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Klartext An vielen Sommertagen sind in Bregenz bald mehr Fahrräder als Autos unterwegs. Auf der neuen Radbrücke waren es im Sommer 2011 über 3.000 Radler/ innen und Fußgänger/innen täglich.

Bewohner/innen und Besucher/innen bessere Aufenthalts- und mehr Lebensqualität gebracht. Diesen Weg wollen wir mit dem neuen Kornmarktplatz fortsetzen.

Bregenz kommt in Fahrt: Neue Mobilität, steigende Lebensqualität und mehr Bürgerbeteiligung Kern war jeweils ein professionelles, vorab verbindlich festgelegtes Verfahren. Die Erfahrung der letzten Jahre beweist:

Die Radbrücke hat’s dem Vize angetan.

Das belegt eindrücklich, dass eine gute Radinfrastruktur Wesentliches dazu beiträgt, dass immer mehr Menschen das Auto stehen lassen und auf umweltfreundliche Mobilität umsteigen.

Viele Menschen wollen mitbestimmen, wie sich ihre Stadt entwickelt. Wir haben uns sehr darum bemüht, ihre Kreativität zu nützen und ihre Identifikation mit der Stadt zu fördern.

Steigende Lebensqualität Die Neugestaltung des Festspielplatzes, des Hafens und der Pipeline haben für

Bürger/innen gestalten mit Großen Anteil an der Bregenzer Erfolgsgeschichte hat die Bürgerbeteiligung.

bregenz.gruene.at

Eine qualitative Mitsprachemöglichkeit ist wertvoller als ein Ja oder Nein zum Schluss.

Je breiter der Kreis der Beteiligten, desto deutlicher relativieren sich Planungsannahmen und Befürchtungen. So hat sich die Annahme, die Menschen seien gegen einen autofreien Kornmarkt, schnell in Luft aufgelöst – ähnlich wie das vermutete Festhalten am Fahnenrondell.


Bioland Vorarlberg – machbar oder Träumerei? Die Debatten der letzten Wochen rund um den Vorarlberger Schweineskandal haben uns Grüne darin bestärkt, konsequent und schrittweise an der Umsetzung der großen Vision „Bioland Vorarlberg“ zu arbeiten. Wir sehen in der Festlegung auf eine derartige Zielsetzung eine große Chance für Vorarlberg, in vielfacher Hinsicht: für die Landwirtschaft, die damit zunehmend auf Qualität setzt und sich dem wahnwitzigen Konkurrenz- und Preisdruck der Weltmärkte entzieht; für die KonsumentInnen, die sich darauf verlassen können, dass durch klare Kennzeichnungen der Produkte „drin ist, was drauf steht“ und Vorarlberger Bioprodukte zu einem fairen Preis bekommen; für den Tourismus, für den eine Marke Bioland Vorarlberg einen erheblichen und künftig immer wertvoller werdenden Mehrwert darstellen würde. Es steht für uns außer Frage, dass dieses Ziel nicht von heute auf morgen und schon gar nicht durch Verordnung von oben zu erreichen ist. Ähnlich wie bei der Energiezukunft braucht es aber ein grundsätzliches Bekenntnis zur Zielsetzung und dann eine schrittweise Umsetzung entlang folgender Leitlinien: 1.

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Ohne KonsumentInnen ist keine Landwirtschaftspolitik zu machen. Wer sie zu PartnerInnen macht, gewinnt. Landwirtschaftspolitik ist untrennbar mit Umwelt- und Naturschutz verbunden und daher einer ökologisch-sozialen Grundhaltung und einem sparsamen Umgang mit Ressourcen verpflichtet.

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Das derzeitige Förderungssystem muss umgebaut werden. Motto: „Von Groß zu Klein, vom Tal zum Berg, von Konventionell zu Bio“. Nur dann kann die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Talschaften überleben. In Kooperation mit anderen (Alpen-)Ländern müssen sich Vorarlberg und Österreich in die europäische Agrarpolitik einmischen. Ziel ist zu verhindern, dass durch Exportsubventionen und Überschusspolitik der Hunger und die Ausbeutung in den Ländern des Südens prolongiert werden. „Fair Trade“ muss auch im eigenen Land gelten: fairer Preis für gute Qualität. Billigstlebensmittel und Fehlernährung kosten viel – vor allem im Gesundheitssystem. Klare Kennzeichnung! Bei Eiern gilt: 0 = Bio, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung. Das muss bei Fleisch auch möglich sein.

Als wir 2008 vorgeschlagen haben, die „Energieautonomie 2050“ anzustreben, wurden wir ausgelacht. 2009 im Juli erfolgte der einstimmige Beschluss dazu, jetzt steht die Umsetzung der ausgearbeiteten Maßnahmen an. Bioland Vorarlberg halten viele noch für eine grüne Spinnerei. Noch.

Grüne für Bildungsvolksbegehren! Vom 3. bis 10. November 2011 besteht österreichweit die Möglichkeit, das „Volksbegehren Bildungsinitiative“ zu unterzeichnen. Aus Sicht der Grünen gibt es viele Gründe, diese Initiative mit einer Unterschrift zu unterstützen. Im österreichischen Durchschnitt wechseln nach der Volksschule etwa 33 Prozent aller Kinder in ein Gymnasium. Dennoch schaffen es laut PISA nur drei Prozent aller SchülerInnen in den drei Testbereichen Lesen, Mathematik und Englisch in die Spitzengruppe. In Finnland lernen alle Kinder bis zum 15. Lebensjahr in einer Gemeinsamen Schule. In die Spitzengruppe schaffen es gleich dreimal so viele (9 %) SchülerInnen. Und bei den RisikoschülerInnen? In Österreich können 28 Prozent der 15-Jährigen nicht sinnerfassend lesen, in Finnland sind es 8 Prozent. Mit dem Leistungsargument kann man das bestehende Schulsystem also wohl nicht verteidigen. Zementierung regionaler Ungleichheiten

Für Klubobmann und Landessprecher Johannes Rauch ist eine konsequente Umsetzung der Vision „Bioland Vorarlberg“ unumgänglich. Dazu zählt vor allem auch eine Konzentration auf qualitativ hochwertige Produkte, die klar gekennzeichnet werden, damit sich KonsumentInnen darauf verlassen können, dass „drin ist, was drauf steht.“

Wer die Trennung zwischen Hauptschule und AHS aufrechterhalten möchte, zementiert auch regionale Ungleichheit. Denn das verschweigen die schwarzen Reformverhinderer ihrer ländlichen Anhängerschaft: Während in der Wiener Innenstadt nicht einmal 14 Prozent der Kinder die Hauptschule besuchen, sind es in ländlichen Gegenden wie dem hinteren Bregenzerwald fast 100 Prozent. Auch wenn aus solchen Gebieten logischerweise überdurchschnittlich viele Kinder nach der Hauptschule noch eine Matura machen, an der statistisch messbaren Benachteiligung des ländlichen Raums ändert das nur wenig. Alternativen liegen auf dem Tisch

LAbg. Johannes RAUCH Landwirtschaftssprecher der Vorarlberger Grünen johannes.rauch@gruene.at T 0664 240 65 74 vorarlberg.gruene.at

All diese Fakten sind seit vielen Jahren bekannt. Es ist nun wahrlich genug über Bildung geredet und geschrieben worden, die Reformkonzepte liegen auf dem Tisch. Wir haben im bestehenden öffentlichen Schulsystem – trotz vieler positiver Initiativen – großen Nachholbedarf. Es ist ein System, das Lerneinheiten vorarlberg.gruene.at

in ein „50-Minuten-Korsett“ zwängt, das von allen Kindern die exakt gleichen Lernfortschritte verlangt, das davon ausgeht, dass alle Kinder im selben Alter exakt gleich entwickelt sind – ein solches System hat die Grundprinzipien des Lernens ebenso wenig verstanden wie die Ergebnisse der Hirnforschung oder der Entwicklungspsychologie. Trotzdem ist kaum Bewegung erkennbar, das parteipolitische Hickhack und eine falsch verstandene Standespolitik verhindern die notwendigen Maßnahmen – zum Nachteil unserer Kinder. Alle Kinder gehören unterstützt Zentrale Forderungen sind ein modernes, unbürokratisches und vom Parteieneinfluss befreites Schulsystem sowie die Aufwertung der Kindergärten und eine moderne und leistungsfähige Gemeinsame Schule für alle Kinder zumindest bis zum 14. Lebensjahr.

Dr. Harald Walser, Grüner Bildungssprecher im Österreichischen Parlament, spricht sich klar für eine Unterstützung des Bildungsvolksbegehrens aus. Es geht um die Zukunft unserer Kinder!

Unser gegliedertes Schulsystem ist nicht wettbewerbsfähig. Es ist weder leistungsfähig noch gerecht. Wir brauchen ein System, in dem alle Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich in ihren Talenten und Fähigkeiten kontinuierlich gefördert und in ihren Schwächen unterstützt werden. „Österreich darf nicht sitzen bleiben!“ Das Bildungsvolksbegehren bietet die Chance, bildungspolitische Fronten aufzubrechen. Es geht nicht um Parteien, sondern um die Zukunft unserer Kinder!

NAbg. Dr. Harald WALSER Grüner Bildungssprecher im Parlament harald.walser@gruene.at T 0664 240 65 74


Gleichbehandlungsbeauftragte Renate Heiler im Gespräch Was macht eine Gleichbehandlungsbeauftragte? Ich bin Vermittlerin beim Thema Gleichbehandlung und Gleichstellung. Derzeit geht es auch um eine Gleichstellung bei Gehältern. Aber meine Aufgabe geht tiefer und weiter. Ich werde in den nächsten Jahren aufzeigen, vermitteln, motivieren und fordern!

Ist eine Gleichbehandlungsbeauftragte nur für die Anliegen von Frauen da? Nein – Frauenförderung ist ein Aspekt. Es geht um Themen wie „mehr Vater für die Familie“, zum Beispiel neue Väterkarenzmöglichkeiten. Männer sollen dabei unterstützt werden, ihren Wunsch aktiver Vater zu sein mit beruflichen Anforderungen zu verknüpfen.

Wieso braucht Bregenz eine Gleichbehandlungsbeauftragte? Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung weiß ich, dass diese Position notwendig ist. Es geht darum, das Bewusstsein für eine „Kultur der Gleichstellung der Geschlechter“ zu schaffen. Konkret: gleiche Bezahlung für gleiche Leistung. Mehr Frauen in Führungspositionen.

Was sind die Ziele für die nächsten Jahre? 1. Gender-Budgeting für den gesamten städtischen Haushaltsplan 2. Kommunikationsoffensive zur „Kultur der Gleichstellung“ 3. Geschlechtergerechtes Formulieren im Alltag verankern Die ersten konkreten Projekte sind? • Start von Gender Budgeting für einen Bereich des Budgets 2012 • Geschlechtergerechte Gestaltung bei der Neubesetzung von Stellen

Gesetzliche Grundlagen • Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene • Bundes-Gleichbehandlungsgesetz • Landes-Frauenförderungsgesetz

Das Bürgerkraftwerk

So können Sie auf Atomstrom verzichten und Ihren eigenen Strom produzieren. 70% der Bregenzer Haushalte befinden sich in Mehrwohnungsbauten. Die Bewohner/innen sind nicht Eigentümer/ innen des Hausdachs und können es nicht für Solaranlagen nützen.

durchschnittlichen Haushalts - können ab sofort erworben werden. Die Rückzahlung erfolgt in 15 Jahren, 1% Jahreszins ist garantiert.

Die Lösung für den Wunsch, trotzdem eigenen Strom produzieren zu können, liegt im „Bürgerkraftwerk“. Das ist eine Photovoltaikanlage, die auf Initiative der Grünen von der Talente Genossenschaft auf dem Dach des Bauhofes errichtet wird. Alle erforderlichen Bewilligungen liegen vor. Bausteine à 1.000 Euro – das entspricht dem Atomstromanteil eines

bregenz.gruene.at

Bei der Vorstellung des Bürgerkraftwerks: Dr. Gernot Kiermayr, Gernot Jochum-Müller, Hildegard Breiner und Peter Vögel

Impressum Klartext Bregenz Nr. 6 (1 aus 2011) Herausgeber: Die Grünen Bregenz Redaktion: Ekkehard Muther Für den Inhalt verantwortlich: Die Grünen Bregenz, Bergstraße 6, 6900 Bregenz T 05574 47488, F 05574 47488-10

Weitergehende Mitbestimmung ist durch Beitritt zur Talente Genossenschaft möglich. Informationen unter: www.talentiert.at


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