Haftvermittlern und Primern für schwer lackierbare Kunststoff-

Rowa Lack hingegen fertigt Spezialprodukte für die kunststoffverarbeitende Industrie. Das Portfolio umfasst Acrylat-, Polyurethanund Fluorpolymerlacke, sowohl auf Lösemittelbasis als auch wässrig, zur Oberflächenveredelung von PVC-Planen, PVC- und PU-Kunstleder sowie trägerlosen Folien auf PVC- und TPO-Basis.

Sonderhoff wird auf den Arburg Te c h n o l o g i e t a g e n v o m 23. – 26. März 2011 in Loßburg sein neues Mold‘n Seal-Verfahren vorstellen. Es handelt sich bei diesem Fertigungsprozess um die Inline-Verarbeitung von spritzgegossenen Bauteilen mit anschließendem Direktauftrag einer Polyurethandichtung im FIPFGVerfahren (Formed In Place Foam Gasket). Dazu hat Sonderhoff die Dichtungssysteme der Fermapor K31-Familie um neu entwickelte Produkte erweitert, die nun eine Verarbeitung im Spritzgusstakt ermöglichen. Bei dem Mold‘n Seal-Verfahren entnimmt ein Knickarmroboter die noch warmen Spritzgussteile aus der Form und führt diese unter dem

Mischkopf der Dosieranlage entlang, wobei das Dichtschaumsystem dem Verlauf der Dichtung konturgenau folgt. Die vorhandene Bauteilwärme beschleunigt die Abreaktion des neuen PUSchaumsystems, so dass der Knickarmroboter das Bauteil nun direkt zur Weiterverarbeitung positionieren kann. Laut Sonderhoff eröffnet das neue Verfahren eine kostensparende Alternative durch intelligente Prozesstechnik bei gleichzeitiger Platzeinsparung. V i el e vers ch i edene Kunst stoffspritzgussteile benötigen heute eine Dichtung, um ihre Funktion zu erfüllen, somit wird die Verkettung von Spritzgussund Dichtungsschäumanlagen zukünftig immer wichtiger, so das Unternehmen.

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Neue Produkte für Korrosionsschutz und Flammschutz Das natürliche Mineral Eisenglimmer bewährt sich seit Jahren im schweren Korrosionsschutz und kann seine Schutzeigenschaften speziell im Langzeit-Objektschutz zur Geltung bringen. Neben den bereits in vielen Anwendungen und Rezepturen etablierten Produkten der Miox-Reihe hat die Georg H. Luh GmbH seit kurzem auch eine neue FeOMica-Reihe mit guten technischen Eigenschaften zu einem günstigen Preis im Lieferprogramm. Zusätzlich zu ihren guten Korrosionsschutzeigenschaften wirkt sich die neue FeOMica-Reihe auch positiv auf den UV-Schutz, die mechanischen Eigenschaften und die thermische Leitfähigkeit in Coatings aus. Auch als Effektpigment für dunkle Metallictöne ist das Produkt geeignet.

Als mineralische Alternative zu den toxischen und in vielen Anwendungen bereits verbotenen halogenierten Flammschutzmitteln bietet die Georg H. Luh GmbH Blähgrafit als intumeszierendes Flammschutzadditiv an. In vielen Anwendungen wie z. B. Polyurethanschäumen oder in Dachfolien hat sich Blähgrafit als leistungsfähiges und umweltfreundliches Flammschutzadditiv bewährt. Speziell für die Anwendung in Coatings wurde nun ein neues Produkt PX 96/1 mit optimierter Teilchengröße entwickelt. Es ist einfach einzuarbeiten und hat eine sehr geringe Sedimentationsneigung. Bei Bedarf sind sämtliche Blähgrafitsorten auch in Form von hochgefüllten Masterbatches erhältlich.

Hennecke mit neuer Verfahrenstechnik auf der JEC Composites Die Hennecke GmbH wird auf gesamten Prozess. So lassen der diesjährigen JEC Composites sich auch hohe Stückzahlen realiin Paris am Stand K31 zwei ver- sieren (siehe auch S. 67 in dieser fahrenstechnische Neuheiten aus Ausgabe). dem Bereich Sprühtechnik bzw. Darüber hinaus präsentiert HenneIntegrated Systems vorstellen. cke eine weitere Neuheit, die in Eine innovative Verfahrenstechnik Zusammenarbeit mit Bayer Maist die Herstellung von faserver- terialScience (BMS) entstanden stärkten Strukturbauteilen im ist und den Einsatz von Füllstoffen High-Pressure-RTM-Verfahren wie Bariumsulfat im reaktiven (HP-RTM). Gegenüber dem klas- Polyurethangemisch ermöglicht. sischen RTM- Die neue SIA-Technologie ermöglicht den Einsatz beliebiger Verfahren bietet Füllstoffe die neue Technologie eine schnelle Injektion des reaktiven Gemisches in die Kavität. Dies ermöglicht kurze Aushärtezeiten und eine Taktzeitoptimierung im

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So können Füllstoffe nun mittels eines Gasstroms gefördert, und während der Vermischungsphase in die Mischkammer injiziert werden: die Solid Injection by Airstream-Technologie (SIA). Das Verfahren eröffnet Möglichkeiten für die Verwendung sehr leichter oder schwerer Füllstoffe oder auch der Kombination verschiedener Typen. Sogar reaktive Substanzen oder Teilchen mit poröser Oberfläche können eingesetzt werden – von Blähgrafit bis hin zu Hohlglaskugeln. Die Gefahr einer Beeinträchtigung der Füllstoffe wird dabei deutlich reduziert, ebenso die Wahrscheinlichkeit der Abnutzung von Anlagenteilen durch abrasive oder korrosive Zu-

satzstoffe. Die Technologie ermöglicht darüber hinaus eine Variation des Füllstoffgehalts innerhalb einer Schicht oder zwischen verschiedenen Schichten, bspw. bei einem Sandwich-Verbund. Zu dem Verfahren betreibt BMS eine Pilotanlage in Leverkusen. BMS stellt das neue Verfahren ebenfalls auf der JEC Composites vor, am Stand P14. Des Weiteren zeigt Hennecke Musterteile aus dem Automotiveund Sanitär-Bereich, die mit der Sprühtechnologie PUR-CSM realisiert werden. Daneben werden leichte und gleichzeitig hoch belastbare Sandwich-Verbundbauteile mit Wabenstruktur (Honeycomb) zu sehen sein.

Cannon zeigt Innovationen für Composites, PU und Thermoformen Auch in diesem Jahr stellt die Cannon Gruppe ihre neuen Entwicklungen aus den Fachbereichen Composites, Polyurethane und Thermoformen auf der JEC Composites in Paris an Stand H58 vor: • Die neue ESTRIM-Technologie (Epoxy Structural Reaction Injection Moulding) als technologische Weiterentwicklung des konventionellen, langsamen

E-System von Cannon

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RTM-Prozesses durch die Hochdruckinjektion von schnell entformbaren EpoxydharzFormulierungen. Die neue ESystem, eine Dreikomponenten-Hochdruckdosiermaschine wird vorgestellt. • Automatische Preformer zur Vorbereitung von Carbon- und Glasfaser-Vorformlingen für die Harzimprägnierung und -injektion. • Neue Lösungen für die Windkraftindustrie: die Dosiermaschine Epoxy DX zur Herstellung von Rotorblättern mit der Infusionstechnik; Dosieranlagen für die Produktion von PUEinlegern als Ersatz für Balsaholz; Dosiermaschinen und Pressen für DCPDHarze zur Produktion von großen, dünnen,

und hochfesten Strukturbauteilen ohne Glasfaserverstärkung; Aluminium-Druckgusspressen zur Fertigung großer TurbinenElektromotoren. • Automatische Montagelinien zur Produktion großer Bordelektronikteile aus CompositeMaterial. • Co-Injektions- und Spraytechnologien für Polyurethan zur Zudosierung von Feststoffen. • Formpressen für SMC-, GMT-

und RTM-Anwendungen – bis zu 3 500 t. • Die aktuellen Thermoformmaschinen von Cannon Forma, ausgestattet mit Halogenstrahlern, computergeführter Heizstrahlersteuerung und patentierter Fensterplattenverstellung. • Das neue Fünfachsen-CNC-Bearbeitungszentrum von Belotti zum Beschnitt von Composites und anderen Kunststoffen.

Composite-Harze für schnelle RTM-Verfahren Die Polyurethan-Sparte von Huntsman wird auf der JEC Composites an Stand G65 die Vitrox-Composite-Harze vorstellen. Hierbei handelt es sich ein neues Sortiment von Harzen, die für die Großserienproduktion im Automobilbau und für Massenverkehrsmittel mittels schnellen RTM-Verfahren verarbeitet werden können. Des Weiteren gab Huntsman seine technische Beteiligung an einem Projekt bekannt, das die Möglichkeiten zum Bau eines Elektrokonzeptfahrzeugs, basierend auf nachhaltig umweltfreundlichen Ma-

terialien, aufzeigt. Es handelt sich um die, von der französischen Fa. D3 entworfene U–Box. Mit Unterstützung der britischen Fa. NRG Wheels Ltd. rüstete Huntsman das Fahrzeug mit Composite-Felgen aus, und lieferte ebenso Composite-Klebstoffe. Darüber hinaus wird sich das Unternehmen auch als Lieferant von Bausteinen für Formulatoren präsentieren. Abgerundet wird die vorgestellte Produktpalette durch eine Reihe von Klebstoffen auf Basis von Epoxid, Methacrylat, Polyurethan sowie Formulierungen auf MS-Polymerbasis.

Personelles Neuer F&E-Leiter bei Rampf Giessharze Stefan Retig, 41, ist seit dem 1. März 2011 Leiter Forschung und Entwicklung der Rampf Giessharze GmbH & Co. KG in Grafenberg. Er tritt die Nachfolge von Dr. Peter Gräter an, der das Unternehmen verlässt. Retig arbeitet seit 15 Jahren auf dem Gebiet der Kunststoffe.

Berufs erfahrung sammelte er u. a. bei der Sika Deutschland GmbH. Bei Rampf Giessharze ist der Chemieingenieur seit 2003 tätig und war zuletzt als Laborleiter im Bereich Dichtungsschäume verantwortlich. Als Entwicklungsleiter wird er die Produkte des Mittelständlers in den Berei-

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chen PU, Silicon und Epoxid weiterentwickeln. In den kommenden zwei Jahren will er verstärkt Biopolyole aus natürlichen Ölen wie Raps- und Sojaöl einsetzen, aber auch an weiteren Alternativen forschen. Zwei spezielle Vergussmassen aus Rapsöl, die u. a. bei Ladesteckern von Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, sind seit kurzem am Markt. Zudem will er das Eigenschaftsspektrum von Dichtungsschäumen, Klebstoffen, Vergusssystemen und Elektrogießharzen ausbauen. Die neuen Generationen sollen etwa in

der Windenergie, der Solartechnik und in Hybridfahrzeugen Einzug halten. Stefan Retig

Prof. Dr. Paul Thienel geht in Ruhestand Am 26. Januar 2011 verabschiedete das Kunststoff-Institut Lü-

denscheid mit einem Festkolloquium einen seiner Gründungs-

geschäftsführer und langjährigen wissenschaftlichen Berater Prof. Dr.-Ing. Paul Thienel in den Ruhestand. Im Jahr 1988 gründeten Thienel und Manfred Rahmede das Institut und übernahmen gemeinsam viele Jahre die Geschäftsführung. Heute, nunmehr 23 Jahre später, ist das Kunststoff-Institut mit rd. 60 Mitarbeitern eine feste Größe in Deutschlands Institutslandschaft geworden. Im Rahmen der Veranstaltung referierte Alfred A. Bulitz, Geschäftsführer der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG zum Thema „Vom Spritzgießer zum Entwicklungslieferanten der Medizintechnik“, Prof. Dr. Georg Steinbichler, Entwicklungsleiter der Engel Austria GmbH, hob die Wichtig-

keit von kompletten Automatisationslösungen hervor und Stefan Schmidt, Geschäftsführer des Kunststoff-Instituts, rundete das Bild mit Strategien zur Technolo- online giebeschaffung ab.

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Prof. Dr. Paul Thienel

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Wechsel im Henkel-Vorstand Jan-Dirk Auris, 42, und Bruno Piacenza, 44, haben vor kurzem ihre Tätigkeit im Vorstand von Henkel aufgenommen. Auris hat die Führung des Unternehmensbereichs Adhesive Technologies übernommen und folgt auf Thomas Geitner. Piacenza hat die Nachfolge von Dr. Friedrich Stara als Mitglied des HenkelVorstands mit Verantwortung für d e n U n t e r n e h m e n s b e re i c h Wasch- und Reinigungsmittel angetreten. Stara ist Ende Februar 2011 in den Ruhestand gegangen. Auris ist seit 1984 für Henkel tätig. Seit 2008 ist er Präsident für Henkel in der Region AsienPazifik und zudem verantwortlich für das Klebstoffgeschäft in dieser Region. Piacenza arbeitet

seit 20 Jahren für Henkel und war zuvor Corporate Senior Vice President mit Verantwortung für das Kosmetikgeschäft in den Regionen Westeuropa, Nahost/ Nordafrika und Asien-Pazifik sowie Präsident für Henkel in Frankreich.

Analysen und Vorschläge, die meistens nicht nur Nabelschauen sind. Bedauerlich ist, dass keiner der Autoren expressis verbis auf die deutsche und europäische Staatsverschuldungen und deren Abbau eingeht, weder Bun-

deswirtschaftsminister Brüderle, weder Altkanzler Schröder, noch Bundespräsident Wulff. Immerhin jedoch ein lesenswertes Buch über die augenblickliche Lage Deutschlands und die Wirtschaftsaussichten. - HG -

Handbuch Klebtechnik 2010 Adhäsion kleben & dichten, Industrieverband Klebstoffe e. V. (hrsg.), Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden, 9. Aufl., 2010, 314 S., kart., 25,90 EUr, ISBN 978-3-8348-1354-1

Jan-Dirk Auris

Rezensionen

Das aktuelle Nachschlagewerk Handbuch Klebtechnik des Industrieverbands Klebstoffe enthält Liefer- und Leistungsprofile seiner 126 Mitgliedsunternehmen, wichtiger Systempartner und wissenschaftlicher Institute. Neben Klebstoffherstellern und Rohstoffanbietern werden Geräte- und Anlagenhersteller, Beratungsunternehmen sowie Verbände, Institute und Forschungsein-

richtungen aus dem Bereich der Klebtechnik inklusive Kurzportrait, Produkten und Dienstleistungen sowie Kontaktadresse vorgestellt. Zudem enthält das Buch den Industrieverband Klebstoffe Jahresbericht 2009, Informationen über Deutsche und Europäische Gesetzgebung und Vorschriften, statistische Übersichten, Normen und Bezugsquellen.

Dichtungstechnik Jahrbuch 2011

Werte – Wissen – Wachstum. Was Deutschland tun muss

Karl-Friedrich Berger, Sandra Kiefer (hrsg.), Isgatec Gmbh, Mannheim, 2010, 378 S., kart., 49,00 EUr, ISBN 978-3-9811509-4-0

Klaus Engel, Michael Vassiliadis (hrsg.), hoffmann und Campe Verlag, hamburg, 2010, 304 S., gb., 19,95 EUr, ISBN 978-3455-50171-1

Zur sicheren räumlichen Trennung verschiedener flüssiger und gasförmiger Stoffe stehen Ingenieuren unterschiedliche Methoden der Dichtungstechnik zur Verfügung. Das Dichtungstechnik Jahrbuch 2011 enthält 50 Beiträge mit vielen Hinweisen zur Lösung von Dichtungsaufgaben. Es beinhaltet Grundlagen- und Einführungsbeiträge sowie ausführliche Fachbeiträge aus Wissenschaft und Praxis. Diese sind geordnet nach den Themen Trends und Dienstleistungen, Werkstoffe, statische Dichtsysteme und Formteile, dynamische Dichtun-

Unter dem Titel Werte – Wiss e n – Wa c h s t u m . Wa s Deutschland tun muss haben d i e b e i d e n H e r a u s g e b e r, Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, und Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), 38 Repräsentanten der Arbeitgeberschaft, der Industrie, der Politik und Kultur um ihre Meinung gefragt. Autoren wie bspw. Biedenkopf, Brüderle, v. Dohnanyi, G. Hen-

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kel, Poullain, Schröder und Wulff kommen in diesem Buch zu Wort. Die Beiträge stellen, natürlich ausgehend von der eigenen Interessenlage, aber auch übergreifend, die Meinungen der Autoren dar, wie nach dem eben erfolgten Wirtschaftsaufschwung nach der tiefen Rezession die Stabilität gesichert und verbessert werden kann. Und zwar nicht nur für Deutschland, sondern für den gesamten europäischen Wirtschaftsbereich. Dabei lesen wir interessante

gen, Flüssigdichtungen, Klebetechnik und klebend Dichten, Be- und Verarbeitung sowie Mess- und Prüftechnik. Die Beiträge befassen sich bspw. mit Polyurethanen, Kautschuken, Silicon und TPE, die als Dichtungsmaterial eingesetzt werden. Zudem ermöglichen sie einen Einblick in die verschiedenen Dichtungs- und Klebesysteme sowie die vor- und nachgelagerten Prozessstufen. Die Vielfalt der Beiträge führt dazu, dass viele Themen nur kurz behandelt werden. So bietet das Jahrbuch einen kompakten Überblick über das Fachgebiet.

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13 Termine KuZ-Seminare zur Polyurethantechnik Das Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KuZ) bietet eine Reihe interessanter Weiterbildungen rund um den Werkstoff Polyurethan an. Auf dem Programm stehen folgende Veranstaltungen: • 4. – 8. April 2011, Seminar Polyurethantechnik • 11. Mai 2011, PUR Forum: Trennmittel – Wohin geht die Reise? • 5. – 9. September 2011, Polyurethantechnik • 8. – 9. November 2011, Tech. Grundlagen der Polyurethantechnik

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Kontakt: Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH ¡ Dr. Axel BÜhme Tel. 0341 4941-609 ¡ Fax 0341 4941-555

)UHFKHP*PE+ &R.*

E-Mail weiterbildung@kuz-leipzig.de

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Internet www.kuz-leipzig.de/seminare_polyurethantechnik.html

Deutsch-Ă–sterreichischer PUR-Tag

ASCO KOHLENSAURE AG

Der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e. V. (FSK) lädt am 14. April 2011 zum Deutsch-Österreichischen PURTag ein. Die Veranstaltung findet bei der Fill GmbH in Gurten, Österreich, statt und umfasst u. a. Vorträge sowie eine Firmenbesichtigung. Darßber hinaus ist ein Vorabendprogramm am 13. April 2011 geplant.

Polyurethan zum Anfassen und Kennenlernen Am 12. Mai 2011 veranstaltet der FSK den Praxis-Workshop Polyurethan zum Anfassen und Kennenlernen bei der BASF Polyurethanes GmbH in LemfÜrde. Der Workshop richtet sich an Studenten, Produktentwickler, Einkäufer und alle, die sich ßber den Werkstoff informieren wollen.

Internationale Fachtagung Polyurethan Der FSK veranstaltet in diesem Jahr die Internationale Fachtagung Polyurethan in Zusammenarbeit mit der Volkswagen AG. Die Tagung findet vom 6. – 7. Oktober 2011 in Wolfsburg statt. Noch bis zum 15. Juli 2011 kĂśnnen Anmeldungen zum „Innovationspreis Schaumstoffe 2011“ beim Fachverband eingereicht werden. Kontakt: Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e. V. ¡ Nadine Winkler Tel. 069 299207-0 ¡ Fax 069 299207-11 E-Mail fsk@fsk-vsv.de ¡ Internet www.fsk-vsv.de

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OTTI-Fachforen und Seminare

Techtextil, Texprocess und Material Vision

Das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut e. V. (OTTI) hat eine Reihe interessanter Veranstaltungen im Angebot. Eine Auswahl:

Die Techtextil, die vom 24. – 26. Mai 2011 in Frankfurt stattfindet, erwartet als Leitmesse der Branche wieder ein internationales Publikum. 2008 waren ca. 1 200 Aussteller und ca. 24 000 Fachbesucher an den Main gekommen. Die Messe deckt für die Industrie, die Forschung und den Handel das gesamte Themenspektrum technischer Textilien und Vliesstoffe ab. Parallel zur Techtextil findet die Material Vision, internationale Fachmesse und Konferenz von Materialien für Produktentwicklung, Design und Architektur, sowie erstmalig die Texprocess, internationale Leitmesse für die Verarbeitung von textilen und flexiblen Materialien (24. – 27. Mai 2011), statt.

• 9. – 11. Mai 2011, Fügetechnik Kleben mit Basiswissen Kleben, Würzburg • 16. – 18. Mai 2011, Messunsicherheit in Mess- und Prüfprozessen mit Proseminar Prüfmittelüberwachung, Regensburg • 18. – 19. Mai 2011, Reinigen und Vorbehandeln vor der Beschichtung, Neu-Ulm • 23. – 24. Mai 2011, Implantate – Einsatzbereiche, Materialien, Beschichtungen und Infektionsbekämpfung, Bayreuth

Kontakt: Kontakt:

Messe Frankfurt GmbH · Kerstin Riemann

Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut e. V. · Michaela Huber

Tel. 069 7575-6738 · Fax 069 7575-6099

Tel. 0941 29688-32 · Fax 0941 29688-31

E-Mail kerstin.riemann@messefrankfurt.com · Internet www.techtextil.com

E-Mail michaela.huber@otti.de · Internet www.otti.de

iSmithers Rapra-Tagungen iSmithers Rapra bietet im Lauf des Jahres 2011 Tagungen u. a. zu Treibmitteln und Schäumprozessen, „schlauen“ Polymeren und Hochleistungsmaterialien an. Eine Auswahl: • 10. – 11. Mai 2011, Blowing Agents & Foaming Processes, Düsseldorf • 25. – 26. Mai 2011, Smart Polymer Systems, Mainz • 13. – 14. September 2011, Nanopolymers, Düsseldorf • 6. – 7. Dezember 2011, Polymers for Implantable Medical Devices, Dublin, Irland

FIP Solution Plastique 2011 Die Fachmesse für die Kunststoffindustrie FIP Solution Plastique findet zusammen mit der vierten internationalen Fachmesse für die Kautschukindustrie Caoutchouc Caucho Gomma (CCG) vom 24. – 27. Mai 2011 in Lyon, Frankreich, statt. Laut Veranstalter Idice SAS ist FIP die einzige französische Messe, die die gesamte kunststoffverarbeitende Industrie an einem Ort zusammenbringt. Über 500 ausstellende Firmen und mehr als 8 000 Besucher werden in diesem Jahr erwartet. Kontakt: Idice SAS · Danielle Rousseau

Kontakt: iSmithers · Tel. +44 1939 252421 · Fax +44 1939 252416

Tel. +33 474 734233 · Fax +33 474 734522 E-Mail info@idice.fr · Internet www.f-i-p.com

E-Mail conferences@ismithers.net · Internet www.polymerconferences.com

Rapid.Tech 2011 Vom 24. – 25. Mai 2011 veranstaltet die Messe Erfurt bereits zum achten Mal die Fachmesse Rapid.Tech in Erfurt. Neben der zweitägigen Ausstellung und Anwendertagung für Rapid-Technologien finden ein Konstrukteurstag sowie die Fachforen „CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik“ und „Medizintechnik“ statt. Kontakt: Messe Erfurt GmbH Tel. 0361 400-0 · Fax 0361 400-1111 E-Mail rapidtech@messe-erfurt.de · Internet www.rapidtech.de

Seminare zur Dichtungs-, Klebe- und Elastomertechnik Die Isgatec GmbH bietet ein vielfältiges Seminarprogramm zur Dichtungs-, Polymer- und Klebetechnik in Mannheim an. Einige ausgewählte neue Termine sind: • 24. Mai 2011, Workshop: Wirtschaftlich und technisch sachgerechte Spezifikation von Dichtungen und Elastomerteilen • 31. Mai 2011, Ausfallursachen und Schadensanalysen von Dichtungen – Die Vermeidung von Dichtungsausfällen • 21. September 2011, Kleben & Dichten: Einsatzbereiche und Anwendungsgrenzen von am Bauteil härtenden Kleb- und Dichtsystemen

Eine ausführliche Terminübersicht finden Sie im Internet unter www.pu-magazin.de in der Rubrik Veranstaltungen. Über die Links können Sie dort bequem direkt auf die Internetseiten der Veranstaltungen zugreifen, um detaillierte Programminformationen abzurufen oder um sich direkt anzumelden.

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PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAhrGANG 11


• 27. September 2011, Flüssig aufgetragene Dichtungen als prozesssichere Serienlösung • 28. September 2011, Oberflächenveredelung für industriell genutzte Elastomere • 12. Oktober 2011, Dichtungs- und Führungssysteme in der Hydraulik und im Maschinenbau • 18. Oktober 2011, Modellierung und Berechnung von Klebeverbindungen • 9. November 2011, Simulation und Berechnung von Dichtungen – Theorie und Praxis • 29. November 2011, Die Zukunft liegt im Schaum! Dichten, Dämmen (isolieren), Dämpfen mit geschäumten Elastomeren und Kunststoffen

Konferenz Ihr Termin im Juni 2011 Fachkonferenz Polyurethane für Hochleistungsbeschichtungen 15. – 16. Juni 2011, Stuttgart

Kontakt: Isgatec GmbH · Thomas Hambrecht Tel. 0621 71768880 · Fax 0621 71768888

 Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis präsentieren Ihnen die neuesten Entwicklungen für Polyurethanbeschichtungen  Unser Diskussionsworkshop bietet Ihnen intensive Austauschmöglichkeiten mit Teilnehmern und Referenten  Nutzen Sie die Chance und frischen Sie Ihre Kenntnisse im Bereich der Polyurethanchemie in unserem halbtägigen Tutorium auf!

E-Mail thambrecht@isgatec.com · Internet www.isgatec.com

Polyurethane – Chemie, Verarbeitung & Produkte Die Freudenberg Forschungsdienste KG lädt zum Seminar Polyurethane – Chemie, Verarbeitung & Produkte nach Weinheim ein. Die Veranstaltung war ursprünglich für Januar geplant und wurde auf den 7. – 8. Juni 2011 verschoben. Das Seminar vermittelt einen Überblick über die Werkstoffe auf Polyurethanbasis und bietet einen Einstieg in das Themengebiet – ausgehend von den Rohstoffen über die Herstellung bis hin zur Verarbeitung zu Halbzeugen und Formteilen. Die Untersuchung der mechanischen Eigenschaften und Analytik runden das Seminar ab.

Sie wollen mehr wissen? Dann gehen Sie online auf: www.farbeundlack.de/veranstaltungen/polyurethanbeschichtungen

Kontakt: Freudenberg Forschungsdienste KG · Ulrike Kast

Sichern Sie sich Ihren Platz im Expertenforum der Fachkonferenz „Polyurethane für Hochleistungsbeschichtungen“ und diskutieren Sie mit!

Tel. 06201 804880 · Fax 06201 883063 Internet www.forschungsdienste.de/seminare/polyurethan.pdf

Medical Device Polymers 2011 Applied Market Information (AMI) veranstaltet die internationale Konferenz Medical Device Polymers vom 7. – 9. Juni 2011 in Köln. Die Veranstaltung nimmt insbesondere Polymerwerkstoffe und Verarbeitungstechnologien für Hersteller von Medizinprodukten ins Visier. Weitere Themen sind bspw. Markttrends, Prüfung, Normung und Zertifizierung, Haltbarkeit, Biokompatibilität, Medizintechnik und Zulassungen. Kontakt:

Pictures: Pixelio.com; FotoWorx/Fotolia.com; Kowalewski/Fotolia.com

E-Mail ulrike.kast@freudenberg.de

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Tel. +44 117 9249442 · Fax +44 117 3111534

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PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAhrGANG 11

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Interview mit C. McKendrick

Colin McKendrick, Global General Manager PO, Shell Chemicals PU Magazin: PO und Derivate sind nur ein kleiner Teil der Produktpalette von Shell Chemicals. Dennoch verwies Ben van Beurden kürzlich in einer Pressekonferenz darauf, dass es sich hier nicht um Stiefkinder handelt und die Firma ihre führende Position in diesem Bereich ausbauen wolle. Würden Sie diese Bemerkung noch etwas präzisieren und dabei auf die Bedeutung von PO und insbesondere seiner Derivate für die Geschäftstätigkeit von Shell eingehen.

PU Magazin: In Pernis haben Sie Ihr Verfahren zur kontinuierlichen Produktion von Weichschaumpolyolen eingeführt. Soll diese Technologie künftig auch in anderen Regionen und für weitere Produktlinien eingeführt werden?

Colin McKendrick:

Colin McKendrick: PO und seine Derivate gehören zum Kerngeschäft von Shell Chemicals und gelten auch langfristig als wichtige Produkte innerhalb unserer Produktpalette. Unsere Verfahren zur Herstellung von PO (SMPO) und von PO-Derivaten sind führend, wie z. B. ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Weichschaumpolyolen. In den entscheidenden geografischen und anwendungsbezogenen Wachstumsmärkten haben wir eine herausragende Stellung im Markt, sowohl direkt als auch über strategische Partnerschaften. Für Shell Chemicals ist dies ein Wachstumsbereich und wir suchen in der Tat nach weiteren Kapazitäten für künftiges Wachstum von PO und von Derivaten. Deshalb überprüfen wir eine Reihe möglicher Standorte im Mittleren Osten und im asiatisch-pazifischen Raum. Zugriff auf günstige Rohstoffe, Nähe zu unseren Märkten und Nutzung möglicher Synergien mit bestehenden Anlagen beeinflussen selbstverständlich wesentlich unsere Entscheidung über künftige Standorte.

Colin McKendrick

wendungen eine deutliche Nachfragebelebung feststellen. Besonders ausgeprägt war die Nachfrageerholung in der Automobilbranche, der Bau- und Ausstattungssektor verbesserte sich ebenfalls deutlich. In weiten Bereichen erreichte die Nachfrage bereits wieder das Niveau von vor der Krise. Für 2011 sind wir verhalten optimistisch, denn die immer noch vorhandenen gesamtwirtschaftlichen Risiken könnten die Erholung behindern.

PU Magazin: In China registrierte Shell Chemicals einen besonders ausgeprägten Nachfrageschub (Interview im Shell Chemicals Magazine Frühjahr/Sommer 2010). Welchen Anteil daran hat Ihr neues Vertriebssystem über lokale Handelshäuser?

PU Magazin:

Colin McKendrick:

Wie haben sich die Märkte für PO und Derivate nach der Rezession von 2009 im Jahr 2010 entwickelt?

Wir sind sehr zufrieden mit der durch die Aktivitäten unserer neuen Handelspartner ausgelösten steigenden Nachfrage im Osten Chinas – sie kennen natürlich ihre Märkte und Kunden bestens. Zusammen mit unseren direkten Vertriebskanälen erreichen wir nun einen breiter gefächerten Kundenkreis als

Colin McKendrick: Wir konnten 2010 in den meisten Regionen und in allen wesentlichen Endverbraucheran-

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zuvor, was natürlich das Wachstum beflügelt. Zudem haben die Caradol-Polyole von Shell einen ausgezeichneten Ruf und sind für ihre hohe Qualität und ihre konstanten Produkteigenschaften bekannt. Sehr wichtig sind aber auch unsere weltweite Präsenz bei Herstellung und Logistik sowie unser technisches Wissen. Sie sind die tragende Säule, die unsere Bemühungen um Wachstum in Märkten wie China unterstützen.

Hier handelt es sich um eine attraktive Technologie, die uns Vorteile bei den Kosten und zusätzlich auch bei der Produktqualität bringt. Mit dieser Investition in Pernis sind wir sehr zufrieden. Wir suchen ständig nach Möglichkeiten für ein organisches und nachhaltiges Wachstum unseres Geschäfts, um die sich ändernden und zunehmenden Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Wir sind davon überzeugt, dass dieses kontinuierliche Verfahren im Mittelpunkt künftiger Investitionen stehen wird.

PU Magazin: Wie hat sich die neue Caradol-Type (zur Herstellung von Weichschäumen mit geringer Dichte und geringem TDI-Gehalt) nach ihrer Einführung zu Beginn des vergangenen Jahres entwickelt? Zielt das Produkt hauptsächlich auf neue Märkte zur Verbesserung der Schaumqualität oder geht es mehr in etablierte Bereiche?

Colin McKendrick: Die Einführung von Caradol MD250-10 war sehr erfolgreich, denn es handelt sich um ein Polyol mit geringer Dichte, das die Härte der Schäume erhöht, ohne dass zusätzliches TDI benötigt wird. Dadurch ergeben sich Vorteile bei den Kosten und bei der Sicherheit. Kunden aus der ganzen Welt sind daran interessiert, die größte Nachfrage kommt allerdings aus aufstrebenden Märkten, wie Indien und dem Mittleren Osten.

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAHrGANG 11


PU Magazin: Ein Blick in die Zukunft: erwartet Shell Chemicals, dass 2011 auf die PU-Industrie höhere Herstellungskosten zukommen und, wenn dem so ist, destabilisiert dies Wachstum und Entwicklung der Märkte?

baren Einkommen steigt stetig die Nachfrage nach Automobilen, nach höherwertigen Matratzen und anderen langlebigen Gütern. Wir erwarten ein gesundes Wachstum. Die gegenwärtig geringe Basis wird sich in einigen Jahren substanziell entwickeln.

Colin McKendrick:

PU Magazin:

Unsere Preispolitik reflektierte stets die Marktgegebenheiten und die Liefer- und Nachfragesituation. Diese Politik verfolgen wir auch künftig. Zukünftige Preisentwicklungen kommentieren wir nicht.

Shell hat seine Produktpalette insbesondere auf den großen Bedarf für Weich- und Hartschäume ausgerichtet, doch welche Pläne verfolgt die Firma für den CASE-Sektor, der ja in vielen Bereichen ein schnell wachsender Teil der Polyurethanindustrie wird? Kann ein so großer Rohstoffproduzent wie Shell Chemicals überhaupt auf die Nachfrage nach Spezialprodukten für diesen Sektor eingehen?

PU Magazin: In Indien ist Shell Chemicals ein bedeutender Lieferant für Polyole. Wie schafft es das Unternehmen einen solch zersplitterten Markt zu beliefern, solange die Infrastruktur des Landes eine logistische Herausforderung bleibt (möglicherweise hat sich in letzter Zeit etwas gebessert)?

Colin McKendrick: Wir haben in Indien einen ausgezeichneten Partner für die Verteilung unserer Produkte, Overseas Polymers Pvt. Ltd. Wir haben uns gemeinsam darauf konzentriert, eine leistungsfähige Liefer- und Vertriebskette für bestimmte Kunden zu etablieren, anstatt zu versuchen, den ganzen Markt zu bedienen. Dieser Ansatz war bislang sehr erfolgreich.

PU Magazin: Sehen Sie Indien als Markt mit bedeutenden Zuwachsraten für Ihr Geschäft? Die PU-Produktion wächst zwar sehr schnell, verharrt aber auf einem insgesamt geringen Volumen, insbesondere wenn man den Pro-Kopf-Verbrauch von PU zugrunde legt.

Colin McKendrick: Shell Chemicals ist bereits seit vielen Jahren ein bedeutender Lieferant von Caradol-Polyolen für den CASE-Sektor. Deshalb sind wir von unserer Wettbewerbsfähigkeit überzeugt. Tatsächlich sind wir gerade dabei in Pernis unsere Produktionsmöglichkeiten für CASE-Typen auszuweiten, um so der steigenden Nachfrage unserer CASE-Kunden gerecht zu werden. Wir unterstützen als Partner unsere CASE-Kunden – wir konkurrieren nicht mit ihnen in ihren Märkten, aber wir beliefern sie mit Polyolen die es ihnen ermöglichen, durch ihre Erfahrungen in der Formulierung und durch gezielt erarbeitete Problemlösungen für ihre Kunden und Märkte eine höhere Wertschöpfung zu erwirtschaften.

PU Magazin: Was denken Sie, was unterscheidet Shell Chemicals von seinen Wettbewerbern in der Polyurethanindustrie?

Colin McKendrick:

Colin McKendrick:

Shell Chemicals fühlt sich gegenüber dem indischen Markt und dem Wachstum der Polyurethanindustrie verpflichtet. Die Aussichten auf künftiges Wachstum sind vielversprechend. Mit zunehmender Zahl an Konsumenten und deren zunehmendem frei verfüg-

Shell Chemicals liefert Caradol-Polyole seit über 50 Jahren an die Polyurethanindustrie. Wir bieten eine hohe Produktvielfalt, anwendungstechnische Beratung für unsere Großkunden und Beratung in Fragen zu Gesundheit, Sicherheit und Umweltaspekten. Unsere

integrierten Fertigungslinien arbeiten auf Basis unserer wettbewerbsfähigen, proprietären Technologien und sind strategisch günstig angesiedelt, um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen und entlang der ganzen Lieferkette abzusichern. Durch Anbindung an unsere Rohstoffbasis und durch unsere globale Lieferkette sind wir stets in engem Kontakt zu den weltweiten Entwicklungen. Wir beliefern unsere Kunden mit qualitativ hochwertigen Polyolkomponenten, die sie nach (eigenen) Rezepturen und Erfahrungen in der Anwendung verarbeiten. Durch unser anwendungstechnisches Labor in Bangalore können wir unsere Großkunden bei speziellen Entwicklungen gezielt unterstützen.

PU Magazin: Um nach vorne zu blicken, welche Herausforderungen kommen 2011 weltweit auf die PO und Polyol (oder einfach PU) Märkte zu?

Colin McKendrick: Obwohl verhalten optimistisch für die Aussichten für das Jahr 2011 verbleiben doch einige Gefahren für eine globale wirtschaftliche Erholung, z. B. wenn die Konjunkturpakete der Regierungen in vielen hochentwickelten Wirtschaftssystemen durch Sparmaßnahmen ersetzt werden, sowie durch hohe Arbeitslosigkeit. Dies könnte die Nachfrage dämpfen und die Erholung in einigen Bereichen, z. B. dem Bausektor, weiter verzögern. Als Industrie haben wir fortgesetzte und immer weitergehende Überprüfungen durch Behörden und die Öffentlichkeit bezüglich der sicheren Verwendung chemischer Produkte zu erwarten. Die gesamte chemische Industrie steht unter erheblichem Druck die zeitliche Begrenzung zur Registrierung der entsprechenden Produkte unter dem EU REACH-Programm einzuhalten. Und da kommt noch mehr auf uns zu. Wir haben stets gegenüber den Behörden und der breiten Öffentlichkeit darzulegen, dass wir verantwortungsbewusste Hersteller und Vermarkter unserer Produkte sind. 

www.pu-magazin.de PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAHrGANG 11

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IAC Group erteilt Großauftrag an KraussMaffei Der Automobilzulieferer IAC Group aus Krefeld hat KraussMaffei als Systemlieferanten zur Ausstattung seines neuen Produktionswerks in Bals in der südwestlichen Oltenia-region, rumänien, beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt im zweistelligen Millionenbereich und umfasst die lieferung und Montage von Anlagen, Maschinen und Werkzeugen sowie die Entwicklung, Planung und Auslegung von Produktteilen und zahlreiche Serviceleistungen.

Am neu zu errichtenden Standort wird IAC Group Investitionen in Höhe von 58 Mio. EUR tätigen. Die rumänische Regierung unterstützt das Projekt mit zusätzlichen 17 Mio. EUR. Die neue Anlage wird Instrumententafeln, Türverkleidungen, Fahrzeughimmel und verschiedene andere Innenraum-Verkleidungskomponenten herstellen. Die Produktion soll Anfang 2012 anlaufen und ist für die Ford B-MaxReihe sowie für ein weiteres Modell des amerikanischen Autobauers geplant. Ford fertigt die Fahrzeuge im rumänischen Craiova. Die Jahresproduktion der Anlage in Bals ist auf 300 000 Fahrzeuge ausgelegt. Der Standort wird eine Fläche von 15 000 m2 haben und rd. 400 Mitarbeiter beschäftigen. „KraussMaffei hat uns mit seiner hohen Fachkompetenz für die Spritzgieß- und Reaktionstechnik überzeugt und wir sind davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit zwischen IAC und KraussMaffei bei diesem Projekt vertrauensvoll und erfolgreich sein wird – gegebenenfalls sogar über dieses Projekt hinaus“, betonte Maurits Willaert, Vice President Operations von IAC Europe im Rahmen der offiziellen Unterzeichnung des Vertrags in München.

tung des neuen IAC-Produktionswerks ein Maschinenprogramm von 28 Spritzgießmaschinen (von 500 – 3 200 t Schließkraft inklusive Automation), PU-Schäum- und Stanzanlagen und dazugehörigen Werkzeugen zur Verfügung. Des Weiteren steuert KraussMaffei die Entwicklung, Planung und Auslegung von Produktteilen und leistet zahlreiche Serviceleistungen. „Die Tatsache, dass IAC uns als Systemlieferant beauftragt, geht über die Bestätigung unseres Technologie3-Ansatzes für anwendungsspezifische Prozesslösungen hinaus. Der Auftrag bestätigt unsere Kompetenz im Hinblick auf Maschinenqualität sowie integrierte Produktionskonzepte“, so Bourdon. „Wir haben frühzeitig gemeinsam mit IAC die geplanten Prozessabläufe analysiert und kön-

nen nun nachfolgend in der Realisierungsphase des Produktionswerkes sowohl Maschinentechnik, Verfahrensabläufe als auch den Materialeinsatz bestmöglich aufeinander abstimmen“, ergänzt Frank Peters, Geschäftsführer Reaktionstechnik der KraussMaffei Technologies GmbH. Entscheidend für eine hochwertige und effiziente Projektabwicklung sei das nahtlose Zusammenspiel von Spritzgieß- und Reaktionstechnik mit einer maßgeschneiderten Automation an den Standorten München, Viersen und Harderberg, so heißt es. „Die Umsetzung der „One-Face-to-theCustomer“-Philosophie seitens KraussMaffei ist für uns sehr positiv und von großem Vorteil. So beziehen wir Leistungen aus der gesamten KraussMaffei-Gruppe, haben dabei jedoch nur einen kompetenten und zuverlässigen Ansprechpartner mit dem wir schon seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten“, betonte Willaert. „Dabei bestätigt der umfangreiche Auftragsbestandteil für den Werkzeug- und Formenbau unsere hohe Kompetenz des Produktbereiches Automotive Component Systems (ACS) an den Standorten Viersen und Harderberg und unsere kürzlich vorgenommene Verdopplung der Produktionsfläche unseres Werkes in Harderberg“, ergänzt Peters. 

V.l.n.r.: Maurits Willaert (IAC), Dr. Karlheinz Bourdon (KraussMaffei), Marc Flegler (IAC), Frank Peters (KraussMaffei)

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen und den umfangreichen Auftrag und sehen diesen als eindeutigen Beleg für unsere führende Kompetenz als Technologie-, Prozessund Lösungsanbieter für die Automobilindustrie“, erläutert Dr. Karlheinz Bourdon, Geschäftsführer Spritzgießtechnik der KraussMaffei Technologies GmbH. Als einziger Vertragspartner für den Kunststoffbereich stellt KraussMaffei zur Ausrüs-

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Neues Hennecke-Kundencenter für großserientaugliche RTM-Anwendungen Leichtbau im Fokus Aufgrund der wachsenden Anforderungen an Effizienz und Ökologie nimmt das Interesse an leichtbaulösungen im Automotive-Bereich seit Jahren stetig zu. Ein Verfahren steht dabei besonders im Fokus: das resin Transfer Moulding (rTM). Mit Investitionen in ein neues rTM-Center bietet die Hennecke GmbH seinen Kunden zukünftig genügend Spielraum, um Bauteile zu fertigen, zu testen und bis zur Serientauglichkeit zu entwickeln. Das Unternehmen kann dabei verfahrenstechnische Aspekte der rTM-Technologie bieten, die hinsichtlich des Automatisierungsgrades und der Zykluszeit eine uneingeschränkte Großserientauglichkeit sicherstellen sollen.

Neben neuen Antriebskonzepten ist die Senkung des Fahrzeuggewichtes ein wesentlicher Baustein, um zukünftig eine weitere Steigerung der Effizienz im Automobilbau zu gewährleisten. Leichtbau sorgt im Motorrennsport seit langem für gesteigerte Performance und hält zunehmend Einzug in die Serienproduktion. Im Karosseriebereich begegnen die Automobilbauer diesen Anforderungen mit faserverstärkten Strukturbauteilen, die neben dem geforderten geringen Gewicht auch in puncto Crashverhalten überzeugen können. Da die Herstellung dieser Hightech-Bauteile im klassischen RTM-Verfahren aufgrund der weitestgehend manuellen Verarbeitung teilweise aber durch sehr lange Verfahrenszeiten geprägt ist, sucht die Industrie nach großserientauglichen Fertigungsmethoden, mit denen rTM-Center

sich auch hohe Stückzahlen adäquat realisieren lassen. Eine gesteigerte Automatisierung alleine kann die Zykluszeit jedoch nur bedingt optimieren. Gefragt ist eine Lösung, welche die spezifischen Aushärtezeiten von Bauteilen entscheidend verkürzt.

HochdruckHarzinjektionsverfahren Mit dem sogenannten High-PressureRTM-Verfahren (HP-RTM) hat sich die Hennecke GmbH dieser Problemstellung angenommen und bekannte Wege der Polyurethan-Verarbeitungstechnik neu beschritten. Im Mittelpunkt des HP-RTM-Verfahrens steht dabei eine Aufgabenstellung, die innerhalb der Polyurethanverarbeitung wohlbekannt und lange erprobt ist: die sekundenschnelle Hochdruckinjektion von reaktivem Gemisch in eine Bauteilform. In Verbindung mit dem passenden Rohstoffsystem sorgt das beim HP-RTM-Verfahren für eine beBauteil gefertigt nach dem High-Pressure-rTM-Verfahren

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schleunigte Reaktion und somit sehr kurze Aushärtezeiten. Zusätzlich kommt die langjährige Erfahrung des Unternehmens im Bereich der Hochdruckdosierung zum Tragen. Beispielsweise bei Mischköpfen, die qualitative und reproduzierbare Ergebnisse liefern. Durch den Einsatz der patentierten Hennecke-Gleichdruckdüse ist darüber hinaus ein homogener Injektionsdruck gewährleistet – unabhängig davon, ob RTM-Rohstoffsysteme mit oder ohne Füllstoff verarbeitet werden. Laut Hennecke können sich Kunden und Rohstoffpartner zukünftig am Firmensitz in Sankt Augustin von diesen Vorteilen überzeugen. Mit der Entscheidung ein RTM-Center für Versuche, Entwicklungen und Abmusterungen zu etablieren, stellt das Unternehmen neben seinem Equipment auch das Know-how erfahrener Prozessingenieure zur Verfügung. „Wir möchten unsere Kunden bei der Realisierung ihrer Ideen und Vorhaben bereits vor dem Kauf einer Verarbeitungsanlage optimal unterstützen und damit letztlich auch bei der Investitionsentscheidung zur Seite stehen“, betont der Hennecke-Geschäftsführer Alois Schmid. „Auch die enge Zusammenarbeit mit Rohstoffherstellern ist für Hennecke gute Tradition“, so Jens Winiarz, der bei Hennecke für den Vertrieb von Composite-SprayMoulding (CSM) und neuen Technologien verantwortlich ist: „Bereits innerhalb unseres Kundencenters für die Polyurethan-Sprühtechnik CSM konnten wir erfolgreiche Rohstoffsysteme testen und gesprühte Produkte auf PU-Basis entwickeln. Hier wird das RTMCenter nahtlos anknüpfen.“ 

Hennecke produziert Maschinen, Anlagen und Systeme für sämtliche PolyurethanKerntechnologien. Das Lieferprogramm des Unternehmens umfasst HochdruckDosiermaschinen, Mischköpfe, Elastomer-, Formteil-, CSM-, Kühlmöbel-, Sandwich-, Blockschaum- und Recyclinganlagen sowie Werkzeugträger, Tanklager und periphere Aggregate.

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Bayfomox – Ein innovatives PU-Sprühsystem für Brandschutzbeschichtungen

eine bessere thermische Isolierung mit schalldämmenden Eigenschaften und Brandschutz in einem einzigen Produkt, wodurch zusätzliche Installationsschritte entfallen (Abb. 1).

Innovative Sprühtechnologie lanxess ist ein führender Hersteller von Phosphorchemikalien, die in zahlreichen Flammschutzmitteln und anderen chemischen Systemen eingesetzt werden. Eines dieser Produkte ist Bayfomox, das entwickelt wurde, als das Unternehmen noch Teil der Bayer AG war. Ursprünglich bestimmt für feuerbeständige Polyurethan-Weich- und Hartschaumstoffe, konnte die intumeszierende Chemie von Bayfomox so modifiziert werden, dass nun auch eine Anwendung als Sprühschaumbeschichtung möglich ist.

Durch den Einsatz eines festen Flammschutzmittels ist das Polyurethansystem eine Dispersion statt eine Flüssigkeit. Die Dosierung des Systems verursachte auf 

Brandschutz – ein globales Anliegen Das wichtigste Anliegen des Brandschutzes betrifft die Entflammbarkeit von Baustoffen sowie die Ausbreitung von Feuer in einem Gebäude. Die Entzündlichkeit von Materialien spielt eine wichtige Rolle in der Zündphase eines Brandes und kann entscheidend durch die Auswahl von Werkstoffen und Flammschutzmitteln beeinflusst werden. Bei einem voll entwickelten Brand ist das Hauptanliegen die Flammenausbreitung zu kontrollieren und die Feuerausbreitung auf weitere Gebäudeteile zu vermeiden. Aus diesem Grund sind Materialien, die Brandabschottungen zur Vermeidung und Eindämmung der Feuerausbreitung schaffen, bei der Planung sicherer Gebäude außerordentlich wichtig. Materialien zur Brandabschottung und Feuerbarrieren basieren häufig auf Intumeszenzsystemen, die als Bestandteile von Werkstoffen oder als Beschichtungen zum Einsatz kommen können. Als Reaktion auf die wachsende weltweite Nachfrage nach brandschutztechnischen Erzeugnissen und Beschichtungen sowie die Notwendigkeit einer stärkeren Sensibilisierung für den Brandschutz, insbesondere in Bauvorschriften, hat Lanxess eine neue sprühbare intumeszente Variante seines bestehenden BayfomoxPolyurethansystems entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Zweikomponentensystem, basierend auf einem Polyetherpolyol und Isocyanat (PMDI). Das Produkt ist halogenfrei, beinhaltet weder Asbest noch Fa-

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Abb. 1: Brandschutzbeschichtung für Baustoffe

sern, ist frei von Schwermetallen und enthält keine Treib- oder Lösemittel.

Modifikation vorhandener Technologie Um einen sprühbaren Werkstoff zu erhalten, der den Anforderungen in puncto Feuerwiderstand entspricht, wurde die bestehende Bayfomox-Polyurethantechnologie modifiziert. Die Möglichkeit das Material als Sprühschaum aufzutragen garantiert die schnelle und effiziente Anwendbarkeit unter Beibehaltung seiner hervorragenden Feuerbeständigkeit. Zudem erlaubt die Sprühtechnik die leichte Beschichtung sowohl komplexer geometrischer Bauteile als auch bereits verbauter Komponenten. Darüber hinaus bietet die neue Technologie zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen für den Kunden. Gegenüber konventionellen Intumeszenzbeschichtungen kombiniert die neue Bayfomox-Formulierung

Abb. 3: PIr-Dämmplatte mit Bayfomox-Beschichtung

Abb. 2: Sprühanwendung mit einer Sprühanlage  reactor H-XP2 von FluidSystems

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gängigen Sprühanlagen zunächst Probleme, wie bspw. verstopfte Mischköpfe und ungleichmäßigen Materialfluss. Es war eine Herausforderung, die Rezeptur sprühbar zu machen und gleichzeitig in Hinblick auf die Beschichtungseigenschaften hin zu optimieren. In Zusammenarbeit mit dem Gerätehersteller FluidSystems GmbH & Co. KG in Haan konnte Lanxess sowohl das chemische System als auch das Verarbeitungsequipment erfolgreich aufeinander abstimmen, und kann nun eine sprühbare Brandschutzbeschichtung für unterschiedliche Materialien, einschließlich starrer und flexibler Substrate, anbieten. Bei der Entwicklung kam eine Standardmaschine vom Typ Reactor H-XP2 von FluidSystems zum Einsatz (Abb. 2). Die Verwendung leichter, tragbarer Sprühgeräte ermöglicht das unkomplizierte Applizieren geringer Schichtstärken vor Ort, so dass sich die Bayfomox-Sprühschauman-

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wendung sowohl für neue Bauvorhaben als auch Sanierungsprojekte eignet. Das Produkt ist sehr vielseitig, bspw. wegen seiner guten Haftungseigenschaften auf verschiedenen Untergründen, wie Holz und Metallen. Darüber hinaus kann das chemische System je nach Bedarf eingestellt werden, so dass bspw. unterschiedliche Dichten für eine Reihe von Leistungsanforderungen erhältlich sind.

Produktzulassung Bayfomox ist geprüft und zugelassen vom Deutschen Institut für Bautechnik. Das Sprühschaumsystem hat eine Dichte von 250 kg/m3, erfüllt Baustoffklasse B2 nach DIN 4102 Entflammbarkeitstests und hat eine Feuerwiderstandszeit von 60 min, wenn eine 10 mm Beschichtung auf eine 60 mm PIR-Dämmplatte aufgetragen wird (Abb. 3). 

Unter dem Motto „Pigments + Protection“ präsentiert Lanxess auf der European Coatings Show vom 29. – 31. März 2011 in Nürnberg in Halle 7, Stand 7-137, seine Produktpalette für die Farben- und Lackindustrie. Dazu gehören u. a. die Sprühanwendung des Intumeszenzschaumes Bayfomox sowie die ebenfalls auf Phosphor basierenden halogenfreien Flammschutzadditive Levagard und Disflamoll. Durch ihre besonderen Eigenschaften können diese transparenten Flammschutzmittel in Farben und Lacken auch als VOC-freie Lösemittel, zur Viskositätserniedrigung, als Dispergier- und Benetzungshilfsmittel oder als Entschäumer eingesetzt werden. Vorgestellt werden auch das Biozid-Sortiment Preventol, die Pigmente der licht-, wetterund chemikalienbeständigen Reihen Bayferrox und Colortherm als auch die organischen und anorganischen Pigmentpräparationen Levanyl und Levanox.

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Dr. Wayne Stevens*

Tieftemperaturbeständige Isocyanat-Prepolymere – Einführung eines kontinuierlichen Reaktionsverfahrens

kulare PU-Polymere oder -Oligomere, die zu weiterer Polymerisation in der Lage sind. Sie werden über eine Reaktion von Diolen und Triolen in einem Überschuss von monomeren Diisocyanaten hergestellt. Im Wesentlichen ist ein PU-Prepolymer ein mit Isocyanat gekapptes Polyol, verdünnt mit monomerem Isocyanat.

Die Ölexploration wird global unvermindert fortgeführt und dies häufig unter widrigsten Klimabedingungen und an den entlegendsten Orten der Welt. Damit verstärken sich die Probleme, die mit Transport, lagerung und Verarbeitung von rohstoffen für PU-Elastomere, welche für Beschichtungen in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden, verbunden sind. Grund ist die Tatsache, dass die Isocyanat-Komponente des Prepolymers bei höherer Temperatur (über 15 – 20 °C) gelagert werden muss, um eine Kristallisation zu vermeiden. Dies wird üblicherweise durch ein Heizverfahren erreicht. rosehill Polymers hat unter Einsatz seines kontinuierlichen reaktionsverfahrens eine innovative Polymertechnologie entwickelt, um ein tieftemperaturstabiles Isocyanat-Prepolymer herzustellen, das eine gleichbleibende Produktqualität garantiert. Tests haben ergeben, dass das Prepolymer bei –18 °C bis zu sechs Monate stabil ist. Im Folgenden wird dieses neue kontinuierliche reaktionsverfahren zur Herstellung tieftemperaturbeständiger Isocyanat-Prepolymere für Anwendungen in Offshore-Beschichtungen vorgestellt.

Vorteile von PU-Prepolymeren

Übliche Anwendungen von  Isocyanat-Prepolymeren Isocyanat-Prepolymere werden gewöhnlich in der Zweikomponentenfertigung von PU-Elastomeren für viele unterschiedliche Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt. Diese umfassen Bereiche wie bspw. die Beschichtung zur Wärmeisolierung von Rohrleitungen, sowie zur Verleihung von Schwimmfähigkeit, zum Schutz von Kabeln und Leitungen, Klammern, Bremsleisten, Teilen zur Biegekontrolle (z. B. Begrenzer und Versteifungen) und die übliche Wärmeisolierung weiterer Teile (z. B. Krümmer- und Steigrohrsysteme in der Produktion).

Herstellung von PU-Elastomeren PU-Elastomere werden üblicherweise (Abb. 1) über eine Reaktion zwischen einem Gemisch von Diolen, Triolen (Abb. 2) und gelegentlich höher funktionellen Polyolen mit monomeren Diisocyanaten (Abb. 3) und/ oder prepolymeren Isocyanaten hergestellt. Die Polyolkomponenten des PU-Elastomers sind Polyether oder Polyester, gewöhnlich abhängig von den geforderten mechanischen Eigenschaften. Isocyanat-Prepolymere sind allgemein als PU-Prepolymere bekannt und sind im Wesentlichen, abhängig vom Molekulargewicht des Polyols, reaktive, niedermole-

Die Vorteile des Einsatzes von PU-Prepolymeren bei der Herstellung von Zweikomponenten-PU-Elastomeren sind folgende: • Kontrollierte Reaktivität für eine leichtere Verarbeitung • Reduziertes exothermes und Schrumpfverhalten verringert thermischen Abbau • Verbesserte Lagerstabilität – rohes Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) kann unterhalb 40 °C kristallisieren, was Handhabung, Transport und Verarbeitung erschwert • Polymere MDI-Verschnitte können bei niedrigen Temperaturen stabil sein, können jedoch Elastomere mit niedrigen Spannungs-Dehnungseigenschaften ergeben • Der Endverarbeiter kann ein günstiges Mischungsverhältnis einstellen z. B. 1:1 Volumenteile Zusätzlich haben PU-Prepolymere wesentlich bessere mechanische Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Strukturfestigkeit und Abriebwiderstand. Dies ist ein Ergebnis des schon vor jeglicher Reaktion mit der Polyolkomponente erfolgten Einbaues der Urethansegmente in das Gerüst des Prepolymers, und weil Prepolymere die Neigung

Isocyanatmonomer oder Prepolymer N=C=O +

Difunktionelles Polyol H-O

OH

Isocyanatmonomer oder Prepolymer + O=C=N

H * Dr. Wayne Stevens wayne.stevens@rosehillpolymers.com Technical and Operations Director rosehill Polymers ltd., Sowerby Bridge, UK

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Abb. 1: Polyurethanbildung

H

N−C−O

O−C−N

O

O

Urethan

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von Urethanen zu Konkurrenzreaktionen während der Verarbeitung, was zu geringer Phasenverträglichkeit und schlechten mechanischen Eigenschaften führen kann, minimieren.

Einfrieren von IsocyanatPrepolymeren Es ist allgemein bekannt, dass die meisten, über den Batch-Reaktionsprozess hergestellten, Prepolymere wegen Einfrieren oder Kristallisation niedrige Temperaturen nicht vertragen. Die gewöhnlich in der OffshoreIndustrie eingesetzten traditionellen Prepolymere müssen bei Temperaturen über 15 – 20 °C gelagert werden, um Kristallisation zu verhindern, was durch Einsatz kostspieliger Heizverfahren bei Tankern, Schüttgutbehältern (IBC) oder Fässern erreicht wird. 

Da es häufig für Firmen der Offshore-Öl- und Gasindustrie erforderlich ist Prepolymere in kalter Außenumgebung zu transportieren, zu lagern und zu verarbeiten, wird ein bei niedriger Temperatur stabiles Isocyanat-Prepolymer gebraucht.

OH

Rosehill Polymers hat dem Einsatz einer kontinuierlichen Reaktion zur Herstellung von Prepolymeren auf MDI-Basis zum Durchbruch verholfen. Die Produktionsanlage (Abb. 4) wurde vom einem Team eigener Ingenieure entworfen und gebaut, um mit einer hohen Produktionsgeschwindigkeit von 1 000 kg alle zehn Minuten Prepolymere gleichmäßig produzieren zu können.

OH

Abb. 3: Gewöhnliche monomere Isocyanatstrukturen

CH2

NCO

CH2

CH2 OCN

NCO

NCO OCN 4,4‘-MDI

PMDI NCO

CH2

CH3 OCN

n

CH3 NCO

NCO

OCN 2,4‘-MDI MDI = Methylendiphenyldiisocyanat PMDI = Polymeres MDI TDI = Toluendiisocyanat

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2,6‘-TDI

Ein Problem bei der Herstellung von Isocyanat-Prepolymeren nach dem Batch-Reaktionsprozess ist, dass das Isocyanat zuerst zugesetzt wird, gefolgt von der Zugabe des Polyols. Diese Methode neigt zur Bildung unerwünschter Kettenverlängerungen, d. h. das mit Isocyanat gekappte Polyol (IsocyanatPrepolymer) reagiert zunächst mit einem weiteren Polyol und dann mit einem anderen Prepolymer weiter, was Di-Prepolymere oder manchmal Tri-Prepolymere ergibt. Hingegen werden im kontinuierlichen Reaktionsprozess Polyol und Isocyanat im erforderlichen Verhältnis bei kleinem Volumen mit einem Hochintensitätsmischer bei der richtigen Temperatur gemischt, wobei sich eine fast sofortige Reaktion ergibt. Dieses Verfahren vermeidet die Bildung von unerwünschten Kettenverlängerungsreaktionen.

Tieftemperaturbeständiges Isocyanat-Prepolymer

Kontinuierlicher Reaktionsprozess

Abb. 2: Typische Polyolstruktur (Triol) HO

Ohne Beheizung sind die Prepolymere, abhängig von der Außentemperatur, sehr viskos und, was wahrscheinlicher ist, völlig fest. Wiederaufheizen ist dann erforderlich, was aufgrund stattfindender Dimerisierung, zu schlechteren PU-Elastomeren führt. Darüber hinaus kann Dimerisierung auch dann auftreten, wenn das Prepolymer in seiner festen Form vorliegt, und dieses Phänomen ist dauerhaft, was durch die Veränderung der Anzahl von Isocyanatgruppen, die für eine Reaktion zur Verfügung stehen, zu schlechteren mechanischen Eigenschaften des resultierenden PU-Elastomers führt.

NCO 2,4‘-TDI

Rosehill Polymers hat seine kontinuierliche Produktionsanlage zur Herstellung von Flexilon i2670 eingesetzt, einem bei niedriger Temperatur stabilen Isocyanat-Prepolymer, das ausgiebig geprüft wurde und in der Lage ist, Temperaturen bis –18 °C über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten standzuhalten. Ein Lagerungsvergleich zwischen einem kontinuierlich hergestellten und einem im BatchReaktionsprozess hergestellten Prepolymer ist in den Tabellen 1 und 2 dargestellt. Der Vergleich zeigt, dass das kontinuierlich hergestellte Prepolymer nach sechs Monaten Lagerung bei 4 – 8 °C und bis fünf Wochen bei –18 °C eine klare Flüssigkeit bleibt. Dabei sind Prepolymere, die im Batch-Reaktionsprozess hergestellt wurden, bereits nach einer Woche bei 4 – 8 °C sowie bei –18 °C fest. Während des kontinuierlichen Reaktionsprozesses wird die Temperatur jeder Reaktionskomponente auf das korrekte Reaktionsprofil zugeschnitten, was eine Temperaturschwankung ausschließt. Zusätzlich reduziert der Prozess die Zeit bis die Reaktionspartner homogenisiert sind.

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Tieftemperaturstabilität Ebenso wie Kettenverlängerungsreaktionen während des Batch-Prozesses auftreten, die zu größeren als erwünschten Molekulargewichten führen, kann ebenfalls eine unvollständige Reaktion auftreten. Im Diagramm der Molekulargewichtsverteilungen (Abb. 5) sind die Batch- und kontinuierlichen Prepolymere durch Analyse mit der Größenausdehnungs-Chromatographie (Size Extension Chromatography, SEC) zu sehen, die die Unterschiede zwischen den Prozessen im Molekulargewicht ausdrückt. Die kontinuierlich hergestellten Prepolymere weisen eine enge Molekulargewichtsverteilung auf, was bedeutet, dass sie weniger unerwünschte Unreinheiten enthalten und weniger anfällig für eine Kristallisation sind.

terzogen und zeigen bereits eine ausgezeichnete Beständigkeit der mechanischen Eigenschaften nach zwölf bzw. sechs Monaten. Es ist zu erwarten, dass die neuen Systeme nach weiteren Alterungsprüfungen einsatzbereit sind.

Schlussfolgerung Rosehill Polymers hat ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung tieftemperaturbeständiger PU-Prepolymere eingeführt, das nicht nur schneller als der Batch-Reaktionsprozess ist, sondern auch die Bildung von unerwünschten Reaktionsnebenprodukten vermeidet. Eine Isocyanatkomponente,

die die Notwendigkeit für kostspielige und umweltbelastende Heizvorrichtungen, entweder vor Ort oder während des Transports, vermeidet, stellt einen Fortschritt hinsichtlich Qualitätssicherheit und Zuverlässigkeit der Polyurethanrohstoffe für Offshore-Beschichtungsanwendungen dar. In den anspruchsvollen Verarbeitungsumgebungen und den immer entfernteren Standorten der Öl- und Gasindustrie, revolutioniert Flexilon i2670 den Transport, die Lagerung und die Verarbeitung von PUElastomeren für Offshore-Beschichtungsanwendungen.

 4 – 8 °C (Lagerung im   Kühlschrank)

–18 °C (Lagerung im   Gefrierschrank)

1 Woche visuelle Prüfung

Klare Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

Künftige Entwicklung

2 Woche visuelle Prüfung

Klare Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

3 Woche visuelle Prüfung

Klare Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

Da Rohöl wegen effizienterer Ölextraktionsverfahren, die es den Firmen ermöglichen tiefer in die Erde zu gehen, heißer wird, muss eine typische PU-Elastomerbeschichtung von Rohren hohen Temperaturen, manchmal über 150 °C, standhalten. Um diese Anforderung der Offshore-Öl- und Gasindustrie an hoch temperaturbeständige Polyurethane zu erfüllen, entwickelt Rosehill Polymers derzeit zwei neue PU-Hybridelastomersysteme, welche die Technologie der tieftemperaturbeständigen Prepolymere nutzen. Diese Systeme wurden einer feuchten Wärmealterung bei 100 °C und 120 °C un-

5 Woche visuelle Prüfung

Klare Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

Tab. 1:  3 Monate visuelle Prüfung Ergebnisse der lagerung 5 Monate visuelle Prüfung von kontinuierlich hergestell6 Monate visuelle Prüfung tem Prepolymer

Klare Flüssigkeit

Trübe Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

Sehr trübe Flüssigkeit

Klare Flüssigkeit

Opake Flüssigkeit

Abb. 4: Kontinuierlicher reaktor von rosehill Polymers

–18 °C (Lagerung im   Gefrierschrank)

1 Woche visuelle Prüfung

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

2 Woche visuelle Prüfung

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

3 Woche visuelle Prüfung

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

5 Woche visuelle Prüfung

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

Tab. 2:  3 Monate visuelle Prüfung Ergebnisse der lagerung 5 Monate visuelle Prüfung von Prepolymer aus Batch6 Monate visuelle Prüfung Herstellung

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

Opaker Feststoff

Klare Flüssigkeit

Opake Flüssigkeit

Abb. 5: Molekulargewichtsverteilung von Prepolymer aus Batch- (blau) und  kontinuierlicher Herstellung (rot)

Batch-Prozess Kontinuierlicher Prozess

% Gewicht

4 – 8 °C (Lagerung im   Kühlschrank)

Prepolymere mit niedrigem Molekulargewicht fördern Kristallkeimbildung

Prepolymere mit hohem Molekulargewicht fördern Kristallkeimbildung

Molekulargewicht

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O. Urbanek*

Antizipieren – Kunst oder Methode? Wirkungsvolle Unternehmensnavigation durch verbesserte Vorausschau Das Antizipieren zukünftiger Entwicklungen ist eine wesentliche Kompetenz eines Unternehmens. rechtzeitig vorbereitet sein, was auch immer kommen mag – nicht über fehlende Feuerlöscher diskutieren, wenn es lichterloh brennt. Unternehmerischer Instinkt ist gefragt! Die Neuentwicklung von Produkten und Technologien, die Etablierung von Partnerschaften und Kompetenzen, die Neuausrichtung einer Organisation benötigen Zeit. Glücklich, wer dieses Ziel zum Zeitpunkt der Nachfrage erreicht. Eine Wirtschaftswelt im Umbruch bringt oftmals Unerwartetes: Unerwartete änderungen – Brüche kommen auf uns zu, oder erwartete Veränderungen kommen zur Unzeit. Brüche stellen somit eine besondere Herausforderung dar. Wird Antizipieren zur Kunst, liefert nur mehr Intuition die richtung, oder lässt sich Methodisches anwenden, um die Navigation in bewegten Zeiten zu verbessern? Innerhalb von 30 Jahren industrieller Verantwortung im Innovationsbereich ließe sich viel an Erfahrungen berichten – über viel Geglücktes und das ein oder andere weniger Geglückte. Die Herausforderung ist immer gleich geblieben, nämlich die richtigen Produkte zum richtigen Preis dann marktreif zu haben, wenn sie der Markt oder der Verkauf fordern. Und das ist schwieriger geworden – klassische bewährte Methoden sind nur mehr eingeschränkt verlässlich und aussagekräftig.

Die Logik von Höchstleistungen im „ruhigen“ Fahrwasser Verhält sich ein Markt samt aller Beteiligten stabil, so wird sich generell ein eher kontinuierlicher Verbesserungsprozess beobachten lassen. Das Motto lautet: Jedes Jahr ein wenig besser werden, ein wenig schneller, effizienter und schlanker werden. So werden Methoden entwickelt, die dieser Anforderung entsprechen, beispielsweise in der Entwicklungsmethodik durch Werkzeuge,

* Dr. Otto Urbanek, Geschäftsführer ou@urbanek-consulting.com Dr. Urbanek Technologie Management GmbH,

die ein rascheres und besseres Abarbeiten der Aufgaben ermöglichen. So werden dieselben Aufgaben mit größerer Geschwindigkeit erledigt, mit größerer Sicherheit, verbesserter Dokumentation, auch mit der glatteren Übergabe an nachfolgende Fertigungsbereiche. Durch Simulationen werden Korrekturschleifen reduziert. Hier wurde bisher viel erreicht. Wie groß sind die tatsächlichen Erfolge bei der Reduktion von Entwicklungszeiten? In der Praxis sind diese eher gering, weil gegenläufig viel an Anforderungen dazukommt, seien es Produktspezifikationen selbst, Plattformkonzepte, Kostendruck, etc. Der sogenannte Rebound-Effekt schlägt zu – nicht nur die gewonnenen Einsparungen werden aufgefressen, sondern eine sogar gegenläufige Entwicklung kann vereinzelt beobachtet werden.

ried im Innkreis, Österreich Vortrag beim XII. Allod Werkstoff- und TechnologieSeminar, 26. November 2010, rothenburg o.d.T. Allod Werkstoff GmbH & Co. KG, Burgbernheim

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Man denke an den tatsächlichen Erfolg von Leichtbauanstrengungen im Automobilbau: Hatte – um ein Beispiel zu nennen – ein VW Golf des Jahres 1974 eine Masse von etwa

750 kg, so liegt diese heute – trotz ungeheurer Fortschritte im Leichtbau um 37 Prozent höher – bei einem Wert von rund 1 200 kg. Die Einsparpotenziale des Leichtbaus wurden durch größere Fahrzeugmaße und zusätzliche Ausstattung wie Elektronik und Sicherheitspakete aufgefressen. So könnte man vielleicht verallgemeinernd behaupten: Wir sind viel besser aber nicht wirklich schneller geworden. Ist das so schlimm? In turbulenten Zeiten? – Ja! Produktlebenszyklen sind kürzer geworden, neue Technologien kommen schneller, der Markt ruft dauernd nach Neuheiten. Zunehmend investieren Unternehmen heute in Technologien, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Wenn die Zukunft schneller auf einen zukommt, ist Geschwindigkeit eine wichtige und hilfreiche Fähigkeit, also Schnelligkeit in der gesamtstrategischen Ausrichtung eines Unternehmens, der Unternehmensorganisation oder der Entwicklung. Schnelligkeit alleine ist aber nicht notwendigerweise ausreichend. Man muss sogar noch früher beginnen – Dinge erkennen bevor sie wirklich sichtbar sind, Entscheidungen treffen bevor die glasklaren Fakten vorliegen: Antizipieren ist gefragt. Dies beschreibt eigentlich eines der wesentlichen Elemente des Unternehmertums – wo Verstand und Bauchgefühl einander treffen. Wer erst am „Gipfel“ einer Entwicklung reagiert, der kommt zu spät. Und Brüche kommen plötzlich.

Brüche – Bedrohung oder Chance Brüche ändern die Regeln. Die Extrapolation von Erfahrung, das lineare Weiterentwickeln bisheriger Fähigkeiten funktioniert auf einmal nicht mehr. Das zuvor beschriebene „schneller laufen“ führt nicht mehr zum gewünschten Erfolg, weil die Richtung nicht mehr passt oder schlicht eine andere Disziplin gefragt ist. Mit dem Weiterentwickeln des Bestehenden, was bisher treffsicher Erfolg hatte, läuft man auf einmal Gefahr, ins Leere zu schießen.

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Bestehende Technologie wird obsolet, beziehungsweise der Markt will einfach etwas anderes. Brüche kann man selbst setzen: Somit ändert man selbst die Regeln und die anderen Marktteilnehmer werden unvorbereitet zum Reagieren gezwungen. Die Chance für den einen wird zur Bedrohung für die anderen. Auf Brüche zu reagieren ist eindeutig schwieriger: Der notwendige Vorlauf fehlt, das rasche Reagieren bedeutet viel organisatorische Anstrengung und monetären Aufwand, Unsicherheit entsteht. Schnell wird ein Leader solcherart zum Follower, statt strategischem Arbeiten gewinnt schnell das Operative die Oberhand! Jeffrey P. Bezos, der Gründer von Amazon beispielsweise hat verstanden, das Potenzial des Internet zu nutzen. Die Geschwindigkeit in der Informationsübermittlung, die Möglichkeiten der Kundenbindung, die Schnelligkeit des elektronischen Zahlungsverkehrs versus der traditionellen Beschaffung. Ein neues Businessmodell ist entstanden: das Buch – ein uraltes Produkt – findet seinen neuen Zugang zum Markt über das Internet. Apple ist immer seinen eigenen Weg bezüglich der Bedienphilosophie gegangen, hat die Spezialsegmente der Multimedia innerhalb der PC-Welt mit Sonderlösungen (z. B. iTunes, iPad, App Store) besetzt und ist nun der Trendsetter für Mobiltelefonie und für Benutzerfreundlichkeit geworden. Auch der klassische Maschinenbau liefert Beispiele: Trumpf ist traditionell Hersteller von blechverarbeitenden Maschinen, also Nibbeln, Stanzen, Biegen. Ein vor 15 Jahren eher unattraktiver Fertigungsbereich, dem sich Produktionsfirmen typischerweise wenig gewidmet haben. Trumpf steigt im Jahr 1979 in die Lasertechnik ein und stellt die erste kombinierte Stanz-Lasermaschine Trumatic 180 Laserpress vor, noch mit einem aus den USA gekauften Laser. Die Laserleistung beträgt damals zwischen 500 und 750 Watt. Trumpf hat die Chancen des Laserschneidens erkannt, selbst in die Entwicklung und Fertigung von Lasern investiert und damit die

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Wertschöpfungskette in hochtechnologischen Bereichen ins Haus geholt. Die Laserbearbeitung in der Blechbearbeitung ist heute Standard, und Trumpf ist Marktführer. Für den Geschäftsbereich Lasertechnik und Elektronik berichtet Trumpf im Geschäftsjahr 2009/10 einen Personalstand von 1 900 Mitarbeitern und einen Umsatz von 387,4 Mio. EUR. Mit der Holmlosen Spritzgießmaschine ist es 1990 dem österreichischen Kunststoffmaschinenhersteller Engel gelungen, einen Bruch zu setzen. Die steigende Komplexität von Spritzgießwerkzeugen machte deren Außenabmessungen zunehmend größer. An die Maschinenhersteller ging die Aufforderung, die Maschine um die Werkzeuge zu bauen – eine Anforderung, die dem Wunsch nach seriennaher Produktion von Spritzgießmaschinen deutlich entgegenstand. Das holmlose Maschinenkonzept bot Barrierefreiheit zur Seite und nach oben – ein Merkmal, das Serientauglichkeit im Herstellprozess und dem für den Kunden Flexibilität in der Anwendung vereinte. Aber auch neue Businessmodelle in der Kunststoffmaschinenbranche zeigen die Möglichkeit von Brüchen: Aktuell beispielsweise die Verschmelzung von den Technologiebereichen Extrusion, Spritzguss und der Polyurethantechnologie, wie sie von der KraussMaffei-Gruppe umgesetzt wurde; sie bedeutet einen neuen Marktauftritt und bietet den Verarbeitern glaubwürdig Gesamtlösungskompetenz in der Kunststoffverarbeitung. Ein neues Modell eines Kunststoffmaschinenherstellers als Technologielieferant und Gesamtlösungsanbieter ist entstanden. Andere Marktteilnehmer bedienen derzeit bloß Teilbereiche. Die fehlende Kompetenz kann entweder selbst erarbeitet werden oder über Kooperationen kompensiert werden, was in beiden Fällen zeitaufwendig ist und wobei so manche Hürden zu überwinden sind. Gerade in unserer heutigen Zeit sind wir mehr Überraschungen ausgesetzt: Zusammenschlüsse von Unternehmen, neue Allianzen, Ausgliederungen von Unternehmen, Änderung der Strategie aufgrund einer neuen

Konstellation. Derartige Neuordnungen und Verschiebungen, egal ob beim Wettbewerber, Lieferanten oder Kunden können kurzfristig neue Machtverhältnisse schaffen. Des Weiteren können auch neue Marktteilnehmer mit andersartigem Marktzugang, oder kurzfristige Knappheit an Ressourcen zu wesentlichen Störungen führen. Mit einiger Sicherheit lassen sich solche Szenarien im Vorfeld entwickeln. Eine Analyse, wie sie Porter [4] im Jahr 1980 mit dem FiveForces-Modell vorschlägt, liefert die notwendige Struktur, um vorhandenes aber verstecktes Wissen an die Oberfläche zu bringen. Betrachtet wird: • • • • •

Der eigentliche Wettbewerb, Die Versorgungsseite, Die gesamte Kundenlandschaft, Neue Markteintreter, Substitution durch neue Technologien.

Zusammen mit der Bewertung von Umweltfaktoren mittels einer PESTLE-Analyse (PESTLE steht für politische (political), wirtschaftliche (economical), soziokulturelle (sociological), technologische (technological), rechtliche (legal) und ökologische (ecological) Einflussfaktoren), ist eine gute Gesamtübersicht über mögliche Marktentwicklungen zu gewinnen. Solcherart wird eine Grobpeilung für die strategische Unternehmensausrichtung möglich – mit einer Sensibilisierung auf mittelfristige Chancen und Gefahren.

Mit methodisch erweitertem Sensorium besser navigieren („vor die Zeit schauen“) Seit rund 20 Jahren findet man vermehrt den Begriff des Netzwerks. Nach anfänglichen Zweifeln hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ist heute ihre Bedeutung unbestritten. Heutige Unternehmensnetzwerke fokussieren sich im Wesentlichen auf Technologie- und Branchenkooperationen. Die Erwartung der Netzwerkakteure ist die Verbreiterung des technologischen Zugangs und des Know-how. Zahlreiche erfolgreiche Beispiele sind hier zu nennen – beispielsweise die sehr erfolgreiche Cluster-Initiative in Österreich, woraus

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der Kunststoff-Cluster entstanden ist, oder auch die Cluster-Initiative der Bayerischen Regierung. Durch ausgezeichnetes Clustermanagement und engagierte Teilnahme von Akteuren wird über Unternehmens- und Technologiegrenzen hinweg eine offene Kommunikation möglich und eine Basis für Innovation gelegt. Dass Unternehmen, die sich in Netzwerken und Clustern engagieren Vorteile daraus ziehen ist mittlerweile evident. So haben Pittaway et al. [3] in einer Studie aus dem Jahr 2004 gezeigt, welche positiven Auswirkungen das Networking hat und einen Zusammenhang von Geschäftsnetzwerken mit der Innovationskraft von Unternehmen beschrieben. Auch Brüderl und Preisendörfer [1] zeigten bereits im Jahre 1998 in einer Studie über 1 800 oberbayrische Unternehmensgründungen, dass Netzwerke die Wahrscheinlichkeit des Überlebens erhöhen und maßgeblich zum Wachstum bei Neugründungen beitragen. Ritter und Gemünden [5] zeigten 2003 in ihrer empirischen Studie über 208 deutsche Unternehmen den positiv signifikanten Einfluss von Netzwerkkompetenz auf den Innovationserfolg einer Unternehmung. Der Nutzen durch Zugewinn an technologischer Breite und damit auch durch das hö-

here Potenzial an Innovationsfähigkeit ist somit gesichert – mit größerer Wahrscheinlichkeit auch die Trefferquote, sich mit relevanter Technologie zu beschäftigen. Es besteht zweifellos ein Nutzen, Netzwerke wissensorientiert zu gestalten. Siehe hierzu auch Ritsch [2], der in seiner Dissertation an der Fakultät für Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Graz, aus dem Jahr 2004, die Bedeutung von Wissen als zunehmend wichtigste Ressource in Wertschöpfungsnetzwerken herausstreicht und auf die Bedeutung eines adäquaten Wissensmanagements hinweist. Dennoch: Hinsichtlich der besseren Vorhersehbarkeit von externen Brüchen ist mit den bisherigen Überlegungen jedoch kaum etwas dazugewonnen. In diesem Zusammenhang erscheint ein Ergebnis interessant und berichtenswert: in einer vom Verfasser durchgeführten Studie hat sich eine positive Korrelation zwischen dem Vernetzungsgrad von Unternehmen und der Erwartung von Veränderung bzw. Brüchen ergeben. Im Klartext heißt das, dass Unternehmen, die stark vernetzt sind, tendenziell stärker mit Brüchen rechnen. Implizit gibt dies einen Hinweis, dass Netzwerke die Sicht nach vorne („vor die eigene Zeit“) verbessern. Und wenn schon nicht die Sicht an Schärfe gewinnt, dann ist zumindest die Aufmerksamkeit geschärft. Und

Abb. 1: Bildliche Darstellung der Network-preSearch-Analyse

aus der höheren Aufmerksamkeit heraus sollte es auch leichter fallen, selbst Möglichkeiten für Brüche zu erkennen und zu ergreifen. Unser Schluss also: Netzwerke können die Sicht nach vorne verbessern, können also für die bessere Einschätzung zukünftiger Entwicklungen hilfreich sein, können dazu beitragen, dass eine zukunftstaugliche Entscheidung getroffen werden kann. Wie aber weiß ich, dass mein Netzwerk diese für mich entscheidende Qualität wirklich hat? Unser Ansatz ist daher, den klassischen Strategieprozess um eine Netzwerkanalyse zu erweitern – in den Dimensionen technologische Breite und Vorausschau. In detaillierter Arbeit geht es darum, die eigene Positionierung im Verhältnis zu Netzwerkpartnern besser zu verstehen. So werden einerseits die „klassischen“ Kriterien wie Technologie und Kompetenzen gewürdigt, aber eben auch Kriterien auf der „Zeitskala“ hinterfragt: • Wo befinden sich meine Netzwerkpartner in der Wertschöpfungskette, • Wie weit reichen deren Wertschöpfungsketten vor die meine, • Welchen Impact haben Veränderungen deren Wertschöpfungskette auf die meine, • Woher wird das eigentliche Marktwissen bezogen (wie nahe ist der Netzwerkpartner am Endverbraucher, Trenderkennung, ...)

Technologische Breite

Ungleiche/ komplementäre

Identische

Fremde Unternehmen

Eigenes Unternehmen und Wettbewerb

Mein Horizont

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Mit der Network-preSearch-Analyse (NpSA), wie wir sie bezeichnen, geht es hier also um den Versuch auch einer chronologischen Ordnung von Netzwerkpartnern und die Bestimmung von wechselseitigen Abhängigkeiten. Je besser man das Aktions- und Reaktionsmuster von Akteuren kennt, die „vor der eigenen Zeit“ liegen, umso eher wird man selbst in der Lage sein, das Richtige zu tun.

Fremde Unternehmen (vorgelagerte Wertschöpfungsebene, Marktzugang, Wissensgenerierung, ...)

!? Erweiterter Horizont

Voraussicht

In der Abbildung 1 werden die Überlegungen der Network-preSearch-Analyse bildlich dargestellt.

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Die allgemein geübte Praxis der Netzwerkarbeit bleibt innerhalb der ureigensten Branche. Man beschäftigt sich mit den eigenen Kunden und dem Wettbewerb – die unerlässliche Arbeit jedes Marktteilnehmers. Die intensive Kundenarbeit bietet die Chance, einen Vorsprung gegenüber dem Mitbewerb zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit für große Schritte ist dennoch gering, da durch das Beziehungsgeflecht zwischen eigenen Kunden und Wettbewerbern ein rascher Wissensausgleich zu erwarten ist. Man kann daher davon ausgehen, dass durch diese Netzwerkarbeit der eigene Horizont kaum über den Branchenhorizont hinausgehen wird. Die nächste Ebene der Netzwerkbildung erfolgt in der technologischen Breite. Normalerweise treffen einander Partner, die in ähnlichen Branchen und Technologien arbeiten und eine gewisse Komplementarität gegeben ist. Das typische Ziel: Nutzung von Chancen auf der Basis des erweiterten Wissens und des Erkennens neuer Möglichkeiten in Markt und Technik. Die Wissens- und Netzwerkbildung in Richtung komplementärer Kompetenzen ist anerkannte Fundgrube für Innovationen und Brüche. Gerade Partnerkombinationen, die außerhalb der üblichen Kommunikationswege liegen bieten Chance für Außergewöhnliches, nämlich durch Produktinnovationen Brüche zu setzen.

tisch zum Reagieren und in die Rolle des Followers gezwungen. Der methodische Ansatz des Antizipierens kommt somit der gezielten Weiterentwicklung des Netzwerks zwecks Auffindens relevanter Frühbotschafter gleich (welche Gefahr?, welches Potenzial?). Die in der Abbildung rot eingetragenen Symbole, welche für fremde Brüche, neue Trends, unerwartete Bedrohungen stehen, können durch Sensibilisierung früher wahrgenommen werden (erweiterter Horizont). Das bessere Verstehen vorgelagerter Szenarien und Strategien versetzt einen selbst in die Lage, Frühbotschaften überhaupt als solche identifizieren zu können. Zukunft früh erkennen wird dann heißen, Pattern (Muster) zu verstehen, ihre Relevanz zu deuten (Vergleiche Natur: Jäger – Gejagter – Beobachter). Dadurch wird Sensibilität entwickelt und das horizonterweiternde und zukunftsbezogene Sensorium systematisch vergrößert. Gleichzeitig liefert diese Auseinandersetzung mit analogen Lernfeldern auch jene Impulse, um eigene Brüche zu setzen und einen Vorsprung durch neue Regeln zu erwirken. Vorsprung durch Taktik statt atemraubender Geschwindigkeit!

Zusammenfassung

Genau hier, bei den Unternehmen komplementärer Kompetenz liegt das typischerweise ungenutzte Potenzial eines erweiterten Horizonts: Andere Branchen und Unternehmen haben möglicherweise eine vorgelagerte Wertschöpfungsebene, andere Businessmodelle, einen anderen Marktzugang, beziehen ihr Wissen und ihre Sensibilität weit vor meinen eigenen Geschäftsprozessen. Der systematische Austausch mit derartigen Partnern bietet mehrfachen Vorteil. Er ist:

Brüche werden zunehmend bedeutender – sowohl als strategisches Werkzeug (Chance) als auch als extern determiniertes Ereignis, welches das eigene Geschäft verändern kann (Risiko). Um diesen Risikofaktor zu minimieren, ist in Ergänzung zu klassischen Strategiemethoden ein methodisch entwickeltes Sensorium hilfreich, um zusammen mit dem unternehmerischen Instinkt ein Unternehmen besser zu navigieren.

• Fundgrube für Frühindikatoren externer Brüche und Trends, • Fundgrube für Brüche, derer man sich selbst bedienen kann, um die eigene Position gemessen am Wettbewerb näher zu den Kunden zu bringen. Zeitlicher Vorsprung (das Ändern der Regeln) schafft Leadership, der Wettbewerb wird automa-

Netzwerke werden heute bewusst zur Verbreiterung der technologischen Basis genutzt. Sie bieten in geeigneter Konstellation jedoch auch das Potenzial, „vor die eigene Zeit zu schauen“. Notwendigerweise sind die echten „Frühbotschafter“ herauszufinden, was durch eine Network-preSearch-Analyse möglich ist.

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Die frühzeitige beziehungsweise rechtzeitige Aktion schafft Vorsprung vor den Reaktiven, und verschafft Vorteile hinsichtlich der Schnelligkeit und Positionierung. Das verantwortungsvolle Handeln für den Unternehmenserfolg zwingt zum Einsatz der besten Methoden und der Vermeidung von Verschwendung. Verschwendung ist es jedenfalls, die Potenziale der Früherkennung nicht zu nutzen. Mit methodisch entwickeltem Sensorium wird unternehmerischer Instinkt treffsicherer!

Literaturverzeichnis [1] Josef Brüderl, Peter Preisendörfer (1998): Network Support and the Success of Newly Founded Business. In: Small Business Economics, Jg. 10, H. 3, S. 213 – 225. [2] Karl Ritsch (2004): Wissensorientierte Gestaltung von Wertschöpfungsnetzwerken. Dissertation. Betreut von Prof. Dr. Josef Wohniz und Prof. Dr. Heinz Strebel. Graz. Technische Universität Graz, Fakultät für Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften. [3] Luke Pittaway, Maxine Robertson, Kamal Munir, David Denyer, Andy Neely (2004): Networking and innovation. A systematic review of the evidence. In: International Journal of Management Reviews, Jg. 5/6, H. 3&4, S. 137 – 168. [4] Porter, Michael E. (1998): Competitive strategy. Techniques for analyzing industries and competitors ; with a new introduction. New York, NY: Free Press. [5] Thomas Ritter, Hans Georg Gemünden (2003): Network competence. Its impact on innovation success and its antecedents. In: Journal of Business Research, Jg. 56, S. 745 – 755. 

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H. Ottensmann, M. Dimmers*

Neue aliphatische PU-Bodenbeschichtungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe Polyurethanbasierende Beschichtungs- und Versiegelungssysteme haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in den verschiedensten Anwendungsbereichen behauptet, wie z. B. Parkett- und Balkonbeschichtungen. So nehmen die PU-Beschichtungen heute auch bei den Industrieböden einen festen Platz ein. Die technische Ausführung dieser Bodenbeläge gilt nach wie vor als besonders anspruchsvoll, da man hier spezielle Anforderungen an die Chemikalienbeständigkeiten (Benzin, Öl, Bremsflüssigkeit, Säuren und Weichmacher) erfüllen muss. Bisher spielten in diesem Bereich die epoxidharzbasierenden Beschichtungssysteme die marktbeherrschende rolle. Heute jedoch verstärkt sich der Trend hin zu VOC-freien Beschichtungssystemen auf Basis nachwachsender rohstoffe. Die Nachhaltigkeit der Produkte der chemischen Industrie spielt eine immer größere rolle. Des Weiteren werden durch die r-40-Kennzeichnung der aromatischen Polyisocyanate aliphatische Systeme verstärkt nachgefragt. Die marktüblichen lichtechten Polyurethansysteme sind eher für flexible Balkonbeschichtungen als für harte Industriebodenbeschichtungen geeignet.

Vernetzungsverhalten der Polyurethane Die in der Polyurethanchemie grundlegenden Reaktionen werden in Abbildung 1 beschrieben. Die Bildung von Polyurethanen beziehungsweise Polyharnstoffen hängt von den eingesetzten Edukten und den Aushärtungsbedingungen ab. Nicht nur die chemische Zusammensetzung des Bindemittels, sondern auch die Ausbildung eines homogenen und dichten Polymernetzwerkes ist eine weitere Voraussetzung, um bestmögliche Eigenschaften zu erhalten. Nur bei optimaler und

homogener Vermischung der hydroxyfunktionellen Polyole mit dem Polyisocyanat wird dies erreicht. Zwischen dem Polyol und dem Polyisocyanat laufen während der Topf- und Aushärtungszeit gleichzeitig mehrere Reaktionen ab. Die Hauptreaktion stellt die Bildung

des Polyurethans aus den Hydroxylgruppen des Polyols und dem Polyisocyanat dar. Daneben entsteht Kohlendioxid und Polyharnstoff aus der Reaktion von Polyisocyanat mit Wasser (z. B. Luftfeuchtigkeit).

Beispielhafter Aufbau einer Industriebodenbeschichtung Bei dem sogenannten Zweischichter (Abb. 2) wird neben dem Primer zusätzlich noch eine selbstverlaufende Verschleißschicht aufgebracht, so dass üblicherweise eine Schichtdicke von ca. 1,5 mm erreicht wird. Bei größeren Niveauunterschieden der Tragschicht ist das Aufbringen einer nivellierenden Beschichtung (levelling coat) optional möglich. Sollte eine mattierte Oberfläche gewünscht sein, ist der Auftrag einer entsprechenden Versiegelung notwendig (top coat).

Neue Polyole auf Basis nachwachsender Rohstoffe Ziel der Entwicklungen sollten neue Bindemittel für die ca. 1,5 mm starke VerschleißO

Hauptreaktion

R-N = C = O + R‘-OH Polyisocyanat

Polyol

R

R‘ N O H Polyurethan

1. R-N = C = O + H2O

R-NH2

+ CO2

O 2. R-N = C = O + R-NH2

Nebenreaktion

R

N H

N H

R

O

* Hartmut Ottensmann

Abb. 1: Typische reaktionen der Polyurethane

1.+2. 2 R-N = C = O + H2O

R

N H

N H

R

+ CO2

h.ottensmann@alberdingk-boley.de Technisches Marketing Beschichtungen, Polyurethan- und Acrylat-Dispersionen

Versiegelung (opt.)

Markus Dimmers,

Selbstverlaufende Verschleißschicht

leiter Technisches Marketing Beschichtungen,

Nivellierende Beschichtung (opt.)

Polyurethan- und Acrylat-Dispersionen Alberdingk Boley GmbH, Krefeld

Primer Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Vincentz Network GmbH & Co. KG, Hannover, Vortrag, European Coatings Conference, 7. – 8. Dezember 2010, Berlin

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Beton Abb. 2: Aufbau des Zweischichters

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schicht des Zweischichters sein. Alberdingk Boley hatte sich zum Ziel gesetzt, folgende Entwicklungskriterien zu erfüllen:

genannt) ist der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe deutlich über der 50 %-Marke (siehe auch Tab. 1).

• Sehr hoher Anteil nachwachsender Rohstoffe • Extreme Hydrophobie • Breitere Anwendbarkeit (z. B. in Asien) • Leichtere Herstellbarkeit • Einsatz preiswerterer Füllstoffe • Niedrige Viskosität • Optimierte Entlüftung • Besserer Verlauf • Höherer Füllgrad möglich • Hohe Wirtschaftlichkeit

Zur Herstellung selbstverlaufender Bodenbeschichtungen werden immer häufiger gefüllte Polyurethansysteme verwendet, da diese im Vergleich zu epoxidbasierenden Beschichtungen nicht so hart und spröde sind. Polyurethanbasierende Beschichtungen haben den Vorteil, bei hoher Härte gleichzeitig noch elastische Eigenschaften zu besitzen.

Als Ausgangsrohstoff für diese neuen Polyole dient im Wesentlichen Rizinusöl, das durch verschiedene Verfahren mit Polyestern verzweigt wird. Durch die Synthese werden die niedrige Viskosität und die hohe Hydrophobie des Rizinusöls mit der Chemikalien- und Wetterechtheit der Polyester verknüpft. Dadurch entstehen Polyole mit unterschiedlichen Funktionalitäten und mechanischen Eigenschaften, die alle im Wesentlichen die o. g. Anforderungen erfüllen. Bei den neuen Alberdingk-Boley-Polyolen (nachfolgend AB

Bei der Verarbeitung der PU-Systeme ist es eminent wichtig, möglichst hydrophobe Polyole zu verwenden, da diese Systeme mit sehr feuchtigkeitsempfindlichen HDI-basierenden Polyisocyanaten umgesetzt werden (Tab. 2). HDI-Polyisocyanate sind hinsichtlich der Reaktivität deutlich langsamer als aromatische Polyisocyanate. Daher ist bei aliphatischen Systemen der Einsatz von Katalysatoren unabdingbar. Diese Katalysatoren beschleunigen jedoch auch die Reaktion zwischen 9 8

Abb. 4: Beschichtung nach Aushärtung von Polyol 050 + Polyol 049 mit PIC 1 Polyol 050  + Polyol 049

Wassergehalt [%]

7 6

der Luftfeuchtigkeit und dem Polyisocyanat, was dann zur Blasenbildung führt. Daher ist die hydrophe Eigenschaft des Polyols bei aliphatischen Systemen wesentlich wichtiger als bei aromatischen PU-Systemen. Wird diesem Punkt nicht genügend Beachtung geschenkt, kommt es zu einer sehr starken Blasenbildung im Film, die wiederum zu extrem unebenen Flächen führt (Abb. 4, 5).

Bestimmung des hydrophoben Charakters Wie in Abbildung 3 zu erkennen, ist bei Polyol 050 + Polyol 049 die Wasseraufnahme nach 21 Tagen Lagerung bei 23 °C und einer relativen Luftfeuchte (rLF) von 85 % deutlich höher als bei den AB-Polyolen 013 und 014. Dies bedeutet, dass Polyol 050 + Polyol 049 wesentlich hygroskopischer sind. Bei Verwendung von AB-Polyol 013 und 014 könnte man aufgrund ihrer hydrophoben Eigenschaften Formulierungen prinzipiell auch ohne die Verwendung von Vakuumdissolvern und feuergetrockneten Rohstoffen herstellen.

0d 7d 14 d 21 d

5 4 3 2 1

Abb. 3:  Wasseraufnahme der Polyole nach lagerung bei 23 °C und 85 % rlF

0

Polyol 013

Polyol 014

OH-Gehalt Viskosität Anteil nachwach[%] [mPas] sender Rohstoffe

Polyoltype Abb. 5: Beschichtung nach Aushärtung von  Polyol 014 mit PIC 1 Neue AB-Polyol 014

Neue AB-Polyole Polyol 013

Verzweigt Polyesterpolyol

10,8

1 800

85

Polyol 014

Verzweigt Polyesterpolyol

8,8

1 900

85

Bisherige Standardpolyole Polyol 050* Verzweigt Polyester/ 10,9 Tab. 1:  Polyol 049 Polyetherpolyol Kennwerte der verwendeten *= vernetzt mit HDI-basierenden PIC 1 (NCO : OH ~ 110%) 100 % Polyole

2 850

28

Tab. 2:  Kennwerte des verwendeten PIC 1 Polyisocyanates

78

Polyol 050 + Polyol 049

bei 23 °C und 85 % rLF

Polyisocyanattype HDI-Trimer

Funktiona- NCO-Gehalt lität [% auf FH] ~ 3,5

~ 23,0

Viskosität [mPas]

Lösemittelgehalt [%]

1 200

0

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Dies erleichtert die Produktion und ermöglicht eher ihren Einsatz in Gebieten mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit, wie zum Beispiel Asien. Die Auswirkungen bezüglich der hygroskopischen Eigenschaften bzw. der Hydrophobie der Polyole kann man den Abbildungen 4 und 5 entnehmen.

und damit auch eine deutlich positivere CO2-Bilanz als Standard-Epoxidharzsysteme. Die neuen AB-Polyole 013 und 014 erfüllen die hohen Anforderungen an industrielle Bodenbeschichtungen. Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Funktionalität gehen bei den neuen AB-Polyolen Hand in Hand.

Hohe Anforderungen an industrielle Bodenbeschichtungen voll erfüllt

Neue wässrige UV-härtende Polyurethandispersion

Die AB-Polyole wurden hinsichtlich der Haftzugfestigkeit (gem. DIN EN 13813 Pkt. 5.2.12), der Oberflächenhärte (gem. DIN 53505), der Bruchspannung und der Bruchdehnung (gem. DIN 53504) geprüft (Abb. 6, 7). Aufgrund der ermittelten Haftzugwerte sind die Beschichtungssysteme gemäß der DIN EN 13813 (Abschnitt 5.2.12, Tab. 11) in die Klasse B 2,0 einzustufen. Die neuen AB-Polyole haben einen extrem hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen

Im Folgenden beschreiben wir die Versiegelungssysteme des Top Coats, des sogenannten Zweischichters (Abb. 2). Auch hier hat sich die Alberdingk Boley GmbH zum Ziel gesetzt, die bisherigen Systeme in ihrer Leistungsfähigkeit und Handhabung zu übertreffen. Hierzu wurde ein Teil der bestehenden AB-Produktpalette (Polyurethandispersionen, OH-funktionellen Acrylatdispersion und Hybride) mit der neu entwickelten UV-vernetzbaren Polyurethandispersionen verglichen. Des Weiteren wurden verschiedene lösemittelbasierende Bindemittelsysteme untersucht.

90 Shore D Bruchdehnung [%] Bruchspannung [MPa]

80 70 60 50 40 30 20 10 0 Polyol 013

Polyol 014

Polyol 050 + Polyol 049

 Abb. 6: Mechanische Eigenschaften

3,0 2,9

[N/mm2]

2,8 2,7 2,6 2,5 2,4 2,3

Polyol 013

Polyol 014

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Polyol 050 + Polyol 049

 Abb. 7: Haftzugmessungen gemäß DIN EN 13813, Abschnitt 5.2.12

Die in der Polyurethanchemie grundlegenden Reaktionen (Abb. 1) gelten sowohl für die oben beschriebenen Polyurethansysteme als auch für die wasserbasierenden Bindemittel.

Mechanismus der UV-Härtung Zur Härtung der wässrigen UV-Dispersionen wird nur der Wellenlängenbereich zwischen 270 und 400 nm genutzt. Der Härtungsprozess der wasserbasierten UV-vernetzbaren Dispersionen erfolgt in zwei Schritten. Nach Applikation der Versiegelung muss zuerst das Wasser aus der Beschichtung verdunsten (Abb. 8). Anschließend erfolgt die radikalische Polymerisation mit Hilfe der UV-Anlage (Abb. 9).

Bisherige Probleme der wasserbasierenden UVvernetzbaren Dispersionen Obwohl die Vorteile der wasserbasierenden UV-vernetzbaren Dispersionen auf der Hand liegen, waren sie für diesen Anwendungsbereich bisher nicht verwendbar. Dies beruhte im Wesentlichen auf den folgenden Gründen: 1) Durch den Mangel an mobilen UV-Anlagen, die alle Arbeitsschutzbestimmungen erfüllen, sowie durch den Mangel an UVvernetzbaren Dispersionen, die auf das Wellenspektrum der mobilen UV-Anlage abgestimmt waren, war es bisher nicht möglich, diese Dispersionen für Industrieböden zu nutzen. 2) Auch die Beständigkeiten gegenüber den Standardchemikalien rund um den Industriebodenbereich (z. B. Bremsflüssigkeit, Laugen, Säuren, verschiedene Öle etc.) waren nicht ausreichend. Innerhalb kurzer Zeit waren die mechanischen Eigenschaften der Lacke durch die Einwirkung dieser Chemikalien zerstört. 3) Auf den versiegelten Flächen wurden auch Autos mit warmgefahrenen Reifen abgestellt; d. h., die Reifen besaßen zu diesem Zeitpunkt eine Temperatur von ca. 50 °C. Bei vielen Dispersionen wird dabei die Glasübergangstemperatur (Tg) überschritten. Bei den nächsten Bewegun-

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gen der Reifen wird so der Verbund aus Reifen und Lackschicht vom Untergrund abgelöst. Besonders kritisch war und ist insbesondere die sogenannte Reifenfestigkeit. Auch wenn die Filmintegrität gewahrt blieb, so konnte es zu unansehnlichen, dunkelbraunen Flecken kommen. Durch intensive Forschungsaktivitäten ist es gelungen, nun auch wässrige UV-härtende Bindemittel zu synthetisieren, die in der Lage sind, die hohen Anforderungen an Industriebodenbeschichtungen in vollem Umfang zu erfüllen.

Tabelle 4 zeigt die Kennwerte der verwendeten Polyisocyanate. Nach Herstellung und Applikation der Lacke wurden diese dann entsprechend gehärtet. Anschließend wurden die Lackfilme bei 23 °C und 50 % rLF für sieben Tage gelagert. Zuerst wurde die sogenannte Reifenfestigkeit (AB-Prüfmethode) geprüft, da Industriebodenbeschichtungen zumindest von Flurförderfahrzeugen befahren werden. Da jeder Reifen einzigartig ist, kommt man nicht umhin, verschiedene Reifentypen (Sommer/Winter) der diversen Hersteller vergleichend zu prüfen. 

In Tabelle 3 werden die unterschiedlichen Bindemittel bezüglich ihrer Charakteristik näher beschrieben. Wie aus der Tabelle zu entnehmen, wurden folgende Parameter variiert: • Unterschiedliche Bindemittelmorphologie • OH-Gehalt • Bindemittel auf Basis unterschiedlicher Rohstoffe (wasser- und lösemittelbasierende Systeme) 

Bei den nachfolgenden Prüfungen wurde ein neuer ContiWinterContact TS 830 verwendet. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass dieser bei den versiegelten Oberflächen be-

Tab. 3: Kennwerte der Bindemittel

UV-WB 1

OH-Gehalt [%] (Lieferform) k.a.

OH-Äquivalentgewicht k.a.

Lösemittelgehalt [%] ~0

UV-WB 2

k.a.

k.a.

~0

WB-Acrylat 3

1,8

944

~0

SB PES 4

5,3

320

~ 35

Selbstvernetzende Dispersion 2K-Acrylatdispersion mit hydrophiliertem HDI vernetzt Mit hydrophobem HDI vernetzt

SB Acrylat 5

1,6

1 060

~ 40

Mit hydrophobem HDI vernetzt

Bindemittel

Kennwerte der getesteten Bindemittelsysteme

Die Winterreifen der unterschiedlichen Hersteller zeigten sich erwartungsgemäß bezüglich der Verfärbungen wesentlich kritischer als die Sommerreifen. Dies ist auch nicht verwunderlich, da bei den Winterreifen weichere Gummisorten, größere Ölmengen, andere Alterungsschutzmittel und niedrigere Härten (geringere „Vernetzung“) zum Einsatz kommen (Abb. 10).

Bemerkung Multiphasen

WB = wasserbasiert; SB = lösemittelbasiert

Tab. 4: Kennwerte der verwendeten Polyisocyanate Polyisocyanattype

Art der Hydrophilierung

PIC 2

HDI-Trimer/Uretdion

CAPS

~ 3,0

~ 22,5

650

0

PIC 3

HDI-Biuret

k.a.

~ 3,5

~ 16,5

250

25

Abb. 8: Physikalische Trocknung

Funktionalität

NCO-Gehalt [%]

Viskosität [mPas]

Lösemittelgehalt [%]

Abb. 9: UV-Härtung

UV-Strahlung

Polymerdispersion

Polymerpartikel Photoinitiator Substrat

Substrat

Wasser (verdunstend)

Physikalisch getrockneter Lackfilm Substrat

80

Hoch vernetzter Lackfilm Substrat

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAHrGANG 11


sonders leicht Verfärbungen hinterlässt. Die neue UV-härtbare Dispersion UV-WB 2 war bei diesem Test mit dem lösemittelbasierenden System SB-PES 4 und dem AB OH-funktionellem Acrylatdispersion WB Acrylat 3 ebenbürtig.

zustellen, ob sie auch in dieser Hinsicht für die Industriebodenversiegelung geeignet sind (Abb 11).

Nahezu VOC-frei und chemikalienbeständig

Wie aus o. g. Tests ersichtlich, ist es mit den von Alberdingk Boley neu entwickelten UVhärtbaren Systemen möglich, hochwertige Industriebodenversiegelungen herzustellen.

Selbstverständlich wurden von UV-WB 1, UVWB 2 und WB-Acrylat 3 VOC-Messungen durchgeführt. Dabei waren die Ergebniswerte so niedrig, dass man an der Nachweisgrenze lag. Der Einsatz von Lackadditiven, die heute noch meist Lösemittel enthalten, war bei den VOC-Messungen wesentlich gravierender.

Zuletzt wurde noch die Verschleißfestigkeit der Systeme mit Hilfe des Taber 5131 Abraser und CS-17 Rollen überprüft (Abb 12).

Mit Alberdingk Boley UV-WB 2 wurden mittlerweile mehrere Testflächen unter Baustellenbedingungen angelegt. Bisher spiegeln sich die positiven Laborresultate anhand der reklamationsfreien Testflächen wider (Abb 13).

Fazit Es zeigt sich, dass eine UV-härtbare Polyurethandispersion eine extrem schnelle Durchhärtung und hohe Chemikalienbeständigkeiten bieten kann. Vorteil dieser Problemlösung ist neben der Tatsache, dass VOC-frei gearbeitet werden kann, auch die im Vergleich zu bisherigen 2K-Systemen kurze und schnelle Einbauzeit.

Literatur [1] Manfred Bock, „Polyurethane für Lacke und Beschichtungen“, Vincentz Verlag (Hannover 1999) [2] Peter G. Garrat, „Strahlenhärtung“, Vincentz Verlag (Hannover 1996) 

Anschließend wurden noch die Chemikalienbeständigkeiten der Systeme überprüft, um fest-

5 gut

Abb. 13: Fußbodenbeschichtung in einer Tiefgarage  mit guter reifenfestigkeit

4 3

schlecht

2 1 0 UV-WB 1

UV-WB 2

WB-Acrylat 3

SB-PES 4

SB-Acrylat 5

Abb. 11: Ergebnisse der Chemikalienbeständigkeiten im Überblick (0 = Prüffläche  stark verändert bzw. zerstört, 5 = keine Veränderung sichtbar)

 Abb. 10: Ergebnisse der o. g. reifenfestigkeit im Überblick 0 = Prüffläche stark verändert bzw. zerstört 5 = keine Veränderung sichtbar

5

Abb. 12: Ergebnisse der Verschleißfestigkeitsprüfung im Überblick 60

500 Umdrehungen 1000 Umdrehungen

50

4

40 Abrieb [mg]

3

2 UV-WB 1 UV-WB 2 WB-Acrylat 3 SB-PES 4 SB-Acrylat 5

1

0 Wasser [10d]

Skydrol [10d]

CH3COOH 25 % [3d] C2H5OH 48 % [1h]

PU MAGAZIN · MärZ/APrIl 2011 · JAHrGANG 11

30 20 10 0 UV-WB 1

UV-WB 2

WB-Acrylat 3

SB-PES 4

SB-Acrylat 5

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TPU und Silicon vereint IPL stellt neuen Pharmaline-Schlauch vor Der italienische Spezialist für Schlauchlösungen Industrie Plastiche lombarde (IPl) hat sein im letzten Jahr auf den Markt gebrachtes Pharmaline-Schlauchprogramm um ein neues Produkt erweitert. Pharmasil/TPU ist ein Schlauch, der entwickelt wurde, um den ständig wachsenden Ansprüchen an die Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Pharma- und lebensmittelindustrie zu begegnen.

Der Schlauch besteht aus einer Mischung von Polyurethan und Silicon und vereint die ausgezeichnete Abriebbeständigkeit des TPUs mit der guten Haptik und leichten Reinigung von Silicon. Im Vergleich zu anderen häufig bei diesen Anwendungen eingesetzten Werkstoffen wie Gummi oder PVC ist dieses Material wesentlich leistungsfähiger. Der Schlauch hat eine Edelstahlspirale 316L und ein Polyestergewebe und erfüllt die Anforderungen der Pharma- und Lebensmittelindustrie gemäß USP Klasse VI Norm, FDA Regulations (Titel 21 CFR 177.2600) und EURichtlinie 2002/72/CE (Klassen A, B, C, D außer Molkereiprodukte).

Eigenschaften der geförderten Substanzen nicht. Aufgrund seiner Struktur ist der Schlauch leicht, dabei aber flexibel und stabil im Einsatz. Er ist besonders für die Förderung von Pharma- und Lebensmittelsubstanzen (Tabletten und andere Lösungen, Mehl, Getränke, Essig, Wein und Liköre mit max. 15 % Alkoholanteil) geeignet. Dank der guten Verschleißeigenschaften des TPUs ist die Förderung von extrem abrasiven Substanzen möglich.

Die Nylonverstärkung erlaubt je nach Nennweite einen Betriebsdruck von 8 – 16 bar und ein Vakuum von 8 – 10 m H2O. Seele und Decke sind vollkommen glatt, um den Durchfluss zu optimieren und die Reinigung zu erleichtern.

Für den Pharmasil/TPU hat IPL das spezielle Verbindungssystem Safeflex entwickelt: Armaturen aus Edelstahl 316L, verpresst nach DIN 18851 oder wiederverwendbar nach EN 14420. Die Verbindungen können mit allen Gewinden gefertigt werden (ISO, DIN, Clamp, SMS, Gas, usw.) und bieten eine optimale Verbindung zwischen Schlauch und Armatur; Verstopfungen und Schmutzansammlung können wirksam vermieden werden.

Pharmasil/TPU ist mikroben- und hydrolysebeständig und ändert die organoleptischen

Der Pharmasil/TPU-Schlauch ergänzt das IPL-Pharmaline-Portfolio, das neben drei TPE-

Schläuchen zwei etherbasierende PU-Schläuche mit verschiedenen Strukturen und Eigenschaften enthält. Die TPE-Produkte haben den Vorteil, dass sie sogar in Linie bei 134 °C sterilisierbar und daher für die Prozesstechnologie im Pharmabereich besonders gut geeignet sind. Diese Schläuche bieten bessere Eigenschaften als reine Siliconschläuche, wie z. B. eine geringere Durchlässigkeit und keine Gefahr von Streckung oder Quellung. Es ist kein Vulkanisierungsprozess nötig, was sich positiv auf die Kosten auswirkt. Die beiden Polyurethanschläuche sind dagegen besonders für die Lebensmittelindustrie geeignet, v. a. weil sie sowohl Liquide als auch Fette (wie Olivenöl) fördern können. Besonders bemerkenswert ist hier eine Ausführung mit antistatischem Polyurethan (108 Ω/m) und FDAS- und 2002/72/CE-Zulassung. 

Die Industrie Plastiche Lombarde S.p.A. hat ihren Sitz in Besozzo in Oberitalien. Ein zweiter Produktionsstandort befindet sich im englischen Halesowen bei Birmingham. Seit 1975 liefert man flexible Lösungen für die Förderung von Granulaten und Liquiden in verschiedenen Bereichen. IPL wird 2011 auf der Anuga in Köln (8. – 12. Oktober) und der Powtech in Nürnberg (11. – 13. Oktober) ausstellen.

Der Pharmasil/TPU Schlauch von IPl vereint die positiven Materialeigenschaften von TPU und Silicon in einem Produkt.

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Kunststoffverarbeiter zunehmend in der Rohstoff-Zwickmühle Die eklatanten Preissprünge bei nahezu sämtlichen Kunststoffen bedrohen den wirtschaftlichen Aufschwung bei Herstellern von Halbzeugen und Konsumprodukten aus Kunststoff in Deutschland. Trotz prall gefüllter Auftragsbücher liegen die Ergebnisse der Unternehmen zu Beginn dieses Jahres oftmals unter denen des umsatzschwächeren Zeitraums Anfang 2010. Aufgrund der extremen Volatilität der Einstandspreise ist es der mittelständisch geprägten Industrie kaum möglich, ihren Kunden die Preise verständlich zu machen und an sie weiterzugeben. Ein Ende dieser Situation ist dabei nicht in Sicht. Erneute Preissteigerungen werden bereits signalisiert.

der aus nahezu allen Bereichen der Halbzeuge und Konsumprodukte melden sich bei uns und beschreiben ihre Situation. Die Maschinen produzieren auf Hochtouren, es konnten wieder neue Mitarbeiter eingestellt werden, doch die schwindelerregend nach oben steigende Rohstoffpreisspirale lässt die Margen immer weiter schrumpfen. Die Preise für Kunststoffe sind in den letzten zwölf Monaten für manche Unternehmen um bis zu 70 % gestiegen. Von dieser Entwicklung sind dabei nicht nur technische und Hochleistungskunststoffe betroffen. Auch die Kosten für Standardkunststoffe sind in einem Ausmaß nach oben geschossen, wie es von der Branche kaum zu tragen ist.“

Diese alarmierenden Nachrichten erreichen den pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoffe e. V. nahezu täglich, wie Geschäftsführer Ralf Olsen berichtet. „Immer mehr Mitglie-

Laut Verband hat sich der Kilopreis von Polystyrol im Zeitraum von Ende 2009 bis heute um nahezu 60 % erhöht, ebenso der von Polypropylen. Die Steigerung bei Polyethylen scheint da mit 40 % noch vergleichsweise

Recht aktuell

Überwachung emittierender Anlagen Betriebliche Anlagen, für die eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erforderlich ist, verursachen für die Nachbarschaft häufig Probleme, so dass dann die Frage nach einer laufenden Überwachung durch einen privaten Sachverständigen auftaucht. Wird diese Handhabung durch die zuständige Behörde – z. B. ein Landratsamt – vorgesehen, entstehen Kosten, die nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes München vom 12. März 2010 – 22 BV 09.1600 – gegenüber dem Betrieb nicht als Auslagen geltend gemacht werden können. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Befugnis der Behörde zur Überwachung nach § 52 Bundesimmissions-

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schutzgesetz durch das Verhältnismäßigkeitsprinzip begrenzt ist. Nicht erforderliche oder übermäßige Maßnahmen sind von der Überwachungsbefugnis nicht gedeckt. Daraus folgt, dass eine Kostenerstattung nur dann verlangt werden kann, wenn die jeweiligen Überwachungsmaßnahmen erforderlich sind. Ein Verstoß gegen den Grundsatz der Erforderlichkeit kann aber auch dann vorliegen, wenn es sich finanziell der absoluten Höhe nach um für das betroffene Unternehmen eher geringe Beträge handelt. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gilt auch bei geringfügigen Eingriffen. Dies gilt erst recht, wenn es sich um Eingriffe handelt, die sich regelmäßig wiederholen.

niedrig. Auch bei PVC sieht die Situation kaum anders aus. Die Kosten für diesen Kunststoff, sind von knapp über 0,90 EUR/kg im Januar 2010 um nahezu 0,20 EUR/kg gestiegen. Doch nicht allein die Preissteigerungen bei Kunststoffen bereiten der Branche Probleme. „Zusätzlich werden wir mit massiven Preiserhöhungen bei allen Zuschlagsstoffen und zahlreichen Zubehörprodukten sowie mit steigenden Energiekosten konfrontiert“, beklagt Winfried Tänzer, Leiter des Bereichs Wirtschaft, Politik und Umwelt der profine GmbH und Vorstandsmitglied von pro-K. Da sich die stetig verändernden Preise nur schwer an die Kunden weitergeben lassen, sieht der Verband die Produzenten von Halbzeugen und Konsumprodukten aus Kunststoff in einer Zwickmühle gefangen, die immer mehr an die Substanz geht, sollte sich die Marktsituation nicht entspannen. Es wird erwartet, dass der wirtschaftliche Aufschwung der kunststoffverarbeitenden Industrie durch die Preisentwicklung erheblich ausgebremst wird. 

Nach der Auffassung des Gerichts hatte die Behörde den Grundsatz der Erforderlichkeit nicht hinreichend beachtet, denn die Entscheidung hatte für den Betrieb belastende Auswirkungen. Auch trifft eine Behörde generell eine Pflicht zur kostensparenden Sachbehandlung. Die Einschaltung eines externen privaten Sachverständigen durch die Immissionsschutzbehörde verletzt die Pflicht zur kostensparenden Sachbehandlung dann, wenn sie für den Betrieb wesentlich teurer kommt als eine Überwachung durch einen Umweltingenieur der Behörde selbst. Der private Sachverständige ist teurer als ein Behördenmitarbeiter, weil für den privaten Sachverständigen auch eine Gewinnspanne erforderlich ist. Auch können für einen privaten Sachverständigen höherer Reisekosten notwendig werden. – FO –

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Im Jahr 2011 sind bei den Autozulieferern die Weichen auf Wachstum gestellt

Automobilmärkte in Russland und Brasilien den Wachstumsprozess der weltweiten Automobilindustrie. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der fünf größten Automobilmärkte im Jahr 2025. Zusätzlich zu der regionalen Wachstumsentwicklung illustriert Abbildung 1 auch die Wachstumsprozesse bei der Entwicklung der Produktportfolios. Das Ultra-Low-Cost-Fahrzeugsegment und das Premiumsegment haben dabei die größten jährlichen Wachstumsraten.

Das Jahr 2011 wird ein wichtiger Meilenstein in der längerfristigen Entwicklung der deutschen Automobilzulieferindustrie. Über 950 Betriebe machen die deutsche Automobilindustrie aus, davon sind mehr als 850 Zulieferbetriebe. Im Jahr 2010 haben die Zulieferbetriebe in der deutschen Automobilindustrie etwa zwei Drittel ihres Umsatzes von über 45 Mrd. EUr im Ausland erwirtschaftet. Und das Wachstum im Ausland wird weitergehen. Der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz der deutschen Automobilzulieferer wird in den nächsten fünf bis sieben Jahren auf über 70 % steigen. Zulieferer, die am Wachstum nicht teilnehmen, werden längerfristig zu Übernahmekandidaten oder aus dem Markt ausscheiden.

Da verfügbare Pro-Kopf-Einkommen mit der Entfernung zu den Zentren der Megacities sinken, entsteht in den bevölkerungsreichen, ländlichen Gebieten ein großer wachsender Bedarf für das Billigauto. Ausgehend von dem höheren Niveau von 5 Mio. Pkw-Verkäu-

2010

Tab. 1: Entwicklung Automärkte nach Segmenten (in 1 000 Pkw) 

2025

5 000

11 000

6 000

5,4 %

Ultra-low-Cost

2 000

10 000

8 000

11,3 %

50 382

69 830

19 448

2,2 %

57 382

90 830

33 448

3,1 %

 Großserie Weltmarkt

Quelle: CAr, Struktur Management Partner

Abb. 1: Die Automärkte von morgen Ultra-low-Cost-Segment

Top 5 Märkte im Jahr 2025 (in 1 000 Pkw) 11,3 %

Premiumsegment 5,4 %

Großserienfahrzeuge

Rang

Land

84

2005

2010

2025

1

China

3 149

10 600

29 600

2

USA

16 995

11 300

16 500

3

Indien

1 107

2 260

6 700

4

russland

1 520

1 650

5 200

5

Brasilien Welt

Der Automobilweltmarkt befindet sich in einer langfristigen Wachstumsphase, in der die

Jährliche Wachstumsrate

Differenz

Premium

Strukturänderung

Wachstum: Die Fünf-Plus-Fünf-Regel

weltweite Automobilnachfrage jährlich um 3 % wächst. Getrieben wird das Wachstum durch niedrige Fahrzeugdichten (ungesättigte Märkte) und das hohe Wirtschaftswachstum in Asien. Legt man ein jährliches Wirtschaftswachstum (GDP) der beiden großen asiatischen Volkswirtschaften von 5 % bis zum Jahr 2025 zugrunde, steigen die Automobilverkäufe in China und Indien bis zum Jahr 2025 auf 36,2 Mio. Pkw. Gegenüber dem Jahr 2010 ist das ein Plus von 23,3 Mio. Neuwagenverkäufen. Neben dem großen Asienblock mit China und Indien ergänzen die

Jährliches Wachstum

Doch wie sieht eine erfolgreiche Wachstumsstrategie aus? Dieser Frage ist ein Forschungsprojekt des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen und des Beratungsunternehmens Struktur Management Partner nachgegangen. Neben theoretischen Überlegungen und einer Befragung von 114 Zulieferunternehmen, 27 Managern von Autobauern und 45 Bankmanagern, wurde breites Erfahrungswissen von Führungskräften in der Studie genutzt. Die zentralen Ergebnisse der Studie lauten: Erfolgreiches Wachstum setzt langfristige jährliche Wachstumsraten beim Umsatz und Ertrag von über 5 % voraus. Fünf Maßnahmen sind bei der Umsetzung der Wachstumsziele von Bedeutung: Der richtige Produkt- und Dienstleistungsmix, angemessenes Wachstum der Entwicklungs-Budgets, eine balancierte Auslandspräsenz, der richtige Ausbau des Vertriebs und eine maßgeschneiderte Finanzierungsstrategie. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, besteht die Gefahr, dass Unternehmen im Wachstumsprozess in Schieflagen geraten. Die größten Risiken und Defizite bei mittelständischen Zulieferern liegen in der Internationalisierung und Finanzierung des Wachstumsprozesses.

Ausgehend von einem niedrigen Niveau von 2 Mio. Pkw-Verkäufen im Jahr 2010 wächst das Ultra-Low-Cost-Segment jährlich um 11,3 % auf 10 Mio. Pkw-Verkäufe im Jahr 2025 (vgl. Tab. 1). Der Wachstumsschub kommt aus den Emerging Markets, überwiegend außerhalb der Zentren der großen Megacities. Die Motorisierung wächst in immer größer werdenden Kreisen um die Großstädte Asiens.

1 369

3 250

4 510

54 781

57 382

90 830

2,2 % Quelle: CAr, Struktur Management Partner

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fen im Jahr 2010 wächst das Premiumsegment jährlich um 5,4 % auf einen Absatz von 11 Mio. Pkw im Jahr 2025. Diese Langfristprognose ist konservativ. Zusätzlich zum Absatzwachstum kann, wie in der Vergangenheit, von einem Wertwachstum (Entwicklung Fahrzeugpreise) ausgegangen werden. Die durchschnittliche Steigerung der Fahrzeugpreise pro Jahr entspricht jährlich 2 %, so dass langfristig mit einem jährlichen Umsatzwachstum der Automobilindustrie von mindestens 5 % kalkuliert werden kann. Einzelne Unternehmen, wie etwa die Volkswagen AG, planen mit einem deutlich höheren Umsatzwachstum. Wollen mittelständische Zulieferer ihre Marktposition in den nächsten 15 Jahren nicht verschlechtern und die Gefahr von Übernahmen oder der Verschlechterungen ihrer Kostenwettbewerbsfähigkeit vermeiden, müssen die Unternehmen jährlich mindestens 5 % Umsatzwachstum generieren.

Optimales Wachstum: Umsatz und Ergebnis jährlich mindestens um 5 % steigern Beim optimalen Wachstum steht mehr als nur Umsatzsteigerung im Mittelpunkt. Um langfristig stabil zu wachsen, müssen Umsatzsteigerung und Gewinnwachstum im Gleichgewicht sein. Abbildung 2 illustriert den Zusammenhang zwischen Umsatzwachstum und Gewinnwachstum. Den Beispielen liegt das durch-

das Gewinnwachstum schwächer als das Umsatzwachstum. Zu den schrumpfenden Marktanteilen kommt also noch ein Abwärtstrend in der Eigenkapitalquote hinzu. Langfristig können Unternehmen bei solchen Umsatz-Gewinn-Relationen schwer überleben. Die alte General Motors (GM) war in dieser Situation lange quasi gefangen.

Wird die in Abbildung 2 illustrierte Bedingung verletzt, befindet sich das Zulieferunternehmen in einem instabilen Prozess. Die eingezeichneten Beispiele erläutern den Sachverhalt. Gelingt es einem solchen Unternehmen nicht, dieses Ungleichgewicht zu verlassen, also deutlich stärkeres Ergebniswachstum zu erzielen, werden die Gewinne nicht ausreichen, um den Wachstumsprozess zu finanzieren. Die Eigenkapitalbasis wird dünner. Das Unternehmen steuert im Wachstumsprozess in eine abnehmende Eigenkapitalquote. Dieses Phänomen gilt für alle Zulieferunternehmen, die zwar im Umsatz marktkonform wachsen, nicht aber im Ergebnis. Beispiel: Der Umsatz von Elring Klinger ist im Zeitraum 2005 – 2008 im Jahresmittel um über 11 % gewachsen. Das Ergebnis vor Steuern ist im gleichen Zeitraum aber jährlich um 5 % geschrumpft – wenngleich in diesem speziellen Fall auf bekanntermaßen sehr hohem Niveau.

Fünf Erfolgsfaktoren für Wachstum

Die Beispiele Bosch oder Peugeot SA illustrieren ein zweites Problem. Zum einen liegt das jährliche Umsatzwachstum deutlich unter 5 %. Damit verliert das Unternehmen Marktanteile. Zum zweiten entwickelt sich

Abb. 2: Wachstum im Wettbewerbsumfeld

Umsatzwachstum p. a. 2005 – 2008

schnittliche Jahreswachstum von Umsatz und Ergebnis (vor Steuern) der Jahre 2005 – 2008 zugrunde. Optimales Wachstum liegt im dunkelblauen Dreieck. Umsatz und Gewinn wachsen im dunkelblauen Dreieck mindestens mit 5 % pro Jahr. Zusätzlich gilt hier: das Gewinnwachstum ist größer als das Umsatzwachstum. Damit sind langfristig Marktposition und Finanzierung des Unternehmens gesichert.

Leoni

Elring Klinger VW AG

5% ZF

BMW Bosch

Daimler

Peugeot SA

Hella

0% Renault

5% Ergebniswachstum p. a. 2005 – 2008

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Wie sollten sich Zulieferer ausrichten, um die „Fünf-Plus-Fünf-Regel“ umzusetzen? Zur Beantwortung dieser Frage wurden Wachstumsmuster von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Automobilzulieferern untersucht. Der Analyse lag die Befragung von 114 Automobilzulieferern, 27 Autobauern und 45 Bankmanagern zugrunde. Erfolgreiche Zulieferer wurden in der Studie definiert als Unternehmen mit positivem Umsatzwachstum in den letzten drei Jahren und einer EBIT-Marge von mehr als 5 %. Das Ergebnis lautet: Es können fünf Erfolgsfaktoren identifiziert werden, um die Wachstumsziele in der Automobilindustrie zu erreichen.

Erster Erfolgsfaktor: Produktnahe Dienstleistungen und neue Produktfelder Erfolgreiche Zulieferer setzen deutlich stärker auf neue Produktfelder und den Ausbau produktnaher Dienstleistungen im Wachstumsprozess, während die weniger erfolgreichen Zulieferer die Wachstumsziele durch Umsatzausweitung mit den bestehenden Produkten erzielen. Die Wachstumsziele überwiegend mit bestehenden Produkten erreichen zu wollen, bedeutet die Akquisition zusätzlicher Aufträge bei Standardprodukten mit Commodity-Charakter. Da neue Aufträge bei bestehenden Produkten „gekauft“ werden müssen, geht dies mit einer Margenverschlechterung einher. Die weniger erfolgreichen Zulieferer nutzen damit nicht die Chance, sich durch neue Produktfelder zu differenzieren. Umsatzwachstum wird damit bei weniger erfolgreichen Zulieferern durch eine Verschlechterung der EBIT-Margen erkauft. Langfristig

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laufen die Unternehmen bei Umsatzwachstum in eine Finanzierungslücke.

Zweiter Erfolgsfaktor: Vertrieb auf auslastungsorientierte Diversifikation ausrichten Im Wachstumsprozess ist es notwendig, sorgsam mit Investitionen in Produktionsanlagen umzugehen. So paradox es klingt, beim sorgsamen Umgang mit Investitionen in Produktionsanlagen nimmt der Vertrieb eine Schlüsselrolle ein. Erfolgreiche Zulieferer richten ihren Vertrieb darauf aus, Aufträge zu akquirieren, die zu großen Teilen mit den bestehenden Produktionsanlagen bearbeitet werden können. So gelingt es zwei Dritteln der erfolgreichen kleinen Zulieferer für mehr als 75 % ihrer Neuprodukte bestehende Anlagen zu verwenden. Bei mittleren und großen Unternehmen sind über 40 % der erfolgreichen Zulieferer in der Position, den vorhandenen Maschinenpark bei Neuprodukten einzusetzen. Investitionsneutrales, also kapitalschonendes Wachstum hat viel mit professionellem Vertriebsmanagement zu tun. Erfolgreiche Unternehmen setzen ihren Vertriebsmannschaften die Ziele, Neuaufträge zu akquirieren, die mit bestehendem Maschinenpark bearbeitet werden können. Wenig erfolgreiche Vertriebsmannschaften akquirieren Aufträge eher „blind“. Moderner Vertrieb ist zielgesteuert und nicht ausschließlich abschlussgesteuert. Überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass Bankmanager den Vertriebsbereich bei der Beurteilung von Zulieferunternehmen als elementar betrachten. Ohne professionelle Vertriebsstrategie lassen sich die Wachstumsziele nicht umsetzen. Die Verfehlung von Wachstumszielen erhöht deutlich die Kreditrisiken für Banken.

Dritter Erfolgsfaktor: Produktionsstandort Asien – der wunde Punkt Internationalisierung ist essenziell für das Zulieferwachstum. Dabei verschlingt der Auf-

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bau von Auslandsstandorten erhebliche Ressourcen und bindet oft ungeplant große Managementkapazitäten. Zu viele internationale Standorte steuern zu müssen, bringt erfahrungsgemäß auch massive Risiken durch mangelnden Fokus und schwer beherrschbare „Fliehkräfte“ mit sich. Daher muss eine Internationalisierungsstrategie besonders sorgfältig vorbereitet werden. Grundsätzlich gilt, dass ohne Internationalisierung zukünftig kein Wachstum möglich sein wird und Zulieferer ohne Internationalisierung mittel- und langfristig gefährdet sind. Nahezu alle befragten Zulieferer unterschätzen die Bedeutung der asiatischen Standorte (China, Indien). Ein großer Teil der Zulieferer plant sein Wachstum überwiegend in Westeuropa und Amerika. Asien ist unterrepräsentiert. 70 % des Wachstums der Automärkte bis zum Jahr 2025 erfolgt in Asien. Gut 40 % aller weltweit verkauften Pkw werden bis zum Jahr 2025 in China und Indien verkauft. Im Gegensatz dazu planen die mittelständischen Zulieferer zwei Drittel ihrer Umsätze bis zum Jahr 2015 in Westeuropa. Dies ist eine deutliche Diskrepanz. Die Zulieferer unterschätzen die Bedeutung der Region Asien und erhöhen damit die Gefahr, in eine Wachstumsfalle zu laufen. Die Gefahr ist, dass zu viel Kapazität in Westeuropa aufgebaut wird und in den Märkten Asiens wertvolle Marktanteile verloren gehen. Der Verlust von Marktanteilen in der Zulieferindustrie ist gleichbedeutend mit der Verschlechterung der Kostenwettbewerbsfähigkeit. Mittelständische Zulieferer können sich nur dann aus diesem Dilemma befreien, wenn frühzeitig der Management-Nachwuchs im Unternehmen aufgebaut wird. Doch genau dies ist ein Manko bei Mittelständlern. An deutschen Universitäten studieren heute viele chinesische Studenten in den Disziplinen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurswesen. Unser Eindruck ist, dass Zulieferer sich zu wenig in der Hochschullandschaft nach diesen Studenten umschauen. Chinesen, die in Deutschland studiert haben, kennen die deutsche und chinesische Denkweise. Für deutsche Zulieferer ist es eine wenig risikobehaftete Strategie, sich mit diesem

Fachpersonal eine entsprechende ChinaStrategie zu entwickeln. Nach unserer Einschätzung wird bei den Zulieferern zu zögerlich und zu unsystematisch in Nachwuchskräfte investiert. Dies hat sich übrigens auch in den Jahren 2009 und 2010 gezeigt. Personal-Recruiting war so gut wie nicht mehr vorhanden. Wenn dann der Aufschwung kommt, kommt i. d. R. auch das Geschreie der Verbände und Handelskammern, dass Fachkräfte fehlen. Die Verbände und Kammern kümmern sich kaum um die ausreichende Versorgung von Fachkräften. Überwiegend wird lamentiert, statt mit Maßnahmen, wie etwa einem Pool oder Auffangbecken für Nachwuchskräfte in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten, ein gutes Fundament zu bauen. Eine erfolgreiche China-Strategie lässt sich mit mehr Engagement bei der Einstellung von in Deutschland ausgebildeten chinesischen Ingenieuren und Wirtschaftsingenieuren zielorientiert befördern und gestalten. Systematischer Nachwuchs-Managementaufbau ist bei vielen mittelständischen Unternehmen unzureichend ausgeprägt. Management-Positionen werden bei Mittelständlern nach Konjunkturzyklus besetzt oder gekündigt und nicht nach den Wachstumszielen. In Analogie gilt dies auch bei der Fachkräftenachfrage. Mittelständler planen nach Konjunkturlage und nicht nach den Wachstumszielen des Unternehmens. Damit werden Wachstumspläne gefährdet.

Vierter Erfolgsfaktor: Verstärkte Entwicklung und Innovation Erfolgreiche Zulieferer planen 8 % ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung zu verwenden. Dies ist auch gegenüber Autobauern ein hoher Wert. So plant etwa der Volkswagenkonzern mit seinem großen Wachstumsprogramm mit 51,3 Mrd. EUR Investitionen bis zum Jahre 2015 einen Umsatzanteil von 6 % für Entwicklung und Produktionsmodernisierung. Mit den steigenden Investitionen in Forschung und Entwicklung geht bei allen Zulieferern eine Erhöhung des Anteils eigeninitiativ entwickelter Produktinnovationen einher. Bei

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den erfolgreichen großen Zulieferern basieren mittlerweile 60 % der Produktentwicklungen auf Eigeninitiative. Dies ist ein hoher Wert.

Fünfter Erfolgsfaktor: Maßgeschneiderte Finanzierung und Banker-Relation Nachhaltiges Wachstum setzt eine maßgeschneiderte Finanzierung voraus und braucht Kapitalgeber, die den Wachstumskurs stützen. Ein ungetrübtes Verhältnis zu den Kapitalgebern ist daher essenziell. Banker denken sehr betriebswirtschaftlich und bewerten Zulieferer anhand der Kriterien Stringenz der Vertriebsmaßnahmen, angemessene Internationalisierung und konsequente Investitionen in das Produktprogramm. Diese Kriterien sind für die Banken wichtige Indikatoren zur Beurteilung der Qualität des Managements eines Zulieferers. Schwaches Management ist aus Bankensicht einer der wichtigsten Kreditverweigerungsgründe. Natürlich erschweren auch mangelnde Profitabilität und eine geringe Eigenkapitalquote aus Banken-

sicht die Kreditvergabe. Doch gerade der Einfluss der Eigenkapitalquote wird von den Zulieferern überschätzt, die Bedeutung ihrer Profitabilität hingegen unterschätzt. Zusätzlich unterschätzen die Zulieferer die Bedeutung einer transparenten und überzeugenden Kommunikation der Unternehmensstrategie für ihre Finanzierer.

Fazit Die Automobilindustrie steht in den nächsten 15 Jahren vor einem großen Wachstumsschub. Jährliche Wachstumsraten von 5 % bei Umsatz und Ertrag sind die Hausforderungen für die Zulieferer. Die Wachstumspläne dazu sind heute nicht immer passend. Die erfolgreichen Zulieferer besitzen klare Wachstumsziele und beherrschen die wichtigen Erfolgsfaktoren zur Erreichung der Ziele. Die Schwachpunkte und Risiken liegen im Bereich Internationalisierung. Ein Großteil der Zulieferer unterschätzt die Bedeutung von Asien und China. Die Vorbereitung auf diese

Unredlichkeit des Arbeitnehmers als Kündigungsgrund

Das maßgebliche Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat dann dazu geführt, dass auch ande-

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Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer ferdinand.dudenhoeffer@uni-duisburg-essen.de Direktor, Center Automotive research (CAr), Universität Duisburg-Essen Peter Faulhaber, Geschäftsführender Gesellschafter,

Recht aktuell

Bis vor kurzem wurde ganz überwiegend die Auffassung vertreten, dass der Arbeitgeber berechtigt wäre, ein Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu kündigen, wenn der Arbeitnehmer sich so verhalte, dass das Vermögen des Arbeitgebers geschädigt wurde. Dies traf insbesondere für Diebstähle zu, selbst wenn der Wert des entwendeten Gegenstandes ganz geringfügig war. Es wurde damit argumentiert, dass ein Diebstahl, der hingenommen werde, die Anregung für weitere Diebstähle wäre. Jedoch gibt es keinen absoluten Kündigungsgrund „Diebstahl“, wie sich aus einigen neueren Urteilen ergibt. Es kommt immer auf die Umstände des Einzelfalls an.

Märkte ist bei einem Großteil der Zulieferer unzureichend. Nach unserer Einschätzung liegt dies auch an der zu wenig systematischen Nachwuchsförderung in mittelständischen Unternehmen. Der wunde Punkt sind hier auch Verbände und Kammern, die außer öffentlichen Lippenbekenntnissen wenig in die Schaffung eines breiten und nachhaltigen Mitarbeiternachwuchses für ihre Unternehmen investieren. Systematischer NachwuchsManagementaufbau, der sich an Wachstumszielen und nicht am Konjunkturzyklus orientiert, ist in der deutschen Zulieferindustrie nicht optimal ausgeprägt. 

re Arbeitsgerichte neue Maßstäbe anwenden, die allerdings seltsam anmuten. So hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einen Betrug über 160 EUR als nicht so gewichtig angesehen, dass eine außerordentliche Kündigung möglich wäre (Urteil vom 17. September 2010 – 2 Sa 509/10). Ähnlich großzügig ist das Arbeitsgericht Frankfurt/Main gewesen, wo es um eine unerlaubte Privatnutzung des Telefons ging, was dem Arbeitgeber mehr als 2 500 EUR gekostet hatte (Urteil vom 24. September 2010 – 24 Ca 1697/10). Jedoch gibt es auch andere Wertungen des Verhaltens eines Arbeitnehmers. So hat sich das Landesarbeitsgericht Mainz im Urteil vom 26. Februar 2010 – 6 Sa 682/09 – mit einem verbotswidrigen Internetzugriff eines Arbeitnehmers befasst. Das Gericht meinte, dass

David Südi, Partner, Struktur Management Partner GmbH, Köln info@struktur-management-partner.com

noch kein Kündigungsgrund vorliegen würde, wenn ein Arbeitnehmer sich nur bei seiner Bank nach dem Kontostand erkundigen würde; damit vergleichbar ist aber nicht das Einholen von verschiedenen Angeboten für eine Urlaubsreise. Es kommt also auf das Gewicht der Unredlichkeit des Arbeitnehmers an, auch, ob er vielleicht schon jahrelang einwandfrei gearbeitet hat. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist wegen einer Unredlichkeit des Arbeitnehmers nur dann aussichtsreich, wenn das Fehlverhalten des Arbeitnehmers einiges Gewicht hatte. Wird wegen der Ungewissheiten über den Ausgang eines Kündigungsschutzprozesses von der Kündigung abgesehen, ist der Arbeitgeber aber veranlasst, eine Abmahnung auszusprechen. Eine solche Erklärung hätte bei einem weiteren Fehlverhalten des Arbeitnehmers erhebliche Bedeutung, wenn dann eine Kündigung vorgenommen wird. – FO –

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Kunststoffe contra Treibhausgase und Erderwärmung Studie belegt geringeren Energieverbrauch und weniger Emissionen Wenn es denn wirklich zutreffen sollte (dieser Winter ließ zumindest leise Zweifel daran aufkommen), dass unsere Erde und mit ihr die Menschheit unweigerlich auf eine Klimakatastrophe zusteuert, dann werden auch die Kunststoffe das nicht verhindern können. Allerdings könnte der gezielte Einsatz von Kunststoffprodukten ein gutes Stück dazu beitragen, dass der Verbrauch von Energie und damit ebenfalls der Ausstoß schädlicher Treibhausgase sowie der weltweite Anstieg unserer Temperaturen reduziert werden.

Bestätigt wird das jetzt einmal mehr durch die Ergebnisse einer Studie, die von der ös‑ terreichischen Denkstatt GmbH erarbeitet wurde. Auftraggeber dieser umfassenden Untersuchung war PlasticsEurope, der Ver‑ band europäischer Kunststoffproduzenten, der aus den für „seinen Werkstoff“ schmei‑ chelhaften Resultaten natürlich Honig saugen möchte. Und das Ergebnis ist denn auch ziemlich eindeutig: Ohne Kunststoff würde wesentlich mehr Energie benötigt und ver‑ braucht; und es würden entsprechend deut‑ lich mehr Treibhausgase in die Umwelt gebla‑ sen. Nach Lesart von PlasticsEurope Deutschland e. V. tragen Kunststoffprodukte dazu bei, Energie zu sparen und die Emissi‑ onen von Treibhausgasen zu reduzieren. Unter dem Titel Die Auswirkungen von Kunststoffen auf Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen in Europa listen die in Wien ansässigen Marktforscher der Fa. Denkstatt Einzelheiten ihres Projekts auf. Betont wird bereits im Vorwort der Broschü‑ re, dass sich diese Studie auf den Einfluss der Kunststoffe auf Energieverbrauch und Klimawandel sowie auf den gesamten Lebenszyklus der untersuchten Produkte konzentriert.

Die Schlüsselrolle Schon zur K 2010 im Herbst vergangenen Jahres wurde der Thematik breiter Raum ein‑ geräumt. So standen sowohl Energieeffizi‑

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enz, als auch Ressourcenschonung im Mittel‑ punkt einer Sonderschau, die speziell zur Messe installiert wurde. Herausgestellt wer‑ den sollte in dem didaktisch sehr gut kondi‑ tionierten Rahmen die Schlüsselrolle der Kunststoffe, wenn es um aktuelle und – mehr noch – um zukünftige Technologien mit wenig Materialverbrauch und damit schonenden Umgang vorhandener Ressourcen geht. Explizit hingewiesen wurde auf die Vorteile der polymeren Werkstoffe in der Wärmedämmung von Gebäuden oder im Automobilbau durch den Einsatz von Leichtbaukonstruktionen, wo‑ raus wiederum ein geringerer Treibstoffkon‑ sum und dadurch gesenkte CO2‑Werte resul‑ tieren. Gezeigt werden konnte auch, dass Kunststof‑ fe für den Ausbau erneuerbarer Energiequel‑ len unverzichtbar sind. Das Spektrum reicht hier von Rotorblättern für Windkraftanlagen, die sich einzig und allein durch Faserverbund‑ kunststoffe realisieren lassen, über Membra‑ nen in Brennstoffzellen bis hin zu Photo‑ voltaikelementen, wie sie mit Hilfe der Kunst‑ stofftechnik in großem Stil auf Folien ge‑ druckt werden sollen. Das Anwendungsfeld der Kunststoffe in der modernen Energie‑ technik ist breit gefächert und bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Eine Fülle von über‑ zeugenden Beispielen für energiesparende Applikationen und ressourcenschonende Pro‑ duktionsprozesse waren auf der K 2010 zu sehen und belegen die vielfältigen Möglich‑ keiten dieses Materials.

Verbesserung des Images Sowohl bei der Mitte letzten Jahres vorge‑ stellten Studie, als auch bei der Sonderschau in Düsseldorf zur K 2010 geht und ging es nicht zuletzt darum, das Image der Kunst‑ stoffe nachhaltig zu verbessern. Denn immer noch habe Kunststoff in Europa im direkten Vergleich zu anderen, „konventionellen“ Werk‑ stoffen oft ein eher schlechtes Image, sofern es um wahrgenommene Auswirkungen auf die Umwelt und den Verbrauch von Ressour‑ cen gehe. So jedenfalls heißt es im schon erwähnten Vorwort des Berichts aus Wien, der im Übrigen denkbar ausführlich und an‑ hand von zahlreichen Tabellen sowie Grafiken auflistet, welche Auswirkungen der Einsatz von Kunststoffen auf Umwelt und Klima tat‑ sächlich hat. Ausdrücklich betont wird, dass es die Ab‑ sicht dieser und auch früherer Studien war, die tatsächlichen Auswirkungen typischer beispielhafter Kunststoffprodukte während ihres gesamten Lebenszyklus zu bewerten. Dargestellt werden sollte damit, dass die Verwendung von Kunststoffen in vielen Fäl‑ len tatsächlich dazu beitragen kann, Res‑ sourcen einzusparen. Eingegangen wird auch darauf, dass in naher und verstärkt noch in einer ferneren Zukunft erneuerbare Rohstoffquellen eine wichtige Rolle spielen könnten. Eine vorstellbare Option sei bspw. die Pro‑ duktion von Monomeren zur Herstellung neu‑ er biologisch abbaubarer Polymere wie Poly‑ milchsäure (PLA). Hier bestehe die kommer‑ zielle Herausforderung im Wettbewerb mit bestehenden Massenkunststoffen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit in der Produktion und im Hinblick auf die Anpassung an bereits existierende Verarbeitungsanlagen. Die der‑ zeitige Marktdurchdringung solcher und ähn‑ licher Produkte wäre aber im Augenblick nicht relevant genug, dass es einen nennens‑ werten Effekt auf die Gesamtergebnisse oder auf die Schlussfolgerungen haben könnte. So geht es bei den Beispielen für Kunststoff‑ erzeugnisse, wie sie in der Studie näher be‑ leuchtet wurden, in allen Fällen um solche, die aus Kunststoffen auf fossiler Rohstoff‑ basis hergestellt wurden.

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Reduzierter Energieverbrauch Die Studie präsentiert keine detaillierten Öko‑ bilanzvergleiche zwischen Kunststoffen und alternativen Materialien auf der Ebene einzel‑ ner Produkte, sondern bietet vielmehr eine realistische Einschätzung der allgemeinen Auswirkungen des kompletten Marktes der Kunststoffprodukte – „einschließlich der Un‑ sicherheiten einer solchen Bewertung“, wie an dieser Stelle hervorgehoben wird. Heraus‑ gekommen ist, dass sowohl der Verbrauch an Energie als auch die Summe der ausge‑ stoßenen Treibhausgase eklatant ansteigen würden, wenn Kunststoffprodukte bis zum theoretischen Maximum durch andere Mate‑ rialien ersetzt werden sollten. In anderen Worten: Kunststoffprodukte würden allein durch die Tatsache, dass sie traditionelle Werkstoffe ersetzt haben, dazu beitragen, Energie zu sparen und die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Herausgestellt hat sich, dass die insgesamt für die Produktion, Nutzung, Verwertung und Entsorgung von Kunststoffen erforderliche Energie in Europa (EU 27 + 2) bei 4 300 Mio. GJ/Jahr liegt und die Gesamtemission an Treibhausgasen bei 200 Mio. t/Jahr. Es ließe

sich darüber hinaus ableiten, dass die Subs‑ titution von Kunststoffprodukten durch ande‑ re Materialien, wo immer das möglich sei, etwa 57 % (1 500 – 3 300 Mio. GJ/Jahr) mehr Energie erfordern würde als heute während des gesamten Lebenszyklus aller Kunststoff‑ produkte innerhalb von Europa verbraucht wird. Das heißt konkret: Alle Kunststoffprodukte, die heute in Europa auf dem Markt sind, ha‑ ben eine Energieeinsparung von 2 400 Mio. GJ/Jahr ermöglicht. Zur besseren Vorstel‑ lung: Dies entspricht einer Menge von 53 Mio. t an Erdöl, die sich auf 205 sehr große Öltanker (der Größenklasse VLCC, very large crude carriers) verteilen würde. Die gleichzeitig eingesparten Emissionen an Treibhausgasen (124 Mio. t/Jahr) entspre‑ chen dem gesamten CO2‑Ausstoß, wie er in Belgien im Jahr 2000 anfiel und immerhin fast 40 % des EU15‑Kyoto‑Ziels für die Re‑ duktion von Treibhausgasen.

Noch Potenzial vorhanden

Ein wesentlicher Grund hierfür sind die stei‑ genden Rohstoffpreise, die permanent neue

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Eine wichtige Rolle wird auch das ehrgeizige Vorhaben spielen, den Anteil erneuerbarer Energien in den europäischen Staaten zu er‑ höhen, wie es der EU‑Aktionsplan zu Energie‑ und Klimawandel bis 2020 vorsieht. Darüber hinaus jedoch wird der Einsatz von Kunststof‑ fen zum Schutz verpackter Waren (insbeson‑ dere von Lebensmitteln) und zur Substitution von weniger energie‑ bzw. treibhauseffizien‑ ten Materialien einen wichtigen Beitrag leis‑ ten, wenn es um die Verringerung der Emis‑ sionen von Treibhausgasen innerhalb Euro‑ pas geht. Im Ergebnis jedenfalls bringen die Kunststoffe alle denkbaren Voraussetzungen mit, im Kampf gegen die Treibhausgase und die zunehmende Erderwärmung eine wichti‑ ge Rolle zu übernehmen.

Abschließend wird im Text der Studie betont: Das Potenzial der Kunststoffe, einen schon

Preisdruck auf Kunststoffverarbeiter wächst weiter Wie der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) mitteilt, bewegt sich die Auslastung der kunststoff‑ verarbeitenden Industrie Anfang 2011 auf einem unerwartet hohen Niveau. Der Indust‑ riezweig erwartet zudem weitere neue An‑ wendungsfelder für die einzelnen Produktseg‑ mente, so der Verband. Trotz der positiven Umsatzentwicklung rechne man mit einem drastischen Einbruch bei den Margen

derzeit bedeutenden Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase zu leisten, wird in Zukunft noch größer werden. Die wichtigsten Treiber zur Steigerung der bekannten und durch die Studie belegten Nutzungsvorteile werden die politisch festgelegten Ziele zur Senkung des Energieverbrauchs und der ausgestoßenen Treibhausgase im Baugewerbe und Automo‑ bilbau sowie anderen Sektoren sein.

Höchstwerte erreichen. Dramatisch sind da‑ bei die immer schnelleren Preissprünge, die in der Geschwindigkeit und Höhe von den Kunststoffverarbeitern so nicht weiter an den Markt gegeben werden können, so heißt es. Zudem zeichnen sich laut Verband schon jetzt weitere Versorgungsengpässe insbesondere bei technischen Kunststoffen ab. Die hohe Volatilität bei den Rohstoffpreisen sieht der GKV u. a. in der Umstellung von Drei‑ monatskontrakten auf monatliche Vereinba‑ rungen begründet. Die meisten Preisgleitklau‑ seln der Verarbeiter sind aber nach wie vor

auf quartalsweise Anpassungen ausgerichtet und können damit ihre eigentliche Funktion, das alleinige Rohstoffkostenrisiko für die Ver‑ arbeiter zu minimieren, nicht mehr erfüllen. Der Verband verweist in diesem Zusammen‑ hang auch auf die Preissteigerungen bei den Energiekosten. Allein die Umlage für den EEG‑Strom habe sich in diesem Jahr um 70 % erhöht und ein Ende dieser Entwicklung sei nicht absehbar. Der GKV fordert deshalb die Bundesregierung auf, im Rahmen der Novellierung des EEG‑Gesetzes entsprechen‑ de Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ansonsten drohe nicht nur eine erhebliche Verschlech‑ terung der Wettbewerbsfähigkeit des deut‑ schen Mittelstandes, sondern auch ein Abbau von Arbeitsplätzen. 

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Blowing Agents and Foaming Processes 2010 Schaumstoffe ziehen ungebrochene Aufmerksamkeit auf sich und erobern neben konventionellen Einsatzgebieten wie dem Verpackungswesen und als Isoliermaterialien zunehmend neue Einsatzgebiete auch im Automobilbau. Die iSmithers/rapra-Tagung am 19. und 20. Mai in Köln konnte daher mit durchweg interessanten Themen aufwarten, von denen ein guter Teil verfahrens- und anlagentechnische Verbesserungen und Neuerungen vorstellte. Die reine Chemie beschränkte sich weitgehend auf die Diskussion von fluorhaltigen Blähmitteln der „Vierten Generation“, die sich durch niedriges Erderwärmungspotenzial (GWP, Global Warming Potential), Unbrennbarkeit und weitere ökologische Pluspunkte auszeichnen, ohne dass in sonstigen Eigenschaften größere Einbußen in Kauf genommen werden müssen. Ob aus Isolierschäumen mit der Zeit Blähmittel austreten und damit das Isoliervermögen beeinträchtigen, darüber gab es durchaus unterschiedliche Meinungen.

James M. Bowman (mit Mary C. Bogdan, Honeywell, Buffalo, NY, USA) stellte mit HFO1234ze(E) und HBA-2: Fortschritte bei „Low GWP“-Blähmitteln zwei fluorhaltige Produkte der „Vierten Generation“ vor. Die gasförmige erstgenannte Verbindung, chemisch trans-1.3.3.3-Tetrafluorpropen, ist durch vier wesentliche Umweltmerkmale gekennzeichnet: niedriges Erderwärmungspotenzial (GWP), niedriges Ozonabbaupotenzial, niedriges photochemisches Ozonbildungspotenzial und Unbrennbarkeit. Sie lässt sich am ehesten mit HFC-134a vergleichen und entsprechend in 1Kund 2K-PU-Systemen sowie extrudierten Thermoplastschäumen einsetzen. Ermutigende Toxizitätsuntersuchungen sind fast abgeschlossen. Das flüssige HBA-2 (nicht näher identifiziert) für flüssige PU-Systeme bietet gegenüber HFC-245a oder Cyclopentan verarbeitungsmäßige Vorteile schon allein durch niedrigeren Dampfdruck; hier sind die toxikologischen Prüfungen noch voll im Gange. Einbußen in den mechanischen Eigenschaften der hergestellten Schäume müssen bei den neuen Blähmitteln nicht in Kauf genommen werden; die thermische Isolierwirkung ist ausgezeichnet. In dem Bericht von Gary Loh (mit Joseph A. Creazzo u. Mark L. Robin, DuPont, Wilmington, DE, USA) über die Weitere Entwicklung eines Schaumexpansionsmittels mit niedrigem Erderwärmungspotenzial und verbesserten Isoliereigenschaften gegenüber heutigen handelsüblichen Optionen

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heißt die vierte Generation FEA-1100, eine stabile, bei 33 °C siedende Flüssigkeit. Das Produkt ist mit unzähligen Polymeren und Elastomeren gut verträglich, zeigt gute Löslichkeit in Polyolen und greift Metalle nicht an. Toxikologische Ergebnisse stellen einen gefahrlosen Einsatz sicher. Vergleiche mit HFC-245fa in PIR-Schaum bestätigen auch nach Alterung (neun Monate) überlegene Wärmeisolation. FEA-1100 liefert Schäume mit sehr gleichmäßiger Zellstruktur und hoher Standfestigkeit. Mit konventionellen Blähmitteln wie HFC-245fa, HFC-365mfc, Cyclopentan oder Isopentan gibt FEA-1100 azeotrope oder azeotropähnliche Gemische, die sich für eine schrittweise Optimierung bestehender Systeme anbieten. Und noch von dritter Seite kamen neue Blähmittel: Laurent Abbas (Arkema France, Pierre-Bénite, mit Ben Chen, Joseph Costa u. Philippe Bonnet, Arkema Inc., King of Prussia, PA, USA) trat mit einer Untersuchung neuer Blähmittel mit niedrigem GWP für Polyurethan-Hartschäume ans Pult. Das im vorigen Jahr vorgestellte flüssige AFA-L1 zeigte in PUR/PIR-Schäumen auch nach einem Jahr Alterung vergleichbare Wärmeisolierwirkung wie HFC-245fa, besser als HFC-141b oder Pentan. Das Produkt ist in zahlreichen Polyolen gut löslich und mit vielen Kunststoffen und Elastomeren verträglich. Entwicklungsprodukte AFA-L3, L4 und L5 weisen weitere Vorteile auf und werden gegenwärtig einer umfassenden Durchprüfung unterzogen.

Das Vorgehen für ein Schäumen von ausgewählten Thermoplasten unter Mikrowellenbestrahlung hat Aleksander Prociak (mit Darius Bogdalł, Sławomir Michalowski, TU Krakau, Tomasz Sterzyn´ski, TU Posen, u. Dawid Safian, TU Bydgoszcz, Polen) an TPUund PVC-Mischungen mit Azodicarbonamid oder Expandex 5PT als Blähmittel (2 %) studiert. Das TPU gab beim Erhitzen mit Mikrowellen Schäume mit gleichmäßig feiner Zellenstruktur, für das weniger gut auf Mikrowellen ansprechende PVC war eine Kombination mit Infrarotbestrahlung notwendig, und auch dann resultierten große und unregelmäßig verteilte Poren. Trotzdem sollte die Mikrowellenheizung bei weiterer Optimierung durchaus einen positiven Beitrag zu den bisherigen Heizmethoden bei der Schaumherstellung leisten. Für John Murphy (Foam Supplies, Earth City, MO, USA), der über Mythen und Fakten über die Langzeitalterung von Isolierschäumen sprach, steht nach umfangreichen Versuchsreihen an trocken (im Exsikkator), an (auch feuchter) Luft sowie unter Wasser gelagerten Schäumen (Blähmittel HFC-134a) eindeutig fest, dass für eine Verschlechterung des Isoliervermögens (Zunahme der k-Werte) mit der Zeit keineswegs ein Ausdiffundieren des Blähmittels verantwortlich ist. Die wesentliche Rolle spielt vielmehr ein Eindiffundieren von Wasser(dampf), wobei auch mathematisch belegt wird, dass es sich bei Wasser mit seinem niedrigen Molekulargewicht um die am schnellsten diffundierende Substanz in der umgebenden Luft handelt: bspw. liegt die Diffusionskonstante von Wasser 2,38x so hoch wie jene von HFC134a. Die Ergebnisse unterstützen eine AHAM-Untersuchung von 2006, wonach die Schaumisolierung in nach 15 – 20 Jahren Einsatz geshredderten Kühlschränken kaum Verluste an Blähmittel gegenüber den beim Einbau gemessenen Werten erkennen ließ. - HET -

Dieser Bericht beschränkt sich auf Referate, die sich mit PU-Schäumen befassen. Der komplette Tagungsbericht kann kostenlos angefordert werden bei service@ gupta-verlag.de.

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TPE 2010 Am 26. und 27. Oktober 2010 fand in Köln die 13. Internationale iSmithers/rapra-Tagung über Thermoplastische Elastomere statt. Das Gebiet, schon die „13“ deutet es an, befindet sich in ungebremster Entwicklung, sowohl in technischer wie in kommerzieller Hinsicht. Wirken sich marktmäßig v. a. die asiatischen länder mit zunehmendem Verbrauch, aber auch steigender Eigenproduktion aus, so streben technisch weiterentwickelte TPEs immer stärker danach, herkömmliche Kautschukelastomere oder auch PVC zu ersetzen. Garniert mit zwei tiefgreifenden Übersichtsartikeln war in Köln viel über solche Neuerungen zu hören, wobei hier – anders als kürzlich bei den Schaumerzeugnissen – weitgehend die Chemie im Vordergrund stand und anlagen- oder maschinentechnische Themen mit drei Ausnahmen eher in der Minderheit waren.

Die Einführung von thermoplastischen Hochleistungs-Polyurethanen geht, wie Yusuke Tanaka (mit D. Kilian u. M. Maeda, Kuraray Europe, Frankfurt/M.) ausführte, auf eine innovative Technologie zur Produktionssteuerung zurück, die insbesondere Produkte mit gleichmäßiger Schmelzeviskosität und niedrigem Gelgehalt liefert (beides wichtig u. a. zur Herstellung von Filmen und Folien). Eine Type 8165 optimized bietet als weichmacherfreies Polymer (Härte Shore 65 A) erheblich verbesserte Abrieb- und Hitzefestigkeit, für hohe Härten (bis Shore 54 D) steht ein etherbasierter Typ 5D54 optimized zur Verfügung, v. a. für harte Spritzgussartikel geeignet wie Skischuhe, Golfballumkleidungen und Laufrollen. Für Folien und Filme speziell wurde Kuramiron KU 980 entwickelt, ein Produkt, das nahezu defektfreie Filme mit gleichförmiger Dicke, hoher Dauerhaftigkeit, Hitzebeständigkeit und Dimensionsstabilität (auch bei Einwirkung hoher Temperaturen) und gute UV-Beständigkeit (kein Vergilben) bietet; Schaltmatten für Mobiltelefone scheinen eine zwangsläufige Anwendung zu sein. Schließlich hat man TPU-Typen auf der Basis von erneuerbaren Rohstoffen (40 – 53 %) mit Härten zwischen 65 und 95 Shore A herausgebracht, die neben guten mechanischen Eigenschaften ebenfalls hohe Abriebbeständigkeit aufweisen und gleichermaßen für spritzgegossene (Uhrarmbänder, Griffe, Dichtungen, Schuhwerk) wie extrudierte Erzeugnisse (Folien, Platten, Schläuche, Kabel etc.) Interesse finden sollten. Wie ein kleiner Zusatz von PEBA Ihr Produkt verbessern kann, weil die thermoplastischen Poly(ether-b-amid)-Elastomere nicht nur für sich allein wertvolle Werkstoffe darstellen,

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sondern auch als „Additive“ in anderen Mischungen positive Effekte ausüben, das besprach Frédéric L. Malet (mit P. Babin, E. Gamache, B. André, D. Modicom, F. Sache, B. D’Herbecourt, Y. Derail u. A. C. Retout, Arkema, Serquigny, Frankreich) anhand von pebax-Polymeren einschließlich neuer auf erneuerbare Ressourcen (Rizinusöl) zurückgehender Entwicklungen. So ist pebax MX1205 zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit von TPUs geeignet, ohne Probleme durch Ausblühen von Wachsen zu verursachen, und pebax MP1878 vermag die Schlag- und Weiterreißfestigkeit von Polyamid 6 markant zu verbessern. Schließlich wirken spezielle pebaxTypen als permanente, also nicht auswaschbare Antistatika, wobei die Type MV1074 sich durch niedrigen Ionengehalt, geringes „Outgassing“ und durch bereits erreichte Freigabe für medizintechnische Anwendungen und Lebensmittelkontakt in den USA und Europa auszeichnet. pebax MH2030 und MV2080 (Zusatzmengen bei Prüfungen in PE: 20 Gew.-%) sollen durch noch höhere Antistatikawirkung überzeugen und dabei die mechanischen Eigenschaften kaum beeinträchtigen. Über die Inelastizität von durch Hartphasen verstärkten Elastomeren: neue Entwicklungen bei der Untersuchung von Copolyurethanen mit wechselnden Hartund Weichsegmenten hatte Cristina Prisacariu (mit Elena Scortanu, Inst. of Macromol. Chemistry „Petru Poni“, Iasi, Rumänien) am Beispiel von 12 Produkten gearbeitet, welche aus MDI bzw. 4.4’-Dibenzyldiisocyanat (DBDI) gebildete Hartphasen, aus Polyethylenadipat, Polytetrahydrofuran bzw. Poly(caprolacton)-glykol aufgebaute Weichphasen sowie

als Kettenverlängerer Ethylenglykol oder Diethylenglykol enthielten, und zwar stets im Verhältnis 4:1:3. Die Struktur der erhaltenen Copolyurethane bestimmte man durch WAXS und SAXS; daneben wurden mechanische und dynamische Prüfungen durchgeführt. Hauptergebnis der Studien war der durchschlagende Einfluss der Hartsegmente auf die dynamischen Eigenschaften, wobei aus DBDI aufgebaute Domänen eine höhere Hysteresis und größere Verformungsreste nach zyklischer Beanspruchung hervorrufen; daneben liegen vermutlich mehr H-Bindungen als in MDI-Polymeren vor. Die Rolle der Hartdomänen beschränkt sich insgesamt nicht allein auf eine Wirkung als starre Vernetzungsbindungen, sondern wird auch durch eine unterschiedliche plastische Verformung beeinflusst. Die Moderne Extrusionstechnologie für die TPE/TPO/TPU/TPV-Herstellung mit „High Speed, High Energy Input“ (HSEI) in Zwillingsschneckenextrudern (TSE), wie sie von Charlie Martin (Leistritz, Somerville, NJ, USA) vorgestellt wurde, bietet sich zur Verarbeitung einer Vielzahl von Kunststoffen, Kautschukmischungen, Füll- und anderen Zusatzstoffen, Fasern und selbst Flüssigkeiten an. Für das Füttern von Kautschukmischungen in Streifen oder Brocken ist oft ein Einschneckenextruder mit Zahnradpumpe geeignet. Bei den Zylindern haben sich je zwei Ein- und Austrittsöffnungen (statt nur einer) bewährt. Diskutierte Beispiele betreffen die reaktive TPU-Extrusion in Kombination mit einem Unterwassergranulator (bevorzugt mit kammartig angeordneten Schnecken), das Mischen gefolgt von direkter Extrusion von TPE/TPOPlatten oder die Herstellung von TPO-Mischungen mit Langfasern vor direkter Platten- oder Profilextrusion; auch hier stellen stets Zahnradpumpen wichtige Bauteile dar. – HET –

Der vorliegende Bericht wirft einen genaueren Blick auf die Referate, die sich mit Neuentwicklungen im Bereich thermoplastischer Polyurethane (TPU) befassen. Leser, die an dem kompletten Tagungsbericht interessiert sind, können ihn kostenlos anfordern bei service@gupta-verlag.de.

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Beheizte Parkhausrampe im Nürnberger Parkhaus Jakobsmarkt:

Innovative Systemlösung für elektrische Flächenheizungen Das Nürnberger Parkhaus Jakobsmarkt bietet direkt in der Innenstadt 456 Parkplätze und hat rund um die Uhr geöffnet. Das macht es zu einer beliebten öffentlichen Garage, doch die steile Einfahrtsrampe wurde im Winter zum Problem. Schneeräumung und Salzstreuung hinterließen ihre Spuren und deshalb wurde eine Sanierung notwendig. Im Zuge dessen wurde eine elektrische Flächenheizung eingebaut. Dabei wurde das Heizgewebe in mehrere Schichten Epoxidharz einlaminiert, welche aus dem Hause Sika Deutschland stammen – ebenso wie die aus einem Epoxidharz-Polyurethanhybrid hergestellte Oberflächenschutzschicht Sika Elastomastic TF.

Im Parkhaus Jakobsmarkt im Herzen der Nürnberger Altstadt können die rd. 500 000 Einwohner der mittelfränkischen Großstadt ihr Auto bequem und gut behütet unterbringen – während einer Einkaufstour in der City, einem Besuch im nahegelegenen Germanischen Nationalmuseum oder auf dem Christkindlmarkt in der Adventszeit. Insgesamt stehen 456 Parkplätze zur Verfügung, auf denen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geparkt werden kann. Das Parkhaus verfügt über eine sehr lange und steile Einfahrtsrampe, was gerade im Winter problematisch werden kann. Für eine sichere Ab- und Auffahrt wurde bisher zwar immer mittels Schneeräumung und Salzstreuung gesorgt, doch diese Vorgehensweise hat auf Dauer zwei entscheidende Nachteile: Zum einen wird die Oberfläche durch das Abräumen mit dem Schneepflug mechanisch stark belastet und zum anderen werden die Auftausalze und damit zusätzliche Chloride durch den Verkehr im Parkhaus verteilt. Aus ökologischer Sicht ist der Verzicht auf Tausalze ohnehin sinnvoll.

Parkhausrampe – einem besonders schwierigen Bauteil – eine Sanierung vorzunehmen, entschied sich der Betreiber für eine elektrische Flächenheizung. Denn herkömmliche warmwasserbeheizte Rampen neigen aufgrund des hohen Temperaturgefälles zwischen Betonbauteil und Heizschleifen häufig zur Rissbildung. Daraus resultierende Folgeschäden sind nur durch einen sehr großen baulichen Aufwand wieder zu beheben. Beim Einbau wird das Heizgewebe der elektrischen Flächenheizung in mehrere Schichten Epoxidharz einlaminiert. Für den Schutz der Oberfläche folgt zudem eine sehr robuste zweilagige Verschleißschicht aus einem

Epoxidharz-Polyurethanhybrid. Der Anbieter des Gesamtsystems, die Fa. STL Böden und Design GmbH aus Dresden, wählte Produkte zur Realisierung aus dem Hause Sika Deutschland GmbH. Bei der Verschleißschicht entschied man sich für Sika Elastomastic TF. Bei diesem Produkt handelt es sich um eine reaktionshärtende, zweikomponentige Epoxid-Polyurethanharz-Kombination zur Herstellung zähelastischer Beschichtungen. Es wird bereits seit Jahren als RHD-Belag zuverlässig auf Stahlund Betonbrücken eingesetzt und hat alle entsprechenden Prüfungen durchlaufen. Die Vorteile sind v. a. die hohe chemische und mechanische Beständigkeit sowie die geringe Gesamtschichtdicke von nur ca. 6 – 8 mm. Wasserführende Heizschleifen sind hier nicht notwendig und es kann zudem auf einen Estrichaufbau in mehreren Zentimetern Höhe vollkommen verzichtet werden.

Qualitätswerkstoffe und professionelle Verarbeitung Nach der gründlichen Untergrundvorbereitung mittels Kugelstrahlen wurde die Rampe mit dem bewährten Allround-Epoxidharz Sikafloor-161 grundiert. Im Anschluss erfolgte die Installation der Temperatursensoren und elektrischen Leitungen für die Heizkreise. Danach wurde das zurechtgeschnitte-

Die Grafik zeigt den Systemaufbau der elektrischen rampenheizung. Deckschicht: Sika Elastomastic TF Verschleißschicht: Sika Elastomastic TF Potenzialausgleichsgewebe Isolierschicht: Sika Elastomastic TF Laminierschicht: Sikafloor-159 Heizlaminat: Stelo-therm KS Grundierung: Sikafloor-161

Bei heftigem Niederschlag und sehr starken Minustemperaturen kann das Eis selbst bei gestreutem Tausalz oftmals nicht vollständig geschmolzen werden – die Einfahrtsrampe verwandelt sich dann in eine gefährliche Rutschbahn. Aus Sicherheitsgründen bestand hier dringender Handlungsbedarf. Aufgrund dessen und der Notwendigkeit, auf der

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ne Heizgewebe in das beschleunigte Epoxidharz Sikafloor-159 eingebettet, welches zuvor mit Quarzsand und Stellmittel verfüllt wurde. Es folgte eine Isolationsschicht, auf die ein Potenzialausgleichsgewebe aufgelegt wurde. Das Gewebe wurde daraufhin leitend verbunden, angeschlossen und in die erste Lage Sika Elastomastic TF einlaminiert. Die eigentliche Verschleißschicht erhielt eine Abstreuung aus Chromerzschlacke der Körnung Das zurechtgeschnittene Heizgewebe wurde in das beschleunigte Epoxidharz Sikafloor-159 eingebettet.

2 – 3 mm, um die Belastbarkeit zu erhöhen und eine hohe Griffigkeit zu gewährleisten. Neben dem einfachen Aufbau der elektrischen Flächenheizung ist diese Variante wesentlich effizienter, energiesparender und somit ein positives Beispiel für Umweltfreundlichkeit. Darüber hinaus kann die Flächenheizung mit 230 Volt betrieben werden. Veränderungen der Elektrik innerhalb des Gebäudes sind somit nicht notwendig. Das System verfügt über eine TÜV-Zulassung und eine Kopplung an eine Photovoltaikanlage ist möglich, wenn die baulichen Gegebenheiten dies zulassen. Für eine reibungslose Installation bietet die Fa. STL die Energieberechnung, die elektro- und bautechnische Planung, sowie den Einbau aller Komponenten aus einer Hand an.

können die kalten Jahreszeiten künftig rutschfrei und gefahrenlos kommen. Mit der beheizten Parkhausrampe und den Sika-Materialien hat der Betreiber die insgesamt wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung gewählt.  Als Tochterunternehmen der global tätigen Sika AG aus Baar, Schweiz, zählt die Sika Deutschland GmbH zu den führenden Anbietern von bauchemischen Produktsystemen und industriellen Dicht- und Klebstoffen. Das Unternehmen hat es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, Wege und Lösungen aufzuzeigen, die nachhaltiges Bauen ermöglichen – im Hinblick auf Wassermanagement, Energieeinsparung und Klimaschutz. Seit 2010 ist die Firma Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Nachdem die Flächenheizung im Parkhaus Jakobsmarkt erfolgreich eingebaut wurde,

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B. W. Naber, G. Behrendt*

Recycling von PUR-Weichschaumstoffen Teil 2 – Werkstoffliche Wege Die heute bekannten Verfahren des werkstofflichen recyclings von Polyurethan-Weichschaumstoffen (im Folgenden: PUr-WS) werden vorgestellt. Die technologischen Abläufe der Produktvorbereitung und des recyclingprozesses werden dargestellt und bewertet. Eigenschaften und Anwendungen der recyclate schließen die einzelnen Beschreibungen der Verfahren ab.

1. Einleitung PUR-WS sind vernetzte Kunststoffe, deren flexible Eigenschaften sich aus relativ langen Molekülketten zwischen den Vernetzungspunkten herleiten. Vernetzungspunkte sind i. d. R: • Das tertiäre oder quartäre Kohlenstoffatom in den Polyolmolekülen, das durch die Struktur der Startermoleküle (Glycerin, Trimethylolpropan) vorgegeben ist. • Folgeprodukte der Reaktion überschüssiger Isocyanate mit primär gebildeten Urethangruppen (Allophanate) oder mit sich selbst zu Isocyanuraten. • Substituierte Harnstoffgruppen aus der Reaktion von Wasser mit Isocyanaten und deren Folgeprodukte bei Isocyanatüberschuss (Biurete). Die Reaktion mit Wasser ist in der Chemie der PUR-WS unumgänglich, da so das als Treibmittel benötigte Kohlendioxid CO2 erzeugt wird. Physikalische Teibmittel, auch zugesetztes (flüssiges CO2) sind für Recyclingprozesse von untergeordneter Bedeutung. • Vernetzungen in den Isocyanaten, sei es durch die strukturelle Zusammensetzung

* Dipl.-Chem. Bernhard W. Naber bernhardwnaber@aol.com Industrieberatung Naber, Schwarzheide Prof. Dr. Dr. h. c. Gerhard Behrendt TFH Wildau

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Im Teil 1 dieser Arbeit wurden bereits die Grenzen des Recyclings von gebrauchten PUR-WS dargestellt. Die folgenden Ausführungen beziehen sich, wenn nicht besonders vermerkt, auf Produktionsabfälle und -reststoffe, sauber und mit definierter Zusammensetzung. Im Übrigen gelten die in Teil 1 an einen Abfallstrom für das Recycling allgemein zustellenden Forderungen uneingeschränkt auch für das werkstoffliche Recycling.

2. Flockenverbund (rebonding) von Prepolymeren oder durch die Polyfunktionalität des Isocyanates beim Einsatz von polymerem Diphenylmethandiisocyanat (pMDI). Durch die Vernetzung sind PUR-WS, mit Ausnahme weniger häufig vorkommender PURWS auf Basis von Polyesterpolyolen (PESOL) nicht thermoplastisch. Es gibt jedoch einen kleinen Temperaturbereich, in dem sie, bei einer Temperatur wenig unterhalb der thermischen Zersetzung, eine gewisse Erweichung und Klebrigkeit besitzen. PUR-WS auf Basis Polyetherpolyol (PETOL), der weitaus häufigsten Art dieser Stoffklasse, unterscheiden sich untereinander in: • Der Rohdichte, die im Bereich von 10 – 50 (maximal bis 70) kg/m3 eingestellt wird. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass der Anteil an Harnstoffgruppen mit sinkender Rohdichte steigt. • Der Elastizität, die von hochelastisch (high resilient) bis viskoelastisch eingestellt werden kann. Gewöhnlich steigt der viskoelastische Anteil an der Elastizität mit sinkendem Isocyanatindex. • Der Polyolbasis: Neben einem (geringen) Anteil PUR-WS auf Basis PESOL und dem Hauptanteil auf Basis PETOL gibt es vermehrt PUR-WS, die sogenannte Polymerpolyole (Graft-Polyole) enthalten. Diese Polyole enthalten auf die Etherkette aufgepfropfte Anteile von thermoplastischen Polymeren, wie Polystyren, Polyacrylnitril u. ä. zur Verbesserung der Tragfähigkeit der Schaumstoffe bei verminderter Rohdichte.

2.1 Technologie Dieses Verfahren ist das älteste Recyclingverfahren für PUR-WS überhaupt (es wurde in späteren Jahren auf andere PUR-Werkstoffe übertragen und auch dort erfolgreich eingesetzt). PUR-WS-Abfälle werden, meist in einer langsam laufenden Schneidmühle, zerkleinert. Das Resultat sind Flocken undefinierter Geometrie mit einem engen Korngrößenspektrum, dessen Maximum ausschließlich von der Durchgangsweite des Mühlensiebes bestimmt wird. Übliche Flockengrößen sind 5 – 30 mm Durchmesser, wobei diese Grenzen nur Näherungen sein können. Gelegentlich werden Flocken durch Sägen hergestellt. Diese Flocken haben eine würfelbis quaderförmige Geometrie und eine extrem enge Korngrößenverteilung. Dieses Verfahren kommt nur zur Herstellung sehr spezialisierter Recyclingprodukte zum Einsatz. Die vorliegenden Flocken werden mit Isocyanatbindern, meist (langkettigen) Prepolymeren, aber auch pMDI, benetzt und unter mäßigem Druck, Temperatureinwirkung oder auch durch Einblasen von Sattdampf verklebt/ausgehärtet. Die Oberflächen der Formwerkzeuge müssen mit Trennmittel, meist auf Wachsbasis, seltener auf Siliconbasis, beschichtet werden, um ein Verbacken der Oberflächen mit den sehr reaktiven Bindemitteln zu unterbinden.

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Das Resultat sind Halbzeuge (zylindrische oder rechteckige Blöcke) oder Formteile. Die Halbzeuge werden durch Verfahren, wie sie in der Konfektionierung von Block-PUR-WS üblich sind (sägen, spalten, fräsen u. a.), zu einsatzfähigen Formteilen konfektioniert. Anfallende Verschnitte und Abfälle können normalerweise in den Prozess zurückgeführt werden, was das Verfahren abfallfrei macht. Die Recyclingquote beträgt bis zu 90 % (Schaumstoffabfall minus Binder). Nach diesem Verfahrensprinzip werden in Westeuropa jährlich ca. 130 kt PUR-WS einer sinnvollen Verwertung zugeführt (Quelle: Isopa-Factsheet).

lich Rohdichte, Härte und Flockengröße. Durch Versuchsreihen werden anwendungsoptimierte Verbunde kreiert. • Variation der Mischung: Es ist möglich, zum Erreichen bestimmter Eigenschaften des Verbundes PUR-fremde Mischungsbestandteile einzusetzen. Solche Bestandteile sind u. a. Fasern (synthetische und Naturfasern), feste Flammschutzmittel (Polyammoniumphosphat, Melaminpulver, Aluminiumhydroxid, Magnesiumoxid, Kreide), Zusätze zum Erreichen spezieller Eigenschaften (z. B. Bariumsulfat BaSO4 für Röntgenanwendungen).

Sicherheitstechnisch ist darauf zu achten, dass PUR-WS-Pulver brennbar sind und bei deren Handhabung die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen für den Umgang mit brennbaren Stäuben einzuhalten sind.

2.2.2

2.2 Verfahrensvariable Die so erzeugten Flockenverbunde sind eine eigenständige Stoffklasse, die hinsichtlich ihrer Eigenschaften durch direkte Verschäumung nicht oder nur schwierig herstellbar ist. Unter diesem Aspekt ist das Verfahren des Flockenverbundes ein gutes Beispiel für ein „upcycling”. Durch Variation von Verfahrensparametern ist eine Vielzahl von Werkstoffen mit einer Vielzahl einstellbarer Eigenschaften herzustellen, was die weite Verbreitung der Flockenverbunde erklärt. Welche Variationsmöglichketen möglich und üblich sind, zeigt die folgende, sicher unvollständige Auflistung. 2.2.1

Variation der Einsatzstoffe

• Variation der Flockengröße: Je kleiner die Flocken, desto höher wird bei sonst gleich bleibenden Parametern die Stauchhärte. • Variation der zuzugebenden Menge an Bindemittel. Höherer Bindemittelanteil führt zu härteren Verbunden. • Variation der Art des Bindemittels: Langkettige Prepolymere führen bei gleicher Isocyanatmenge zu weicheren Verbunden als der Einsatz von pMDI. • Variation der Zusammensetzung der eingesetzten PUR-WS-Flocken hinsicht-

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Variation technischer Parameter

• Variation der Kompression: Nach der Benetzung der Flocken mit Binder wird das Gemisch in Formwerkzeuge geschüttet und auf die angestrebte Zielrohdichte verdichtet. Je höher der Grad der Kompression, also der resultierenden Rohdichte des Formteiles, desto höher liegen die Werte für Stauchhärte, Biegefestigkeit und Rückprallelastizität. • Variation der Aushärtebedingungen: Wird die Formfüllung durch einfache Wärmezufuhr ausgehärtet, erhält man i. d. R. weichere Formteile als nach Dampfhärtung. Nachteil dieser Methode ist der Zeitaufwand zur kompletten Durchhärtung, die mit der Formteildicke überproportional steigt. Effektiver ist die Aushärtung durch Einblasen von Sattdampf in die Formfüllung, wodurch eine quantitative Durchhärtung in Minuten erreichbar ist. Diese Methode hat ihre Grenzen bei der Einstellung hoher Formteilrohdichten. Gleichgültig, für welche Methode man sich entscheidet: Die Formteile sollten, besonders bei großvolumigen Blöcken, im Werkzeug abkühlen, um Kernrisse zu vermeiden. Diese Gefahr steigt mit der Formteilstärke und dem Kompressionsgrad. 2.3 Recyclate und ihre Anwendungen Flockenverbunde finden wegen ihrer hervorragenden Eigenschaften breite Verwendung in den vielfältigen Anwendungen des Alltags und der Technik. Durch die recht unansehnlichen

Oberflächen der Formteile und Zuschnitte sind diese praktisch immer mit Bezügen aus den unterschiedlichen Materialien versehen oder ihr Einsatz erfolgt an Stellen, die entweder nicht sichtbar sind oder wo das Aussehen nur eine untergeordnete Rolle spielt. 2.3.1

Autoindustrie

• Herstellung von Sonnenblenden mit sehr guten Sicherheitskennwerten (Crash-Verhalten) • Teile von Autositzen zur Verbesserung der Seitenführung • Komplette Sitzpolster für Lkw und Traktoren • Herstellung von Kopfstützen • Schalldämmende Teile zur akustischen Trennung von Motorraum und Fahrgastzelle • Einlegeteile im Front- und Heckbereich zur Verbesserung des Crash-Verhaltens 2.3.2

Polstermöbelindustrie

• Seitenteile von Sesselpolstern • Armlehnen von Bürosesseln • Polster von Hockern 2.3.3 • • • • • •

Andere Anwendungen

Judo- und Gymnastikmatten Spielzeug Teppichrücken Akustik Verpackung Loose-fill-Anwendungen (Kissen, Packmittel u. a.)

3. Pulvereinarbeitung (regrind) Gegenwärtig werden in Westeuropa ca. 1 000 t/a PUR-WS-Produktionsabfälle nach dieser Methode aufgearbeitet (Quelle: IsopaFactsheet). Mit diesem Verfahren ist es möglich, den gesamten bei der Blockschaumproduktion anfallenden Abfall (Schnitt- und Stanzreste) wieder in Blockschaumstoff einzuarbeiten. Die PUR-Pulver enthaltenden Schaumstoffe haben nahezu gleiche Eigenschaften wie die Originalschaumstoffe.

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Die Recyclingquote beträgt bis zu 20 %. Eine wesentlich höhere Beladung der Schaumstoffe mit PUR-Pulver ist nicht sinnvoll. Die Schaumstoffpartikel finden fast ausschließlich in den Knoten des Schaumstoffgerüstes Platz. In Zellstegen und -wänden sind sie aus geometrischen Gründen so gut wie nicht zu finden. Sind nahezu alle Knoten besetzt, werden die Partikel regellos in Stege eingeschlossen, was voraussehbar zu einem dramatischen Abfall der physikalisch-mechanischen Schaumstoffeigenschaften führt. Das Verfahren der Pulvereinarbeitung wurde von den Firmen Metzeler Schaum GmbH (Schaumstoffe), der Bayer AG (Rohstoffe) und der Fa. Hennecke GmbH (Maschinenbau) entwickelt und unter dem Namen GrindFlex-Technologie vermarktet. Diese Art des Recyclings von PUR-WS ist ein „upcycling“-Prozess. Grundsätzlich kann der Prozess der Mahlguteinarbeitung nach geringen technologischen Anpassungen auch bei der Herstellung von Formteilen aus PUR-WS eingesetzt werden. Es hat viele Versuche gegeben, gemahlene PUR in Polyolkomponenten zu dispergieren und so in neue PUR einzuarbeiten. Alle diese Versuche scheiterten an der Tatsache, dass nicht mehr als ca. 5 %, allerhöchstens 10 % Mahlgut eingearbeitet werden können. Höhere Konzentrationen führen zu unbeherrschbaren Viskositätsanstiegen bis hin zum pastösen Zustand. Außerdem nehmen die Partikel aus der Komponente schnell Aktivatoramine auf, was das Reaktionsprofil der Systeme negativ beeinflusst. Ein Ausweg aus diesem Problem ist der Übergang auf ein Dreikomponentensystem (Komponente A1: Polyol + Mahlgut; Komponente A2: Treibmittel, Aktivatoren, Zellregler u. a.; Komponente B: Isocyanat). Eine Einarbeitung von PUR-Mahlgut in Isocyanatkomponenten führt zu Produkten, die nicht oder nur wenige Stunden stabil sind. Danach gelieren sie rasch bis hin zur totalen Verfestigung, was zu erheblichen Problemen in Schäumanlagen führen kann. Eine Dosierung des Mahlgutes in den Isocyanatstrom wurde zwar mehrfach versucht, wegen beträchtlicher technologischer Probleme aber niemals in relevantem Umfang realisiert.

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3.1 Produktvorbereitung Bei diesem Reclingverfahren werden die PURWS in einem ersten Schritt gemahlen. Das Problem der Mahlung von PUR-WS liegt in den Eigenschaften der WS: Durch ihre niedrige Rohdichte, ihre hohe Elastizität und guten physikalisch-mechanischen Eigenschaften widersetzen sie sich der mechanischen Zerkleinerung, indem sie dieser ausweichen. Dass eine 30 mmFlocke ein Mühlensieb mit 10 mm Maschenweite passiert, ist eher die Regel denn die Ausnahme. Es sind im Wesentlichen drei Verfahren zur Herstellung von WS-Pulvern bekannt: • Mahlen in (Teller-) Mühlen: Es sind Feinheiten des Mahlgutes von nicht feiner als 0,8 mm erreichbar. Die Durchsätze sind gering, es sind mehrere Mühlendurchgänge notwendig. Der Mühlendurchsatz wird durch die Erwärmung begrenzt. Das Kornspektrum des Mahlgutes ist breit. Gelegentlich werden Mühlenkaskaden eingesetzt. • Kaltmahlen: PUR-WS wird mit Kohlensäureschnee oder (besser) mit flüssigem Stickstoff auf Temperaturen von unter –50 °C gekühlt. Die Temperatur muss unterhalb der Glasübergangstemperatur der WS (–45 °C bis –52 °C, mittels DMA) liegen, damit das Produkt sprödbrüchig wird. Die Vermahlung erfolgt mit üblichen Mühlen. Korngrößen von <0,5 mm sind erreichbar, das Korngrößenspektrum ist schmal. Durch die Kühlung ist das Verfahren sehr kostenaufwändig. • Walzmahlen: Die geflockten PUR-WS werden in einer Walzenmühle (roll mill) durch Scherung zu Pulver zermahlen. Zu große Partikel (Überkorn) werden durch Siebe abgetrennt und so lange durch das Walzensystem geschickt, bis die gewünschte Korngröße erreicht ist. Mahlgutfeinheiten von <0,2 mm sind erreichbar, das Korngrößenspektrum ist schmal. Walzmahlen ist heute die günstigste Methode PUR-WS zu Pulver zu verarbeiten. Anlagen dieser Bauart können mehrere 100 kg PUR-WS in der Stunde durchsetzen.

strom beigemischt, der direkt in den Mischkopf geführt und dort mit Isocyanat vermischt wird. Der Polyolstrom kann bis zu 30 % Pulver aufnehmen. Bis zu 140 kg/min Pulver können so in Blockschaumstoff eingearbeitet werden. Eine Verfahrensvariante der Fa. KraussMaffei GmbH dosiert den Pulverstrom direkt in das fertige, den Mischkopf verlassende Reak tionsgemisch. Bis zu 20 Masse-% des Gemisches können so in das entstehende PUR eingearbeitet werden. Auch bei dieser Verfahrensvariante entstehen PUR-WS, die mit ungefüllten Produkten hinsichtlich ihrer Eigenschaften praktisch identisch sind.

4. Superkompression PUR-WS werden mit einer Rohdichte von 10 – 50 kg/m3 (bis maximal 70 kg/m3) hergestellt. Das reine PUR besitzt eine Dichte von ca. 1 200 kg/m3. Daraus folgt, dass die Raumerfüllung der Schaumstoffe nur bei ca. 3 Vol.-% liegt. Schon in der ersten Hälfte der 1970er Jahre gab es Untersuchungen, PURWS hochgradig zu verdichten, damals jedoch mit dem Ziel, diese Werkstoffe bestimmten analytischen Verfahren zugänglich zu machen. Dabei wurde festgestellt, dass unter bestimmten Bedingungen, elastomere Produkte mit hervorragenden physikalisch-mechanischen Eigenschaften erhalten werden. Auch bei diesem Weg des Recyclings ist auf die chemische Einheitlichkeit der eingesetzten Schaumstoffe zu achten, da die Pressbedingungen für jeden Schaumstofftyp optimiert werden müssen. PUR-WS auf Basis TDI, MDI, pMDI verhalten sich völlig unterschiedlich. Schaumstoffe, die Polymerpolyole (Graft-Polyole) enthalten, verlangen andere Pressbedingungen als solche auf Basis konventioneller PETOLe. Die Pressbedingungen sind ziemlich drastisch:

3.2 Pulvereinarbeitung

• Pressentemperatur: >120 °C • Pressdruck: >180 kN/cm2 • Presszeit: >5 min, in Abhängigkeit von der Foliendicke • Dichte des Recyclates> 1,1 g/cm3

Das Pulver wird aus einem Silo in geeigneter Weise, z. B. durch Schnecken, einem Polyol-

Pressen, die solche Bedingungen auf größere Flächen aufbringen können, sind groß,

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schwer und teuer. Das sind wohl die Gründe dafür, dass sich dieses an sich elegante Verfahren nicht durchsetzen konnte. Elastomere mit vergleichbaren oder besseren Eigenschaften sind einfacher und billiger durch bekannte Gießprozesse herzustellen. Bei den auf diese Weise hergestellten Elastomeren handelt es sich um Poly(urethan-

harnstoffe) mit überwiegend Harnstoffbindungen, die bei Gießelastomeren durch den Einsatz von aminischen Kettenverlängerern hergestellt werden, Polyharnstoffe der typischen Art wie in PUR-WS aber nicht erhalten werden können. Die Poly(urethanharnstoff)Elastomere dieses Typs zeichnen sich folglich durch ein anderes physikalisch-mechanisches Eigenschaftsniveau aus als vergleich-

Recht aktuell

Verpflichtung zur Gleichbehandlung von Arbeitnehmern Der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz gebietet dem Arbeitgeber, seine Arbeitnehmer oder Gruppen von Arbeitnehmern, die sich in vergleichbarer Lage befinden, bei Anwendung einer selbst gesetzten Regel gleich zu behandeln. Der Gleichbehandlungsgrundsatz verbietet nicht nur die willkürliche Schlechterstellung einzelner

Arbeitnehmer innerhalb der Gruppe, sondern auch eine sachfremde Gruppenbildung. Dem Arbeitgeber ist es danach verwehrt, einzelne Arbeitnehmer oder Gruppen von ihnen aus unsachlichen Gründen von einer Erhöhung der Arbeitsentgelte auszuschließen. Eine sachfremde Benachteiligung liegt

Recht aktuell

Arbeitspflicht trotz Gewerkschaftssitzung Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. August 2010 – 1 AZR 173/09 – sagt ein Arbeitnehmer mit der Begründung des Arbeitsverhältnisses zu, seine Arbeitskraft im Rahmen der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit zur Verfügung zu stellen. In diesem zeitlichen Umfang hat ein Arbeitnehmer Einschränkungen seiner privaten Lebensführung hinzunehmen. Durch den Arbeitsvertrag werden aber nicht nur Hauptleistungspflichten begründet, sondern auch vertragliche Rücksichtnahmepflichten. Dies gilt auch bei der Ausübung des dem Arbeitgeber zustehenden Weisungsrechts zur Verteilung vertraglich ge-

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schuldeter Arbeitszeit. So hat der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung näher zu bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrags oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Jedoch ist die Leistungsbestimmung nach billigem Ermessen zu treffen. Das verlangt vom Arbeitgeber eine Abwägung der wechselseitigen berechtigten Interessen unter Einbeziehung verfassungsrechtlicher Wertentscheidungen. Dazu gehört auch die grundgesetzlich geschützte Koalitionsbetätigungsfreiheit des Arbeitnehmers.

bare Gießelastomere. Es sei insbesondere auf ihre Transparenz hingewiesen, wenn keine Polymerpolyole im eingesetzten PUR-WS verwendet wurden, und auf die vergleichsweise hohe Hydrolysebeständigkeit

aber nicht vor, wenn nach dem Leistungszweck Gründe bestehen, die es unter Berücksichtigung aller Umstände rechtfertigen, diesem Arbeitnehmer die den anderen gewährte Gelderhöhung vorzuenthalten. Die Gründe müssen auf vernünftigen, einleuchtenden Erwägungen beruhen und dürfen nicht gegen höherrangige Wertentscheidungen verstoßen. Diese Auffassung hat das Bundesarbeitsgericht im Urteil vom 27. Juli 2010 – 1 AZR 874/08 – vertreten. – FO –

In dem konkreten Fall ist das Bundesarbeitsgericht zu dem Ergebnis gekommen, dass für den Arbeitgeber keine vertragliche Rücksichtnahme bestand, den Arbeitnehmer generell von 12.00 – 18.00 Uhr zur Teilnahme an den um 13.00 Uhr beginnenden Ortsvorstandssitzungen der Gewerkschaft von der Arbeit freizustellen. Es überwog das Interesse des Arbeitgebers an der Einhaltung der vertraglich begründeten Arbeitspflicht dem Interesse des Arbeitnehmers an der Teilnahme an der regelmäßig an einem Werktag um 13.00 Uhr beginnenden Sitzungen. Der Arbeitgeber hätte als Mitglied des Ortsvorstandes darauf hinwirken können, dass die Sitzungen nicht um die Mittagszeit beginnen und damit eine Kollision mit den Arbeitspflichten vollzeitbeschäftigter ehrenamtlich tätiger Gewerkschaftsmitglieder ausschließen. – FO –

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Impressum Herausgeber Dr. Heinz B. P. Gupta Anschrift Dr. Gupta Verlag Am Stadion 3b, 40878 Ratingen Ust. Nr.: DE 157894980 Postanschrift Postfach 10 41 25, 40852 Ratingen Tel. +49 2102 9345-0 Fax +49 2102 9345-20 E-Mail info@gupta-verlag.de Internet http://www.pu-magazin.de Redaktion Dipl.-Chem. Frank A. Gupta (v.i.S.d.P.) Angela Austin Jiri Drobny Paul Farkas Dr. Heinz B. P. Gupta Dipl.-Biol. Markus Linden Dr. Stephanie Waschbüsch Redaktionssekretariat Tel. +49 2102 9345-0 Anzeigen Tel. +49 2102 9345-14

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