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Klartext Auf dem ehemaligen Rupp Areal sind eine Universität (Campus Scientiae) und Wohnungen geplant. Damit soll es wichtige Impulse für die Gemeindeentwicklung geben. Das Areal liegt in einer sensiblen Landschaft am Bodenseeufer im Übergang zu den Pfänderhängen. Eine einfühlsame Architektur mit Rücksicht auf die Dorfstruktur ist dort vorstellbar. Es kann ein neuer Ortsteil von Lochau mit hoher Wohnqualität für Dauernutzer entstehen.

Was wir uns aber nicht vorstellen können, ist eine sehr dichte und hohe Verbauung ohne Bezug zum Dorf. Eine Ortschaft wie Lochau, in der wir alle gerne leben, soll in keinem Fall von einem Stadtteil am See dominiert und von diesem abgetrennt werden.

Keine Stadt am Lochauer Bodenseeufer

Entwicklungen wie in der Bregenzer Achsiedlung wären damit durchaus zu befürchten. Um diese Ängste in der Bevölkerung aber erst gar nicht aufkommen zu lassen, sind wir sehr daran interessiert, dass die Lochauerinnen und Lochauer über das Vorhaben ehestens informiert und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. In jedem Fall soll die Universität nicht wie das Gesundheitszentrum enden.

Georg MACK georg.mack@gruene.at Die geplante Universität soll nicht so enden, wie „unser“ Gesundheitszentrum.

Fremdsprachen / Campus Scientiae Fremdsprachen sind schwer, vor allem wenn es tote Sprachen sind, wie etwa Latein. Zur Verständlichkeit haben diese Sprachen eine Grammatik.

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Die Bezeichnung „Feld Wissenschaft“ (Campus Scientia) würde ich nicht unbedingt dem geschliffenen deutschen Sprachgebrauch zuordnen. Wenn mir aber jemand von einem „Feld der Wissenschaft“ (Campus Scientiae) berichtet, schätze ich diese hohe grammatikalische Begabung. Diese kann auch in einem „Feld der Wissenschaften“

(Campus Scientiarum) erlernt werden. Wenn aber jemand unbedingt „Feld“ und „Wissenschaft“ in einer Bedeutung verwenden möchte, dann wäre eine Möglichkeit „Feld für die Wissenschaft“ (Campus pro Scientia). Dies ist jenes Feld, das für manche auch wirklich Wissen schafft. Ja, Ja, die Fremdsprachen.


Ferienwohnungen in Lochau: Warme oder kalte Betten? Die Lochauer sind ein gastfreundliches Volk. Gäste fühlen sich bei uns wohl. An den schönsten Flecken am See und am Pfänderhang entstehen nun immer mehr „kalte Betten“, also Ferienwohnungen, die nicht oder nur wenige Wochen im Jahr genutzt werden. Allein am Kaiserstrand gibt es zirka 30 offiziell genutzte Ferienwohnungen.

Die Kosten für die Infrastruktur trägt die Allgemeinheit.

Für Investoren sind Wohnungen am See und Berg ein Schnäppchen mit sicherer Rendite. Es wird auf Vorrat gebaut. Beim Bau und Verkauf der Ferienwohnungen verdienen Grundstücksbesitzer, Projektbetreiber und Unternehmer. Sind die Wohnungen fertiggestellt, sinkt die Wertschöpfung für die Allgemeinheit bei Nichtgebrauch der Wohnung - auf Null. Der Bäcker verkauft keine Semmel, der Gastronom hat keinen zusätzlichen Gast.

Die Bevölkerungszahl wächst seit 20 Jahren nicht. Wir sollen verdichtet bauen. OK. Aber sollen wir für Ferienwohnungen unser Ortsbild weiter verschandeln? Ein Wohnblock nach dem anderen? Es gilt, statt die Interessen der Investoren in Zukunft endlich auch jene der Menschen im Ort zu wahren und zu schützen.

Großzügig wird über Ausnahmegenehmigung der Gemeinde - nach Errichtung der Wohnungen - auch außerhalb der gewidmeten FW-Gebiete die Ferienwohnungsnutzung genehmigt.

Wir ersuchen daher die Verantwortlichen der Gemeinde, keine weiteren Ferienwohnungen außerhalb der hierfür gewidmeten Gebiete mehr zu genehmigen.

„Dia Wohnunga ka sich an Üsriga net leischta“, heißt es. Das ist wahr. Weshalb werden Sie dann gebaut?

Umweltausschuss aktiv

Zugegeben, es hat mich sehr gefreut, dass der Papst bei seinem Besuch in Deutschland vor allem die Grünbewegung gelobt hat, weil sie sich für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft einsetzt.

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Ja, das ist möglich … denn so wie das Projekt bisher präsentiert wurde, wird die Finanzierung des Baus einer Privatuniversität mit Forschungsräumlichkeiten und Campushotel nur möglich, wenn viel Wohnraum geschaffen wird.

An überhöhten Kauf- und Mietpreisen hat die Lochauer Bevölkerung schwer zu tragen. Viele arbeiten Tag und Nacht, um sich „Wohnen in Lochau“ leisten zu können. Gleichzeitig verschleudern wir Grund und Boden für Ferienwohnungen.

Ferienwohnungsbesitzer, die ihre Wohnungen leer stehen lassen, sollten sich durch hohe Abgaben an den Infrastrukturkosten beteiligen. Im Gegenzug sind aktive Beherberger zu entlasten. Der bürokratische Unsinn Kurtaxe ist abzuschaffen.

Genau das versucht auch die Lochauer/ Leiblachtaler Grünbewegung und der Umweltausschuss unserer Gemeinde unter meiner Leitung:

Kann zu einer Uni in Lochau NEIN gesagt werden?

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Bewerbung und Durchführung des Radwettbewerbes Podiumsdiskussion „Vision Leiblachtal – Nahversorgung durch unsere Landwirtschaft“ Kräuterwanderung Open Air Kino „Plastic Planet“ Wald- und Uferbegehungen Weiterentwicklung des ÖPNV und alternativer Mobilitätsformen (VVV, E-Auto und E-Rad, Car-Sharing) Neophythenbekämpfung auf Lochauer Gemeindegebiet durch Übernahme eines Umweltpatenamtes

Geplant sind 300 Wohnungen, (Eigentums- und Mietwohnungen) in einer dörflichen Struktur, also eine hohe und dichte Verbauung. Nein, ich will keine Privatuni für Lochau.

Einnahmen fürs Gemeindebudget – Ein Vergleich •

Ferienwohnung (80 m2): 320 Euro

Lochauer Familie mit zwei Kindern: 3.200 Euro

Frank MATT frank.matt@gruene.at

Vieles wird sich verändern und weiterentwickeln. Wir möchten mitgestalten. Mit Ihrer Hilfe kann vieles gelingen!

Edgar FERCHL-BLUM edgar.ferchl-blum@gruene.at

Ich will keine weitere „Insel“ (wie den Kaiserstrand), die nicht ins Dorf eingebunden ist. Keine „Kleinwohnstadt“ für Besserverdienende, die Lochau überwiegend als Zweitwohnsitz nutzen. Wo es keine Durchmischung, kein Leben von Alten und Jungen, Pensionisten und jungen Familien, Alleinstehenden und kinderreichen Familien gleich welcher sozialer Herkunft und kultureller Identität gibt.

Und wie steht es mit der Finanzierung des Uni-Betriebes? In der letzten Projekt-Präsentation für die Gemeindevertretung wurde von einem Finanzierungsplan für ein Jahr gesprochen und dann … ? Ein möglicher Vollbetrieb ist nicht vor fünf Jahren zu erwarten. Ein mittelfristiger Finanzplan bis zu vier/ fünf Jahren ist für ein solches Projekt notwendig.

Ich halte es jedoch für notwendig, endlich offen über eine solche Veränderung für Lochau zu sprechen.

Außerdem: Sprechen wir hier von „Bildung für alle“? Ich könnte noch weiteres anführen, das mein „Nein“ zur Privatuniversität in Lochau unterstreicht … doch wir Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter sowie alle Personen, die an diesem Projekt beteiligt sind, sind zum Stillschweigen während der laufenden Planung aufgerufen. Carmen HAMMOUDA carmen.hammouda@gruene.at

Freie Gedanken in der Gemeindevertretung Dank Eurer Stimmen sind wir seit einem guten Jahr in der Gemeindevertretung. In den Sitzungen sind wir immer bemüht, zu den Themen der Tagesordnung kritische Fragen zu stellen und diese zu diskutieren, ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit. Dies gilt auch im Abstimmungsverhalten, da wir der Meinung sind, dass jede Gemeindevertreterin und jeder -vertreter, egal für welche Partei er/sie tätig ist, im Interesse der Sache und Themen stimmen sollte. Diese ehrliche und sachliche Meinungsbildung zu den verschiedenen Themen und Projekten kann unserer Meinung nach nicht ausschließlich in den Klub-

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sitzungen jeder Partei erfolgen, sondern erst nach gemeinsamer Diskussion unter allen Gemeindevertreter/innen, egal welcher Partei diese angehören. Vor Abstimmungen sollte für ein eventuelles Umdenken eine gewisse Zeit eingeplant werden. Auch gemeinsame Klubsitzungen aller Parteien wären manchmal sinnvoll, da Themen gemeinsam diskutiert werden könnten. Wenn vorwiegend gleichdenkende Parteimitglieder untereinander diskutieren, kann ja nur das Gleiche herauskommen bzw. können nur die gleichen Gedanken gefasst werden. Es fehlt hier die Sicht von Außen- bzw. Andersdenkender, da alles innerhalb der Partei geschieht.

Schön wäre es natürlich, wenn sich die Gemeindebürger/innen hier auch beteiligen würden. Wir würden uns über Ideen und Vorschläge von Euch sehr freuen. Zum Schluss sollte einfach der Nutzen aller im Vordergrund stehen. Wir arbeiten daran!

Erich BÜCHEL erich.buechel@gruene.at


Das Leiblachtal hat Potential – Biomasse- und Energiemodellregion Die Leiblachtalgemeinden Lochau und Hörbranz werden zum überwiegenden Teil von fossilen Energieträgern versorgt. Im Leiblachtal fallen ca. 26.000 Schüttraummeter Hackgut energetisch nutzbar an, zirka ein Drittel (9.000 SRM) Energieholz wird genutzt. Zwei große Verbraucher (Jesuheim und Schloss Hofen) stehen vor der Erneuerung der Heizanlage und der möglichen Umstellung auf Biomasse. Die Biomasseheizung der Gemeinde ist in die Jahre gekommen. 400.000 und mehr Liter Heizöl könnten durch neue Anlagen im Jahr eingespart werden. Auf längere Zeit blieben Millionen Euro Wertschöpfung im Tal. Diese Chance gilt es zu nutzen. Daher wurde von Seiten der Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Zusammen mit den anderen Leiblachtalgemeinden wurde ein Antrag auf Aufnahme als Klima- und Energiemodellregion eingebracht. Frage: Wäre es nicht besser unsere Ressourcen zu nutzen, als unser Geld den arabischen oder russischen Öl-Oligarchen zu geben und bei den Chinesen um Unterstützung für unsere Währung zu betteln? Frank MATT frank.matt@gruene.at

Factbox Waldflächen nach Gemeinden: Eichenberg 704 ha Möggers 521 ha Lochau 517 ha Hohenweiler 372 ha Hörbranz 206 ha Summe 2.320 ha Zuwachs pro Jahr: 8 Vorratsfestmeter pro Hektar Brennholzpotential: 26.058 Schüttraummeter pro Jahr

Mehrere Stunden am Tag stehen Fußgänger und Radfahrer am See vor geschlossenen Schranken. Die deutsche Bahn hat die Elektrifizierung der Bahnstrecke München Lindau beschlossen, die Schweiz das Bauvorhaben mit 50 Millionen Euro gefördert. Ein eigener Zulauf für Bayern zum Gotthardtunnel mit einem Gesamtpotential von bis zu 45 Güterzügen je 750 Tonnen Nutzlast entsteht - als wichtiger Zubringer für den Gotthardtunnel - bei uns am See. Eine Entlastung für die Brennerstrecke. Ein Faktum. Da zu erwarten ist, dass wir in Zukunft noch länger vor verschlossenen Schranken stehen, ist eine neue Unterführung zwischen Kaiserstrand und Strandbad dringend erforderlich.

Unerwünschte Werbepost?

Verunreinigte Sammelstellen

Werbepost, die man nicht braucht und vor allem nicht haben will – der Werbeverzichtskleber bringt hier Abhilfe. Eine bekannte Sache, die viel zu wenig genutzt wird.

Immer wieder hören wir Klagen über den Zustand der Sammelstellen in unserer Gemeinde. Und in der Tat ist es so: Häufig quellen sie über, das Sammelgut wird nur abgestellt, Papier fliegt in der Gegend herum, Restmüll wird (illegalerweise) „entsorgt“, ... Was tun?

Geben Sie sich, unserer Umwelt und damit unseren Kindern zuliebe, einen Ruck: Fordern Sie den Werbeverzichtskleber an! Dafür reicht es, ein kurzes, eigenhändig unterzeichnetes Schreiben mit beigelegtem, frankierten und mit eigener Adresse beschriftetem Rückantwortkuvert an Postfach 500, Kennwort: „Bitte kein Reklamematerial“, 1230 Wien zu senden. Pro Haushalt können bis zu drei Werbeverzichtskleber angefordert werden. Unternehmen können bis zu fünf Werbeverzichtskleber anfordern. Falls Sie von einem Unternehmen doch Werbepost haben möchten, ist eine gezielte Anforderung möglich. Wolfgang WENDL

leiblachtal.gruene.at

Warten an der Bahnschranke

Impressum Klartext Leiblachtal Nr. 3 (1 aus 2011) Herausgeber: Die Grünen Leiblachtal Für den Inhalt verantwortlich: Die Grünen Leiblachtal Dr. Frank Matt, Tannenstraße 7, 6911 Lochau T 0650 526 7700

Wir werden uns im Umweltausschuss mit dieser Frage beschäftigen, ohne dass ich versprechen kann, dass es eine bessere Lösung als die bestehende gibt. Vielleicht ist ein Anfang, wenn wir alle beim nächsten Besuch einer Sammelstelle diese sauberer hinterlassen als wir diese selbst vorgefunden haben. Das wäre ein guter erster Schritt.

Klartext Leiblachtal 3 (1 aus 2011)  

Keine Stadt am Lochauer Bodenseeufer