Page 1

4 1 0 2 / 2 0 E AUSGAB

L E G E I T Z L E SCHM native

ische Alter

Zeitschrift

und solidar gische o l o k ö e für ein

wie öffentlich ist der raum? Ein Aufruf zur Eroberung der Freiräume Es ist Frühling und die Menschen zieht es nach draußen. Die Freiräume der Stadt füllen sich. Museumsquartier, Heldenplatz, Yppenplatz und die Parks sind an den ersten warmen Wochenenden meist überlaufen. Bedarf gibt es also genug. Auch im 15. und gerade hier, denn die Menschen in Rudolfsheim-Fünfhaus haben niedrige Einkommen und wenig Wohnraum, der öffentliche Raum ist hier also besonders wichtig. Allerdings herrscht im 15. großteils noch eine rigide Trennung zwischen Straße als Ort der Fortbewegung und Parks als Aufenthaltsräumen. Wasserwelt, Kardinal-Rauscher Platz und Schwendermarkt könnten genau so genutzt werden wie das Museumsquartier, werden es aber nicht. Vielleicht kann die Umgestaltung der Wasserwelt dem ja Abhilfe schaffen.

Der öffentliche Raum ist für alle da Es gibt im Bezirk noch mehr Möglichkeiten den Öffentlichen Raum zu nutzen, zum Beispiel die 17 Wohnstraßen. In diesen steht die Fahrbahn explizit nicht nur Autos zur Verfügung, sondern es kann auch gespielt oder Sport betrieben werden. Man könnte sich aber auch einfach nur niedersetzen. Tja, wenn es dafür auch Sitzgelegenheiten geben würde.

Ähnlich steht es um die Schmelz. Sie ist ein großes Naherholungsgebiet, allerdings nehmen eine Kleingartenanlage, der Sportverein ASKÖ, das Universitätssportinstitut, eine Schule und ein StudentInnenwohnheim den meisten Platz ein. Hier gibt es zwar 30 Hektar Freiraum, allerdings nicht für jedermann zugänglich. Doch es hat sich bereits eine Initiative gebildet: die Freiraum Initiative Schmelz (kurz Frisch) setzt sich dafür ein, dass Teile der Schmelz öffentlich zugänglich werden.

Es geht auch anders Auch an anderen Ecken des Bezirks wird daran gearbeitet öffentlichen Raum anders zu nutzen. Rund um die Reindorfgasse findet man immer öfter Tische, Stühle und Bänke, die dazu einladen sich nieder zu lassen. Hier haben sich junge, urbane Geschäfte angesiedelt, deren BetreiberInnen und MitarbeiterInnen ein anderes Verständnis für den öffentlichen Raum mitgebracht haben. Es verbreitet sich ein Feeling von Innenstadt und Zentrum. Und auch der Sparkassaplatz bietet sich an genutzt zu werden. Wir müssen es nur tun.

pMaxie Klein

0 0 : 5 1 b a i 28. jun tz a l p a ss a s pa r k

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER! Unser Europa kann mehr. Zeigen wir am 25.5. gemeinsam, dass unser Europa demokratischer, solidarischer und ökologischer werden muss. In den letzten Jahren haben Lobbyisten und multinationale Konzerne immer stärker das Ruder übernommen. Sie haben Europa unter dem Deckmantel der Finanzkrise in eine Situation gesteuert, die geprägt ist von Massenarbeitslosigkeit, von der Aushöhlung der Sozialstaaten und der Unterwanderung von grund- und menschenrechtlichen Standards. Steuern wir am 25. Mai dagegen, denn unser Europa kann mehr.

pIhr Christian Tesar


kein raum für platzangst

Öffentliche Räume sind besondere Räume. Sie gehören uns allen. Ihr Wert ist uns aber oft nicht bewusst. Ein Appell dafür, öffentlichen Raum mehr zu nutzen. Vor allem kulturell.

Wenig Platz Der 15. Bezirk hat einen geringen Anteil an weiträumigen Freiflächen. Auf denen, die er hat, treffen vor allem in der wärmeren Jahreszeit Menschen aller Generationen und unterschiedlichster kultureller und sozialer Hintergründe aufeinander. Im öffentlichen Raum tritt die Unterschiedlichkeit aller NutzerInnen offen zutage. Mit dieser Diversität an Meinungen und Lebensweisen bestmöglich umzugehen ist eine Aufgabe, der sich alle NutzerInnen öffentlicher Räume stellen müssen. Auch das gehört zur Kultur dazu. Kultur ist einfältig, wenn man darunter nur „Hochkultur“ versteht. Kultur ist viel mehr und gerade Plätze bieten den idealen Rahmen für ihre Entfaltung. Sie bieten jeder NutzerIn die Gelegenheit, den Umgang mit anderen zu pflegen und gemeinsam aktiv Kultur zu gestalten. Und sei es „nur“ Gesprächskultur. Bei einer optimalen Nutzung von öffentlichen Plätzen gilt vor allem eines: Vielfalt statt Einfalt.

Krasse Kultur!

Du Opfer?

Wenn es an einem im Bezirk nicht mangelt, dann an Menschen mit mannigfaltigen kulturellen, religiösen und politischen Überzeugungen. Trotz dieser enormen Vielfalt halten sich „culture clashes“ im Bezirk in Grenzen. Die einzelnen Grüppchen leben und lassen leben. Mir scheint aber, dass sie zumeist nach Alter, Herkunft oder Sprache isoliert sind und wenig Interaktionen zwischen ihnen stattfinden. Schade eigentlich, denn gerade im öffentlichen Raum könnte es zu kulturellem Austausch durch Kommunikation und folglich zu höherer Lebensqualität durch mehr Miteinander kommen.

Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil von Kultur. Eine ihrer Formen ist Sprache. Sprache schafft einen Raum der Öffentlichkeit, in dem sich SprecherIn und ZuhörerIn nicht nur verständigen, sondern auch kennenlernen. Klar, dass man dafür seine Berührungsängste zuerst überwinden muss. Ein Projekt, das diese Berührungsängste zu mindern versucht, heißt „Krasse Kultur! - Du Opfer?“. Das Projekt der Initiative Vielfalter versucht noch bis Juni, Menschen unterschiedlicher Herkunft, sozialer Verhältnisse generationen- und kulturübergreifend an verschiedenen Standorten im 15. Bezirk zusammenzubringen.

Die Initiative Vielfalter unterstützt Projekte, die das Potenzial, das in kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit steckt, begreifen und nutzen. In diesem Sinne sammelt das Projekt „Krasse Kultur!“ Fragen der TeilnehmerInnen, gibt allen Botschaften wortwörtlich Raum und übt u.a. mit Schulklassen den gewaltfreien Dialog. Den Abschluss macht eine Ausstellung, die aus den im Laufe der Aktionen entstandenen Kunstwerken besteht. Diese findet Ende Juni am KardinalRauscher-Platz statt und ist frei zugänglich. Ganz nach dem Motto: Der öffentliche Raum gehört uns allen. Lasst ihn uns angstfrei miteinander nutzen!

pLisz Hirn

leitbild wasserwelt Die BürgerInnenbeteiligung zur Neugestaltung der Wasserwelt brachte ein (doch ein wenig) überraschendes Zwischenergebnis. Im Großen und Ganzen sind die NutzerInnen mit ihrer Wasserwelt zufrieden, aber ... Fast 800 Menschen brachten im letzten Sommer ihre Meinung zur Wasserwelt ins Beteiligungsprojekt zur Neugestaltung ein. Ein kurzes Resumee: im Großen und Ganzen mögen die Menschen ihre Wasserwelt, Kritik und Verbesserungsvorschläge gibts zu ganz konkreten Punkten. Mehr zur ersten Beteiligungsphase und deren Ergebnisse können Sie unter: http://wien15.gruene.at/themen/demokratiemitbestimmung/beteiligung-bei-neugestaltungwasserwelt nachlesen. Aus diesen Ergebnissen erarbeitete die Gebietsbetreuung gemeinsam mit beteiligten Institutionen wie FairPlayTeam, Nachbar-

02

schaftszentrum u.a. ein Leitbild zur Neugestaltung. Dieses Leitbild dient nun als Grundlage für alle weiteren Planungen. Derzeit entstehen im Rahmen eines Wettbewerbs Vorschläge für konkrete Gestaltungsmaßnahmen.

Die Eckpunkte des Leitbilds: • • • • • • • •

erlebbares Grün bespielbares Grätzel, bespielbare Brunnen Anbindung an angrenzende Freiräume unterschiedliche Sitzmöglichkeiten, konsumfreie Zonen Barrierefreiheit Miteinander auf der Wasserwelt Merkzeichen für den Meiselmarkt Kunst im öffentlichen Raum

Ein Wermutstropfen Der ursprünglich für 2015 geplante Start der Umbauarbeiten wurde vom Bezirksvorsteher auf 2016 verschoben. Wir konnten bis jetzt keine nachvollziehbaren Gründe dafür in Erfahrung bringen. Wir bleiben dran und arbeiten weiter daran, dass die Neugestaltung der Wasserwelt nun zügig umgesetzt wird.

pChristian Tesar SCHMELZTIEGEL 02/2014


sparkassaplatz ein ort der begegnung? Straßen und Plätze sind Teil des öffentlichen Raums. Ihre Gestaltung sagt viel darüber aus, wer und was in der Stadt und im Grätzel wichtig ist. Die Ansprüche an den öffentlichen Raum ändern sich, verändern wir also auch die Gestaltung des Raums, der uns allen gehört.

Der Sparkassaplatz hat das Potential ein attraktiver Grätzelmittelpunkt zu werden. Als Schnittpunkt dreier Achsen verbindet er Wienzeile mit Sechshauserstraße und dann weiter über die Reindorfgasse mit der Mariahilferstraße oder die U4-Station Meidlinger Hauptstraße mit dem Stiegerplateau. Für viele BezirksbewohnerInnen ist der Sparkassaplatz Teil ihres Weges zu öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Vergangenheit wurde jedoch ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Platzes „vergessen“. Der Großteil der Fläche ist Fahrbahn, zu Fuß gehende sind wortwörtlich an den Rand gedrängt. Der Sparkassaplatz bietet außerdem so gut wie keine Anreize zum Verweilen, ein einziges Bankerl steht ein bisschen verloren da. Die gesamte Platzgestaltung sagt: „Schau, dass du weiterkommst. Aufenthalt unerwünscht.“

Ein Blick in die Zukunft Doch das muss nicht so sein. Es liegt an uns allen, die Prioritäten neu zu definieren. Ist es denn wirklich so undenkbar, dass der Sparkassaplatz zu einem Ort für Menschen wird? Ist es denn wirklich so unvorstellbar den Platz so zu gestalten, dass man hier mit Vergnügen einen Teil seiner Zeit verbringen will?

Aus grüner Sicht gibt es verschiedene Ansätze um die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität am Sparkassaplatz spürbar zu erhöhen. Ein Ansatzpunkt ist, die Flächenverteilung am Platz zu ändern. Derzeit sind von über 2.000m² Fläche mehr als zwei Drittel Fahrbahn. Das Verkehrsaufkommen ist gering, mit einer einzigen Ausnahme. Die Verbindung Ullmannstraße Kürnbergergasse wird von vielen AutofahrerInnen als Schleichweg Richtung Mariahilferstraße genutzt. Die Unterbrechung dieser Durchzugsroute wird dem Grätzel tausende Autos pro Tag ersparen. Und in Folge spricht nichts dagegen, den Niveauunterschied zwischen Fahrbahn und Gehsteigen aufzuheben und den Sparkassaplatz zur Begegnungszone zu machen. Frei gewordene Flächen können wir mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten und mehr Grün gestalten. Mit einem Schlag erhöht sich die Nutzbarkeit des Platzes (und AnrainerInnen können weiter zufahren, Handels- und Gewerbebetriebe können ihre Lieferungen durchführen).

sse a r ! d ie st tz a l p iel p s n ei ist ernde Erwachsene und Spielende Kinder, plaud lben Straße ? Autos auf ein und derse n? soll denn das bitte gehe Viel zu gefährlich ? Wie en ier Wohnstraßen funktion Wir wollen zeigen, wie chen. Dich ein, dabei mitzuma können und laden Sie /

chsen n Ort am Land aufgewa Ich bin in einem kleine r t erinnern, dass wir imme und kann mich noch gu eso wi so da ohnstraßen hat’s auch auf der Straße (W arden, t haben. Sei es Skatebo keine gegeben) gespiel spiet Kreiden oder Fußball Tempelhüpfen, Malen mi

5. Juni 16:00 -19:00

am 1000 Blumen Gemeins malen aß Str t mi zaubern wir nme Blu kreiden eine bunte wiese auf die Straße!

Ich möchte Sie schon jetzt zu unserem heurigen Dorfplatzlfest einladen. Am 28. Juni verwandeln wir den Sparkassaplatz zum Festplatz. Ein buntes Programm, von Kinderaction bis Live-musik, von Pflanzentauschbörse bis Grüner Radrettung soll Ihnen ein Bild vermitteln, wie vielfältig der öffentliche Raum genutzt werden kann. Wir werden an diesem Nachmittag (ab 15:00 Uhr) die Platzverhältnisse ein wenig ändern. Wir machen Platz für Menschen, wir machen Platz für Ideen. Ich lade Sie ein, Ihre und unsere Ideen und Vorschläge zum Sparkassaplatz auszutauschen. Diskutieren wir, wie wir uns den Sparkassaplatz der Zukunft vorstellen. Gemeinsam bringen wir unseren Bezirk weiter!

se. ldschlagstraße Pelzgas Go k Ec am er m im ist t Treffpunk r hast oder vielleicht soga en ag Fr re ite we Du / Wenn Sie uene.at s einfach an wien15@gr un eib hr sc t, es ht öc m mithelfen

iktwar das Ganze ein konfl Kurz zusammengefasst Ansammensein zwischen freies und fröhliches Zu nnen. erI und Verkehrsteilnehm wohnerInnen, Kindern en den Wiener Wohnstraß Dass genau das auch in

k Jonglieren und Akrobati ! Üben mit den Profis

Lust auf Diskussion?

pChristian Tesar

der immer genug Platz auf len. Genauso war auch den n he Plauderei zwische Straße für eine gemütlic tos lich sind regelmäßig Au NachbarInnen. Und natür d un sst pa wir haben aufge vorbeigekommen, aber ändInnen war es selbstverst auch für die Autofahrer en. lich, Rücksicht zu nehm

3. Juli 16:00 -19:00

Ich weiß, es ist oft nicht leicht sich solche Änderungen vorzustellen. Ich bin aber überzeugt, dass es sich auszahlt gemeinsam darüber nachzudenken, was wir von unserer Wohnumgebung erwarten, gemeinsam zu diskutieren, wie wir unsere Grätzel gestalten wollen. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel, ein lebenswertes Grätzel.

n n wir in den kommende möglich sein kann, wolle e aß str hn er konkreten Wo Monaten am Beispiel ein äßig zu gemeinsamen zeigen, in der wir regelm Aktivitäten einladen: • • • •

Gegeneinander Mehr Miteinander statt weniger Lärm Mehr saubere Luft und d Alt Mehr Platz für Jung un Mehr Lebensqualität h Oberhuber

Wir freuen uns, Christop

7. August 16:00 -19:00 Klimaschutz en mit Was haben Wohnstraß Klimaschutz zu tun?

4. September 16:00 -19:00 Bobby Car Rennen ren! Endlich einmal Autofah


FRISCH-freiraum initiative schmelz Wir haben mit der Sprecherin und Koordinatorin der Bürgerinitiative Freiraum Initiative Schmelz Edith Wildmann gesprochen. Sehr geehrte Frau Wildmann, wer oder was ist FRISCH? FRISCH ist eine BürgerInneninitiative mit unterschiedlichsten Menschen aus der Gegend rund um die Schmelz, die sich dafür einsetzen auf der Schmelz mehr Freiraum und Platz für alle Menschen zu gewinnen. Denn auch wenn man in der Stadt wohnt, hat man das Recht auf Grünraum - gerade auf so einem weitläufigen Gebiet wie der Schmelz. Wir arbeiten seit 2012 an diesem Projekt und haben mit Unterschriftenlisten begonnen die BewohnerInnen des Bezirks aufmerksam zu machen, dass es hier Ressourcen für mehr Freiraum gibt. Auf diese Weise haben wir einige Leute erreicht, die mitmachen und haben jetzt ein Team, das ehrenamtlich und in ihrer Freizeit tolle Arbeit leistet. Mit dabei sind ArchitektInnen, LandschaftsplanerInnen, eine Grafikerin, Historiker und Leute, die aus anderen Berufen kommen. Wir sind ein kompetentes und produktives Team geworden. Was ist es das FRISCH genau erreichen möchte? Wir möchten Flächen gewinnen, die für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind. Entweder zur Gänze öffentlich oder mit Mehrfachnutzung. Die Ideen für die Schmelz sind ein Work in Progress, denn es kommen immer neue Inputs dazu. Wir würden uns wünschen, dass es ansprechende und interessante Zonen gibt um aktiv zu werden. Sei es zum Garteln, fürs Sporteln oder einfach für Jugendliche, die sich im Freien aufhalten möchten. Es soll ein generationsübergreifendes Angebot geben. Was uns auch immer

mehr ein Anliegen ist, ist es die Autos von der Schmelz weg zu bekommen, denn in den wenig begehbaren Flächen und Wegen fahren teilweise Autos oder parken dort, was störend ist. wenn man mit Kindern unterwegs ist. Außerdem verschwindet dadurch der ohnehin schon karge Platz. Was waren die bisherigen Erfolge bzw. Schwierigkeiten? Ein wirklicher Erfolg ist es, dass wir nun die volle Unterstützung der Bezirksvorstehung haben und unser Anliegen nun eine Bezirkssache ist. Denn als BürgerInneninitiative ist es wahnsinnig schwierig etwas zu erreichen, wenn man nicht die Politik mit im Boot hat. Ein weiterer Erfolg ist, dass wir eine gute Gesprächsbasis mit den PartnerInnen auf der Schmelz haben, wie der USI und dem ASKÖ. Schwierig war es immer wieder so lange die Energie zu halten und immer überall um Unterstützung bitten zu müssen, denn zu Beginn ist man uns eher abwartend gegenüber gestanden, was jetzt anders ist. Wir wünschen uns, auch in der Politik eine starke Partnerin zu haben, denn nur wenn die Politik deutlich hinter unserem Anliegen steht, können wir erfolgreich sein. Was sind die nächsten geplanten Aktionen? Als Nächstes steht ein gemeinsames Treffen mit Stadtrat Oxonitsch, Bezirksvorsteher Zatlokal und FRISCH an. Wir hoffen, auch Stadtrat Oxonitsch von unserem Anliegen zu überzeugen. Anfang Mai wer-

den wir der Bezirksvorstehung feierlich die gesammelten Unterschriften überreichen und Anfang Juli veranstalten wir ein Fest, um aufzuzeigen wie viel Potenzial die Schmelz für uns alle bietet. Wie kann man FRISCH unterstützen? Einfach mitmachen! Wir haben auch einen Newsletter, den man abonnieren kann und eine Facebook Gruppe auf der man sich Informationen holen kann, wenn man nicht die Ressourcen hat aktiv mitzumachen. Für uns ist wichtig, dass das Thema im Gespräch bleibt, dass auch andere Menschen unser Anliegen verbreiten und auch die zuständigen Stellen damit konfrontieren. Das ist auch mit geringem Aufwand möglich. Termine: 13.05.2013 Übergabe der Unterschriften, 16.00 Uhr, Schmelz beim Kinderspielplatz 05.07.2013 Fest „Urlaub auf der Schmelz“, ab 14.00 Uhr www.freiraum-schmelz.at www.facebook.com/FreiraumInitiativeSchmelz

pDas Interview führte Cathi Cazan

n tee f i f f o best metaware

Das Geschenk

E.R.A. Bicycles Cruisen macht glücklich!

E.R.A. Bicycles - der erste Shop für Cruiser und Chopper Bikes - hat sich in der Herklotzgasse 44 im 15. Bezirk niedergelassen. Wir verkaufen trendige Fahrräder und alle dazu passende Ersatzteile. Wenn man Lust auf ein individuelles Bike hat, ist man bei uns richtig. Wir setzen gerne Sonderlackierungen und Umbauten um. Selbstverständlich kann man bei uns auch eine kleine Probefahrt machen. Also einfach vorbeikommen, ausprobieren und staunen! Unsere Öffnungszeiten und alle weiteren Infos finden Sie unter: www.einradantrieb.at

04

Hier findest du das richtige Mitbringsel für schwer Beschenkbare. Wir führen Merchandise für Trekkies, Whovians, Dunderheads, Whedonites, Poehlerbears, Beliebers, Little Monsters, Browncoats und auch Fandoms ohne Namen #sixseasonsandamovie. Aber auch ausgesuchte Produkte, im Besonderen Selbstgemachtes, füllen die Regale. Wir machen (fast) alles selbst (bügeln, sticken, stricken, klöppeln, weben, streichen, stecken, bekleben und so weiter) – DIY eben. Eine kleine Auswahl unserer Produkte kann man auch bei Dawanda erwerben und uns so von der Ferne unterstützen. Laufende Veranstaltungen, die regelmäßig während, vor oder nach der Öffnungszeit stattfinden sind u. a. Super Nintendo Turniere, Flohmarkt, Filmabend und Pop Up Stores. Im Kühlschrank steht außerdem Club Mate. Geeignet auch für Co-Working und temporäre Kinderbetreuung. Reindorfgasse 39 http://hommage.at/metaware/

SCHMELZTIEGEL 02/2014


t a l a s r G ‘ mischte die grössere katastrophe „Bald 45 Grad in Österreich – Verglüht unsere Erde?“ titelt das großformatige Gratisblatt am 1. April als Reaktion auf die Klimastudie der UNO. Im Blattinneren schocken Hitze, Brände, Fluten, Wasserknappheit, Artensterben. Es wird bei uns 12 Grad wärmer als jetzt. Kein Ausstiegsszenario, nichts über Klimaziele, kein Wort über Handlungsmöglichkeiten. „Palmen sind eh nett, und so schlimm wird es schon nicht werden! Unsereins kann da gar nichts tun!“ denken Leserinnen und Leser in der U-Bahn. „Schock: Fleisch nur mehr am Sonntag“ „Balkonien statt Sardinien: Flugreisen höchstens alle 5 Jahre“ „Wir sollen unsere Autos teilen? Wie soll das gehen?“ Das wären wohl für viele die schlimmeren Botschaften, die echte Katastrophe. Es geht aber auch anders:

• • • •

Tragt, was euch gefällt, solange es euch gefällt. Baumwolle ist durstig wie keine andere Kulturpflanze. wer das Handy erst nach 3 statt nach 2 Jahren austauscht, schont das Klima und sollte sich z.B. mit einem Biohendl belohnen. genießt hauptsächlich Produkte aus der näheren Umgebung und Kaffee, Schokolade und Bananen aus fairem Handel. wenn ihr nicht wisst, wie Ihr das Zeug vom IKEA ohne Auto heim schleppen sollt, überlegt einmal, ob Ihr Trolle, Sigurvard und Trallala wirklich braucht. was spricht gegen Socken und Pullover im Winter, wenn so die Raumtemperatur um 1 Grad abgesenkt werden könnte?

Um solche Tipps, aber auch um KlimaschutzForderungen an Land und Bund wird es ab sofort im 15. Bezirk vermehrt gehen, denn Rudolfsheim-Fünfhaus wird Klimabündnisbezirk.

Leute, • esst weniger Fleisch, aber lasst euch den Sonntagsbraten schmecken! • unterwerft euch nicht länger einem Modediktat!

Mit dem Beitritt zum Klimabündnis bekommen wir Beratung von ExpertInnen bei der Erarbeitung eines Klimaschutzprogrammes, das auf die Bedürfnisse

und Möglichkeiten unseres Bezirks zugeschnitten sein wird. Unterstützung wird es auch geben in Form von Vorträgen, Seminaren, Workshops, Lehrgängen, bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Umsetzung von Projekten. Der Mitgliedsbeitrag bemisst sich nach der Zahl der BezirksbewohnerInnen und wird rund 1000 Euro betragen. Diese Summe kostet allein die Nachpflanzung eines Baumes, der durch klimabedingte Wetterextreme eingegangen ist. Gar nicht zu reden von den Strafzahlungen, die Österreich leisten muss, weil es die Klimaschutzziele nicht einhält. Haben Sie Ideen, die Sie in unserem Klimabündnisbezirk umsetzen möchten?! Global denken, lokal handeln!

pLidia Brandstätter

kein bedarf? Das Jugendzentrum in der Hollergasse wird zugesperrt. Einfach so. Kein Bedarf. Ohne Diskussion. Der Bedarf an qualitativer Jugendarbeit im Bezirk wird einfach ignoriert. Wir könnten eigentlich stolz sein. Es gibt im 15. Bezirk ein gut ausgebautes Netz an Jugendarbeit. Zeit!Raum im südlichen Bezirksteil, Juvivo15 nördlich der Westbahn und das Jugendzentrum in der Hollergasse bieten den Jugendlichen aus dem Bezirk ein Angebot an Indoor-Aktivitäten in den jeweiligen Einrichtungen und mobiler Parkbetreuung. Sport, Akrobatik, Umweltprojekte, aber auch Lernhilfe oder klassische Sozialarbeit, die Palette ist breit. Ergänzt und verstärkt wird dieses Angebot durch das einzige ganzjährig arbeitende FairPlayTeam Wiens. Das FairPlayTeam15+ ist unbestritten ein großer grüner Erfolg. Der kontinuierliche Ausbau des Angebots an Jugendarbeit war bisher ein Eckpfeiler der grünroten Zusammenarbeit im 15. Bezirk. Das vor 2010 bestehende Angebot wurde, immer entlang des Bedarfs, weiterentwickelt und verstärkt. Und der Weg war erfolgreich. Bisher. Denn nun wurde uns mitgeteilt,

SCHMELZTIEGEL 02/2014

dass das Jugendzentrum in der Hollergasse ersatzlos geschlossen wird. Es gibt dafür keinen Bedarf.

Fragt doch mal die Jugendlichen! Die Räumlichkeiten des Jugendzentrums in der Hollergasse mögen vielleicht nicht mehr zeit- und anforderungsgemäß sein, die reine Anzahl der betreuten Jugendlichen mag in den letzten Jahren zurückgegangen sein, aber darauf mit der ersatzlosen Streichung der Einrichtung zu reagieren ist kurzsichtig. Die Probleme und Herausforderungen im und für den Bezirk dürfen nicht ignoriert werden. Mangelnde Zukunftsperspektiven, hohe Dropout-Raten aus dem Bildungssystem aber auch Verschuldung z.B durch Automatenglücksspiel sind nur einige der Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht.

Besonders ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass mit den Jugendlichen selbst wieder einmal nicht gesprochen wird. Die eigentlich Betroffenen kommen in der Bedarfs-Argumentation nicht einmal zu Wort. Ein lösungsorientierter Weg schaut anders aus. Qualitative Bedarfserhebung in enger Zusammenarbeit mit den Jugendlichen: kann ein geänderter Bedarf durch bestehende Angebote abgedeckt werden, braucht es neue Angebote, wie können diese finanziert werden. Ja, das ist Arbeit. Aber es ist wichtige Arbeit für die jungen Menschen und für den Bezirk. Wir werden die Entscheidung für die ersatzlose Schließung des Jugendzentrums jedenfalls so nicht hinnehmen. Vielleicht erinnert sich die SPÖ ja doch an den erfolgreichen Weg der Zusammenarbeit. Wenn nicht, dann halt ohne SPÖ, auf jeden Fall gemeinsam mit den Jugendlichen.

pChristian Tesar

05


altwerden in rudolfsheim-fünfhaus Ich muss gestehen: den Großteil meines bisherigen Lebens habe ich mir keine Gedanken über das Älterwerden gemacht. Erst mit dem Pensionsantritt meiner Eltern wurde mir klar, dass Älterwerden irgendwann für alle zum Thema wird. Im Rahmen des laufenden Prozesses zur Chancengleichheit im Bezirk beschäftigt sich die Kommission für Integration, Zusammenleben und Teilhabe der Bezirksvertretung mit den Lebensbedingungen von SeniorInnen. Dabei haben wir auch auf Aspekte der Migration geachtet. Der Großteil der SeniorInnen im Bezirk hat Migrationshintergrund. Dieser Anteil wird in den nächsten zehn Jahren weiter steigen. Fachlich unterstützen uns die SeniorInnenbeautragte der Stadt Wien Angelika Rosenberger-Spitzy und der Soziologe Christoph Reinprecht. Grundsätzlich gilt: Die Bedürfnisse von SeniorInnen sind über alle gesellschaftlichen Ebenen hinweg gleich. Dabei sind drei Aspekte des Älterwerdens für die persönliche Zufriedenheit besonders entscheidend: 1. Die Mobilität von SeniorInnen ist geprägt durch Wohnraum- und Verkehrsgestaltung. Für wenig mobile Menschen werden kurze Ampelschaltungen zum Problem. Sind sie nicht schnell genug um eine

große Straße zu überqueren, werden sie zunehmend verängstigt. Der Aktionsradius nimmt ab. 2. Der Zugang zum gesellschaftlichen Leben, der Kontakt zum Freundeskreis, zur Familie und die Teilnahme an gesellschaftlichen Veranstaltungen. Ein großes Bedürfnis besteht auch nach einem besseren Zugang zu Technologie. Viele SeniorInnen wollen die Möglichkeiten von Tablets, WLAN und Co. für sich nutzen, um etwa auch bei eingeschränkter Mobilität mit der Welt in Kontakt zu bleiben.

scheiden. Auffällig ist allerdings immer noch, dass MigrantInnen nicht im gleichen Maße an öffentlichen Angeboten, zum Beispiel Gesundheitsprogrammen oder Essen auf Rädern, teilnehmen. Hier gilt es genauer hinzuschauen, welche Hürden dies verhindern. Dementsprechend wird sich die Kommission als nächstes mit den bestehenden Angeboten auseinandersetzen. Besonders wichtig ist dabei die Frage, warum manche Bevölkerungsgruppen leichter Zugang zu Angeboten finden, andere überhaupt nicht.

pHaroun Moalla

3. Die Gestaltung des öffentlichen Raums. SeniorInnengerechte Planung darf kein leeres Schlagwort bleiben. Parkanlagen, aber auch ausreichend Sitzgelegenheiten im Straßenraum müssen seniorInnengerecht erdacht und geplant werden. Diese grundsätzlichen Bedürfnisse gelten unabhängig von der Herkunft. Es sind vielmehr die Rahmenbedingungen, die über ein zufriedenes Altern ent-

bildung ist zukunft Die bevorstehenden Kürzungen im Bildungsbereich sind die deutlichsten Zeichen für ein derzeit still und leise durchgezogenes Sparpaket. Die große Koalition spart dabei vor allem an einem, der Zukunft unserer Kinder. Gemessen am BIP liegt Österreich bei den Bildungsausgaben im letzten OECD-Drittel. Das heißt, dass das Bildungsbudget insgesamt erhöht werden müsste, nur um in den OECD Durchschnitt zu kommen. Statt leistungsfreie Einkommen wie Erbschaften und Schenkungen zu besteuern, retten wir lieber Banken und lassen die Kinder und Jugendlichen links liegen. Wir brauchen mehr Geld für Bildung statt kurzsichtiger Kürzungen an der Zukunft unserer Kinder.

Vom Kopf auf die Füße! Die wichtigste Phase in der formalen Bildung eines Kindes ist die Zeit vor der Schule. Im Kindergarten legen die ElementarpädagogInnen das Fundament, von dem der weitere Bildungsweg der Kinder abhängt. Trotzdem werden ElementarpädagogInnen in Österreich in Schulen, die mit Matura abschließen und nicht an Hochschulen oder Universitäten ausgebildet. Dementsprechend früh müssen sie sich daher für ihren Beruf entscheiden. Diese Ausbildungssituation steht in krassem Kontrast zur Bedeutung der frühen Förderung und zu internationalen Entwicklungen. Alle PädagogInnen sollen eine gleichwertige akademische / universitäre Ausbildung erhalten und auch entsprechend bezahlt werden!

06

Menschen statt Akten Chancengleichheit statt (sozialer) Selektion In Österreich werden die Kinder mit 10 in unterschiedliche Schullaufbahnen eingeteilt. Die Selektion erfolgt dabei letztlich meist nach dem Bildungsstand der Eltern und deren sozialer Schicht, weil die unterschiedlichen Startbedingungen in vier Jahren Vormittagsschule nicht ausgeglichen werden können. Eine gemeinsame Schule der 10-14 jährigen könnte Schluss machen mit der sozialen Selektion der Kinder am Ende der Volksschule. LehrerInnen könnten sich als Coaches der SchülerInnen verstehen und sie beim Lernen unterstützen. Der künstliche Druck, der durch die Trennung in AHS und Hauptschule erzeugt wird, kann vermieden werden. Sprachförderung und Unterricht in der Erstsprache in allen Alterstufen ermöglichen es auch Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch ihre Potenziale zu entfalten. Für alle eine grüne Schule, die kein Kind zurücklässt.

Die Schulverwaltung in Österreich ist kompliziert und parteipolitisch besetzt. Neun politisch besetzte und den Landtagen weisungsgebundene Landesschulräte und halb abgeschaffte Bezirksschulräte arbeiten nebeneinander. Die Zersplitterung in Landes- und Bundeskompetenzen schaffen Reibungsverluste und Doppelgleisigkeiten. Eine Schulverwaltung, die fit für die Zukunft macht, muss sich langsam vom Maria-Theresianischen Geist des Akts verabschieden. Engagierte MitarbeiterInnen sollen die Möglichkeit bekommen, die Arbeit an den Bildungsinstitutionen serviceorientiert zu unterstützen, statt sich nur am strengen Aktenverlauf orientieren zu müssen. Österreich hat kein teures Bildungssystem. Die eingesetzten Gelder versickern nur leider in einem aufgeblähten Verwaltungsapparat. In einer ernst geführten Bildungsdebatte kann es daher nur eine Devise geben: in die Zukunft investieren statt Bildung kaputtsparen!

pFelix Hofstadler & Christian Tesar SCHMELZTIEGEL 02/2014


feindliche übernahme Wenn man zu einer Wahl antritt, dann hat man hoffentlich auch was zu sagen. Und was gibt es für einen Autoren und Ex-Journalisten für eine bessere Möglichkeit, als ein Buch zu schreiben - noch dazu, wenn man für das Europäische Parlament kandidiert, da liegen die guten und wichtigen Geschichten ja fast auf der Straße. Aber ich bin lange genug im Geschäft, um bei jeder Projektidee auch sofort zu fragen: Wer liest das wirklich? Politiker schreibt Wahlkampfbuch, das klingt nicht so verlockend, das klingt doch nach Broschüre. Und dafür soll man in der Buchhandlung zahlen? Also hab ich jemanden an Bord geholt, der unverdächtig ist und dessen Name für Qualität bürgt: Robert Misik. Gemeinsam haben wir das Buch geschrieben – und es war eine schöne Arbeit unter Kollegen, die sich schon oft begegnet sind, aber noch nie zuvor zusammen gearbeitet haben. „Supermarkt Europa“ ist ein Befund der EU im sechsten Jahr der Finanzkrise: Die Union wurde in großen Schritten umgebaut, zugunsten von Banken,

Konzernen und Lobbys wurde der Wirtschaftsraum gestärkt und die Demokratie geschwächt. Dieser Vorgang war in den letzten 6 Jahren besonders dramatisch, weil sich zwei Entwicklungen zufällig gekreuzt haben: 2007 wurde der Vertrag von Lissabon unterzeichnet, der die Union gegenüber den Mitgliedsstaaten entscheidend aufgewertet hat und am 1. Jänner 2009 in Kraft trat. Und dazwischen, im Herbst 2008 brach die Finanzkrise mit der Pleite von Lehman Brothers aus. Das hat tiefgreifende Reformen nicht nur erfordert, sondern teilweise auch erst den entscheidenden Druck geliefert, um radikal marktliberale Politik durchzusetzen. Die europäische Öffentlichkeit, die Gewerkschaften, die Nicht-Regierungsorganisationen, die Medien haben auf die Machtverschiebung nach Brüssel nicht annähernd so schnell reagiert wie Großkonzerne und ihre Lobbys. „Supermarkt Europa“ soll ein Schritt in die Gegenrichtung sein.

Grünen im Burgenland, derzeit ist er Kandidat für das Europäische Parlament bei der Wahl 2014. Zu seinen Publikationen zählen das „Schwarzbuch Privatisierung“ (2004) mit Christian Felber und „Die 7 Todsünden der EU - Vom Ausverkauf einer großen Idee“ (2006) mit Helmut Weixler. Politische Schwerpunktthemen sind die kritische Auseinandersetzung mit Neoliberalismus und Globalisierung, die Kontrolle von Konzernen und ihren Lobbys sowie Medien- und Netzpolitik.

Michel Reimon, 1971, war 20 Jahre lang Journalist und Autor und studierte in dieser Zeit Informatik und Organisationsentwicklung. Seit 2010 war er Landtagsabgeordneter der österreichischen

die eu verändern – sozial, ökologisch, demokratisch geschlechtergerecht Bei der Europawahl am 25. Mai geht es um die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments für die kommenden 5 Jahre. Lassen wir „unser Europa“ weiter in Geiselhaft nehmen von Banken und Konzernen, von Atom- und Agrarlobby und von rechten Populisten? Oder wird der Weg frei für einen Kurswechsel in Richtung eines sozialen, ökologischen und demokratischen Europa: für eine Sozialunion mit Priorität auf Bekämpfung der europaweiten Rekordarbeitslosigkeit, für eine Energiewende heraus aus Öl und Gas, für mehr BürgerInnenbeteiligung und europaweite Volksabstimmungen. Wer die Europäische Idee retten will, muss die EU verändern! Und nur mit uns Grünen ist ein Kurswechsel der EU möglich. Ich setze mich als Kandidatin für das Europäische Parlament unter anderem für ein soziales und geschlechtergerechtes Europa ein: europaweite Mindestlöhne, eine europäische Arbeitslosenversicherung, aktiver Kampf gegen Einkommensunterschiede, Quotenregelungen in Aufsichtsräten und Vorständen Europäischer Unternehmen. In all diesen Bereichen hat das Europäische Parlament in Kooperation mit der Zivilgesellschaft eine entscheidende Rolle. In meinen zahlreichen kommunal- und europapolitischen Funktionen der letzten Jahre habe ich gelernt, Vision, Widerstand und praktische Umsetzung grüner Ideen zu verbinden. Im Europaparlament möchte ich diese Erfahrung einbringen: die EU soll als Instrument gesehen werden, Europa zu gestalten, nicht als Elitenprojekt und Vehikel zum Sozialabbau.

SCHMELZTIEGEL 02/2014

Auch für „reiche“ Städte wie Wien hat die jahrelange Deregulierungspolitik der EU-Kommission alarmierende Auswirkungen wie bspw die akute Gefährdung des sozialen Wohnbaus und die Unterwerfung von Leistungen der Daseinsvorsorge unter Marktmachanismen. Deshalb braucht ein JA zu Europa auch manchmal ein NEIN: Widerstand zum geplanten Wettbewerbspakt und zum TTIP - dem Freihandelsabkommen mit den USA - ist angesagt: Hart erkämpfte Europäische Sozial-, Umwelt- und KonsumentInnenschutzstandards dürfen nicht den Profitinteressen von Konzernen zum Opfer fallen, die Privatisierung der

Demokratie gilt es auf das entschiedenste zu verhindern, Lohn- und Sozialdumping auf dem Rücken von ArbeitnehmerInnen ist eine klare Absage zu erteilen. Darum gehts am 25. Mai bei der Europawahl. Jede Stimme zählt. Unser Europa kann mehr. Change Europe - vote Green. Monika Vana ist stv. Klubobfrau der Wiener Grünen und Kandidatin der österreichischen Grünen zur Europawahl (Listenplatz 3). Nach dem Abschluss des Studiums der Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik an der TU Wien arbeitete sie in den 90ern als Europareferentin im Kabinett von Frauenministerin Johanna Dohnal und im Beratenden Ausschuss für Chancengleichheit bei der Europäischen Kommission. Seit 2001 ist sie Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete der Wiener Grünen, Europaund Arbeitsmarktsprecherin. Mitbegründerin der europaweiten Vernetzung Grüner KommunalpolitikerInnen. Derzeitige Funktionen ua: stv. Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Europäische und Internationale Angelegenheiten, stv. Vorsitzende des Wiener Gemeinderates, Vorstandsmitglied im Städtebund, im Österreichischen Frauenring, im Verband öffentlicher Wirtschaft und im WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds), Mitglied der Generalversammlung der Green European Foundation.

07


a p o r u e n i e d ! r h e m n n a k 25

NACEK U L E K I R L U A . MAI: EUROP

Deine Stimme ist wichtiger als Du denkst – am 25. Mai. Wir können Europa sozialer, demokratischer, grüner machen! Europa ist unser Zuhause. Wir reisen ohne Grenzkontrollen, wir bezahlen in vielen EU-Mitgliedsstaaten mit dem Euro, wir arbeiten international, lernen und studieren europaweit. Europa ist weltweit zu einem Symbol für Frieden, Freiheit und Wohlstand geworden. Doch zugleich wird die europäische Idee bedroht: von skrupellosen Lobbys, Großkonzernen und einer entfesselten Finanzindustrie. Tausende Lobbyisten nehmen das europäische Projekt in Geiselhaft und ruinieren Umwelt, Wirtschaft, Arbeitsmarkt und nicht zuletzt unsere Grundund Menschenrechte.

sowohl was den Sozial- und Umweltstandards gefährdenden Inhalt als auch die intransparente Art der Verhandlungen betrifft. TTIP ist ein Projekt der Großkonzerne, die Standards abbauen wollen. Ginge es nach den USA, würden Hormonfleisch, genmanipulierte Lebensmittel und Fracking auch bei uns bald zum Alltag gehören. Wir setzen alles daran, dass TTIP das gleiche Schicksal ereilt wie das Grundrechte verletzende ACTA-Abkommen, das maßgeblich auf Grüne Initiative hin durchgefallen ist.

Die Wahrung der Grundrechte ist die zentrale Herausforderung der EU-Politik. Spätestens seit Edward Snowdens mutiger Aufdeckung der Massenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA ist klar: Wesentliche Freiheitsrechte sind in Gefahr. Wir Grüne halten dagegen, wir wollen uns nicht im Albtraum einer total überwachten Gesellschaft wiederfinden. Individuelle Daten gehören den Einzelnen und nicht Staaten oder Firmen. Privatheit soll als unteilbares Element der Würde des Menschen anerkannt werden und auch im Internet gelten.

Die EU ist bei weitem nicht perfekt. Ihre Mängel legen gerade wir Grüne schonungslos offen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass unser Europa mehr kann: Freiheit, Vielfalt und ein menschliches Miteinander statt Korruption, Packelei und Gier. Statt einer „Immer-Mehr-Gesellschaft“ wollen wir die „Immer-Fair-Gesellschaft“. Bildungslust statt Bildungsfrust. Gesunde Lebensmittel, die fair produziert werden. Vielfalt statt Einfalt, vom Saatgut bis hin zur Energiepolitik. Europa braucht neben ambitionierten Klimazielen einen Grünen Investitionspakt für nachhaltige Entwicklung. „Raus aus Öl und Gas“ macht nicht nur ökologisch, sondern auch menschenrechtlich Sinn.

Die gleiche Vehemenz und Klarheit braucht es bei den Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP), das wir Grüne in der jetzigen Form ablehnen,

Soziales soll in allen europapolitischen Bereichen einen zentralen Stellenwert erhalten. Und für uns fängt diese europäische Solidarität bei den Verfolgten an, bei denen,

die in Europa Schutz und Zukunft suchen: Statt der vorherrschenden Abschottungspolitik braucht die EU eine Eingangstür zu einem menschenwürdigen Leben. Deshalb hören wir nicht auf eine europäische Asyl- und Migrationspolitik, die diesen Namen verdient, zu fordern. Zur Überwindung der politischen Defizite der Union braucht es schließlich einen Europäischen Konvent unter breiter Beteiligung der europäischen Zivilgesellschaft: Nur damit gelingt uns die Einführung einer handlungsfähigen und demokratisch legitimierten Steuerung Europas. Das sind unsere Ziele, das ist unser Europa. Gemeinsam können wir Europa vor seinen Gegnern retten. Freiheit, Vielfalt und ein menschliches Miteinander statt Korruption, Packelei und Gier. Dein und unser Europa kann mehr! Bitte unterstütze uns und eine positive Zukunft Europas mit deiner Stimme am 25. Mai.

pUlrike Lunacek, Vizepräsidentin und außenpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion im Europaparlament, Spitzenkandidatin der österreichischen Grünen bei den Europawahlen 2014

n che a mitm mit r e d e n , . s ‘ geht n, so lte a ? mitgest aktiv zu werden? nen ü r G für die einbringen und Ihre Ideen Sie haben Interesse ? einung M Ihre engagieren ezirk B . 15 Sie möchten sich für den Sie wollen ! och einfach sie sich d n Dann melde

E-Mail: wien15@gruene.at Sie finden uns auch unter: wien15.gruene.at und facebook.com/gruene15 Oder Sie kommen zu einer unserer Sprechstunden in unser Bezirkslokal, Kriemhildplatz 10/1 Dienstag, 17:00-18:00 Freitag, 10:00-12:00 Uhr

IMPRESSUM Schmelztiegel 2/2014 Medieninhaberin: Die Grünen – Grüne A ­ lternative Wien, Lindengasse 40, 1071 Wien. Herausgeberin: Die Grünen – Grüne Alternative Rudolfsheim-Fünfhaus, Kriemhildplatz 10, 1150 Wien. Grafik: G ­ regor Rührer graphisches Handwerk alleswiedergut.at Druck: Donau Forum Druck, 1120 Wien. Verlagspostamt: 1070 Wien. Herstellungsort: Wien. DVR: 102 11 84. Alle Fotos: Die Grünen, ausser: Seite 2: Krasse Kultur! Seite 4: Frisch, E.R.A., metaware

Schmelztiegel Mai 2014  

Unser Europa kann mehr. Zeigen wir am 25.5. gemeinsam, dass unser Europa demokratischer, solidarischer und ökologischer werden muss. In den...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you