Page 66

ZAP3 Physiotherapie

66

Kann man einer Kreuzbandverletzung vorbeugen? Dominik Klaes, Physiotherapeut der ZAP³ Physiotherapie, hat sich mit dieser Frage beschäftigt.

V

erletzungen der Kreuzbänder, insbesondere des vorderen Kreuzbandes, gelten nach wie vor als eine der häufigsten Verletzungen im Sport. Umso wichtiger ist die Frage, ob sich eine Verletzung der Kreuzbänder evtl. vermeiden lässt.

führt werden. Bei Sportarten mit hoher Belastung und schnellen Richtungswechseln wie Tennis, Squash, Fußball, Rugby und Handball, den sogenannten „High Impact“ Sportarten, treten Kreuzbandverletzungen besonders häufig auf.

Dieser Artikel soll einen kleinen Einblick in die Thematik geben. Das Training mit einem gut ausgebildeten Physiotherapeuten, Fitness- oder Athletiktrainer kann dieser Beitrag nicht ersetzen.

Um das Problem zu verdeutlichen eignen sich folgende Zahlen: • Bewegungen können erst nach 200 Millisekunden willentlich korrigiert werden.

Die Kreuzbänder werden zur besseren Unterscheidung in vorderes Kreuzband (VKB) und hinteres Kreuzband (HKB) gegliedert. Diese Einteilung macht Sinn, da die beiden Bänder im Kniegelenk anatomisch teils unterschiedlich aufgebaut sind. Ihre wichtigste Funktion erfüllen die Kreuzbänder (VKB+HKB) jedoch gemeinsam. Zusammen mit der Muskulatur ist es ihre Hauptaufgabe, die Stabilität des Kniegelenks unter Belastung aufrecht zu halten.

66

www.zap-physiotherapie.de

Die meisten Kreuzbandverletzungen sind schon nach 50 Millisekunden abgeschlossen

Der überwiegende Teil an Kreuzbandverletzungen geschieht ohne Körperkontakt zum Gegner.

Es zeigt sich, dass der Gegnerkontakt nicht das Hauptproblem darstellt. Die Ursache scheint eher „im“ Spieler selbst zu liegen. An den oben genannten Fakten wird deutlich, dass es nicht möglich ist, eine Verletzung der Kreuzbänder „direkt“, also im „Augenblick“ der Verletzung, zu verhindern. Dafür verläuft der traumatische Vorgang schlichtweg zu schnell.

Ursächlich für eine Verletzung der Kreuzbänder ist oft ein „Verdrehen“ des Kniegelenks. Oberschenkel und Unterschenkel werden gegeneinander verdreht, die Kreuzbänder werden dadurch umeinander verwickelt. Wird die Krafteinwirkung zu groß, reißen die Kreuzbänder entweder beide, oder einzeln auseinander. Eine Verletzung der Kreuzbänder tritt i.d.R. dann auf, wenn hohe Geschwindigkeiten mit starken Kraftbelastungen einhergehen, also schnellkräftige Bewegungen ausge-

Der Körper hat dennoch die Möglichkeit, auch solch „schnellen“ Verletzungsmustern durch das „Vorausplanen“ von Bewegungen (Feedforward Mechanismus) präventiv entgegenzuwirken.

Stabilitätstests der Unteren Extremität (modifizierter Star-Excursion Test)

Vergleichbare Studien haben ebenfalls ergeben, dass es bestimmte Risikofaktoren (nicht beeinflussbare und beeinflussbare) für eine Verletzung der Kreuzbänder gibt.

Profile for GSM mbH

RC Premium III/2014  

Das Racket Center Magazin www.racket-center.de

RC Premium III/2014  

Das Racket Center Magazin www.racket-center.de

Profile for gsm_mbh
Advertisement